Geistl-Mystisch-Uebernat-Leseprobe

id.design

Das Geistliche, Mystische und

Übernatürliche

Zweite Ausgabe

Harold R. Eberle

ID-DESIGN Medien


Das Geistliche, Mystische und Übernatürliche

Zweite Ausgabe

© 2010 by Harold R. Eberle

© 2019 der deutschen Ausgabe bei ID-DESIGN Medien,

Fichtelgebirgsstraße 49, 63454 Hanau,

www.id-de-sign.de, office@id-de-sign.de

ISBN: 978-3-941596-42-9

Satz & Cover Design: Bruno Zimmerli

Übersetzung: Anna-Maria Mangia

Lektorat: Monika Klümpen

Umschlagfoto: Linus Nylund on Unsplash

Bibelzitate wurden, soweit nicht anders vermerkt, der Schlachter

Übersetzung entnommen. (Copyright © 2000, Genfer Bibelgesellschaft,

CH-1204 Genf). Wiedergegeben mit der freundlichen Genehmigung.

Weitere verwendete Bibelübersetzungen (siehe Vermerke):

ELB: Revidierte Elberfelder Bibel (Rev. 26) © 1985/1991/2008

SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten

ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Dieses Buch darf auf keinen Fall - auch nicht teilweise - in einem Informations-Retrieval-System

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von ID-DESIGN Medien, mit Ausnahme von kurzen Auszügen

für Artikel in Zeitschriften oder Buchrezensionen.

Anfragen für Übersetzungen in andere Sprachen sind direkt an den

Autor zu richten.

Gedruckt in der Bundesrepublik Deutschland

2


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ...................................................................................... 3

Dank und Widmung .................................................................................... 5

Einleitung .................................................................................................. 6

Teil 1 – Der Bereich des Geistes und wie wir Zugang dazu

bekommen ........................................................................... 8

Kapitel 1 – Ein Bild des geistlichen Bereiches entwickeln ........................... 9

Kapitel 2 – Unser Kontakt zum geistlichen Reich ...................................... 14

Kapitel 3 - Wie man sich auf den Geist einstellen kann ............................. 20

Kapital 4 - Wie Spiritisten sich das geistliche Reich zu Nutze machen ...... 26

Kapitel 5 – Wie das menschliche Gehirn beeinflusst wird ......................... 34

Kapitel 6 – Die Flucht in den Geist............................................................40

Kapitel 7 - Türen ins geistliche Reich ....................................................... 45

Kapitel 8 – Schlüssel, um die Türe in den geistlichen Bereich zu öffnen .... 50

Kapitel 9 - Offene Türen, damit Kraft fließen kann ................................... 57

Kapitel 10 – Geistliche Manifestationen unterscheiden ............................. 65

Schlusswort ............................................................................................. 69

Teil 2 - Gottes Atem in uns ................................................. 70

Kapitel 11 – Die Herkunft von Geist und Seele des Menschen .................... 71

Kapitel 12 – Jeder Mensch hat den Atem Gottes ........................................ 76

Kapitel 13 – Die Wesensart des Geistes und der Seele des Menschen.........80

Kapitel 14 – Der ganze Mensch: Emotionen und Gedanken........................ 85

Kapitel 15 – Den Willen des Menschen identifizieren ................................ 91

Kapitel 16 – Das Herz des Menschen identifizieren ................................... 96

Kapitel 17 – Geboren aus unvergänglichem Samen.................................... 99

Kapitel 18 – Der Geist Gottes und der Geist des Christen ........................ 107

Kapitel 19 – Kann das Böse in einem Christen wohnen? ........................... 112

Kapitel 20 – Den Heiligen Geist freisetzen ............................................... 115

Schlusswort ........................................................................................... 120

Teil 3 - Dem Dualismus entkommen ................................... 121

Kapitel 21 – Richtig auseinanderdividieren ............................................. 122

Kapitel 22 – Den Willen Gottes kennen ................................................... 127

Kapitel 23 – Den Willen Gottes erfüllen .................................................. 132

Kapitel 24 – Diene Gott mit ganzer Seele ................................................ 137

Kapitel 25 – Seelische Kraft .................................................................... 142

Kapitel 26 – Den Fluss geistlicher Energie unterscheiden ........................ 151

Kapitel 27 – Dualismus: Saatbeet sexueller Perversion ........................... 158

Kapitel 28 – Die biblische Sicht von unserem Körper .............................. 164

Kapitel 29 – Ergreife dein Leben auf der Erde ......................................... 171

