Berliner Zeitung 08.04.2019

BerlinerVerlagGmbH

Die Nazis töteten bis zu 500 000 Sinti und Roma. Zilli Schmidt überlebte – Seite 3

Der älteste

Baum

Berlins

Seite 10

8°/20°

Nur wenige Wolken

Wetter Seite 2

Union spielt gegen

Dynamo Dresden 0:0

Sport Seite 18

www.berliner-zeitung.de

Günter Jauch und Tim

Raue kochen in Potsdam

Brandenburg Seite 15

Montag,8.April 2019 Nr.82HA-75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Obamalobt die

Klima-Proteste der Jugend

Politik Seite 18

Mats Hummels

Der

entscheidende

Faktor

VonMarkus Lotter

Mats Hummels

zeigte mal wieder

Weltklasseleistungen

Der Abwehrmann war am Sonnabendabend

im Duell mit Borussia

Dortmund in den ersten 30

Minuten der gefährlichste Angreifer

im Team des FC Bayern.94Ballaktionen

mit einer Passquote von 91Prozent

hatte der ehemalige Nationalspieler

nach 90 bemerkenswerten

Bundesligaminuten vorzuweisen,

erzielte zudem für die Münchner

den Führungstreffer,

womit er

seiner Mannschaft

den entscheidenden

Impuls

zum Befreiungsakt

verlieh:

Ja, Mats Hummels

war, wenngleich

sich beim

5:0 gegen BVB

aufseiten der

Bayern auch

noch ein paar andere für diese Auszeichnung

empfohlen hatten, der

Mann dieses aus vielerlei Hinsicht

aufschlussreichen Spitzenspiels der

Fußball-Bundesliga.

DerinBergisch Gladbach zurWelt

gekommene Profi hat auf eindrucksvolle

Art und Weise nachgewiesen,

dass er noch immer zu Weltklasseleistungen

fähig ist. Warum auch

nicht, ist er doch erst 30 Jahre alt.

Und vor allem bringt er für seinen

Klub diesen, vor allem in wichtigen

Spielen gewinnbringenden Faktor

ein: dieWettkampferfahrung. Da war

kein Flatternzusehen, keine Scheu,,

Verantwortung zu übernehmen, da

ist immer noch der Wille zum nächsten

Titel. Nein, Hummels ist noch

lange nicht satt, wie er nun schon

seit ein paar Wochen nicht nur mit

Worten, sondern auch Taten zu verstehen

gibt.

Nach so einem herausragenden

Vortrag kann man jedenfalls nicht

umhin, die Entscheidung von Bundestrainer

Joachim Löw, auf Hummels

künftig verzichten zu wollen,

erneut infrage zu stellen.Vorallem in

ihrer Endgültigkeit, die ja nur sinnvoll

ist, wenn man nicht nur entwicklungsfähige,mitunter

auch entwicklungsbedürftige

Abwehrspieler

wie Antonio Rüdiger oder Jonathan

Tah zur Verfügung hat, sondern

komplette Könner vomFormat eines

beim FC Liverpool beschäftigtenVirgil

vanDijk.

Die Nationalmannschaft ist doch

keine Versuchsanordnung, sondern

die Auswahl der besten Spieler eines

Landes,oder etwa nicht? Insofernist

es schon seltsam, dass der kompletteste

deutsche Abwehrspieler, der

womöglich kurz zuvor sowohl Meisterschale

als auch Pokal in die Luft

gestemmt hat, am 8. Juni schon im

Urlaub ist, während das Nationalteam

am 8. und 11. Juni in Minsk gegen

Weißrussland und in Mainz gegen

Estland in der EM-Qualifikation

spielt. Zuletzt hatte ja Hummels

mehrmals betont, dass für ihn das

Kapitel Nationalmannschaft nicht

beendet sei. Wasesdafür allerdings

braucht, ist klar: einen neuen Bundestrainer.

SportSeite 20

Die Macht der Mieter

Zehntausende demonstrieren am Wochenende gegen steigende Mieten.

Auf Bundesebene wird nun über die Möglichkeit von Enteignungen gesprochen.

Die Berliner Initiative hat bereits 15 000 Unterstützer.

Miethai aus Pappe: Das selbst gebastelte Schild warbei der großen Demonstration am Sonnabend in Berlin zu sehen.

VonMarkus Decker und Ulrich Paul

Unter dem Druck wachsender

Proteste gegen

steigende Mieten mehren

sich Stimmen in der

Politik, die ein härteres Vorgehen gegen

Vermieter ins Gespräch bringen

–darunter Forderungen nach Enteignungen,

wie sie in Berlin durch

ein Volksbegehren formuliert werden.

BeiDemonstrationen am Sonnabend

sind zuvor in 19 deutschen

Städten mindestens 55 000 Menschen

auf die Straße gegangen. Allein

in Berlin nahmen nach Veranstalterangaben

40 000 Personen an

den Protesten teil.

„Wir sollten Enteignungen als

letztes Mittel nicht ausschließen“,

sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende

Ralf Stegner der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Es gibt teilweise

halbkriminelles Verhalten, bei dem

die Not der Mieter ausgenutzt wird.

In diesen Fällen muss der Staat

Handlungsfähigkeit beweisen.“ Im

Zweifel sei die SPD Mieterpartei,

sagte Stegner.Enteignungen würden

ja auch nicht entschädigungslos umgesetzt,

so sein Argument.

Auch der Grünen-Bundesvorsitzende

Robert Habeck erklärte, er

halte prinzipiell Enteignungen für

denkbar, wenn andere Maßnahmen

keinen Erfolg zeigten. „Das Grundgesetz

sieht solche Enteignungen

zum Allgemeinwohl ausdrücklich

vor“, sagte Habeck der Welt am

Sonntag. „Es wäre doch absurd,

wenn wir das nur anwenden, um

neue Autobahnen zu bauen, aber

nicht, um gegen die grassierende

Wohnungsnot vorzugehen.“

Die Vorsitzende der Linkspartei,

Katja Kipping, will Immobilienkonzerne

nicht nur enteignen, sondern

setzt im Zweifel auch auf Beschlagnahmungen.

Daskündigte sie bei einer

Parteivorstandssitzung in Berlin

an. Mit Blick auf die Kampagne

„Deutsche Wohnen und Co. enteignen“

und die bundesweiten Demonstrationen

am Sonnabend sagte

Kipping nach Angaben vonTeilnehmern,

um der Enteignung der arbeitenden

Bevölkerung entgegenzutreten,

„stellen wir die Eigentumsfrage,

indem wir die Enteignung von Konzernen

wie Vonovia und Deutsche

Wohnen sowie im Zweifelsfall auch

Beschlagnahmungen fordern“.

Zeitgleich mit der Demonstration

in Berlin begann am Sonnabend

eine Unterschriftensammlung für

das Volksbegehren der Initiative

„Deutsche Wohnen und Co enteignen“.

Schon am ersten Tagwurden

nach Angaben von Initiativen-Sprecher

Rouzbeh Taheri„deutlich mehr

als 15 000 Unterschriften“ gezählt.

Taheri sprach am Sonntag von einem

großen Erfolg. Notwendig sind

in der ersten Phase des Volksbegehrens

20 000 Unterschriften. Greift

das Berliner Abgeordnetenhaus die

Forderung nicht auf, kommt es zur

nächsten Stufe,inder innerhalb von

vier Monaten sieben Prozent der

„Das Grundgesetz sieht solche Enteignungen

zum Allgemeinwohl ausdrücklich vor. Es wäre

doch absurd, wenn wir das nur anwenden, um

neue Autobahnen zu bauen, aber nicht, um

gegen die Wohnungsnot vorzugehen.“

Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen in der Welt am Sonntag

Stimmberechtigten, das wären dann

etwa 200 000 Berliner, unterschreiben

müssen, um einen Volksentscheid

herbeizuführen. Dieser

könnte dann Mitte nächsten Jahres

anberaumt werden, sagteTaheri. Ziel

der Initiative ist, die Häuser von privaten

Immobilienunternehmen mit

mehr als 3000 Wohnungen gegen

eine Entschädigung zu vergesellschaften.

Im Mittelpunkt des Volksbegehrens

steht die börsennotierte Deutsche

Wohnen, die in Berlin rund

115 600 Wohnungen besitzt. Insgesamt

wären in der Hauptstadt laut

Senat zehn Unternehmen mit rund

243 000 Wohnungen betroffen.

Die Initiative zur Enteignung

stützt sich auf Artikel 15 des Grundgesetzes.

Darin steht, dass „Grund und

Boden, Naturschätze und Produktionsmittel“

zum Zwecke derVergesellschaftung

durch ein Gesetz in Gemeineigentum

oder in andere Formen

der Gemeinwirtschaft überführt

werden können. Eine Vergesellschaftung

nach Artikel 15 des Grundgesetzeswäreeinmalig

in der fast 70-jährigen

Geschichte der Bundesrepublik.

Zwar hat es in der Vergangenheit immer

wieder Enteignungen, etwa für

DDP/OMER MESSINGER

den Autobahnbau, gegeben, nicht

aber Sozialisierungen vonGrund und

Boden mit Mietshäusern.

DieFraktionsvorsitzende der Grünen

im Berliner Abgeordnetenhaus

Antje Kapek sagte am Sonntag, sie sei

Habeck dankbar dafür,dass er die Debatte

um Enteignungen auf die Bundesebene

bringe.„Wir hätten in Berlin

keinen Grund, auf die Straße zu

gehen, wenn der Bund die Mieter

ausreichend schützen würde.“ Die

Berliner Grünen haben sich noch

nicht dazu positioniert, ob sie das

Volksbegehren unterstützen. Das ist

erst für den Maigeplant. Kapek sagte

jedoch schon jetzt, „wir unterstützen

in jedem Fall die Ziele des Volksbegehrens

und empfinden die Initiative

als Unterstützung in der wohnungspolitischen

Debatte.“

So rede die Stadtjetzt über die Einführung

eines Mietendeckels auf

Landesebene. Nötig sei zudem mehr

Geld für den sozialen Wohnungsbau

und dieAusübung vonkommunalen

Vorkaufsrechten in Milieuschutzgebieten.

Kapeknannte als weiteres Ziel

die Einführung der Wohnungsgemeinnützigkeit,

um preisdämpfend

auf den Immobilienmarkt zu wirken.

Der Vorsitzende des Deutschen

Gewerkschaftsbundes in Berlin-

Brandenburg Christian Hoßbach

sagte,die Demonstrationen bestätigten,

dass die Leute „unter Druck“ stehen.

Die Politik sei auf allen Ebenen

gefordert. „Enteignung muss eine

Option sein“, könne aber nicht als

Pauschallösung dienen, schon gar

nicht zu noch ungeklärten Finanzbedingungen.

Der Immobilienverband

BFW für Berlin/Brandenburg warnte

vorden möglichen Auswirkungen des

Debatte

um

Pflegereform

SPD will Eigenanteil von

Heimbewohnern deckeln

Die Altenpflege in Deutschland

ist in einem schlechten Zustand.

Es fehlt an Personal und diejenigen,

die sich in den Heimen um die

Senioren kümmern, werden

schlecht bezahlt. Die Bundesregierung

will das ändern, vor allem Gesundheitsminister

Jens Spahn setzt

sich dafür ein. DieFolge wären Milliarden

Euro Mehrausgaben. Die SPD

will sich nun an diesem Montag festlegen:

DieMehrkosten dürften nicht

zulasten der Bedürftigen und ihrer

Angehörigen gehen.

Nach dem Willen der Sozialdemokraten

sollen die Pflegekosten für

Heimbewohner grundlegend anders

aufgeteilt werden. Der Eigenanteil,

den Bedürftige oder Angehörige leisten

müssen, soll begrenzt werden.

Dazu will der Vorstand an diesem

Montag ein Papier beschließen. Zuvor

hatte die Bild am Sonntag darüber

berichtet. Pflegebedürftige

oder Angehörige müssen einen Eigenanteil

leisten, weil die Pflegeversicherung

–anders als die Krankenversicherung

– nur einen Teil der

Kosten trägt. Bisher ist der Eigenanteil

nach oben offen, der von der

Pflegeversicherung finanzierte Anteil

dagegen festgelegt.

618 Euro im Monat Eigenanteil

Partei- und Fraktionschefin Andrea

Nahles sagte der Bild am Sonntag:

„Der Eigenanteil muss gedeckelt werden,

alle künftigen Kostensteigerungen

müssen dann von der Pflegeversicherung

bezahlt werden.“

In einer Bundesratsinitiative hatten

auch verschiedene Länder eine

Deckelung des Eigenanteils auf den

deutschlandweiten Durchschnitt

von 618 Euro im Monat vorgeschlagen.

Inklusive Unterkunft und Verpflegung

kamen zuletzt Summen

von rund 1800 Euro im Monat zusammen.

Die SPD will die künftigen

Mehrkosten mit einer Reihe von

Maßnahmen finanzieren. Unter anderem

soll Pflege, die nur aus medizinischen

Gründen erfolgt, künftig

von der Krankenversicherung bezahlt

und gesetzliche und private

Pflegeversicherung zusammengelegt

werden. Die SPD schlägt zur Finanzierung

auch Steuermittel vor.

Dies fordernunter anderem auch die

Verbraucherzentralen und Krankenkassen.

(dpa) Tagesthema Seite 2

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Entgelt bezahlt

Volksbegehrens. „Enteignungen

schaffen keinen einzigen Quadratmeter

neuen Wohnraum.“ Kommentar

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11015


2 Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Tagesthema

Tarifkampf

Gesundheitsminister Jens Spahn hat höhere Gehälter in der Pflege gefordert. Bis zu 3000 Euro sollen Beschäftigte verdienen

können. Es ist ein Streit nicht nur um Geld, sondern auch um Anerkennung –und wer am Ende mehr bezahlen muss.

Früh um sechs geht es los.

Wecken, waschen, Frühstück.

Später spritzt Sabine

Petzold Insulin oder legt

neue Wundverbände an. Sechs oder

sieben Senioren hat sie jeden Tagzu

versorgen. Körperlich ist das alles

sehr anstrengend, auch die psychische

Belastung sollte niemand unterschätzen.

„Es ist ein harter Job“, sagt die 35-

Jährige,die in einem privaten Pflegeheim

in Dresden arbeitet und ihren

richtigen Namen nicht veröffentlich

sehen möchte. „Man stößt manchmal

an Grenzen. Aber ich liebe diese

Arbeit.“ 35 Stunden arbeitet die ausgebildete

Altenpflegefachkraft pro

Woche. AmEnde des Monats hat sie

etwas mehr als 1600 Euro.Nicht auf

dem Konto, sondern 1 600 Euro

brutto.

Deutschland im Jahr 2019: Das

Land diskutiert die Frage, was gute

Pflege wert ist, wie sich der Fachkräftemangel

in dieser immer wichtiger

werdenden Branche besiegen lässt,

und werdas alles bezahlen soll. „Wir

wollen angemessene Löhne und

gute Arbeitsbedingungen in der Altenpflege“,

heißt es im 2018 abgeschlossenen

Koalitionsvertrag.

Union und SPD wollen dafür sorgen,

dass„Tarifverträge in der Altenpflege

flächendeckend zur Anwendung

kommen“.

DasVersprechen des Ministers

Nur: Was heißt angemessen? Und

wo sollen Tarifverträge herkommen

angesichts der Tatsache, dass

in der Altenpflege kaum jemand

gewerkschaftlich organisiert ist?

Die Altenpflege-Branche ist

groß –und bisher gibt es vor allem

Haustarifverträge oder regionale Abschlüsse

für die fast 14 000 Heime

und 13 000 ambulanten Pflegedienste,

indenen mehr als 1,1 Millionen

Beschäftigte arbeiten.

Auf dem Markt sind gemeinnützige

Anbieter wie die Arbeiterwohlfahrt

(AWO) oder das Deutsche

Rote Kreuz (DRK), kirchliche

Träger wie die Caritas oder die

Diakonie, kommunale Betriebe

und private Unternehmen aktiv.

Der Konkurrenzdruck ist hoch.

Und nun tobt ein heftiger Tarifkampf

in der Branche. Es geht

nicht nur um viele Milliarden. Es

geht auch um die Menschenwürde.

Bis zu3000 Euro für eine Vollzeitkraft

–das sollte auch in der Altenpflege

möglich sein, hatte Bundesgesundheitsminister

Jens

Spahn bereits im vergangenen

Herbst gesagt. Der Auftritt des

CDU-Politikers hat gewaltige Erwartungen

geweckt – und neue

Hoffnungen bei den Beschäftigten,

deren Arbeit jede Menge Empathie

erfordert und für die Gesellschaft

unverzichtbar ist.

Spahn und die große Koalition

haben dieses Versprechen abgelegt.

Nun müssen sie es halten. Der Plan:

Es soll laufen wie auf dem Bau. Arbeitgeber

und Gewerkschaft sollen

einen Tarifvertrag für einen Großteil

der Beschäftigten aushandeln. Letztlich

soll er dann für die gesamte

Branche gelten – durch Beschluss

der Bundesregierung.

Ein flächendeckendes Tarif-Regelwerk

für die Altenpflege war

bislang schon deshalb schwer umsetzbar,

weil für kirchliche Träger

Ausnahmen gelten: Sie schließen

grundsätzlich keine Tarifverträge

ab, weil die Kirchen nicht dem

normalen Arbeitsrecht unterliegen,

sondern den sogenannten

„dritten Weg“ praktizieren. Er

sieht kein Streikrecht vor und

kennt auch keine unabhängige

Schlichtung. Begründung: Alle Beschäftigten

bilden unter dem

Dach der Kirche eine Gemeinschaft,

die auch einen Dienst für

Gott leistet. Schon lange gibt es

die Debatte, obsolche Sonderregelungen

noch zeitgemäß sind.

Friedrichstraße, beste Lage, im

Regierungsviertel: Hier residiert

Rainer Brüderle und bittet zum

Gespräch bei Kaffee und Keksen:

Der 73-Jährige ist evangelisch, vor

allem aber glaubt er an die Kraft

des Wettbewerbs: Eines Wettbewerbs,

in dem ein allzu starres

Korsett von Vereinbarungen mit

Gewerkschaften aus seiner Sicht

nur schaden könnte.Seit Ende seiner

Polit-Karriere ist der FDP-

Mann Chef des Arbeitgeberverbandes

BPA, der die privaten Pflegeanbieter

repräsentiert. Dieses

Segment macht rund die Hälfte

des Marktes aus.

Der Mainzer, der sich jovial

gibt, kämpft in diesen Tagen an

vorderster Front gegen eine bundesweite

Tariflösung. Bei jeder

sich bietenden Gelegenheit wettert

Brüderle gegen „Zwangstarife“.

Gegen klassische Tarifverträge,

ausgehandelt zwischen Arbeitgebern

und Gewerkschaften,

habe er nichts, erklärt erspitzfindig.

Es gebe auf Arbeitnehmerseite

allerdings keinen Verhandlungspartner.

Tatsächlich hat die zuständige

Gewerkschaft Verdi inder Branche

mit einem Organisationsgrad im

einstelligen Prozentbereich kaum

Durchschlagskraft.

Die Gewerkschaft erklärt die

geringe Quote unter anderem mit

der Einstellung der überwiegend

weiblichen Pflegekräfte zu ihrem

Beruf: Viele betrachteten das Eintreten

für die eigenen Rechte als

möglichen Verrat an den Hilfsbedürftigen,

die sie betreuen. Hinzu

kommt eine extrem hohe Teilzeitquote

von 72 Prozent, was den

Kollektivgeist dämpft.

Personalmangel: Obwohl

der Fachkräftebedarf in der

Altenpflegesehr hoch ist,

wird einer Studie der gewerkschaftsnahen

Hans-Böckler-

Stiftung zufolgeweiter deutlich

weniger gezahlt als in anderen

Branchen.

Pfleglicher

Umgang

VonTimot Szent-Ivanyi und Rasmus Buchsteiner

Pflegekräfte demonstrieren in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen.

VERDIENST

Gehalt: Fachkräfte in der Altenpflegekamen

2017 bei

einer Vollzeitstelle im Mittel

gerade auf 2740 Euro. Das

ist 85 Prozent des mittleren

Verdienstes für alle Berufe.

Hilfskräfte liegen mit 1940

Euro noch deutlich darunter.

IMAGO IMAGES

Vergleich: Während Fachkräfte

in Krankenhäusernmit

3252 vergleichsweise gut

dastehen, erhalten sie in

Pflegeheimen 2812 Euro

und in der ambulanten

Pflegesogar nur 2471 Euro

ausbezahlt.

Dasalles mag stimmen, es führt

aber dazu, dass bisher lediglich

ein Fünftel der Beschäftigten in

den Genuss von Tarifverträgen

kommt – vor allem jene, die bei

kommunalen und gemeinnützigen

Heimen und Diensten angestellt

sind. Nach einer aktuellen

Untersuchung im Auftrag der gewerkschaftsnahen

Hans-Böckler-

Stiftung sind die Einkommen der

Pflegebeschäftigten in den vergangenen

Jahren etwas stärker gestiegen

als im Mittel aller Berufsgruppen.

Auf den ersten Blick

stützt dies das Argument von Brüderle,

Tarifverträge seien gar nicht

notwendig, weil der Marktalles regele.

Doch wenn Altenpflegerin Sabine

Petzold in Dresden, die nach

Tarif bezahlt wird, ihren Lohn mit

dem vergleicht, was Arbeitnehmer

anderswo bekommen, stockt ihr

der Atem. „Die Gewichtung

stimmt einfach nicht“, sagt Petzold.

„Ich habe einen Freund, der

ist Fachlagerist. Ich trage jeden Tag

Verantwortung für Menschen. Er

fährt Waren durch die Gegend und

verdient viel, viel mehr.“

Cheflobbyist Brüderle schäumt

Manmuss kein Experte sein, um auf

die Idee zu kommen, dass schlechte

Bezahlung und Fachkräftemangel in

der Altenpflege zusammenhängen.

Hinzu kommt, dass in der Krankenpflege

deutlich besser bezahlt wird.

Seit Jahren bereits gibt es eine gesetzliche

Grundlage dafür, Tarifverträge

auf nicht-tarifgebundene Bereiche

auszuweiten: Das Arbeitnehmerentsendegesetz.

Früh war allerdings

klar,dass die in der Altenpflege

existierenden Verträge gemessen an

der Größe der Branche viel zu unbedeutend

sind, um sie mit Hilfe des

Gesetzes auf alle Beschäftigten auszudehnen.

Inzwischen ist ein Ausweg gefunden:

Die Gründung eines Arbeitgeberverbandes

der „Willigen“, der

dann mit Verdieinen neuen Tarifvertrag

aushandelt.

Das Ganze geht zurück auf eine

Idee von AWO-Chef Wolfgang Stadler.

Inden kommenden Tagen soll

der neue Verband gegründet werden,

bei dem auch der Paritätische

Wohlfahrtsverband und später wohl

auch das Deutsche Rote Kreuz dabei

sein werden. „BVAP“ soll er heißen:

Bundesvereinigung der Arbeitgeber

in der Pflegebranche.

In der Bundesregierung freut

man sich über diese Entwicklung.

Die notwendigen Gesetzesänderungen

werden gerade intern abgestimmt.

Dabei ist auch eine Lösung

für die kirchlichen Arbeitgeber gefunden.

DieVertreter vonCaritas und Diakonie

wären bei Tarifverhandlungen

nicht offiziell mit am Tisch, sitzen

aber quasi im Nebenzimmer.Sie sollen

eng eingebunden werden und

würden anschließend die Vereinbarungen

übernehmen. „Hotellösung“

nennt sich das Ganze.

Ein soverhandelter Tarifvertrag,

der mindestens die Hälfte des Marktes

erfassen würde,könnte vomBundesarbeitsministerium

für allgemeinverbindlich

erklärtwerden, womit

sich auch die privaten Anbieter

daran halten müssten.

Brüderle, der Cheflobbyist der

privaten Pflege-Anbieter, schäumt

angesichts dieser Pläne. Der Regierung

wirft er vor, Methoden kommunistischer

Diktaturen zu nutzen:

„Zwangskollektivierung hat schon

früher zu nichts geführt.“ Die Bundesregierung

spiele den Türöffner

für Minderheiten und ermögliche

ihnen, einer Mehrheit der nicht-tarifgebundenen

Betriebe ihreVorstellungen

aufzuzwingen: „Hält die Regierung

an ihrem verfassungswidrigenWegfest,

werden wir diesen massiven

Eingriff in die Tarifautonomie

und in die unternehmerische Handlungsfreiheit

gerichtlich prüfen lassen.“

Die Bundesregierung sieht es naturgemäß

anders, zweifelt nicht

daran, dass ihr Vorgehen verfassungsfest

ist. In einem Punkt hat

Brüderle aber recht: „Wenn die Bundesregierung

höhere Gehälter für

Pflegekräfte durchsetzen will, muss

sie zunächst klären, werdiese bezahlen

soll.“ Dasaber ist bisher nicht geschehen.

Dabei werden flächendeckende

Tariflöhne und mehr Personal

Milliarden kosten. Gesundheitsminister

Jens Spahn (CDU) hat zwar

eine Grundsatzdebatte über die

künftige Pflegefinanzierung angeregt.

Doch der Vorstoß verpuffte.

Tutman nichts,werden die ohnehin

schon hohen Eigenanteile der

Heimbewohner massiv weiter steigen.

Im Durchschnitt sind es schon

jetzt mehr als 1800 Euro.Die Länder

Hamburg und Schleswig-Holstein

haben bereits Vorschläge in den

Bundesrat eingebracht, um dies zu

verhindern. Siegehen zurück auf ein

Konzept des Gesundheitsökonomen

Heinz Rothgang.

Sabine Petzold in Dresden hört

oft von Freunden und Bekannten:

„Deine Arbeit ist toll. Aber ich könnte

es nicht machen.“ Siebildet sich fort

und zweifelt nicht daran, dass es

richtig ist, in der Altenpflege zu arbeiten.

Undsie klagt auch nicht über

die Arbeitsbedingungen.

Aber etwas mehr Geld wünscht

sie schon für das, was sie tagtäglich

im Schichtdienst leistet. Verdi will in

den anstehenden Tarifverhandlungen

mindestens 16 Euro Stundenlohn

für Altenpflege-Fachkräfte in

Ost und West durchsetzen. Für Petzold

würde das ein kräftiges Lohnplus

bedeuten –und ein Stück mehr

Anerkennung.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE REISEWETTER

Heute wird der Sonnenschein kaum durch Wolkenfelder getrübt, und es

werden 15 bis 21 Grad erwartet. Der Wind weht schwach bis mäßig aus

Nordost. In der Nacht wechseln sich vielerorts Sterne und ein paar Wolken

am Himmel ab. Dabei reicht die Temperaturspanne von 3bis minus

1Grad.

Biowetter: Die Wetterlage bringt innere

Unruhe, Kopfweh und Migräneattacken.

Das Wohlbefinden kann

durch rheumatische Beschwerden,

Wittenberge

Gelenk-, Muskel- und Gliederschmerzen

beeinträchtigt

4°/18°

sein.

Pollenflug: Die Belastung durch

Weiden-, Pappel-, Ulmen- und Hainbuchenpollen

ist mäßig bis stark.

Darüber hinaus sind Pollen von Birken

und Eschen unterwegs.

Gefühlte Temperatur: maximal 20Grad.

Wind: schwach aus Nordost.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

4°/18° 8°/20°

Luckenwalde

5°/19°

Cottbus

7°/21°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

sonnig sonnig wolkig

4°/13° 2°/11° 1°/8°

Prenzlau

3°/15°

Frankfurt

(Oder)

6°/20°

Hoch Katharina über dem Nordmeer sorgt auf der Skandinavischen Halbinsel

und im nördlichen Mitteleuropa für freundliches Wetter mit längeren Sonnenphasen.

Ein Tief über dem Balkan sorgt derweil für zahlreiche Schauer- und Gewitterwolken,

die sich auch nordwestwärts über die Alpen ausbreiten.

Wolkenreiches Schauerwetter herrscht auch in Nordosteuropa.

Sylt

5°/13°

Hannover

6°/18°

Köln

7°/19°

Saarbrücken

7°/16°

Konstanz

6°/13°

Hamburg

6°/15°

Erfurt

6°/16°

Frankfurt/Main

9°/17°

Stuttgart

8°/14°

Rostock

2°/11°

Magdeburg

7°/19°

Nürnberg

5°/17°

München

8°/9°

Rügen

3°/9°

Dresden

9°/17°

Deutschland: Heute gibt es Sonne,

Wolken und stellenweise auch etwas

Regen, und die Temperaturen klettern

amTage auf 9bis 21 Grad.

Nachts sinken die Wertedann auf

10 bis minus 1Grad. Der Wind weht

schwach aus nordöstlichen Richtungen.

Morgen entwickeln sich Quellwolken,

die teilweise im Westen und

Süden Schauer bringen. Sonst bleibt

es trocken. Die Höchstwertemachen

bei 7bis 17 Grad halt, und der Wind

weht schwach bis mäßig aus Nordost.

Schneehöhen:

Thüringer Wald 0cm

Harz 0cm

Erzgebirge 0cm

Bayerische Alpen bis 400 cm

Mondphasen: 12.04. 19.04. 26.04. 04.05.

Sonnenaufgang: 06:25 Uhr Sonnenuntergang: 19:52 Uhr Mondaufgang: 08:08 Uhr Monduntergang: 23:22 Uhr

Lissabon

17°

Las Palmas

21°

Madrid

16°

Reykjavik


Dublin

11°

London

17°

Paris

17°

Bordeaux

17°

Palma

20°

Algier

19°

Nizza

19°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen

10°

Berlin

20°

Mailand

19°

Tunis

19°

Rom

16°

Warschau

19°

Wien

19° Budapest

23°

Palermo

19°

Kiruna

-4°

Oulu


Dubrovnik

16°

Athen

16°

St. Petersburg

13°

Wilna

16°

Kiew

19°

Odessa

15°

Varna

16°

Istanbul

20°

Iraklio

20°

Archangelsk


Moskau

12°

Ankara

19°

Antalya

19°

Acapulco 33° sonnig

Bali 32° Gewitter

Bangkok 38° sonnig

Barbados 28° wolkig

Buenos Aires 28° sonnig

Casablanca 18° heiter

Chicago 23° heiter

Dakar 30° sonnig

Dubai 30° wolkig

Hongkong 30° heiter

Jerusalem 23° sonnig

Johannesburg 19° Schauer

Kairo 29° wolkig

Kapstadt 24° wolkig

Los Angeles 29° wolkig

Manila 35° heiter

Miami 30° wolkig

Nairobi 32° wolkig

Neu Delhi 39° heiter

New York 22° Schauer

Peking 16° bewölkt

Perth 30° sonnig

Phuket 35° wolkig

Rio de Janeiro 32° Gewitter

San Francisco 19° bewölkt

Santo Domingo 30° heiter

Seychellen 30° Gewitter

Singapur 34° wolkig

Sydney 33° sonnig

Tokio 16° bedeckt

Toronto 15° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 3 *

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Seite 3

Auschwitz erscheint in den Nächten.

„In meinen Träumen bin ich

oft im Lager“, sagt Zilli Schmidt.

Wenn die Erinnerung zu groß wird

an ihreEltern, an die Geschwister.AnGretel.

Dann steht sie auf und raucht, sagt sie. Das

beruhigt sie,die Zilli.

Wenn Zilli Schmidt erzählt, spricht sie oft

in der dritten Person vonsich. Dasgibt ihrem

Ton eine unterhaltende Note, Leichtigkeit

fast. „Ich war schon immer eine, die gut reden

konnte“, sagt sie.

Zilli Schmidt war aber auch immer eine,

die sich wehren konnte. Damals schon, in

der Schule,wenn die anderen Kinder sie und

ihren jüngeren Bruder hänselten, wenn sie

ihnen „Zigeuner, Zigeuner“ hinterherriefen,

weil sie in einemWohnwagen lebten und mit

ihren Eltern von Dorf zuDorf zogen. Mit ihrem

Griffelkasten schlug sie die hänselnden

Schüler, sie schlug sie in die Flucht. Zilli, die

Kämpferin.

Zilli Schmidt hat sich zurechtgemacht an

diesem Morgen, sorgfältig frisierte dunkelgraue

Locken, Ohrringe,Lippenstift. Elegant

sieht sie aus und jünger als 94. Siesitzt in einem

Berliner Hotel auf einem grünen Samtsofa,

in dem ihr kleiner,schmaler Körper fast

versinkt. Aber sie sitzt sehr aufrecht.

Zilli Schmidt hat einen anstrengenden

Taghinter sich. In der tschechischen Botschaft

hat sie am Abend vorher von ihrem

Leben erzählt. Anlass ist der „Roma Day“,

eine Veranstaltungsreihe in Berlin anlässlich

des Internationalen Tages der Roma am 8.

April.

Erst 1982 wirdder Genozid anerkannt

Zilli Schmidt hat zum allerersten Mal vor so

vielen Leuten gesprochen. Siehat einen Saal

voller Menschen in ihren Bann gezogen, von

der ersten Minute an. Hat Worte gefunden

für das, was eigentlich unsagbar ist, Worte,

die ihr Publikum zwischen Lachen und Weinen

zurückließen.

„Ich habe es gut gemacht, oder?“ fragt sie

am nächsten Morgen. Ja,das hat sie.Man hat

ihr nicht angemerkt, wie anstrengend es für

sie war. Dabei habe es ihr schon ein wenig

Angst gemacht, sagt sie.„Das habe ich nicht

gezeigt. Aber in meinem Herzen sah es ganz

anders aus!“ Zilli, die Schauspielerin.

Angst ist ohnehin zu einem relativen Begriff

geworden in ihrem langen Leben, in

dem sie so viel hat erleben und erleiden müssen,

dass es dem Verstand schwerfällt, es zusammenzubringen

mit der zierlichen Person,

die dortauf dem Sofa sitzt. Zilli Schmidt,

die Zartemit dem eisernen Willen.

Geboren wurde sie als Cäcilie Reichmann

am 10. Juli 1924 in einem Dorf inder Nähe

vonErfurt. DieElternbetrieben ein Wanderkino,

inden Wirtshäusern der Ortschaften

wurden Leinwände aufgehängt, dortzeigten

sie Filme. „Wir waren eine heile Familie“,

sagt sie.„Eine glückliche Familie.“

Dann kamen die Nazis.

Eine Weile, erzählt Zilli Schmidt, redeten

sich ihre Eltern ein, dass ihnen schon nichts

geschehen werde. „Mein Vater dachte immer,

eswürden nur Verbrecher eingesperrt.

Und wir hatten ja nichts gemacht.“ Zillis ältester

Bruder wurde sogar noch zur Wehrmacht

eingezogen. „Er hat im Krieg für

Deutschland gekämpft“, sagt Zilli Schmidt.

„Er trug noch die Uniform, als sie ihn nach

Auschwitz brachten.“

Auch deshalb will sie darüber sprechen.

Sie wollte es am Abend in der Botschaft und

sie will es auch an diesem Morgen. „Damit es

nicht vergessen wird“, sagt sie.„Dass die Nazis

doch auch uns vergast haben.“

Porajmos,das Verschlingen, wirdder Völkermord

anden Sinti und Roma auf Romanes,

der Sprache der Roma, genannt. Es ist

ein Wort,das das Bild eines Monsters entstehen

lässt, das Zähne und Klauen in seine Opfer

schlägt, sie zerreißt und zermalmt.

Wie viele Sinti und Roma von den Nationalsozialisten

ermordet wurden, ist bis heute

nicht ermittelt. Forscher sprechen vonbis zu

500 000. Erst 1982 wurden diese Verbrechen

vonder Bundesrepublik offiziell als Genozid

anerkannt.

Porajmos,das Monster,hat fast die ganze

Familie von Zilli Schmidt vernichtet, in der

Nacht des 2. August 1944 in Auschwitz-Birkenau.

Ihr Vater, ihre Mutter, ihre Schwester

und deren sieben Kinder, mehrere Cousins

und Cousinen starben in der Gaskammer.

Und auch ihre kleine Tochter. Gretel. Sie

wurde fünf Jahrealt.

Wenn Zilli Schmidt von Gretel spricht,

bricht ihre Stimme. „Fragen Sie mich nicht

danach“, bittet sie und erzählt dann doch.

Gretel kam 1940 im tschechischen Eger

zur Welt. Dorthin waren die Reichmanns vor

den immer deutlicher zu Tage tretenden Repressionen

der Nationalsozialisten geflohen.

DieGeburtwar schwer;für das Kind und für

die Mutter, damals erst knapp 16 Jahre alt.

Werder Vater ist, will Zilli Schmidt nicht sagen.

Sie erzählt, dass Gretel ein hübsches

Kind war mit blonden Locken.

Die Kämpferin

Porajmos, das Verschlingen, wird der Völkermord an Sinti und Roma auf

Romanes genannt. Auch Zilli Schmidts Eltern, Schwester und Tochter

wurden vergast. Sie selbst überlebte. Eine Geschichte von Todund Liebe.

Später, nachdem Zilli festgenommen

worden war,hatten ihreElternauf die Kleine

aufgepasst, bis sie selbst verhaftet wurden.

Als sie sich in Auschwitz wiedersahen, habe

ihre Mutter erzählt, dass auf ihrer Odyssee

durch die Gefängnisse die Polizisten immer

wieder begeistert gewesen waren von dem

süßen Mädchen. „Meine Mutter hat gesagt,

sie hätten Gretel manchmal aus der Zelle geholt

und dann hätte sie mit denen Kinderlieder

gesungen.“ Das erzählt Zilli Schmidt

noch. Dann dreht sie den Kopf zur Seite.

In Eger waren sie noch alle zusammen.

Nachdem Zillis Vater das erste Malkurzzeitig

verhaftet wird, flieht die Familie ins französische

Metz. Dort wird Zilli Schmidt 1942 verhaftet,

als sie am Bahnhof Fahrkarten kauft.

VonTanja Brandes

Zilli Schmidt wurde 1924 geboren, ihre Elternbetrieben ein Wanderkino. „Wir waren eine glückliche Familie“, sagt sie. Dann kamen die Nazis.

Als man sie ins Gefängnis steckt, habe sie

geschrien, sagt Zilli Schmidt. Nie zuvor war

sie von ihrer Familie getrennt. Vonihrer Familie,die

alles für sie ist. Im Gefängnis muss

das Mädchen Soldatenuniformen ausbessern,

schwerereArbeit bleibt ihr zunächst erspart.

Nur zuessen gab es nie genug. „Ich

habe oft geweint vor Hunger“, sagt Zilli

Schmidt. Sie sagt es mit einem Achselzucken.

Es war nichts im Vergleich zu dem, was

noch kommen sollte.

Aus dem Konzentrationslager Lety im

heutigen Tschechien, in das man Zilli

Schmidt bald darauf bringt, hat sie noch fliehen

können, bei der Zwangsarbeit im Wald.

„Ich bin ausgerissen“, so nennt Zilli Schmidt

das heute. „Wenn es ums Abhauen ging“,

SABINE GUDATH

sagt sie,„dann war die Zilli immer schnell dabei!“

Zilli, die Kühne.

EineWeile kann sich das Mädchen durchschlagen,

schläft bei Bauern, bettelt um Essen.

Auch bei Verwandten kriecht sie vorübergehend

unter. Dort wird die 18-Jährige

schließlich bei einer Polizeirazzia entdeckt

und nach Auschwitz gebracht, wo sie ein halbes

Jahr später ihreElternmit Gretel und ihre

Schwester mit ihren Kindern wiedertrifft.

Eine Zeitlang ist die Familie wieder zusammen.

Fast 20 000 Sinti und Roma starben im sogenannten

Zigeunerlager von Auschwitz-

Birkenau. Sieverhungerten oder erlagen den

Krankheiten, die sich aufgrund der katastrophalen

hygienischen Zustände schnell ausbreiteten.

Mehr als 5000 wurden in den Gaskammernermordet.

Die Reichmanns entkommen dem Tod

zunächst. Um ihre Familie vor dem Verhungern

und Erfrieren zu bewahren, stiehlt Zilli

Schmidt Kartoffeln aus der Lagerküche,Kleidung

aus der Kleiderkammer. Ihre Mutter

fleht sie an, damit aufzuhören: „Wenn sie

dich entdecken, schlagen sie dich tot!“ –

„Aber Mama“, antwortet die Tochter. „Die

Kinder haben doch Hunger.“ Einmal schießen

Wachleute auf sie.„Die Kugel“, sagt Zilli

Schmidt, „flog direkt an meinem Ohr vorbei.“

Ein anderes Mal wird sie beim Klauen

erwischt und drei Tage lang in die Stehzelle

gesperrt, einen fensterlosen Raum, zu

schmal um sich hinzusetzen oder in die Hockezugehen.

Als man sie herauslässt, stiehlt

sie weiter.

„Dahinten, da verbrennen sie Menschen“

Ohne Hilfe, sagt Zilli Schmidt heute, hätte

sie es nicht überlebt. Nichtlange nach ihrer

Ankunft in Auschwitz freundet sie sich mit

dem Kapo Hermann Diamanski an, Kommunist,

Spanienkämpfer und Funktionshäftling

im „Zigeunerlager“ von Auschwitz.

Den „Zigeunerbaron“ nennen sie ihn. Er

wird Beschützer ihrer Familie, versorgt sie

manchmal mit Essen. „Er war ein guter

Mann“, sagt Zilli Schmidt. „Er hat sich um

uns gekümmert.“

So wie Zilli sich um die Familie gekümmerthat.

So lange sie konnte.

In Auschwitz sind sie und Gretel wieder

zusammen. Es ist eine kurze undgleichzeitig

die intensivste Zeit, die sie mit ihrer Tochter

verbringt. Hat Gretels kindlicher Verstand

begreifen können, was um sie geschieht? Zilli

Schmidt ist sich sicher.IhreTochter habe den

Rauch aus den Krematorien gesehen, den

Brandgeruch gerochen. Öfen seien das, in

denen Brot gebacken wird, habe sie Gretel

erzählt, sagt Zilli Schmidt. „Aber sie hat mir

nicht geglaubt. ,Nein, Mama’, hat sie gesagt.

,Dahinten, da verbrennen sie Menschen.’“

Als man Zilli Schmidt wieder wegbrachte,

da hat sie noch nicht gewusst, dass ihre Eltern

tot sind. Ihre Schwester. Ihr Kind. Dass

ihre Familie, für die sie gestohlen hat, damit

sie nicht verhungert, vom Monster verschlungen

wurde. Sie selbst hatte man zur

Zwangsarbeit ins Lager von Ravensbrück

verschleppt. Als sie dort die Nachricht vom

Todihrer Familie hört, bricht sie zusammen.

„Ich habe gerufen: ,Jesus,warum hast du mir

nicht wenigstens mein Kind gelassen? Gib

mir keine Kinder mehr!’“

Wie hat sie weiterleben können danach?

Es ist eine Frage, die sich unweigerlich stellt

in dem nüchternen Hotelzimmer, in dem

Zilli Schmidt jetzt sitzt, auf dem grünen Sofa,

aufrecht und entschlossen. Es ist gleichzeitig

eine sinnlose Frage.„Ich habe nie daran gedacht

aufzugeben“, sagt Zilli Schmidt nur.

Siewar es ihnen ja schuldig. IhrenEltern, ihrer

Schwester, ihren Neffen und Nichten.

Gretel.

Außer ihr selbst haben auch Zillis Brüder

Otto und Stefan die Hölle überlebt. Siesehen

sich nach dem Ende des Krieges wieder, das

Zilli Schmidt in Berlin erlebt. Dorthin hatte

sie sich durchschlagen können, nachdem ihr

auch aus Ravensbrück die Flucht gelungen

war.EineWeile leben die Geschwister wieder

zusammen. Sie halten sich aneinander fest,

sie trauern umihre Familie. Über das Lager

sprechen sie nicht. „Warum sollten wir darüber

reden? Wirhaben es doch erlebt.“

Kurz nach dem Krieg lernt Zilli Schmidt

einen jungen Musiker kennen, Anton –

„Toni“ –aucherein Überlebender des Porajmos.„Er

ist mir nicht mehr vonder Pelle gerückt“,

sagt sie und ihre Augen lächeln. Mit

seiner Musikkapelle reisen sie umher, bevor

sie sich in Mannheim niederlassen, wo sie

bis zu Tonis TodimJahr 1989 leben. „Es war

eine gute Zeit“, sagt sie.Eine glückliche Zeit.

Sie glaubt nicht, dass es ein Zufall war,

dass sie überlebt hat. „Gott hat etwas vorgehabt

mit mir.“ Deshalb wird sie ihre Geschichte

erzählen, so lange,bis Gott auch sie

heimholt. Bis sie Toni wiedersieht und ihre

Eltern. UndGretel.

Zilli Schmidt hat keine weiteren Kinder

bekommen. „Jesus hat mich erhört. Er hat

mir keine Kinder mehr geschenkt.“ Eine Familie

hat sie trotzdem. IhrMann hatte einen

Sohn,dessen Frau wohnt mit ihren fünf Kindern

ganz in der Nähe in Mannheim. Meine

Enkelkinder, sagt Zilli Schmidt. In der Nähe

ist auch das Grab, indem ihr Mann beerdigt

wurde.„Wenn es soweit ist,“ sagt sie,„werde

ich da auch eingebuddelt.“

Noch ist esnicht soweit. Sie ist noch hier,

immer noch, und erzählt ihre Geschichte.

Zilli, die Kämpferin, die dem Monster entkommen

ist.

Tanja Brandes fragte Zilli Schmidt, ob

sie Angst hatte. Die sagte, sie habe nie

daran gedacht, was passieren könnte.


4* Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Scheuer gibt Millionen für

externe Berater aus

DasBundesverkehrsministerium

hat im Zuge der Tarifverhandlungen

für Landesbedienstete,die in der

neuen, bundeseigenen Autobahn

GmbH beschäftigt werden sollen,

mehr als 2,3 Millionen Euro für externe

Berater ausgeben –obwohl im

Bundesinnenministerium zahlreiche

Tarifexperten für den Öffentlichen

Dienst arbeiten. Dasgeht aus

der Antwortder Bundesregierung

auf eine Kleine Anfrage der Grünen-

Bundestagsfraktion hervor, die der

Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) vorliegt. (cle.)

Geraer Staatsanwalt

zur Volksverhetzung

DerGeraer Staatsanwalt Martin

Zschächner,der gegen die Künstlergruppe

Zentrum für politische

Schönheit wegen desVerdachts der

Bildung einer kriminellenVereinigung

ermittelt, steht nach einem Bericht

der Online-Ausgabe der Süddeutschen

Zeitung politisch der AfD

nahe.Der Zeitung liege eine Einstellungsverfügung

vor, mit der er 2017

eine Anzeige gegen einen AfD-Politiker

wegenVolksverhetzung eingestellt

habe (AZ 171 Js 30399/17).

Zschächner schrieb,die Äußerung,

„Afros“ seien nicht„wie wir“, sondern

„Urmenschen (, die) in die Zivilisation

hineingezwungen worden“

seien, sei„weder beschimpfend noch

böswillig verächtlich machend“, sonderneine

Äußerung zur Kultur-und

Zivilisationsgeschichte,die vonder

Meinungsfreiheit gedeckt sei. Der

Satz„Es beginnt die Übernahme

durch den Islam. Deutschland stirbt“

sei eine„harmlose Äußerung, die auf

die unbestreitbar vorhandene Bevölkerungsentwicklung

in Deutschland

Bezug nimmt“. (BLZ)

Kipping weist Kritik von

Wagenknecht zurück

Katja Kipping,Vorsitzende der Linken,

wehrtsich gegen Kritik.

DPA

DieVorsitzende der Linken,

Katja Kipping, hat die jüngste Kritik

der scheidenden Fraktionsvorsitzenden

SahraWagenknecht am Kurs der

Partei zurückgewiesen.„Wenn ich

mit Mitgliedernunserer Partei frühmorgens

vorm Jobcenter stehe oder

mit dem rotemWohnzimmer in die

Plattenbaugebiete oder wie gerade

eben auf Demos gegen Mietenwahnsinn

gehe,erlebe ich eine andere

Linke“, sagte sie der Berliner Zeitung

(RedaktionsnetzwerkDeutschland).

„Dann erlebe ich eine Linke,die

um die Alltagssorgen der Menschen

weiß.“Wagenknecht hatte gesagt,

die Linke habe sich„von den

ärmeren Schichten teilweise

entfremdet“. (RND)

AKP will alle Stimmzettel in

Istanbul neu auszählen

Dietürkische Regierungspartei AKP

will nach den Kommunalwahlen alle

Stimmzettel in Istanbul neu auszählen

lassen. Einentsprechender Antrag

werdenoch am Sonntag eingereicht,

teilte die AKP mit. Bislang

wurden bereits in einigen der 39

Wahlbezirke die Stimmzettel neu

ausgezählt. Angesichts ihrer erwarteten

Niederlage in Istanbul und der

Hauptstadt Ankarahatte die AKP in

beiden Städten Einspruch gegen das

Ergebnis eingelegt. (AFP)

Barack Obama spricht als ehemaliger US-Präsident auf seiner Deutschlandtour in Berlin zu mehreren HundertZuhörern.

„Ihr könnt die Welt verändern“

Bei seinem Besuch in Berlin lobt der ehemalige US-Präsident Barack Obama die Klimaproteste der Schüler

VonChristian Burmeister

Ein wenig ergrauter als früher,

aber immer noch

smart und locker: Barack

Obama hat sich zum Abschluss

seiner Deutschlandtour am

Sonnabendnachmittag mit 300 jungen

Menschen aus ganz Europa in

Berlin getroffen. „Guten Tag, Berlin“,

ruft Obama auf Deutsch zur Begrüßung.

Ein Hauch von „Yeswecan“

umweht den ehemaligen US-Präsidenten

noch immer, als er dann die

künftigen Führungskräfte („young

leaders“) dazu aufruft, sich in der

Welt zu engagieren und sich einzumischen.

Obama lobt die Schülerproteste

für mehr Engagement gegen den Klimawandel

explizit. „Ihr könnt die

Welt verändern! Ihrlasst euren Großvater

oder eure Großmutter auch

nicht entscheiden, welche Kleider

ihr tragen oder welche Musik ihr hören

wollt. Warum lasst ihr sie dann

bestimmen, in welcher Welt ihr leben

sollt?“, ermuntertder 57-Jährige

sein Zuhörer in der ESMT-Privathochschule

im einstigen DDR-

Staatsratsgebäude am Berliner

Schlossplatz. Je früher Engagement

beginne, „umso besser“. Darüber

hinaus betont er: „Wir werden keinen

Erfolg haben, wenn wir nichts

tun und darauf warten, dass jemand

anderes es macht.“

DasSendungsbewusstsein ist dem

Vorgänger von Donald Trump nicht

abhanden gekommen. Und das

handverlesene Publikum ist dankbar:

Während Obama 90 Minuten lang

Fragen beantwortet, sind immer wieder

Handys zu sehen, fast alle machen

kurze Filme oder Fotos. Sehr

viele der Besucher verbinden ihre

Frage an den ehemaligen US-Präsidenten

mit lobendenWorten. Obama

sei für sie Vorbild und Inspiration gewesen,

ist immer wieder zu hören.

