[ke:onda] Wir kaufen euch nicht alles ab!

Naturfreundejugend
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Als junge Naturfreund*innen aus dem Senegal und aus Deutschland waren wir gemeinsam je zwei Wochen in beiden Ländern unterwegs. Auf den Reisen ist diese Zeitschrift entstanden.

Die Jugendzeitschrift

der Naturfreundejugend

Deutschlands

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[Ke:onda] 01 / 2018

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WIR kaufen

euch nicht

alles ab!


Seite 2

Juni 2018

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leser*innen,

Medien, Politik und Gesellschaft sind

im Konsumwahn. Immer wieder heißt es

kaufen macht glücklich“, „die Wirtschaft

muss wachsen“ oder „ich will das neueste

Smartphone“. Bei unserem deutsch-senegalesischen

Austausch ist uns immer wieder

klar geworden, dass Konsum nicht alles ist.

Im Gegenteil: Die vorherrschenden Konsumgewohnheiten

führen zur Ausnutzung

von Mensch und Natur (S. 4 bis 7), zu offenen

und versteckten Müllbergen (S. 8 bis

10) sowie zu einer ständiger Konkurrenz

(S. 11).

Als junge Naturfreund*innen aus dem Senegal

und aus Deutschland waren wir gemeinsam

je zwei Wochen in beiden Ländern

unterwegs. Unsere Begegnung wurde dabei

im Rahmen der Deutsch-Afrikanischen

Jugendinitiative durch das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung gefördert. Unterwegs haben

wir eines der Ziele der Vereinten Nationen

besonders in den Blick genommen:

„Nachhaltiger Konsum“. Nicht nur als Theorie,

sondern durch Besuche spannender

Orte und beeindruckender Menschen. Aus

den vielen Gesprächen zwischendurch sowie

aus Gedanken und Erfahrungen, die wir

mitgenommen haben, ist diese Zeitschrift

entstanden.

[ke:onda] steht ja für das spanische „¿Qué

onda?“ und heißt „Was geht?“. Im Senegal

sagt man dazu „Naka Waar“, das ist Wolof,

eine der größten Sprachen in Westafrika.

Auf den nächsten Seiten seht ihr in Texten

und Bildern an welche spannenden Orte

uns unsere Reise geführt hat. Es wird sicher

nicht die letzte gewesen sein…

Berg frei, Kellé und bis zum nächsten Mal!

Eure [ke:onda] - Redaktion

Nachhaltiger Konsum

Später wird es zu spät sein 04

Tach ALWO und Kellé Gabriele 05

Der verantwortungsvolle Konsument 06

Was hat das mit mir zu tun 06

Die Deponie Mbeubeuss 08

Eine Impression mit Nachklang 09

Der versteckte Müll 10

Kapitalismus vs. Nachhaltigkeit 11

Unsere Begegnung

2 Flüge, 2 Wochen 12

Herausforderungen und Beziehungen 13

Unterschiede und Besonderheiten 14

Landschaften atemberaubender Schönheit 15

Der politische Aspekt der Naturfreunde-Bewegung 16

Zwei Jahre für eine Idee 16

Engagement für eine nachhaltige Welt 17

Feuilleton

German-Wolof-Dictionary 18

Flying in the wind 19

Das Gendersternchen * - Wir sind überzeugt, dass Frauen und Männer das Recht auf Gleichberechtigung haben.

Aber es gibt weit mehr als nur „männlich“ und „weiblich“. Wir sind der Meinung, dass alle Menschen

ihr Geschlecht selbst bestimmen dürfen. Um dies auszudrücken und ALLE einzubeziehen, nutzen wir das

sogenannte Gendersternchen *.

Impressum

[ke:onda] – Die Jugendzeitschrift der

Naturfreundejugend Deutschlands

KidsPower – Die Kinderzeitschrift der Naturfreundejugend

Deutschlands

Herausgegeben durch das Kinder- und Jugendwerk

der Naturfreunde, Verein zur Förderung der Naturfreundejugend

Deutschlands e.V.,

Adresse siehe unten

Redaktionsanschrift und Verlag:

Naturfreundejugend Deutschlands ||

Warschauer Straße 59a || 10243 Berlin ||

Telefon 030-297732-70 || Telefax 030-297732-80

keonda@naturfreundejugend.de || www.keonda.de

Mitglieder der Naturfreundejugend Deutschlands

erhalten KidsPower/[ke:onda] kostenlos.

KidsPower/[ke:onda] kann auch als Abo für 5 € pro

Jahr inkl. Versandkosten bestellt werden.

Redaktion [ke:onda]: Fatou Diouf, Ndeye Khady

Diame, Penda Mbow, Aïssatou Ndiaye, Youssoupha

Traore, Mamadou Sylla, Makha Traore, Mouhamed

Abdoullahi LY, Mamadou Diop, Assane Diop, Sandra

Lindenmann, Frauke Gehrau, Marc Sebastian Eils,

Tilo Podstatny-Scharf, Alice Reitz, Jannis Pfendtner,

Janinka Lutze, Dennis Meier, Tanja Kelm, Kristian

Schaffner, Fenja Wegner, Miriam Wolters, Steffen

Filz, Lina Mombauer, Tobias Thiele, Dennis Melsa

(V.i.S.d.P)

Redaktion KidsPower: Sine Schnitzer, Michèle Guyot,

Dennis Melsa (V.i.S.d.P.)

Fotos [ke:onda]:

Naturfreundejugend Deutschlands (S. 1, 4, 5, 7, 19,

20, 21), Janinka Lutze (S. 1, 5, 6, 9, 12, 14, 15), Marc

Sebastian Eils (S. 1, 13,14), Jannis Pfendtner (S. 1),

Steffen Wiegard (S. 8, 9), pixabay.com (S. 10, 11),

Assane Diop (S. 13), Mamadou Diop (S. 15), Uwe

Hiksch/NaturFreunde Deutschlands (S. 17), Natur-

Freunde Eberswalde (S. 17)

Fotos KidsPower:

www.pixabay.com (S. 1, 3, 5, 10, UWD-Brief),

Flickr Creative Commons (S. 5), Naturfreundejugend

Deutschlands (S. 2, 3, 4, 7, 11), Naturfreundejugend

Niedersachsen (S. 6, 7), Naturfreundejugend Württemberg

(S. 7), Geschichte KidsPower (S. 8, 9): Jasper

Nicolaisen

Illustrationen und Gestaltung: Sabrina Gröschke ||

Formgefüge || www.formgefuege.de

Druck: Druckerei Lokay e.K.

Klimaneutral gedruckt auf 100 % Altpapier,

ausgezeichnet mit dem Blauen Engel und dem EU

Eco-Label.

© Naturfreundejugend Deutschlands 2018

KidsPower/[ke:onda] wird gefördert vom


Handel zwischen Senegal

und Deutschland:

Exporte nach Deutschland 7,9 Mio. €

Importe in den Senegal 128,9 Mio. €

Stromverbrauch pro Person:

Deutschland 7.035,49 kWh Senegal 223,5 kWh

Senegal exportiert

7,9 Mio. €

Senegal importiert

128,9 Mio. €

Kohlendioxid-Emissionen

pro Person in Tonnen:

Deutschland 8,89 Senegal 0,61

Im Senegal gibt es ein Gesetz

zur Geschlechtergerechtigkeit

im Parlament.

