ewe-aktuell 1-19

eineweltengagement

Magazin des eine-welt-engagement mit Berichten und Eindrücken deutscher Freiwilliger in Sambia und sambischer Freiwilliger in Deutschland

Jahrgang 22 - April 2019

Erfahrungen für die Zukunft

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE

Die Zeit vergeht

Berichte der Freiwilligen Was macht eigentlich ...?


Seite 2

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

hier ist er nun: der von Johann Heilmann im Dezember

angekündigte Wechsel in der Redaktion der ewe-aktuell.

Beginnend mit dieser Ausgabe werde ich versuchen, in

Johanns große Fußstapfen zu treten und seine Arbeit

für das Sprachrohr unseres Vereins weiterzuführen.

Inhaltsverzeichnis

2

Editorial

Johann als langjähriges

Mitglied und als

ehemaliger Freiwilliger

kennt Sambia

aus unmittelbarer

Anschauung und so hat

er die ewe-aktuell auch

immer mit eigenen,

spannenden Artikeln

bereichern können. Mein

Hintergrund ist ein etwas

anderer: der Kontakt

zum ewe und zu Sambia ist durch meine Tochter

Lea entstanden, die 2014/15 als Freiwillige nach

Mazabuka gegangen ist. Seither bin ich ein „Fan“ des

Austauschkonzepts des ewe. Nicht nur dass tatsächlich

in beide Richtungen zwischen Sambia und Deutschland

ausgetauscht wird, überzeugt mich, sondern auch, dass

die Freiwilligen jeweils in Familien untergebracht sind.

So haben sie wirklich die Möglichkeit, die andere Kultur

hautnah kennenzulernen und mitzuerleben.

6

12

Silja

Cecilia

Ben Lukas

Edith

3

10

Dies ist eine Besonderheit unter den zahlreichen

Entsendeorganisationen, auf die wir als Verein stolz

sein können, die uns aber auch stetiges Engagement

abverlangt. So wurde dem ewe im Januar nach

ausführlicher Prüfung für zwei weitere Jahre das RAL

Gütezeichen Internationaler Freiwilligendienst –

Outgoing - bestätigt. Das bedeutet, der ewe entspricht

weiterhin vollumfassend den weltwärts-Kriterien als

Entsendeorganisation. Ganz besonderer Dank gebührt

in diesem Zusammenhang Gesine Linden, ohne deren

unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz die Prüfung

nicht so erfolgreich hätte durchgeführt werden können.

Nun aber wünsche ich viel Spaß beim Lesen, was unsere

vier Freiwilligen und eine unserer Ehemaligen erlebt

haben und beschäftigt!

Herzliche Grüße Ihre/eure

Yoko Kuchiba

16

Abschied

Johann Heilmann

Was macht

eigentlich ...?

15


Seite 3

Erfahrungen für meine Zukunft

Experiences for my future

Ich kann es gar nicht glauben, wie schnell die Zeit

vergeht, wenn man sich schon richtig gut eingelebt hat.

Jetzt sind es nämlich schon mehr als fünf Monate und

ich merke jetzt schon, dass die restliche Zeit viel zu

schnell vorbeigehen wird. Die Arbeit im Krankenhaus

macht mir immer noch sehr viel Spaß. Es gibt kein

schöneres Gefühl, als bei einer Hospitation eine

Geburt mit zu erleben. Die Hebammen zeigen mir

sehr viel von ihrer Arbeit und ich lerne immer mehr

dazu. Dadurch habe ich gemerkt, wie toll ich den

Beruf finde und ich habe entschieden, selbst in die

Richtung der Hebamme zu gehen. Das Krankenhaus,

in dem ich arbeite, ist zwar nicht so groß, aber es gefällt

mir trotzdem sehr gut dort. Das liegt wahrscheinlich

auch an den sehr freundlichen Hebammen und

Krankenschwestern, die mir mit Rat und Tat zur

Seite stehen. Es wird nie langweilig, weil man immer

etwas Neues erlebt. Dazu gehört leider auch der Tod,

der genau so Teil davon ist, wie das Leben. Man muss

aufpassen, dass man nicht alles zu nah an sich heran

lässt. Ich bin immer noch erstaunt, was die Hebammen

mit wenigen Mitteln alles schaffen können.

Mein Alltag unter der Woche sieht dann meistens so

aus: um 13:00 gehe ich nach der Arbeit nach Hause,

dann bade und esse ich etwas und habe danach

etwas Freizeit. Abends bereiten wir zusammen das

Abendessen zu. Ich habe auch schon gelernt, wie man

das traditionelle Gericht Nshima (eine Art Maisbrei)

kocht.

I cannot believe how time flies when you have

immersed yourself in the life here. More than five

months have passed now and I got the feeling that the

rest of the year will pass by all too fast. Working at

the hospital still inspires me with joy and excitement.

There is no better feeling than watching when a child is

born – so to say being part of the birth. The midwives

are showing me a lot of their work and I am learning a

lot of new things all the time. Through that I realized

how much I would enjoy being a midwife and it has

led me to decide that I want to pursue the profession

of midwife. The hospital I work at is not very big, but

I really like it. I am pretty sure that it is largely because

of the immensely friendly midwives and nurses, who

help me along the way with questions and problems. It

never gets boring because you always experience new

things. A part of that, unfortunately, is death, because

it is just as much a part of the experience as life. You

have to be careful not to let things get to you too much.

I am still amazed by how much midwives can achieve

with so little equipment.

