möbel kultur 03/19

holzmannverlag

ZKZ 4937

3 I 2019

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Jahre

1949 – 2019

Spitzenwert

Marktkonzentration führt zu

neuem Rekord für die Top 30

im deutschen Möbelhandel

Großes

Extra

Foto: Werther

Die Rückkehr des

Ur-Marktplatzes

Karstadt.de will zur Plattform

werden – auch mit Einrichten

AMBIENTE: 20 SEITEN

BOTANIK, BOWLS

& BARKULTUR

Otto: 100 Millionen fürs Portal

Moin Horst! Lust auf DIY?

Nobilia: Alles auf Top-Niveau

Werther: Hightech zum Hundertsten

Opti & Mahler: Oliver Föst zur Übernahme

Schlafen-Trends: Emotional und vernetzt


TOP-THEMA/KARSTADT-INTERVIEW

Marco Werner ist als gelernter

Kaufmann im Einzelhandel ein

echtes Retail-Kind. Seine Karriere

begann er als Category Manager bei

Otto in Hamburg. Danach baute er

bei Fressnapf den Onlineshop auf,

bevor er dann bei Tchibo mithalf, die

Omnichannel-Strategie zum Erfolg

zu führen. Bei Karstadt verantwortet

er seit Januar 2018 den

Onlineshop Karstadt.de sowie den

Aufbau des Marktplatz-Modells.

24 möbel kultur 3/2019


Die Rückkehr

des Ur-Marktplatzes

Totgesagte leben länger. Nicht nur, dass Karstadt auch stationär wieder Erfolgsgeschichten schreibt,

auch digital setzt der Warenhauskonzern endlich ein Ausrufezeichen. Die Zeiten, dass der Onlineshop

den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt, sind vorüber. Jetzt will Karstadt.de Gas geben und

als Plattform das Marktplatzpotenzial der großen, 1881 gegründeten Handelsmarke heben.

Die „möbel kultur“ sprach mit Marco Werner, Chief Digital Officer, in der Essener Zentrale über

die Omnichannel-Strategie und warum Möbel dabei eine entscheidende Rolle spielen.

möbel kultur: Herr Werner, momentan

möchte jeder Shop zur Plattform werden.

Das gilt nun auch für Karstadt.de.

Welche Überlegungen stecken dahinter?

Marco Werner: Im Prinzip war Karstadt

immer schon eine Plattform.

Das liegt in der Definition eines

Warenhauses, in dem verschiedene

Sortimentsgruppen und Marken

unter einem Dach versammelt

sind. Grundsätzlich ist Karstadt

somit seit jeher ein Marktplatz

für die ganze Familie. Lebensmittel

und Gastronomie vervollständigen

den stationären Marktplatz.

Insofern liegt der Gedanke nahe,

dieses Handelsformat ins Internet

zu verlängern. Unser Ansatz

ist inzwischen aber ein ganzheitlicher,

weshalb wir vom Omnichannel-Marktplatz

sprechen.

möbel kultur: Worum geht es bei dieser

Betrachtungsweise im Detail?

Marco Werner: Es geht darum,

dass wir nicht nur das stationäre

Geschäft ins Internet ausweiten,

sondern dass wir auch die digitale

Welt mit der stationären verbinden

wollen, um das Einkaufserlebnis für

unsere Kunden zu erweitern.

Ein gutes Beispiel dafür ist unsere

Filiale Schloßstraße in Berlin-Steglitz,

wo wir neu Home24 als Untermieter

gewinnen konnten. Wir möchten

alles, was heute im Handel möglich

ist, bei Karstadt abbilden können.

möbel kultur: Wie sieht aktuell die

Online-Struktur von Karstadt.de aus?

Marco Werner: Die Architektur

umfasst den bisherigen Onlineshop

und wird nun um den Marktplatz

erweitert. Dieser steht gerade

erst am Anfang. Wir sind damit

im Dezember live gegangen und

haben mit dem ersten Partner die

Testphase gestartet. Dabei handelt

es sich um einen Shop aus

dem Schmuckbereich, der schon

eine gute Performance aufweisen

kann. Mit vielen Partnern haben

wir bereits Verträge ausgehandelt,

sodass diese nun nach und nach

auf die Plattform kommen.

Parallel entwickeln wir natürlich

unseren bisherigen Onlineshop

Karstadt.de weiter, denn auch

dort liegt noch großes Potenzial.

Auch sehen wir, dass die Kunden

unsere Omnichannel-Angebote

nutzen. Click & Collect funktioniert

wirklich gut. Auch die Reservierungsfunktion

für Artikel in den

Filialen wird häufig genutzt. Darüber

hinaus sind wir dabei, im Zuge

des Zusammenschlusses von Kaufhof

und Karstadt das Beste aus zwei

Welten zu verbiunden.

möbel kultur: Sollen diese Services

auch den Marktplatz-Partnern

zugutekommen?

Marco Werner: Ja, das ist unser

klares Ziel. Der Kunde soll die

Auswahl haben, ob er die Ware

in einer Karstadt-Filiale abholen

möchte oder in einer Filiale des

Marktplatz-Partners.

Dementsprechend legen wir

auch großen Wert auf die Attraktivität

und die Ausstattung unserer

„Service-Points“.

In vielen Filialen befinden sich

im Übrigen auch Amazon-Abholfächer,

was wiederum Frequenz in

die Filialen bringt. An der Kooperation

mit Amazon sieht man, wie

ernst wir den Marktplatz-Gedanken

ganz im Sinne des Kundenwunsches

nehmen.

Wir möchten alles, was

heute im Handel möglich ist,

abbilden können.

möbel kultur: Möbel und Einrichten

fassen Sie im Zuge der Marktplatz-Ausrichtung

besonders ins Auge. Eigentlich

ist das ja nicht mehr die Kernkompetenz

von Karstadt, nachdem die reinen

Möbelhäuser 2004 in Hamburg und

2010 in München geschlossen worden

sind.

Marco Werner: Möbel sind aber ein

gutes, wichtiges und zukunfts-

3/2019 möbel kultur 25


TOP-THEMA/UMSÄTZE 2019

Spitze des Eisbergs?

22,7 Mrd.

für die Top 30

Zweifelsohne setzt der Umsatz von 22,7 Mrd. Euro für die 30 größten Möbelhandelsunternehmen

in Deutschland einen neuen Rekordwert, der wahrscheinlich in Zukunft

trotzdem wieder geknackt wird. Denn allein der Blick auf die Aktivitäten der Top 3 der

Branche, Ikea, XXXLutz und Höffner legt nahe, dass sich der Konzentrationsprozess

weiter fortsetzen wird. Doch welche Maßnahmen müssen die Verfolger ergreifen, um

nachhaltiges, qualitatives Wachstum zu erzielen? Eine Analyse der „möbel kultur“.

Der Spitzenumsatz der Top 30

im deutschen Möbelhandel

von 22,68 Mrd. Euro

beeindruckt. Was immerhin einem

Marktanteil von fast 69 Prozent entspricht.

Im Vergleich zu 2009 macht

das ein Wachstum von 36,6 Prozent

aus. Damit konnten sich die Größten

im Möbelhandel in Summe

erneut vom Branchentrend mit

einem Minus von zwei Prozent laut

BVDM abheben.

Insbesondere die Top 3 legten

2018 um beachtliche 24 Prozent

zu: Demonstrativer kann Konzentration

kaum sein. Was vor allem darin

begründet ist, dass der XXXLutz-

Gruppe nun die Poco-Umsätze

zuzurechnen sind und die Machtverhältnisse

damit noch einmal

untermauert wurden.

Die Österreicher liegen in

Deutschland (nur noch) eine Mrd.

entfernt und somit auf Schlagdistanz

zum Marktführer Ikea.

Damit hätte vor einem Jahr auch

noch niemand gerechnet. Da der

Akquisitionshunger von XXXLutz

weiter groß ist, dürfte das Ziel, die

Nummer eins in Deutschland zu

werden, näher gerückt sein. Zumal

die Schweden – bis auf Karslruhe –

wiederum keine größeren Eröffnungen

hierzulande mehr planen

und deshalb eher in kleinerem Rah-

men, dafür aber kontinuierlich weiter

wachsen werden. Konzeptionell

gibt der Branchen-Primus ohnehin

immer den Takt vor.

Übernahmen haben auch dazu

geführt, dass Home24 zum ersten

Mal in die Top 20 vorgestoßen

und das Ranking bei den Verfolgern

durcheinandner geraten

ist. Hierbei macht hauptsächlich

Opti-Wohnwelt von sich reden,

das sich langsam aber sicher mit

bereits 17 Dependancen zu einem

wichtigen Player mausert, der

durchaus der XXXLutz-Gruppe den

ein oder anderen Standort vor der

Nase wegschnappen kann, obwohl

er umsatzmäßig in einer anderen

Liga spielt.

Doch es gibt nach wie vor

kleinere Filialisten mit zwei bis

fünf Standorten, die sich innerhalb

ihrer angestammten Regionen

behaupten können. So steigen

Ehrmann mit 90 Mio. Euro,

Möbel Rogg mit 75 Mio. Euro und

Möbel Kempf mit 70 Mio. Euro

(jeweils geschätzt) erstmals in die

30er-Liste auf.

All diese Entwicklungen dürfen

aber nicht darüber hinwegtäuschen,

dass die Großen der Branche

alle massiv unter Druck stehen.

Und das lag nicht nur am außergewöhnlichen

Jahrhundertsommer.

Der Siegeszug des E-Commerce

ist nicht wegzudiskutieren. Zumal

Online vor allem ein Problem

hervorgebracht hat, nämlich gravierende

Schwierigkeiten mit den

Frequenzen offline.

