Leseprobe stahl und eisen 03/2019

stahlundeisen

Leseprobe stahl und eisen 03/2019

ISSN 0340-4803

3/2019

März 2019

Zeitschrift für die

Herstellung und

Verarbeitung von

Eisen und Stahl

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Straße 25 · 51149 Köln

PVSt, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 6447


LASER LIGHT SECTION

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und Rohre

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Stahl- und METEC-Jahr sind

in vollem Gange

Das Stahljahr ist bereits in vollem Gange – und damit auch die

Tarifrunde 2019. In der nordwestdeutschen Stahlindustrie gab es

Mitte März, kurz vor Redaktionsschluss, immer noch keinen Tarifabschluss.

Mit Warnstreiks in allen Werken wollte die IG Metall die

Arbeitgeber zu einem besseren Angebot bewegen.

Reibungslos vorwärts geht es hingegen bei Tata Steel: In Port Talbot, UK, hat das

Unternehmen den Hochofen Nr. 5 wieder zum Leben erweckt. Es ist die größte

Einzelinvestition am dortigen Standort in den vergangenen fünf Jahren. Eine

zukunftsweisende Entscheidung, die zu größerer Versorgungssicherheit für den

Konzern auf den britischen Inseln beitragen soll. Mehr hierzu lesen Sie auf S. 7.

Zukunftsweisend ist auch die Neuaufstellung der Geschäftsführung der SMS

group. Mit dem Wechsel Prof. Dr. Hans Ferkels von thyssenkrupp zur SMS group

ist dem Anlagenbauer ein cleverer Schachzug gelungen. Nach dem Ausscheiden

Dr. Guido Kleinschmidts ist die Geschäftsführung der SMS group wieder komplett.

Man darf sicher gespannt sein, wie sich die Personalie im METEC-Jahr auswirkt

und niederschlägt. Lesen Sie Details auf S. 6.

Apropos METEC-Jahr: Natürlich wirft die „Bright World of Metals“ auch in dieser

Ausgabe von stahl und eisen bereits ihre Schatten voraus. Ab S. 62 berichten wir

über die Megatrends von GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST im

Jahr 2019 und informieren Sie außerdem über neue Entwicklungen beim Thema

Nachhaltigkeit im Gießereiwesen.

Torsten Paßmann,

Redaktionsleiter

Meine Empfehlung:

Verfolgen Sie die

Entwicklungen

zu tagesaktuellen

Themen in unseren

Online-News unter

www.stahlundeisen.de

Abschließend sei mir noch erlaubt, auf unseren großen Technik-Artikel zum

Thema Förderung von Prozessstäuben hinzuweisen (S. 26) sowie auf den Technikgeschichte-Artikel

in der Rubrik Prisma, der diesmal im Bauhaus- Jubiläumsjahr

einen Überblick über Bauhaus-Designklassiker aus Edelstahl gibt (S. 100).

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen im Namen des gesamten Redaktions teams

Torsten Paßmann

Redaktionsleitung

PS: Auch wenn formal Werkstoffe, Anlagen und Anwendungen der Dreh- & Angelpunkt

im Tagesgeschäft sind, bilden doch die Menschen den Kern der Branche.

Wie wichtig Ihnen diese Gemeinschaft ist, haben wir an den Rückmeldungen

zu den Personalien aus dem VDEh gesehen. Im gewohnten Umfang finden Sie

ab S. 92 wieder Geburtstage, berufliche Veränderungen und mehr. Dem VDEh

als Mitherausgeber ein herzliches Dankeschön.

stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3 3


März 2019

Zeitschrift für die

Herstellung und

Verarbeitung von

Eisen und Stahl

ISSN 0340-4803

01-U1-U4-Ums-0319.indd 1 14.03.19 13:58

26

40

Foto: Timken Europe Customuer Engineering

Pneumatische Förderzustände

von Prozessstäuben

Mittels experimenteller Versuchsreihe konnte ein

Förderzustandsdiagramm für Konverterfeinstäube

erstellt werden

Innovative Lösung für

Vertikal-Walzgerüste

Vorteile des TDOH-Lagers (Kegelrollenlager

mit doppelreihigem Außenring mit hoher

Wandstärke) nutzen

INHALT

Ausgabe 3/2019

stahl und eisen 3/2019 Anlagentechnik ∙ Umformtechnik 139. Jahrgang

3/2019

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Straße 25 · 51149 Köln

PVSt, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 6447

© Titel-/Coverphoto:

Primetals Technologies

Doppelpfannenofen

von Primetals Technologies

für das russische

Konverterstahlwerk

Cherepovets von PAO

Severstal

AKTUELLES

6 Änderungen in der Geschäftsführung der

SMS group

TECHNIK + TRENDS

Anlagentechnik

26 Untersuchungen der pneumatischen

Förderzustände von Prozessstäuben mit

Partikeldurchmesserverteilung kleiner 500

μm aus der Eisen- und Stahlindustrie im

Nieder- und Mitteldruckbereich

Investigation of the pneumatic conveying

conditions of process dusts with particle

diameter distribution smaller than 500 μm

from the iron and steel industry in the lowand

medium-pressure range

Wolfgang Reiter, Franz Edler, Johannes Rieger, Christoph

Loitfellner, Prof. Harald Raupenstrauch, Karl

Pilz

Umformtechnik

40 Innovative Lösung für Vertikal-Walzgerüste

zur Herstellung von Langprodukten,

Formstählen und gewalzten I-Trägern

Innovative solution for vertical roll stands in

the production of long products, sectional steel

and rolled beams

Sorin Tudor

INNOVATION + ENTWICKLUNG

50 Fraunhofer-Institut entwickelt digitalen

Werkstoff-Zwilling

52 Astrophysiker wollen Frästechnik

revolutionieren

58 Diodenlaser flexibilisieren

Gleitlagertechnik für Windkraftanlagen

4

stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3


50 100

Foto: Fraunhofer IWM

Foto: © WZV / WMF

Digitaler Zwilling für Werkstoffe

Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher schaffen mit

einem Werkstoffdatenraum wichtige Grundlagen

Das Bauhaus lebt

Edelstahl Rostfrei hat eine Schlüsselrolle bei den

Möbelgestellen, Gebrauchsobjekten und Beschlägen

der Bauhaus-Ära

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

62 GMTN: Nachhaltigkeit im Gießereiwesen

64 GMTN: Fachforum thermische Speicher

65 GMTN: Megatrends auf dem „Bright World

of Metals“-Messequartett

74 Zahl der Cyberangriffe steigt auch in

Deutschland

76 Automobilindustrie setzt weiterhin auf

klassische Zerspanungsmaschinen

BERUF + KARRIERE

80 Mitarbeiter und Bereiche beidhändig

führen

PRISMA

98 Ferropolis: Willkommen in der

„Stadt aus Eisen“

RUBRIKEN

3 Editorial

6 Namen + Nachrichten

14 Wirtschaft + Industrie

90 Inserentenverzeichnis

91 Termine

92 Mitglieder Stahlinstitut VDEh

94 Recht + Service

100 Technikgeschichte

104 Digital

107 Themen im nächsten Heft

107 Impressum

Produkte

54, 55, 56, 57

stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3 5


AKTUELLES

Namen + Nachrichten

Fotos(4): SMS group

V.l.n.r.: Burkhard Dahmen bleibt Vorsitzender der Geschäftsführung, Torsten Heising verantwortet nach wie vor den Bereich Finanzen,

Prof. Dr. Katja Windt ist weiterhin für Digitalisierung zuständig und Michael Rzepczyk wird Chief Operating Officer

Änderungen in der Geschäftsführung der SMS group GmbH

SMS group erweitert

Führungsmannschaft

Michael Rzepczyk nimmt seit Anfang März den Posten des Chief Operating Officers ein,

Prof. Dr. Hans Ferkel kommt als Chief Technology Officer an Bord und Dr. Guido

Kleinschmidt scheidet aus der Geschäftsführung aus: Diese Änderungen in der Geschäftsführung

gab die SMS group kürzlich bekannt.

Mit dieser Erweiterung

wird eine klare funktionale

Ausrichtung der

Geschäftsführung mit Fokus auf

innovative Produkte, effiziente

Projektabwicklung sowie digitale

Prozesse umgesetzt.

Prof. Dr. Hans Ferkel ist derzeit

Bereichsleiter Technologie

und Innovation bei thyssenkrupp

Steel Europe AG. Zuvor war er in

leitenden Positionen im Bereich

Forschung und Entwicklung bei

Volkswagen tätig. Ferkel tritt der

Geschäftsführung als Chief Technology

Officer zum nächstmöglichen

Termin bei.