My everyday routine during the week generally looks

like this: at one pm I walk home from work, then I

bathe and eat something and have some free time. In

the evenings we all make dinner together. I’ve already

Weihnachten wurde relativ einfach gehalten. Wir

haben am Weihnachtsmorgen sehr früh angefangen

zu kochen, viele verschiedene Sachen wie zum

Beispiel Kartoffeln, Nudeln, Hähnchen, Bohnen

und vieles mehr. Am Tag davor hatte ich auch noch

einen Kuchen gebacken, den wir dann zusammen

gegessen haben. Bei mir kam leider keine richtige

Weihnachtsstimmung auf, was aber daran lag, dass

es viel zu warm war. Trotzdem hat mir das andere

Weihnachten sehr gefallen. Man sollte immer erst alle

Möglichkeiten austesten, bevor man sagen kann, was

einem gefällt oder was zu einem passt.

Ein paar Tage später haben Ben und ich uns nach

Sansibar aufgemacht, um dort ein paar Tage Urlaub


Seite 4

zu machen und danach das Zwischenseminar zu

besuchen.

Wir sind über Nacht geflogen und kamen am frühen

Morgen auf Sansibar an. Wir haben uns in Stone

Town mit anderen deutschen Freiwilligen getroffen

und dort ein paar Tage verbracht. Wir haben uns den

Night Market mit vielen leckeren Speisen angesehen

und auch eine tolle Spice Tour gemacht. Bei der Spice

Tour wurden einem die verschiedenen Gewürze in

einem Wald gezeigt und wir durften auch Früchte

probieren. Danach sind wir weiter nach Nungwi

gefahren, also ganz in den Norden von Sansibar. Ich

bin dort Schnorcheln gegangen und wir konnten viel

am Strand und auf dem Markt entdecken. Leider habe

ich mir einen starken Sonnenbrand geholt, aber das

hat mich nicht davon abgehalten, Spaß zu haben. In

Nungwi gibt es wunderschöne Strände und man kann

die Abenddämmerung in einem Restaurant direkt am

Strand verbringen. Wir hatten dort wirklich eine tolle

Zeit.

Danach sind wir mit der Nachtfähre direkt nach

Daressalam, Tansania, gefahren. Nach ein paar Tagen

Stadtbesichtigung sind wir zum Zwischenseminar

learned how to make the traditional dish Nshima (a

type of corn mash).

Christmas here was kept relatively simple. Pretty early

in the morning we started cooking a lot of different

things like potatoes, noodles, chicken, beans and a lot

more. The day before I had also baked a cake that we

than ate all together. Unfortunately I could not really

get into Christmas spirit this year, probably because

it was so hot. But I enjoyed this other Christmas

nevertheless. You should always try every possibility

before deciding whether or not you like something

and whether it fits you.

A few days later Ben and I started our journey to

Zanzibar, where we were going on vacation for a few

days before continuing on to the intermediate seminar.

We flew over night and arrived in Zanzibar early in the

morning. We met up with other German volunteers in

Stone Town and stayed there for a few days. We visited

the Night Market with a lot of delicious specialties

and also did a great Spice Tour where we were shown

a lot of different spices in a forest and we were even

allowed to taste some fruits there. After that we went

to Nungwi, way in the north of Zanzibar. I went

snorkeling there and there was a lot to see at the beach

and on the market. Unfortunately, I got a very bad

sunburn, but that did not stop me from having fun.

There were lots of beautiful beaches in Nungwi, and

you can spend the sunset at a restaurant directly at the

beach. We had a really great time.

After that we took a night ferry to Dar es Salaam,

Tanzania. Following a few days of sightseeing we

went to the intermediate seminar. For a week we were

able to exchange experiences with other German

volunteers from Zambia, Tanzania, Malawi and

Ruanda, to have discussions and to take trips to the

beach. I enjoyed this week a lot and it felt good talking

to other volunteers about each other’s problems, fears,

experiences and successes.

Then we went from Tanzania to Zambia by the

train, which took us three days. I shared the sleeping

compartment with two Korean girls, and we had a

great time together. The food was very tasty and the

staff was very friendly. Of course it took quite some


Seite 5

gefahren. Eine Woche lang konnten wir uns mit

anderen deutschen Freiwilligen aus Sambia, Tansania,

Malawi und Uganda austauschen, haben Diskussionen

geführt und einen Ausflug zum Strand gemacht. Mir

hat diese Woche gut gefallen und es tat auch gut, sich

mit anderen Freiwilligen über Probleme, Ängste,

Erfahrungen oder Erfolge auszutauschen.

Mit dem Zug sind wir dann drei Tage von Tansania

nach Sambia gefahren. Ich habe mir mein Schlafabteil

mit zwei Koreanerinnen geteilt und zusammen hatten

wir eine schöne Zeit. Das Essen war sehr lecker und

auch das Personal war sehr freundlich. Klar dauerte

es schon ziemlich lange, aber die Natur war schon

sehr schön. Wir sind durch viele Dörfer gefahren

und haben dadurch viele Menschen getroffen. Die

Sauberkeit war nicht perfekt, aber es war auch nur für

drei Tage.

Zurück in Chikuni habe ich mich sehr gefreut,

wieder in der Familie zu sein und auch wieder

arbeiten zu gehen. Nun, nach ein, zwei Wochen,

finde ich mich wieder mitten im Alltag wieder,

arbeite im Krankenhaus und verbringe Zeit zu Hause

mit der Familie. Ich warte immer noch darauf, den

dritten Sohn der Familie kennenzulernen. Er ist

der zweitälteste und ich habe ihn bisher noch nicht

persönlich getroffen. Dann kann ich auch endlich ein

vollständiges Familienfoto machen.

Vor ein paar Tagen durfte ich dann auch den OP

besuchen und dort alles beobachten. Eine Frau

in ihren Vierzigern ließ sich sterilisieren. Ich war

dabei, wie sie vor ungefähr zwei Monaten ihr zehntes

Kind bekommen und damit ihre Familienplanung

abgeschlossen hat. Die Operation war sehr schnell

vorbei und ich fand sie auch nicht so schlimm,

wie man vielleicht vermutet. Es war echt eine tolle

Erfahrung und wenn ich kann, möchte ich bald wieder

hospitieren. Vielleicht kann ich dann auch schon bald

bei einem Kaiserschnitt dabei sein? Das wäre noch ein

Wunsch von mir.