Qualitatives Wachstum wird

deshalb künftig nur derjenige

erwirtschaften, der besser ist als

alle anderen: kompetenter in der

Beratung, kreativer bei der Inszenierung

von Einkaufserlebnissen,

offener für Kooperationen und

insgesamt aufgeschlossener für

neue Konzepte jenseits der Rabattvermarktung.

Hier klafft offenbar

eine große Lücke zwischen Wahrnehmung

und Realität. Denn die

strategische Wende weg von der

branchenschädigenden Rabattpolitik

ist nicht erkennbar. Umso

erstaunlicher ist, dass die meisten

der Teilehmer unserer Befragung

unter den Top 30 trotzdem

voller Optimismus bezüglich der

Umsatzentwicklung ins Jahr 2019

gestartet sind. Denn die strategische

Wende weg von der branchenschädigenden

Rabattpolitik ist

nicht wirklich erkennbar. Alle weiteren

Details lesen Sie in unserem

Special „möbel kultur Umsätze

2019

RITA BREER,

EVELYNE BECKMANN,

28 möbel kultur 3/2019


TOP-THEMA/OTTO

Wachstum

ist kein Selbstläufer

Mit einem Umsatzplus von acht Prozent auf rund 3,2 Mrd. Euro ist die Otto Einzelgesellschaft im

Geschäftsjahr 2018/2019 zum neunten Mal in Folge gewachsen. Für die Weiterentwicklung der

Plattform-Strategie investiert der Marktführer dieses Jahr erneut 100 Mio. Euro und setzt dabei

unter anderem auf technische Innovationen wie CGI oder „Otto ready“.

Neue Firmenzentrale

auf dem Campus

Bei Otto tut sich was: Auf dem Campus in Hamburg-Bramfeld

wird gebaut, denn bis Sommer 2022 soll dort eine neue

Firmenzentrale entstehen. Das Gebäude 4 bildet das Herzstück

der Umbaumaßnahmen: Der Online-Riese verwandelt das

ehemalige Lagerhaus in eine flexible Arbeitswelt, die rund

1.800 Angestellte auf 40.000 qm und neun Etagen unterbringt.

Sobald die Bauarbeiten zu Ende gehen, sind feste Schreibtische

passé: Stattdessen wird das mobile Arbeiten eingeführt, das

laut Aussage des Vorsitzenden des Bereichsvorstands Otto,

Marc Opelt, bereits in Gebäude 10 für eine entspannte

Atmosphäre unter den Mitarbeitern sorgt: „Uns ist bewusst,

wo wir herkommen – aus dem Handel. Trotzdem wollen wir für

unsere Angestellten moderne und flexible Arbeitsbedingungen

garantieren.“ Und was für die Masse gilt, muss auch für die

Chef-Etage Gültigkeit besitzen. Deshalb zieht der gesamte

Otto-Vorstand mit auf die Fläche, sobald die Bauarbeiten

abgeschlossen sind. „Auch wir geben unsere festen Schreibtische

auf“, sagt Opelt. Das steigert den Team-Spirit. Im

Eingangsbereich zu Gebäude 4 soll zudem ein großzügiges

Atrium entstehen. Was die Einrichtung der Räumlichkeiten –

die nach dem Multi-Space-Prinzip konzipiert sind – betrifft,

setzt Marktführer Otto selbstverständlich auf die Möbel und

Accessoires aus dem eigenen Onlineshop.

Foto: Otto

30 möbel kultur 3/2019


Die Heimat des Marktführers:

Auf dem Campus in

Hamburg-Bramfeld ist die

internationale Firmenzentrale

der Otto Group beheimatet.

Otto treibt die Plattform-Strategie

weiter voran: Im

Geschäftsjahr 2019/2020

wird das Hamburger Unternehmen

weitere 100 Mio. investieren.

„Wir stellen uns in einigen

Geschäftsbereichen komplett neu

auf, arbeiten an der Automatisierung

unserer Partner-Anbindung

und schaffen trotzdem ein

beachtliches Wachstum“, freute

sich Bereichsvorstandsvorsitzender

Marc Opelt auf der Bilanz-Pressekonferenz

in Hamburg. Die Einzelgesellschaft

erzielte 2018/2019

ein Umsatzplus in Höhe von rund

acht Prozent, die Erlöse lagen bei

knapp 3,2 Mrd. Euro. Auf www.

otto.de shoppten im vergangenen

Geschäftsjahr (1. März 2018 bis

28. Februar 2019) sieben Millionen

aktive User (+5 %), zwei Millionen

kamen neu dazu.

Doch damit ist Otto nicht

zufrieden, denn der digitale Marktführer,

u. a. im deutschen Möbelhandel,

sieht beim Ausbau der

Händlerplattform noch mehr Luft

nach oben: Am Partner-Programm

nehmen derzeit 400 Anbieter

teil, rund 70 davon bedienen das

„Home & Living“-Segment. „Wir

rechnen damit, dass wir bis Ende

des Jahres 400 weitere Unternehmen

an das Händlerportal

anbinden können“, so Opelt.

Laut Unternehmensangaben stehen

rund 1.500 Anwärter auf der

Warteliste. Die Zusammenarbeit

mit den Handelspartnern soll auf

Augenhöhe stattfinden, ohne dass

für beide Seiten ein Mehraufwand

entsteht. Daher setzt der Konzern

weiterhin auf die Entwicklung

innovativer Technologien, die das

Alltagsgeschäft im E-Commerce

erleichtern.

Ein wichtiges Thema ist „Computer-Generated

Imagery“ (CGI).

Um die Masse zu bewältigen: Für die kontinuierliche Produktion an Content-Bildern für den

Onlineshop nutzt Otto ab sofort Computer-Generated Imagery (CGI).

3/2019 möbel kultur 31


HANDEL

Store of the Year: Baumarkt neu erfunden

Moin Horst,

Lust auf DIY?

Horst weiß, was Frauen wünschen: Einen Baumarkt,

der schick ist und schöne Dinge anbietet.

Wo geholfen wird und ein nettes Team auch

Technik-Greenhorns geduldig bedient. Mitten in

der Stadt, voller Inspirationen und kreativen

Renovierungsideen. Das bietet der „Home

Renovation Store“ – kurz Horst in Hamburg-

Bahrenfeld und wurde bereits drei Monate nach

dem Start als „Store of the Year“ ausgezeichnet.

Das außergewöhnliche Konzept soll schon

bald multipliziert werden.

Bei Horst darfst, kannst und

sollst Du während der Arbeit

kreativ sein, lachen und auch

mal ein paar Schrauben locker

haben. Hauptsache, Du hast gerne

mit Menschen zu tun“, heißt es in

einer Jobanzeige auf der Internetseite

des Baumarkts mit dem kumpelhaften

Namen. Denn hier ist

alles etwas anders. Im Mittelpunkt

steht der Mensch, nicht die Technik.

Sympathisch, offen und mit

verschmitztem Humor. Eben

typisch norddeutsch.

Rund zwei Jahre haben

Geschäftsführer Philipp Möller und

Stefan Diers an dem Konzept gefeilt.

Mit Erfolg. Horst in Hamburg-Bahrenfeld

ist der Laden um die Ecke.

Schnell zu erreichen und immer

auf Zack, wie die Hamburger sagen.

Hier gibt es alles, was Mann und

Frau zum Bauen, Basteln und

Tüfteln brauchen. Denn das Ladenkonzept

spricht auch Baumeisterinnen

an. Mit 750 frisch gestalteten

Quadratmetern hebt sich der

Store angenehm von den großen

Baumärkten ab und konzentriert

sich konsequent auf die Bedürf-

nisse von Kunden in Großstädten.

So sucht man Rasenmäher und

Baustoffe vergebens, findet dafür

aber ein großes Sortiment rund

ums Renovieren. Von LED-Leuchtmitteln

über Farben und Holz bis

hin zu Pflanzen sowie schicken

Deko- Artikeln: „Unser Sortiment

ist abgestimmt auf alle kreativen

Köpfe, die ihre Wohnung verschönern

wollen.“

Am 29. Oktober 2018 ging das

neue Konzept in der Hansestadt an

den Start und sorgte prompt für

Schlagzeilen. So sicherten sich die

Macher bereits Ende Januar dieses

Jahres den ersten Platz beim

Wettbewerb „Stores of the Year“

vom Handelsverband Deutschland

(HDE) in der Kategorie „Home/

Living“.

Kein Wunder, denn hinter dem

fröhlichen Firmennamen verbirgt

sich eine wasserdichte Strategie.

Und viele Jahre Erfahrung im Business.

Horst-Geschäftsführer Philipp

Möller kommt aus dem traditionsreichen

Familienunternehmen

Möller & Förster, das als Mitgesellschafter

des Hagebau-Verbunds das

Wer oder was ist Horst? Wer ihn

einmal kennengelernt hat, wird ihn

lieben: Denn der neue Baumarkt in

Hamburg-Bahrenfeld hilft beim

Renovieren. Mit einem umfangreichen

Sortiment ebenso wie mit

Service und Inspirationen.

Fotos: Horst

34 möbel kultur 3/2019


Baumarktgeschäft bestens kennt.

Insgesamt betreibt es sieben Filialen,

vier davon in Hamburg. „Seit

1934 sind wir die Adresse für

Heimwerker, Bastler und Gärtner –

inhabergeführt und mittlerweile in

dritter Generation“, heißt es auf

der Website. Deshalb ist es nur ein

Zufall, dass der Vater von Philipp

Möller auch Horst heißt. Denn das

Label steht für „Home Renovation

Store“ und steckt voller kreativem

Input und frischer Ideen.

Im Team mit Arne Schultchen,

dem Gründer des Design-Studios

„Design for human nature“, begab

sich Philipp Möller für seine Vision

auf eine Reise in die Zukunft. Das

Ziel: ein ganz neuer Baumarkt-

Spirit. „Schließlich wohnen laut

einer Studie der Uno 70 Prozent der

Menschen im Jahr 2050 in Großstädten“,

erklärte Schultchen im

Interview mit dem Handelsblatt.

