AUTOINSIDE Ausgabe 4 – April 2019

autoinside

AUSGABE 4 APRIL 2019

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

AUTO

INSIDE

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

89. Auto-Salon

Bundesrat Cassis zu Gast beim AGVS

Seiten 20 21

Auto-Salon

Der Auto-Salon öffnet sich

künftig für Tech-Firmen und

Zulieferer.

Seiten 12 13

E-Mobilität

Die Herausforderungen und

die Prognosen für die

Elektromobilität.

Seiten 46 49

Bildung

Wie der AGVS mit der

zunehmenden Zahl an

Tertiärabschlüssen umgeht.

Seiten 70 71


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Auto-Salon

Der Auto-Salon öffnet sich

künftig für Tech-Firmen und

Zulieferer.

Seiten 12 13

E-Mobilität

Die Herausforderungen und

die Prognosen für die

Elektromobilität.

Seiten 46 49

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

Bildung

Wie der AGVS mit der

zunehmenden Zahl an

Tertiärabschlüssen umgeht.

Seiten 70 71

INHALT

April 2019

5 Editorial

6 Kurz notiert

Auto-Salon

8 Der Auto-Salon der Treffpunkt

der Branche

10 Ein Abend mit der Sektion Genf

12 Wie weiter mit der Halle 7?

14 Bundesrat Cassis am AGVS-Stand

18 Online praktische

Problemstellungen lösen

20 Cecra-Generaldirektor Bernard

Lycke im Gespräch

22 Der Grand Seigneur der

Autobranche, André Hefti, tritt ab

24 Die Highlights der Zulieferer

45 Dot.swiss mehr Swissness

geht nicht

Technologie / Antriebe

44 Die Herausforderungen der

E-Mobilität

50 Ladeinfrastruktur ist keine

Zukunftsmusik

52 Neue Reifen für alternative Antriebe

54 E-Autos auf dem Occasionsmarkt

56 Plattformen spüren Wandel

58 Neue Technologien benötigen

neue Kompetenzen

62 Wann startet CNG durch?

64 Weniger CO 2

dank Gasantrieb

66 Diesel ist nicht tot

Bildung

68 Betriebswirtin Yasmin Bürgi nimmt

die Zukunft in die Hand

70 Olivier Maeder spricht über

Tertiärabschlüsse im Autogewerbe

72 Z1-Intensivkurs spart Zeit

73 AGVS hilft, die Radios auf DAB+

umzurüsten

74 AGVS Business Academy

76 Regionale Weiterbildungskurse

78 Vom amerikanischen Markt lernen

Swiss Automotive Show

79 SAS in neuem Kleid

Politik & Recht

80 Unternehmerische Freiheit sichern

82 Nationalrat will Sommer-RS

verschieben

Verband & Sektionen

83 Einladung zur AGVS-DV in

Unterägeri

84 Neues aus der Sektion Solothurn

85 Zürcher Garagen können bald

Nachkontrollen durchführen

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AUSGABE 4 APRIL 2019

AUTO

INSIDE

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

Produkte & Dienstleistungen

86 Der neue Mobility-CEO Roland

Lötscher im Gespräch

89. Auto-Salon

Bundesrat Cassis zu Gast beim AGVS

Seiten 20 21

AUTOINSIDE | April 2019

Titelseite:

Bundesrat

Ignazio Cassis zu

Gast beim AGVS

(Bild srh).

87 Garagenwelt

90 Grafik des Monats,

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EDITORIAL

Die E-Mobilität ist da die Garagisten sind bereit

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Auto-Salon in Genf hat an medialer

Aufmerksamkeit nichts eingebüsst.

Wiederum sind rund 10 000 Medienschaffende

nach Genf gereist, um sich

über die neusten Entwicklungen ein

Bild zu machen und über viele Weltneuheiten

zu berichten. Auch informierten

sich über 600 000 Besucherinnen und

Besucher über die News und Trends in

der Auto- und Zulieferbranche.

Damit bleibt Genf die mit Abstand

meistbesuchte Autoausstellung

weltweit. Für uns Garagisten ist der

Auto-Salon ein wichtiger Taktgeber

für das Neuwagengeschäft. Ich danke

dem Team um André Hefti für die

hervorragende Organisation. Es ist

ihnen gelungen, die Standflächen

mit interessanten neuen Ausstellern

attraktiv zu gestalten und dem Publikum

wiederum die faszinierende Welt

des Autos und damit der indi viduellen

Mobilität zu präsentieren.

Definitiv bei den Medien angekommen

sind die elektrisch oder teilelektrisch

angetriebenen Modelle. Die Modelloffensiven

der Hersteller sind beeindruckend.

Das Autogewerbe ist

für die E-Mobilität gut aufgestellt. Die

Lerninhalte der Autoberufe sind auf die

neuen Technologien abgestimmt und

die Weiterbildungskurse des AGVS für

Hochvoltsysteme werden von den

Automobilfachleuten rege besucht.

Nun geht es darum, den Kunden die

«Das Autogewerbe ist

für die E-Mobilität gut

aufgestellt.»

positiven Eigenschaften der E-Mobilität

zu erklären, ohne dabei die bisherigen

Antriebssysteme zu vernachlässigen.

Denn es ist unbestritten, dass die bewährten

Brennstoffmotoren weiterhin

dominant im Einsatz bleiben.

Die Förderung der E-Mobilität entspricht

dem politischen Willen in der Schweiz

und in ganz Europa. Der Bund plant

entlang der Schweizer Autobahnen

100 Ladestationen. Zusammen mit

dem stetigen Ausbau der Elektroladeinfrastruktur

in Städten entsteht in den

nächsten Jahren ein ausreichendes

Netz, um ein E-Fahrzeug unter gewissen

Einschränkungen betreiben zu können.

Mitentscheidend für deren ökologischen

Nutzen ist vor allem die

Herkunft des Stroms. Wird er unter

Einsatz von nicht erneuerbaren Quellen

wie Kohle, Erdgas oder Öl hergestellt,

ergibt die Elektromobilität wenig Sinn.

Hingegen ist ein E-Auto unter Verwendung

erneuerbarer Energie wie

Sonne, Wind, Wasser schon zu prüfen.

Ausgeblendet wird leider noch häufig

die Belastung der Umwelt durch

die Herstellung und Entsorgung der

Energiespeicher. Heute stammen die

Batterien vor allem aus Asien. Kritisch

zu betrachten ist vor allem der Abbau

der Rohstoffe und dessen Auswirkungen

auf die Umwelt. Auch ist

die Verwendung der Energiespeicher

am Ende der Verwendungsdauer im

Auto noch offen. Ebenso fehlt der

industrielle Ansatz für das Recycling.

Zuversichtlich dürfen wir trotzdem sein,

dass die Politik zusammen mit der Gesellschaft

den ökologischen Einsatz der

Elektromobilität meistern kann und die

Polemik um den CO 2

-Ausstoss durch

die Brennstoffmotoren wieder einer

sachlichen Diskussion weicht.

Herzliche Grüsse

Urs Wernli

Zentralpräsident

6. und 7. September 2019

im Forum Fribourg

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KURZ NOTIERT

Anina Zimmerli, ...

Drei neue Gesichter in der

Mobilcity

Seit dem 1. März unterstützen

Stefanie Hostettler das

Team des Berufsbildungsfonds

und Nils Messerli den Rechtsdienst.

Zudem verstärkt Anina

Zimmerli seit Anfang April das

AGVS-Kommunikationsteam.

Die 23-Jährige aus Bern tritt

die Stelle als Mitarbeiterin

«Kommunikation & digitale

Projekte» an. Der AGVS heisst

die neuen Mitarbeiter herzlich

willkommen und wünscht ihnen

viel Erfolg und Freude in ihrem

neuen Tätigkeitsgebiet.

Carauktion und Auto-i-dat

sind Partner

... Stefanie Hostettler und ... ... Nils Messerli verstärken den AGVS.

Um ihren gemeinsamen

Kunden einen Mehrwert zu

schaffen, vereinbaren Carauktion

und Auto-i-dat eine Zusammenarbeit.

Dank gemeinsamer

Schnittstelle können Fahrzeuge

aus dem Auto-i-Autohandel

schnell auf Carauktion verkauft

werden und umgekehrt.

Carauktion betreibt die grösste

B2B-Fahrzeug Re-Marketingplattform

der Schweiz. Auto-i-dat

beliefert die Schweizer Auto- und

Motorradbranche sowie verschiedenste

Nutzer mit Fahrzeugdaten,

EDV-Programmen

und Statistiken. Die Schnittstelle

ermöglicht den Kunden

einen schnellen Verkauf über die

B2B-Plattform und in einem

weiteren Schritt können die dort

gekauften Fahrzeuge einfach in

den Auto-i-Autohandel importiert

werden. «Diese Zusammenarbeit

optimiert den Prozess im Fahrzeughandel

der gemeinsamen

Kunden», sind sich Wolfgang

Schinagl, Geschäftsführer Autoi-dat

AG, und Daniel Hablützel,

CEO Carauktion AG, sicher.

Daimler und BMW bündeln ihre

Mobilitätsdienste

Die BMW Group und die

Daimler AG bündeln ihre Mobilitätsdienste

und schaffen einen

neuen globalen Player, der

nachhaltige urbane Mobilität

konsequent zum Nutzen der

Kunden umsetzt. Die beiden

Konzerne investieren mehr als

eine Milliarde Euro, um die bestehenden

Angebote in den Bereichen

CarSharing, Ride-Hailing,

Parking, Charging und Multimodalität

weiter auszubauen und

eng miteinander zu verzahnen.

Ford Mustang mit 1471 Teilen

selber bauen

Männerträume zum selber

bauen: Anfang März rollte mit

dem neuen LegoCreator Expert

Set Ford Mustang ein echter Held

der amerikanischen Highways in

die Lego-Stores. In Zusammenarbeit

mit Ford hat die Lego

Gruppe ein originalgetreues

Abbild des 1967er Fastback

aus 1471 Teilen erschaffen.

Besonderes Highlight: Das

dunkelblaue Muscle-Car mit

weissen Rennstreifen und detailgenauem

Motor lässt sich dank

zahlreicher optionaler Details

wie verschiedener Spoiler zur

ganz persönlichen Version des

Klassikers tunen.

Daniel Abt ist neuer Michelin-

Markenbotschafter

Formel-E-Rennfahrer, Autoenthusiast

und YouTuber Daniel

Abt fährt 2019 voll auf Michelin

ab. Der erfolgreichste deutsche

Fahrer in der Formel E ist dort auf

dem Pilot Sport EV von Exklusivausstatter

Michelin unterwegs.

Auch privat fährt der 26-Jährige

gerne, sicher und stets sportlich

auf den Hochleistungsreifen

von Michelin. Seine enge

Verbundenheit zur Marke und

den Reifen qualifizieren ihn als

neuen Markenbotschafter für

Michelin. Die Partnerschaft von

Michelin und Daniel Abt geht

weit über den Einsatz in der

Formel E hinaus. Neue Produkte

von Michelin werden gemeinsam

getestet und in Abts

sozialen Kanälen vorgestellt.

Nokian Tyres eine der

nachhaltigsten Firmen der Welt

Nokian Tyres wurde erneut

als eines der nachhaltigsten

Unternehmen der Welt ausgezeichnet.

Das Unternehmen

erhielt die Silber-Auszeichnung

im Rahmen des im Februar

veröffentlichten RobecoSAM

Sustainability Yearbook 2019.

RobecoSAM zählt zu den

Experten auf dem Gebiet der

Nachhaltigkeit, dessen jährliche

Bewertung als besonders

zuverlässiger und umfassender

Bericht darüber gilt, wie Nachhaltigkeit

in Unternehmen auf

der ganzen Welt umgesetzt

wird. Im vergangenen Jahr

erhielt Nokian Tyres bereits

die Bronze-Auszeichnung. In

diesem Jahr ist Nokian Tyres

das einzige Unternehmen aus

dem Bereich Autokomponenten,

das es in die Silberkategorie

geschafft hat. Insgesamt

Harald Krüger (links), BWM, und Dieter Zetsche von Daimler bündeln ihre Kräfte.

Das partnerschaftliche

Garagenkonzept Ihrer ESA


KURZ NOTIERT

Infiniti, das seinen Hauptsitz in Hong Kong hat, verlässt die Schweiz.

Markanter Neubau: Die Freihof Garage in Näfels GL.

wurden 39 Unternehmen aus

dem Bereich Autokomponenten

bewertet.

Infiniti zieht sich 2020 aus

Westeuropa zurück

Die Infiniti Motor Company

hat Anfang März einen Restrukturierungsplan

bekannt

gegeben: Die Marke will sich

auf ihre Wachstumsmärkte,

insbesondere Nordamerika und

China, konzentrieren und sich

Anfang 2020 aus Westeuropa

zurückziehen. Das Unternehmen

arbeitet zusammen mit

den Arbeitnehmervertretern

an Alternativen für alle betroffenen

Mitarbeiter. Wechselpotenziale

sollen identifiziert

und Weiterbildungsmassnahmen

angeboten werden.

Darüber hinaus wird Infiniti

gemeinsam mit seinen Händlern

an einem Ausstieg aus dem

aktuellen Franchise- Vertrag

arbeiten, wie die Firma

mitteilte. Im vergangenen

Jahr wurden in der Schweiz

insgesamt 128 neue Infiniti

immatrikuliert.

Ford Schweiz: Ernst Ramic kehrt

als Sales Manager zurück

Wechsel im Management von

Ford Schweiz: Ernst Ramic wird

neuer Sales Manager. Er trat die

Stelle bereits am 1. Februar an.

Ausgelöst wird der Sesselwechsel

bei der Ford Motor

Company (Switzerland) SA durch

den Weggang des bisherigen

Sales Managers David Frey.

Ramic stieg 2001 bei Ford Credit

als Zonenleiter ein, arbeitete

anschliessend unter anderem

als Brandmanager bei Ford

Schweiz und wechselte 2015 in

die Europazentrale nach Köln, wo

er die Funktion als Coordinator

European Sales Office und

später als Manager Future

Retail Strategy Battery Electric

Vehicles ausübte.

Freihof Garage in Näfels

erstrahlt in neuem Glanz

Am «Tag der Schweizer

Garagisten» am 15. Januar in

Bern hatte Edwin Koller sein

Grossprojekt angekündigt. Am 15.

März war es soweit: Edwin Koller

und seine Frau Daniela feierten

die Eröffnung des Neubaus ihres

Familienbetriebs in Näfels GL.

6 Millionen Franken investierte

der Garagist in den Neubau, der

seine Marken Renault, Dacia und

Mazda ins beste Licht rückt.

Die Bauzeit betrug ein Jahr.

Rund 80 Gäste empfingen

Edwin und Daniela Koller zur

Einweihung grossmehrheitlich

die am Neubau beteiligten Handwerker,

aber auch Branchenprominenz

wie beispielsweise

Markus Hutter, Verwaltungsratspräsident

der ESA. «Wir haben

beim Bauprojekt ganz bewusst

auf lokale und regionale Partner

gesetzt», erklärt Edwin Koller,

der neben seiner Tätigkeit als

Garagist im VR der ESA sitzt

und die AGVS-Sektion Glarus

präsidiert. Geplant wurde der

Neubau von AWS Architekten

in Bern in Zusammenarbeit

mit Fuchsbau Architekten AG

in Näfels. Auf einer Grundfläche

von 1000 Quadratmetern

entstand eine moderne Infrastruktur

mit Showroom, Werkstatt,

Büroräumlichkeiten und

Lager. Die 1950 von Edwin Kollers

Grossvater erstellte und in den

folgenden Jahrzehnten schrittweise

ausgebaute Garage platzte

zuletzt aus allen Nähten. Nun

stehen den 18 Mitarbeitenden

helle, freundliche und topmoderne

Arbeitsräume zur

Verfügung.

Am Wochenende nach der

Eröffnung präsentierte das Team

der Freihof Garage den Neubau

der Bevölkerung im Rahmen

eines Tages der offenen Türe.

«Wir wurden an diesen beiden

Tagen förmlich überrannt»,

freute sich Edwin Koller.

Daniel Abt ist Michelin-Botschafter.

Von Lego gibt es neu einen originalgetreuen 1967er Fastback.

Ernst Ramic, Ford Schweiz.

Die Marke Ihrer Wahl


AUTO-SALON

89. Auto-Salon

Zufriedene Aussteller und

kaufwillige Besucher

Die Organisatoren des Auto-Salons vermelden zwar einen Besucherrückgang, durften aber ein hohes Kaufinteresse der

über 600 000 Besucher feststellen. Künftig soll noch mehr auf Erlebnismesse gesetzt werden. Sascha Rhyner

Der Eindruck in Genf hatte nicht getäuscht: Der Auto-Salon

2019 verzeichnete weniger Besucher. Das elektronische Zutrittssystem

verzeichnete bis eine Stunde vor Salonschluss 602 000

Besucherinnen und Besucher neun Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahl ist indes zu relativieren, denn die Aussteller bemerkten

eine durchaus hohe Qualität. In der Halle 7 erfuhren

die AGVS-Medien an mehreren Ständen, dass die Aussteller wohl

weniger Gäste hatten, aber die Geschäfte eher besser waren als

in den Vorjahren. Gleiches lässt sich über die gesamte Kundschaft

sagen. Ein Viertel der Besucher erklärte in der Besucher-

Fahrwerkskomponenten für mehr als 3000 Fahrzeugmodelle

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AUTO-SALON

umfrage, dass sie bis 2020 ein Auto kaufen wollten.

Besonders attraktiv für die Besucher waren Stände

mit einem besonderen Erlebnis. Dazu zählten die Stände

von Citroën, Renault oder Tag Heuer, wo auf Simulatoren ein

Rennparcours bewältigt werden konnte, oder der Stand von

McLaren, der die Fans einlud, sich in einen dieser fantastischen

Boliden zu setzen. «Dieses Interesse bekräftigt uns in unserer

Absicht, den Auto-Salon in Zukunft noch mehr als Erlebnismesse

zu positionieren. Wenn wir alle Aspekte der Mobilität

aufzeigen, werden wir in Zukunft wieder ein breiteres Publikum

anziehen», so Maurice Turrettini, Präsident der Geneva International

Motor Show (GIMS).

Bemerkenswert war auch heuer wieder die mediale Resonanz.

Rund 10 000 Medienvertreter aus der ganzen Welt haben gemäss

den Organisatoren den Auto-Salon besucht und dabei

unter anderem über 151 Welt- und Europapremieren berichtet.

Besonders grossen Zulauf hatte die Berichterstattung in den

sozialen Netzwerken. Rund 5,8 Millionen Views registrierte der

Salon auf Instagram, 154 000 Fans hat gimsswiss auf Facebook und

der Hashtag #gimsswiss wurde 345 000 Mal auf Twitter geteilt.

Die neue Website gims.swiss verzeichnete während der Messedauer

rund 1,5 Millionen Besucher. «Wir freuen uns, dass der

Salon weltweit eine so grosse Aufmerksamkeit erhält. Es ist die

Bestätigung, dass sich unsere digitale Kommunikationsstrategie

auszahlt. Der Besucher kommt heute nicht nur physisch, sondern

auch digital an den Salon. Wir wollen die Bilder von unseren Ausstellern

und unserer Show einem Publikum, das in der ganzen

Welt zu Hause ist, nahebringen», freut sich der abtretende Salon-

Direktor André Hefti (siehe auch Interview auf Seite 22).

AUTOINSIDE lädt Sie ein, den 89. Auto-Salon noch einmal

Revue passieren zu lassen. Auf 40 Seiten berichten wir über die

Zukunft der Zulieferer und Halle 7 (Seite 12/13), über den Besuch

von Bundesrat Ignazio Cassis am AGVS-Stand (Seite 14), und über

die Neuheiten der Zulieferer (Seite 24 bis 43). <

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AUTO-SALON

Daumen hoch (v.l.): Jean-Luc Pirlot (Sekretär Sektion VD), Pierre-Yves Actis

(Sekretär Sektion VS), Zentralpräsident Urs Wernli, Denis Picard (Präsident

Sektion GE und Gastgeber), Pierre Daniel Senn (AGVS-Vizepräsident und

Präsident Sektion NE), Charles-Albert Hediger (Präsident Sektion VS), Georges

Bovet (Präsident Sektion FR) und Nicolas Leuba (Präsident Sektion VD).

Abendanlass der Sektion Genf

Ein Treffen unter Freunden

Es ist eine mittlerweile lieb gewonnene Tradition am zweiten Donnerstag am Auto-Salon: Die AGVS-Sektion Genf lädt die

Präsidenten der Westschweizer Sektionen zu einem gemütlichen Umtrunk am AGVS-Stand ein.

fp./sco. Etwa 50 Personen waren der traditionellen Einladung des

Genfer AGVS-Präsidenten Denis Picard gefolgt. Der Apéro schliesst

an die Versammlung der Westschweizer Präsidenten an, an

der Bildungsthemen, die technologische Entwicklung, aber auch

das Ringen um einen Gesamtarbeitsvertrag auf der Traktandenliste

standen. Aus dem Zentralpräsidium waren AGVS-Zentralpräsident

Urs Wernli und Vizepräsident Pierre Daniel Senn zugegen, von der

Geschäftsstelle hatten unter anderen die Geschäftsleitungsmitglieder

Markus Aegerter und Olivier Maeder den Weg nach Genf

unter die Räder genommen.

Und so wurde bei Weisswein und Häppchen auch nach der

«Assemblée» über den Geschäftsgang und über die politischen Entwicklungen

gesprochen, alte Freundschaften aufgefrischt und vor

allem auf gute Geschäfte im laufenden Auto-Frühling angestossen. <

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Der Reifen- und Räderratgeber powered by Pirelli

Das ultimative Forschungsund

Entwicklungslabor

Für AUTOINSIDE beantwortet Reifenspezialist Elio Rullo viermal pro Jahr Fragen zum Reifen- und Rädergeschäft. Die Beiträge

sind auf einen maximalen Nutzwert ausgerichtet und werden von AUTOINSIDE-Partner Pirelli zur Verfügung gestellt.

Der Rennsport gehört zur DNA von Pirelli. Als die Formel 1 in den

1950er-Jahren losdonnerte, stand Pirelli mit am Start. Nach dem

Wiedereinstieg 2011 ist Pirelli mittlerweile in der achten Saison

exklusiver Ausrüster der Königsklasse des Automobilrennsports.

Darauf ist wohl jeder unserer rund 30 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

weltweit stolz.

38 788 Reifen für die Formel-1-Teams

Um das enorme Engagement darzulegen, ein paar Zahlen aus

der Saison 2017: Insgesamt lieferte Pirelli 38 788 Reifen an die verschiedenen

Teams; 33 520 Reifen wurden an den Rennwochenenden

geliefert, 5268 für Tests. Nicht jeder Reifen wurde auch

tatsächlich eingesetzt. Die Teams verwendeten insgesamt 12 920

Reifen: 11 532 Slicks und 1388 Regenreifen oder Intermediates. Nun

mag man sich fragen, wozu Pirelli einen derartigen Aufwand betreibt.

Um es mit den Worten von Mario Isola zu sagen, der bei Pirelli

für den gesamten Motorsport verantwortlich ist: «Die Formel 1 ist

das ultimative Forschungs- und Entwicklungslabor.»

Formel-1-Boliden verantwortlich. Dies wird mit 18 Zoll nicht mehr

möglich sein, die Autos werden 2021 also ganz anders aussehen als

in der aktuellen und der kommenden Saison. Vor allem die Aufhängungen

werden ein komplett neues Design erhalten.

Für Pirelli bringt die neue Dimension zahlreiche Vorteile. Vor allem

erhöht sie die Übertragbarkeit der technischen Entwicklung. Wer

fährt denn heute noch mit 13-Zoll-Reifen? Im Premium- und Prestigebereich,

also im Herzstück unseres PW-Reifengeschäfts, ist das sicher

nicht mehr der Fall. Eine Reifengrösse in der Formel 1, die näher an den

Grössen liegt, die wir regelmässig für die Strasse liefern, ermöglicht es

uns, noch mehr relevante Technologien von der Rennstrecke auf die

Strasse zu übertragen. Gerade bezüglich Einlenk- und Bremsverhalten

werden sich Learnings viel unmittelbarer vom Rennsonntag in den

Strassenalltag transferieren lassen und Pirelli-Produkte noch besser,

sicherer und effizienter machen. Für den Zuschauer eine Riesenshow,

für Pirelli das schnellste Labor der Welt.

www.pirelli.ch / elio.rullo@pirelli.com

Unser anspruchsvollster Kunde

Die Formel 1 ist unser vielleicht anspruchsvollster Kunde und stellt

die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Pirelli immer wieder

vor Herausforderungen. Beispielsweise, als die Rennserie 2014 zu

Turbomotoren zurückkehrte. Die Turbopower verlangte nach neuen

Flügelkonstruktionen, um die Boliden auf die Strasse zu pressen. Und

was befindet sich zwischen Auto und Strasse? Der Reifen.

Als auf die Saison 2017 Reifen, Front- und Heckflügel grösser und

breiter wurden, hatte dies ebenfalls grosse Auswirkungen auf den

mechanischen Grip und damit auf die Reifenkonstruktion und die

Gummimischungen. Und es hatte Einfluss auf die Rundenzeiten:

Weil die um 25 Prozent breiteren Reifen (Vorderachse 305 mm,

Hinterachse 405 mm breit) höhere Kurvengeschwindigkeiten erlaubten,

wurden die Formel-1-Boliden im Durchschnitt aller Formel-

1-Strecken um 2,69 Sekunden pro Runde schneller!

In der Entwicklung der Gummimischungen für Strassenfahrzeuge

profitieren wir stark von der Formel 1. Insbesondere im Bereich

der Regenreifen fliessen Erkenntnisse sehr schnell in unsere

Premium- und Highendprodukte ein und tragen so zur Verkehrssicherheit

bei.

Im November des letzten Jahres hat Pirelli sein Engagement als exklusiver

Reifenlieferant der Formel 1 um weitere vier Jahre bis 2023

verlängert. Mit dieser Vertragsverlängerung wurde auch eine eigentliche

Revolution bei der Reifendimension bekanntgegeben. Die bisher

bekannten 13-Zoll-Reifen werden durch 18-Zöller ersetzt. Am Auto-

Salon in Genf war die neue Dimension am Pirelli-Stand ausgestellt.

Heutzutage sind die Reifen für rund 60 Prozent der Federung der

Elio Rullo ist seit 30 Jahren in der

Reifenbranche tätig und einer der

profundesten Kenner des Reifengeschäfts

in der Schweiz. Bei der

Pirelli Tyre (Suisse) SA bekleidete

er in den letzten drei Jahrzehnten

verschiedene Positionen, unter

anderen jene des Leiters Motorsport.

Heute ist er verantwortlich

für Kundendienst und Technik.

AUTOINSIDE | April 2019 11


AUTO-SALON

Fachmesse

Rettet «GIMS-Tech»

die Halle 7?

Dem Rückzug von Herstellern begegnet der Auto-Salon, indem er die Hallentore für Tech-Firmen und Mobilitätsdienstleister

öffnet. Von der dafür notwendigen Änderung des Reglements können unter Umständen auch Aussteller in Halle 7

profitieren. Während die Branche um die Zukunft der Fachmesse diskutiert, kündigt der neue Salon-Direktor Engagement

und Investitionen an. Reinhard Kronenberg

SAA-Präsident Erhard Luginbühl (links) und Salon-Direktor Olivier Rihs machen sich Gedanken über die Zukunft der Halle 7.

Nach dem Salon ist vor dem Salon, doch 2019

ist alles etwas anders. Die gewohnte Routine

gerät ins Stocken und der jahrzehntelange

Automatismus erfährt eine nachhaltige

Veränderung. Im Vordergrund stehen drei

zentrale Fragen: Wird es Olivier Rihs, dem

neuen Salon-Direktor, gelingen, mit neuem

Schwung und einem neuen Konzept die

traditionelle Ausstellung zukunftsfähig zu

machen? Welche Dynamik löst die beschlossene

Änderung des Ausstellerreglements auf

Aussteller und Besucher aus? Und wie geht

es weiter mit der für das Schweizer Autogewerbe

und die Zulieferbranche wichtigen

Fachmesse für Garageneinrichtungen und

Zubehör in Halle 7?

Absagen von gewichtigen Herstellern konnte

der Salon in diesem Jahr einerseits durch

asiatische und russische Hersteller, Nischenanbieter

im Bereich Elektromobilität sowie kleinere

Restaurationsbetriebe und Ruheinseln

kompensieren. Dazu kam die Ausstellung zum

70-Jahr-Jubiläum von Abarth sowie eine Veranstaltungsreihe

namens «Shift AUTOMOTI-

VE», beide jedoch ohne erkennbaren Impact.

Die Gänge waren da und dort etwas

breiter, der Besucherstrom wurde ruhiger,

aber das hat auch damit zu tun, dass der Salon

mit 602 000 Besuchern einen deutlichen

Rückgang verzeichnet minus 9 Prozent. Vor

zwei Jahren waren es noch knapp 700 000.

Das ist erheblich und für viele kritische Beobachter

und von denen gibt es eine zunehmende

Zahl eine Bestätigung, dass Genf in

Gefahr ist, auf der Strasse in Richtung Bedeutungslosigkeit

zu fahren.

Olivier Rihs: ein Mann auf Mission

Doch ein Mann stemmt sich mit all seiner

Kraft gegen den aufkeimenden Pessimismus

und tritt der einschleichenden Lethargie mit

offenem Visier entgegen. Seine Mission ist

so anspruchsvoll wie seine Verantwortung

gross und nicht wenige betonen, dass sie diesen

Job nicht machen wollten oder könnten:

Olivier Rihs, der Neue am Steuer, will und

muss den Auto-Salon Genf zukunftsfähig

machen. Den «Übergangs-Salon» von André

Hefti und ihm hat er zu einem grossen Teil

dazu genutzt, Optimismus zu verströmen:

«Wir finden Lösungen, wir reissen das». Es

ist sein Mantra und es klingt anders als der

Zweckoptimismus der vergangenen Jahre.

Im Gespräch mit ihm wird rasch klar: Der

Mann hat eine Mission.

Bringt Google mehr Garagisten nach

Genf?

Erste sichtbare Massnahme: Eine Änderung

des Ausstellerreglements. Damit stösst

der Auto-Salon seine Tore weit auf für Tech-

Firmen und Mobilitätsanbieter. Das Signal

geht an Google, Facebook, Amazon, Uber

und Co. Genf bildet damit ab, was im automotiven

Bereich ohnehin schon Realität ist:

Branchenfremde Firmen drängen dank technologischem

Vorsprung und hoher Reichweite

in den bisher von Herstellern dominierten

Markt ein.

In welchem Ausmass das tatsächlich mehr

Zuschauer bringt oder einfach jene Lücken

füllt, die immer mehr Brands hinterlassen, ist

fraglich. Wenn Genf zu einer Mobilitätsmesse

im übergeordneten Sinn wird, wo neu übrigens

auch Motor- und Fahrräder ausgestellt

12 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

werden können, dann stellt sich die Frage:

Wo bleibt am Schluss der Kern der Marke, das

Auto? Und auf Halle 7 bezogen: Zieht das tatsächlich

wieder mehr Garagisten nach Genf?

Wer wird 2020 noch dabei sein?

Halle 7 steht etwas im Schatten des

grösseren Problems, das Rihs zu lösen hat.

Für Aussteller ist das ein schwacher Trost.

Viele von ihnen blicken skeptisch in zwei

Richtungen: Nach hinten, weil auch in Halle

7 ein Rückgang an (Fach-)Besuchern zu verzeichnen

war, und nach vorne, weil auch die

nächsten Monate nicht klar ist, wer 2020

überhaupt noch dabei sein wird. Insider berichten,

dass der ausbleibende Erfolg in diesem

Jahr bei einigen Ausstellern den letzten

Impuls dafür gegeben hat, der Messe künftig

fern zu bleiben.

Auch stellt sich die Frage, wer von den

Ausstellern die durch die Änderung des

Ausstellerreglements geschaffene Möglichkeit

nutzt, die Halle zu wechseln. Neben

Tech-Firmen können nämlich künftig auch

Aussteller aus dem Zuliefererbereich nach

oben. Das wird von Rihs gegenüber AUTOIN-

SIDE so bestätigt. Er legt jedoch Wert auf die

Feststellung, dass dies beim Entscheid nicht

im Vordergrund gestanden habe.

Aus SAA-Expo wird «GIMS-Tech»

Rihs erklärtes Ziel ist, die Halle 7 zu stärken.

Eine Abwanderung der ESA beispielsweise

würde aber genau das Gegenteil bewirken.

Also will Rihs sie unbedingt in Halle 7

halten. Genauso wie bisherige und neue Aussteller.

Dafür lanciert der Salon ein Projekt

unter dem Arbeitstitel «GIMS-Tech». Die

bisher einwöchige SAA-Expo soll erheblich

aufgewertet werden. «Wir sind bereit,

zu investieren», sagt Rihs. Der Wunsch-Effekt:

Im nächsten Jahr sollen 70 Aussteller

in Halle 7 zu finden sein. Dieses Jahr waren

es 45 inklusive den T-Shirt-, Modellautound

Schnellkleber-Ständen. Platz in Halle

7 hätte es ohnehin noch: Von den 13 000 zur

Verfügung stehenden Quadratmeter waren

dieses Jahr 7300 besetzt.

ESA spielt die Schlüsselrolle

Ob und welche Firmen aus Halle 7 von

dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen,

ist so lange Gegenstand von Spekulationen,

bis die ersten Karten auf dem Tisch liegen.

Klarheit herrscht spätestens am 1. Juli 2019,

dem Anmeldeschluss für das Jahr 2020.

Bis dahin sind die Blicke der meisten Aussteller

auf die Grossen in Halle 7 gerichtet: ESA,

SAG (Derendinger, Technomag), Hostettler und

KSU A-Technik. Die Schlüsselrolle kommt dabei

der ESA zu. Dies vor allem deshalb, weil

von ihrem Entscheid faktisch die Zukunft von

Halle 7 abhängt; entsprechend gross ist die Verantwortung,

die mit ihrem Entscheid verbunden

ist. Würde die ESA entweder in die Halle 1

bis 6 ziehen oder im Extremfall gar nicht mehr

in Genf ausstellen, wäre das mit Sicherheit das

Ende der Fachausstellung.

SAA-Präsident Erhard Luginbühl bestätigt,

was auch mehrere von AUTOIN-

SIDE befragte Aussteller übereinstimmend

äussern: «Wenn die ESA nach oben geht, ist

hier unten fertig.» Luginbühl sagt, dass das

auch der Salon-Organisation klar sei. Mit ein

Grund: Bleibt die ESA weg, schwächt das die

Attraktivität von Halle 7 substanziell was

dazu führen würde, dass auch die SAG wegbleiben

würde. Dort diskutiert man eine weitere

Teilnahme derzeit ohnehin kontrovers.

Wie also wird die ESA entscheiden? Und

wann? Gegenüber AUTOINSIDE sagt Matthias

Krummen: «Wir haben den Entscheid

zur Änderung des Ausstellerreglements zur

Kenntnis genommen und halten uns alle Optionen

offen.»

Erhard Luginbühl glaubt nicht, dass am

Schluss so heiss gegessen wird, wie gekocht

wurde: «Ich rechne nicht damit, dass Werkstatteinrichter

die Halle wechseln», sagt er.

Er hält es allerdings für möglich, dass Firmen

wie beispielsweise Motorex wechseln könnten,

weil deren Produkte auch für Endkonsumenten

interessant sind. Doch auch ihm ist

klar: Die nächsten Monate werden wegweisend

sein für die Zukunft von Halle 7.

Bleiben zwei Fragen zum Schluss: Hat die

Branche die Kraft, Partikularinteressen zu

überwinden und sich zusammen mit dem

Auto-Salon für eine Fachveranstaltung von

nationalem Interesse einzusetzen? Und welche

Lösung bleibt Olivier Rihs, wenn er die

ESA unbedingt in Halle 7 behalten will, sie

aber trotzdem auf den zwei Wochen Präsenz

bestehen würde? <

Mit AGVS-Medien immer

informiert

Bleiben Sie mit den AGVS-Medien am Puls: Wir

haben die einzigartige Gelegenheit, Salon-

Direktor Olivier Rihs das ganze Jahr über zu

begleiten und werden über alle für Aussteller

und Garagisten relevante Entscheidungen

berichten.

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AUTO-SALON

89. Auto-Salon Am AGVS-Stand

Der Bundesrat und der Fiat

Bundesrat Ignazio Cassis erinnerte in seiner Ansprache an die 220 000 Arbeitsplätze, die direkt mit dem Auto zusammenhängen.

Entsprechend erwies er auch den Lernenden und Studierenden am AGVS-Stand seine Reverenz. Sandro Compagno

Auf dem traditionellen Salon-Rundgang machte Cassis, begleitet von

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli, auch Halt am AGVS-Stand, wo er

sich mit Lernenden sowie den Studierenden der Berner Fachhochschule

(BFH) und der ETH Zürich unterhielt. Beide Schulen stellten

beim AGVS ihre Elektro-Racer aus, mit denen sie an der Formula

Student teilnehmen. Es waren wie in den Vorjahren auch beliebte

Fotoobjekte für die Besucherinnen und Besucher.

Seit Kindsbeinen sei er von Autos fasziniert gewesen, erzählte

der Bundesrat in seiner Ansprache zur Eröffnung des 89. Genfer

Auto-Salons: «Die Freiheit, die Geschwindigkeit und die Technik

haben mich schon immer interessiert.» Mit Geschwindigkeit hatte

seine erste automobile Erfahrung allerdings wenig zu tun: der Fiat

500 C «Topolino» Giardiniera mit Baujahr 1952 seines Vaters erreichte

mit Rückenwind und Heimweh rund 90 km/h…

Heute sei das Auto für ihn ein «mobiles Büro. Hier arbeite ich

und studiere Akten». Die Haltung des FDP-Magistraten in Verkehrsfragen

ist nicht von Ideologie geprägt. Auf seiner Website bekennt

sich Cassis zu einem Miteinander von öffentlichem und privatem

Verkehr: «Strassenverkehr und Schienenverkehr, öffentliche und

private Transportmittel beide sind wichtig. Mobilität als Ganzes

muss auch nachhaltig sein.» Cassis erwähnte in seiner Ansprache

die Kampagne «co2tieferlegen» von EnergieSchweiz, die traditionell

am Auto-Salon präsent ist. Cassis und seine Frau sind seit 2014 privat

mit einem Elektroauto unterwegs.

«Die Schweiz produziert zwar keine Autos. Aber insgesamt sind

220 000 Arbeitsplätze direkt mit dem Auto verbunden: in Garagen,

Carrosserien oder auch im Transportgewerbe», hielt der Aussenminister

fest und spannte den Bogen vom Transportgewerbe zum

Verhältnis der Schweiz zur EU und namentlich zu unserem nördlichen

Nachbarn. «Deutschland ist und bleibt unser wichtigster

Handelspartner», sagte Cassis und warb um Unterstützung für ein

Rahmenabkommen mit der Europäischen Union.

Cecra-Generalsekretär Bernard Lycke und Cecra-

Präsident Jean-Charles Herrenschmidt.

Die Luxemburgerli am AGVS-Stand kamen bei der

internationalen Cecra-Delegation sehr gut an.

Jean-Charles Herrenschmidt mit Monique Baldinger

(AGVS-Geschäftsstelle) und Urs Wernli.

14 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Von links: Jörg Buchenhorner, Vermieter AGVS-Bildungszentrum Sissach,

Daniel Riedo, Ehrenmitglied AGVS-Sektion beider Basel, Kurt Oggier, Garage

Oggier, Markus Rüedi und Marc Oggier.

Delegation des BFE am AGVS-Stand (von links): Thomas Weiss (Projektleiter

«co2tieferlegen»), Christoph Schreyer (Leiter Sektion Mobilität Energie

Schweiz), Markus Peter, Urs Wernli, Olivier Maeder und Daniel Büchel (Leiter

des Aktionsprogramms Energie Schweiz).

Impressionen vom AGVS-Stand

Der AGVS-Stand in der Halle 2 war auch in diesem Jahr

wieder ein beliebter Treffpunkt für Garagisten und für

Gespräche mit Branchenkollegen.

Rolf Plattner von der Garage Plattner in Basel (rechts) im Gespräch mit Thomas

Jäggi, beim AGVS zuständig für Grundbildung & Höhere Berufsbildung.

Martin Sollberger, Präsident der AGVS-Sektion Aargau, wird umrahmt von

AGVS-Juristin Olivia Solari und Heinz Schmidli.

Familien- und Betriebsausflug nach Genf (von links): Martin, Thomas und Max

Umiker, Subaru Garage Max Umiker AG, Muttenz.

Oliver und Susanne Frei von der Jura-Garage Oliver Frei in Bettlach.

Von links: Lukas Alijauskas, Bruno Lemm, Garage Lemp AG in Attiswil, und

Peter Lendenmann, ehemals Garage Stauffer, Zuchwil.

Andreas Billeter (v. l.) und Hans Pfister im Gespräch mit Oliver Haselbach vom

Akademischen Motorsportverein Zürich der ETH.

Edwin Koller, Präsident der AGVS-Sektion Glarus, mit Frau Daniela.

AUTOINSIDE | April 2019 15


AUTO-SALON

«Genf ist eine phänomenale

Plattform und ein Schlüsseltermin

in Europa, weil es

der erste Termin im Jahr ist.

Es ist eine gute Vorschau,

was uns erwartet auch im

Bereich Technik, Unterhalt

und Einrichtung.»

Markus Hutter, Verwaltungsratspräsident

der ESA

«Wir freuen uns natürlich,

bei diesem Jahreshighlight

dabei zu sein. Die

Halle 7 ist ein Treffpunkt

für die Garagen- und

Carroseriebranche. Hier

können wir Neuigkeiten

präsentieren und unsere

Mitinhaber betreuen und

verwöhnen.»

Giorgio Feitknecht, CEO der ESA

«Genf ist international

und gleichzeitig sehr

kompakt. Hier kommt die

Autofamilie zusammen.»

Ina Berger, Leiterin Marketing

und PR bei CG Car Garantie

«Die SAA-Expo präsentiert

sich sehr gut. Wir können das

Erlebnis noch weiter verbessern

und zum Beispiel die Berufswelt

abbilden. Die Faszination der

Autoberufe vermitteln. Genf hat

eine Chance!»

Erhard Luginbühl, Präsident SAA

«Der Salon ist ein extrem

spannender Ort, wo sich

Persönlichkeiten der Autobranche,

von Verbänden, Politik

und Wissenschaft treffen. Es

herrscht jeweils eine Art Feststimmung,

die den Boden für

gute Gespräche legt.»