Ansonsten freue ich mich auf die weiteren Monate

und auf das, was ich alles noch so erleben werde. Ich

denke, es wird noch eine aufregende Zeit.

Silja Thönnes

time, but the nature we watched outside was beautiful.

We passed a lot of small villages and met a lot of

people. The hygienic conditions were not perfect, but

it was only for three days.

When I got back to Chikuni I was excited to be back

in the family and to start going to work again. Now,

after a few weeks, I settled back in the middle of daily

life again, going to work at the hospital and spending

time at home with the family. I am still waiting to meet

the third son of the family. He is the second eldest and

I have not yet met him in person. When I do, I will

finally take a picture of the whole family.

A few days ago I was able to visit the surgery room

and observe what went on there: a sterilization of a

woman in her forties. I had been present when she

gave birth to her tenth child about two months ago,

which completed her family planning. The surgery

went fairly quickly. It was a fascinating experience and

if I am allowed, I will take the opportunity to watch a

surgery again soon. Maybe I can also be present at a

C-section? That is a wish of mine.

I am looking forward to the next months and the new

experiences that I will make. It surely continues to be

an exciting time.

Silja Thoennes


Seite 6

Alles auf Anfang

Restart

Mitte November habe ich Gwembe, mein erstes kleines

Zuhause hier in Sambia, für ein neues in Mazabuka

verlassen. Gwembe ist im Gegensatz zu Mazabuka ein

kleines Dorf. Es war sehr hilfreich, dass ich Mazabuka

schon durch meine Zeit, die wir mit den Schwestern

hier verbracht haben, etwas kannte.

Ich wurde sehr nett in der neuen Familie aufgenommen.

Vor allem sind meine Mutter und mein „Gastbruder“

zu Hause. Er ist nur quasi mein Bruder, da er eigentlich

der Sohn einer Cousine meiner Mutter ist. Mit ihm

teile ich mir ein Zimmer und wir verbringen sehr viel

Zeit miteinander. Außer diesem Teil meiner neuen

Gastfamilie begrüßten mich noch vier Hunde im

Garten des Hauses. Vier Weibchen: Charlie, Shadey,

Norbit und Sugar, der Nachbarshund. Schön ist auch,

dass meine Großeltern in Kaonga, einem andern

Stadtteil von Mazabuka, leben. Im Prinzip habe ich so

zwei Zuhause in derselben Stadt.

Meine Mutter arbeitet unter der Woche sehr viel,

weshalb ich mit meinem Bruder den Großteil der

Hausarbeit übernehme. Dazu gehören natürlich auch

Waschen, Kochen und Putzen, aber generell packt

jeder so viel und häufig mit an, wie er kann.

Genau wie in Gwembe gibt es eine Youth-Group der

römisch-katholischen Kirche. Jeden Sonntag nach der

Messe heißt es dann entweder Reden über anstehende

Veranstaltungen, Chorproben für besondere Messen

oder einfach der Austausch über Themen, Probleme

und mehr.

In mid-November I left Gwembe, my first little home

here in Zambia, for a new one in Mazabuka. In contrast

to Mazabuka, Gwembe is a small village. It was very

helpful that I already knew Mazabuka through the

time we spent here with the Sisters.

I was welcomed very nicely into the new family.

Especially my mother and my „guest brother“ are

at home. He is more or less my brother, since he is

actually the son of one of my mother´s cousins. I share

a room with him and we spend a lot of time together.

Apart from my new host family, four dogs welcomed

me in the garden of the house. Four females: Charlie,

Shadey, Norbit and Sugar, the neighbour´s dog. It

is also nice that my grandparents live in Kaonga,

another compound of Mazabuka. In that way I have

two homes in the same city.

My mother works a lot during the week, which is why

my brother and I do most of the house chores. This of

course includes washing, cooking and cleaning, but in

general everyone does as much and as often as they

can.

Just like in Gwembe there is a Youth Group of the

roman-catholic Church. Each Sunday after Mass we

meet, talk about upcoming events, do choir rehearsals

for any special mass or simply exchange on subjects,

problems and more.

The first two weeks of my time in Mazabuka, I spent

Die ersten beiden Wochen meiner

Zeit in Mazabuka, verbrachte

ich mit meinem Bruder, der mir

sowohl die Umgebung meines

neuen Zuhauses als auch einige

seiner Freunde vorstellte. In

Mazabuka selbst leben wir auf der

Zuckerplantage in der „Staff-Area“,

also einer der Werkssiedlungen

von „Zambia Sugar“, da meine

Mutter als Buchhalterin bei

selbiger arbeitet. Das Haus ist

wunderschön mit einem netten

Nutz- und Ziergarten drum

herum. Neben Mangos, von


Seite 7

denen wir zeitweise so viele hatten, dass wir sie an die

Nachbarn verschenkt haben, kann man auch Guaven,

Papaya und viele verschiedene Gemüsesorten finden.

Nachdem ich eine Woche teils zu Hause mit den

Hunden, teils im Haus meiner Großeltern verbracht

habe, wurde ich pünktlich kurz vor Weihnachten

ein bisschen krank und wurde von meinen

Großeltern dankenswerter Weise unterstützt. Kurz

vor Weihnachten und am Feiertag selbst habe ich

dann endlich meine beiden anderen Gastbrüder

kennengelernt.

Ich durfte nicht nur den Weihnachtsbaum für meine

Mutter sondern auch für meine Großeltern schmücken.

Ich habe die Weihnachtstage hier sehr genossen. Die

Woche zuvor schon gab es jeden Abend eine Messe,

was dann am Sonntagabend in einem Gesangskonzert

der verschiedenen kirchlichen Gruppen endete.

