Berliner Kurier 04.03.2019

BerlinerVerlagGmbH

Mehr grüne BusseEr hat

BERLIN 13

... und grünes Licht vom Senat: Der

Fahrdienst Clever Shuttle stockt seine

Berlin-Flotte auf die fünffache Größe auf

Von

PETER NEUMANN

Platz für fünf

Fahrgäste, die Akkus

haben eine Reichweite

200 Kilometern: Bald

setzt CleverShuttle den

elektrischen Nissan

Evalia in Berlin ein.

Berlin – Mit zehn Autos fing

es an, inzwischen sind 30 in

Betrieb. Doch sie reichen

nicht mehr aus, um alle

Fahrtwünsche zu erfüllen.

Nun darf der Fahrdienst

Clever Shuttle seine Berliner

Flotte kräftig aufstocken

–von 30 auf 150 Autos,

auf die fünffache Größe.

„Vor kurzem haben wir den

Bescheid bekommen“, sagt

Bruno Ginnuth, Mitgründer

und Geschäftsführer des Berliner

Unternehmens, das mittlerweile

mehrheitlich der

Deutschen Bahn gehört.

Ein paar Mal mit dem Finger

auf die App tippen, und im

Idealfall fährt bald ein Elektroauto

vor. Seit 2016 gibt es

den Fahrdienst Clever Shuttle

in Berlin. Anders als im Taxi

werden die Sitzplätze einzeln

vergeben. Es kommt also vor,

dass man sich den Wagen mit

anderen Fahrgästen teilt. Dafür

ist der Fahrpreis bis zu 50

Prozent niedriger als im Taxi.

Es ist eine Form der Mobilität,

die immer mehr Freunde

findet. Die Fahrgastzahlen bei

Clever Shuttle steigen kräftig,

zum Teil um 20 Prozent im

Monat. Mittlerweile ist das

Unternehmen in sieben Städten

aktiv und befördert pro

Monat mehr als 140 000 Menschen.

Die Zahl der Beschäftigten

ist auf 800 gewachsen.

Nun steht ein weiterer

Wachstumsschub bevor. Vergangene

Woche gab das Landesamt

für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

dem

Antrag statt, die bis April

2020 geltende Genehmigung

zu erweitern. „Die Fahrer

haben wir bereits eingestellt,“

sagt Ginnuth. Bis September

oder Oktober wächst die Flotte

auf 150 Autos. Bestellt wurden

elektrische Versionen des

Vans Nissan Evalia mit Platz

für fünf Fahrgäste. Mit geladenen

Akkus können sie rund

200 Kilometer zurücklegen.

Das Fahrgebiet umfasst weiterhin

300 Quadratkilometer,

ein Drittel des Stadtgebiets.

Auch der Status der Fahrer

ändere sich nicht: „Sie sind sozialversicherungspflichtig

bei

uns angestellt. Der Grundlohn

beträgt elf Euro pro

Stunde, nachts kommt ein 25-

prozentiger Zuschlag dazu.

Wer gut und energiesparend

fährt, bekommt eine Zulage

von 1,50 Euro pro Stunde.“

Schadet Clever Shuttle dem

Taxigewerbe? Ginnuth sieht

keine Kannibalisierungseffekte,

die meisten Kunden

hätten sich vorher nicht per

Taxi fortbewegt. Doch Richard

Leipold von der Berliner

Taxi-Vereinigung sieht

das anders: „Da Clever Shuttle

die Fahrten deutlich billiger

anbietet als das Taxi, besteht

die ,Kannibalisierungsgefahr’

nicht nur gegenüber dem Taxigewerbe,

auch gegenüber

der BVG.“ Wenn es so weitergehe,

habe das Taxigewerbe

nicht mehr Chancen als ein

„Schneeball in der Hölle“.

Auch in Leipzig ist CleverShuttle vertreten –mit dem Nissan Leaf.

Foto: Imago, CleverShuttle

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