toni - Ausgabe 2

lmspeuerbach

toni - das Kulturmagazin der Landesmusikschule Peuerbach

VOL 2

Frühling / Sommer

19

Das Kulturmagazin der

Landesmusikschule Peuerbach

MENSCHENBILDER

Petra Pühretmair

Hubert Antlinger

Ing. Martin Humer

Toni Stadler

S./ 28

DEN SOMMER FEIERN

Das Ikuna Schulfest der LMS Peuerbach

S./ 16

ALLES ANDERE ALS EINE NULLNUMMER

Norbert Trawöger über das Bruckner Orchester Linz und sein Vorspiel in Peuerbach

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VORWORT

Mag. Thomas Stelzer

Landeshauptmann

Foto: Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

Die oberösterreichischen Landesmusikschulen

sind seit über vier Jahrzehnten eine wichtige und

nicht mehr wegzudenkende Ausbildungsstätte

unseres musikalischen Nachwuchses.

Ein Grund dafür sind die hervorragenden

Musikpädagoginnen und -pädagogen, für die

der Unterricht nicht nur Beruf, sondern vielmehr

Berufung darstellt. Die Aufführungen zeigen

zudem, mit welcher Begeisterung die Kinder

und Jugendlichen ihrem musikalischen Hobby

nachgehen. Auch dies ist ein Verdienst des

ambitionierten Unterrichts.

Die besondere Qualität des Unterrichts ist auch

darin zu erkennen, dass nicht selten ehemalige

Landesmusikschülerinnen und -schüler in

Orchestern ihren musikalischen Werdegang

fortsetzen. Aber dies ist natürlich nicht das

Hauptziel unserer Landesmusikschulen. Es liegt

vielmehr darin, unseren Kindern die Möglichkeit

zu bieten, ihre musikalischen Talente unter

professioneller Anleitung entsprechend zu

fördern.

Musikausbildung ist aber nicht nur Ausbildung

an einem oder mehreren Musikinstrumenten,

sondern sie ist vielmehr auch Charakterbildung

und somit mehrfach von besonderem Wert für

unsere Gesellschaft.

Das vorliegende Kulturmagazin der

Landesmusikschule Peuerbach zeigt nicht nur,

wie wichtig Kultur für das Miteinander in einer

Region ist, sondern auch, welch Bedeutung

die Musikschulen in dieser Kulturlandschaft

einnehmen.

Ich darf mich daher stellvertretend für alle

Beteiligten der Landesmusikschule Peuerbach,

bei Direktor Norbert Hebertinger M.A. für ihre

wichtige Arbeit sehr herzlich bedanken. Ich

wünsche Ihnen auch weiterhin für ihr Engagement

viel Erfolg.

Mag. Thomas Stelzer

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toni - das magazin


KOLUMNE

Wolfgang Oberlehner

Bürgermeister

der Stadtgemeinde Peuerbach

KOLUMNE

Karl Geroldinger

Direktor

des Oö. Landesmusikschulwerkes

Liebe Musikschülerinnen und Musikschüler,

sehr geehrte Eltern, liebe Musikfreunde!

Geschätzte Leserinnen und Leser!

Mit „Toni“ hat die Landesmusikschule ein

interessantes Informationsmedium geschaffen,

in dem eindrucksvoll verschiedene Elemente

der kulturellen Entwicklung unserer Region

dargestellt werden. Das Wort Kultur wird leider

oft auf Kunst, Malerei und Musik reduziert. „Kultur“

bedeutet so viel wie bebauen, bestellen, pflegen,

die Art und Weise, wie wir unser Leben, unser

Umfeld ausrichten. Kultur ist Kommunikation und

heißt „durch´s Red’n kommen die Leut‘ z’samm“.

Jede Veranstaltung, egal aus welchen Bereichen,

trägt dazu bei, die Lebensqualität zu erhalten

bzw. zu erhöhen.

Es ist erfreulich, wie die vorhandenen

Möglichkeiten für die verschiedensten

Veranstaltungen genutzt werden. Sei es ein

Konzert mit dem Musikverein, der Liedertafel, die

Maidult der Feuerwehr oder die Osterausstellung

der Goldhaubengruppe, bis hin zum Konzert

des Bruckner Orchester Linz und die vielen

Aufführungen der Landesmusikschule. Diese

Vielfältigkeit ließe sich noch beliebig fortsetzen.

Mit „Toni“ haben wir aber auch einen kongenialen

Manager im Melodium, der seit fast 10 Jahren

in diesem Haus für Ordnung und Qualität sorgt.

Auch der gute Ton steckt im Wort „Toni“, und den

wünschen wir uns in allen Bereichen.

Genießen Sie die kommenden Veranstaltungen

in Peuerbach.

Wolfgang Oberlehner

Das Oö. Landesmusikschulwerk gilt seit mehr

als 40 Jahren als europaweit vorbildliche

musikalische Bildungseinrichtung mit einem

humanbildenden Auftrag.

Als eines der wichtigsten Ziele der

Musikschularbeit wurde von Anfang an genannt,

junge Menschen für Musik zu begeistern

und ihnen einen selbständigen Umgang

mit Musik zu ermöglichen. Denn Menschen,

denen die bewusste, kritische und engagierte

Beschäftigung mit Musik zu einem wichtigen

Bestandteil ihres Lebens geworden ist, erfahren

Geborgenheit, Identifikation und Lebensqualität

in einer Weise, wie sie in der modernen

Gesellschaft immer seltener zu finden sind.

Unsere zentrale Botschaft heißt daher:

“Musik hilft Dir, dein Leben erfüllter und

glücklicher zu meistern!“

“Du kannst Dein Leben nicht verlängern, aber

mit Musik vertiefen! “

Heute sind die OÖ-Landesmusikschulen eine

kultur- und gesellschaftspolitische Größe

geworden, die für Erhaltung und Verbesserung

von Lebensqualität steht. Wir wissen, dass aktiver

Umgang mit Musik eine wertvolle Förderung der

Entwicklung der Persönlichkeit von Menschen ist

und daher schon in frühester Jugend begonnen

werden sollte. Die musikalische Sensibilisierung

weckt schöpferische Kräfte und intellektuelle

wie emotionale Fähigkeiten, die dem Menschen

auch anderweitig zugute kommen, wie zum

Beispiel im allgemeinen Lernverhalten oder in

der Qualität des eigenen Erlebens!