Am besten von allen haben mir persönlich dabei

ein Kinderchor und der Kirchenchor gefallen. Am

Heiligabend gab es vor der Messe auch noch ein

Theaterstück der Kinder zur Jesusgeschichte. Die

eigentliche Hauptmesse war aber am Weihnachtstag,

wo wir nach selbiger am Morgen zum Familienessen

bei den Großeltern eingeladen worden sind. Jeder

hatte etwas gekocht oder mitgebracht.

Kurz darauf war ich dann auch schon mit dem

Flugzeug auf dem Weg nach Tansania, wo ich in

den kommenden Wochen ein sehr bereicherndes

Zwischenseminar, Urlaub und eine wunderschöne

Zugfahrt im Tanzara zurück nach Hause erleben durfte.

Nach meiner Rückkehr und auch schon während

meiner Zeit in einem anderen afrikanischen Land ist

mir sehr stark aufgefallen, wie sehr verallgemeinernd

man immer von Afrika spricht. Häufig wird Afrika

im Fernsehe, Zeitungen, aber auch beim Behandeln

dieses Themas in der Schule immer mit Ländern wie

USA, China oder auch Deutschland gleichgesetzt.

Dabei ist Afrika ein Kontinent mit sehr vielfältigen

und unterschiedlichen Kulturen und Ländern. Diese

Kulturen machen natürlich vor kolonial gesetzten

Landesgrenzen keinen Halt. Aber als ich in Tansania

war, sind mir sehr viele kulturelle Unterschiede zu

Sambia noch deutlicher geworden. Ich muss sogar

with my brother, who introduced me both to the

surroundings of my new home and some of his friends.

In Mazabuka itself, we live nearby the sugar plantation

in the so called „Staff Area“ of the Zambia Sugar

company, as my mother works there as an accountant.

The house is beautiful with a nice garden around it.

Besides mangos, of which we sometimes had so many

that we gave them away to our neighbours, you can

also find guavas, papayas and many different kinds of

vegetables.

After spending a week partly at home with the dogs

and partly at my grandparents‘ house, I was a bit ill

just before Christmas and thankfully supported by my

grandparents. Shortly before Christmas and on the

holiday itself I finally got to know my two other guest

brothers.

I was not only allowed to decorate the Christmas tree

for my mother but also for my grandparents. That

way I enjoyed the Christmas days here very much.

The week before there was Mass every evening at

church, ending on Sunday evening with a concert of

songs by the different church groups. Best of all for me

personally was a children‘s choir and the church choir.

On Christmas Eve, before Mass, there was also a play

by the children about the life of Jesus. The main mass

was on the Christmas Day itself, when we were invited

to a family dinner with our grandparents. Everyone

had cooked something or brought something with

them.

Shortly afterwards I was on my way to Tanzania by

plane, where I was able to experience a very enriching

evaluation, vacation and a wonderful train ride back

home on the Tanzara. After my return and also already

during my time in another African country I noticed

very strongly, how very generalised I always speaks

about Africa. On television or in newspapers or when

I was dealing with this topic at school, Africa often is

put on one level with countries like the USA, China or

also Germany. But Africa is a continent of very diverse

and different cultures and countries. Of course these

cultures do not stop at borders that were set by colonial

powers in former times. But when I was in Tanzania

many cultural differences in comparison to Zambia

became clearer to me. I must even say that I find it


Seite 8

sagen, dass ich es noch schwieriger finde, ein Land

in Afrika als in Europa zu verallgemeinern. Allein in

Sambia werden zum Beispiel 72 verschiedene Bantu-

Sprachen und Englisch gesprochen, wobei Letzteres aus

der Kolonialzeit herrührt. Jede Bevölkerungsgruppe

setzt die eigene Kultur quasi durch die Sprache ein

bisschen von der der anderen ab. Es wäre also quasi

viel richtiger von Deutschen in einem Atemzug mit

z.B. der Volksgruppe der Chitonga zu sprechen.

Nach meiner Rückkehr war vieles so geblieben, wie

ich es verlassen hatte. Nur dass sich unsere Familie hat

sich vergrößert hatte: um die Welpen von Shadey und

Sugar.

Direkt am ersten Tag gab es ein Treffen der Youth-

Group für ihren Schutzpatron Don Bosco. Nach einer

kurzen Messe wurde über ihn gesungen und kleine

Sketche vorgeführt. Der Rest des Tages war dann sehr

frei gestaltet mit einer großen Box, um die wir im

Kreis getanzt haben, und einem großen Sportangebot

mit Volleyball, Netball und Fußball.

Auf dieses Wochenende folgte direkt meine Arbeit an

der „Flamboyant Special School“, an der behinderte

und gehörlose Kinder unterrichtet werden. Die

even more difficult to generalise a country in Africa

than in Europe. For example, alone in Zambia there

are 72 different Bantu languages and English spoken

- the latter being a remainder of colonial times. And

each ethnic group separates itself and its own culture

a little bit from the others by the language. It would

therefore be much more correct to speak of Germans

in the same breath as of for example the ethnic group

of the Chitonga.

After my return many things had remained as I had

left them, only our family had grown: the puppies of

Shadey and Sugar.

Directly on the first day there was a meeting of the

Youth-Group for their patron Don Bosco. After a short

mass they sang about him and showed little sketches.

The rest of the day we spent time dancing around big

speakers and with a big sports offer with volleyball,

netball and football.

This weekend was immediately followed by my work at

the „Flamboyant Special School“, where handicapped

and hearing impaired children are taught. First week

and I was already allowed to help with the lessons.

On Friday after the meeting in the morning, where

I learned my first words in signed English when the

national anthem was sung, there was a nice sports unit

in the afternoon. Like in the new family, I was warmly

welcomed by students and teachers. (In general,

I think, without wanting to generalise, that I find

cordiality here much more common than for example

in Germany. One of the things I will try to take home

with me in any case).