Mit Wirkung vom 1. März 2019

wird Michael Rzepczyk die Rolle

des Chief Operating Officer in der

Geschäftsführung der SMS group

GmbH ausüben. Herr Rzepczyk

ist bei SMS bislang als Geschäftsbereichsleiter

Metallurgie insbesondere

für die Abwicklung von

Großprojekten zuständig.

Neben Prof. Dr. Hans Ferkel und

Michael Rzepczyk gehören Torsten

Heising (Finanzen) und Prof. Dr.

Katja Windt (Digitalisierung) zum

fünfköpfigen Führungsteam, dem

der langjährige Vorsitzende Burkhard

Dahmen vorsteht.

Burkhard Dahmen, Vorsitzender

der Geschäftsführung führte

zu den Veränderungen aus: „Ich

freue mich, Prof. Dr. Ferkel und

Herrn Rzepczyk in unserem Führungsteam

zu begrüßen. Sie sind

erfahrene Branchenexperten und

werden SMS dabei unterstützen,

die Marktführerschaft im metallurgischen

Anlagenbau weiter

auszubauen. Als Geschäftsführung

sind wir nun optimal aufgestellt,

um unsere Wachstumsstrategie zu

realisieren und Wunschpartner

der anspruchsvollsten Kunden

zu bleiben.“

Dr. Guido Kleinschmidt ist zum

28. Februar auf eigenen Wunsch

aus der Geschäftsführung ausgeschieden,

um sich einer neuen

Herausforderung außerhalb der

SMS group GmbH zuzuwenden.

Burkhard Dahmen, Vorsitzender

der Geschäftsführung dazu:

„Wir danken Herrn Dr. Kleinschmidt

für seine erfolgreiche

Arbeit in der Geschäftsführung.

Durch seine Fachkompetenz hat

er sowohl innerhalb unseres Unternehmens

als auch bei unseren

Geschäftspartnern hohes Ansehen

erworben. Wir wünschen ihm weiterhin

alles Gute, Gesundheit und

persönliches Wohlergehen.“

SMS group

6

stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3


join the best:

30 March – 03 April 2020

Tata Steel startet UK-Hochofen

erneut und liefert erstes neues

Produkt aus

Ende Januar ließ Tata Steel einen der beiden Hochöfen

in Port Talbot, UK, erneut anfeuern.

Das Projekt zur Verlängerung der Lebensdauer von Hochofen

Nr. 5 kostete zig Millionen Pfund und ist ein wichtiger

Bestandteil der Langzeitstrategie von Tata Steel, mit der

das Unternehmen im Vereinigten Königreich bezüglich

seiner dortigen Versorgungskette gestärkt werden soll.

Ingenieure entleerten den gigantischen Hochofen im

letzten Herbst, um die wichtigen Arbeiten auszuführen,

die die Lebensdauer des Hochofens um fünf bis sieben

Jahre verlängern. Nach dem erneuten Anfeuern des Ofens

ist das erste Eisen bereits produziert worden und wurde

in ein fertiges Stahlprodukt umgewandelt, bevor es

an einen Weiterverarbeiter im Vereinigten Königreich

geliefert wurde.

Laut Tata Steel handelt es sich um die größte Einzelinvestition

am Standort Port Talbot seit über fünf Jahren.

Das Projekt, so Hans Fischer, Chief Executive Tata Steel

Operations Europe, zeige den Willen stärkere und nachhaltigere

Stahlherstellung im vereinigten Königreich zu

etablieren.

Nachdem das Herz des Hochofens, das normalerweise

über 1 200 °C heiß ist, sich abgekühlt hatte, wurde ein Teil

des hitzeresistenten Innenlebens sowie wichtige Bauteile

ausgetauscht. Das Abgas­ und Staubextraktionssystem

wurden ebenfalls ersetzt. Der letzte Teil der Prozedur

beinhaltete die Öffnung der Heißwind­Hauptleitung, um

Luft mit 1 100 °C einzublasen, was den Hochofen wieder

zum Leben erweckte.