Kapitel 30 – Du bist ein menschliches Wesen ......................................... 179

Schlusswort ........................................................................................... 187

Teil 4 - Kraft und Tätigkeit des menschlichen Geistes.........189

3


Kapitel 31 – Geistliche Präsenz ............................................................... 192

Kapitel 32 – Über den Körper hinaus .......................................................198

Kapitel 33 – Der ausströmende Geist...................................................... 205

Kapitel 34 – Geistliche Kräfte und ihre Wirkung in der natürlichen Welt 209

Kapitel 35 – Die Kraft des gesprochenen Wortes ..................................... 217

Kapitel 36 – Geistliche Kraft: Richtig oder Falsch? ..................................227

Kapitel 37 – Manipulation des Verstandes ...............................................237

Kapitel 38 – Außerkörperliche Erfahrungen ........................................... 245

Kapitel 39 – Durch Raum und Zeit .......................................................... 254

Kapitel 40 – Träume verstehen .............................................................. 263

Schlusswort ........................................................................................... 274

Teil 5 - Geistliche Dynamiken zwischen Menschen ............. 276

Kapitel 41 – Bindung und Übereinstimmung............................................277

Kapitel 42 – Übertragung geistlicher Substanz ....................................... 283

Kapitel 43 – Der Geber der geistlichen Substanz .................................... 290

Kapitel 44 – Voraussetzungen für den geistlichen Austausch .................. 295

Kapitel 45 – Menschen, die als Einheit funktionieren ............................. 305

Kapitel 46 – Der Geist des Menschen und Autorität ................................. 315

Kapitel 47 – Gemeinsame Autorität in der Familie .................................. 321

Kapitel 48 – Autoritätsströme in der Gesellschaft ...................................327

Kapitel 49 – Eine geistliche Strömung verändern bzw. ihr entkommen ... 331

Kapitel 50 – Pyramidendynamik ............................................................ 338

Schlusswort ........................................................................................... 347

Notizen .................................................................................................. 348

4


Dank und Widmung

Pastor James Leuschen von Spokane half mir an vielen Stellen,

die vielen dogmatischen Streitfragen zu durchdenken und forderte

mich an zahlreichen Punkten heraus. Von Pastor John

Frady, Martha Brookhart, Pastor Peter Eisenmann, R. E.

McMaster und Dennis Jacobson bekam ich auch Input und redaktionelle

Ratschläge. James Bryson verdient besondere Erwähnung

für seine umfassende Arbeit, meine Gedanken umzustrukturieren

und zu klären. Tristan Kohl ist mein Endherausgeber.

Er ist unglaublich!

Am meisten jedoch schulde ich meinem Mitarbeiterstab, der

monatelang treu seine Zeit investiert und über Jahre hinweg in

Liebe gedient hat: Linda (meine Frau), Mike und Maria Clark,

Mike und Maribel Pillsbury, Andy und Debby Breismeister,

Frank und Jane Johnson, R. D. und Patti Smith. Diejenigen, die

diese Seiten lesen bitte ich, für meine Mitarbeiter, ihre Ehen,

ihre Kinder, ihr Leben und ihren Wandel mit Gott zu beten.

5


Einleitung

Ich war so hungrig nach dem Geistlichen und Übernatürlichen.

Vier Jahre lang verbrachte ich im Gebet. Mein ganzes Leben

lang war ich ein Sucher geistlicher Realitäten, aber als ich 31

Jahre alt war, da trat ich aus der Gemeinde, die ich pastoral

betreute, zurück und beschritt einen Lebensstil der christlichen

Mystik. An den Wochenenden reiste ich quer durch Nordamerika

und sprach in Gemeinden, aber an den meisten Werktagen

betete ich mehrere Stunden täglich. Ich las jedes Buch,

das ich finden konnte in Bezug auf die übernatürliche und

geistliche Dimension. Ich machte christliche Leiter ausfindig,

die mehr an Übernatürlichem erlebt hatten als ich. Ich flehte

um Antworten. Ich wollte verstehen. Ich wollte Gottes geistliche

Welt erleben und Seine Kraft in der Gemeinde vollkommen

freigesetzt sehen.