Genau für diese Menschen ist Horst

da. „Als wir uns vor zwei Jahren

zusammensetzten, war unser Ziel,

etwas Neues zu schaffen, mit den

Leitgedanken Urbanität, Individualität

und Flexibilität“, sagt Phi lipp

Möller gegenüber dem „Hamburger

Abendblatt“. Das betrifft nicht nur

Ladenbau und Sortimente, sondern

vor allem auch den Service. Denn

Horst bietet „Do It Yourself“ auch

für Laien mit zwei linken Händen:

Ob Transportfahrrad oder Schlagbohrer

ausleihen, DIY-Workshops

im Laden oder zu Hause ein Regal

anschrauben – die Horst-Heroes

und „Kümmerlinge“ sind zur Stelle

und helfen, wenn es „horstig“

werden muss ... YVONNE BROMBACH

www.horst.com

Hell freundlich, ohne

lange Gänge und tiefe,

zugestellte Schluchten:

Horst ist offen für neue

Ideen. Und wurde dafür

mit dem ersten Platz

beim HDE-Wettbewerb

„Stores of the Year“

belohnt. Eingestellt auf

Großstädter umfasst

das Sortiment kreative

Artikel rund um das

Renovieren wie z. B.

Farb- und Lichtberatung

bis hin zu

Deko-Tipps.

3/2019 möbel kultur 35


HANDEL

DHBW: Duales Studium in Mosbach

Strahlende Aussichten für

den Branchen-Nachwuchs

Die DHBW ist mit 34.000 Studierenden größte Hochschule Baden-Württembergs und realisiert

ihr duales Studienkonzept mit über 9.000 Partnern. Am Standort Mosbach, wo aktuell 3.600

Studenten eingeschrieben sind, werden die jungen Menschen auf die Herausforderungen der

Arbeitswelt vorbereitet – seit Oktober 2017 gilt das für den Nachwuchs in der Möbelbranche im

Besonderen. Denn seitdem bietet das Institut den Studiengang „Branchenhandel Wohnen“ an.


FACTS

❯❯

DHBW Duale Hochschule Mosbach in

Baden-Württemberg, 1980 gegründet

❯❯

Studiengang: BWL-Handel

Branchenhandel Wohnen

❯❯

230 Mitarbeiter, davon 75 Professoren,

etwa 900 Lehrbeauftragte aus Praxis

und Lehre

❯❯

Studienbeginn und -dauer:

Jährlich am 1. Oktober, 3 Jahre

(6 Semester)

❯❯

Studiengangsleiter:

Prof. Dr. Christoph Schinke

Lohrtalweg 10, 74821 Mosbach

Tel.: +49 6261 939 128

christoph.schinke@mosbach.dhbw.de

Kurze Wege, ein hervorragendes

Betreuungsverhältnis

und Professoren, die ihre

Studierenden kennen, geben

Sicherheit und erleichtern das

Studium. Aus diesen Gründen

erreicht die DHBW trotz des

anspruchsvollen Intensivstudiums

(mit 210 statt

180 ECTS-Punkten) eine

Erfolgsquote von rund

90 Prozent.

Die Atmosphäre auf dem Campus

von Mosbach ist angenehm,

ja fast familiär. Anders

als an den großen Hochschulen

kennt man sich hier, was für eine

vertrauensvolle Lernatmosphäre

sorgt. Ohnehin ist Mosbach mit

23.288 Einwohnern eine charmante

Kleinstadt, die neben einer

intakten Infrastruktur den Studenten

bezahlbaren Wohnraum bietet.

In der Möbelbranche ist Mosbach

bereits ins Blickfekd gerückt.

Denn seit Oktober 2017 bietet die

DHBW einen jährlich beginnenden,

dreijährigen dualen betriebswirtschaftlichen

Bachelor-Studiengang

im Handel an – mit

besonderem Fokus auf die Herausforderungen

der Einrichtungsbranche.

Wer das Studium absolviert, ist

für Führungsaufgaben im Möbelhandel

und bei Möbelherstellern

prädestiniert. Somit positioniert

sich die DHBW Mosbach in Zeiten

des Fachkräftemangels als echte

Talentschmiede.

Treibende Kraft des Studiengangs

„Branchenhandel Wohnen“

ist Prof. Dr. Christoph Schinke,

Professor für Allgemeine BWL und

Studiengangsleiter für den Fachbereich

Handel, der aufgrund seiner

Stationen im leitenden Management

bei führenden Unternehmen

im Möbel- und Lebensmittelhandel

neben dem theoretischen Wissen

auch umfassendes praktisches

Know-how mitbringt.

„Aufgrund meiner beruflichen

Laufbahn im Handel weiß ich sehr

genau, worauf es im operativen

Geschäft ankommt. Das beugt später

einem Kulturschock vor, wenn

die jungen Leute in die Arbeitswelt

entlassen werden“, sagt Schinke.

Aktuelle Themen finden in

Mosbach schnell Eingang in den

Lehrplan. Gerade beschäftigen sich

die Studierenden in einem Seminar

mit dem Brexit. Eine solche

Aktualität und Flexibilität kommt

bei den jungen Leuten gut an,

zumal auch das technische Equipment

der Hochschule State of the

Art ist. Denn an der DHBW wird

auf Qualität in der Lehre großer

Wert gelegt: Die 75 Professorinnen

und Professoren und 900 externen

Lehrbeauftragten nutzen die neuesten

mediendidaktischen Technologien

und E-Learning-Tools.

Dafür wird von den jungen Menschen

erwartet, dass sie sich auf ihr

Studium einlassen und eine große

Lernbereitschaft an den Tag legen.

Dafür kommen auch unterhaltsame

Elemente nicht zu kurz: Der Lehrplan

wird durch Sozial- und Methodenkompetenzen

und praktische

Aktivitäten wie Store-Checks, Messebesuche

oder die Besichtigung

von Einrichtungsprojekten ergänzt.

Das Studienangebot richtet sich

an Unternehmen der gesamten

Branche „Wohnen“ und umfasst

damit Hersteller, Händler und

Dienstleister. Für die Studierenden

sind die Rahmenbedingungen

exzellent: Sie haben Anspruch auf

eine Vergütung nach den entsprechenden

Tarifen sowohl in Praxisals

auch in Theoriephasen, Urlaub

nach gesetzlichen Vorgaben bzw.

Tarifen und sind sozialversicherungspflichtig

zu beschäftigen.

Die Studenten befinden sich

im dreimonatigen Wechsel an der

Hochschule und in ihren Unternehmen.

Und: Die Projekt- und

Bachelorarbeiten verfassen sie über

konkrete Fragestellungen aus ihren

Unternehmen.

Das Studium schließt mit dem

staatlichen Abschluss Bachelor of

Arts (B. A.) ab. Im 5. und 6. Semester

stehen unterschiedliche Wahlfachvertiefungen

zur Auswahl: Marketing

und Vertrieb, E-Commerce und

Omnichannel-Marketing, internationaler

Vertrieb, Logistik und Supply-Chain-Management,

Finanzen

und Controlling sowie Personal

und Führung. Im Anschluss an den

Bachelor können die Studenten an

einer Partnerhochschule auch einen

Masterabschluss anstreben.

Das Ergebnis kann sich sehen

lassen. Trotz des anspruchsvollen

Intensivstudiums mit 210 statt 180

ECTS-Punkten (Europäisches System

zur Übertragung und Akkumulierung

von Studienleistungen) liegt

die Erfolgsquote der Studierenden

bei rund 90 Prozent. Und noch besser:

Die Beschäftigungs- bzw. Übernahmequote

nach Studienabschluss

liegt bei 85 Prozent.

„Wir freuen uns darüber, wie

gut sich der noch junge Studiengang

entwickelt. Wir optimieren

und lernen von Jahr zu Jahr und

möchten uns hier in Mosbach

langfristig zum Personal-Hub für

hochqualifizierte junge Führungskräfte

entwickeln“, blickt Schinke

in die Zukunft.

SASCHA TAPKEN

www.mosbach.dhbw.de/hhw

3/2019 möbel kultur 39


KÜCHE

Erster Auftritt mit dem

Führungsquartett: In guter

Tradition nahm Inhaber Werner

Stickling (Mitte) an der

Pressekonferenz teil, flankiert

vom neuen GF Michael Klein

(Personal), Dr. Lars Bopf

(Vorstandsvors.), Vertriebs-GF

Dr. Oliver Streit und Frank Kramer

als neuer GF Technik (v. l.).

Nobilia: Bilanzen und Ausblicke

Alles auf

Topniveau

Bei insgesamt 1,228 Mrd. Euro Umsatz konnte

Nobilia 2018 erneut Spitzenwerte erzielen –

sowohl im Inland als auch im Export. Zur Bilanzpressekonferenz

wurden zudem zahlreiche

Details verraten, die aufzeigen, auf welchem Kurs

sich Deutschlands Küchenprimus bewegt.

Einrichtungshäuser 41,5 %

Mitnahme / SB 15,1 %

Küchenspezialisten 29,3 %

Marktanteile von Nobilia

im Inland (Jan.–Sept. 2017/2018)

30,3 30,3 31,1

Menge

Wert

33,2

2017 2018 2017 2018

Marktanteile gesamt und Verteilung auf die Vertriebskanäle 2018 (nach

Menge), Quelle: GfK, Grafik: möbel kultur

Das „größte absolute Wachstum

in der Unternehmensgeschichte“

konnte Dr. Lars

Bopf, Vorsitzender der Nobilia-

Geschäftsführung, zur Bilanz-

Presse konferenz in Verl verkünden.