Musizieren wird sich daher auch im nun

geeinten, im Aufbruch befindlichen Europa über

Sprachgrenzen hinwegsetzen und zum positiven

Ausdruck der Mobilisierung unseres geistigen

und kulturellen Kräftepotentials werden.

Und Tonangebend sollte immer die Freude am

Musizieren sein, denn die Freude ist in allen

Lebensbereichen der entscheidende Auftakt,

im Rahmen von persönlich gesteckten Zielen

das Beste aus den vielfältigen Möglichkeiten im

Leben zu machen.

So wünsche ich der Landesmusikschule

Peuerbach weiterhin viel Freude und Erfolg

bei ihrer Arbeit und danke dem Lehrerteam mit

Direktor Norbert Hebertinger für ihr vorbildliches

Engagement.

Karl Geroldinger

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FRÜHLING / SOMMER 19


VORWORT

Norbert Hebertinger MA

Direktor

der Landesmusikschule Peuerbach

Impressum

Liebe TONI – Leserinnen und Leser!

Leitung und Redaktion

Norbert Hebertinger

Redaktion

Georg Wiesinger

Werbung

Tel : +43 (0)7276 2284 oder 0664 / 1336942

Layout und Design

Georg Wiesinger

Lektorat

Reg.Rat Bgm. a. D. August Falkner

(Übernommene Artikel sind

vom Lektorat ausgenommen.)

Fotos (falls nicht angegeben)

Michael Emprechtinger, Christoph Mühlböck,

Wolfgang Oberlehner, Karl Pühretmair

Druck

global-print.com

Landesmusikschule Peuerbach

Hauptstraße 19

4722 Peuerbach

Tel.: +43 (0)7276 / 2284

Viele positive Rückmeldungen habe ich für

unsere erste Ausgabe unseres Kulturmagazins

TONI entgegennehmen dürfen.

Diese Begeisterung nehme ich gerne zum

Anlass und darf Ihnen unsere zweite Ausgabe

präsentieren.

Frühling, Sommer und Herbst 2019

Toni gibt Ihnen einen interessanten Einblick über

unsere Veranstaltungen.

Besonders freut es mich, das Bruckner Orchester

Linz mit seinem Chefdirigenten Markus Poschner

bereits das vierte Mal in Peuerbach begrüßen zu

dürfen.

Menschenbilder

Spannende Persönlichkeiten aus unserer

Landesmusikschule stellen sich vor, wir heißen

einen neuen Serviceclub in Peuerbach herzlich

willkommen und feiern gemeinsam Schulschluss

in Natternbach. Auch unseren Musikgarten mit

Petra Pühretmair dürfen wir besuchen.

Kolumnen

Wir freuen uns über Gastbeiträge und

Grußworte von Landeshauptmann Mag. Thomas

Stelzer, Bürgermeister Wolfgang Oberlehner,

Bürgermeister Sepp Ruschak, und Direktor des

Oö. Landesmusikschulwerkes Karl Geroldinger.

Dank

Ich möchte einen Dank aussprechen - dem

ausgezeichneten Lehrerteam für die exzellente

pädagogische Arbeit und für ihr Engagement

Foto: Michael Emprechtinger

bei unzähligen Veranstaltungen im Bereich der

Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung unserer

Schülerinnen und Schüler bei zahlreichen

Wettbewerben und Prüfungen.

Auch für unseren ersten Musikschulball im

November 2018 möchte ich mich bedanken.

Eine Vielfalt von musikalischen und tänzerischen

Beiträgen, eine Tombola und eine eigene

Musikschulbar trugen zu einem tollen Erfolg bei.

Der wichtigste Dank gilt jedoch unserem treuen

Publikum.

Ich freue mich, Sie im Melodium und der

Landesmusikschule Peuerbach jederzeit

begrüßen zu dürfen, und lade sie sehr herzlich

zum diesjährigen Ikuna-Schulfest in Natternbach

herzlich ein.

Norbert Hebertinger

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toni - das magazin


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INHALT

S./10

DIE JUNGEN WILDEN

Peuerbacher Jazznacht

S./ 16

Frühlingstanzkurs

IM MELODIUM PEUERBACH

S./11

S./12

GOLD UND SILBER

Erfolge unserer Landesmusikschule

HINTER DEM VORHANG

Menschenblicke mit Anton Stadler

BOL ON TOUR

Das Bruckner Orchester Linz zu Gast in

Peuerbach.

Eine Kolumne von Norbert Trawöger

Für Paare und Brautpaare, je Dienstag ab 2. April 2019

Von Walzer bis Discofox - die lustigsten & wichtigsten Tänze zu zweit

❖ 20.30 – 21.45 Uhr: Anfängerkurs, 4 x 1,25 Stunden

Keinerlei Vorkenntnisse erforderlich

❖ 19.15 – 20.30 Uhr: Bronzekurs, 4 x 1,25 Stunden

Für leicht fortgeschrittene Tänzer

Erster Abend kostenloser Schnupperabend!

4 Abende: 02.04./09.04./23.04./30.04.

Preis je Kurs: € 89 / Person

Anmeldung direkt bei Kursbeginn im Melodium, unter www.tanzschule.at

oder unter 07242 / 45095, Tanzschule Hippmann.

S./14

S./18

S./21

DAS RAD NEU ERFUNDEN

Menschenblicke mit Ing. Martin Humer

ZUHAUSE IM MUSIKGARTEN

Menschenblicke mit Petra Pühretmair

DAS LÖWEN-CELLO

Rückblick Martinikonzert

S./22

SPOTLIGHT NATTERNBACH

Ein neues Zuhause

Familienabenteuer im IKUNA Naturerlebnispark

Natternbach / Oberösterreich

S./23

S./24

S./26

TAG DES KINDERLIEDES

Die LMS Peuerbach/Natternbach macht

mit!