Aktuell sind 69 der 165 Abgeordneten im Senegal Frauen,

was fast 41,8 % entspricht. In Deutschland sind es nur 30,9 %.

30,9 %

41,8 %

Der ökologische Fußabdruck

... zeigt an, wie viel produktive Land- und Wasserflächen für die Aufrechterhaltung eines Lebensstils benötigt werden. Darunter fallen

die Produktion der konsumierten Ressourcen sowie die Fläche, die nötig ist um die entstehenden Abfälle und Emissionen aufzunehmen.

In Deutschland betrug er 2012 pro Kopf 5,3 gha (globale Hektar), im Senegal 1,2 gha. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 2,8 gha.

5,3 gha

1,2 gha

Mobilfunkverträge

je 100 Personen:

Deutschland: 114,5 Senegal 98,7

Öffentliche Gesamtausgaben für

Bildung in % des BIP:

Deutschland 5,0 Senegal 7,4

Die Daten stammen von den Seiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Statistischen Bundesamtes, des Auswärtigen Amtes und der Bundeszentrale für politische Bildung.


Seite 4

“Nachhaltiger Konsum”

Juni 2018

Später wird es zu spät sein

In einer Welt, die sich in ihrem eigenen

Tempo verändert, steht die Menschheit

vor immer größeren Herausforderungen.

Es geht darum, Milliarden von

Menschen einen sicheren Zugang zu

Ressourcen zu ermöglichen und ihre

Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Industrialisierung vieler Länder schreitet

fort, die Weltbevölkerung nimmt zu

und Flora und Fauna sind immer stärker

bedroht. Unsere Lebensgrundlagen

schrumpfen. Obwohl vermeintlich große

Fortschritte in der Wissenschaft gemacht

werden, reichen diese nicht aus, und die

Ressourcen auf unserem Planeten erschöpfen

sich.

Wir werden unsere Lebensstile,

unser Verhalten und unsere Art

zu denken und zu handeln radikal

ändern müssen.

Da sich junge Naturfreund*innen der

Dringlichkeit bewusst sind, haben sie sich

aufgemacht, für eine nachhaltigere Welt zu

kämpfen. In der Symbiose von Managergeist

und unendlicher Hingabe könnte eine

bessere Welt entstehen. Dieser Wille, etwas

zu verändern, war der Grundstein für unser

Treffen. Als junge Naturfreund*innen aus

Deutschland und dem Senegal sind wir in

Deutschland und im Senegal für je zwei

Wochen zusammen gekommen, um uns

auszutauschen und gemeinsam aktiv zu

werden.

Im Fokus stand dabei das Ziel 12 der Sustainable

Development Goals: der nachhaltige

Konsum. Aus unseren Eindrücken und

Gesprächen ist dieses gemeinsame Heft

entstanden. Viel Spaß beim Lesen.

Revolution ist ein Kampf, der im Denken

beginnt, bevor er durch Taten unterstützt

wird.

Was sind die Sustainable Development

Goals?

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

(Sustainable Development Goals,

SDGs) sollen die Welt zu einem besseren

Ort machen. Darauf haben sich die Mitgliedsstaaten

der Vereinten Nationen geeinigt

und ein Programm bis 2030 entwickelt.

In allen Ländern sollen die Bildungsangebote

verbessert, Ungleichheiten abgebaut

und Geschlechtergerechtigkeit erreicht

werden. Eine zentrale Rolle spielen auch

die Beseitigung von Hunger und Armut

sowie der Schutz von Klima, Wasser- und

Landökosystemen.

von Mouhamed Abdoullahi Ly

Unsere Lebensbedingungen und die künftiger

Generationen sind durch unser eigenes

Handeln bedroht. Die Probleme,

vor denen wir

stehen, sind offensichtlich.

Deshalb stellt sich

die Frage, wie eine Welt

von morgen aussehen

wird. Können wir akzeptieren,

Gefangene eines

solchen Lebensstils zu

sein?

Wir werden unsere Lebensstile,

unser Verhalten

und unsere Art zu

denken und zu handeln

radikal ändern müssen.

Nachhaltige Produktion

und nachhaltiger Konsum

dürfen nicht nur leere

Worte bleiben. Wir müssen

übergehen zum Handeln.


Seite 5

“Nachhaltiger Konsum”

Juni 2018

Tach ALWO und Kellé Gabriele!

Regionales Handwerk verschwindet

mehr und mehr aus unserem Alltag. In

Deutschland und im Senegal haben wir

uns dennoch kleine Betriebe angeschaut.

Sind sie relevant für einen nachhaltigen

Konsum? Oder steht nur die Bewahrung

eines alten Handwerks im Fokus?

„ALWO“ in Hannover ist ein regionales

Familienunternehmen. Hier entwirft Udo

Wolters Schuhe und stellt mit nur wenigen

Maschinen „Miniserien“, also Serien mit

kleinen Stückzahlen, her.

Wir sind uns einig, dass regionale

Unternehmen wichtig sind für

nachhaltigen Konsum - egal ob

im Senegal oder in Deutschland.

Seit der Gründung vor 90 Jahren will das

Unternehmen Schuhe herstellen, die lange

haltbar sind und sich gut tragen lassen. Für

eine möglichst umweltschonende Produktion

nutzt der Betrieb mehrfach verwertbare,

faltbare Schuhkartons, arbeitet nur

mit Zulieferern aus Deutschland und nahen

EU-Ländern und verzichtet auf lösemittelhaltige

Produkte. www.alwo-schuh.de

Der Weber Gabriele in Dakar gehört zu

den Webern der Mandigos. Die Mandigos

sind ein ehemaliges Wandervolk aus Guinea-Bissau,

die es wegen ihrer Herkunft oft

schwer haben, im Senegal eine Arbeit zu

finden. In der Weberei können sie jedoch

ihren traditionellen Beruf ausüben und beeinflussen

damit auch den Kleidungsstil der

Menschen im Senegal. Abgesehen von den

phantasievollen, künstlerischen Mustern

sind die Stoffe vor allem wegen ihrer Haltbarkeit

bei den Kund*innen beliebt.

Zurück zu unserer Frage vom Anfang. Wir

sind uns einig, dass regionale Unternehmen

wichtig sind für nachhaltigen Konsum

- egal ob im Senegal oder in Deutschland.

Denn sie stellen einen wichtigen Gegenpol

zur globalen Massenproduktion dar, deren

Arbeitsbedingungen schrecklich sind und

die mit ihren schnell vergänglichen Moden

und kurzlebigen Produkten viel Müll

produzieren.

von Miriam Wolters

Beeindruckend schnell saust das „Schiffchen“

des Webers im Webstuhl durch die

gespannten Baumwollfäden. Zur Hand

geht ihm ein Helfer mit einem Trennholz,

der darauf achtet, dass die Fäden sich nicht

verknoten und das wunderschöne Muster

eingehalten wird. Doch so einfach wie es

aussieht, ist es leider nicht. Als sich Einige

von uns an der Webarbeit probierten,

mussten sie feststellen, dass die scheinbar

leichte Arbeit ziemlich viel Kraft und

Konzentration benötigt.


Seite 6

“Nachhaltiger Konsum”

Juni 2018

Der verantwortungsvolle

Konsument

Seit Jahrzehnten sind wir uns der Auswirkungen

unseres Konsums sowohl

auf den Planeten, als auch auf die

Wirtschaft, die Gesellschaft und unsere

Gesundheit zunehmend bewusst. Dennoch

gehören Produktion und Konsum

von Gütern und Dienstleistungen weiterhin

zu den Hauptursachen für Umweltzerstörung

und Klimawandel.