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TataSteelEurope

Wurde erneut zum Leben erweckt: Hochofen Nr. 5 von Tata

Steel in Port Talbot

Foto: TataSteelEurope

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stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3

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AKTUELLES

Namen + Nachrichten

Bei Poppe + Potthoff übernimmt ein neues Team die Führung

Neuer Sprecher der Geschäftsführung

ist der Ingenieur und

Betriebswirt Ron Blokzijl.

Nach Stationen an der Spitze

von Unternehmen in Deutschland,

den Niederlanden, der

Schweiz und Österreich mit

zahlreichen internationalen

Aktivitäten übernahm der

Niederländer 2018 bei Poppe +

Potthoff die Aufgabe, die

Gruppe strategisch weiter zu

entwickeln.

Chief Executive Drive Technology

ist der Betriebswirt und Wirtschaftsingenieur

Steffen Herter.

Der frühere Unternehmensberater

und Director of Operations

eines multinationalen Maschinenbau­Unternehmens

wurde

2016 als Geschäftsführer für die

R+W Gruppe zu Poppe + Potthoff

geholt. R+W gehört seit 2011 zu

Poppe + Potthoff.

Dr.­Ing. Bengt­Henning Maas

leitet als Chief Executive Mobility

die Produktsegmente Tubular

Components und Precision Components.

Der promovierte Physiker

kam aus der Stahlforschung 2014

zu Poppe + Potthoff und treibt u.a.

das Thema Industrie­4.0 voran.

Benjamin Hud, der seit 2009 bei

Poppe + Potthoff die Finanzen und

das Controlling leitet, ist nun Chief

Financial Officer und verantwortet

in dieser Rolle auch die Personalentwicklung

und die IT des

Konzerns mit 1 650 Mitarbeitern

an 17 Standorten. Dr. Christian

Potthoff­Sewing wechselt in den

Beirat von Poppe + Potthoff.

Poppe + Potthoff

Das Führungsteam bei Poppe + Potthoff (v.l.n.r.): Ron Blokzijl, Steffen

Herter, Dr.-Ing. Bengt-Henning Maas, Benjamin Hud

Foto: Poppe + Potthoff

Züblin Stahlbau erhält Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaus 2019

Preisverleihung Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2019

in der Kategorie „Hochbau“ (v.l.n.r.): Prof. Dr.-Ing. Richard

Stroetmann (Jury bauforumstahl), Dr. Norbert Sauerborn

(stahl + verbundbau gmbh), Alexandra Mrzigod und Angelika

Schmid (Werner Sobek Stuttgart AG), Lars Feulner und Marc

Kluge (Züblin Stahlbau GmbH), Dr. Rolf Heddrich (Geschäftsführung

bauforumstahl)

Foto: bauforumstahl e.V.

Die Züblin Stahlbau GmbH

erhielt im Rahmen der Messe

„BAU“ in München gemeinsam

mit dem ARGE-Partner stahl

+ verbundbau und dem Planungsbüro

Werner Sobek den

Ingenieurpreis des Deutschen

Stahlbaus 2019 in der Kategorie

„Hochbau“.

Der Preis für das Projekt „adidas

ARENA – World of Sports“ wurde

vom bauforumstahl e. V. verliehen.

In ihrer Laudatio begründete die

Jury die Prämierung mit der Realisierung

eines architektonisch und

ingenieurtechnisch außergewöhnlichen

Bauwerks. Die „adidas ARENA“

sei ein herausragendes Beispiel für

den Einklang von anspruchsvoller

Architektur und Tragkonstruktion.

Mit innovativer Ingenieurbaukunst

seien viele Neuentwicklungen der

Stahl­ und Verbundbauweise technisch

umgesetzt und in überzeugender

Weise gelöst worden.

Ein weiterer Grund für die

Auszeichnung war der Einsatz

von Value Engineering: Durch

Anwendung dieser Methode können

im Ingenieurbau Kosten reduziert

werden, ohne die Qualität

und Funktionen eines Bauwerks

zu beeinträchtigen. Zum Value

Engineering zählte beim Projekt

„adidas ARENA“ u. a. das spektakuläre

Montagekonzept: ein

hydraulischer Hub von vormontierten

Geschossen mit ca. 12 500

t Gewicht. Anschließend wurden

67 schräge Verbundstützen unter

der auf Pressen ruhenden Konstruktion

montiert, ehe das Gebäude

auf die Stützen abgesetzt wurde.