Es ist jetzt mehr als 20 Jahre her, als ich jene vier Jahre im

Gebet verbrachte. Ich habe seitdem die Welt bereist. Ein Großteil

meiner Zeit habe ich in Entwicklungsländern verbracht, in

denen das Übernatürliche offener ausgelebt wird. Mehrere

Jahre lang bin ich durch Afrika gereist, wo ich auf geistliche

Phänomene stieß und ausgiebig über damit in Beziehung stehende

Themen lehren musste. Heute habe ich immer noch nicht

alle Antworten. Ich habe geistliche Phänomene erlebt, die ich

nicht verstehe, aber ich bin weiter auf meinem Weg, als am

Anfang. Und ich bin überzeugt davon, dass Gott möchte, dass

seine Kinder in größere Manifestationen Seiner Kraft hineinschreiten.

Aus diesem Grund schreibe ich. Ich möchte sehen, dass die Gemeinde

in alles, was Gott für sie hat, hineinreift. So möchte ich

im Teil 1 dieses Buches ein Bild darüber schaffen, wie die geistliche

und die natürliche Welt sich gegenseitig beeinflussen und

in welchem Zusammenhang sie miteinander stehen. Dann, in

Teil 2, möchte ich eine Sicht der menschlichen Natur vorstellen,

die uns verstehen hilft, wie wir Zugang und Beziehung zur

geistlichen Welt haben können. In Teil 3 möchte ich einen Fehler

korrigieren, der häufig von Christen begangen wird, die

nach geistlichen Dingen streben. Schließlich, im 4. und 5. Teil,

6


werde ich geistliche Dynamiken erklären, die sich zwischenmenschlich

ereignen.

Ich werde viele Beispiele aus dem heutigen Leben vorbringen,

aber unser Leitfaden wird die Bibel sein. Zur Zeit des Alten Testaments

gab es „Prophetenschulen“. Diejenigen, die einen Hang

zum Geistlichen hatten, lernten viel über das Wirken Gottes

und die unsichtbare Welt. Ich hoffe, dass dieses Buch einen

ähnlichen Wert haben wird. Wir wollen es „die Schule des Geistes“

nennen.

Willkommen in meiner Klasse!

7


Teil 1 – Der Bereich des Geistes

und wie wir Zugang dazu

bekommen

Die geistliche Welt ist sehr nahe.

Wir haben Zugang zu ihr.

Lasst uns sie erforschen.

8


Kapitel 1 – Ein Bild des geistlichen Bereiches

entwickeln

Der Prophet Elisa betete einst für seinen Diener und sagte: „Ich

bitte dich Herr, öffne ihm doch die Augen, damit er sieht!“ (2.

Könige 6,17). Die geistlichen Augen des Dieners öffneten sich,

und er sah Pferde und feurige Streitwagen auf dem Berg vor

ihm. Gott erlaubte Elisas Diener, die geistliche Welt zu sehen,

und dieser war erstaunt.

Was wäre, wenn wir beteten und Gott unsere Augen öffnete?

Wie würde die geistliche Welt sich uns zeigen? Wenn die Mauern

verschwänden und die Decke sich auflöste und wir die gesamte

unsichtbare Welt sehen könnten, die uns umgibt, was

würden wir sehen? Wir können anfangen, dies zu beantworten,

indem wir ein Bild über die geistliche Welt entwickeln, ausgehend

von dem, was wir in der Schrift sehen.

Obwohl ich mich auf die geistliche und natürliche „Welt“ beziehe,

können wir uns ebenso als „Reich“ darauf beziehen. Dies

ist in gewissem Sinne zutreffender, denn beide Reiche existieren

in dieser einen Welt, die Gott geschaffen hat. Hebräer 11,3

sagt uns, dass das natürliche Reich aus dem Unsichtbaren geschaffen

wurde. Daher wissen wir, dass das unsichtbare, geistliche

Reich vor dem natürlichen Reich existierte. Ob wir uns

nun als „Welt“ oder „Reich“ darauf beziehen, man stellt es sich

am besten so vor, dass das Natürliche und das Geistliche sich

einander überlagern. Das geistliche Reich existierte vor dem

natürlichen Reich und wir können beide Reiche zum Zwecke

der Diskussion voneinander trennen, aber wir sollten stets im

Auge behalten, dass sie sich überlappen und den gesamten

Raum ausfüllen.