Wirklich kritische Fragen stellt an diesem

Nachmittag niemand.

Auch nicht Katharina Schulze. Die

Chefin der bayerischen Grünen erzählt

Obama hörbar nervös, dass sie

einst in Michigan für seine Wahlkampfkampagne

gearbeitet habe.Als

Dankeschön gibt Obama der Politikerin

aus München den sogenannten

Fist bump –auf deutsch auch Faustgruß

oder „Ghettofaust“ bekannt.

Obama ist bekannt für diese Art der

Begrüßung, immer wieder hatte er so

als US-Präsident Leute gegrüßt, etwa

Angestellte und Besucher im Weißen

Haus oder den ehemaligen US-Vizepräsident

JoeBiden.

Schulze fragt Obama schließlich,

wie er die persönlichen Angriffe gegen

sich verarbeite. Erschaue sich

keine Sendungen über sich an, er

meide die sozialen Medien, antwortet

Obama. Auch wenn er gleichzeitig

finde, dass die sozialen Medien

„Ihr lasst euren Großvater oder eure

Großmutter nicht entscheiden, welche Musik

ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann

bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?“

Barack Obama, ehemaliger US-Präsident

auch eine weltweite Verständigung

ermöglichen, wie der einst mächtigste

Mann der Welt an anderer

Stelle erklärt. Aber diese Medien

könnten auch für Desinformationen

missbraucht werden und damit

auch für Konflikte sorgen. Die extreme

politische Rechte in den USA

wisse soziale Medien bisher besser

als alle anderen für sich zu nutzen.

Ein Schwede mit somalischem

Migrationshintergrund wollte von

Obama wissen, was man tun könne,

um die Konflikte in der Zuwanderung

zu minimieren. An diesem

Allianz der europäischen Rechten

Punkt gab sich Obama nachdenklich

und sehr viel defensiver, als noch in

seiner Amtszeit. „Wir müssen uns

überlegen, wie sich die einheimische

Bevölkerung mit den neu Ankommenden

wohlfühlen kann.“ Jene

Menschen, die neu in ein Land kämen,

müssten sich anpassen. „Es ist

nicht rassistisch zu sagen, ihr müsst

die Sprache des Landes sprechen, in

dem ihr euch aufhaltet.“ Man dürfe

nicht diejenigen, die sich an Einwanderung

störten, als Fremdenfeinde

abstempeln.

Ob er einen Rat habe, wie man

mit Stress am besten umgehe, wird

er später gefragt. Feste Rituale gehörten

für ihn dazu, antwortet Obama.

Als US-Präsident habe er immer

pünktlich um 18.30 Uhr mit seiner

Familie zu Abend gegessen, wenn er

in Washington war. „Meine Berater

und Sicherheitsleute wussten das.

Diese Zeit war mir heilig.“ Danach

habe er oft noch bis zwei Uhr morgens

gearbeitet. Dass die Präsidentschaft

nicht spurlos an ihm vorbei

gegangen ist, gibt Obama unumwunden

zu: „Nach dem Auszug aus

dem Weißen Haus haben Michelle

und ich erst einmal sehr viel geschlafen.“Würde

er noch einmal als Präsident

antreten, würde ihn Michelle

wohl verlassen, witzelt Obama.

„Ihr könnt die Welt verändern“,

ruft Obama seinen Zuhörern zum

Abschied noch einmal zu. Die meisten

Anwesenden verstehen das als

Aufforderung. (mit AFP)

In Madrid versammeln sich am Montag rechtspopulistische Parteien aus ganz Europa. Auch AfD-Chef Meuthen kommt

VonRegina Kerner,Rom

Das Treffen in Mailand steht unter

einem ebenso langatmigen

wie großspurigen Motto: „Auf dem

Wegzueinem Europa des gesunden

Menschenverstands! Die Völker erheben

wieder das Haupt“. Ausgedacht

hat sich das Italiens Vize-Premier

Matteo Salvini, der Parteichef

der rechten Lega. Er will am Montag

im Mailänder Luxushotel Gallia zum

Start des Europa-Wahlkampfs eine

Allianz europäischer Rechtspopulisten

präsentieren, eine ArtInternationale

der Nationalisten. AfD-Chef

Jörg Meuthen hat seine Teilnahme

zugesagt, außerdem Vertreter der

„Wahren Finnen“ und der Dänischen

Volkspartei. Nicht dabei ist

Salvinis engste Verbündete Marine

Le Pen, Chefin des rechtsextremen

französischen Rassemblement National.

Siesei verhindert, werdeaber

zum Abschluss des EU-Wahlkampfs

mit Salvini in Mailand auf der Bühne

stehen, hieß es.

Salvini habe vor, perVideo eine Art

Manifest zu verkünden, mit dem er

um weitere Partner für die fremdenfeindliche

und europa-

Matteo Salvini

hat eingeladen.

AFP

burg von einem „Europa der Vaterländer“.

„Wir wollen keine Politik in

Richtung der Vereinten Nationen

vonEuropa“, sagte er.Als potenzielle

Verbündete nannte er neben der

Lega und Le Pen die österreichische

FPÖ und Ungarns

Ministerpräsident

Viktor Orban.

Salvini tönt seit Monaten,

die Wahl am 26. Mai

werde die Machtverhältnisse

in Europa völlig verändern.

Dass er nichts dagegen

hätte, der gemeinsame

Spitzenkandidat der

rechten Allianz zu werden,

hatte er mehrfach durchblicken lassen:

„Es wäre ein wichtiges Signal,

wenn ein Italiener die andere Idee

vonEuropa anführen würde“.

Aber eine geeinte rechtsextreme

Front im EU-Parlament wirdesnicht

geben. Jaroslaw Kaczynski, Chef der

polnischen Regierungspartei PiS,

GETTY IMAGES/SEAN GALLUP

skeptische Wahlkampf-

Achse wirbt, berichtete die

italienische Zeitung La

Stampa vorab. Hauptpunkte

des Appells: Flüchtlings-Stopp,

Schutz der europäischen

Außengrenzen,

die Verteidigung der christlichen

Wurzeln und nationaler

Identitäten, ein Stopp

der EU-Zahlungen an die

Türkei. Außerdem die Forderung

nach einem Ende der Brüsseler Spar-

Auflagen. Einzelne Staaten müssten

in Europa wieder mehr Gewicht haben

und über ihre Wirtschaftspolitik

selbst entscheiden.

Meuthen sprach am Sonnabend

bei einer AfD-Kundgebung in Offenhat

Salvini bereits abblitzen lassen.

Dass der Lega-Chef und Le PenRusslands

Präsident Putin hofieren, ist

für die Polen inakzeptabel. Auch Orbans

Partei zieht nicht richtig mit.

Überhaupt sind die Interessen der

Rechtsnationalisten je nach Land extrem

unterschiedlich. Einig sind sie

sich höchstens beim Thema Migranten-

und Islamfeindlichkeit. Schwierig

wird esdagegen beim Thema Finanzen.

So hat etwa die AfD die

Schreckensvision, deutsche Steuerzahler

müssten letztlich für Italiens

Schuldenberg aufkommen. Als im

Herbst klar wurde,dass die römische

Populisten-Regierung neue Schulden

macht, um Hunderttausende

Italiener früher in Rente zu schicken

und ein„Bürgereinkommen“ zu zahlen,

hatte sich AfD-Fraktionschefin

Alice Weidel auf Facebook über den

„irren Haushaltsentwurf auf Kosten

Deutschlands“ aufgeregt. Ihr Fazit

damals: „Die spinnen, die Römer!“

General

Haftars Marsch

auf Tripolis

Libyen steht vor einem

neuen Bürgerkrieg

Trotz internationaler Aufrufe zu

einem Ende der Gewalt steuert

Libyen weiter auf einen neuen Bürgerkrieg

zu. Anhänger der international

anerkannten Regierung in Tripolis

verkündeten am Sonntag eine

Gegenoffensive gegen die Truppen

des mächtigen Generals Chalifa

Haftar. Seit Beginn von dessen Vormarsch

auf die Hauptstadt sind nach

Angaben der Regierung mindestens

21 Menschen getötet worden.

DieOperation„Vulkan des Zorns“

habe das Ziel, alle Städte von illegalen

Kräften zu „säubern“, sagte ein

Militärsprecher. Haftars Luftwaffe

flog nach eigenen Angaben Angriffe

auf Vororteder Hauptstadt.

Die internationale Gemeinschaft

forderte einen Stopp von Haftars

Vormarsch auf Tripolis. Die Gruppe

von 7großen Industriestaaten (G7)

zeigte sich am Sonnabend bei einem

Außenministertreffen im bretonischen

KüstenortDinardbesorgt.

Ölreiches Krisenland

Die G7-Runde sei sich einig gewesen,

„dass wir alle unsere Möglichkeiten

nutzen müssen, um Druck

auszuüben, insbesondere auf die

Verantwortlichen in Libyen, insbesondere

General Haftar, dass jede

weitere militärische Eskalation unterbleibt“,

sagte Bundesaußenminister

Heiko Maas (SPD) am Rande

des Treffens.

Dieinternational anerkannte Sarradsch-Regierung

konkurriert mit

einer zweiten Regierung in Ostlibyen,

die mit dem 75 Jahre alten

Haftar verbunden ist. Dessen Truppen

marschieren seit Donnerstag

auf Tripolis zu. Haftar will die Hauptstadt

einnehmen und das ölreiche

Land unter seine Führung bringen.

Chalifa Haftar gab seinen Truppen Befehl

zum Vormarsch auf Tripolis.

DPA

Regierungschef Al-Sarradsch

kündigte am SonnabendWiderstand

an. In einer TV-Ansprache warf er

seinem Kontrahenten vor, das Land

in einen „neuen Kreislauf der Gewalt“

stoßen zu wollen. Haftar handele

allein aus persönliche Motiven.

Libysche Medien meldeten am

Sonntag Gefechte um den internationalen

Flughafen südlich von Tripolis.Beide

Seiten behaupteten, den

seit 2014 stillliegenden Airport zu

kontrollieren. Indessen scheiterten

die Vereinten Nationen mit einem

Aufruf zu einer zweistündigen Waffenruhe.

„Es hat keine Waffenruhe

gegeben“, sagte ein Sprecher der

UN-Mission in Libyen amSonntag.

Das US-Afrikakommando teilte mit,

ein Kontingent von Soldaten sei wegen

der Sicherheitslage vorübergehend

aus Libyenabgezogen worden.

Die UNwollen an der für Mitte

April geplanten Versöhnungskonferenz

in der Stadt Ghadames festhalten.„Wir

arbeiten weiter an einer politischen

Lösung für Libyen“, sagte

der UN-Vermittler für das Krisenland,

Ghassan Salame,inTripolis.

Die Offensive des Generals bedeutet

eine neue Eskalation in einem

Land, das seit dem mit westlicher

Hilfe erreichten Sturz des Langzeitherrschers

Muammar al-Gaddafi

2011 von Krisen erschüttert wird.

Seit Jahren kämpfen etliche Milizen

um Macht und Pfründe. Mehrere

UN-Vermittler scheiterten damit,

eine Lösung zu finden. (dpa/AFP)


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 5

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Politik

„Eigentlich hätte Netanjahu gleich zurücktreten müssen“

Der Filmemacher Dan Shadur hält es für verrückt, dass der israelische Premierminister trotz angekündigter Anklage einfach weiter Wahlkampf macht

Kaum jemand hat sich in

den vergangenen Jahren

so intensiv mit Benjamin

Netanjahu beschäftigt wie

der israelische Filmemacher Dan

Shadur. In seiner Dokumentation

„King Bibi“ zeigt er dessen Aufstieg

vomStudenten und Möbelverkäufer

zum Regierungschef. Am 9. Aprilwill

er sich trotz massiver Korruptionsvorwürfe

zum fünften Mal zum Premierminister

Israels wählen lassen.

Herr Shadur, kennen Sie jemanden,

der Netanjahu gewählt hat?

Durchmeinen Film habe ich Bibi-

Wähler kennengelernt. Sonst gehörensie

nicht zu meinem Bekanntenkreis.

InTel Aviv wählt ja so gut wie

niemand Netanjahu.

Warum wollten Sie dann überhaupt

einen Film über ihn machen?

Vor vier Jahren war ich in den

USA, zufällig zur gleichen Zeit wie er,

und da sah ich, wie wohl er sich dort

fühlte und dass er sogar mit den Medien

sprach. Dieser Unterschied hat

mich interessiert. In Israel gibt er ja

keine Interviews mehr. Ich musste

meinen Film ausschließlich aus Archivaufnahmen

zusammensetzen.

Welche Archivaufnahme hat Sie am

meisten überrascht?

Die von der Beerdigung seines

Bruders Jonathan, der als Kommandeur

einer israelischen Eliteeinheit

1976 bei der Geiselbefreiung vonEntebbe

starb. Netanjahu steht auf dem

Herzl-Berg neben Yitzchak Rabin,

müde und verletzlich, genau an derselben

Stelle, ander er 1995 bei Rabins

Beerdigung stehen wird, als ein

ganz anderer Mann. Diese Szene ist

fast wie eine Prophezeiung. Die Vermischung

vonPersönlichem und Politischem

zieht sich vonnun an durch

sein ganzes Leben. Eingutes Beispiel

ist ein Fernsehauftritt aus dem Jahr

1993, wo er öffentlich über seinen Seitensprung

spricht. Ganz freiwillig,

niemand hat ihn darum gebeten.

Er gibt den Seitensprung zu und

dreht den Spieß einfach um, indem er

die Medien für den Umgang mit ihm

und seiner Frau beschimpft. Ausdem

Angeklagten wirdein Ankläger.

Ja, schon damals konnte man sehen,

in welche Richtung er sich nicht

nur selbst entwickelt, sondern auch

die israelische Demokratie. Immer

sind die Medien schuld. Wobei er in

seiner ersten Amtszeit noch anders

war, erhat mit Journalisten gesprochen,

und die Linken waren immer

noch wichtig für ihn, er versuchte,

sie auf seine Seite zu ziehen. Heute

sind sie ihm egal. Er konzentriert

sich allein auf seine Basis und darauf,

an der Macht zu bleiben.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wird Korruption vorgeworfen. AP/BALITY, L. ZELBA

ZUR PERSON

Dan Shadur, 1978 geboren, ist ein israelischer Filmemacher und lebt in TelAviv.Sein Film

„King Bibi“ ist der erfolgreichste Dokumentarfilm in der Geschichte des israelischen Privatfernsehens.

In Deutschland läuft er am 8. April um 22.10 Uhr auf Arte.

Welche Auswirkungen hat die Ankündigung

der Staatsanwaltschaft,

ihn wegen Bestechlichkeit, Betrug

und Untreue anzuklagen, auf die

Wahlen?

Eigentlich hätte Netanjahu gleich

zurücktreten müssen. Dass er einfach

weiter Wahlkampf gemacht hat,

ist verrückt. Unddass niemand wirklich

seinen Rücktritt verlangt hat,

auch. Vorzehn Jahren wäre das undenkbar

gewesen.

Woranliegt das?

An dem hohen Maß der Identifikation

mit ihm. Es gibt fast so eine

Art Bürgerkrieg hier zwischen zwei

Lagern, das linke ist gegen Bibi, das

rechte für Bibi.

Nach den letzten Umfragen führt das

rechte Lage. Netanjahu wird wahrscheinlich

wieder zum Premierminister

gewählt.Wieist ihm das gelungen?

Er hat seine Wähler überzeugt,

dass es sich bei den Korruptionsvorwürfen

um eine Verschwörung gegen

ihn handelt, oder dass die Vorwürfe

nicht so schwerwiegend sind.

Viele Likud-Anhänger wissen, dass

er zwar das Gesetz gebrochen hat,

aber finden, dass ihm das als großem

Staatsführer auch zusteht. Sie fürchten,

dass der Wohlstand und die Stabilität

der letzten zehn Jahre ohne

ihn verschwinden werden. Dierechten

Wähler in Israel sind sehr loyal

und wenden sich im Gegensatz zur

Linken nie gegen ihren Führer.

Samstagnacht hat er in einem Fernsehinterview

die Annexion jüdischer

Siedlungsgebiete im Westjordanland

angekündigt. HatSie das überrascht?

Es ist schwer,von Netanjahu überrascht

zu werden. Im Jahr 2015 sprach

er zwei Wochen vor den Wahlen vor

dem amerikanischen Kongress und

punktete damit. Diesmal war es die

Anerkennung der Annexion der Golanhöhen

durch die Amerikaner sowie

die Rückgabe der Leiche eines

vermissten israelischen Soldaten

nach 37 Jahren mit Hilfe von Putin.

Mit einem Toten Wahlkampf zu machen,

ist zynisch, aber Netanjahu

weiß, dass er damit durchkommt.

Seine Botschaft ist: Bibi ist der Mann,

der mit den Supermächten der Welt

verkehrt, bei ihm sind wir sicher.

HaterIhren Film gesehen?

Ja, auf einem Flug nach Tschad,

Afrika. In der Mitte sei er eingeschlafen,

sagte er.

Oh.

Weil er müde war, sagte er. Aber

den Film habe er interessant gefunden.

Haben Siedamit den Wahlkampf beeinflusst?

Das wird mir zumindest von Linken

vorgeworfen. Siesagen, Bibi wird

zu sympathisch dargestellt, und ja, es

ist wahr,einigen Unterstützerngefällt

der Film. Aber auch Gantz hat darauf

Bezug genommen. In einer Rede

sagte er, wir brauchen keinen König,

wir brauchen einen Premierminister.

Wenwerden Siewählen?

Vielleicht Gantz. Bei dieser Wahl

ist es wichtiger, ein Lager zu unterstützen

als eine Partei. Es geht

darum, ein Regime zu stürzen. Es ist

einfach nicht gut, wenn jemand solange

an der Macht bleibt.

DasGespräch führte Anja Reich.

Ein Genozid und die Verantwortung

Der Völkermord in Ruanda vor 25 Jahren belastet noch heute das Verhältnis zu Frankreich

VonJohannes Dieterich

Das Arrangement sieht wie die Installation

eines Pazifisten aus.

Aufdem grünen Rasen im Garten einer

stattlichen Villa liegen zwei Düsentriebwerke,

offensichtlich von

einem Absturz zerdeppert, daneben

rostet ein Teil eines Flugzeugrumpfes

vor sich hin. Doch das

gruselige Arrangement hat kein

Künstler sondern die Geschichte

hier platziert: Es handelt sich um

die Überreste der Falcon-50-Maschine

des ehemaligen Präsidenten

Juvénal Habyarimana, die am

Sonnabend vor 25Jahren über Kigali,

der Hauptstadt des zentralafrikanischen

Kleinstaats Ruanda,

abgeschossen wurde.Ein zynischer

Zufall wollte es, dass Trümmer der

Maschine ausgerechnet im Garten

der Präsidentenvilla landeten: Dort

sind sie noch heute zu besichtigen.

Der Abschuss des Flugzeugs

löste den verheerendsten Völkermord

der Zeitgeschichte aus: Innerhalb

von drei Monaten wurden

mindestens 800 000 Menschen, vor

allem Angehörige der Tutsi und

moderate Hutu, getötet. Selbst ein

Vierteljahrhundert später steht

noch immer nicht fest, wer die Maschine

des als gemäßigt geltenden

Hutu-Führers vom Himmel geholt

hat: Womöglich wird das Rätsel

auch niemals gelöst werden. Ende

vergangenen Jahres stellte die französische

Justiz ein über zehnjährig

andauerndes Ermittlungsverfahrenein,

das die Rebellentruppe des

heutigen Präsidenten Paul Kagame

für den Absturz verantwortlich zu

machen suchte: Der Chef der „Ruandischen

Patriotischen Front“

(RPF) habe den Völkermord anden

Tutsi, denen auch er zugehört,

selbst provoziert, um im anschließenden

Chaos seine einstige Heimat

zurückerobernzukönnen.

Der „absurde“ Vorwurf (Kagame)

belastete die ruandischfranzösischen

Beziehungen über

Jahrehinweg: Kagame brach die diplomatischen

Beziehungen vorübergehend

ab und führte Englisch

Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Völkermords

am Sonntag in Ruanda DPA

als offizielle Landessprache ein.

Nur allmählich wich die Eiszeit

wärmerem Klima: Botschafter wurden

wieder ausgetauscht, Kagame

reiste im vergangenen Jahr nach

Paris, und Emmanuel Macron

wurde zum Genozid-Gedenken am

Sonntag in Kigali geladen –doch er

reiste nicht selbst an, sondern ließ

sich von dem Parlamentsabgeordneten

Hervé Berville vertreten, der

aus einer Tutsi-Familie stammt.

Rein ist die Luft zwischen Frankreich

und Ruanda nämlich noch

lange nicht. Obwohl der erbittertste

Streitpunkt, das Ermittlungsverfahren,

aus dem Weg geräumt

ist. Dies wurde allerdings

erst eingestellt, nachdem Ermittler

nach Ruanda gefahren waren, um

Details des Abschusses zu eruieren:

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass

die Rakete von einem Hügel aus

abgefeuert worden sein musste,

der gar nicht von Kagames vorrückenden

Rebellen, sondern von einer

Elitetruppe der Armee gehalten

wurde. Eine Mehrheit von Ruanda-

Experten vertrat schon immer die

These, dass Habyarimanas Maschine

von radikalen Hutu abgeschossen

wurde, die den Präsidenten

im Umgang mit den Tutsi für zu

moderat erachteten. Dafür spricht

auch der Umstand, dass der Völkermord

bereits wenige Stunden

nach dem Abschuss begann –und

zwar peinlichst gut vorbereitet und

exekutiert.

Getrübt wird das ruandischfranzösische

Verhältnis außerdem

von der Tatsache, dass Habyarimanas

Armee bis zum Ausbruch des

Völkermords von Frankreich ausgebildet

wurde. Inzwischen freigegebenen

Dokumenten zufolge soll

der Geheimdienst DGSE von den

Vorbereitungen zum Massenmord

sogar informiert gewesen sein. Außerdem

sieht sich die französische

Armee dem Vorwurf ausgesetzt,

mit ihrer erst am Ende des Genozids

lanzierten „Opération Turquoise“

Schutzzonen für die Völkermörder

statt für die Opfer des

Genozids geschaffen zu haben: Die

Eingreiftruppe versäumte es zum

Beispiel, ein Massaker an über 60 000

Tutsi in den Hügeln von Bisesero zu

verhindern.

Macron beruft Kommission ein

Schließlich wirkt sich auch Frankreichs

Weigerung auf die Beziehungen

belastend aus, mutmaßliche

Völkermörder an Ruanda auszuliefern.

Während Deutschland, Holland

oder die USA schon mehrere

Verdächtige zum Prozess nach Kigali

geschickt haben (nachdem Ruanda

die Todesstrafe abgeschafft und faire

Gerichtsverfahren versprochen

hatte), blieb Parisbislang hartnäckig

bei seinem Nein.

Am Freitag nun kündigte Macron

zumindest an, auch den Gerichten,

die sich mit ruandischen Völkermordfällen

beschäftigen, mehr Ressourcen

zuzuteilen, damit mutmaßlichen

Tätern des Genozids der

Prozess gemacht werden kann. Außerdem

berief der französische Präsident

eine Kommission, die die

Rolle Frankreichs beim Genozid vor

25 Jahren untersuchen soll. Der Expertengruppe

sollen alle französischen

Archive für die ruandischfranzösischen

Beziehungen zwischen

den Jahren 1990 und 1994 offenstehen,

teilte Macron mit.

Außerdem kündigte der

Élyséepalast am Sonntag an, dass

Frankreich dem Völkermord inRuanda

künftig einen eigenen Gedenktag

am 7. April widmen werde:

Einladungen nach Ruanda erübrigen

sich dann.


6* Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

NACHRICHTEN

Boeing drosselt Produktion

der 737-Max-Maschinen

Nach zwei Abstürzenund Flugverboten

fährtder US-Flugzeugbauer

Boeing die Produktion seiner Baureihe

737 Maxherunter.Die monatliche

Fertigungsrate werdeabMitte

Aprilumfast ein Fünftel von52auf

42 Maschinen gedrosselt, teilte das

Unternehmen mit. Nach den Unglücken

zweier Maschinen vomTyp 737

Max8in Indonesien und Äthiopien,

bei denen insgesamt 346 Menschen

ums Leben kamen, wurden weltweit

Startverbote für die Boeing-Serie erlassen.

DieFlugzeuge können derzeit

nicht ausgeliefertwerden, und

es drohen Stornierungen. Konzernchef

Dennis Muilenburgnannte die

Produktionskürzung eine vorübergehende

Maßnahme. (dpa)

Metall- und Elektroberufe

bei Auszubildenden beliebt

In Metall-und Elektroberufen in

Deutschland gibt es so viele neue

Auszubildende wie seit zehn Jahren

nicht mehr.2018 begannen mehr als

78000 Menschen eine Ausbildung in

diesem Bereich, wie der Arbeitgeberverband

Gesamtmetall mitteilte.

Dasseien rund 6Prozent mehr als

noch 2017. Derbeliebteste Ausbildungsberuf

ist demnach der des

Fachinformatikers mit knapp 15000

neuen Azubis.Seit etwa fünf Jahren

blieben jedes Jahr rund 10 Prozent

aller Ausbildungsstellen unbesetzt.

DieBetriebe fänden nicht genügend

geeignete Bewerber,heißt es.Deshalb

fordertder Verband Gesamtmetall

mehr Investitionen des Bundes

in die Schulen. (dpa)

Cabrioschmiede brummt

zehn Jahre nach der Pleite

Der legendäre Karmann Ghia lief in Osnabrück

vom Band.

FOTO: KARMANN-WERK/DPA

Zehn Jahrenach der Karmann-Pleite

hat der CabriostandortOsnabrück

die Krisenzeiten längst hinter sich

gelassen. Nach der Übernahme

durch Volkswagen arbeiten inzwischen

mehr als 2300 Mitarbeiter in

der Entwicklung und Fertigung von

Cabriolets und Roadsternsowie an

Kleinserienfahrzeugen. Karmann

hatte ab 2006 Probleme,anAufträge

zu kommen, und meldete 2009 Insolvenz

an. Mithohen Investitionen

macht VW den Standortfit für die

Zukunft –mehrals drei Millionen

Fahrzeuge sind dortinzwischen

vomBand gerollt. (dpa)

Wieder verlässt

ein Vorstand SAP

Europas größter Softwarehersteller

SAP und der Vorstand für das Cloudgeschäft,

RobertEnslin, gehen getrennte

Wege.Der Amerikaner „verlässt

auf eigenen Wunsch SAP und

übernimmt neue Aufgaben außerhalb

des Unternehmens“, teilte SAP

mit. Derseit 1992 bei SAP arbeitende

und seit 2014 im Vorstand sitzende

Manager war für das bei SAP wichtige

Cloudgeschäft zuständig. Dabei

wirdder Kundschaft Softwareauf

Großrechnernüberdas Internet zur

Verfügung gestellt. Enslins Aufgaben

werden vonJenniferMorgan übernommen.

Enslin ist nach Bernd

Leukertder zweite SAP-Vorstand

binnen weniger Wochen, der das

Unternehmen verlässt. (dpa)

Rettungsschirm mit Löchern

Restschuldversicherungen sind überteuert und greifen nur selten, bemängelnVerbraucherschützer

Von Theresa Dräbing

Wer einen Kredit aufnimmt,

steht in der

Verantwortung, ihn

auch zurückzuzahlen.

Kann er das nicht, tappt er in eine

Schuldenfalle,aus der sich häufignur

mühsam ein Ausweg finden lässt.

Ganz abgesehen von negativen

Schufa-Einträgen, die künftige Vertragsabschlüsse

beeinflussen. Doch

ist das Leben voll Unwägbarkeiten.

Eine unerwartete Kündigung des

Arbeitsverhältnisses, inderen Folge

die Zahlungskräftigkeit sinkt, ist

kaum vorhersehbar, auch mit einer

Arbeitsunfähigkeit rechnet wohl

kaum jemand, bevor sie wirklich eintritt.

Versicherer haben das als Geschäftsfeld

erkannt und bieten im

Zusammenhang mit Verbraucherkrediten

eine Restschuldversicherung

an. Diesichertden Verbraucher

ab, sollte er in bestimmten Fällen

zahlungsunfähig werden, etwa auch

im Todesfall, wenn andernfalls Verwandte

für die weitere Rückzahlung

aufkommen müssten.

Was nach einer guten Sache

klingt, ist in der Umsetzung mangelhaft,

urteilen Verbraucherschützer.

„Restschuldversicherungen sind

überteuerte Produkte mit einem lückenhaften

Versicherungsschutz, die

teilweise in einem zweifelhaften Verkaufskontext

vertrieben werden“,

heißt es in einem Positionspapier des

Bundesverbands der Verbraucherzentralen

(VZBV). Zuletzt hat auch

die Bundesregierung angekündigt,

die Versicherer zum Nachbessernzu

verpflichten.

Das steckt hinter der Kritik: Für

denAbschlusseinerRestschuldversicherung

reicht häufig ein kleines

Kreuzchen im Kreditvertrag aus.

Doch obwohl dieser Zusatz freiwillig

ist, werdehäufig suggeriert, dass der

Kreditvertrag ohne die Absicherung

nicht zustande komme, bemängelt

der VZBV. „Verbrauchern ist vielfach

nicht hinreichend bewusst, dass sie

mit dem Verbraucherkredit und der

Restschuldversicherung zwei unterschiedliche

Verträge abschließen“,

sagt Lars Gatschke vomVZBV.

Leistung wird nur befristetgezahlt

„Das Produkt bietet außerdem generell

nur einen sehr lückenhaften Versicherungsschutz“,

kritisiertGatschke.

Sobezieht sich die Todesfallleistung

nur auf Erkrankungen, die nach

Vertragsabschluss eintreten. Auch

die Absicherung vonArbeitslosigkeit

greift nicht immer –etwabei befristeten

Arbeitsverträgen. Undbei Kündigung

eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses

tritt der Versicherungsschutz

in den meisten Fällen erst

nach sechs Monaten ein und ist stellenweise

an die Bezugsdauer des

Arbeitslosengeldes Igekoppelt –wird

also nur befristet gezahlt. BeiArbeitsunfähigkeit

sind psychische Gründe

vielfach ausgeklammert. In diesem

Bereich kann eine klassische Arbeitsunfähigkeitsversicherung

womöglich

eine bessereAlternativesein. Für

IN WIE VIELEN FÄLLEN DER SCHUTZ GREIFT

Bestand: Der Bestand der Restschuldversicherungen

lag laut Berechnungen des Bundesverbands

der Verbraucherzentralen auf

Grundlagevon Daten der Versicherungswirtschaft

im Jahr 2017 bei knapp 2,5 Millionen

Verträgen, die durchschnittliche Versicherungssumme

bei fast 10000 Euro.

Versicherungsfälle: LautAngaben der Bundesregierung

auf eine Anfrageder Grünen

gabesimJahr 2015 um die 5000 Versicherungsfälle,

in denen der Versicherer die Kreditrate

übernommen hat. Das entsprach

0,3 Prozent der Verträgeund einer Versicherungssumme

von31Millionen Euro.

lität der Handwerkerleistungen in jenen

Gewerken nachgelassen habe,

für die seit der Handwerksnovelle

2004 keine Meisterpflicht mehr besteht.

Koalitionsvertreter hatten in

der Vergangenheit immer wieder solche

Qualitätsprobleme angeführt,

um die Wiedereinführung der Meisterpflicht

zu begründen.

Ein zweites Argument der Befürworter

einer Wiedereinführung ist

die sogenannte Gefahrengeneigtheit

eines Handwerks. Mit ihr wird der

Eingriff in die Freiheit der Berufswahl

gerechtfertigt, der mit der Meisterpflicht

einhergeht. Wirtschaftsstaatssekretär

Ulrich Nußbaum führt

in seinem Antwortschreiben aus,

dasserdieAuswahljener41Gewerke,

für die 2004 eine Gefahrenneigung

festgestellt worden ist, nach wie vor

für gerechtfertigt hält. Die Grünen

folgerndaraus,dass das im Umkehrschluss

auch für die 53 Gewerkeohne

besondere Gefahrenneigung gelten

müsse. Demnach dürften nur sehr

wenige bis gar keine Gewerkeauf die

WiedereinführungderMeisterpflicht

hoffen können.

„Jetzt lässt das Wirtschaftsministerium

die Luft aus der aufgeblähten

Ankündigung, die Meisterpflicht

GRAFIK: SASCHA JAECK

Leistungen im Todesfall kann auch

eine Risikolebensversicherung herangezogen

werden.

„Eine Restschuldversicherung

würde ich nur in Erwägung ziehen,

wenn ich wegen einer Vorerkrankung

keine Risikolebensversicherungspolice

bekomme“, rät Gatschke.

Zwar zahlt diese bei Vorerkrankungen

auch nicht, zumindest aber

bei später auftretenden Krankheiten.

„Inden wenigsten Fällen ist der

Tod oder die Arbeitslosigkeit der

Grund, weshalb ein Kredit nicht

mehr beglichen werden kann“, sagt

Gatschke.Viel häufiger seien es persönliche

Gründe wie eine Scheidung,

die die Zahlungskraft sinken

lässt. „Dieses Risiko deckt aber keine

Versicherung ab.“

Neben dem Leistungsumfang von

Restschuldversicherungen wird die

Höhe der Provision, die vom Versicherungsbetrag

an den Vermittler

fließt, als zu hoch kritisiert. DerVZBV

spricht vonFällen, in denen die Prämie

bei 50 Prozent, im Einzelfall sogar

mal bei 80 Prozent lag. DasLandgericht

Nürnberg hatte vor Jahren

eine Restschuldversicherung von

15,6 Prozent bereits als „bedenklich

hoch“ ausgezeichnet.

Provisionen werden gedeckelt

Hinzu kommt, dass die Höhe der tatsächlichen

Kosten häufig im Unklaren

bleibt. Der Versicherungsbetrag

wird zwar als Einmalzahlung beglichen,

aber in der Regel der Versicherungssumme

hinzugerechnet. Für

die Bank stellt das eine attraktiveVariante

dar,weil der Einmalbetrag die

Kreditsumme erhöht und der Bank

zusätzliche Zinseinnahmen entstehen,

die der Kunde ebenfalls tragen

muss.

DieBundesregierung will dortzumindest

nachbessern und künftig

die Abschlussprovision auf maximal

2,5 Prozent der versicherten Summe

begrenzen. So steht es in einem Entwurf

des Bundesfinanzministeriums.

Bereits in der Vergangenheit

führte sie die Pflicht ein, Verbrauchern

eine Woche nach Abschluss

einer Restschuldversicherung ein

Hinweisblatt zuzusenden, in dem

von dem Versicherer auf einen kostenlosen

Widerruf hingewiesen werden

muss.

Die Deutsche Kreditwirtschaft

(DK) hat ihrerseits vor zwei Wochen

eine Selbstverpflichtung ausgerufen,

in der sich die Institute zu mehr

Transparenz bei den Kosten aussprechen.

„Wir sind überzeugt, dass diese

Maßnahmen geeignet sind, die Restkreditversicherung

in vielen Aspekten

zu verbessern und bestmöglichen

Verbraucherschutz zu bieten,

ohne dass es hierfür einer neuen gesetzlichen

Regelung bedarf“, sagte

Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer

des Bankenverbands

und derzeit Federführer für die DK.

Die Versicherungsbranche wehrt

sich. Und Gatschke geht davon aus,

dass „die Katzedas mausen nicht lassen

wird“ – selbst mit dem Provisionsdeckel

nicht, wenn er denn

kommt.

Grüne: Handwerksreform wird nur ein Reförmchen

Wichtige Voraussetzungen für eineWiedereinführung der Meisterpflichtsind in vielen Berufen nichtgegeben

Von Marina Kormbaki

und Andreas Niesmann

Die angekündigte HandwerksreformdergroßenKoalitionkönnte

in der Praxis kaum Auswirkungen

haben. Das befürchten die Grünen

im Bundestag und berufen sich auf

die Antwortder Bundesregierung auf

eine Anfrage ihrer Fraktion. Sie liegt

dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

(RND) vor.

Die Bundesregierung räumt in

dem elfseitigen Antwortschreiben

ein, dass sie über keinerlei eigene Erkenntnisse

verfügt, wonach die Qua-

wieder einzuführen“, sagte Claudia

Müller, Mittelstandsbeauftragte der

Grünen-Fraktion. „Es dürfte nun jedem

klar sein, dass es höchstens ein

Reförmchen geben wird, und vielleicht

findet es auch gar nicht statt.“

Die Regierungskoalition aus SPD

und Union hatte angekündigt, die

Handwerksreformaus dem Jahr 2004

in Teilen zurückzunehmen, um die

Meisterpflicht wieder zu stärken.

Derzeit kümmert sich eine Arbeitsgruppe

um die Einzelheiten. Zu den

betroffenen Gewerken gehören

unter anderem Fliesenleger, Metallgießer

undLichtreklamehersteller.

Weltweite

Getreideernte

zu gering

Klimaund Fleischkonsum

lassenBedarf steigen

Von Carsten Hoefer

Zum zweiten Mal indiesem Jahrzehnt

wird die weltweite Getreideerntenichtreichen,umdenBedarf

zu decken. Das erwarten die UN-

Welternährungsorganisation (FAO)

und auch der Internationale Getreiderat.

Im Agrarjahr 2018/2019 werden

demnach knapp 30 Millionen

Tonnen mehr verbraucht als geerntet

werden,schätztdieFAO. Dieerwartete

Gesamternte rund um den Globus

beziffern die UN-Experten auf fast

2,66 Milliarden Tonnen.

Dasjüngste globale Getreidedefizit

gab es im Agrarjahr 2012/2013, als

US-Farmer unter den Folgen einer

mehrjährigen Dürre litten. Eine

Ursache des aktuellen Rückgangs ist

dieletztjährigeDürreinweitenTeilen

Europas, die einen Rückgang der

Weizenernte in der EU und Russland

zur Folge hatte. Ein Agrarjahr bezeichnetdenZeitraumvoneinerErnte

bis zur nächsten. Auf der Nordhalbkugel

beginnt es im Sommer.

Die Folgen des knappen Weizens

sind in Europa bereits zu spüren: Die

Erzeugerpreise für Lebensmittel sind

laut Bundesverband der Deutschen

Ernährungsindustrie im Januar und

Februar im Vergleich zum Vorjahr

kaum gestiegen. Doch bei Brot und

Getreideerzeugnissen legten die Erzeugerpreise

in Deutschland um

mehr als 6Prozent zu, wie der Verband

mitteilte.Schon 2018 gab es bei

Brot und Getreideprodukten durchschnittlich

größerePreiserhöhungen

als bei Lebensmitteln insgesamt.

Hungersnöte drohen nicht

Europas größter Händler von Agrarrohstoffen

ist die Münchner Baywa.

Deren Vorstandschef Klaus-Josef

Lutz vermutet, dass sich der Klimawandel

bemerkbar macht. 2018 fiel

die europäische Getreideernte dürrebedingt

6Prozent niedriger aus als

im Vorjahr. „2018 war nicht der Ausreißer“,

sagte Lutz kürzlich. „Das sind

das dritte und vierte Jahr in Folge,in

dem uns klimatische Kapriolen das

Geschäft schwer machen.“

Ein Minus bei der Getreideernte

bedeutet nicht, dass Hungersnöte

drohen: Die Lagerhäuser und SpeicherrundumdenGlobussindgutgefüllt.

In den Vorjahren war die Getreideproduktion

kräftig gestiegen. Der

Internationale Getreiderat erwartet

deshalb, dass die weltweiten Vorräte

sowohl in diesem als auch im nächsten

Jahr schrumpfen werden.

BeidieserEntwicklungspieltnach

Einschätzung der Baywa der wachsende

globale Appetit auf Fleisch

eine wichtige Rolle.Getreide ist auch

Viehfutter.„DieWahrheit ist einfach:

Die Menschen wollen mehr Fleisch

essen, damit brauchen wir mehr Getreide“,

sagte Lutz.

In der Tat: „Wir haben in den vergangenen

zehn Jahren einen ziemlich

kräftigen Anstieg der weltweiten

Maisproduktion“, sagte FAO-Ökonom

Abdolreza Abbassian. Ernennt

zwei Ursachen: „In den USA ist der

Maisanbau für die Produktion von

Biokraftstoffen ausgeweitet worden.“

Unddie Chinesen essen mehr

Fleisch als früher. (dpa)

Reisernte in China: Das Land verbraucht

mehr Fleisch als früher. FOTO: HUANG XIAOHAI/DPA


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8* Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Meinung

WOHNEN

ZITAT

Schärferes Mietrecht

ist nötig

Ulrich Paul

sieht die Bundespolitik in der Verantwortung

für die großen Städte

Die große Zahl an Menschen, die am

Sonnabend gegen steigende Mieten

und Verdrängung auf die Straße gegangen

ist, zeigt, wie sich die Situation auf dem

Wohnungsmarkt zuspitzt. Es fehlt an

preiswerten Wohnungen – nicht nur in

Berlin, sondern genauso in München,

FrankfurtamMain und Leipzig, wo ebenfalls

demonstriertwurde.

Dass in Berlin mit dem wachsenden

Protest zugleich schärfere politische Forderungen

laut werden, zu denen der

Wunsch nach einer Vergesellschaftung

von Häusern großer Privat-Vermieter gehört,

ist nur folgerichtig.Vermieter wie die

Deutsche Wohnen haben sich das durch

einen rigiden Mieterhöhungskurs selbst

zuzuschreiben. Die Politik hat freilich

ebenso ihren Anteil am Dilemma, weil sie

nach der Wiedervereinigung zehntausende

Wohnungen aus kommunalem Besitz

privatisierte und dem Wegfall vonSozialwohnungen

nichts entgegensetzte.

Wasist zu tun? Ganz klar: Esmüssen

vor allem preiswerte Wohnungen gebaut

werden, denn an teuren mangelt es nicht.

Länder wie Berlin haben das verstanden.

Hier hat der Senat seine landeseigenen

Wohnungsunternehmen dazu gebracht,

dass sie mehr als 40 000 Wohnungen errichten

wollen. Entlastung ist also in

Sicht. DasProblem ist, dass die Bau-Kapazitäten

begrenzt sind. Bisdie neuen Wohnungen

fertig sind, wird esJahre dauern.

Bis dahin muss verhindert werden, dass

Vermieter die Mangellage ausnutzen, um

die Mieten weiter hochzutreiben. Das

wird nur gelingen, wenn der Bund mitspielt

und das Mietrecht verschärft. Hier

hat die CDU bisher erfolgreich gebremst.

Bleibt es dabei, muss sie sich nicht wundern,

wenn die Forderungen radikaler

werden –nicht nur in Berlin.

Linkspartei

Auf der

Platzsuche

Gordon Repinski

empfiehlt der Linkspartei, es klar

mit der AfD aufzunehmen

Sahra Wagenknecht macht es sich

leicht, wenn sie der Politik ihrer eigenen

Partei Distanz zu den Interessen der

eigenen Wählerschicht unterstellt. Kaum

jemand hat in den vergangenen Jahren

den Kurs der Linkspartei so maßgeblich

gesteuert wie Wagenknecht selbst. Eine

Kritik am Zustand der Partei ist damit

auch eine Kritik an ihrer eigenen Arbeit.

Aber stimmt es überhaupt, dass sich die

Linkspartei vonden Interessen der kleinen

Leute entfernt hat? Richtig ist, dass Teile

der sozial Schwachen heute empfänglicher

für nationalistisches Gedankengut

sind als noch vor einigen Jahren. Wo die

Linkspartei früher Volkspartei des Ostens

war und mit Sozialpopulismus Unzufriedenheit

auffangen konnte, punktet heute

die AfD mit noch steileren Thesen und

dem Schüren von Ängsten. SahraWagenknecht

hat immer wieder versucht, diese

Wähler wieder zur Linkspartei zu ziehen.

Sie hat mit Ressentiments gespielt. Aber

Wagenknecht ist es ergangen wie früher

der SPD gegenüber der Linkspartei. Auch

wenn sie versuchte, die neue Konkurrenz

zu kopieren –das Original konnte immer

noch etwas radikaler sein.

Das Dilemma der Linkspartei ist, dass

es im Feld des politischen Populismus in

Deutschland insgesamt enger geworden

ist. Denn neben der AfD am Rand des

Spektrums verabschiedet sich in der linken

Mitte auch die SPD stückweise vom

Realismus der Regierungsjahre. Die

Linkspartei muss derart bedrängt plötzlich

ihren Platz neu suchen. Dabei wärees

eigentlich gar nicht so kompliziert: Im

Bundestag sitzen durch die AfD Politiker

mit teilweise rechtsextremen Gesinnungen.

Einen klareren Gegner kann es für die

Linkspartei eigentlich gar nicht geben.

Der letzte Strohhalm

Die Zahl ist eine politische Sensation:Wenn

am Sonntag Abgeordnetenhauswahl

wäre, würden

25 Prozent der Berliner die Grünen

wählen. Das bedeutete Platz 1mit großem

Vorsprung. Dennoch reagieren viele

Spitzen-Grüne zurückhaltend bis fast schon

unwillig, wenn sie sich dazu verhalten sollen.

Schon klar:Sehr bequem haben sie es sich in

der rot-rot-grünen Koalition eingerichtet.

Um die Zurückhaltung der Grünen zu

verstehen, muss man nicht nur wissen, dass

erst in zwei Jahren gewählt wird, sonderneinen

Blick zurück ins Jahr 2001 werfen. Klaus

Wowereit hatte die SPD aus der babylonischen

Gefangenschaft mit der CDU geführt

und mit den Grünen einen Minderheitssenat

gebildet –toleriert von der damaligen PDS.

Einhalbes Jahr später gab’s Neuwahlen. Wowereit

koalierte mit der PDS, die Grünen

blieben enttäuscht zurück und mussten zuschauen,

wie Rot-Rot fast zehn Jahre lang

eine stabile Regierung bildete,obwohl es dabei

in Zeiten größter Finanznot Berlins Tafelsilber

verscherbelte.

Siesahen aber auch, wie die größereSPD

sich in Konflikten mit der kleineren PDS zur

Notbrachial durchsetzte –eine Methode,die

die Sozialdemokraten danach auch mit der

CDU anwandten, als die es als Juniorpartnerininden

Senat geschafft hatte

Zu Beginn von Rot-Rot-Grün verabredeten

sich die drei Koalitionäre also auf einen

partnerschaftlichen Umgang. Und was geschieht

seitdem? Vorallem SPD und Linke

streiten sich. Zurzeit in der Innen- und Sicherheitspolitik.

Während die SPD,nicht zuletzt

vordem Hintergrund des Attentats vom

Breitscheidplatz, den Ermittlern weitgehendereBefugnisse

zubilligen will als im Koalitionsvertrag

festgehalten, bremsen die Lin-

Heute reden wir viel über ostdeutsche

Identität. 30 Jahreist jener Frühling her,

als sich Bürger der DDR gegen den Wahlbetrug

des Systems wehrten und die Stimmenauszählung

überwachten. Ein halbes Jahr

später fiel die Mauer. 30Jahre ist eine lange

Zeit. Unterwegs zum Heute fanden noch

weitere, entscheidende Umbrüche statt: Internet,

Migration und Globalisierung. Diese

30 Jahre waren ebenso einschneidend und

folgenreich wie einst die industrielle Revolution.

Die Welt hat sich vielleicht schneller

verändert, als es Menschen in ihrer eigenen

Lebenszeit können. Auch deshalb denken

viele heute über Identität nach.

Doch das immerwährende Identitätsgeschwurbel

geht mir auf die Nerven. Wassoll

das sein, eine ostdeutsche Identität? Undgegen

wenwirdsie in Stellung gebracht? Gegen

Migranten, gegen „Wessis“? Oder eher gegen

den Westen? Das passt den antiwestlichen

Antidemokraten sehr gut in den Kram. Sie

machen aus realen Benachteiligungen von

Menschen aus dem Osten eine weitere Opfernarration

der Deutschen. Diesmal der

Ostdeutschen. Ostdeutschland als Folie für

die „wahre Stimme des Volkes“? Ohne Migranten,

Globalisierung, ohne Minderheitenrechte?

Ostdeutschland ohne die „Verschmutzung“

durch Demokratie und „Lügenpresse“?

Ostdeutsche sind verschieden.

Manche kämpfen tapfer gegen den braunen

Strom inihrer Region. Andere sind Teil davon.

Undmanche sind sogar Migranten oder

haben schwarze Eltern.

Berliner Grüne

Platz in

der Mitte

Elmar Schütze

wundertsich, dass die Grünen in ihrem Leitantrag ausgerechnet

auf Friedrich II zurückgreifen

ken. Aktuell will die SPD mehrVideoüberwachung

sowie Regelungen zur elektronischen

Fußfessel für islamistische Gefährder oder

den finalen Rettungsschuss.Weil sie dies von

den Linken –und den Grünen –nicht bekommen,

blockieren die Sozialdemokraten

„deren“ Vorhaben wie ein Versammlungsfreiheitsgesetz,

ein Transparenzgesetz sowie

die Einführung eines Polizeibeauftragten.

Obwohl sie an dieser Kabale also durchaus

selbst beteiligt sind, sehen sich die Grünen

in der Rolle eines Kindes, das zwischen

den sich mitunter fetzenden Eltern vermittelt.

Die Grünen haben es sich in der Mitte

behaglich gemacht und sehen sich dabei

längst auch in der Mitte der Gesellschaft. Auf

ihrem Parteitag am Sonnabend beschlossen

KOLUMNE

Die Frage der

Identität und

der Anti-Wessi

Annette Kahane

Amadeu Antonio Stiftung

HEIKO SAKURAI

sie einstimmig einen Leitantrag des Landesvorstands.

„Alle nach ihrer Fasson –Für ein

selbstbestimmtes Leben in Berlin“ war er betitelt.

Einbuntes Berlin der unterschiedlichsten

Lebensentwürfe wird darin gefeiert. Jeder

dieser Entwürfe befinde sich zwar in der

Minderheit. Zusammen gehörten sie damit

jedoch einer Mehrheitsgesellschaft an,

„denn die Mehrheit der Menschen gehörtin

einer oder in mehreren Hinsichten einer

marginalisierten Gruppe an“, heißt es darin.

