2019_05_impuls

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impuls Magazin

LECHASCHAU | EHENBICHL | PFLACH

Startschuss für Ärztehaus in Pflach gefallen

Fachärztemangel soll durch großzügigen Neubau bald entschärft werden

Der akute Fachärztemangel im

Außerfern beschäftigt Politik und

Ärztekammer, aber auch die Bevölkerung

seit Jahren. Kein Mediziner

schien besonders Lust zu haben

sich im nordwestlichsten Bezirk

Tirols niederzulassen. Beschwerliche

Fahrten über den

Fernpass bis in die Hauptstadt

standen für viele Patienten auf der

Tagesordnung und sorgten nicht

selten für Unmut. Terminvereinbarungen

mit Spezialisten über

dem Fern gerieten zu einem Geduldspiel.

Halbjahresfristen waren

dabei keine Seltenheit. Das Aufsuchen

einer Ambulanz in der Innsbrucker

Klinik geriet ohne die

Überweisung eines Facharztes oft

genug zu einem Spießrutenlaufen

für die Betroffenen. Ein alles andere

als erfreulicher Zustand. Interventionen

von allen Seiten schienen

wenig zu nützen. Nach der

Ansiedlung eines Internisten im

Innovationszentrum von Pflach

vertieften die beiden Bürgermeister

Helmut Schönherr, Pflach und

Wolfgang Winkler, Ehenbichl ihre

Zusammenarbeit und waren sich

einig: In Pflach könnte ein Ärztehaus

entstehen. Im Gemeinderat

der Reuttener Nachbargemeinde

fiel auf jeden Fall kürzlich der Entschluss

beim Innovationszentrum

einen Neubau zu realisieren, in

dem Arztpraxen und Wohnungen

Platz finden. Mit neun zu vier

Stimmen hat man sich für ein Projekt

des Pflacher Architekten Egon

Hosp entschieden. Die beiden

rührigen Kommunalpolitiker haben

in der Zwischenzeit Kontakte

Bgm. Helmut Schönherr mit den Plänen für das neue Ärztehaus in Pflach.

zu anderen Spezialmedizinern geknüpft.

„Die Etablierung der beiden

war wie ein Dammbruch.

Seitdem steigt das Interesse von

Ärzten an unserem Standort“,

weiß Schönherr und verweist auf

den Bedarf an weiterem Raum. Es

soll also bis Ende 2020 ein „Haus

der Gesundheit“ entstehen, ein

Ärztehaus mit Praxen und Platz

für Wohnungen, darunter auch

betreubare.

Heimischer Architekt

Bei der letzten Gemeinderatssitzung

setzte sich der Entwurf von

Hosp durch. Das zu errichtende

Gebäude wird demnach neben

dem Erdgeschoss weitere fünf

Stockwerke erhalten und rund

2.700 Quadratmeter vermietbare

Fläche aufweisen. Die Gemeinde

wird den Grund auf Basis eines

Baurechtvertrages zur Verfügung

stellen. Den Bau soll eine gemeinnützige

Wohnbaugesellschaft

übernehmen. „Da gibt es mehrere

Interessenten“, sagt Bürgermeister

Schönherr, er rechnet mit einem

Bauvolumen von rund acht Millionen

Euro. „Es wäre fein, wenn

im Herbst der Baustart angesetzt

werden könnte, damit dann ab

2020 gebaut werden kann“, zeigt

sich Schönherr optimistisch und

rechnet mit einer Schlüsselübergabe

Ende des Jahres 2020.

Im Gespräch ist man mit einem

Hautarzt, einem Kinderarzt und

einem Allgemeinmediziner, erläutert

der Pflacher Dorfchef die gemeinsamen

Bemühungen mit seinem

Ehenbichler Kollegen Winkler

um weitere Ärzte. Noch sprechen

die beiden von einem

Wunschkonzert. Frühe Gespräche

seien aber insofern wichtig, um

den Medizinern die Gelegenheit

Foto: Nikolussi

zu bieten, in der Planungsphase

bei der Gestaltung der Praxen mitzuwirken,

um so nachträgliche

Adaptierungskosten vermeiden zu

können. Auch den Physiotherapeuten,

der sich derzeit noch in

das bestehende Innovationszentrum

zwängt, würde Schönherr

2020 gern im neuen „Haus der

Gesundheit“ sehen.

Platz für Sozialeinrichtungen

Außerdem würde auch von anderen

Sozialeinrichtungen Interesse

bekundet, die im neuen Haus neben

modernen Büros und modernster

Infrastruktur auch gute

Parkmöglichkeiten vorfinden werden,

meint Schönherr.

Ein besonders wichtiges Element

sind aber auch die Wohnungen,

die im Gebäude entstehen sollen.

Für die Gemeinde geht es um

Wohnraum, für den Wohnbauträger

um die Lukrierung von Wohnbaumitteln

des Landes, erklärt der

Bürgermeister. Was wird der Neubau

nun beinhalten? Etwa fünf

Ordinationen, acht bis zehn

Wohneinheiten für betreubares

Wohnen und noch einmal etwa 15

weitere Wohnungen. Insgesamt

seien nach derzeitigem Stand 25

Wohnungen eingeplant. „Das

können dann auch Mitarbeiterwohnungen

sein – oder jemand

aus dem Innovationszentrum will

nicht mehr pendeln und schafft

sich Wohnraum im Haus gegenüber.

Das Vergaberecht liegt auf jedem

Fall bei der Gemeinde“, betont

der Bürgermeister.

(irni)

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19. März 2019 7

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