SUMMER SPECIALS

Wir feiern Schulfest und Sound im Park

RAN AN DIE TASTEN

Menschenblicke mit Hubert Antlinger

S./ 30

VERANSTALTUNGEN 2019

Alle Veranstaltungen im Melodium Peuerbach

auf einen Blick. Foto: Jonathan Geroldinger,

Solist beim SBO Ried Konzert am 23. Oktober

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FRÜHLING / SOMMER 19


Die jungen Wilden

Gold und Silber

Raising Stars und Stars der Jazzszene treffen

bei der Peuerbacher Jazznacht aufeinander.

Internationale Jazzgrößen und Legenden des

Jazz kommen am Donnerstag, den 11. April

2019 nach Peuerbach. Chanda Rule & Sweet

Emma Band (Starbesetzung mit Chanda Rule,

Paul Zauner, Osian Roberts, Carlton Holmes

und Christian Salfellner) präsentieren ihr neues

Programm „Southern Roots Music“. Work Songs

treffen auf Gospel, Blues und NU Grooves.

Brandneue Songs mit einem Southern Rockund

Blues-Feeling, offene Schlagzeugsgrooves

treffen auf eine Neuverarbeitung der Soulmusik

aus den Südstaaten. Chanda Rule, bekannt aus

Dancing Stars oder der Ö1 Jazznacht, leiht der

Sweet Emma Band dabei ihre Stimme.

Den Anfang des Konzerts bestreiten jedoch

fünf blutjunge Jazzer aus Oberösterreich. Simon

Hartl, Samuel Bräuer, Linus Geißelbrecht, Simon

Hintringer und Moritz Lindner (Altersdurchschnitt

15 Jahre!) formen als “FunChord” die wohl jüngste

Jazzband weit und breit. 2018 gegründet, spielen

die vier Talente groovige Rhythmen aus Jazz und

Weltmusik – Eigenkompositionen inkludiert.

Donnerstag, 11. April 2019

19:30 Uhr, Melodium Peuerbach

Karten erhältlich

in allen Raiffeisenbanken OÖ

Fotos: privat, Pia Fonia

Zahlreiche Erfolge durften wir in der

Landesmusikschule Peuerbach auch heuer

wieder feiern.

Wir gratulieren sehr herzlich Kerstin Ecklmair

zum sensationellen Erfolg bei ihrer Goldenen

Übertrittsprüfung an der Klarinette (rechtes Foto:

Michaela Bäck B.A., Kerstin Ecklmair und ihr

Lehrer Rudolf Arminger M.A., B.A.).

Weiters freuen wir uns mit unseren Schülerinnen

und Schülern, die sich mit einer Übertrittsprüfung

auszeichnen konnten:

Tobias Panacker (Bronze), Tenorhorn, Klasse

Franz Wachlmayr, Samuel Güttler, Annika

Litzlbauer und Helene Obermair (jeweils Bronze),

Trompete, Klasse Roland Eder, Rosalinde

Mitgutsch und Annika Hofer, (jeweils Bronze)

Blockflöte, Klasse Rita Heitzinger, Maximilian

Schreinmoser (Silber) Posaune, Klasse Franz

Wachlmayr, Sophie Böhm (Silber), Euphonium,

Klasse Franz Wachlmayr, Viktoria Stöger und

Anna-Maria Wagner (jeweils Silber), Klarinette,

Klasse Rudolf Arminger, Susanne Wagner und

Eva Wagner (jeweils Silber), Querflöte, Klasse

Barbara Scherhammer.

Stolz sind wir auf unsere prima la musica

Preisträgerinnen und Preisträger:

Annika Hofer, Blockflöte, 1. Preis in der

Altersgruppe 1 (Klasse Rita Heitzinger), Elias

Auzinger, Klarinette, 1. Preis mit Berechtigung

zur Teilnahme am Bundeswettbewerb in der

Altersgruppe 1 (Klasse Bernhard Auzinger) und

Lotta Humer, Klarinette, 1. Preis (Klasse Bernhard

Auzinger) in der zweiten Altersgruppe. Herzliche

Gratulation!

Linkes Foto: Rita Heitzinger, Annika Hofer, Elias

Auzinger, Lotta Humer und Bernhard Auzinger.

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FRÜHLING / SOMMER 19


Hinter dem Vorhang

MENSCHENBILDER

Anton Stadler steht auf der Stehleiter. Auf seiner

grauen Arbeitsbluse prangt das Peuerbacher

Stadtwappen. Ein Ganz-schön-Josko-

Kugelschreiber blitzt aus seiner Brusttasche

hervor. Ein Einbaustrahler der Decke ist kaputt,

Anton schraubt in sieben Meter Höhe die

Verdeckung ab. „Bald wird die Lichtdecke neu

gerichtet“, verkündet er stolz und klettert wieder

nach unten.

Seit neun Jahren ist Anton, oder Toni Stadler

wie man ihn in Peuerbach nennt, bereits im

Melodium Peuerbach als Hauswart tätig. „Ich war

von Anfang an dabei“, erinnert er sich. Planung,

Anlieferungen, Baubesprechungen. Toni kennt

jede Ecke des Veranstaltungszentrums, hegt und

pflegt es wie sein Eigenheim.

„Ich bin froh, dass das Melodium gebaut

worden ist. Es ist eine Bereicherung für die

gesamte Region“, sagt er mit ruhiger Stimme

und öffnet den Kühlraum. Geschwind zückt er

seinen Kugelschreiber und beginnt auf einem

Klemmbrett Zahlen zu notieren. „Die Getränke,

die bei einer Veranstaltung gebraucht werden,

die muss ich rauf bringen. Außer das Bier, das

wird hier unten angeschlossen“, erklärt er und

tippt auf eine Leitung, die in der Decke nach oben

verschwindet. Mehr als 1000 Veranstaltungen hat

Anton Stadler bereits betreut. Wie viele Tonnen

Getränke er dabei umherjonglierte? „Das müsste

man oben auf der Gemeinde nachfragen“, meint

er verlegen.