Daniela Decurtins, Direktorin

Verband der Schweizerischen

Gasindustrie (VSG)

«Ich bin eine Auto-Nerd.

Seit ich aus Nordamerika

zurück in der Schweiz bin,

ist Genf für mich ein jährlicher

Pflichttermin. Als

zweites Standbein gegen

Ende meiner Karriere habe

ich eine Firma im Bereich

Kitesurfen gegründet.

Unsere kleine Fahrzeugflotte

betreiben wir mit

umweltfreundlichen Seat

mit CNG-Antrieb.»

Jonas Hiller, Eishockeyspieler

«Die Qualität der Auswahl an Modellen ist einzigartig wie

auch die Organisation. Auf kleinem Raum hat man einen

ausgezeichneten Überblick. Auch darum haben wir für unser

Meeting mit den internationalen Importeuren Genf gewählt.»

Bernard Lycke, Generaldirektor Cecra, und

Cecra-Präsident Jean-Charles Herrenschmidt (rechts)

«Für mich ist die

Faszination die

Innovationskraft der

Branche: effiziente und

alternative Antriebe,

Digitalisierung, Automatisation

und die

Helferlein in Form von

Fahrassistenzsystemen

als Beispiele. Und es

ist perfekt, um Leute zu

treffen und Gespräche

mit Branchenkollegen

zu führen.»

Andreas Burgener,

Direktor Auto-Schweiz

«Bisher war ich immer

beruflich am Salon, um

Kontakte zu pflegen und

mich mit Garagisten zu

treffen. Wenn man in

der Autobranche tätig

ist, ist ein Besuch am

Auto-Salon Pflicht, um

sich über den Markt zu

informieren.»

Toni von Dach, ehemaliger

Vizedirektor von Figas

16 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

«Es ist spannend, alle

Neuigkeiten zu sehen und

gleichzeitig ist der Salon ein

wichtiger Branchentreffpunkt.

Mir hat besonders der

neue Porsche 911 gefallen.»

Sandro Piffaretti, CEO der Swiss

Automotive Group SAG

«Es ist grossartig, dass wir

als Fachmesse in der Halle 7

die Neuigkeiten präsentieren

können und so das Interesse

des Fachpublikums wecken. So

kommen auch genügend Fachbesucher

nach Genf.»

Bernadette Langenick,

VR-Delegierte der Auto-i-dat AG

«Es ist ein Privileg der Schweiz,

einen internationalen Salon

zu haben. Hier erfährt man

aus erster Hand, was punkto

Innovation und Technik läuft.

Ausserdem trifft man die Leute

aus der Branche. Der Salon

ist optimal, um Kontakte zu

pflegen.»

Christoph Aebi, ehemaliger Director

von Autoscout24

«Vermutlich müsste ich

nachts an den Salon»

Kimi Räikkönen, Formel-1-Weltmeister von 2007, war der

gefragteste Prominente am Auto-Salon. AUTOINSIDE

unterhielt sich ebenfalls mit dem in Baar ZG wohnenden

Finnen. Sascha Rhyner

Was ist für Sie speziell am Auto-Salon in Genf?

Ich bin hier, um zu arbeiten. (lacht) Ginge es nach mir, wäre

ich zu Hause mit der Familie. Ich bin zum vierten Mal in Genf,

zweimal mit Ferrari und einmal noch mit Lotus. Leider kann ich

deshalb nicht sehen, was es hier alles gibt. Es wäre schön, einen

Rundgang zu machen mit den Kindern. Diese wären sicher be-

geistert, aber es würde wohl einen grossen Trubel geben. Vielleicht

müsste ich in der Nacht gehen, wenn hier geschlossen ist (lacht).

Was ist für Sie wichtig an einem Auto?

Es muss bequem sein und sicher. Ich bin ein Familienvater,

wir brauchen Platz. Ich bevorzuge einen 4×4-Antrieb wegen

des Winters. Ich will nicht stecken bleiben, wenn es schneit.

(Räikkönen wohnt in Baar an einem steilen Hang; Anm. d. Red.)

Schauen wir noch auf die kommende Formel-1-Saison: Was

dürfen Ihre Fans erwarten?

Nach den Tests waren alle nur am Vermuten. Nach dem ersten

Rennen weiss man mehr und danach geht es darum, wer das Auto

schneller verbessern kann. Die Entwicklung in der Saison ist ent-

scheidend.

«Ich hoffe, dass die Halle 7 ihre

Zukunft hat. Als Zubehörmesse

ist Genf wie Zürich wichtig.

In den Hallen 1 bis 6 habe ich

schon mehr Emotionen gesehen

als in den letzten Jahren. Die

Abarth-Ausstellung hat mir

sehr gut gefallen.»

Peter Krieg, Organisator der

autotecnica.ch in Zürich

Gefragter Interviewpartner: Formel-1-Fahrer Kimi Räikkönen.

AUTOINSIDE | April 2019 17


AUTO-SALON

Digitales Lehrmittel

Üben wie in der Werkstatt

Praktische Problemstellungen online lösen, statt in der Werkstatt am realen Motor und mit Diagnosegerät zu üben:

Das geht dank dem webbasierten Training, das am Auto-Salon am AGVS-Stand präsentiert wurde. Sascha Rhyner

Neu ist das E-Learning-Tool Electude nicht, wie Yves Virchaux von

Technolab, die das Programm in der Schweiz vertreibt, erklärt: «In

der Schweiz wird es seit rund anderthalb Jahren angeboten und

bereits von zahlreichen Berufsschulen und Ausbildungszentren

genutzt.» Es habe über 300 000 Nutzer weltweit und wird in

35 Sprachen angeboten. «Das webbasierte Training beinhaltet den

gesamten Lehrplan der Automobil-Mechatroniker-Ausbildung», sagt

Virchaux. «Die Lernenden können so zu Hause üben, was sonst nur

in der Werkstatt möglich wäre oder am Auto der Eltern.» Electude

bietet auch einen direkten Zugriff vom Smartphone.

Zusätzlichen Ansporn schaffen

Ausbildende können den Lernenden gezielt Aufgaben wie beispielsweise

Fehlerdiagnose stellen, die diese im Simulator lösen.

«Am Bildschirm arbeiten die Lernenden im Prinzip wie in der Werkstatt»,

führt Yves Virchaux aus. Die Lernenden erhalten sofort ein

Feedback, ob die Aufgabe richtig gelöst wurde. Es können auch

Wettbewerbe durchgeführt werden. «Das kann ein zusätzlicher

Lernansporn sein.»

Effizienter für Ausbildende

Electude ist aber nicht nur für die Auszubildenden praktisch und

intuitiv anwendbar. Es bietet auch den Ausbildenden zahlreiche Vorteile,

wie Virchaux betont: «Berufsschullehrer und Instruktoren erhalten

einen schnellen Überblick, wo eventuell einzelne Lernende

noch Probleme haben oder wo gar ganze Klassen Mühe bekunden,

und können entsprechend reagieren.» Dies sei effizienter und realitätsnäher

als Kurztests zu jedem einzelnen Lernthema. «Mit einem

Klick sehen die Lehrpersonen, was nicht verstanden wurde», so

Virchaux. Auch ist es möglich, sich zu vernetzten: «Schweizweit

können sich die üK-Zentren mit Berufsschulen verbinden. So sehen

alle, was am anderen Ort gemacht wird.»

Spezialfall Schweiz

Das E-Learning-Tool ist weltweit bereits erfolgreich im Einsatz. In

der Schweiz haben es wie eingangs erwähnt zahlreiche Schulen und

Zentren schon eingeführt. «Es laufen überdies weitere Pilotprojekte

und Gespräche für Pilotprojekte», erläutert Vichaux. «Wir müssen

checken, ob es für den Schweizer Markt im gleichen Mass geeignet

ist, weil wir hier mit dem dualen Bildungssystem eine andere Ausgangslage

haben als im Ausland», begründet Virchaux. <

Olivier Maeder (links), Bildungsverantwortlicher beim AGVS, und Yves

Virchaux unterhalten sich mit Jugendlichen beim E-Learning-Tool.

18 April 2019 | AUTOINSIDE


Lernende auf dem technischen Rundgang

Oldtimer, Bugatti und Aston

Martin Klassiker bevorzugt

Der Auto-Salon ist für Berufsschulen und ihre Lernenden auch dank dem

technischen Rundgang von Berufsschullehrer Andreas Lerch ein beliebtes und

lehrreiches Ausflugsziel. Sascha Rhyner

Der AGVS lotst gezielt Lernende aus dem Autogewerbe

nach Genf. Dank dem technischen

Rundgang, der jedes Jahr von Andreas Lerch

in kürzester Zeit an den beiden Pressetagen

realisiert wird, ist der Besuch auch für ganze

Klassen lohnenswert und lehrreich. Dabei

musste Lerch noch improvisieren: «Leider

entfernte Audi nach den Pressetagen die

tollen Schnittmodelle zum E-Tron.» Der entsprechende

Posten musste kurzfristig gestrichen

werden.

Der Freude und dem Enthusiasmus tat

dies keinen Abbruch. «Wir sind mit dem

Bus gekommen, was wegen des Staus etwas

länger dauerte», erzählt Andrea, Automobil-

Mechatronikerin mit der Fachrichtung Nutzfahrzeuge.

Und die Lernenden haben klare

Vorlieben: «Die Oldtimer sind cool», sagt

Jacobus. «Mir gefallen alle Engländer», erklärt

Harrison. «Ich wollte einen Bugatti

kaufen», scherzte Niklas. Yannick gefiel der

neue Porsche 911 und Marco meinte: «Die

Schnittmodelle bei Aston Martin waren

sehr interessant.» <

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AUTOINSIDE | April 2019


AUTO-SALON

Fahrzeugdaten

«Ein erstes Ziel ist erreicht:

Die OBD-Ports bleiben drin»

Die Europäische Dachorganisation der Garagisten Cecra macht Druck auf Politik und Hersteller: Sie sieht markenunabhängige

Garagisten im Wettbewerbsnachteil und Konsumenten vor einer eingeschränkten Wahlmöglichkeit. Im Fokus steht

nicht nur der Zugang zu den nötigen Fahrzeugdaten an sich, sondern auch deren Struktur. Cecra-Generaldirektor Bernard

Lycke im Gespräch mit AUTOINSIDE. Reinhard Kronenberg

vorschreiben, die einen sicheren, unmittelbaren,

direkten, uneingeschränkten, unbeaufsichtigten

und in Echtzeit erfolgenden Zugang

zu den im Fahrzeug generierten Datenfunktionen

und -ressourcen gewährleistet.

Wie erleben Sie die Einstellung von Herstellern,

die versuchen, den Zugang nur auf den

jeweiligen Markenvertreter zu beschränken?

Obwohl sie öffentlich sagen, dass sie

Dritten Zugang zu Daten gewähren, haben

Hersteller in Wirklichkeit nach wie vor einen

exklusiven Zugang zu den Daten und Ressourcen

im Fahrzeug. Durch diesen exklusiven

Zugang können Hersteller beispielsweise

den Kunden zur eigenen und oftmals entfernteren

Tochtergesellschaft leiten zum Nachteil

einer näherliegenden autorisierten Werkstatt.

Auch für unsere Vertragswerkstätten

hat dies Konsequenzen, ganz zu schweigen

von anderen Gliedern in der automobilen

Wertschöpfungskette.

Bernard Lycke, Generaldirektor Cecra.

Herr Lycke, Sie kämpfen in Brüssel dafür,

dass alle Reparaturwerkstätten freien

Zugang zu den für eine Reparatur notwendigen

Fahrzeugdaten haben. Wie ist der

aktuelle Stand dieser Angelegenheit?

Bernard Lycke: Die meisten derzeit

in Neufahrzeugen installierten Telematiksysteme

sind so konzipiert, dass nur noch

Fahrzeughersteller direkt auf die im Fahrzeug

generierten Datenfunktionen und -ressourcen

zugreifen dürfen. Diese technische

Lösung, genannt «Extended Vehicle» oder

«Nevada», verschafft den Herstellern einen

grossen Vorteil, versetzt Händler und Werkstätten

in eine Position des Wettbewerbsnachteils

und reduziert gleichzeitig die

Wahlmöglichkeiten für den Verbraucher. In

den letzten Jahren hat die Cecra wiederholt

die Verabschiedung neuer EU-Rechtsvorschriften

gefordert. Diese sollen die Einrichtung

einer On-Board-Anwendungsplattform

Und das Ergebnis?

Als Ergebnis dieser langjährigen Kampagne

wurde ein erstes signifikantes Ziel erreicht:

die Aufrechterhaltung des OBD-Ports

in den neuen EU-Typengenehmigungsvorschriften.

Darüber hinaus haben die europäischen

Institutionen ein erhöhtes Bewusstsein

für dieses Thema entwickelt. Dies führte zu

zwei von der Europäischen Kommission in

Auftrag gegebenen Studien und zwei Entscheidungen

des Parlaments, in denen die

Europäische Kommission aufgefordert wurde,

einen Gesetzesvorschlag über den Zugang

zu Daten und Ressourcen im Fahrzeug anzunehmen.

Wir sind zuversichtlich, dass mit den

bevorstehenden Europawahlen und einer neu

besetzten Europäischen Kommission die Zeit

reif sein wird, um den von uns angestrebten

Rechtsrahmen zu erhalten.

Was sind die grössten Hindernisse?

Der monopolistische Ansatz der Hersteller

und die zögerliche Haltung der derzeitigen

Europäischen Kommission gegenüber einer

rechtsverbindlichen Lösung.

Rein rechtlich wird die Situation erst am

1. September 2020 geklärt sein, wenn die

entsprechende EU-Typengenehmigungsregelung

in Kraft tritt. Gibt es Grund zur

Sorge, dass es hier noch Veränderungen

geben wird?

Die im Mai des letzten Jahres verabschiedete

neue Typengenehmigungsverordnung

(Nr. 858/2018 - Artikel 61) ist eindeutig,

was die Verpflichtung der Fahrzeughersteller

betrifft: Sie müssen den Händlern und Werkstätten

OBD-Informationen über Fahrzeuge

und Informationen über Fahrzeugreparatur

und -wartung zur Verfügung zu stellen. Gemäss

den europäischen Verträgen werden

die Verordnungen nach ihrem Inkrafttreten

unmittelbar und automatisch Teil der

nationalen Rechtsordnungen, ohne dass

eine Umsetzung oder Auslegung durch den

nationalen Gesetzgeber erforderlich ist. Ich

befürchte daher keine weiteren Veränderungen

auf nationaler Ebene.

Wenn der Fall auf europäischer Ebene

rechtlich geklärt ist, was bedeutet das für

Schweizer Händler und Werkstätten?

Soweit ich weiss, befolgt die Schweiz die

EU-Vorschriften auf freiwilliger Basis.

Eine der Herausforderungen besteht nicht

nur darin, die für die Reparatur benötigten

Daten zu beschaffen, sondern auch in

der von den Herstellern unterschiedlich

bereitgestellte Datenstruktur. Besteht die

Aussicht auf eine Norm dafür?

Derzeit findet ein «Proof of Concept» statt

um den von den Herstellern vorgeschlagenen

20 April 2019 | AUTOINSIDE


«Extended Vehicle/Neutral Server» zu untersuchen. Drei Anwendungsfälle

werden diskutiert, darunter die für die Cecra wichtigsten

zur Ferndiagnose.

Die für viele europäische Volkswirtschaften relevante Automobilindustrie

steht auch im Zuge der noch andauernden Dieseldebatte

unter Druck. Wie beurteilen Sie die Situation?

Die neuen Ziele für die fahrzeugbezogenen CO 2

-Emissionen, die

kürzlich vom europäischen Gesetzgeber eingeführt wurden, sind

sehr ambitioniert. Wir teilen zwar die Notwendigkeit, konkrete Massnahmen

zur Verringerung der Auswirkungen der Treibhausgase auf

die Atmosphäre zu ergreifen. Aber wir sind der Meinung, dass der

Übergang vernünftig sein muss. Indem wir den gesamten Prozess

rationalisieren und einige notwendige Schritte einsparen, befürchten

wir, dass der Übergang weder für die Hersteller noch für die Händler

und noch weniger für die Verbraucher nachhaltig wird. Das gilt insbesondere

für diejenigen mit geringerem Einkommen, die sich teure

Elektrofahrzeuge nicht leisten können.

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Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei den CO 2

-Zielwerten aus

Sicht der Händler und Werkstätten? Wo sieht die Cecra die grössten

Herausforderungen, wo den grössten Handlungsbedarf?

Als einziger Berührungspunkt der Automarken spielen die Händler

eine entscheidende Rolle bei der Begleitung des Übergangs zu

emissionsärmeren Fahrzeugen. Insofern muss der Gesetzgeber sowohl

auf nationaler als auch auf europäischer Ebene die Händler und

Händlerverbände stärker in den Entscheidungsprozess zu CO 2

-Einsparungsmassnahmen

einbeziehen.

Wie beurteilt die Cecra die Tatsache, dass Hersteller und Importeure

wahrscheinlich den für Ende 2020 festgelegten Grenzwert von

95 g/km CO 2

nicht erreichen werden?

Die Frage sollte den Herstellern und ihrem wichtigsten EU-

Verband Acea gestellt werden. Händler und Werkstätten sind nicht

verantwortlich für die Herstellung oder den Import der Produkte, die

von Herstellern in Verkehr gebracht und dann von Händlern und

Werkstätten verkauft, repariert oder gewartet werden.

Wenn Sie selbst Garagenbesitzer wären, was würden Sie jetzt tun?

Es ist für die Garagisten wichtig, zu investieren, um ihr Unternehmen

an die Anforderungen der Zukunft anzupassen und gleichzeitig

die Kontrolle über den Status quo zu behalten, der noch immer ihr

Einkommen sichert. Das ist natürlich eine grosse Herausforderung,

aber meiner Meinung nach der einzige Weg.


AUTO-SALON

«Jede Technologie wird sich ihr Umfeld suchen»:

Der scheidende Salon-Direktor André Hefti glaubt

an die Parallelität der Systeme und an den

Wasserstoffantrieb.

Interview mit André Hefti, Generaldirektor Auto-Salon

«Es darf noch

geträumt werden!»

Am 30. Juni endet eine Ära. Nach acht Jahren als Generaldirektor verlässt André Hefti die «Geneva International Motor

Show» und geht in den verdienten Ruhestand. Im Interview mit AUTOINSIDE spricht der 71-jährige Grand Seigneur der

Schweizer Autobranche über die Faszination Technik, über die digitale Konkurrenz der klassischen Messen und über

US-amerikanische Strassenkreuzer der 1950er-Jahre. Sandro Compagno

Herr Hefti, acht Jahre standen Sie an der Spitze der «Geneva

International Motor Show». Mit welchen Gefühlen übergeben

Sie das Zepter an Olivier Rihs?

André Hefti, Generaldirektor Auto-Salon: Der Salon befindet

sich im Zeitalter der Digitalisierung im Umbruch. Aber er kann auf

eine treue Stammkundschaft und auf gewisse Highlights zählen, die

nur bei uns zu sehen sind. Ich denke da vor allem an die sogenannten

Hypercars, um die uns viele Messen beneiden: Bugatti, Lamborghini,

Aston Martin, McLaren, Pagani und wie sie alle heissen.

Wieso kommen diese Hersteller alle nach Genf?

Kunden, die ein Auto für 1,5 oder 2 Millionen Franken kaufen,

schätzen die Annehmlichkeiten von Genf, insbesondere den nahen

Flughafen. Viele dieser Kunden kommen mit dem eigenen Jet. Und

Genf findet in einem familiären Rahmen statt. Paris oder Frankfurt

sind Fabriken die sind so gross!

Alternative Antriebe sind ein Thema, das zunehmend an Gewicht

gewinnt. Sind Aussteller wie Pagani, Koenigsegg oder auch Ferrari

in Zeiten der CO 2

-Diskussion noch zeitgemäss?

Ja, absolut. Es darf noch geträumt werden. Man darf nicht vergessen,

dass es sich bei diesen Wagen um kleinste Stückzahlen

handelt, die realistisch betrachtet keinerlei Einfluss auf die globalen

CO 2

-Emissionen haben. Und auch in diesem Segment wird es alternative

Antriebe geben. Porsche hat in Genf den rein elektrischen

Taycan ausgestellt, andere werden nachziehen. Der Salon ist eine

Plattform für alle.

In Genf waren neben Benzin- und Diesel-betriebenen Autos

auch zahlreiche alternative Antriebstechnologien zu sehen.

Welcher Technologie trauen Sie zu, in 20 Jahren

zu dominieren?

Es wird in 20 Jahren keine dominante Technologie geben.

Jede Technologie wird sich ihr Umfeld suchen. Mit der drastischen

Senkung der CO 2

-Grenzwerte in den nächsten zehn Jahren wird die

erneuerbare Energie eine grosse Rolle spielen. Ich glaube an die Zukunft

des Wasserstoffantriebs. Der Wasserstoff hat gegenüber dem

batterieelektrischen Fahrzeug einen ganz entscheidenden Reichweitenvorteil.

Das Problem ist noch die Infrastruktur, aber ich

glaube, dass diese zügig ausgebaut wird. Auch CNG funktioniert. Ich

bin ehrlich erstaunt, dass nie der Hype entstand, mit dem man angesichts

der CO 2

-Diskussion eigentlich gerechnet hatte.

Ist Olivier Rihs der richtige Mann, um den Salon in eine erfolgreiche

Zukunft zu führen?

Ja, davon bin ich überzeugt. Er kommt aus der digitalen Welt,

die auch am Salon nicht spurlos vorbeigeht. Wir müssen einfach

schauen, dass wir den richtigen Weg finden.

Was ist der richtige Weg? Muss Olivier Rihs einfach die abwesenden

Hersteller wie Ford, Jaguar, Volvo, Hyundai oder Opel

zurückholen? Oder denken Sie an ganz andere Wege?

Wenn ein Hersteller entschieden hat, nicht zu kommen, dann

kommt er nicht. Da könnten Sie auch einen goldenen Palast aufstellen,

es würde nichts daran ändern. Die Gründe für die Absenzen

22 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

sind vielfältig. Ich kann Ihnen das gerne aufzählen: Ford verliert

Geld in Europa und Asien. Bei Jaguar Land Rover spielte die Unsicherheit

am Vorabend rund um den Brexit eine grosse Rolle. Volvo

fährt eine ganz eigene Strategie und setzt stark auf Lifestyle: Volvo

hat beispielsweise an einer Möbelmesse in Mailand ausgestellt und

an der Autoshow in Los Angeles war am Pressetag kein einziges

Fahrzeug am Stand! Dafür waren Ingenieure da und es gab einen

sehr guten Kaffee, was in den USA ja keine Selbstverständlichkeit

ist (lacht). Hyundai teilte uns mit, keine Neuigkeiten zu haben,

und darum nicht an den Salon zu kommen. Die Gründe für eine

Nichtteilnahme sind sehr unterschiedlich. Das macht es für uns

schwierig, hier Gegensteuer zu geben.

Sie haben Ihre ganze Berufskarriere dem Auto verschrieben.

Warum das Automobil?

Autos haben mich schon als Kind fasziniert.

Eigentlich wollte ich Automechaniker werden

meine Eltern setzten aber eine kaufmännische

Ausbildung durch. Diese KV-Lehre aber habe ich

in einer Firma gemacht, die mit Autozubehör aus

den USA handelte. Später ging ich zu Renault, wo

ich 40 Jahre blieb: zunächst im technischen Bereich,

später auch im Rennsport, schliesslich als Direktor

für Kommunikation. Mich hat immer die Technik

am meisten fasziniert, deren Entwicklung ich hautnah miterlebte. Aber

wenn ich an die Designs von früher denke, kommt manchmal etwas

Wehmut auf. Die Designer hatten viel mehr Freiheiten als heute; ein

Cadillac Eldorado oder ein Cadillac Fleetwood wären mit den heutigen

Vorschriften und Sicherheitsstandards gar nicht mehr möglich.

Als wir uns vor dem Salon 2018 unterhielten, sprachen Sie über eine

mögliche Kooperation mit der Elektronikmesse IFA in Berlin. Auf

welchem Stand übergeben Sie das Projekt an Ihren Nachfolger?

Wir haben am Salon 2019 am zweiten Pressetag unter dem Titel

«Shift Automotive» einige Keynotes, Impulsreferate und Panel-

Diskussionen zum Thema Mobilität durchgeführt; dazu haben wir

bewusst keine Autoentwickler eingeladen, sondern Referenten,

die von ausserhalb der Branche kommen. Ob und wie Olivier Rihs

das weiterführen will, muss ich ihm überlassen. Solche Parallel-

Veranstaltungen während des Salons sind in Genf nicht ganz

einfach, weil unsere Strukturen in der Palexpo nicht ideal dafür

sind. Platzierten wir die Referate in irgendeinem Raum ausserhalb

des Salons, würde es schwierig, die Leute an diese «Shift Automotive»

zu bringen. Darum haben wir uns entschlossen, diese

Veranstaltung in den Palexpo-Hallen durchzuführen. Das hat sich

als richtig erwiesen. Das Interesse war spürbar.

Allgemein kämpfen Fach- wie Publikumsmessen ums Überleben.

Sind Messen im Zeitalter der Digitalisierung ein Auslaufmodell?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich mache mir keine

«Wenn ein Hersteller nicht

kommen will, könnten

Sie auch einen goldenen

Palast aufstellen. Es

würde nichts ändern.»

Sorgen. Es stimmt mich nachdenklich. Und es sind ja nicht nur die

Automessen, es kämpfen auch viele Publikumsmessen ums Überleben

oder haben diesen Kampf verloren. Ich bin überzeugt, dass

Automessen trotz Internet eine Zukunft haben. Natürlich können Sie

ein Auto am Computer anschauen, konfigurieren und Informationen

zur Motorisierung finden. Aber die Emotion, die ein Auto auslöst, die

spüren Sie am Rechner nicht.

Seit Jahren ächzen die Aussteller über die hohen Kosten in Genf

insbesondere in der Hotellerie. Warum ist es nie gelungen, das

Genfer Gastgewerbe zu einem nachhaltigeren Umgang mit den

Salon-Gästen zu bewegen?

Dass die Hoteliers während solchen Anlässen mehr für ein Zimmer verlangen,

ist ganz normal. Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Was viel mehr stört, ist die Tatsache, dass einzelne

Hoteliers beispielsweise an den Pressetagen fordern,

dass ihre Gäste drei Nächte buchen, selbst wenn

diese nur eine Nacht in Genf bleiben wollen. Man

darf nicht alle Hoteliers in einen Topf werfen es gibt

hyperkorrekte Hoteliers, aber leider auch schwarze

Schafe. Wir haben 2018 unter dem Namen «Palexpo

Hotel Reservation» eine eigene Plattform ins Leben

gerufen, die Zimmer zu fairen Preisen vermittelt.

Wir hoffen, das Thema damit etwas zu entschärfen.

Auch aus Kostengründen werden die Zulieferer in Halle 7 ab 2020 nur

noch während sechs Tagen ausstellen. Wie stehen Sie zu diesem

Entscheid?

Wir haben in den letzten Jahren fast die Hälfte der Aussteller

verloren. Für mich ist schon lange klar, dass elf Tage für

diese Fachmesse viel zu lange sind. Nur waren nicht alle derselben

Meinung. Eine Kurz- und eine Langmesse in Halle 7 war von Anfang

an als Übergang gedacht; weil zwei verschiedene Messedauern

schwierig zu managen und mit hohen Kosten verbunden sind. Ab

2020 ist fertig mit dieser Doppelausstellung. Halle 7 wird an sechs

Tagen vom Mittwoch, dem zweiten Pressetag, bis am Montag geöffnet

sein und das ist eine gute Lösung.

Zu guter Letzt: Mit dem Salon 2019 endet eine Ära. Am 30. Juni verabschieden

Sie sich mit 71 Jahren in den Ruhestand. Welche Pläne

haben Sie?

Ich werde versuchen, all das nachzuholen, wozu ich in den letzten

50 Jahren keine Zeit hatte. Ich bin ein passionierter Motorradfahrer,

werde sicher mehr und längere Touren machen. Auch der Automobilsport

ist meine grosse Liebe. Ich möchte unbedingt einmal das Indy-

500-Rennen sehen und das «Pikes Peak»-Bergrennen in Colorado. In

den letzten Monaten haben sich einige alte Freunde bei mir gemeldet

und mich gebeten, sie bei verschiedenen Veranstaltungen zu unterstützen.

Und dann hoffe ich, dass es für die eine oder andere Runde

auf dem Golfplatz reicht. Langweilig wird mir sicher nicht. <

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AUTOINSIDE | April 2019 23


AUTO-SALON

André Koch

«Ein Potenzial von 300 bis 400 Millionen liegt brach»

andrekoch.ch

Die André Koch AG trat in Genf gemeinsam mit der Swiss Automotive

Group auf. Das Unternehmen aus Urdorf ZH ist der grösste Player im

Bereich Farben und Lacke in der Schweizer Autobranche. «Da ist es

naheliegend, dass wir diese Plattform nutzen, um mit unseren Kunden

ins Gespräch zu kommen», sagt Giuseppe Ciappa, Mitglied der Geschäftsleitung

der André Koch AG.

Im Zentrum des Auftritts standen die drei Marken Lesonal,

Standox und De Beer, aber auch Effektlackierungen von Lumilor.

Vor allem aber ging es André Koch darum, die Garagisten von Micro

Repair zu überzeugen. «Im Bereich dieser kosmetischen Reparaturen

liegt ein enormes Potenzial brach», stellt Giuseppe Ciappa klar. «Wir

gehen von rund 300 bis 400 Millionen Franken jährlich aus.» Schon

mit geringen Investitionen könne der Garagist hier ein interessantes

Geschäftsfeld erschliessen.

«Das sind kleine Kratzer oder Dellen, deretwegen kaum ein Autobesitzer

extra zum Carrossier fährt. Wenn er seinen Wagen aber in

den Service oder zum Reifenwechsel bringt, kann ihn sein Garagist

darauf aufmerksam machen und ihm diese Reparaturen anbieten.»

André Koch zeigte am Stand in Halle 7 ein Carheal-Portal, das genau

für solche nicht strukturellen Reparaturen entwickelt wurde.

Ein Aktivkohlefilter sorgt dafür, dass die Luft in der Garage rein

bleibt. Giuseppe Ciappa: «Das System ist modern, sauber, effizient

und wurde unlängst durch die Suva zertifiziert.» <

André Koch AG

GL-Mitglied Giuseppe Ciappa (links) und CEO Enzo Santarsiero von der André Koch AG.

Apollo Vredestein

Zwei Testsieger und der grosse Abwesende

vredestein.ch

Nein, den Vredestein Quatrac Pro, den neuen Ganzjahresreifen von

Vredestein, konnte Markus Brunner in Genf nicht präsentieren.

Vredestein feierte am 21. März in Baden-Baden seinen 110. Geburtstag

und stellte sein neues Premiumprodukt in einer feierlichen Gala

vor. Ganzjahresreifen liegen im Trend, sogar in der alpinen Schweiz

mit ihren ausgeprägten Jahreszeiten. «Von 2017 auf 2018 steigerte sich

in der Schweiz der Absatz von Allseason-Reifen um 83 Prozent, allerdings

auf tiefem Niveau», weiss Markus Brunner. Im gleichen Zeitraum

nahmen die Verkäufe von Sommer- und Winterreifen leicht ab.

Den neuen Quattrac Pro beschreibt der Country Manager Switzerland

von Apollo Vredestein als «Ganzjahresreifen mit mehr Winter-

als Sommereigenschaften. So gesehen, ein guter Kompromiss».

Natürlich sei es weder ideal, noch im Sinne der Garagisten, wenn die

Automobilisten vermehrt auf Ganzjahresreifen setzen: «Aber es gibt

preissensitive Kunden, die sich die Kosten für den Reifenwechsel und

das Reifenhotel sparen wollen. Und die sind mit einem Allseason-Reifen

besser unterwegs, als wenn sie das ganze Jahr hindurch mit Winterreifen

fahren.

In Genf zeigte Apollo Vredestein seine gesamte Reifenkompetenz,

allen voran den Vredestein Sportrac 5, der im aktuellen TCS-Sommerreifentest

mit der Bestnote «sehr empfehlenswert» ausgezeichnet

wurde (siehe AUTOINSIDE 03/19), sowie den Apollo Altrust, den

Testsieger bei den Reifen für leichte Nutzfahrzeuge. <

Den Testsieger im Angebot: Markus Brunner, Country Manager Switzerland von

Apollo Vredestein.

24 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Auto-i-dat

Gute News für den Fahrzeughandel

auto-i-dat.ch

Die Auto-i-dat AG präsentierte an ihrem Stand am Auto-Salon in Genf

unter anderem die Zusammenarbeit mit Carauktion, der führenden

Schweizer Re-Marketingplattform. Im Zentrum steht dabei der «ValueCheck»,

eine App von Carauktion, die den Fahrzeugausweis scannt,

die Daten einliest, mit dem aktuellen Kilometerstand des Fahrzeugs ergänzt

wird und anschliessend die VIN-Abfrage von Auto-i-dat AG nutzt.

Resultat sind zwei Restwertpreise (Carauktion und Auto-i-dat), die dem

Verkäufer noch mehr Sicherheit bei der Preiskalkulation bieten.

Der Star am Stand von Auto-i-dat aber war Silver DAT 3, das

auf Basis der neuesten HTML-5 Technologie komplett neu in einer

Online-Version entwickelt worden ist. Ebenfalls am Auto-Salon gab

Auto-i-dat bekannt, dass man Gründungsmitglied im Verein Cardossier

wird, einem Projekt, das die Daten eines Fahrzeugs über

seinen gesamten Lebenszyklus digital abbilden will. Einen Eindruck

konnten die Gäste am Stand auch vom Update des Auto-i-Autohandels

mit dem integrierten Versicherungsmodul bekommen.

Grosses Thema nicht nur am Auto-Salon, sondern als Schwerpunkt

das ganze Jahr über sind bei Auto-i-dat die Restwerte. Der

«Restwert-Brunch» für Importeure, Leasingprovider und Flottenanbieter

stiess auf sehr grosses Interesse. Ihnen wurde aufgezeigt, dass

die Zuverlässigkeit der Daten auf einer ausgeklügelten Mischung aus

realen Verkaufs- und Eintauschpreisen, einer jahrzehntelangen Erfahrung

und einem ständig weiterentwickelten System an Algorithmen

basieren. <

Wolfgang Schinagl präsentierte am Auto-i-dat-Stand in Genf mehrere Neuigkeiten

im Zusammenhang mit Fahrzeugdaten.

Einladung zur ordentlichen Generalversammlung

Donnerstag, 16. Mai 2019 | Kursaal Interlaken

Tagesprogramm

Ab 13.30 Uhr Eintreffen der Mitinhaber und Gäste im

Kursaal Interlaken, wo Kaffee und Gebäck

serviert werden

Statutarischer Teil

Punkt 15.00 Uhr Beginn der Generalversammlung im

Kongress-Saal Interlaken gemäss Traktandenliste

Rahmenprogramm

Ab ca. 16.30 Uhr Auftritt von Christian Gansch, Gastreferent

Ab 17.30 Uhr Apéro riche

18.30 Uhr Beginn Nachtessen

21.30 Uhr Schluss der Veranstaltung

Traktandenliste für die ESA-Generalversammlung*

1. Eröffnung der Generalversammlung durch den Präsidenten

2. Ehrung der verstorbenen Mitinhaber

3. Protokoll der Generalversammlung vom 16. Mai 2018

4. Vorlage und Genehmigung des Jahresberichts, der statutarischen

Jahresrechnung, der Konzernrechnung sowie der Berichte der Revisionsstelle

5. Verwendung des Jahresergebnisses

6. Entlastung der verantwortlichen Organe

7. Mutationen

7.1. Demissionen

7.2. Wahlen in den ESA-Vorstand

7.3. Wahl der Revisionsstelle für das Jahr 2019

8. Beschlussfassung über eingereichte Anträge gemäss Art. 15 der ESA-Statuten

9. Varia

* Traktanden unter Vorbehalt der Genehmigung an der ESA-Vorstandssitzung vom 4. April 2019.

esa.ch | esashop.ch


AUTO-SALON

AutoScout24

Ein Paket aus 3,5 Millionen Daten

autoscout24.ch

Pierre-Alain Regali, seit November Director von Autoscout24.

Auch Autoscout24 gehört zu den Messeteilnehmern, die sich mit

ihrem Auftritt sowohl an Endkunden wie auch an Garagisten wenden.

Für Letztere stand der Optimizer Pro im Fokus. Die Weiterentwicklung

des bewährten Optimizer gibt dem Händler die Chance, für sein

Angebot den optimalen Preis festzulegen. «Das Tool führt mehr als

3,5 Millionen Daten zusammen und sorgt so für eine gute Marktübersicht»,

erklärt Marketing Manager Olivier Benoit. Stellt ein Garagist

sein Fahrzeug auf die Plattform, sucht die Software nach vergleichbaren

Angeboten und unterstützt den Händler auf diese Weise, ein

realistisches Preisschild zu generieren.

Als weiteres Thema bei der Schweizer Nummer 1 der Online-Plattformen

präsentierten Director Pierre-Alain Regali und sein Team

ihren Profi-Kunden die Anbieterbewertung. Der User hat nach dem

Kontakt mit dem Händler die Möglichkeit, diesen in einer Skala von

1 bis 5 Sternen zu benoten und seine Erfahrungen auch schriftlich

in einem Kommentar kundzutun. Olivier Benoit: «Die Funktion hilft

dem User, sich zurechtzufinden, und sie gibt dem Händler die Chance,

sich dank guten Bewertungen optimal zu positionieren.» Auf Kommentare

kann dieser reagieren und so in einen Dialog mit seinen

Kunden treten. Dass die Schweizer Garagisten bei ihren Kunden hoch

im Kurs stehen, belegen die bisher abgegebenen Kundenbewertungen:

Olivier Benoit: «5 Sterne sind das Maximum. Der Durchschnitt liegt

aktuell bei 4,6 Sternen. Das ist ein gutes Zeichen für die Qualität und

Seriosität der Branche.» <

Aquarama Swiss

Saubere Sache dank Fotozellenbarrieren

aquarama.it/de

Frank Müller, Geschäftsführer der Aquarama Swiss AG.

Der Eyecatcher am Stand von Aquarama war fraglos die Startgate S6,

wobei Frank Müller, Geschäftsführer der Aquarama Schweiz AG, mit

Stolz auf die LKW-Waschanlage deutete, die zumindest als Bild ebenfalls

am Stand präsent war. «Die Erfahrungen aus dem PW-Bereich

sind hier eingeflossen», verrät Müller. Die erste installierte Anlage sei

praktisch im Dauerbetrieb und diene nun auch als Showcase.

Es sei generell sehr wertvoll, Anlagen in Betrieb zeigen zu können.

«Viele Kunden zeigen zu Beginn Interesse an einer Anlage im mittleren

Bereich», erklärt Müller. Bei der Bedürfnisabklärung würde sich jedoch

schnell zeigen, dass die Wünsche anspruchsvoller seien. «Gerade

die Fotozellenbarrieren überzeugen viele Kunden, weil so ausgerüstete

Anlagen auch Fahrzeuge mit Dachboxen, SUV mit einem Reserverad

auf der Rückseite oder Pick-ups problemlos waschen können.» Gerade

in nicht betreuten Anlagen sei dies ein nicht zu unterschätzender

Vorteil. «Die Dachbürsten können die Seitenläden nicht erkennen,

weshalb Pick-ups eine Herausforderung sind.»

Die verschiedenen Anlagen würden alle ein sauberes Ergebnis produzieren.

«Der Unterschied liegt in der Zeit, in der das Fahrzeug gewaschen

wird», so Müller. Und im Trocknen, wie er ergänzt. Gerade

Letzteres sei für die Endkunden von grosser Bedeutung. Dabei stellt er

auch fest, dass die Automobilisten in der Schweiz Qualität verlangen

und dafür bereit sind, den entsprechenden Preis zu zahlen. Folglich

sind das Portal Stargate S9 und die Doppelportalanlage S111 die Bestseller

von Aquarama Schweiz. <

26 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Bopp Solutions

Clevere Lösungen für intelligente Schlüssel

bopp-solutions.ch

2015 stellte BMW an der CES in Las Vegas seinen sogenannten «BMW

Display Key» vor. Dieser Schlüssel sieht mit seinem 2,2 Zoll grossen

Farbdisplay aus wie ein kleines Smartphone und informiert den

Fahrzeugbesitzer über den Benzinstand, die Batterieladung oder auch

einen fälligen Service-Termin. So hübsch der Hightech-Schlüssel ist,

so bringt er für Garagisten zwei Herausforderungen mit sich: Er hat

keine Öse, an der er im Schlüsseldepot platziert werden kann. Vor

allem aber erfordert der kleine Bildschirm einen sorgfältigen Umgang:

In einem Schlüsseldepot mit klassischem Abwurfsystem drohen Beschädigungen

und verärgerte Kunden. «Und klassische Fächerdepots

sind ebenfalls etwas riskant. Denn ein Einbrecher weiss, dass hinter

jeder Tür ein Schlüssel liegen muss», erklärt Jean-Claude Bopp von

Bopp Solutions AG.

Jean-Claude Bopp präsentierte am Auto-Salon die Lösung: ein

Bring- und Holfächerdepot mit Lift. 24 Schlüssel passen in das Depot,

das mit zwei Ausgabefächern geliefert wird. Erst nachdem der

Kunde seinen Code eingegeben hat, transportiert ein mechanischer

Lift den Schlüssel in eines der beiden Ausgabefächer. «Bricht ein Krimineller

die Fächer auf, findet er darin keinen Schlüssel, sondern

Luft», sagt Firmeninhaber Jean-Claude Bopp mit einem Schmunzeln.

Bislang verfügt einzig BMW über den Displayschlüssel. Dass in

Kürze weitere Hersteller mit ähnlichen Produkten folgen werden, ist

so sicher wie das Amen in der Kirche oder das moderne Schlüsseldepot

von Bopp Solutions AG. <

Jean-Claude Bopp präsentiert sein topaktuelles Bring- und Holfächerdepot.

Robert Bosch

Bosch unterstützt die Garagen umfassend

ch.bosch-automotive.com

Sandro Francescutto (links, Leiter Garagenkonzepte) und

Silvio Conconi (Vertriebsbeauftragter der Robert Bosch AG).