„Alle nach ihrer Fasson.“ Derauf den ersten

Blick überraschende Rückgriff auf Friedrich

II, als preußischer Kriegstreiber nun

wirklich denkbar ungeeignet als Parteipatron

der Grünen, ist ziemlich geschickt. „Wir

machen damit Politik für die große Mehrheit.Wirsind

die Realisten“, sagte die frühere

Parteichefin Bettina Jarasch.

Doch was sind SPD und Linke dann? Und

was macht das eigentlich mit einer Dreier-

Beziehung, wenn der kleinste Partner plötzlich

zum größten wird? Was bedeutet es,

wenn die SPD verliert, und das, obwohl sie

geradezu panisch eine soziale Wohltat nach

der nächsten raushaut –zuletzt beim BVG-

Tarifstreit, als sie die Gewerkschaftsforderungen

unterstützte und es zu rekordverdächtigen

Lohnerhöhungen von bis zu 21,4

Prozent kam? Wenn also –und so umstürzend

sind die Verhältnisse längst – eine

Grüne Regierende Bürgermeisterin würde?

Dennoch werden die Grünen die Umfragen

nicht ernster nehmen, als sie es für das

koalitionäre Binnenklima ohnehin sind.

Auch da hilft ein Blick zurück: 2011 kandidierte

Renate Künast gegen Wowereit. Zwischenzeitlich

hatte sie in Umfragen den

Amtsinhaber überholt, zum Schluss lag die

SPD fast elf Prozentpunkte vor den Grünen,

dieschon wieder in die Opposition mussten.

In einer neuen Studie wird die Diskriminierungserfahrung

von Ostdeutschen und

Migranten beziehungsweise Muslimen miteinander

verglichen. Abgesehen davon, dass

es Unsinn ist, um nicht zu sagen politisch

höchst fragwürdig, Migranten mit Muslimen

gleichzusetzen, zeigt die Studie erwartungsgemäß,

dass beide Gruppen benachteiligt

sind. Und nun? Sich diskriminiert fühlen

und diskriminiertwerden sind sehr verschiedene

Dinge. Rassismus ist Alltag, die Benachteiligung

Ostdeutscher sozial, also nicht

so unveränderlich wie Hautfarbe oder Name

bei Migranten. Aber auch Migranten und antirassistische

Gruppen machen die Identitätsreiterei

mit. Wenn ihr Ziel nicht in der

Idee vonGleichwertigkeit liegt, bei dem jede

Abwertung geächtet wird, also die von Migranten

ebenso wie die durch Migranten,

dann finde ich sie ebenso nervend und fehlgeleitet.

Das ändert nichts am Problem beider

Gruppen. Sie miteinander zu vergleichen,

macht jedoch wenig Sinn, denn derVergleich

verschleiert mehr, als er aufdeckt. Er stereotypisiert

Ostdeutsche und ethnisiert Einwanderer.

Und er zielt auf eine Art Systemkritik,

die den Gegnern der liberalen Demokratie

gerade zupass kommt. Denn was soll

am Ende dabei herauskommen? Dass alle

mit ihren Identitäten wedeln und darüber

diskutieren, wer esschlechter hat? Dass am

Ende der gemeinsame Gegner der Wessi ist,

dieser furchtbare Westen, der angeblich

nichts Gutes bringt, sondernnur Ellenbogen

und Krieg? Dass die Demokratie abgewirtschaftet

hat und die Sonne nun wieder im

Osten glüht?

Nein, liebeWessis,liebe Ossisund alle Migranten

mittendrin, bei aller Kritik am Zustandder

Welt, ohne Demokratie dürften wir

nichts kritisieren. Und müssten ganz von

vorn anfangen. Wenn’s gut geht, vielleicht

Stimmenauszählungen von Diktatoren

überwachen.

„Eigentlich war der Spielzug

gar nicht so aufgezeichnet,

aber dann war keiner

mehr da und ich dachte:

Jetzt oder nie.“

Dirk Nowitzki, NBA-Basketballer, über

seinen ersten Dunking der Saison.

Am Ende verloren seine Dallas Mavericks gegen

die Memphis Grizzlies allerdins 112:122.

AUSLESE

Brexit –gehen

oder doch bleiben

Der Wunsch der Premierministerin

Theresa May, den Brexit auf den

30. Juni zu verschieben, halten nicht alle

Kommentatoren für einen gangbarenWeg.

Dieitalienische Zeitung Corrieredella Sera

etwa schreibt:„DieHaltungen vonLondon

und der EU sind weit voneinander entfernt:

Dasführtdazu, dass die Möglichkeit

eines No-Deals nicht ausgeschlossen ist.“

Die Amsterdamer Zeitung de Volkskrant

hält es für völlig unklar,was dieGespräche

mit Oppositionsführer JamesCorbynbringen

werden.„Aber sie werden wohl unweigerlich

zu einer viel weicheren Brexit-Variante

führen als jene, die bisher auf der

Speisekarte stand.“ Mays Herumtrödeln

habe in den EU-Ländern zuerheblichen

Irritationen geführt. Vorallem Frankreich

habe genug von den Anträgen auf Verschiebung

ohne klaren Plan.

Über Frankreichs Druck zeigt sich der

Londoner Independent irritiert: „Es gibt

Kräfte, die darauf drängen, Großbritannien

möglichst wenig Handlungsspielraum

zu lassen –angeführtvom französischen

Präsidenten Emmanuel Macron

(…). Damit droht kurzfristig ein unkontrollierter

Brexit, obwohl die britische Regierung

und das Parlament dies eigentlich

ausgeschlossen haben. (…) Daher könnte

Großbritannien schon bald vor die Wahl

gestellt werden, die EU ohne Deal und

ohne Übergangsperiode zu verlassen

oder den Austrittsartikel 50 zurückzuziehen

und in der EU zu bleiben.“ Macron

dränge die Briten zur schwierigsten aller

Entscheidungen. Tobias Miller

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berlin

Keine missionarischen

Tricks: Werist der

neue Bischof?

Seite 13

Getier von ganz unten: Ratten führen zu immer mehr Einsätzen Seite 15

Energie von ganz oben: Grüne wollen Solaranlagen auf Neubauten Seite 12

Stadtbild

Immer

mit der Ruhe

BarbaraWeitzel

übt Geduld und bekommt

Extra-Käse

Der Mann lässt sich Zeit. Liebevoll

bestückt er eine große Aluplatte

mit Falafel, Halloumi und Gemüse.

Dassieht so lecker aus,dass man sich

mitten hinein setzen will. Damit es zu

allen Köstlichkeiten gleich weit ist.

Der künftige Besitzer der Platte steht

am Rand des„Libanon Imbiss“. Er hat

eine eingeschweißte Bettdecke dabei,

wohl nagelneu. Hinter ihm bildet sich

eine Schlange.Die den Mann im Wagen

nicht aus der Ruhe bringt. Ob er

die Soße neben oder auf die Falafel

geben solle, fragt er seinen Kunden.

Derwirkt aufgeregt. „Vielleicht rundherum?“

DerVerkäufer beginnt, malerische

Tupfen auf der Platte zu verteilen.

„Ich soll sie nämlich genauso

mitbringen, wie sie gesagt hat“, erklärtder

andereund wirdetwas rot.

Gerade habe ich noch mit den Füßen

gescharrt, wie die Frau vor mir,

doch jetzt... Eine von ihr bestellte

Platte für zwei, eine neue Bettdecke –

meine Vision von einer leeren Wohnung,

die heute bezogen wird, mit

Joghurtsoße rundherum, wird von

einem Knistern irritiert. Der Imbiss-

Mann versucht, die Platte in Folie

einzuschlagen, aber die knittert und

bäumt sich und verweht und der

Mann, der gerade noch virtuos mit

Sauce gemalt hat, hat jetzt was von

Mr. Bean. Die Frau vor mir faucht:

„Ich hab’s mir anders überlegt“ und

rauscht davon. DerImbiss-Mann betrachtet

zufrieden sein Werk, überreicht

es dem Rotwangigen und erklärtmir

bedauernd, dass er jetzt erst

einmal neue Falafel machen müsse,

und das könne etwas dauern.

Ich schlucke meine Enttäuschung

hinunter.ImWagen nebenan

mit der Aufschrift „Mama Africa“

tanzt ein Streetfood-Kollege, während

er Maniok verkauft. Ein paar

Meter weiter locken „Crêpes –Waffeln

–Eis“. Der Wagen ist über und

über mit Schildern beklebt, die sich

lesen wie der Speiseplan eines

Sechsjährigen, dürfte er ihn selbst

bestimmen. Es gibt Crêpes mit Kinderriegeln

drin oder Schokocreme

oder Erdnussbutter oder mit Schoko

und Erdnussbutter und Marmelade

oder Kinderriegel plus Sauce plus

Honig oder viele Crêpes aufeinander.

Das heißt Lasagne, und es

kommt alles rein, was man will. Plus

Sahne. Und Kirschen. Alle herzhaften

Crêpes kann man gegen Aufpreis

mit Käse überbacken lassen. „Ich

muss gerade neuen Teig anrühren“,

sagt der Verkäufer entschuldigend.

„Fünf Minuten? Haben Siedie?“

Hab ich die? Ich sehe mich um.

Der Platz in der Aprilsonne lädt ein

wie eine neue Bettdecke.Bei „Mama

Africa“ wirdimmer noch getanzt. Ich

setze mich auf eine Bank und sehe

dem Mann im Kinderparadies beim

Rühren zu. DieCrêpes bekomme ich

gebracht, mit einem „Bon appetit,

madame“ und Extra-Käse ohne Aufpreis.„Weil

Siesogeduldig waren.“

Fünf Minuten Geduld. Die mir

später nicht fehlen werden. Die romantische

Falafel-Träumerei und

das Wissen um Schoko-Sahne-Erdnussbutter-Kirschen-Honig-Lasagne

möchte ich hingegen nicht missen.

Das Schöne an der Zeit: Man

kann sie sich nehmen. Ohne Aufpreis.Esist

genug davon da. DerTyp

im Libanon-Wagen weiß das. Und

hat jetzt wieder frische Falafel.

LautstarkerProtest: Demonstranten am Frankfurter Tor. Im Hintergrund: Häuser an der Karl-Marx-Allee, die zum Teil von der Deutsche Wohnen gekauft wurden.

Bunter Protest

Zehntausende gehen gegen hohe Mieten auf die Straße. Viele unterstützen die Enteignungsinitiative

VonUlrich Paul

Der erste Unterstützer unterschrieb

um 11.35 Uhr

am Rande der Mieten-

Demonstration. Mehr

als 15 000 folgten ihm am Sonnabend,

dem Tag, an dem die Unterschriftensammlung

für das Volksbegehren

der InitiativeDeutsche Wohnen

und Co enteignen gestartet ist.

Eingroßer Erfolg sei dies,sagt Rouzbeh

Taheri, Sprecher der Initiative

Deutsche Wohnen und Co enteignen,

am Sonntag. Von den für die

erste Phase benötigten 20 000 Unterschriften

ist der größte Teil damit bereits

zusammen. Zwei Monate soll

jetzt noch weitergesammelt werden.

Am 14. Juni werdedie Initiativedann

alle Unterschriften einreichen.

Rentner, Studenten, Alleinerziehende

und Familien –40000 Menschen

haben nach Veranstalterangaben

am Sonnabend in Berlin gegen

steigende Mieten und Verdrängung

demonstriert. Die Polizei nannte

keine konkrete Teilnehmerzahl,

sprach aber von„weit über zehntausend

Menschen“.

DerProtestzug setzte sich am Mittag

nach einer Kundgebung auf dem

Alexanderplatz über die Karl-Marx-

Allee in Bewegung, um dann durch

Friedrichshain-Kreuzberg bis zur

Arena in Treptow zuziehen. „Miethaie

zu Fischstäbchen“, „Herz statt

Profit“ und „Euch gehören die Häuser,

aber uns gehört die Stadt“, stand

auf Protestplakaten. Am Stand, an

dem die Initiative Deutsche Wohnen

und Co enteignen Unterschriften für

das Volksbegehren sammelte, bildeten

sich zeitweise lange Schlangen.

„Wir hatten mit sehr viel Andrang gerechnet,

aber mit so viel nicht“, berichtet

Navid Krüger,19, der als Helfer

der Initiativedabei war.

Ein39-Jähriger,der gerade unterschrieben

hat, sagt: „Ich habe mich

schwergetan, will aber einen Anstoß

geben, dass sich was bewegt, dass

sich die Preisspirale beim Wohnen

In Miet-Hai-Nähe: Ein Demonstrant mit Maskedes Regierenden Bürgermeisters.

Blick von oben: Der Alexanderplatz, voll von Demonstranten.

Mit Sarkasmus: Ein Paar auf dem Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee.

AFP

DPA/PAUL ZINKEN

GETTY IMAGES/STEFFI LOOS

nicht weiterdreht.“ Aus der Berliner

Landespolitik waren von der Linken

die Senatoren Katrin Lompscher

(Stadtentwicklung), Elke Breitenbach

(Sozial) und Klaus Lederer

(Kultur) gekommen. Lompscher

sagte,sie teile das Anliegen der Menschen.

„Die soziale Wohnraumversorgung

ist das dringendste Thema

für die Politik in großen Städten.“ Für

das Volksbegehren unterschrieben

die Linken-Senatoren jedoch nicht.

Dasrichte sich schließlich an den Senat,

sagt Lompscher. Also an sie

selbst. Das Anliegen sei aber richtig,

bekräftigte Sozialsenatorin Breitenbach.

FDP-Fraktionschef Sebastian

Czaja protestierte am Alex auf eigene

Art. Er hielt als Gegenposition zur

Enteignung ein Schild mit der Forderung

„Bauen statt klauen“ hoch.

Laden besetzt

DPA/CHRISTOPH SOEDER

DieDemonstration verlief nach Polizeiangaben

weitgehend störungsfrei.

Am Rande des Protestmarschs

sei jedoch von drei Personen ein

leerstehender Laden in der Wrangelstraße

in Kreuzberg besetzt worden.

DieBesetzer seien in Gewahrsam genommen

worden. Mehrere Hundert

Personen hätten sich anschließend

vordem Laden versammelt und versucht,

in das Geschäft einzudringen.

Um das zu verhindern, hätten Zivilpolizisten

im Haus den Zugang mit

Mobiliar verstellt. Nurunter Anwendung

körperlicher Gewalt und des

Einsatzes von Reizgas sei es gelungen,

den Zugang zum Geschäft von

außen zu sichern. Insgesamtwurden

laut Polizei 14 Personen vorläufig

festgenommen. Neun Polizisten

seien verletzt worden, davon traten

zwei vom Dienst ab. Insgesamt wurden

21 Ermittlungsverfahren eingeleitet,

unter anderem wegen schweren

Hausfriedensbruchs. Linken-

Chefin Katina Schubert bezeichnete

die Räumung ohne Räumungstitel

auf dem Kurznachrichtendienst

Twitter als „unverhältnismäßig und

brutal“ .Ihr Fazit: „Geht gar nicht.“

NACHRICHTEN

S-Bahn-Ring für sechs

Wochen unterbrochen

Fahrgäste der S-Bahn müssen von

diesem Montag an im nordöstlichen

Teil der Ringbahn mehr Zeit einplanen.

Zwischen den Stationen Greifswalder

Straße und Schönhauser Allee

fahren wegen Bauarbeiten ab

4Uhr keine Züge mehr .„Wirtauschen

Gleise aus,arbeiten an zwei

Weichen und sanieren eine Mauer“,

sagte eine S-Bahn-Sprecherin. Die

Streckensperrung soll sechs Wochen

dauern. Biszum 19. Maigibt es Sperrungen

und Ersatzverkehr. Betroffen

sind die Linien S41, S42, S8, S85. Da

es auf den S-Bahn-Abschnitten südlich

der Greifswalder Straße nur begrenzte

Möglichkeiten für das Wenden

vonZügen gebe,ändernsich

auch die Fahrpläne weiterer Linien:

DieS8fällt zwischen Zeuthen/Grünau

und Schöneweide aus.Fahrgäste

können hier die S46 benutzen.

(dpa)

Feuerwehr rettet Kinder

aus brennendem Haus

Beieinem Brand in einem Mehrfamilienhaus

in der Sonnenallee in

Berlin-Neukölln hat die Feuerwehr

am Sonntag mehrereMenschen,

darunter auch Kinder,gerettet. Verletzt

wurde nach ersten Erkenntnissen

niemand, wie ein Sprecher mitteilte.Die

Feuerwehr wurde kurzvor

14 Uhralarmiertund rückte mit

50 Einsatzkräften aus.Gerettet wurden

auch Hunde.Der Brand war im

Keller ausgebrochen. (dpa)

Rallyefahrerin Heidi Hetzer

in Kapstadt ausgeraubt

DieRallyefahrerin Heidi Hetzer ist in

Südafrika überfallen worden. Bei

dem Angriff am 1. AprilinKapstadt

habe sie ihr Tablet, Handy und Kreditkarte

eingebüßt, schrieb die

81-Jährige auf Instagram. Wiedie

ehemalige Autohaus-Chefin der Zeitung

B.Z. am Sonntag schilderte,verfolgte

sie die beiden Täter noch mit

dem Wagen, verlor sie dann aber aus

den Augen. Danach sei sie mit zwei

Augenzeugen zur Polizei gegangen

und habe Anzeige erstattet. (dpa)

Sieben Jahre nach Anschlag:

Gedenken an Burak Bektas

Rund 250 Menschen haben sich am

Sonntag in Neukölln –ander Kreuzung

RudowerStraße,Möwenweg –

getroffen, um des an dieser Stelle vor

sieben Jahren erschossenen Burak

Bektas zu gedenken. Noch immerist

unklar,wer auf den damals 22-Jährigen

schoss und warum. Helga Seyb

vonReachOut, einer Beratungsstelle

für Opfer rechterGewalt, appelliert

an die Polizei, die Ermittlungen fortzuführen,

„damit der Täter endlich

gefasst wird“. Bisheute geht Bektas’

Umfeld davon aus,dass möglicherweise

Rechtsradikale hinter dem Anschlag

stecken. (eri.; pde.)

Burak Bektas wurde am 5. April 2012 auf

offener Straße erschossen. ERIC RICHARD


10 * Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Berlin

Fragen an die Dicke Marie

Die Tegeler Eiche ist der älteste Baum Berlins. Aber wie alt ist sie wirklich? Eine biografische Suche zwischen Legende und Wissenschaft

VonMaritta Tkalec

Die älteste Berlinerin lebt

in Tegel, Jagen 74, an der

Großen Malche, der

nördlichsten Bucht des

Tegeler Sees. Den Ältesten-Status

macht ihr niemand streitig. Auch

ihre Maße sind leicht zu nehmen:

Höhe etwa 26 Meter, Durchmesser

2,10 Meter, Umfang in Brusthöhe

6,65 Meter.Fünf große Männer müssen

ihre Arme ausbreiten, um ihre

Hüfte zu umarmen.

Die Rede ist von der Dicken Marie,

einer knorrigen Eiche im Tegeler

Forst, die den Besucher ehrfürchtig

werden lässt angesichts des mächtigen

walzenförmigen Stammes und

der vielen durchaus altersgerechten

Wülste,Beulen und Ausbuchtungen.

Will man mehr erfahren, stößt man

zunächst auf einige Ungewissheiten.

Die meisten Quellen nennen sie

Stieleiche (Quercus robur), auch

Sommereiche, die in der Geschichte

tief verwurzelte Deutsche Eiche.

Doch der unermüdliche Heimatforscher

Hainer Weißpflug beschreibt

sie als Traubeneiche mit einem bis

zum Wipfel durchgehenden Stamm,

„einem typischen Unterscheidungsmerkmal“

gegenüber der Stieleiche.

Auch am Laub sei sie als Traubeneiche

zu erkennen, so an den Büschelhaaren

an der Unterseite der Blätter

und an den im Herbst traubenförmig

angeordneten Früchten.

Das ist eine Stieleiche, sagt Frank

Mosch, Revierleiter in der Revierförsterei

Tegel, bester Bekannter der

Dicken Marieund Experte letzter Instanz.

DerKronzeuge spricht

Uralt, aber noch genügend Kraft für frische Triebe: die DickeMarie im Tegeler Forst, der älteste Baum Berlins, eingetragenes Naturdenkmal

Doch damit hören die Rätsel nicht

auf. Vorallem ihr Alter ist eine viel

und sehr unterschiedlich behandelte

Frage. Die erste Variante zeugt

wohl eher von einem Übermaß an

Heimatliebe und Lokalstolz. Nach

Weißpflug-Recherchen wagte es

eine Zeitung 1956, den 1000. Geburtstag

der Dicken Marie aneinem

Sonntag im Juni anzusetzen. Demnach

wäre sie im Jahr 956 gekeimt.

Damals fischten auf dem See womöglich

slawische Heveller und es

sollten noch 200 Jahre vergehen, bis

deutsch-christliche Ritter an die Havel

vordrangen und die Mark Brandenburggründeten.

Im Heiligen Römischen

Reich Deutscher Nation

herrschte Kaiser Otto I (936–973).

Diese Variante aus historisch trüber

Quelle ist wohl eher sprudelnder

Fantasie entsprungen.

1986, also 30 Jahre drauf, war der

Baum 300 Jahre jünger geworden:

Die Morgenpost stellte ihn als 700

Jahre alte Eiche vor. Die BZschrieb

ihr 800 Jahre zu. Das meinte damals

auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

in ihrer Veröffentlichung

Berliner Naturdenkmale“

aus dem Jahr 1984. Das entspricht

auch der unseres Kronzeugen Frank

Mosch. Ein Forstamtsleiter habe vor

etwa 20 Jahren eine dendrochronologische

Untersuchung veranlasst.

Dabei wird ein dünner Hohlbohrer

in den Stamm getrieben, herausgezogen

und der gewonnene dünne

Holzstab unter dem Elektronenmikroskop

untersucht. Man kam auf

ein Alter von850 bis 900 Jahren –gewisse

Unsicherheiten inklusive,

denn ein so alter Baum wachse

kaum noch, sodass Jahresringe nicht

mehr vollständig erfasst werden

können.

Vonder Untersuchung wusste der

Baumkenner Harald Vieth offenbar

nichts.Inseinem Buch „Bemerkenswerte

Bäume in Berlin und Potsdam“,

erschienen 2004, schreibt er:

„900 Jahresind eindeutig zu hoch gegriffen.“

Er schätzt 400 bis 500 Jahre

und stützt sich auf den Vergleich mit

ähnlichen Eichen – vor allem der

Humboldt-Eiche, die in der Nachbarschaft

der Dicken Mariesteht, direkt

am Tegeler Schloss. Dieser wird

ein Alter von400 bis 500 Jahren zugeschrieben,

was dem Schlossbau um

1558 entspräche. Einen wichtigen

Hinweis lieferte eine 1890 nach einem

Sturm umgefallene Eiche gleichen

Maßes, die zwischen Humboldt-Eiche

und Marie auf dem

Schlossgelände stand. Wie das „Tegelportal“

zur Heimatgeschichte berichtet,

konnten an ihrem Stamm

Der Höchste: Die LangeLärche

ist mit 43 Meternder

höchste Baum Berlins (gemessen

im August 2000).

Der Umfang: 2,80 Meter.

Friedrich August vonBurgsdorff,

Forstmann in Tegel,

pflanzte sie 1795.

Havel

Konradshöhe

Lange Lärche

BESONDERE BERLINER BÄUME

Konradshöher Str.

Das Siegesmal: Die Friedens-

und Kaisereiche auf

der Dorfaue vonLübars

wurde 1871 zur Erinnerung

an den Sieg im Deutsch-

Französischen Krieg

(1870–1871) gesetzt –sie

ist mit 148 Jahren noch jung.

Reinickendorf

Tegeler Forst

Forsthaus

Dicke Marie

Tegeler See

Die Prächtige: Die Freiheits-

Eiche in Alt-Reinickendorf

(20 Meter hoch, etwa

200 Jahre alt) steht auf einem

Flurstück, das im

18. Jahrhundertdie „Freiheit“

hieß. Zu preisen ist ihre große,

ausgeglichene Krone.

Humboldteiche

Waidmannsluster

Damm

A111

Berliner Str.

200 m

BLZ/HECHER

IMAGO IMAGES/SCHOENING

470 Jahresringe gezählt werden, der

innerste,etwa zehn Zentimeter messende

Kern des Stammes war so

dicht und schwarz, dass eine Ringzählung

nicht mehr möglich war.

Folglich war von etwa 500 Jahren

auszugehen, was die damals Untersuchenden

„ziemlich sicher“ auf die

Dicke Marieübertrugen.

Nach Lage der Dinge war Marie

aber doch schon in einem biblischen

Alter, als die Eichen am Schloss

keimten. Eine neben dem Baum angebrachte,

vor drei Jahren erneuerte

Tafel verkündet also amtlich: „Das

Alter der Dicken Mariewirdauf über

800 Jahregeschätzt.“

Dieses Alter verführte die Tourismusagentur

visitBerlin, die Hauptstadtbesucher

auch zu den Sehenswürdigkeiten

in Randlagen lenkt, zu

der fantasievollen Aussage,die Eiche

habe „1237 schon das Treiben der

wachsenden, mittelalterlichen

Stadt“ beobachtet, und „später sieht

sie Raubritter und Könige durch die

Große Malche reiten“.

Im Reich der Legenden bewegt

sich auch die Erzählung, wie die Dicke

Mariezuihrem Namen kam. Die

Brüder Alexander und Wilhelm von

Humboldt, die im benachbarten Tegeler

Schloss aufwuchsen, sollen auf

die Idee gekommen sein. Im Schloss

wirkte demnach in den 1780erneine

korpulente Köchin namens Marie.

Ein früherer, gewissermaßen Jugendname

der Eiche soll „Mutter

Dossen“ gelautet haben. DieQuelle?

DerVolksmund.

Warum aber häufen sich gerade

in diesem Bereich sehr alte Eichen?

Für die Ivenacker Eichen, zwischen

500 und 800 Jahren alt und als Nationales

Kulturdenkmal eingetragen,

kennt man die Geschichte: Mittelalterliche

Bauern trieben ihre Tiere –

vor allem Schweine –indie Wälder.

Die Tiere fraßen nicht nur die Eicheln,

sondernhielten auch den Bewuchs

der sonst schnell wachsenden

Buchen klein, sodass die lichtbedürftigen

Eichen gedeihen und in

freiem Raum große Kronen ausbilden

konnten. Für die Tegeler Exemplarekommt

dies nicht als Erklärung

infrage.

Aber offensichtlich hat die Dicke

Mariedie mit der deutschen Besiedlung

vor800 Jahren einhergehenden

Rodungen überlebt. EineVermutung

besagt, Dicke Marie, Humboldt-Eiche

und der 1890 umgestürzte Baum

hätten etwas zu tun mit der Grenzlinie

zwischen den Gemarkungen Tegel

und Heiligensee.Die drei Bäume

standen in einer Linie, könnten als

Markierung gedient haben. In der Literatur

ist vonalten Karten die Rede,

die die Dicke Marie als Grenzbaum

kennzeichnen. Auch heute steht sie

genau auf einer Grenze: der zwischen

der Revierförsterei Tegel und

dem Schlossareal.

Wie geht es ihr nach der Dürre?

Unbestritten ist, dass Bäume dieses

Alters und dieser Größe Enormes bewirken:

Schatten und Verdunstung

kühlen die Luft, sie filtern Staubteilchen

aus der Luft und senken deren

Bleigehalt um bis zu 85 Prozent, sie

senken den Lärmpegel um bis zu

zehn Dezibel und produzieren Sauerstoff

für etwa fünf Menschen. Solche

Hochleistungen erbringt Marie

in ihrem Alter, mit schon ausgebrochener

Krone, nicht mehr. Aber wie

geht es ihr –sogesundheitlich?

Mosch, für die Pflege des Naturdenkmals

zuständig, tut, was er

kann: „Wir schneiden sie regelmäßig

von Bäumen und Ästen frei, damit

sie mehr Licht bekommt“, sagt er.Ob

sie die Dürre des Jahres 2018 gut

überstanden hat, wird sich, so

Morsch, erst im Laufe dieses oder

des nächsten Jahres zeigen. Bisher

sei nichts Besorgniserregendes

sichtbar.Sie treibe Feinreisig und sei

nicht vom Zweipunktigen Eichenprachtkäfer

befallen, der mit Vorliebe

dürregeschwächte Bäume befalle

–auch im Tegeler Revier. Marie

habe zudem an ihrem Standort eine

gute Grundwasserversorgung.

Aber irgendwann endet auch die

Geschichte eines solchen Methusalembaums.„Hoffentlich

nicht in meiner

Amtszeit“, sagt Förster Frank

Mosch. Erst wenn diese Deutsche Eiche

umgefallen sein wird, kann man

ihr Alter genau bestimmen.

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Olympia-Glockenturm

Pomeranzenhof

Ostern in Düppel

Der Rundumblick vom Glockenturm auf dem Olympiaareal

ist auch in der aktuellen Saison wieder uneingeschränkt

zu genießen. Beiguter Sicht sind Spandau, Alexanderplatz,

Potsdam und Müggelberge vom 77Meter

hohen Turm zu sehen. Im gläsernen Aufzug werden Szenen

aus der Geschichte des Bauwerks gezeigt. Im unteren

Bereich informiert eine DHM-Ausstellung über den

„Geschichtsort Olympiagelände 1909 – 1936 – 2006“.

Trotz der aktuellen Sanierung der „Maifeld-Tribüne“

wirdder Besucherverkehr nicht beeinträchtigt.

Glockenturm-Besichtigung inklusiveDauerausstellung des Deutschen

Historischen Museums bis 3. November täglich von9Uhr bis 18 Uhr.

Werhierzulande exotische Pflanzen halten

will, braucht ein Winterquartier für

die Sensibelchen, die zwar unsere kontinentalklimatisch-sonnenreichen

Sommer

mögen, keinesfalls aber die Wintereinbrüche.

Das Problem kannte man

schon zu Zeiten des Großen Kurfürsten

(1620-1688) und seines Sohnes Friedrich

I., des ersten Preußen-Königs.Für den Betrieb

des Lustgartens am Schloss,den der Große Kurfürst

1645 anstelle eines Kräuter-und Küchengartens anlegen

ließ, musste also ein Gebäude her, das Südfrüchte, Palmen

und andere kostbare Exoten im Winter aufnehmen

Pomeranzenhof im Lustgarten

konnte.Was anderswo Orangerie genannt

wurde,hieß im Deutsch der Barockzeit in

Berlin Pomeranzenhaus. Festungsbaumeister

Memhardt ließ es 1652 am nördlichen

Ende des Lustgartens (ungefähr auf

der Höhe des heutigen Pergamonmuseums)

errichten. Man benutzte es unter

ARCHIV anderem für die Unterbringung der 1649

über Holland als Zierpflanzen eingeführten

Kartoffeln, Tomaten kamen kurzdarauf dazu. Im Pomeranzenhaus,

später Orangeriehaus, überwinterten

fast 600 Bäume.Dem alten Gebäude folgte 1685 ein halbkreisförmiger

Neubau, der bis 1866 bestand. (mtk.)

Markt, Musik und Lagerleben –auch 2019 kann man im

Museumsdorf Düppel wieder Ostern wie im Mittelalter

erleben. Anzutreffen sind Dorfbewohner in ihren Bauernhäusern,

Adelige und Handwerker aus der Lausitz in

ihrem Zeltlager. Auf dem Dorfplatz bieten viele Händler

bunte Waren aus Holz, Keramik, Papieren und Stoffen

feil. Besucher bleiben nicht nur Zuschauer,sondernsind

eingeladen mitzumachen –sobeim traditionellen Eierbemalen.

Kleine und große Gäste können sich in historischen

Spielen versuchen.

Osterfest vom19. bis 22. April, 10–18 Uhr,Clauertstraße 11, Zehlendorf.

SonstigeÖffnungszeiten in der Saison: Sa, So, Feiertage10–18 Uhr.


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12 * Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Jährlich mehr

Einsätze

gegen Ratten

Hauseigentümer müssen

seit 2011 Befall melden

InBerlin hat die Zahl der gemeldeten

Rattenbekämpfungen 2018

deutlicher als in den Vorjahren zugenommen.

Stadtweit wurden

11 414 Einsätze erfasst, teilte das

Landesamt für Gesundheit und Soziales

(Lageso) mit. Im Vergleich zu

2017 seien das rund 14 Prozent mehr

– ein „bemerkenswerter Anstieg“,

sagte eine Lageso-Sprecherin. Bereits

seit 2013 würden die Zahlen immer

weiter ansteigen. Das bedeute

aber nicht zwangsläufig, dass es

auch mehr Ratten in der Stadt gebe.

DerAnstieg könne auch mit besserer

Umsetzung der Anzeigepflicht, besserer

Zusammenarbeit mit Schädlingsbekämpfern

oder einer geänderten

Wahrnehmung der Menschen

zusammenhängen, erklärte

die Behörden-Sprecherin.

Seit 2011 müssen zum Beispiel

Hauseigentümer Rattenbefall melden

und eine Bekämpfung einleiten.

Privatleute sind dazu aufgerufen,

dem Gesundheitsamt Bescheid zu

geben, wenn sie eine Ratte gesehen

haben. Einentscheidender Faktor für

die Ausbreitung vonRatten ist das für

Großstädte typische große Nahrungsangebot:

Herumliegende Essensreste,

Überbleibsel vom Grillen

und überfüllte oder offene Mülltonnen

machen es den Tieren leicht.

Diemit Abstand meisten Bekämpfungen,

rund 2400, wurden vergangenes

Jahr laut der Lageso-Statistik in

Marzahn-Hellersdorf registriert. Die

hohen Zahlen hängen traditionell mit

den vielen Wohnungsbaugenossenschaften

und ihrer hohen Meldebereitschaft

zusammen. Auf den Plätzen

folgen die dicht besiedelten Innenstadtbezirke

Mitte mit rund 1530

Bekämpfungen und Friedrichshain-

Kreuzberg mit rund 1240. Dort bieten

sich auch mit Gewässern wie

Spree und Landwehrkanal sowie angrenzenden

Grünflächen oft ideale

Bedingungen für Ratten.

Rattenbekämpfungen

Gemeldete Fälle 2013 bis 2017 in Berlin

12000

10000

8000

70777 74707 10 002

8655 8611

11 414

6000

6368

2012 2018

BLZ/REEG; QUELLE: SENAT

Wegen ausgelegter Giftköder werden

immer wieder Spielplätze und

Grünanlagen teilweise abgesperrt.

In Friedrichshain-Kreuzberg ist das

nach Angaben von Sprecherin Sara

Lühmann aktuell an acht Orten der

Fall, darunter am Boxhagener Platz,

am Paul-Lincke-Ufer und am LausitzerPlatz.

DieRatten würden „bis zur

Tilgung des aktuellen Befalls“ bekämpft,

so dass sich einige Maßnahmen

über einen langen Zeitraum erstreckten.

Auf dem Areal hinter dem

Jobcenter des Bezirks an der Rudi-

Dutschke-Straße etwa stehen seit

Monaten Bauzäune.

In Mitte zählt das dortige Bezirksamt

zu den Stellen mit kontinuierlichem

Befall etwa den Hackeschen

Markt und dessen Umgebung, den

Alexanderplatz, den Augustenburger

Platz, den Leopoldplatz und den

Kleine Tiergarten. Ausprobiertwurde

demnach klassische und nachhaltige

Bekämpfung –„aber nur mit allenfalls

temporärem Erfolg“, wie es hieß.

Um den Rattenbestand einzudämmen,

müssten die Berliner im

Umkehrschluss das Nahrungsangebot

reduzieren, betonte die Lageso-

Sprecherin. Die Tiere sind als Überträger

von Krankheitserregern wie

Salmonellen gefürchtet. (dpa)

Die Rückkehr von Alfons Zitterbacke

TILMAN DÖBLER

hatte zuvor noch nie von Alfons Zitterbacke

gehört. Und jetzt ist er Alfons.

Inder Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers

von Gerhard

Holtz-Baumert, deren Premiere am

Sonntag im Kino in der Kulturbrauereigefeiertwurde,spielt

er den schrägen

Titelhelden. Den erselbst auch

mag:„Ich finde an Alfons sehr sympathisch,

dass er einerseits der totale

Pechvogel ist und nichts auf die Reihe

bekommt, aber anderseits finde ich

es toll, dass er immer weitermacht

und nie aufgibt, egal was passiert

ist…“ Tilman wurde 2006 geboren

und spielt seit 2016 Filmrollen. Voriges

Jahr gewann er für „Zuckersand“

den Grimme-Preis. Obwohl er sich

noch längst nicht für einen Berufentscheiden

muss,gibt es bei ihm schon

eine Tendenz in Richtung Schauspielerei:

„Ich glaube, ich würde es gerne

später beruflich machen, aber das

wirdsich alles noch zeigen.“

ZurPremiereinder Kulturbrauerei

kam Tilman in jenem Weltraum-Anzug,

den er schon im Film„Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück“ getragen

hatte.Das hat den Vorteil, dass

ihn auch auf den Wimmelbildernmit

dem kompletten Ensemble und der

Crew niemand übersehen kann. Der

Anzug hat allerdings auch einen

Nachteil, wie der 13-Jährige, der in

Mitte lebt, bei den Dreharbeiten im

extremen Sommer 2018 erleben

musste: „Es war sauheiß im Anzug.“

Eines der Bücher des Schriftstellers

Gerhard Holtz-Baumert, die die Inspirationsquelle

für den Film waren,

hatte Tilman schon vor den Dreharbeiten

gelesen: „Ein zweites dann

während der Drehzeit.“

HELMUT ROSSMANN

hatteimneuen Zitterbacke-Film von

Regisseur Mark Schlichter, der am

Donnerstag in die Kinos kommt, nur

eine kleine Rolle als Würstchenverkäufer.Erwar

für das Projekt aber so

etwas wie ein Maskottchen, denn

Roßmann spielte in der Verfilmung

von 1966 den Alfons Zitterbacke. Er

mag den neuen Film: „Schadenfreude,

Mitgefühl, die Möglichkeit

zur Identifikation mit den Figuren –

alles ist drin. Damit kann man zu jeder

Zeit Filme drehen.“ Eine wichtige

Veränderung: „Für meine 200

Drehtage damals gab es einen vierseitigen

Vertrag. Für meinen einzigen

Drehtag beim neuen Film habe

ich einen 25-seitigen Vertrag unterschrieben.“

Bevor er zusagte,

schaute Roßmann sich die Besetzungsliste

an, auf der auch Katharina

Thalbach, Louis Held, Olaf Schubert

Die Bagger kommen in zwei Jahren

Start-ups, Institute, Wohnungen: Im Sommer beginnt als erster Schritt der städtebauliche Wettbewerb für Siemensstadt 2.0

VonBurkhard Fraune

Für das Millionenprojekt Siemensstadt

2.0 beginnen die Bauarbeiten

frühestens Anfang 2021.

Wie der Campus für Forschen, Produzieren

und Wohnen aussehen

wird, werde aber schon Ende dieses

Jahres deutlich, sagte Vorstandsmitglied

Cedrik Neike der Deutschen

Presse-Agentur. Dann soll der

städtebauliche Wettbewerb abgeschlossen

sein, der diesen Sommer

beginnt.„Danach werden wir uns für

ein Konzept entscheiden, und diese

Entscheidung muss erneut im Vorstand

diskutiert werden.“ Ungefähr

ein Jahr werde dann noch benötigt,

um den verbindlichen städtebaulichen

Vertragzuschließen.

Siemens hatte vor einem halben

Jahr angekündigt, bis zu 600 Millionen

Euro in Spandau zu investieren –

die genaue Summe soll nach dem

städtebaulichen Wettbewerb festgelegt

werden. Der Campus entsteht

dort, wo sich das Schaltwerkund das

Dynamowerk befinden. Dort sollen

wegen der Probleme der Kraftwerksparte

bis Ende 2020 rund 700 Arbeitsplätzewegfallen.

Die Neuverfilmung des

Kinderbuchklassikers mit

Star-Ensemble feiert Premiere

in der Kulturbrauerei

Zitterbackes Eltern: Alexandra Maria Lara

und Devid Striesow CHRISTIAN SCHULZ (3)

Anfänge:AbEnde des

19. Jahrhunderts entstand

auf Brachflächen, die zur

Stadt Spandau gehörten,

Siemensstadt. Bis dahin waren

die Produktionsstätten

des Konzerns überall im Berliner

Raum verteilt.

„Es geht darum, an unserem

größten Produktionsstandort mit

11 500 Mitarbeitern die Arbeitsplätzezusichern“,

sagte Neike.Dazu

sollen sich auch Start-ups und Institute

an der Nonnendammallee ansiedeln.

„Wir wollen Forschung, Leben

und Produzieren zusammenbringen.“

Als Schritt in Richtung Siemensstadt

2.0 hatte der Konzernam

Dynamowerk Räume für Start-ups

und eigene Teams eröffnet.

Für den Konzern ist die größte

Berliner Einzelinvestition seiner Ge-

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Hund und Katze: Axel Prahl spricht den Wachhund, Alexandra Neldel Katze Marnie.

und Bürger Lars Dietrich standen.

Und war beeindruckt: „Das kann

nicht schiefgehen.“

ALEXANDRA MARIA LARA

gehörtals Louise Zitterbacke,Mutter

von Alfons, zum Ensemble. „Ich

habe schon vier Filme mit Regisseur

Mark Schlichter gedreht und gleich

DIE RÜCKKEHR

Krise: Nach dem Zweiten

Weltkrieg verlagerte der Konzerngroße

Teile seiner Verwaltung

und Produktion von

Berlin nach Bayern.Siemensstadt

verlor immer

mehr an Bedeutung,Arbeitsplatzabbau

war die Folge.

Helmut Roßmann (l.) spielte 1966 den Alfons,

Tilman Döbler ist der neue.

am Anfang mitbekommen, dass er

seinen Kindern die Alfons-Zitterbacke-Bücher

vorlas.“ Diekennt sie inzwischen

längst selbst auch: „Das

sind so wunderbare Geschichten.“

Falls die neue Verfilmung beim Publikum

ankommen sollte, wofür viel

spricht, soll es einen zweiten Teil geben.

Zukunft: Siemensstadt 2.0

gilt als größte Einzelinvestition

in Berlin. Doch die Politik

ist wachsam. So fordern

Linkeund Grüne bereits jetzt

Bürgerbeteiligung und Milieuschutzgebiete,

die einen

Mietanstieg dämpfen sollen.

schichte auch ein großes Immobilienprojekt.

Auf einer Fläche von

70 Hektar, vielfach bebaut mit Parkplätzen

und Lagerhallen, plant Siemens

auchWohnungen mit einer Gesamtfläche

von 200 000 Quadratmetern.

Im Gegenzug will der Senat etwa

auf der stillgelegten Siemensbahn

wieder S-Bahn-Züge fahren lassen.

Wieviel Geld das Land Berlin seinerseits

in die Infrastruktur stecken

wird, ist noch nicht bekannt. Die

Rede ist von mindestens 600 Millionen

Euro.

DEVID STRIESOW

spielt Paul Zitterbacke,denVater von

Alfons.Als Kind, das auf der Insel Rügen

und damit im Verbreitungsgebiet

des DDR-Kinderbuchverlages

geboren wurde und aufwuchs, begegnete

ihm der sympathische Anti-

Held zuerst in Buchform: „Ich habe

dann aber auch den Film von 1966

gesehen, vondem mir besonders die

Szene im Schwimmbad und die mit

der Kosmonautennahrung noch im

Gedächtnis geblieben sind.“ Dass er

beim neuen Film dabei sein durfte,

freut ihn: „Ich mag es, Kinderkinofilme

zu drehen.“ DenTraum des Titelhelden

teilt er in der Realität nicht:

„Ich wollte nie ins Weltall, weil mir

die Raumkapseln zu eng sind.“

ALEXANDRA NELDEL

hat ihre Stimme für die Modernisierung

der Bremer Stadtmusikanten

abgegeben. Wersich nun fragt, was

dabei herausgekommen ist, der

sollte sich den Animationsfilm „Die

sagenhaften Vier“ anschauen. Im

Mittelpunkt stehen ein Zebra (kein

Esel), ein Hahn, ein Hund und die

von Alexandra Neldel gesprochene

KatzeMarnie.AmSonnabend wurde

in der Kulturbrauerei Premieregefeiert.

Alexandra Neldel musste von

den Oscar-Preisträgern Christoph

und Wolfgang Lauenstein, die das

Projekt „Die sagenhaften Vier“ gemeinsam

entwickelt haben, nicht

lange gebeten werden: „Ich fand die

Ausschnitte so süß, und es hat mich

gecatcht: Ich wollte es unbedingt

machen. Synchronarbeit macht mir

tierisch viel Spaß –und diese Katze

ist einfach herzallerliebst!“ Die von

ihr gesprochene Marnie ist eine verwöhnte

Hauskatze mit eigenem

Zimmer samt riesigem Fernseher.

AXEL PRAHL

leiht seine Stimme dem ängstlichen

Wachhund Elvis: „Ich hatte das große

Vergnügen, den Film vorab sehen zu

können, und ich wollte danach unbedingt

dabei sein. Die Geschichte hat

Schwung, sie hat Humor, und insbesondere

die Figur, die ich sprechen

durfte,hat mich sehr überzeugt –den

Elvis habe ich ins Herz geschlossen.“

Er freut sich, dass der Film, der am 18.

April indie Kinos kommt, ausdrücklich

nicht nur für die Kleinen produziert

wurde: „Ich bin immer sehr

dankbar,wenn ich Kinofilme für Kinder

entdecke, die auch mich als Erwachsenen

ansprechen. Ich habe

selbst zwei Kinder in dem Alter, für

das dieser Film gemacht wurde, und

ich bin immer sehr froh, wenn intelligente

Unterhaltung dahintersteckt.“

„Auch wenn wir dieWertigkeit der

Flächen erhöhen, liegt das Potenzial

in den noch freien Grundstücksflächen,

die 60 Prozent des Areals ausmachen“,

sagte Neike.„Unddas hilft

natürlich, die Investition umsetzen

zu können.“ Im Zentrum stehe aber

nicht, den Immobilienwert zusteigern.

„Die Idee war:Wir müssen eine

ArtReallabor kreieren, wo wir die Zukunft

der Arbeit auch in Kombination

mit Wohnen definieren können.“

Berlin sei extrem interessant

durch die vielen Start-ups und die

Nähe zu Forschungseinrichtungen.

Hinzu komme die Produktion in

Energieerzeugung, Energieverteilung,

Gebäudetechnik und Mobilität.

„Alles was Smart City ausmacht,

ist in Siemensstadt bereits vor Ort“,

sagte Neike „Wir müssen es nur verbinden

und mit unseren Produktionsstätten

ergänzen.“

Als Vorbild könnte ein Campus

dienen, den der Konzern seit Ende

2016 im mittelfränkischen Erlangen

errichtet. Dabei sollen die über die

Stadt verteilten Firmenstandorte

konzentriertwerden. Bis2020 sollen

acht neue Bürogebäude und drei

Parkhäuser entstehen. (dpa)

Gegen Böller,

aber für

Solardächer

Grüne präsentieren sich auf

ihrem Parteitag harmonisch

VonElmar Schütze

Lag’s am strahlenden Frühlingswetter

oder an den nicht minder

strahlenden Umfragewerten: Die

Berliner Grünen präsentierten sich

am Sonnabend bei ihrem Parteitag

demonstrativ entspannt und geschlossen.

Dabei hatte es zunächst

etwas auf die Ohren gegeben. Vor

dem Versammlungsort, einem Saal

einer Kirchengemeinde in Kreuzberg,

bliesen Aktivisten der Eisenbahner-Verkehrsgewerkschaft

EVG

in die Trillerpfeifen. Sieprotestierten

gegen dasVorhaben der Grünen,den

Betrieb der S-Bahn auszuschreiben.

Die Proteste der Gewerkschafter

konnten die Harmonie nicht stören,

auf die die Parteitagsregie so offensichtlich

Wert gelegt hatte. Ein Kontrastprogramm

zum Parteitag des

Koalitionspartners SPD amWochenende

zuvor,der vonIrritationen und

Unverschämtheiten geprägt war.

Die Grünen wollten ein Bild der

Geschlossenheit dagegensetzen.

Also wurde das auch in dieser Partei

kontrovers diskutierte Thema der

Enteignung großer Immobilienkonzerne

ausgeklammert. Erst im Mai

will man dazu eine eigene Position

erarbeiten und vorstellen.

Am Sonnabend beschlossen die

Grünen lieber, per Änderung der

Berliner Bauordnung Solaranlagen

auf Dächern von öffentlichen und

privaten Neubauten zum Standard

zu machen. Beibestehenden Bauten

könnte dies bei einer Sanierung Bedingung

werden. Eine Umlage auf

die Miete sei nicht zulässig.

Trendfarbe Grün: Delegierte stimmen

beim Landesparteitag ab DPA/CARSTENSEN

Einstimmig ging auch der Antrag

„Alle nach ihrer Fasson – Für ein

selbstbestimmtes Leben in Berlin“

durch. Darin präsentieren sich die

Grünen als Partei der Mehrheit –

solle doch die Stadt weiter den Rahmenbietenfür

einselbstbestimmtes

Leben möglichst vieler Bewohner.

Mehrheiten fanden sich auch für

ein Verbot von privatem Böllern an

Silvester. Nun wollen die Grüne dafür

sorgen, dass der Verkauf von

Knallern tabu wird. Stattdessen soll

es mehr öffentliche Feuerwerke geben.

Da der Böllerverkauf auf Bundesebene

geregelt ist, fordern die

Grünen das Land Berlin zu einer

Bundesratsinitiativeauf.

Im Grünen-Milieu gewiss populär

ist ein Verbot vonElektro-Tretrollern

auf Bürgersteigen. Also beschlossen

die Grünen, Berlin solle

sich dafür einsetzen, dass E-Kleinstfahrzeuge

unabhängig von der

Höchstgeschwindigkeit nicht auf

Gehwegen gefahren werden dürfen.

Eher in Richtung SPD ist ein GesetzespaketzuFreiheitsrechten,

Opferschutz,

Verkehrssicherheit und

Transparenz gerichtet, das die Fraktion

am Dienstag beschließen will –

eine Reaktion auf einen nicht abgesprochenen

SPD-Vorstoß im Februar.

Dennoch, so Innen-Experte

Benedikt Lux, „wollen wir ein gutes

gemeinsames Ergebnis mit unseren

Koalitionspartnern erreichen“. Zuletzt

hatte Rot-Rot-Grün in der Innen-

und Sicherheitspolitik immer

wieder gestritten und sich gegenseitig

blockiert. (mit dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 13 *

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Berlin

Müller preist

den kulturellen

Austausch

Regierender übergibt in

Buenos Aires Kunstwerk

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller (SPD) hat

zum Auftakt seiner Reise nach Argentinien

die Schlüsselrolle der Kultur

im Stadtleben hervorgehoben.