9


Das geistliche und das natürliche Reich

Das geistliche Reich ist der Bereich, in dem Engel leben und

interagieren. Michael, der Erzengel, wird als Befehlshaber der

göttlichen Engelsarmee offenbart. Die Bibel beschreibt einige

schöne Engel (z.B. Jesaja 6,2; 2. Mose 25,20), aber es gibt

ebenso geistliche Kreaturen, die für Menschen gewaltig und

Furcht erregend sind. Der Prophet Hesekiel sah vier lebendige

Wesen, jeder von ihnen hatte vier Gesichter: das eines Menschen,

eines Löwen, eines Stieres und eines Adlers (Hes. 1,4-

21). Als diese lebendigen Wesen sich gemeinsam bewegten, da

leuchteten Blitze um sie herum auf und dieser Anblick war für

Hesekiel furchterregend. Solche und auch andere Kreaturen,

die in der Bibel beschrieben sind, sind keine Dämonen, sondern

geistliche Kreaturen, die an Gottes Seite leben.

Es gibt auch eine böse Seite, dort wo Satan über seine Dämonen

regiert. Satans Reich ist das Herrschaftsgebiet der Finsternis,

während Gottes Königreich das Königreich des Lichtes ist.

Diese zwei Autoritäten befinden sich nicht auf der gleichen

Ebene. Wir sollten Satan nicht als Gegenstück Gottes sehen. Satan

ist lediglich ein erschaffendes Wesen. Es ist zutreffender,

wenn wir Satan als Gegenstück von Michael ansehen. Außerdem

wurde Satans Reich der Finsternis dem Reich Gottes unterworfen.

Jesus wurde weit über jede Herrschaft und Autorität

erhöht (Eph. 1,20-22).

Es gibt viele Dinge im geistlichen Reich – keine Bestandteile

von körperlicher Substanz, sondern Dinge mit geistlicher Substanz,

für uns unsichtbar, aber tatsächlich real. In Epheser 1,3

10


wird uns mitgeteilt, dass Gott uns „gesegnet hat mit jedem

geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus.“

Denjenigen, die Ihn lieben, hat Gott viele Segnungen bereitet.

Ebenso wie dieses Reich reale Dinge enthält, die aus natürlichen

Substanzen bestehen (Gestein, Wasser, Holz, etc.), so hat

auch das geistliche Reich Dinge von geistlicher Substanz. Es ist

ein Reich voller unsichtbarer Schätze.

Es ist ebenso wichtig zu erkennen, dass die Gesetze, die die

geistliche Welt regieren, sich von den natürlichen Gesetzen unterscheiden.

Im natürlichen Reich existiert das Gesetz der

Schwerkraft. Im geistlichen Reich gibt es solch ein Gesetz

nicht; deshalb können sich geistliche Wesen ohne körperliche

Begrenzungen frei umherbewegen. Einige haben fälschlicherweise

daraus gefolgert, dass es im Geist weder Raum noch Entfernung

gibt. Es wäre zutreffender zu sagen, dass es Raum gibt,

geistliche Wesen jedoch davon nicht begrenzt werden, so wie

es bei uns im natürlichen Reich der Fall ist.

Dieser Punkt ist wesentlich für unsere späteren Erläuterungen.

Deshalb wollen wir uns einen Moment Zeit nehmen, um diese

Aussage zu festigen.

Wir wissen, dass es Raum gibt, denn Satan ist nicht zu jeder

Zeit an allen Orten. Im Buch Hiob Kapitel 1 sagt Satan zu Gott,

er sei auf der Erde umhergestreift. Satan erfüllt die Erde nicht;

er ist vielmehr zu jeder Zeit auf einen Ort begrenzt. Die Tatsache,

dass Satan, um mit Gott zu sprechen, zuerst in den Thronraum

Gottes gehen muss, lässt darauf schließen, dass Entfernung

und Ort im geistlichen Reich irgendeine Bedeutung haben.

Obwohl Entfernung und Raum geistliche Realitäten sind, sind

die Begrenzungen nicht dieselben, wie auf der Erde. Betrachten

wir Lukas 8,26-39, als unser Herr Jesus eine Legion Dämonen

aus einem gewissen Mann austrieb. Zur Zeit der Bibel bestand

eine römische Legion aus etwa 2000 bis 6000 Soldaten. Da

eine Legion Dämonen aus einem Mann herauskam, müssen

Größe und Raum im geistlichen Reich eine andere Bedeutung

haben als diejenige, die wir im natürlichen Reich gewohnt sind.

11


Es gibt räumliche Entsprechungen zwischen dem geistlichen

und dem natürlichen Reich. Als Elisas Diener die feurigen

Streitwagen sah, befanden diese sich auf dem Berg (2. Könige

6,17). In der Bibel sehen wir in der Tat viele solcher Beziehungen

zwischen natürlichen Bergen und geistlichen Autoritätspositionen.

