Ultraschall-geführte Gefäßpunktion und Regionalanästhesie: SOCRATES Buch Online Version

SonoABCD

für Kursteilnehmer von SonoABCD-Kursen und Interessierte. Beachten Sie die Online-Supplemente, die auf Yumpu verfügbar sind.

nicht am Rand halten. Du kannst den Schallkopf entlang seiner Längsachse schieben („vor

und zurück). Damit kann man die Zielstruktur horizontal zentrieren. Dies erinnert etwas an

eine Sägebewegung. Mit dem „Depth“-Schalter oder Drehknopf kannst du die Eindringtiefe

bestimmen, und die Zielstruktur vertikal zentrieren. Dabei vergrößert sich bei niedriger

Eindringtiefe zumeist die Zielstruktur. Ist das Bild zu dunkel bzw. hell, kannst du die

empfangene Energie über die „Gain“-Funktion erhöhen bzw. drosseln. Dadurch kann die

Intensität der einzelnen Reflexe reguliert werden.

Zusätzlich befinden sich an vielen Geräten mehrere Schieberegler oder Drehknöpfe, mit deren

Hilfe man die Helligkeit in ausgesuchten Bildabschnitten verändern kann. Das Verfahren wird

„Time Gain Compensation“ genannt. Mit einem weiteren Regler, häufig am Bildschirmrand,

kannst du einen „Focus“ festlegen. Damit betonst du jenen Bereich im Bild, auf den du dein

Augenmerk richten möchtest und bekommst an dieser Stelle ein schärferes Bild.

Ein hilfreicher Tipp um die Bildqualität zu erhöhen, ist die Variation des Anpressdrucks mit

dem Schallkopf. Erhöhst du den Druck auf das Gewebe wird dieses leicht komprimiert.

Dadurch wird die zu passierende Strecke kürzer und du kannst entsprechend eine höhere

Frequenz wählen. Abkopplungsartefakte werden so verhindert und ggf. vorhandene Luft im

Körper (z.B. im Darm), kann auf diese Weise aus der Bildmitte nach außen verdrängt werden.

Da es zeitlich sehr aufwendig wäre, für jeden Patienten und Körperregion die

Grundeinstellungen neu zu definieren, weisen viele Geräte schon für die unterschiedlichen

Körperregionen gewisse Voreinstellungen („Presets“) auf, sodass du vor der Untersuchung

z.B. die „Abdomen-Untersuchung“ auswählen kannst. Der Computer bietet einem dann eine

optimale Einstellung für eine Standard Abdomen-Untersuchung. Manchmal kann es hilfreich

sein, den Patienten umzulagern bzw. Kommandos für das Ein- und Ausatmen zu geben.

Bitte den Patienten die Luft anzuhalten, aber bedenke dabei, dass die meisten Patienten

krank und keine Apnoe-Taucher sind!

Wenn du nun das Bild optimal eingestellt hast, kannst du die Zielstruktur bzw. das Zielorgan

systematisch durchmustern. Um nichts zu übersehen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten

den Schallkopf zu bewegen: Verschieben, drücken, vorwärts-, rückwärts- und seitwärtskippen,

schaukeln sowie drehen. Den Schallkopf längs innerhalb der Ebene kippen =

„schaukeln“ wird auch als „angulieren“ bezeichnet. Drehen wird auch rotieren genannt.

Versuche immer nur eine der Bewegungsarten auf einmal durchzuführen, da sonst jegliche

Systematik verloren geht und du dich im Bild nicht mehr orientieren kannst. Fang am besten

damit an, dich zu entspannen, den Schallkopf senkrecht zur Hautoberfläche zu halten, eine

Zielstruktur auszusuchen und dann schiebst du zuerst, drückst mal, kippst hin- und her,

schaukelst, drehst und beobachtest, was dann so passiert. Du kannst auch einmal unsere

Pocket Card „Erste Schritte Point-of-Care Ultraschall, Sonoskopie“ anschauen

(www.SonoABCD-Verlag.org).

23

Weitere Magazine dieses Users