Die Stärkung der kulturellen Szene

belebe die gesamte Stadtentwicklung,

sagte Müller in Buenos Aires

zum Abschluss des Culture Summit

des internationalen Städtenetzes

United Cities and Local Governments

(UCLG).

Müller besucht die argentinische

Hauptstadt auch anlässlich des

25. Jubiläums der Städtepartnerschaft

zwischen Berlin und Buenos

Aires. Der kulturelle Austausch

nehme dabei eine besondereBedeutung

an: „Die Kultur führt uns zusammen

und gibt uns immer wieder

die Chance, miteinander in Dialog

zu treten, auch mit anderen Städten,

mit anderen Regionen“, sagte Müller.

Nach Abschluss des Culture

Summit ließ sich der Berliner Bürgermeister

durch den Stadtteil La

Boca führen, wo in teils heruntergekommenen

Wohnungen und Lokalen

Kunstgalerien, unabhängige Verlage

und Cafés eingerichtet worden

sind.

Nach einem kurzen Abstecher

nach Uruguay, zur Teilnahme am

Jahrestreffen des Board ofDirectors

des Städtenetzwerkes Metropolis,

will Müller an diesem Montag in

Buenos Aires ein gemeinsames Werk

der Berliner Urban-Art-Künstler Die

Dixons, Boogie und Size Twosowie

der Argentinierin Fio Silva einweihen.

Berlins Regierender Bürgermeister

war am Donnerstag nach

Südamerika aufgebrochen, er wird

sich noch bis Dienstag dort aufhalten.

(dpa)

Michael Müller in Berlins Partnerstadt

Buenos Aires

DPA/NICOLAS VILLALOBOS

Keine missionarischen Tricks

Der künftige evangelische Bischof Christian Stäblein setzt auf Dialog und Offenheit

VonJulia Haak

Distanzprobleme wird es

mit dem neuen evangelischen

Bischof wohl nicht

geben. Christian Stäblein,

der am Freitag zum Nachfolger

des bisherigen Bischofs Markus

Dröge gewählt wurde, macht jedenfalls

einen durchaus nahbaren und

unkomplizierten Eindruck. Am

Sonntag, gleich nach dem Gottesdienst,

findet er ein wenig Zeit für ein

Telefongespräch. Und dort kann

man dann hören, dass diese Unverstelltheit

vonihm auch durchaus gewollt

ist. Er wünscht sich, dass das so

ist.„Es geht mir darum, bei den Menschen

zu sein“, sagt Stäblein.

Christian Stäblein, der bisherige

Propst und Bischofstellvertreter, ist

51 Jahre alt. Er wohnt in Reinickendorf,

ist verheiratet und hat vier Kinder.Zweisind

aus dem Haus und studieren

in Hannover, wo Stäblein aufgewachsen

ist. Geboren ist er in Bad

Pyrmont, ein Ortmit 20 000 Einwohnern

inNiedersachsen. Seine Mutter

war eine der ersten Pfarrerinnen der

hannoverschen Landeskirche. Stäblein

hat ein Jurastudium begonnen,

sich dann aber für die Theologie entschieden.

„Ich wollte Anwalt werden,

ich habe gernJurastudiert, aber dann

habe ich gemerkt, die Theologie lässt

mich nicht los“, sagt Stäblein. Als junger

Mann aus dem Pfarrhaus habe er

sich abnabeln müssen, nicht Pfarrer

werden wie die Mutter, fast aus Protest.

Aber dann konnte er dabei doch

nicht bleiben. Er wollte Pfarrer werden.

Undsosieht er sich auch heute

noch: als Gemeindepfarrer.

Verständlich reden

Christian Stäblein, 51, lebt mit seiner Familie in Reinickendorf.

MARKUS WÄCHTER

„Es geht nicht darum, von einer höheren

Warte aus Wahrheit zu verteilen

und dann empört zusein,

wenn die Menschen das nicht hören wollen,

sondern wirklich in den Dialog zu gehen.“

Christian Stäblein, künftiger Bischof von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Vielleicht ist das der größte Unterschiede

zwischen Stäblein und seinem

Vorgänger, dem bis November

amtierenden Bischof Markus Dröge.

Dieser hat sich in den vergangenen

Jahren zunehmend politischer geäußert.

Seine Ansprache an die Landessynode

am Freitag, sein Wort des Bischofs

zum Beispiel, befasste sich mit

dem Rechtspopulismus,der europäischen

Außenpolitik, dem Kirchenasyl,

nicht mit Berlin-Brandenburg

und der schlesischen Oberlausitz.

Stäblein wird vielleicht ein andererBischof

sein als Dröge.Als größte

Herausforderung bezeichnet er es jedenfalls

fürs erste, verständlich vom

Evangelium zu reden für alle Menschen

und auch für die säkulare Gesellschaft.

„Das wichtigste ist es,dass

die Menschen das, was sie bei uns,

glaube ich, zu Recht suchen und erwarten,

auch finden können, nämlich

eine verständliche Erzählung

vondiesem Gott, ein Hören, wie Gott

tröstet und frei macht.“ Das klinge

erstmal unpolitisch, aber das sei es

nicht, sagt Stäblein, es gehe darum,

die Menschen mit dem Glauben in

Kontakt zu bringen. Gerade auch in

einer säkularen Welt.

Genau hinhören

„Es geht nicht darum, von einer höherenWarteausWahrheit

zu verteilen

und dann empört zusein, wenn die

Menschen das nicht hören wollen,

sondernwirklich in den zu Dialog gehen“,

sagt Stäblein. Das richte sich

nicht nur nach innen, sondern die

Kirche müsse unbedingt nach Formen

suchen, um über die eigenen

Grenzen hinauszukommen. „Sonst

landen wir allzu schnell in einer Binnenkultur,

die im Verdacht steht

selbstzufrieden zu sein“, sagt Stäblein.Eskönnten

dann durchaus auch

neue Wege ausprobiert werden, um

zu diesem Gespräch mit den Menschen

zu kommen, sagt er.Videoprojekte

zu schlichten Lebensfragen zum

Beispiel. Keine missionarischen

Tricks,sondernehrliche Offenheit.

Kritische Töne zur Bischofwahl

hat es am Wochenende gegeben. Weil

keine Frau gewählt wurde und nicht

ein einziger Kandidat ausdem Osten

Deutschlands kam. Christian Stäblein

warwegen dereigenen Kandidatur

an der Aufstellung nicht beteiligt.

ZumUmgang mit ost- und westdeutschen

Biografien in der Besetzung

von Leitungsfunktionen in den vergangenen

30 Jahren will er aber gern

etwas sagen. Denn das hält er für ein

Thema, das es gelte kritisch aufzuarbeiten.

„Wir müssen genau hinhören

und differenziert wahrnehmen, wie

es sich mit den Brüchen in den Biografien

verhält“, sagt Stäblein. Er höre

durchaus, dass es Fragen und auch

Schmerzgebe im Hinblick auf die Besetzung

von Leitungspositionen.

Schönheiten wie Herausforderungen

des Zusammenlebens und Zusammenwachsen,

nennt Stäblein diesen

Prozess.Erwill ihn gernmitgestalten.

Julia Haak

hat sich sofortfür ein erstes

Gespräch verabredet.

BDK plädiert

für mehr Härte

gegen Clans

Kriminalisten-Verband setzt

auf den Verfassungsschutz

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter

(BDK) fordert, bei der

Bekämpfung von Clankriminalität

den Verfassungsschutz einzuschalten.

Berlin und andere betroffene

Bundesländer sollten die Beobachtung

und Bekämpfung von Organisierter

Kriminalität „zusätzlich in die

Aufgabenfelder der Verfassungsschutzämter

einbeziehen“, schlägt

der BDK-Bundesvorstand in einem

Positionspapier vor. Über dieses Dokument

hatte zuerst die ZeitungWelt

am Sonntag berichtet.

„Die rechtliche Verpflichtung der

meisten Inlandsnachrichtendienste,

bei Gefahren durch Organisierte Kriminalität

die Augen und Ohren zu

verschließen, ist abwegig, künstlich

konstruiert und nicht zu rechtfertigen“,

sagte der BDK-Chef Sebastian

Fiedler.

Großrazzia in Shisha-Bars

Generell verlangt der BDK, Hemmnisse

im Kampf gegen die Clankriminalität

abzubauen. „Datenschutz

darf nicht zum Täterschutz werden.

Strafverfolgungs- und Sozialbehörden

sollen bei begründetem Verdacht

auf Straftaten alle relevanten

Daten austauschen dürfen“, heißt es

in dem Papier.Somüssten Jobcenter

in die Lage versetzt werden, Sozialleistungsbetrug

durch Clanangehörige

systematisch zu erkennen und

zu melden. Um die Halter von Luxus-Autos

zu ermitteln und Strohmännerzuidentifizieren,

sollten„regelhaft

Abfragen bei der Kraftverkehrszulassungsstelle“

erfolgen.

Laut BDK ist eine„Null-Toleranz-Politik“

und eine „Strategie der permanenten

Nadelstiche“ nötig.

In Berlin haben am Sonnabendmorgen

rund 150 Polizisten sowie

Zoll- und Bezirksamtsmitarbeiter

fünf Shisha-Bars in Reinickendorf,

Wedding und Charlottenburg kontrolliert.

Die Räume gälten zum Teil

als Rockertreff, teilte die Polizei mit.

Bei der knapp vierstündigen Großkontrolle

wurden zahlreiche Verstöße

geahndet und rund 17 Kilogramm

unversteuerter Tabak sichergestellt.

Zwei Lokale wurden geschlossen: In

einem lagen die Kohlenmonoxid-

Wertezuhoch, im anderen gab es„diverse

Gewerbeverstöße“. (dpa, AFP)

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Säugling schwer verletzt.

Am Sonnabendabend wurde ein vier

Monate alter Säugling bei einemVerkehrsunfall

in Wedding schwer verletzt.

Laut Polizei fuhr ein 56-jähriger

Lkw-Fahrer gegen 19 Uhrstadtauswärts

auf dem linken Fahrstreifen

der Müllerstraße in Wedding. Anschließend

soll der Lkw in die Barfußstraße

abgebogen sein und dabei

einen ihm entgegenkommenden

und vorfahrtberechtigten Peugeot

übersehen haben. Beidem Zusammenstoß

lösten die Airbags im Auto

aus,die den in einer Babyschale liegenden

Säugling auf dem Beifahrersitz

trafen und schwer verletzten.

Unfall nach illegalem Rennen.

In der Nacht zu Sonntag kam es in

Tempelhof zu einem Verkehrsunfall

während eines illegalen Autorennens.Nach

bisherigen Erkenntnissen

fuhr ein 39-jähriger Taxifahrer

gegen 23.50 Uhrauf dem linken

Fahrstreifen der Stadtautobahn A100

in Richtung Süden. In Höhe der AusfahrtAlboinstraße

näherten sich laut

Polizei ein Mercedes und ein Renault

mit überhöhter Geschwindigkeit.

DerRenault fuhr an dem 39-Jährigen

vorbei, der Mercedes rammte das

Taxi. Dessen Fahrer wurde dabei

leicht verletzt. Einer der Raser wurde

wenig später festgenommen.

Massenschlägerei verhindert.

Zivilkräfte des Abschnitts 11 stellten

in der Nacht zu Sonntag in Tegel fest,

dass sich zwei Gruppen von20bis

30 Personen vorden Hallen am Borsigturmzusammenrotteten

und offenbar

kurzdavor waren, aufeinander

loszugehen. EinMann baute sich

hierbei, mit einem Baseballschläger

bewaffnet, drohend vorden anderen

Personen auf. DieZivilbeamten baten

um Verstärkung und als die Polizisten

einschritten, entfernte sich

ein Großteil der Gruppen. DieBeamten

nahmen die Personalien von

zwei MännernimAlter von20und

30 Jahren auf.

Frau verjagt Räuber.

In Marzahn hat eine Frau in der

Nacht zu Sonnabend zwei Räuber

verjagt. Die49-Jährige wartete gegen

1.50 Uhrinder Landsberger Allee auf

eine Tram, als zwei Jugendliche auf

sie zu kamen, so die Polizei. Einer der

beiden zogsich ein Tuch über Mund

und Nase,bedrohte die Frau mit einer

Pistole und forderte ihreGeldbörse.Die

Frau erklärte daraufhin,

kein Geld bei sich zu haben, nahm

ihr Telefon zur Hand und teilte den

Räubernmit, nun die Polizei zu alarmieren.

Daraufhin ergriffen dieTäter

unerkannt die Flucht.

Bei Rot gegangen und angefahren.

SchwereVerletzungen erlitt ein Fußgänger

in der Nacht zu Sonnabend,

als er in Friedrichshain voneinem

Auto erfasst wurde.Nach derzeitigen

Erkenntnissen überquerte der

27-Jährige gegen 21 Uhrdie Frankfurter

Allee bei für ihn roter Ampel.

Ein23-Jähriger erfasste den Mann

mit seinem Fahrzeug. DerFußgänger

schlug gegen die Frontscheibe

und wurde dann auf die Fahrbahn

geschleudert. (pde.)

Am liebsten Gastgeberin

Romana Wolfram vermietet Ferienwohnungen und Hotel-Zimmer.Das verlangt einigen Wagemut

VonMartina Doering

An dieser Stelle berichten

montags Berliner über ihren

Berufsalltag. Heute:

Romana Wolfram. Sie betreibt

mit ihrem Partner ein Hotel

und ein Hostel in Berlin und vermietet

Ferienunterkünfte. Die Old

Town Apartments GmbH, kurzOTA-

Berlin, hat ihren Sitz in der Schönhauser

Allee.

„Wenn ich mich manchmal umdrehe

und zurückblicke, frage ich

mich schon, wie das alles so passiert

ist“, sagt Romana Wolfram. Staunen

und Verwunderung schwingt in diesem

Satz mit. Denn manche der Entscheidungen,

die sie in den vergangenen

Jahren traf, waren nicht nur

mutig, sondern geradezu waghalsig.

„Aber wir waren oft zur richtigen Zeit

am richtigen Ort“, erklärtsie.

RomanaWolfram und ihr Lebenspartner

leiten eine Firma, die Ferienwohnungen

vermietet und ein Hotel

sowie ein Hostel betreibt. Es sind

keine Standardunterkünfte. Alle

Räume sind farblich individuell und

auf die Wunsch-Gäste ausgerichtet

gestaltet. Mit großen, grafischen

MusternandenWänden oder spielerischen

Motiven wie einem zarten

Kronleuchter in Weiß auf Grau. Zur

Einrichtung gehören aufgearbeitete

Möbel von Flohmärkten. Einige

Apartments wurden sogar mit Kinder-Spielzimmernausgestattet.

Und

an den Zimmertüren im Hotel hängen

gerahmte Fotografien von alten

Berliner Hausnummern.

Freude am Dekorieren

„Ich war immer schon nicht nur gern

Gast, sondern vor allem Gastgeber“,

sagt die 43-Jährige. „Und ich habe

immer schon gern dekoriert.“ Als

Kind habe sie davon geträumt, mal

ein Künstlercafé zu betreiben.

Romana Wolfram, die 1975 in Königs

Wusterhausen geboren wurde,

in Berlin zur Grundschule und später

ins Gymnasium ging, suchte nach

einer Ausbildung, die möglichst beides

–Gastgeber sein und Dekorieren

– verband. „Etwas mit Marketing

sollte es sein“, sagt sie. Sostieß sie

auf „Tourismuswirtschaft“, was man

an einer 1989 gegründeten Fachhochschule

in Wernigerode studieren

konnte. Die Stadt im Harz lag

nicht so weit wegvon zu Hause,und

es gab dort die Richtung Marketing

und Hotellerie.

Während des Studiums arbeitete

sie bereits Tourismuskonzepte für

die Landkreise Wernigerode und

Goslar aus, verbrachte auch einige

Monate in Kanada. Die geforderten

Praktika während des Studiums absolvierte

sie alle in Deutschland. Um

Auslandserfahrungen zu sammeln,

ging sie nach ihrem Abschluss nach

Irland.

Ihr Partner, den sie während des

Studiums kennengelernt hatte,

wollte mit ihr gehen. „Man hätte –

anders als vonKanada –jederzeit zurückfliegen

können“, begründet sie

das.„DieInsel war mir sympathisch,

Hostel-Chefin Romana Wolfram richtet gerne Zimmer für Gäste ein.

Name: Romana Wolfram

Beruf: Hotelier,Gastgeber

MEINE WOCHE

Wasverdient man in dem Beruf? Es ist ein guter Verdienst für gute Arbeit.

Wiewar Ihre Ausbildung? Tourismusmanagement-Studium, Praxis

Wielangearbeiten Sie pro Woche? 40 Stunden

Würden Sie diese Berufswahl wieder treffen? Ja! Aufjeden Fall!

BLZ/MARKUS WÄCHTER

erlebte zu jener Zeit einen Wirtschaftsboom

und Arbeitskräfte waren

willkommen. Außerdem wollte

ich mein Englisch verbessern.“

Sie blieb vier Jahre, arbeitete in

einem Call-Center für Reise-Buchungen,

verdiente gutes Geld

und bekam in dieser Zeit zwei Kinder.

Doch dann ging Romana

Wolfram mitsamt ihrer Familie

nach Deutschland zurück, in Berlin

ließen sie sich nieder. Erst

wohnten sie bei Freunden der Familie,

dann kauften sie ein Grundstück

und bauten ein Haus. Das

war eine dieser waghalsigen Entscheidungen,

die sich später als

Glücksfall herausstellte.

Die erste Zeit war etwas schwierig,

Romana Wolfram verdiente zuerst

ihr Geld mit einem Teilzeitjob

bei einer Agentur für möbliertes

Wohnen. IhrPartner arbeitete schon

bei der OTA-Berlin, wo ab 2009 dann

auch sie eingestellt wurde, umsich

um die Dekoration der Apartments

sowie das Marketing zu kümmern.

Und dann folgte wieder eine wagemutige

Entscheidung: Als der Eigentümer

2012 seinen Betrieb an sie und

ihren Mann abgeben wollte, nahmen

sie das Angebot an.

Zu diesem Zeitpunkt hatte in Berlin

und anderen Städten bereits die

Diskussion über die Vermietung von

Wohnungen an Feriengäste begonnen,

und entsprechende Einschränkungen

wurden absehbar. Romana

Wolfram hat dazu –naturgemäß –

ein differenziertes Verhältnis. „Die

Misere fing an, als sich immer mehr

Leute eine zweite Wohnung zulegten

und an Urlauber vermieteten“, sagt

Romana Wolfram. „Da gab es viel

Wildwuchs.Allerdings gab es damals

auch noch viel Leerstand.“

EinFamilienbetrieb

Heute habe sich die Situation in der

Stadt völlig verändert, wegen des Zuzugs

vonFlüchtlingen und ausländischen

Arbeitskräften, wegen der

steigenden Bevölkerungszahlen.

Wohnungen, vor allem bezahlbare,

seien rar und die Bemühungen der

Politik, die Umnutzung von Wohnungen

zu begrenzen, verständlich.

„Aber sehr intelligent wurde die Lösung

des Problems von den Behörden

nicht angegangen“, meint sie.

Für einige Apartments der OTA-

Berlin hoffte Romana Wolfram eigentlich

auf Bestandsschutz, weil sie

schon seit Anfang der 2000er-Jahre

eingerichtet worden waren –zueiner

Zeit also,als die Bedingungen in Berlin

noch ganz anders waren. Ob

diese Immobilien Ferienwohnungen

bleiben, darüber wird noch vor Gericht

entschieden.

Aber weil, wie gesagt, die Misere

absehbar wurde, tat sich Romana

Wolfram (damals eher halbherzig)

nach anderen Möglichkeiten um –

und fand im Internet das Angebot,

ein Hotel zu übernehmen. Romana

Wolfram und ihr Lebensgefährte bewarben

sich und bekamen den Zuschlag.

Das war wieder ein sehr mutiger

Schritt. Das Hotel war ziemlich heruntergewirtschaftet,

und sie haben

das Haus bei laufendem Betrieb renoviert

–zumeist in Eigenleistung,

unterstützt durch Familienmitglieder,

die sich der Firma anschlossen.

„Wir sind wirklich ein Familienbetrieb“,

sagt sie. „Und ich konnte

meine Leidenschaft für’s Dekorieren

richtig ausleben. Meiner Familie

musste ich ja nicht viel erklären. Die

haben sofortverstanden, wie ich was

haben wollte.“ Viele Gäste kämen

immer wieder und seien meist gespannt,

erzählt Romana Wolfram,

welches Zimmer in welchem Stil sie

dann erhielten.

Fahrrad

per

Flatrate

Holländische Firmen

bieten Abo-Modelle an

VonMatthias Arnold

Mit einer Fahrrad-Flatrate versuchen

zwei Start-ups aus den

Niederlanden, sich auf dem hartumkämpften

Leihradmarkt zu behaupten.

Ihr Ansatz: Für einen monatlichen

Festbetrag können die Kunden

die Räder nutzen, solange sie wollen,

als wären es ihreeigenen. Geht etwas

kaputt, rückt ein Team aus, das das

Rad vor Ort repariert oder austauscht.

Das Unternehmen Swapfiets hat

mit diesem Abo-Modell binnen eines

Jahres in Deutschland nach eigenen

Angaben rund 10 000 Kunden in

15 Städten gewonnen. Vor wenigen

Tagen öffnete das Start-up eine erste

Filiale in München. Ende Aprilsoll in

Berlin ein weiterer Hauptstandort

hinzukommen. Laut Firmenhomepage

soll hier ein „Luxus-Fahrrad mit

7Gängen“ für 17,50 Euro im Monat

zu haben sein.

Kooperation mit Gazelle

„Wir wollen den Kunden alle Schwierigkeiten

abnehmen, die mit dem Besitz

eines Rades einhergehen“, sagt

Richard Burger. Der 27-Jährige hat

Swapfiets 2014 zusammen mit zwei

Mitstudenten im holländischen Delft

gegründet. Inzwischen sind sie neben

den Niederlanden und Deutschland

auch in Belgien und Dänemark vertreten.

DieRäder werden in Kooperation

mit dem holländischen Hersteller

Gazelle produziert.

Bislang hat Swapfiets international

nur einen größeren direkten

Wettbewerber: das ebenfalls holländische

Start-up VanMoof, das seine

hochwertigen, mit GPS-Sendern

ausgestatteten E-Bikes und Räder

schon seit einigen Jahren selbst baut

und für mehrere Tausend Euro verkauft.

Seit einem Jahr können Kunden

VanMoof-Räder auch per Abo

nutzen, wenn auch zu deutlich höheren

Preisen als bei Swapfiets, deren

Räder dafür weniger aufwendig

gestaltet sind. „Mittlerweile machen

die Abonnenten rund 60 Prozent unserer

Kundschaft aus“, sagt Firmensprecherin

Karlijn Marchildon. In

Deutschland ist VanMoof bisher nur

in Berlin vertreten.

Mit ihrem Abo-Modell besetzen

die beiden Start-ups eine Nische im

umkämpften Leihradmarkt in

Deutschland. Die dort etablierten

Unternehmen wie Nextbike oder

Deutsche Bahn bieten per AppFahrräder

für die letzte Meile, als Ergänzung

zum öffentlichen Nahverkehr.

Mitdem Handy schließen die Nutzer

das Radauf, nutzen es auf einer kurzenStrecke

und stellen es wieder ab.

Bei Nextbike sieht man dem

neuen Anbieter gelassen entgegen:

„Das ist natürlich ein anderes Geschäftsmodell“,

sagt Sprecherin Mareike

Rauchhaus.Aus ihrer Sicht konkurrieren

Swapfiets und VanMoof

eher mit dem Fahrradhandel. (dpa)

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Mit tiefer Betroffenheit haben wir die Mitteilung

erhalten, dass unser langjähriger Beschäftigter

Herr

Hainer Pilz

am 30.03.2019 plötzlich und unerwartet verstorben

ist.

Die Nachricht von seinem Toderfüllt uns mit tiefer

Trauer.

Wir verlieren in ihm einen engagierten, einsatzbereiten

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Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 15 *

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Brandenburg

Bombenfund

gefährdet

Firmen

IHK: Wasserstraßensperrung

hat gravierende Folgen

Nach der Sperrung der Oder-Havel-Wasserstraße

bei Oranienburg

wegen eines möglichen Bombenfundes

befürchtet die Industrieund

Handelskammer (IHK) Potsdam

Millionenverluste bei Schifffahrtsunternehmen.

Wenn die Havel für

zwei Monate voll gesperrt werde, sei

nicht nur der WeginRichtung Norden

versperrt, sondern esgebe auch

kein Durchkommen nach Berlin

mehr,teilte IHK Hauptgeschäftsführer

Mario Tobias mit. „Nunmehr ist

die komplette Schifffahrt –auch die

Berufs- und Fahrgastschifffahrt–betroffen“,

sagte Tobias. „Die Unternehmen

südlich der Schleuse Zaaren

sind dadurch bis mindestens

Ende Maipraktisch eingesperrt.“

Anfang März hatte das Wasserund

Schifffahrtsamt Eberswalde mitgeteilt,

dass die Schleuse Zaaren an

der Oberen Havelwegen Bauarbeiten

bis August gesperrt ist. Damit ist der

direkte Wegvon Berlin zur Mecklenburgischen

Seenplatte in der Hauptsaison

unterbrochen. Am Freitag

wurde die Havel inOranienburg wegen

eines möglichen Bombenfunds

in einer Kleingartenanlage gesperrt.

Dem Kampfmittelbeseitigungsdienst

zufolge handelt es sich um eine Zehn-

Zentner-Bombe aus dem Zweiten

Weltkrieg. Ihre Freilegung wird mindestens

bis Ende Maidauern.

Auch Freizeitkapitäne betroffen

„Nach ersten der IHK Potsdam vorliegenden

überschlägigen Analysen

ist davon auszugehen, dass sich der

finanzielle Schaden auf bis zu zwei

Millionen Euro belaufen wird“, sagte

Tobias. „Weil es sich hier fast ausschließlich

um kleine Betriebe handelt,

steuern wir nun auf eine massive

Existenzgefährdung Hunderter

Familienunternehmen entlang der

Wasserwege zu.“ Tobias appellierte

an die Politik, die Ausfallzeiten deutlich

zu verkürzen und unbürokratische

Lösungen zu schaffen –„beispielsweise

in Anlehnung an die

Nothilfe für Landwirte nach der großen

Dürreimvergangenen Jahr“.

Über den Oder-Havel-Kanal verkehren

jährlich bis zu 5000 Berufsschiffe.

Von der Sperrung sind auch

rund 10 000 Freizeitskipper betroffen,

die in der Wassersportsaison

dortfahren. Für die Berufsschifffahrt

auf der Route Berlin–Stettin wird

durch die Sperrung bei Oranienburg

eine weiträumige Umfahrung über

Berlin, den Oder-Spree-Kanal und

die Oder notwendig. (dpa)

Spitzengastronomie mit Blick aufs Wasser:Die Villa Kellermann am Heiligen See, in der bis 2009 ein italienisches Restaurant zu finden war. IMAGO/GÖTZ SCHLESER, DPA (2)

Kochen bei Kellermanns

Günther Jauch und Sterne-Koch TimRaue machen gemeinsame Sachen und eröffnen ein Restaurant

VonKlaus Peters, Potsdam

Der Fernsehmoderator

Günther Jauch und der

Berliner Spitzenkoch

TimRaue eröffnen in der

Potsdamer Villa Kellermann ein Restaurant.

Das bestätigte Jauch am

Sonnabend. Der62-Jährige hatte die

legendäre Villa schräg gegenüber

dem Schloss Cecilienhof vor drei

Jahren gekauft und lässt sie derzeit

denkmalgerecht sanieren. Bis zum

Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen

sein. Vonden Plänen für

das Restaurant hatten zuerst die

Potsdamer Neuesten Nachrichten

berichtet. Nach einem Bericht der

Bild-Zeitung sollen im Obergeschoss

der Villa Appartements entstehen.

In der DDR ein Künstler-Treff

Was indem neuen Potsdamer Restaurant

des mit zwei Michelin-Sternen

ausgezeichneten Berliner Starkochs

Raue serviert wird, verriet der

Moderator bislang noch nicht. Die

Tester des Gourmetführers

Gault&Millau hatten Raue 2017 als

„Koch vonWeltrang“ gewürdigt und

ihn im November des vergangenen

Jahres mit 19,5 von 20 möglichen

Punkten ausgezeichnet. Bislang gibt

es in der brandenburgischen Landeshauptstadt

mit dem „Friedrich

Wilhelm“ und dem „Kochzimmer“

zwei Sterne-Restaurants.

Kocht auf Weltniveau: TimRaue,

ausgezeichnet mit zwei Sternen.

Moderiertimdeutschen

Fernsehen: Günther Jauch.

DieVilla Kellermann am Heiligen

Seeist nach dem Schriftsteller Bernhard

Kellermann benannt, der vor

allem für seinen Roman „Der Tunnel“

bekannt ist. Zu DDR-Zeiten war

sie Sitz des Kulturbunds und ein

Treffpunkt von Intellektuellen,

Künstlernund Schriftstellern.

Ende der 80er-Jahre trafen sich

dortauch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

für Umweltschutz und

Stadtgestaltung (Argus), deren prominentester

Vertreter der spätere

brandenburgische Ministerpräsident

Matthias Platzeck (SPD) wurde.

Am 7. Oktober 1989, also im Wendejahr,

habe es dort ein Treffen von

Umweltgruppen aus der gesamten

DDR gegeben, erinnerte sich Mitstreiter

Wieland Eschenburg.

Nach der Wende wurde dort einige

Jahre lang das beliebte „Ristorante

Villa Kellermann“ mit italienischer

Küche betrieben. Nach desssen

Schließung 2009 stand das historische

Gebäude, das 1914 für den

königlich-preußischen Zeremonienmeister

W. vonHardt erbaut worden

war,leer.

Günther Jauch, der selbst am

Heiligen See wohnt, hatte sich in

den vergangenen Jahrenmehrfach

als Mäzen für den Erhalt oder Wiederaufbau

historischer Gebäude

in Potsdam engagiert. So hatte

sich der Moderator und Familienvater

2002 maßgeblich an der Finanzierung

des Wiederaufbaus

des Fortunaportals auf dem Alten

Markt beteiligt –eswar der Startschuss

für die spätere Wiedererrichtung

der Stadtschlossfassade,

die seit 2014 den Brandenburger

Landtag beherbergt. Weitere

Großspenden von Jauch flossen

etwa in die denkmalgerechte Sanierung

des Belvedere auf dem

Pfingstberg und der Neptungrotte

im Park Sanssouci.

Tim Raue, der mit der Journalistin

Katharina Wolschner verheiratet

ist, war nach eigener Aussage

in seiner Jugend Mitglied einer

Kreuzberger Straßengang, den sogenannten

36 Boys,bevor er mit 23

Küchenchef in einem Restaurant

and der Oderberger Straße in

Prenzlauer Berg wurde.

„Nie endendes Leid“

Bereits 1998 wurde Raue, dessen

Vergangenheit als Mitglied einer

Jugendbande immer wieder ein

Thema ist, und der nach seiner eigenen

Einschätzung „gerne polarisiert“

und für den Kritik an seiner

Arbeit „ein nie endendes Leid“

darstellt, mit dem Gourmet-Preis

„Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet.

Die Karriere des 45-Jährigen ist

nicht weniger als raketenhaft zu

bezeichnen. 2007 kürte ihn der

Gault&Millau zum „Koch des Jahres“,

es folgten Michelin-Stern

und weitere Auszeichnungen, bevor

esRaue im Jahr 2014 gelang,

mit seinem Restaurant „Tim Raue“

in die britische Liste „The World’s

50 Best Restaurants“ aufgenommen

zu werden, zuerst auf Platz

78, zwei Jahre später belegte er

Platz 34. (dpa/mit mpw.)

NACHRICHTEN

Polizei ermittelt nach

Großbrand in Oranienburg

Aufdem Gelände einer Recyclingfirma

in Oranienburg(Oberhavel) ist

am frühen Sonntagmorgen ein

Großbrand ausgebrochen. Aufeiner

Fläche von50mal 70 Meternseien

Sperrmüll und Bauabfälle aus noch

ungeklärter Ursache in Brand geraten,

teilte ein Sprecher der Feuerwehr-Regionalleitstelle

Nordost mit.

Sieben Ortsfeuerwehren mit 66 Einsatzkräften

gelang es,das Feuer bis

zum Vormittag zu löschen. DieKriminalpolizei

hat Ermittlungen zur

Brandursache aufgenommen. (dpa)

Bülow als Vorsitzender der

FDP bestätigt

Mit162 von184 Stimmen ist Axel

Graf Bülowauf dem Landesparteitag

der FDP in Cottbus in seinem Amt

als Vorsitzender der Brandenburger

FDP bestätigt worden. Der66-Jährige

werdedie Partei für weiterezwei

Jahreführen, berichtete Parteisprecher

Martin Lebrenz. Bülowist seit

dem Ausscheiden der FDP aus dem

Landtag im Jahr 2014 Landesvorsitzender

der Liberalen. (dpa)

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Lokalsport

Bestes Wetter,beste Laune: 37 000 Läufer,Skater,Handbiker und Rollstuhlfahrer nahmen am Sonntag am Berliner Halbmarathon teil.

DPA/JÖRG CARSTENSEN

Und alle sind begeistert

Richard Ringer gelingt ein prima Debüt beim Berliner Halbmarathon. Da Frauen-Siegerin Sifan Hassan den Weltrekord verpasst, will sie unbedingt wiederkommen

VonKarin Bühler und

Markus Lotter

Die prominenten Debütanten

waren begeistert.

Ja geradezu überschwänglich,

als sie im

Zielbereich des 39. Berlin-Halbmarathons

unmittelbar in der Nähe des

Brandenburger Toresnach einer ersten

Einschätzung gefragt wurden.

Da war Patrick Lange,

der derzeit beste Triathlet

der Welt, der mit seiner

Teilnahme ein Experiment

unternommen hatte. „Es

war sehr, sehr hart. Zwar

habe ich genau die Zeit, die

ich prognostiziert hatte,

ins Ziel gebracht, aber dass

es so anstrengend wird,

hätte ich nun wirklich

nicht gedacht. Es ist eine

komplett andere Sportart, hier

kommt es auf Wettkampfhärte an

und natürlich auch aufs taktische

Laufen“, sagte der 32-Jährige, wobei

er allerdings ein glückliches Lächeln

vor die Kamera brachte. Der Grund

für seine gute Laune: „Die Atmosphäre

hier, das Publikum, das ist

wirklich fantastisch. Es war absolut

Straße statt Bahn:

Richard Ringer

IMAGO IMAGES/HUEBNER

die richtige Entscheidung, hierherzukommen,

eine megatolle Veranstaltung

und eine megatolle Stimmung.

Daswirdmir in den nächsten

Monaten im Training sicher Auftrieb

geben.“ Lange brauchte 69:51 Minuten

für die 21,0195 Kilometer lange

Strecke,belegte Platz 54 in der Männer-Konkurrenz.

Nachdem er auf der Straße des 17.

Juni noch schnell eine Freunde-Begrüßungsrunde

gedreht

hatte, kam auch Richard

Ringer vors Veranstalter-

Mikrofon. Der 30-Jährige,

auf der Bahn einer der Besten

in Europa über die

5000 und 10 000 Meter,

versucht sich ja gerade

daran, sich als Straßenund

Marathon-Läufer neu

zu erfinden. Er kam in Berlin

auch gleich als bester

Saisonauftakt: Traditionell

markiertder Berliner Halbmarathon

den Saisonauftakt

der Inlineskater,mehr als

1500 Sportler und Sportlerinnen

auf Rollen nahmen

bei perfekten Bedingungen

daran teil.

Sieger:Am Sonntag kamen

die Sieger des Männerfeldes,

Nolan Beddiaf, und des

Frauenfeldes, Chloé Geoffroy,

aus Frankreich.

FRANZOSEN DOMINIEREN BEI DEN SKATERN

Signal: Zuletzt hatte sich das

Männerrennen immer im

Massensprint entschieden.

Nun setzte sich Beddiaf

(Team EOSkates) bei Kilometer

zwölf vomFeld ab.Er

gewann nach 30:41 Minuten

im Alleingang.

Speed: Zweiter wurde der

deutsche Marathonweltmeister

Felix Rijhnen (Powerslide

Matter WorldTeam) in

31:26 Minuten.

Spitzenplätze: Bei den

Frauen sicherten sich in

Geoffroy(36:59 Minuten)

und Katharina Rumpus aus

Darmstadt (36:59) zwei Fahrerinnen

des Powerslide Matter

WorldTeams die Spitzenplätze

im Fotofinish.

Stütze: „Katharina und ich

haben perfekt zusammengearbeitet,

sodass keine andere

alleine nach vornefahren

konnte“, sagte Geoffroy.

Deutscher in 62:10 Minuten als Siebter

ins Ziel, exakt 70 Sekunden hinter

dem siegreichen Kenianer William

Wanjiku. Ringer kam zu folgender

Rennanalyse: „Vom Rennverlauf her

war’s grandios. Die ersten zwei Kilometer

waren erstaunlich easy, und

auch bei Kilometer fünf war noch alles

gut.Vielleicht hab ich bei Kilometer

elf aber einfach zu viel gewollt.

Und doch bin ich jetzt nicht richtig

kaputt.“ Für ihn als Stadion-Athleten

sei es aber genial gewesen, an der

Strecke immer wieder seinen Namen

zu hören. Ringers Fazit: „Das war

wirklich toll.“

Für Mark Milde, der unmittelbar

nach der Ziellinie nicht nur den Spitzenathleten,

sondern auch vielen

anderen Finishernpersönlich gratulierte,

sind die Worte von Athleten

wie Lange und Ringer der Lohn für

eine aufopferungsvolle Vorarbeit.

DerHalbmarathon ist für den Sportlichen

Direktor der Veranstaltung ja

nicht nur halb so spannend wie der

in diesem Jahr am 29. September geplante

Berlin Marathon, sondern als

Vorzeige-Event des SC Charlottenburggenauso

wichtig. Unablässig arbeitet

er mit seinem Team an einer

Fortentwicklung der Großveranstaltung,

macht sich dabei Jahr für Jahr

Gedanken über die Optimierung der

Streckenführung. Wobei er sich, wie

er selbst sagt, an einem Spagat versuchen

muss,nämlich„eine Strecke für

die Topathleten zu finden und eine

tolle Strecke für die 35 000

anderen“. Darüber hinaus

greift er Themen wie Nachhaltigkeit

oder Umweltschutz

auf, indem er beispielsweise

ein System für

wiederverwertbare Trinkbecher

aufsetzt. Kurzum:

Rekordjägerin:

Sifan Hassan

Es geht ihm und seinen

Mitarbeitern um die Verquickung

vonLifestyle und

Hochleistungssport.

So gab am Sonntagvormittag am

Gendarmenmarkt, den Milde als

eine ArtArena in die Strecke mit einbezogen

hatte, eine Band ohne Unterlass

Soul- und Jazz-Klassiker zum

Besten, während Inline-Skater, später

auch die Läufer um die Kurvebogen.

Polizisten und freiwillige Helfer

regelten mit einem Lächeln den Verkehr,

während Touristen sich in den

Cafés zum morgendlichen Cappuccino

einfanden. Die große Entspannung

war da einerseits zu spüren,

andererseits der Stress ambitionierter

Läufer und Läuferinnen.

Zur letztgenannten Spezies zählt

Sifan Hassan. Die Niederländerin

war ja angetreten, um im besten Fall

den Weltrekord (64:51 Minuten) der

Kenianerin Joyciline Jepkoskei zu

knacken. Die inÄthiopien

geborene Europameisterin

verfehlte dieses Ziel klar,

stellte aber immerhin in

65:45 Minuten einen

neuen Streckenrekord auf.

Ihr Gesichtsausdruck im

IMAGO IMAGES/HUEBNER

Ziel war dementsprechend

bittersüß. „Ich kann doch

noch besser, hab ein bisschen

an Geschwindigkeit

verloren, wusste aber

schon bei Kilometer fünf, dass ich

den Weltrekord heute nicht unterbieten

kann. Ich muss einfach noch

härter an mir arbeiten“, sagte die 26-

Jährige und verabschiedete sich mit

einem Versprechen, das wohl auch

viele andere andiesem Taggegeben

haben:„Ich komm auf jeden Fall wieder.“

Gefühlte Auswärtsspiele

Tennis Borussia Berlin will mit aller Macht in die Regionalliga und ins Pokalfinale, aber das Umfeld ist nach der Mitgliederversammlung in Unruhe

VonMichael Jahn

Tennis Borussia ist in einer entscheidenden

Phase der Saison in

die Offensive gegangen. Der Oberligist,

der unbedingt den Aufstieg in

die Regionalliga Nordost bewerkstelligen

will, hat denVertragmit seinem

Cheftrainer Dennis Kutrieb vor wenigen

Tagen um ein Jahr verlängert.

Dasist bemerkenswert, denn der 39-

Jährige ist erst seit dieser Spielzeit im

Amt, löste den ehemaligen Bundesligaprofi

Thomas Brdaric als Trainer

beim Berliner Traditionsverein ab.

Kutrieb, früher ein torgefährlicher

Angreifer,kann nun erst mal bis 2020

planen und seine Ideen umsetzen.

TeBe-Sportvorstand Jörg Zimmermann

sagte: „Dank seiner intensiven

Präsenz und seines hohen persönlichen

Einsatzes hat Dennis Kutrieb es

geschafft, harmonische Strukturen

im sportlichen Bereich aufzubauen.

Insbesondere die sehr gute Verzahnung

von Jugendbereich, erster und

zweiter Männermannschaft werden

uns in Zukunft stärken.“

DerGelobte sagte dieser Zeitung:

„Ja, ich fühle mich bei TeBe sehr

wohl. Hier kann ich mich als Trainer

Dennis Kutrieb hat seinen Vertrag bei Tennis Borussia verlängert.

schaft gesehen“, sagt er. Dass er mit

TeBe beim Regionalligisten auswärts

antreten muss, stört ihn nicht. „Da

das Duell auf dem Platz des Köpenicker

SC in der Wendenschloßstraße

bei Flutlicht ausgetragen wird, ist das

fast wie auf neutralem Platz. DieVSG

kennt diesen Platz auch nicht gut.“

Doch vor dem Halbfinale musste

die Mannschaft von Kutrieb in der

Liga am Sonnabend zum schweren

Auswärtsspiel nach Torgelow reisen.

Der Trainer hatte vor diesem unbequemen

Gegner gewarnt –umsonst.

Nach langer Zeit dominantem Spiel

voll entfalten.“ Der ehemalige U19-

Coach der„Veilchen“ steht nun in einer

Reihe mit vielen prominenten

Vorgängern, die in der bewegtenVergangenheit

des KlubsVerantwortung

trugen –mit mehr oder weniger Erfolg:

MirkoSlomka, Winfried Schäfer

oder Hermann Gerland. Kutrieb ist

klar,dass er daran gemessen wird, ob

er die hohen Zielstellungen, die der

Verein offensiv verkündet hat, erfüllen

kann: Aufstieg in die Regionalliga

in dieser Saison und Erreichen des

Berliner Pokal-Endspiels.

DerAufstieg hat Priorität, aber im

Pokal ist der Wegzum Triumph bereits

recht kurz geworden. TeBe ist

souverän bis ins Halbfinale vorgedrungen

und muss am Dienstag

beim Regionalligisten VSG Altglienicke

(19 Uhr) antreten. Das zweite

Halbfinale bestreiten der BFC Dynamo

und Viktoria 89. Kutrieb kennt

den höherklassigen Gegner beinahe

genauso gut wie sein aktuelles Team.

Er spielte einst für Altglienicke, war

dort Coach und lange Assistent der

Trainer Simon Rösner und Miroslav

Jagatic. „Ich habe noch viele gute

Kontakte zu Altglienicke und auch

zuletzt sehr viele Spiele der MannvonTeBeunterlagen

die Berliner mit

0:2 –ein herber Rückschlag. Denn

zeitgleich siegte der Tabellenführer

der Oberliga Lichtenberg47imSpitzenspiel

gegen den Greifswalder FC

mit 5:0. Somit haben die Lichtenberger

nun sechs Punkte Vorsprung.

Spannender Zweikampf

IMAGO IMAGES/WELLS

Der Zweikampf mit Lichtenberg 47

hält die Oberliga an jedem Wochenende

in Atem. Lichtenberg ist im

Aufstiegsfieber. Der Verein hat sich

lange verbal in Sachen Regionalliga

zurückgehalten, will nun aber nach

zweimal Platz drei die große Chance

nutzen, um endlich nach oben zu

kommen.

Kutrieb sagt über den Konkurrenten:

„Lichtenbergs Spieler sind seit

einigen Jahren zusammen und das

Team lebt von seiner kollektiven

Stärke, seiner Harmonie. Sie sind

sehr ausgeglichen besetzt.“ TeBe hat

wohl die besseren Individualisten,

etwa den ehemaligen Union-Profi

Karim Benyamina. „Ich musste unser

Team erst formen“, sagt Kutrieb,

„aber wir haben viel dafür getan,

dass es schnell zusammenwächst.“

Dass er mit seiner Mannschaft

am drittletzten Spieltag, am 18. Mai,

zum Liga-Gipfel in Lichtenberg antreten

muss (Hinspiel: 1:1), empfindet

er nicht als Nachteil. „In Berlin

gibt es eigentlich keine sehr großen

Unterschiede, obduzuHause oder

auswärts antreten musst.“

Zuletzt produzierte TeBe allerdings

nicht nur positive Schlagzeilen.

Nach der Mitgliederversammlung

mit den Wahlen zum Aufsichtsrat

Ende Januar kam es zum Zerwürfnis

zwischen der aktiven

Fanszene und der Vereinsführung

um Vorstandschef Jens Redlich.

Die Fans warfen Redlich vor, bei

den Wahlen ausgiebig „Stimmenvolk“

besorgt zu haben. Es kam zu

tumultartigen Szenen. Die Fans

treibt die Angst um, dass ihr Verein

nur von einem Geldgeber, dem Fitness-Ketten-Betreiber

Redlich, abhängig

ist. Ein Umstand, der in der

Vergangenheit des einstigen Bundesligisten

zu Insolvenzen und Verwerfungen

geführthatte.

Als Konsequenz aus den Vorkommnissen

haben sich die aktiven

Fans nach einem Stimmungsboykott

erst einmal komplett abgewendet

und besuchen keine Heimspiele

mehr im Mommsenstadion. Man

unterstützt vorübergehend andere

Mannschaften wie Blau-Weiß Friedrichshain,

ein kurioser Umstand, der

aus Fan-Sicht aber durchaus originell

und einfallsreich erscheint.

Kutrieb hofft aber, dass die Fans

zurückkommen. „Sie sollen ein Auge

auf denVerein haben, aber sie sollten

auch sehen, dass hier nachhaltig gearbeitet

wird –mit der Jugend und

auch Sponsoren akquiriert werden.

Unsere Mannschaft wird durch die

Abwesenheit unserer Fans bestraft.

Dashat sie nicht verdient.“


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 17 *

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Sport

Spaßverderber zwischen den Pfosten

Die Handballer der Füchse Berlin unterliegen dem THW Kiel im Halbfinale des DHB-Pokals und haben damit ihre nächste Titelchance verpasst

VonCarolin Paul, Hamburg

Gut gekämpft und doch unterlegen: Die Füchse Berlin nach dem verlorenen Halbfinale gegen den späteren Pokalsieger THW Kiel.

Füchse-Geschäftsführer Bob

Hanning hatte den Kopf auf

die Hand gestützt, als er bei

der Pressekonferenz am

Sonnabend Rede und Antwortstand.

Bei dem neben ihm sitzenden Velimir

Petkovic hatte sich die Stirn

sichtbar in Falten gelegt. Die Körpersprache

der Berliner war unmissverständlich.

Nach der Niederlage

im DHB-Pokal-Halbfinale gegen

den THW Kiel (22:24) mussten

die Füchse ihren nächsten Titeltraum

zu Grabe tragen.

Der Trainer fand trotzdem versöhnliche

Worte: „Das Halbzeitergebnis

war natürlich katastrophal.

Jeder weiß, ich hasse Niederlagen.

Aber es ist immer eine Frage, wie

man verliert. Ichkann meinen Spielern

nicht böse sein, wenn sie sich

nach so einem Rückstand zurückkämpfen.“

Gut ins Spiel gekommen

leisteten sich seine Spieler in der

ersten Halbzeit zu viele Fehler.„Wir

hatten uns wirklich gut vorbereitet.

Da lügt das 7:13 zur Halbzeit. Wir

haben uns viele Chancen erspielt,

nur um dann die freien Bälle nicht

reinzumachen. Das ist natürlich ärgerlich“,

befand Kapitän Hans Lindbergnach

Abpfiff.

Der Auftritt von Johann Koch,

nach seiner Fuß-Verletzung gerade

erst zur Mannschaft gestoßen,

stand symbolisch für den anfänglichen

Spielverlauf. Gerade eingewechselt,

erarbeitete sich der Kreisläufer

drei klareTorchancen, konnte

jedoch keine davon verwerten. Gerade

er, der während der gesamten

Saison nahezu jeden Ball versenkte,

traf einfach nicht ins Tor. Der eine

Grund dafür war reines Pech, das

den Ball zweimal an die Latte lenkte.

Deranderehatte einen Namen: Niklas

Landin. Der dänische Nationaltorhüter

bestach besonders in der

ersten Halbzeit mit beeindruckenden

Paraden, die den Berlinern den

Nerv raubten. „Wir haben nicht in

das Spiel gefunden und zu viele

Elf Titel: Rekordmeister THW

Kiel hat in Hamburg zum elften

Mal den deutschen

Handball-Pokal gewonnen

und seinem scheidenden

Trainer Alfred Gislason damit

ein schönes Abschiedsgeschenk

bereitet.

KIEL FEIERT POKALTITEL

Ein Traum: Die Kieler setzten

sich am Sonntag vor13200

ZuschauernimFinale mit

28:24 (14:13) gegenden Ligarivalen

SC Magdeburg

durch, der sich im Halbfinale

gegenHannover-Burgdorf

durchgesetzt hatte.

Viel Sekt: Das hochklassige

Finale war ausgeglichen.

Mitte der zweiten Hälfte zog

Kiel acht Tore davon, legte

den Sieg-Grundstein. Gislason

gewann den Pokal zum

sechsten Mal, seine Spieler

duschten ihn mit Sekt.

IMAGO IMAGES

Fehler gemacht. Das hat Kiel eiskalt

bestraft. Das haben wir dann in der

Halbzeitpause besprochen und

noch mal alles reingehauen“, sagte

Fabian Wiede.

