Ultraschall-geführte Gefäßpunktion und Regionalanästhesie: SOCRATES Buch Online Version

SonoABCD

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8 Anwendertipps

8.1 Katheter-Lagekontrolle mittels Beobachtung Hydrodissektion im

nativen B-Bild und mit Farbkodierter Dopplersonographie

Die Lagekontrolle eines Katheters kann mittels Beobachtung der Ausdehnung eines NaCl-

Bolus und Injektion und Nachweis des topographischen Auftretens von Microbubbles mittels

Farbkodierter Doppler-Sonographie (CFM) erfolgen (Dhir S at al. Acta Anaesthesiol Scand

2008; 52: 338–342).

Das Ziel ist dabei die direkte Beobachtung und Beurteilung der Ausbreitung einer

wiederholten Bolus-Injektion (der Ausbreitung des Injektats/Depots) und die damit

verbundene Darstellung der Bewegung der applizierten Flüssigkeit mittels B-Bild

Sonographie in Bezug zur Zielstruktur und anschliessender Verwendung von Microbubbles

und der direkte Nachweis eines positiven Signals im Zielgebiet mit Hilfe der Farbkodierten

Doppler-Sonographie und der Ausschluss bzw. Diagnose einer intravasalen (venös, arteriell)

Lage.

Microbubbles werden mit der Samba-Methode (Aufziehen von NaCl, Aspiration von etwas

sichtbarer Luft (1/20zigstel des Volumens), Aufsetzen eines Verschlusses auf die Spritze und

10-maligem hin- und her Schütteln erzeugt (vgl. auch Microbubble-Injektionstechnik im

Kapitel ZVK-Lagekontrolle).

8.1.1 Ist die Darstellung des Katheters oder der Katheterspitze

möglich?

Inwieweit tatsächlich sogar eine Katheterspitze im Gewebe dargestellt werden kann, ist nicht

eindeutig zu beantworten, da hierzu ausreichende Untersuchungszeit und Erfahrung sollte

vorliegen müsste sowie das Material auch echogen sein. Durch leichte Bewegung/leichtes

federndes Ziehen und retrahieren lassen, ohne den Katheter wirksam zurückzuziehen kann ein

Katheter durch die Bewegung des umliegenden Gewebes ggf. identifiziert werden. Diese

Option wird im Bereich von Arterien, bedingt durch deren Pulsation des umliegenden

Gewebes (axilläre Region) eingeschränkt.

8.1.1.1 Injektion von Luft?

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Injektion von einem geringen Volumen von ca. 1-2ml

an Luft (Technik nach P. Schwarzkopf, Leipzig). Da Luft im Gewebe sehr gut nachweisbar

ist, weil sie hyperechogen ist, könnte bei Darstellung der Zielstruktur in der kurzen Achse ggf.

auch die Lage der Katheterspitze „markiert“ werden. Vorher muss eine intravasale Lage

ausgeschlossen worden sein. Bei Kathetern, die längs der Zielstruktur angelegt wurden (z.B.

N. femoralis), kann die Zielstruktur auch in der langen Achse dargestellt werden. Damit

könnte man bei Luftinjektion den vermuteten Verlauf des Katheters und den Luftaustritt an

der Katheterspitze besser erfassen. Im Gegensatz zum Querschnittsbild kann damit mehr

Gewebe der Zielstruktur auf einmal beobachtet werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Injektion von geringen Volumina mit Luft mit der

Farbdoppler-Methode zu kombinieren (wie bei Injektion von MB). Luft verwirbelt sich dann

in dem bereits vorhandenen Depot und führt zu einer deutlichen Signalgebung, so dass die

Verteilung von Luft beobachtet werden kann.

Die Technik ist relativ einfach: Platzieren sie den Schallkopf an die Stelle, wo sie nach

Berücksichtigung des Kathetervorschubs in etwa die Katheterspitze erwarten würden. Dann

aktivieren sie die Colorbox und justieren diese in das vermutete Zielgebiet und injizieren

ruckartig 1ml Luft in den Konus am Katheter. Ein positives Signal wird kurzlebig und

„ruckartig“ flächig sichtbar, falls die Luft im Bereich des Schallkopfs ins Gewebe eindringt.

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