The second and third week I worked in a class with

hearing impaired children. For me as somebody

who loves music very much and who is therefore

very dependant on hearing, work in this class is

very interesting. And even though I‘m in this class

only since a very short time I think that I already

understand a lot of sign language.

In the future I would like to attend lessons of other

classes as much as possible, but I also want to continue

to expand my knowledge in this new language.

Since Mazabuka is a rather big city, a lot of English


Seite 9

erste Woche: und ich durfte direkt beim Unterricht

helfen. Am Freitag wurde nach der Versammlung am

Morgen, bei der ich meine ersten Worte auf englischer

Gebärdetensprache lernte, als die Nationalhymne

gesungen wurde, gab es eine nette Sporteinheit am

Nachmittag. Wie auch schon in der neuen Familie,

wurde ich auch hier von Schülern und Lehrern sehr

herzlich in Empfang genommen. (Ich finde generell,

ohne verallgemeinern zu wollen, dass ich hier

Herzlichkeit viel häufiger antreffe als zum Beispiel

in Deutschland. Eine der Sachen, die ich versuchen

werde, auf jeden Fall mit nach Hause zu nehmen.)

Die zweite und dritte Woche habe ich in einer Klasse

mit gehörlosen Kindern gearbeitet. Für mich als

Mensch, der Musik sehr liebt, und der deshalb sehr

von seinem Gehör abhängig ist, ist die Arbeit in dieser

Klasse sehr interessant. Und obwohl ich erst sehr kurz

in der Klasse bin, glaube ich, doch schon sehr viel

Gebärdensprache zu verstehen.

is spoken here. Nevertheless I would like to expand

my knowledge in Chitonga. My brothers told me that

Chitonga together with Chibemba and Chinyanja is

one of the most common languages. Everyone often

speaks at least one of these three languages, English

and his local language, which I find very impressive.

I also look forward to spending more time with my

family and friends in church and at work. I hope that

the time here will not fly by too quickly and that I will

be able to return with even more beautiful memories

and good feelings in August.

Ben Lukas Koch

In Zukunft möchte ich so viel wie möglich auch

noch den Unterricht der anderen Klassen besuchen,

aber auch weiterhin meine Kenntnisse in dieser für

mich noch neuen Sprache erweitern. Da Mazabuka

eine eher größere Stadt ist, wird hier viel Englisch

gesprochen. Trotzdem möchte ich auch meine

Kenntnisse in Chitonga aus weiten.

Meine Brüder haben mir erzählt,

dass Chitonga mit Chibemba und

Chinyanja zusammen eine der

häufigsten Sprachen ist, und jeder

häufig mindestens eine dieser

drei Sprachen, Englisch und seine

lokale Sprache spricht, was ich sehr

beeindruckend finde. Außerdem

freue ich mich noch auf meine

weitere Zeit mit meiner Familie und

meinen Freunden in der Kirche und

bei der Arbeit. Ich hoffe, dass die

Zeit hier nicht zu schnell verfliegt

und ich dann im August mit noch

mehr schönen Erinnerungen und

guten Gefühlen zurückkehren kann.

Ben Lukas Koch


Seite 10

Ein Weihnachtslied im Winter

A Carol In Winter

Was kann ich nur sagen? Die Zeit vergeht schneller,

wenn man das nicht will. Sechs Monate sind jetzt

vergangen und Gott leitet mich dabei.

Es ist interessant, wie die Dinge unter demselben

Himmel so unterschiedlich sein können, aufgrund

von kulturellen Unterschieden, Klima, politischen

Gegebenheiten und so weiter.

Man erwartet aber auch nicht, dass Leute mit

verschiedenem kulturellem Hintergrund sich genau

gleich verhalten - in diesem Fall Sambier und

Deutsche. In Sambia werden Kultur und Traditionen

nie an Bedeutung verlieren, egal wie schnell die Welt

der Technik und das Wissen wächst. Über meine

jetzige Heimat, Deutschland, kann ich das nicht

sagen. Denn meiner Meinung nach ändert sich für die

Deutschen alles mit dem Wandel der Zeit.

Ich war sehr beeindruckt von dem Weihnachtsfest. Es

ist so anders als in Sambia. Statt in die Kirche zu gehen

und Weihnachtslieder zu singen, verbringt man die

Zeit mit der Familie, um gemeinsam zu essen und zu

trinken. Das Wetter war auch anders: statt Regen war es

sehr kalt und deswegen für mich „Ein Weihnachtslied

What can I say? Time moves faster even when you

don‘t want it to. Six months down the line, God is

guiding me still.

It‘s interesting how things can be so different under

the same sky, probably because of various reasons like

culture differences, climate, different political set up

and the list goes on. You obviously won‘t expect the

same behaviour to be portrayed by people from two

different cultural backgrounds: in this case Zambia

and Deutschland. For Zambia, regardless of how fast

the world of technology and knowledge grows, our

cultures and traditions are never left behind. I can‘t

say the same about my current home (Deutschland)

because in my opinion for them everything changes

as time changes.

I was impressed with how the Christmas celebrations

are arranged. It´s so different from the way we do it

back home. Unlike going to church singing Christmas

carols you spend that time with the family as a whole

- eating and drinking. The weather itself was different,

unlike the rain it was cold and so it was „A Carol In

Winter“. It‘s more like you spend the whole Christmas

indoors, no party of any kind just strictly family time.

And they have Christmas markets which are only

there during the festive season. The size of the markets

depends on how big and busy your city is.

Even though it‘s cold I had a very good experience in a

different weather pattern. I enjoyed the experience of

snow: though it was freezing it was great. I don‘t mean

to say I love German winter because it is way too cold.

I don‘t like it.

From my observation it‘s always the same thing with

Germans and their paperwork. I don‘t think I will get

used to it because it‘s way too much for me: with time

it is increasing. But what can I do? That‘s Germany.