Dieser Elan war den Spielernanzumerken.

Begünstigt durch den

Platzverweis von Nationalspieler

Hendrik Pekeler, taten sich in der

Kieler Abwehr Lücken auf, welche

die Füchse zu nutzen wussten.

Hinzu kam, dass auch Silvio Heinevetter

ein paar wichtige Bälle zu fassen

bekam. Und schon schien alles

möglich zu sein. Fünf Minuten vor

Schluss hatte sich Petkovics Team

auf ein Torherangekämpft. Wiede

versenkte per Kempa das 20:21 und

erzielte seinen sechsten Treffer bei

sechs Versuchen.

Für einen Sieg reichte es nicht,

dennoch war diese kämpferische

Leistung Grund genug, um nicht erneut

die vorübergehende Krisenstimmung

heraufzubeschwören.

Da fand selbst Hanning mal lobende

Worte: „Wir waren zu Beginn

etwas unglücklich, da hat uns Landin

überhaupt keinen Spaß bereitet.

In der zweiten Halbzeit haben wir es

deutlich besser gemacht. Das lag

nicht nur daran, dass der THW seine

Ordnung verloren hat, sondern

daran, dass auch wir Handball spielen

können. Am Ende hatten wir das

Momentum leider nicht. Für uns

war es ein richtiger Schritt in die

richtige Richtung.“

Es schien fast so, als hätte er gemerkt,

dass die Kritik der letzten

Wochen zwar angebracht war, es

jetzt aber mal wieder aufbauende

Worte brauchte. Außer dem EHF-

Pokal bietet sich diese Saison keine

Möglichkeit mehr,einen Titel zu holen.

Die Finalrunde findet dabei in

Kiel statt, wo die Gastgeber ein

möglicher Halbfinal-Gegner sind,

wenn sich die Füchse zuvor gegen

Hannover-Burgdorf durchsetzen.

Eine erste Wiederholung des Duells

gegen den Rekordmeister gibt es am

18. April in der Bundesliga. Dann

sind die Kieler im Fuchsbau zu Gast.

Wieesdem

Besitzer

gefällt

Gelungener Saisonauftakt auf

der Rennbahn Hoppegarten

Deutet man diesen ersten Renntag

der Saison einfach mal als

Omen für die komplette Saison 2019,

dann steht der Rennbahn Hoppegarten

ein Jahr ganz nach dem Geschmack

des Besitzers Gerhard

Schöningh ins Haus. Über 8000 Zuschauer

waren an diesem Sonntag

nämlich hinaus ins Grüne gekommen.

Um hochklassigen Pferdesport

zu sehen, um zu wetten, vielleicht

auch einfach nur zu genießen, die

Natur, die Atmosphäre etc. Schöningh

war am Abend jedenfalls ein

glücklicher Mann: „Das war eine Saisoneröffnung,

wie man sie sich besser

nicht wünschen konnte: Traumwetter,

eine sehr volle Bahn und ein

Sieg der Favoritin im Hauptrennen.

Das macht Vorfreude auf den kommenden

Renntag am Ostersonntag.“

Mit der Favoritin war natürlich

die Stute Fountain of Time gemeint,

die für den Rennstall Godolphin vom

französischen Jockey Soufiane Saadi

zum Sieg im Großen Preis des Gestütes

Röttgen gesteuert wurde. Indem

mit 25 000 Euro dotierten Jahrgangsvergleichsrennen

für vierjährige und

ältere Stuten verwies die in Frankreich

trainierte Fountain of Time die

zum Schluss aufkommende Nica

(Rene Piechulek) sowie Serena (Carlos

Henrique) auf die Plätze. (BLZ)

Glückliches Duo: Soufiane Saadi und Foutain

of Time.

JUERGEN ENGLER

FUSSBALL

Dritte Liga, 32. Spieltag

Pr.Münster−SVMeppen 1:1 (1:1)

Kaiserslautern−VfR Aalen 0:1 (0:0)

SF Lotte−KFC Uerdingen 1:3 (0:3)

Hallescher FC −Würzb.Kickers 1:0 (1:0)

Karlsruher SC−Unterhaching 4:0 (0:0)

FSV Zwickau −SVWehen 2:1 (2:1)

FC CZ Jena−Cottbus 2:1 (1:1)

Fortuna Köln −Hansa Rostock 1:1 (1:0)

VfL Osnabrück−Braunschweig 1:0 (1:0)

1VfL Osnabrück 32 47: 22 67

2 Karlsruher SC 32 51: 32 58

3 SV Wehen 32 60: 42 55

4 Hallescher FC 32 36: 29 53

5 Hansa Rostock 32 40: 41 46

6 München 31 43: 34 44

7 Würzb.Kickers 32 46: 39 44

8 Kaiserslautern 32 40: 42 44

9 KFC Uerdingen 32 38: 48 44

10 SV Meppen 32 42: 42 43

11 Pr.Münster 32 40: 40 42

12 Unterhaching 32 45: 38 41

13 FSV Zwickau 32 37: 38 40

14 Fortuna Köln 32 34: 52 37

15 SF Lotte 32 28: 36 36

16 Braunschweig 32 37: 47 36

17 Großaspach 31 27: 32 34

18 Cottbus 32 41: 52 34

19 FC CZ Jena 32 34: 51 31

20 VfR Aalen 32 39: 48 30

Regionalliga, 28. Spieltag

Dynamo−Meuselwitz 1:1 (1:0)

Bautzen−Altglienicke 0:0

Babelsberg−Viktoria 1:1 (0:1)

Auerbach −Hertha II 2:0 (1:0)

Chemnitzer FC −Rathenow 3:0 (1:0)

RW Erfurt−Oberlausitz 4:0 (2:0)

Fürstenwalde−Bischofswerda 0:2 (0:0)

Halberstadt −Nordhausen 5:0 (2:0)

Berliner AK−Lok Leipzig 1:3 (0:1)

1Chemnitzer FC 28 67: 27 67

2 Berliner AK 28 51: 29 57

3 Hertha II 27 50: 32 50

4 Nordhausen 27 45: 27 49

5 Lok Leipzig 28 45: 31 46

6 RW Erfurt 27 47: 27 44

7 Babelsberg 28 46: 34 40

8 Halberstadt 28 36: 31 38

9 Viktoria 28 38: 29 35

10 Meuselwitz 28 42: 48 34

11 Dynamo 27 29: 47 33

12 Fürstenwalde 28 33: 50 32

13 Auerbach 27 32: 45 30

14 Bischofswerda 27 24: 42 30

15 Altglienicke 28 42: 51 29

16 Bautzen 28 17: 37 24

17 Oberlausitz 26 26: 50 24

18 Rathenow 28 23: 56 18

Oberliga, 22. Spieltag

Altlüdersdorf -Wismar 2:4 (1:2), Lichtenberg 47 -

Greifswald 5:0 (0:0), Torgelow-TeBe 2:0 (0:0), H.

Rostock II -Staaken 1:1 (0:1), Neustrelitz -Lok

Stendal 3:0 (1:0), Br.SCSüd -Blau Weiss 90 1:5

(0:3), Hertha 03 -Malchow906:1 (5:0), CFC Hertha

06 -Strausberg 3:1 (2:0)

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Spiel2


18 * Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Sport

NACHRICHTEN

Der FC Bayernmuss im

Pokalhalbfinale nach Bremen

FUSSBALL. DerFCBayernMünchen

muss im Halbfinale des DFB-Pokals

beim SV Werder Bremen antreten.

Diezweite Vorschlussrundenbegegnung

bestreiten Zweitligist Hamburger

SV und RB Leipzig. Dasergab die

Auslosung am Sonntag in der ARD.

DieHalbfinal-Begegnungen werden

am 23. und 24. Apriljeweils um 20.45

Uhrausgetragen.

Außenseiter Bettiol siegt

bei Flandern-Rundfahrt

RADSPORT. Deritalienische Radprofi

Alberto Bettiol hat die 103. Auflage

der Flandern-Rundfahrtgewonnen

und damit für eine der größten

Überraschungen in der langen Geschichte

des Frühjahrsklassikers gesorgt.

Der25Jahrealte krasse Außenseiter

vomTeam EF Education First-

Drapac setzte sich am Sonntag nach

270,1 km zwischen Antwerpen und

Oudenaarde in 6:19:00 Stunden vor

dem Dänen Kasper Asgreen (Deceuninck-Quick

Step) durch.

Cambridge besiegt Oxford

im Boat Race

Cambridge-Teamcaptain Dara Alizadeh

mit dem Siegerpokal.

AFP/LEAL-OLIVAS

RUDERN. DieHoffnungen der deutschen

Ruderer Achim Harzheim und

Benjamin Landis auf einen Erfolg im

legendären Boat Race der englischen

Elite-Universitäten Oxfordund

Cambridge haben sich nicht erfüllt.

Im Oxford-Achter musste sich das

Duomit gut einer Länge Rückstand

geschlagen geben. Cambridge wiederholte

damit seinen Vorjahreserfolg.

Zugleich bauten die Sieger ihre

schon seit 1930 währende Führung

in der Gesamtwertung des seit 1829

stattfindenden Prestigeduells nach

dem 165. Rennen auf 84:80 aus (ein

Unentschieden).

Rugby-Auswahl verpasst

WorldSeries

RUGBY.Die deutsche Nationalmannschaft

im 7er-Rugbyist beim

Qualifikationsturnier zur World Series

im Halbfinale ausgeschieden

und hat damit die Teilnahme an der

World RugbySevens Series 2019/20

knapp verpasst. DasTeam vonBundestrainer

Vuyo Zangqa unterlag in

Hongkong der Auswahl vonEuropameister

Irland mit 10:19. Dreimal

war Deutschland zuvor bereits an

der Qualifikation für die Eliteliga im

olympischen 7er-Rugbygescheitert.

Red Bull München patzt

erneut gegen Augsburg

EISHOCKEY. Serienmeister RedBull

München ist auf dem Wegzum vierten

Titel in Folge in der Deutschen

Eishockey Liga (DEL) ausgerutscht.

DerTitelverteidiger verlor im dritten

Play-off-Halbfinale gegen die Augsburger

Panther in einem weiteren

Marathonmatch 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:0,

0:0, 0:1) in der dritten Verlängerung.

In der Best-of-Seven-Serie steht es

nun 2:1 für Augsburg. Hauptrundensieger

Adler Mannheim fehlt nach

dem 4:0 (0:0, 1:0, 3:0) gegen die Kölner

Haie dagegen nur noch ein Sieg

zum Finaleinzug.

Zählte nach der Nullnummer in Dresden zu den Unzufriedenen bei Union: Abwehrchef Florian Hübner.

Leistung und Bürde

Der 1. FC Union lässt beim 0:0 in Dresden einmal mehr die für einen Aufstieg notwendige Konsequenz vermissen

Den Frust des 1. FC Union

über das im Ergebnis

enttäuschende 0:0 bei

Dynamo Dresden mussten

am Ende zwei gänzlich Unbeteiligte

abfedern. Während die Überdachung

der Ersatzbank die Faust von

Flügelspieler Akaki Gogia zu spüren

bekam, schleuderte Stürmer Sebastian

Andersson ein Handtuch wütend

im hohen Bogen von dannen.

DieUnioner hätten sich sicher einen

anderen Ausgang für den Ostschlager

an der Elbe gewünscht. Doch am

Ende reichte es gegen energische

Sachsen irgendwie wieder nicht zum

Sieg −zum dritten MalinSerie.

„Ob das einVorteil für uns ist, werden

wir am Sonntag sehen“, hatte

Gogia unter derWoche noch über das

Pensum der Dresdner gesagt, die in

der vergangenen Woche gleich drei

Ligaspiele zu bestreiten hatten. Auch

deshalb verschob Dresdens Trainer,

der ehemalige Unioner Cristian Fiél,

seine besten Stürmer Moussa Koné

und Lucas Höler auf die Bank, setzte

auf ein Fünfer-Bollwerkinder Defensiveund

auf die schnellen Erich Berko

und Osman Atilgan im Angriff. Der

Plan war, mit der Spielweise des SC

Paderborn, der in derVorwoche 3:1 in

Köpenick gewonnen hatte, als Vorbild:

die Eisernen kommen lassen, zu

Fehlern zwingen und dann eiskalt

kontern.

Eben diese Fehler wollten die

Unioner jedoch unbedingt verhindern

und starteten entsprechend

druckvoll in die Partie. Ken Reichel,

der den angeschlagenen Christopher

Lenz ersetzte, brachte den Ball nach

drei Minuten vonlinksaußen starkin

den Rückraum, wo Joshua Mees lauerte,

jedoch auf Dynamo-Keeper

Markus Schubert abschloss. Den Abpraller

versuchte der ehemalige

Dresdner Gogia noch zu verwerten,

er verstolperte aber.

Nachfolgend prüften auch Felix

Kroos (19.) und erneut Gogia (22.) erfolglos

den Dresdner Torhüter. Auch

die beste Chance der Unioner im ersten

Durchgang ging daneben: Nach

einem Freistoß köpfte Florian Hübner

einen Aufsetzer knapp über den

Kasten (34.).

Fiél kann es nicht glauben

Ein wenig erinnerte das Spiel schon

da an die Partien gegen Heidenheim

und Paderborn, in denen Union zwar

gute Möglichkeiten, aber eben das

Tor nicht getroffen hatte. Bis zum

Strafraum spielten die Köpenicker

ansehnlichen Fußball, doch an

Durchschlagskraft mangelte es sichtbar.

Und wie in den vergangenen

Spielen wurde es im zweiten Durchgang

mit dieser Abschlussschwäche

knifflig für Union. Denn Dresden ergab

sich vor gewohnt frenetischem

Heimpublikum keinesfalls dem dominanten

Spiel der Gäste, nahm die

Energie des Ostschlagers in die müden

Beine und kämpfte noch einmal

45 Minuten lang aufopferungsvoll.

In der 65. Minute hatte Union sogar

Glück, dass Schiedsrichterin Bibiana

Steinhaus ein taktisches Foul

von Grischa Prömel direkt abpfiff

und den Konter der Hausherren

ZWEITE LIGA, 28. SPIELTAG

MSV Duisburg -FCIngolstadt 2:4 (0:1)

Sandhausen -SCPaderborn 1:1 (1:0)

Heidenheim -Köln 0:2 (0:2)

Dynamo Dresden -1.FCUnion 0:0

SpVgg Fürth -Darmstadt 98 2:1 (0:0)

Hamburger SV -Magdeburg Mo., 20.30

1. 1. FC Köln 27 70:31 57

2. Hamburger SV 27 38:29 51

3. 1. FC Union 28 43:26 48

4. SC Paderborn07 28 62:42 45

5. Holstein Kiel 28 53:42 45

6. FC St. Pauli 28 39:42 44

7. 1. FC Heidenheim 28 40:34 43

8. Jahn Regensburg 28 41:40 41

9. Arminia Bielefeld 28 42:44 38

10. SpVgg Fürth 28 30:44 37

11. VfL Bochum 28 38:41 35

12. Dynamo Dresden 28 32:39 33

13. Darmstadt 98 28 39:48 33

14. Aue 28 35:40 32

15. SV Sandhausen 28 32:40 27

16. 1. FC Magdeburg 27 28:41 24

17. FC Ingolstadt 04 28 30:49 22

18. MSV Duisburg 27 26:46 22

nicht laufen ließ. Dynamo befand

sich zu diesem Zeitpunkt im Angriff

in Überzahl –Trainer Fiél konnte es

kaum glauben. Und auch die

Schlussphase gehörte klar den Sachsen,

die sich immer wieder beherzt

Nuss geknackt

in die Hälfte der Unioner tankten,

letzten Endes aber ebenso keine gefährlichen

Bälle aufs Tor bringen

konnten. So blieb es am Ende bei der

Punkteteilung, die von den Köpenicker

Spielern gemischt aufgenommen

wurde.Während Linksverteidiger

KenReichel voneinem „am Ende

gerechten“ Unentschieden sprach,

haderte Abwehrchef Florian Hübner:

„Wir gehen mit einem Punkt,

obwohl es drei sein sollten.“

Wo ist das Selbstbewusstsein?

Was ohnehin überraschte, war die

Tatsache, dass Union zwar ein gutes

Spiel ablieferte,doch zu keinem Zeitpunkt

den spürbaren Eindruck erweckte,sich

der bemerkenswerten Situation,

in welcher der Klub sich derzeit

befindet, hundertprozentig bewusst

zu sein, beziehungsweise

dieses Bewusstsein, so es denn doch

vorhanden ist, irgendwie auf den Rasen

zu bringen.

Und womöglich ist hier der Ansatz,

den Union vor dem nicht minder

schwierigen Heimspiel gegen

Jahn Regensburg am kommenden

Freitag aufgreifen sollte. Die Mannschaft

vonUrs Fischer muss sich bewusst

machen, dass der bisherige

Saisonverlauf eine Leistung ist −und

keine Bürde. Weil auch die Konkurrenz

Federnließ, ist Union weiterhin

auf Relegationsplatz drei, hat alles

noch in der eigenen Hand und sollte

sich die Woche womöglich noch einmal

bewusst machen, was diese

Mannschaft bereits imstande war zu

erreichen. (BLZ)

Die BR Volleys kämpfen sich mit einem 3:0 über Düren ins Play-off-Halbfinale und treffen auf die Alpenvolleys Haching

VonKarin Bühler

Als Moritz Reichert den zweiten

Matchball für die BR Volleys verwandelt

hatte, war das Aufatmen in

der Halle bei allen, die den Berlinern

die Daumen gedrückt hatten, beinahe

zu spüren oder sogar zu hören.

Nach dem 3:0 (25:22, 27:25, 25:15)-

Sieg gegen die Powervolleys Düren

hat der deutsche Volleyballmeister

den Einzug ins Play-off-Halbfinale

geschafft. Dort tritt die Mannschaft

vonTrainer Cedric Enard andiesem

Mittwoch bei den Alpenvolleys Haching

an, ehe das zweite Spiel der

Best-of-five-Serie am kommenden

Wochenende in Berlin stattfindet.

Ob am Sonnabend oder am Sonntag

wirdwegen der Fernsehübertragung

bei Sport1erst noch entschieden.

Die Anspannung war groß gewesen

vordiesem dritten, entscheidenden

Viertelfinalspiel am Sonntag.

Denn die ersten beiden Partien hatten

ja gezeigt, wie unangenehm, wie

kompakt, wie erfahren diese beinahe

fehlerfrei spielende Dürener Mannschaft

ist. Sie kamen selbstbewusst

in die Halle, angeführt von Kapitän

Michael Andrei, der seine Beine auf

der LED-Bande dehnte,aufrecht wie

der Platzhirsch in seinem Revier,und

mit einem Blick zur Hallenecke in

den Einlaufkorridor der Berliner andeutete:

Schaut rüber! Da kommen

die,die wir jagen wollen.

EinZermürbungskampf

Schon der erste Satz glich einem Zermürbungskampf.

„Wir wussten, wir

müssen mit hohem Risiko angreifen,

sonst kriegen wir die Maschine nicht

gestoppt“, sagte Manager KawehNiroomand.

Sergej Grankin verteilte

die Bälle geschickt, der Berliner

Block stand, die Aufschläge flogen

besser übers Netz als noch bei der

2:3-Niederlage in Düren am vergangenen

Mittwoch.

Entscheidend für den Ausgang

der Partie war das Ende des zweiten

Satzes. Beinahe die ganze Zeit über

hatte Düren in Führung gelegen, ehe

Enard beim Stand von 14:17 einen

entscheidenden Doppelwechsel

vornahm, der alles veränderte.

Er brachte für Grankin und Angreifer

Benjamin Patch Kapitän Sebastian

Kühner und Kyle Russell aufs

Russell (r.) beschwörtReichert. IMAGO IMAGES

Feld. Kühner führte sich sofort mit

einem Ass ein, sein Jubel danach

sagte ungefähr aus: Leute,das ist unsereHalle,das

ist unser Viertelfinale.

Jetzt kommt unsere Zeit. So war es

auch. Russell punktete, Adam White

nervte Dürens Block, indem er ihm

den Ball in die Arme drückte. Auch

zwei Schiedsrichterentscheidungen

brachten Düren aus der Contenance,

die deren chilenischer An-

IMAGO IMAGES/KOCH

greifer Sebastián Gevert gänzlich

verlor, nachdem der Referee einen

dritten, strittigen Ball am Netz zum

24:23 für Berlin gewertet hatte. Vor

Wut schlug Gevert eine orangefarbige

Netzbefestigung aus der Verankerung

und sah dafür die Gelbe

Karte. Russell punktete danach wieder

und wieder,erstreckte seine Finger

zur Hallendecke und feierte den

Satzball zum 27:25 mit seinem traditionellen:

„Yes,yes,yes.“

Im dritten Satz war Düren niedergekämpft,

frustriert, aus dem Rhythmus.„Es

hat lange gedauert, bis wir

die Nuss geknackt haben“, sagte Berlins

Manager Niroomand, der fand,

Trainer Enard habe überragend gecoacht.

„Er hat den Doppelwechsel

genau zum richtigen Zeitpunkt gemacht.

Es war wichtig, dass wir so

ein Play-off-Spiel unter Druck überstehen.“

Die Play-off-Erfahrung fehlt einem

Großteil seiner Spieler ja noch,

und so schlichen sich immer wieder

Fehler, Unsicherheiten ein. „Gegen

Haching wirdsich vonder Intensität

her nicht viel ändern“, glaubt Manager

Niroomand.

Kur

ohne

Krönung

Gladbach und Werder

trennen sich 1:1

Mönchengladbachs Trainer Dieter

Hecking hatte genug. Erbost

brach der scheidende Coach

nach dem 1:1 (0:0) der Borussia gegen

Werder Bremen ein Interview

beim TV-Sender Sky ab. Dabei hatte

Reporter Marcus Lindemann doch

nur nach der sportlichen Situation

des spät eingewechselten Kapitäns

Lars Stindl gefragt.

Gladbach hatte sich zuvor deutlich

verbessert gezeigt, das Remis ist

aber im Kampf um die Champions-

League-Plätze zu wenig. Bremens

Davy Klaassen brachte Hecking vor

54 022 Zuschauern zum Auftakt seiner

Abschiedstour mit seinem späten

Ausgleichstreffer in der 79. Minute

um den Sieg. Fünf Tage nach

der Bekanntgabe der Trennung von

ihrem Coach zum Saisonende hatte

Florian Neuhaus (49.) den Führungstreffer

für die seit fünf Heimspielen

sieglosen Gastgeber erzielt.

DieElf vomNiederrhein steht als Tabellenfünfter

nun vier Zähler hinter

Eintracht Frankfurt. Werder hat als

Achter zwei Punkte Rückstand auf

die Europa-League-Ränge.

Über den Verzicht auf Stindl sagte

Hecking wenig später in der Pressekonferenz:

„Das war eine meiner

schwersten Entscheidungen, weil er

mein Kapitän ist.“ Der Trainer wies

darauf hin, dass der Spielführer zuletzt

nicht seine normale Form erreicht

habe.

Im 100. Bundesliga-Duell beider

Teams verpasste Hecking seinem

Team eine Frischzellenkur. Der

Coach veränderte System und Personal.

„Das hat uns überrascht“, sagte

Bremens Max Kruse. Raffael kehrte

nach fünf Monaten in die Startelf zurück,

auch Christoph Kramer stand

wieder in der Anfangself. Wie Stindl

musste auch Linksverteidiger Oscar

Wendt, der zuvor als einziger Glad-

Leithammel bei Werder Bremen:

Davy Klaassen.

IMAGO IMAGES/ MAIWALD

bacher Feldspieler in dieser Saison

immer vonBeginn an spielte,unfreiwillig

pausieren. Zudem trat die Elf

nicht im üblichen 4-3-3-, sondernim

3-5-2-System an.

Heckings Elf präsentierte sich

mutig, wurde vom Publikum lautstark

unterstützt und zeigte sich gegen

die zuletzt sehr selbstbewusst

auftretenden Bremer auch zweikampfstark.

Viele von der Abwehr

abprallende Bälle wurden gewonnen,

vor allem Kramers Einsatz tat

dem Team gut. Werder hatte aber die

erste guteTorchance durch Johannes

Eggestein, der an Torhüter Yann

Sommer scheiterte. Noch vor der

Pause hatten Patrick Herrmann, der

nur den Außenpfosten traf, Alassane

Pléa und Thorgan Hazardgute Möglichkeiten

zum Führungstreffer.

Dann war es der frühere Gladbacher

Kruse,der im Mittelfeld den Ball

an Nico Elvedi vertändelte, der wiederum

Neuhaus ins Spiel brachte.

Der 22-Jährige umkurvte Werder-

Keeper Jiri Pavlenka und schoss aus

spitzem Winkel das viel umjubelte

1:0. Pléa hatte kurz darauf ebenso

wie der eingewechselte Fabian Johnson

die Chance zum 2:0. Auf der anderen

Seite zwang Kruse Sommer

zweimal zunächst zu Glanzparaden,

ehe Klaassen in der Schlussphase

per Kopf das 1:1 gelang. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 19 *

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Sport

Mainz 05

BUNDESLIGA

Schalke 04

Djangas

Absichten

Sein Spitzname ist Djanga,

sein Idol die Comicfigur

Black Panther und seine

Hoffnung heißt Ronald Koeman.

Daswar der Trainer,der

Jean-Paul Boëtius im Oktober

2012 bei Feyenoord Rotterdam

völlig überraschend

in die

Startelf für den

Klassiker gegen

Ajax Amsterdam

berief. Bis dahin

war der 18-Jährige

kein einziges Mal

im Kader gewesen,

beim 2:2 schoss er

auf Anhieb ein Tor.

Heute ist Koeman

Hollands Bondscoach, und

Boëtius hofft, dass er sich irgendwann

wieder an ihn erinnert.

73 Minuten hat er

schon absolviertinder Elftal,

das war im März 2014 beim

0:2 gegen Frankreich, bevor

seine Karriere ins Holpern

geriet.

Boëtius war immer das,

was in Holland Vleugelaanvaller

genannt wird, ein Außenstürmer.

Erst Trainer

Sandro Schwarz kam bei

Mainz 05 auf die Idee,den inzwischen

25-Jährigen ins

Glücklich: Boëtius

zentrale Mittelfeld zu stellen,

wo er seine Stärken ausspielen

kann, „Handlungsschnelligkeit,

Leichtfüßigkeit,

den Key Pass spielen“,

wie er selbst trefflich analysiert.

All das zeigte er in Vollendung

beim 5:0

gegen den SC Freiburg,

ein merkwürdiges

Spiel, in dem

fast nur die Freiburger

spielten, die

Mainzer aber Tor

um Tor schossen,

GETTY IMAGES/GRIMM

vor allem dank

Jean-Paul Boëtius.

Erst jagte er den

Ball nach einem

missglückten Klärungsversuch

von SC-Keeper Alexander

Schwolow postwendend

aus 35 Metern ins Tor, dann

war er an drei weiteren Treffernmaßgeblich

beteiligt.

Nach mäßig erfolgreichen

Stationen beim FC Basel,

KRC Genk und erneut Feyenoord

kam Boëtius für nur

3,5 Millionen Euro nach

Mainz, wo er sich mit starken

Leistungen für weitere Einsätze

imOranje-Team empfiehlt

–zur Notauch als Vleugelaanvaller.

(mali.)

Verein Sp S U N Tore Punkte

1 München 28 20 4 4 74: 28 64

2 Bor.Dortmund 28 19 6 3 66: 35 63

3 RB Leipzig 28 16 7 5 53: 22 55

4 Eintr.Frankfurt 28 15 7 6 56: 31 52

5 M'gladbach 28 14 6 8 47: 35 48

6 VfL Wolfsburg 28 13 6 9 47: 42 45

7 Hoffenheim 28 11 11 6 58: 39 44

8 SV Werder Bremen 28 11 10 7 50: 40 43

9 Leverkusen 28 13 3 12 50: 48 42

10 Düsseldorf 28 11 4 13 38: 52 37

11 Hertha BSC 28 9 8 11 41: 46 35

12 Mainz 05 28 9 6 13 33: 48 33

13 SC Freiburg 28 7 11 10 38: 48 32

14 FC Schalke04 28 7 5 16 29: 46 26

15 FC Augsburg 28 6 7 15 37: 54 25

16 VfB Stuttgart 28 5 6 17 27: 60 21

17 Nürnberg 28 3 8 17 23: 53 17

18 Hannover96 28 3 5 20 25: 65 14

29. Spieltag,12. bis 14.4.:

1. FC Nürnberg -FCSchalke Fr.,20.30

Leipzig -Wolfsburg Sa., 15.30

Stuttgart-Leverkusen Sa., 15.30

Bremen -SCFreiburg Sa., 15.30

Hannover-M’gladbach Sa., 15.30

Dortmund -FSV Mainz 05 Sa., 18.30

Hoffenheim -Hertha BSC So., 13.30

Düsseldorf -FCBayern So., 15.30

Frankfurt-Augsburg So., 18.00

Torjäger:

21 Tore: Lewandowski (Bayern München)

17 Tore: Jovic (Eintracht Frankfurt)

16 Tore: Alcácer (Borussia Dortmund)

15 Tore: Kramaric (1899 Hoffenheim),

Poulsen (RB Leipzig), Reus (Borussia

Dortmund)

14 Tore: Haller (Eintracht Frankfurt)

Der Oberwüterich

der Liga

Böse Zungen behaupten

ja, dass Huub Stevens

zwar nicht das Bundesligateam

von Schalke 04 besser

macht, aber wenigstens die

U23 in der Oberliga. Dahin

verbannt der Niederländer

gerade einen in Ungnade gefallenen

Profi nach dem anderen.

Ansonsten spielt

Schalke so wie zuvor beim

entlassenen Domenico Tedesco,

ganz ordentlich, aber

unansehnlich und erfolglos.

Nur eine Sache hat sich geändert:

Der Wutpegel ist

enorm gestiegen. Spieler wie

Daniel Caligiuri oder Guido

Burgstaller lassen ihrem inneren

Rumpelstilzchen

freien Lauf, und Stevens hat

keinen Monat gebraucht, um

Freiburgs Christian Streich

als Oberwüterich der Bundesliga

abzulösen.

Als Knurrer von Kerkrade

war Huub Stevens einst bekannt,

davon kann keine

Rede mehr sein. DerKnurrer

ist zum Brüller geworden. Sascha

Stegemann stand jedenfalls

die nackte Angst ins

Gesicht geschrieben, als Stevens

am Sonnabend nach

dem völlig berechtigten

Handelfmeter, der Eintracht

Frankfurt inder 99. Minute

Wilder als Freiburgs Streich:

Huub Stevens

DDP/HUFNAGEL

zum 2:1-Sieg verhalf, grimmig

seine zeternden Spieler

aus dem Weg räumte, um

selbst vehement auf den

Schiedsrichter und seine Assistenten

einzuteufeln. Später

schob Stevens noch ein

paar Tiraden gegen Journalisten

nach, die es gewagt

hatten, eine gewisse Mitschuld

seines Teams an der

Niederlage zu insinuieren.

In Hoffenheim war der

65-Jährige zuletzt aus gesundheitlichen

Gründen zurückgetreten.

Schalke dürfte

demWohlbefinden kaum zuträglicher

sein. Wir empfehlen:

strenge Bettruhe an

Spieltagen. (mali.)

Lebensgefährliche

Jobgarantie

Verstehe noch einer die

Bundesliga und ihre Protagonisten.Während

beim FC

Bayern der Vorstandsvorsitzende

Karl-Heinz Rummenigge

am Tagnach dem 5:0

gegen Dortmund in die Bütt

steigt und seinem Trainer

Niko Kovac via Medien mitteilt,

dass es für ihn keine Jobgarantie

gebe, spricht Thomas

Hitzlsperger, der Sportvorstand

des VfB Stuttgart,

ebendiese an seinen Trainer

MarkusWeinzierl aus.

Und das nach einem 1:1

gegen Nürnberg, bei dem der

am offensivsten ausgerich-

VfB Stuttgart

Stressjob Bundesliga: VfB-Coach Weinzierl

tete VfB aller Zeiten (Weinzierl:

„Wir haben offensiv aufgestellt,

dann offensiv eingewechselt

–und zum Schluss

mit offenem Visier gespielt“)

nur dank eines Treffers des

Abwehrspielers Ozan Kabak

Schlimmeres verhindern

konnte. Wobei Weinzierl die

Videoüberprüfung des Treffers

durch den Videoassistenten

fast nicht überlebt

hätte. „Da bekommst du in

fünf Minuten gefühlt zwei

Herzinfarkte“, sagte er. Tja,

so einen Jobwie den desVfB-

Trainers will man unter Garantie

nicht haben. (lot.)

GETTY IMAGES/KOPATSCH

Nagelsmann hatte eine Ahnung

So ganz konnte man diesen Transfer erst mal

nicht nachvollziehen. Aber Julian Nagelsmann,

der Trainer der TSGHoffenheim, hatte da offensichtlich

so eine Ahnung. Nämlich die, wonach

er aus dem beiWerder Bremen mitunter doch etwas

unglücklich agierenden Ishak Belfodil (Foto)

noch ein paar Prozent rauskitzeln kann. Und

GETTY IMAGES/PRETTY

siehe da: Der Franzose mit algerischen Wurzeln

trifft und trifft und trifft. Beim 4:0 der TSG am

Sonntagnachmittag beim total überforderten FC

Augsburggelang dem 27-Jährigen in der zweiten

Hälfte gar ein lupenreiner Hattrick, also seine

Saisontreffer 11, 12 und 13. Die Führung hatte

Andrej Kramaric erzielt.

Hannover 96

Auf Augenhöhe

mit Europa

Zunächst sei an dieser

Stelle mit einem überaus

hartnäckigen Missverständnis

aufzuräumen: Im internationalen

Vergleich steht

die Bundesliga mit den anderen

Topligen Europas so

schlecht gar nicht da. Zumindest

im Fall von Hannover96als

Sinnbild für das mit

Abstand schlechteste Team

der Liga. Nach dem 1:3 im

Niedersachsen-Derby beim

VfL Wolfsburg stehen nun 14

Punkte zu Buche, macht bei

28 Partien im Schnitt 0,5

Zähler pro Partie. Premier-

League-Vertreter Huddersfield

Town (0,42) und Chievo

Verona aus Italiens Serie A

(0,37) können da nicht mithalten.

Allerdings sind die Hannoveraner

auf bestem Wege,

einen neuen Tiefstwertinder

Bundesliga zu knacken −zumindest

seit Einführung der

Drei-Punkte-Regel in der Saison

1995/1996. Bislang ist

hier der SC Freiburgführend,

der es in der Saison

2004/2005 fertigbrachte,

nach dem letzten Spieltag

gerade mal 18 Punkte gesammelt

zu haben. Aufatmen

kann man bei 96 immerhin,

was den Vergleich mit dem

ewig Bundesliga-Schlechtesten

Tasmania Berlin angeht.

Zehn statt acht Punkte hätten

die Hauptstädter geholt,

wenn es 1965/66 schon drei

Punkte für einen Sieg gegeben

hätte.

Trainer Thomas Doll kann

sich noch so blamieren, in

die TopTen der schlechtesten

Bundesligatrainer wirder

es diese Saison nicht mehr

schaffen. Selbst wenn die

kommenden sechs Partien

punktlos ausgehen, kommt

er auf einen Schnitt von 1,36

Zählern pro Spiel. Kaum zu

glauben bei derzeit nur einem

Sieg und acht Niederlagen

mit 96. Aber selbst damit

ist Hannover der hochgepriesenen

Premier League

überlegen. Jan Siewert, ausgerechnet

ein Deutscher,der

Huddersfield trainiert, hat

bei einem Sieg noch einmal

mehr verloren. (pae.)

ACHTUNDZWANZIGSTER SPIELTAG

1:2 (1:1)

SCHALKE–FRANKFURT

2:4 (2:1)

LEVERKUSEN–LEIPZIG

1:1 (0:1)

STUTTGART–NÜRNBERG

1:1 (0:0)

M’GLADBACH–BREMEN

5:0 (4:0)

BAYERN– DORTMUND

1:2 (1:1)

HERTHA–DÜSSELDORF

5:0 (3:0)

MAINZ–FREIBURG

3:1 (1:1)

WOLFSBURG–HANNOVER

0:4 (0:1)

AUGSBURG–HOFFENHEIM

FC Schalke04: Nübel -Bruma,

Stambouli, Nastasic -Serdar,

Mascarell -D.Caligiuri, Oczipka

-Boujellab (79. Rudy) -Burgstaller,Embolo

(66. Kutucu)

Eintracht Frankfurt:Trapp -Abraham,

Hasebe, Hinteregger (38.

N'Dicka) -daCosta, G. Fernandes,

Kostic -Willems, de

Guzmán (46. Paciencia) -Rebic

-Jovic

SR: Stegemann -ZS: 61 842

Tore: 0:1 Rebic (13.), 1:1 Serdar

(21.), 1:2 Jovic (90.+9/HE)

GK: Embolo (2), D. Caligiuri (7),

Burgstaller (4) /deGuzmán (4)

Gelb-Rote Karte: Serdar

(90.+4/wiederholtes Foulspiel)

/-

BayerLeverkusen: Hradecky -

Weiser,Tah, S. Bender,Wendell -

Baumgartlinger (72. Alario) -

Ch. Aranguiz, Brandt -Havertz,

K. Volland (81. Paulinho), Bailey

RB Leipzig: Gulacsi -Klostermann

(46. Mukiele), Konaté,

Orban, Halstenberg -Kampl -

Haidara (46. Matheus Cunha),

Laimer -Forsberg (85. Demme)

-Sabitzer,Werner

SR: Welz -ZS: 28 845

Tore: 1:0 Havertz(11./FE), 1:1

Sabitzer (17.), 2:1 Havertz

(23.), 2:2 Werner (64.), 2:3

Forsberg (71./HE), 2:4 Matheus

Cunha (83.)

Gelbe Karten: Ch. Aranguiz (3),

Tah(3) /Orban (5)

VfB Stuttgart: Zieler -Beck (46.

Didavi), Kabak, Pavard, M. O.

Kempf, Insua (78. Sosa) -Zuber,Ascacibar,Esswein

(61.

Gonzalez) -Donis, Mar.Gomez

1. FC Nürnberg: Mathenia -Ro.

Bauer,Mühl, Ewerton, Leibold -

Erras -Löwen, Behrens -Pereira,

Kerk (26. Kubo (88. Petrak)) -

Ishak (68. Vura)

Schiedsrichter:Willenborg

Zuschauer:58757

Tore: 0:1 Pereira (42.), 1:1 Kabak

(75.)

Gelbe Karten: Pavard (3) /Leibold

(6), Vura (5), Ro. Bauer (3)

Bor.Mönchengladbach: Sommer

-Ginter,Strobl, Elvedi -P.

Herrmann (66. Johnson), Zakaria,

Kramer,Neuhaus (84.

Stindl), T. Hazard -Raffael (78.

Hofmann), Pléa

Werder Bremen: Pavlenka -Gebre

Selassie, Langkamp, Moisander,Augustinsson

-M.Eggestein,

Sahin (76. Pizarro), M.

Kruse, Klaassen -J.Eggestein

(52. Osako), Rashica (87. Möhwald)

Schiedsrichter:Schlager

Zuschauer:54022

Tore: 1:0 Neuhaus (49.), 1:1

Klaassen (79.)

GK: Kramer (4), Zakaria (6) /Augustinsson

(3), Moisander (4)

Bayern München: Neuer -Kimmich,

Süle, Hummels, Alaba -

Javi Martinez (77. Goretzka),

Thiago-Gnabry, Müller (80.

Sanches), Coman (68. F.

Ribéry) -Lewandowski

Borussia Dortmund: Bürki -

Piszczek (69. M. Wolf), Akanji,

Zagadou (46. Weigl), Diallo -

Witsel, Delaney-Sancho, Dahoud

(62. M. Götze), Bruun Larsen

-Reus

SR: Gräfe -ZS: 75 000

Tore: 1:0 Hummels (10.), 2:0

Lewandowski (17.), 3:0 Javi

Martinez (41.), 4:0 Gnabry

(43.), 5:0 Lewandowski (89.)

Gelbe Karten: Lewandowski (2)

/Zagadou (4), Delaney(6)

Hertha BSC: Jarstein -Lazaro, N.

Stark, Rekik, Mittelstädt -Grujic,

Skjelbred -Leckie (78. Palko

Dardai), Duda (70. Dilrosun),

Kalou -Selke

Fortuna Düsseldorf: Rensing -

Mat. Zimmermann, A. Hoffmann,

Kaminski, Gießelmann

(78. Bormuth) -Raman, Stöger,

Bodzek, O. Fink (73. Sobottka),

Lukebakio (68. Usami) -Hennings

Schiedsrichter:Dingert

Zuschauer:51604

Tore: 0:1 Raman (35.), 1:1 Grujic

(41.), 1:2 Raman (61.)

Gelbe Karten: Duda (5), Mittelstädt

(2) /Stöger (7)

FSV Mainz 05: Fl. Müller -Donati,

Bungert(68. Hack),

Niakhaté, Martín -Kunde Malong

(55. Onisiwo) -Gbamin,

Latza -Boetius -Mateta, Quaison

(79. Maxim)

SC Freiburg: Schwolow-K.

Schlotterbeck, Frantz (46. Niederlechner),

Heintz -P.Stenzel

(83. R. Koch), Abrashi, Höfler,

Günter -Haberer,Grifo -Höler

(46. L. Waldschmidt)

SR: Jablonski -ZS: 27 305

Tore: 1:0 Boetius (20.), 2:0 Mateta

(25.), 3:0 Mateta (33.),

4:0 Onisiwo(73.), 5:0 Mateta

(77.)

GK: Kunde Malong (5), Latza

(4), Maxim (3) /Höfler (5)

VfL Wolfsburg: Pervan -William,

Knoche, Brooks, Roussillon -

Guilavogui, Rexhbecaj -Mehmedi

(85. Klaus), Brekalo (62.

Ginczek), Steffen (77. Malli) -

Weghorst

Hannover96: M. Esser -Sorg,

Anton, Wimmer,J.Korb -Bakalorz

(79. Soto), Schwegler -Haraguchi,

N. Müller (70. Muslija),

Maina -Weydandt

Schiedsrichter:Cortus

Zuschauer:23512

Tore: 0:1 Weydandt (30.), 1:1

Steffen (32.), 2:1 Steffen (71.),

3:1 Roussillon (78.)

Gelbe Karten: Steffen (4) /N.

Müller (3), Wimmer (4)

FC Augsburg: Kobel -Oxford

(27. Finnbogason), Gouweleeuw,Danso,

Max -Baier (74.

Cordova)-M.Richter (60.

Hahn), Schmid, Koo, Ji -Gregoritsch

1899 Hoffenheim: Baumann -

Kaderabek, Vogt, B. Hübner,N.

Schulz (66. Brenet) -Grillitsch -

Amiri (62. Bicakcic), Demirbay-

Kramaric (80. Bittencourt) -

Szalai, Belfodil

Schiedsrichter:Schröder

Zuschauer:27552

Tore: 0:1 Kramaric (6.), 0:2 Belfodil

(61.), 0:3 Belfodil (74.),

0:4 Belfodil (82.)

Gelbe Karten: Gregoritsch (3) /

Demirbay(3)


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 – S eite 20 *

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Sport

Westfälische Trauer-Viererkette trifft auf bayerisches Tor-Rudel.

AP/KERSTIN JOENSSON

Das rote Signal

Der FC Bayern erteilt Borussia Dortmund mit einem 5:0 eine Lehrstunde in Sachen Spitzenspiel

VonMaik Rosner,München

Als Lucien Favre zum wiederholten

Male auf seine

Aufstellung mit Marco

Reus als Sturmspitze, ohne

den formstarken Mario Götze und

mit dem nach fast zweimonatiger

Verletzungspause zurückgekehrten

Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek

angesprochen wurde, legte Borussia

Dortmunds Fußballlehrer ein süffisantes

Lächeln auf. „Wenn du verlierst,

ist immer der Trainer schuld“,

sagte er. Dahalf es auch nicht, seine

Idee zu erklären, „mit mehr Tiefe zu

spielen und schnellen Spielern

vorne“. Denn statt wie geplant abzuwarten

und den FC Bayern auszukontern,

hatten die Münchner das

Topspiel am Sonnabend vor allem in

der ersten Halbzeit zu einem furiosen

5:0 (4:0) und zur Rückkehr auf Tabellenplatz

eins genutzt. „Das war ein

Statement. So stelle ich mir das vor,

mit und gegen den Ball“, sagte Bayerns

Trainer Niko Kovac, der mit einem

beachtlichen Jubelsprung das

Bild des Tages zu dieser befreienden

Machtdemonstration gelieferthatte.

Es passte ganz gut, dass Kovac sich

zuvor noch in eigener Sache hatte erklären

müssen, weil seine Mannschaft

mit dem Ballast des 1:1 in der

Liga beim SC Freiburgund dem indisponierten

5:4 im Pokalviertelfinale

gegen Heidenheim in den Showdown

gezogen war. Viel Kritik war danach

an dem 47 Jahre alten Kroaten geübt

worden, wie schon mehrfach in seiner

ersten Saison beim Branchenführer.

Kovac begegnete den Zweifeln an

seinen Fähigkeiten mit einem Satz,

den nun auch Favre ins Feld hätte

führen können. „Nach der Schlacht

kann jeder General sein“, hatte Kovac

befunden und damit gemeint, dass

man es hinterher immer besser wisse.

Nun stand er erstmals nach einem

Topspiel in dieser Saison als großer

Gewinner da, nach der 2:3-Niederlage

im Hinspiel beim BVB und dem

Aus imAchtelfinale der Champions

League gegen Liverpool (0:0/1:3).

Doch werweiß, wie der Ligagipfel

verlaufen wäre, wenn der statt Götze

überraschend aufgebotene Mahmoud

Dahoud in der sechsten Minute

nach dem sehr hübsch vorgetragenen

Konter nicht den Außenpfosten,

sondernzum 1:0 insTorgetroffen

hätte? Solche Schnellangriffe hatte

sich Favre javon seiner Aufstellung

ohne den verletzten Stürmer Paco

Alcácer erhofft. Doch es sollte der einzig

nennenswerte im gesamten Spiel

bleiben.

Das lag vor allem daran, dass die

Bayern den Auftrag ihres Präsidenten

Uli Hoeneß, zu liefern, voll umsetzten.

Mit enormer Entschlossenheit,

viel Wucht und Tempo sezierten sie

einen BVB, der dem Angriffswirbel

nicht gewachsen war.„Wirhaben katastrophal

gespielt“, schimpfte Kapitän

Reus,man müsse den Auftritt, der

des BVB„nicht würdig“ gewesen sei,

„knallhart analysieren“. „Das war

eine Lehrstunde“, räumte Favreein.

„Nach der Schlacht

kann jeder General sein.“

Niko Kovac darf nach einem Topspiel endlich mal

die Deutungshoheit für sich in Anspruch nehmen.

Zunächst traf der ehemalige Dortmunder

Mats Hummels per Kopf

nachThiago Alcántaras Ecke (10.), ein

Muster, das oft für viel Gefahr sorgte.

Dann nutzte RobertLewandowski einen

grotesken Fehlpass des insgesamt

sehr unsicheren Dan-Axel Zagadou

so elegant wie spektakulär zu seinem

200. Ligator,als er den Ball über

TorwartRoman Bürki hob und die eigeneVorlage

per Seitfallzieher vollendete

(17.). Und spätestens als Javier

Martínez nach Thiagos gelupftem

Freistoß und Thomas Müllers abgepralltem

Volley mit Bedacht zum 3:0

einschoss (41.), musste der BVB aufpassen,

nicht ähnlich unter die Räder

zu kommen wie voreinem Jahr (6:0).

SergeGnabrys Kopfball zum 4:0 nach

Müllers Flanke (43.) krönte eine erste

Halbzeit, die sogar die Bayern überraschte.

„Unglaublich“ sei der geschlossene

Vortrag gewesen und „selten erlebt“

habe er so etwas, sagte Müller,

„das war von Abis Zein super Spiel

vonuns“ und ein„Signal, das wir aussenden

wollten“. Garniert noch von

Lewandowskis 21. Saisontor in der

gedrosselten zweiten Halbzeit (89.).

„Sehr stolz“ sei er auf seine nun 201

Ligatore, sagte der Pole, „ich freue

mich sehr,bei den deutschen Legenden

zu stehen“, also hinter Gerd Müller

(365 Ligatore), Klaus Fischer (268),

Jupp Heynckes (220) und Manfred

Burgsmüller (213).

Die übergeordnete Botschaft des

FC Bayern lässt sich sechs Spieltage

vor dem Saisonende zwar kaum an

dem Vorsprung auf den BVB von einem

Punkt und 15 Toren ablesen.

Aber nach diesem Auftritt spricht

deutlich mehr für den siebten Titelgewinn

des Meisters in Serie als für

Dortmunds ersten seit 2012.

Für Favreund die Borussen war es

kein Trost, dass danach sogar die

Bayern jene Debatten fortführten,

die sie und Kovac schon die gesamte

Saison begleiten. „Offensiv zu spielen,

das ist unsere DNA“, befand Lewandowski,„immer,wenn

wir offensiv

spielen, läuft es besser.“ Passivität

sei „nicht unser Ding“ und „liegt uns

nicht“, ergänzte Hummels, „wenn

wir aktiv sind, ist das einfach eine

ganz andere Klasse“. Sogar Vorstandschef

Karl-Heinz Rummenigge

stimmte am Sonntag ein. „Es gab sicher

auch kritische Wochen, die

nicht gut gelaufen sind“, sagte er bei

Sky, „wir müssen die letzten sechs

Spiele im Stil von gestern angehen.“

Kovac wird’svernommen haben.

„Dann soll ein anderer kommen, das ist auch nicht schlimm“

Die Kritik an Pal Dardai wird nach der 1:2-Niederlage gegen Düsseldorf immer lauter.Erselbst schließt seinen Abgang als Trainer von Hertha BSC indes nicht aus

VonPatrick Berger

Über die Schwimmkünste von

Pal Dardai ist nichts bekannt.

Nach dem 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf,

der vierten Niederlage in Serie,

bediente sich der 43-Jährige allerdings

eines ungarisches Sprichwortes,

bei dem das Schwimmen zur

Metapher herangezogen wird. Es

lautet: „Tud úszni? Nem. És ha megfizetem?“

Ins Deutsche übersetzt:

„Kannst Du schwimmen? Nein. Und

wenn ich Dich bezahle?“ Der 2002

verstorbene Kabarettist Géza Hofi, einer

der populärsten Humoristen Ungarns,

wollte einst mit dem Satz verdeutlichen,

dass Geld eben nicht alle

Probleme lösen kann. Eine Entwicklung,

wie sie bei Hertha gewünscht ist

und gefordert wird, brauche, soDardai,

vorallem Geduld und Zeit.