Pünktlich um sieben Uhr beginnt er täglich

seinen Arbeitstag im Melodium, macht seinen

Rundgang, kontrolliert Heizung, Licht und Luft.

Auch ein kleines Büro im Sessellager hat sich Toni

eingerichtet. Neben Getränkeabrechnungen,

Teekocher und Kalender, finden sich Kabel und

Schraubenzieher jeglicher Größe. Über der

Mitte des Schreibtisches prangt ein Foto einer

alpenländischen Bergidylle. „Das weiß ich gar

nicht, was das für ein Berg ist, den hab ich mir

einfach so aufgehängt. Wegen der Aussicht.“

Ist eine Veranstaltung in seinem Kalender

eingetragen, führt Anton Stadler fachmännisch

den Bühnenbau durch. 100m² Bühnenfläche

stapelt sich tetrisartig im Keller. Toni baut sie auf

und wieder ab, weiß, wo jedes Bühnenelement

zu verstauen ist. Auch für die Bestuhlung ist er

verantwortlich. Reihe für Reihe stellt er Stühle, je

nachdem wie viel Publikum erwartet wird. Und am

Abend ist er vor Ort, überwacht die Veranstaltung,

führt Umbauten durch und löst plötzlich

auftretende Probleme ruhig und gelassen. „Bist

du mit mir, oder mit dem Melodium verheiratet?“,

wurde er daheim schon einmal gefragt.

Toni öffnet die Tür zum Lüftungsraum. Sofort

ist ein monotones Surren zu vernehmen. Zwei

Wärmepumpen samt Lüftungsanlage arbeiten

rund um die Uhr. „82 kW und 54 kW. Erdwärme.“

Toni begutachtet die Anzeige der Wärmepumpen,

nickt und scheint zufrieden.

Um 10:00 Uhr jausne ich dann meistens. Etwas

Gesundes, Natürliches. Mandarinen, Äpfel oder

eine Leberkäsesemmel.“ Auch in seiner Freizeit

wird vom Veranstaltungswesen bestimmt.

Gemeinsam mit seiner Frau unternimmt Toni

gerne Reisen und besucht hin und wieder die

eine oder andere Musicalproduktion. Bis nach

Hamburg sei er gefahren, um sich König der

Löwen anzusehen. „Letzten Sonntag waren wir in

Wien im Raimundtheater. I am from Austria. War

ganz gut.“ Seinem geschulten Auge entging auch

nicht, dass im Raimundtheater Scheinwerfer

derselben Marke von der Bühnendecke hängen

wie im Melodium Peuerbach.

„Neue Mikrofone haben wir jetzt auch bekommen.

Jetzt ist eigentlich fast alles komplett“, ergänzt

er und zählt gerade Teller in einer Lade. „Klick“

macht der Josko-Kugelschreiber und auf der

Inventurliste wird eine Zahl vermerkt.

Beim Verlassen des Melodium wird einem

plötzlich bewusst: seit neun Jahren kümmert

sich Anton Stadler um die Wartung des

Veranstaltungszentrums – und beinahe sieht es

noch so aus wie am Tag seiner Eröffnung. Mit viel

Engagement und Leidenschaft kämpft er gegen

Abnützung, repariert selbst die Schäden der

Zeit. Rampenlicht und Bühnenapplaus sind dem

bescheidenen Menschen fremd. Umso größer

ist die Anerkennung, die Anton Stadler, dem

Menschen hinter dem Bühnenvorhang, still zu Teil

werden muss. Es bleibt nur der Dank – Tausend

Dank – für eintausend Veranstaltungen je einmal

ein Danke, dass das Melodium Peuerbach mit

Anton Stadler weiterhin strahlen und glänzen

darf.

Text: Georg Wiesinger

Foto: Michael Emprechtinger

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FRÜHLING / SOMMER 19


Das Rad neu erfunden

MENSCHENBILDER

Die runden Tische im Melodium Peuerbach sind

fertig dekoriert, Einladungen längst versandt. Die

Band baut bereits auf, Licht und Ton sind soweit.

Ing. Martin Humer feiert Premiere als Veranstalter

– und ist sichtlich nervös. Als Geschäftsführer

wurde er unzählige Male zu Firmenevents,

Tagungen und Veranstaltungen eingeladen.

Nun muss er mit seinem Team erstmals selbst

zur Gründungsfeier des Rotary Club Peuerbach

laden und diese Feier auch organisieren.

22 Gründungsmitglieder umfasst sein Team,

davon fünf Frauen. Als der Rotary Club Haag

am Hausruck den Anstoß für eine Gründung in

Peuerbach gibt, ist für Martin Humer klar: „Da

muss ich mich engagieren.“ Eine Konkurrenz

zum bestehenden Lions Club Peuerbach möchte

man im Vorhinein bereits vermeiden. Man spricht

sich ab, schließt stille Vereinbarungen; Das

Gemeinsame soll vor dem Trennenden stehen.

Die ersten Gäste kommen ins Melodium. Im

Schlosshof werden Nettigkeiten getauscht, die

neuen Rotarier sind leicht an den lilafarbenen

Maschen zu erkennen. Gründungspräsident

Martin Humer freut sich, als eine große

Abordnung des Lionsclub Peuerbach durchs

Schlosstor hereinkommt.

Für ein knappes Jahr wird Martin Humer nun

Präsident sein. Danach, im Juni 2019, wird er

als „Past President“ weiterhin ein Jahr lang im

Vorstand sein. Im Anschluss wird er als normales

Mitglied helfen. Sein Nachfolger steht bereits

fest. Viele soziale Projekte in der Region und auch

International möchte der Club verwirklichen.

Durch Mitgliedsbeiträge und Veranstaltungen

soll Geld lukriert werden.

