Profil 21

panasch

Nr. 21 | 2015

Eine Firmeninformation

der Wirz AG Bauunternehmung

Gestern, heute, morgen

Liebe Leserin, lieber Leser

Das Bauen wandelt sich. Neue Techniken

und weiterentwickelte Baustoffe mit speziellen

Eigenschaften ergänzen und erweitern

das traditionelle Handwerk. So hat

sich z.B. in jüngerer Vergangenheit kein

anderer Werkstoff stärker verändert als

Beton. Dank betontechnologischer Innovationen,

die heute bisher kaum denkbare

Konstruktionen möglich machen, ist er zum

Baustoff des 21. Jahrhunderts avanciert.

Für alle von uns bedeutet das: Immer dranbleiben

und sich stetig weiterbilden.

Auf der anderen Seite der Zeitachse finden

wir jahrhundertealte, mit historischen

Materialien errichtete Bauten, von denen

viele schon lange unter Denkmalschutz stehen.

Sie zu bewahren und fachgerecht zu

restaurieren, setzt fundierte Kenntnisse

der überlieferten Baumethoden, Baustoffe

und Werkzeuge voraus.

Nicht selten treffen beide Welten aufeinander,

wie beispielsweise beim Objekt,

das wir Ihnen heute präsentieren. Wir

schätzen uns glücklich, dass wir in solchen

Fällen mit unserem Partnerunternehmen

Nussli Restauratoren AG praktisch Tür an

Tür gemeinsam ganzheitliche Lösungen

entwickeln können. Ich wünsche Ihnen

eine interessante Lektüre.

Charles Zuber, Geschäftsführer

Wirz AG Bauunternehmung

Schloss Toffen

Über die Jahrhunderte hat das Schloss

Toffen viele bauliche Veränderungen erfahren.

Parallel zu einem jüngst vollendeten

Sanierungs- und Umbauprojekt

hat hier auch architektonisch die Neuzeit

Einzug gehalten. Ein aussergewöhnlicher

Neubau steht nun in spannungsvollem

Dialog mit dem um 1670 an das

Hauptgebäude angefügten dreigeschossigen

Turm.

Das herrschaftliche Schloss Toffen im

Gürbetal, vor den Toren von Bern, geht auf

eine urkundlich erstmals zu Beginn des

14. Jahrhunderts erwähnte, jedoch sicher

ältere Burg zurück. Vermutet wird, dass es

ursprünglich mit Steinen einer verfallenen

römischen Villa errichtet wurde. Als wichtiges

Baumaterial erschlossen die Römer

die in dieser Gegend reichen Vorkommen

von Tuffstein, der hier noch bis 1983 abgebaut

wurde. Von lateinisch «Tofus» leitet

sich denn auch der Ortsname Toffen ab. Im

ersten Drittel des 16., im früheren 17. und

in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

wurde das mittelalterliche Schloss tief greifend

umgebaut und schliesslich in einen

barocken Landsitz umgewandelt, als der es

sich noch heute präsentiert.

Der baufällige, seit Jahrzehnten nicht

mehr genutzte Turm wurde nach einer

Befundsicherung und mit Vorgaben der

Denkmalpflege innen und aussen sorgfältig

restauriert und umgebaut. Heute bildet er

gemeinsam mit einem modernen Anbau

aus weiss eingefärbtem Sichtbeton grosszügigen

und höchst attraktiven Wohnraum

für eine anspruchsvolle Mieterschaft.

Die natürliche Reinheit und ästhetische

Schönheit des durch Stocken veredelten

Weissbetons schafft in diesem historischen

Umfeld einen harmonischen Kontrast zu

der jahrhundertealten Bausubstanz. Die

schlichte Eleganz des neuen Baukörpers

mit seinen klaren Linien lebt von einer perfekten

Umsetzung. Unerlässliche Grundbedingung

dafür war ein fachgerechter und

äusserst sorgfältiger Umgang mit einem

einzigartigen Baumaterial, das kaum Toleranzen

erlaubt.