My work at the Kinderstation is getting better

compared to my previous months. My experience also

comes with challenges but that is normal for work. My

colleagues are very good. At least I can say that about

those I have worked with. I haven‘t had the chance to

interact with others.


Seite 11

im Winter“ und nicht

eines im Sommer. Es ist

mehr so, dass man die

ganzen Weihnachtstage

zu Hause bleibt – also

keine Partys sondern nur

Familienzeit. Es gibt hier

auch Weihnachtsmärkte,

die aber nur während

dieser Jahreszeit da sind

und deren Größe von der

Größe der Stadt, in der sie

sich befinden, abhängt.

Obwohl es sehr kalt war, war Weihnachten eine

gute Erfahrung für mich - nur eben mit anderen

Wetterbedingungen. Trotz der Kälte habe ich den

Schnee genossen. Es war sehr toll. Ich meine damit

aber nicht, dass ich das deutsche Wetter mag: es ist

mir viel zu kalt.

Was für mich schwierig zu verstehen ist, ist das System

der Bürokratie. Ich denke nicht, dass ich mich daran

gewöhnen kann, es ist einfach zu viel für mich. Aber

so ist es in Deutschland!

My host family is very

good to me. I enjoy the

time we spend together

with the additional family

member: the dog. The

relationship between the

dog and the rest of us is

very nice. He sure does

a great deal keeping you

company if you need it.

We had a very good time

on Christmas and New

Year: they showed me how the other side of the world

celebrates Christmas. God keep that family for me.

Six months down the line, five more to go. I look

forward to having a very good time. Mummy, your

prayers and blessings are always with me.

Thank you.

Cecilia

Meine Arbeit in der Kinderstation ist viel besser

geworden. Ich hatte ein paar Herausforderungen, aber

das ist normal bei der Arbeit. Die Kollegen, mit denen

ich zusammen arbeite, sind sehr nett. Leider hatte ich

noch nicht die Gelegenheit, mit allen zu interagieren.

Meine Gastfamilie ist sehr gut zu mir. Ich genieße

die Zeit, die wir zusammen verbringen, auch mit

dem zusätzlichen Familienmitglied: dem Hund. Die

Beziehung zwischen dem Hund und uns allen ist sehr

schön. Er leistet einem immer Gesellschaft, wenn

man sie gerade braucht. Wir hatten ein sehr tolles

Weihnachtsfest und Silvester. Sie zeigten mir, wie man

auf der anderen Seite der Welt Weihnachten feiert.

Möge Gott diese Familie für mich beschützen.

Sechs Monate sind jetzt vergangen, fünf bleiben noch.

Ich erwarte noch eine tolle Zeit.

Mami, deine Gebete und dein Segen sind immer bei

mir.

Herzlichen Dank!

Cecilia


Seite 12

Erst, wer sieht, der glaubt

Seeing is believing

Nun bin ich schon seit sechs Monaten in Deutschland.

Wenn man weit weg von der Familie ist, dann durchlebt

man gute und schwierige Zeiten. Manchmal habe ich

Heimweh, aber durch meine Aktivitäten kann ich das

Gefühl gut überstehen.

Was hat sich seit meinem letzten Bericht getan? Ich

bin nun Mitglied eines Kinderchors, das macht mir

Spaß. Ich erlebe das Leben in Deutschland mit all

den Unterschieden zu meinem sambischen Leben.

Ein neue Erfahrung für mich war zum Beispiel die

Tatsache, dass Jugendliche und junge Erwachsene

ihre Partner mit nach Hause bringen. Das hat mich

zu Anfang schockiert, denn in Sambia ist es eher

unüblich. Was mir besonders gut gefällt ist das System

der öffentlichen Verkehrsmittel. Anstatt lange zu

warten, wie in Sambia, kommen die Busse pünktlich

It is now 6 months that I am staying in Germany

without the presence of my family. Life has been

good and bad sometimes. Life has been good with me

though sometimes I miss my family. I have something

to do to keep myself busy so that I can overcome my

homesickness.

I am now in the choir of young children. Though it has

not been long since I joined, I am all in all enjoying

it. I am experiencing German life and it is different

from the way we live in Zambia. For example, the way

of eating is different in terms of cooking and some

families consider breakfast, lunch or dinner as the

main meal. The upbringing of children is also different:

a child is allowed to bring his or her boyfriend at

home. At first I was very shocked but as the days went

on I got used to it. The mode of transport is what I

like the most. I really like it because it is

very different from ours. The buses and

trains are very punctual: when you come

late you will find it has departed. And they

have also specific bus stops, they don‘t just

stop anywhere.

There are some of things that I really

wanted to see with my naked eyes: things

we do not have in our country or that we

have but in a different way. For example

seeing snow has always been a wish of

mine: now my eyes have been satisfied in

such a way that I even ate it to feel how it

tastes.

The way of celebrating Christmas is really

different from the way we celebrate it. I

enjoyed it, though I missed dancing, loud

music and having fun with my friends.

The Christmas celebration I took part

in here was the first time to experience

that the families meet together, singing

Christmas carols and exchanging gifts.

This kind of celebration was really strange

to me, because we only sing Christmas

carols in church but here they are sung in

the families. And I was glad that I received

Christmas gifts from my host family.


Seite 13

und halten nicht einfach am Straßenrand, sondern an

einer Bushaltestelle. Wer zu spät kommt, hat den Bus

einfach verpasst.

Es gibt ein paar Dinge, die ich in meinem Leben

wirklich mit dem bloßen Auge sehen muss, um zu

glauben, dass es sie in anderen Ländern gibt: es war

immer mein großer Wunsch Schnee zu sehen. Ich

hatte Glück. Diesen Winter hat es in Düren schon

mehrmals geschneit. Ich habe den Schnee sogar

probiert, weil ich wissen wollte, wie er schmeckt.