Martin Humer wird von hinten angetippt. „Der

Governor ist da“, flüstert man ihm zu. Und der

Governor ist eine Sie und sie verwaltet 66 Clubs

in Westösterreich. Darüber steht nur mehr der

Weltpräsident, quasi flache hierarchische

Strukturen. Die Governorin ist von der Location

begeistert, Martin erleichtert. Mehr als 150 Gäste

werden heute noch kommen, die Charterfeier

zur Gründung des neuen Clubs wird ein Erfolg.

Ein halbes Jahr nach der Gründung zieht

Martin Humer Bilanz. Mit der „Rauhnacht“ im

Dezember 2018 legten die jungen Rotarier

gleich mit einer gelungenen Veranstaltung

nach. Der Reinerlös, beachtliche 5.000

Euro, wurde einer bedürftigen Familie

in Peuerbach übergeben. Mehrere

interne Vorträge wurden abgehalten,

neue Mitglieder gewonnen. „Zu tun

gäbe es aber immer noch viel“, ist

Gründungspräsident Humer überzeugt.

1905, gegründet von Paul Harris,

tauchte erstmals der erste Rotary Club

in Chicago auf. 2019 zählt der älteste

Serviceclub mehr als 1,2 Millionen

Mitglieder. Und Mitglied zu werden

ist nicht ganz einfach. „Die Mitglieder

werden von uns selber ausgewählt“,

erzählt Martin Humer. „Wir achten

dabei, dass wir alle Berufsgruppen

abdecken.“

Seit 1992 ist Ing. Martin Humer

Geschäftsführer der Baumeister

Humer GmbH. Vom Rathausplatz

übersiedelte man 2007 in

die Ernst-Dreefs-Straße.

Begeistert spricht er von den

neuesten Investitionen: vom

neuen Fliesenstudio, dem

modernisierten Baumarkt

oder der neuen Humer Sanierung GmbH. Mehr

als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt die

Firma, zwei davon holten sogar Medaillen bei den

Berufsweltmeisterschaften.

Tief verwurzelt ist Martin Humer auch mit der

Materie Musik. Im Gymnasium Dachsberg

lernte er 1973 Klavier und spielte auch im

damals uniformierten Schülerorchester mit. „Es-

Trompete, Flügelhorn, Klavier; Man setzte mich

dorthin, wo ich gebraucht wurde.“ Seine Frau Petra

lernte er bereits als Organistin in Altschwendt

kennen, Klarinette spielte sie ebenfalls. Und sein

Schwiegervater war gar Bezirkskapellmeister in

Schärding.

Kaum verwunderlich, dass Martin und Petras

Kinder alle ihren Weg in die Landesmusikschule

finden sollten.

„Viola spielte Klavier, Martin spielt ebenfalls

Klavier und Schlagwerk. Martin spielt auch im

Musikverein in Peuerbach und in der HTL Big

Band. Vera spielt Klavier und Orgel.“ Dass Vera

Humer an der Erzdiözese Wien einen Platz für ein

Kirchenmusikstudium bekam, freut Martin Humer

besonders.

Heuer ist es das erste Mal seit 13 Jahren, dass

Petra und Martin Humer keinen Vortragsabend

besuchen werden, denn alle Kinder wuchsen aus

der Landesmusikschule hinaus. „Heuer geht es

mir richtig ab“, meint Martin Humer. „Es war immer

ein Pflichttermin, aber ein sehr angenehmer. Mir

bleiben ja die Rotarier“, lächelt Martin Humer.

Zumindest bis Juli, denn dann wird rotiert. Als

Gründungspräsident, Familienmensch und

Baumeister hat sich Ing. Martin Humer jedoch

bereits jetzt ein Denkmal gebaut.

Text: Georg Wiesinger

Fotos: Wolfgang Oberlehner

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toni - das magazin


Alles andere als eine Nullnummer!

KOLUMNE

Am 30. April kommt Norbert Trawöger, der frischgebackene Künstlerische Direktor

des BOL mit Hausruckviertler Wurzeln, zu einem „Vorspiel“ nach Peuerbach.

Trawöger wird sicher launig über das Orchester erzählen, das spannende Programm

näher bringen und sich keiner Frage entziehen.

Unser Bruckner Orchester

Linz begibt sich regelmäßig

auf Reise in nähere und ferne

Länder, um als Botschafter

unseres Landstrichs und des

Namensgebers international für

gespitzte Ohren zu sorgen.

Heuer bereist das Orchester

aller Oberösterreicherinnen und

Oberösterreicher das eigene Land.

Am Muttertag, dem 12. Mai, kommt

das BOL wieder einmal nach

Peuerbach. Es ist bei weitem nicht das

erste Mal, dass eines der größten und

erstrangigen Orchester Österreichs in

die Hausruckviertler Stadt kommt. Aber

bei diesem Konzert wird das erste Mal

der neue Chefdirigent Markus Poschner

dirigieren. Poschner und das BOL

haben in den letzten eineinhalb Jahren

sehr viele Erfolge gefeiert, ob auf einer

Tournee durch England und Schottland,

bei Konzerten im Wiener Musikverein und

in der Heimat, oder im Graben des Linzer

Musiktheaters. Man denke zuletzt an die

Premiere von Richard Strauss‘ Oper „Elektra“,

die auch von der Wiener Presse einhellig

bejubelt wurde. Das Bruckner Orchester Linz

vergisst dabei aber nicht auf seine Wurzeln,

auf seinen Heimatboden, von dem es kommt

und auf dem es spielt. Nach Peuerbach kommt

das heimische Spitzenorchester mit einem ganz

speziellen Programm, auf dem nicht nur die

„Nullte“ Sinfonie des Namensgebers Anton

Bruckner steht. Diese Sinfonie hat eine ganz

besondere Geschichte: Obwohl Bruckner

erst im Alter von vierzig Jahren mit Sinfonien

auf den Markt gegangen ist, ist die „Nullte“

keineswegs vor, sondern nach der 1. Sinfonie

entstanden. Bruckner hat sie für ungültig

erklärt. Aus dem „annulliert“ hat die

Musikgeschichte einen Nuller gemacht.