So ist beispielsweise Gott Mose auf dem Berg Sinai

begegnet. An einem anderen Ort sah Jakob eine Treppe, auf der

Engel hinauf- und hinabstiegen; Jakob stellte einen Gedenkstein

an jenem Ort auf, um den physischen Ort, der dem geistlichen

Ausgangspunkt entsprach, zu markieren (1. Mose 28,10-

22). Sogar die Tatsache, dass Dämonen danach streben, ein

menschliches Gefäß zu bewohnen, lässt darauf schließen, dass

sie eine Anbindung an physische Orte haben.

Es gibt sowohl im geistlichen als auch im natürlichen Reich

Orte des Lichtes und der Dunkelheit. Das geistliche Reich ist

keine homogene Masse. Es gibt „heiße“ und „kalte“ Flecken. Es

gibt heilige und entweihte Orte. Das geistliche Reich überlappt

das natürliche Reich und Ereignisse stehen oftmals in Wechselbeziehung

zu beiden Bereichen.

Zum Schluss wollen wir noch ein weiteres Gesetz und seine Bedeutung

für das geistliche Reich betrachten. Bei diesem Gesetz

handelt es sich um Zeit. Begehe nicht, wie so mancher, den Fehler,

anzunehmen, dass Zeit im geistlichen Reich nicht existierte.

Einige Christen haben Offenbarung 10,6 missverstanden,

welche in der Schlachter 2000 Version sagt: „Und es wird

keine Zeit mehr sein.“ Tatsächlich macht dieser Vers keine

Aussage über die Existenz von Zeit. Er steht vielmehr im Zusammenhang

mit Gottes kommendem Gericht; der Schreiber

drückt dadurch aus, es wird keine Zeit mehr sein, bevor das

Gericht anbricht.

Im geistlichen Reich gibt es Zeit. Gäbe es keine Zeit, dann

würde Satan, der ein geistliches Wesen ist, die ganze Zeit hindurch

existieren und wüsste alles, vom Anfang bis zum Ende.

Eines Tages wird Gott Satan in den Feuersee werfen, wo er „gepeinigt

werden wird Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit“

(Offb. 20,10). Gäbe es im geistlichen Reich keine Zeitbeschränkungen,

würden Dämonen dem Gerichtsurteil Gottes einfach

entfliehen und sich in eine andere Zeitperiode hineinbegeben.

12


Dämonen sind in der Zeit begrenzt, obwohl sie im geistlichen

Reich leben.

Von Bedeutung ist ebenso, dass die Dinge im geistlichen Reich

sich verändern. Vor 2000 Jahren beispielsweise fuhr Jesus in

den Himmel auf, weit über jede Herrschaft und Autorität. An

einem bestimmten Zeitpunkt rebellierten Dämonen und wurden

dann, an einem anderen Zeitpunkt der Autorität, unseres

Herrn unterworfen. Gäbe es im geistlichen Reich keine Zeit,

dann könnte sich auch nichts verändern.

Wir wissen nicht, ob die Zeit schon immer existierte oder ob

sie „am Anfang“ begann. Alles, was wir sicher wissen, ist, dass

die Zeit jetzt existiert und zwar sowohl im natürlichen als auch

im geistlichen Reich. Nach dieser Aussage müssen wir klarstellen:

Es ist möglich, dass Gott beides überschreitet, die Zeit und

den Raum. Er ist nicht begrenzt, wie die geschaffenen Wesen.

Mit diesem Grundverständnis können wir fortfahren, unsere

Beziehung zum geistlichen Reich zu erforschen – wie wir sie

beeinflussen und wie sie uns beeinflusst.

13


Kapitel 2 – Unser Kontakt zum geistlichen

Reich

Christen glauben, dass das Wesen des Menschen aus mehr besteht

als nur dem physischen Leib. Jede Person hat einen unsichtbaren

Anteil, auf den Bezug genommen wird, wenn man

vom Geist oder von der Seele spricht. Kapitel 2 dieser Studien

widmet sich dem Thema, die Natur und Funktion von Geist und

Seele zu erklären. An dieser Stelle werde ich lediglich auf den

unsichtbaren Teil des menschlichen Wesens, nämlich den

Geist, Bezug nehmen.

Der Geist eines Menschen lebt im geistlichen Reich. Gerade

jetzt, während du diese Worte liest, lebst du in zwei Reichen.

Wie der Körper in direktem Kontakt mit dem natürlichen Reich

ist, so ist der Geist in direktem Kontakt zum geistlichen Reich.