Die Art und Weise, wie hier Weihnachten gefeiert wird,

war mir auch zunächst fremd. Hier in Deutschland

bedeutet es, viel Zeit mit der Familie zu verbringen,

gemeinsam zu essen, gemeinsam Weihnachtslieder

zu singen und sich gegenseitig zu beschenken. Bei

uns in Sambia feiern wir mit Freunden und Familie

zusammen, wir hören laute Musik und tanzen sehr

viel und verbringen viel Zeit in der Kirche. Ich habe

Weihnachten sehr genossen und habe mich besonders

über ein Weihnachtsgeschenk meiner Familie gefreut.

The seminar week I had has been really nice: nicer

than the seminars I have had before because my

friends in the seminar group were good to me. They

liked my presence and they really considered my

well-being, me being happy and laughing at any time.

I really enjoyed playing in the snow as it was the first

time experiencing it in my life. I could not imagine

that snow is a very good thing to play with because it

is very cold. But because it was my first time I did not

feel the coldness.

Work is going on well though sometimes it is tiresome.

I think it is because I am not 100% good at it, as it is my

first time working in a hospital and also because using

the German language is quite difficult. I try my best

using German so that I can have good communication

with the patients and my colleagues, because English is

not an official language that everyone in Germany can

speak. Nevertheless, I am enjoying work because I am

highly motivated with the career I intend to pursue.

Die Seminarwochen, besonders die letzte, die wir

über den FSD (Freiwillige Soziale Dienste) besuchten,

war sehr schön. Ich habe dort Freunde gefunden und

sie haben meine Fröhlichkeit und meinen Humor

gewertschätzt. Wir haben dort zusammen eine

Schneeballschlacht gemacht, das war sehr lustig.

Ich hätte niemals gedacht, dass man mit Schnee so

ausgiebig spielen kann, ohne die tatsächliche Kälte des

Schnees überhaupt noch wahrzunehmen.

Meine Arbeit im Krankenhaus Birkesdorf fordert mich

heraus, da es das erste Mal in meinem Leben ist, in

einem Krankenhaus zu arbeiten und dazu die Sprache

nicht einwandfrei zu beherrschen. Ich gebe mein Bestes,

um mich mit meinen Kollegen und den Patienten gut

unterhalten zu können. Trotz den Herausforderungen

bin ich sehr motiviert, da es meinem Berufswunsch

entspricht. Ich möchte in Sambia in Zukunft eine

Ausbildung zur Krankenpflegerin machen.

Ich danke meiner Gastfamilie sehr, dass ich sechs

Monate bei Ihnen leben durfte. Es war aufgrund

der Sprachschwierigkeiten nicht immer einfach. Ich


Seite 14

habe zu Beginn kein Deutsch gesprochen, sodass

sie gezwungen waren Englisch mit mir zu sprechen.

Vielen Dank für die Geduld!

Das Leben in Deutschland fordert mich heraus,

da ich Gewohnheiten aus Sambia ändern musste.

Beispielsweise war es für mich üblich, sehr oft meine

Freunde zu treffen und sonntags gemeinsam in die

Kirche zu gehen. Das kann ich aktuell leider nicht

mehr, da ich manchmal auch sonntags arbeite. Es war

eine große Umstellung für mich.

Aktuell bin ich sehr zufrieden und dankbar dafür,

dass ich die Erfahrung machen kann, andere

Lebensweisen von Menschen in einem anderen Land

kennenzulernen. Kein Wunder, dass es das Sprichwort

„Nur wer etwas wirklich sieht, der glaubt es auch“ gibt.

Ich habe nun gesehen, wie Menschen hier leben und

ich glaube es nun.

Vielen Dank für alles!

Edith Nabbili

The family has been good too. But I will be changing

the family soon. This is normal because it is a rule

of the EWE organization to change after 6 months. I

really thank the family that I stayed with for the first 6

months, because it has not always been easy for them.

Especially communicating with me has not always

been easy because in the beginning I did not know the

German language very well. Instead the family had to

use English so I could understand what they wanted

to tell me.

I really give thanks to this family.

Staying in Germany has not been easy for me because

the way of life that I am living here is not the same

as in Zambia. There are so many things I want to do

but that I can no longer do frequently. For instance,

meeting friends and going to church every Sunday

because sometimes I work on weekends too.

As for now, I am fully satisfied with the things I wanted

to see in my life: experiencing how other people live

in their countries. No wonder that there is this saying

which goes „Seeing is believing“. I have seen how the

Germans live and I have believed.

Thank you.

Edith Nabbili


Seite 15

Sternsinger in Mazabuka und Tippen für Sambia

Mit diesen beiden

erfolgreichen Aktionen

ist das Wirken von

Johann Heilmann -

manchen besser bekannt

als Headman of Zingu

oder Johann Müller - im

eine-welt-engagement

zwar markant, aber

dennoch unzureichend

beschrieben.

„Der Junge macht aber

was los“ war vor genau 17 Jahren mein erster Eindruck,

als ich im Flieger nach Sambia seinen Bericht für die

Märzausgabe der ewe-aktuell des Jahres 2002 las.

Ich war damals designierter Vorsitzender des noch

jungen ewe und Johann gehörte der 5. Generation

Freiwilliger des Vereins an und hatte seinen Einsatzort

in Mazabuka.

Als ich ihn dann wenige Tage später dort im Pfarrhaus

besuchte, erzählte er begeistert von seiner Arbeit mit

den Jugendlichen der Pfarrei. Die Sternsinger-Aktion,

also etwas typisch Deutsches, war nur ein Projekt von

vielen, mit dem er nicht nur bei den Jugendlichen

bleibende Eindrücke hinterließ. Wie wohl er sich

dort fühlte, brachte er mit dem Straßenschild

„Ulmenallee“, seiner Bochumer Heimatadresse, an

der Pfarrhausmauer zum Ausdruck.

