MNA Newsletter 1-2019

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Unser Newsletter 1-2019 zum Frühlingsanfang ist online. Wir haben wieder interessante Beiträge, Informationen zu einer angebotenen Albanien-Rundreise und weitere Anregungen für Sie bereitgestellt. Schauen Sie herein. Lesen Sie und lassen sich begeistern was mit Ihrer Unterstützung möglich ist.

1 | 2019

NEWSLETTER

Liebe Leser, Unterstützer und Wegbegleiter,

vor 30 Jahren führte der Wunsch

nach Meinungs- und Reisefreiheit

in Europa zu großen Verände -

rungen. Friedliche Demonstrationen

aus dem Volk heraus haben

die politischen Machtblöcke – mit

all ihren Auswirkungen – zum

Zerbrechen gebracht. Dieser

friedlichen Revolution gingen

schon Jahre zuvor ab 1982 die

Friedensgebete in der Leipziger

Nikolaikirche (und auch in vielen

anderen Gebetskreisen) voraus.

Diese Gebete, so glaube ich, waren ein wesentlicher Schlüssel zur

friedlichen Revolution, die in die Wiedervereinigung beider deutscher

Teile mündete. Gebet überwindet Mauern! Der Mauerfall und

die Wiedervereinigung Deutschlands sind daher für mich ein lebendiger

Beleg dafür, dass Gott auch heute noch machtvoll antwortet.

Auch in Albanien begann der Geist der Freiheit neu zu wehen. Vor

30 Jahren war Albanien noch das „Nordkorea Europas“: Es war ein

hermetisch abgeriegeltes Land. Jegliche religiöse Aktivität wurde

im ersten religionsfreien Land unterbunden. Aktive religiöse Ausübung

wurde mit der Todesstrafe belegt. Die Machthaber herrschten

und bestraften hart und erbarmungslos.

Im November 1990 fand der erste freie Gottesdienst nach 23 Jahren

religiöser Unterdrückung statt. Albanien öffnete nach 45 Jahren

erstmals seine Grenzen. Diese Berichte schockierten damals die

freie Welt. Der Wunsch zu helfen war enorm groß. Vor 25 Jahren

machten sich Ärzte und Pflegekräfte aus Deutschland auf, um in

Albanien privat organisierte Nothilfeeinsätze zu leisten.

Dies war der Grundstein für die Arbeit der Medizinischen Nothilfe

Albanien e. V.

Heute, 25 Jahre später, hat sich in Albanien vieles verändert.

Durch die große, anhaltende Hilfsbereitschaft aus dem Ausland –

sowie den spürbaren Willen der Albaner, ihr Land voranzutreiben –

sind schon viele Früchte erkennbar. Trotz aller Anstrengungen ist

Albanien heute noch immer das Armenhaus Europas. Tiefe innere

und äußere Wunden heilen nur langsam und brauchen gute Pflege.

Dankbar blicken wir zurück auf den oft steinigen und mühsamen

Weg.

Manchmal sind wir an unsere Grenzen gestoßen,

Kraft und Vision sind uns fast abhandengekommen.

Doch im Rückblick schauen wir heute dankbar

auf die Früchte unserer MNA-Arbeit.

Der Weg hat sich gelohnt!

Das ist ein Grund zum Feiern! Deshalb werden wir im Sommer

dieses Jubiläum im Reha-Zentrum in Pogradec mit einem ökumenischen

Gottesdienst und einem Festakt „25 Jahre Medizinische Nothilfe

in Albanien“ feiern. Aus diesem Anlass bieten wir eine

MNA-Albanien-Rundreise an. Dies und vieles mehr erfahren Sie in

dieser Newsletter-Ausgabe.

Viel Freude beim Lesen und herzlichen Dank für Ihre vielfältige

Unterstützung über all die Jahre – bleiben Sie beschützt,

Ihr

Peter Braun

1. Vorstandsvorsitzender der MNA


Aus 20.000 Euro werden 40.000 Euro

Verdoppelungswunder – ein Jubiläumsgeschenk

Im Januar 2015 – vor über 4 Jahren – erhielten wir zur Fertigstellung unseres Reha-Zentrums

ein zinsfreies Privatdarlehen in Höhe von 30.000 Euro, denn zuvor mussten wir den Bau einstellen,

da keine weiteren Spenden zur Verfügung standen. Dank dieses Darlehens und vieler

weiterer Spenden konnten wir das MNA-Reha-Zentrum schließlich doch fertigstellen und im

Oktober 2015 feierlich eröffnen. Bis heute sind wir oft an die Grenzen unserer finanziellen Möglichkeiten

gekommen. Bemerkenswert war, dass stets im letzten Augenblick eine Türe aufging,

und auf wundervolle Weise wurden wir aus den jeweiligen Krisen herausgeführt. Für uns ist

das ein Treuebeweis und ein lebendiges Zeugnis, dass wir mit vielen Unterstützern – und vor

allem mit Gottes Begleitung – unterwegs sind.

