Mumien und Bibliotheken.
Beschäftigt man sich mit dem Thema, verwundert es zunächst, dass eine nicht geringe Zahl von Bibliotheken Mumien besitzen und teils auch in ihren Bibliothekssälen zur Schau stellen. Auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht: Bibliotheksmumien sind mehr als eine bloße Skurrilität oder morbide Zierde altehrwürdiger Büchersammlungen. Eric W. Steinhauer zeigt im zweiten Band der Reihe "Morbides Bücherwissen", dass die in Bibliotheken verwahrten Mumien damals wie heute über ein erstaunliches mediales und medienvisionäres Potential verfügen. Darüber hinaus ist die balsamierte Mumie in der Bibliothek Metapher für Dauerhaftigkeit und Unsterblichkeit, die auch von Bibliotheken erwartet wird. Die reichlich illustrierten Betrachtungen werden ergänzt durch eine ausführliche Bibliographie und ein Inventar gegenwärtiger und historischer Bibliotheksmumien.
Beschäftigt man sich mit dem Thema, verwundert es zunächst, dass eine nicht geringe Zahl von Bibliotheken Mumien besitzen und teils auch in ihren Bibliothekssälen zur Schau stellen. Auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht: Bibliotheksmumien sind mehr als eine bloße Skurrilität oder morbide Zierde altehrwürdiger Büchersammlungen. Eric W. Steinhauer zeigt im zweiten Band der Reihe "Morbides Bücherwissen", dass die in Bibliotheken verwahrten Mumien damals wie heute über ein erstaunliches mediales und medienvisionäres Potential verfügen. Darüber hinaus ist die balsamierte Mumie in der Bibliothek Metapher für Dauerhaftigkeit und Unsterblichkeit, die auch von Bibliotheken erwartet wird. Die reichlich illustrierten Betrachtungen werden ergänzt durch eine ausführliche Bibliographie und ein Inventar gegenwärtiger und historischer Bibliotheksmumien.
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2.2 Historische Bibliotheksmumien in Europa<br />
Die bisher vorgestellten Bibliotheksmumien sind zeitgenössische<br />
Beispiele ihrer Art. In historischen Quellen können<br />
wir darüber hinaus von weiteren <strong>Mumien</strong> lesen.<br />
Der britische Anatom Sir Busick Harwood (ca. 1745-1814)<br />
beschreibt in seinem Buch »System der vergleichenden<br />
Anatomie <strong>und</strong> Physiologie«, das 1799 in einer deutschen<br />
Übersetzung erschienen ist, wie er die Zahnstellung einer<br />
in der Universitätsbibliothek zu Cambridge aufbewahrten<br />
ägyptischen Mumie untersucht hat. 33 Diese Mumie,<br />
die in der Literatur öfter beschrieben wurde, 34 kam im<br />
Jahre 1743 als Geschenk von Captain George Townshend<br />
(1715-1769) in die Bibliothek. 35 Sie wurde später in das<br />
Anatomische Museum der Universität gegeben. 36<br />
34 Ausführlich etwa bei Middleton, Germana quaedam antiquitatis<br />
eruditae monumenta, S. 251 ff.<br />
35 Vgl. Leedham-Green, A concise history of the University of<br />
Cambridge, S. 118.<br />
36 Vgl. Catalogue of the osteological portion of specimens contained<br />
in The Anatomical Museum of the University of Cambridge,<br />
S. 108 (Nr. 1175): »A Mummy, presented to the University by the<br />
Hon. George Townshend. It was for very many years in the University<br />
Library.«