Der Garagenmarkt befindet sich im Umbruch. Service, hohe Transparenz,

attraktive Dienstleistungen sowie eine individuelle Ansprache

der Kunden bekommen eine immer grössere Bedeutung. Zudem

steigen die Komplexität der Fahrzeuge wie auch die Erwartungen der

Kunden an die Werkstätten. «Wir unterstützen mit unserem Bosch Car

Service Konzept die Garagen umfassend, stärken die Wettbewerbsfähigkeit

und erhöhen damit am Ende des Tages ihre Profitabilität», sagt

Sandro Francescutto, Leiter Garagenkonzepte bei Bosch Schweiz.

Seit mehr als 30 Jahren erleichtern innovative Diagnoselösungen

von Bosch den Werkstattalltag. Bosch präsentierte in Genf Neuheiten,

mit denen die Werkstätten ihre Abläufe effizienter gestalten und ihr

Leistungsangebot erweitern können. Beispielsweise die Software-Version

Esitronic 2.0: Sie ermöglicht den Werkstätten optimierte Reparatur-

und Diagnoseprozesse, verkürzte Durchläufe und kontinuierliche

Online-Updates. Die Esitronic ist das Herzstück des neuen Diagnosetesters

KTS 250, der insbesondere für den mobilen und unkomplizierten

Werkstatteinsatz entwickelt wurde. Ein leistungsstarker Prozessor

sorgt für den schnellen Programmstart und zügige Diagnoseabläufe.

Beim Klimaservice wurde die Produktpalette um drei neue Geräte

erweitert. Mit dem ACS 663-Ri, ACS 663-P und ACS 653-P werden

die vollautomatischen Servicearbeiten an A/C R134a- und R1234yf-

Systemen noch effizienter und können sogar via Smartphone-App gesteuert

werden. Und dank dem neuen und patentiertem «Deep Recovery»

beträgt die Kühlmittel-Rückgewinnungsrate über 99 Prozent. <

AUTOINSIDE | April 2019 27


AUTO-SALON

Brembo

Farbenfrohes Bremsen

brembo.com/de/

Was vor mehr als 25 Jahren mit roten Bremssätteln

bei Porsche begann, hat mittlerweile längst

Kultcharakter: Die Brembo-Bremssättel, meist

in gelb oder rot, sehen nicht nur bei den deutschen

Sportwagen gut aus. Gerade die weite

Verbreitung von Leichtmetallfelgen gibt den

Blick auf die edlen Bremssättel frei. Doch längst

geht der Farbhorizont über schwarz, rot oder

gelb hinaus. «Derzeit sind rund 120 Farben

in der Produktion», erklärt Michael Huster,

System Division Market Director von Brembo.

Am Auto-Salon in Genf ging der renommierteste

Bremsenhersteller der Welt gar noch einen

Schritt weiter: Inspiriert von der Welt von Mode,

Kunst und Design präsentierte Brembo bunt

lackierte Bremssättel. «Wir wollen zeigen, was

grundsätzlich möglich ist in der Produktion

sind diese farbigen Bremssättel aber nicht», so

Huster. Es sei zum Beispiel für Garagisten theoretisch

möglich, individuelle Bremssättel zu

gestalten. «Ab einer gewissen Grössenordnung

allerdings erst und die Funktionalität und Sicherheit

muss ebenfalls gewährleistet sein.» <

Michael Huster, System Division Market Director von Brembo, strahlt mit den farbigen

Brembo-Bremssättels um die Wette.

Bucher AG Langenthal Motorex Schmiertechnik

motorex.com/de-ch/

Getriebeölwechsel als interessantes Zusatzgeschäft

Immer mehr Fahrzeuge auf Schweizer Strassen verfügen über ein Automatikgetriebe.

«Ab rund 50‘000 Kilometern steht bei diesen Getrieben

ein Ölwechsel an», sagt Product Manager Peter Sulzer. «Für den

Garagisten ist das ein interessantes Geschäft.» Denn der Ölwechsel

bei einem Automatikgetriebe ist deutlich komplexer als ein Motorölwechsel.

Beim Motorölwechsel wird die Ablassschraube geöffnet und

nahezu das gesamte Öl kann abfliessen. Macht man das beim Automatikgetriebe,

bleibt systembedingt rund 60 Prozent Altöl im Getriebe

zurück. Für diese Problematik hat Motorex den neuen Dynamic Fluid

Controller Dynco entwickelt. Peter Sulzer: «Dynco ermöglicht es, das

gesamte Getriebeöl in einem dynamischen Prozess auszutauschen.»

Das dynamische, gleichzeitige Entleeren und Befüllen des Getriebes erfolgt

vollautomatisch und muss nicht beaufsichtigt werden. Der ganze

Prozess dauert je nach Getriebe lediglich drei bis acht Minuten. Gleichzeitig

lassen sich Reinigungs- und Pflegeadditive integrieren.

Unter dem Motto «The World of Motorex» präsentierte der Langenthaler

Schmiermittelproduzent in Halle 7 sein Vollsortiment im

Schmiermittelbereich. Als Eyecatcher waren die MotoGP-Maschine

des Spaniers Pol Espargaro sowie ein Motorex-gebrandeter KTM X-

Bow am Stand zu bewundern. <

Product Manager Peter Sulzer präsentierte am grosszügigen Stand in Halle 7

«The World of Motorex».

28 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Cooper Tires

Eine Entdeckung namens Discoverer

coopertire.de

An der «Tire Cologne» im vergangenen Juni hatte Cetin Demirciler

den neuen Discoverer AT3 von Cooper Tires als Weltneuheit vorgestellt.

Knapp neun Monate später am Auto-Salon in Genf strahlte der

General Manager Schweiz des US-Reifenherstellers übers ganze Gesicht,

als er vom SUV-Reifen erzählte. «Ein absoluter Verkaufsschlager»

sei der neue Reifen, «schon in den ersten zwei Monaten nach

Köln hatten wir 5000 Stück verkauft».

Cooper Tires teilte sich in Halle 1 den Stand mit der Chelsea Truck

Co. des Autodesigners Afzal Kahn. Die zwei Custom-Cars, die mit den

ursprünglichen Land Rover Defender nur noch die Form gemeinsam

haben, passten perfekt zur Erfolgsstory des SUV-Reifens Discoverer,

Cetin Demirciler präsentierte als Neuheit den Discoverer Allseason,

ein Ganzjahresreifen mit dem Schneeflockensymbol, sowie den

exklusiven Cooper DC CS Sport Ltd. Edition, von dem gerademal

200 Einheiten produziert wurden. DC steht für David Coulthard: Der

frühere Formel-1-Fahrer (Williams, McLaren, Red Bull) und Markenbotschafter

von Cooper Tires steht mit seinem Namen für die Qualität

der Reifen im mittleren Preissegment. Auf dem DC CS prangt sein

Name sowie als Gag ein dezent an der Seitenwand angebrachtes Karomuster.

David Coulthard wuchs im Örtchen Twynholm im Süden

Schottlands auf.

Ebenfalls ausgestellt war der Cooper Zeon CS Sport. Ein Longseller,

der im TCS-Sommerreifentest 2017 die Bestnote «sehr empfehlenswert»

erhielt. <

Limitiert auf 200 Stück: Cetin Demirciler zeigte am Auto-Salon den Cooper DC

CS Sport Ltd. Edition.

Otto Christ

Diese Schäume sind (Autowasch-)Träume

christ-ag.com

Man sagt im Volksmund, dass Träume Schäume sind. Bei Otto Christ

Car Wash trifft dies umgekehrt zu: Schäume lassen bei der Fahrzeugwäsche

Autoherzen höher schlagen. «Ich war unlängst bei

einem Waschpark in Memmingen, nahe beim Mutterhaus», erzählt

Markus Tschuran, Niederlassungs- und Serviceleiter Otto Christ

AG Schweiz. «Dieser blinkt und glitzert in der Nacht. Das sieht geil

aus; da komme ich am nächsten Tag wieder hin.» Der Kundenlauf bei

diesem «Wash Vegas»-Waschpark sei entsprechend hoch.

Und eben: Attraktiv sind für die Kunden die neuen Foam-Splash-

Lanzen, die das Auto in einen fein riechenden Schaum hüllen. «Die

Lanze funktioniert mit Niederdruck und kann selbst von Kindern

bedient werden», so Tschuran. «Ich habe beobachtet, wie ein kleiner

Junge grossen Spass hatte, das Auto des Vaters einzuschäumen.» Dies

sehe aber nicht nur spektakulär aus und rieche gut. Der Schaum löst

den Schmutz sehr gut. Und die LED-Beleuchtung übe eine zusätzliche

Anziehungskraft aus. «Wir stellen eine deutliche Zunahme der Anfragen

fest, die ihre Anlagen entsprechend nachrüsten wollen», sagt

Tschuran. Die Waschanlagenbetreiber würden eine Umsatzsteigerung

feststellen. «Wir haben für unsere eigenen Anlagen entsprechende

Nachrüstsätze», ergänzt er. Das Investment sei schnell amortisiert, erklärt

er weiter. <

Jean-Philipp Kern (links) und Markus Tschuran präsentierten in Genf Autowaschen

mit Strahlen, Blinken und Schaum.

AUTOINSIDE | April 2019 29


AUTO-SALON

Derendinger

Attraktive Angebote, Finanzierung inklusive

derendinger.ch

Maja Kaufmann, Derendinger-Markenchefin, präsentierte nicht nur neue

Produkte, sondern auch Finanzierungsmöglichkeiten.

Derendinger-Markenchefin Maja Kaufmann präsentierte ihren

Kunden attraktive Aktionen, «die nur am Salon gültig sind». Entsprechend

zufrieden war sie mit den Umsätzen an der Kurzmesse in

Genf. Neuerungen bot Derendinger nicht nur bei den Produkten, sondern

auch bei deren Finanzierung. Werkstatteinrichtungen und Geräte

können neu auch geleast werden. Maja Kaufmann: «Das erlaubt

unseren Kunden eine flexiblere Gestaltung ihrer Liquidität.» Die neue

Finanzierungsmöglichkeit werde sehr gut aufgenommen. Während

des Auto-Salons bot Derendinger für verschiedene Produkte gar ein

0%-Leasing an.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Stand um 66 Quadratmeter,

was Maja Kaufmann und ihrem Team ermöglichte, Geräte zur Diagnose

und zur Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen der Marke

Texa zu präsentieren. Als Neuheit führt Derendinger die imposante,

elektrohydraulische Scherenhebebühne Ravaglioli RAV8055 im Angebot.

Die Hebebühne mit einer Tragkraft bis 5,5 Tonnen ist für PW

und leichte Nutzfahrzeuge geeignet.

Am Salon wurde auch eine neue Reifenmarke ausgestellt: Kleber

aus dem Hause Michelin ergänzt das Sortiment. Maja Kaufmann:

«Die qualitativ hochwertige Marke aus dem Eco-Segment passt sehr

gut zu Derendinger.» Auch im Bereich Werkzeuge wurde das Sortiment

breiter: Neben Beta führt Derendinger neu auch Beta-Easy, wo

Qualität mit attraktiven Preisen vereint wird. <

Energie 360°

Weltneuheiten für die Elektromobilität der Zukunft

ewb.ch

Elektromobilität braucht clevere Lösungen fürs Laden. Am Auto-Salon

zeigte Energie 360° zwei Weltneuheiten, die das Laden der Zukunft

möglich machen: eine Ladestation mit Power-Split und eine bidirektionale

Ladestation, dank der das Elektroauto zum Speicher wird.

Energie 360° war lange ein Teil der Zürcher Stadtverwaltung, operiert

aber seit 1998 als Aktiengesellschaft. Im Fokus stehen Innovation, erneuerbare

Energien und umweltfreundliche Energieträger. Das Unternehmen

versorgt rund 40 Gemeinden mit Erdgas/Biogas, plant, baut

und betreibt Energielösungen für Wärme, Kälte und Strom und investiert

in Gastankstellen und Elektroladestationen.

Am Auto-Salon standen zwei Weltneuheiten im Fokus. Die Ladestation

mit Power-Split von Evtec ist weltweit die erste Station,

die mit zweimal 25 Kilowatt Gleichstrom lädt. Die DC-Ladestation ist

die ideale Infrastruktur für die neue Generation Elektroautos, die von

einer ökologischen Gleichstromlösung angetrieben werden. Auch ältere

E-Mobile können noch an der Station geladen werden (22 Kilowatt

AC). Die neue bidirektionale Ladestation «sospeso&charge»

von Evtec nutzt Elektrofahrzeuge als Pufferstation für Solarstrom. Bei

Bedarf entzieht die Ladestation dem Elektroauto Energie, beispielsweise

wenn abends im Mehrfamilienhaus der Strom fürs Kochen gebraucht

wird. So erhöht sich der Autarkiegrad des Gebäudes angesichts

der zunehmenden Zahl von Photovoltaikanlagen eine sinnvolle

Lösung. Am Stand in Halle 2 zeigte Energie 360° mit einem Nissan EV

200 Evalia, wie das funktioniert. <

Marco Piffaretti, Leiter Mobilität bei Energie 360°, präsentierte in Genf zwei

Weltneuheiten.

30 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

ESA

Gastfreundschaft und Netzwerken auf der Piazza

esa.ch

Ein letztes Mal lud die ESA-Piazza während der gesamten Messe dauer

Kunden und Mitinhaber zum Verweilen, zu Speis und Trank und

zu Gesprächen unter Branchenkollegen. «Ob es auch 2020 wieder

eine Piazza gibt, lassen wir offen», lässt sich Matthias Krummen,

Leiter Management Services und Kommunikation, nicht in die Karten

blicken.

An ihrem grosszügig konzipierten Stand nutzte die ESA die Gelegenheit,

ihr gesamtes Leistungsspektrum aufzuzeigen. Im Zentrum

stand dabei die neuste Generation des ESA Tecar. «Der Garagistenreifen

mit Biss ist sicher das Highlight unseres Auftritts 2019», so

Matthias Krummen. «ESA Tecar ist ein starker ‹Brand› und gibt es

nicht irgendwo im Internet zu kaufen, sondern nur beim Garagisten.»

Ein zweiter Schwerpunkt 2019 war das Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik,

mit dem die ESA die Garagisten in den Bereichen Fahrzeugdiagnostik

und Kalibrierung von Fahrerassistenzsysteme unterstützt.

Die erfolgreichen Garagenkonzepte Le Garage (feiert heuer das

20-Jahr-Jubiläum), Checkbox und Bosch Car Service wurden um

zwei neuartige Garagenmodule ergänzt: Das Modul Reifenspezialist

richtet sich an Garagen, die sich auf den Verkauf, die Lagerung und

den Service rund um Reifen und Räder spezialisieren, und das Modul

Vintage Partner unterstützt Garagisten, die sich der Reparatur und

Wartung von Young- und Oldtimern widmen. <

CEO Giorgio Feitknecht und sein Team luden auch dieses Jahr ihre Kunden und

Mitinhaber als VIP auf die ESA-Piazza.

Gassner AG Automobil-Servicegeräte

Ein Salonauftritt im Zeichen des Jubiläums

gassnerag.ch

Thomas Küderli, Geschäftsleiter der Gassner AG, mit der Ultraschall-Reifenwaschmaschine

von Tiresonic.

Wenn wir bei der Gassner AG und ihrem Geschäftsführer Thomas

Küderli von einem Jubiläum schreiben, ist das masslos untertrieben.

«Seit 40 Jahren gibt es die Gassner AG, seit 30 Jahren bin ich dabei

und seit 20 Jahren als Geschäftsführer», gibt das Salon-Urgestein zu

Protokoll. Das 40-Jahr-Jubiläum beging die Gassner AG mit einem

grossen Wettbewerb, bei dem nicht weniger als 40 attraktive Preise

zu gewinnen waren. Neben dem Hauptpreis, einem Wochenende im

Schwarzwald mit Oldtimer-Ausflügen, gab es vor allem Produktneuheiten

und Schulungen zur Reifenmontage zu gewinnen. «Als wir mit

den Montageschulungen angefangen haben, gab es nicht wenige, die

uns belächelten. Denn wenn ein Mechaniker etwas kann, dann Reifen

wechseln», erinnert sich Thomas Küderli. Das war vielleicht einmal

so, bis immer mehr Runflat-Reifen auf den Markt kamen. «Wir

zeigen den Teilnehmern, wie sie diese Reifen ohne Kraftaufwand

montieren und demontieren können und vor allem ohne Pneu, Felge

und Ventil zu beschädigen.»

Den Stand in Halle 7 dominierten die Marken Beissbarth und Butler.

Das Lenkgeometriegerät Beissbarth 3D sei nach wie vor ein Verkaufsschlager,

sagt Thomas Küderli, «weil es das einzige Gerät ist, das

über eine fahrende Felgenschlagkompensation verfügt». Neu im Sortiment

sind Pneumontiermaschinen und Wuchtmaschinen von Butler.

Küderli: «Wir führen beide Marken und picken uns die jeweiligen Rosinen

heraus.» <

AUTOINSIDE | April 2019 31


AUTO-SALON

Gesag Garage Service

Arbeit und Service nach Mass

«Wir wollen Bewährtes gut umsetzen», sagt Monika Bösch, Geschäftsleiterin

von Gesag. Zu den Stärken des Familienbetriebs gehört,

dass alles nach Mass gefertigt wird. «Bremsprüfstände und Hebebühnen

können wir passgenau anfertigen», sagt Tom Stewart, der die dritte

Generation vertritt, und deutet auf die Garageneinrichtungen, die

Gesag am Auto-Salon präsentiert. Sehr wichtig für die Gesag ist der

gesag.ch

Service. «Der Verkauf erfolgt nur über einen guten Service», ist Monika

Bösch überzeugt. Die Tochter des Firmengründers Hans Bösch

ist zufrieden mit dem angelaufenen Geschäftsjahr: «Wir sind gut ausgelastet.

Der Service wird sehr geschätzt.» Und natürlich fehlen auch

die bewährten Stempellifte nicht. «Wir sind Marktführer bei Stempelliftsanierungen.

Das ist unsere Spezialität», sagt Tom Stewart. <

Familienbetrieb mit Anhang: Das Gesag-Team mit Tom Stewart (ganz links) und Geschäftsleiterin Monika Bösch (vierte von links).

Goodyear Dunlop

Die Vision vom autonomen, fliegenden Auto

goodyear.eu/corporate/de

Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung DACH bei Goodyear, präsentiert

den Konzeptreifen Aero.

Traditionell wirft Goodyear am Auto-Salon einen Blick in eine mögliche

Zukunft, sei es mit dem Kugelreifen Eagle 360 Urban im Jahr

2017 oder dem Konzeptreifen Oxygene im Jahr 2018. Dieses Jahr

präsentierten die Amerikaner den futuristischen Goodyear Aero

und zeigten ihre Vision von autonomen, fliegenden Autos der Zukunft.

Der Aero funktioniert zum einen wie ein ganz normaler Reifen

für ein Auto, das auf der Strasse fährt. Zum anderen kann er wie

ein Rotor für Auftrieb nach oben sorgen und das Auto fliegen lassen.

«Unternehmen am Mobilitätsmarkt denken auch in die Vertikale,

wenn sie die Probleme im städtischen Verkehr und die Überlastung

unserer Strassen lösen wollen. Vor diesem Hintergrund hat unsere

Arbeit an fortschrittlichen Reifentechnologien und Materialien zu

einem Rad geführt, das sowohl als ein traditioneller Reifen auf der

Strasse als auch als ein Antriebssystem in der Luft dient», erklärte

Chris Heisel, Chief Technology Officer, an der Pressekonferenz am

ersten Medientag.

Der luftlose Aero basiert auf einer nicht-pneumatischen Struktur,

die flexibel genug ist, um Stösse abzudämpfen, wenn das Auto auf

der Strasse fährt. Sie ist auch stark genug, um so schnell rotieren

zu können, dass die Rotorblätter vertikal Auftrieb geben. Und bei

der nicht-pneumatischen Struktur sind wir bei allem «Science Fiction»

schon wieder recht nah an der Gegenwart: Nicht-pneumatische

Struktur und intelligente Reifen gehören schon heute zur realen Entwicklung

bei Goodyear. <

32 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Hella Gutmann Solutions

Gewaltige Entwicklungen und mobile Einsätze

swiss.hella-gutmann.com

Jean-Paul Nicolier, Managing Director von Hella Gutmann, zeigt vor dem CSC-

Tool Mobile einen Mega Macs 77.

Der schwarze Mercedes stand nicht zufällig am Stand von

Hella Gutmann. «Wir haben mit dem Hersteller ein Scheinwerfereinstellgerät

entwickelt, weil Mercedes für seine LED-Leuchten ein

anderes Konzept verwendet», erklärt Managing Director Jean-Paul

Nicolier. Aus diesem Grund lud Hella Gutmann alle Mercedes-Werkstätten

nach Genf ein, um die neue Lösung vorzuzeigen.

Daneben präsentierte Hella Gutmann seine bewährten Diagnosegeräte,

wobei der Mega Macs 77 ein umfassendes Update erhalten

wird. «Das wird eine gewaltige Entwicklung», verspricht Nicolier.

«Mit dem nächsten Softwareupdate im Herbst 2019 bekommt der

Mega Macs 77 ein neues Gesicht und wird Fahrzeugdiagnose in einer

neuen Dimension bieten.»

Neu präsentierte Hella Gutmann das CSC-Tool Mobile. «Damit

gibt es für Kalibirierungen von Kamera- und Radarsystemen der

Fahrassistenzsysteme eine praktische transportable Lösung für ortsunabhängige

Kalibrierungen», sagt Nicolier. Das mobile CSC-Tool

erzielt dieselbe Genauigkeit wie das stationäre Werkstattgerät und

entspricht somit den höchsten Herstellervorgaben eine ebene Aufstellfläche

vorausgesetzt. Das CSC-Tool Mobile ist deutlich leichter

als die stationäre Variante und lässt sich in wenigen Schritten von

nur einer Person auf- und abbauen. Es besteht aus drei elementaren

Komponenten: einem Untergestell, einem Obergestell und einen

Justagebalken mit ausfahrbaren Spiegeln. Die grossformatigen Kalibriertafeln

für Frontkameras wurden teilweise faltbar ausgeführt. <

Hirschi

Hirschi verkuppelt alles

hirschi.com

Die Hirschi AG aus Brügg im Bieler Seeland führt gut und gerne 1500

Anhängerkupplungen für praktisch alle Personenwagen und Nutzfahrzeuge

im Sortiment. «Wir sind der grösste Kupplungslieferant der

Schweiz», sagt Geschäftsführer Stephan Marty nicht ohne Stolz. 95

Prozent der Kunden von Hirschi sind Garagisten, nur fünf Prozent machen

Private aus.

Stephan Marty und sein Team importieren Anhängevorrichtungen

der Marken Westfalia, MVG und Aragon. Zudem ist die Hirschi AG

Generalimporteur von Rockinger-Anhängekupplungen sowie von

Jost-Sattelkupplungen und -Stützwinden. Das Sortiment ist riesig und

dennoch finden Kunden mit exotischen Fahrzeugen nicht immer die

exakt passende Vorrichtung. «Was es nicht gibt, das stellen wir her»,

sagt Stephan Marty. Mit 3D-CAD werden neue Produkte und Spezialanfertigungen

entworfen, im Simulator auf allfällige Schwachstellen

getestet und schliesslich in der eigenen Schlosserei gefertigt. Zwei

Schweisser widmen sich der Produktion in-house, montieren und

verkabeln auch direkt am Kundenfahrzeug in der eigenen Werkstatt.

«Oder der Garagist bringt die Fahrzeuge bei uns in Brügg vorbei», ergänzt

Stephan Marty.

Der Stand der Hirschi AG in Halle 7 des Auto-Salon stand ganz im

Zeichen des PW-Bereichs. Die Nutzfahrzeugler kommen dann vom 14.

bis 17. November an der Transport-CH in Bern auf ihre Rechnung. <

«Die Nummer 1 der Schweiz»: Stephan Marty, Geschäftsführer der Hirschi AG.

AUTOINSIDE | April 2019 33


AUTO-SALON

Hostettler Autotechnik

«Den Garagisten die Angst nehmen»

autotechnik.ch

Der Stand von Hostettler Autotechnik AG präsentierte sich mit 200

Quadratmetern mehr Fläche als noch 2018. Das Team von Marcel

Stocker, Leiter Automotive, nutzte das Plus an Platz, um den Hostettler-Kunden

die Möglichkeiten der Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen

mit den Diagnosegeräten von Texa, Conti und Delphi

näherzubringen. Hier deckt Hostettler das ganze Spektrum ab und

bietet seinen Kunden auch die entsprechenden Schulungen an. «Wir

wollen nicht nur Produkte verkaufen, sondern auch Knowhow», erklärt

Marcel Stocker an.

Der Seat Leon, an dem die Kalibrierungen vorgenommen wurden,

zeigte den interessierten Garagisten gleichzeitig Dachboxen und Veloträger

der Marke Atera. Stocker: «Hier bietet sich den Garagisten

ein spannendes Zusatzgeschäft.» Hostettler vertreibt die Produkte der

deutschen Marke exklusiv in der Schweiz.

Spannend in diesem Zusammenhang ist sicher auch Motul Evo,

ein komplettes Serviceangebot für Automatik-DSG- und CVT-Getriebe,

das Hostettler in Halle 7 präsentierte. Auch wenn Automatikgetriebe

oft als «wartungsfrei» angepriesen werden, kann der Garagist

auch hier bei seinen Kunden punkten. Stocker: «Die Spülung und der

Ölwechsel im Automatikgetriebe stehen oft nicht im Serviceplan.

Aber wenn man den Kunden diesen Service aktiv anbietet, kann er

das Resultat sprichwörtlich selber erfahren.» <

«Spannendes Zusatzgeschäft»: Marcel Stocker präsentiert die Dachbox und

den Veloträger von Atera.

Karl Ernst

Kleiner, handlicher, kräftiger

Markus Ernst mit einem Werkzeugwagen von Hazet.

karlernstag.ch

Der Trend zu qualitativ hochwertigem Werkzeug in der Garage hält

an. Entsprechend gefragt ist Hazet. «Der Hersteller brachte neue

Schlagschrauber auf den Markt, die noch kleiner, handlicher und

gleichzeitig kräftiger sind», sagt Markus Ernst, Verwaltungsrat der

Karl Ernst AG. Der 9012 M-1 leistet 1200 Nm, der nur 10 cm kurze

9012 MT sogar 1400 Nm. «Die Garagisten fragen durchaus nach den

stärksten Schlagschraubern, die wir im Angebot haben und sind sich

auch bewusst, dass dieser vielleicht etwas teurer ist.»

Gefragt sind auch Drehmomentschlüssel. «Wir haben eine neue

Serie im Angebot. Es gehört mittlerweile zur Qualitätssicherung. Fast

alle Schrauben müssen, so schreiben es die Hersteller auch vor, mit

einem Drehmomentschlüssel angezogen werden. Besonders wichtig

ist es natürlich bei den Reifen», erklärt Ernst.

Am Stand der Karl Ernst AG haben die Garagisten auch die Gelegenheit,

Werkzeugwagen zu prüfen. «Wie lassen sich die Schubladen

öffnen, wie schwer ist er, wir leicht lässt er sich rollen», so Markus

Ernst. Auch Werkzeug in die Hand nehmen zu können, wird sehr geschätzt.

Es wird geprüft, wie das Werkzeug in der Hand liegt. «Auch

hier stellen wir fest, dass sich die Garagiten lieber für gute Qualität

entscheiden. Die Lehrmeister schaffen nun auch teureres Werkzeug

für die Lernenden an aus verschiedenen Gründen: Erstens geht gutes

Werkzeug weniger kaputt und zweitens tragen auch die Lernenden

selber mehr Sorge zum guten Werkzeug.» <

34 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Kärcher

Sehr interessant für die Schweiz

kaercher.ch

Sie war im Mai 2018 an der Uniti Expo in Stuttgart

der Hingucker am Stand von Kärcher

die «Klean!Star iQ». Nun erlebte die neuste

Generation der Waschportale ihre Schweizer

Premiere in Genf. «Die Markteinführung für

die Schweiz ist sehr interessant», sagt Marcel

Sutter, Marketing Manager von Kärcher

Schweiz AG. «Die Schweizer haben ein sehr

hohes Qualitätsbewusstsein und genau das

zeichnet diese Anlage auch aus.» Die moderne

Anlage überzeugt vor allem mit diesen

vier technischen Innovationen: Segmentierte

Seitenbürsten für eine perfekte Fahrzeugkonturerfassung,

einem Hochleistungstrockner

mit verstellbarem Arbeitswinkel (Pflugeffekt),

einer effizienten Felgenreinigung mit Radhöhenanpassung

und dem schlichten, edlen

und kundenspezifisch anpassbarem Design.

«Die Anlage sieht nicht nur schön aus, sie bietet

dem Betreiber dank ihrer hohen Effizienz

auch einen Wettbewerbsvorteil», ist Sutter

überzeugt. Nach der Enthüllung im vergangenen

Mai gibt es nun erste Erfahrungen aus

dem praktischen Betrieb.

Die Besucher konnten sich von der Funktionalität

des Waschportals überzeugen lassen.

«Wir zeigen die Anlage bewusst in Betrieb

wenn auch nur mit Trockenwaschen»,

erklärt Sutter. «Schliesslich wollen wir nicht

nur einfach von Innovationen reden, sondern

sie auch zeigen und erklären» <

Das Kärcher-Team in Genf (von links nach rechts): Marcel Sutter (Marketing Manager), Etienne Mayr (Projektleiter

Wash System Westschweiz), Karl Steiner (Managing Director), Michael Hagen (Projektleiter Wash System

Deutschschweiz) und Marcel Beljean (Projektleiter Wash System Deutschschweiz)

Klaus

Reparieren ist nachhaltiger als ersetzen

klaus-ag.ch

Das Team der E. Klaus AG in Genf: Geschäftsführer Baskim Begzati, Produktionsleiter Christian Hess und

Patrick Grosse, Verantwortlicher Romandie.

Die Klaus AG nutzte den Auftritt in Halle

7, um ihre Dienstleistungen im Bereich

der Revision von Motorenkomponenten

nicht nur vorzustellen, sondern auch praktisch

vorzuführen. So standen eine Messuhr

für den Öffnungshub beim Diesel-Injector sowie

ein Prüfstand für Benzineinspritzungen

am Stand. «Wir möchten unseren Besuchern

diese Services aufzeigen und auch, wie viel

Arbeit und Handwerk dahintersteckt», erklärt

Produktionsleiter Christian Hess.

«Grundsätzlich geht es bei den Bedürfnissen

unserer Kunden immer um zwei Fragen:

Wer kann das? Und wie schnell geht das?», ergänzt

Geschäftsführer Baskim Begzati. In der

Schweiz gebe es keinen zweiten Anbieter, der

Revisionen an Motorenkomponenten in dieser

Tiefe und Breite anbiete. «Es geht immer

auch um Nachhaltigkeit. Es ist doch schade,

etwas wegzuwerfen, das man auch reparieren

kann. Hier leistet die Klaus AG ihren Beitrag.»

75 Mitarbeitende in der ganzen Schweiz

sind für die Klaus AG im Einsatz. Die meisten

davon sind langjährige Mitarbeiter, sagt

Christian Hess und erklärt, warum das so

wichtig ist: «Um eine Einspritzpumpe oder

einen Diesel-Injector zu reparieren, braucht

man mindestens fünf Jahre Erfahrung.» Am

Sitz in Rickenbach SG sind noch weniger

als sieben Diesel-Prüfstände im Einsatz. Die

Klaus AG ist die einzige Firma in der Schweiz,

die über einen Reinraum für die Instandstellung

von Dieselkomponenten verfügt. Christian

Hess: «Hier prüfen und reparieren wir

Komponenten aller Marken.» <

AUTOINSIDE | April 2019 35


AUTO-SALON

KSU A-Technik

Im Zeichen der Weiterentwicklung

ksu.ch

Ein neues Corporate Design zum 40-Jahr-Jubiläum: Das Team von KSU A-Technik am Stand in Halle 7.

Die KSU A-Technik AG feiert 2019 ihr 40-jähriges Bestehen. Neben

Werkstatteinrichtungen, Waschanlagen und Werkzeugen ist die KSU

A-Technik AG stolz auf ihren «360-Grad-Service», wie Geschäftsleiter

Ferdinand Smolders erklärt. «Dieser Service ist in unserer DNA und

in unserer ganzen Infrastruktur verankert. Bei uns erhält der Kunde

alles aus einem Guss.» So seien nicht weniger als 20 Monteure für

Werkstatteinrichtungen für KSU A-Technik im Einsatz.

Die KSU A-Technik AG präsentierte ihr Sortiment an exklusiv in

der Schweiz vertriebenen Marken wie Istobal, Hunter, Snap-on oder

Maha. Ferdinand Smolders: «Mit diesen Partnern sind wir gewachsen

und gross geworden.» Per 1. März hat KSU A-Technik zudem seine

Kompetenz im Bereich Waschen und Pflegen mit der Übernahme der

Sparte Car Wash des Schweizer Herstellers Moog Cleaning System

verstärkt. Moog ist spezialisiert auf Selbstbedienungswaschplätze.

Im Fokus stand zudem die Marke Hunter mit Produkten für den

Reifenservice und die Achsvermessung. Ferdinand Smolders: «Hunter

bietet ein in sich geschlossenes und automatisiertes System und garantiert

einen hohen Return on Investment.» Auch ein Ausblick in die nahe

Zukunft wurde dem Besucher mit dem digitalen Autohaus gewährt. <

KW Automotive

Individuelle Tieferlegung für die Masse

kwsuspensions.ch

«Tieferlegungen sind auch ein Zusatzgeschäft für Garagisten», sagt

Peter Banz, Geschäftsführer der KW Automotive (Schweiz) AG. Diese

Aussage belegte er in Genf mit den Produkten KW DDC Plug &

Play sowie mit den KW-Gewindefedersätzen.

Das KW DDC Plug & Play bringt für viele Fahrer von Premiumfahrzeugen

mit einem adaptiven Fahrwerksystem einen grossen Gewinn.

Sie mussten bislang bei einer individuellen Tieferlegung oft Kompromisse

eingehen und oftmals sogar auf ihre extra bezahlten aktiven Regelsysteme

verzichten. Bei der Installation werden die Serienfederbeine

einfach gegen die in Edelstahltechnologie «Inox-Line» gefertigten

KW Federbeine ersetzt und die adaptiven KW Dämpfer mit der Serien-

Bordelektronik durch die Originalstecker des Herstellers verbunden.

Für Garagisten interessant sind auch die KW-Gewindefedersätze,

die zur stufenlosen Tieferlegung des Fahrzeugs in Kombination mit

den serienmässigen Dämpfern verwendet werden. Sie ermöglichen

eine individuelle Höhenanpassung innerhalb des geprüften Einstellbereichs.

Peter Banz: «Neu sind diese KW-Gewindefedersätze auch für

Kompaktmodelle wie beispielsweise den VW Golf, Seat Leon, Audi

RS3 etc. erhältlich. Sie sind kostengünstig und damit auch für junge

Leute erschwinglich hier besteht also durchaus ein gewisses Potenzial

in einem Massenmarkt.» <

«Zusatzgeschäft für Garagisten»: Peter Banz, Geschäftsführer von KW Automotive

(Schweiz) AG.

36 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Lemania Energy

Alles, was es für die Batterie braucht

lemania-energy.com

Der Stand von Lemania Energy gibt dem

Besuchenden den richtigen Boost: «Wir haben

rund 25 Booster im Angebot», erklärt

Saul Ferreira, zuständig für die iberischen

Länder und Nordeuropa. «Grundsätzlich

haben wir alles im Angebot, was es für die

Batterie braucht.» Alle Produkte würden

in der Schweiz entwickelt und hergestellt.

Der Portugiese betont, dass die Schweizer

Qualität im Markt sehr gefragt sei. «Wir haben

Produkte für die Profis und für den Endkunden.

Der Service ist für uns zentral: Wir

können auch Booster spezifisch und zeitnah

herstellen.» Die jeweiligen Produkte hätten

identische Charakteristiken.

Den ersten Booster stellte Lemania Energy

vor 23 Jahren her und hat sich seither darauf

spezialisiert. «Unsere Ingenieure arbeiten

jeden Tag daran, dass wir genau das

anfertigen, was unsere Kunden brauchen.

Qualität ist unsere beste Investition in die

Zukunft», sagt Ferreira. <

Luginbühl Fahrzeugtechnik

Praktische Carrosseriehebebühne aus Australien

luginbuehl-ag.ch

Erhard Luginbühl nimmt auf der Cartar-Hebebühne aus Australien Platz.

In die Ferne schweifen, kann auch den Blick für Neues öffnen.

Dieser Meinung ist Erhard Luginbühl, Geschäftsführer der

Luginbühl Fahrzeugtechnik AG und mit gutem Grund: «Es ist interessant

zu sehen, wie Garagen in Japan, Thailand oder China funktionieren.

Da sind die Werkstätten Sharepoints und sogar Kinderhorte.»

Diese Ideen möchte Erhard Luginbühl auch seinen Kunden

vermitteln. «Wir nehmen die Ideologie des Kunden auf und wollen

auch neue mögliche Abläufe aufzeigen.»

Wie in den Vorjahren brachte Luginbühl nur wenige seiner Produkte

nach Genf. «Wir können sehr viele Produkte anbieten und haben

dann sicher genau nicht das richtige dabei», erklärt Luginbühl

lachend. «Unsere Stärken sind die Planung und die Dienstleistung

darauf wollen wir uns fokussieren.» Deshalb steht auch die virtuelle

CAD-Planung bei den Gesprächen am Stand im Vordergrund.

Mitgebracht hatte Erhard Luginbühl eine ganz neue Hebebühne,

die vor allem für Carrosseriebetriebe sehr nützlich ist. «Wir importieren

die Cartar-Hebebühne aus Australien», so Luginbühl. Die Hebebühne

ist eine mobile Hebemaschine, die ein beschädigtes Auto vom

Boden hochheben und sich damit sicher in der Werkstatt bewegen

kann. «Sie verfügt über ein automatisches Radhubsystem und kann

so Abläufe in der Werkstatt effizienter machen.» Luginbühl ist überzeugt,

dass auch kleine, gut eingerichtete Garagen mit Fachkompetenz

und Freundlichkeit punkten und deshalb eine rosige Zukunft haben. <

AUTOINSIDE | April 2019 37


AUTO-SALON

Matik

Wartung ist wichtig und wirtschaftlich

matik.ch

Als klassisches Verteilland hat die Schweiz einige Eigenheiten, was

das Transportwesen betrifft: Fast 70 Prozent der Schweizer Nutzfahrzeuge

verfügen über eine Ladebordwand, die das Be- und Entladen

von Waren erleichtert. «Es wird aber nicht viel darüber gesprochen

und das Bewusstsein war lange Zeit auch in den Werkstätten

nicht sehr hoch, weil es eben ein schweiz-typisches Phänomen ist»,

sagt René Wasem, Leiter Marketing und Produktemanagement. Die

Gespräche am Auto-Salon nutzte Wasem deshalb, um das Bewusstsein

zu schärfen, zumal auch die Fahrzeughersteller die Notwendigkeit

erkannt haben. «Die Hubladebühnen werden viel gebraucht und

müssen folglich regelmässiger gewartet werden sinnvollerweise

jährlich», empfiehlt Wasem. Matik hat für alle Marken die entsprechenden

Verschleiss- und Ersatzteile lieferbar. Und für die Nutzfahrzeug-Garagisten,

so ist Wasem überzeugt, kann dies ein gutes

Geschäft sein, weil auch für den Fahrzeugbesitzer ein einwandfrei

funktionierendes Gefährt wirtschaftlich wichtig ist.

Im Weiteren präsentierte Matik die neue, vertiefte Partnerschaft

mit KS Tools, wie Wasem ausführt: «Wir haben einen 400-seitigen

Katalog mit Werkzeugen für den Nutzfahrzeugbereich in Vorbereitung.»

Ausserdem wird der neue Onlineshop laufend verbessert. Die

Innovationen präsentierte Matik rund 30 eingeladenen Kunden aus

der Westschweiz auch im Rahmen einer Veranstaltung am Rande

des Auto-Salons. <

Baskim Begzati, Leiter von Matik in der Schweiz, und René Wasem (rechts) am

Matik-Stand.

Michelin

Langlebig und widerstandsfähig

michelin.ch

Scott Clark, CEO von Michelin Nordamerika, präsentierte am Auto-Salon in

Genf mit einigem Stolz den Michelin Pilot Sport 4 SUV.

Nach einer längeren Pause meldete sich Michelin am Auto-Salon

zurück und wie. Am früheren Standort von Ford präsentierte der französische

Reifenhersteller seine beiden Weltneuheiten und brachte

die Salonbesucher mit den drehenden Rädern an einem Porsche 911

auch zum Staunen. «Genf ist eine sehr spezielle Automesse», lobte

Scott Clark, CEO von Michelin Nordamerika, die Genfer Ausstellung.

Die PS-starken Boliden und Neuheiten waren auch Clark nicht

entgangen. «Die Leistung ist aber nur so gut wie die Verbindung, die

das Auto mit der Strasse hat also nur so effektiv, wie die Reifen die

Leistung auf den Boden bringen», erinnerte er. Michelin zeigte seinen

Michelin Pilot Sport 4 SUV mit Eigenschaften «wie sie diese grösseren

und schwereren Fahrzeuge verlangen: langlebig, widerstandsfähig,

guter Grip und Sicherheit.»

Dabei lassen die Entwickler von Michelin das Wissen von den

Rennstrecken der Welt in die neusten Generationen ihrer Reifen einfliessen.

So ist Michelin auch Ausrüster der Formel E. «Der SUV-Reifen

hat beste Bremseigenschaften bei trockenen und nassen Bedingungen

auch im Vergleich mit unserer Konkurrenz», sagte Clark stolz. Der

Michelin Pilot Sport 4 SUV ist in 53 verschiedenen Grössen erhältlich.

Sportlich ist der Michelin Pilot Sport Cup 2 R, der auf der legendären

Nordschleife ausgiebig getestet wurde. «Der einzige Rennreifen,

der auch im Strassenverkehr legal ist», so Clark. Ebenso spannend

ist das Projekt «Michelin Track Connect». Dank einem Chip im Reifen

sind die Daten direkt auf dem Smartphone abrufbar. <

38 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Pirelli

Alles dreht sich um den P Zero

pirelli.ch/tyres/de-ch

«Im Winter die gleiche Performance wie im Sommer»: Matteo Battaini, Head of

Strategic Marketing von Pirelli, mit dem neuen P Zero Winter.