WIE KANN ICH BEIM VERDOPPELN HELFEN?

Alle Spenden zur Verdopplungsaktion, die bis zum 1. November 2019 auf das MNA-Konto eingehen,

werden verdoppelt. Im besten Fall können Sie dazu beitragen, dass wir bis zu 40.000

Euro Spendeneinnahmen erhalten. Wir von der MNA sind begeistert, dass durch solche Spendengeschenke

unsere gemeinnützige Organisation tatkräftig unterstützt wird. Für uns ist jede

Spende ein Vertrauensbeweis und eine weitere Motivation, den oft mühevollen Weg in Albanien

weiterzugehen. Danke für Ihre Wegbegleitung.

Foto: AdobeStock

Zum 25-jährigen

MNA-Arbeitsjubiläum

verdoppelt ein Unterstützer-Ehepaar

alle eingehenden Spenden

bis 20.000 Euro!

Im Newsletter 3/2019 informieren wir Sie über den Stand der Spendenverdoppelung.

Wir danken Ihnen schon heute, dass Sie beim Verdoppeln mithelfen.


Zusammenarbeit ist uns wichtig

„Runder Tisch“ zu Gast im Reha-Zentrum

Im Sommer 2018 konnten wir Partner gewinnen, die unsere Idee der Vernetzung mit verschiedenen

(im Sozial- und Förderbereich tätigen) Organisationen in Pogradec mittragen. Gemeinsam

mit „Nehemiah Gateway Albania“ luden wir zum „Runden Tisch“ ein. Beim ersten Treffen wurde

zunächst die Idee des „Runden Tisches“ vorgestellt. Es ist unser Wunsch, dass dieser Austausch

keine Eintagsfliege bleibt. Umso mehr haben wir uns gefreut, im Dezember 2018 beim

zweiten „Runden Tisch“ in unserem Reha-Zentrum viele neue interessierte Teilnehmer begrüßen

zu dürfen. Wir stellten unser Pilotprojekt „Frühförderung für Kinder mit Entwicklungsverzögerung

und/oder Behinderung“ vor. Bei regem Gedankenaustausch zeigten sich die mannigfaltigen

Probleme und Bedürfnisse unterschiedlicher Organisationen und Einrichtungen der Sozialarbeit.

Ein Ziel des „Runden Tisches“ ist es, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zur Zusammenarbeit

zu ermutigen. Wir sind überzeugt, dass nur in gutem, engem Miteinander ein Netzwerk

zum Wohle der Bedürftigen entstehen kann. Eine Organisation wird nie alle Aufgaben

abdecken können! Für uns bedeutet dies beispielsweise, dass wir benachteiligte Kinder therapeutisch

so fördern, dass sie künftig trotz ihres Handicaps in eine Folgeeinrichtung, z. B. in den

Kindergarten oder die Schule gehen können.

Der „Runde Tisch“ entwickelt sich weiter. Anfang April 2019 findet eine gemeinsame Aktionswoche

in Pogradec statt. Im Fokus steht die Aufklärungsarbeit. Ein wichtiger Aspekt dabei ist

es, der Gesellschaft und den Betroffenen zu vermitteln, wie wichtig individuelle Förderung und

Unterstützung sind.


Für Ihren Kalender

MNA-Freundestreffen vom 4. bis 6. Oktober

Auch 2019 setzen wir diese Tradition fort! Damit unsere Mitglieder, Unterstützer und Wegbegleiter

aus ganz Deutschland eine möglichst kurze Anfahrt haben, findet unsere Jahrestagung

auch diesmal in der Mitte Deutschlands statt. Wir laden schon heute herzlich ins Evangelische

Allianzhaus nach Bad Blankenburg ein.

Wir werden viel von unserer Arbeit, dem großen Jubiläumsfest und der Albanienreise berichten.

Seien Sie neugierig, es lohnt sich!

Rechtzeitiges Anmelden schont den Geldbeutel und erleichtert uns die Planung.

Ab sofort nimmt die Geschäftsstelle in Görlitz Ihre Anmeldung gerne entgegen.

