Kulturfenster Nr. 05|2018 - Oktober 2018

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Das Thema

Wenn so genannte „Mangelinstrumente“ dauernd mit Aushilfen besetzt werden

müssen, hat man es „womöglich verabsäumt, rechtzeitig die notwendigen

Maßnahmen im Jugendbereich zu setzen“, meint Alois Papst.

– und somit unentgeltlich – integriert werden.

Nahezu jedes Blasorchesterkonzert,

in dem originale Literatur gespielt wird, erfordert

deren Einsatz. So kann es z.B. für

einen Pianisten eine große musikalische,

vor allem aber eine soziale Bereicherung

sein, in einem großen Orchester jährlich zu

seinem fixen Einsatz zu kommen.

Zur Person

Alois Papst, Jahrgang 1984, stammt

aus Ried im Innkreis – Oberösterreich.

Zunächst schlug er einen technischen

Berufsweg ein und absolvierte die Ausbildung

zum Ingenieur. Der Wechsel

zur Musik erfolgte u.a. mit dem Studium

des Faches Blasorchesterdirigieren

bei Prof. Thomas Doss am Konservatorium

Claudio Monteverdi in Bozen,

das er erfolgreich abschloss. Zurzeit ist

Alois Papst als Lehrender am OÖ Landesmusikschulwerk

im Fach „Ensembleleitung

Blasorchester“ (Dirigieren)

tätig. Zudem leitet er das voestalpine

Blasorchester in Linz - www.va-blasorchester.at

(Höchststufe) sowie den

Musikverein Gaspoltshofen – www.mvgaspoltshofen.at

(Oberstufe). Weitere

Engagements als Dirigent: Wind Project

of Schärding, Landesjugendkammerorchester

Linz-Land, Streicherensemble

der Anton Bruckner Privatuniversität

Linz und andere Ensembles.

Eine weitere Möglichkeit, fehlende

Stimmen zu kompensieren, ist eine Abänderung

der Instrumentation. Das Flügelhorn

kann z.B. – als Füllstimme eingesetzt

– sehr gut das Hornregister unterstützen.

Vor allem dann, wenn die Instrumentierung

ohnehin keine eigene Flügelhornstimme

vorsieht. Das Altsaxophon kann

eine gute Alternative zum Englischhorn

(solistische Passagen) sein. Wenn man

es geschickt anstellt, kann man so gute

Ergebnisse im Orchesterklang erzielen.

Aber: Eine Änderung der Instrumentation

ist ein gravierender Eingriff in die

Klangvorstellung des Komponisten. Idealerweise

sollten solche Abänderungen –

falls möglich – mit ihm im Vorfeld abgestimmt

werden.

Ich selbst bin in der glücklichen Lage,

sehr ausgeglichene Orchesterbesetzungen

vorzufinden und versuche grundsätzlich

den Einsatz von Aushilfen zu vermeiden.

Oft gelingt es mir zur Gänze auf Substitute

zu verzichten. Die positive Resonanz

meiner Musiker nach einem solchen Wertungsspiel

wie etwa „Das haben wir alleine

geschafft, so klingt unser Orchester“ bestätigt

mich und spornt die Musiker zusätzlich

an.

Ab und zu lässt es sich aber wirklich

nicht anders handhaben und Aushilfen

kommen zum Einsatz. Ich versuche dies

dann immer bereits im Vorfeld mit den

Orchestermitgliedern zu kommunizieren,

sodass meine Überlegungen nachvollziehbar

sind.

Abschließend erlaube ich mir noch eine

Anmerkung zur Teilnahme an Wertungsspielen

generell. Meine Recherchen haben

gezeigt, dass die Vereinsblasorchester

aus Südtirol im Vergleich viel seltener

an einem Wertungsspiel teilnehmen. Die

Einstellung der betreffenden Kapellmeister

zu einem Wertungsspiel ist zwar

grundsätzlich positiv, vor allem die musikalische

Weiterentwicklung wird hier als

Motivationsgrund genannt. Der Abstand

von den Teilnahmen beläuft sich jedoch

durchschnittlich auf 3 bis 4 Jahre. Eine

flächendeckende, regelmäßige Teilnahme

(jährlich, oder zumindest alle zwei Jahre)

würde aus meiner Sicht zusätzlich die

gute Entwicklung der Südtiroler Blasorchesterszene

fördern.

Die gesamte Diplomarbeit ist im Downloadbereich

von www.blasmusikblog.com

erhältlich.

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