Gottseidank hat er sie nicht vernichtet,

sie sprüht vor Rakententhemen, Landler

und Rossini-Fieber und ist alles andere

als eine Nullnummer! Davor kommt es

in Peuerbach noch zu einer richtigen

Welturaufführung. Werner Steinmetz,

der seit mehr als drei Jahrzehnten

als Trompeter im BOL spielt, ist ein

international anerkannter Komponist

und verarbeitet seine vielfältigen

Erfahrungen mit der Musik von

Bruckner zu einem brandneuen

Stück namens „Secret Signs“.

Welch geheime und sonstige

Botschaften das BOL und Markus

Poschner nach Peuerbach

bringen wird, müssen Sie

selbst erleben. Verpassen Sie

keineswegs dieses besondere

Ereignis.

Text von Norbert Trawöger

Foto: Andrea Bauer

Vorspiel (Konzerteinführung)

mit Norbert Trawöger

Dienstag, 30. April 2019,

19:30 Uhr

Schlosssaal Peuerbach

Bruckner Orchester Linz

Sonntag, 12. Mai 2019

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FRÜHLING / SOMMER 19


Zuhause im Musikgarten

MENSCHENBILDER

Petra Pühretmair unterrichtet an der LMS

Peuerbach den Musikgarten - eine interaktive

Eltern-Kind-Gruppe für Kinder ab einem Jahr.

Spielerisch nähert man sich dem großen Thema

Musik.

Durch das raumhohe Fenster ist ein knorriger

Birnbaum zu sehen. Er trennt die Fläche

zwischen Haus und Wald. Einige Vögel und zwei

Eichhörnchen liefern sich ein Gefecht um die

letzten Körner vorm montierten Vogelhäuschen.

Unterm Baum hocken drei fette, schwarze

Kaninchen. „Die haben wir einmal freigelassen“,

erzählt Petra Pühretmair. „Die sind aber dann

einfach dageblieben. So rund ums Haus.“ Wohin

sollten sie auch hoppeln? Sie waren bereits

mitten in der Natur angekommen.

In Minithal (Gemeinde Michaelnbach), kurz vorm

Rande der Welt, fand die Familie Pühretmair

ihr Zuhause. „Wenn wir Menschen sehen

möchten, müssen wir uns halt ins Auto setzen.“

Petra Pühretmair gießt gerade zwei Töpfe

mit Eichensetzlingen. Tochter Katja (6) fand

einige Eicheln beim Spazieren, die mussten

anschließend großgezogen werden.

Petra sitzt am Esstisch. Sie bastelt

Kartonsonnen. Morgen sind in Peuerbach zwei

Musikgartenstunden. Vor den noch strahlenlosen

Sonnen liegt ein halb ausgefülltes Stundenbild in

Tabellenform. „Da trage ich ein, was ich morgen so

machen werde.“ Zu lesen sind: „Begrüßung, einige

Musikbeispiele, aktive Phase und Ruhephase“.

„Morgen ist meine Wetter-Musikstunde“,

verkündet Petra stolz. 17 Kinder im Alter von 1-3

besuchen derzeit Petras Musikgarten. „Die Mamas

oder die Papas kommen auch mit. Manchmal auch

die Oma oder der Opa, wie’s halt passt.“ Vermittelt

wird elementare Musikpädagogik. Petra sieht ihre

Rolle genau definiert: „Ich verstärke nur. Kinder

singen und tanzen von selber. Ich unterstütze und

fördere, gebe Input, Raum und Zeit.“

Die Musik spielte bei Petra Pühretmair immer

schon eine essentielle Rolle. Gerne erinnert sie

sich an ihre frühen Kirchenbesuche in St. Agatha.

Der hohe Sopran des Kirchenchores wurde

damals geformt aus Mutter und Oma, ihre Tante

sang Alt. „Die hat man alle immer rausgehört“, ist

sich Petra sicher. Eine Musikschule gab es damals

noch keine in St. Agatha. Petras Vater, damals

Schulwart, vermittelte seiner Tochter den ersten

Klavierunterricht. Er klopfte beim dorfeigenen,

überaus strengen Mathematiklehrer an die Tür

und versprach hoch und heilig, dass seine Tochter

Klavierüben würde. Aus Angst, ihren Klavierlehrer

zu verlieren, übte Petra auch Mathematik. „Da hab

ich immer einen Einser gehabt“, erinnert sie sich

zurück.

Die Mathematik führte sie schließlich auch an die

HAK Eferding. Eine Bankkarriere war vorbestimmt,

Petra wollte aber die Musik nicht ganz aufgeben.

Johannes Schmidauer wurde ihr neuer

Klavierlehrer. „Dem bin ich dann mit dem Moped

immer nachgefahren, weil der wurde ständig

versetzt“, erzählt Petra. „Erst Waizenkirchen, dann

Neukirchen, schließlich Engelhartszell. Das ist

sich mit dem Moped gerade noch ausgegangen.“

Nach der HAK-Matura probiert Petra die

Aufnahmeprüfung am Konservatorium. „Pianistin

wollte ich nie werden. Fünf Stunden täglich

vorm Klavier zu hocken – das bin nicht ich.“

Petra trägt als Wunschstudium „musikalische

Elementarerziehung“ ein. Bewegung und Tanz,

die Stimme, das elementare, ganzheitliche

Musizieren - das ist ihre Leidenschaft. Den

Aufnahmetest besteht Petra mit Ach und Krach,

ihr Studium wird sie mit Bestnoten bestehen,

summa cum laude.

Petra öffnet ein Fenster und schreit Richtung

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FRÜHLING / SOMMER 19


Wald. Zwei Rehe jausnen aus ihrem Hochbeet.

Der Familienhund unterstützt sie laut bellend,

die Rehe ziehen wieder ab. Katja beginnt im

Wohnzimmer Klavier zu üben, Petra setzt

sich wieder an den Esstisch und schneidet

Sonnenstrahlen aus Karton aus. Katja hämmert

ein Klavierstück von Thomas Doss in den Flügel.

