Profil 14

panasch

Nr. 14 | 2011

Eine Firmeninformation

der Wirz AG Bauunternehmung

Energiezukunft

Liebe Leserin, lieber Leser

Spezialschalungen

Die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe

in Japan ist uns allen noch in unguter Erinnerung.

Fukushima hat gezeigt, was der

Begriff Restrisiko bedeuten kann. Das ist

nicht zuletzt zu einem Auslöser geworden,

dass sich der Bundesrat für einen Atomausstieg

ausgesprochen hat.

Mit einem schrittweisen Ausstieg sollte

nach Ansicht des Bundesrats genügend

Zeit zur Verfügung stehen, das bestehende

Energiesystem umzubauen und die neue

Energiepolitik umzusetzen. Doch wie

könnte die wegfallende Kernenergie einmal

kompensiert werden? Einerseits

sicher durch konsequente Stromsparmassnahmen.

Dazu kann jeder Einzelne

seinen Beitrag leisten. Auch erneuerbare

Energien müssen ausgebaut werden. Andererseits

sind zusätzlich innovative Alternativen

zur Energieproduktion gefordert.

Eine solche ist in Bern zurzeit im Bau: Die

Kehrichtverwertungsanlage Forsthaus, die

ab 2012 auf verschiedene Weise nachhaltig

Energie erzeugen wird.

Wir sind stolz, heute über dieses Pionierprojekt

und unsere Mitarbeit daran berichten

zu dürfen. Ich wünsche Ihnen eine interessante

Lektüre.

Charles Zuber, Geschäftsführer

Wirz AG Bauunternehmung

Beton lässt sich in praktisch jede erdenkliche

Form bringen. Mit innovativen

Schalungssystemen und modernster

Sicherheitstechnik können heute

Betonbauwerke erstellt werden, die bis

vor Kurzem als unrealisierbar galten

oder zumindest mit erheblichen Gefahren

verbunden waren. Derartige Spezialschalungen

ermöglichen zudem effiziente

Bauabläufe und eine signifikante

Reduktion der Baustellenkosten.

Ein solches Bauwerk, das höchste Anforderungen

an die Schalungs- und Betontechnik

stellt, ist die Kehrichtverwertungsanlage

(KVA) Forsthaus in Bern – ein architektonisch,

ästhetisch und funktional

ambitiöser Komplex, der Mitte 2012 den

Betrieb aufnehmen wird.

Zentrales Element der KVA ist ihr imposanter

Kehrichtbunker. Der komplexe Betonbau

weist massive Bodenplatten von

120 cm Stärke und bis zu 80 cm dicke

Wände sowie viele Auskragungen auf. Er

wurde bis auf 52 Meter Höhe im Kletterverfahren

erstellt. Für die Auskragungen

wurden die Schalungen auf Lehrgerüsten

befestigt. Die Beschaffenheit des Baugrundes

liess praktisch nie mehr als drei Betonierschüsse

gleichzeitig zu. Deshalb wurde

im Taktverfahren ein objektbezogenes

Kletter-Schalungssystem mit grossflächiger,

GFK-beschichteter Multiplexplatte von

Holzco-Doka eingesetzt, das vertikal und

horizontal verschoben wird. Die Aussenfassaden

des Bunkers wurden in Sichtbeton

ausgeführt.

Für die normalen, bis zu 6,5 m hohen

Wände der Anlage mit einer Schalungsfläche

von über 30’000 m 2 wurde nebst objektbezogenen

Holzträgerschalungen der

Conrad Kern AG und einem Rahmenschalungssystem

der Firma PERI AG das Doka-

Rahmenschalungssystem Framax mit

Xsafeplus, klappbaren Arbeitsbühnen,

integrierten Seitengeländern, Leitern und

selbst schliessenden Durchstiegsöffnungen

verwendet. Es erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen

und bringt eine erhebliche

Zeitersparnis. Für die über 10 m hohe,

in Sichtbeton erstellte Längsfassade Nord

kam ebenfalls die DOKA-Kletterschalung

zum Einsatz. Die Südfassade mit integriertem

Verbindungsgang wurde in identischer

Qualität mit der CK-Holzträgerschalung

realisiert. Vordachschürzen, Kranbahn-

Konsolen und Schrägwände der KVA wurden

mit weiteren, von der RBS Plus AG

entwickelten Spezialschalungen erstellt.