Acht Jahre hat er Stil und Inhalt der ewe-aktuell

geprägt und dafür Sorge getragen, dass in unserem

Magazin nicht nur Berichte der jeweiligen deutschen

und sambischen Freiwilligen erschienen, sondern den

Leser*innen ein lebendiges Bild von Sambia, seinen

Menschen, der Gesellschaft und dem kirchlichen

Leben in der Diocese of Monze vermittelt wurde.

Aus seiner Fußballbegeisterung erwuchs die Idee der

Tippgemeinschaft „Tippen für Sambia“, die er jeweils

zu den Fußball-Weltmeisterschaften organisierte und

deren Erlös den Projekten des ewe zugute kam.

Nun verlässt er die Redaktion, weil sein Beruf ihn mit

Familie nach Asien führt.

Alles Gute dafür, Johann!

Und herzlichen Dank für Dein Engagement im ewe!

Guido Schürenberg

Die gemeinsamen Wurzeln im Ruhrgebiet, die

zupackende, unkomplizierte Art, Aufgaben

anzugehen, die direkte Sprache, all das verband uns

seitdem im eine-welt-engagement.

Nach erfolgreichem Studium und Promotion

in Süddeutschland begann er als Referent bei

der Akademie der Deutschen Welle und bildete

Journalisten in Afrika aus. Nun in Bonn lebend

fragte er an, was er für und im ewe tun könne. So

wurde er in den Vorstand gewählt und übernahm

2010 die Redaktion der ewe-aktuell und konnte sein

Fachwissen, seine Kulturkenntnis und seine eigene

Erfahrung als ehemaliger Freiwilliger gut in den ewe

einbringen.


Seite 16

Was macht eigentlich ...?

42 Monate “danach”

42 months later

In Sambia war ich 2014/15. Gelebt habe ich in Choma,

das sich sicherlich seither sehr verändert hat. Als neue

Hauptstadt der Southern Province begann es schon zu

der Zeit, als ich dort war, zu wachsen und bei meinen

Besuchen 2016 und 2017 waren schon neue Viertel

um die Stadt herum aufgetaucht. Gearbeitet habe ich

zwei Tage in der Pre-school der St. Mary’s Parish und

zwei Tage im Krankenhaus. Dort durfte ich fast jeden

Monat in eine andere Station reinschnuppern und

habe dadurch sehr viel gesehen.

Vielleicht hat sich da bei mir schon mein zukünftiger

Beruf in meinem Unterbewusstsein festgesetzt, wer

I used to live in Zambia from August 2014 to August

2015. My host family’s place is in Choma, and I’m sure

it must have changed a lot since I left. When I visited

in 2016 and 2017, it had already started growing a lot.

I used to work in the St. Mary’s parish pre-school and

in Choma General Hospital. Especially the hospital

was very interesting for me because I was in a different

ward each month and that made me see a lot of things.

Maybe during that time I unconsciously decided about

what I was going to do after coming back. For, with

some coincidences and a lot of luck, in October of the

very same year, I started going to midwifery school.

But who knows – maybe it wasn’t coincidence

and luck, but destiny?

It took three years to complete this schooling.

And then I first had to travel a bit, before I was

ready to really start working. Since January of

this year I’m now working in a delivery ward

in the hospital of Bayreuth. This town is about

one and half hours away from my parents’

place. Soon I’m going to start visiting women at

their places after delivery, which is also part of a

German midwife’s job.

I do like this profession a lot, but I don’t feel like

it’s what I am going to be doing for the rest of my

life. Therefore I want to start going to university

this October to study “African culture and

society”. Because somehow Zambia – or Africa

– still fascinates me and I want to learn more.

Since I left Zambia, I tried to stay in touch with

my family and friends there. It’s not always easy

and it has become much less. But there are a few

close friends I’m regularly chatting with in order

to always catch up what’s happening in our lives.

And a few weeks ago I was asked something

very special – if I want to be a bridesmaid! I am

very humbled and happy about that and can’t

wait to visit Zambia again, especially for this

certain event.

Anna Hofbeck


Seite 17

weiß? Als ich nämlich wieder in Deutschland

war und nach ein paar Wochen einen Ferienjob

im Klinikum Ingolstadt machte, kam relativ

plötzlich die Idee auf, dass ich mich doch auf

die Ausbildung als Hebamme bewerben könnte.

Und durch ganz viel Glück und Zufall – oder

Schicksal? – habe ich es geschafft, gleich im

Oktober noch in den Kurs nachzurücken.

Nach drei Jahren habe ich dann die Ausbildung

erfolgreich abgeschlossen. Aber anstatt sofort

zu arbeiten, hat es mich erst nochmal in die

Welt hinaus getrieben. 10 Wochen Südamerika;

erst dann war ich bereit, mich auf die echte

Arbeitswelt einzulassen. Seit Januar arbeite ich

im Kreißsaal in Bayreuth und demnächst starte

ich auch mit Hausbesuchen bei den Frauen im

Wochenbett.

Ich übe diesen Beruf wirklich gerne aus – aber ich

habe noch nicht das Gefühl, dass ich so ganz und für

immer angekommen bin. Ab Oktober möchte ich

gerne „Kultur und Gesellschaft Afrikas“ (deswegen

Bayreuth, da es diesen Studiengang in der Form nur

hier gibt) studieren.

Denn Afrika hat mich noch nicht wieder losgelassen.

Auch wenn es im Alltag zur Zeit wenig präsent ist, ist es

doch immer irgendwie da. Der Kontakt nach Sambia

wird zwar weniger, aber mit ein paar wenigen guten

Freunden ist er recht regelmäßig. Zum Beispiel wurde

ich von einem guten Freund gefragt, ob ich dieses Jahr

im September nicht mal wieder nach Sambia kommen

mag – um als Trauzeugin bei seiner Hochzeit dabei

zu sein. Was für eine Ehre! und was für ein schönes

Gefühl, irgendwie noch dazu zu gehören.

Anna Hofbeck

Weitere Magazine dieses Users