Wir erschöpfen auf der einen Seite unsere

natürlichen Ressourcen und häufen auf der

anderen Seite massiv Abfälle und Abgase

an. Was wir brauchen sind Veränderungen,

ohne unsere Lebensqualität zu beeinträchtigen.

Wir müssen nachhaltiger

konsumieren.

Nachhaltiger Konsum bedeutet, sozial und

ökologisch Waren und Dienstleistungen zu

nutzen sowie Alternativen auszuprobieren.

Persönliche und kollektive Bedürfnisse

werden erfüllt. Der Konsum ist sowohl

umweltfreundlich, wirtschaftlich (vor allem

lokal), gut für die Gesundheit als auch

positiv für die Gesellschaft. Er basiert auf

den drei Dimensionen besser Einkaufen

(z.B. weniger und umweltfreundliche Produkte),

besser Verbrauchen (z.B. weniger

Abfall, Sparsamkeit) und besser Entsorgen

(z.B. Recycling, Wiederverwendung).

Ein Beispiel: Wenn es um Lebensmittel

geht, wird ein “verantwortungsbewusster

Konsument” versuchen, Lebensmittelabfälle

so weit wie möglich zu vermeiden,

ökologische Produkte zu wählen und solche,

die nur kurze Transportwege haben.

von Fatou Diouf und Ndeye Khady Diame

Was hat das mit mir

zu tun?

Wir konsumieren - also sind wir. Ganz

oft geht es uns nur ums „Haben wollen!“

- denn Besitz allein macht glücklich?!

Oder etwa doch nicht?

Wir haben verschiedene Initiativen in

Deutschland und im Senegal besucht, die

sich für nachhaltigen Konsum einsetzen.

Diese kleinen Schritte für den Alltag haben

wir dabei entdeckt, die einen großen

Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung

leisten können und dir vielleicht sogar

helfen, ein kleines Stück glücklicher und

selbstzufriedener zu werden.

1. Schau, was du isst

Woher kommen deine Lebensmittel? Ist

dein Fleisch aus Massentierhaltung oder

dein Kaffee aus unökologischen Plantagen

aus Übersee? Einfach manchmal etwas

weniger oder andere Produkte konsumieren,

dann kannst du die auch umso mehr

genießen.

Umsonstladen Systemfehler in Berlin

2. Teilen ist mehr

Du benutzt etwas nicht mehr? Du brauchst

etwas? Dann kaufe es nicht neu, sondern

gebraucht oder frage Freunde. Social Media

Gruppen helfen beim Suchen und Verschenken.

Eine „Give Box“ ist ebenfalls

eine gute Idee.


Klein-Fischerei in Dakar

3. Regional statt global

Den Händler um die Ecke zu unterstützen

und dabei noch ein nettes Gespräch führen,

ist für dich und deine Region besser, als die

großen Supermärkte und Global Player auf

deiner Einkaufsliste zu haben.

Gemeinschaftsgarten in Hannover

Original-Unverpackt-Laden in Berlin

4.Vermeide Müll

Nimm Stoffbeutel oder eigene Behälter

zum Einkauf mit, dann musst du zuhause

auch weniger oft zum Mülleimer rennen

und die Natur bleibt sauber.

5. Dinge kreativ nutzen

Plastiktüten, Flaschen oder Gläser können

mehrmals genutzt werden oder eine neue

Verwendung finden. Benutzte kleine Gläser

werden zu Gewürzbehältern und (Konserven-)Dosen

zu Blumentöpfen. Durch

Upcycling entstehen Portemonnaies oder

Kunstwerke.

Upcycling in Dakar

Ökologischer Gemüseanbau

bei Dakar und Louga

6. Konsumiere bewusst

Klar darfst du dir schöne Dinge kaufen,

aber frag dich doch einfach jedes Mal:

brauch ich das wirklich? Oder kauf dir

eher Dinge, die langlebiger sind, damit du

länger Freude an ihnen hast.

Schuhladen in Hannover

Naturfreundehaus Brombacher Hütte

in der Natur

7. Energie sparen

Beim (Wasser-)Kochen den Deckel auf

dem Topf lassen, Wasser nicht laufen lassen

und das Licht ausschalten, wenn es nicht

gebraucht wird. Du benutzt deinen Computer

oder das Handy nicht? Dann raus mit

dem Stecker.

von Miriam Wolters


Seite 8

„Nachhaltiger Konsum“

Juni 2018

Die Deponie Mbeubeuss

Am Rande von Dakar liegt die Mülldeponie

Mbeubeuss. Sammelfahrzeuge

fahren im Durchschnitt pro Tag zweimal

zwischen den Sammelgebieten und der

Deponie hin und her. Das entspricht etwa

334 Lieferungen von je 14 Tonnen Abfall

pro Fahrzeug, also insgesamt 4676 Tonnen

Abfall pro Tag.

Die Abfallwirtschaft von Dakar ist breit

gefächert und involviert viele Akteure:

Staat, Kommunen, private Anbieter und

nachgelagerte Personen, die den Müll sammeln

und weiter verwerten. Industrieanlagen

und Krankenhäuser verfügen zudem über

eigene Transportmittel zur Deponie. All dies

geschieht unter der Kontrolle von vom Staat

beauftragter Personen. Sie messen die Abfallmengen,

die über eine Brückenwaage am

Eingang der Deponie eintreffen.

Industrieanlagen und Krankenhäuser

verfügen zudem über eigene

Transportmittel zur Deponie.

Mbeubeuss erhält ausschließlich feste Abfälle,

meist von Haushalten in der Hauptstadt,

Industrieanlagen, Krankenhäusern,

Märkten und anderen Dienstleistungen. Sie

können wie folgt kategorisiert werden:

Kunststoffabfälle: Taschen, Flaschen,

Stühle, Kabel, Schuhe, Reifen....

Metallabfälle: Eisen, Aluminium,

Kupfer, Blei, Bronze, mechanische Teile

Elektronikschrott: Radios, Fernseher,

Telefone, Computer....

organische Abfälle: Reis, Fisch,

Speisereste....

Doch hier ist der Weg nicht zu Ende. Denn

auf der Deponie arbeiten und leben viele

Menschen, die die Abfälle weiter verwerten.

Das System der Rückgewinnung

besteht dabei aus folgenden Schritten:

1. Sortierung:

Bei der Sammlung werden Abfälle nicht

sortiert. Dies erfolgt nun manuell mit einem

Metallhaken. Die Trennung erfolgt nach den

Kategorien Kunststoffe, Metalle und organische

Materialien.

2. Recycling:

Kunststoffmaterialien (z.B. Schuhe, Eimer,

wasserdichte Leinwand) werden am häufigsten

recycelt. Teils packen Frauen aber auch

Lebensmittelrückstände wie Reis um und

verkaufen diese weiter an Schweinezüchter.

3. Der Verkauf:

Die meisten der zurückgewonnenen Produkte

werden vor Ort verkauft. Jede Person hat

einen kleinen Laden, in dem sie die Produkte

ihrer Arbeit verkauft. Einige Branchen, wie

der Glassektor, exportieren sogar in die Subregion.