Ein gewohntes Statement, das aber

trotzdem aufhorchen lässt. Denn

wie Bopf selbst betonte, war 2018

durch die Umverteilungen nach der

Alno-Insolvenz und das lange „Sommerloch“

für die ganze Branche

ein herausforderndes Jahr. Da sind

102 Mio. Euro mehr Umsatz – 9 Prozent

Plus – ein guter Ausgleich für

die durchgestandenen (Liefer-)Probleme.

Und bei 727.000 Kommissionen

beziehungsweise 7,27 Millionen

produzierten Schränken, rund

eine halbe Million mehr als 2017,

gibt es keinen Grund zu jammern.

Im Inland erhöhte sich der

Umsatz im Geschäftsjahr 2018 um

6,6 Prozent auf 642 Mio. Euro. Zu

berücksichtigen ist dabei, dass sich

auch Umsätze aus 2017 ins neue

Jahr verschoben haben, weil die

Auftragsflut nach dem Alno-Ausfall

nicht mehr zu bewältigen war.

Darauf wies Vertriebsgeschäftsführer

Dr. Oliver Streit hin. Zugleich

konnte Nobilia seine Position als

Marktführer noch weiter ausbauen.

Während die Menge mit

30,3 Prozent Marktanteil gleich

blieb (Stand Sept. 2018), stieg

der Anteil nach Wert von 31,1

auf 33,2 Prozent. Ein Signal für

das stetige Trading-up: So kletterte

der Durchschnittspreis für

eine Nobilia-Küche inklusive Elektrogeräte

auf 7.559 Euro. Dieser

liegt nun um 453 Euro über dem

Markt-Durchschnitt (7.106 Euro).

Insgesamt nahm der Geräteanteil

an den verkauften Küchen

um etwa ein Prozent zu, denn die

Komplettvermarktung aus einer

Hand gewinnt im Ausland immer

mehr Freunde. Hierzulande ist

diese allerdings leicht rückläufig,

weil die Großfläche verstärkt

Billigimporte vermarktet. Dafür

werden die bestellten Kommissionen

immer größer – was die Zahl

der produzierten Schränke ebenso

wachsen lässt wie die der Arbeitsplatten.

Sehr positiv stellt sich

die Nachfrage nach den robusten

„Xtra“-Platten dar. Zu den 13 Elektromarken

im Portfolio gehört seit

letztem Herbst auch Bora, um mit

„Basic“-Muldenlüftern den Hochwertbereich

zu verstärken.

Ungeschlagen hält Nobilia

seine Führungsposition insbesondere

im „Bauch“ des deutschen

Marktes. Laut GfK ist Nobilia in

Deutschland Marktführer in allen

Vertriebswegen. Dabei kommt das

Unternehmen im Segment 6.000

bis 8.000 Euro auf 52,8 Prozent

Anteil (bis September 2018). Im

Segment 10.000 bis 14.000 Euro

sind es auch schon 38,3 Prozent.

Was belegt, dass Nobilia immer

stärker als hochwertiger Hersteller

wahrgenommen wird. Entsprechend

erreicht der Marktanteil

mittlerweile 29,3 Prozent bei den

Küchenspezialisten, gegenüber

41,4 Prozent bei den Einrichtungshäusern

und 15,1 Prozent bei Mitnahme/SB

(jeweils nach Menge).

Da das Auslandsgeschäft überproportional

gewachsen ist – um

12 Prozent auf 585,5 Mio. Euro,

stieg auch die Exportquote auf fast

48 Prozent. Allein 41 Prozent des

Auslandsumsatzes entfallen auf

Frankreich, an zweiter Stelle steht

42 möbel kultur 3/2019


Nobilia-Exportumsatz 2018

(Anteile nach Ländern)

Benelux, gefolgt von Österreich.

Der Export nach China

erreichte 4 Prozent.

Vor allem im Ausland positiv

aufgenommen wird das Motto

„More than kitchen“, das seit der

Hausmesse auch die Themen Bad,

Hauswirtschaftsraum und Wohnwandplanungen

umfasst. „Wenn

es gut läuft, werden wir bis Ende

dieses Jahres 2 bis 3 Prozent

Nicht-Küchen-Umsatz haben“,

schätzt Streit, wobei Nobilia seine

Position als Hersteller von Küchen

behalten will.

Die eigenen Küchenstudios in

Schweden und England (Noblessa

Sverige bzw. Kütchenhaus)

sowie die Handelsbeteiligungen

in Frankreich (Ixina, Cuisine

Plus, Cuisines Références, Vanden

Borre) und Belgien (Menatam/èggo)

eingerechnet, war der

Umsatzsprung 2018 sogar noch

größer. Für die Unternehmensgruppe

Nobilia ergibt dies nominal

ein Plus von 9,4 Prozent bei 1,378

Mrd. Euro, also 118 Mio. Euro

mehr. Die Innenumsätze wurden

dabei eliminiert und auch nur

die Beteiligungs quoten sowie bei

den Franchise-Organisationen die

Franchisegebühren berücksichtigt.

Mit 3.596 Mitarbeitern zum

Jahresende 2018 lag die Zahl der

Beschäftigten um 281 über dem

Vorjahr. Das Engagement seiner

Mitarbeiter würdigte Nobilia

mit einer Sonderzahlung von

1.700 Euro für jeden zum

Jahresende.

Wie bereits bekannt,

wird Nobilia weiter kräftig in

die Zukunft investieren. Im letzten

Quartal 2018 wurde mit der ersten

Baustufe für das neue Werk III am

Gütersloher Hüttenbrink begonnen

(35.000 qm). Hier wird die

Produktion 2020 anlaufen. Ebenfalls

im nächsten Jahr soll Saarlouis

ans Netz gehen, wo die Fertigung

dann step by step hochgefahren

wird. Oder wie Bopf formulierte:

„gefühlvoll-dynamisch“.

Auch wenn alles auf Expansion

ausgelegt ist, werden die Aussichten

für 2019 als „vorsichtig optimistisch“

eingestuft, vor allem

durch das komplexere Umfeld,

zum Beispiel im Export. Doch

den Brexit sieht Vertriebsgeschäftsführer

Dr. Oliver Streit gelassen:

„Das wird unsere Welt nicht zum

Einsturz bringen“, selbst wenn

die „Nebengeräusche“ durch

die Zollabfertigungen den logistischen

Transfer belasten. Kein

Wort fiel indes in der Konferenz

über Pino. Denn die Ende 2017

von der Inhaber-Familie Stickling

übernommene Ex-Alno-Tochter

soll bewusst unabhängig für ihren

eigenen Erfolg wirtschaften.

HEIKE LORENZ

www.nobilia.de

2017 2018

Gesamt-Umsatz 1,126 Mrd. € 1,228 Mrd. € +9,1 %

Inlandsumsatz 602,5 Mio. € 642 Mio. € +6,6 %

Auslandsumsatz 523 Mio. € 585,5 Mio. € +12 %

Exportquote 46,5 % 47,7 % +1,2 %

Kommissionen p. a. 675.000 727.000 +52.000

Prod. Schränke p. a. 6,75 Mio. 7,27 Mio. +520.000

Marktanteil Inland (Menge) 30,3 % 30,3 % +/-0

Marktanteil Inland (Wert) 31,1 % 33,2 % + 2,1 %

Durchschnittspreis (Deutschl.) 6.859 € 7.559 € +700 €

Mitarbeiter 3.315 3.596 +281

Investitionen 105 Mio. € 128 Mio. € +13 Mio. €

3/2019 möbel kultur 43


KÜCHE

MHK: „Deutschlands größte Küchenparty“

Event mit der Lafer-Community

Von Flensburg bis zur Zugspitze: Am 9. März konnte die

ganze Nation an „Deutschlands größter Küchenparty“

teilnehmen. Veranstaltet von den Musterhaus Küchen

Fachgeschäften mit ihrem Markenbotschafter, Starkoch

Johann Lafer, war jeder eingeladen, über den Livestream

aus Lafers Kochschule in Guldental die professionelle

Zubereitung eines Drei-Gänge-Menüs in Echtzeit

zu verfolgen – und manche Kochfans nahmen auch

die Gelegenheit wahr, am eigenen Herd mitzukochen.

Ein multimediales und interaktives Event, von der

letztlich die ganze Community profitiert hat.

Icidelib usdandi orrumquae

quaspere des vitatquam,

exeremporem nam facid moluptam

inctem hil iliaepro blam ut

officatumMus voluptatus quiat

aceperrum velique niet, se alitae

nullab imagniaecum dest, officia

Selfie-fähig und instagramable:

Bloggerinnen, Hobbyköche und

Moderatorin Ruth Moschner („Grill

den Henssler“, r.) hatten ganz

offensichtlich viel Spaß beim Kochen

in Lafers Kochschule und teilten das

der großen Internet-Community mit.

Spinatschaumsuppe, dann steirischer

Kartoffelsalat mit

Schweinemedaillons im Knuspermantel

und zum Dessert ein Berliner-Auflauf

mit Gewürzfrüchten.

Ein Menü, bei dem einem das

Wasser im Munde zusammenläuft.

Appetitlich war aber vor allem die

Marketingidee. Kochshows liegen

schließlich weiterhin hoch im Kurs,

Johann Lafer ist fraglos ein bekannter

und anerkannter Küchenchef,

und für die Musterhaus Küchen

Fachgeschäfte war somit „Deutschlands

größte Küchenparty“ ein echter

Prestigegewinn. Per Livestream

schaltete sich Johann Lafer aus seiner

Kochschule in die teilnehmenden

Studios, in denen Händler und

Hobbyköche gemeinsam in den

Töpfen rührten. Vier Stunden lang

ließ sich außerdem zu Hause am

Bildschirm über die spezielle Website

verfolgen, wie Johann Lafer und

seine Crew inklusive Moderatorin

Ruth Moschner das Menü vorbildlich

zubereiteten.

Eine solche Küchenparty hat es

in der deutschen Küchenhandelslandschaft

in der Tat noch nie gegeben.