Zur Verfügung gestellt von Energie Wasser Bern


Kehrichtverwertungsanlage Forsthaus West, Bern

Bauherrschaft: Energie Wasser Bern ewb

Ingenieure: Walt + Galmarini AG, Zürich

Architekten: Graber Pulver Architekten AG, Bern

Ein Ozeanriese ankert

vor den Toren Berns

In unmittelbarer Nähe von Güterbahnhof

und Autobahnanschluss entsteht

auf der gegenwärtig grössten Baustelle

auf Berner Stadtboden die neue Kehrichtverwertungsanlage

(KVA) Forsthaus.

Über 300 Meter lang und mehr als

50 Meter hoch, erinnert der imposante

Bau an ein Containerfrachtschiff im

Hafen. Mit dieser Anlage tut Energie

Wasser Bern als Bauherrschaft einen

bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger

Energiezukunft.

Architekt Thomas Pulver von Graber

Pulver Architekten AG hat den Begriff des

Schiffs, das vor den Toren Berns vor Anker

liegt, geprägt. Der ästhetisch anspruchsvolle,

zwischen Murtenstrasse und Westtangente

der A1 in einem Restwaldstück

gelegene Baukomplex ist auch funktional

einzigartig. Er gliedert sich in die Anlagenteile

Kehrichtbunker, Verbrennungstrakt,

Energiezentrale, Werkstätten und Büros.

Bei der Energiezentrale der KVA handelt es

sich um ein Pionierprojekt. Erstmals wird

eine solche Anlage Fernwärme und Strom

in einer schweizweit einzigartigen Kombination

dreier Linien produzieren:

— Erstens mit der Verbrennung von jährlich

110’000 Tonnen Abfall aus der

Region. Dabei wird Dampf generiert,

der in einer Turbine zuerst Strom und

anschliessend heisses Wasser erzeugt,

das ins Fernwärmenetz eingespeist

wird.

— Zweitens mit einem Holzheizkraftwerk

und drittens mit einem Gas- und Dampf-

Kombikraftwerk, wo bei der Verbrennung

von Frischholz, Restholz aus Sägereien

und nicht kontaminiertem Altholz

bzw. von Erdgas Dampf und Fernwärme

entsteht. Mit diesem Dampf wird in

einer zweiten Turbine ebenfalls Strom

erzeugt. Das heisse Wasser gelangt anschliessend

auch hier ins Fernwärmenetz.

Die gesamte Anlage arbeitet mit einem

sehr hohen Wirkungsgrad: Jährlich kann

sie ca. 290’000 MWh Fernwärme und

ca. 40’000 MWh Dampf abgeben sowie

ca. 360’000 MWh Strom produzieren. Mit

dieser äusserst effizienten, modernen und

umweltverträglichen Technik kann Energie

Wasser Bern die Energieproduktion in der

Region deutlich steigern und die Abhängigkeit

von anderen Anbietern verringern.

So leistet die neue KVA auch einen essenziellen

Beitrag zu dem vom Bundesrat beschlossenen

Atomausstieg.

Mit der beständigen aber flexiblen Konstruktionsweise

des Gebäudes wird man

auch zukünftigen Anpassungen der Verfahrenstechnik

gerecht werden können. Der

Gebäudesockel und der Kehrichtbunker

sind aus Ortbeton, die Hallen der Verfahrenstechnik

als tektonische Hülle aus vorgefertigten

Betonelementen konstruiert.

Entlang des gesamten Komplexes verläuft

ein 300 Meter langer Besucher- und Besichtigungsgang.

Er schafft mit gezielten Einblicken

in den Verfahrensprozess und

einer grosszügigen Öffnung gegen den umliegenden

Wald den Bezug zwischen der

Technik auf der einen und der Natur auf der

anderen Seite.

Die mit den Baumeisterarbeiten betraute

ARGE KVA Bern, bestehend aus den

Firmen Frutiger AG, Ramseier AG, Büchi AG

und der federführenden Wirz Bauunternehmung

AG setzte auf modernstes Schalungsmaterial

der Holzco-Doka Schalungstechnik

AG, der Conrad Kern AG, der PERI

AG und der RBS Plus AG. Deren hochflexible

Systeme erwiesen sich als ideal, um

Peter Burri, vistaplus.ch, Gasel


die vielen auskragenden Gebäudeteile und

die Wände mit massiven Abmessungen

und zahlreichen Aussparungen zu bewältigen.