Doch allzu viel Zeit dürfte der Trainer

nicht mehr haben. Die Kritik an

seiner Person wird immer lauter.

Auch in Fanforen wird eifrig diskutiert,

ob Dardai, immerhin Rekordspieler,

Herzensherthaner und seit

vier Jahren im Amt, noch der Richtige

für die blau-weiße Kommandobrücke

ist.

Am Tag nach der Heimpleite

machte der frühere Profi schon mal

deutlich, dass er sein Trainerschicksal

hinter das Wohl des Vereins zurückstelle,

wartete schließlich mit dieser

vielsagenden Einschätzung auf.

„Wenn die Spieler das Gefühl haben,

dass Dardai sie blockiert, dann sollen

sie das dem Manager sagen. Dann

soll ein anderer kommen, das ist auch

nicht schlimm. Es geht um Hertha

BSC, nicht um PalDardai. Bisjetzt hat

es hervorragend funktioniert. Wenn

einer keine Geduld hat, kann ich

nichts ändern.“ Klingt so ein Trainer,

der noch in dieser Saison die Trendwende

herbeiführen kann und die

Mannschaft auch in der kommenden

Spielzeit zum Erfolg führen will?

Dardai stellte indes klar, dass er

der Mannschaft nach der Niederlage

gegen den Aufsteiger keinen Vorwurf

mache. Dazu bediente er sich der

Statistik, die bekanntlich nie lüge.

„55 Prozent Zweikampfquote“,

zählte der Übungsleiter auf, „60 Prozent

Ballbesitz, 13 Torschüsse, 112

Die Ohnmacht eines Trainers: PalDardai

Kilometer gelaufen –das ist für Hertha-Verhältnisse

ein gutes Spiel.“

Nurstand man am Ende mal wieder

mit leeren Händen da. Das 1:2 war

die sechste Niederlage im elften

Rückrundenspiel. Hertha ist in der

Tabelle auf Rang elf abgestürzt und

nun auch auf dem Weg, sogar das

Minimalziel, einen einstelligen Tabellenplatz,

zu verspielen.

Während sich Dardai schützend

vor die Spieler stellte, gingen diese

OTTMAR WINTER

knallhart mit sich selbst ins Gericht.

So sagte Valentino Lazaro etwa, dass

er persönlich die Schnauze voll

habe, gegen solche Gegner, ohne

Düsseldorf herabwürdigen zu wollen,

zu verlieren. „Das nimmt so viel

Spaß. Es ist irgendwas drin in der

Mannschaft, dass sich Leute denken,

dass es um nichts mehr geht. Vielleicht

will sich keiner verletzen. Wir

sind aber alle Angestellte des Vereins

und sollten uns bis zum Schluss den

Arsch aufreißen.“ UndMarko Grujic

gestand, dass durchaus der Eindruck

haften bleibe, dass man nicht alles

gegeben habe, Düsseldorf gar einen

Tick motivierter gewesen sei. Dardai

teilte den Eindruck nicht. Undüberhaupt:„Wenn

die Spieler so etwas sagen,

dann müssen sie auch Namen

nennen. Nur sokommen wir weiter.

Wirmüssen ehrlich zueinander sein.

Irgendwo ist die Grenze. Die Spieler

müssen alles auch ein bisschen realistischer

einschätzen.“

Kritik an den Medien

Derheißblütige Coach machte unter

anderem auch die Medien für eine

seiner Meinung nach überzogene

Erwartungshaltung verantwortlich.

„Das kommt von außen, die Champions

League, die Europa League –

das ist nicht fair.Das ist sogenannter

geplanter Mord“, kritisierte Dardai.

Dabei waren es die Spieler selbst und

Manager Michael Preetz, 51, die diesen

nächsten Schritt auf der Entwicklungsstufe

offensiv angingen.

So sagte Grujic vor dem 0:5 in Leipzig:

„Wir können in Leipzig zeigen,

dass wir mit den Top-Teams der Liga

mithalten und mit einem Sieg vielleicht

doch noch um die Europapokalplätze

spielen können.“ Lazaro

stufte Europa als Überraschung ein,

die mit der richtigen Einstellung gelingen

könne. Und Mathew Leckie

sagte selbstbewusst: „Die Chance ist

noch da!“

Preetz forderte schon zum Jahreswechsel

eine Entwicklung – auch

vom Trainer. „Wir haben in diesem

Jahr die Chance,richtig oben reinzurutschen.

Undwenn sich diese Möglichkeit

bietet, muss man sie auch

nutzen. Das ist mir deutlich zu wenig.

Wir haben inzwischen eine bessere

Mannschaft, und mit einer besseren

Mannschaft kannst du auch

andere Ziele erreichen.“ Dardai entgegnete

dem:„Der Manager will eine

Entwicklung sehen: Ich glaube, die

sieht er.Aber er will auch Ergebnisse

haben. Das ist sein gutes Recht. Er

kann Druck ausüben, den Trainer

kritisieren. Damit habe ich kein

Problem.“ Inzwischen ist aber womöglich

er selbst Teil des Hertha-

Problems.


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Dokumentarisches

Theater beim

FIND-Festival

Seite 22

„Wie konnten die Mütter das zulassen?“

Fragt sich Harry Nutt, nachdem er die TV-Dokumentation über Michael Jackson gesehen hat Seite 22

Europa

Wir

Fachleute

PetraKohse

wohnte einem „Reden über

Veränderung“ bei.

Haben Sieheute schon an Europa

gedacht? Nur noch 48 Tage bis

zur Europawahl am 26. Mai –man

bräuchte allmählich einen Plan. Ulrike

Guérot hat einen. DiePolitikwissenschaftlerin

will Rechtsgleichheit

für alle in Europa und kann sich eine

europäische Sozialversicherungsnummer

für die ab 2025 Geborenen

vorstellen. Was der Publizist Roger

de Weck prinzipiell nicht falsch, aber

–als Schweizer –hundert Jahre zu

früh terminiertfindet. Immerhin begeistern

ihn die „Friday for Future“-

Demonstrationen als Weg bereitende

„europäische Jugendbewegung“,

wozu nun die Schauspielerin

und Regisseurin Maryam Zaree zu

bedenken gibt, dass hier nicht für

eine gemeinsame politische Vision,

sondern gegen eine ökologische

Dystopie demonstriertwerde.

Guérot, de Weck und Zareesitzen

am Sonntagvormittag mit dem Galeristen

Johann König auf der Bühne

des Festspielhauses, umrundet von

einem Publikum 50plus,das für je einen

kurzenBeitrag einen freigelassenen

Platz in der Podiumsrunde einnehmen

darf. Ein schönes Format

für ein Gespräch, das auf deutschlandradio.de

live übertragen und

dort vielleicht auch nachzuhören

sein wird. Auffallend ist, wie selbstbewusst

die Zuhörer zu Teilnehmern

werden, wie sie sofort bequem die

Beine ausstrecken und eine Minute

lang auf Augenhöhe dabei sind.

Denn tatsächlich gibt es in Europafragen

ja keine echten Fachleute,

sondernnur jene,die sich mit diesen

Fragen bereits länger beschäftigen.

Am wichtigsten zu klären ist momentan

vielleicht, wie die Homogenitätsforderung

der Nationalisten

und das Einheit-in-Vielfalt-Versprechen

der Europafreundlichen in einen

gemeinsamen Diskurs zu bringen

sind. Und wie auch Jüngeren

verständlich gemacht werden kann,

dass Europa ein Friedens- undWohlstandsprojekt

ist, das erst zurück auf

seinen eigenen Weg und dann zu

Ende gebracht werden muss. Und

zwar vonuns allen.

Agitprop-Folklore

Jürgen Kuttner und TomKühnel verschmunzeln Heiner Müllers „Umsiedlerin“ in den Kammerspielen

VonUlrich Seidler

Klassenkampfkomiker mit

bunten Kappen, ein Chor

von Neubauern mit roten

Fahnen, Sinnspruchabsonderungen

in gebrüllten Blankversen?

Noch einmal umgeguckt, ja,

wir sind in den Kammerspielen des

Deutschen Theaters, noch einmal

das Datum gecheckt, ja, es ist Sonnabend,

der 6. April 2019, und der

Blick auf den Programmzettel bestätigt:

Das davorn soll eine dieser lustig

aggressiven Agitpropshows des

Regieduos Jürgen Kuttner und Tom

Kühnel sein. Im Deutschen Theater

kommen die beiden alljährlich mit

einer neuen anachronistisch-heimatkundlichen

Dubiosität heraus.

Diese Fanveranstaltungen, mit denen

das DT sich seiner weniger populären

DDR-Tradition entledigt,

sind selbst schon liebe Tradition.

Diesmal also Heiner Müllers „Die

Umsiedlerin. Das Leben auf dem

Lande“ –der „größte Theaterskandal

der DDR“ (Hatten die beiden den Superlativ

nicht schon 2010 benutzt,

als sie mit einer Neuinszenierung

vonPeter Hacks’„DieSorgen und die

Macht“ am DT debütierten?)

Damals in der DDR

Jörg Pose als Parteisekretär Flint geht voran.

Wenn man das Stück über die Bodenreformheute

liest, wundertman

sich. Müller stellte den Umgang mit

den Zensoren im Nachhinein als einen

Jungenstreich hin, als hätten es

die Behörden aus Versehen so weit

kommen lassen. Mag sein. Aber

wenn eine derartig deutliche Kritik

an denVerhältnissen überhaupt ausprobiert

werden konnte und im

Mauerjahr 1961 tatsächlich, wenn

auch unter organisiertem Protest,

ans Licht kam, war die untergegangene

Republik vielleicht doch keine

nur dunkle und diktatorische, wie

die Abkürzung für manchen Nachgeborenen

heute nahelegen könnte.

Finster und unfrei genug war sie

allemal. B. K. Tragelehn inszenierte

die Uraufführung im Auftrag des

DeutschenTheaters,die Arbeit wurde

nach einerVersuchsaufführung in der

Hochschule für Ökonomie in Karlshorst

verboten. Tragelehn flog aus der

Partei und musste sich im Tagebau

bewähren, Müller wurde aus dem

Schriftstellerverband ausgeschlossen,

was einem Berufsverbot gleichkam.

So dunkel und diktatorisch es

zuging, die Sache mit dem Kommunismus

–die war für die Künstler dennoch

nicht entschieden.

Wo bleiben heute, fast sechzig

Jahre nach der Uraufführung und

dreißig Jahre nach dem Haken, den

die Geschichte hinter die DDR gemacht

hat, die Brechungen? Wo die

bei Kuttner und Kühnel üblichen

IMAGO IMAGES

doppelten Böden? Und was einem

da so permanent ins Gesicht latscht

–soll das ihr böser Witz sein, ihr von

Hass und Sarkasmus auf die ideenlose

Gegenwartangetriebener Furor,

der einem das Lachen in den Hals

rammt, damit es dortsteckenbleibe?

Wo ist er hier eigentlich geblieben,

der Unterschied zur nostalgisch verschmunzelten

Folklore?

Wenn man nicht aufpasst, wähnt

man sich wie durch einen bösen

Zeitzauber in eine Show des Fernsehens

der DDR zurückversetzt. Die

Kessel-Buntes-Bühne besteht aus

drei einander überschneidenden

Rundpodesten, die Jo Schramm mit

schwarz-weißer Auslegware sowie

Sonnenstrahl- und Ährensymbolen,

später auch mit einem niedlichen

Trecker dekorierthat. Statt voneiner

munteren Helga Hahnemann wird

man von einem melancholischen

Kuttner in einem ebenfalls schwarzweißen

Anzug und mit geölten Dorfgigolo-Locken

unterhalten.

Und statt einer DDR-Combo bekommen

wir gleich zum Auftakt das

westdeutsche Schlagerehepaar Nina

und Mike aus dem Jahre 1971 eingespielt:

„Was wird sein in sieben Jahren“.

Darin geht es, typisch Spießerwessis,umdie

Liebe zwischen Mann

und Frau in den nächsten hundert

Jahren –anders als bei der Originalversion

von Zager und Evan „In the

Year 2525“, die ein paar Jahrtausende

vorausschaut und die schwarze Zukunft

einer vonDenkmaschinen, Robotern

und Drogen sedierten

Menschheit ausmalt. Ein typisches

Beispiel für die sozialdemokratische

Verwohnzimmerung von gesellschaftskritischen

Dystopien, die

Kuttner so gern in seinen Videoschnipsel-Abenden

anprangert.

Nichtganz so damals im BE

DieFrage,wozuman hier um Gottes

Willen gebeten ist, führt aber auf

noch flachere Glatteisschichten der

Orientierungslosigkeit. Dann glaubt

man sich ins Berliner Ensemble vor

zehn Jahren versetzt. Es fehlen wirklich

nur noch die weißgeschminkten

Gesichter mit den rotenNasen, dann

hat man eine typische, von tapferen

Schauspielern exekutierte Regiearbeit

aus Claus Peymanns später, unfreiwillig

satirischer Hans-Dampf-

Phase vor sich. Aus dieser Schreckensvision

kommt man dann nicht

mehr heraus. Die dünne, aber grell

gelackte Ironiefirnis der Kühnel-Kuttner’schen

Geschichtsstunde hält einem

das Kranke der Gegenwart sicher

vom Leibe. Die inneren Zensorendürfenberuhigtschlafen.

DieUmsiedlerin 14., 19.4., 6. 5.:19.30Uhr;

14., 20.5.: 20Uhr, DT-Kammerspiele, Kartentel.:

28441225 oder:deutschestheater.de

NACHRICHTEN

Bauhaus-Jubiläum: Mehr als

10 000 Besucher in Weimar

Dasneue Bauhaus-Museum in Weimar

hat bereits an den ersten Tagen

seiner Öffnung Tausende Besucher

angezogen. „Wir hatten auch wahnsinniges

Glück mit dem Wetter“,

sagte ein Sprecher der Klassik Stiftung

Weimar am Sonntag. Auch

Gäste sprachen vonlangen Warteschlangen

sowohl vordem am Freitag

eröffneten neuen Bauhaus-Museum

als auch vordem Neuen Museum.

Dortist seit Freitag die neue

Dauerausstellung „Van de Velde,

Nietzsche und die Moderne um

1900“ zu sehen. Seit Eröffnung für

das allgemeine Publikum zählte die

Klassik Stiftung vonFreitagabend bis

zum Sonntagnachmittag 14 000 Besucher

in beiden Häusern. DerEintritt

in den nahe beieinander gelegenen

Museen war am Wochenende

kostenlos.(dpa)

Briten gewinnen Weimarer

Hochschulwettbewerb

Einen mit 10 000 Euro dotierten Preis

für Kammermusik der Musikhochschule

Weimar hat ein Quartett aus

London gewonnen. Dievier Streicher

des Barbican Quartets überzeugten

die Jury am Samstag in der

Finalrunde des Wettbewerbs,wie die

Hochschule am Sonntag mitteilte.

Mitdem Marmen Quartet schaffte es

ebenfalls eine britische Gruppe auf

den zweiten Platz. Dendritten Platz

gewann das in Barcelona gegründete

Cosmos Quartet. DieHochschule für

Musik Franz Liszt richtet den Wettbewerb

alle drei Jahreaus. (dpa)

JennyErpenbeck bekommt

Usedomer Literaturpreis

DieinBerlin lebende Schriftstellerin

Jenny Erpenbeck ist am Sonnabend

mit dem Usedomer Literaturpreis

geehrtworden. Die52-Jährige nahm

den mit 5000 Euro dotierten Preis

am Abschlusstag der Usedomer Literaturtage

in Ahlbeck in Empfang. Sie

stifte mit ihrem Werk Verständnis

und baue damit Brücken zwischen

Menschen und Kulturen. „Die Welt

braucht mehr Jenny Erpenbecks und

damit mutige Plädoyers für mehr

Menschenfreundlichkeit“, sagte Jurymitglied

Andreas Kossertinseiner

Laudatio.(dpa)

UNTERM

Strich

Maulfeil

Polyamouröse

Spielereien

VonUte Cohen

Mit dem Plural ist es eine Crux. Es verhält

sich mit ihm wie mit polyamourösen

Beziehungen, die gerade ja in aller Munde

sind. Aus eins mach vier heißt es da: Warum

sich begnügen mit einem, wenn das Leben

doch viel mehr zu bieten hat? Alles auf eine

Karte setzen wollen sollte man ohnehin

nicht. In amourösen Kleeblättern liebt man

sich kreuz und quer, schwört Besitzansprüchen

und Monogamie ab. Kurzum: Der possessive

Singular hat ausgedient. Beglückend

KARL BURKHARD TIMM

ist die Vielfalt, die es wiederum nur in der

Mehrzahl geben kann.

Wenn es auch nur den geringsten Zusammenhang

zwischen Sprache und Wirklichkeit

gibt, dann verheißt der Siegeszug der

multilateralen Liebesbeziehungen nichts

Gutes für den plötzlich vernachlässigten Singular.

Die Einzahl steht verschüchtert inder

Ecke, weint bitt’re Tränen. Spießig sei sie,

freiheitsbeschränkend und langweilig. Ihr

einziger Kamerad ist Singularetantum, der ja

als Einzahlwort schon immer ein Einsiedler

war.Als Substantiv,das nur in der Einzahl gebräuchlich

ist, hat das Singularetantum

nämlich kein Problem mit Einsamkeit. Außerdem

sind seine Spießgesellen zahlreicher,

als man denkt: der Lärm, das Fleisch, die

Wehmut, die Vernunft, der Durst und auch

die gute, alte Post. Abtrünnige kennt aber

auch diese Spezies. Das sind die sprachlichen

Chamäleons, die im Plural die Bedeutung

wechseln: die Schönheit zum Beispiel.

Die Schönheit ist ein wenig –Verzeihung! –

hinterfotzig. Sie gliedert sich einfach in vielfältige

Schönheiten auf und bricht auf diese

Weise aus aus der Singularetantum-Kaste

aus. ObFriedrich Schiller das mit seiner ästhetischen

Erziehung bezweckte,ist fraglich.

Er war ja der Meinung, dass der Mensch nur

durch die Schönheit zur Freiheit gelangen

könne.ImPlural wirdder Sinn entstellt: „Mit

Schönheiten zur Freiheit gelangen“ klingt

nach Tinder, Polyamorie und Scheidungskrieg.

Überdies gibt’s da noch die Fachidioten

unter den Singularetanta. Siehalten sich

für etwas Besseres und gerieren sich als Milche,Wässer

und Craftbeere. Manchmal gibt

ihnen der Markt dann etwas auf den Deckel

und es ist Ruhe im Karton.

Schwieriger ist es mit der Loyalität, zwar

kein Singularetantum, aber verwandt. Nach

einer Phase der Standhaftigkeit wurde sie

plötzlich ungreifbar, und schien schon fast

vomWinde verweht. Kurz vordem Exitus hat

sie sich einen Plural-Freund geschnappt und

streicht mit ihren Loyalitäten-Kumpanen

durch die Lande. Die französische Schriftstellerin

Delphine de Vigan hat ihr sogar ein

Buch gewidmet: „Loyalitäten“. Es handelt

vom Umgang mit der Loyalität, von ihrem

Kern und ihren Wandlungen. Mit der Lex,

dem Gesetz, hat sie heute nicht mehr viel am

Hut, mit innerer Verbundenheit und gemeinsamen

Werten jedoch sehr wohl. Die

Frage ist, ob der Plural als sprachliches Wunderwasser

taugt für den Loyalitätskonflikt.

Den trägt man schließlich meist mit sich

selbst aus. Man kann an Margeriten zupfen

(bin loyal/bin nicht loyal) oder sich auf das

Wesentliche besinnen: Loyalität ist keine vasallenhafte

Unterwürfigkeit. Sie ist eine mit

Herz und Verstand getroffene Entscheidung

freier Menschen. Lassen wir die Loyalität in

ihrer Einzigartigkeit gelten. Das tut der Einzahl

gut und auch der Loyalität. Nicht jeder

ist für polyamouröse Spielereien geschaffen.

In derSerie„Maulfeil“ setzt sich unsere AutorinUte Cohen

den Wurzeln und Wandlungen vonWörtern auf die Spur.


22 * Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Feuilleton

Archäologie der Gegenwart

Das 19. FIND in der Schaubühne begann mit der Uraufführung von Sanja Mitrovics „Danke Deutschland“ und fokussiert sich auf Dokumentartheater

VonDoris Meierhenrich

Man musste dieses Mal

bis zum dritten Tag

warten, bis das Festival

für internationale

Dramatik so richtig in Fahrtkam. Im

Saal der Schaubühne standen neun

Chileninnen zwischen 13 und 16

Jahren und riefen mit Kreischstimme

und unbeugsamer Kraft eine

Kulturrevolution aus: Wir wollen

nicht mehr werden, was Erwachsene

schon sind: Frauen mit Rock und

langen Haaren, Männer mit Machoallüren

und Macht! Nicht meine Vagina

bestimmt, wer ich bin! Neue

Denkmuster müssen her! Das Stück

heißt„Paisajes paranocolorear“ und

stammt vonder chilenischen Truppe

La Re-Sentida, die schon oft beim

FIND war, aber noch nie mit einer

derart lebendig wütenden Produktion

wie dieser.

Die Mädchen sind keine Schauspielerinnen,

sie erzählen von sich

und zirka hundertanderen Jugendlichen,

die Regisseur Marco Layera

und sein Team zuvor interviewten.

Es sind Geschichten von sexueller

Gewalt und patriarchaler Selbstherrlichkeit

in Familie, Schule, kirchlichen

Einrichtungen und der alltäglichen

Werbung. Wütend, zynisch,

traurig spielen die Mädchen viele

dieser „zivilisatorischen“ Gewaltszenen

nach und schütteln sich zwischendurch

in punkigen Tänzen frei.

Undauch wenn es grob und emotional

übersteuert zugeht, legen diese

Geschichten jene Gewaltstrukturen

frei ,die Frauen in Südamerika (und

überall) nach wie vor zuMenschen

zweiter Klasse machen.

Der Tänzer Denis Kuhnertineiner Szene aus „Danke, Deutschland –Cam on nuoc Duc“ von Sanja Mitrovic.

In diesem Jahr will das FIND besonders

politisch sein und rückt das

Dokumentartheater ins Zentrum,

das, so Intendant Thomas Ostermeier,imGrunde

das Theater zu seinen

Wurzeln zurückbringe. Schon

für Shakespeare habe gegolten: kein

Drama ohne den Blick in die Chroniken.

Unraffiniert kann man diese

kleine Wurzeldehnung im Dienst der

Eigenwerbung nicht nennen. Trotzdem

bleibt es eine spannende Idee,

zehn Tage lang das Theater als archäologischen

Spaten zu gebrauchen,

um hinter die Oberflächen der

Gegenwart zuleuchten. Die Chilenen

haben das erfrischend vorgemacht,

was man vonder Eröffnungspremiere

„Danke Deutschland“ der

Performerin Sanja Mitrovic nur bedingt

sagen kann. Zu schablonenhaft

zusammengesetzt, zu oberflächlich

bleibt ihr Recherchestück,

in dem sie sogenannte„Experten des

Alltags“ mit Schaubühnen-Schauspielernzusammenbringt.

Dabei behandelt das Stück mit

den Lebenslinien vonNord- und Südvietnamesen,

die Ende der 70er Jahre

aus ihrem geteilten, zerstörten Land

nach Ost- und Westdeutschland kamen,

ein interessantes Thema, mit

dem nicht nur die Weltgeschichte,

sondern auch die deutsch-deutsche

noch einmal anders in Blick genommen

werden könnte. Und zunächst

überzeugen auch Mai-Phuong Kollath

und Khanh Nguyen mit ihren Lebenserzählungen:

Mai-Phuong aus

dem kommunistischen Nordvietnam,

in den 80ern als Vertragsarbeiterin

nach Rostock gekommen, lernt

bald die Regeln umschleichen, die sie

als bloßes Arbeitstier festnageln.

Khanh erzählt als Tochter sogenannter

„Boatpeople“, die über ein Patensystem

in der BRD aufgenommen

wurden, wie sie durch Doppelmoral

THOMAS AURIN

und Paternalismus zu Dankbarkeit

und Unauffälligkeit erzogen wurde.

Beide Geschichten spiegeln einen

verdeckten Rassismus, der sich seit

Jahrzehnten in beiden deutschen

Staaten ankündigt und dessen einzelne

Anschläge in kurzen Reenactments

geschickt zwischengeschoben

werden.

Alles gipfelt in der ausgedehnten

Protokollwiedergabe der Ausschreitungen

gegen das „Sonnenblumenhaus“

in Rostock, August '92. Diese

Nacherzählung aber führt auch zur

Schwäche des Abends,denn schlicht

zu viel Bekanntes wird hier abgespult,

zu wenig andere, verdichtete

Perspektiven lassen die bekannte

Realität unbekannt werden. Am wenigsten

funktioniertdas Zusammenspiel

der Ensemblemitglieder Veronika

Bachfischer, Kay Bartholomäus

Schulze und Felix Römer mit den

„Experten“, wenn sie plötzlich ihre

österreichische oder ostdeutsche

Biografie mit denen der Vietnamesen

um das Gebeuteltsein wetteifern

lassen. Wann ist man ein Staatsbürger?

Wann kein „Bürger zweiter

Klasse“ mehr? Das sind die guten

Fragen, die zu Beginn gestellt, aber

leider nicht weiter verfolgt werden.

Erfreulicher fielen die Einladungen

aus Belgien und England aus,die

ein drittes Rechercheformat präsentieren,

nämlich fiktive Geschichten

zu erzählen, die auf realen Gegebenheiten

basieren. Anne-Cecile Vandalems

futuristisch grotesker Klimakrimi

„Arctique“ verquirlt dabei die

Unabhängigkeitsbestrebungen

Grönlands mit der Erderwärmung,

durch die sich plötzlich auch das

Mutterland Dänemark aufgeschlossen

zeigt. Denn ohne Eiskruste lohnt

es sich, das rohstoffreiche Land an

internationale Konzerne zu verschachern.

Bühnenbildnerisch aufwändig

verstrickt sich die verschachtelte

Geisterschiff-Handlung allerdings

im Nebel. Dagegen lieferte der Brite

James Yeatman mit seiner „Trap

Street“ ein Gegenprogramm, das mit

wenig Bühne, aber viel Spieleinsatz

am Beispiel der Familie Welsh im

Zeitzickzack vom Aufstieg und Niedergang

des sozialenWohnungsbaus

erzählt. Altes Spiel, sehr heutig.

FIND bis 14.4., Infos:schaubuehne.de

Jeder wollte ihm nah sein

Michael Jackson und seine Opfer: Die TV-Dokumentation „Leaving Neverland“ war nun auch im deutschen Fernsehen zu sehen

VonHarry Nutt

Als vor einigen Wochen die TV-

Dokumentation„Leaving Neverland“

des Regisseurs Dan Reed zunächst

auf einem Festival und dann

im Sender HBO in den USA ausgestrahlt

wurde, entzündete sich auch

hierzulande eine Debatte, ob man

die Hits Michael Jacksons noch spielen

könne. Die Bundeskunsthalle in

Bonn wurde aufgefordert, eine Ausstellung

über die Wirkung des Pop-

Phänomens Jackson abzusagen.

In dem Film schildern James Safechuck

(41) und Wade Robson (38),

nenzulernen. „Jimmy“ Safechuck

kam über das Casting für eine Pepsi-

Reklame mit ihm in Kontakt. Jackson

widmete den Jungen Aufmerksamkeit

und verwickelte sie in eine Liebesgeschichte,

die sexuelle Handlungen

zunächst schleichend, dann

immer intensiver einschloss.Die Familien

der Kinder befanden sich in

der unmittelbaren Umgebung, aber

je länger die Beziehung dauerte,

desto mehr wurden die Mütter von

ihren Söhnen ferngehalten.

Es sind nur wenige dramaturgische

Mittel, die Reed einsetzt. Neben

den Interviews gibt es mit Drohnen

Fan-Gedenken vor dem Hotel „Bayrischer

Hof“ in München.

DPA

wie sie im Alter vonsieben und elf in

die Nähe des Popstars gerieten. „Er

gehört zu den nettesten, freundlichsten

und liebevollsten Menschen“

sagt Wade Robson nahezu

tonlos. „Und er hat mich sexuell

missbraucht. Sieben Jahre lang.“ Safechuck

und Robson kommen in

langen Gesprächen zu Wort, Mütter

und Geschwister werden befragt. Es

geht um die Rekonstruktion der intimen

Beziehung Michael Jacksons zu

den jungen Fans.Wade Robson hatte

im australischen Brisbane einen

Tanzwettbewerb gewonnen, dessen

Preis darin bestand, den Star kenaufgenommene

Kamerafahrten

über Michael Jacksons Ranch Neverland,

wo sich der Missbrauch häufig

ereignete. Standbilder, Tonaufnahmen

und per Faxgeräte versandte

Liebesbekenntnisse ergänzen die

Gespräche, die immer mehr therapeutischen

Charakter annehmen.

Im zweiten Teil des Films geht es

kaum noch um Michael Jackson und

die Fragen nach seiner Schuld. Geschildert

wird vielmehr, wie die Folgen

des Missbrauchs das Seelenleben

der Heranwachsenden und ihrer

Familien verdüstern. Wade Robsons

Vater nahm sich das Leben.

Natürlich bleiben Fragen. Wie

konnten die Mütter das zulassen?

Wie blind mussten sie gegenüber

dem manipulativen Geschick Jackson

sein. Der Filmtitel scheint Safechuck

und Robson den späten Auszug

aus Neverland zu verheißen.

Aber tatsächlich haben sie das seelische

Gefängnis, das der Popstar um

sie errichtete, nie verlassen. Die

Frage, obman Jackson heute noch

hören will, wird nach dem Erleben

dieses Films jeder für sich beantworten

müssen. Über das System

Missbrauch aber kann nicht geschwiegen

werden.

Die schönsten Seiten

des Frühlings!

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Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 23

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Feuilleton/Medien

Nur das

Pflaster passt

nicht so recht

Palais Schaumburg spielten

in der Volksbühne

VonJohannes von Weizsäcker

Ein schönes Beispiel dafür, dass

Popmusik, die zu ihrer Entstehungszeit

dringlich, schneidend und

neu klang, Jahrzehnte später als gemütliche

Klangtapete funktionieren

kann, fand sich am Freitagabend in

der Volksbühne beim Auftritt der

Hamburger Postpunkband Palais

Schaumburg. Als die Gruppe Anfang

der Achtzigerjahre, frisch der Kunsthochschule

entschlüpft, minimale

Funkstücke mit pointierten Synthesizereinwürfen

und dadaistischen

Nicht-Slogans verband, wurde dies

international als energischer neuer

Puls wahrgenommen.

Vieles, was später die Technomusik

charakterisieren sollte, war

hier angelegt –sowohl Keyboarder

Thomas Fehlmann als auch Sänger

Holger Hiller widmeten sich in der

Folge der kurzen Bandkarriere

elektronischer Musik. Auch tourte

die Band damals unter anderem

mit Kurtis Blow, einem der ersten

prominenten Rapper; ähnlich wie

etwa Liquid Liquid oder ESG, Palais

Schaumburgs New Yorker Schwestern

und Brüder im Geiste, die im

frühen HipHop oft gesampelt wurden,

fanden also auch hier die damals

neuen Genres Postpunk und

HipHop gemeinsamen Boden.

Das Schneidend-Erneuernde bedarf

aber einer gewissen jugendlichen

Dringlichkeit, um zu schneiden,

sowie den richtigen Zeitpunkt

in der Geschichte, umzuerneuern;

so hatte das Konzert, das Palais

Schaumburg in ihrer „klassischen“

Viererbesetzung in der Volksbühne

absolvierten, einen etwas wattierten,

musealen Charakter – verstärkt

durch die weitreichende Bestuhlung

des Saals, die zu vornehmlich auf

Tanzryhthmen fokussierter Musik

nicht optimal passt.

Holger Hiller (vorn) und Thomas Fehlmann

von Palais Schaumburg ROLAND OWSNITZKI

Doch erstens lotste die Band zu

Beginn große Teile des Publikums in

den Zwischenraum zwischen Bühne

und Auditorium, wo dann eifrig mitgeschunkelt

wurde, zweitens aber

bot sie umgekehrt ihre Stücke weniger

druckvoll dar, als man das von

Aufnahmen und alten Live-Mitschnitten

gewohnt ist, so dass sitzengebliebene

Zuhörer nicht vonindustriell

hämmernden Funkbeats in die

Stühle gedrückt, sondern eher von

mildem Puls angenehm beplätschertwurden.

Auch aus dieser Perspektive

konnte man sich noch überzeugen,

dass Stücke wie etwa die Hindemith-

Kinderoper-Entlehnung „Wir bauen

eine neue Stadt“ (welches die Band

in Ermangelung weiteren Materials

in der Zugabe ein zweites Mal darbot)

oder auch „Deutschland kehrt

gebräunt zurück“ –hier in zeitgemäßer

Neutextfassung inklusive dem

Begriff Instagram zu hören –auch in

der ohrensesselkompatiblen Fassung

heutige Zeiten assoziativ anregend

bebildern.

In Würde gealtert also? Größtenteils

schon –nur die Schulterpflaster

von Bassist Timo Blunck, die er am

Ende präsentierte,umzuzeigen, unter

welch schmerzhaftem Alterseinsatz

er hier gespielt habe, hätte er in

würdigem Understatement bedeckt

halten sollen.

Die Augen des Teufels

„Und tot bist du!“ –der Schwarzwaldkrimi des ZDF bemüht die Angst vor dem Dunklen

VonTorsten Wahl

Der Nebel schleicht durch

den Schwarzwald, in

dem die Wölfe wieder

heulen. Bergseen sind

hier nicht einfach Weiher, sondern

„Augen des Teufels“, die manchmal

über die Ufer treten, weil selbst der

Teufel Tränen über das Leid der ertrunkenen

Frauen vergießen muss.

Gleich zu Beginn blickt ein junges

Wandererpaar allerdings in die Augen

einer weiblichen Wasserleiche.

Während der ARD-„Tatort“ den

Schwarzwald als Schauplatz aktueller

Verbrechen zeigt, wabert es im

ZDF-Schwarzwaldkrimi mystisch

vor sich hin –das besitzt ja optisch

einen ordentlichen Gruselfaktor.

Dabei hätte es eigentlich im Taunus

wabern sollen. Denn seit 2013

laufen im Zweiten die Verfilmungen

der Krimis von Nele Neuhaus unter

Titeln wie „Böser Wolf“ oder „Im

Wald“. Da aber die Autorin gar nicht

so schnell schreiben kann, wie das

ZDF ihre Stoffe verfilmt, erfanden

der Sender und die Produzentin Annette

Reeker einen ähnlich anmutenden

Schwarzwaldkrimi, der auch

zwei Teile umfasst, wie die Taunuskrimis

der letzten drei Jahre. Reeker,

die unter ihrem Pseudonym Anna

Tebbe schon die Taunus-Vorlagen in

Drehbücher verwandelt hatte,

schrieb nun das Buch zum Schwarzwaldkrimi

kurzerhand selbst. Diese

Personalunion von Autor und Produzent

wäre früher kritisch gesehen

worden. Heute gilt sie unter dem

Label „Showrunner“ als zeitgemäß –

bei vielen Serien begleiten die Erfinder

ihreProjekte bis zum Schluss.

DasFindelkind

DasErmittlerduo sieht so aus,als wäre

es demTaunuskrimi-Duo nachgestellt

worden. Statt Felicitas Woll und Tim

Bergmann spielen hier Jessica

Schwarzund MaxvonThun.Während

Kommissar Konrad Diener aus Hamburghergezogen

ist, steckt seine Kollegin

MarisBächle tief im Schwarzwald

und auch tief im Fall. Siewar als Findelkind

im Wald neben einer Höhle

gefunden worden und heißt im Städtchen

immer noch „Hauser“. Damit

nicht genug: Jessica Schwarz spielt in

einer Doppelrolle die Großmutter von

Maris, die 1945 Lehrerin im Ortwar.

Dasverweist auf die zentrale Idee

des Schwarzwaldkrimis: DasGrauen

Hauptkommissarin Maris Bächle (Jessica Schwarz) über dem Schwarzwald

DPA/WAISBURD

Musikalische Schwesternschaft

entstammt nicht fernen Märchen,

sondern der deutschen Geschichte.

Die Mordserie hängt eng mit Geschehnissen

im Frühjahr 1945 zusammen,

die auf belegtenVorgängen

beruhten. Der Film kreist um eine

Clique von Dorfoberen, die mit den

französischen Besatzernpaktiert: Sie

führten den Truppen gewaltsam

Frauen des Ortes zu und wurden

vom korrupten Kommandeur dafür

mit Posten belohnt. Der Anführer

der Truppe, der langjährige Bürgermeister,

lebt sogar noch: Lambert

Hamel spielt den 94-Jährigen als

halbblinden Despoten. Die aktuellen

Todesfälle betreffen die Enkelgeneration,

das erste Opfer war die Enkelin

des Alt-Bürgermeisters.

DasOrakel

Immer wieder bemüht der Zweiteiler

die „tief verwurzelte Angst vor dem

Dunklen, dem Diabolischen“, die

laut Produzentin Reeker bis heute

die moderne Erzählkultur des

Schwarzwalds bestimme. Dunkel

sind deshalb nicht nur die Wälder,

sondern auch die französischen Besatzer

– sie stammen meist aus

Nordafrika. Als Schwarzer verhöhnt

wurde als Kind zudem der Theologie-Professor

Katrein (Rüdiger Vogler),

der aus einer „Waldköhler“-Familie

stammt, bei der Zuführung der

Frauen an die Franzosen mit verbundenen

Augen das Orakel spielen

musste und sich nun an die Geschehnisse

voneinst erinnert.

Mag das Drehbuch auch krude

und oft konstruiertwirken, so haben

die Produzenten doch eine elegante

Methode gefunden, die Verbrechen

der Nachkriegszeit mit dem Heute

zu verbinden. Denn der Waldköhler-

Junge hatte seine Eindrücke damals

mit Kohlestift gezeichnet. Dank der

expressiven Bilder kann Regisseur

Marcus H. Rosenmüller mühelos

zwischen den Zeitebenen hin und

her blenden. Das Drehbuch hält zumindest

so viele Wendungen parat,

dass der Schwarzwaldkrimi auch

über drei Stunden seine Spannung

hält. Klar ist aber schon eins: Schalten

diesen Zweiteiler so viele Zuschauer

ein wie den Taunuskrimi,

der immer mindestens sechs Millionen

Fans fand, dann wabert esauch

im Schwarzwald demnächst weiter.

DerSchwarzwaldkrimi: Undtot bist du! Mo und

Mi, jeweils 20.15Uhr,ZDF

Wimpernschlaggenau: György Kurtags „Kafka-Fragmente“ mit Anna Prohaska und Isabelle Faust

VonGerald Felber

Die Sopranistin Anna Prohaska (l.) und die Violinistin Isabelle Faust verstanden es,

Selten gibt es künstlerische Partnerschaften,

die jenseits aller

Qualitätsdiskussionen unwiederholbar,

jauneinholbar bleiben. Oft sind

sie an bestimmte Werke, manchmal

nur an einen einzigen Aufführungsabend

gebunden, wenn sich beispielsweise

Swjatoslaw Richter an

den Flügel setzte, um mit Peter

Schreier Schuberts „Winterreise“

aufzuführen. Dass sich Anna Prohaska

und Isabelle Faust für György

Kurtags „Kafka-Fragmente“ zusammengefunden

haben, ist nun auch

ein solcher unverwechselbarer

Glücksfall geworden. Und ein herausfordernder

–denn was der Komponist

vor reichlich dreißig Jahren

aus Brief- und Tagebuchpassagen

des Dichters,erratischen Gedankenblitzen

und scharfsinnigen Beobachtungen

destilliert hat, ist

nichts zum Zurücklehnen.

Vierwortsätze, die zu 20-Sekunden-Aphorismen

werden, springen

um zu kleinen, gedrängten Weltphilosophien,

über denen der

Komponist seine Klänge traumwandlerisch

aufspannt und versickern

lässt – vierzig Miniaturen,

jede mit neuem Atem, eigener Zeitrechnung

und einer unerschöpflichen

Vielfalt komischer oder trauriger,

fassungsloser oder melancholisch

abgeklärter Gesten.

Die braucht es hier auch im direkt

theatralischen Sinne, obwohl

Anna Prohaskas herb-klare, fast vibratolose

Stimme auch schon bei geschlossenen

Augen eine Staunen

machende Vielfalt kleiner und größerer

Verstörungen, verletzten oder

verletzenden Spottes, unruhig verdrehter

und urplötzlich pointiert

aufschlagender Gedankengänge offenbarte.

Aber wenn man sie nicht

nur schmollen oder sich kreischend

empören hörte, sondern das auch

sah, war es natürlich noch schöner –

und brauchte und fand hier das Zusammengehen

mit einer Instrumentalpartnerin

wie Isabelle Faust,

die ihr ganzes Repertoire dünnhäutig-sensibler

Tongebung zwischen

hysterisch enthemmten Etüden-

Skalen, marionettenhaften Tanzfiguren

und schmerzlich verspannter

Dissonantik seismographisch auf

die Vokalpartnerin abstimmte.

Da bekam dasWort vom„Geigenspiel“

eine zusätzliche Sinngebung:

nicht nur Klangerzeugung, sondern

auch der quasi sportliche Einsatz des

Arbeitsgerätes beim Locken oder Bedrohen

des Gegenübers – eingeschlossen

die Raumnutzung zwischen

den beiden (von Kurtag vorgeschriebenen)

Instrumenten.

Es hatte etwas von einer großen

Schwester, die die kapriziöse Kleine

allzu gern imGriff behielte und sich

dann doch immer wieder zum Mitmachen

verführen lässt; was nur

geht, wenn man, wie diese beiden

großartigen Musikerinnen, wimpernschlaggenau

auf die andere zu

reagieren versteht. Da gab es manche

Vokale, bei denen Violin- und

Sopranklang tatsächlich zur Ununterscheidbarkeit

verschmolzen, und

in Kafkas letztem Vierzeiler wurde

quasi jeder Laut einzeln bis zur

schmerzlich-lustvollen Auflösung

durchgekaut: irre.

Nicht nur sinnstiftend, sondern

auch erholsam in diesem Parforceritt,

wie der Schauspieler Dominique

Horwitz den beiden Musikerinnen

mit einigen weiteren Kafka-

Skizzen, elegant in die Abläufe eingeklinkt

und mit sanft Distanz

schaffender, weise-tiefgründiger

Ironie kleine Atempausen schaffte.

So wurden es dann 70 Minuten am

Stück: keine zu viel, keine, die man

vermissen möchte.

Ein in Stein

geschriebener

Gedanke

Wiedereröffnung des

Exil-Hauses von Victor Hugo

VonSabine Glaubitz

Bei klarem Wetter kann man auf

die französische Küste blicken.

In der Glasveranda auf dem Dach

seines Hauses in der Inselhauptstadt

St. Peter Port pflegte Victor Hugo zu

schreiben, im Stehen an einem der

beiden herunterklappbaren Ecktische,

die er entworfen hat, wie fast

alles in dem Haus auf der britischen

Kanalinsel Guernsey. Dort verbrachte

der französische Schriftsteller,

Dichter, Zeichner und Publizist

(1802-1885) knapp 15 JahreimExil.

Für mehr als vier Millionen Euro

wurde das Haus, das Hugo während

seiner Zeit der Verbannung in ein

Gesamtkunstwerk verwandelt hat,

renoviert. Selbst das kleinste Detail

war von Hugo durchdacht und gestaltet

–wie die Zeichnungen auf den

Holzfriesen, die geschnitzten Motive

der Holzmöbel, darunter die Köpfe

seiner Romanfiguren Quasimodo

und Esmeralda aus „Der Glöckner

vonNotreDame“.

Vonder Glasveranda auf dem Dach konnte

Victor Hugo Frankreich sehen. DPA

Hugo hat an dem Haus,das er wegen

des Verkaufserfolges der ersten

Ausgaben seiner mehrbändigen Gedichtsammlung

„Les Contemplations“

erwerben konnte, viel umgebaut.

Dazu gehören der Wintergarten

und die „Galerie de chêne“, die

Eichengalerie, die aus einem Schlafzimmer

und einem Kabinett besteht

– mit imposanten Stühlen und einem

massiven Tisch. DieAnordnung

erinnertanden Großen Saal des Justizpalastes

in Paris, in dem Hugo in

„Der Glöckner von Notre Dame“ auf

dem Narrenfest ein Theaterstück

aufführen lässt.

Renaissance, Barock und Orientalismus:

Kein Stockwerk, kein Zimmer

gleicht dem anderen. Hugo hat

sein Haus in einem theatralischen

Stil gestaltet, der teilweise düster

und erdrückend wirkt, und leichter

und heller wird, je mehr man sich

dem Ausblick auf dem Dach nähert,

in dem er den Klassiker der Weltliteratur

„Die Elenden“ zu Ende schrieb.

Vieles spiegelt den Seelenzustand

Hugos im Exil wider: „Ich bin, aber

ich bin nicht“ und „Ich stehe aufrecht,

aber ich weine“ sind Inschriften,

die rechts und links des Kamins

in der „Galerie de chêne“ auf Lateinisch

eingraviertsind. Für Hugo war

Architektur „ein in Stein geschriebener

Gedanke“. Hugo wurde verbannt,

weil er sich gegen den Staatsstreich

auflehnte, mit dem es Louis-

Napoleon Bonaparte im Dezember

1851 gelang, den Wegfür die Wiedereinführung

der Monarchie ein Jahr

später frei zu machen. (dpa)

wimpernschlaggenau aufeinander zu reagieren. DG/HOFFMANN, ARTSMG.COM

TOP 10

Sonnabend, 6. April

1 Kommissarin Lucas ZDF 5,61 19 %

2 Tagesschau ARD 5,53 21 %

3 Der Staatsanwalt ZDF 4,18 15 %

4 Sportschau ARD 4,13 20 %

5 Verstehen Sie Sp.? ARD 4,03 15 %

6 DSDS RTL 3,42 13 %

7 heute journal ZDF 3,19 13 %

8 Das ak. Sportstudio ZDF 3,11 19 %

9 Dr. Klein ZDF 2,60 11 %

10 heute ZDF 2,58 13 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Der Seelenbrecher

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

19.30: CryBaby

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.30: Frei-Boxen

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: Roma Armee

Prime Time Theater (✆ 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding (Sitcom –

Folge122: DasWeddingstock-Festival)

Schlosspark Theater (✆ 789 56 67 -1 00)

20.00: Charlys Tante

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

20.00 Festsaal: Das weiße Rössl am Central Park

(Johannes Müller /Philine Rinnert)

KABARETT/VARIETÉ

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Die Zukunft istkeinPonyhof (Studio-Ensemble)

20.00: Weltretten für Anfänger

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Früher warich älter (Horst Evers)

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Lieder mitMusik (Gabi Decker &Die Devoten)

KLASSIK

Jüdisches Museum (✆ 25 99 33 00)

19.30: Angela Denoke(Sopran), Clara Jumi Kang,

Mohamed Hiber (Violine), Jing Zhao, TimPark

(Violoncello), TalBalshai, Nathalia Milstein (Klavier)

u. a., intonations 2019 –Das Jerusalem International

Chamber Music Festival, Brahms: Zwei Gesängefür

Gesang,für Gesang,Bratsche und Klavier op. 91, von

Dohnányi: Serenade für Streichtrio op. 10; Korngold:

Klavierquintett E-Dur,op. 15; „Tanz auf dem Vulkan“ –

Chansons der 1920er Jahre

Philharmonie/Kammermusiksaal

(✆ 254 88 -1 32) 20.00: Schumann Quartett mit

Andreas Ottensamer (Klarinette), Felix Mendelssohn

Bartholdy: Streichquartett Es-Dur op. 12; Leos

Janácek: Streichquartett Nr.2„Intime Briefe“, Carl

Maria vonWeber:Klarinettenquintett B-Dur op. 34

Piano Salon Christophori (Uferstr.8)

20.00: Elisabeth Kufferath (Violine), Hila Karni (Cello),

Benjamin Hochman (Klavier), Haydn: Klaviertrio

Nr.44E-Dur;Beethoven: Klaviertrio op.1 Nr.3 c-Moll;

Brahms: Klaviertrio Nr.1H-Dur op. 8u.a.

KINDER

Alte Dorfschule Rudow (✆ 66 06 83 10)

10.30: Die fantastische Geschichte vomfliegenden

Bären, Teatro Baraonda (ab 3J.)

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Die drei Räuber (ab 5J.)

10.30: Rico, Oskar und dieTieferschatten (ab 8J.)

Britzer Garten (✆ 700 90 60)

11.00Obstwiese am Eingang Mohriner Allee: Ostereierhängen

mit dem Förderkreis

Buchlokal (✆ 40 04 73 33)

10.00: Märchentrilogie vonSebastian Meschenmoser,Illustration

(ab 3J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Das weite Theater (✆ 991 79 27)

10.00: Die 2. Prinzessin oder wie man Erste wird

(ab 4J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.30: Ritter Rost, (ab 4J.)

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

10.00: Vier sind hier (ab 2J.)

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

Puppentheater Firlefanz (✆ 283 35 60)

10.00: Das tapfereSchneiderlein, Märchen-Puppentheater

(ab 4bis 8J.)

Schaubude Puppentheater (✆ 423 43 14)

10.00: nurwir alle, Theater Fusion, Puppentheater

(ab 4bis 6J.)

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: Schneeweißchen und Rosenrot, transit-theater-berlin,

Ein Märchen in vier Jahreszeiten (ab 4J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Crash Boom Click –Der Mond kann trommeln

(ab 5bis 11 J.)

Theater MorgensternimRathaus Friedenau

(✆ 92 35 59 50) 10.00: Laboratorium zum großen

Glück (ab 7J.)

10.00: DasTrollkind, (ab 7J.)

theater strahl probebühne (✆ 69 59 92 22)

9.00, 11.00: Spaaaß! (für Keenies),InterAktives

Theater zum Thema Mobbing (ab 11 J.)

