Ultraschall-geführte Gefäßpunktion und Regionalanästhesie: SOCRATES Buch Online Version

SonoABCD

für Kursteilnehmer von SonoABCD-Kursen und Interessierte. Beachten Sie die Online-Supplemente, die auf Yumpu verfügbar sind.

Nur wenn ein Ausbildungssystem mit der UGRA Technik für eine Abteilung so aufgebaut ist,

dass erst ab einem höheren Erfahrungsstand auch die Genehmigung zur Ausbildung anderer

angeboten wird, erreicht die Ausbildung und Verbreitung innerhalb der Abteilung genügend

hohe Qualität und Nachhaltigkeit.

Zum Schwierigkeitsgrad 1 gehören die oberflächlichen Strukturen, wie der Femoralis- und

der distale Ischiadicusblock, sowie die interskalenäre und axilläre Plexusblockade,

Cervikalblock, periphere Ulnaris, Medianus und Radialis-, TAP und Saphenusblockade.

Rescueblockaden mit einfachen ID 0,7/0,8 mm Nadeln und Spritze sind auch sehr leicht

umsetzbar. Sie helfen sehr gut bei peripheren Ellenbogen und Unterarmblockaden, u.a. die

fehlende Wirkung zu ergänzen. Das Konzept ist jedoch umfassender.

Zu Schwierigkeitsgrad 2 (intermediär) gehören die infraklaviculäre Plexusblockade oder

differenzielle Blockade peripherer Nerven nach Teilung (z.B. Fibularis- oder

Tibialisblockade) bzw. tiefer gelegene Strukturen. Hierzu gehören die prozessualen

Kenntnisse der Rescue-Verfahren und z.B. von peripheren Blockaden als Supplement in der

Akutschmerztherapie.

Dem Schwierigkeitsgrad 3 ist die supraclaviculäre Plexusblockade und der transgluteale,

anteriore oder subgluteale Zugang des N. ischiadicus, der Psoaskompartment und die UGRA

bei Kindern zuzuordnen. Allerdings ist oftmals die „technische Sicht“ bei Kindern wesentlich

leichter, aber der Kontext vielschichtiger und ggf. wird die UGRA auch in Narkose

vorgenommen.

In der UGRA Leitlinie [16] gibt es weitere Informationen. Das hier vorliegende Lehrbuch

basiert auch auf dem Ausbildungskonzept „Sonographische Kontrolle in der

Regionalanästhesie (SOCRATES)“ (Albert M et al. Minerva Anestesiol 2009) und hat

Bildmaterial daraus mit Genehmigung der Urheber entnommen.

3.2 Sondenwahl für die Ultraschall-geführte Regionalanästhesie

In der Medizin sind Schallwellen im Frequenzbereich von 0,5 – 20 MHz gebräuchlich, wobei

hohe Frequenzen eine hohe Auflösung mit Einbuße in der Eindringtiefe haben (z.B. f > 7MHz

entsprechen Eindringtiefen von weniger als 5cm). Niedrige Frequenzen ermöglichen hohe

Eindringtiefen, aber bieten schlechtere Auflösungen. Für periphere Nervenblockaden wird ein

sog. hochauflösender Ultraschall mit über 7MHz (bis 20MHz) verwendet. Diese Frequenzen

werden vorwiegend von Linearschallsonden erzeugt.

Linearschallsonden senden Ultraschallwellen parallel aus. Folglich ist das Ultraschallbild

rechteckig, vergrößert und limitiert in der Breite durch die Länge des Schallkopfes. Konvexe

Sonden oder Sektorsonden strahlen die Schallwellen radiär aus und haben eine niedrige

Schallfrequenz (ca. 2 – 10 Mhz). Das Ultraschallbild ist ein abgerundetes Trapez oder

abgerundetes Dreieck.

Sie finden vorwiegend Verwendung in der Abdomensonographie (z.B. Leber-, Milz- und

Nierensono oder Echokardiographie), aber auch im Rahmen der UGRA bei tiefer liegenden

Nerven wie dem N. ischiadicus oder für die Durchführung des Psoaskompartment-Blocks [2].

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