Die Käufer reichen von Privatpersonen

bis hin zu Unternehmen, die in großen

Mengen einkaufen.

von Penda Mbow


Seite 9

“Nachhaltiger Konsum”

Juni 2018

Eine Impression mit Nachklang

Es ist ein kühler und verregneter Herbstmorgen

im September. Fünfundzwanzig

noch leicht verschlafene Gestalten bahnen

sich ihren Weg von der U-Bahnhaltestelle

Heddernheim in Frankfurt zu einem etwas

ungewöhnlichen Ausflugsziel.

Schon jetzt beschleichen mich Zweifel, ob

der Besuch einer Müllverbrennungsanlage

das Schönste ist, was wir unseren senegalesischen

Besucher*innen zeigen. Doch unser

Wunsch als Teilnehmende war es, bei unserem

Austausch genauso Raum für die weniger

schönen Aspekte und für Kritik zu lassen.

Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber

das, was ich als erstes erblicke, schockt

mich zutiefst. Der Guide zeigt uns

eine Grube, die so breit und tief ist,

dass ich ihre Maße kaum abstecken

kann. Es müssen

Tonnen und Tonnen

von Müll sein, die sich vor uns erstrecken.

Kühlschränke, Matratzen, Kleidung, Kisten

und Teile von Möbelstücken sind nur

einzelne identifizierbare Gegenstände in einem

schäumenden Meer aus Weggeworfenem.

Eine große Metallkralle trägt immer wieder

Teile der oberen Schichten ab, um diese

zur Verbrennung zu transportieren. Dabei

legt sie stetig neue tieferliegende Schichten

von Müll frei. Der Gestank nimmt mir den

Atem, und selbst der Versuch ihn in Duftöl

getränkten Taschentüchern zu ersticken,

welche sich bereits zweidrittel der Gruppe

auf Mund und Nase pressen, scheitert. Mir

wird schlecht und leicht schwindelig.

Dass der Müll dabei so bunt gemischt

sei, liege daran, dass die Einwohner*innen

ihren Abfall nicht

konsequent trennen. Diese Aufgabe

könne in der Müllverbrennungsanlage

nicht mehr geleistet werden.

Nachdem wir ein paar Meter zwischen uns

und diesen schrecklichen Ort gebracht haben,

dringt langsam die Stimme unseres

Guides zurück in mein Bewusstsein. Die

Frankfurter Müllverbrennungsanlage laufe

365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag,

erklärt er sachlich. Alles was wir eben zu

Gesicht bekommen hatten, sei der Abfall

der schwarzen Tonne, die hier den Restmüll

fasst. Dass der Müll dabei so bunt gemischt

sei, liege daran, dass die Einwohner*innen

ihren Abfall nicht konsequent trennen.

Diese Aufgabe könne in der Müllverbrennungsanlage

nicht mehr geleistet werden.

Deshalb verbrenne man eben alles, was von

den großen Lastwagen geliefert werde, die

im Minutentakt auf das Gelände der Anlage

rollen. Ich fange an, darüber nachzudenken,

was ich so in den letzten Tagen und Wochen

in die schwarze Tonne vor meiner Haustür

geworfen habe.

Erst später konnten Spuren von

menschlichen Knochen in der Asche

nachgewiesen werden.

Dieses „Chaos“ gehe sogar soweit, führt der

fachkundige Mitarbeiter weiter aus, dass die

Polizei, die vor einem Jahr in dem Müll der

Anlage nach einer Leiche suchte, kläglich

scheiterte. Erst später konnten Spuren von

menschlichen Knochen in der Asche nachgewiesen

werden. Erneut läuft mir ein Schauer

die Wirbelsäule hinunter, und obwohl wir

mittlerweile im hochtemperierten Teil des

Werkes angekommen sind, in dem wir durch

eine kleine Luke in den Verbrennungskessel

schauen können, ist mir kalt.

Erst lange nach dem Verlassen der Müllverbrennungsanlage

fällt die Anspannung von

mir ab, die den ganzen Besuch über meinen

Körper beherrschte. Doch was bleibt, sind

viele Gedanken darüber, wie unglaublich

viel Müll alleine im Frankfurter Großraum

produziert wird. Es kann niemals eine nachhaltige

Lösung sein, diese Massen von Abfall

tagtäglich zu verbrennen.

Wie muss sich unser Konsumverhalten

verändern, um weniger Abfallprodukte zu

hinterlassen? Hat die Zivilgesellschaft überhaupt

die Macht, Einfluss auf diesen Prozess

zu nehmen? Wie können Industrie und

Großmärkte dazu bewegt werden, Produkte

nicht unnötig zu verpacken und mehr recycelte

Stoffe zu verwenden?

von Alice Reitz


Seite 10

“Nachhaltiger Konsum”

Juni 2018

Der versteckte Müll

Dreckiger Senegal, sauberes Deutschland.

Das sind die Bilder, die sicherlich

einige vor dem Austausch im Kopf

hatten. Was bleibt davon nach zwei

zweiwöchigen Aufenthalten in beiden

Ländern?

Bei unserem Besuch in der Müllverbrennungsanlage

in Frankfurt wurde uns erklärt,

wie die verschiedenen Wertstoffe getrennt

werden. Gleichzeitig kamen im Minutentakt

Müllautos an und luden Tonnen an

Müll ab. Als Alternative besuchten wir den

Unverpackt-Laden in Berlin-Kreuzberg,

der zu hohen Preisen Waren ohne Verpackung

verkauft. In den Naturfreundehäusern,

in denen wir während des Austauschs gewohnt

haben, wurde streng auf Mülltrennung

geachtet.

Gleichzeitig ließen wir uns Bio-Lebensmittel

per Online-Versand liefern und

mussten Plastikverpackungen und Wegwerf-Kühlpacks

entsorgen. Gibt es einen

richtigen, naturfreundlichen Austausch

im Falschen?

Industrie lagert die Produktion in Länder

des globalen Südens aus und damit auch

den anfallenden Müll. In einer Ökobilanz,

die diesen unsichtbaren Müll einbezieht,

würde Deutschland noch viel schlechter

abschneiden als der Senegal.

In einer Ökobilanz, die diesen unsichtbaren

Müll einbezieht, würde

Deutschland noch viel schlechter

abschneiden als der Senegal.

Bevor wir uns also über die Plastiktüte auf

der Straße in Dakar beschweren, sollten

wir zunächst die Anzahl der Müllsäcke vor

unserem eigenen Haus reduzieren, die sich

dort statistisch gesehen anhäufen.

von Marc Eils

Was kann die Politik tun?

In Ruanda herrscht seit Jahren ein

strenges Plastiktütenverbot und das Gepäck

wird am Flughafen nach geschmuggelten

Plastiktüten durchsucht. Einmal

im Monat gibt es einen Aufräumtag im

ganzen Land, an dem für die Kameras

auch der Präsident mal anpackt.

In Kenia wurde im letzten Jahr innerhalb

weniger Monate ein Gesetz verabschiedet,

dass den Besitz und Verkauf

von Plastiktüten unter hohe Geld- oder

Gefängnisstrafen stellt. In kürzester Zeit

wurden Plastiktüten durch Körbe ersetzt.

Könnte Deutschland davon lernen, anstatt

auf unkonkrete Selbstverpflichtungen

der Supermarktketten zu setzen?

Gibt es einen richtigen, naturfreundlichen

Austausch im Falschen?

Ortswechsel. Petit-Mbao in der Nähe von

Dakar. Müll liegt sichtbar am Straßenrand,

im Naturfreundehaus stehen Mülleimer.