Beispiel für das Feedback:

„Deutschlands größte Küchenparty

war ein tolles Event, um mit anderen

Menschen über das Kochen

zusammenzukommen, gemeinsam

Spaß zu haben – und natürlich

auch, um auf unsere Expertise als

Küchenfachgeschäft aufmerksam

zu machen.“ So lautet das Resümee

von Andreas und Stefan Hoster.

In ihrem Fachgeschäft in Krefeld

trafen sich 15 Kochbegeisterte.

Und auch Jörg Durczak zeigt sich

zufrieden: „Hier im Kreis Heinsberg

stieß die Idee auf großen

Zuspruch.“ Schon vor der Aktion

hatten sich Kochinteressierte in

seinem Studio in Übach-Palenberg

über das Event informiert und die

Gelegenheit für einen Rundgang

durch die Ausstellung genutzt.

Wer Johann Lafer direkt über

die Schulter schauen wollte, konnte

sich vorab bei einem Gewinnspiel

um einen Platz am Herd neben

dem gebürtigen Steirer bewerben.

Einer dieser insgesamt acht Gewinner

war Nina Landahl aus Hamburg:

„Es war ein tolles Erlebnis,

direkt neben Johann Lafer zu

kochen. Bei ihm sitzt jeder Hand­

44 möbel kultur 3/2019


griff. Ich finde es spannend, Teil

der Community bei solch einem

Event zu sein.“

Johann Lafer selbst zeigte sich

während der Küchenparty begeistert

und motiviert zugleich.

„Deutschlands größte Küchenparty

hat zwei wichtige Komponenten

rund ums Kochen miteinander vereint:

gutes Essen und Geselligkeit.

Die Küche ist ein Ort, der Menschen

zusammenbringt. Durch den

Livestream wurden wir alle zu

einer großen Community“, so der

61-Jährige. Ruth Moschner gelang

es zwischendurch, dem Kochprofi

die ein oder andere Anekdote zu

entlocken und einen Blick in dessen

Töpfe zu werfen. Das von ihm

zusammengestellte Drei-Gänge-

Menü war so konzipiert, dass es

jedem Teilnehmer möglich war, als

Hobbykoch zu glänzen.

Damit auch wirklich jeder Teilnehmer

perfekt vorbereitet starten

konnte, wurden seit der Terminankündigung

im Januar auf musterhauskuechen.de

und Facebook die

Einkaufsliste sowie viele nützliche

Tipps rund um eine erfolgreiche

Küchenparty gepostet. „Solch eine

einmalige Aktion bedarf ausführlicher

Vorbereitung“, so Ralf Reinemann,

Geschäftsführer der federführenden

Werbeagentur Info-text.

Die besondere Herausforderung

bei der Kampagnenentwicklung:

Online und Offline verbinden.

„Das Internet ist allgegenwärtig.

Heute wird gestreamt und die

Kommunikation erfolgt über soziale

Netzwerke“, unterstreicht Reinemann.

„Wir wollen neue Wege

gehen. Das breite Dienstleistungsspektrum

der MHK Group bietet

im Bereich der Werbung ganz neue

Möglichkeiten.“ Gemeinsam mit

dem MHK Internetdienstleister

Macrocom entstand die Idee einer

multimedialen Küchenparty, die es

jedem Kochbegeisterten ermöglichte,

synchron daran teilzunehmen

– die gleichzeitig aber auch

auf die Kommunikationsstrategie

der Musterhaus Küchen Fachgeschäfte

einzahlt und mit dem Testimonial

Johann Lafer die Kompetenz

herausstellt.

Bereits im Januar gaben die

MHK Group und Johann Lafer auf

der LivingKitchen bei einer Presseveranstaltung

in Köln das große

Ereignis bekannt. Darauf folgten

Anzeigen, redaktionelle Beiträge in

Publikumszeitschriften wie

„Zuhause Wohnen“ oder „Für Sie“

sowie Radiospots, um das Kochvergnügen

anzukündigen. Einladungen,

Spots und andere Werbemittel

waren bereits fix und fertig

im kostenlosen Aktionspaket enthalten.

Alles in allem wurden so

über 40 Millionen Kontakte in der

Zielgruppe erreicht. Zudem begleiteten

die vier angesagten Lifestyle-Blogger

Anastasia Benko,

Renaade, Lou und Heike Relleomein

die Küchenparty auf ihren

Blogs und ihren jeweiligen Social-Media-Kanälen.

Damit konnten

selbst die Musterhaus Küchen

Fachgeschäfte profitieren, die nicht

aktiv das Event mitbegleitet haben.

Mit der Lafer-Party fiel zugleich

der Startschuss für eine vierwöchige

Aktion: Bis zum 1. Juni

erhalten Küchenkäufer on top das

„Küchen-Starter-Paket“ aus dem

Hause Johann Lafer, bestehend aus

einem Nussholz-Schneidebrett

sowie zwei hochwertigen Messern.

Für den Herbst ist bereits die

nächste Aktion geplant. Dann heißt

es: „Einfach. Lafer.“ Johann Lafer

und die Musterhaus Küchen Fachgeschäfte

zeigen dann Kücheninteressierten,

wie einfach lecker sein

kann und dass modernste Küchentechnik

für das perfekte Kochvergnügen

sorgt.

lafer.musterhauskuechen.de

Insgesamt acht Gewinner sowie

vier Blogger hatten das Glück,

an dem Event in Lafers Kochschule

teilzunehmen. Immer dabei:

die Kamera für das Lifestreaming.

Gewinnerin Tanja (u.) feierte in

Guldental sogar ihren Geburtstag.

Zur Einstimmung im Vorfeld dienten

„Lafers Augenblicke“ u. a. mit Tipps

zur Partyvorbereitung. Unten: Im

MHK-Studio Hoster in Krefeld trafen

sich 15 Koch- und Lafer-Fans.

3/2019 möbel kultur 45


IDEEN ZUR

LOOKINSPIRATION

ÖFFENTLICHE

EINBLICKE

/// Oftmals sind die Gestaltungen öffentlicher Räume mutiger als das

Private. Hier werden neue Formen, Farben und Materialien als Erstes

umgesetzt. Ladengeschäfte, Restaurants oder auch Bibliotheken

inspirieren und sorgen dafür, dass sich die Besucher an neue Optiken

herantasten. Die sie dann später auch für ihr Zuhause übernehmen.

48 möbel kultur 3/2019


Die Sofa- und Sessel-Kollektionen von Arper verleihen „Oodi“, einer neuen Bibliothek im Herzen von Helsinki,

eine wohnliche Atmosphäre. Hingucker ist außerdem die wellenförmige Deckengestaltung (ALA Architects).

3/2019 möbel kultur 49


POLSTER PREMIUM

WERTHER – DIE MÖBELMANUFAKTUR: HANDMADE MIT TRADITION

Hightech zum

100-JÄHRIGEN

4. GENERATION

Werther ist ein Familienunternehmen

mit 100 Jahren Vergangenheit und

besten Zukunftsaussichten: Doris

und Klaus Oberwelland haben ihren

Kindern Lea und Tim bereits einen

festen Platz im Unternehmen eingeräumt.

ERFOLGE FEIERN

Die Marke Werther aus Ostwestfalen

steht seit 100 Jahren für

Qualität, Handwerkskunst und

Wertbeständigkeit.

Seit vier Generationen steht der Name Werther für

gehobene Wohnkultur und Qualität made in Germany.

Mit Stolz blickt das Unternehmen im Jubiläumsjahr

sowohl auf das Erreichte als auch in die Zukunft des exklusiven

Interior-Designs. Der Anspruch an Design und handwerkliche

Expertise wird auch weiterhin der wichtigste

Antriebsmotor des Unternehmens bei der Entwicklung

individueller Polstermöbel, Stühle und Tische sein. Dabei

greift die Möbelmanufaktur rich tungsweisende Entwicklungen

wie smarte Funktionalität für kleinere Wohnräume auf,

ohne gleich jedem kurz lebigen Trend zu folgen.

Dem Familienunternehmen aus Ostwestfalen ist es stets

gelungen, seinen Werten treu zu bleiben und trotzdem mit

der Zeit zu gehen. „Vom Gründungsjahr 1919 bis heute

sind wir eine Manufaktur geblieben, ein Qualitätssiegel,

das heute vielleicht mehr denn je wertgeschätzt wird“,

erklären die Inhaber Doris und Klaus Oberwelland.

Das Jubiläum ist deshalb ein idealer Anlass, um diesen

hohen Anspruch mit einer ganz besonderen Aktion noch

einmal stilvoll zu unterstreichen. So hat der renommierte

Designer Jan Armgardt mit dem „W 100“ einen exklusiven

Ledersessel entworfen, der in einer limitierten Auflage von

100 Stück gefertigt wird. Der Clou: Zu jedem Sessel gibt

es maßstabsgetreue Modelle – durchnummeriert und vom

Designer persönlich handsigniert. Sammlerstücke, die

mit ihrer Formensprache und hohen handwerklichen

Verarbeitungsqualität sichtbar ausdrücken, was die

Werther- Möbel ausmachen.

Auch das Thema „Urbanes Wohnen“ hat die Manufaktur

mit Ingenieurs-Know-how, hoher Fertigungskompetenz

und ausgeklügelten Funktionen umgesetzt. „Wir

haben schon vor vielen Jahren erkannt, dass unsere

Kunden bei Polstermöbeln zunehmend Wert auf intelligente

und individuelle Detaillösungen legen“, berichtet

Doris Oberwelland. Auf diese Weise entstanden

für die Baukastensysteme „Variation“ und „Skagen“

Erweiterungen und Funktionen, die sich Wünschen,

aber auch Raummaßen anpassen. Parallel dazu werden

Solitäre entwickelt: Die Modelle „Silence“,

„Wave“, „Cosy“ oder auch der „Zipfel“-Hocker

wurden mit verschiedenen Designpreisen ausgezeichnet.