LITERATUR/VORTRAG

Begine (✆ 215 14 14)

19.00: Literaturrunde: Wasman vonhier aus sehen

kann, Mariana Leky,Wir lesen und diskutieren

Romane und Biografien

Café Linus (✆ 017 86 88 51 23)

20.00: Der Original Rixdorfer PoetrySlam

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

19.30: Studio LCB: Wale und Nachtfalter,Szczepan

Twardoch, Im Gespräch: Olaf Kühl und Marta Kijowska,

Moderation: Katharina Teutsch

Literaturhaus Berlin (✆ 88 72 86 -0)

19.30: Zornfried, Jörg-UweAlbig,Mod.: Janika Gelinek

21.00: Wortservierung: Mit der Faust in dieWelt

schlagen, vonLukas Rietzschel mit Richard Burger

Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt

(✆ 81 70 47 26) 18.00: Privatbankiers in Leipzig

und Berlin, Monika Zimmermann, Lesung &Podiumsgespräch

mit Monika Zimmermann, Sebastian

Panwitz

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

19.30: Literatur Live: Goldschatz, Ingrid Noll

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

SO36 (✆ 61 40 13 06)

19.00: Lesedüne, Marc-UweKling,Julius Fischer,

SebastianLehmann, Maik Martschinkowsky u. a., mit

Musik vonBoris the Beast

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Montagslesung –Streifzügedurch das literarische

Berlin: Nein! Langsam! Langsam!, mit Reinhard

Scheunemann, Reinhard Scheunemann, Reinhard

Scheunemann liest Hans Siemsen

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

19.30: Mein Leben, leicht überarbeitet, Christoph

Hein, Lesung mit Musik

FÜHRUNG

Arbeitskreis altes Regierungsviertel

(✆ 01 76 25 29 15) 13.30: VomWilhelmplatz zum

Führerbunker –Eine Stadtführung durch das alte

Regierungsviertel, Treff: Wilhelmstr./Mohrenstr.am

Denkmal für Leopold vonAnhalt-Dessau

Theater

Tanz

auf

dem Balkan

Jedes Jahr am 7. April wird

der Tagder Roma, der Roma

Day, mit einer Parade begangen,

zu der das Bündnis für Solidarität

mit den Sinti und

Roma, der größten Minderheit

Europas, aufruft. Das Gorki-

Theater feiert diesen Tagauch

noch am Montag, frei nach

dem Motto, dass ja eigentlich

jeder TagRomatag ist. Auf der

großen Bühne ist zum letzten

Mal indieser Spielzeit das furiose

Stück „Roma Armee“ von

Yael Ronen zu sehen, ein erfreulich

wilder Ritt, keine Opferveranstaltung,

mit einem

großartigen Bühnenbild, das

auf den Bildern der Künstler

Delaine und Damian Le Bas

beruht. Im Studio geben Amos

Band &Friends ein Zwei-

Mann-Balkan-Nostalgie-Konzert,

anschließend kann getanzt

werden. An den Tables

steht DJ Maky, mit dem man

musikalisch auf dem Balkan

bleibt. Susanne Lenz

RomaArmee 20.30Uhr,Gorki-Theater

Amos Band&Friends 21.30 Uhr,Gorki-

Studio, Kartentel.: 20 22 11 15

Leser,

bist du noch da?

In dieser Wochegibteseinen Star aus

Frankreich zu erleben und sehr

interessante Berliner Gruppierungen

Pierre Lemaitre setzt seine erfundenen Figuren so wahrhaftig in die Geschichte, dass man beim Lesen viel über die Atmosphäre der Handlung

Man kann sich nicht

aussuchen, was in der

Woche passieren wird,

die vor einem liegt.

Das geht den Menschen im Allgemeinen

so und den Wochenvorschau-Kolumnisten

im Besonderen.

Die Empfehlungen an dieser Stelle

sind ja eine Auswahl aus dem, was

der Veranstaltungskalender hergibt.

Undheute ist mal wieder so ein Tag,

da ich diesem Programmkalender

vonHerzendankbar bin.

Werweiß, ob ich den Roman „Die

Farben des Feuers“ von Pierre Lemaitre

überhaupt zu lesen angefangen

hätte, wenn nicht in dieser Woche

der Besuch des Autors anstünde.

Immerhin habe ich ja schon das

2014 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete

Vorgänger-Buch „Wir sehen

uns dortoben“ verpasst. Weil es

immer so viel zu lesen gibt. Nunaber

habe ich zwei Tage mit „Die Farben

des Feuers“ verbracht und fühle

noch einen wohligen Lese-Kater,

lasse das Buch noch auf dem Tisch,

bevor es ins Regal wandert. Pierre

Lemaitre schreibt (im Deutsch von

Tobias Scheffel) so dicht an seinen

Figuren, dass man sich zwischen ih-

Cornelia Geißler

möchte an dieser Stelle dem Zufall

danken, weil er ein unerwartetes Leseerlebnis

bescherte, und ist ganz

allgemein dankbar,inBerlin zu leben,

wo so viele Autoren interessante Texte

schrieben und schreiben.

nen glaubt, er schreibt so realistisch

über Vorgänge im Finanzwesen, in

der Wirtschaft, Presse und Kultur

Ende der Zwanziger, Anfang der

Dreißigerjahre in Frankreich, dass

man ihn für einen Zeitzeugen halten

könnte. Wie rührend ist es, dass er

seine Danksagung am Ende an Historiker,

Schriftsteller und Bibliotheken

„Schuldschein“ nennt!

Ausgehend vom Schicksal einer

Pariser Banken-Erbin, das hier so

fulminant eingeführtwird, dass man

dieses Buch keinesfalls nur anlesen

kann, sondern dabeibleiben muss,

erzählt Lemaitre von Einfluss und

Intrigen, von weiblicher Selbstbestimmung,

verwandtschaftlichen

Ketten und gekränkter Eitelkeit. Er

erfindet eine Operndivaund den Erfolg

rumänischer Erdölaktien – jeweils

abhängig von einer Presse, die

sich nicht immer frei verhält. DerAutor

lässt den Leser immer nah am

Geschehen, weil er seine Figuren

voninnen und außen betrachtet und

weil er sich gelegentlich mit einer

Frage rückversichert, ob man ihm

denn noch folge. Das ist emotional,

spannend, ein großer europäischer

Roman. Am Mittwoch kommt Le-

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 8551) Ein Gauner &

Gentleman 15.15, 20.30; Green Book 17.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Monsieur Claude II

(OmU) 15.30, 21.00

DelphiFilmpalast (✆ 312 10 26)Monsieur Claude

II 15.30,18.00, 20.30

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Ein Gauner &

Gentleman (OmU) 13.50, 20.40; Die Wiese –Ein

Paradies nebenan 14.00, 18.30; Free Solo (OmU)

16.10; BirdsOfPassage: Das grüne Gold der Wayuu

15.00, 17.40, 20.20; Die Goldfische 15.15; Vice

–Der zweite Mann 17.50; Vice –Der zweite Mann

(OmU) 20.40;OfFathersand Sons –Die Kinderdes

Kalifats (OmU) 14.40; Another Day of Life 17.00,

19.00; Wir –Us(OmU) 21.00; Trautmann 14.40;

Beale Street (OmU) 17.20; Asche ist reines Weiß

20.00; Das Haus am Meer 14.45; Green Book

(OmU) 17.10; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit

–Onthe Basis of Sex (OmU) 16.00; Bohemian

Rhapsody (OmU) 18.40; Mid90s (OmU) 21.30

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Ein Gauner &Gentleman

18.15, 20.15; Renzo Piano: Architekt des

Lichts 18.30; The Sisters Brothers 20.00

Kant Kino (✆ 319 9866) Unheimlich perfekte

Freunde 14.00, 15.50; Ein Gauner &Gentleman

16.00, 18.15, 20.30; Die Berufung: Ihr Kampf für

Gerechtigkeit 17.50, 20.30; Lampenfieber 14.00;

Yuli 16.00; The Favourite – Intrigen und Irrsinn

18.15; Bohemian Rhapsody 20.50; Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks 15.10; Green Book

17.10, 20.00; Beale Street 15.00; Das Haus am

Meer 17.40; Weil Du nur einmal lebst –Die Toten

Hosen aufTour 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Dumbo

14.45; 3D: Captain Marvel 17.45; Friedhof der

Kuscheltiere 20.20, 23.00; 3D: Captain Marvel

14.30; 3D: Dumbo 17.20; 3D: Shazam! 20.00,

23.00;Captain Marvel14.50; Friedhofder Kuscheltiere

17.40; 3D: Captain Marvel 20.10; Escape

Room23.10; Shazam!14.30; 3D: Shazam! 17.30;

Wir 20.30, 23.15; Die Goldfische 14.00, 16.45;

3D: Dumbo 19.30; Bohemian Rhapsody 22.10;

The Hate UGive 14.25; Green Book 17.20; Die

Goldfische 20.10; Friedhof der Kuscheltiere –Pet

Sematary (OF) 22.50; Trautmann 14.10; Bohemian

Rhapsody 16.50; Green Book 19.50; Der Goldene

Handschuh 22.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Kommissar

Gordon &Buffy11.00;Shoplifters: Familienbande–

Manbiki kazoku(OmU) 12.30; Iron Sky: The Coming

Race 14.30; Misfit 16.00; Of Fathers and Sons –

Die Kinder des Kalifats (OmU) 17.30; Ein Gauner &

Gentleman19.00; FreeSolo (OmU) 20.40; La casa

lobo –Das Wolfshaus (OmU) 22.20; Gegen den

Strom –Kona fer istrio (OmU) 11.00; Hi, AI –Liebesgeschichten

aus der Zukunft (OmU) 12.45; Can

You Ever Forgive Me? (OmU) 14.15; Beautiful Boy

(OmU) 16.00; Unser Team –Nossa Chape (OmU)

18.00; Der Goldene Handschuh 19.50; Bohemian

Rhapsody (OmU) 21.45; Westwood: Punk. Ikone.

Aktivistin. –Westwood: Punk, Icon, Activist (OmU)

11.00; Beale Street (OmU) 12.30;Vice –Der zweite

Mann (OmU) 14.30; Der Junge muss an die frische

Luft 16.50; Die Wiese –Ein Paradies nebenan

18.30; Green Book (OmU) 20.15; Beach Bum (OF)

22.30

Intimes (✆ 29 77 76 40) Wie gut ist deine Beziehung?

16.45; Vorhang auf für Cyrano –Edmond

(OmU) 19.00; Beach Bum 21.15; Herr Lehmann

(DFmenglU) 23.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Die Wiese –Ein

Paradies nebenan 16.00; Free Solo (OmU) 18.00;

Roma (OmU) 20.00; Der Goldene Handschuh

22.30; Stiller Kamerad 16.15; Oderland. Fontane

18.00; Spreeland. Fontane 19.30; This Mountain

Life –Die Magie der Berge (OmU) 21.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Die Goldfische

13.45, 16.45, 20.30; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks13.45, 16.00; IMAX3D: Shazam!

14.00,17.00,20.00;Dumbo 14.00, 16.30, 20.15;

Unheimlich perfekte Freunde 14.15, 16.30; Die

Wiese –Ein Paradies nebenan 14.15; 3D: Dumbo

14.30, 17.15; Rocca verändert die Welt 14.45;

Shazam! 15.15, 16.45; 3D: Shazam! (OF) 15.30;

Monsieur Claude II 15.30, 18.00, 21.00; Drachenzähmen

leicht gemacht 3: Die geheime Welt

15.30; Pupille –Insicheren Händen (OmU) 15.45;

Friedhof der Kuscheltiere 15.45,18.15,20.15; Die

Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 17.15; Captain

Marvel 18.00; Ein Gauner &Gentleman 18.10,

21.30; Vice –Der zweite Mann 18.30; Trautmann

18.30; Escape Room 18.30, 21.15; 3D: Alita:

Battle Angel 19.00; Green Book 19.15; Bohemian

Rhapsody19.30;3D: CaptainMarvel20.00;Sneak

Preview 20.30; Friedhof der Kuscheltiere –Pet Sematary

(OF) 20.45; Destroyer 21.30

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Die Wiese –Ein

Paradies nebenan 18.00; Beach Bum (OF) 19.50;

Beale Street (OmU) 21.45; Mid90s (OmU) 18.00;

Voll Rita! (OmenglU) 19.45; Fahrenheit 11/9

(OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Shazam!

16.30, 19.40; Die Goldfische 16.40, 19.30; Captain

Marvel 16.50;Friedhof derKuscheltiere 17.00,

20.00; Dumbo 17.00, 20.10; Monsieur Claude II

17.10, 19.45; Unheimlich perfekte Freunde 17.20;

Wir 19.50; 3D: Captain Marvel 19.50

Kino Kiste (✆ 998 7481) Vorhang auf für Cyrano

14.00; Peter Hase 16.00; The Sisters Brothers

17.45; Green Book 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) 3D: Dumbo

14.20, 17.20; Shazam! 14.30, 19.40; Captain

Marvel 14.30, 16.50, 20.00; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.40; Rocca verändert

die Welt 14.45; Drachenzähmen leicht gemacht 3:

Die geheime Welt 14.45; Dumbo 14.50, 17.30,

19.30; Unheimlich perfekte Freunde 15.00, 17.20;

Prinzessin Emmy 15.10; 3D: Shazam! 17.00,

20.00; Friedhof der Kuscheltiere 17.10, 20.10; Die

Goldfische 17.10, 19.45; Misfit 17.15; Monsieur

Claude II17.40,20.15; 3D: Captain Marvel 19.40;

Wir 19.50

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Ein Gauner &Gentleman

(OmU) 18.00; Vice –Der zweite Mann (OmU)

20.15; B Wir –Us (OmU) 16.30, 21.30; The Favourite

–Intrigen und Irrsinn (OmU) 19.00

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) Im Land meiner

Kinder 18.00; Of Fathers and Sons –Die Kinder

des Kalifats(OmU) 18.15;Another DayofLife–Jeszcze

dzien zycia(OmU) 19.45, 22.15; Bildbuch –Le

livre d‘image (OmU) 20.15; Asche ist reines Weiß

–Ash Is Purest White (OmU) 21.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Monsieur Claude II

(OmU) 13.30, 15.45, 18.00, 20.15, 22.30; The

Hate UGive(OF) 8.45; Birds Of Passage: Dasgrüne

Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 13.45,

19.00,21.45; BFG: Big Friendly Giant 16.30; Checker

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

10.30; Unheimlich perfekte Freunde 12.30,14.45,

17.00; OfFathers and Sons –Die Kinder des Kalifats

(OmU) 19.15; The Favourite –Intrigen und

Irrsinn (OmU) 21.30

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Sweet Country

(OmU) 20.30

Sputnik (✆ 694 11 47) Die Berufung: Ihr Kampf

für Gerechtigkeit 16.00; Mid90s (OmU) 18.00;Free

Solo (OmU) 19.30; Vice –Der zweite Mann (OmU)

21.30; This Mountain Life (OmU) 16.00; Beale

Street 17.30; Bildbuch (OmU) 19.45; Iron Sky: The

Coming Race (OmU) 21.30; Kinobar im Sputnik

Renzo Piano: Architekt des Lichts (OmU) 20.00

Yorck (✆ 78 91 32 40)Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks13.50; Monsieur Claude II 15.50,

18.10, 20.30; New Unheimlich perfekte Freunde

13.45, 15.45; Ein Gauner & Gentleman 17.45,

20.00

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) 3D: Shazam!

14.00, 17.00, 20.00; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.00, 16.00; Prinzessin Emmy

14.15; Dumbo 15.00, 17.30, 20.15; Drachenzähmen

leicht gemacht 3: Die geheime Welt 15.00;

Die Wiese – Ein Paradies nebenan 16.00; Die

Goldfische 17.30, 20.00; Friedhof der Kuscheltiere

18.00, 20.30; Ein Gauner &Gentleman 18.00;

Weil Du nur einmal lebst –Die Toten Hosen auf Tour

20.30

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Of Fathers

and Sons –Die Kinder des Kalifats 13.00; Monsieur

Claude II13.00, 15.30, 20.00; Die Goldfische

13.00, 17.30; Ein Gauner & Gentleman 15.15,

20.00; Die Wiese –Ein Paradies nebenan 15.15,

17.30; Unser Team –Nossa Chape 17.45; Iron Sky:

The Coming Race 20.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60)

Shazam! 14.00; Captain Marvel 14.00, 17.00,

20.00; Dumbo 14.15, 17.00, 20.00; Ostwind 4

–Aris Ankunft 14.30; Monsieur Claude II14.30,

17.15, 20.00; Drachenzähmen leicht gemacht 3:

Die geheime Welt 14.30; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.30; Unheimlich perfekte

Freunde 14.45; Wir 17.00, 20.00; 3D: Shazam!

17.00, 19.45; Misfit 17.00; Friedhof der Kuscheltiere

17.15, 20.15; Die Goldfische 17.30, 20.15;

Escape Room 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Kommissar Gordon &Buffy

17.00; plantAge –Film und Gespräch: Unser Saatgut:

Wir ernten, was wir säen –Seed: The Untold

Story (OmU) 18.30; Der Fall Sarah &Saleem –The

Reports on Sarah and Saleem (OmU) 20.30; Fair

Traders (OmU) 18.00; Of Fathers and Sons –Die

Kinder des Kalifats (OmU) 19.45; Wintermärchen

21.45

Babylon (✆ 242 59 69) Lola Long List: Ballon

17.00; Lola Long List: Kirschblüten & Dämonen

17.30; Lola Long List: Glück ist was für Weicheier

17.45; Cine Mar (OmU) 19.30; Lola Long List:

Wackersdorf 19.45; Voll Rita! (OmenglU) 19.45;

IndoGerman Film: Romeo Akbar Walter (OmenglU)

21.30; Lola Long List: Abgeschnitten (OmenglU)

22.00; Lola Long List: 303 (OmenglU) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Das

schönste Mädchen der Welt 9.45; Checker Tobi und

das Geheimnis unseres Planeten 12.00; Monsieur

Claude II (OmU) 13.45, 15.45, 17.45, 20.00,

22.15;RBG –Ein Leben für die Gerechtigkeit (OmU)

13.30; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 15.30; Ein Gauner &Gentleman (OmU)

17.15, 19.30; AStar IsBorn (OmU) 21.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Prinzessin

Emmy 11.00,13.10; Captain Marvel11.00, 17.40;

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 11.10, 13.45; 3D: Shazam! 11.15, 16.40,

19.50,22.40; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

11.20; Trautmann 11.30; Dumbo 11.40,

14.00, 17.20, 19.30, 22.10; Mascha und der Bär

11.50; Monsieur Claude II 12.30, 15.10, 17.30,

20.10, 22.50; 3D: Captain Marvel 13.40, 20.15,

23.00; Unheimlich perfekte Freunde 14.00, 16.30;

Shazam! 14.20; Rocca verändert die Welt 14.20;

3D: Dumbo 14.30, 16.50; Der Junge muss an die

frische Luft 15.15; Bohemian Rhapsody 16.20; Die

Goldfische 17.00, 19.20; Friedhof der Kuscheltiere

17.50, 20.30, 23.15; Wir 19.40, 23.10; Sneak

Preview 20.00; Escape Room 20.40, 23.15; Hard

Powder 22.30; Iron Sky:The Coming Race 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Willkommen in

Marwen –Welcome to Marwen (OmU) 14.30; Beale

Street (OmU) 17.00; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 19.30,

22.00; Berlin Babylon (Omdt+englU) 15.00; Free

Solo (OmU) 17.00,21.30; Das Haus am Meer –La

villa (OmU) 19.15;Talking Money –Rendezvous bei

der Bank (OmU) 15.30;Die Berufung: Ihr Kampf für

Gerechtigkeit –Onthe Basis ofSex (OmU) 17.30;

Beach Bum (OF) 20.00, 22.00; Another Day of Life

–Jeszcze dzien zycia (OmU) 15.45, 19.45; Mid90s

(OmU) 17.45; Der Goldene Handschuh (DFmenglU)

21.45; Fair Traders (OmU) 15.30; Renzo Piano:

Architekt des Lichts –Renzo Piano, an Architect

for Santander (OmU) 17.30; Green Book (OmU)

19.30; Destroyer (OmU) 22.15

International (✆ 24 75 60 11) Monsieur Claude II

14.50, 17.10, 19.30; Siegessäule und Teddy präsent.

MonGay: Konsequenzen –Posledice (OmU)

22.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Dumbo 14.00, 16.45; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.00, 16.45; Drachenzähmen

leicht gemacht 3: Die geheime Welt 14.10; Rocca

verändert die Welt 14.20; Shazam! 14.25, 16.15,

19.30; Captain Marvel 14.25, 16.35; Ralph reichts

2: Chaos im Netz 14.30; Misfit 14.40; Unheimlich

perfekte Freunde 15.00, 17.10; Wir 16.40, 19.45;

3D: Dumbo 17.00; Monsieur Claude II 17.20,

20.00; Friedhof der Kuscheltiere 17.30, 20.15;

Öldür beni sevgilim (OmU) 19.30; Friedhof der

Kuscheltiere –Pet Sematary (OF) 19.40; Shazam!

(OF) 19.45; Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak Preview

20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Green Book (OmU)

10.00, 20.15; The Sisters Brothers (OmU) 12.20;

Das Haus am Meer (OmU) 14.30; Vice –Der zweite

Mann (OmU) 16.30; Renzo Piano: Architekt des

Lichts –Renzo Piano, anArchitect for Santander

(OmenglU) 18.50; Free Solo (OmU) 22.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Birds Of Passage: Das

grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU)

16.50, 19.30, 22.10

Passage (✆ 68 23 70 18) Monsieur Claude II

15.20, 17.40, 20.00, 22.20; Beale Street (OmU)

15.45, 20.30; Die Wiese –Ein Paradies nebenan

16.00, 18.20; Die Goldfische 16.00,18.30, 21.00;

Green Book (OmU) 18.10; The Favourite –Intrigen

und Irrsinn (OmU) 21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Friedhof der Kuscheltiere

–Pet Sematary (OF) 17.20, 19.50, 22.10;

The Sisters Brothers (OmU) 17.30; Free Solo (OF)

20.10, 22.30; Another Day of Life –Jeszcze dzien

zycia(OmU) 16.40, 19.00; Destroyer(OmU)16.50,

21.00;Wir –Us(OmÜb) 18.40, 21.20; Beach Bum

(OF) 16.45, 19.30, 21.45

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Shazam! 14.00; Captain Marvel 14.00; Monsieur

Claude II 14.10, 16.45, 19.45; Dumbo 14.30,

17.15,20.10;Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

14.40; Drachenzähmen leichtgemacht 3:

Die geheime Welt 15.00; 3D:Captain Marvel 16.55;

Wir17.10;3D: Shazam!17.25,20.00;Friedhofder

Kuscheltiere 17.35, 20.30; Die Goldfische 20.00;

Sneak Preview 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) Asche ist reinesWeiß –Ash

Is Purest White (OmenglU) 12.00; Mid90s (OmU)

12.10, 19.10; Ein Gauner & Gentleman (OmU)

14.00; Bildbuch –Lelivre d‘image (OmenglU; m.

Gast) 14.40; Kommissar Gordon &Buffy 16.00;

Beale Street (OmU) 16.40;


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

szeit erfährt. Er hat die richtigen Worte, um sie wie aus Fleisch und Blut wirkenzulassen.

maitrezusammen mit seinem Übersetzer

Tobias Scheffel nach Berlin.

Und was gibt es noch in dieser

Woche? ZumBeispielmehrere Gruppenlesungen.

Jede folgt einer Idee,

packtnicht grundlos die Autorenzusammen.

Am Dienstag findet zum

ersten Mal indiesem Jahr die Lesereihe

kookread statt, die versucht,

Musik und Literatur zu verknüpfen.

Zu Gast im Acud in Mitte sind drei

Musiker, die sich selbst die Songs

schreiben und über ihrePlatten hinaus

auch schon Bücher veröffentlicht

haben. So kommen Jens Friebe,

Christiane Rösinger und Andreas

Spechtl miteinander ins Gespräch,

sollen auch dem Publikum erzählen,

wie sie in Berlin arbeiten, wie sie die

Veränderungen der Stadt in ihre

Texte nehmen, wie die sich gar hineindrängen,

wenn sich die Lebensbedingungen

selbst ändern.

Die Schriftsteller Annett Gröschner

und Jan Böttcher sowie die Literaturwissenschaftler

Norbert Miller

und Ernst Osterkamp beschäftigen

sich am Donnerstag mit einem Autor,

der indiesem Jahr fast alle Kulturmenschen

beschäftigt – zumindest

in Berlin und Brandenburg:

LITERATUR

kookread mit Jens Friebe, Andreas

Spechtl und Christiane Rösinger,9.4.,

20 Uhr,ACUD,Veteranenstr.21, 7/5 Euro

Pierre Lemaitre 10. 4.,19 Uhr,Institut

Français, Kurfürstendamm 211, 12 Euro

Allseits Fontane 11. 4., 19.30 Uhr,LCB,

Am Sandwerder 5, 8/ 5Euro

Parataxe live 12. 4., 20 Uhr,Prachtwerk,

Ganghoferstr.2,Eintritt frei

THIERRY RAJIC

Fontane. Im Literarischen Colloquium

in Berlin wird zitiert und gefragt,

wie wertvoll er dem einzelnen

ist und wie man ihn gut ehren kann.

Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit

lockt am Freitag die unmittelbare

Gegenwart. Dann wird

eine Zeitschrift vorgestellt, die online

zwar schon lange vor sich hin

wächst – Stadtsprachen.de enthält

mehr als 200Texte–,die aber als Literaturmagazin

auf Papier noch einmal

tiefere Eindrücke zulässt. „Parataxe“

heißt das Heft. Es enthält Arbeiten

von 30Autoren, die aber alle

irgendwann aus anderen Ländern

nach Deutschland gekommen sind.

The Dung aus Vietnam zum Beispiel

ist seit 1989 hier,Ian Orti aus Kanada

kam 2011. Sieschreiben oft (noch) in

ihrer Muttersprache, haben aber

hier ihren Alltag. Viele der Autoren

wollen das so, weil sie Berlin reizvoll

finden, einigen bleibt nichts anderes

übrig, weil sie hierher geflohen sind.

DieZeitschrift, geboren und erwachsen

aus dem Stadtsprachen-Festival,

zeigt die Stimmen-, Erfahrungs- und

Stilvielfalt. Mindestens vier Autoren

kommen zur Premierenlesung nach

Neukölln.

Pop

An

der

Bushaltestelle

Als der Pop britischer Prägung

erfunden wurde,waren

die Hollies eine seiner beglückendsten

Erscheinungen.

Fröhliche, intelligent gemachte

Songs ließen die Band

bald als veritablen Gegenentwurf

zu den Beatles erscheinen.

Erkennungsmerkmal war

der mehrstimmige Harmoniegesang,

für den vor allem die

Schulfreunde Allan Clarke und

Graham Nash verantwortlich

waren. Bis heute verblüffen

Hits wie „Bus Stop“, „Carey

Ann“ und „OnACarousel“ mit

einer Leichtigkeit, der man

sich kaum entziehen kann. Ihrengrößten

Hithatten die Hollies

mit „He Ain’t Heavy, He’s

My Brother“, kurz nachdem

Nash die Band verlassen hatte,

um sich mit StephenStills und

David Crosby dem Superband-Projekt

Crosby, Stills &

Nash anzuschließen. Einziges

Hollies-Mitglied aus der Gründungsband

ist heute Tony

Hicks. HarryNutt

Hollies 20 Uhr,Friedrichstadt-Palast,

Friedrichstr.107

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in denaktuellen Ausstellungen

14.00: Kuratorenführung in den aktuellen Ausstellungen

14.00: Kurator*innenführung: Lotte Laserstein. Von

Angesicht zu Angesicht.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Demokratie-Labor,Führungen für Schulklassen

und Gruppen. Anm. erf.

EWA Frauenzentrum (✆ 442 55 42)

13.30: EWAonTour:Objects of Desire im Schwulen

Museum Berlin. Anm. erf.

Meyers Stadtgänge (✆ 442 32 31)

14.00: Brennpunkt Babylon. Kämpfe, Kino, Kräche.

Morde. VomJahrhundertortRosa-Luxemburg-Platz

zum Soho, Bernd S. Meyer, Treff: Eing.Volksbühne

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

11.00, 13.00, 15.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30, 13.30, 15.30: Tour durchs Olympiastadion

(in English)

Rumänisches Kulturinstitut (✆ 89 06 19 87)

19.00: Roma Women Weaving Europe–Roma

Feminist Thought and ContemporaryArt,Führung und

Performance

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00:Hörspaziergang Friedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge,Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im CafeSibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblickins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

A-Trane (✆ 313 25 50)

21.00: Andreas Schmidt (p) &Friends

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Rasgueo

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: E.B.The Younger

Bi Nuu (✆ 69 56 68 40)

21.00: The Comet is Coming

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue MoondayJazzsession hosted by Charlotte

Joerges

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Arizona

Dorfkirche Marienfelde (✆ 755 12 20 15)

19.30: Lena Liberta (Moderation, Gesang), Christopher

Benn (Schlagzeug), David Menge(Klavier,

Gesang), Sing mit uns –Das 9. Mitsingwunschkonzert

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

20.00: The Hollies, The best of

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

20.00: Enter Shikari, As It Is

Lido (✆ 69 56 68 40)

19.30: Battle Beast

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

21.30 Studio: Amos Band Friends, EveryDay is Roma

Day!

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00 Schwarzes Zimmer:Eagle-EyeCherry

20.00: AdySuleiman

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: MondayNight Pro Jam Session mit Jürgen

Bailey

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Lastkaj14 +Saturday’sHeroes, Sweden is

calling –Punkrock from northerneurope

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: MarcoMengoni

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00 Theatersaal: Schalala –Das Mitsingdingmit

Stefanie Bonse (Gitarre) und Marie-Elsa Drelon

(Klavier)

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

20.30: The Big,Bad and Beautiful Rock&Blues Jam

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Nice One, Hannes Heisster,Lucas Vazz

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str.76)

23.00: Electric Monday, Norman Weber,Basti Es,

Frankie Flowerz

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Hungry Monday

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Scandal!, Zissa

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 19.00: Multisexual Boxhopping

22.00: Sing on Stagewith The Shredder

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: DJ Mr.Krawallisch

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 Globus: House of Waxx, Dionne, CCL, Beaner

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

MUSEEN

Berlin StoryBunker (SchönebergerStr.23a)

10.00: Geschichte der Hauptstadt, Di-Fr 10-19, Sa/

So/Feiert. 12-20 Uhr;23.12.-26.12./31.12.geschl.,

ab 1.1. tgl. 10-19 Uhr

Botanischer Garten Berlin (✆ 83 85 01 00)

9.00, 10.00: StändigeAusstellung im Botanischen

Garten, tgl. 9-20 Uhr

Botanisches Museum (✆ 83 85 01 00)

9.00: Geliebt, gegossen, vergessen: Die Zimmerpflanzen

der Deutschen, tgl. 9-19 Uhr

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.00, 12.00: Dalí –Die Ausstellung am Potsdamer

Platz, tgl. 12-20 Uhr

Deutsches Spionagemuseum (✆ 398 20 04 51)

10.00: Hauptstadt der Spione, tgl. 10-20 Uhr

Georg Kolbe Museum (✆ 304 21 44)

10.00: Bunte Steine, William Tucker,Kai Schiemenz,

Stefan Guggisberg,tgl. 10-18 Uhr

Keramik-Museum Berlin (✆ 321 23 22)

13.00: grotesk –skurril –anders, Fr-Mo 13-17 Uhr

13.00: Helmut KrügerPorzellan-Manufaktur (Moabit

1954-1971), Fr-Mo 13-17Uhr

13.00: 100. Ausstellung des KMB–ein Rückblick,

Fr-Mo 13-17 Uhr

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (✆ 28 59

94 07)

10.00: Blindes Vertrauen –versteckt am Hackeschen

Markt 1941-1943, tgl. 10-20 Uhr

10.00: „... und immer wieder bewundernwir Eure

mit aufopfernder Liebe prima gepackten Pakete“, tgl.

10-20 Uhr

Schwules Museum (✆ 69 59 90 50)

14.00: RainbowArcade –Queere Videospielgeschichte

1985-2018,Mi-Mo 14-18, Do 14-20, Sa

14-19 Uhr

Sportmuseum Berlin (✆ /30 58 3- 00)

10.00: StändigeAusstellung des Sportmuseums,

Mo-Fr 10-14 Uhr

KINO

La casalobo –Das Wolfshaus (OmU) 17.20;ALFILM

–Arabisches Filmfestival: Kurzfilmprogramm (lab/p

–indentity) 19.00; ALFILM –Arabisches Filmfestival:

Panoptic (OmenglU) 21.00; Bildbuch 21.10

PANKOW

BlauerStern Pankow (✆ 47 61 18 98)Unheimlich

perfekte Freunde 14.00, 16.00; Monsieur Claude

II 15.30, 18.00, 20.20; Ein Gauner &Gentleman

17.45, 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Monsieur

Claude II 15.40, 18.00, 20.20; Sneak Preview

22.00; Ein Gauner & Gentleman 15.30, 17.45,

20.00; Die Wiese –Ein Paradies nebenan 15.00,

17.00; Ein Gauner &Gentleman (OmU) 19.00;Wir

–Us(OmU) 21.10; Asterix und das Geheimnis des

Zaubertranks 13.45; Free Solo 18.20; Vice –Der

zweite Mann (OmU) 20.40; Unheimlich perfekte

Freunde 14.00, 16.00; BirdsOfPassage:Das grüne

Gold der Wayuu 15.45, 20.45; Green Book 18.00

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Ein Gauner & Gentleman (OmU) 13.45, 19.00,

22.45; Dumbo (OmU) 13.45, 16.30, 19.30; Unheimlich

perfekte Freunde 13.50, 16.15; Willkommen

in Marwen –WelcometoMarwen(OmU)14.00;

Shazam!(OmU) 14.00, 16.40, 19.45, 22.15; Monsieur

Claude II (OmU) 14.15,16.50, 19.30, 22.15;

Asterix und das Geheimnis desZaubertranks 14.20;

Birds OfPassage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros

de verano (OmU) 14.30, 21.30; Die Goldfische

16.20, 19.00; Captain Marvel (OmU) 16.40,

19.45;The Sisters Brothers (OmU) 17.00; Wir –Us

(OmU) 17.15, 22.30; Green Book (OmU) 19.40;

Sneak Preview 20.00; Der Goldene Handschuh

21.40; Iron Sky: The Coming Race (OmU) 22.40;

Destroyer (OmU) 22.50

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Spreeland. Fontane

18.00; Another Day of Life (OmU) 19.30; Hotel Jugoslavija

(OmU) 21.00

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Frauender ersten

Stunde (OmU) 17.00; Bildbuch 18.30; Reise nach

Jerusalem (OmenglU) 20.00;Inthe Moodfor Love –

Fa yeung nin wah (OmenglU) 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00)

Shazam! 14.15; Monsieur Claude II14.20, 17.00,

19.50,22.40;Dumbo 14.20, 17.00,19.50, 22.45;

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks 14.25,

17.20; Captain Marvel 14.30, 17.00; Rocca verändert

die Welt 14.35; Friedhof der Kuscheltiere

14.35,17.10, 19.45, 22.45; Drachenzähmenleicht

gemacht 3: Die geheime Welt 14.35;

Misfit 14.40, 17.25; Die Wiese –Ein Paradies nebenan

14.40; 3D: Shazam! 16.35, 19.40, 22.30;

Alita: BattleAngel 16.50;Wir 17.00, 19.35, 22.30;

Die Goldfische 17.05, 19.55; 3D: Captain Marvel

19.40, 22.35; Green Book 19.45; Der verlorene

Sohn 19.50; Friedhof der Kuscheltiere –Pet Sematary

(OF) 20.00; Willkommen in Marwen 22.35;

Escape Room 22.40; Beach Bum 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Dumbo

13.30, 16.30,19.50; Shazam! 13.55; 3D: Dumbo

14.00; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

14.10, 17.50; Monsieur Claude II14.15, 16.55,

19.45; Unheimlich perfekte Freunde 14.30, 17.00;

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt

14.40; Captain Marvel 14.45, 19.40; Misfit 15.10;

3D: Shazam! 16.30, 19.20; Wir 16.50, 20.20;

Friedhof der Kuscheltiere 17.10, 20.00; Die Goldfische

17.20, 20.15; 3D: Captain Marvel 17.20,

20.10; Sneak Preview 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Der Junge muss andie frische Luft 15.00; Green

Book 17.30, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Vice –Der zweite Mann

18.00; Green Book 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Birds Of Passage: Das

grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU)

16.00, 20.50; Ein Gauner & Gentleman (OmU)

18.40

Xenon (✆ 78 00 15 30) DieBerufung: IhrKampffür

Gerechtigkeit –Onthe Basis ofSex (OmU) 18.00;

Der verlorene Sohn –Boy Erased (OmU) 20.30

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Unheimlich

perfekte Freunde 10.00,14.50; Prinzessin

Emmy 10.00, 12.00; Dumbo 10.00,14.00,17.15,

20.15; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 10.00, 12.30;Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 10.00, 12.10; Captain Marvel

11.50, 14.40; Rocca verändert die Welt 12.25,

15.00; Shazam! 14.25, 16.45; Friedhof der Kuscheltiere

17.30, 20.15; Monsieur Claude II 17.35,

20.00; Die Goldfische 17.35; 3D: Shazam! 19.50;

Sneak Preview 20.10

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)Astrid

10.30; Der Junge muss andie frische Luft 13.30;

Vom Lokführer, der die Liebe suchte 15.45; Green

Book 17.45; The Favourite –Intrigen und Irrsinn

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 0711) Monsieur Claude II

15.00, 17.40, 20.15

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Unheimlich perfekte Freunde 10.00,12.10, 14.30;

Ralph reichts 2:Chaos imNetz 10.00; Prinzessin

Emmy 10.00, 11.50; Dumbo 10.00, 13.40, 17.25,

20.00; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 10.00; Captain Marvel 10.00, 12.30,

14.40, 19.40, 23.00; Drachenzähmen leicht gemacht

3:Die geheime Welt 12.00; Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks 12.00, 17.50; Rocca

verändert die Welt 12.25; Ostwind 4 –Aris Ankunft

12.40, 14.55; Misfit 14.00; Shazam! 14.20,

16.30; 3D: Dumbo 16.50; Friedhof der Kuscheltiere

17.20, 20.15, 23.00; Die Goldfische 17.30,20.10;

3D: Shazam! 19.30, 22.40; Wir 20.15, 22.30; Ein

Gauner &Gentleman 20.15; Escape Room 22.50;

Sneak Preview (OF) 23.00; Sneak Preview 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks 15.00; Shazam!

15.15; Rocca verändert die Welt 15.30; Dumbo

15.30, 18.00; Monsieur Claude II 16.45, 18.45;

3D: Shazam! 17.45, 20.30; Der verlorene Sohn

18.00; Friedhof der Kuscheltiere 20.30; Captain

Marvel 20.30; Die Goldfische 20.45

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Contemporary Vinegar

Syndrome –Screening bei b_books X-Berg: Kurzfilmprogramm

(OV; What is aKollektiv?; m.Präsentation)

20.00; Magical HistoryTour: Ein süßer Fratz

–Funny Face (OF)20.00;ALFILM –Arabisches Filmfestival:

Leil Khargi –EXT. Night (OmenglU; m. Gast

u. Gespräch) 19.00; ALFILM –Arabisches Filmfestival:

Shorts (OmenglU; m. Gast u.Gespräch) 21.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

The Lego Movie II 12.30; Ralph reichts 2: Chaos

im Netz 12.30; Prinzessin Emmy 12.30, 14.50;Mascha

und der Bär 12.40, 15.00; Shazam! 12.50;

3D: Captain Marvel 13.00, 14.00, 17.20, 20.40,

23.00; Asterix und das Geheimnisdes Zaubertranks

13.00, 15.40; 3D: Dumbo 13.10, 16.10; Die Goldfische

13.10, 16.10, 19.20, 22.25; Club der roten

Bänder 13.20; Misfit 13.30; Friedhof der Kuscheltiere

13.30, 16.20, 19.30, 22.50; Dumbo 13.30,

17.00, 19.30, 22.30; Drachenzähmen leicht gemacht

3:Die geheime Welt 13.30; Ostwind 4–Aris

Ankunft 13.40; Ein Gauner &Gentleman 13.40,

16.30,19.10; Unheimlich perfekte Freunde 13.50,

16.30; Monsieur Claude II13.50, 16.40, 20.00,

22.10; Rocca verändert die Welt 15.15; Captain

Marvel 15.30, 19.00, 22.30;

Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit 16.00;

Wir 16.20, 19.40, 22.20; The Sisters Brothers

16.20; Rate Your Date 16.20; Green Book 16.40,

20.15; 3D: Shazam! 16.50, 20.30, 22.40; Trautmann

17.15; Was Männer wollen 17.30; Der Junge

mussandie frische Luft18.00; WillkommeninMarwen

18.15; Vice –Der zweite Mann 19.10, 22.00;

The Mule 19.10; AStar Is Born 19.20; Free Solo

19.30; Sneak Preview 20.00; Escape Room 20.00;

Hard Powder 20.40, 22.40; Bohemian Rhapsody

20.50; Beach Bum 21.15; Iron Sky: The Coming

Race 22.15; Creed 222.50

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 0200)

The Hate UGive (OF) 13.30; 3D: Captain Marvel

(OF) 13.30, 16.45, 20.00; Vice –Der zweite Mann

(OF) 13.40; Dumbo (OF) 13.45, 16.30, 19.15;

Willkommen in Marwen –Welcome to Marwen (OF)

13.50; Shazam! (OF) 14.00; 3D: Spider-Man: A

New Universe –Spider-Man: Into The Spider-Verse

(OF) 14.10; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit

–Onthe Basis of Sex (OF) 14.20;Wir –Us(OF)

16.45, 20.10; Friedhof der Kuscheltiere –Pet Sematary(OF)

16.45, 20.30; 3D: Dumbo(OF) 17.00;

Captain Marvel (OF) 17.10, 20.20; 3D: Shazam!

(OF) 17.15, 19.45; Green Book (OF) 19.45; Ein

Gauner &Gentleman (OF) 19.50

CineStar IMAX (✆ 04 51/7030200) 3D: Shazam!

12.30; 3D: Shazam! (OF) 15.45, 19.15

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Wintermärchen

17.30; Big Fish &Begonia:ZweiWelten, einSchicksal

(OmU) 20.00; Mid90s (OmU) 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 1650) Prinzessin Emmy 14.00; Asterix

und das Geheimnis des Zaubertranks 14.00;

Shazam! 15.00, 17.30; Dumbo 15.00, 17.30,

20.15; Die Goldfische 15.00, 17.30; Rocca verändert

die Welt 15.45; Monsieur Claude II 16.00,

18.00, 20.15, 22.30; Friedhof der Kuscheltiere

18.00, 20.00, 22.30; Wir 20.00, 22.30; 3D:

Shazam! 20.00, 22.30; Captain Marvel 22.30

Casablanca (✆ 677 5752) Gundermann 18.00;

The Sisters Brothers 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Shazam! 14.00; Ralph reichts 2: Chaos imNetz

14.00; Dumbo 14.15, 17.00, 20.15; Captain Marvel

14.20, 16.45, 19.40; Misfit 14.30; Unheimlich

perfekte Freunde 14.45, 17.15; 3D: Dumbo 14.45,

17.30; Monsieur Claude II 15.00, 17.30, 20.00;

Die Goldfische 16.45, 19.30; 3D: Shazam! 17.05,

20.10; Wir 17.20,20.10; Friedhof der Kuscheltiere

17.20, 20.15; Iron Sky: The Coming Race 19.50;

Sneak Preview 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11)

Shazam! 14.00, 16.20, 19.30; Asterix und das

Geheimnis des Zaubertranks 14.00; Dumbo 14.10,

17.00; Misfit 14.20; Unheimlich perfekte Freunde

14.30,17.40; Rocca verändert die Welt 14.30; Wir

16.30, 20.00; Monsieur Claude II 17.00, 19.45;

Captain Marvel 17.00, 19.30; Friedhofder Kuscheltiere

17.10, 20.00; Sneak Preview 20.00; Sneak

Preview (OF) 20.10

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) FilmSchweiz: Giulias

Verschwinden (OmU; m. Vorfilm) 18.00; Film-

Schweiz: Magic Matterhorn (m. Vorfilmen) 20.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Monsieur Claude

II 11.00, 13.15,15.30; Berliner Filmmontag: Engel

aus Eisen 18.00; Ein Gauner &Gentleman 21.00;

Drachenzähmen leicht gemacht3:Die geheime Welt

14.00;Asterixund das Geheimnis des Zaubertranks

16.15; Ein Gauner &Gentleman 18.15; Monsieur

Claude II 20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Capernaum

–Stadt der Hoffnung 15.30; Das Haus am Meer

18.00; Beale Street 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Green Book

15.00;Vice –Der zweite Mann 15.00; Beale Street

17.45

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Kino der Nachbarn: 11 minut

–11Minuten (OmenglU) 18.00; Die Blüte des

Einklangs 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Ein Gauner &Gentleman

15.50, 18.10, 20.30

POTSDAM

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) Rocca verändert

die Welt 13.15; Ein Gauner &Gentleman

(OmU) 13.45,18.45; Unheimlich perfekte Freunde

14.30; Free Solo (OmU) 14.30; Dumbo 15.30; Die

Wiese – Ein Paradies nebenan 15.45; Monsieur

ClaudeII(OmU) 16.30, 18.45,21.00; Exhibitionon

Screen: Der junge Picasso –Young Picasso (OmU)

16.30; Green Book (OmU) 17.45; Dumbo (OmU)

18.00, 20.30; Weil Du nur einmal lebst –Die Toten

Hosen aufTour 20.30; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu –Pajaros deverano (OmU) 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Shazam! 13.45; Rocca verändert die Welt 13.45;

Dumbo 14.00, 16.45, 19.30; Captain Marvel

14.00, 17.00; Drachenzähmen leicht gemacht 3:

Die geheime Welt 14.15; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.20; Unheimlich perfekte

Freunde 14.30; Monsieur Claude II 14.30, 17.15,

20.00; Wir 16.30, 20.00; 3D: Shazam! 16.45,

19.45; Die Goldfische 16.45, 20.15; Friedhof der

Kuscheltiere 17.00, 20.00; Misfit 17.15; Green

Book 19.45; 3D: Captain Marvel 19.45

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Prinzessin

Emmy 15.20; Monsieur Claude II 17.30,20.00

CineStar Frankfurt/Oder (✆ 04 51/703 02 00) U

1-6 3D: Shazam!17.00,20.00; Dumbo17.00;Die

Frau des Nobelpreisträgers 17.00,20.00; Monsieur

Claude II 17.15, 20.15; Unheimlich perfekte Freunde

17.30; Friedhof der Kuscheltiere 17.30, 20.15;

Sneak Preview 20.00; Die Goldfische 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) 3D:

Shazam! 17.00, 19.50; 3D: Dumbo 17.00; Die

Goldfische 17.10, 20.30; Ostwind 4–Aris Ankunft

17.15; Monsieur Claude II 17.20, 20.00; Unheimlich

perfekte Freunde 17.30; Drachenzähmen leicht

gemacht 3: DiegeheimeWelt17.30; Dumbo 17.40,

20.15; Captain Marvel 17.45; Friedhof der Kuscheltiere

17.50, 20.30; Wir 19.45; Escape Room

19.50; 3D: Captain Marvel 20.00; Green Book

20.10; Hard Powder 20.20

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Dumbo

15.30; Rocca verändert die Welt 15.30; Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks 15.45; Der verloreneSohn18.00;Monsieur

Claude II 18.00, 20.30;

Friedhof der Kuscheltiere 18.00,20.30; 3D: Dumbo

18.00; Die Goldfische 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Shazam! 14.45; Dumbo 15.00, 17.15; Prinzessin

Emmy 15.15; Rocca verändert die Welt 15.30;

Die Goldfische 17.00; Monsieur Claude II 17.30,

20.00; 3D: Shazam! 17.45, 20.15; Beautiful Boy

19.45; Captain Marvel 20.30

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Green Book

14.00; The Lego Movie II 16.00; Captain Marvel

17.15, 20.00; Die Goldfische 18.30; Escape Room

21.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019

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Spreewild

Editorial

Wir können nichts dagegen tun,

momentan bestimmt ein Thema

unsere Konferenzen: die Bewegung

„Fridays for Future“ und der

Klimaschutz. Ausdiesem Grund gibt

es heute eine ganze Seite voller Artikel

zum Thema Klima, Klimaschutz,

Klimaschutzkritik ... und natürlich

bieten wir auch ein wenig Unterhaltung

passend zum Thema.

Euer Spreewild-Team

Das kosten Geräte

im Stand-by

von Hristo Lolovski, 21 Jahre

Esist der Spießertrick schlechthin:

Mehrfachstecker mit Schalter.So

kann man nämlich ganz einfach den

Stromfluss zu Geräten im Stand-by

kappen. Doch wie viel bringtdas?

1. Spielekonsolen

Beim Zocken ist es ganz normal,

dass die Play Station 4nicht wenig

Stromverbraucht. Auch im Stand-by

ist sie aktiv.Lässt man sie 24 Stunden

angeschlossen, dabei aber ausgeschaltet,

kostet uns das 7Cent. Verbringt

die Spielkonsole ein ganzes

Jahr im Stand-by-Modus, liegen die

Kosten bei knapp 25 Euro.

2. WLAN-Router

Für den Luxus,dass wir zu Hause kabelloses

Internet haben, muss man

natürlich bezahlen. Durchschnittlich

verbraucht ein Modem sechs

Watt Strom. Bei einem Preis von

rund 29 Cent pro Kilowattstunde

verbraucht das Gerät jährlich Strom

für ungefähr 15 Euro. Ein paar Euro

davon kann man sparen, wenn man

den Router so einstellt, dass das

WLAN sich in der Nacht, wenn man

in den Urlaub fährt oder wenn alle

Familienmitglieder nicht zu Hause

sind, ausschaltet.

3. Föhn

Würde man auf den Föhn verzichten,

könnte man auch etwas Kohle

sparen. Wersich dreimal in der Woche

20 Minuten lang föhnt, bezahlt

mindestens 20 Euro im Jahr.EineAlternative:

an der Luft trocknen. Die

richtige Jahreszeit steht zum Glück

vorder Tür.

Filmproben

„Wir wollen keinen Personenkult“

Robin Prinz ist einer der Koordinatoren der „Fridays for Future“-Bewegung. Er erklärt, was dahintersteckt

von Jessica Schattenberg, 20 Jahre

Greta machte es vor,

Deutschland zieht nach.

Jeden Freitag gehen

deutschlandweit Tausende

Schüler auf die Straße statt zur

Schule, umfür den Klimaschutz zu

demonstrieren. Werglaubt, dassmit

ein wenig Plakateschwenken und

dem Rufen von Provokationen die

Arbeit der Aktiven erledigt ist, hat

weit gefehlt. Aktuell baut sich bundesweit

einNetzwerkauf, das erfahrene

Aktivisten und Politiker mitden

Ohren schlackern lässt. Was dahintersteckt,

hat uns Robin Prinz (20),

einerder Koordinatoren, verraten.