Wir machen einen Spaziergang zum Strand

und auch dort fällt der angeschwemmte

Müll sofort ins Auge. Auf dem Rückweg

kommt uns ein Müllauto entgegen. Die

Müllmänner kippen die Müllbeutel der

Anwohner*innen in das Auto und lassen

die leeren Müllbeutel auf der Straße zurück,

sodass sie wiederverwendet werden

können – eigentlich sehr nachhaltig, oder?

Dennoch bleibt das Gefühl des dreckigen

Senegals bestehen. Während unserer Fahrt

in den Norden des Landes erhaschen wir

einen Blick auf ein paar Müllberge. Und

vor allem immer wieder diese kleinen Plastiktüten,

die die Straße säumen.

Das Pro-Kopf-Aufkommen von Plastikmüll

im Senegal liegt bei 13 Kilogramm.

In Deutschland sind es 37 Kilogramm,

also fast dreimal so viel. Deutschland ist

nur sehr gut darin, den Müll zu verstecken.

Jedes Jahr exportieren wir rund 760.000

Tonnen Plastikmüll nach China. Gerade

hat China bekanntgegeben, dass das

Land keine Lust mehr hat, die Ökobilanz

Deutschlands zu verschönern und will den

Müll nicht mehr aufnehmen. Die deutsche


Seite 11

“Nachhaltiger Konsum”

Juni 2018

Kapitalismus vs. Nachhaltigkeit

Profitmaximierung ist die oberste Devise

von Unternehmen im Kapitalismus. Dies

hat Folgen.

Schon im letzten Jahrhundert wurde als

“Tragedy of the commons” beschrieben,

dass Allgemeingüter wie sauberes Wasser,

saubere Luft oder Fischbestände unter den

Kapitalinteressen einzelner zugrunde gehen.

Für das einzelne Unternehmen ist es

profitabel, zu viel Fisch zu fangen, auch

wenn langfristig alle darunter leiden. Die

negativen Kosten werden nämlich externalisiert,

also auf die Gemeinschaft abgewälzt.

Die Frage ist nicht nur, wie wir unsere

Gesellschaft oder Wirtschaft

organisieren möchten. Entscheidend

ist die Frage nach Besitz und

dessen Verteilung.

Die Frage ist nicht nur, wie wir unsere

Gesellschaft oder Wirtschaft organisieren

möchten. Entscheidend ist die Frage nach

Besitz und dessen Verteilung. Eine kleine

Gruppe von Menschen verfügt über so viel,

dass ihr Besitz anfängt, sich in Macht darzustellen.

Diese Macht nutzen sie, um ihren

Besitz weiter zu vermehren. Alle anderen

Gruppen werden gegeneinander ausgespielt.

Wir leben in einer ständigen Konkurrenz:

Angestellte gegen Zeitarbeitende,

prekär Beschäftigte gegen Arbeitslose,

Arbeitslose gegen Geflüchtete. Selbst die

vermeintlichen Gewinner werden gegeneinander

ausgespielt: CEOs haben Aufsichtsräte,

und außer den wenigen Superreichen

haben 99 % aller Menschen Chefs

über sich.

Alle Menschen suchen nach einem guten

Leben, doch für viele geht es ums nackte

Überleben. Im Globalen Norden bedeutet

dies “shitty jobs”, in anderen Ländern

Hunger. Wir brauchen eine Politik der Solidarität

in den Nationalstaaten und darüber

hinaus. Wir müssen versuchen, den Menschen

klar zu machen, dass linke Politik

nicht heißt, dass mensch seine Zahnbürste

teilen muss. Es geht darum, nicht jedes Jahr

ein neues Smartphone zu kaufen und Menschen

vor die Interessen der Konzerne (und

denen, die die Konzerne besitzen) zu stellen.

Unsere Wirtschaft ist weder effizient

noch nachhaltig. Das Paradoxe daran ist,

dass viele es sich anders wünschen.

Die Lösung ist eine demokratische und nachhaltige

Wirtschaft. Doch dazu brauchen

wir Regulierungen und einen starken Staat,

der diese durchsetzen kann. Beispielsweise

einen Mindestlohn, der zum guten Leben

reicht, oder einen europaweiten Kohle- und

Atomausstieg. Wir brauchen Subventionen,

nicht für Dinosaurier-Technologien, sondern

für neue emissionsfreie Innovationen.

Damit wir die Luft in unseren Städten wieder

atmen können und nicht an unserem eigenen

Wohlstand ersticken.

Kurz gesagt: wenn wir zuhause

klar Schiff machen und demokratischere

Verhältnisse schaffen, ist

auch anderen Ländern und der

Umwelt geholfen.

Freihandelsabkommen (wie z.B. EPA , dem

Economic Partnership Agreement zwischen

der EU und 78 Staaten der Gruppe der afrikanischen,

karibischen und pazifischen

Staaten AKP) sollten durch bedingungslose

Investitionen ersetzt werden, die nicht

einen modernen Kolonialismus hervorbringen.

Wir sollten in das investieren,

was vor Ort gebraucht wird. Dies können

Brunnen, Schulen und Müllabfuhren sein.

Wichtig ist dabei, nicht eine vermeintliche

Lösung aufzudrücken, sondern nachhaltig

zu helfen, anstatt die Länder wirtschaftlich

von Entwicklungshilfe abhängig zu

machen. Damit würden vielleicht auch

Gründe verschwinden, ein gutes Leben an

einem anderen Ort zu suchen.

Kurz gesagt: Wenn wir zuhause klar Schiff

machen und demokratischere Verhältnisse

schaffen, ist auch anderen Ländern und der

Umwelt geholfen. Dann löst sich vielleicht

die „tradgedy of the commens“ auf und die,

die auf Kosten der Allgemeinheit leben,

erkennen ihre Fehler und fangen an, die

Verhältnisse auszugleichen.

von Tilo Podstatny-Scharf


Seite 12

Unsere Verbandskasten Begegnung

Juni 2018

2 Flüge, 2 Wochen

Sind internationale Begegnungen

Klimasünden?

Vor gut 1 ½ Jahren stieß ich auf die Ausschreibung

für diese Deutsch-Senegalesische

Begegnung. Senegal, das Thema

nachhaltiger Konsum – das klang spannend.

Doch dann kamen mir Zweifel: Ist

es in Ordnung, für eine zweiwöchige Begegnung

so weit zu fliegen?

Ich bin seit mehreren Jahren bei der Naturfreundejugend.

Reisen und internationale

Begegnungen gehören für mich fest zur

Naturfreundebewegung, ebenso wie das

Thema Nachhaltigkeit. Doch jetzt frage ich

mich: Passt das überhaupt zusammen? Ich

bin zum Schluss gekommen: Ja, das tut es.

Denn für mich überwiegen die positiven

Effekte. Jugendbegegnungen sind wertvoll.

Sie tragen zu einem globalen Verständnis

und Ideenaustausch bei, helfen Vorurteile

abzubauen und fördern dadurch eine nachhaltigere

Entwicklung weltweit.

Mir ermöglichte der Austausch einen Einblick

in das Leben im Senegal. Er ließ die

Teilnehmenden beider Länder das eigene

Verhalten hinterfragen und half uns, andere

Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Wir haben vertieft gelernt, Vorurteile zu

reflektieren und offener auf Menschen

zuzugehen.

Dies führte auch dazu, dass wir anfingen

unser Konsumverhalten zu

reflektieren und über Dinge nachzudenken,

die für einen selbstverständlich

sind, für andere aber

nicht.