„Einen Musikgarten hab ich auch zuhause. Ich

brauche kein Radio. Entweder ist Musik da - oder

Lärm“, lächelt Petra. Jeder im Hause Pühretmair

spielt ein Instrument. Lena (18) spielt Saxophon

und Klavier, Lotta (12) lernt Klarinette und Klavier

und Katja spielt ebenfalls Klavier. Auch Petras

Ehemann, Karl Pühretmair ist ein begeisterter

Euphonium-Spieler. „Klavier wollte er auch bei

mir lernen. Aber der Karl lässt sich nichts sagen

und übt schlampig. Das ist vielleicht der einzige

Schüler, an dem ich ein bissi gescheitert bin“,

schmunzelt Petra.

Auf ihre beiden Eltern-Kinder-Gruppen in

Peuerbach ist Petra aber sichtlich stolz. Sie

erzählt von Sternstunden, wenn sich plötzlich ein

Kind traut, auf eine Trommel zu schlagen oder

wenn sie sich mit den Eltern gemeinsam freuen

oder lachen darf.

Petra macht Licht in der Garage. Sie öffnet das

Garagentor und beginnt behutsam, in Töpfen

eingepflanzte Kürbissetzlinge ins Sonnenlicht

zu stellen. „Da hat die Katja Kürbissamen

mitgebracht“, erzählt sie. „Das Aufpflanzen ist

wichtig, egal ob Pflanze oder Mensch.“ Auch im

Musikgarten werden Pflänzchen gepflanzt und

sorgsam gegossen. „Mein Musikgarten ist keine

Großplantage, kein Feld. Eher ein gut behütetes

Hochbeet im geschützten Rahmen. Das brauchen

die Kinder, damit sie mutig werden können.“

Text: Georg Wiesinger

Fotos: Karl Pühretmair, Méline Waxx

Matthias Trattner tritt auf die Bühne. “Dei hohe

Zeit is lang vorüber. Und a die Höh’ hast hinter

dir...” Gemeinsam mit der Philharmonie ptart

und Norbert Hebertinger wird die letzte Zugabe

gespielt.

Eine Potpourri aus bekannten und weniger

bekannten Musicalhits, neu interpretierten

klassischen Werken und Popsongs waren beim

diesjährigen Martinikonzert des Lionsclub

Peuerbach (30.11.2018) am Programm zu lesen.

Mit Ariana Schirasi-Fard (Musiktheater Linz)

und Matthias Trattner (Vereinigte Bühnen Wien)

wurden zwei Supertalente für das ausverkaufte

Konzert im Peuerbacher Melodium gewonnen.

Mia Nova, E-Violine, bekannt aus der Frontband

Russkaja der ORF Talkshow Willkommen

Österreich, steuerte mit ihrem Bruder Robert

Müllner virtuose Soli bei. Das besondere

Konzertformat wurde vom Publikum begeistert

aufgenommen und lässt auf eine Wiederholung

hoffen.

Die Überraschung des Abends gelang

jedoch Lions Präsident Martin Vogetseder.

Bereits zum zweiten Mal überreichte er

Das Löwen-Cello

Norbert Hebertinger und der Landesmusikschule

Peuerbach ein Cello im Wert von € 1.500.

“Für viele Eltern stellt die Anschaffung eines

Streichinstruments eine große finanzielle

Herausforderung dar. Wir sind glücklich dieses

Instrument unseren Musikschülerinnen und

Musikschülern zur Verfügung stellen zu können”,

zeigte sich Norbert Hebertinger dankbar.

Fotos: Christoph Mühlböck, Josef Wambacher

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SPOTLIGHT NATTERNBACH

Ein neues Zuhause

Tag des Kinderliedes

Um Kreativität und Inspiration entwickeln zu

können braucht es ein Umfeld, in dem man

sich wohl fühlt. Daher ist es notwendig die

Infrastruktur an der Musikschule Natternbach

diesen Anforderungen anzupassen. Im Sommer

dieses Jahres wird es daher verschiedene

Verbesserungen an unserer Musikschule geben,

die ein entsprechendes Wohlfühlklima schaffen

werden. Die dafür notwendigen finanziellen

Mittel wurden im Voranschlag für das Finanzjahr

2019 berücksichtigt. Mit den notwendigen

Arbeiten wird man in den Sommerferien

beginnen, sodass ab dem neuen Musikschuljahr

wieder alles in neuem Glanz erstrahlen wird.

Wenn es musikalische Kultur auch in Zukunft

qualitätsvoll geben soll, dann sind diese

Investitionen erforderlich. Kultur in allen Arten

ist ein gesellschaftspolitischer Aspekt, der in der

heutigen Zeit dringender denn je von Nöten ist.

Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich bei

allen, die ihren Beitrag dazu leisten, dass auch

in Natternbach Kultur reifen und entstehen kann.

Ich wünsche allen eine kreative und inspirierende

Zeit in den adaptierten Räumen unserer

Musikschule!

Josef Ruschak

Bürgermeister

der Marktgemeinde Natternbach

Foto: Modell der neu adaptierten Landesmusikschule

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FRÜHLING / SOMMER 19


SOMMER SPECIALS

Wir feiern Schulfest

Endlich Ferien! Das muss gefeiert werden! Mit

dem großen Ikuna Schulschlussfest der LMS

Peuerbach und Zweigstelle Natternbach kann

der Sommer kommen.

Am 19. Juni 2019 ab 17:00 Uhr startet in

Natternbach, im Ikuna Naturresort, die große

Schulschlussfeier.

Schülerinnen und Schüler der

Landesmusikschulen Peuerbach samt

Zweigstelle Natternbach laden zwischen 17:00

Uhr und 20:00 Uhr zu Musik und Tanz, Acts und

vielen Überraschungen.

Einfach gemütlich beisammen sein, das

Jahr Revue passieren lassen, Pädagoginnen

und Pädagogen treffen und das Schuljahr in

geselliger Runde, bei Snacks und Summerdrinks

ausklingen lassen.