Pirelli präsentierte am Auto-Salon den P Zero Winter. «Unsere Kunden

wollen im Winter die gleiche Performance wie im Sommer»,

erklärt Matteo Battaini, Head of Strategic Marketing, im Gespräch

mit AUTOINSIDE. «Sie wollen ihre Sportwagen auch im Winter fahren,

wenn der Asphalt kalt und nass ist.» Eine Neuheit ist auch das

Track Adrenaline-System für die Rennstrecke. Das System besteht

aus einer Elektronikbox, die sich einfach im Auto einpassen lässt, der

P Zero Track Adrenaline App und dem Reifen P Zero Trofeo R mit

eingebauten Sensoren. Die Box kommuniziert über WiFi mit der App

und kombiniert Telemetrie- und Reifendaten und meldet dem Fahrer,

wann die Reifen aufgewärmt werden müssen, wann der richtige Zeitpunkt

für eine fliegende Runde gekommen und wann ein Boxenstopp

angesagt ist.

Der P Zero mit der Elect-Markierung, die ihre Premiere in Genf erlebte,

erschliesst den wachsenden Markt der Elektromobilität. Matteo

Battaini: «Er ist die Antwort auf verschiedene technische Herausforderungen:

Rollwiderstand, Geräuschemission, Grip und Gewichtsverteilung.»

In Genf waren die elektrischen Supersportwagen Italdesign

DaVinci und Pininfarina Battista mit dem neuen Reifen ausgestattet.

Und schliesslich zeigte Pirelli auch die Zukunft der Formel 1 mit

den 18-Zoll-Reifen, die ab 2021 die aktuellen 13-Zoll-Gummis ersetzen

werden. «Wir wollen mit diesem Schritt die Übertragbarkeit der Technologie

von der Formel 1 auf den Strassenverkehr erhöhen», erklärt

Erik Vecchiet, Direktor Swiss Market von Pirelli. <

Pichler Werkzeug

Massgeschneidertes Werkzeug für die Werkstatt

pichler.tools/de

«Es gibt kaum einen Werkstatt-Mitarbeitenden

in einer Schweizer Garage, der noch nicht

mit unseren Werkzeugen gearbeitet hat»,

sagt Seniorchef Hansjörg Pichler, der Pichler

Werkzeug 1978 in Innsbruck gegründet

hatte. Mittlerweile ist der innovative Werkzeughersteller

in sieben Ländern präsent. Am

Auto-Salon präsentierte Pichler unter anderem

ein Schleifgerät für effiziente Lagerreinigung.

«Wir erfinden, erzeugen und vertreten

Werkzeuge», erklärt Hansjörg Pichler. «Wenn

uns ein Problem geschildert wird, für das ein

Werkzeug benötigt wird, suchen wir nach

einer Lösung.» Jede Woche eine Produktneuheit,

verspricht die Pichler-Broschüre.

Auch die Autohersteller wenden sich gerne

an Pichler, um spezifisch für ihre Fahrzeuge

entsprechendes Werkzeug herstellen zu lassen.

So entsteht «massgeschneidertes Werkzeug

für die Werkstatt». Die Aussendienstmitarbeiter

sind mit dem Kleinbus unterwegs

und demonstrieren und informieren die Garagisten

direkt über Neuigkeiten von spezifischen

Werkzeugen. <

Das Pichler-Werkzeug-Team mit Seniorchef und Firmengründer Hansjörg Pichler (Zweiter von links) am

Stand in der Halle 7.

AUTOINSIDE | April 2019 39


AUTO-SALON

Safia Garage- und Industriebedarf

Die hohe Qualität aus Dänemark seit 39 Jahren

safia.ch

«Sie können ruhig schreiben, der Huwyler

sei ein wenig skandinavienverrückt», sagt

Louis Huwyler und lacht. Seit 39 Jahren importiert

die Firma Safia die Hebebühnen des

dänischen Herstellers Autop-Stenhoj. «Wir

haben das komplette Sortiment von Autop-

Stenhoj sowohl Überflur- und Unterflurhebebühnen

als auch neu Bremsprüfstände

und -strassen.» Qualität verpflichtet. Dazu

steht den Safia-Kunden ein grosses Sortiment

an homologierter Werkstatteinrichtung zur

Verfügung, was inzwischen von zahlreichen

Marken verlangt wird.

Den Auto-Salon nutzt Huwyler auch zur gezielten

Kundenpflege: «Wir investieren viel Vorarbeit

in den Salon. Es braucht ein aktives Vorgehen,

um die Leute auf die Matte zu bringen»,

erklärt er. «Das Stelldichein in Genf ist sehr

wichtig», betont er die Bedeutung des Salons

und der Halle 7. Deshalb verwöhnt Safia seine

Gäste auch in diesem Jahr mit den leckeren,

würzigen Würsten aus der Dorfmetzgerein in

Kerzers. «Der Mensch steht im Mittelpunkt.» <

Louis Huwyler sagt von sich selbst, dass er ein «wenig skandiavienverrückt» sei: «In die Ferien fahre ich

aber lieber in den Süden.»

Südo

Ladegeräte, die mit der Batterie kommunizieren

suedo.ch

«Eine Batterie sollte alle ein bis zwei Monate voll geladen werden»,

sagt Georg Huber, Geschäftsleiter der Südo AG. Moderne Fahrzeuge

stecken voller Elektronik und die Anforderungen an die Batterien

wachsen ständig. Georg Huber: «Gerade bei häufigen Kurzstreckenfahrten

hat die Batterie gar nicht mehr die Möglichkeit, voll aufzuladen.»

Hier helfen die intelligenten Lade- und Erhaltungsgeräte der

schwedischen Marke CTEK.

Einer der Stars am Südo-Stand in Halle 7 war das CTEK CT5, Testsieger

in einem AutoBild-Test mit 14 Batterie-Ladegeräten. Das Gerät

lädt nicht nur schlappe Batterien wieder auf, es zeigt dem User auch,

wie lange dieser Prozess dauert. Georg Huber erklärt: «Das CT5 misst

die Grösse der Batterie und erkennt auch, wie gut die Batterie den

Strom aufnimmt. Daraus errechnet es die verbleibende Zeit, bis sie

wieder voll geladen ist. Das CTEK CT5 ist weltweit das einzige Gerät,

das über diese Logik verfügt.

Das Angebot von CTEK richtet sich sowohl an gewerbliche Kunden

wie auch an Endverbraucher. Diesen bietet Battery Sense eine intelligente

Batterieüberwachung via App. Das Gerät wird an die Batterie

angeschlossen und liefert via Bluetooth Informationen über den Batteriestatus

direkt aufs Smartphone. Womit wir wieder bei den Kurzstreckenfahrern

sind: Sie brauchen sich keine Sorgen mehr zu machen,

dass ihr Wagen eines Morgens plötzlich nicht mehr anspringt. <

Georg Huber, Geschäftsleiter des Südo AG präsentierte in Halle 7 Lade- und

Erhaltungsgeräte für Profis und Endverbraucher.

40 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Technomag

Neuer Auftritt gleiche Philosophie

technomag.ch

Die Neuheit am Stand von Technomag, ist Technomag selber. «Rechtzeitig

zum 70-Jahr-Jubiläum haben wir unseren Firmenauftritt überarbeitet»,

sagt Kurt Wyssbrod, Markenchef bei Technomag. «Wir

halten unseren überarbeiteten Auftritt eher in dunkel und haben auch

den Schriftzug etwas edler gestaltet.» Dabei geht es um eine klare

Positionierung im Markt: «Wir haben ein anderes Geschäftsmodell als

unsere Mitbewerber. Unsere Kunden schliessen mit uns längerfristige

Vereinbarungen ab. Dies bringt ihnen zwar Verpflichtungen, aber

auch klare Vorteile», so Wyssbrod. «Mit dem erwirtschafteten Umsatz

können sich die Garagenbetriebe Investitionsgüter leisten, ohne dafür

grosse Summen aufbringen zu müssen.» Dies sei für kleinere Betriebe

mit zwei bis drei Mitarbeitenden ideal.

«Wir wollen mit unserer Kundschaft wachsen, sie begleiten und

unterstützen und ihnen Innovationen und Neuheiten zugänglich machen»,

erklärt Wyssbrod. Der Zulieferer will mit seinen Dienstleistungen

Mehrwerte bieten, die nur bei Technomag erhältlich sein werden. <

Zum Jubiläum ein Apéro unter Kollegen

Seit 70 Jahren ist Technomag einer der wichtigen Player im Schweizer

Automotive-Aftermarkt. Am Auto-Salon lud Kurt Wyssbrod zum «Apéro

riche». Es war ein Stelldichein unter Freunden und Kollegen. Nicht nur SAA-

Präsident Erhard Luginbühl war Gast, sondern auch Ferdinand Smolders,

CEO der KSU A-Technik, oder Georg Huber, Geschäftsleiter der Südo AG.

Seit 2009 ist Technomag Teil der Swiss Automotive Group (SAG).

Kurt Wyssbrod über den neuen Auftritt von Technomag: «Der Stand ist edel in

dunklen Farben gehalten und auch der Schriftzug wurde entschnörkelt.»

Techpool

Tipps und Tricks vermitteln

techpool.ch

Wie stellt man Wissen aus? Mit dieser Herausforderung ist Jean-Marc

Geiser, Head of Techpool, an Messen jeweils konfrontiert. «Wir sind

ein Premiumpartner für technische Auskünfte: Mit Techpool bieten

wir den Zugang zu Informationen und wir haben eine enge, internationale

Partnerschaft mit Hella Gutmann», erklärt Geiser. Messen wie

der Auto-Salon sind für ihn eine ideale Möglichkeit zu sehen, wohin

sich der Markt bewegt. «Haben wir die richtigen Geräte für die Zukunft?

Hier erhalten wir die wichtigen Angaben und Informationen

der Hersteller direkt vor Ort», so Geiser. «Wir können auch die Lieferanten

miteinbeziehen.»

Auf der anderen Seite stellte Jean-Marc Geiser fest, dass Carrossiers

inzwischen oft früher mit den Herausforderungen gerade von modernen

Assistenzsystemen konfrontiert sind als Multimarkengaragen:

«Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: Licht

einstellen, Diagnose viel wird schon vom Spengler erledigt.» Neben

Lichteinstellgeräten ist laut Geiser bei «Hochvolt viel Bedarf und allgemein

bei der Diagnostik».

Die rasante Entwicklung im technischen Bereich ist auch für Techpool

eine Herausforderung. «Sie passiert so schnell, dass wir das

Know-how nur schwer im gleichen Tempo an die Leute bringen können»,

erläutert Geiser. «Es ist unsere Herausforderung, wie wir Informationen,

Tipps und Tricks schnell und effizient an den Mann und an

die Frau bringen können.» <

Das Kerngeschäft von Jean-Marc Geiser und Techpool: Know-how und

Informationen vermitteln.

AUTOINSIDE | April 2019 41


AUTO-SALON

Thommen Furler

Zeit sparen beim Polieren

thommen-furler.ch

2019 überraschte Thommen Furler mit

einem komplett neuen Standauftritt: Beleuchtete

Container bildeten die Standstruktur.

«Der Stand symbolisiert perfekt, für was wir

stehen», erklärt Thierry Zuber, Mitglied Geschäftsleitung.

«Wir verkaufen Chemikalien.»

Und Chemikalien waren ein Highlight in

der präsentierten Produktepalette am Stand.

«Mit Koch Chemie haben wir ein sehr

interessantes Produkt für Garagisten und

Carrosseriebetriebe, das wir mit einer Live-

Demonstration vorstellen», sagt Zuber. «Statt

wie bisher in drei kann der Lack in zwei Polituretappen

aufbereitet werden. Das spart

enorm viel Zeit und es können mehr Autos

pro Tag poliert werden. Die Vorteile liegen

auf der Hand.» Dazu liefert Koch Chemie

farblich abgestimmt die Pflegeprodukte und

das Zubehör. «Es ist hochwertig produziert

und hilft jedem Garagisten, weil man auch

kleinere Schäden im Lack so schnell beseitigen

kann», so Zuber. <

Keny Vebijau (links) und Stefano Florindo demonstrieren am neu gestalteten Stand von Thommen Furler die

Politur von Koch Chemie, die verbraucherfreundlich mit Farben deklariert ist.

Trösch Autoglas

Der kompetente Partner für Autoglas und mehr

autoglas.ch

Seit mehr als 30 Jahren ist Trösch Autoglas der leistungsfähige und

kompetente Partner des Garagen- und Carrosseriegewerbes für Autoglas,

Montageteile, Klebstoffe und Scheiben-Austrennwerkzeuge.

Der grosse Lagerbestand an Frontscheiben in Originalqualität sowie

an Heck- und Seitenscheiben garantiert einen Liefergrad von nahezu

100 Prozent, das heisst, fast alle bestellten Scheiben und Montageteile

sind innert weniger Stunden lieferbar. «Wir richten unseren Fokus

auf Qualität, Verfügbarkeit, Lieferservice und Beratung, um unsere

Kunden im Autoglasgeschäft bestmöglich zu unterstützen», umreisst

Geschäftsführer Rolf Bäuerle die Philosophie von Trösch Autoglas.

«Unseren Kunden gegenüber wollen wir ein fairer und kompetenter

Partner sein und eine umfangreiche Dienstleistung rund ums Autoglas

gewährleisten.»

Die Kunden profitieren nicht nur von Top-Produkten, sondern

auch vom Know-how der Autoglas-Spezialisten von Trösch in den

Bereichen Autoglas, Autoglasmontage, Klebstoffanwendungen und

Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen. An regelmässigen Kundenschulungen

können sie ihr eigenes Fachwissen auf den neusten

Stand bringen.

Am Stand in Halle 7 präsentierte Trösch Autoglas auch Beleuchtungsteile

von Magneti Marelli und TYC sowie Wischblätter von

Magneti Marelli. Ein weiterer Schwerpunkt waren die Reinigungsprodukte

der italienischen Marke Ma-Fra sowie Scholl-Polituren. <

«Qualität, Verfügbarkeit, Lieferservice und Beratung»: Rolf Bäuerle, Geschäftsführer

von Trösch Autoglas.

42 April 2019 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Yokohama

Sechs Premieren am Genfer Salon

de.yokohama.ch

Takeshi Masatomo, General Manager Consumer Tire Product Planning

bei Yokohama, hatte einiges zu erzählen an der Pressekonferenz

des japanischen Reifenherstellers am Medientag in Genf. Nicht weniger

als fünf Produktneuheiten enthüllte Miss Yokohama Milena Crusi.

Der Advan HF Type D und der Advan Neova AD08RS sind Strassensportler,

die ab diesem Frühjahr auf den Markt kommen. «Der Advan

Neova AD08RS besticht durch ein exzellentes Handling und dank

geringem Rollwiderstand durch einen tiefen Treibstoffverbrauch», erklärte

Takeshi Masatomo.

Der Geolandar X-CV ist für die stetig wachsende Zahl an High

Performance SUV entwickelt worden.

Den Offroad-Reifen Geolandar X-MT präsentierte Takeshi Masamoto

mit der rhetorischen Frage «Wer braucht schon Strassen?»

Der BluEarth-air EF21 unterstreicht die Anstrengungen von Yokohama,

leichte und umweltfreundliche Reifen zu produzieren. Er ist

rund 25 Prozent leichter als vergleichbar Reifen.

Dazu kommt der G.T. Special Classic für historische Fahrzeuge.

Takeshi Masatomo gab den Medienvertretern einen Einblick in die

Produktstrategie von Yokohama. Man wolle ein globaler Reifenanbieter

für Premiumfahrzeuge sein, die Nummer 1 bei den Winterreifen

sowie die Nummer 1 bei den sogenannten Hobby-Reifen (Rennwagen,

Rallye, Offroader und historische Fahrzeuge). <

Milena Crusi, Miss Yokohama 2018/19, enthüllte in Genf nicht weniger als sechs

Premieren.

UGS

Unabhängigkeit als oberstes Prinzip

ugs-swiss.ch

Unter dem Dach der Union der freien Fahrzeugteile-Grossisten der

Schweiz (UGS) haben sich verschiedene regionale Zulieferer zusammengeschlossen.

Vor etwas mehr als zwei Jahren lancierte die UGS

ihre Garagenzertifizierung, die sich explizit als Gegenentwurf zu Garagenkonzepten

definiert. Mittlerweile sind rund 70 Garagen in der ganzen

Schweiz UGS-zertifiziert. UGS-Präsident Gregor Eckert versteht

nicht, «wieso sich Garagisten, die ihre Markenvertretungen abgeben

oder abgeben müssen, sogleich in die erneute Abhängigkeit eines Garagenkonzepts

begeben». Im Gegensatz zum Konzept bleibe der Garagist

im Falle einer UGS-Zertifizierung unabhängig. Er verpflichte sich

zwar, das Gros der Ersatzteile bei einem UGS-Mitglied zu beziehen

und an den angebotenen technischen Weiterbildungen teilzunehmen,

so Eckert, «aber wir geben keine Umsatzziele vor.»

Die UGS-Mitglieder arbeiten ihrerseits mit namhaften Marken zusammen.

Am Stand in Halle 7 hatten beispielsweise Banner Batterien,

Rowe Schmierstoffe oder Thule einen prominenten Auftritt.

Die UGS selber befindet sich im Umbruch. «Wir wollen neutraler,

unabhängiger und flexibler werden», sagt Gregor Eckert. Eine

Arbeitsgruppe ist damit beschäftigt, die «neue UGS» aufzubauen.

Eckert: «Viele Lieferanten haben Interesse mit uns zusammenzuarbeiten.

Dazu bilden wir neue Synergien mit bestehenden Lieferanten

alles, um unseren Kunden noch bessere Margen zu bieten.» <

UGS-Präsident Gregor Eckert ist gleichzeitig stellvertretender Geschäftsführer

der NS Autoersatzteile AG in Langendorf SO.

AUTOINSIDE | April 2019 43


AUTO-SALON

44 April 2019 | AUTOINSIDE


Dot.swiss

Mehr Schweiz für die

Automobilbranche

Wer Schweizer Qualität für seine Firma unterstreichen will, sollte für den Webauftritt die

Internetendung .swiss prüfen. Der Auto-Salon ist wie viele andere Unternehmen bereits

auf das digitale Gütesiegel umgestiegen. Rolf Boesch

Der Auto-Salon gilt als einer der Wegweiser

der Automobilbranche: Jedes Frühjahr zeigt er,

was die Zukunft bringt. Nicht nur die Aussteller

setzen Trends oder spuren diese vor; auch die Verantwortlichen

des Salons nehmen Entwicklungen

vorweg. Sichtbarer Ausdruck davon ist die Internetadresse

der Geneva International Motorshow.

Diese endet nicht auf .ch. Die GIMS setzt

auf .swiss und zeigt diese Endung unübersehbar

auf allen Plakaten und Werbemitteln.

Dass sich eine der weltweit wichtigsten Automessen

für den Umstieg auf .swiss entschieden

hat, hat viel mit Schweizer Werten, aber auch mit

der Informationsflut unserer Tage zu tun. Mittlerweile

gibt es weltweit schätzungsweise rund 1,9

Milliarden verschiedene Websites. Noch vor fünf

Jahren waren es erst halb so viele.

Wer sich in diesem digitalen Dschungel erfolgreich

bewegen will, steht deshalb immer wieder vor

der Frage, wie er aus der Masse herausragen und

sich im Internet für seine Zielgruppe positionieren

kann. Umgekehrt müssen potenzielle Kunden aus

der Flut von Angeboten blitzschnell jene herausfiltern

können, die ihnen einen Mehrwert bringen.

Garagisten, Markenvertreter, Zulieferer

Aktuell haben sich bereits über 10 000 Firmen

und Organisationen eine .swiss-Adresse für einen

Auftritt im Internet gesichert. Dazu gehören zahlreiche

Exponenten der Fahrzeugbranche wie

beispielsweise Auto-Schweiz. Auch Schweizer

Vertretungen bekannter Automarken, darunter

ford.swiss, nutzen die neue Internetendung. Audi

präsentiert unter e-hub.swiss Informationen zu

seinen Elektrofahrzeugen.

Ob Premium-Garagist wie das House of Cars

in Hünenberg oder die lokal tätige Bach-Garage

in Niederbüren sie vertrauen auf die Kraft der

mit der Domain-Endung .swiss einhergehenden

Swissness. Damit unterwegs sind auch zahlreiche

Zulieferer der internationalen Automobilindustrie

wie die Scheurer Swiss GmbH, die Härterei

Gester AG, der IT-Spezialist Automaster oder der

Servicedienstleister Motorsport Wydler.

Ein Gütesiegel

Dass auch der Auto-Salon auf .swiss setzen muss,

war für Direktor André Hefti klar, als er vor zwei

Jahren von der neuen Domain erfuhr. «Es ist

ein Must, diese Endung zu nutzen», sagt er. «Wir

haben damit nur gute Erfahrungen gemacht.» Eine

Domain wie .swiss verschafft dem Auftritt einer

Firma im Internet einen wichtigen Wettbewerbsvorteil:

Sie erlaubt sofort erste Rückschlüsse auf

die Inhaberschaft. René Dönni, Vizedirektor des

Bundesamts für Kommunikation (Bakom), das

für die Vergabe der Adressen zuständig ist, erklärt:

«Fragen Sie im Ausland jemanden, wofür die Endung

.ch steht, kann es passieren, dass die Antwort China

oder Chile lautet und nicht Schweiz.»

Es gibt einfach verständliche Kriterien, wer

.swiss beantragen kann. Ausschlaggebend ist

nicht die Grösse einer Firma, sondern der Standort

des beantragenden Unternehmens und der Nachweis

eines Bezugs zur Schweiz. Wer eine Domain

mit .swiss hat, profitiert vom positiven Image der

Schweiz und überträgt dieses auf seine Dienstleistungen

und Produkte. <

Weitere Infos unter:

dot.swiss

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AUTOINSIDE | April 2019

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TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Herausforderungen der E-Mobilität

E als Antwort? Fragen zu

Ladeinfrastruktur und

Rohstoffen bleiben offen

Die «Geneva International Motor Show» (GIMS) zeigte dieses Jahr erneut eine breite Palette von neuen batterieelektrischen

Fahrzeugen (BEV) und Plug-in-Hybriden, die in den kommenden Monaten den Markt erobern werden. Um die CO 2

-Emissionen

und die lokalen Abgasimmissionen zu senken und grundsätzlich von den fossilen, endlichen Energieträgern wegzukommen,

drängt sich die E-Mobilität auf. Die grössten Herausforderungen wollen wir skizzieren und Prognosen wagen. Andreas Senger

Kaum sind die Scheinwerfer in den Palexpohallen erloschen und die

Präsentationsstände abgebaut, geht es für das Automobilgewerbe wieder

ans «daily Business». Die Flut von angekündeten BEV und Plug-in-Hybriden,

die in den kommenden Monaten und Jahren in den Showrooms der

Garagisten Einzug halten werden, bringt die Geschäftsführung aber auch

die Werkstattmitarbeiter ins Grübeln: Sind wir eigentlich vorbereitet

auf die Flut von E-Fahrzeugen? Bieten wir genügend Ladeinfrastruktur?

Welche Auswirkungen hat der Antriebswechsel auf unsere Werkstattauslastung

und den Aftersales? Kauft der Kunde die E-Autos überhaupt?

Das angekündigte hohe Tempo, mit dem die OEM den Kunden und

den Werkstätten die E-Mobilität schmackhaft machen wollen, ist beeindruckend.

Der Grund für das enorm hohe Marschtempo: Die Strafgebühren

für die CO 2

-Abgaben bei zu hohem Flottenverbrauch zwingen

die OEM drastisch zu handeln. Es geht also nicht primär darum, den

sinnvollsten Antrieb zu pushen, sondern vielmehr den am schnellsten

umsetzbaren, möglichst CO 2

-freien Antrieb zu etablieren.

Die OEM argumentieren auf einer anderen Ebene. «Der neue ‹I.D.›

wird das erste bilanziell klimaneutral hergestellte Serienauto des Volkswagen-Konzerns.

Damit die Nutzungsphase emissionsfrei bleibt, sorgen

wir für vielfältige Möglichkeiten, Grünstrom zu laden. Wirklich nachhaltige

Mobilität ist machbar, wenn alle es wollen und gemeinsam daran

arbeiten», sagt Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke

Volkswagen, dazu und lässt einige technische Argumente aussen vor,

die gegen den brachialen Mobilitätsumbau sprechen.

Speicherdichte und Wirkungsgrad

Der hohe Wirkungsgrad des E-Antriebes ist zweifelsohne beeindruckend.

Die Energieumwandlung von elektrisch in mechanisch

ist unschlagbar. Kein Wunder, waren zu Beginn des Automobils E-

Antrieb und Verbrenner ebenbürtig. Wird die Wirkungsgradkette

allerdings von der Stromproduktion bis in den Akkumulator genauer

unter die Lupe genommen, erhält die Euphorie einen Dämpfer. Je

nach Annahmen sind ein E-Fahrzeug und ein modernes Dieselfahrzeug

über die komplette Energiewirkungsgradkette gleich gut oder

schlecht.

Ein weiteres Handicap der BEV: Die Speicherkapazität und damit

die Energiedichte ist im Vergleich zu fossilen Treibstoffen verschwindend

klein. Ein moderner Lithium-Ionen-Akku kann rund 200 Wh/kg

speichern. In einem Kilogramm Akku (ohne Peripherie wie Ladegerät,

Leistungselektronik usw.) sind also 200 Wattstunden elektrische

Energie speicherbar. Im Vergleich: Ein Kilogramm Benzin speichert

die Energie von 11 400 Wh, rund 60-mal mehr als in einer Batterie

mit gleicher Masse. Dies ist der Hauptgrund, warum eigentlich nur

kleine Fahrzeuge mit leichten Batterien technisch sinnvoll sind. Bei

angenommenen 20 kWh Energieverbrauch auf 100 km sind für diese

Strecke also 100 kg Akku nötig.

Je mehr Reichweite beim BEV verlangt wird, desto immens schwerer

der Akkumulator. Bei den OEM boomen aber derzeit grosse,

schwere SUV und Limousinen, die bis zu eine Tonne Akkumasse

mitschleppen. Die Kaufkraft soll in diesem Segment der E-Mobilität

zum Durchbruch verhelfen und die grössten Flotteneinsparungen

an CO 2

-Emissionen ermöglichen. Viel sinnvoller sind dagegen Plug-in-

Hybridantriebe, die ebenfalls beim Verzögern rekuperieren und mit

vollgeladenen Akkus Strecken zwischen 30 und 70 Kilometer rein

elektrisch zurücklegen können.

Woher stammt in Europa der Strom?

Wer jetzt mit dem Argument der Emissionen dem Verbrenner den

46 April 2019 | AUTOINSIDE


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Genickschuss verabreichen will, sollte sich zuerst über die europäische

Stromproduktion Gedanken machen. In Norwegen wird fast der

komplette Strom mittels Geothermie produziert. Die heissen Quellen

sorgen für einen beinahe CO 2

-freie Produktion. Dies ist allerdings die

löbliche Ausnahme. In allen anderen europäischen Ländern sind

die Kernenergie, Kohlekraftwerke oder fossile Kraftwerke Hauptlieferanten.

Ein mit deutschem Kohlestrom geladenes Oberklasse-BEV

emittiert rund 390 Gramm CO 2

pro km, während das gleiche Fahrzeug

mit dem CH-Strommix geladen 170 g/km emittiert (Quelle Bericht

Umweltaspekte, Bafu). Der Schweizer Flottendurchschnitt im

Jahr 2017: 134,1 g/km (Vorgabe des Bundes bis Ende 2019 130 g/km)

und die Vorgabe für das Jahr 2020 sind noch lediglich 95 g/km.

Alle Experten im Energiesektor sind sich einig: BEV sind nur

dann sinnvoll einsetzbar, wenn die elektrische Energie aus regenerativer

Produktion stammen. Die Schweiz verfügt aktuell über knapp

60 Prozent Wasser- und knapp 40 Prozent Kernenergie. Der Traum

von Solarpanels, welche die BEV mit Sonnenstrom laden, ist noch

nicht realisierbar. Tagsüber sind die Fahrzeuge in Betrieb und nachts

zu Hause an der Ladesteckdose.

Steuerliche Diskrepanz

Solange Solarstrom nicht wirkungsgrad- und kostengünstig gespeichert

werden kann, ist auch diese Variante bis auf Weiteres nicht umsetzbar. Und

einen weiteren Aspekt wirft Prof. Dr. Konstantinos Boulouchos von der

ETH Zürich in die Diskussion ein: «Die Zuordnung von Null-CO 2

-Emissionen

für elektrifizierte Antriebe ist mit Bezug auf den absehbaren CO 2

-Fussabdruck

des erforderlichen Zusatzstroms massiv marktverzerrend.»

Dass die E-Fahrzeuge mit 0 g/km in die Flottenemissionen eingerechnet

werden, ist technisch nicht korrekt, politisch aber gewollt. Der Energieexperte

ergänzt: «In Zukunft muss die Infrastruktur für die Strasse auch von

Elektrofahrzeugen bezahlt werden.» Die heute vom Bund eingenommenen

etwa 5 Milliarden Franken Mineralölsteuer brechen kontinuierlich weg,

BEV sind aktuell zudem in vielen Kantonen steuerlich begünstigt.

Geopolitische Strategie

Ausgerechnet China ist aktuell der Treiber bei den BEV. Grund:

Das Land erfährt im Moment die Massenmotorisierung mit Autos,

hat in den Grossstädten immense Immissionsprobleme und hat sich

darum auf die lokal emissionslose Mobilität eingeschossen. Dies ist

neben dem Bevölkerungswachstum mit ein Grund, warum China aktuell

seinen Kernkraftwerkpark massiv ausbaut. Über 30 Reaktoren

sind im Bau oder wurden kürzlich in Betrieb genommen. Die Stromproduktion

ist CO 2

-frei, aber die Endlagerung der radioaktiven Abfälle

ebenfalls nicht endgültig gelöst.

Gleichzeitig sicherte sich China in der Vergangenheit auf allen

Kontinenten Schürfrechte für die benötigten Rohstoffe zur Produktion

von Akkumulatoren und E-Maschinen (siehe Tabelle). 90 Prozent

der Akkumulatorenproduktion findet im asiatischen Raum statt.

Obwohl Tesla eine Giga-Fabrik (zusammen mit Panasonic) für die Produktion

von Lithium-Ionen-Akkus gebaut hat, sind die globalen Player

in Asien. Firmen wie Panasonic, Samsung, LG Chem, CATL oder

BYD sind die Dominatoren und machen die europäische Automobilindustrie

abhängig. In Europa wurden Lieferverträge und Firmenbeteiligungen

erst spät in Angriff genommen. China hat die staatliche

Steuerung der Batterieproduktion übernommen und sieht die Automobilindustrie

als Schlüsselbereich. Die Materialkosten machen zudem

rund 50 Prozent des Preises eines Akkus aus.

Energieintensive Produktion

Doch nicht nur die Rohstoffbeschaffung für die Herstellung der

Akkumulatoren ist aktuell wie künftig aufgrund der geopolitischen

Lage eine Herausforderung, auch die Produktion für die mittel- bis

langfristigen Mengen sorgt für Kopfzerbrechen in den Führungsetagen

von OEM und Zulieferern. Die Bereitstellung der Rohstoffe und

die Herstellung von Akkus benötigen viel Energie und erzeugen hohe

CO 2

-Emissionen. Wird das bei der Herstellung freigesetzte CO 2

in Benzinäquivalente

durch die Verbrennung im Ottomotor umgerechnet,

sind dies für ein durchschnittliches BEV zwischen 600 und 2 400

Liter Benzin. Dies entspricht einer Fahrleistung von 8700 bis 34 800

km (Quelle: Aktualisierung Umweltaspekte von Elektroautos im Auftrag

des Bundesamtes für Umwelt Bafu, 4. Oktober 2018). Wird ein

luxuriöses Fahrzeug wie der Tesla Modell S eingerechnet, kommt die

Akkuproduktion auf eine umgerechnete Fahrleistung von 65 000 km.

Fokus Entwicklung und Infrastruktur

«Lithium-Ionen-Akkumulatoren mit flüssiger Kathode aus Nickel,

Kobalt und Lithium sowie einer Kohlenstoffanode werden bis 2025

den Markt bei den E-Fahrzeugen dominieren» sagte Dr. Thorsten Bran-

Gehäuseoberteil

Kühlmittelleitung

Gehäusedeckel

Elektrik / Elektronik

HV-Anschlüsse

Zellüberwachungseinheit

Zellblock

Gehäuseunterteil

Unterbodenverkleidung

Herausforderung Akkumulator:

Sowohl die Produktionskapazitäten

wie auch die Rohstoffverfügbarkeit

hinken der Planung

hinterher. Einzig China kann aus

dem Vollen schöpfen. Aufgrund

der weltweiten Schürfrechte

vor allem für Lithium und Kobalt,

aber auch dem staatlich verordneten

Aufbau der Akkuindustrie

verschafft sich das Reich der

Mitte Vorteile für den Wachstumsmarkt

E-Mobilität.

AUTOINSIDE | April 2019 47


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Herausforderung Produktion: BEV und Plug-in-Hybridfahrzeuge benötigen

Unmengen von Akkumulatorenzellen und -module. Die Produktionskapazitäten

sind hauptsächlich in Asien, auch wenn wie im Bild Tesla eine

Megafabrik für die Akkuproduktion gebaut hat. Wenige globale Firmen

beherrschen den grössten Teil der Produktionskapazität und steuern wie

die Rohstofflieferanten den Preis.

Herausforderung E-Motor: Seltene Erden sind je nach E-Motorbauart

ein wichtiger Rohstoff für Dauermagnete und nebst dem benötigen, zusätzlichen

Kupfer für die elektrischen Leiter eine weitere Hürde auf dem

Rohstoffmarkt, da 97% der globalen Produktion aus China stammen.

denburg vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie anlässlich

der SSM-/SAE-Tagung 2018 in Sursee. Die Feststoffbatterien, in die

grosse Hoffnungen für grössere Kapazität gesetzt werden, können nicht

vor 2025 im Massenmarkt erwartet werden.

Einen weiteren Knackpunkt stellen die Ladeinfrastruktur und die

Netzkapazität der Elektrizitätswerke dar. Bei der Ladeinfrastruktur

stellt sich nach wie vor die Frage, wo Wohnungsmieter mit Aussenparkplätzen

ihr BEV aufladen können. Nur Eigenheimbesitzer können mit privatem

Investment eine Ladeinfrastruktur einbauen lassen. Eine weitere

Herausforderung: Wenn in einem Mehrfamilienhaus über Nacht alle BEV

gleichzeitig geladen werden sollen, verfügt die Netzinfrastruktur über zu

wenig Kapazität. Leistungsgesteuertes Laden mit entsprechender Hard-

und Software befindet sich aktuell in Entwicklung und Felderprobung.

Das Bild in den Medien und die Aussagen vieler Politiker könnten

die Konsumenten vermuten lassen, dass der Wechsel von fossilen Energieträgern

auf E-Antrieb von heute auf morgen realisierbar ist. Schade,

dass auch Bundespolitiker oft nur ihren Wahlerfolg im Herbst verfolgen

und nicht die Rahmenbedingungen aufgrund der Faktenlage beschliessen,

um den Umstieg in geordneten Bahnen einzuleiten.

Die Energiewende muss erfolgen, aber in vernünftigen und für den

Wohlstand der Schweiz erträglichen Schritten. Für die Garagisten

heisst dies, die Kunden über die Fakten aufzuklären und Möglichkeiten

der individuellen Mobilität aufzeigen. Das ist die Kernaufgabe der

Experten an der Front. <

Wertschöpfung der Batterie konzentriert sich in Asien

Bergwerksförderung/Mining

Kobalt: DR Kongo 61%, China 7%, Australien 4%

Graphit: China 70%, Indien 12%, Brasilien 7%

Lithium: Australien 40%, Chile 36%, Argentinien 11%

Batteriequalität

Kathode, Anode, Elektrolyte

Zellfertigung

(und Batterieproduktion)

Wertschöpfung

Kobalt und Graphit: v.a. in China

Lithium: Südamerika, USA, Südost-Asien

Mehr als 90% der globalen Produktion von China,

Japan und Südkorea dominiert

Asien dominiert, wenige, «etablierte»

Batterieproduzenten: Panasonic, Samsung,

LG Chem, CATL, BYD, …

OEM

Herausforderung Rohstoffgewinnung: Die wichtigsten Länder für die Rohstoffe und deren Verarbeitung sind entweder politisch instabil oder im Falle

von China marktbeherrschend und steuern Angebot und Nachfrage. Die OEM sind aktuell gefordert, die benötigten Rohstoffe und Akkuhersteller

vertraglich zu binden, um langfristig die Lieferung sicherzustellen.

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TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Untere Mittelkalsse CO 2

-Emissionen (g/km)

(Gesamtlaufleistung: 150.000 km)

Entwicklung alternative Antriebe pro Quartal seit 2017

CO2-Emissionen (g/km)

Diesel

(4,5l/100km)

Erdgas, CNG

(4,5 kg/100km)

Autogas LPG

(8.2 l/100km)

Elektro

Strommix

(14,7

kWh/100km)

Elektro

regenerativ

(14,7

kWh/100km)

Antriebsart

PlugIn-Hybrid

Strommix

(2,5l/100km,

5,6

kWh/100km)

PlugIn-Hybrid

regenerativ

(2,5l/100km,

5,6

kWh/100km)

Benzin

(5,8l/100km)

Hybrid

(4,1l/100km)

CO2 (g/km) Herstellung/Recyling

CO2 (g/km) Strombereitstellung (WTT)

CO2 (g/km) Kraftstoffbereitstellung (WTT)

CO2 (g/km) Direkte Emissionen Fahrzeugnutzung (TTW)

Stückzahl alt. Antriebe Stückzahl BEV und PHEV Marktanteil alt. Antriebe Marktanteil BEV und PHEV

Ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse mit einer Gesamtlaufleistung

von 150 000 km: Im Vergleich kommen von der «Wiege bis zur Bahre»

alle Antriebe mehr oder weniger gleich weg. Einzig ein Elektrofahrzeug,

das regenerativen Strom zum Laden einsetzt, ist mit deutlich weniger

CO 2

-Emissionen unterwegs. Die Kosten für den Energieumbau sind dafür

gewaltig und in der Übersicht des ADAC nicht eingerechnet.

Gemessen am Gesamtmarkt sind alternative Antriebe immer noch

bescheiden unterwegs. Mit dem massiv gesteigerten Angebot wird der

Trend aber deutlich nach oben zeigen und bis in ein paar Jahren werden

Plug-in-Hybride und BEV markante Marktanteile dazugewinnen.

Anwendung im

Fahrzeug

Werkstoff Bedarf, Umsetzung Produktion und

Herkunft,

Lieferungsanteil

aktuell

Schätzung über

Zusatzbedarf im

Jahr 2025 gemessen

an heutiger

Produktion

Elektrische

Leitungen

Kupfer

Elektrische Leitungen

Kupferbedarf von heute 20 kg pro Fahrzeug auf rund 40 kg bei

Elektro- und Hybridfahrzeugen. Grosse Vorräte in verschiedenen

Ländern vorhanden. Hauptproduzent China mit 97%.

Chile 27%,

Peru 12%,

China 10%

Keine Angaben

Lithium-Ionen-

Akkumulator

Graphit

Anodenmaterial

Durch China beherrschter Rohstoff. Kontrolle der Förderung und

Weiterverarbeitung zum grössten Teil in China. Massiver Ausbau

von Kapazitäten möglich, Preisanstieg wahrscheinlich.

China 70%,

Indien 12%,

Brasilien 7%

85%

Kobalt

Kathodenmaterial

Politische Unsicherheit im Kongo, unmenschlicher Abbau, Markt

in Kongo beherrscht von den Chinesen (Schürfrechte), weiterhin

starker Preisanstieg zu erwarten.

DR Kongo 61%,

China 7%,

Australien 4%

85%

Lithium

Kathodenmaterial

und Elektrolyt

Lithium wird mit 120 bis 180 g/Wh benötigt. Pro kg Batterie sind es

zwischen 13 bis 31 g Lithium. 300 kg Batterie gleich 6 kg Lithium.

Mittelfristig keine Angebotsdefizite durch hohe Kapazitäten. Langfristig

aber massive Lieferengpässe möglich.

Australien 40%,

Chile 36%,

Argentinien 11%

300%

Mangan

Kathodenmaterial

Benötigtes Material für Akkuproduktion ist Ferromangan, das mit

53% der Weltproduktion aus China stammt. Gilt als Ersatzprodukt

für Kobalt.

Südafrika 30%,

China 28%,

Australien 12%

Keine Angaben

Nickel

Kathodenmaterial

Grosse Nachfrage weltweit, wert- und mengenmässig wichtiger als

Lithium.

Indonesien 21%,

Kanada 11%,

Australien 11%

50%

Elektromotor

Seltene Erden

(bspw.

Neodym oder

Dysprosium)

0,5 bis 1 kg pro Elektro-/Hybridfahrzeug. China Hauptproduzent mit

97% und damit marktdominierend und preisbestimmend.

China 85%,

Australien 10%,

Indien 3%

Keine Angaben

Quelle: Aktualisierung Umweltaspekte von Elektroautos im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt Bafu, 4. Oktober 2018, und Rohstoffe für die Elektromobilität

DERA-Rohstoffmonitoring Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Vortrag Dr. Torsten Brandenburg SSM-Tagung 2018

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TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Ladeinfrastruktur

«Thema Ladeinfrastruktur

möglichst frühzeitig

vorbereiten»

Keine Zukunftsmusik, sondern vom Kunden erwartet: Ladeinfrastruktur gehört je länger desto mehr zur normalen Einrichtung

eines Garagenbetriebs. Beim Einbau einer Ladestation gibt es allerdings einige Punkte zu beachten. Reinhard Kronenberg

«Autohäuser werden sich über kurz oder lang

von reinen Fahrzeughändlern und Servicebetrieben

zu Mobilitätsdienstleistern entwickeln»,

sagt Andreas Lemke und spricht

damit ein Thema an, das von ihm aus gesehen

unbedingt dazugehört: die Elektro-Ladeinfrastruktur.

Für den Experten für Elektromobilität

beim Münchner Beratungs- und Projektmanagement-Unternehmen

Cotedo Service

GmbH, das jährlich über 400 Werkstätten

in ganz Europa berät, wird dieses Thema

schnell und stark an Bedeutung gewinnen,

nicht nur für jene Garagisten, die bereits E-

Fahrzeuge verkaufen und warten.