Werther – Die Möbelmanufaktur setzt

mit ihren hochqualifizierten Mitarbeitern und

jahre langem Fachwissen nahezu alle Wünsche um.

So dreht sich im Jahr 2019 alles um „Slow Living“.

Dazu gehört die Hygge-Bewegung ebenso wie Natural

Living – eine Hommage an die Gemütlichkeit, das

gemeinsame Erleben mit der Familie und Freunden

sowie die Entschleunigung vom Alltag. Hier dominieren

elegante Hölzer, wertvolles Leder, edler Samt oder feine

Wolle. Materialien, die seit jeher in der Produktion bei

Werther zum Einsatz kommen. „Durch die immense Stoff-

58 möbel kultur 3/2019


STATEMENTS SETZEN

Ob weltgewandter Solist oder talentierter

Teamplayer: Der stylische „Zipfel“ (l.)

macht in jedem Ambiente eine gute Figur.

Unten: Beim „Trick“-Stuhl fällt die runde

Form gleich positiv aus dem Rahmen.

Ebenso besonders: der drehbare Sitz.

und Ledervielfalt, die wir unseren Kunden bieten, ist im

Grunde genommen jedes Stück aus unserem Hause ein

Unikat“, unterstreicht Doris Oberwelland.

Auch Bodenständigkeit und Standorttreue sind den

Unternehmern wichtig: Für uns ist „Made in Germany“

ein echtes Qualitätssiegel. Darauf können sich unsere Kunden

verlassen“, versichert Klaus Oberwelland. Und freut

sich, dass diese Tradition auch in Zukunft fortgeführt wird:

„Bereits vor zwei Jahren haben wir einen sanften Generationenwechsel

eingeleitet und unseren Kindern Tim und

Lea einen festen Platz im Unternehmen eingeräumt“, so

der Chef „Auf den beiden lastet eine große Verantwortung,

denn sie sollen die Geschichte der Werther-Möbelmanufaktur

weiterschreiben.“ Eine Herausforderung, die sie

gern annehmen: „Mit den Werten unserer Eltern als Basis

und einer Menge neuer Ideen im Gepäck werden mein

Bruder und ich das Unternehmen weiterentwickeln“,

erklärt Lea Oberwelland. Und ihr Bruder Tim ergänzt:„Das

Thema Nachhaltigkeit wird uns dabei begleiten, wie bereits

unsere Eltern und Großeltern, für die es noch nie eine

Mode war, sondern Selbstverständnis.“

www.werther-moebel.de

MEISTERSTÜCKE

Auf 100 Stück streng limitiert: die

Jubiläums-Edition „W100“ (l.). Zu

jedem Sessel gehört ein maßstabs -

getreues Modell, das nummeriert und

von Jan Armgardt handsigniert ist.

Rechts: Ein Evergreen, der sich

seit Jahrzehnten immer wieder

neu erfindet: das Anbauprogramm

„Skagen“. Kombiniert

mit dem Sessel „Trick“.

3/2019 möbel kultur 59


SCHLAFEN

Die „Sleep-Lounge“ des

Fachverbands Matratzen-Industrie

e. V. war die ganze Messewoche

über Anlaufpunkt für die Branche.

„Sleep“: Fokus auf Nachhaltigkeit

Positive

Stimmung

in Köln

Emotionale Auftritte, umweltfreundliche

Entwicklungen und Smart-Home-Features:

Zur „imm cologne“ demonstrierte die Schlafen-

Branche wieder die ganze Bandbreite ihres

Könnens. Trotz eines durchwachsenen 2018

zeigten sie sich optimistisch, mit den Neuheiten

positiv ins kommende Jahr starten zu können.

Gelungener Jahresauftakt: Die

Matratzenbranche zeigte sich

mit dem Verlauf der „imm

cologne“ mehr als zufrieden. „Auch

für den Fachverband Matratzen-Industrie

e. V. und seine Mitglieder war

die ,imm cologne‘ ein erfolgreicher

Startschuss in das Jahr 2019“,

bekräftigte dann auch der Verein,

der mit zehn seiner Mitglieder stark

vor Ort vertreten war. Einem kam

dabei eine besondere Ehre zuteil:

Das dänische Unternehmen Re-Beds

erhielt für sein nachhaltiges Bett

„Alken“ als erster Aussteller der

Halle 9 den „Iconic Award“ in der

Kategorie „Innovative Interior“.

Daneben zeigte der Fachverband

Matratzen-Industrie aber auch wie

gewohnt selbst prominent mit seiner

„Sleep Lounge“ im Zentrum der

Halle 9 Flagge. Zu den Highlights

seiner Messe-Präsenz zählte unter

anderem wieder die alljährliche

„Meet@sleep“-Party, auf der in

diesem Jahr Dr. Ulrich Leifeld aus

„Drift“ von Hypnos verfügt über eine

obere Schicht, die aus recycelten

Plastikflaschen hergestellt wurde.

Die zweite Schicht besteht aus

Wolle, die Körperwärme speichert

und diese bei Bedarf wieder abgibt.

seinem Amt als Geschäftsführer verabschiedet

wurde. Sowohl der Verband

als auch die Koelnmesse dankten

ihm herzlich für seine engagierte

Arbeit in den vergangenen 13 Jahren,

in denen er sich immer klar zur

„imm cologne“ als Leitmesse der

deutschen Matratzenhersteller

bekannte. Diesen eingeschlagenen

Weg möchte sein Nachfolger Martin

Auerbach fortführen: „Für unseren

Verband und unsere Mitglieder hat

diese Messe einen sehr hohen Stellenwert

und es ist mir ein wichtiges

Anliegen, an der Fortentwicklung

dieses Erfolgskonzepts in Zukunft

aktiv mitwirken zu können“,

betonte er.

Die Hersteller hatten sich für

ihren diesjährigen Auftritt einiges

einfallen lassen: Im Mittelpunkt

standen dabei nachhaltige Produkte.

So hatte Dormiente Latex-Matratzen

mit Seegras, Rosshaar oder Hanf im

Gepäck. Hypnos präsentierte unter

anderem mit „Drift“ ein Premium-Modell,

dessen oberste Schicht

aus recycelten Plastikflaschen

besteht. Zudem ist das Unternehmen

eine Kooperation mit Wools of

New Zealand eingegangen – einem

Lieferanten, der ausschließlich mit

Farmern zusammenarbeitet, die

sich natürlicher, nach haltiger Land-

Fotos: Guido Schiefer


Der Stand der Bettzeit-Gruppe war gut besucht. Geschäftsführer Philipp Burgtorf

(o.) informierte die Besucher über den neuen Markenauftritt von Emma und

zeigte die dazugehörigen Werbespots.

wirtschaft verschrieben haben und

Wert auf die Reduzierung des

CO 2 -Ausstoßes und artgerechte Tierhaltung

legen. Auping stellte eine

„Cradle-to-cradle“-Matratze vor, bei

der jeder Bestandteil einzeln ausgetauscht

und in einer neuen Matratze

wiederverwertet werden kann.

Außerdem hatten die Niederländer

einen „Smart Bedroom“ inszeniert,

mit dessen technischen Entwicklungen

sich die Morgen- und Abendroutine

im Schlafzimmer automatisieren

lässt.

Mit ihren zahlreichen und innovativen

Neuerungen leisten die Aussteller

einen enormen Beitrag für ein

wirtschaftlich ordentliches 2019,

das der Branche nach den schwierigen

vergangenen Jahren auch sehr zu

wünschen wäre. Wie der Fachverband

Matratzen-Industrie unter

Berufung auf die verbandsinterne

Statistik mitteilte, wurden für 2018

deutlich rückläufige Absatz- und

Umsatzmengen im Vergleich zu den

Vorjahreszeiträumen verzeichnet. Als

leicht positives Signal sei zu werten,

dass die Umsatzeinbußen im vierten

Quartal weniger hoch waren als

noch im dritten Quartal. Allerdings

gestaltet sich das Winterhalbjahr

geschäftlich gesehen traditionell besser

als die Sommerzeit.

DORIS SCHMIDT

www.imm-cologne.de

www.matratzenverband.de

Tempur hat neue Kissen mit einem „Cool Touch“-Bezug entwickelt, der über eine

kühlende Wirkung verfügt. Die Kissen sind in acht verschiedenen Formen erhältlich.

Eine weitere

nachhaltige Neuheit

bei Auping: ein

Naturlatex, der aus

dem Saft des

brasilianischen

Kautschukbaums

gewonnen wird.

Eingesetzt wird diese

Latexschicht in den

Premium matratzen

„Maestro“ und

„Vivo“.

3/2019 möbel kultur 67


SCHLAFEN

Die Branche in Feierlaune

Stabübergabe

Am Messedienstag der „imm cologne“ zog es die Branche traditionell zur

„Meet@sleep“-Party in Halle 9. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Dr. Ulrich Leifeld

offiziell aus seinem Amt als Geschäftsführer des Fachverbands Matratzen-Industrie

verabschiedet. Er übergab den Posten nach 13 Jahren an Martin Auerbach.

2

3

4

1

1 Günther Matern und seine Band sorgten für ausgelassene Stimmung. 2 Im Gespräch: Marcel Bender (l.)

und Gerald Malta von Gemafa. 3 Doris Schmidt, „möbel kultur“, begrüßte Martin Auerbach in seinem neuen

Amt als Geschäftsführer des Fachverbands Matratzen-Industrie. 4 Sven Jeppson (l.), „möbel kultur“, freute

sich mit Thomas Bußkamp, Inhaber der Eurocomfort Group, über einen gelungenen Messeauftakt. 5 Tino

Goerke und Kristin Offer von Recticel mischten sich unter die Party-Besucher. 6 Axel Augstein vom VDB/BTE

tauschte sich rege mit Michael Sailer (r.), Geschäftsführender Gesellschafter von Werkmeister, aus.

