Ultraschall-geführte Gefäßpunktion und Regionalanästhesie: SOCRATES Buch Online Version

SonoABCD

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2.5.3.2.2 Injektion von Microbubbles

Bei simultaner sonographischer Betrachtung des RA/RV von subcostal kann man nach

Injektion das Anfluten von „Microbubbles“ unmittelbar innerhalb von 1 Sekunde beobachten,

die sonographisch als deutlich sichtbare, echogene Strukturen den rechten Ventrikel plötzlich

vollständig ausfüllen. Solche “Microbubbles“ lassen sich nicht im RV in diesem Zeitraum von

einem peripheren Zugang oder bei arterieller Lage nachweisen.

Es kommt zu einer verzögerten Darstellung und weniger starken Darstellung von

“Microbubbles“ bei intravasaler Fehllage, wenn der Katheter nach kranial umgeschlagen ist.

Alternativ kann das (teurere) Ultraschallkontrastmittel eingesetzt werden. Die sonographische

Lagebeurteilung und die Verfahren der EKG-getriggerten-, druckkurven-assoziierten- und

röntgenologischen Lagenbeurteilung sowie der Blutaspiration und Blutgasanalyse ergänzen

sich hier, jedoch ist die Stärke der Sonographie der schnellere Informationsgewinn, die

geringere Invasivität und der geringere Personalaufwand.

Abbildung 57 Ergebnis Point-of-Care ZVK-Lagekontrolle mittels Microbubble-Injektionstechnik.

Vergleich von zentral liegendem Katheter (oberes M-Mode Sonogramm) und nicht herznah liegendem

Shaldon Katheter in der V. femoralis. Beachte die offensichtliche zeitliche Verzögerung des Signals

(=Auftreten von Microbubbles im RV) beim Shaldon in der V. fem.. Dies zeigt das Potential der Methode

für den Nachweis von Fehllagen auf. Blauer Pfeil links: Zeitpunkt des Beginn der Injektion von 10ml

NaCl, schwarzer Pfeil rechts, erstmaliges Auftreten von Microbubbles.

Alternativ bietet sich auch die TEE zur Lagebeurteilung in Analogie an. Im sog. bikavalen

Blick, also der Anlotung auf Vorhofebene, Drehung der Sonde nach rechts und ohne

Angulation kann der Katheter direkt eingesehen und die funktionelle Lagebeurteilung

angewendet werden. Dabei kann auch ein pathologischer Befund (Katheter-assoziierte

Thrombose) identifiziert werden.

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