Objekt: Restaurierung, Umbau und Neubau Schloss Toffen, 3125 Toffen

Bauherrschaft: Privat

Architekten: Campanile & Michetti Architekten AG, 3011 Bern

Ingenieure: WAM Planer + Ingenieure AG, 3005 Bern

Fotos: Architekturfotografie Gempeler, Bern

Historie trifft Moderne

1: Westturm und Anbau 1941

2: Westturm und Neubau heute

3: Rohbau

4: Rohbau

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Aus der Distanz hat das Ensemble mit

dem jahrhundertealten Turmbau von

Schloss Toffen und dem vorgelagerten

zeitgenössischen Neubau in Sichtbeton

eine nahezu sakrale Anmutung. Wer

näher tritt, stellt fasziniert fest, wie

perfekt der weiss eingefärbte, handwerklich

veredelte Beton mit dem nach

historischer Vorlage restaurierten und

verputzten Turm harmoniert.

Ist Beton, wie ihn Tadao Ando einst nannte,

der Marmor des 20. Jahrhunderts? Ist

er sexy und samtig, wie ihn Zaha Hadid

empfindet? Tatsache ist, dass sich Beton

in konstruktiver wie in ästhetischer Hinsicht

durch vielerlei Qualitäten auszeichnet.

Bezüglich Haptik und Optik gibt es

sogar noch eine Steigerung: weiss eingefärbter

Sichtbeton. Mit ihrem konstruktiven

Entwurf des zweigeschossigen Neubaus

beim Schloss Toffen beschränken

sich Campanile & Michetti Architekten auf

wenige Elemente. Dabei schöpfen sie das

technische und ästhetische Potenzial von

Sichtbeton voll aus und schaffen mit der

Tragstruktur eine kraftvolle Eleganz: Zwei

starke horizontale Scheiben, die einerseits

als Bodenplatte fungieren und andererseits

die Zwischendecke markieren, eine

durchgehende Seiten- und eine durchbrochene

Stirnwand, und darüber das ungleichseitige

Satteldach mit unterschiedlichen

Dachneigungen. Im Erdgeschoss

lässt die raumhohe, über zwei Seiten geführte

Verglasung den Innen- mit dem

Aussenraum verschmelzen. Intern verbunden

sind die beiden Geschosse durch eine

zentral angelegte filigrane Metalltreppe.

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Der neue Sichtbetonbau steht heute –

mit vergleichbarem Volumen – an der Stelle

eines rettungslos baufälligen Anbaus,

der zuletzt nur noch als Abstellraum diente.

Anders als dieser wahrt der neue Baukörper

jedoch einen respektvollen Abstand

von dreissig Zentimetern zur historischen

Bausubstanz. Darunter liegt ein schöner

Gewölbekeller, der beim Abriss des Anbaus

Schaden zu nehmen drohte und als erstes

gesichert werden musste. Weil der Baugrund

aus einem zugeschütteten ehemaligen

Weiher besteht, musste der Neubau

auf Mikropfähle abgestützt werden. Um für

die Bauherrschaft eine Entscheidgrundlage

zu schaffen, wurden vor Ort verschiedene

Betonqualitäten mit unterschiedlichen

Schalungen bemustert und geprüft.

Die Wahl fiel schliesslich auf den eingefärbten,

grossformatig geschalten Beton

mit Weisszement. Beim Betonieren war

hier äusserste Sorgfalt geboten, galt es

doch, Verfärbungen und Ausblühungen absolut

zu vermeiden. Am Schluss wurden

die grösseren Fassadenflächen von den

Nussli Restauratoren teilweise gestockt,

eine steinmetzartige Bearbeitung, die der

Betonoberfläche eine grössere Tiefenwirkung

verleiht und die Verbindung zum verputzten

Turm herstellt.

1: Tragstruktur im Rohbau

2: Neubau Erdgeschoss

3: Neubau Obergeschoss

4: Durchgang zum Turm

5: Turm Erdgeschoss

mehrfach umgestaltet worden war. An den

durch den Turm seit 1670 verdeckten Fassadenabschnitten

wurden partiell erhaltene

ältere Fassadenmalereien freigelegt,

die heute das stilvolle Interieur bereichern.

Alle Arbeiten am alten Mauerwerk wurden

in traditioneller Bauweise ausgeführt. So

wurden beispielsweise die Verputze mit

historischem Kalkmörtel nass in nass – al

fresco – verarbeitet.