Der christliche Glaube sagt genau dies aus, obgleich viele nicht

bedacht haben, welche Bedeutung dies für sie hat.

Du lebst in zwei Reichen

Christen erleben das geistliche Reich anders als Nicht-Christen.

Christen haben innerhalb des geistlichen Reiches Zugang

zum Reich Gottes. Gläubige wurden aus dem Machtbereich der

Finsternis ins Königreich des Lichtes versetzt (Kol. 1,13). Der

Geist eines Nicht-Christen steht zwar in Verbindung mit dem

geistlichen Reich und er kann dieses Reich auch erleben, jedoch

nicht die Fülle von Gottes Segnungen, denn „... wenn jemand

nicht von neuem geboren wird, so kann er nicht in das Reich

Gottes eingehen!“ (Joh.3,3). Sowohl Christen als auch Nicht-

14


Christen werden durch das geistliche Reich beeinflusst, Gläubige

jedoch haben viel uneingeschränkter Zugang zu Gott.

Wenn außerdem Nicht-Christen „sich in den Geist begeben“

(dies wird im nächsten Kapitel erklärt), dann setzen sie sich

dem Bösen aus. Ihre Geister sind offene Türen für das Wirken

dämonischer Einflüsse. Im Gegensatz dazu beeinflusst der

Christ beides, Gottes Königreich und Satans Herrschaftsgebiet.

Matthäus 18,18-19 lehrt uns: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr

auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein,

und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst

sein.“ Natürlich können Gläubige durch böse Mächte beeinflusst

und vom Teufel versucht werden, aber der Gläubige hat

auch Zugang zur Kraft und zu den Segnungen Gottes.

Wir wollen erkennen, wie ein Mensch Dinge im geistlichen

Reich wahrnehmen kann. Erinnere dich an den vorhergehenden

Punkt: der Geist eines Menschen lebt im geistlichen Reich

und steht mit ihm in ständigem Kontakt. Jeder hat geistliche

Sinne. So wie Jeder physische Sinne hat (Hören, Sehen, Fühlen,

Schmecken und Riechen), mit denen er wahrnimmt, was im natürlichen

Reich geschieht, so hat jeder auch geistliche Sinne,

die ihm mitteilen, was im geistlichen Reich gerade geschieht.

Einigen Christen ist nicht bewusst, dass sie geistliche Sinne haben.

Ich möchte es ihnen verdeutlichen, indem ich sie frage,

„wurdest du jemals vom Bösen versucht?“ Die offensichtliche

Antwort ist immer bejahend. Meine nächste Frage, „wenn derjenige,

der dich versucht, ein Dämon ist, wie kannst du dann

hören, was er zu dir sagt?“ Der Teufel und seine Dämonen leben

im geistlichen Reich. Wenn du sie hören kannst, dann bedeutet

dies, dass du die Fähigkeit hast, geistliche Eindrücke zu

hören, folglich hast du geistliche Ohren.

Die Bibel offenbart, dass jeder Mensch geistliche Sinne hat,

jene Sinne aber in unterschiedlichem Maße empfänglich sind.

Beachte, als Elisa betete, dass die Augen seines Dieners sich

öffneten (2. Kön. 6,17), da betete er nicht darum, dass sein Diener

Augen empfangen sollte, sondern dass die Augen, die er

hatte, sich öffnen sollten. Ähnlich verhält es sich im Neuen Testament,

als Paulus in seinem Gebet ausdrückt, dass die Augen

15


des Herzens der Christen sich öffnen mögen (Eph. 1,18). Viele

Bibelpassagen sprechen darüber, dass die „Ohren“ mancher

Menschen sich für Gott öffnen sollen, während sie sagen, dass

die Ohren von anderen verschlossen sind. Hierbei geht es nicht

darum, dass die Menschen diese geistlichen Sinne empfangen

sollten, sondern dass sie eine neue Belebung ihrer Sinne

brauchten.

Die „Belebung“ der geistlichen Sinne einer Person kann durch

die Unterstützung guter oder böser geistlicher Wesen geschehen.

In Apostelgeschichte 16,16-18 lesen wir von einer Frau, die

durch einen Wahrsagegeist die Zukunft voraussagen konnte.

Jener Geist war ein Dämon, den der Apostel Paulus später austrieb.

Es gibt auch Menschen, die Gott auf übernatürliche Weise befähigt

hat, die Dinge des geistlichen Reiches wahrzunehmen.