Angesichts der beträchtlichen Platten-

und Wandstärken wurden auch an die

Betontechnologie besondere Anforderungen

gestellt. Um die beim Betoneinbau

während der Hydratation und infolge des

Schwindens bestehende Neigung zu Rissbildungen

zu minimieren, wurden für die

Betonlieferung Maximalwerte bezüglich

Schwindmass definiert: ≤ 0,25 Promille

nach 28, bzw. ≤ 0,35 Promille nach 90 Tagen.

Bis zur Fertigstellung werden durch

die Messerli Kieswerk AG und die Frischbeton

AG Rubigen insgesamt rund 30’000

m 3 von dieser Betonqualität geliefert worden

sein.

Noch gibt es auf der Grossbaustelle für

rund 700 Bauarbeiter viel zu tun. Wenn sie

ihre Arbeit beendet haben werden und die

KVA im Sommer 2012 den Betrieb aufnehmen

kann, wird die Anlage mit dem dannzumal

fertiggestellten Gebäudemantel und

dem 70 Meter hohen Kamin definitiv an ein

riesiges Frachtschiff erinnern.


Wirz

persönlich

Ein Gespräch mit Peter Lanz

Bauführer

Herr Lanz, was waren und sind bei

diesem Projekt die besonderen

Herausforderungen für Sie und Ihre

Mitarbeiter?

Die Architektur und die Statik des Gebäudekomplexes,

insbesondere des Kehrichtbunkers,

setzten von allen Beteiligten ein

hohes Mass an Kompetenz voraus. Die anspruchsvollen

Schalungsarbeiten erfolgten

in grosser Höhe – mit entsprechend hohem

Risiko.

Wie haben Sie Ihre Leute

darauf vorbereitet?

In Zusammenarbeit mit der SUVA und den

Industriekletterern von TOPROPE wurde

eine intensive ganztägige Schulung durchgeführt,

für alle, die an der Kletterschalung

beschäftigt waren – von den Bauarbeitern

über die Schaler bis zu den Polieren und

dem Bauführer. Hier wurden nicht nur

die möglichen Gefahren und die entsprechende

Prävention anschaulich aufgezeigt,

sondern es wurden auch Rettungssituationen

beübt.

Können Sie ein konkretes Beispiel

von der Arbeit auf der Baustelle

nennen?

Um in 32 Metern Höhe die Kranbahn des

Kehrichtbunkers zu erstellen, mussten

Podeste aus grossen Lehrgerüstelementen

an einbetonierten Innengewindehülsen

aufgehängt werden. Auf der entstandenen

Plattform konnten dann die Schalungsund

Armierungsarbeiten ausgeführt werden.

Die Spezialisten von TOPROPE haben

unsere Leute dabei unterstützt, nach Abschluss

einer Betonieretappe die Podeste

abzubauen und umzusetzen. Durch die

Montage von Brustwehren auf der neuen

Plattform konnte die Schalungsequipe anschliessend

auf einem gut gesicherten

Arbeitsplatz weiterarbeiten.

Sind Sie und ihre Mitarbeiter

irgendwo an Grenzen gestossen?

Sehr schwierig gestaltete sich der Ausbau

der Haltekonsolen unter der betonierten

Kranbahn – 32 Meter tiefer war der Bunker

mit 9000 m 3 Wasser gefüllt! Weil es eine

Auskragung verunmöglichte, die Konsolen

aus dem Krankorb zu erreichen, kamen

hier die Industriekletterer von TOPROPE

zum Einsatz. In horizontaler technischer

Kletterei haben sie die Konsolen und die

einbetonierten Innengewindehülsen rückgebaut.

Das Leistungsspektrum der Wirz AG Bauunternehmung

Hochbau

Reparaturen und

Spezialarbeiten

Sanierungen von

historischen Bauten

Wohnungsbau

Industrie- und Gewerbebau

Öffentliche Bauten

Sichtbeton

Sichtmauerwerk

Umbauten und Sanierungen

Unterfangungen

Stahlbeton Tiefbau

Umbauarbeiten

Plattenarbeiten

Renovationen

Sanierungen

Umgebungsarbeiten

Erdbebensicherung

Unterfangungen

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Natursteinarbeiten

Steinhauerarbeiten

Verputzarbeiten

Malerarbeiten

Pflästerungen

Kalkböden

Statische Verstärkungen

Reprofilierungen

Wirz AG Bauunternehmung

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