Teilnahmekosten pro Übernachtung und Person:

Frühbuchervorteil bis 1. Juli 2019: EZ mit Vollpension: 62 € | DZ mit Vollpension: 52 €

ab 2. Juli 2019: EZ mit Vollpension: 85 € | DZ mit Vollpension: 75 €


Schlechte Prognose – wir geben nicht auf

Jeder Mensch hat ein Recht auf medizinische, therapeutische und seelische Hilfe. Körperliche

Erkrankungen führen oft zu tiefen seelischen Nöten, vor allem, wenn keine Aussicht auf

körperliche Heilung besteht. In unserem Fall ist ein 9-jähriges Mädchen mit der Diagnose

„Arnold-Chiari-Malformation“, einer Entwicklungsstörung, die Kleinhirnteile aus dem Schädelinneren

in den Wirbelkanal verdrängt, in großer Not.

Nach einer langen Odyssee, die zu unterschiedlichen Ärzten in Albanien und auch des

angrenzenden Auslands führte, sind die Eltern mit der kleinen Rezarta in unser Zentrum gekommen.

Erst mit Unterstützung durch unseren medizinischen Beirat in Deutschland konnte

die Diagnose gestellt werden.

In Deutschland würde man bei einer solchen Diagnose operieren. Diese Operation kann jedoch

von den Eltern nicht finanziert werden. In Albanien gibt es leider kein Krankenkassensystem,

wie wir es von Deutschland her kennen, das die Kosten übernimmt. Für unsere

albanischen Mitarbeiter im Reha-Zentrum, auch für uns MNAler in Deutschland und vor allem

für die betroffenen Eltern, ist diese unheilvolle Situation sehr schwer auszuhalten.

Was bleibt zu tun? Wir werden das kleine Mädchen und seine Eltern natürlich begleiten,

egal wie der Weg weitergeht. Auf der einen Seite versuchen wir durch unterschiedliche therapeutische

Maßnahmen eine schnelle Zunahme körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen

zu verhindern. Auf der anderen Seite schenken wir Trost und Hoffnung durch Zuwendung,

Liebe und Anteilnahme.

Krankheitssituationen wie diese stellen eine extreme Belastung dar. Hier wollen wir für unsere

Patienten zu treuen Wegbegleitern werden. Wie viele Fragen, Sorgen und Zweifel erwachen

in solch schweren Lebensphasen, gerade auch in Bezug auf das Warum und Weshalb, beim

eigenen Kind. Viele Fragen können wir nicht beantworten, auch nicht als Christen! Anteilnahme

und Zuhören sind hier wichtige Faktoren. Wir teilen die Tränen der Trauer, die Freude

kleiner Lichtblicke und schöner Lebensmomente. Wir können hören, zuhören und das laute

sowie das unausgesprochene Wort aufnehmen. Wir können gerade dann hoffen und beten,

wenn die Betroffenen ohne Hoffnung leer und ausgebrannt sind.

Möglicherweise befanden auch Sie sich einmal in einer Lebensphase, in der der sichere

Boden unter Ihren Füßen wich. Wie wichtig und wegweisend sind dann Hilfe und Zuwendung!

Denn durch einfühlsame Wegbegleiter können Schritte der inneren Heilung beginnen.

Das Leben wird wieder wertvoll, wenn Gottes Licht in das verwundete Herz hineinleuchten

kann und Veränderung bewirkt. Neben körperlicher Heilung ist uns und unseren albanischen

Mitarbeiter im MNA-Reha-Zentrum auch das seelische Heilwerden wichtig, kurz: Der ganze

Mensch wird gesehen.

Danke, dass Sie durch Ihre Unterstützung helfen, so dass wir unseren Patienten

mit Fachwissen, Zeit und Liebe begegnen können.


Jubiläum und Reiseangebot – wir haben noch wenige Plätze frei

Zwei Jubiläen – reisen und feiern Sie mit uns!

Dankbar blicken wir zurück und feiern am 22. Juni 2019 in Pogradec ein großes Jubiläumsfest.

25 Jahre „Medizinische Nothilfe“ in Albanien und 10-jähriges Bestehen unserer albanischen

Partnerorganisation „Qendra Drita e Shpresës“ sind Grund zum Feiern!

Damit viele Freunde und Unterstützer unserer Arbeit persönlich im Reha-Zentrum mitfeiern können,

verbinden wir den Festakt mit einer Albanien-Rundreise. Auf unserer Reise zeigen wir Ihnen

die vielen verschiedenen Gesichter des Landes. Albanien wird gern mit grandiosen Landschaften,

kultureller Vielfalt, gastfreundlichen Menschen und guter Balkanküche vorgestellt. Was

„normale“ Touristen nicht sehen, ist das alltägliche Leben. Wir zeigen Ihnen beide Seiten. In

unserer deutschsprachig geführten Reise stellen wir Ihnen Albanien mit all seinen unterschiedlichen

Facetten vor. Neben den touristischen Highlights besuchen wir auch entlegene Dörfer.