Schauen wir, was uns über Daniel gesagt wird:

… weil bei ihm ein vortrefflicher Geist, Verstand

und Scharfsinn gefunden wurde zur Deutung von

Träumen, zur Erklärung von Rätseln und zur Auflösung

von Knoten, nämlich bei Daniel … (Dan.

5,12)

Gottes Geist war es, der Daniel auf diese Weise begabt hatte.

Entsprechend hat im Neuen Testament der Heilige Geist viele

befähigt, Dinge im geistlichen Reich wahrzunehmen und zu

verstehen.

Nicht nur diejenigen, die besondere Begabungen haben, sind in

der Lage, die Wirklichkeiten des Geistes wahrzunehmen. Natürlich

gibt es einige, die entweder durch dämonische oder

durch Gottes Bevollmächtigung bestimmte Befähigungen haben,

dennoch hat jedes menschliche Wesen einen Geist mit einer

geistlichen Empfindsamkeit. Diese „Verfügbarkeit allem

gegenüber“ ist insbesondere für Christen wichtig, denn der

Heilige Geist möchte im Leben eines jeden Gläubigen wirken,

indem er den Willen Gottes und die Realitäten Seines Königreiches

offenbart (1. Kor. 2,10-13). Dinge vom Heiligen Geist zu

16


empfangen, ist nicht nur einfach eine Möglichkeit für einige

Christen, sondern das Privileg aller Christen.

Viele Christen glauben nicht, dass Gott sich Menschen direkt

mitteilt. Sie glauben, dass der Teufel die Gedanken im Verstand

und im Herzen eines Menschen inspiriert, aber sie glauben

nicht, dass Gott dasselbe tut. Sie haben mehr Glauben am Treiben

Satans als am Werk Gottes. Das ist dumm und tragisch.

Wenn Gott zu den Christen spricht, dann ist das für gewöhnlich

keine hörbare Stimme, die aus dem Himmel kommt. Gott kann

in dieser Art und Weise sprechen, was er in der Bibel auch

mehrmals getan hat (z.B. Apg. 9,4-7); für gewöhnlich jedoch

lässt er seine Gedanken und Begehren durch unseren Geist auf

unser Bewusstsein und unser Herz einfließen. Der Apostel Paulus

erklärte dies folgendermaßen:

Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen

Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen

Gottes. Denn wer von den Menschen kennt die

Gedanken des Menschen als nur der Geist des Menschen,

der in ihm ist? So kennt auch niemand die

Gedanken Gottes als nur der Geist Gottes. Wir aber

haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern

den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen

können, was uns von Gott geschenkt ist. (1. Kor.

2,10-12)

Der Wille und die Gedanken Gottes werden uns durch den Heiligen

Geist kundgetan, der die Dinge unserem Geist offenbart.

Die Kommunikation, die der Heilige Geist mit dem Geist eines

Menschen hat, ist nicht dieselbe, wie die Kommunikation, die

Menschen auf natürlicher Ebene mit anderen menschlichen

Wesen haben. Paulus erklärte, dass geistliche Wahrheiten nur

auf geistliche Art und Weise weitergegeben werden können (1.

Kor. 2,7-13). Die Sprache – und sogar die Worte, die wir entwickelt

haben, um uns mit den Menschen dieser Welt verständigen

zu können – sind ungeeignet, um geistliche Wahrheiten zu

vermitteln. Unsere natürlichen menschlichen Gedankenmuster

sind nicht dazu in der Lage, viele der geistlichen Wahrheiten,

17


die Gott uns mitteilen will, aufzunehmen. Aus diesem Grund

erklärt Paulus in 1. Korinther Kapitel 2, dass der Mensch mit

einer natürlichen Gesinnung die Dinge des Geistes nicht aufnehmen

kann. Geistliche Gedanken können nur an geistlich gesinnte

Menschen weitergegeben werden. Die Vermittlung

geistlicher Wahrheiten muss auf der Ebene des Geistes stattfinden.

Auf welche Weise kommuniziert der Heilige Geist denn nun mit

unserem Geist? Es gibt Zeiten, in denen Gott Worte und Gedankenmuster

benutzt, die unserem natürlichen Denken vertraut

sind, aber in erster Linie benutzt er geistliche Eindrücke. Der

Heilige Geist offenbart uns den Willen Gottes durch Aufwühlen,

Anstupsen, Worte, geistliche Bilder, Bürden und Salbung. Hesekiel

erklärte, dass der Geist in uns wirkt und „uns dazu veranlasst“,

den Willen des Vaters zu tun (Hes. 36,27). Der Apostel

Paulus schrieb, dass der Geist des Christen „lebendig“ sei (Röm.