Wiekönnen wir uns die Organisation

vorstellen?

Basis unserer Bewegung sind die

vielen Ortgruppen in jeder Stadt. Sie

treffen sich wöchentlich und planen

zum Beispiel die Demos. Dann

kann man sich in themenspezifischen

Arbeitsgruppen engagieren.

Alles läuft online. Ich bin einer von

mehreren Koordinatoren unserer

Grundsatz-AG, inder jeder immer

willkommen ist. Um den Input zusammenzutragen,

gibt es jeden

Sonntag eine Deligiertenkonferenz,

das quasi „höchste Gremium“ von

„Fridays for Future“ (FFF). Siebildet

sich aus Vertreternder Ortsgruppen

und Mitgliedern der Arbeitsgruppen.

Diese Deligierten sind demokratisch

gewählt und vermitteln die

Informationen zwischen Bundesorganisation

und den Ortgruppen.

Damit das alles transparent und

nachvollziehbar ist, wird aber auch

fleißig Protokoll geschrieben. Wichtig

ist, dass jeder einzelne Aktive

mitentscheiden kann. Bei großen

Beschlüssen müssen 80 Prozent aller

Aktiven dafür gestimmt haben.

Wasbedeutet das für den Einzelnen?

Viel Zeit zu investieren. Die Organisation

läuft vor allem über

WhatsApp und Telefonkonferenzen.

Ich bin allein für meinen Bereich

in 26 WhatsApp-Gruppen permanent

am schreiben und antworten.

Ortsgruppen, Fachgruppen, Bundeskoordination.

Wenn ich morgens

wach werde, habe ich schon

mal 450 ungelesene Nachrichten.

Telefonkonferenzen können dann

auch mal acht Stunden dauern. Das

Mit Spaß bei der ernsten Sache: Demonstrierende bei den „Fridays for Future“.

bedeutet, fünf bis sechs Stunden am

Tagallein am Handy zu sein. Dann

kommen Treffen oder inhaltliche

Ausarbeitungen dazu.

Flugscham

ROBIN PRINZ

Worüber soll man denn so viel

schreiben können?

Für unser Forderungspapier

standen wir im Daueraustausch

mit Wissenschaftlern. Dann gibt es

Kooperations- und Presseanfragen,

Mails von Personen aus der Öffentlichkeit,

die uns Tipps und Tricks

verraten oder uns auf mögliche zukünftige

Probleme hinweisen. Die

vielen For-Future-Gruppen von

Gründern, Eltern und Co., die uns

unterstützen. Und dann die internen

Anfragen. Um die Meinung der

Mehrheit zu vertreten, müssen wir

viel Feedback geben. Wir bekommen

auch einfach Nachrichten von

Jugendlichen, die ihre Eltern von

Ökostrom überzeugt haben.

Das klingt nach einem Neben-

Hauptjob.Wie bekommst du Studium

und FFF unter einen Hut?

Die Organisation „Stay Grounded“ macht sich dafür stark, dass weniger geflogen wird

Während der Unibin ich parallel

immer online.Eigentlich immer.Du

telefonierst und schreibst Hausarbeiten,

kochst und sitzt gleichzeitig

mit Freunden zusammen. Die vielen

kleinen Dinge machen esaus,

aber auf Dauer geht das an die körperliche

Substanz. Es herrscht aber

kein Leistungsdruck.

Kurz und knackig: Worauf arbeitet

ihr hin?

Wir bringen gezielte Forderungen

auf den Weg, die die Politiker

zum Handeln bringen sollen. Nett,

dass sie sagen, es sei fünf vor zwölf.

Daswar vielleicht 1978 der Fall. Uns

bleibt weniger Zeit.Wirwachsen gerade

erst und ziehen’s durch.

Und Luisa Neubauer hat als

„deutsche Greta“ dabei die Führungsrolle

übernommen?

Das hätten die Medien gern so.

Luisa bringt viel Erfahrung mit und

liefert sehr wichtigen Input. Wir

wollen aber gezielt keinen Personenkult

schaffen. Doch wenn wir

dann Interviewanfragen bekommen

und einen der vielen anderen

Aktiven schicken, gibt es schon mal

eine Absage,weilJournalisten lieber

mit Luisa sprechen wollen.

Und wie lässt sich der Aufwand

finanzieren?

Das ist reines Engagement. Böse

Zungen behaupten, dass wir durch

die Grünen gesponsert werden,

aber das ist nicht wahr. Über Go-

FundMe sammeln wir Gelder, die

allerdings ausschließlich für Bühnen,

Druckmaterial oder Reisekosten

für die Demonstrationen genutzt

werden. Und bevor die Frage

kommt: Ja, das ist es alles wert.Weil

wir hier die Chance haben, etwas

Großes zu schaffen.

Was ihr aus eigener Kraft auf die

Beine stellt, klingt schon nach einer

Mini-Partei.

Das wäre doch großartig! Die

Personen, mit denen du jetzt zusammenarbeitest,

sind aus der gleichen

Motivation heraus Feuer und

Flamme für dasselbe Ziel. Du lernst,

auf wen dudich verlassen kannst.

Undschau dir an, wie weit wir es geschafft

haben! Würde ich eine Partei

gründen, dann wüsste ich nun, mit

wem ich das anstelle.

Schuld ist die,

die den

Spiegel hält

Warum werden Klimaaktivistinnen

so angefeindet?

von Salonika Huditi, 21 Jahre

Heuchler, Lügner, Hochstapler!

Derartigen Beschimpfungen

müssen sich vor allem Klimaaktivisten

und Veganer unterziehen. Insbesondere

grüne Berühmtheiten wie

Greta Thunberg, Luisa Neubauer,

Madeleine D. Alizadeh und Yovana

Mendoza werden hierbei unter

die Lupe genommen. Penibel wird

nach Doppelmoralen geschnüffelt,

bei dem kleinsten Fehltritt beißen

die Kritiker zu. Doch was ist dran an

diesem Phänomen? Warum werden

ausgerechnet Menschen, die sich für

einen nachhaltigen Lebensstil einsetzen,

vonden Kritikpfeilen gejagt?

Womöglich liefernuns die Schriften

vomSoziologen Niklas Luhmann

die Antwort: Innerhalb eines Systems

kommuniziertein Mensch eine

gewisse Selbstdarstellung mit den

eigenen Werten. Widerspricht das

Verhalten dieses Menschen seinen

zuvor kommunizierten Werten, so

enttäuscht er die Verhaltenserwartungen

deranderen Mitglieder.

Das würde erklären, warum die

Roh-Veganerin Yovana Mendoza mit

Kritik überflutet wurde, nachdem

sie beim Fischessen erwischt wurde.

Hauptkritikpunkt war das Verschweigen

ihrer neuen Ernährungsgewohnheiten,

was zwei ihrer kommunizierten

Werte widerspricht:

Transparenz und Rohveganismus.

Aber warum wird dann eine Greta

Thunberg kritisiert, die seit ihrem

achten Lebensjahr versucht, stets

umweltfreundlich zu handeln? Greta

belehrt mit ihren Reden die erwachsenen

Politiker und gibt ihnen

die politische Verantwortung für das

Klima, obwohl sie selbst noch die

Schule besucht. Gerade weil sie den

Politikern einen Spiegel vor ihr Antlitz

hält, wirdsie vonihnen kritisiert.

Lücken im eigenen politischen

Programm einzugestehen ist schwer.

Die simpelste Lösung ist, die Person

anzuprangern, die den Spiegel hält.

Hörproben

Dokumentationen und Spielfilme

zum Thema Klimawandel

In den Dokumentationen „Before

the flood“ und „11th hour –5vor12“

zeigt Leonardo di Caprio die Folgen

des Klimawandels in atemberaubenden

Bildern. EinmöglichesZukunftsszenario

wird indem Spielfilm „The

Day After Tomorrow“ präsentiert:

Aufgrund der Erderwärmung kühlt

der Golfstrom drastisch ab und es

kommt zuschrecklichen Naturkatastrophen.

Ein Horrorszenario. Süßer

wird esindem Spielfilm „WALL·E –

Der Letzte räumt die Erde auf“, in

dem auf berührende Weise erzählt

wird, wie wir unsere Erde zerstören

könnten. Hannah Pieper,14Jahre

Weitere Filmtipps zum Klimawandel gibt es

auf Spreewild.de.

von Ria Lüth, 19 Jahre

Als erstes Nichtkohlekraftwerk

schaffte es Ryanairgerade in die

TopTen der größten CO2-Emittenten

Europas. Doch selbst Umweltbewusste

stehen vor einem Dilemma:

Fliegen steht für Freiheit und

einen kosmopolitischen Lebensstil.

Das internationale Netzwerk „Stay

Grounded“will das ändern und eine

BewusstseinswendeinGangsetzen.

Ein Urlaubsflug von Berlin nach

Mallorca verursacht circa dieselben

CO2-Emissionen wie der durchschnittliche

deutsche Autofahrer

pro Jahr. Zwei Prozent der CO2-

Emissionen, die auf der gesamten

Welt produziert werden, gehen auf

den Flugverkehr zurück. Aber, und

das ist das Entscheidende, Flugzeuge

produzieren weitereTreibhausgase,

die den Klimawandel anheizen.

Das Umweltbundesamt rechnet dafür

mit dem Faktor3,ausgehendvon

den CO2-Emissionen, sodass der

Einfluss der flugbedingten Emissionendeutlich

steigt.Und das,obwohl

letztes Jahr nur3Prozent der gesamten

Weltbevölkerung geflogen sind.

Gleichzeitig wird eine

nachhaltige Verkehrspolitik im Namen

des Wachstums boykottiert.

ZumScheiternverurteilte Regionalflughäfen

werden subventioniert,

Defizite übernommen und die Preise

für Flugtickets künstlich unten

gehalten: Im Gegensatz

zur Bahn ist der Flugverkehr

von Mehrwertsteuer

auf internationale

Tickets, Energiesteuer

und Ökosteuer befreit. Auch

im Kyoto-Protokoll und im

Pariser Klimaabkommen

ist das Fliegen nur eine

Randnotiz. Stattdessen

wurde das Problem

auf die UN-Luftfahrtbehörde

ICAO abgerollt, die 2016 ein CO2-

Kompensationssystem für den Luftverkehr

beschloss. Demnach soll

das Wachstum der internationalen

Luftfahrt ab2020 CO2-neutral,

jedoch nicht begrenzt erfolgen.

Nichts als heiße Luft, beklagen Klimaverbände.

Nicht-Fliegen wirdTrend

Als Antwort darauf schlossen sich

2016 einzelne nationale Organisationen

zu dem weltweitenNetzwerk

„Stay Grounded“ zusammen, um

durch Protestaktionen, Vernetzung

mit politischen

FOTOLIA/CAFTOR

Akteuren und der Verbreitungihres

Positionspapieres den Neu- und

Ausbau von Flughäfen zu stoppen

undzuerreichen, dassder Flugverkehr

weitestgehend durch umweltfreundlichere

Alternativen ersetzt

wird.

In Schweden hatte die Bewegung

letztes Jahr ungeahnten Erfolg. Unter

dem Motto „Flygskam“, das sich

zum Wort des Jahres mauserte und

auf Deutsch „Flugscham“ heißt,

entwickelte sich das Nicht-Fliegen

zu einem Trend: Innerschwedische

Flüge gingen um drei Prozent

zurück und alleine

zwischen Malmö

und Stockholm

stieg die Belegung

der Nachtzüge auf das Doppelte

im Vergleich zum Vorjahr. Das

schwedische Beispiel zeigt:

Mehr Bewusstsein macht

einen Wandel möglich.

Eine Playlist voller Klimasongs

Leo Holldack hat seinen Song

„It’s Not TooLate“ für die „Fridays

for Future“-Bewegung geschrieben.

Bei den weltweiten Demonstrationen

am 15. Märzhat er ihn das erste

Mal vor Publikum performt. Auch

das Lied „We Have aWorld to Win“

wird auf den „Fridays for Future“-

Demonstrationen gesungen. Dafür

wurde der Text von„BellaCiao“verändert,

sodass erzum Thema Umweltschutz

passt.

Auch bei schon länger bekannten

Songs ist unsere Erde das Thema:

Der„Earth Song“ von Michael Jackson,

das Lied „Wake Up America“

von Miley Cyrus oder „Radioactive“

von den Imagine Dragons waren

echte Hits. Hannah Pieper,14Jahre

Die ganze Playlist könnt ihr auf Spreewild.de

hören.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

KONTAKT

Berliner Zeitung

Jugendredaktion

Telefon: 030/695 66 50

blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de

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Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG)Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG)

Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Hallo Schatz –Vom Plunder zum

Prachtstück 17.00 (für HG) Tagesschau 17.15

(für HG) Brisant 18.00 (für HG)Wer weiß denn

sowas? 18.50 (für HG) Großstadtrevier 19.45

(für HG)Wissen voracht –Zukunft 19.55 (für

HG) Börse voracht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Wilde Dynastien

Feldzug der Wildhunde

21.00 (für HG) Hart aber fair

Moderation: Frank Plasberg

Sorry,liebe Briten: Wer nimmt Euch

jetzt noch ernst?

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Der große Umbruch

Wie künstliche Intelligenz unser Leben

verändert

23.30 (für HG) Geheimnisvolle Orte

Der Kurfürstendamm –Boulevard mit

Geschichte

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 Freundinnen –

Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie 10.00 Der

Blaulicht-Report 11.00 Der Blaulicht-Report

12.00 Punkt 12 14.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 14.55 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 15.00 Auf fremden Sofas

16.00 Meine Geschichte –Mein Leben 17.00

Freundinnen –Jetzt erst recht. Unterhaltungsserie

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv

–Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Wer wird Millionär?

Quiz-Show

Moderation: Günther Jauch

Mit seiner gewitzten Art hat der Moderator

Günter Jauch schon so manchen

Kandidaten aus der Fassung gebracht.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 Spiegel TV

Die Ungleich-Stadt -Hamburgs Zwei-

Klassen-Gesellschaft

0.00 Nachtjournal

0.30 Die Alltagskämpfer –ÜberLeben in

Deutschland Reportagereihe

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR in der Rolle der Escort-Dame eine völlig Arte

14.00 (für HG) MDR um zwei 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um vier

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Mach dich ran! 20.15 (für HG) Wolfsland

–Der steinerne Gast. TV-Kriminalfilm, D

2018 21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG)

Fakt ist! 23.05 (für HG) Charité 0.40 Das Opfer.

Drama, D2011 0.55 MDR Kultur –Filmmagazin

1.10 (für HG) Fakt ist! 2.10 (für HG)

Anne Will 3.10 (für HG) Mach dich ran!

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Unkraut 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Mein Job –Dein Job 21.00 (für HG)

Kuhglocken –Leidenschaft und Bergromantik

21.45 (für HG) Rundschau Magazin 22.00 (für

HG) Lebenslinien 22.45 Zur Freiheit 23.10 Zur

Freiheit 23.35 SchleichFernsehen 0.25 Ringlstetter

1.10 (für HG) Dahoam is Dahoam

Vox

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 Goodbye Deutschland! DieAuswanderer.

Michael Wendler &Laura, Cape Coral /

Birgitt Adams, Montana /Bettina Fabian und

Tyrese, Orlando 22.15 Goodbye Deutschland!

Die Auswanderer. Heute mit: /Ingrid Roes, Florida

/Mike Lehnberg,Florida /Nicole Betz,

Florida 0.15 nachrichten 0.35 Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin. Suche

nach Wahrheit 1.30 (für HG) Medical Detectives

–Geheimnisse der Gerichtsmedizin.

Verhängnisvolle Konfrontation

Super RTL

14.55 Dragons –Auf zu neuen Ufern 15.20

ALVINNN!!! und die Chipmunks 15.50 Ninjago

–ImLand der Drachen 16.15 Ritter hoch 3

16.40 Die Nektons –Abenteurer derTiefe

17.10 Grizzy &die Lemminge 17.40 Spirit:

wild und frei 18.10 Bugs Bunny und Looney

Tunes 18.40 WOW Die Entdeckerzone 19.10

ALVINNN!!! und die Chipmunks 19.35 Angelo!

20.15 On the Case –Unter Mordverdacht

21.15 On the Case –Unter Mordverdacht

22.10 On the Case –Unter Mordverdacht

23.10 On the Case –Unter Mordverdacht

Sport1

14.30 Cajun Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana.

Ein Traum wird wahr 15.30 Storage Hunters.

Schießerei in Vegas 16.30 Find It,Fix It,

Flog It –Schätze aus der Scheune 17.30 StorageWars

–Die Geschäftemacher. Darrell verdoppelt

18.30 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Noch alle Tassen im Lager? 19.00

Bundesliga aktuell 19.30 Goooal! 20.00 Die

Premier League Highlights 21.15 FC Bayern

Inside 21.45 Bundesliga aktuell 22.15 Die

Premier League Highlights 23.30 3. Liga pur

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Eine alte

Schuld 11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Das

Sterben der Nashörner 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG)ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops.

Gefährliche Nachbarn 17.00 (für

HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland

17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für HG)

SOKO München. Madonna von Garming 19.00

(für HG) heute 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Und tot bist du! –Ein

Schwarzwaldkrimi

TV-Kriminalfilm, D2019

Mit Jessica Schwarz, Max vonThun,

Nadja Bobyleva u.a.

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Ruhet in Frieden

Actionfilm, USA 2014

0.00 heute+

0.15 (für HG) Der Jungfrauenwahn

Warum esfür Muslime oft schwer ist

frei zusein

Dokumentarfilm, D2014

5.30 Frühstücksfernsehen 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.00 Meine Klasse –Voll das Leben

17.30 Fünf Leben –Die Schicksale 18.00

Endlich Feierabend! Moderation: Simone Panteleit,

Daniel Boschmann 19.00 Genial daneben

–Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Ein ganz normaler Tag

TV-Drama, D2019

Mit Sonja Gerhardt, Stephanie Amarell,

Béla Gabor Lenz, Maximilian Beck,

Mira Elisa Goeres u.a.

Regie: Ben Verbong

22.15 Ein ganz normaler Tag–wer hilft

wirklich, wenn es drauf ankommt

23.15 Was kostet die Liebe? –Ein

Großstadtmärchen

TV-Komödie, D2016

Mit Mira Bartuschek, Alexander Khuon,

Birte Glang u.a.

14.55 (für HG) Inaller Freundschaft –Die jungenÄrzte

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier

und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Ohne Schnitzel

geht es nicht 21.00 (für HG) Ohne Schnitzel

geht es nicht 21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für

HG) Unterwegs im Westen 22.40 (für HG)

Westart 23.20 (für HG) La Belle Saison –Eine

Sommerliebe. Liebesmelodram, F/B 2015

1.00 (für HG) Phoenixsee

NDR

15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für

HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag

17.10 (für HG) Seehund, Puma &Co. 18.00

Ländermagazine 18.15 (für HG) Die Nordreportage

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Markt 21.00 (für HG) Das Diesel Desaster

21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für HG)

45 Min 22.45 (für HG) Kulturjournal 23.15

(für HG) Der Moment der Wahrheit. Drama,

USA/AUS 2015 1.10 Sass: So isst der Norden

1.40 (für HG) Das Diesel Desaster

Kabel eins

9.40 Navy CIS: L.A. 10.25 Navy CIS 11.20

Without aTrace 12.15 Numb3rs 13.10 Castle

14.05 The Mentalist 15.00 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir

kümmern uns drum 20.15 Shanghai Noon.

Actionkomödie, USA/HK 2000 22.35 Die Jackie

Chan Story 23.45 Mission Adler –Der

starkeArm der Götter. Actionkomödie, HK

1991 1.45 Late News 1.50 Shanghai Noon.

Actionkomödie, USA/HK 2000

RTL 2

13.10 Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 14.10 Die Wollnys –Eine

schrecklich große Familie! 15.10 Die Wollnys –

Eine schrecklich große Familie! 16.05 Krass

Schule –Die jungen Lehrer 17.00 News 17.10

Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Die

Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben

21.15 Daniela Katzenberger –Familienglück

auf Mallorca 23.15 Der Traummann –Liebe

ohne Grenzen 0.05 Der Traummann –Liebe

ohne Grenzen 1.00 exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

15.30 Radsport: Baskenland-Rundfahrt. 1.

Etappe 17.30 Superbike: WM 18.00 Superbike:

WM 18.20 Eurosport News 18.30 Gewichtheben:

EM. Herren bis 67 kg 20.15

Olympische Spiele. Legenden hautnah 20.45

Olympische Spiele. Legenden hautnah 21.15

Radsport: Baskenland-Rundfahrt 22.00 Gewichtheben:

EM 22.45 Gewichtheben: EM

23.15 Olympische Spiele. Legenden hautnah

23.30 Eurosport News 23.45 Radsport: Baskenland-Rundfahrt

0.30 Gewichtheben: EM

SAT.1, 20.15 UHR TV-DRAMA

Ein ganz normaler Tag

Esist ein ungeheuerliches Verbrechen, das sich in einer Berliner Tram abspielt:Die

Jugendlichen Kevin und Mike attackierenamhelllichten Tagzwei

Fahrgäste.Selbst als einer vonihnen bereits bewusstlos am Boden liegt,treten sie

noch aufihn ein. Augenzeugen gibt es viele,dochnachdem Mike und Kevin von

der Polizei abgeführtwurden, ziehen immer mehr Zeugen ihreAussagen zurück.

Auch Nicole Wegmann, die die Polizei rief,mag sich mit einem Malnichtmehr

an Details erinnern. Ein schwierigerFall für Staatsanwältin JessicaMaurer(Sonja

Gerhardt). Wird sie die Täter dennoch zur Rechenschaft ziehen können? Letzter

vondreiFilmen, den Sat.1imRahmen der Themenfilmreihe „#WirZeigenHaltung“zeigt.ImAnschlussberichtet

die Reportage„Einganz normaler Tag–wer

hilft wirklich,wenn es draufankommt“ vonrealenFällen vonZivilcourage.

(Dtl./2019)

Foto: Sat.1

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SAT.1, 23.15 UHR TV-KOMÖDIE

Was Exklusiv kostet die fürLiebe?

Abonnenten!

Zusätzlich zur gedruckten Ausgabe:

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die Berliner Zeitung als E-Paper. ährend Nora (MiraBartuschek)in

einer Werbeagentur aufden großen

Überallhin mitnehmen &mobil informiert Durchbruch bleiben wartet,lebtCousine Emilyein

Auf bis zu drei Geräten gleichzeitig lesen luxuriöses Lebenals Escort-Girl.Als sich

Zoomfunktion –höherer Lesekomfort Emily eines Tageseine Fischvergiftung einfängt,mussNoraberuflichfür

sie einspringen.

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4,99 €statt 29,99 €. Ihnen steht ein gesetzliches

Widerrufsrecht zu. Alle Informationen über dieses Recht

und die Widerrufsbelehrung fnden Sie unter

www.berliner-zeitung.de/widerruf

Berliner Verlag, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

neue Welt,inder siesichschonbald in den

wohlsituierten Millionär MaxWagner (Alexander

Khuon) verliebt.Regisseur Florian

Knittel inszenierte eine Romantikkomödie

mit Anleihen aus„Aschenputtel“ und „Pretty

Woman“.Das istnichtsehr originell, dafür

aber rechtkurzweilig.

(Dtl./2016)

Foto: Sat.1

SUDOKU

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

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8 6

6 8

7 3 2

4 9 8

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5 4

6 2

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VOM vom6./7. 6.4.2019

MITTEL mittel

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5 7 3 4 2 1 8 6 9

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6 8 5 3 4 2 7 9 1

4 2 7 1 5 9 6 3 8

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8 9 1 2 6 4 3 7 5

7 4 2 5 1 3 9 8 6

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6./7. 4. 2019

vom 6.4.2019

SCHWER

schwer

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6 1 3 4 9 2 7 5 8

9 5 2 7 8 6 4 1 3

7 3 6 5 2 9 8 4 1

5 8 4 6 7 1 2 3 9

1 2 9 8 4 3 5 7 6

4 9 1 2 3 7 6 8 5

2 6 8 1 5 4 3 9 7

3 7 5 9 6 8 1 2 4

5.20 rbb UM6 5.50 Potsdam erwacht 6.00 Im

Möckernkiez 6.30 rbb Praxis 7.30 Querbeet

8.00 Brandenburg aktuell /Abendschau 8.30

Brandenburg aktuell /Abendschau 9.00 In

aller Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft –

Die jungen Ärzte 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Die Stein 13.00 rbb24

13.10 Verrückt nach Meer 14.00 Lichters

Schnitzeljagd 14.45 Traumhäuser 15.15 Norwegen

–Leben am Hardangerfjord 16.00

rbb24 16.15 Gefragt –Gejagt 17.00 rbb24

17.05 Nashorn, Zebra &Co. 17.55 Sandmann

18.00 rbb UM6 18.30 zibb. zuhause in berlin

&brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Super.Markt

Neues für Verbraucher

Moderation: Janna Falkenstein

21.00 Die Wahrheit über ...

Schnittblumen

21.45 rbb24

22.00 Tatort Hundeleben

TV-Kriminalfilm, D2004

Mit Klaus J.Behrendt, Dietmar Bär,

Anneke Kim Sarnau u.a.

23.30 Polizeiruf 110

Draußen am See

TV-Kriminalfilm, DDR 1984

ProSieben

8.00 Last Man Standing 8.50 The Middle 9.35

Fresh off the Boat 10.30 Mike &Molly 10.55

How IMet Your Mother 11.50 2Broke Girls. Im

Steuersumpf/Die Buttercreme-Blamage.Comedyserie

12.40 Mom. Nüchtern betrachtet.

Comedyserie 13.00 Twoand aHalf Men. Eine

Flasche Wein und ein Presslufthammer/Feuer

und Flamme/Nutten, Nutten,Nutten. Comedyserie

14.20 The Middle. Der Kratzer/Das

Thanksgiving-Fest.Comedyserie 15.15 The Big

Bang Theory. Stein,Schere, Spock/Unflotter

Dreier/Kleines Gefäß mit Honig/Die Geschenk-

Hypothese. Comedyserie 17.00 taff 18.00

Newstime 18.10 Die Simpsons. Homerotti/

Abgeschleppt! Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 The Big Bang Theory

Und jetzt mit Zunge. Comedyserie

20.45 The Big Bang Theory

Der Gestank der Verzweiflung

21.15 The Middle Der langeWeg zum Nichts

21.45 The Big Bang Theory Comedyserie

22.15 The Big Bang Theory

Besuch vom FBI. Comedyserie

22.45 The Big Bang Theory

21 Sekunden. Comedyserie

23.10 Late Night Berlin

Gäste: Tokio Hotel (Band)

Moderation: Klaas Heufer-Umlauf

12.15 Re: 12.50 Arte Journal 13.00 Stadt

Land Kunst 14.05 Out of Rosenheim. Komödie,

D/USA 1987 15.50 (für HG) Das Schwarze

Meer 16.45 (für HG) X:enius 17.10 Leben

mit Vulkanen 17.40 (für HG) DerTeppichhändler

von Isfahan 18.35 Geheimnisvolle Wildblumen

19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.15 (für

HG) Der Zeuge der Anklage. Drama, USA 1942

22.10 Benjamin Netanjahu. Dokumentarfilm,

ISR 2019 23.35 Das Geheimnis der Dame in

Weiß. Kriminalfilm, F1958 1.10 With or without

You. Dokumentarfilm,COR/D 2014

3Sat

14.45 Indonesien –ungezähmt. Im Reich der Riesen

15.30 Indonesien –ungezähmt. Inseln im

Monsun 16.15 Indonesien –ungezähmt. Im Schatten

der Vulkane 17.00 Indonesien –ungezähmt.

Versteckte Welten 17.45 Indonesien –ungezähmt.

Im Land der Drachen 18.30 nano 19.00 (für HG)

heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Traumseen derSchweiz. Herbstgeschichten

am Wasser 21.05 Traumseen der Schweiz.Wintergeschichten

am Wasser 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 (für HG) Das große Museum. Dokumentarfilm,A2014

0.00 (für HG) Rente unter Palmen

Phoenix

14.45 phoenix plus 16.00 Anne Will 17.00

Blackout Berlin –Wie verwundbar ist die

Hauptstadt? 17.30 phoenix der tag 18.00

Machtkampf um Venezuela –Ein Land am Abgrund

18.30 (für HG) Kinabatangan, der Amazonas

des Ostens 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Kinabatangan, derAmazonas

des Ostens 21.00 Indiens Superreiche –Zwischen

Elend und Luxus 21.45 (für HG) heutejournal

22.15 unter den linden 23.00 phoenix

der tag 0.00 unter den linden 0.45 (für HG)

Kinabatangan, der Amazonas des Ostens

Kika

12.25 (für HG) Die Maus 12.55 Marcus Level

13.20 Max &Maestro 13.40 Tiere bis unters

Dach 14.10 Schloss Einstein 15.00 (für HG)

Dance Academy 15.50 (für HG) H2O –Abenteuer

Meerjungfrau 16.40 (für HG) 4½Freunde

17.25 (für HG) Insectibles 18.00 (für HG)

Wir Kinder aus dem Möwenweg 18.10 Die Biene

Maja 18.35 Mama Fuchs und Papa Dachs

18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Arthur und

die Freunde derTafelrunde 19.25 pur+ 19.50

(für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live 20.10

Stadt, Land, Bus

Dmax

16.15 Border Control –Spaniens Grenzschützer

16.45 Border Control –Spaniens Grenzschützer

17.15 Fast 'N' Loud 18.15 Garage

Rehab –Die Werkstatt-Retter 19.15 Steel Buddies

–Stahlharte Geschäfte 20.15 Die Gebrauchtwagen-Profis

21.15 Die Gebrauchtwagen-Profis

22.15 Speed Is the New Black –

Hauptsache schnell! 23.15 Las Vegas Hot

Rods 0.15 Die Gebrauchtwagen-Profis 1.10

Speed Is the New Black –Hauptsache schnell!

2.00 Die Gebrauchtwagen-Profis

5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 betrifft 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Odysso 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.20 Weltspiegel 20.00 Tagesschau

20.15 Anne Will. Wie langedenn noch? DasRingen

um den Brexit 21.17 Extra 21.30 Westpol

22.00 Markt 22.45 Die Tagesschau vor 20 Jahren

23.00 Tagesthemen 23.30 Re: 0.00 Mensch,

Leute! 0.30 Europamagazin 1.00 Nachtmagazin

1.20 Dierbb-Reporter 1.50 Brandenburgaktuell

2.20 ThüringenJournal 2.50 Extra 3.02 SWRLandesschau

Rheinland-Pfalz 3.47 Extra 4.02 Abendschau

4.30 Aktueller Bericht

ONE

10.55 In aller Freundschaft–Diejungen Ärzte

11.45 Verrückt nach Meer 12.35 Sturmder Liebe

13.20 Sturm der Liebe 14.10 Glück aufBrasilianisch.

TV-Komödie,D2011 15.40 In aller Freundschaft–Die

jungen Ärzte 16.30 Bezaubernde

Jeannie 16.55 BezauberndeJeannie 17.20 Lindenstraße

17.50 Der Dicke 18.40 Sturmder Liebe

19.25 Sturmder Liebe 20.15 Großstadtrevier

21.00 Großstadtrevier 21.50 Nuhr im Ersten

22.35 Bauerfeind –Die Showzur Frau 23.20 Der

Lissabon-Krimi: Feuerteufel. TV-Kriminalfilm, D

2019 0.50 Lindenstraße 1.20 kinokino 1.40 Nuhr

im Ersten 2.25 Quarks 3.10 DerDicke 4.00 Lindenstraße

4.30 Verrückt nach Meer

ZDF NEO

8.40 Lafer!Lichter! Lecker! 9.25 Bares fürRares

10.20 Bares für Rares 11.10 DerNachbar in meinemBeet

11.55 Die Rettungsflieger 12.40 Die

Rettungsflieger 13.25 Monk 14.50 Heldt 15.35

Die Rettungsflieger 17.05 Monk 18.30 Bares für

Rares 19.20 Bares für Rares 20.15 (für HG)InspectorBarnaby.

DieFrucht desBösen. TV-Kriminalfilm,

GB 2001 21.55 (für HG)Inspector Barnaby.

Mord mitRendite.TV-Kriminalfilm, GB 2002 23.35

(für HG)Inspector Banks. Wenn die Dunkelheit fällt

(1+2). TV-Kriminalfilm, GB 2010 1.05 Spooks –Im

Visier desMI5 2.00 heute-show 2.30 Neo Magazin

Royale 3.15 Callin' Mr.Brain 4.00 Die glorreichen

10 4.45 TerraX

ZDF INFO

6.30 Die Entstehungder Erde 7.15 Reise durch

die Erdgeschichte 8.50 Leschs Kosmos 9.20 Auf

Verbrecherjagd 12.55 (für HG) Faszination Universum

14.25 (für HG) Faszination Universum 15.50

(für HG)Faszination Universum 17.20 (für HG)

Faszination Universum 18.05 (für HG)Faszination

Universum 18.45 Frauen im Nationalsozialismus

19.30 Frauen im Nationalsozialismus 20.15 Frauen

im Nationalsozialismus 20.55 Frauen im Nationalsozialismus

21.40 Hitlers Reich privat 22.25

Hitlers Reich privat 23.10 Hitlers Reich privat

23.55 Die Geheimprojekte der Nazis 0.35 heutejournal

1.05 Die SS 1.50 Die SS 2.30 Die SS

3.15 Die SS 4.00 Die SS 4.40 Despoten

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Eine Vorlage –viele Vertonungen:

Die „Brockes-Passion”. Im Jahre 1712 dichtete

Barthold Heinrich Brockes sein Passionsoratorium

„Der für die Sünde derWelt gemarterte

und sterbende Jesus”., ca. 56 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Walter Berry zum 90.

Geburtstag., ca. 56 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Die Reihe „LINDEN 21”

an der Staatsoper Unter den Linden Berlin.,

ca. 56 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

6. Raderbergkonzert 2018/2019 Mit Norbert

Hornig,ca. 105 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Falsches Konzert. Die Zwischentöne

des Edu Haubensak., ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Julian Barnes: „Die einzige Geschichte”

(16/22). Es liest Frank Arnold, ca. 30 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Verfluchtes Licht” Hörspiel nach Lukas Holliger.

Mit Martin Engler (Glut), Robert Dölle (Zeller),

Annette Strasser (Isabella), Holger Kunkel

(A. Hess), Tanja Schleiff (J.Hess), Elias Eilinghoff

(Simon), Dirk Glodde (Schubert), Florian

von Manteuffel (Jasper), Max Rothbart (Wirz/

Berliner Stimme), Mario Fuchs (Dominik/Teenager),

Andrea Bettini (Mann/Gast/Securitas),

Jörg Schröder (Mangold) u.a., ca. 60 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Julian Barnes: „Die einzige Geschichte”

(16/22), ca. 31 Minuten

MAGAZIN

16.35 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Forschung aktuell Algorithmen im Alltag.Der

Gesichtserkenner /Wissenschaftsmeldungen /

Sternzeit 08. April 2019.,ca. 25 Minuten

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Stanford an der Spree. Warum

ausländische Hochschulen inBerlin Filialen

eröffnen. VonVera Block, ca. 26 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Jacques Brel. ,ca. 30 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

In Concert Cathrin Pfeifers Trezoulé. Mit Cathrin

Pfeifer (Akkordeon), Takashi Peterson (Gitarre),

Andi Bühler (Schlagzeug und

Perkussion), GilbertTrefzger (Steel-Gitarre (als

Gast)). Mod.: Carsten Beyer, ca. 87 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 82 · M ontag, 8. April 2019 – S eite 28

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Gerhard Schröder muss sich auch mit

der Tatsache abfinden, dass hinter

jedem großen Mann eine große Frau

steht, die es besser weiß. Schröders

fünfte,Soyeon Schröder-Kim, sagte

der Bild-Zeitung nun, dass der Altkanzler,der

am Sonntag 75 wurde,

ihr versprochen habe,künftig nicht

mehr als zwei Gläser Wein proTag zu

trinken. Zudem musste Schröder,

der neuerdings golft, seiner Ehefrau

garantieren, noch mindestens 30

Jahreanihrer Seite zu bleiben, sonst

würde sich das Heiraten ja nicht

wirklich lohnen, so die witzelnde

Gattin, die rund 27 Jahrejünger als

der Ex-Politiker ist.

AlikoDangote braucht die Haptik,

um auf dem Boden der Tatsachen zu

landen. Zwar badet der reichste

Mann Afrikas nicht in seinem Zaster

wie DagobertDuck, doch Anfassen

mag der Mann seine Moneten auch:

Nach eigenen Worten hat Dangote,

dem Unternehmen in so unterschiedlichen

Bereichen wie Zement

bis hin zum Mehl gehören, einmal

zehn Millionen Dollar in bar vonder

Bank abgehoben, um sich seines

Reichtums zu versichern. „Wenn

man jung ist, ist die erste Million

wichtig, aber danach bedeuten Zahlen

nicht mehr viel“, erzählte der

Milliardär am Sonnabend bei einem

Wirtschaftsforum in der Elfenbeinküste.Das

Geld zahlte der Milliardär

übrigens am nächsten Tagbravwieder

ein.

Prinz William hat als Agent im Auftrag

ihrer Majestät drei Wochen

als Praktikant beim

britischen Geheimdienst

verbracht. Der

Schnupperkurs endete

am Wochenende,wie

der Kensington-Palast

mitteilte.Dabei verbrachte

die Nummer

zwei der britischen

Thronfolge je eine

Woche beim Inlands-

Geheimdienst MI5,

beim Auslands-Geheimdienst

MI6 sowie

bei der Cybersicherheit

GCHQ. Eine

„Lektion in Sachen

Demut“ sei es für ihn

gewesen, so der britische

Adlige.

(mpw./mit AFP/dpa)

Wo ist eigentlich der Bentley

mit Schleudersitz und Raketenwerfer?

GETTY/CHRIS JACKSON

TIERE

Da hat jemand aber ganze Arbeit

geleistet.

DPA/PETER STEFFEN

Den Verursacher sehen Sieauf diesem

Bild nicht, wohl aber die Spuren

des Bibers,der einen Baum, wie es so

seine Artist, ganz ordentlich abgenagt

hat. Dasist etwas zwiespältig,

denn der Biber richtet so natürlich

einen Schaden an, doch das größte

heimische Nagetier galt lange als

ausgerottet wegen seines Fleisches

und seines Fells.Nun ist der Nager

zurück und in Niedersachsen, wo

dieser Baum steht, wieder an vielen

Flüssen und Gewässernverbreitet.

Grund hierfür ist der strenge Artenschutz.

(mpw.)

Seit letzter Woche könnte

Udo Albrecht wieder zurückkehren

in die Öffentlichkeit.

Nach fast vier Jahrzehnten

auf der Flucht sind am vergangenen

Mittwoch all die Straftaten

verjährt, die man dem Rechtsterroristen

angelastet hatte: Mitgliedschaft

in einer terroristischen Vereinigung,

mehrfacher Bankraub,Waffenhandel,

Geiselnahme, Autodiebstähle…

Auch die Dortmunder Staatsanwaltschaft

stellte endgültig ihre

Fahndung nach dem seit 1981 Verschwundenen

ein; und das Bundeskriminalamt

löschte sein Angebot

über 10 000 Euro für Hinweise auf

den Aufenthaltsort des Gesuchten.

Udo Albrecht kann also wieder auftauchen.

Aber geschehen wird das

wohl nicht, das Bundeskriminalamt

geht davon aus, dass der Terrorist

schon seit Jahren tot ist.

Panzerfaust im Versteck

Das letzte Mal für Schlagzeilen gesorgt

hatte der 1940 im thüringischen

Beiroda, einem Ortsteil von

Bad Liebenstein, geborene Albrecht

Ende Juli 1981. Zehn Monate saß er

da bereits wegen mehrerer Banküberfälle

in Untersuchungshaft. Nun

aber wollte der Rechtsterrorist vor

der Staatsanwaltschaft auspacken.

Den Ermittlern gab er zwei Waffenverstecke

seiner sechsköpfigen Nazihorde

„Wehrsportgruppe Ruhr“

preis, inMünchen und Dortmund.

Undererzählte etwas

von einer Panzerfaust, die in

einem dritten Depot nahe

der innerdeutschen Grenze

an einer Bahnlinie versteckt

sei.

Während die Polizei in den

ersten beiden Depots Waffen

und Sprengstoff sicherstellte,

fand sie das dritte Versteck

nicht. Schließlich gingen die Ermittler

auf das Angebot Albrechts

ein, wonach er sie unter

Bewachung dorthin führen

würde. Am29. Juli 1981 fuhr der

Neonazi mit einem ganzen Tross

von Justiz- und Polizeibeamten

an den Grenzabschnitt mit der

Bahnlinie.

DieBewacher nahmen ihm die

Handschellen ab und drückten

ihm eine Schaufel in die Hand.

Plötzlich lief Albrecht über die Gleise

Richtung Grenzzaun. Wie von Geisterhand

öffnete sich dort eine Tür,

der Rechtsterrorist sprang hindurch.

Als seine Bewacher ihm folgen wollten,

wurden sie vonden DDR-Soldaten

mit vorgehaltener Waffe gestoppt.

Die filmreife Flucht Albrechts

durch den Eisernen Vorhang gehört

bis heute zu den vielen rätselhaft

gebliebenenVorgängen im deutschdeutschen

Geheimdienstkrieg. Immerhin

war der Überläufer damals

einer der maßgeblichen Anführer

der rechten Terrorszene Westdeutschlands,

der überdies Kontakte

zu Nachrichtendiensten hüben

und drüben der Mauer pflegte.

Hatte also der BND die Flucht fingiert,

um ihn als Quelle in den Nahen

Osten zu schicken? Oder war

die Stasi eingeweiht, weil Albrecht

seit Jahren für die PLOkämpfte und

Waffen beschaffte? Die umfangreichen,

wenn auch wohl nicht lückenlosen

Akten über Albrecht im

Stasi-Archiv geben darauf keine eindeutige

Antwort.

Herauszulesen ist aus den mehr

als 1000 Seiten gleichwohl, dass der

Terrorist der Stasi nicht geheuer

war. Nach seiner spektakulären

Flucht gewährte der DDR-Geheim-

1940 wurde Udo Albrecht

im thüringischen

Bad Liebenstein

geboren. Im Alter

von15Jahren floh Albrecht

mit seinem Vater

in den Westen, weil

dieser aufgrund seiner

Nazi-Vergangenheit

vonSowjet-Behörden

verfolgt wurde.

Das

Phantom

Wo ist Udo Albrecht? Nach 40 Jahren sind die

Straftaten des Terroristen nun verjährt

VonAndreas Förster

Eines von der Stasi angefertigten Bilder von Udo Albrecht.

KRIMINELLER KARRIERIST

1956 begann Albrechts

kriminelle Karriere

und er wurde wegendiverser

Diebstahl-,

Einbruchs- und

Fälschungsdelikte sowie

Bankraubs und

Geiselnahme inhaftiert.

Albrecht gelang

mehrmals die Flucht

aus dem Gefängnis.

1970 baute Albrecht

gemeinsam mit weiteren

Gesinnungsgenossen

Kontakte zur PLO

auf und kämpfte während

des Schwarzen

Septembers auf Seiten

der Fedajin. Später

gründete Albrecht

die „Wehrsportgruppe

Ruhr“.

1976 wurde Albrecht wegen Waffenhandels verhaftet. MDR THÜRINGEN

BSTU

dienst ihm zehn Tage lang, bis zum

8. August 1981, Kost und Logis in einem

konspirativen Objekt in Klein

Köris bei Berlin. Im Gegenzug

packte Albrecht aus, was er so

wusste über die rechte Szene der

Bundesrepublik. Insbesondere zur

Wehrsportgruppe Hoffmann

konnte Albrecht viel erzählen,

schließlich hatte er deren Chef Karl-

Heinz Hoffmann bei der PLO als

vertrauenswürdigen Kämpfer gegen

Amerika und die Zionisten eingeführt.

Honoriertvon der PLO

Albrecht selbst, ein eingeschworener

Anti-Zionist, war noch vor dem

Mauerbau in den Westen gegangen

und hatte dort seit den 1960er Jahren

kleinere terroristische Anschläge

durchgeführt. 1968 nahm er

in Bonn und Paris Kontakt auf mit

Vertretern der Arabischen Liga und

erhielt so erste Kontakte zur palästinensischen

Widerstandsbewegung

El Fatah. In Jordanien und im Libanon

befehligte er für die Palästinenser

eine zehn Mann starke Kampfgruppe

und beschaffte ihnen darüber

hinaus Sprengstoff und Waffen

aus der Bundesrepublik. Die PLO

honorierte Albrechts Einsatz und

machte ihn in den 1970er Jahren

zum Offizier im eigenen Sicherheitsdienst.

Für den beschaffte er Informationen

über rechte Gruppen in der

Bundesrepublik, die die PLO ihrerseits

weiterleitete an ihre Partner

bei der Stasi-Auslandsaufklärung

HVA.

1979 organisierte Albrecht den

Kauf von ausgemusterten Bundeswehrfahrzeugen

und ihren Transport

inden Libanon, wo sie von der

PLO übernommen wurden. In dieser

Zeit war ein westdeutscher Geschäftsmann

an ihn herangetreten,

der in den Fahrzeughandel mit einsteigen

wollte. Seine Name war Rolf

Jung. EinDeckname,denn in Wahrheit

handelte es sich bei Jung um

den Privatdetektiv Werner Mauss,

der vermutlich im Auftrag des BND

die Lieferlinien an die PLO aufklären

sollte. Jung alias Mauss forderte

Albrecht auch zur Spionage auf, was

dieser aber abgelehnt haben will.

Daraufhin wurde der Neonazi in der

BRD in Untersuchungshaft genommen,

aus der er schließlich in die

DDR flüchten konnte.

Nach den zehn Tagen im Stasi-

Objekt in Klein Köris holte die PLO

Albrecht in Berlin-Schönefeld ab

und flog ihn in den Libanon aus.

Dortwurde er tagelang verhört. Der

Deutsche beteuerte seine Loyalität,

schlug den Palästinensern sogar

vor, Jung alias Mauss in den Libanon

zu locken und zu töten. Die

PLO hatte allerdings längst das Vertrauen

in Albrecht verloren und

überlegte ihrerseits, den Deutschen

zu liquidieren.

Laut Stasi-Akten unterbreiteten

die Verbindungsleute des PLO-Sicherheitsdienstes

ihren Partnern

von der HVA einen entsprechenden

Vorschlag. WieOstberlin darauf reagierte,

geht aus den überlieferten

Unterlagen nicht hervor. Tatsache

ist, dass sich die Spur von Udo Albrecht

in den 1980er Jahren im Libanon

verliert. Selbst Werner

Mauss,den der BND 1982 noch einmal

in die Spur schickte, scheiterte

mit der Suche nach Albrecht. Ob der

Terrorist tot ist, was viele vermuten,

oder doch noch –unter einer neuen

Identität – irgendwo im Ausland

lebt, ist unklar. Aber vielleicht wird

die Frage nun bald, da niemand

mehr nach ihm sucht, beantwortet.

Messerangriff im Bordell –

Prostituierte stirbt

Beieinem gewalttätigen Beziehungsstreit

in einem Bordell in

Moers am Niederrhein ist eine 38

Jahrealte Frau getötet worden. Ein

Mann hatte dortamSonnabend mit

einem Messer auf zwei Prostituierte

eingestochen –eine vonihnen sei

seine Ex-Freundin (31) gewesen,

teilte die Polizei mit. Die38-Jährige

war ihrer Kollegin bei dem Angriff zu

Hilfe geeilt und wurde dann selbst

zum Opfer.Der Tatverdächtige fügte

den beiden Frauen demnach

schwereVerletzungen zu. Es gelang

ihnen aber noch, in einen benachbarten

Imbiss zu fliehen, wo Rettungskräfte

alarmiertwurden. Die

Älterestarb wenig später trotz einer

Notoperation im Krankenhaus.

Beiallen drei Beteiligten handele es

sich um Rumänen, sagte der Staatsanwalt

am Sonntag. DerErmittler

bestätigte auch, dass die beiden

Frauen in dem Bordell gearbeitet

hätten. (dpa)

Neues Album von Avicii ein

Jahr nach seinem Tod

TimBergling alias Avicii starb im vergangenen

Jahr im Alter von 28. AP/A. SUSSMAN

Am 6. Juni erscheine ein neues Avicii-Album,

teilte die Sprecherin des

Musikers,Ebba Lindqvist, mit. Bereits

am Mittwoch werdedie Single

„SOS“ veröffentlicht. DieEinnahmen

aus dem Verkauf gingen an die

nach dem Künstler benannte Tim-

Bergling-Stiftung. ZumZeitpunkt

seines Todes habe sich Bergling kurz

vorder Fertigstellung eines neuen

Albums befunden. Am 20. April2018

war der erfolgreiche Musiker in Maskat,

der Hauptstadt des Oman, tot

aufgefunden worden. DerKünstler

wurde 28 Jahrealt. (dpa)

Deutscher stürzt zwölf Meter

in Gletscherspalte

Eindeutscher Skitourengänger ist im

Schweizer Skigebiet vonSaas Feein

eine zwölf Meter tiefe Gletscherspalte

gestürzt und ums Leben gekommen.

Er konnte am Sonnabend

zwar geborgen werden, starb aber in

der Nacht zum Sonntag an seinen

Verletzungen, wie die Polizei im Kanton

Wallis mitteilte.Der Mann war

mit drei anderen Tourengängern

beim Aufstieg über den Feegletscher

zum Alphubel. DieBegleiter alarmierten

nach dem Unglück sofort

die Bergrettung. Voreinem Jahr war

der Chef der Tengelmanngruppe,

Karl-ErivanHaub,auf einem Gletscher

bei Zermatt bei einem Skitourentraining

verschwunden. (dpa)

Phallus-Festival lockt

Touristen aus aller Welt

Beim KanamaraMatsuri, zu Deutsch

Festival des metallenen Phallus,feierten

Japaner am Sonntag in einem

Schrein in Tokios Nachbarstadt Kawasaki

alljährlich das „beste Stück

des Mannes“ mit einem skurrilen

Fest, das auch Tausende vonTouristen

anlockt. Im Ursprung geht es

darum, die Götter um Fruchtbarkeit

und eine sichereGeburtder eigenen

Kinder zu bitten. (dpa)


LEBEN MIT HANDICAP

VERLAGSBEILAGE DER BERLINER ZEITUNG

Raus in den Frühling:

Ausflüge und Urlaub für alle

Niemals allein: Lebenshilfe unterstützt

Familien an allen Stationen

Adrenalin auf Rädern:

Beim WCMX Grenzen überwinden

Berufliche Karrierefür Persönlichkeiten mit Behinderung

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