Züblin Stahlbau

8

stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3


WGP verleiht Otto-Kienzle- Gedenk münze an Frederik Zanger

Für seine Forschungsarbeiten,

unter anderem zur Kombination

von Zerspanungsprozessen

mit mechanischer Oberflächenbearbeitung,

erhielt Dr.

Frederik Zanger vom Institut

für Produktionstechnik (wbk)

des Karlsruher Instituts für

Technologie (KIT) die Otto-

Kienzle-Gedenkmünze der

WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft

für Produktionstechnik).

Das teilte die WGP mit.

„Dr. Zanger hat im Bereich der Prozessanalyse

mittels Spanbildungssimulationen

international neue

Akzente gesetzt und damit auch

das Karlsruher WGP­Institut in der

produktionstechnischen Community

weiterhin sichtbar gemacht“,

lobte Professor Berend Denkena,

Präsident der WGP und Leiter des

Instituts für Fertigungstechnik

und Werkzeugmaschinen (IFW)

der Leibniz­Universität Hannover.

„Er ist zudem ein herausragender

Nachwuchswissenschaftler, der die

Kombination von Fertigungsprozessen

– wie zum Beispiel die Prozessstrategie

Komplementärzerspanung

– maßgeblich voranbringt.

Sein mathematischer Hintergrund

ermöglicht ihm eine interdisziplinäre

Arbeitsweise, die eine große

Bereicherung für die produktionstechnische

Forschung ist.“

Wissenschaftliche Gesellschaft

für Produktionstechnik

Dr. Frederik Zanger

Foto: Sandra Göttisheim

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stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3 9


AKTUELLES

Namen + Nachrichten

Hubert Zajicek rückt in den Vorstand von voestalpine auf

Hubert Zajicek

Foto: voestalpine.com

Der Aufsichtsrat der voestalpine

AG hat über die

zukünftige Leitung der Steel

Division entschieden: Hubert

Zajicek wird am 3. Juli 2019

Herbert Eibensteiner, der

zu diesem Zeitpunkt den

Vorstandsvorsitz des Gesamtkonzerns

von CEO Wolfgang

Eder übernimmt, als Chef

der umsatzstärksten Division

nachfolgen. Der gebürtige

Oberösterreicher Zajicek – seit

2014 im Vorstandsteam der

Steel Division für den Bereich

Technik verantwortlich –

steigt damit auch als Mitglied

in den sechsköpfigen Vorstand

der voestalpine AG auf.

Die Vertragsperiode für Zajicek

lautet somit 3. Juli 2019 bis 31.

März 2024. Die auf die Herstellung

von Stahlgüten und Hightechprodukten

spezialisierte

Steel Division mit Hauptsitz in

Linz erzielte im abgelaufenen

Geschäftsjahr einen Umsatz von

4,8 Mrd. € und beschäftigt rund

11 000 Mitarbeiter.

Hubert Zajicek (50), der seit

2014 den Vorstandsposten für

den Bereich Technik innerhalb

der Steel Division inne hat, bringt

umfassende Erfahrung in leitenden

Positionen des Konzerns in

seine neue Funktion mit. Nach

Abschluss seines Studiums der

technischen Physik an der Johannes

Kepler Universität in Linz begann

Zajicek seine Karriere 1993

als Fachingenieur für Mechanik

in der voestalpine Stahl GmbH.

In den darauffolgenden Jahren

hatte er maßgeblichen Anteil an

der Realisierung des Großinvestitionsprogrammes

„Linz 2010“

und absolvierte ein berufsbegleitendes

MBA­Programm an

der Rotman Business School in

Toronto, Kanada. Später stieg er

zum Leiter des Unternehmensbereiches

Technischer Service

und Energie auf und übernahm

ab 2010 die Verantwortung für

die Kaltwalzwerke und Veredelungsbetriebe

am Standort Linz.

„In Zajiceks Verdienste fallen

darüber hinaus die erfolgreiche

Abwicklung zahlreicher internationaler

Forschungskooperationen

sowie Projekte mit Kunden und

Lieferanten in aller Welt“, teilt die

voestalpine mit.

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stahl und eisen 139 (2019) Nr. 3


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stahl und eisen 138 (2018) Nr. 12

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