Werfen Sie selbst einen Blick auf das „normale und alltägliche“ Leben und knüpfen dabei persönliche

Kontakte zu Albanern. Ein besonderer Höhepunkt dieser Reise ist der große Jubiläums-Festakt

in Pogradec, hier werden Sie unsere Albanienarbeit vor Ort kennenlernen.

Versprochen – von dieser Reise nehmen Sie viele wertvolle Eindrücke mit.

Die Reisekosten mit Flug, Übernachtungen (HP), Transfers und großem Jubiläumsfest in

Pogradec betragen 1.500 Euro. Bei Anmeldung nach dem 31.3. können die Reisekosten (je

nach Flugpreis) eventuell steigen. Haben wir Ihren Reisewunsch geweckt? Die Teilnehmerzahl

ist begrenzt – bei Interesse melden Sie sich bitte schnell an. Weitere detaillierte Informationen

zur 10-tägigen Albanienreise vom 20. – 29. Juni 2019 erhalten Sie in der MNA-Geschäftsstelle.


Das Interview

Melissa Schenk (Jahrgang 1994) lebt in Geislingen bei Balingen

(Baden-Württemberg) und ist katholisch. Sie arbeitet im Büro einer

CDU-Landtagsabgeordneten in Stuttgart. Dort ist sie u. a. für die

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Berufsbegleitend

absolvierte sie ein Fernstudium zur akademischen PR-Beraterin in

Heidelberg. In ihrer Freizeit singt sie im Balinger Gospelchor „Voices,

Hearts & Souls“. Ein weiteres Hobby ist Yoga

MNA: Sie haben im vergangenen Jahr Ihre akademische PR-Facharbeit

zum Thema „Augen auf für Albanien!“ geschrieben. Welche

inhaltlichen und persönlichen Gründe haben Sie bewogen, die

MNA zum Thema Ihrer Abschlussarbeit zu machen?

Melissa Schenk: Das Thema durfte ich frei wählen. Da war für mich

schnell klar, dass ich diese Arbeit über eine gemeinnützige Organisation

schreiben möchte. Ich habe mich für die „Medizinische Nothilfe

Albanien e. V.“ entschieden, da mich das Konzept persönlich angesprochen

hat. Die Fotos auf der Internetseite haben mich betroffen gemacht.

Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, wie arm die

Menschen in Albanien sind. Auf der anderen Seite habe ich auch gesehen,

dass die MNA sehr viel Potenzial hat und wie groß das Engagement

ihrer Unterstützer ist. Wichtig war mir natürlich auch, dass

mein Konzept der MNA hilft und die Hilfsorganisation mit mir zusammenarbeiten

möchte.

„PR-Arbeit“ (englisch: Public-Relations) wird in Deutschland mit

„Öffentlichkeitsarbeit“ übersetzt. Im Kern ist diese Übersetzung

unvollständig. Können Sie uns erläutern, was PR-Arbeit bedeutet

und mit unserer MNA-Arbeit zu tun hat? Ist eigentlich PR-Arbeit

für die MNA wichtig?

Wortwörtlich übersetzt bedeutet „Public Relations“ öffentliche Beziehungen.

Das trifft es ziemlich gut. In der Öffentlichkeitsarbeit geht es

darum, Beziehungen mit relevanten Ziel- und Bezugsgruppen, z. B.

Spendern, aufzubauen und zu pflegen. Für die MNA ist es wichtig,

ihre Zielgruppen, d. h. Spender, Unterstützer und Wegbegleiter, regelmäßig

zu informieren. Das schafft Transparenz und Vertrauen. Im

Idealfall steigert sie dadurch ihren Bekanntheitsgrad, bekommt mehr

Mitglieder und erzielt dadurch höhere Einnahmen. PR ist also ein wichtiger

Faktor, dass die MNA ihre Arbeit langfristig fortführen kann, um

auch in Zukunft wirkungsvoll in Albanien helfen zu können.

In Ihrer Arbeit lag ein Fokus im Bereich „ehrenamtliches Engagement

und Mitarbeit“. Für eine Hilfsorganisation, die fast ausschließlich

aus Spendeneinnahmen schöpft, ist das eine

wesentliche Frage. Gehaltskosten sind ein sehr großer Finanzfaktor,

den die MNA minimal halten will. Was haben Sie für Gründe

gefunden, weshalb Menschen motiviert sind, ohne Bezahlung bei

der MNA mitzuarbeiten?

