Berliner Kurier 04.03.2019

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BERLINER KURIER, Montag, 4. März2019

len, dann springt die eigene

Versicherung ein“, erklärt die

Expertin. Da so viele Haushalte

keinen Vertrag abgeschlossen

haben, schützt diese Klausel

den Geschädigten davor,

selbst auf den Kosten sitzen zu

bleiben.

Einige Tarife stellen aber die

Bedingung, dass der Schaden

mindestens 2500 Euro beträgt

und der Geschädigte nachweislich

versucht hat, das Geld

vom Verursacher zu bekommen.

NeuesteTarife bieten oft eine

sogenannte Best-Leistungs-

Garantie. „Dadurch bleibt der

Vertrag automatisch auf dem

aktuellen Stand“, erklärt Gotthold.

„Denn die Versicherung

verspricht, immer das zu versichern,

wofür auch ein anderes

Unternehmen leistet.“ Weitet

irgendwann also ein Anbieter

seinen Versicherungsschutz

aus, gilt das für den eigenen

Vertrag automatisch auch. Der

Haken: Der Versicherte selbst

muss im Streitfall seinem Anbieter

nachweisen, dass es woanders

bessere Leistungen

gibt.

Besonders Mieternempfiehlt

die Versicherungsexpertin außerdem,darauf

zu achten, dass

auch der Verlust von Schlüsseln

mitversichert ist.

„Tauscht die Hausverwaltung

I

nfo

Haftpflicht

für Familien

Kindersind bei der Haftpflichtversicherung

im Vertrag ihrer Eltern

mit abgesichert. In der Regel gilt

das auch während der Ausbildung

oder dem Studium, solange es sich

um die ersteBerufsausbildung

handelt. In dieser Zeit brauchen

selbst erwachsene Kinder,die

nicht mehr bei den Elternwohnen,

keineneigenen Vertrag.

Kinderunter sieben Jahren sind

deliktunfähig, das heißt,sie haften

nicht für Schäden, die sie anrichten.

Im Straßenverkehr gilt sogar

die Altersgrenze von zehn Jahren.

Auch die Eltern müssen den Schaden

nicht bezahlen,außer sie

haben ihre Aufsichtspflicht verletzt.Sofern

weder Eltern noch

Kind haften, kommt die Haftpflichtversicherung

entsprechend

auch nicht für die Kosten auf.

Besonders wenn es Freunde oder

die Familie trifft,oder wenn ein

Mensch verletztwurde, fühlen sich

Eltern aber oft verpflichtet, dennoch

für die Kosten geradezustehen.

Für sie empfiehlt sich eine

Haftpflichtversicherung,die auch

bei sogenannter Deliktunfähigkeit

zahlt –sinnvollzum Beispielauch

für Demenzkranke.

eine ganze Schließanlage aus,

kommt das sonst ziemlich teuer.“

Gleiches gilt für Büroschlüssel.

Gute Verträge schließen heute

standardmäßig auch Schäden

ein, die bei einer sogenannten

Gefälligkeit entstehen.

Das sind im Grunde kleine

Freundschaftsdienste wie die

Umzugshilfe bei Freunden

oder Blumengießen im Urlaub.

Wer dabei etwas kaputt macht,

muss den Schaden selbst begleichen.

Außer die Versicherung

zahlt explizit auchfür Gefälligkeitsschäden.

Der Blick

ins Kleingedruckte verrät außerdem,

obder Tarif ebenfalls

Schäden angeliehenen Gegenständen

übernimmt. Dieser

Schutz ist nicht überall dabei.

Drohnenbesitzer brauchen

für ihre ferngesteuerten Fluggeräte

eine Haftpflichtversicherung

–das ist gesetzliche

Pflicht. Es gibt zwar spezielle

Verträge für Drohnenpiloten,

viele normale Haftpflichtversicherungen

reichen aber

auch. Neue Verträge versichern

Drohnen oft mit.

Ersparnis

„Wer noch einen alten Vertrag

hat, sollte diesen mal mit

neueren Versicherungsbedingungen

vergleichen. Vieles,

was jüngere Tarife heute

selbstverständlich mitversichern,

gab es vor einigen Jahren

noch gar nicht“, rät Gotthold.

Zum Beispiel sind Schäden,die

durch Computerviren

entstehen, heute oft Vertragsbestandteil.

Andere Klauseln,

wie jene zu Gefälligkeitsschäden,

waren früher eher die

Ausnahme. Mit einem Wechsel

kommt derVertrag aufden

neuesten Stand. Wer bei seinem

Anbieterbleiben möchte,

kann auch dort einfach nach

neuen Tarifbedingungen fragen.

Zusätzlich zu den besseren

Leistungen, lässt sich durch

einen Vertragswechsel

manchmal obendrein Geld

sparen. Einige Verträge kosten

180 Euro im Jahr. Doch

gute Tarife gibt es sowohl für

Singles als auch für Familien

schon für 50 bis 100 Euro mit

Selbstbeteiligung. Ein Eigenanteil

vonetwa 150 Eurolohnt

sich bei der Haftpflichtversicherung.

Denn damit verhindert

der Anbieter, dass Versicherte

viele kleine Schäden

bei ihm melden. DasVersicherungsunternehmen

spart Verwaltungskosten

und gibt die

Ersparnis zumindest teilweise

in Form niedrigerer Beiträge

an ihre Kunden weiter.

Versicherte, diezuhäufig ihre

Versicherung in Anspruch

nehmen, können mitunter ihren

Vertrag verlieren, weiß

die Expertin. Denn die Unternehmen

können die Police

nach jedem gemeldeten Schaden

kündigen. „Danach kann

der Kunde Schwierigkeiten

haben,eine neue Police zu bekommen.

Denn solche teuren

Kunden sind bei Versicherungen

wenig beliebt.“ Deshalb

fragen die Anbieter beim Vertragsabschluss

immer nach

Vorschäden,außerdemgibt es

eine zentrale Datei der Versicherer,

genannt His, in der

sich darüber Einträge finden

lassen. AnnikaKrempel

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