7 Lars Brunsø, Inhaber von Re Beds,

feierte mit Andreas Eule, Geschäftsführer

von F.A.N Frankenstolz, und

Thomas Bauer, Geschäftsführer von

Tempur (v. l.), den erhaltenen Iconic

Award 2019. 8 Der ehemalige

Geschäftsführer des Fachverbands

Matratzen-Industrie, Dr. Ulrich

Leifeld, bedankte sich bei Claire

Steinbrück, Director der „imm

cologne“, und Matthias Pollmann,

Geschäftsbereichsleiter Messemanagement

bei der Koelnmesse

(v. l.), für die schöne Zeit.

5

6 7

8

72 möbel kultur 3/2019


9 10

11

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15

16

17

18

9 Stabübergabe: Matthias Pollmann,

Koelnmesse, Dr. Ulrich Leifeld, Thomas

Bußkamp, Eurocomfort Group, und Martin

Auerbach, Fachverband Matratzen-Industrie

(v. l.). 10 Das Hypnos-Team ließ den Messetag

gemeinsam ausklingen. 11 Dr. Dennis

Schmolzki, Geschäftsführer von Bettzeit, und

Natalia Fritz von Hoschke & Consorten.

12 Im Team unterwegs: Rudi Bohnen, Martin

Lill und Ludger Grzeszkowiak von Legett &

Platt (v. l.). 13 Philipp Burgtorf, Geschäftsführer

von Bettzeit (l.), und Jens Fischer von

Hilding Anders Schweiz. 14 Markus Kamps

von der Schlafkampagne (l.) zusammen mit

Winfried Weber von Hülsta. 15 Machten

sich vor Ort ein Bild über die Entwicklungen:

Oswald Schmidt (l.) und Johannes Stock

vom DIM. 16 Manfred Greiner von Röwa (l.)

zusammen mit Peter Frank von Velda.

17 Sarah Schädler, „möbel kultur“, traf auf

Thomas Schlosser, Leiter Produktpolitik und

Marketing bei Oschmann. 18 Petra Kerner (l.)

und Claudia Wieland vom Fachverband

Matratzen-Industrie hatten die

Party gut geplant.

3/2019 möbel kultur 73


SCHLAFEN

Hilding Sweden: Auf Erfolgskurs

Das Matratzen-Feeling

Im Oktober 2017 gestartet, blickt das Start-up Hilding Sweden, eine Tochtergesellschaft

der Hilding Anders Group, auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück.

Knapp 20 Mio. Euro Umsatz bei mehr als 150.000 verkauften Matratzen konnte das

Unternehmen mit Sitz in München verbuchen. Das Erfolgsrezept und was künftig alles

geplant ist, verrät Geschäftsführer Dr. Max Fischer.

Dr. Max Fischer, Geschäftsführer

von Hilding Sweden, sieht das

Unternehmen für die Zukunft gut

aufgestellt und prognostiziert

weiteres Wachstum.

Wir glauben

schlichtweg nicht

an die ‚eine

Matratze für alle‘.

möbel kultur: Herr Dr. Fischer, seit

etwas mehr als einem Jahr ist die Marke

Hilding Sweden am Markt und weist

beeindruckende Zahlen auf. Was war

bisher Ihr Erfolgsrezept?

Dr. Max Fischer: Ehrlicherweise sind

wir von unserem Erfolg selbst ein

wenig überrascht

worden. Wir sind

Ende 2017 mit der

Mission angetreten,

mittelfristig zu

einem ernst zu

nehmenden Spieler

im deutschen

Online-Matratzenmarkt

zu werden

und ich denke, das

ist uns bereits nach

einem Jahr gelungen.

Als Gründe für

unser schnelles Wachstum sehen

wir drei wesentliche Säulen, in

denen wir uns von vielen anderen

Matratzenherstellern – egal ob

Start-up oder etabliert – unterscheiden:

Produkt, Vertriebskanäle

und Marke. Im Hinblick auf unser

Produkt haben wir entgegen dem

Markttrend zu One-fits-all ein

kleines, aber konsistentes Produktportfolio

entwickelt, das beim

Kunden funktioniert und vernünftig

bepreist ist. Wir glauben

schlichtweg nicht an „die eine

Matratze für alle“.

Zudem haben wir mit Hilding

Sweden eine Marke geschaffen, die

die Kompetenz unserer Muttergesellschaft

Hilding Anders aus fast

80 Jahren Matratzenfertigung glaubwürdig

und skandinavisch-sympathisch

verkörpert, was beim Kunden

offensichtlich gut ankommt.

möbel kultur: Warum funktioniert Hilding

Sweden, trotz der schwierigen

Gesamtsituation am Matratzenmarkt?

Dr. Max Fischer: Zunächst muss man

sagen, dass wir mit unserem Fokus

auf den Onlinehandel auf ein

Marktsegment setzen, das im

Gegensatz zum stationären Handel

wächst – davon profitieren wir

natürlich. Dass wir im Online-

Markt schneller wachsen als viele

unserer Wettbewerber, liegt unserer

Meinung nach an den eingangs

geschilderten Punkten.

möbel kultur: Welches Umsatzziel setzen

Sie sich für dieses Jahr? Ist ein weiterer

Aufschwung zu erwarten?

Dr. Max Fischer: Unser Ziel besteht

darin, das sehr gute Ergebnis aus

dem letzten Jahr deutlich zu übertreffen.

Und ich bin fest davon

überzeugt, dass uns das gelingen

wird.

möbel kultur: Wie genau sieht die Vertriebsstruktur

aus?

74 möbel kultur 3/2019


Dr. Max Fischer: Unsere Vertriebsstruktur

ist simpel: Wir setzen derzeit

zu einhundert Prozent auf

Online, und hier verteilen sich

unsere Umsätze zwischen unserem

eigenen Online-Shop Hilding-Sweden.com

und den großen Marktplätzen

Otto.de und Amazon,

wobei die Marktplätze den weit

überwiegenden Anteil am Umsatz

ausmachen. Durch unser schnelles

Wachstum im letzten Jahr konnten

wir gerade mit Otto.de und Amazon

sehr vertrauensvolle und partnerschaftliche

Geschäftsbeziehungen

aufbauen.

möbel kultur: Planen Sie eine Ausweitung

Ihres Geschäftsmodells auch auf

den stationären Handel?

Dr. Max Fischer: Aktuell ist das nicht

geplant. Allerdings sind wir ein

junges und flexibles Unternehmen,

weshalb ich auch den stationären

Handel nicht kategorisch ausschließen

würde. Mit dem richtigen Partner

und einem innovativen Vertriebsansatz

sehe ich hier durchaus

Potenzial für Hilding Sweden.

möbel kultur: Welche Produkte haben

Sie im Portfolio? Soll dies noch erweitert

werden?

Dr. Max Fischer: Aktuell umfasst

unser Produktportfolio Matratzen

in diversen Technologien

(Schaumstoff, Federkern, Latex),

Topper, Lattenroste und Nackenkissen.

Wir arbeiten allerdings

daran, das Portfolio mit spannenden

Produkten in angrenzenden

Kategorien wie zum Beispiel Kissen,

Decken und Bettbezüge zu

erweitern. Hier werden wir schon

bald die ersten neuen Produkte

präsentieren. Perspektivisch sehen

wir Hilding Sweden als eine

Marke, mit der man sein komplettes

Schlafzimmer ausstatten kann.

vor der Kaufentscheidung

stehen. Von groß angelegten

Above-the-line Branding -

Aktivitäten halte ich im

Bereich Matratze nicht viel.

möbel kultur: Wo werden die

Produkte gefertigt und wie sieht

Ihr Logistiknetzwerk aus?

Dr. Max Fischer: Wir fertigen

unsere Produkte an diversen

Standorten in Europa.

Unsere Hauptwerke stehen

in Deutschland, Belgien

und Polen. Im Hinblick auf

die Logistik haben wir ein zentrales

Warenlager in der Mitte

Deutschlands.

möbel kultur: Inwieweit arbeiten Sie

mit der Muttergesellschaft Hilding

Anders zusammen? Wo liegen die

Synergien?

Dr. Max Fischer: Die Synergien sind

mannigfaltig: Zum einen ist die

Hilding-Anders-Gruppe natürlich

ein zentraler Lieferant für Hilding

Sweden, aber auch in den Bereichen

Produktentwicklung und

Perspektivisch sehen

wir Hilding Sweden als eine

Marke, mit der man sein

komplettes Schlafzimmer

ausstatten kann.

Qualitätssicherung arbeiten wir

eng mit der Muttergesellschaft

zusammen.

möbel kultur: Welches sind Ihre Kernmärkte

– in welche Länder wollen Sie

expandieren?

Dr. Max Fischer: Unser Kernmarkt ist

klar Deutschland, derzeit bereiten

wir jedoch die Expansion in andere

europäische Märkte vor. Im Fokus

stehen hier – trotz Brexit – Großbritannien,

Frankreich und Spanien.


KRISTINA TAPKEN

Das Hilding-Sweden-Portfolio soll

um Decken, Kissen und Bettbezüge

erweitert werden.

möbel kultur: Welche Marketingaktivitäten

haben Sie durchgeführt, um Hilding

Sweden bei den Endverbrauchern

bekannt zu machen?

Dr. Max Fischer: Wir haben von

Anfang an auch im Marketing voll

auf Online gesetzt. Und hier verfahren

wir in aller Regel nach dem

Prinzip, unsere Marketingaktivitäten

möglichst dicht am Verkauf auszurichten.

Das bedeutet, dass wir

mit unserer Marke und mit unseren

Produkten dort stattfinden wollen,

wo die Kunden bereits aktiv nach

einem Produkt suchen und kurz

3/2019 möbel kultur 75


lifestyle

Das große Krabbeln war nicht

nur bei Kare angesagt.