Inhaltlich ging es zum großen Teil um die

Sustainable Development Goals (SDGs).

Auch hier glaube ich, dass man Lösungen

für globale Probleme nur findet,

wenn man die komplexen

Bedingungen und Verknüpfungen

kennt und gemeinsam

und partizipativ an der

Lösungsfindung arbeitet. Durch den Austausch

konnten wir Ideen und nachhaltige

Lebensweisen teilen. Dies führte auch

dazu, dass wir anfingen unser Konsumverhalten

zu reflektieren und über Dinge

nachzudenken, die für einen selbstverständlich

sind, für andere aber nicht. Ich

werde nie vergessen, wie glücklich die senegalesischen

Naturfreund*innen waren, als

sie zum ersten Mal einen Apfel selbst von

einem Baum pflückten.

Die Jugend ist die Zukunft unserer Erde und

sie sollte sie global gemeinsam gestalten!

von Janinka Lutze


Seite 13

Unsere Begegnung

Juni 2018

Herausforderungen und Beziehungen

Interview mit Youssoupha (23 Jahre alt

und Mitglied der Hochschulgruppe an der

Universität Gaston Berger in Saint Louis

im Senegal)

Wie bewertest du den ersten Teil des Austausches?

Hey. Alles in allem war er ein Erfolg, denn

er startete an einem sehr glücklichen Punkt

und endete an einem sehr glücklichen

Punkt.

Gab es Schwierigkeiten? Wenn ja, welche?

Ja, definitiv. Es ist immer schwer, wenn zwei

Gruppen mit unterschiedlichen Hintergründen

sich zum ersten Mal begegnen. Jede

Gruppe kommt mit ihren eigenen Einstellungen

und Vorstellungen von der anderen

Gruppe. Deswegen kommt es selbstverständlich

auch zu Missverständnissen oder Fehlinterpretationen,

die zu Spannungen und

Konflikten führen können. Einige Schwierigkeiten

erlebten wir in Frankfurt. Aber es

war normal, weil es das erste Mal war, dass

wir in Deutschland waren und das erste

Mal für die Deutschen, dass sie mit Personen

aus dem Senegal zusammen lebten.

Die Spannungen und Konlikte verschwanden,

als wir uns besser kennenlernten

und lernten, uns zu

verstehen.

Habt ihr es geschafft, diese zu überwinden?

Ja. Die Spannungen und Konflikte verschwanden,

als wir uns besser kennenlernten

und lernten, uns zu verstehen. Das hat

dann zur Bildung einer gemeinsamen, unteilbaren

Gruppe geführt. Es ist wie meine

Interpretation der beiden Karten, die ich

bei der Auswertung im Naturfreundehaus

gewählt habe: Wir sind glückliche „VIP“

in Hannover, denn „we got the shit done“!

Youssoupha

Interview mit Sandra (21 Jahre alt und

Mitglied der NaturFreunde aus Pforzheim

in Deutschland)

Wie war dein Aufenthalt im Senegal?

Ich habe die Reise wirklich genossen, für

mich war es ein großes Abenteuer, bei dem

ich viel gelernt habe.

Welches Erlebnis ist dir am meisten in Erinnerung

geblieben?

Am meisten geprägt hat mich unser Besuch

im Dorf Diadieum. Ich liebe diesen Ort,

weil alle dort so einladend und freundlich

sind. Es war schön, abseits von den großen

Städten zu sein und so ein anderes Leben

sehen zu können. Besonders geschätzt habe

ich die Momente, in denen wir gemeinsam

um eine große Platte saßen und das gleiche

Gericht aßen, sowie die Hochzeit, an der

wir teilnehmen durften.

Sandra

Ich habe viele Ähnlichkeiten

zwischen dem Senegal und

Deutschland gesehen.

Welche Erkenntnis nimmst du mit?

Ich habe viele Ähnlichkeiten zwischen dem

Senegal und Deutschland gesehen. Und ich

habe sehr geschätzt, wie offen die Senegales*innen

waren und wie einfach wir uns

kennenlernten.

Kannst du die Reise in wenigen Worten

zusammenfassen?

“Lep diam”. Das ist Wolof (eine der

Hauptsprachen im Senegal) und bedeutet

alles ist gut”.

Das Interview mit Youssoupha

führte Makha Traore

Das Interview mit Sandra führte

Assane Diop


Seite 14 Unsere Begegnung

Juni 2018

Unterschiede und Besonderheiten

Was bedeutet Pünktlichkeit?

Zeitmanagement und Pünktlichkeit sind in

Deutschland sehr wichtig. Im öffentlichen

Nahverkehr wird die Distanz sogar in Zeit

berechnet. An den Stationen geben Anzeigetafeln

immer an, wann der nächste Zug

eintrifft. Dieses Rennen um die Zeit führt

dazu, dass alles geplant wird.

Diese Auffassung von Zeit passt nicht zum

Leben im Senegal, weshalb uns der straffe

Zeitplan in Deutschland stresste. Wir planen

unseren Alltag nach unserer Stimmung und

legten auch bei unserer Reise im Senegal

alle Zeiten erst kurz vorher fest. Doch eine

Gemeinsamkeit gibt es: Student*innen und

Schüler*innen hassen es, früh aufzustehen.

Teilen! Teilen! Teilen!

Senegal ist üblicherweise bekannt als „das

Land des Teranga“, was so viel heißt wie

„das Land der Gastfreundschaft“ oder des

„Willkommen-Seins“. Als Gast kannst du

sehr leicht mit Menschen quatschen und

z.B. beim Essen von ihrer Gastfreundschaft

profitieren. Um die Toilette zu benutzen

musst du nie bezahlen. Klopfe einfach an

einem beliebigen Haus an und frage nach

der Toilette.

Diese Gemeinschaft wird auch beim Essen

deutlich, denn Familien im Senegal essen

alle zusammen von einer gemeinsamen

Platte. In einem Dorf wie Diadieum, wo wir

waren, gibt es noch nicht einmal Haustüren.

Da ist Zucker im Kaffee.

Senegales*innen konsumieren viel Zucker.

Getränke wie Kaffee, Tee oder Milch

werden im Senegal mit Zucker serviert,

weil es einfach so üblich ist. Beim Einkauf

wirst du nie gefragt, ob du Zucker in deinem

Getränk haben willst oder nicht.

Dies gilt auch für den speziellen, lokalen

Kaffee, der überall im Senegal auf der

Straße verkauft wird. Die deutschen Naturfreund*innen

konnten diesen „Café Touba“

probieren – mit Zucker.

Vegan versus Fleisch

Veganismus ist eine Ernährungsweise, bei

der weder Fleisch, Fisch noch andere tierische

Produkte konsumiert werden. Einige

tun dies aus gesundheitlichen Gründen, andere

zum Schutz der Umwelt oder aus ideologischen

Gründen. In Deutschland, vor

allem in Berlin, gibt es immer mehr Veganer*innen.

Viele deutsche Naturfreund*-

innen sind Teil dieser Bewegung.

Wir Senegales*innen hatten beim Essen

eine größere Auswahl: wir probierten vegane

Würstchen, aßen aber auch mal einen

leckeren Döner.

In senegalesischen Gerichten wird man

fast immer Fleisch oder Fisch finden, wie

z.B. im „Ceebu jen“ (Reis und Fisch) oder

im „Yassa Guinar“ (Reis und Hühnchen

mit einer Zwiebelsoße und Gemüse). Viel

Fleisch gibt es jedoch nur zu speziellen Anlässen,

z.B. wenn Gäste zu Besuch sind.