In erster Linie möchten die ehrenamtlichen Helfer die zentralen Ziele

der MNA unterstützen und die medizinische Versorgung in Albanien

verbessern. Insbesondere sind es auch christliche Motive, anderen

Menschen in ihrer Not zu helfen. Auch steht mit im Vordergrund, etwas

vom eigenen Überfluss mit Menschen in Not zu teilen. Ein weiterer wesentlicher

Faktor ist die nachhaltige Ausrichtung der MNA, dass sie in

Albanien Fachkräfte ausbildet und auch Kranken und Behinderten

neue Lebensperspektiven schenkt.

Besteht nicht die Gefahr, dass durch zu viel ehrenamtliche Aufgabenverteilung

die fachliche Qualität einer Organisation leidet? Wie

kann aus Ihrer Sicht die MNA in

Zukunft ihre Qualität weiter entwickeln

und gleichzeitig viel

Raum für das Ehrenamt bieten?

Die Arbeit der MNA besteht aus

meiner Sicht aus zwei wesentlichen

Säulen: den ehrenamtlichen

Mitgliedern einerseits und den

medizinischen Experten andererseits.

Dabei muss sich beides ja

nicht ausschließen. Wichtig wird

sein, dass die MNA weiteres medizinisches

Fachpersonal gewinnt,

um die fachliche Qualität zu

sichern. Genauso bedeutend ist das ehrenamtliche Engagement.

Damit alle weiterhin effektiv zusammenarbeiten, sind eine gute Koordination

und Organisation wichtig. Eine transparente Kommunikation

spielt dabei sicherlich eine zentrale Rolle. So weiß jeder, was wo zu

tun ist. Das macht es einfacher, sich gezielt einzubringen.

Viele Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen wollen, bremsen

sich schon im Vorfeld selbst aus. Sie sagen zu sich: „Was kann ich

einbringen?“, „Ich bin doch kein Spezialist“, „Andere können das

bestimmt besser als ich!“ Welche Tipps können Sie Menschen

geben, die mitmachen wollen, aber an ihren Begabungen zweifeln

oder denen der Mut zum ersten Schritt fehlt?

Jeder Mensch hat eine besondere Begabung, davon bin ich überzeugt.

Es hilft sicherlich, mit Mitgliedern ins Gespräch zu kommen. So können

erste Ängste und Hemmungen abgebaut werden. Außerdem wird dadurch

klar, wo Unterstützung benötigt wird und welche Aufgaben auf

einen zukommen. Gerade im Ehrenamt ist das Wichtigste, dass man

Freude an seinem Tun hat und Sinn in seinem Einsatz sieht. Ein Tipp

für alle, die mithelfen wollen: Melden Sie sich und sagen Sie, dass Sie

mitmachen wollen. Denn erst, wenn Sie dies mitteilen, kann mit Ihnen

gemeinsam überlegt werden, wo Ihr Platz sein kann und wo gerade

Sie gebraucht werden!

Sie waren im Frühjahr 2018 in Albanien und lernten dort persönlich

die MNA-Arbeit kennen. Welche Eindrücke und Erlebnisse sind

Ihnen heute, nach etwa einem Jahr, noch besonders in Erinnerung?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Herzlichkeit der Menschen

und die große Freude der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei

ihrer jeweiligen Tätigkeit. Im Reha-Zentrum ist mir bewusst geworden,

wie viel die MNA geleistet hat – unter sicherlich nicht immer einfachen

Bedingungen. Eine kostbare Erinnerung habe ich an meinen Besuch

im Kreativ-Atelier des Reha-Zentrums. Dort hat mir eine junge Frau

einen roten Schlüsselanhänger in Herzform geschenkt und handschriftlich

darauf vermerkt: „Glaube an Gott, er liebt Dich!“ An diesen Satz

denke ich noch sehr oft.

Danke für das offene und hilfreiche Interview.

Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und Gottes reichen

Segen.

Das Interview führte Peter Braun,

1. Vorstandsvorsitzender MNA e. V.

Medizinische Nothilfe Albanien e. V. | Geschaeftsstelle@mna-ev.de | www.mna-ev.de

Kamenzer Straße 10 | 02826 Görlitz | Telefon: 0 35 81-73 85 50

1. Vorstandsvorsitzender Peter Braun | Öffentlichkeitsarbeit Ilona Sander

Bankverbindung/Spendenkonto:

Evangelische Bank EG | IBAN: DE16 5206 0410 0006 4237 36 | BIC: GENODEF1EK1

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