Das harmonische Nebeneinander von

Alt und Neu schafft bei Schloss Toffen ein

spannungsvolles Bezugsverhältnis zwischen

jahrhundertealter Bausubstanz und

modernem Sichtbetonbau.

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5

Zwischen den beiden Baukörpern führt

ein verglaster Durchgang vom Neubau ins

Erdgeschoss des Turms. Hier bietet der offene

Grundriss Raum für die neue, zeitgemässe

Küche und für das Entrée beim

Haupteingang der gesamten Wohneinheit.

Die beiden oberen Turmgeschosse sind

durch eine grazile metallene Wendeltreppe

erschlossen. Um vor dem Umbau und der

Restaurierung Aussagen zu den verschiedenen

Bauphasen des Eckturms zu erhalten,

nahmen die Nussli Restauratoren Sondierungen

vor und untersuchten die Putzschichtenabfolge.

Dabei wurde sichtbar,

wie der Turm im Lauf der Jahrhunderte

6: respektvoller Abstand

zwischen Alt- und Neubau

6


Wirz

persönlich

Ein Gespräch mit Christian Bächler,

Bauführer

Herr Bächler, was ist Ihrer Meinung

nach besonders wichtig, um mit Sichtbeton

das bestmögliche Ergebnis zu

erzielen?

Sicher nicht nur bezogen auf dieses Objekt:

eine enge Zusammenarbeit und klare

Kommunikation zwischen allen Beteiligten,

von den planenden Architekten über die

Schalungshersteller und Betontechnologen

bis zu allen, die bei der Bauausführung

engagiert waren – die Bauherrschaft

selbstverständlich eingeschlossen.

Was waren hier die besonderen technischen

Herausforderungen?

Die anspruchsvolle Geometrie des Baus,

z.B. mit den versetzten Dachneigungen,

erforderte eine sehr sorgfältige Planung

der gesamten objektbezogenen Schalung

mit teilweise über einem Meter breiten

und bis zu vier Metern hohen Tafeln. Die

einzelnen Elemente sollten mehrfach verwendet

und Anpassungen auf der Baustelle

so gering als möglich gehalten werden.

Das Resultat ist überzeugend: Alle Fugen

stimmen perfekt überein.

Wie haben Ihre Mitarbeiter die anspruchsvolle

Aufgabe bewältigt?

Wir hatten ein sehr erfahrenes Team auf

der Baustelle, mit Leuten, die schon öfter

Sichtbetonbauten hochgezogen und ihren

Job mit der nötigen Sensibilität und Genauigkeit

verrichtet haben. So wurde beispielsweise

immer peinlich genau darauf

geachtet, dass die zu betonierenden Teile

sauber mit Plastikfolie abgedeckt waren

und kein Wasser in die Schalungen eindringen

konnte. Und wenn es kalt wurde,

haben wir die Baustelle natürlich beheizt.

Ihr abschliessendes Fazit?

Sichtbeton verzeiht keine Fehler. Aber

wenn man letztendlich die ausgeprägte

handwerkliche Qualität und die hohe Wertigkeit

des Materials erkennt, dann haben

sich der erhöhte Planungsaufwand und die

ganze Konzentration und Präzision bei der

Bauausführung sicher gelohnt.

Das Leistungsspektrum der Wirz AG Bauunternehmung

Hochbau

Reparaturen und

Spezialarbeiten

Sanierungen von

historischen Bauten

Wohnungsbau

Industrie- und Gewerbebau

Öffentliche Bauten

Sichtbeton

Sichtmauerwerk

Umbauten und Sanierungen

Unterfangungen

Stahlbeton Tiefbau

Umbauarbeiten

Plattenarbeiten

Renovationen

Sanierungen

Umgebungsarbeiten

Erdbebensicherung

Unterfangungen

Unterhaltsarbeiten

Natursteinarbeiten

Steinhauerarbeiten

Verputzarbeiten

Malerarbeiten

Pflästerungen

Kalkböden

Statische Verstärkungen

Reprofilierungen

Wirz AG Bauunternehmung

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