Hey! Du läufst auf dem Fahrradweg.

Kannst du dir eine Straße vorstellen, die

einzig und allein für Fahrräder da ist?

Fahrräder spielen eine essenzielle Rolle

im deutschen Nahverkehr. Es gibt sogar

Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit

fahren. Außerdem haben Fahrräder oft eine

eigene Spur, auf der man sicher fahren kann.

Im Senegal ist die allgemeine Leidenschaft

für das Fahrradfahren nicht so ausgeprägt.

Ich selbst kann kein Fahrrad fahren.

Der Zahnbürstenbaum

Neben der modernen Zahnbürste benutzen

Menschen im Senegal seit langer Zeit

Zweige der Salvadora Persica, des Zahnbürstenbaumes,

um ihre Zähne zu putzen.

Die Zweige haben denselben Nutzen wie

Zahnbürsten. Zusätzlich dazu, dass die

Zähne gesäubert und weißer werden, sollen

die Zahnputzzweige auch noch therapeutische

Heilkräfte besitzen. Die Zweige

werden an einem Ende so lange mit den

Zähnen gekaut bis die faserige Struktur des

Zweiges etwas aufgelockert ist und aussieht

wie eine ganz normale Zahnbürste.

Leere Teller

Sei nicht überrascht, wenn du kein Essen

mehr auf dem Teller deines Gegenübers

findest. Deutsche essen üblicherweise ihren

Teller leer. Im Senegal werden sich deine

Freund*innen hingegen über dich lustig

machen, wenn du deinen Teller leer isst.

von Mamadou Sylla


Seite 15 Unsere Begegnung

Juni 2018

Landschaften

atemberaubender Schönheit

Die Landschaften in Deutschland und

Senegal sind sehr unterschiedlich. In der

Regenzeit von Juli bis Oktober lassen

sich jedoch kleine Ähnlichkeiten feststellen,

denn es ist die einzige Zeit im Senegal,

in der sich die Bäume regenerieren

und die krautigen Matten entstehen.

Diese atemberaubende Schönheit ist jedoch

abhängig von einem Überfluss an

Wasser.

Während unseres Aufenthaltes zum Ende

des Sommers bot sich uns eine Landschaft

mit einer einzigartigen Vielfalt. Dies rief bei

uns Senegales*innen teils große Emotionen

hervor und war für viele ein phänomenales

und unvergessliches Erlebnis.

In allen drei von uns besuchten Städten

Berlin, Frankfurt und Hannover fanden wir

dabei ähnliche Systeme. Es gibt Parks und

Grünanlagen, öffentliche Plätze und viel

Grün entlang von Autobahnen. Die Vegetation

ist nicht nur auf die Wälder beschränkt.

Frankfurt ist aufgrund der vielen grünen

Vegetation sogar bekannt als “grüne Stadt“.

In den dichten Wäldern um die Städte erkannten

wir dann eine gute, flächendeckende

Bewirtschaftung. Die Hauptarten an

Bäumen sind Kiefer, Eiche, Fichte und

Buche. Die reiche Vegetationsdecke lässt

sich durch ein pflanzenfreundliches, eher

feuchtes Klima erklären. Zudem kündigte

sich der Herbst mit dem ersten Auftreten

braunroter Blätter an. Eine prachtvolle

Besonderheit.

Deutschland

Im Süden Senegals hingegen gibt

es ein subtropisches (nasses) Klima,

das mit den großen dichten Wäldern

und Kräuterteppichen an die

Vegetation in Deutschland erinnert.

Senegal

Im Gegensatz zu Deutschland bietet der

Senegal ein mehr oder weniger trockenes

Klima mit einer Temperatur, die je nach

Zone und Jahreszeit 40 Grad und mehr betragen

kann. Dies wirkt sich auf die Landschaft

aus und führt teilweise zu einer nur

geringen Vegetationsbedeckung. Dennoch

gibt es eine große Vielfalt an Pflanzenarten,

die die Landschaften so unterschiedlich

und bewundernswert zugleich machen. Zu

diesen Arten gehören zum Beispiel die Baobabs

(Gouye, das nationale Emblem), die

Fedherbias (kad), die Balaniten (Soumpe)

und die Kokospalmen (coco).

In der Mitte bis in den Norden des Landes

finden wir eher trockene und halbtrockene

Zonen mit bewaldeten Savannen. Im Süden

hingegen gibt es ein subtropisches (nasses)

Klima, das mit den großen dichten Wäldern

und Kräuterteppichen an die Vegetation in

Deutschland erinnert.

von Mamadou Diop


Seite 16 Unsere Begegnung

Juni 2018

Der politische Aspekt der

Naturfreunde-Bewegung

Aktion bei der Konferenz der Naturfreunde Internationale in Brighton 1987

Die Naturfreunde-Bewegung kämpft seit

ihren Anfängen 1895 in Wien für Gerechtigkeit

und eine Verbesserung der

Lebensbedingungen. Ihr Ziel war es zunächst,

dass Arbeiter*innen, ebenso wie

andere Bevölkerungsschichten, freien

Zugang zur Natur haben.

Dies war zur damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit.

Der typische Ausdruck

„Berg Frei” stammt aus dieser Zeit und

steht für die Forderung nach einem freien

Zugang zu den Bergen. Was ist davon

nach 123 Jahren geblieben?

Heute ist die Naturfreunde-Bewegung

weltweit verbreitet und dass mit recht unterschiedlichen

Ausprägungen. Eine Organisation,

die aus meiner Sicht sowohl den

umwelt- als auch gesellschaftspolitischen

Anspruch der Gründerjahre geerbt hat, sind

die NaturFreunde in Deutschland. Die erste

Gruppe in Deutschland gründete sich 1905,

nur zehn Jahre nach den Naturfreunden in

Wien. Seit über 90 Jahren gibt es zudem

eine eigenständige Jugendorganisation.

In enger Verbundenheit mit der Sozialdemokratie

durchlebten die deutschen

NaturFreunde beide Weltkriege. Sie lehnten

die menschenverachtende Ideologie

des Faschismus im zweiten Weltkrieg ab

und zahlreiche Mitglieder leisteten auch

aktiven Widerstand. Als Organisation

waren sie bereits ab 1933 verboten und

ihre Naturfreundehäuser wurden enteignet.

Unzählige NaturFreunde überlebten diese

Jahre nicht. 1945 wurde der Verband jedoch

wiedergegründet und hatte Personen

wie Herbert Frahm als Mitglied, der später

unter dem Namen Willy Brandt Vorsitzender

der SPD und Bundeskanzler wurde.

Auch heute gibt es viele NaturFreund*innen

als Parlamentarier im Bundestag.

Während meines Besuches erlebte ich diese

Vertretung in der Politik als eine Quelle der

politischen Kraft. Sie führt dazu, dass die

deutschen NaturFreunde noch immer viele

Regierungsentscheidungen in Frage stellen,

die schädlich für Umwelt und Gesellschaft

sind. Sehr bedeutsam für politische Entscheidungen

in Deutschland ist zudem das

zivilgesellschaftliche Engagement. Durch

Demonstrationen und Aktionen setzen sich

die NaturFreunde konstant für mehr Umweltschutz

und soziale Belange ein. Nach

dem Reaktorunglück in Fukushima im

Jahre 2011 spielten sie zum Beispiel eine

wichtige Rolle im Kampf gegen die weitere

Nutzung der Kernenergie. Die damalige

Bundesregierung entschied noch im

selben Jahr, dass alle Atommeiler bis 2022

schrittweise abgeschaltet werden sollen.