Die Landesmusikschule Peuerbach lädt alle

Schülerinnen, Schüler, Eltern, Pädagoginnen

und Pädagogen, Freunde und Bekannte der

Musikschule sehr herzlich zum Vorbeischauen

ein und freut sich auf einen wunderbaren

Abschluss 2019.

Informationen rund um das Thema Schulfest:

Telefonisch unter +43 (0)7276 / 2284 oder per Mail

Foto: Sagar Patil, Unsplash

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FRÜHLING / SOMMER 19


Ran an die Tasten!

MENSCHENBILDER

Hubert Antlinger sperrt das Klavierzimmer

auf und macht Licht. In einer Stunde beginnt

die Probe seiner „ACCO-Schlümpfe“. Nach

und nach strömen die Mitglieder des

Akkordeonnachwuchsorchesters in den

Proberaum. Unter „Schlümpfe“ stellt man

sich vielleicht etwas anderes vor; Antlingers

Akkordeonnachwuchs ist zwischen sieben

und siebzehn Jahre alt. Ein Akkordeon wird

ausgepackt, daneben ein Keyboard aufgestellt.

Kurz vor Probenbeginn ist der Raum zu

eng geworden. 20 Akkordeonistinnen und

Akkordeonisten sitzen im Halbkreis aufgefädelt,

dahinter ein Schlagzeug. Sechs Keyboarder

streiten sich zusätzlich um die Stromzufuhr ihres

Instruments.

Als Hubert in den Raum kommt, merkt man

sofort: alle sind topmotiviert. Gut gelaunt teilt er

die neuen Noten aus. „Legoland heißt das Werk,

drei Sätze.“

„Das Akkordeon ist ein Instrument, welches

sehr nahe am Körper anliegt. Da spürt man

etwas. Mit dem Akkordeon kann man fast alles

machen: Unterhaltungsmusik, Neue Musik,

klassische Musik“, erzählt Hubert Antlinger. Als er

12 Jahre alt war, spürte er sofort diese Nähe zum

Instrument. Beim damaligen Volksschuldirektor

bekam er seine ersten Akkordeonstunden. Zwei

Jahre später war dieser etwas ratlos. Er konnte

seinem Schüler nichts mehr beibringen. So

wurde Hubert an die städtische Musikschule

in Linz geschickt. Kein geringerer als der

Komponist Werner Brüggemann nahm sich

um den jungen Musiker an. „Es entwickelte

sich eine intensive Freundschaft“, erinnert

sich Hubert Antlinger. Viele Jahre später, wird

Brüggemanns Schüler Antlinger in Natternbach

einen Akkordeonwettbewerb zu Ehren des

Komponisten Brüggemann ins Leben rufen.

Zwei ACCO-Schlumpfinen öffnen die Tür des

Klavierzimmers und setzen sich samt Instrument

und Sessel auf den Gang. Das Platzproblem ist

vorerst gelöst.

„Musik soll Freude machen. Und wenn’s dem

Lehrer Freude macht, dann macht’s auch dem

Schüler Freude“, ist sich Hubert Antlinger sicher.

Mit viel Humor, Leidenschaft und Geduld wird

nun ein wenig Legoland probiert. „Bis zum

Schulfest wird das schon“, motiviert Hubert seine

Schlümpfe.

Seit 1990 unterrichtet Antlinger an der

Landesmusikschule: Akkordeon und Keyboard.

Auch in seiner Freizeit nimmt das Akkordeon

eine essentielle Lebensrolle ein. Mit seinem

ACCO Orchester Natternbach machte sich der

Pädagoge auch überregional einen Namen. Ist

noch etwas Zeit über, fährt er gerne Motorrad,

taucht oder paragleitet er – als müsse er anderorts

gewaltig viel Adrenalin auftanken. „Mit meiner

Partnerin Erika starte ich öfters vom Garten aus

weg“, erzählt Hubert. Der Tandemflieger trägt

beide weit in den Donauraum hinein. Mit Erika,

seiner “Herzbluat-Partnerin”, unternimmt er auch

gerne Reisen. „Nach Dubai, Oman. Urlaub eben.

Das Instrument lasse ich da zuhause.“

Ist sich ein Schlumpf bei einer Stelle nicht ganz

sicher, eilt Hubert sofort herbei. Mit seinem

eigenen Instrument präsentiert er seinen

jungen Akkordeonlehrlingen fingerleicht einen

Lösungsansatz. Und man spürt das Talent des

Entertainers, Menschen für etwas zu begeistern.

Die Probe ist vorbei, strahlend verlassen die

Schlümpfe ihren Bau. Hubert Antlinger schaltet

das Licht ab.

Text: Georg Wiesinger

Foto: Michael Emprechtinger

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FRÜHLING / SOMMER 19


Fotorückblicke

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FRÜHLING / SOMMER 19


Gemeinsam mit dem Kulturreferat Peuerbach veranstaltet

die Landesmusikschule Peuerbach abwechslungsreiche

Veranstaltungen. Schulfest, eine neue Konzertreihe im

Kometor Peuerbach, Schlager oder feinste sinfonische

Blasmusik - Der Frühling, Sommer und Herbst im Melodium

Peuerbach erfrischen bestimmt. Konzertkarten sind in allen

Raiffeisenbanken erhältlich.

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FRÜHLING / SOMMER 19


Der Plan,

der aufgeht.

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Möglichkeiten einer wachstumsorientierten Geldanlage.

Diese Marketingmitteilung stellt kein Angebot, keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung, Einladung zur Angebotsstellung

zum Kauf oder Verkauf von Fonds oder unabhängige Finanzanalyse dar. Sie ersetzt nicht die Beratung und

Risikoaufklärung durch den Kundenberater. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und

stellen keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Aktuelle Prospekte (für OGAW) sowie die Wesentlichen

Anlegerinformationen – Kundeninformationsdokument (KID) sind in deutscher Sprache bei der KEPLER-FONDS

Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Europaplatz 1a, 4020 Linz, den Vertriebsstellen sowie unter www.kepler.at erhältlich.

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Stand 04/2019

Peuerbach

Meine Bank

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