«Ein hochkomplexer Vorgang»

Aufgrund seiner Erfahrung rät Lemke «jedem

Garagenbetrieb» dazu, das Thema Ladeinfrastruktur

in Eigeninitiative möglichst

frühzeitig vorzubereiten, besonders wenn

Neu- oder Umbauten anstehen. Dies aus einem

simplen Grund: «Die Einführung von Ladeinfrastruktur

ins Autohaus ist ein hochkomplexer

Vorgang und es ist nicht damit getan,

eine Ladesäule auf den Hof zu stellen und sie

anschliessen zu lassen.» Dafür seien die Anforderungen

an die verschiedenen Ladepunkte

innerhalb des Garagenbetriebs zu vielfältig.

Ausserdem sei der Markt im Bereich Ladeinfrastruktur

schon heute sehr breit und

entsprechend unübersichtlich. «Das Angebot

zu sichten und mit den eigenen Bedürfnissen

abzugleichen, bedeutet einen immensen Rechercheaufwand»,

sagt Lemke.

Seiner Erfahrung nach dauert es von der

ersten Idee bis zur tatsächlichen Realisierung

bei Ladeinfrastruktur-Projekten unter den

besten Voraussetzungen mindestens sechs

Monate. Dabei hält er sich an eine bewährte

Formel: «Unter Zeitdruck entscheidet es sich

immer schlecht oder anders gesagt: Wer Zeit

in die Vorbereitung investiert, spart am Ende

bares Geld.»

Nicht allein bauliche Massnahmen

Substanziell zur Komplexität trägt bei,

dass sich die Planung nicht allein auf die

baulichen Massnahmen im Betrieb selber

beschränkt, sondern dass hier Abhängigkeiten

auch zum lokalen beziehungsweise

regionalen Energieversorger bestehen. «Der

individuelle Aufbau von Ladeinfrastruktur

kann an manchen Orten dem Netzausbau der

Energieversorger vorauseilen», sagt Lemke.

Er rät deshalb dringend, sich frühzeitig mit

dem Energieversorger in Verbindung zu setzen

Andreas Lemke, Cotedo

Service GmbH.

Zehn-Punkte-Plan

Wer sich mit dem Einrichten von Ladestationen

befasst, sollte laut Andreas Lemke von Cotedo

an diese zehn Punkte denken:

1. Auswirkungen auf den Garagenbetrieb als

Gesamtheit bedenken: Dazu gehört auch die

Sensibilisierung und Schulung des Personals

auch und gerade in Bezug auf sicherheitsrelevante

Themen.

2. Energieberatung einholen: Ziel sollte sein, die Ladeleistung möglichst aus

Einsparungen im laufenden Betrieb zu generieren.

3. Ist/Soll-Vergleich anstellen: Hier geht es unter anderem um die

Platzierung. Langfristig werden Lademöglichkeiten im Aussenbereich, auf

den Kundenparkplätzen, im Verkaufsraum und in der Werkstatt benötigt.

4. Kurze Wege anstreben: Die ideale Positionierung der Ladestationen sollte

unbedingt ein Spezialist ermitteln, denn Bauarbeiten, Durchbrüche oder

gar Erdarbeiten werden sonst schnell teurer als die Ladetechnik selbst.

5. Lastgangprofil beauftragen: Profis ermitteln den Energieverbrauch des

jeweiligen Betriebs und seine zeitliche Verteilung. Das Resultat wird

abgeglichen mit der energetischen «Normallinie», wodurch sich die Restkapazität

ergibt. Das hat Einfluss auf die Entscheidung für eine Schnelllade-Lösung

(DC) oder «normales» Wechselstromladen (AC).

6. Möglichst günstig das Richtige einkaufen: Neben dem Anschaffungspreis

sollten die Betriebskosten der jeweiligen Ladeinfrastruktur beachtet werden.

Der Dauerbetrieb stellt hohe Ansprüche an die Produktqualität. Eine lange

Haltbarkeit und ein reibungsloser Wartungsservice machen sich bezahlt.

7. Energiemonitoring erwägen: Eine Software misst in Echtzeit den Energieverbrauch

mit dem Ziel, Lastspitzen zu vermeiden.

8. Elektromobilität professionell präsentieren: Gut auffindbare Lademöglichkeiten

erhöhen die Attraktivität des Betriebs. Elektrofahrer sind solvente

Interessenten. Und: Die Ladestationen auf dem Parkplatz sollten für

Kunden freigehalten werden.

9. Für Zugänglichkeit sorgen: Ladesäulen sollen möglichst 24 Stunden pro

Tag barrierefrei für alle Kunden und Elektroautofahrer zugänglich sein.

10. Zusatzumsätze realisieren: Garagen sollen sich als Mobilitäts-Dienstleister

betrachten und mit der Ladeinfrastruktur ein weiteres Geschäfts feld

erschliessen.

50 April 2019 | AUTOINSIDE


Südo AG

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Das Thema Ladeinfrastruktur will gut vorbereitet sein und benötigt Zeit: Von der ersten Idee bis zur tatsächlichen

Realisierung dauert es unter den besten Voraussetzungen mindestens sechs Monate.

und zu klären, welche Leistung beziehungsweise

Leistungserhöhung möglich sei. Das gelte insbesondere

für Betriebe mit einer Carrosserie oder

Lackiererei, bei denen der Stromverbrauch bereits

heute zu erheblichen Leistungsspitzen führe.

Ein Energie-Audit, weiss Lemke aufgrund

seiner Erfahrung, gehe weit über das «Thema

Strom» hinaus: «Es handelt sich um eine ganzheitliche

Betrachtung des Gebäudes, seiner Versorgung

und seiner Nutzung».

«Es braucht Schnellladestationen»

Diese Erfahrung hat auch René Degen gemacht.

Der Inhaber der Gorenmatt-Garage in

Binningen BL vertritt mit Nissan eine Marke,

die ihre Modellpalette schon früh mit Elektrofahrzeugen

ergänzt hat. Entsprechend lange

setzt sich Degen auch mit dem Thema Ladeinfrastruktur

auseinander. Seit sieben Jahren

hat er solche im Aussen- wie im Innenbereich

und plant zwei Schnellladestationen vor dem

Haus, an dem eine stark befahrene Strasse vorbeiführt.

AUTOINSIDE | April 2019

Mit der baulichen Veränderung der Strasse

bekommt er jetzt auf eine elegante Art die

Möglichkeit, eine Leitung ans Haus ziehen zu

können, die die nötige Stromleistung transportieren

kann. «Um als Mobilitätspartner attraktiv

zu sein, braucht es Schnellladestationen»,

sagt Degen.

«Brötli-Bar» als Chance

Aber mit dem Hinstellen sei es nicht getan.

Ihm schwebt vor, dass die Kunden die Wartezeit

von durchschnittlich 20 Minuten an einer schicken

«Brötli-Bar» überbrücken können eine

ideale Gelegenheit, um in lockerem Rahmen

über neue Modelle zu diskutieren und zusätzliche

Dienstleistungen zu verkaufen. <

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TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Reifen für Elektrofahrzeuge

Alternativer Antrieb

andere Reifen

Elektroautos müssen seltener gewartet werden, es gibt aber eine Ausnahme: Die Reifen nutzen sich doppelt so schnell ab

wie bei konventionellen Fahrzeugen. AUTOINSIDE fragte sechs grosse Zubehörlieferanten, wie gross das Angebot für diese

spezifischen Anforderungen bereits ist. Sascha Rhyner

Es ist bekannt: Elektroautos haben weniger Verschleissteile und

werden wohl weniger in die Garage müssen. Die Reifen sind die Ausnahme.

Sie müssen in der Regel nach 25 000 Kilometern gewechselt

werden. Hintergrund: Bei Elektroautos ist das maximale Drehmoment

sofort verfügbar und das geht zulasten der Reifen. Aber nicht nur

deshalb empfehlen sich für Elektroautos spezielle Reifen. Wenn auf

Ganzjahresreifen oder besonders günstige Alternativprodukte zurückgegriffen

wird, kann dies neben sicherheitsrelevanten Defiziten bei

hohem Rollwiderstand auf Kosten der Reichweite gehen.

Wie gross ist das Angebot an Reifen für Elektroautos?

Sven Krey, Productmanager

Reifen bei

der Amag.

Sven Kray: Diese Fahrzeuge benötigen

andere Reifendimensionen: Die Reifen haben

oftmals einen grösseren Querschnitt und eine

schmalere Lauffläche. Alle unsere Hersteller

sind für die gängigen Dimensionen der BEV-

Fahrzeuge ausgerüstet. Auch wir bei der

Amag haben diese Dimensionen vorrätig für

unsere Partner und freien Garagen. Übrigens, wir

haben dieses Jahr unsere Reifen sehr attraktiv

eingepreist, damit wir weiterhin starke Konditionen mit guter Qualität

und Verfügbarkeit anbieten können.

Maja Kaufmann, Markenchefin

Derendinger.

Maja Kaufmann: Derendinger führt natürlich

auch in diesem Segment ein entsprechendes

Angebot. Wir stellen sicher, dass wir den

Anforderungen gerecht werden und unsere

Kunden zufriedenstellend beraten und bedienen

können.

Roger Limacher,

Geschäftsführer

Fibag AG.

Kurt Wyssbrod, Markenchef

Technomag.

Patrik Spirig, Product

Manager, Hostettler

Automobiltechnik.

Roger Limacher: Der Reifenverschleiss ist bei

Elektrofahrzeugen höher als bei konventionellen

Autos. Das Abrollgeräusch steht bei E-Autos

mehr im Fokus, weil der Elektromotor lautlos

ist. Verschiedene Premiumhersteller haben

bereits heute spezielle Reifen im Sortiment, die

auf die Anforderungen von E-Fahrzeugen ausgerichtet

sind. Die Auswahl in diesem Segment

ist noch überschaubar. Im Moment ist das E-Auto

noch ein Nischenprodukt.

Kurt Wyssbrod: Die Auswahl ist zwar noch

beschränkt, aber die führenden Marken sind

dabei. Die wichtigsten Marken entwickeln

ihre Reifen mit den Autoherstellern, weil

eben doch mehr Technologie im Reifen ist,

als man vielleicht vermutet.

Patrik Spirig: Die Reifen von E-Autos müssen

andere Ansprüche erfüllen. Da Elektrofahrzeuge

leiser werden, sind die Abrollgeräusche

der Reifen deutlicher zu hören.

Reifenhersteller müssen deshalb mehr

Aufwand betreiben, um die Reifen leiser zu

machen. Das Angebot ist noch überschaubar,

wird aber stetig der Nachfrage angepasst und

ausgebaut. <

Martin Schütz,

Category Manager

Reifen und Verbrauchsgüter,

ESA.

Martin Schütz: Alle Premiumhersteller bieten

solche Reifen an, wobei die Zahl insgesamt noch

klein ist. Aber auch abgesehen von Reifen für

elektrisch betriebene Fahrzeuge entwickeln die

Hersteller Reifen mit guten Rollwiderstandswerten,

was wiederum hilft, den Treibstoffverbrauch

zu senken. Dieses Angebot wird in

den kommenden Jahren weiter zunehmen und

die Nachfrage nach solchen Reifen wird weiter

steigen auch hier kann der Garagist aus dem

Angebot der ESA den Reifen empfehlen.

52 April 2019 | AUTOINSIDE


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TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

E-Occasionen

«Ein guter Zeitpunkt, um

aktiv zu werden»

Der Occasionsmarkt von E-Autos ist zwar noch sehr überschaubar, nimmt aber langsam Fahrt auf. Die angebotenen

Gebrauchtwagen sind gefragt: Ihre Standzeiten sind leicht tiefer als bei konventionellen Occasionen. André Bissegger

«Der Markt für E-Occasionen ist noch sehr

klein», sagt René Mitteregger, Datenspezialist

bei Auto-i-dat. Im vergangenen Jahr

wechselten 2463 E-PW ihren Besitzer. Bei

insgesamt rund 856 000 Halterwechseln

macht das 0,29 Prozent aus. Dies zeigen die

Zahlen von Eurotax, die Roland Strilka, Director

of Valuations bei der Autovista Group,

mit seinem Team zusammengetragen hat.

Der Grund dafür ist einfach. «Nennenswerte

Neuzulassungen sind, mit Ausnahme von

Tesla mit den Modellen S und X und vereinzelten

Modellen anderer Hersteller, erst seit

Kurzem zu verzeichnen. Somit sind aktuell

noch relativ junge Fahrzeuge im Bestand,

die erst nach und nach auf den Occasionsmarkt

kommen», heisst es bei Eurotax. Laut

René Mitteregger liegt der Bestand an reinen

Elektrofahrzeugen in der Schweiz zurzeit bei

19 060 zugelassenen Personenwagen. «Das

entspricht bei einem Gesamtbestand von

rund 4,8 Millionen zugelassenen Personenwagen

noch nicht mal 0,4 Prozent.»

Daniel Hablützel ist Geschäftsführer von

Carauktion, dem grössten B2B-Fahrzeugmarkt

der Schweiz. Er spürt damit den Puls

des Occasionsmarkts besonders gut. «Rund

3,3 Prozent der Fahrzeuge, die durchschnittlich

pro Monat in die Auktion kommen,

verfügen über einen Elektro- oder Hybridantrieb»,

sagt Hablützel.

«Auktionsfieber»

Werden E-Fahrzeuge zur Versteigerung

angeboten, werden sie meistens auch ersteigert

«und zwar im Auktionsfieber», sagt

Hablützel. «Aber ganz klar gibt es einzelne

Modelle, die schwieriger zu verkaufen sind.»

Das gelte vor allem dann, wenn Nachfolgebatterien

mit grösseren Reichweiten auf dem

Markt seien.

Bei Eurotax zeigt sich bezüglich Angebotsdauer

ein stark schwankendes Bild.

Dies wegen der geringen Stückzahlen und

dem überproportional hohen Marktanteil

von Tesla, der die Statistik beeinflusse. «Aktuell

beträgt die Angebotsdauer der kürzlich

verkauften beziehungsweise gelöschten E-

Occasionen in der Altersklasse von zwei bis

vier Jahren rund 60 Tage.» Bei den PW dieser

Altersklassen sind es 76 Tage. «Die Standzeiten

der E-Occasionen bewegen sich also

im üblichen Rahmen und sind sogar leicht

tiefer als bei konventionellen Occasionen.»

Grosse Änderungen erwartet Eurotax nicht

das Angebot an E-Occasionen werde mit

der steigenden Nachfrage mithalten können.

René Mitteregger bringt es auf den Punkt:

«Junge Occasionen stehen nur kurz. Ältere

Fahrzeuge der letzten oder gar vorletzten

Generation haben es da schon wesentlich

schwieriger.»

Design als Grund für Wertverlust

Doch sind E-Occasionen im Verhältnis teurer

oder günstiger als konventionelle Autos?

54 April 2019 | AUTOINSIDE


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Dies kann Daniel Hablützel nicht beantworten.

«Die Restwerte bei E-Occasionen sind

sehr abhängig von Modell- und Fahrzeugtyp

und die Anzahl für einen Vergleich noch immer

sehr klein.» Er beobachtet jedoch, dass

neu angebotene Batteriemodelle mit erhöhter

Kapazität respektive Reichweite einen direkten

Einfluss auf den Restwert der Vorgängerversionen

haben.

Markt bestimmt Wert

Laut Eurotax berechnet sich der Wert

von E-Occasionen grundsätzlich gleich wie

bei konventionell angetriebenen PW: «Der

Wert wird auch hier vom Markt bestimmt.»

Ein entscheidende Rolle spielen der Zustand

und die Reichweite der Batterie. Die Neuerungen

bei der Technologie sorgen laut René

Mitteregger denn auch für den grössten

Wertverlust bei E-Fahrzeugen. «Ferner dürfte

auch die hohe Preisdifferenz zu vergleichbaren

Verbrennervarianten auf den Wert von

gebrauchten E-Fahrzeugen drücken.»

Eurotax sieht neben der Batteriereichweite

die technische Weiterentwicklung bei

der Ladegeschwindigkeit als weiteren Grund

für den Wertverlust. «Und natürlich spielen

auch der vor einigen Jahren noch sehr hohe

Anschaffungspreis und das oft unkonventionelle

Design der ersten E-Fahrzeuge eine

bedeutende Rolle.» Käufer von E-Modellen

würden zwar ein modernes, aber doch

deutlich konventionelleres Design bevorzugen.

«Die erste Generation der E-Fahrzeuge

hat also mit einigen Minuspunkten

bezüglich Restwert zu kämpfen im Vergleich

zu den neusten und insbesondere den angekündigten

Modellen.»

Eurotax ist gespannt, wie sich die «einfachere»

Fahrzeugproduktion und die erwarteten

Kostensenkungen bei der Batterie auf die

Neupreise auswirken werden, was wiederum

unmittelbare Auswirkungen auf den Restwert

hat. «Auch Faktoren wie die tieferen Wartungskosten

oder allfällige Förderbeiträge und

die Geschwindigkeit, mit der die Ladeinfrastruktur

aufgebaut wird, können die Restwerte

von E-Occasionen nachhaltig beeinflussen.»

Vorteil Stadt und Agglomeration

Sowohl Eurotax als auch Auto-i-dat gehen

davon aus, dass E-Fahrzeuge künftig

vermehrt auf den Schweizer Strassen anzutreffen

sind. «Dies nur schon, weil ohne

diese Fahrzeuge die CO 2

-Emissionsziele von

95g/km mit Sicherheit nicht erreicht werden

können», sagt René Mitteregger. Beide sind

der Ansicht, die Garagisten sollten sich

dieser Entwicklung nicht verschliessen

und mit E-Occasionen handeln. «Insbesondere

im Stadt- und Agglomerationsbereich,

aber auch auf dem Lande erscheint uns ein

Angebot an E-Occasionen wichtig», heisst

es bei Eurotax. «Jetzt scheint uns ein guter

Zeitpunkt zu sein, um bei den E-Occasionen

aktiv zu werden.»

Das Unternehmen rät zu einem umsichtigen

Vorgehen. Die Garagisten sollen primär dann

aktiv werden, wenn das geschulte Personal, die

Betriebs- und auch die Ladeinfrastruktur in der

jeweiligen Region schon ausreichend verfügbar

beziehungsweise im Aufbau sind. Zudem erwartet

Eurotax von Seiten der Hersteller und

Importeure Initiativen und Vorgaben, um

die Markenhändler bei der Vermarktung von

E-Occasionen zu unterstützen.

Für René Mitteregger ist wichtig, dass die

Garagisten sich gut vorbereiten und genau

wissen, wie sie die Fahrzeuge wieder an den

Mann bringen. «Händler in den Städten, wo

auch bereits eine brauchbare Infrastruktur besteht,

tun sich da sicher leichter.» <

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TECHNOLOGIE/ANTRIEBE

Online-Plattformen

«Kein Hype, sondern ein Trend,

der sich fortsetzen wird»

Neue Antriebstechnologien sind eine Herausforderung nicht nur für die Hersteller und für die Garagisten. Auch die

diversen Handelsplattformen spüren den Wandel, der zwar erst langsam, aber stetig voranschreitet. Sandro Compagno

Daniel Hablützel,

Carauktion.

Noch vor wenigen Jahren gab es Diesel

oder Benzin. Wie verändert die zunehmende

Komplexität und Parallelität der Antriebssysteme

das Geschäftsmodell der Online-

Plattformen?

Daniel Hablützel, Geschäftsführer Car auktion

AG: Neue Technologien stellen höhere Anforderungen

an die Komplexität und erfordert

dementsprechend mehr Transparenz und Informationsgehalt

in der Plattform. Jedoch erhöht sich dadurch auch

die Angebotsvielfalt für die Käufer.

Neue Technologien bringen immer auch Gleichungen mit vielen

Unbekannten mit sich: Wie können Sie den Garagisten in der

Entwicklung von Preisen und Angeboten unterstützen? Beispielsweise

bei gebrauchten E-Fahrzeugen oder im Bereich CNG?

Auf der Auktionsplattform ist die effizienteste Massnahme, transparent

und umfassend zu informieren. Zudem kommt in Kürze mit

dem «Valuecheck» unsere Restwert-App auf den Markt. Mit dieser

App können die aktuellen Marktpreise ermittelt werden.

Wie gross ist die Nachfrage nach Gebrauchten mit alternativen

Antrieben (Elektro, Hybrid, PHEV, CNG)?

Die ist vorhanden. Wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch hier

die «Early Adaptors», die erkannt haben, dass diese Fahrzeuge gut

handelbar sind und man sich mit dem gewonnenen Wissen von den

Mitbewerbern abheben kann. Das Volumen ist zwar steigend vor

allem bei den Elektrofahrzeugen. Es ist im Verhältnis zum gesamten

Umschlagsvolumen aber immer noch klein.

Wie gross ist der Anteil dieser Fahrzeuge auf carauktion.ch?

Der liegt momentan zwischen 3,5 und 4 Prozent. Wobei die Elektround

Hybridfahrzeuge den grössten Anteil ausmachen.

Felix Fröhlich,

leasingmarkt.ch

Noch vor wenigen Jahren gab es Diesel

oder Benzin. Wie verändert die zunehmende

Komplexität und Parallelität der Antriebssysteme

das Geschäftsmodell der Online-

Plattformen?

Felix Fröhlich, Geschäftsführer leasingmarkt.ch:

Die zunehmende Komplexität

macht es für die Endkunden immer schwieriger,

einen umfassenden Überblick zu behalten.

Zusätzlich sind viele Kunden unsicher, da sie nicht wissen, ob beispielsweise

ihr Diesel-Fahrzeug in Zukunft von einem Fahrverbot

betroffen sein könnte. Online-Marktplätze geben den Kunden trans-

parente Vergleichsmöglichkeiten. Plattformen, die sich auf Leasing,

Miete oder Abos spezialisieren, helfen Kunden mobil zu bleiben

ohne eine hohe Investition beim Fahrzeugkauf.

Neue Technologien bringen immer auch Gleichungen mit vielen

Unbekannten mit sich: Wie können Sie den Garagisten in der Entwicklung

von Preisen und Angeboten unterstützen? Beispielsweise

bei gebrauchten E-Fahrzeugen oder im Bereich CNG?

Wir beraten unsere Partnerhändler bei der Erstellung ihrer Angebote,

damit die Inserate für die Endkunden möglichst attraktiv sind und

auch viele Interessenten generieren. Zusätzlich bieten wir ein übersichtliches

Händlercockpit und stellen unterschiedliche Auswertungen

zur Verfügung. Insgesamt ist eine gute Online-Sichtbarkeit in

der heutigen Zeit kaufentscheidend. Dazu gehört es auch, gebrauchte

E- oder CNG-Fahrzeuge nicht nur mit dem Kaufpreis zu inserieren,

sondern auch mit einer attraktiven Leasingrate zu bewerben.

Wie gross ist die Nachfrage nach Gebrauchten mit alternativen Antrieben

(Elektro, Hybrid, PHEV, CNG)?

Es ist wichtig den Kunden zu zeigen, dass Fahrzeuge mit neuen

Technologien und alternativen Antrieben auch bezahlbar sind. Da

kann eine Occasion für viele Interessenten ein guter Einstieg sein.

Natürlich ist die Nachfrage nach den konventionellen Antrieben

noch höher, doch das Verhältnis ändert sich stetig.

Wie gross ist der Anteil dieser Fahrzeuge auf leasingmarkt.ch?

Wir sind letzten Sommer 2018 live gegangen und deshalb noch im

Aufbau. Kurzfristig möchten wir eine grosse Marken- und Modellvielfalt

gewährleisten und sicherlich den Anteil der Fahrzeuge mit alternativen

Antrieben von aktuell nur rund vier Prozent deutlich ausbauen.

Pierre-Alain Regali,

Autoscout 24

Noch vor wenigen Jahren gab es Diesel

oder Benzin. Wie verändert die zunehmende

Komplexität und Parallelität der Antriebssysteme

das Geschäftsmodell der Online-

Plattformen?

Pierre-Alain Regali, Director Autoscout24:

Mobilitäts- und Umweltthemen werden immer

stärker unmittelbar mit Fragen unserer

Lebensqualität heute und in Zukunft verknüpft

und geniessen in der öffentlichen Wahrnehmung einen

immer höheren Stellenwert. Zudem wächst das Angebot an Fahrzeugmodellen

mit alternativem Antrieb spürbar und auch die zunehmende

Reichweite und die Ladeinfrastruktur wirken sich positiv

auf das Interesse aus. Das stärkt die Nachfrage. Im Kontext dieser

wachsenden Nachfrage beispielsweise nach Elektromobilität wollen

56 April 2019 | AUTOINSIDE


TECHNOLOGIE/ANTRIEBE

wir die Wünsche unserer Importeure, Händler und User so bedarfsorientiert

wie möglich erfüllen. Selbstverständlich wollen wir auch

auf Autoscout24 die sich immer stärker differenzierenden User-Bedürfnisse

im Hinblick auf Antriebssysteme abbilden. Dazu entwickeln

wir aktuell mit unserem Partner-Netzwerk neue Lösungen.

Neue Technologien bringen immer auch Gleichungen mit vielen

Unbekannten mit sich: Wie können Sie den Garagisten in der

Entwicklung von Preisen und Angeboten unterstützen? Beispielsweise

bei gebrauchten E-Fahrzeugen oder im Bereich CNG?

Mit dem «Optimizer Pro» hat Autoscout24 kürzlich ein Produkt lanciert,

das Garagisten mithilfe künstlicher Intelligenz zu einem Preis

verhilft, der optimal auf die Markt- und die Nachfragesituation abgestimmt

ist. Mittels sogenanntem «Machine Learning» ermittelt

Autoscout24, gestützt auf die eigene Datenbasis, die über 3,5 Millionen

Fahrzeuge umfasst, Richtwerte für Angebote. Damit erhalten

Garagisten die Möglichkeit, ihre Preisanpassungen flexibel, effizient

und einfach an den Markt anzupassen.

Wie gross ist die Nachfrage nach Gebrauchten mit alternativen

Antrieben (Elektro, Hybrid, PHEV, CNG)?

Die Nachfrage nach Autos mit alternativem Antrieb hat sich in den

letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt und macht bereits über

7 Prozent aller Suchanfragen auf autoscout24.ch aus. Damit sind

Hybrid- und Elektro-Autos bei Herr und Frau Schweizer so beliebt

wie noch nie. Die Statistiken von Autoscout24 zeigen eine kontinuierliche

Zunahme der Suchen nach Öko-Autos über einen Zeitraum

von mehr als zwei Jahren. Damit handelt es sich nicht nur um einen

kurzfristigen Hype, sondern um einen Trend, der sich auch in Zukunft

fortsetzen wird.

Wie gross ist der Anteil dieser Fahrzeuge auf autoscout24.ch?

Das Angebot auf Autoscout24 umfasst aktuell rund 163 000 Neuund

Occasion-Fahrzeuge. Rund 2,6 Prozent aller inserierten Autos

verfügen über einen alternativen Antrieb. Genauer formuliert: Hybrid-Fahrzeuge

1,9 Prozent, Elektro-Fahrzeuge 0,3 Prozent, Gas-,

Bioethanol- und Wasserstoffmotoren 0,4 Prozent. Am meisten vertreten

sind mit 63,8 Prozent Benzin-Antriebe und mit 33,8 Prozent

Diesel-Fahrzeuge.

Victor Sanjuan,

carforyou.ch

Noch vor wenigen Jahren gab es Diesel

oder Benzin. Wie verändert die zunehmende

Komplexität und Parallelität der Antriebssysteme

das Geschäftsmodell der Online-

Plattformen?

Victor Sanjuan, Head of Business Development

carforyou.ch: Unserer Erfahrung

zufolge haben die neuen Optionen wie Hybrid-

und Elektroautos keinen Einfluss auf das

Business-Modell der Online-Fahrzeugplattformen. Wo wir eine Veränderung

sehen, ist beim Informationsinhalt, den wir unseren Plattform-Nutzern

zur Verfügung stellen. Zum Beispiel können wir den

Nutzer dabei unterstützen, die Unterschiede der einzelnen Motor-

Optionen zu verstehen. Auch dann, wenn es um die Vollkosten einer

dieser Varianten geht.

Neue Technologien bringen immer auch Gleichungen mit vielen

Unbekannten mit sich: Wie können Sie den Garagisten in der Entwicklung

von Preisen und Angeboten unterstützen? Beispielsweise

bei gebrauchten E-Fahrzeugen oder im Bereich CNG?

Wir unterstützen die Händler, indem wir gegenüber den Plattform-

Nutzern beim Kauf eines Fahrzeuges transparent sind. Die meisten

Käufer kennen die Kostenunterschiede zwischen der Verwendung

eines Elektrofahrzeuges und eines Benzin-/Diesel-Fahrzeuges nicht.

Auch das Thema Batterie wirft Fragezeichen auf, da sie sich über den

Zustand der Batterie und allfällige Ersatz- oder Verbesserungskosten

im Unklaren sind. Auf diese Transparenz legen wir viel Wert, um

die Händler bei der Preisfestlegung der Fahrzeuge zu unterstützen und

dem Plattform-Nutzer bei seiner Wahl zu helfen.

Wie gross ist die Nachfrage nach Gebrauchten mit alternativen

Antrieben (Elektro, Hybrid, PHEV, CNG)?

Wir sehen, dass die Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen

steigt. Die Nachfrage der Hybridfahrzeuge ist jedoch höher, da sie

weniger Treibstoff verbrauchen als Benzin- und Dieselfahrzeuge und

nicht von Ladestationen abhängig sind. Der Trend hin zu mehr Elektrofahrzeugen

ist klar ersichtlich und wird in naher Zukunft noch

zunehmen.

Wie gross ist der Anteil dieser Fahrzeuge auf carforyou.ch?

Zur Zeit ist auf unserer Fahrzeugplattform der prozentuale Anteil an

Elektro- und Hybridfahrzeugen gering. Unser Fokus liegt momentan

auf dem Occasionsmarkt. Die meisten Elektro- und Hybridfahrzeuge

sind neue und keine Occasionswagen. Allerdings nimmt die Anzahl

dieser Fahrzeuge auf unserer Online-Fahrzeugplattform zu. <

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AUTOINSIDE | April 2019 57


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Fünf Fragen an …

«Wir sind von der Nachfrage

überrascht»

Elektro und Gas: Die Garagisten müssen sich je länger desto mehr mit neuen Technologien auseinandersetzen. Das benötigt

neue Kompetenzen. AUTOINSIDE hat sich bei Anbietern von CNG- und Hochvolt-Lehrgängen umgehört. André Bissegger

Bernward Limacher,

Autef GmbH.

Welche Kompetenzen bezüglich der neuen

Technologien kann man sich bei Ihnen

aneignen?

Bernward Limacher, Partner Autef GmbH:

Im kleinen CNG-Markt führen wir Aufträge für

Importeure, für unsere Mitbewerber und eigene

Trainings durch. Im Hochvolt-Bereich decken

wir nahezu alle Bedürfnisse ab. Das fängt bei

der Arbeitssicherheit an, geht über profundes

Wissen betreffend technischer Ausrüstung, hin zum Service- und Wartungsbereich

und endet beim Mandat von Auto-Strassenhilfe Schweiz

ASS. Hier vermitteln wir die notwendigen Spezialkenntisse für Pannen-

und Bergungsfachleute am Ereignisort. Zudem bieten wir neu zum

Thema Hochvoltfahrzeuge auch eine Studienreise nach Kanada an. Bei

unseren Spezialkursen für Brennstoffzellen vereinen sich dann jeweils

die Hochvolt- und die Gas-Seite.

An wen richten sich die Kurse und was müssen die Teilnehmer

mitbringen?

Die Kurse richten sich an alle Automobilfachleute, die sich Sonderkenntnisse

zu Gas-, Hochvolt- oder Brennstoffzellenfahrzeugen aneignen

wollen oder dies auf Grund von Händlerverträgen müssen. Mitbringen

müssen sie die notwendige Neugier und die Freude an neuen

Technologien. Abgerundet wird das Profil durch eine grosse Portion

Zielstrebigkeit, Selbstdisziplin, Organisationstalent und eine gehörige

Portion Sensibilität für Fragen rund um die Arbeitssicherheit.

Wie beurteilen Sie die Nachfrage nach den Hochvolt- und

CNG-Kursen?

Seit die Politik wegen des Dieselskandals Druck macht und der

Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen will, steigt die Nachfrage

im Hochvolt-Segment enorm. Interessanterweise ist die Nachfrage

an CNG- und LPG-Kursen gleichgeblieben. Amag (CNG), Scania und

Iveco (CNG und LNG) oder Hyundai, das für seine H 2

-Fahrzeuge die

CNG-Ausbildung akzeptiert, setzen nach wie vor auch auf diese Karte.

Was brennt den Kursteilnehmern besonders unter den Nägeln?

Unser Gehirn vergleicht laufend Bekanntes mit Unbekanntem. Bei

neuen Themen ist dem unbedingt Rechnung zu tragen. Nur so werden

sie für die Teilnehmer auch begreifbar. Für sie müssen sich darum

Theorie- und Praxisteile zwingend im Umfeld des Fahrzeugs abspielen.

Welches sind für Sie als Anbieter die grössten Herausforderungen

bei diesen Kursen?

Die grössten Herausforderungen sind für uns die Bedürfnisse und

Fragen der Pannen- und Bergungsfachleute von ASS. Sie setzen sich den

wirklichen Risiken und Gefahren aus. Jedes Ereignis ist einzigartig. Zur

Zeit fehlt es hier wegen der geringen Fahrzeugdichte an genügend Vergleichsbeispielen.

Verständlich, dass da Fragen auftauchen, die verlässliche

Antworten verlangen. In dem Kontext ist die allgemeine Beschaffung

technischer Informationen und von Übungsobjekten zwar immer

noch eine Herausforderung, wird aber plötzlich sekundär.

58 April 2019 | AUTOINSIDE


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

und Wasserfaches (SVGW) explizit verlangt, dass die Teilnehmer über

einen anerkannten Berufsabschluss im Autogewerbe oder einem artverwandten

Beruf verfügen. Gleiches verlangen wir für den Besuch

der Hochvolttrainings. Wer sich im Bereich Service und Unterhalt

an Hochvolt-Fahrzeugen weiterbilden will, muss zudem den Kompetenznachweis

erbringen, dass er sich vorgängig zum Thema «Sicheres

Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen» weitergebildet hat.

Wie beurteilen Sie die Nachfrage nach den Hochvolt- und CNG-Kursen?

Das Thema Hochvolt-Fahrzeuge interessiert unsere Kunden, seit wir

dies anbieten. Das liegt einerseits daran, dass die Technik allgemein

fasziniert, andererseits, dass unsere Kunden grossen Respekt vor diesen

Anlagen haben und sicher daran arbeiten wollen. Im Gas-Bereich

schätzen wir die Situation so ein, dass viele Gasfahrzeuge mittlerweile

nicht mehr durch die Markenvertretungen betreut werden. Deswegen

forderten unsere Kunden in den letzten Jahren vermehrt auch Weiterbildungen

in diesem Segment.

Franz Wey, Hostettler

Autotechnik AG.

Welche Kompetenzen bezüglich der neuen

Technologien kann man sich bei Ihnen

aneignen?

Franz Wey, Leiter Technik und Diagnose

Hostettler Autotechnik AG: Im Bereich

Gas bieten wir unseren Kunden die Basisausbildung

für Gasfahrzeuge und die wiederkehrende

Rezertifizierung für CNG-Fahrzeuge an.

Im Hochvolt-Segment offerieren wir unseren

Kunden schon seit 2011 Trainings, welche die Arbeitssicherheit in

Verbindung mit Hochvolt-Fahrzeugen betreffen, sowie systemtechnische

Trainings zur Arbeitsweise der Hochvolt-Komponenten. Seit

2018 führen wir auch das von Autef entwickelte Training «Service und

Unterhalt an Hochvolt-Fahrzeugen» in unserem Trainingsprogramm.

An wen richten sich die Kurse und was müssen die Teilnehmer

mitbringen?

Die Trainings richten sich an alle unsere Kunden. Für die Zulassung

zu den Gas-Trainings wird vom Schweizerischen Verein des Gas-

Was brennt den Kursteilnehmern besonders unter den Nägeln?

Unsere Kunden interessiert es brennend, wie sich die Elektromobilität

auf das Tagesgeschäft im Reparaturbetrieb auswirken wird.

Zudem sind sie etwas verunsichert. Über die Reparaturtiefe also:

«Was können wir noch reparieren und warten?» und über die Reparaturberechtigung:

«Was dürfen wir noch reparieren?» Hier geistern

sehr viele Halbwahrheiten herum.

Welches sind für Sie als Anbieter die grössten Herausforderungen

bei diesen Kursen?

Wir pflegen mit den Ersatzteil-Lieferanten und Diagnosegeräte-Herstellern

seit Jahren ein gutes und partnerschaftliches Verhältnis. Daher

bestehen im technischen Bereich keine Herausforderungen, die nicht

auch anderswo zu meistern wären. Da wir aus Qualitätsgründen strikt

prüfen, ob die oben erwähnten Bedingungen zur Zulassung erfüllt sind,

stieg der administrative Aufwand. Er hält sich aber immer noch in Grenzen.

Wir sind von der Nachfrage überrascht. Zusätzliche Termine bei

unserem Trainingspartner zu erhalten, war nicht ganz einfach.

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AUTOINSIDE | April 2019 59


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Welche Kompetenzen bezüglich der neuen Technologien

kann man sich bei Ihnen aneignen?

Matthias Krummen, Leiter Management

Services und Kommunikation ESA: Das Schulungs-

und Weiterbildungsangebot der ESA ist

gross und wird im Austausch mit den Garagisten,

Carrossiers und Schulungsanbietern lau-

Matthias Krummen, ESA.

fend den Bedürfnissen des Marktes angepasst.

Der Fokus liegt dabei auf technischen Themen, die den Alltag in der

Werkstatt erleichtern, und im unternehmerischen Bereich. Die meisten

Kurse sind eintägig. Es gibt aber auch zweitägige Schulungen. Dazu gehören

die Zertifikatslehrgänge für den Umgang mit Klimaanlagen sowie

mit Hochvoltsystemen in Elektro- und Hybridfahrzeugen.

An wen richten sich die Kurse und was müssen die Teilnehmer

mitbringen?

Das Angebot richtet sich an das Fachpersonal der Schweizer Garagen

vom Ein-Mann-Betrieb bis hin zu grösseren Mehrmarkengaragen. Je

nach Thema und Kursinhalt sind unterschiedliche Kompetenzen und

Erfahrungen gefragt. Seit einiger Zeit fasst die ESA ihr Schulungsangebot

auf der Onlineplattform mechanixcampus.ch zusammen. Dort können

sich die interessierten Garagisten über die einzelnen Kurse informieren.

Wie beurteilen Sie die Nachfrage nach den Hochvolt- und

CNG-Kursen?

Hochvoltkurse sind momentan sehr gut besucht. Heute muss jeder

Betrieb an Elektro- und Hybridfahrzeugen arbeiten können. Der Kompetenznachweis

für «Sicheres Arbeiten an Hochvoltsystemen in der Fahrzeugtechnik»

ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Das hat sicher einen

Einfluss auf die Nachfrage. Ähnliches gilt auch für die Fachbewilligung

für Kältemittel, die für den beruflichen oder gewerblichen Umgang mit

Kältemitteln vorausgesetzt wird. Ebenfalls eine grosse Nachfrage haben

Kurse, die mit der Digitalisierung in der Fahrzeugtechnik und den immer

komplexeren Assistenzsystemen zusammenhängen.

Was brennt den Kursteilnehmern besonders unter den Nägeln?

Die Herausforderungen durch die technische Entwicklung sind im

Moment so vielfältig, dass es fast nicht möglich ist, für alle aktuellen

Themen gleichzeitig einen Kurs zu besuchen. Das kann zu einer gewissen

Verunsicherung führen. Gute Information über den Nutzen und das

Ziel der einzelnen Kurse ist deshalb besonders wichtig, damit die Garagisten

trotz der vielen Bäume den Wald wieder sehen.

Welches sind für Sie als Anbieter die grössten Herausforderungen

bei diesen Kursen?

Wir sind sehr nahe bei unseren Kunden und passen unser Angebot

laufend den Bedürfnissen an. Die Vorlaufzeit für die Auswahl oder

Organisation von Kursen ist deshalb kürzer geworden. Zudem müssen

auch wir unsere Kompetenz laufend ausbauen, um die Trends richtig

zu interpretieren und mit unseren Partnern zusammen die richtigen

Kurse in hoher Qualität anbieten zu können. Generell besteht eine der

Herausforderungen darin, dass sich für die angebotenen Kurse genügend

Teilnehmer anmelden, damit die Kurse durchgeführt werden können. Es

macht keinen Sinn, dass verschiedene Anbieter den gleichen Kurs anbieten,

diesen dann mangels Teilnehmer aber absagen müssen. Deshalb

arbeiten wir unter anderem auch im Bereich Schulungen eng mit dem

AGVS Schweiz zusammen und haben ihren Kurs zum Thema Hochvolt

auf mechanixcampus.ch aufgeschaltet.

Welche Kompetenzen bezüglich der neuen

Technologien kann man sich bei Ihnen

aneignen?

Markus Peter, Leiter Technik & Umwelt

AGVS: Der AGVS bietet in Zusammenarbeit

mit Electrosuisse Schulungen im Bereich der

Markus Peter, AGVS. Elektromobilität an. Dabei handelt es sich

um einen zweitägigen Kurs mit dem Schwerpunkt

auf Arbeitssicherheit und die praxisbezogene Anwendung im

Zusammenhang mit Hochvolt-Systemen in der Fahrzeugtechnik.

An wen richten sich die Kurse und was müssen die Teilnehmer

mitbringen?

Dieser Kurs richtet sich in erster Linie an Werkstattpersonal, das

sich fit für den sicheren Umgang mit Hochvolt-Systemen in der Fahrzeugtechnik

machen möchte. Idealerweise bringen die Teilnehmer

eine technische Ausbildung in Form eines Abschlusses als Auto- beziehungsweise

Nutzfahrzeugmechaniker, -Elektriker, -Mechatroniker,

oder -Fachmann mit. In Zeiten der Digitalisierung benötigen

die Teilnehmer zudem einen Laptop oder dergleichen, damit sie den

Abschlusstest in elektronischer Form durchführen können.

Wie beurteilen Sie die Nachfrage nach den Hochvolt-Kursen?

Der Kurs stösst auf grosses Interesse, was eine schöne Ausgangslage

darstellt. Dies zeigt, dass sich die Schweizer Garagisten der

technologischen Änderungen bewusst sind und sich auch bezüglich

Arbeitssicherheit auf den neusten Stand bringen möchten.