Im Gegensatz dazu sind wir als Naturfreunde

im Senegal, auch genannt Association

Sénégalaise des Amis de la Nature

(ASAN), wenig politisch. Diese apolitische

Ausrichtung, welche die Logik der Bewegung

in Wien und Deutschland durchbricht,

lässt sich meiner Meinung nach mit der

fast 80 Jahre späteren Gründung, im Jahr

1983, erklären. Auch der Entstehungskontext

war ein ganz anderer. Im Mittelpunkt

stand nicht der Klassenkampf in einer Gesellschaft,

in der der Zugang zur Natur nur

einer bürgerlichen Minderheit vorbehalten

war, sondern der Schutz der Natur gegen

den gänzlich freien Zugang. Dieser führte

nämlich zu Raubbau und zur Zerstörung

der Natur. Die Aktivitäten im Senegal entstanden

dabei vollkommen unabhängig von

der Bewegung in Europa. Erst einige Jahre

später, im Jahr 1996, begannen ein Kontakt

und eine Integration von ASAN in die

Naturfreunde Internationale.

Im Mittelpunkt steht ein partizipativer

Ansatz, der sich durch Aktionen

und ein großes ehrenamtliches Engagement

auszeichnet.

Trotz dieses Anschlusses an die internationale

Naturfreunde-Bewegung und der

Veränderungen, die dadurch bei ASAN

entstanden, erlebe ich ASAN noch immer

unpolitisch. Im Mittelpunkt steht ein partizipativer

Ansatz, der sich durch Aktionen

und ein großes ehrenamtliches Engagement

auszeichnet. In unseren Hochschulgruppen

engagieren sich beispielsweise zahlreiche

junge Menschen und organisieren unter

anderem Bildungsangebote, Baumpflanzungen

oder Müllaufräumaktionen. Bewusstseinsbildung,

Ausbildung, ein nachhaltiger

Tourismus sowie die Erhaltung der

biologischen Vielfalt und der lokalen Arten

stehen im Vordergrund. Zusätzlich streben

wir starke nationale und internationale

Partnerschaften an.

von Youssoupha Traore


Engagement für

eine nachhaltige Welt

Während unseres Austausches in

Deutschland hat mich eine Sache am

meisten beeindruckt und erfreut: das

Engagement und der Einsatz vieler Menschen,

Gerechtigkeit, Gleichheit und

Fairness für alle zu fördern.

So etwas gibt es wohl nur in Deutschland:

der Name einer Straße sorgt für Streitereien

und sogar Vandalismus, weil er eine

rassistische Beleidigung ausdrückt. Gemeint

ist die Mohrenstraße in Berlin, die

auf das französische Wort nègre anspielt.

Diese rassistische Beleidigung ruft Widerstand

hervor, der sich sogar in einem witzigen

Wortspiel widerspiegelt. Angelehnt

an eine Aktion der Naturfreundejugend in

Berlin fügen immer wieder Menschen auf

den Straßenschildern zwei Punkte auf den

Buchstaben „o“ hinzu. Dadurch entsteht

das Wort Möhrenstraße, also Karotte.

Ähnliche außergewöhnliche Aktionen des

Protestes findet man auch an anderen Orten

in Deutschland. Einige Szenen die ich

gesehen habe, hätten einen Oscar verdient.

Beispielsweise ein Trauermarsch für gefällte

Bäume, bei dem alle in schwarzer Kleidung

und mit ins Gesicht gemalten Tränen

mitgingen. Oder als wilde Tiere verkleidete

Naturfreund*innen, die Kindern die Natur

nahe bringen sowie ein Flashmob, bei dem

die Gruppe aus Protest gegen Geheimverhandlungen

zum transatlantischen Freihandesabkommen

TTIP zwischen der EU

und den USA mit Augenbinden durch die

Gegend irrte.

Denn obwohl nicht immer aller Aktionen

effektiv sind, setzen sich viele

Menschen mit Hingabe und Engagement

für das Wohlbefinden aller ein.

Durch all diese Aktivitäten zeigen engagierte

Menschen Missstände bei unterschiedlichsten

Themen auf: Seien es unfaire

Handelsabkommen, der Umgang mit

Migranten, die Zerstörung der Natur oder

eben Rassismus.

Hinzu kommt eine ausgeprägte Kultur der

nachhaltigen Entwicklung, die sich an vielen

Stellen und auch im Alltag widerspiegelt.

Das Land ist weit bekannt für

seine grünen Initiativen. Im Jahr 2015

belegte die Stadt Frankfurt den ersten Platz

im Ranking für die nachhaltigsten Städte

der Welt. Die Stadt hat sich das ehrgeizige

Ziel gesetzt, ihre CO2-Emissionen bis 2050

um 95 % zu reduzieren und ermutigt auch

die Industrie, diesem Vorbild zu folgen.

Meine Zeit in Deutschland hat es mir trotz

der grausamen historischen Vergangenheit

mit zwei Weltkriegen und dem Kolonialismus

ermöglicht, ein vielfältigeres Bild

dieses Landes zu bekommen. Denn obwohl

nicht immer aller Aktionen effektiv sind,

setzen sich viele Menschen mit Hingabe

und Engagement für das Wohlbefinden

aller ein. Sowohl in Deutschland als auch

weltweit.

von Aïssatou Ndiaye


Seite 18

Feuilleton

Juni 2018

German-Wolof-Dictionary

Naka waar

= What´s going on?

= Was ist los?/ Was geht ab?

Nanga deff

= How are you?

= Wie geht’s

dir?

Dafa tang

= It is hot

= Es ist heiss

Dafa sede

= It is cold

= Es ist kalt

Jeureujeuf

= Thank you

= Danke

Fanane jaam

= Good night

= Gute Nacht

Ba souba

= See you

tomorrow

= Bis morgen

Alleu bi

= The forest

= Der Wald

Mbaalit mi

= The waste

= Der Müll

Yay sama xarite

= You are my friend

= Du bist mein*e

Freund*in

Ñou dém

= Let´s go

= Los gehts

Kaay

= Come

= Komm

Gawlën

= Hurry up

= Beeil Dich!

Ñata

= How much

does it cost?

= Wieviel

kostet das?

Neexneu

= It tastes

delicious

= Es schmeckt

lecker

Douma lékk yapeu

= I don’t eat meat

= Ich esse kein

Fleisch

Maaïma ma naane

= Give me some water to

drink

= Gib mir etwas Wasser zu

Trinken

von Sandra Lindenmann &

Youssoupha Traore


Fly

i

ng

in

the

w

Flying in the wind

like loose leaves in fall

falling across the world

we are feeling so small

in a life

where money makes you big

the borders make us sick

coming from the same seed

different is the appearance of our trees

common is our fight for freedom and peace

Mother Nature is getting angry

‘cause of the lifestyle of majority

people put value in consumption

producing waste is so badly

so find a solution that everyone’s happy

walk through the nature, friend

counting the stars in our dreams

together we are much stronger than it seems

flying in the wind

yes, like leaves which are getting free

forward to the future we are wanting to see

i

nd

Tanja Kelm und Kristian Schaffner

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