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SPORTaktiv April 2019

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Kriechmayr klopft auf Holz:<br />

„Dank starker Kondition und<br />

viel Glück blieb ich von Verletzungen<br />

verschont.“<br />

Wie ich gefeiert habe? Keine Sekunde!<br />

Denn es stand ja mit Kitzbühel der<br />

nächste Klassiker auf dem Programm, da<br />

muss man jede Möglichkeit der Regeneration<br />

nutzen, die sich einem bietet.<br />

Doch statt des nächsten Erfolges kam<br />

die Abfahrt, bei der einigen wohl der<br />

Schrecken in die Glieder gefahren ist.<br />

Ich dagegen habe versucht, es so nüchtern<br />

wie möglich zu analysieren. Meine<br />

Erkenntnis: Es war einfach ein bissl zu<br />

viel, zu viel über meinem Limit, zu viel<br />

über meinen Fähigkeiten. Deswegen hat<br />

es so brutal ausgeschaut. Ich habe mir<br />

die Szenen nachher einmal im Fernsehen<br />

angeschaut, das große Schockerlebnis<br />

hatte ich dabei nicht. Es sah genauso<br />

aus, wie es sich auf der Strecke angefühlt<br />

hat. Da kann man nur sagen: abhaken,<br />

den Blick nach vorne richten.<br />

ES WAR EINFACH EIN<br />

BISSL ZU VIEL, ZU VIEL<br />

ÜBER MEINEM LIMIT,<br />

ZU VIEL ÜBER MEINEN<br />

FÄHIGKEITEN.<br />

Was im konkreten Fall der Blick zur<br />

WM nach Aare war. Der Ort, an dem<br />

ich 2018 beim Weltcup-Finale gewonnen<br />

hatte. Dementsprechend groß waren<br />

die Erwartungen. Gar nicht so sehr<br />

die von außen, die sind bei mir nie so<br />

hoch wie die, die ich an mich selber stelle.<br />

Aber ich wusste, dass ich dort sehr<br />

schnell bin, also wollte ich auch liefern.<br />

Und zwar in Form von Medaillen, was<br />

bei Großereignissen ja das einzig Interessante<br />

ist, wenn man ehrlich ist. Und mit<br />

einmal Silber und einmal Bronze habe<br />

ich das auch geschafft, auch wenn es<br />

zum ganz großen Wurf nicht gereicht<br />

hat. Ja, so sind wir Sportler, restlos<br />

glücklich kann man eben nicht sein,<br />

wenn im Zielraum nicht die Nummer 1<br />

vor deinem Namen steht.<br />

Das Gleiche gilt für den Kampf um<br />

die Kristallkugeln. Wir hatten uns beim<br />

ÖSV vor der Saison vorgenommen, im<br />

Speedbereich eine Kugel zu ergattern.<br />

Das ist uns nicht gelungen, das muss<br />

man auch so klar aussprechen. Und<br />

trotzdem sind die Plätze zwei und drei<br />

absolut in Ordnung. Und ich komme<br />

auch ganz schnell wieder auf den Gedanken:<br />

Es ist ein großes Privileg und<br />

nicht selbstverständlich, eine Saison so<br />

zu beenden. Erst recht in einer Sportart,<br />

in der es jedes Jahr so viele Verletzte<br />

gibt. Ich klopfe auf Holz, dass ich bis<br />

jetzt verschont geblieben bin, was auf<br />

der einen Seite mit viel Arbeit im konditionellen<br />

Bereich, auf der anderen Seite<br />

aber auch mit Glück zusammenhängt.<br />

Wenn ich mir vor Augen halte, wie viele<br />

Toptalente wegen Verletzungen nicht<br />

den Weg einschlagen konnten wie ich,<br />

bin ich mehr als happy und weiß, dass<br />

ich mich absolut glücklich schätzen darf.<br />

Jetzt ist die Saison vorbei und die<br />

meisten Menschen denken ja, dass dann<br />

erst einmal der ganz große Urlaub angesagt<br />

ist. Weit gefehlt! Gerade die Phase<br />

nach dem letzten Rennen ist für mich<br />

die stressigste: Man hat sehr viele Termine,<br />

das neue Material ist fertig und will<br />

getestet werden, und dann wollte ich ja<br />

noch eine Kolumne für den Athlete’s<br />

Corner verfassen ... ;-) Nein, professionelle<br />

Medienarbeit gehört für mich genauso<br />

dazu wie vieles andere. Aber gerade<br />

jetzt werden die Weichen für die neue<br />

Saison gestellt und da es mir in den letzten<br />

Jahren immer gelungen ist, mich<br />

von Jahr zu Jahr zu verbessern, wird es<br />

auch diesmal mein Anspruch sein, wieder<br />

topvorbereitet in die neue Saison zu<br />

gehen. Denn wie gesagt: So ganz zufrieden<br />

sind wir erfolgshungrigen Profisportler<br />

eben doch nie.<br />

Die Energie AG unterstützt seit 19 Jahren<br />

Spitzensportler aus Oberösterreich und formt<br />

damit ein Team, in dem Leistungswille,<br />

Zusammengehörigkeitsgefühl und Authentizität<br />

für eine besondere Atmosphäre sorgen.<br />

Hier die Heldinnen und Helden dieser<br />

einzigartigen Sportfamilie:<br />

Hannes Trinkl (Kapitän), Vincent Kriechmayr,<br />

Lukas Weisshaidinger, Michael Hayböck, Andrea<br />

Limbacher, Victoria Schwarz, Barbara Haas,<br />

Max Lahnsteiner, Johnny Rohrweck, Mendy<br />

Swoboda, Ana Roxana Lehaci, Thomas Mayrpeter,<br />

Stefan Spiessberger, David Brandl<br />

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