Was brennt den Kursteilnehmern besonders unter den Nägeln?

Obwohl es sich um einen technischen Kurs handelt, diskutieren

die Teilnehmer oft auch über die Umwelt- und Energiebilanz von Hybrid-

und insbesondere reinen Elektrofahrzeugen. Eine oft gestellte

und auch beantwortete Frage ist zudem, wer welche Arbeiten an

den Hochvolt-Systemen ausführen darf und welches die sinnvollste

Schutzausrüstung darstellt.

Welches sind für Sie als Anbieter die grössten Herausforderungen

bei diesen Kursen?

Wenn bei einem Kurs wie der Hochvolt-Instruktion eine regelmässige

Nachfrage besteht, ist eine der grössten Hürden nämlich

einen ausgeschriebenen Kurs tatsächlich auch durchführen zu können

bereits gemeistert. Von daher haben wir bei diesem Kurs nur

kleinere Herausforderungen, wie zum Beispiel die ausreichende Berücksichtigung

der unterschiedlichen Fahrzeugsegmente, also Personenwagen,

Busse und Lastwagen, zu lösen. Gleichzeitig stellt dies

auch eine Bereicherung für die Kursteilnehmer dar, indem sie sich mit

den Kollegen aus der jeweils anderen Sparte austauschen können. <

60 April 2019 | AUTOINSIDE


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Mit Kennzahlen den Erfolg bei

der Rekrutierung messen

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Es ist nicht einfach, den Erfolg der Personalgewinnung zu messen.

Aber mit relevanten Kennzahlen ist dies machbar. Wir haben für Sie

die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst, mit denen Sie den Erfolg

Ihrer Rekrutierungsprozesse bewerten und vergleichen können.

Diese können eingesetzt werden, um Vergleichswerte zu schaffen,

agil zu bleiben und die eigene Rekrutierung erfolgreich zu verbessern.

• Anzahl an Bewerbungen pro Stelle

Hier wird gemessen, wie viele Bewerbungen für eine offene Stelle

eingegangen sind. Der Wert kann pro einzelne Stelle oder als

Durchschnitt berechnet werden.

• Herkunft der Bewerbungen

Bei dieser Kennzahl wird analysiert, über welche Kanäle die

Bewerbungen am häufigsten eingetreffen. Wichtige Kanäle

können Online-Jobportale, Social Recruiting, Stellenvermittler

oder Active Sourcing sein.

• Herkunft der Rekrutierungen

Diese Kennzahl zeigt auf, wie viele Mitarbeitende über welchen

Rekrutierungskanal eingestellt wurden. Es macht Sinn, dies gleichzeitig

mit der Herkunft der Bewerbungen zu messen, um so zu

eruieren, welche Kanäle verhältnismässig am erfolgreichsten sind.

• Time-to-hire

Bei dieser wichtigen HR-Kennzahl wird berechnet, wie viel Zeit

zwischen dem Beginn der Suche nach einem neuen Mitarbeitenden

bis zur definitiven Einstellung vergeht.

• Zeitspanne der verschiedenen Rekrutierungsetappen

Hier wird gemessen, wie lange die verschiedenen Rekrutierungsetappen

dauern. Zum Beispiel kann ausgewertet werden, wie viel

Zeit zwischen dem Wunsch einer neuen Stelle durch den Manager

und der Veröffentlichung des Stellenangebots oder der Veröffentlichung

des Jobangebots und dem ersten Jobinterview vergeht.

• Jährliche Anzahl an Rekrutierungen

Hier wird die Summe an Rekrutierungen pro Jahr addiert. Wurden

in einem Jahr Stellen abgebaut, so werden diese abgezogen.

• Anzahl an internen Rekrutierungen

Diese Kennzahl misst, wie viele Stellen innerhalb eines Jahres

intern, also durch bestehende Mitarbeitende, besetzt wurden.

• Anzahl an externen Rekrutierungen

Bei dieser Kennzahl wird eine Summe aller Personen, die extern

eingestellt wurden, gebildet.

• Fluktuationsrate

Hier handelt es sich um die Anzahl an Personen, die in einem

definierten Zeitraum vom Unternehmen ausscheiden (freiwillig

oder unfreiwillig). Diese Kennzahl ist enorm wichtig, da Rekrutierungskosten

in einem Unternehmen einen nicht zu vernachlässigenden

Faktor darstellen.

• Mitarbeiterbindung

Hierbei handelt es sich um eine Prozentzahl an Mitarbeitenden,

die nach einer bestimmten Zeit immer noch beim Unternehmen

angestellt sind. Eine hohe Mitarbeiterbindung soll ein wichtiges

Ziel aller Unternehmen sein.

• Kosten pro Rekrutierung

Diese Kennzahl zeigt auf, wie viel die Rekrutierung einer neuen Person

durchschnittlich kostet. Dabei müssen sowohl sämtliche Arbeitsstunden

jener Personen, die in den Rekrutierungsprozess involviert wurden,

als auch die Kosten für die Rekrutierungskanäle und eventuelle

externe Partner wie Stellenvermittler berücksichtigt werden.

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der Schweiz mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und betreibt

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AUTOINSIDE | April 2019 61


TECHNOLOGIE/ANTRIEBE

Gute Laune am Auto-Salon: Pascal Lenzin (links), nationaler Mobilitätskoordinator CNG, und Christoph Schreyer, Leiter Mobilität beim Bundesamt für Energie, nehmen

Platz in einem nicht wirklich serienreifen Fahrzeug.

CNG-Mobilität

Gefangen im Konjunktiv

«CNG wäre der ideale Treibstoff, um die CO 2

-Emissionen im motorisierten Individualverkehr zu senken.» Das Zitat stammt

von François Launaz, Präsident von Auto-Schweiz, und zeigt eines der Probleme dieser ökologisch sinnvollen Alternative

zu Benzin und Diesel. CNG ist gefangen im Konjunktiv. Sandro Compagno

Um beim Konjunktiv zu bleiben: Die Vorteile lägen auf der Hand. CNG

ist sauber, kostengünstig und verlässlich. CNG steht für Compressed

Natural Gas und besteht hauptsächlich aus komprimiertem Methan

(CH 4

). Ein CNG-Antrieb stösst 25 Prozent weniger des schädlichen

Treibhausgases CO 2

aus als ein vergleichbarer Benziner; mit 100 Prozent

Biogas betankt ist er sogar nahezu CO 2

-neutral. Auch Stickoxide

(NO x

) und Feinstaub sind praktisch kein Thema. Rund 145 CNG-

Tankstellen garantieren eine ausreichende Versorgung mit dem

Treibstoff wenn man nicht gerade im Engadin oder im Obergoms

wohnt.

Und die Technologie beruht auf dem Ottomotor, was für die

Garagisten mehrere Vorteile hat: Einerseits beschäftigen sie sich seit

mehr als 100 Jahren mit der Technologie, verfügen dadurch über viel

Know-how und die entsprechende Werkstattausrüstung. Andererseits

verspricht der Ottomotor im Gegensatz zur wartungsarmen E-

Mobilität auch in Zukunft ein stabiles Aftersales-Geschäft.

12 000 CNG-Fahrzeuge in der Schweiz

Und doch: Ende 2018 waren nur rund 12 000 CNG-betriebene Fahrzeuge

in der Schweiz immatrikuliert. «Das wollen wir ändern», verspricht

Pascal Lenzin. Der Berner ist nationaler Mobilitätskoordinator

der regional organisierten Schweizer Gasbranche. Lenzin hat ein

62 April 2019 | AUTOINSIDE


FOKUS TECHNOLOGIE/ANTRIEBE

klares Ziel für 2019: Eine Steigerung der

Absatzzahlen um 25 Prozent auf 1500 Immatrikulationen.

Dabei setzt er vor allem auf Flotten.

«Flotten müssen sich rechnen», erklärt Lenzin.

«Hier ist CNG unschlagbar. Eine CNG-Flotte

rentiert sehr schnell. Sie ist sowohl ökologisch

wie auch ökonomisch sinnvoll.» 2018 hat sich

unter anderen das Telekom-Unternehmen Salt

von den Argumenten für CNG und vor allem

von den TCO (= Total Cost of Ownership)

überzeugen lassen und im April 44 Seat Leon

TGI für ihre Aussendienstmitarbeiter geordert

(AUTOINSIDE berichtete). Diese Zahl zeigt

den zweiten Grund, warum Lenzin derzeit

vor allem auf Flottenkunden fokussiert: Hier

ist der Hebel ungleich grösser als bei Privatkunden.

Vor allem der Volkswagen-Konzern und

Fiat Chrysler setzen auf CNG. Neben Seat

haben auch die VW-Töchter Audi, Skoda und

VW entsprechende Fahrzeuge im Sortiment,

Opel bietet in der Schweiz den Astra mit Erdgas/Biogas-Antrieb

an. Sämtliche hierzulande

angebotenen Fahrzeuge sind bivalent ausgelegt,

das bedeutet, dass der Wagen ausser

mit CNG auch mit normalem Superbenzin gefahren

werden kann.

Im Nutzfahrzeugbereich sind es Scania,

Iveco und (teilweise) Mercedes, die mit CNG-

Fahrzeugen auf dem Schweizer Markt präsent

sind.

Am Auto-Salon stellte die Schweizer Gasbranche

in Halle 6 einige der derzeit verfügbaren

PW-Modelle aus darunter auch

einen jener Seat, mit denen die Salt-Aussendienstmitarbeiter

derzeit unterwegs sind.

Pascal Lenzin war zum Zeitpunkt des Salons

mit verschiedenen grösseren Unternehmen

in Verhandlungen, will aber keine Namen

nennen. «Spruchreif ist noch nichts. Was ich

sagen kann: Wir sprechen hier von Verträgen

über die Lieferung von einigen hundert Fahrzeugen.»

1200 CNG-Fahrzeuge wurden 2018 in der

Schweiz neuimmatrikuliert. Es hätten mehr

sein können, doch Verzögerungen im Zuge

der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren

WLTP (Worldwide Harmonized

Light-Duty Vehicles Test Procedures) trafen

gerade die CNG-Fahrzeuge besonders hart.

Der Volkswagen-Konzern, der 2017 und

2018 zahlreiche neue Modelle mit dem alternativen

Antrieb auf den Markt gebracht

hatte, sorgte aufgrund der Engpässe für eine

beschleunigte Zertifizierung seiner Volumenmodelle.

«Dafür wurden jene Varianten

vernachlässigt, die weniger oft gekauft

werden», erklärte Auto-Professor Ferdinand

Dudenhöffer im August 2018 gegenüber der

«Luzerner Zeitung». Und dabei handelte es

sich auch um CNG-Fahrzeuge.

Befreiung von der Mineralölsteuer

CNG profitiert in der Schweiz von Steuerermässigungen,

was den Treibstoff kostengünstiger

als Benzin und Diesel macht. Das

ist nicht nur für die Flottenmanager, sondern

auch für den Endkonsumenten ein Argument.

Während beispielsweise in Deutschland die

CNG-Mobilität noch bis 2026 von solchen

Steuerermässigungen profitiert, endet dieses

Privileg in der Schweiz nächstes Jahr. Wie es

danach weitergeht und ob die steuerlichen

Vorteile über 2020 hinaus gewährt werden,

ist noch offen. Bundesbern setzt aktuell stark

auf den Ausbau der Elektromobilität, um die

angestrebten CO 2

-Ziele zu erreichen. Es ist zu

hoffen, dass diese Bevorzugung der E-Mobilität

nicht dazu führt, dass einer sinnvollen,

bewährten und sicheren Technologie der

Stecker gezogen wird. <

Die aktuelle Modellpalette

mit CNG-Antrieb

nach Effizienzklassen

A+

Audi A3 Sportback g-tron

Audi A4 Avant g-tron

Audi A5 Sportback g-tron

Fiat Doblo Natural Power

Seat Ibiza TGI

Seat Leon ST TGI Evo

Skoda Citigo G-TEC

Skoda Octavia G-TEC

VW eco up!

VW Polo TGI

A

Fiat Panda Natural Power

Seat Arona TGI

Seat Mii Ecofuel

Seat Leon TGI Evo

Skoda Scala G-Tec (Ende 2019)

VW Caddy TGI

VW Caddy Maxi TGI

VW Golf TGI BlueMotion

B

Fiat Doblo Cargo Natural Power

Fiat Fiorino Natural Power

Fiat Qubo Natural Power

Opel Astra ECOTEC CNG

Opel Astra Sports Tourer ECOTEC CNG

C

Fiat Ducato Natural Power

Schwerpunktthema 2019

Vertrauenssache.

Der Garagist als

Mobilitätspartner.

Skoda hat unmittelbar vor dem Auto-Salon

in Genf angekündigt, auch den Kamiq mit

CNG-Antrieb auf den Markt zu bringen.

AUTOINSIDE | April 2019 63


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE FOKUS

Der Weg des Erdgases von den Förderstätten

bis zu den Verbrauchern.

Weniger CO 2 dank Gasantrieb

Sind eigentlich Personenwagen, die mit CNG und LPG betrieben werden, umweltfreundlicher als konventionelle Diesel- oder

Benzinfahrzeuge? Wir schauen bei den gasförmigen Treibstoffen und den Gasfahrzeugen näher hin. Bruno Sinzig, auto&wissen

Derzeit dürfen in der Schweiz erstmals zum Verkehr zugelassene

Personenwagen (PW) durchschnittlich pro Kilometer 130 Gramm CO 2

(Kohlendioxid) emittieren. Erhoben wird dieser Wert aufgrund des sogenannten

Flottenverbrauchs.

Der Bundesrat schlägt in seiner Energiestrategie 2050 vor, den

CO 2

-Ausstoss von neu immatrikulierten PW parallel zur EU weiter zu

senken. Nach den EU-Zielvorgaben dürfen Personenwagen ab 2020

(durchschnittlich) nur noch 95 Gramm CO 2

pro Kilometer ausstossen.

Da in der Schweiz oftmals leistungsstarke Fahrzeuge gekauft werden,

sind die Importeure, die über eine grosse Modellpalette verfügen,

sehr daran interessiert, den Anteil an Fahrzeugen mit geringen CO 2

-

Emissionen möglichst gross zu halten. Denn deshalb der Begriff Flottenverbrauch

die Importeure können Personenwagen mit CO 2

-Emissionen

über der flottenspezifischen Zielvorgabe mit PW kompensieren, deren

CO 2

-Emissionen unter der Zielvorgabe liegen.

Der Automobilindustrie bleibt es überlassen, Fahrzeuge zu entwickeln

und anzubieten, die diese Vorgaben erfüllen. Übersteigen die

durchschnittlichen Emissionen den Zielwert, drohen happige Bussen.

Verringerung der Emissionen

Mit gasbetriebenen Fahrzeugen lassen sich gegenüber den konventionellen

Benzin- oder Dieselfahrzeugen neben dem CO 2

-Ausstoss

auch die Stickoxid- und Partikelemissionen reduzieren. Dabei kommen

zwei Arten von Gas zum Einsatz:

• Erdgas/Biogas, auch Compressed Natural Gas (CNG) genannt, und

• Liquefied Petroleum Gas (LPG), bisweilen auch als Flüssiggas oder

Autogas bezeichnet.

Weil derzeit in der Schweiz vorwiegend CNG-Fahrzeuge eingesetzt

werden, konzentrieren wir uns auf diese Treibstoffart. Der Motor dieser

Fahrzeuge entspricht einem herkömmlichen Ottomotor. Anstatt eines

Benzin-Luft-Gemischs wird in den Zylindern jedoch ein aufbereitetes

CNG-Luft-Gemisch verbrannt.

Hauptbestandteil Methan

Erdgas ist ein fossiles, farb- und in der Regel geruchloses, brennbares

Gasgemisch aus unterirdischen Lagerstätten. Es ist ein Gemisch

aus verschiedenen Gasen, dessen Hauptbestandteil Methan (CH 4

) ist.

Diese Verbindung (Molekül) besteht jeweils aus einem Kohlenstoffund

vier Wasserstoffatomen.

Erdgas/Biogas aus dem bestehenden Erdgasnetz wird an den Tankstellen

in der Regel ein wenig abseits der Benzin- oder Dieseltankanlage

komprimiert und steht danach den Fahrzeugen zur Verfügung.

Es stellt zudem einen wichtigen Energieträger im Haushaltsbereich dar.

Aufgrund des (unterschiedlichen) Methananteils wird Erdgas

manchmal in so genanntes H-Gas (High-Gas) oder L-Gas (Low-Gas)

eingestuft. Beim H-Gas liegt der Methananteil über 87 Prozent, beim

L-Gas liegt der Methananteil unter 87 Prozent.

Weil dem Erdgas in der Schweiz rund 20 Prozent klimaneutrales

Biogas aus Abfallverwertungsanlagen beigemischt wird, schneiden

CNG-Fahrzeuge im Lebensdauervergleich bezüglich der CO 2

-Emission

noch besser als die an sich sehr effizienten Dieselfahrzeuge ab (Bild 4).

Bei atmosphärischem Normaldruck (1013,25 hPa ≈ 1 bar) besitzt

reines Erdgas beispielsweise im Vergleich mit Dieseltreibstoff eine sehr

geringe Energiedichte. Der volumetrische Heizwert beträgt beim Gas

rund 0,03636 MJ/Liter, derweil es beim Diesel rund 35,83 MJ/Liter sind.

Der Energiegehalt des flüssigen Treibstoffs ist somit ungefähr 1000-

mal grösser. Um eine ausreichende Energiemenge in einem vertretbaren

Volumen im Fahrzeug mitführen zu können, wird das Gas deshalb

auf etwa 200 bar verdichtet (CNG = Compressed Natural Gas). Es muss

überdies berücksichtigt werden, dass das Biogas gegenüber dem reinen

Erdgas einen kleineren Heizwert besitzt, der Energiegehalt dieses Gasgemischs

daher entsprechend kleiner ist.

Energiegehalt

Ein direkter Vergleich zwischen den Durchschnittsverbräuchen

von CNG und den konventionellen Treibstoffen ist nicht möglich, da

Erdgas/Biogas als Treibstoff in Kilogramm bemessen und verkauft

wird. Aufgrund des Energiegehalts können die drei Treibstoffe jedoch

einander gegenübergestellt werden (Bild 3).

Verbraucht ein Gasfahrzeug zum Beispiel 5 kg CNG auf

100 km, so entspräche dies einem Verbrauch von 7,35 l Benzin oder

entsprechend 6,75 l Dieseltreibstoff auf 100 km.

Im Gasbetrieb läuft die Verbrennung im Vergleich mit derjenigen

im Dieselmotor langsamer und somit «weicher» ab. Man geht davon

aus, dass bei gleichen Bedingungen Gasmotoren um etwa die Hälfte

leiser sind als Dieselmotoren.

Während Tankstellenbenzin in der Regel eine Oktanzahl von 95

bis 100 (ROZ) aufweist, besticht Erdgas/Biogas mit einer Klopffestig-

64 April 2019 | AUTOINSIDE


FOKUS TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

keit von mehr als 130 Oktan. Ein optimal auf CNG abgestimmter Hubkolbenmotor

dieser kann gegenüber dem Ottomotor dank der hohen

Oktanzahl höher verdichtet werden gibt somit eine markant höhere

Leistung ab. Eine Einschränkung besteht jedoch darin, dass reine CNG-

Motoren bei tiefen Temperaturen nicht praxistauglich sind. In den derzeitigen

Fahrzeugen werden deshalb jeweils Motoren verbaut, welche

insbesondere bei niedrigen Temperaturen mit Benzin gestartet

werden. Daher sind diese bezüglich des Verdichtungsverhältnisses

auf den Benzinbetrieb ausgelegt, weshalb das Leistungspotenzial

nicht voll ausgeschöpft werden kann.

Mit aufgeladenen Benzinmotoren ist zumindest zum Teil eine

Lösung dieses Zielkonflikts möglich. Im CNG-Betrieb kann nämlich

gegenüber dem Betrieb mit Benzin mit höherem Ladedruck gefahren

werden, da die höhere Oktanzahl von Erdgas/Biogas verhindert, dass

der Motor zu klopfen beginnt. Erzielt werden dadurch ein besserer

Wirkungsgrad und demzufolge eine höhere Motorleistung.

Bivalent und monovalent

CNG-Fahrzeuge gibt es in zwei Ausführungen:

• Bivalente Fahrzeuge (auch bifuel genannt) können sowohl mit Erdgas/Biogas

als auch mit Benzin betrieben werden. Durch Betätigen

eines Schalters oder automatisch kann der Betrieb zwischen

den zwei Treibstoffen jederzeit gewechselt werden. Dadurch ist

die Reichweite der Fahrzeuge vergleichbar mit derjenigen von konventionell

angetriebenen Personenwagen.

• Monovalente Fahrzeuge (monofuel) werden grundsätzlich mit

komprimiertem Erdgas/Biogas betrieben. Die Motoren bei monovalenten

Fahrzeugen sind auf den CNG-Betrieb technisch besser

abgestimmt. Sie zeichnen sich durch optimierten Treibstoffverbrauch

und geringere Schadstoffemissionen aus.

Eher verwirrend ist der Umstand, dass Fahrzeuge auch als monovalent

bezeichnet werden können, obwohl sie zum Teil ebenfalls mit

Benzin betrieben werden. Vorausgesetzt wird dabei, dass der Benzintank

ein Fassungsvermögen von höchstens 15 Liter Benzin aufweist. Unter

Umständen wird diese Konfiguration als «monovalent-plus» bezeichnet.

Mittlerweile ist es möglich, Erdgas auch synthetisch zu erzeugen.

Paradebeispiel ist das Verfahren, das von Audi in der (derzeit) weltweit

grössten Power-to-Gas-Anlage im emsländischen Werlte (D) angewendet

wird. Mit «überschüssiger» elektrischer Energie wird in einem ersten

Schritt durch Elektrolyse Wasserstoffgas erzeugt, welches danach mithilfe

von CO 2

so genannt «methanisiert» und anschliessend ins Erdgasnetz

eingespeist wird. Diese Treibstoffart erlaubt einen höchst CO 2

-effizienten

Fahrbetrieb (Bild 4 / Gasfahrzeug [erneuerbar]). <

Bild 2: Die Eigenschaften des in der Schweiz verteilten reinen Erdgases (Jahresmittelwerte).

Bild 5: Das Tankmodul des Audi A4-g-tron mit

dem Benzintank (A) und den Gasbehältern.

Bild 3: So genanntes Benzin- oder Diesel-Äquivalent von

Erdgas (in Kilogramm und Liter).

Bild 4: Die gesamten CO 2

-Emissionen bei einer Fahrleistung von 160 000 Kilometern (der sogenannte Life-Cycle: von

der Herstellung bis zur Entsorgung).

Möchten Sie noch mehr Lesestoff in dieser

Richtung? Dann sind Sie bei der Fachzeitschrift

«auto&wissen» an der richtigen Adresse.

AUTOINSIDE | April 2019 65


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Verkaufsargumente für den Diesel

Dieselautos: grössere Reichweite

und sauberer als vorgeschrieben

Vom «leuchtenden Stern am Autohimmel» zum «Prügelknaben am Pranger»: Die Verkäufer von Dieselautos haben

es momentan nicht leicht vor allem bei Occasionen. Viele Kunden sind verunsichert. AUTOINSIDE liefert Verkaufsargumente

für den Selbstzünder. André Bissegger

Im Jahr 2018 waren laut dem Bundesamt für

Statistik (BfS) knapp 1,4 Millionen Diesel-

Personenwagen auf den Schweizer Strassen

unterwegs. Von den 4,6 Millionen PW war

damit fast jeder Dritte ein Diesel. Es ist noch

nicht so lange her, da wurden sie in der Öffentlichkeit

als «leuchtender Stern am Autohimmel»

bezeichnet. Doch der Abgasskandal

um manipulierte Emissionen und verschiedene

Fahrverbote in deutschen Städten setzten

der Beliebtheit der Selbstzünder stark zu

sie wurden «zum Prügelknaben am Pranger».

Der Marktanteil von erstmals zugelassenen

Dieselfahrzeugen in der Schweiz und

im Fürstentum Liechtenstein sank von einst

rund 39 Prozent bis Ende 2018 auf knapp 30

Prozent. Immerhin scheint sich der Absatz

nun stabilisiert zu haben.

Trotzdem: Die Angst und Unsicherheit

der Kunden erschweren den Verkauf von Occasions-

und Neuwagen. Dabei gibt es nach

wie vor gute Gründe, die für den Kauf eines

Selbstzünders sprechen: <

Es gibt viele Gründe, die noch immer für den Kauf eines Diesel-Fahrzeugs sprechen.

1. Mehr Effizienz

Dieselmotoren sind effizienter als Benziner: Einerseits

wird der im Diesel enthaltene Kohlenstoff

besser genutzt. So kann der Diesel 42 Prozent

der Energie aus dem Treibstoff in Bewegung

umwandeln beim Benzin sind es 37 Prozent.

Andererseits verbraucht er weniger Kraftstoff

und stösst dadurch weniger CO 2

aus als ein

Benzinmotor.

2. Grössere Reichweite

Fahrzeuge, die mit einem Dieselmotor

unterwegs sind, haben gegenüber dem

gleichen Modell mit einem Benzinmotor

und gleich grossem Tank die grössere

Reichweite. Der Diesel verbraucht auf

100 Kilometer bis zu 20 Prozent

weniger Treibstoff.

3. Ideal für Vielfahrer

Zwar waren Dieselautos bislang in der Anschaffung

teurer als vergleichbare Benzinmodelle und der Liter

Diesel kostet zumindest in der Schweiz ebenfalls

mehr als Benzin. Aufgrund seiner Sparsamkeit ist der

Dieselmotor jedoch ideal für Vielfahrer vor allem, wenn

sie oft auf Autobahnen unterwegs sind. Wer jährlich

über 10 000 Kilometer zurücklegt, fährt mit einem Diesel

besser.

4. Sauberer als vorgeschrieben

Die aktuellen Euro-6d-Temp-Fahrzeuge stossen kaum Stickoxide (NO X

)

aus sowohl im Labor als auch auf der Strasse. Dies zeigt der aktuelle

ADAC-Ecotest. Der deutsche Automobil-Club stattete verschiedene

Modelle mit einem mobilen PEMS-Messgerät aus und prüfte sie im

Rahmen einer RDE-Messung. Fazit: Die Dieselautos liegen deutlich unter

dem geltenden Euro-6-Laborgrenzwert von 80mg NO X

pro Kilometer.

Die meisten Modelle übertrafen nicht einmal die 50-Milligramm-Grenze.

5. Keine Schweizer Fahrverbote in Sicht

Während in einigen deutschen Städten für ältere Diesel- und Benzinautos

ein Fahrverbot gilt, müssen Schweizer Automobilisten keine

Angst haben (siehe Interview). Dies ist gerade auch für Verkäufer von

Occasionsautos eine gute Nachricht. Zudem hat die Euro 6-Norm den

Euro 5-Standard für Neufahrzeuge im September 2014 abgelöst. Damit

drohen gerade jüngeren Occasionen selbst in deutschen Innenstädten

keine Probleme.

66 April 2019 | AUTOINSIDE


TECHNOLOGIE / ANTRIEBE

Fahrverbote

«Ist auf Bundesebene kein Thema»

Lukas Reinhardt, TCS-Mediensprecher, kennt die aktuelle Situation bezüglich Fahrverboten in der Schweiz.

Herr Reinhardt, wie steht es um das Fahrverbot

für ältere Diesel-Fahrzeuge in Genf?

Lukas Reinhardt: Genf ist derzeit der einzige

Kanton, der die gesetzlichen Grundlagen

für ein befristetes Dieselfahrverbot geschaffen

hat. Die Genfer Sektionen der Astag und

des TCS haben gegen das Gesetz Rekurs

eingelegt, da das Vorhaben gegen Bundesrecht

und die Wirtschaftsfreiheit verstösst. Die

Kompetenz für die Einführung von Umweltplaketten

liegt allein beim Bund und nicht

bei den Kantonen.

Wie sieht es auf Bundesebene aus?

Die Schaffung von Umweltzonen ist auf

Bundesebene kein Thema. Dies hat die damalige

Bundesrätin Doris Leuthard 2017 in

einem Brief an die Genfer Regierung klar gemacht.

Eine entsprechende Vernehmlassung

2010 hat gezeigt, dass die grosse Mehrheit

(auch der Kantone) Umweltzonen ablehnt.

Einem hohen Verwaltungsaufwand steht keine

messbare Wirkung gegenüber. Zudem könnte

ein solches System kontraproduktiv sein, da es

zu Umfahrungsverkehr führen dürfte.

Wie ist die Einschätzung des TCS: Wird es

in Zukunft zu Fahrverboten in der Schweiz

kommen?

Die Forderung nach Dieselfahrverboten in

Lukas Reinhardt.

der Schweiz ist reiner Populismus. Denn die Situation

hierzulande ist nicht mit Deutschland

vergleichbar. Die NO X

-Grenzwerte werden in

der Schweiz weitgehend eingehalten und dies

trotz tieferem Grenzwert (30 Mikrogramm/

m 3 ) als in Deutschland (40 Mikrogramm/m 3 ).

Würde in der Schweiz derselbe Grenzwert wie

in Deutschland gelten, gäbe es in der Schweiz

kaum Grenzwertüberschreitungen.

Warum bringt ein solches Fahrverbot nichts?

Bei Stickoxid-Emissionen liegt der PW-Anteil

nicht einmal bei 20 Prozent der Gesamtemissionen.

Wenn nun wie beispielsweise in

Genf für einen Teil der Dieselfahrzeuge ein

befristetes oder auch dauerhaftes Fahrverbot

ausgesprochen wird, macht dies auf die Gesamtemissionen

so wenig aus, dass bei den Immissionen

kein Unterschied mehr spürbar ist. <

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BILDUNG

Eidgenössisch diplomierte Betriebswirtin im Automobilgewerbe

«Grüezi Fröllein, kann ich

mit dem Chef sprechen?»

KV-Abschluss und Berufsmatur mit 19, Teilhaberin mit 26, selbstständige Unternehmerin mit 30 Jahren: Die Biografie von

Yasmin Bürgi hat es in sich. Mit Optimismus und einer grossen Portion Gelassenheit nimmt die diplomierte Betriebswirtin

die Zukunft ihres Betriebs in die Hand. Sandro Compagno

an der Handelsschule KV Aarau. «Ich sah die Inhalte und sagte mir:

‹Genial! Das ist genau das, was ich brauche.›»

Sie schätzte einerseits die Atmosphäre in der Klasse («Wir

haben alle noch Kontakt.»), aber auch das breit gefächerte Angebot

des viersemestrigen Lehrgangs. Dabei ging es nicht einmal

nur um Fächer wie Personalführung («Da konnte ich wohl am

meisten mitnehmen.»), Recht («Es hilft, Bescheid zu wissen, was im

Obligationenrecht steht und was nicht.») oder Marketing («Ich habe

kein schriftliches Marketingkonzept, aber ich weiss, was ich tue.»)

der Lehrgang habe ihr vor allem Selbstvertrauen gegeben: «Ich erlebe

immer wieder, dass Kunden in die Garage kommen, mich sehen und

fragen, wo der Chef sei.»

Diplomierte Betriebswirtin und Jungunternehmerin Yasmin Bürgi.

City Garage GmbH steht in grossen Lettern am Geschäftshaus im

Aarauer Telli-Quartier. Yasmin Bürgi lächelt etwas schüchtern,

während sie sich fürs Foto an die grosse Nissan-Stele vor dem Haus

lehnt. Im Jahr 2014 stieg die heute 31-Jährige zur Teilhaberin von

Firmeninhaber Max Fricker auf, seit einem guten Jahr trägt sie als

Inhaberin die alleinige Verantwortung für den Kleinbetrieb mit fünf

Mitarbeitenden.

«Max fragte mich bei jedem Mitarbeitergespräch, ob ich

als Teilhaberin einsteigen möchte», erinnert sie sich lachend an

die Zusammenarbeit mit dem Patron und Vorgänger. Dabei war ihr

Start ins Autogewerbe durchaus holprig verlaufen. Nach der Lehrabschlussprüfung

begann sie bei der City Garage als kaufmännische

Angestellte und kümmerte sich dazu um die Hertz-Autovermietung.

Zwei Monate später zog sich Hertz vom Standort zurück: «50 Prozent

meiner Arbeit waren damit weg.» Max Fricker hatte eine Idee: Sie

solle es mit dem Autoverkauf versuchen, riet er seiner jungen Mitarbeiterin.

«Dabei hatte ich überhaupt keine Ahnung von Autos!»

AGVS-Lehrgang Autoverkaufsberater

Dafür aber einen AGVS-Lehrgang später hatte sie Ahnung

vom Verkaufen. «In der Schweiz sind weder Marke noch Preis die

entscheidenden Kriterien. Wichtiger ist die Persönlichkeit des Verkaufsberaters»,

weiss Yasmin Bürgi heute. Mit 26 Jahren, nach der

Akquisition von Avis, zahlreichen verkauften Nissans und einem erneuten

Mitarbeitergespräch, entschied sie sich, in die Firma einzusteigen.

Auf der Suche nach einer Weiterbildungsmöglichkeit stiess

sie auf den Lehrgang «Betriebswirt/-in im Automobilgewerbe HFP»

Der Chef ist jung, blond, weiblich

Der Chef ist jung und weiblich. Noch immer die grosse Ausnahme

im Schweizer Autogewerbe. Und der Chef fährt ein Elektro-Fahrzeug!

Als Nissan-Vertreterin hat sie sich für den Leaf entschieden,

mit 380 000 verkauften Exemplaren der weltweit meistverkaufte Stromer.

«Ein tolles Fahrzeug», sagt Yasmin Bürgi, die der Herausforderung

Elektromobilität mit viel Zuversicht entgegenblickt. «Heute verrechnen

wir bei einem Service vor allem Material und etwas Arbeit.

Bei Elektrofahrzeugen müssen wir weniger Teile auswechseln, dafür

nehmen die Arbeitsstunden durch die vielen Kontrollen zu. Und als

Garagisten verdienen wir vor allem an den verrechneten Stunden.»

Im Herbst 2017 schloss die Jung-Unternehmerin ihr Studium zur

eidgenössisch diplomierten Betriebswirtin im Automobilgewerbe

als Beste ihres Jahrgangs ab. Unterstützung habe sie von einem

«megastarken Team» und in ihrem persönlichen Umfeld gefunden.

Mittlerweile bleibt neben der Geschäftsleitung sogar wieder Zeit für

Hobbys, Yasmin Bürgi ist eine passionierte Tänzerin.

In ihrer Garage gibt sie heute den Takt und die Melodie vor. Dabei

ist Yasmin Bürgis Blick in die Zukunft frei von Träumereien und

Romantik; sie blickt zuversichtlich, aber auch mit einer gesunden

Portion Realismus auf das, was noch kommen wird: «In welcher

Branche hat man schon die Gewissheit, was man in 20 Jahren

macht?» Ihre beruflichen Ziele definiert sie bescheiden: «Ich will

nicht wachsen. Ich möchte den Betrieb stabil halten und in der Lage

sein, meinen Mitarbeitern regelmässig und pünktlich die Löhne zu

überweisen. Wenn Ende Jahr ein kleiner Gewinn rausschaut, dann

bin ich happy.» <

68 April 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

In vier Semestern zum

Unternehmer reifen

Dauer: vier Semester in neun Modulen (berufsbegleitend)

Abschluss:

Dipl. Betriebswirt/in im Automobilgewerbe

Inhalte: Die Ausbildung zum eidgenössisch

diplomierten Betriebswirt respektive zur eidgenössisch

diplomierten Betriebswirtin im Automobilgewerbe

tangiert die Bereiche Finanzwesen, Recht,

Personalführung, Marketing, Handel von Neu- und

Occasionsfahrzeugen, Kundendienst, Werkstätten,

Ersatzteilhandel und Administration.

Lernziele: Die Absolventen erarbeiten sich das Rüstzeug,

um Unternehmensstrategien festzulegen, die

Finanzen und das Controlling ihrer Garage zu steuern,

Produkte und Dienstleistungen zu positionieren, den

Infrastrukturbedarf (inklusive EDV) zu analysieren,

das interne Pflichtenheft zu verfassen, die Prozesse

im Unternehmen zu managen und Erfolgskontrollen

durchzuführen.

Zulassungsvoraussetzungen: Zur Abschlussprüfung

wird zugelassen, wer über einen eidgenössischen

Fachausweis im Automobilgewerbe oder einen von

der Qualitätssicherungskommission anerkannten

gleichwertigen Abschluss verfügt. Zudem müssen

Kandidierende nach dem Erwerb des Fachausweises

und zum Zeitpunkt des Anmeldeschlusses zwei Jahre

Praxiserfahrung nachweisen können und über die

erforderlichen Modulabschlüsse verfügen.

Weitere Infos unter:

www.autoberufe.ch/de/node/23609

«Marke und Preis sind sekundär»: Privat fährt Garagistin Yasmin Bürgi mit dem Nissan Leaf das

meistverkaufte Elektrofahrzeug der Welt.

«Nichts ist mehr so, wie es einmal war»

Peter Baschnagel,

Präsident QSK-HFP

Herr Baschnagel, welche Eigenschaften muss

ein angehender Betriebswirt beziehungsweise

eine angehende Betriebswirtin im Automobilgewerbe

mitbringen?

Peter Baschnagel: Die Lehrgangsteilnehmer/

innen müssen eine hohe Leistungsbereitschaft

mitbringen. Sowohl die Modulprüfungen als auch

die vernetzte Schlussprüfung sind anspruchsvoll.

Die Erfahrung zeigt aber, dass diejenigen,

die bereit sind, sich intensiv zu engagieren und

auch einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit zum

Studium verwenden, mit hoher Wahrscheinlichkeit

mit dem Diplom ausgezeichnet werden.

Sie haben mehrfach betont, dass es die höhere Berufsbildung im Automobilgewerbe

in sich hat und das gut sei. Worauf müssen sich die

Interessenten für diesen viersemestrigen Lehrgang gefasst machen?

Es stimmt, dass es die höhere Fachprüfung in sich hat. Dies deshalb, weil

es die Anforderungen an den Unternehmer ebenfalls in sich haben. Es

wird nichts Unnötiges vermittelt. Die Teilnehmer müssen engagiert am

Unterricht teilnehmen und sich anhand der Lehrgangsdokumente diese

sind beim AGVS erhältlich jederzeit Rechenschaft ablegen, ob sie alles

verstanden haben. Die Kursteilnahme allein ist keine Erfolgsgarantie.

Welche Zukunftsaussichten eröffnen sich den Absolventen

des Lehrgangs?

Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Unser Gewerbe befindet sich in

einem fundamentalen Wandel. Um die Herausforderungen der Zukunft

zu meistern, brauchen wir Unternehmer und leitende Mitarbeiter, die

bereit sind, sich das dafür notwendige Rüstzeug anzueignen, die sich auf

ein hervorragendes Grundwissen stützen können und denen ein praxisorientiertes

Handeln nicht fern ist. Diese Basis schaffen wir mit dem

Lehr gang zum diplomierten Betriebswirt im Automobilgewerbe. Die Absolventen

werden in die Lage versetzt, autogewerbliche Unternehmungen

selbstständig erfolgreich zu führen. Sie wirken als Geschäftsführer oder

in Teilbereichen wie Finanzen, Autohandel, After-Sales, Personal. Sie

werden während der Ausbildung mit allen möglichen Facetten konfron tiert.

Dadurch werden sie befähigt, ihr Handeln konsequent an den Anforderungen

des Marktes auszurichten.

Und welche Perspektiven eröffnen die Betriebswirte ihren Arbeitgebern,

den Garagisten?

Die Garagisten erhalten Führungskräfte, denen sie auf Augenhöhe begegnen

können. Man weiss sofort, wovon man redet. Bei einem Führungsgespräch

kommt man direkt auf den Punkt. Es braucht kein langatmiges

Einführungsgespräch. Die Betriebswirte wissen, mit welchen Massnahmen

sie die von ihnen geforderten Ziele erreichen können. <

AUTOINSIDE | April 2019 69


BILDUNG

Höhere Berufsbildung

«Wenn Jugendliche kein Angebot finden,

sinkt das Interesse an unserer Branche»

Ab 2020 haben in der Schweiz mehr Personen einen Tertiärabschluss als einen Sekundar-II-Abschluss im Ausbildungsrucksack.

Ist die Schweiz bald ein Land der Hochgebildeten? Wird sich der Fachkräftemangel in den Grundbildungen

des Autogewerbes verschärfen? Braucht es in den zunehmend digitaleren Garagen neue Berufsbilder? Olivier Maeder,

Geschäftsleitungsmitglied und Bildungsverantwortlicher beim AGVS, sagt im Interview, wie der Schweizer Garagistenverband

diese Mammutaufgaben langzeitig vorspurt. Tatjana Kistler

Herr Maeder, die nationalrätliche Bildungskommission sagt voraus,

dass nächstes Jahr mehr Leute über einen tertiären Abschluss verfügen

als über einen Sekundarschul-II-Abschluss. Eine Entwicklung,

die dem AGVS auf den Magen schlägt?

Olivier Maeder: Nein. Einerseits wissen wir aus den Megatrends, welche

die Basis für das Leitbild «Berufsbildung 2030» darstellen, dass die

Tertiärabschlüsse markant zunehmen werden. Andererseits erleben wir

auch in unserer Branche durch den rasanten Technologiefortschritt

eine zunehmende Komplexität der Automobile. Dadurch wird das Anspruchsniveau

an die Fachkräfte auch im Automobilgewerbe erhöht.

Was bedeutet die zunehmende Zahl Tertiärabschlüsse fürs Autogewerbe

und wie fangen Sie diesen Trend auf?

Die Bedeutung der höheren Berufsbildung für die persönliche

berufliche Entwicklung wird weiter zunehmen. Weiterbildung ist

ein Wachstumsmarkt. Die Attraktivität eines Berufsfelds, die massgebend

durch berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten bestimmt

wird, ist zunehmend wichtig für die Gewinnung von Fachkräften.

Ein breites und aktuelles Angebot ist ein Muss daran arbeiten wir

stetig. Bei der Überarbeitung oder bei neuen Weiterbildungen mit

eidgenössischem Abschluss wollen wir eine möglichst hohe Durchlässigkeit

zu den Importeursausbildungen erreichen. Nur so können

Doppelspurigkeiten in der Ausbildung minimiert werden, was auch

im Interesse unserer Mitglieder ist. Dadurch werden wir ausserdem

mehr Absolventen mit Tertiärabschluss für unsere Garagen erhalten.