8,10), womit er besagte, dass unser Geist empfänglich und

empfindsam für Gott ist. Es ist so, als ob der Heilige Geist uns

streift und uns von innen heraus gemäß den Plänen und Absichten

Gottes leise schubst.

Ferner gibt es eine Kommunikation im Geist, die mit menschlichem

Verstand nicht erklärt werden kann. Wir nennen dies Offenbarung.

Eine Person „weiß es“ schlicht und einfach. Sie

weiß nicht, wie dieses Wissen zustande kommt. Sie hat das

Wissen nicht durch Erfahrung, Bildung oder aufgrund logischer

Schlussfolgerungen erlangt. Wie ein Licht, das vom Projektor

an die Leinwand geworfen wird, so wird die Führung Gottes

durch den Geist offenbart und auf das Bewusstsein reflektiert.

Einige würden dies Intuition nennen, aber das wird der Rolle,

die Gottes Geist dabei spielt, nicht gerecht. Ich sage nicht, dass

das gesamte intuitive Wissen von Gott kommt, aber es gibt eine

reale Übertragung von Information, die direkt vom Heiligen

Geist auf den Geist eines Menschen stattfindet.

Jede geistliche Kommunikation besitzt die Qualität, ähnlich einer

sanften Brise. Jesus erklärte:

18


Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen;

aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin

er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren

ist. (Joh. 3,8)

Das Werk des Heiligen Geistes ist wie das Wehen des Windes.

Bilder, Worte, Eindrücke, Bürden, Anstupser, etc. – dies ist das

Wirken des Geistes, wenn er an dem Geist eines Christen tätig

ist und ihm Dinge offenbart.

Geistliche Kommunikation – wie ein Windhauch

Gott spricht auch auf anderen Wegen zu Menschen wie durch

das geschriebene Wort, andere Menschen, Umstände, Ereignisse,

etc. Wir dürfen unser Denken nicht nur auf das Geistliche

beschränken. Unsere Absicht in diesem Buch ist, das Reich

des Geistes zu verstehen und uns ihm zu öffnen.

19


Kapitel 3 - Wie man sich auf den Geist

einstellen kann

Wie können Menschen sich auf den Geist einstellen? Wie können

du und ich in der geistlichen Dimension Zugang zu Gott und

zu seinen Segnungen bekommen? Gott hat uns in zahlreichen

Bibelversen mitgeteilt, dass wir Ihn finden werden, wenn wir

Ihn mit unserem ganzen Herzen und mit unserer ganzen Seele

suchen (z.B. 5. Mose 4,29). Dieses Finden Gottes ist nicht im

gewöhnlichen Sinne gemeint, nämlich dass Gott jede Minute o-

der jeden Tag mit uns ist. Es ist möglich, Gott in einer Weise

zu suchen, dass Er uns wirklich sich selbst offenbart und sich

uns in größerem Ausmaß bekannt macht.

Wie können wir Ihn denn finden? Denke an die Worte unseres

Herrn:

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn

im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh. 4,24)

Dies sagte der Herr zu einer Samariterin, die Jesus in Bezug auf

verschiedene Anbetungsformen befragte – ob die Menschen

Gott auf einem bestimmten Berg oder an einem anderen Ort

anbeten sollten (Joh. 4,20). Sie war auf natürliche Aspekte der

Anbetung konzentriert. Jesus änderte ihre Sichtweise vom Natürlichen

zum Geistlichen, indem er erklärte, dass „Gott Geist

ist“ – was bedeutet: Er lebt im geistlichen Reich. Als Gott darstellte,

dass er „Geist“ ist und dass wir Ihn „im Geist“ anbeten

müssen, vertrat er den Standpunkt, dass wir in Sein Reich gehen

müssen, um mit Ihm Beziehung zu haben.

Ich kann dies mit meiner Beziehung vergleichen, die ich gerade

jetzt zu dir habe. Ich lebe im Staat Washington in den U.S.A.

Würde ich sagen, „Ich bin ein Amerikaner, der in Washington

lebt“, dann würde ich meinen Wohnsitz angeben. Ich könnte

dann sagen, „Wenn du mit mir sprechen willst, dann musst du

nach Washington kommen.“ Natürlich kannst du die Dinge lesen,

die ich geschrieben habe, aber wenn du wirklich mit mir

reden willst, dann wirst du dorthin gehen müssen, wo ich lebe.

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