Tierische Sortimente – angefangen

von Seepferdchen über

Käfer bis hin zu Affen – bringen

exotisches Flair in die Wohnungen.

Gold setzt zudem edle

Akzente in Verbindung mit

dunklen Hölzern und sorgt so

für eine elegante Note. Auch

an der Wand spielt der

Edelmetall-Look eine große

Rolle. www.kare.de

Ambiente: Das sind die Trends 2019

Von der Natur

inspiriert

Mit neuer Rekordmarke von

136.000 Fachbesuchern aus

166 Ländern schloss die Ambiente,

die vom 8. bis 12. Februar in Frankfurt

am Main über die Bühne ging,

ihre Tore. Die Vorzeichen für ein

gutes Konsumjahr stehen nicht

schlecht. Während sich die Branche

2018 immerhin auf stabilem Niveau

bewegte, sollen 2019 wieder Zuwächse

generiert werden. Viele

Unternehmen feilen deshalb aktuell

an ihren Markenkernen und Positionierungen,

um im Handel noch

attraktiver zu sein. So fehlte es in

diesem Jahr nicht an innovativen

Produktideen.

Foto: Kare

Die Neugier im Vorfeld der Veranstaltung

auf das neue Hallenkonzept war groß.

So mancher Besucher musste seine eingetretenen

Pfade verlassen und veränderte

Wegeführungen entdecken. Doch zweifelsohne

stellte die Ambiente auch in neuer

Struktur die richtigen Weichen für das Konsumjahr

2019. Farbenfrohe Produkte warten

darauf, in den Läden schick inszeniert zu wer-

84 möbel kultur 3/2019


den. Kräftiges Grün, fröhliches Gelb, frisches

Türkis und kunterbunte Blüten auf Tellern und

Tassen geben viel kreativen Spielraum für die

Frühjahrs- und Sommersortimente. Von daher

hat die Industrie ihre Hausaufgaben gemacht,

damit der Handel die richtigen Kaufimpulse

setzen kann.

Besonders starke Anregungen kommen dabei

aus der Natur: Markante Käfer und strukturier-

tes Blattwerk bringen Urwald-Feeling ins Haus.

Gold setzt überall elegante Akzente. Darüber hinaus

kommen Art-déco-Reminiszenzen zum

Einsatz – häufig auf stilvollen Gläsern, die für

opulente Barkultur stehen. Equipment für Gin,

Whiskey & Co. sind aktuell genauso gefragt wie

ausgefallene Cocktailgläser. Im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte

gehören Trinkhalme aus Glas

ab sofort in jede Kollektion.

3/2019 möbel kultur 85


lifestyle

Bei Tisch stehlen Bowls herkömmlichen

Tellern die Schau. Die Allzweckschalen werden

für das Morgenmüsli genauso eingesetzt wie für

Suppen, Salate oder andere Speisen. Häufig bieten

die Porzellanmarken Kurzserien an, die sich

insbesondere an junge Zielgruppen wenden.

Neben der bunten Vielfalt, die aufgedeckt

wurde, feierten aber auch diverse Hersteller wie

Mono und Rosenthal ausgiebig „100 Jahre Bauhaus“.

So wurde die bekannte Form „Tac“ von

Walter Gropius in neue Dessins gekleidet und

wirkt damit aktueller denn je. Außerdem setzte

sich der Designer Hiromichi Konno in der Serie

„3Acts“ aus Schalen und Tellern mit dem Triadischen

Ballett von Oskar Schlemmer auseinander.

Beeindruckend waren auch die Auftritte in

Halle 3, in der Branchengrößen wie WMF, Zwilling

oder Fissler ihre Markenpositionierungen

in ausgefeilter Weise präsentierten. Überraschend

trumpfte Wüsthof in neuer Größe und

Aufmachung auf, während Elo ab sofort auf

globaler Ebene vertrieblich mit Fackelmann an

einem Strang ziehen will. In der neuen Halle 12

Blütezeit bei Kahla: Das

Dekor „Heyday“ verwebt

typische Pflanzen des

heimischen Gartens zu

einem üppigen Urwald

voller Exotik und

Energie. www.kahlaporzellan.com

Ganz rechts: Käfer

kommen auch bei Boltze

ganz groß heraus.

www.boltze.com

Unten: Das umfangreiche

Sortiment von

„Teas & C’S Contessa“

von Maxwell & Williams

bringt bunte Blumen

in Hülle und Fülle

und vielen Formen auf

den Tisch.

www.maxwellandwilliams.de

Botanik

Bowls

In Schale werfen für jede Gelegenheit: „It’s my love“

von Villeroy & Boch bietet unkonventionellen

Genuss. Das Geschirr wurde von jungen Leuten für

junge Leute entwickelt. Das Konzept besteht aus

den Trendkollektionen „It’s my match“ und „It’s my

moment“ und lässt sich vielseitig kombinieren.

www.villeroyboch-group.com

nutzten zudem diverse Unternehmen die Chance,

mit neuem Standkonzept alles auf Neuanfang

zu stellen, so auch Hailo, der mit Virtual-Reality-Erlebnis

sein innovatives Branding

lancierte.

Und so zog auch die Messe Frankfurt ein positives

Fazit: „Mit sehr guter Stimmung und gestiegenen

Besucherzahlen ging die Weltleitmesse

für Konsumgüter in Frankfurt zu Ende. 136.000

Fachbesucher (Vorjahr: 134.600) aus 166 Ländern

orderten auf der Ambiente 2019 für ihr

Business die neuesten Produkte, holten

sich Inspirationen für die Inszenierung

am POS und Impulse für die

digitale Zukunft“, sagte Messechef

Detlef Braun, der in Frankfurt auch

den Startschuss für den neuen

B2B-Marktplatz „Nextrade“ setzte.

Dahinter verbirgt sich eine Kooperation

der Messe Frankfurt mit Nmedia

und der EK Servicegroup, auf der

Händler an 365 Tagen Ware ordern

können. Was sich nach einem logischen

Schritt anhört, kommt schon einer Revolution

gleich, denn bislang haben sich

Messeplätze ausschließlich als physische

Orte des Handels begriffen: für alle Beteiligten

eine neue Herausforderung. Für die

Messegesellschaft besteht diese darin, die

4.451 Aussteller aus 92 Ländern, die aktuell

86 möbel kultur 3/2019


Natürliches Ambiente zaubert „Lucente“

von Leonardo in den Weingenuss.

www.leonardo.de

Schale statt Kelch lautet die Devise für

Champagner mit Eva Solo.

www.evasolo.com.

Cocktail- oder Martiniglas? Mit der Serie

von Ritzenhoff ist beides möglich.

www.ritzenhoff.de

Trinkhalme aus schwarzem Glas serviert Gefu.

www.gefu.com

auf einer Fläche von 306.500 qm präsentierten,

in das neue System zu integrieren. Für den Aufbau

von „Nextrade“ wird Nmedia seine im Portfolio

befindlichen 1.000 Händler und 500 Lieferanten

von der EDI-Plattform in den neuen

Marktplatz überführen. Und so läuft das Ganze in

der Praxis: Als Vertriebspartner wird die Messe

Frankfurt neue Lieferanten und Händler, die Teil

des Marktplatzes sein möchten, akquirieren. Die

Lieferanten pflegen die Daten ihrer Artikel auf

der Plattform in einen jeweils eigenen Webshop

ein. Händler können dann über „Nextrade“ in

den einzelnen Onlineshops nach Freischaltung

durch den jeweiligen

Lieferanten digital,

zentral und über einen

Kanal bestellen, statt manuell

bei jedem Lieferanten

einzeln zu ordern. Detlef

Braun sieht darin ein neues

Werkzeug, um im zunehmend

härter werdenden Wettbewerb zu

bestehen.

Auch wenn die Ambiente mit

einem Auslandsanteil, der erneut auf

nunmehr 85 Prozent gestiegen ist, sicherlich

zu den internationalsten Events im

Messe-Business gehört und einen hohen Status

einnimmt, will sie sich frühzeitig für das

digitale Zeitalter wappnen.

„Bei uns auf der Ambiente brummt der Welthandel

noch, auch wenn so manche Eintrübung

der Konjunktur sich bereits abzeichnet. Über

den Handelsknoten Ambiente adressieren Konsumgüterproduzenten

aus aller Welt die lokalen

und regionalen Märkte, und das weltweit. Somit

werden hier im Februar die Weichen für das

ganze Jahr 2019 und darüber hinaus gestellt.

Das belegen eindrucksvoll das Orderverhalten

und die Qualität der deutschen und internationalen

Einkäufer“, so Detlef Braun. Auch Thomas

Grothkopp, Hauptgeschäftsführer Handelsverband

Wohnen und Büro e.V. (HWB), zieht ein

positives Resümee: „Der Fachhandel hat auf

der Ambiente wieder intensiv

gearbeitet, wobei die durchdachte,

aber eben auch neue

Barkultur

Hallenstruktur eine Herausforderung darstellte.

Für den Handel – gleich welcher

Größenordnung – gibt es in Bezug auf

Neuheiten und Internationalität keine

Alternative zur Ambiente.“

Die Top-Ten-Besuchernationen nach

Deutschland waren Italien, China, Frankreich,

Großbritannien, Niederlande,

USA, Spanien, Schweiz, Russland und

Süd korea. Bei den Besuchern blieben die

Zufriedenheitswerte mit 94 Prozent stabil

auf hohem Niveau. Überproportionale

Besucherzuwächse gab es in diesem

Jahr weltweit, besonders aus

Südamerika mit Ländern wie Brasilien,

Ecuador und Mexiko, aus Europa mit

Großbritannien, Spanien, den Niederlanden

und Russland sowie aus Asien mit

China, Thailand und Indien, dem diesjährigen

Partnerland der Messe.

RITA BREER, SASCHA TAPKEN

3/2019 möbel kultur 87


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