Für die Revision der Weiterbildung zum Kundendienstberater, die

dieses Jahr startet, haben wir uns dies auf die Fahne geschrieben. Die

Importeure unterstützen dieses herausfordernde Vorhaben.

Bildungsökonomen beobachten, dass für Berufe, für die vor zwei

Dekaden aus den Volksschulabgängern rekrutiert worden sind,

heute Tertiärabschlüsse nötig sind. Inwiefern waren Autoberufe

von dieser Professionalisierung tangiert?

Diese Beobachtung gilt auch für unser Gewerbe. Ursprünglich kannten

wir wie zahlreiche andere Branchen eine «Meisterausbildung» als

Weiterbildung. Zielgruppe waren Geschäftsinhaber und beispielsweise

Verantwortliche im Aftersales-Geschäft. Die Weiterbildung vermittelte

sowohl technische Kompetenzen als auch kaufmännisches Wissen. In

der Werkstatt waren neben dem Meister Automechaniker und angelernte

Mitarbeiter tätig. Heute benötigen wir für unser Gewerbe

wesentlich mehr Fachkräfte mit Tertiärabschluss, zum Beispiel Automobildiagnostiker,

Automobil-Werkstattkoordinatoren, Kundendienstberater,

Verkaufsberater sowie Betriebswirte im Automobilgewerbe.

Bedeutet diese Tendenz, dass Sie sich im Autogewerbe mit neuen

Berufsbildern für Personen mit Hochschul-/Universitätsabschluss

befassen müssen?

Bereits heute arbeiten Fachkräfte in unseren Betrieben, die einen

Bachelor-Abschluss an einer Fachhochschule, einen CAS-Abschluss,

also ein «Certificate of Advanced Studies», oder gar einen MAS, einen

«Master of Advanced Studies», haben. Der Weiterbildungsmarkt an

Hochschulen boomt also. CAS- oder MAS-Abschlüsse gibt es wie Sand

am Meer. Leider ist die Qualitätsspanne auch sehr breit. Ich behaupte,

dass wir mit dem Automobildiagnostiker auf Stufe Berufsprüfung

und dem Betriebswirt im Automobilgewerbe auf Stufe höhere Fachprüfung

mit unseren Bildungspartnern Weiterbildungen anbieten, die

anspruchsvoller sind als gewisse bereits genannte Abschlüsse. Trotzdem

70 April 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

dürfen wir uns gegenüber dem Weiterbildungsmarkt der Hochschulen

nicht verschliessen. Heute beschränkt sich das Hochschulangebot auf

die Bachelor-Ausbildung in Automobiltechnik. Tatsache ist, dass viele

Jugendliche einen Hochschulabschluss machen wollen. Wenn sie kein

passendes Angebot finden, sinkt das Interesse an unserer Branche.

Wie könnten diese Berufsbilder in Zukunft aussehen?

Aus der aktuellen Tendenz müssen sich nicht zwingend neue Berufsbilder

ergeben. Die Pflegeberufe sind ein Musterbeispiel: Für dieselben Tätigkeiten

gibt es Fachkräfte mit einer Berufsprüfung, einer höheren Fachprüfung

oder auch einem Bachelor-Abschluss. Durch die vielfältigen

Ausbildungsmöglichkeiten für vergleichbare Tätigkeiten spricht man

wesentlich mehr junge Berufsleute an. Dies schliesst allerdings nicht

aus, dass sich in unserem Gewerbe neue Berufsbilder etablieren

werden. Mit dem angestrebten Wandel vom Garagisten zum Mobilitätsberater

werden Kompetenzen im Bereich Dienstleistungsmanagement

und -marketing sowie Beratung einen höheren Stellenwert erhalten.

Um diese Kompetenzen abzudecken, werden Fachkräfte mit Tertiärabschluss

nötig sein. Ein Tertiärabschluss bedeutet aber nicht zwingend,

dafür einen Hochschul- respektive

Universitätsabschluss

an stre ben zu müssen. In Zusammenhang

mit der AGVS-Berufsbildungs

strategie werden wir

eine Ausbildung im Bereich

der ebenfalls boomenden höheren

Fachschulen, vormals die

Technikerschulen, prüfen.

Denkbar ist eine HF in Automobiltechnik.

Allenfalls ergibt

es zu gegebener Zeit Sinn, mit einer Hochschule einen Lehrgang zu

entwickeln beispielsweise ergänzend oder aufbauend auf unserem

Lehrgang zum Betriebswirt im Automobilgewerbe.

Welche Türen stehen Personen mit Tertiärabschluss im

Autogewerbe offen?

Mit einer höheren Berufsbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis

stehen viele Türen für eine ansehnliche Karriere im Autogewerbe

offen. Entscheidend ist allerdings nicht nur die Ausbildung,

sondern auch der Nachweis der entsprechenden und erfolgreichen

Berufserfahrung. Dies ist wichtig, weil unsere AGVS-Tertiärabschlüsse

weiterhin auf dem dualen Berufsbildungssystem mit den Lernorten

Schule und Betrieb beruhen werden.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten haben Fachkräfte im Autogewerbe,

die sich nicht für eine Tertiärausbildung entschieden haben?

Wir benötigen in unseren Betrieben auch in Zukunft zahlreiche gute

Automobil-Assistenten, Automobilfachleute und Automobil-Mechatroniker.

Doch auch für diese Fachkräfte lautet das Gebot aufgrund des

rasanten Technologiefortschritts «lebenslanges Lernen» mit fachtechnischen

Weiterbildungskursen beim Importeur, beim AGVS oder

bei unseren Bildungspartnern.

Wie einst in der kaufmännischen Branche lässt sich das «Rosinenpicken»

beobachten: Wie positioniert sich die Grund- und Weiterbildung

im Autogewerbe innerhalb der Schweizer Arbeitgeber, um

an junge Talente zu gelangen?

Wir bieten ein vielfältiges aktuelles Grundbildungsangebot mit einer

hohen Durchlässigkeit an. Das Automobil ist ein emotionales und

hoch entwickeltes Produkt. Diese Vorteile gilt es für die Bewerbung der

Berufe zu nutzen. Das reicht aber heute und insbesondere in Zukunft

nicht mehr. Ein breites und aktuelles Weiterbildungsangebot mit guten

beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten wird zunehmend wichtiger,

um junge Talente für eine unserer Grundbildungen zu motivieren.

Auf nationaler Ebene wird prognostiziert, dass es bald an guten

Technikern und Informatikern mangelt. Macht sich dieser Fachkräftemangel

im Autogewerbe bereits bemerkbar?

Wie in diversen anderen Berufszweigen herrscht in unserer Branche eine

angespannte Fachkräftesituation

sei es beim Werkstattpersonal,

bei den Service- oder auch

56 658

Personen absolvierten in den Jahren 2016/2017 ein Studium in der höheren

Berufsbildung Frauen und Männer zu fast gleichen Teilen. Die höhere

Berufsbildung ermöglicht Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung

auf Sekundarstufe II, ihre Berufskenntnisse zu vertiefen oder auf neue

Bereiche zu erweitern. Sie besteht aus mehreren Bildungswegen: den

höheren Fachschulen, der Vorbereitung auf die im Bundesgesetz über die

Berufsbildung (BBG) geregelten Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen

sowie den nicht eidgenössisch anerkannten höheren Berufsbildungen.

bei den Automobil-Verkaufsberatern.

Die Anstrengungen,

um den Fachkräftebedarf zu

decken, werden von Jahr zu Jahr

grösser. Deshalb ist eine gute

Zusammenarbeit des AGVS mit

seinen Sektionen, seinen Mitgliedern,

den Bildungspartnern

und Importeuren sowie den Werkstattkonzeptanbietern eminent

wichtig. Nur mit vereinten Kräften kann dieser Tendenz mit effektiven

Massnahmen im Bereich Nachwuchs- und Weiterbildungsmarketing

sowie zur Mitarbeiterbindung entgegengewirkt werden.

Angesichts der Digitalisierung der Garagen dürfte sich der Bedarf

an Informatikern zuspitzen…

Neuere branchenneutrale Berufe, wie der Mediamatiker mit seinen

Kompetenzen rund um Informatik, Marketing und Administration,

werden auch in grösseren Garagenbetrieben vermehrt zum Einsatz

kommen. Professor Dillenbourg von der ETH in Lausanne hat am

«Tag der Garagisten» 2018 anschaulich erklärt, dass wir in den Werkstätten

künftig nicht Informatiker beziehungsweise Programmierer

benötigen unsere technischen Fachkräfte müssen in der Aus- und

Weiterbildung Kompetenzen erlangen, damit sie sich auch in Zukunft

mit neuen Technologien und Systemen zurechtfinden. Unbestritten ist,

dass für unsere technischen Berufe die Informatikkompetenzen einen

zunehmend höheren Stellenwert erhalten. Diesem Umstand wurde

bei der soeben erfolgten Revision der technischen Grundbildung

Rechnung getragen. <

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AUTOINSIDE | April 2019 71


BILDUNG

Z1-Intensivkurs «Fahrzeug-Elektrik-Elektronik»

In kurzer Zeit auf die

Prüfung vorbereiten

Neu besteht die Möglichkeit, einen Z1-Intensivkurs «Fahrzeug-Elektrik-Elektronik» zu absolvieren. Damit bekommen Garagen

auch ohne Mitarbeiter mit Tertiärabschluss die Möglichkeit, Automobil-Mechatroniker auszubilden und sparen erst noch Zeit.

abi. Die neuen Bildungsverordnungen für

die technischen Grundbildungen Automobil-Assistent/-in,

Automobil-Fachmann/-frau

und Automobil-Mechatroniker/-in traten per

1. Januar 2018 in Kraft. Dies hatte Auswirkungen

auf die Ausbildungsberechtigung für

Automobil-Mechatroniker. So dürfen neu

auch Automobil-Mechatroniker, Automechaniker

und Fahrzeug-Elektriker-Elektroniker

ohne Tertiärabschluss die zukünftigen Fachpersonen

ausbilden wenn sie gewisse Kriterien

erfüllen: Sie benötigen drei Praxisjahre,

einen anerkannten fachtechnischen Weiterbildungsabschluss

des AGVS und müssen ein

eintägiges AGVS-Didaktikmodul absolvieren.

MIDLAND.CH

AGVS organisiert Prüfungen

Aktuell zählen die Abschlüsse eines Teils

der Ausbildung zum Automobildiagnostiker/Automobil-Werkstattkoordinator

zur

fachtechnischen Weiterbildung: Z1 (Fahrzeug-

Elektrik-Elektronik) oder Z2 (Komfort- und Sicherheitselektronik)

zusammen mit Z3 (Fahrassistent-

und Infotainmentsysteme). Die nicht

obligatorischen Vorbereitungskurse auf die Prüfungen

können bei verschiedenen Ausbildungsstätten

in der ganzen Schweiz besucht werden.

Die Prüfungen selbst finden dann jeweils im

Frühjahr und Herbst in der Mobilcity in Bern

statt unter der Federführung des AGVS.

Um den Garagisten zeitlich entgegenzukommen,

bietet die Schweizerische Technische

Fachschule Winterthur (STFW) neu den Lehrgang

Z1 als Intensivkurs an. Dieser findet jeweils

ganztags am Freitag statt und dauert 144

Lektionen aufgeteilt in 80 Lektionen Theorie

und 64 Lektionen praktische Ausbildung. Arnold

Schöpfer, beim AGVS für die technischen

Grundbildungen und die höhere technische Berufsbildung

zuständig, erklärt, wie es dazu kam.

Herr Schöpfer, weshalb

hat sich der AGVS entschlossen,

neben dem

bisherigen Z1-Kurs

neu an der STFW auch

einen Z1-Intensivkurs

Arnold Schöpfer, AGVS. anzubieten?

Arnold Schöpfer:

Ein normaler AD -Lehrgang dauert rund

neun Monate. Die Absolventen besuchen den

Kurs wöchentlich an einem halben Tag. Das

ist für die viel beschäftigten Garagisten sehr

aufwendig. Wir suchten das Gespräch mit

verschiedenen Ausbildungsstätten, ob sie

einen Intensivkurs von drei bis maximal vier

Monaten mit jeweils einem ganzen Ausbildungstag

pro Woche anbieten könnten. Die

STFW hat sich bereit erklärt, einen solchen

Kurs auszuschreiben und wenn genügend

Teilnehmer mitmachen anzubieten.

Für welchen Lerntyp ist dieser Intensivlehrgang

geeignet?

Dieser Lehrgang ist für jeden Automobil-

Mechatroniker mit einer abgeschlossenen

Grundbildung gedacht entweder direkt nach

der Lehrabschlussprüfung oder noch besser

nach einem oder zwei Praxisjahren. Die Person

sollte in Zukunft in einem Betrieb als Ausbildungsverantwortlicher

für die Automobil-Mechatroniker

vorgesehen sein. Mit diesem Abschluss

hat die Person auch die Möglichkeit,

zu einem späteren Zeitpunkt oder direkt im

Anschluss die restlichen Ausbildungsinhalte

zu besuchen und mit der Berufsprüfung den

Abschluss als Automobildiagnostiker oder

Automobil-Werkstattkoordinator zu machen.

Welche Voraussetzungen und Ziele muss

ein Berufsbildner für Automobil-Mechatroniker

in Ihren Augen mitbringen, um einen

Lernenden vorbildlich betreuen zu können?

Neben den nötigen fachtechnischen Kenntnissen

muss ein Ausbildungsverantwortlicher

Freude am Umgang mit Jugendlichen mitbringen

und diese auch verstehen. Er muss die

Ausbildungsinhalte kennen und wissen, wie

man diese erreichen kann. Der AGVS hat dazu

ein Ausbildungsprogramm mit der Lerndokumentation

für den Betrieb erstellt und führt

regelmässig Tagesseminare zu diesem Thema

durch. In diesen AGVS-Didaktikmodulen erhalten

die Teilnehmer spezielle Informationen

und Praxisanwendungen für den Umgang mit

Lernenden. Das AGVS-Didaktikmodul ist übrigens

für alle Berufsbildner obligatorisch, die

nur über einen Lehrabschluss verfügen.

Die Kurse sind nicht obligatorisch. Weshalb

sollten die Prüfungsberechtigten die

Vorbereitungskurse dennoch besuchen?

Es steht natürlich jedem frei, ob er einen

Vorbereitungskurs besuchen will. Er kann

sich die nötigen Kenntnisse und das Wissen

auch durch das Besuchen von markenspezifischen

Kursen oder bei der täglichen Arbeit

im Betrieb aneignen. Für alle, die eine Ausbildungsberechtigung

erlangen wollen, ist das

Bestehen der Prüfung obligatorisch. Der Kurs

hat dabei den bedeutenden Vorteil, dass die

spezifischen Inhalte vermittelt werden. So ist

mit dem zusätzlichen Lernen zuhause die Vorbereitung

auf die Prüfung besser gegeben. <

Z1-Intensivkurs «Fahrzeug-

Elektrik-Elektronik» STFW

Der Intensivkurs startet am 10. Mai und

dauert bis am 19. Juli. Die Anmeldung und

weitere Informationen finden sich unter

stfw.ch.

72 April 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

Lehrgang DAB+

3,5 Mio. potenzielle Kunden

Die Radiozukunft beginnt früher, als viele Autobesitzer (und Garagisten) glauben. Um seine Mitglieder fit für die Zeit nach

UKW zu machen, führt der AGVS im April zwei Lehrgänge zum Thema DAB+ mit Kompetenzausweis durch. Sandro Compagno

Das Marktpotenzial ist erheblich. Schätzungen gehen von rund 3,5

Millionen Fahrzeugen aus, die in der Schweiz in den nächsten Jahren

umgerüstet werden müssen. Unter der Leitung von Ernst S. Werder

lernen die Teilnehmenden im eintägigen Kurs, wie sie alle Fahrzeuge

zur vollen Zufriedenheit der Kunden auf DAB+-Empfang umrüsten

und sie kennen die Vorteile der neuen Technologie. DAB steht für

«Digital Audio Broadcast» und wird die gute, alte Ultrakurzwelle UKW

bis spätestens 2024 ablösen.

Dass das Umrüsten der Autoradios keineswegs banal ist, musste

DAB+-Vorreiter Norwegen vor einem Jahr erfahren. Als die Skandinavier

am 31. Dezember 2017 die UKW-Sender vom Netz nahmen, gab es

viele Reklamationen erboster Autobesitzer, die sich über schlechten

Empfang mit DAB+ beklagten. «Das Problem war aber nicht das

DAB+-Netz», erklärt Ernst S. Werder, «sondern Fehler beim Umrüsten

der Empfänger.» Simpel erklärt: Moderne Fahrzeuge sind vollgestopft

mit Elektronik. Wer beim Umrüsten auf DAB+ ungenau arbeitet, der

riskiert, dass sich die elektronischen Bauteile gegenseitig beeinflussen

und so den Empfang beeinträchtigen. «Wer die Antenne kurzerhand im

Handschuhfach oder unter dem Beifahrersitz verstaut, muss sich nicht

wundern, wenn die Kunden unzufrieden sind», sagt Kursleiter Werder.

«DAB-Mann» der ersten Stunde

Werder ist ein «DAB-Mann» der ersten Stunde. Von 2006 bis 2016

war er als Projektleiter massgeblich an der Einführung von DAB und

DAB+ durch die SRG SSR beteiligt und führte auch halbtägige Workshops

zum Thema durch. Gemeinsam mit dem AGVS und dem Fahrzeugspezialisten

Sandro Angeloni professionalisierte Ernst S. Werder

die Kurse, die in der jetzigen Form von der AGVS Business Academy

angeboten werden. Die Lerninhalte umfassen:

• Netzaufbau

• Netz aller Anbieter in der Schweiz

• Normen

• Zusatzdienste

• Antennentechnik-Grundlagen

• Antennen-Montage

• Vollintegration/Teilintegration/Nachrüsten

• Installation

• Marketing und Promotion

Beschäftigt sich seit 2006 mit DAB: Kursleiter Ernst S. Werder.

UKW-Ende schon vor 2024?

Die Schweizer Radiobranche (SRG und Privatradios) hat im Jahr

2014 beschlossen, den UKW-Betrieb Ende 2024 einzustellen. Radiostationen,

die mit beiden Technologien senden, erhalten vom Bakom

derzeit noch Unterstützungsbeiträge aus dem sogenannten «Technologieförderungstopf».

Bis zu 80 Prozent der Aufwendungen für die

digitale Verbreitung sind dadurch gedeckt. Ernst S. Werder: «Gut

möglich, dass erste Radiostationen schon vor 2024 den UKW-Betrieb

einstellen, weil es sich nicht rechnet, auf zwei Netzen zu senden.»

Höchste Zeit also, sich als Garagist mit dem Thema zu befassen!

Die Kurse finden am 9. April in der Mobilcity Bern und am 24. April

im AGVS-Ausbildungszentrum St. Gallen statt. An beiden Tagen sind

noch Plätze frei. <

Jetzt anmelden!

Die Teilnehmer sind instruiert, wie sie alle Fahrzeuge

zur vollen Zufriedenheit der Kunden auf DAB+ Empfang

umrüsten und kennen die Vorteile von DAB+.

Detaillierte Informationen und Anmeldemöglich keiten

online in Ihrer AGVS Business Academy.

Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz und holen Sie sich

Ihren Kompetenzausweis!

Der Lehrgang richtet sich an Geschäftsführer, Werkstattchefs,

Serviceleiter, Automobil-Mechatroniker, Automobil-Fachleute, Kundendienstberater

und allgemein Fachleute mit langjähriger Erfahrung in der

Fahrzeugelektronik. Am Ende der Veranstaltung wird eine schriftliche

Lernkontrolle durchgeführt. Erfolgreiche Absolventen erhalten einen

Kompetenzausweis als instruierte Person gemäss Anforderungen AGVS.

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AUTOINSIDE | April 2019 73

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BILDUNG

AGVS Business Academy

APRIL

Lehrgang DAB+

Die Teilnehmer sind instruiert, wie sie alle

Fahrzeuge zur vollen Zufriedenheit der

Kunden auf DAB+-Empfang umrüsten und

kennen die Vorteile von DAB+.

Siehe auch Beitrag auf Seite 73

> 9. April 2019, Bern

> 24. April 2019, St. Gallen

Berufs- und Praxisbildnerschulung

Kaufmann/-frau EFZ (BiVo 2012)

Einführung in die kaufmännische Grundbildung

der Branche Automobil-Gewerbe

(BiVo 2012) für Ausbildungsverantwortliche.

> 16. April 2019, Winterthur

Modules didactiques de l’UPSA

pour formateurs professionnels des

formations initiales techniques

Il ne faut pas que du savoir-faire

technique pour former la relève.

Préparez-vous dès maintenant pour

être prêts à encadrer vos nouvelles

personnes en formation afin de pouvoir

foncer ensemble.

« Utiliser avec compétence

les instruments des nouvelles

ordonnances de formation »

> 11 avril 2019, Yverdon

« Sélectionner les personnes en

formation »

> 6 mai 2019, Yverdon

MAI

Social Media im Autoverkauf

> 6. Mai 2019, Bern

> 23. September 2019, St. Gallen

Occasionsmanagement

Für Automobilverkaufsberater,

Geschäftsführer und

TIPP!

Inhaber: Ausstellung sowie

Präsentation der Occasionen, Erarbeiten

des gesamten Eintauschprozesses, Bestandsmanagement

von Occasionen, Aufzeigen

und Erarbeiten einer dynamischen

Preisstrategie anhand von Beispielen auf

den Internetplattformen, CRM Kunden

gewinnen und binden.

> 9. Mai 2019, Bern

> 6. Juni 2019, St. Gallen

Séminaire de gestion des occasions

Groupes cibles: propriétaires, directeurs,

vendeurs automobiles. Contenu : exposition

et présentation des occasions, élaborer

toute la procédure de reprise, gestion des

stocks de véhicules d’occasions, montrer et

élaborer une stratégie tarifaire dynamique à

l’aide d’exemples sur les plates-formes Internet,

gagner et fidéliser les clients de CRM.

> 10 mai 2019, Paudex

Facebook, Xing, Twitter et WhatsApp

dans la vente automobile

L’atelier montre de nouvelles possibilités

pour utiliser ces différentes plateformes afin

de vendre encore plus efficacement.

> 13 mai 2019, Yverdon

Das Google-Basics-Training für

den Autohandel

> 13. Mai 2019, Winterthur

Video-Training im Autoverkauf

> 14. Mai 2019, Bern

AGVS-Didaktikmodul für Berufsbildner

der technischen Grundbildungen

«Die Instrumente der neuen Bildungsverordnung

kompetent einsetzen»

> 9. Mai 2019, St. Gallen

> 23. Mai 2019, Chur

«Lernende selektieren»

> 4. Juni 2019, Winterthur

> 10. September 2019, Sissach

> 19. November 2019, Bern

Grundlagen Flottenverkauf

Fahrzeugflotten in Unternehmen zu bewirtschaften,

erfordert von den Verantwortlichen

umfassende Kenntnisse und

Fähigkeiten. Lernen Sie in diesem Kurs den

Flottenmarkt und dessen Bewirtschaftungsformen

kennen!

> 17. Mai 2019, St. Gallen

MwSt.-Grundkurs

Der Grundkurs ist eine aktuelle, praxisnahe

Einführung in die Mehrwertsteuer

im Automobilgewerbe unter Anwendung

von Fallbeispielen. Der Tageskurs soll den

Teilnehmenden einen Überblick über die

Mehrwertsteuer verschaffen. Es werden die

wichtigsten Elemente der Mehrwertsteuer

74 April 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

behandelt, damit in der Praxis die korrekte

Anwendung gesichert ist.

> 21. Mai 2019, Winterthur

> 11. Juni 2019, Horw

> 18. September 2019, Bern

MwSt.-Fortsetzungs- und Vertiefungskurs

Der Fortsetzungs- und Vertiefungskurs

MwSt. soll bei den Teilnehmenden die

korrekte Anwendung der MwSt fördern.

Anhand von kurzen praxisbezogenen Fallbeispielen

und im Dialog mit dem Referenten

kann das Wissen vertieft werden. Voraussetzung:

Grundkurs.

> 28. Mai 2019, Winterthur

> 18. Juni 2019, Horw

> 25. September 2019, Bern

Meine Wirkung als Führungsverantwortliche/r

Von den Grundregeln der Kommunikation

über Ihre Rolle als Führungsperson. Wie

gehen Sie mit aktuellen Herausforderungen

um? Aktuelle Führungssituationen werden

im Seminar besprochen und Sie erhalten so

die Gelegenheit, gemeinsam Lösungen zu

erarbeiten.

> 21. Mai 2019, Horw

JUNI

Formation vidéo dans la vente automobile

mise en œuvre pratique et simple

Cet atelier est spécialement conçu pour la

branche automobile. L’accent est mis sur les

points suivants : les idées, la production et

l’utilisation de vidéos dans la vente automobile.

> 24 juin 2019 à Yverdon

AUGUST

Basisseminar für Automobil-Verkaufsberater

Während 10 Tagen werden die jungen oder

angehenden Automobil-Verkaufsberater/

innen im Detail mit den eigentlichen Verkaufsbelangen

(Verkaufspsychologie,

Kommunikation, Verkaufsmethodik) auf ihre

tägliche Arbeit vorbereitet.

Dauer: 10 Tage

> Start: 12. August 2019, Bern

Die Kurse sind in der Kurssprache ausgeschrieben.

Les cours sont proposés dans la langue

correspondante. D’autres cours seront proposés

ultérieurement. Mise à jour sur agvs-upsa.ch.

Automobil-Verkaufsberater/in mit eidg.

Fachausweis

Der Lehrgang umfasst acht Module, die

einzeln abgeschlossen werden. Sind alle

erfolgreich bestanden, steht der Weg zum

eidgenössischen Fachausweis offen.

> Start Lehrgang: 22. August 2019 in Bern,

Dauer: drei Semester, berufsbegleitend

Diese und weitere interessante Themen

finden Sie online in der Business Academy.

Retrouvez ces thèmes, et bien d’autres,

dans la Business Academy en ligne.

agvs-upsa.ch, Rubrik :

Berufsbildung/AGVS Business Academy

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AUTOINSIDE | April 2019 75


BILDUNG

Aktuelle regionale Veranstaltungen zur Aus- und

Weiterbildung im Automobilgewerbe

AARGAU

Automobildiagnostiker

Informationsabend:

Donnerstag, 9. Mai 2019, 18 Uhr

Start Lehrgang: Mittwoch, 4. September

2019

Ort : Weiterbildungszentrum, Lenzburg

> wbzlenzburg.ch

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Informationsabend:

Donnerstag, 9. Mai 2019, 18 Uhr

Ort: Handelsschule KV Aarau

> hkvaarau.ch

BERN

Automobil-Verkaufsberater/in

Informationsabende:

Donnerstag, 25. April 2019, 18 Uhr

Donnerstag, 6. Juni 2019, 18 Uhr

Start Lehrgang: August 2019

Ort: Mobilcity, Bern

> agvs-upsa.ch

Kart-Event AGVS Sektion Bern für Schüler

der siebten bis neunten Klassen

Mittwoch, 1. Mai 2019, 13.30 Uhr

Ort: Kartbahn, Lyss

> agvs-be.ch

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: Mittwoch, 14. August 2019

Ort: GIBB

> gibb.ch

Betriebswirt/in im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Freitag, 16. August 2019

Ort: GIBB

> gibb.ch

Werkstattkoordinator/in im

Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Freitag, 16. August 2019

Ort: GIBB

> gibb.ch

CHUR / ZIEGELBRÜCKE

Automobildiagnostiker/in

Informationsabende:

Donnerstag, 23. Mai 2019, 19 Uhr,

Bahnhofpark 2a, Sargans

Dienstag, 28. Mai 2019, 19 Uhr,

Gürtelstrasse 48, Chur

Start Lehrgang: August 2020

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz,

Chur

> ibw.ch

ST. GALLEN

Automobildiagnostiker/in

Neu mit Einführungstagen

Infoabend: Mittwoch, 15. Mai 2019, 19 Uhr

Start Lehrgang: August 2019

Ort: AGVS Ausbildungszentrum, St. Gallen

> agvs-abz.ch

THURGAU

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: 13. August 2019

Ort : Gewerbliches Bildungszentrum,

Weinfelden

> gbw.ch

WINTERTHUR

Informationsanlass Weiterbildungen

im Automobilgewerbe

Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19 Uhr

Ort : Schweizerische Technische Fachschule

Winterthur (STFW)

> stfw.ch/info

Kundendienstberater im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Januar 2020

Ort: STFW

> stfw.ch/akb

Automobil-Verkaufsberater

Start Lehrgang: 20. August 2019

Ort: STFW

> stfw.ch/aavb

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 21. August 2019

Ort: STFW

> stfw.ch/abwa

Automobildiagnostiker

Automobil-Werkstattkoordinator

Start Lehrgang: 2./3. September 2019

Ort: STFW

> stfw.ch/ad und stfw.ch/adwo

ZÜRICH

Infoabende Automobiltechnik

Donnerstag, 11. April 2019

Montag, 6. Mai 2019

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ort: TBZ Zürich

> tbz.ch

WO PRAXIS

SCHULE MACHT.

> Betriebswirt im Automobilgewerbe

> Automobildiagnostiker PW / NFZ

> Werkstattkoordinator

> Kundendienstberater

> Automobil-Verkaufsberater

www.stfw.ch | Tel. 052 260 28 01

INFO-VERANSTALTUNG

Mi, 12.06.2019, 19.00 Uhr

Anmelden: stfw.ch/info

76 April 2019 | AUTOINSIDE


BILDUNG

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 23. August 2019,

berufsbegleitend, jeweils freitags

Ort: TBZ

> tbz.ch

Automobil-Werkstattkoordinator/in BP

und mit Zertifikat AGVS

Start: 16. September 2019, berufsbegleitend

(montags ganztägig oder dienstag- und

donnerstagabends)

Ort: TBZ, Zürich

ROMANDIE

Brevet fédéral de conseiller

de vente en automobile

Prochaine session : avril 2019

Localité : Centre Patronal de Paudex

> romandieformation.ch

Diplôme fédéral de gestionnaire

d’entreprise de la branche automobile

Prochaine session : septembre 2019

Localité : Centre Patronal de Paudex

Conseiller de service à la clientèle

Séance d’information : 30 avril 2019, 18 h

Prochaine session : septembre 2019

Localité : Centre Patronal de Paudex

Coordinateur d’atelier automobile

Séance d’information : 14 mai 2019, 18 h

Prochaine session : septembre 2019

Localité : Centre Patronal de Paudex

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : novembre 2019

Centre de formation UPSA, Genève

> formation-upsa-ge.ch

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : Janvier 2020

Localité : Centre de formation UPSA-VAUD,

Yverdon-les-Bains

> formation.upsa-vd.ch

VALAIS

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : Automne 2019

Localité : Ecole Professionnelle Technique

et des Métiers (EPTM), Sion

> formationcontinuevalais.ch

Coordinateur d’atelier automobile

Prochain session : Automne 2019

Localité : EPTM, Sion

Aus den Sektionen

Für eine Publikation im AUTOINSIDE

melden Sie uns bitte Ihre Daten zu den

aktuellen Infoveranstaltungen und

Lehrgängen im Automobilgewerbe an

myfuture@agvs-upsa.ch.

Informationen zu allen

Weiter bildungen erhalten

Sie unter agvs-upsa.ch/de/

berufsbildung/hoehereberufsbildung.

TBZ

HF

Technische Berufsschule Zürich

Höhere Fachschule HF

Sihlquai 101, 8005 Zürich

Tel. 044 446 95 11

admin.hf@tbz.zh.ch

Informationen: www.tbz.ch

Weiterbildung

- Betriebswirt/in im Automobilgewerbe mit eidg. Diplom

- Automobilwerkstattkoordinator/in mit eidg. Fachausweis*

- Werkstattkoordinator/in mit Zertifikat AGVS*

*auch als Abendkurs

Besuchen Sie einen Infoabend am:

Do,11.4. /Mo, 6.5. oder Do, 23.5.19 um 18.30h

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

AUTOINSIDE | April 2019 77


BILDUNG

Mit Autef und den AGVS-Medien nach Kanada

Vom Markt in Nordamerika lernen

«Die Fahrzeughersteller dominieren den Aftermarket und den Servicebereich in Europa viel stärker als beispielsweise in

den USA oder Kanada», sagen Bernward Limacher und Markus Roth von Autef. Mit einer neuntägigen Studienreise nach

Montreal vermitteln die beiden Berufsbildner interessierten Garagisten einen Einblick in das Autogewerbe in Übersee. Die

AGVS-Medien sind Medienpartner dieser spannenden Reise. Sandro Compagno

Die Reise dauert vom 14. bis 22. September 2019 und führt die

Teilnehmer an die renommierte staatliche «École des métiers de

l’équipement motorisé de Montréal». Das Angebot richtet sich an Inhaber

und Kadermitarbeitende von Schweizer Garagen. «Ziel ist es,

vom Know-how nordamerikanischer Betriebe zu profitieren und die

gesammelten Erkenntnisse im eigenen Unternehmen anzuwenden»,

erklärt Organisator Markus Roth.

Im Fokus der Studienreise stehen drei Themenschwerpunkte:

• Elektro- und Hybridfahrzeuge

• «Passthru»-Diagnosearbeiten

• Markenfreie Garagen/Marketing

Elektro- und Hybridfahrzeuge

Die Exkursion soll aufzeigen, wie die neuen Antriebstechnologien

den Alltag von nordamerikanischen Garagen verändert haben. Teilnehmende

haben die Möglichkeit, vor Ort Interventionen an entsprechenden

Fahrzeugen durchzuführen und Ideen zu sammeln, was

sich im eigenen Betrieb umsetzen lässt.

«Passthru»-Diagnosearbeiten

In Europa dominieren die Fahrzeughersteller den Markt. Zwar ist

klar geregelt, dass freie Garagen dieselben Zugänge zu allen Fahrzeugdaten

gewährt werden müssen wie Markenvertreter. Doch nur wenige

freie Garagen nutzen diese Zugänge. Markus Roth: «Jahrelang wurde

suggeriert, dass eine erfolgreiche Diagnose und Reparatur nur mit

den markenspezifischen Geräten und Werkzeugen möglich sei. Die

Studienreise soll die Chancen und Möglichkeiten dieses Verfahrens

ausleuchten und latente oft von den Herstellern geschürte Ängste

abbauen.» Die Teilnehmenden lernen die Verwendung der «Passthru»-

Bernward Limacher (links) und Markus Roth von Autef.

Technologie, führen Diagnosearbeiten durch, programmieren Steuergeräte

und schalten Baugruppen frei.

Markenfreie Garagen/Marketing

Überdies soll die Reise aufzeigen, mit welchen Strategien sich

markenunabhängige Garagen erfolgreich auf dem Markt behaupten

und wie sie die Kunden von der Elektromobilität überzeugen.

Die Studienreise vom 14. bis 22. September kostet 4490 Franken

(Doppelzimmer mit Frühstück), für Begleitpersonen 2490 Franken.

Es besteht die Möglichkeit, den Aufenthalt im kanadischen «Indian

Summer» individuell zu verlängern. Unterstützt wird die spannende

Reise durch Hostettler Autotechnik und die ESA. Medienpartner

sind die AGVS-Medien.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Anmeldeschluss

ist der 30. April 2019. <

Weitere Infos unter:

autef.ch

78 April 2019 | AUTOINSIDE


SWISS AUTOMOTIVE SHOW

«Save the Date»: 6./7. September 2019

Swiss Automotive Show in neuem Kleid

Grösser, schöner, attraktiver: Die Swiss Automotive Show (SAS) zieht von Niederbipp nach Freiburg um. Das Forum

Fribourg wird am 6. und 7. September 2019 zum Zentrum des Schweizer Autogewerbes. Die AGVS-Medien sind erneut als

Medienpartner mit von der Partie.

Das Forum Fribourg eröffnet der Swiss Automotive Show neue Möglichkeiten.

sco. «Wenn wir in Zukunft wachsen wollen, müssen wir einen neuen

Standort finden», hatte Sébastien Moix im September 2018 im Interview

mit AUTOINSIDE gesagt. Was der Marketingchef der Swiss

Automotive Group (SAG) damals für sich behielt, war die Tatsache,

dass er den neuen Standort bereits ausgemacht hatte: Die Swiss Automotive

Show zieht für ihre vierte Ausgabe vom SAG-Landeslager in

Niederbipp ins Forum Fribourg.

Weitere Infos unter:

swissautomotiveshow.ch

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140 Aussteller auf 9000 Quadratmetern

Moix schlägt mit diesem Umzug mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Die Infrastruktur in Fribourg ist hervorragend. Allein die Grösse

der Halle erlaubt der SAG, die Zahl der Aussteller nochmals deutlich

zu erhöhen. Moix rechnet mit 150 Ausstellern (+40%) und

6000 bis 7000 Besucherinnen und Besuchern an den beiden Messetagen.

Insgesamt wird die Hausmesse mit 9000 Quadratmetern Fläche

doppelt so gross sein wie im Vorjahr. Für die Vorträge im «TechForum»

stehen eigene Räumlichkeiten zur Verfügung. Sébastien Moix will

diesen Teil der SAS im Vergleich zum Vorjahr nochmals ausbauen, um

den Besuchern neben dem breiten Angebot an Produkten und Dienstleistungen

auch Know-how zu vermitteln.

Das moderne Messezentrum verfügt über 800 hauseigene Parkplätze

und ist nur 300 Meter von der Autobahnausfahrt Freiburg

Nord entfernt. Mit der Lage direkt auf der Sprachgrenze ist Fribourg

sowohl von Zürich wie auch von Genf in knapp anderthalb Stunden

zu erreichen. Die SAG wird auch für den 6. und 7. September wieder

eine grosse Zahl von Busfahrten organisieren, damit die Kunden

der Firmen Derendinger, Technomag, Matik und André Koch stressfrei

aus der ganzen Schweiz nach Fribourg reisen können.

Als sehr willkommener Nebeneffekt entlastet der Umzug nach

Freiburg die Logistik der SAG. Denn das Landeslager in Niederbipp

war während der Hausmesse stets in vollem Umfang in Betrieb

eine Herkulesaufgabe für die Logistiker wie auch für das SAS-

Organisationsteam. <

Branchentreuhand

• Buchführung und Abschlussberatung

• Ordentliche und Eingeschränkte Revisionen

• MWST-Abrechnungen und MWST-Checks

• Steuerberatung und Steuerdeklarationen

• Begleitung von Gründungen, Umstrukturierungen,

Sanierungen und Liquidationen

• Finanz- und betriebswirtschaftliche

Beratungen

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Telefon +41 31 980 40 50 | www.figas.ch

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AUTOINSIDE | April 2019 79


POLITIK & RECHT

Sicherung der unternehmerischen Freiheit

Werkstatt ist nicht Verkauf

Der Werkstattbetrieb ist ein eigenständiger und wichtiger Markt im Kfz-Gewerbe. Möchte der Garagist Garantiearbeiten

leisten, so ist er auf einen Werkstattvertrag mit dem gemäss Wettbewerbsbehörden vermutlich «marktmächtigen» Importeur

angewiesen. In unseren Nachbarstaaten wie in der gesamten EU in ist diese «Realität» schon lange anerkannt. Dennoch

gibt es in der Schweiz noch Stimmen, welche die Werkstattarbeit als ein Anhängsel des Verkaufs betrachten. Die Weko hat

im Herbst 2018 aber deutlich gemacht, dass sie den Werkstattbetrieb als eigenständigen Markt behandelt. Dies bestätigt

nun ein empirisches Gutachten der ZHAW. Prof. Dr. Patrick L. Krauskopf und Sarah Umbricht, ZHAW

Anwendung

Kartellgesetz

Marktabgrenzung

Marktmacht

Missbrauch von

Marktmacht

Es liegt auf der Hand, dass das Kartellgesetz

auf das Verhältnis zwischen marktmächtigem

Importeur und Garagisten anwendbar ist. In

der Beitragsserie «Sicherung der unternehmerischen

Freiheit» wurde im AUTOINSIDE 02/2019

deshalb auf die Rahmenbedingungen der Wettbewerbskommission

(Weko) für die Ausgestaltung

der Werkstattnetze eingegangen.

Im vorliegenden Beitrag wird dargelegt,

dass der Werkstattbetrieb eine vom Handel

eigenständige Markttätigkeit darstellt. Die

Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften

(ZHAW) hat im Auftrag des AGVS

diesbezüglich ein emprisches Gutachten erstellt

und dieses am 20. März 2019 anlässlich

des XXX. Atelier de la Concurrence in Bern

vorgestellt.

Folge dieser Marktabgrenzung ist, dass

der Wettbewerb auf dem Markt für Werkstattarbeiten

nur dann funktionieren kann,

wenn die Garagisten auch tatsächlich die

Möglichkeit haben, Wartungs- und Garantieleistungen

zu erbringen. Auf «Marktmacht

und deren Missbrauch» wird in einem nächsten

Artikel im AUTOINSIDE eingegangen.

Systemmarkt vs. Spotmarkt

Für die Marktabgrenzung in der Automobilbranche

gibt es grundsätzlich zwei mögliche

Modelle: Entweder es liegt ein sogennanter

Systemmarkt oder ein Spotmarkt vor.

• Systemmarkt: Ein Systemmarkt ist ein

Markt für ein «Systemprodukt», im Kfz-

Gewerbe wäre das der umfassende «Automobilhandel».

Dieses Systemprodukt

würde die Elemente Handel mit Fahrzeugen,

Werkstattleistungen, Ersatzteilen

und mit Betriebs- und Verbrauchsstoffen

umfassen. Alle diese Leistungen würden

aus Sicht des Konsumenten ein einziges

Leistungsbündel darstellen. Daher wäre

die Kaufentscheidung für ein Fahrzeug

gleichzeitig auch die Entscheidung für das

gesamte «Leistungsbündel». Beispiel: Ein

Kunde kauft einen Drucker. Der Drucker

ist nicht teuer, aber die Farbpatronen. Daher

berücksichtigt der Kunde beim Kauf

des Druckers bereits den Preis für die

Patrone und bezieht diesen Preis in seine

Kaufentscheidung mit ein.

• Sportmarkt: Der Fahrzeugmarkt (Sales,

Handel) und die Märkte für Werkstatt-

Dienstleistungen (Aftersales) sowie für

alle weiteren Güter und Dienstleistungen

im Kfz-Gewerbe sind je eigenständige

Märkte, also aus Kundensicht separate

Angebote. Das bedeutet, dass Konsumenten

bezüglich des Produkts (Sales) und der

Werkstattleistungen (Aftersales-Services)

sowie aller weiteren Angebote im Kfz-

Gewerbe jeweils getrennt entscheiden.

Beispiel: Ein Kunde kauft ein Fahrzeug

bei Garagist X. Für den Reifenwechsel

und den Jahresservice geht er aber zu

Garagist Y, der insgesamt für ihn das bessere

Angebot hat. Es handelt sich somit

bei den Entscheidungen «Fahrzeugkauf»

und «Service»/«Pneuwechsel» um zwei

getrennte Entscheidungen.

vs.

Systemmarkt («Nespresso-Modell») versus Spotmarkt mit verschiedenen Teilmärkten im Kfz-Gewerbe.

80 April 2019 | AUTOINSIDE


POLITIK & RECHT

Praxis von Behörden und Gerichten

Wettbewerbsbehörden: Die Auffassung

der Wettbewerbsbehörden ist im Wesentlich

klar: Sowohl europäische wie auch

schweizerische Wettbewerbsbehörden gehen

grundsätzlich von einem Spotmarkt aus, also

von separaten Märkten für Sales, Aftersales

und Ersatzteilen. Es sind etwa folgende Beispiele

zu nennen:

• Sektorspezifische Regelwerke: Sowohl

auf EU-Ebene wie auch in der Schweiz

manifestiert sich das Modell separater

Märkte in sektorspezifischen Regeln wie

beispielsweise die Kfz-Bekanntmachung

der Schweizerischen Wettbewerbskommission,

das österreichische Kraftfahrzeugschutzgesetz

oder die europäische

Kfz-GVO, gemäss welcher für den Vertrieb

einerseits und für die «Anschlussmärkte»

Aftersales und Ersatzteile unterschiedliche

Regeln anwendbar sind.

• Schlussbericht der Weko zur Vorabklärung

gegen einen grossen Importeur:

Die Schweizerische Wettbewerbsbehörde

hat im Oktober 2018 eine Zusammenfassung

eines Schlussberichts veröffentlicht,

wonach «provisorisch» von separaten

Märkten und von einer marktbeherrschenden

Stellung des Importeurs auf

dem Markt für Aftersales auszugehen ist.

• Positionspapier der Bundeswettbewerbsbehörde

(BWB) Österreich: In

einem Positionspapier hat die BWB explizit

bekannt gegeben, dass ihrer Ansicht

nach in Übereinstimmung mit jahrzehntelanger

Rechtsprechung separate Märkte

vorliegen und dass der jeweilige Importeur

regelmässig marktbeherrschend auf

dem Markt für Aftersales sei.

Zivilgerichte: Bei den Zivilgerichten zeigt

sich ein uneinheitliches Bild:

• Europäische Zivilgerichte tendieren in

jüngerer Zeit zu einem Spotmarkt und

gehen von separaten Märkten für Sales,

Aftersales und Ersatzteile aus. Das führt

dazu, dass in der Regel ein Importeur auf

dem Markt für Aftersales als marktbeherrschend

gilt.

• Die Schweizerischen Zivilgerichte sind

zum Teil anderer Ansicht, zum Teil lassen

sie die Frage einfach offen. Daraus folgt in

der Schweiz a) eine unsichere Rechtslage

und b) eine mangelhafte Durchsetzung

zivilrechtlicher Ansprüche für Garagisten.

Diese Situation ist unbefriedigend für

Händler, weshalb die Politik nun aktiv

wurde: Die Motion Pfister will die für die

Gerichte unverbindliche Kfz-Bekanntmachung

in eine verbindliche Verordnung

überführen.

ZHAW-Studie: Keine Evidenz für

Systemmarkt

Eine Umfrage der ZHAW zur Marktabgrenzung

im Auftrag des AGVS zeigt folgende

Ergebnisse:

• Die Ergebnisse der Umfragen bei Konsumenten

und Garagisten zeigen, dass Konsumenten

beim Bezug von verschiedenen

Leistungen unterschiedliche Entscheidungen

treffen.

• Im Kfz-Bereich gibt es keine Anhaltspunkte

für einen Systemmarkt. Das

Konsumenten- und Händlerverhalten

lässt auf einen Spotmarkt schliessen, also

auf separate Märkte Sales, Aftersales und

Ersatzteilgeschäfte.

• Ausserdem gibt es Indizien für eine

markenspezifische Abgrenzung im Markt

Aftersales.

Fazit

Beseitigung Rechtsunsicherheit: Die

Marktabgrenzung im Kfz-Gewerbe ist in der

Schweiz noch nicht restlos geklärt. Nationale

und internationale Behörden, internationale

Gerichte und die rechtlichen Grundlagen

gehen von separaten Märkten Sales, Aftersales

und Ersatzteile aus. Die Rechtsprechung

der Schweizer Zivilgerichte ist bisher nicht

einheitlich allerdings ohne ökonomische

Grundlage. Diese Lücke schliesst nur das

neue Gutachten der ZHAW. Für die Garagisten

bedeutet dies, dass Importeure auf dem

Markt für Aftersales in der Regel marktbeherrschend

sind und sich daher an die Vorgaben

von Art. 7 KG halten müssen.

Rechtliche Unterstützung: Der AGVS

wird die Weko-Praxis und vor allem die Umsetzung

der kartell-rechtlichen Vorgaben der

Weko weiterhin beobachten. Sollten Sie in

diesem Zusammenhang Fragen haben, melden

Sie sich beim Rechtsdienst des AGVS! <

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POLITIK & RECHT

Vorerst keine periodischen Abgastests: Eine entsprechende Motion von Tiana Moser wurde im Nationalrat nicht behandelt.

Frühlingssession der eidgenössischen Räte

Abgastests auf der langen Bank

Auch in der Frühlingssession der eidgenössischen Räte war die Motion von Nationalrätin Tiana Moser zur Wiedereinführung

der periodischen Abgaskontrolle kein Thema. Wird das Begehren nun ad acta gelegt? Sandro Compagno

Die Regeln sind klar und haben schon manchen politischen Vorstoss

versanden lassen. Wird ein parlamentarischer Vorstoss nicht

innert zwei Jahren nach seiner Einreichung abschliessend behandelt,

wird er abgeschrieben. Und da Tiana Moser (GLP/ZH) ihre Motion

zur Einführung einer periodischen Abgaskontrolle am 17. März 2017

eingereicht hat, wird sie nach dem Ende der Frühlingssession genau

dieses Schicksal ereilen.

Die Zürcher Nationalrätin und ihre Mitunterzeichner darunter

die aktuelle VBS-Vorsteherin Viola Amherd (CVP), aber auch

die Grüne Regula Rytz oder das SVP-Urgestein Ueli Giezendanner

erwägen nun, die Motion erneut einzureichen. Im Nachgang zu

den Manipulationen mehrerer Hersteller an den Abgasreinigungssystemen

vor allem von Dieselfahrzeugen hatte die Zürcher Nationalrätin

verlangt, dass die 2014 eingestellten periodischen Kontrollen

wieder aufgenommen werden. Die Schweizer Garagisten sollten

dabei eine durchaus wichtige Rolle spielen. «Ein Teil der notwendigen

Infrastruktur wie auch das Know-how ist bereits bei

den Prüflaboren (z.B. Empa, Fachhochschulen), den Strassenverkehrsämtern

oder den Schweizer Garagen gegeben. Automechaniker

sind in der Schweiz für Abgasmessungen wie auch Reparaturen ausgebildet

und können diese niederschwellig vornehmen», schreibt

Tiana Moser in ihrer Motion.

Sommer-RS im Clinch mit Berufslehre

Ein Vorstoss, der ebenfalls Auswirkungen auf das Gewerbe hat,

wurde dafür von Ständerat überwiesen. Der Ständerat will den

Beginn der Sommer-RS nach hinten verschieben, um diese besser

auf das Ende der Berufslehre abzustimmen. Er hat eine Motion des

Obwaldner CVP-Ständerats Erich Ettlin mit dieser Forderung angenommen.

Dieser erinnerte daran, dass der Beginn der Sommer-

Rekrutenschule mit der Armeereform WEA nach vorne verschoben

worden sei. Beim RS-Beginn seien die meisten Lehrverhältnisse noch

nicht beendet. Verteidigungsministerin Viola Amherd betonte, dass

auch die Ausbildungsbedürfnisse der Armee berücksichtigt werden

müssten. Diese prüfe aber, wie im Rahmen der geltenden Rechtsordnung

den Lehrbetrieben entgegengekommen werden könne.

Nimmt auch der Nationalrat die Motion an, ist der Auftrag für den

Bundesrat verbindlich. <

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82 April 2019 | AUTOINSIDE


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auto-i-dat ag

Vertrauen als Basis für Restwerte

Der Trend ist klar: verstärkte Regulationen im Finanzbereich, unsichere Restwerte für alternative Antriebe, neue Mobilitätskonzepte

all das führt sowohl bei Anbietern wie auch Käufern zu Verunsicherung. Fahrzeug- und Mobilitätsanbieter

brauchen verlässliche Restwerte.

pd. Welche Autos, Fahrzeugklassen und Motorisierungen

behalten nach ein, zwei oder

mehr Jahren ihren Wert am stabilsten? Auf

diese regelmässig gestellten Fragen beim

Fahrzeugeinkauf liefert die auto-i-dat ag mit

ihrem Programm auto-i Forecast zuverlässige

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böse Überraschungen zu verhindern. Seit

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Autohandel als einziger Schweizer

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Neuwagenpreisen und zum Marktgeschehen

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Update bald alle zwei Tage

Auf Basis dieses täglichen Monitorings, der

permanenten Analyse und der dynamischen

Anpassung an aktuelle Gegebenheiten (Diesel-

Thematik!) gehen die Bestrebungen der autoi-dat

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Update veröffentlicht werden kann.

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Bild Andreas Busslinger

AGVS-Delegiertenversammlung am 12. Juni 2019 in Unterägeri

Wir laden Sie herzlich ein

Die Sektion Zug und der AGVS Schweiz freuen

sich, Sie an die Delegiertenversammlung in

Unterägeri begrüssen zu dürfen. Der Kanton

Zug zählt zur Grossregion Zentralschweiz sowie

zur Metropolregion Zürich. Unterägeri befindet

sich am westlichen Ende des Ägerisees (auf knapp

730 m ü. M.), südöstlich der Stadt Zug. Wir freuen

uns über Ihre Teilnahme. <

Programm

Ab 8.30 Uhr Eintreffen der Teilnehmer

10 bis 12.30 Uhr Delegiertenversammlung

ab 12.30 Uhr Apéro und anschl. Mittagessen

ca. 15 Uhr Ende

Ort

Aegerihalle, Zentrum Chilematt,

Alte Landstrasse 113, 6314 Unterägeri

Wir freuen uns, Sie am Mittwoch, 12. Juni 2019,

in Unterägeri willkommen zu heissen. Gerne

nehmen wir Ihre Anmeldung bis spätestens 19.

Mai 2019 entgegen: AGVS, Monique Baldinger,

Direktwahl 031 307 15 26 oder E-Mail monique.

baldinger@agvs-upsa.ch.

Für Ihre Teilnahme verrechnen wir einen

Unkostenanteil von 60 Franken

(einschliesslich Mittagessen).

AUTOINSIDE | April 2019 83


VERBAND & SEKTIONEN

Solothurner Autogewerbe fördert den Nachwuchs

> Die AGVS-Sektion Solothurn bildet einen Ausbildungsfond zur Förderung der jungen Berufsleute.

René Bobnar, Präsident der AGVS-Sektion

Solothurn, begrüsste zahlreiche Mitglieder

und Gäste zur 88. Generealversammlung darunter

auch die Nationalräte Walter Wobmann

und Christian Imark. Zudem stellte der Präsident

mit Freude fest, dass die Sektion eine

gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit

mit dem Amt für Berufsbildung, der Mittelund

Hochschule sowie dem Berufsbildungszentrum

Solothurn pflegt. Dies zeigte sich

beispielsweise mit der Präsenz vieler Funktionsträger

dieser Institutionen. Auch mit der

Motorfahrzeugkontrolle, den benachbarten

Sektionen Aargau und beider Basel sowie dem

Dachverband AGVS Schweiz tauscht sich der

Verband regelmässig aus.

Mit 299 716 neu immatrikulierten Fahrzeugen

lag der Schweizer Automarkt erstmals

seit Langem unter der 300 000er-Marke.

Der Präsident wies zudem auf einen Bericht

der «SonntagsZeitung» vom 26. Januar hin, in

dem besonders die Solothurner Kennzahlen

erläutert wurden. «Das Auto-Business macht

sich grosse Gedanken darüber, was passiert,

wenn Elektrofahrzeuge einen bedeutenden

Marktanteil einnehmen», sagte Bobnar. Bekannte

Arbeiten im Bereich Wartung würden

wegfallen, dafür werde der digitale Anteil

steigen. Somit steigen auch die Ansprüche

an die Ausbildung. Die Garagisten sind gefordert,

sich diesen Veränderungen zu stellen.

Eine Tatsache wird sich jedoch nicht ändern:

Die individuelle Mobilität wird bei Herr und

Frau Schweizer immer ein zentrales Thema

bleiben.

Geschäftsführer Thomas Jenni führte anschliessend

durch den Jahresbericht: Im Ausbildungscenter

werden die Überbetrieblichen

Kurse wie auch Förderkurse für schwächere

Lernende durchgeführt. Die Auslastung sei

soweit gut; die schwachen Jahrgänge würden

sich aber bemerkbar machen. So sei ein leichter

Rückgang der Lehrverhältnisse spürbar.

Jenni betonte die Wichtigkeit der Rekruktierung:

Mit einer gezielten und umfassenden

Beurteilung der interessierten Kandidaten

lasse sich später eine Änderung der einzelnen

Lehrverhältnisse oder gar Auflösung vermeiden.

Die Sektion unternimmt bezüglich Berufsbildungsmarketing

sehr viel und ist beispielsweise

an allen Lehrstellenbörsen präsent.

Zudem sind bereits einige Garagisten im kantonalen

Projekt «Rent a Boss» involviert. Das

Angebot für Schulen wurde vom kantonalen

Solothurner Gewerbeverband, der Solothurner

Handelskammer, dem Amt für Berufsbildung

sowie der Mittel- und Hochschule lanciert.

Um den Vorgaben der neuen Bildungsverordnung

zu genügen, stehen in den Jahren

2020/2021 grosse Investitionen im Ausbildungscenter

an. Diese Investitionen können

nicht aus der laufenden Rechnung getätigt

werden. Die Sektion kann aber auf die Unterstützung

ihrer Mitglieder zählen: Sie werden

in den Jahren 2019 und 2020 in einen Ausbildungsfond

investieren. Dank diesem können

die notwendigen Anschaffungen getätigt

werden und darüber hinaus auch Förderkurse

sowie die Rekrutierung des Nachwuchses gefördert

werden. Das Team vom Ausbildungscenter

bedankte sich für die Hilfe.

Die Verbandsrechnung inklusive Ausbildungscenter

weist einen kleinen Gewinn von

3000 Franken aus. Die Einnahmen aus Mitglieder-

und Kursbeiträge liegen auf Vorjahresniveau.

Die Aufwendungen entsprechen

ebenfalls den Erwartungen und setzen sich

aus Personalaufwand, Liegenschafts- und Betriebskosten

zusammen. Die Bilanzsumme

liegt knapp unter einer Million. Wie immer

hat die Firma Conz Treuhand AG aus Olten

die Prüfung der Rechnung professionell vorgenommen.

Fazit: Der Auto Gewerbe Verband Solothurn

geht mit viel Elan ins neue Verbandsjahr.

<

Die Solothurner Sektion des AGVS investiert in sein Ausbildungscenter und kann dazu auf seine Mitglieder zählen: Sie investieren in einen Ausbildungsfond.

84 April 2019 | AUTOINSIDE


VERBAND & SEKTIONEN

Zürcher Garagen können bald Nachkontrollen durchführen

> Der Kanton Zürich hat mit der Zürcher Sektion des AGVS eine Vereinbarung über ein RBV unterzeichnet

abi. «Eine gute Lösung für alle Seiten.» Mit diesen Worten fasste der

Zürcher Regierungsrat Mario Fehr (SP) die Vereinbarung über ein Reparaturbestätigungs-Verfahren

(RBV) zusammen. «Sie ist ökologisch sinnvoll,

da viele unnötige Fahrten wegfallen, die Bevölkerung profitiert von

kürzeren Wegen und sie steigert die Attraktivität der Garagisten.»

Mit dem RBV werden die Zürcher Garagen berechtigt, im Auftrag

des Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich (StVA) selber Nachkontrollen

durchzuführen. Die Garagenbetriebe müssen dazu verschiedene

Kriterien erfüllen, beispielweise bezüglich Personal und Infrastruktur.

Um die Qualität sicherzustellen, kontrolliert das StVA die RBV-Betriebe

oder reparierte Fahrzeuge mittels Stichproben. «Wir haben grosses Vertrauen

in die Garagisten und den AGVS», sagt Fehr an der Unterzeichnung

Anfang März. «Der Verband steht für Qualität.»

Peter Kyburz, Geschäftsleiter des StVA, ergänzt: «Wir stellen hohe

Anforderungen an die Betriebe. Sie müssen sauber arbeiten, denn

‹ab MFK› ist eine wertvolle Marke.» Sie hätten daher einen engen

Rahmen definiert, damit die Qualitätsstandards erfüllt werden.

Auch die Sanktionen sind in der Vereinbarung geregelt. «Wer sich

nicht an die Regeln hält, wird ausgeschlossen», betont Kyburz.

Auch er ist davon überzeugt, dass die Automobilisten es schätzen

werden, wenn sie wegen eines durchschnittlichen Mangels zu

ihrem Garagisten gehen können und nicht ins Strassenverkehrsamt

fahren müssen. «Das hat für uns auch betriebliche Vorteile»,

sagt er. «Wir können beispielsweise die Auslastung besser steuern

und gewinnen so an Flexibilität.» Es geht immerhin um rund 40 000

Nachkontrollen pro Jahr.

Unter Federführung des Präsidenten

RBV ist in der Schweiz nicht neu: Die Kantone Appenzell, St. Gallen,

Thurgau, Graubünden, Schwyz und Tessin wenden bereits eine solche

Vereinbarung an, die jeweils auf einem Vertrag zwischen der jeweiligen

AGVS-Sektion und dem kantonalen Strassenverkehrsamt basiert.

Damit dies in Zukunft auch im Kanton Zürich möglich ist, brauchte

es einen parlamentarischen Vorstoss, «aus dem Christian Müller dann

das Beste für eine sinnvolle Umsetzung herausgeholt hat», sagt Fehr.

Christian Müller ist Präsident der AGVS-Sektion Zürich und FDP-

Kantonsrat. Unter seiner Federführung kam die Vereinbarung mit

dem Kanton zustande. «Für die Garagisten ist das RBV eine gute

Freuen sich über die Vereinbarung: (v. l.) Peter Kyburz, Geschäftsleiter StVA

Kanton Zürich, AGVS-Sektion-Zürich-Präsident Christian Müller, Regierungsrat

Mario Fehr und Diego De Pedrini, Sekretär AGVS-Sektion Zürich.

Möglichkeit, um sich als Mobilitätsdienstleister zu positionieren», sagt

er. «Es ist aber kein Geschäftsmodell, sondern lediglich eine Dienstleistung,

die wir künftig anbieten können.» Auch sorge das RBV für eine

Entlastung der Garagenbetriebe: Oftmals waren es die Garagisten, die

die Kundenautos für die Nachkontrolle zur Prüfstelle fuhren.

Ziel: Start Anfang 2020

In einem nächsten Schritt legt der AGVS nun die genauen Kriterien

für die Betriebe fest und erstellt eine Datenbank, die über eine

Schnittstelle zum StVA verfügt. Danach können sich die Garagen

bewerben. Die Verantwortung für das Audit liegt ebenfalls beim

AGVS. «Läuft alles nach Plan, können wir ab Anfang 2020 die ersten

Nachkontrollen durchführen», sagt Müller. <

Weniger Sorgen

für Selbstständige.

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85 April 2019 | AUTOINSIDE


PRODUKTE & DIENSTLEISTUNGEN

Interview mit Roland Lötscher, CEO Mobility

«Es braucht Lösungen, und

zwar schnell»

Roland Lötscher ist seit Anfang Jahr CEO der Carsharing-Genossenschaft Mobility. Im Gespräch mit AUTOINSIDE

erklärt er, was ihn am Thema Mobilität reizt und wie zufrieden er mit dem AGVS-Pilotprojekt ist. André Bissegger

Roland Lötscher, CEO Mobility.

Herr Lötscher, wie haben Sie die ersten

Monate als Mobility-CEO erlebt?

Roland Lötscher, CEO Mobility: Intensiv

und sehr spannend. Mobility ist ein breit

aufgestelltes Unternehmen, das mit einem

hohen Tempo im Markt unterwegs ist. Da

gibt es viel zu lernen, zu analysieren und zu

entscheiden. Ich bin mir sicher, dass wir auf

dem richtigen Weg sind. Aber es gilt, unsere

Schlagzahl noch einmal zu erhöhen.

Sie waren früher vor allem bei Telekom-

Unternehmen im In- und Ausland tätig und

haben nun in die Mobilitätsbranche gewechselt.

Was reizt Sie an der Mobilität?

Mobilität stellt die Gesellschaft vor immer

grössere Herausforderungen. Schon

heute sind die Systeme überlastet, Staus und

Umweltbelastung sind die Folge. Denkt man

diese Entwicklung in die Zukunft weiter,

merkt man: Es braucht Lösungen, und zwar

schnell. Mobility ist ein wichtiger Teil dieser

Lösung. Es reizt mich, für solch ein zukunftsorientiertes

Unternehmen zu arbeiten.

Ziel von Mobility ist, zum führenden

Schweizer Anbieter für individuelle

Mobilität zu werden. Wie wollen Sie

dieses Ziel erreichen?

Indem unsere Kunden mit einem Klick

verschiedenste Möglichkeiten haben, von A

nach B zu kommen. Zum Flughafen fahren

und das Auto einfach stehen lassen? Nimm

«Moblity-One-Way». Ein Tagesausflug in

die Berge? Nimm «Mobility-Return». Für die

Kurzfahrt in Zürich? Nimm den Scooter. Mit

dieser Flexibilität wollen wir die Menschen

von uns überzeugen und davon, dass es

vor allem in Städten kein Privatauto mehr

braucht, um rund um die Uhr mobil zu sein.

Wie bewerten Sie den Test mit den Garagisten,

die ihre Fahrzeuge neu Mobility zur

Verfügung stellen können?

Der Anfang war sehr überzeugend. Wir

haben viel positives Feedback erhalten, auch

von Garagenbetrieben selber. Für uns ist die

Zusammenarbeit deshalb interessant, weil wir

an attraktive städtische und ländliche Lagen

kommen. Ausserdem nutzen wir Ressourcen

effizient: Wir bringen «Stehzeuge» auf die

Strasse, statt selber neue Autos zu kaufen.

Haben Sie selbst schon ein Mobility-Auto

aus einem Garagenbetrieb gemietet?

Nein, da noch keine Garage in meiner

Nähe bei diesem Projekt mitmacht. Eines ist

allerdings klar: Das Erlebnis ist genau gleich

toll wie mit einem roten Mobility-Auto. Darauf

legen wir grossen Wert. Einfach anmelden,

buchen, losfahren und Geld sparen. Ob

das Auto nun rot, blau oder grau lackiert ist,

spielt dem Fahrer ja keine Rolle.

Für einige Autofahrer sind die Mobility-

Fahrer ein rotes Tuch im Strassenverkehr.

Können und wollen Sie dieses Image

korrigieren?

Klischees verstärken sich oft nur, wenn man

sie bekämpft. Es ist mit Mobility genau wie mit

den Aargauern und ihren weissen Socken: Die

Realität ist eine ganz andere, aber das Klischee

bleibt. Wir wissen, dass unsere Kunden genau

gleich gut fahren wie jeder andere Schweizer.

Das zeigen Versicherungsstatistiken.

Welchen Einfluss wird autonomes Fahren

auf das Sharing-Geschäft haben?

Selbstfahrende Autos bieten eine riesige

Chance für uns. Sie werden Reisende auf

Knopfdruck abholen, von A nach B bringen

und danach eigenständig parkieren und tanken.

Das ermöglicht Carsharing im grossen

Stil, wobei sowohl «Sammeltaxis» als auch

Autos für individuelle Einzelstrecken denkbar

sind. Langfristig gesehen kann das die Zahl

an Privatautos reduzieren und die Verkehrssituation

entlasten. Mit unserem Pilotprojekt

in Zug, wo wir den «MyShuttle» zusammen

mit Partnern testen, wollen wir einen grossen

Schritt in die Mobilität der Zukunft machen.

Der Volksmund sagt: «Teilen ist das neue

Besitzen». Ist das tatsächlich so?

Teilen ist ein Megatrend, ja. Gerade jüngere

Generationen sind sich gewohnt, Dinge

zu nutzen statt sie zu besitzen. Das fängt bei

Ferienwohnungen an und hört eben bei Mobilität

auf. Es ist doch toll, wenn man keinen

Parkplatz, keine Versicherungen und keine

Reparaturen zahlen muss und trotzdem

rund um die Uhr ein Auto zur Verfügung

hat. Wir merken das an den vielen jungen

Mobility-Kunden, deren Zahl überproportional

wächst.

Wie würden Sie Ihre Beziehung zum Automobil

beschreiben? Ist es mehr Mittel zum

Zweck oder auch Fahrgenuss? Welches

Auto fahren Sie privat?

Ich habe eine sehr pragmatische Beziehung

zum Auto. Wir wohnen mitten in der

Stadt und brauchen kein eigenes Auto. Wir

teilen uns bei Bedarf den älteren Firmen-Sharan

meiner Frau. Und neu nutze ich natürlich

auch Mobility. <

86 April 2019 | AUTOINSIDE


SPONSORED CONTENT

Digitales Tool unterstützt Kunden-Dialog

Auch Kundenbeziehung profitiert von

der Stieger Annahme-App

Der Einsatz digitaler Instrumente in vielfältige Betriebsabläufe gehört immer mehr zum Standard einer Garage. Richtig eingebunden,

hilft es dem Garagisten auch beim Optimieren seiner Kundenbeziehungen, wie das Beispiel der Stieger Annahme-App zeigt.

pd. Der persönliche Austausch mit dem Kunden wird umso wichtiger,

je mehr auf digitalem Weg mit ihm kommuniziert wird. Die mobile

Fahrzeugannahme mit der Annahme-App verbindet beides auf ideale

Weise: Der Garagist erfasst im Dialog mit dem Kunden den Auftrag

direkt und komfortabel via Tablet und kann in dessen Beisein alle

Arbeiten checklistengeführt per Texteingabe und Foto dokumentieren.

Dieses Vorgehen ermöglicht ihm eine qualitativ hochstehende Beratung

und Betreuung, die das Kundenvertrauen stärkt und gleichzeitig

die Beziehung zwischen den beiden Parteien optimieren hilft.

Praxiserprobt

Das Digitalisieren der Fahrzeugannahme geht denkbar einfach: Die

App lässt sich schnell und unkompliziert in eine bestehende IT-Lösung

von Stieger integrieren. Kommt ein Neu- oder Stammkunde ohne vorherige

Anmeldung in die Garage, kann der Serviceberater auch ohne

bestehende Auftragsdaten sofort mit der mobilen Fahrzeugannahme

starten. Denn die Stieger Annahme-App erlaubt es ihm, den Werkstattauftrag

direkt am Tablet zu eröffnen.

Clever vernetzt

Dank geführter Abläufe und Checklisten der App sind schnelle

und lückenlose Fahrzeugannahmen möglich. Schäden am Auto können

direkt ab Tablet fotografiert und der Auftrag ergänzt oder Zusatzaufgaben

dokumentiert werden. Die Daten werden per WLAN

ins System übertragen, Bilder automatisch in der Dokumentenverwaltung

des Werkstattplaners sowie dem DMS abgespeichert. In

gewohnter Form erhält die Werkstatt dann den Auftrag. Auch dass

direkt aus der App heraus der buchhalterische Auftrag automatisch

eröffnet werden kann, ist für den Garagisten sehr hilfreich.

Die Vollintegration der Annahme-App ins Stieger-DMS xDrive

bzw. EUROPLUS und den Werkstattplaner xPlan stellt sicher, dass

Werkstattaufträge von der Fahrzeugannahme bis zur Rechnungsstellung

den Betrieb reibungslos durchlaufen. <

Mehr erfahren und unverbindlich präsentieren lassen: Stephan Rissi,

Telefon 071 858 50 80, ist gerne behilflich.

Stellenausschreibung

Wir suchen per 1. August 2019

Fachlehrperson für Automobilberufe EFZ/EBA (20 40%)

WEITERBILDUNG

GEWERBLICH-INDUSTRIELLE

BERUFSSCHULE BERN

Die Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern (gibb) ist eine

kantonale Berufsfachschule des Kantons Bern. Wir unterrichten

rund 7000 junge Menschen in mehr als 60 gewerblichindustriellen

Berufen und bilden etwa 1000 Berufstätige berufsbegleitend

in der höheren Berufsbildung (HBB) aus.

Aufgabe:

Erteilen von berufskundlichem Unterricht an folgende Klassen:

«Automobil-Assistenten/-innen EBA» und

«Automobil-Fachleute EFZ»

Anforderungen:

Abgeschlossene Lehre als Automobil-Mechatroniker/in oder

Automechaniker/in, Abschluss als Automobildiagnostiker/in mit

eidg. Fachausweis (Berufsprüfung), Abschluss als Betriebswirt/in

im Automobilgewerbe oder Automobilkaufmann/-kauffrau (Höhere

Fachprüfung) oder Automobilingenieur HTL/FH oder gleichwertiger

Abschluss, mehrjährige Berufspraxis im entsprechenden Berufsfeld,

Unterrichtserfahrung in der Berufsbildung erwünscht, Bereitschaft

zu pädagogischer und fachlicher Weiterbildung.

Anstellungsart:

Befristete Anstellung und Besoldung nach den kantonalen

Richtlinien (LAG/LAV).

Wir bieten:

• Sorgfältige Einführung in die Lehrtätigkeit mittels Mentorat.

• Engagierte Teamarbeit mit verbindlicher Unterstützung durch

das Team und die Schulleitung.

• Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten in einer entwicklungsorientierten

Berufsfachschule.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne:

Niklaus Gerber, Leiter Abteilung Mechanisch-Technische Berufe

niklaus.gerber@gibb.ch/031 335 92 20

Bewerbungen mit Lebenslauf, Foto und Zeugniskopien bitte an:

Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern

Niklaus Gerber, Leiter Abteilung MTB

Postfach 248, Lorrainestrasse 1, 3000 Bern 22

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis am 12. April 2019

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AUTOINSIDE | April 2019 87


GARAGENWELT

Continental

continental-reifen.ch

> Neuer EcoContact 6: Optimierter Hightech-Reifen für eine breite Palette an Fahrzeugen

pd. Der neue EcoContact 6 nimmt weniger Energie auf. Das

bringt mit der neuen «Green Chili verringert den Rollwiderstand.

2.0»-Generation die neueste und Somit trägt der EcoContact 6

fortschrittlichste Mischungstechnologie

in die Eco Reifen-

dazu bei, Kraftstoff zu sparen.

reihe. Der neue Sommerreifen

ist ein Hightech-Produkt für

höchste Ansprüche an Sicherheit,

weniger Kraftstoffverbrauch,

mehr Laufleistung und

optimierten Grip.

Verglichen mit dem Conti

EcoContact 5 bietet der Eco

Contact 6 um 20 Prozent höhere

Laufleistung, einen um 15 Prozent

verringerten Rollwiderstand,

noch präziseres Handling

und kürzere Bremswege auf

nasser und trockener Fahrbahn.

Weniger Kraftstoffverbrauch

Durch die «Green Chili

2.0»-Gummimischung wird

weniger Reibung beim Kontakt

zur Strasse erzeugt. Der Reifen

KW Automotive AG

kwsuspenisons.ch

> Stufenlose Tieferlegung bei Serienfahrwerken mit KW Automotive

pd. Seit mehreren Jahren

bietet KW als Marktführer für

individuelle Fahrwerklösungen

mit seinen bewährten Gewindefedern

die Möglichkeit,

Serienfahrwerke mit einer

stufenlosen Niveauregulierung

auszurüsten. Ähnlich wie ein

Gewindefahrwerk ermöglichen

die KW-Gewindefedern

eine individuelle Tieferlegung.

Die Fahrzeuge können an der

Vorderachse zwischen 15

bis 25 Millimeter und an der

Hinterachse zwischen 5 bis 20

Millimeter stufenlos tiefergelegt

werden. Mit herkömmlichen

Federn verschiedener Anbieter

ist eine stufenlose Tieferlegung

nicht möglich.

Ab sofort sind die

höheneinstellbaren Federn auch

für den Audi RS3 Sportback

und die Audi RS3 Stufenhecklimousine

(8V-Baureihe), den

Mehr Laufleistung

Mit der «Green Chili

2.0»-Technologie wird ein

optimiertes Anpassungsverhalten

des Reifens an die

Fahrbahnoberfläche erreicht.

Weniger Schlupf führt

zu weniger Reifenabrieb auf

trockener und nasser Fahrbahn.

Dadurch erhöht sich die

Laufleistung des EcoContact 6.

Grössenabhängige Profilanpassungen

mit 3 bis 5 Längsrillen

ermöglichen optimales

Handling für verschiedene

Fahrzeuge. Neue Bestandteile

der «Green Chili 2.0»-Gummimischung

verbessern den Grip

bei Trockenheit und Nässe. <

Der neue EcoContact 6

von Continental.

Golf 7 R Typ AU (Variant und

Limousine), den Cupra Ateca

(Allrad) und den Seat Leon

Cupra und Cupra «R» erhältlich.

Die serienmässige elektronische

Dämpferregulierung bleibt bei

allen Fahrzeugen erhalten.

«In den vergangenen Jahren

haben wir verschiedene

Systeme entwickelt und nach

ausführlichen Belastungs- und

Langzeittests können nun auch

ausgewählte Kompakt- und

Mittelklassemodelle, die über

einen am Serienfederbein konventionell

befestigen Federteller

verfügen, mit unseren weiterentwickelten

KW-Gewindefedern

ausgerüstet werden»,

erklärt KW-Geschäftsführer

Peter Banz.

Der variable Spielraum

bei der Tieferlegung hat den

grossen Vorteil, dass beim

Wechsel der Rad-Reifenkombination

die Tiefe an die

neuen Felgen angepasst werden

kann. Mit herkömmlichen

Fahrwerkfedern ist dies nicht

möglich. In Verbindung mit den

Seriendämpfern im Fahrzeug

wird durch die KW-Gewindefedern

ein harmonisches

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und direktes Fahrverhalten

realisiert. Selbst bei

extremen Fahrmanövern und

plötzlichen Lastwechseln

steigern die KW-Federn mit

ihrer progressiven Federrate

die Agilität und sorgen für ein

harmonisches Fahr verhalten. <

Die KW Gewindefedern sind jetzt auch für den Audi RS3 erhältlich.

88 April 2019 | AUTOINSIDE


GARAGENWELT

Mewa Service AG

mewa.ch

> Multitex: Power-Auffangmatte gegen Öl und Leckagen

pd. In der Produktion, Montage schützt Maschinen, Arbeitsplatz

oder der Werkstatt sind

und Boden vor Ver-

professionelle Saugmatten schmutzung: beim Wechsel von

eine saubere Sache. Sie helfen Öl-, Brems- und Kühlflüssigkeiten,

im täglichen Kampf gegen

für das Aufsaugen von

tropfende oder chemische Emulsionen, Laugen oder Lösemitteln,

Flüssigkeiten oder kriechende

beim Zerlegen von Ge-

Öle. Mit der Auffangmatte triebe- und Motorteilen, für die

Multitex bietet Mewa eine Ablage öliger Werkzeuge und

einfache und effektive Lösung: bei der Reparatur von Pumpen

eine schützende Unterlage oder Rohrleitungen.

bei Reparatur- und Wartungsarbeiten,

Rund drei Liter Flüssig-

die gleichzeitig für keit «tankt» das Spezialvlies.

Sauberkeit sorgt. Sauber bleibt Heikle Flüssigkeiten werden

dabei auch die Umwelt, denn im Saugkern sicher und sauber

Mewa holt die verschmutzten gespeichert. Und dies dank

Matten ab, wäscht sie und bringt dem umweltfreundlichen

sie sauber zum Kunden zurück. Mehrwegsystem viele Male.

Die Auffangmatte Multitex Im griffigen Format von 60 x 90

eignet sich speziell in der cm ist die Matte absolut unentbehrlich.

Metall- und Automobilindustrie,

Ein praktisches Plus:

in den Branchen Sanitär, Mehrere aneinandergelegte

Heizung und Klima oder in Auffangmatten decken grössere

Autowerkstätten. Sie saugt Leckage-Schwerpunkte zuverlässig

alle Flüssigkeiten auf und

ab.

Multitex ist eine Mehrweg-

Textillösung, das heisst, die

Matten werden nicht gekauft,

sondern im Full-Service von

Mewa unkompliziert und im vertraglich

vereinbarten Rhythmus

und im sicher verschlossenen

Safety Container SaCon angeliefert,

abgeholt, gewaschen

und vom Servicefahrer sauber

wieder gebracht. Umweltschonend

und wirtschaftlich

eine spürbare Entlastung für

den Betrieb. <

Die textile Auffangmatte Mewa Multitex dient bei Reparatur- und Wartungsarbeiten

als schützende Unterlage und reduziert die Rutschgefahr.

Südo AG

suedo.ch

> Südo reist im Bus mit den Werkzeugen der KS-Tools zu den Kunden

pd. Die Südo AG ist der KS-

Tools-Partner für die Schweiz.

Als international führender

Anbieter für Werkzeuge und

Werkstatteinrichtungen steht

KS Tools mit über 350 Mitarbeitern

für Qualität, ein

attraktives Preis-Leistungsverhältnis,

Lösungsorientierung

und Flexibilität. Ausserdem

verfügt KS-Tools mit circa

34 000 Artikeln über eines

der breitesten Sortimente im

Standard- und Spezialwerkzeugbereich.

deren Qualität für sich sprechen

lassen.

Mit über 300 Artikeln, die

sich im Bus befinden, können

wir den Kunden bereits einen

grossen Teil von Spezialwerkzeugen

für den Automotivbereich

gezeigt werden. <

Unterwegs im KS-Tools-Bus

Die Südo AG ist Importeur

der neusten Werkzeuge von KS

Tools. Die Südo-Aussendienstmitarbeiter

sind mit einem

eigens angefertigten KS-Tools-

Bus für die Kunden unterwegs

und können so direkt vor Ort die

Werkzeuge präsentieren und

Die Aussendienstmitarbeiter der Südo AG sind mit einem speziell angefertigten

KS-Tools-Bus für die Kunden unterwegs.

AUTOINSIDE | April 2019 89


UMFRAGE DES MONATS

UNTERSTÜTZEN SIE DIE

IDEE, DAS AUSGEWÄHLTE

ZULIEFERER VON HALLE 7

IN DIE HALLEN 1 6

WECHSELN KÖNNEN?

Halle 1 6

Mit einer Reglementsänderung werden Ausstellern aus

Halle 7 die Türen zu den Hallen 1 bis 6 geöffnet. Damit

soll der Auto-Salon fit für die Zukunft gemacht werden.

48 Prozent der Umfrageteilnehmer sind jedoch der

Meinung, das löse das Problem nicht. 32 Prozent finden

die Idee gut, 20 Prozent nicht. (Stand 21. März)

32%

Gute Idee

20%

Keine

gute Idee

48%

Löst das

Problem

nicht

Bereitet Ihnen das Rekrutieren

von Lernenden Schwierigkeiten?

Halle 7

Hier gehts zur aktuellen Umfrage:

Scannen und mitmachen!

www.agvs-upsa.ch/de/

bereitet-ihnen-das-rekrutierenvon-lernenden-schwierigkeiten

UNTERSTÜTZEN SIE DIE IDEE, DAS AUSGEWÄHLTE

ZULIEFERER VON HALLE 7 IN DIE HALLEN 1-6

WECHSELN KÖNNEN?

VORSCHAU AUTOINSIDE-AUSGABE 5 MAI 2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 6. Mai 2019 mit folgenden Schwerpunktthemen:

Der Blick nach hinten: Eyesight-

Rückfahrkameras retten Leben

Überwachungs- und Rückfahrkameras sind

seit 1. April Pflicht für Traktoren. Aber auch

Transportunternehmen nutzen Eyesight immer

mehr und verhindern so schwere Unfälle.

Elektrische Bedrohung für

Strassenretter

Die E-Autos stellen die Blaulichtorganisationen

vor unbekannte Herausforderungen: Retter und

Insassen sehen sich durch den Strom einer neuen

Gefährdung gegenüber.

Genossenschaft ESA trifft sich Mitte

Mai zur Generalversammlung

AUTOINSIDE zeigt, womit sich die ESA-Mitinhaber

am 16. Mai im Casino-Kursaal in

Interlaken befassen müssen und worauf sie

sich freuen können.

Das auflagenstärkste Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

91. Jahrgang, 11 Ausgaben in deutscher und französischer Sprache

WEMF-beglaubigte Auflage per September 2018: 12 725 Exemplare davon 9548 in Deutsch, 3117 in Französisch

Herausgeber

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

www.agvs-upsa.ch

Verlag

AUTOINSIDE

Wölflistrasse 5, Postfach 64, CH-3000 Bern 22

Telefon: +41 (0)31 307 15 15

verlag@agvs-upsa.ch, www.autoinside.ch

Administration und Aboverwaltung

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Redaktionsteam: Sandro Compagno (sco,

Redaktionsleiter), Reinhard Kronenberg

(kro, Leiter Publizistik), Sascha Rhyner

(srh, Redaktor Mobilität), André Bissegger

(abi, Redaktor Mobilität), Jean-Philippe

Pressl-Wenger (jppw, Korrespondent Westschweiz),

Andreas Senger (se, Spezialgebiet

Technik), Bruno Sinzig (si, Spezialgebiet

Bildung), Raoul Studer (rst, Spezialgebiet

Politik).

Weitere Beiträge von: Patrick L. Krauskopf,

Sarah Umbricht, Rolf Boesch.

Gestaltung: Robert Knopf, Christoph Pfister,

Fatma Bindal.

Vermarktung

AGVS-Medien

Flurstrasse 50, CH-8048 Zürich

Kontakt: Erich Schlup, Key Account Manager

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Gesamtverantwortung

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Telefon +41 (0)58 344 97 44

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90 April 2019 | AUTOINSIDE


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