Sampler / dérive - Zeitschrift für Stadtforschung, Heft 75 (2/2019)

derive

Der Wiener Nordwestbahnhof ziert die Titelseite der 75. Ausgabe von dérive. In einigen Jahren wird er verschwunden sein, wie andere Logistikareale vor ihm. Grund genug seine wechselvolle Geschichte zu erzählen. In aller Munde ist die Kampagne »Deutsche Wohnen & Co. enteignen«, Andrej Holm beleuchtet für dérive die Hintergründe. Ein weiterer Text über das Wohnungswesen analysiert das aus kritischer Perspektive viel zu wenig beachtete Modell der Vorsorgewohnungen. Darüberhinaus stellen wir Protestbewegungen in Wien (Donnerstagsdemos) und Budapest vor. Die reichhaltige Samplerausgabe bietet weiters Texte über die Raumpolitik in der Türkei, Krieg und artifiziellen Städtebau sowie Fahrradbotendienste im Zeitalter des Plattformkapitalismus. Das Heft kann hier https://shop.derive.at/collections/einzelpublikationen/products/sampler-heft-75-2-2019 bestellt werden.

Editorial

In Österreich stieg die Zahl der zwischen Unternehmen und

ihren KundInnen verschickten Pakete von 2016 auf 2017 um

27,3 Prozent auf über 100 Millionen. Bei etwa 40 Prozent

davon handelt es sich um Retouren. Gleichzeitig verschwinden

große, traditionelle Logistikareale aus den Städten, weil sie

sich, einst an den Rändern gelegen, mittlerweile auf teuren zentralen

Grundstücken befinden. Der Effekt: Weniger große

LKWs, die in die Zentren fahren, dafür viel mehr Kleintransporter

auf den Straßen. »Die Ökobilanz dieser Verlagerung fällt

eindeutig negativ aus«, schreiben Michael Hieslmair und

Michael Zinganel in ihrem Beitrag Der Wiener Nordwestbahnhof

– Geschichte eines Logistik-Knotens. Die ereignisreiche und

wechselvolle Geschichte des Nordwestbahnhofs wird demnächst

zu Ende gehen, weil auf seinem Areal Wohnungen für

15.000 Menschen gebaut werden. Für uns Grund genug, einen

Blick zurück zu werfen und seine Geschichte zu erzählen.

Nicht die Vergangenheit, sondern die Gegenwart der

Logistik ist eines der Themen in Benjamin Herrs Artikel

Alle Macht den Rädern – Fahrradkuriere und Plattformen im

urbanen Kapitalismus, in dem es auch um Prekarität im

Gewerbe der Botendienste sowie Arbeitsrechte und -kämpfe

im Zeitalter der Digitalisierung geht. Benjamin Herr war zum

selben Thema übrigens auch Gast in der Aprilsendung von

Radio dérive, die auf unserer Website – ebenso wie alle anderen

Sendungen von Radio dérive – nachgehört werden kann.

Neben Logistik gibt es einen zweiten kleinen Schwerpunkt

in dieser Sampler-Ausgabe, der sich mit Widerstand und

Protestkultur, Sichtbarkeit und Hegemonie im öffentlichen

Raum beschäftigt. Schließlich finden in vielen europäischen

Städten seit Monaten regelmäßig Demonstrationen und Proteste

statt – von Belgrad und Sarajevo über Berlin, Wien und

Budapest bis zu den Gelbwesten in Paris und anderen französischen

Städten. Eine der derzeit kontinuierlichsten Protestformen

in Wien und anderen österreichischen Städten bilden

die sogenannten Donnerstagsdemos: Sie richten sich einerseits

gegen die rechts-rechtsextreme österreichische Regierung

und sollen andererseits eine Bühne und einen Vernetzungsraum

für die Vielfalt an Menschen bieten, die an einer Veränderung

der gesellschaftspolitischen Verhältnisse arbeiten. »Fix z’am«

lautet der Slogan. Wir haben mit Gabu Heindl und Can Gülcü

zwei VertreterInnen des Organisations-Teams zum Interview

gebeten. Was die Proteste in Wien mit jenen in Budapest

eint, ist das Streben nach einer demokratischeren Gesellschaft

und die Kritik an einer autoritären, antiurbanen Regierung.

In Budapest, zeigt Gabriella Csoszó in ihrem Text für

dérive, geht es konkret um ganz bestimmte Plätze, wie etwa den

Kossuth-Platz, und um die laufenden Versuche, die Definitionshoheit

über sie zu gewinnen. Dieser Kampf wird mit dem

Aufstellen und Entfernen von Denkmälern, mit Präsenz, Subversion

und Protest ausgetragen.

Gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn gingen Anfang

April in Berlin und anderen deutschen Städten Tausende auf

die Straßen. Die Berliner Kampagne Deutsche Wohnen & Co.

enteignen macht seit Monaten internationale Schlagzeilen und

erhält bei Meinungsumfragen unerwartet großen Rückhalt aus

der Bevölkerung. Gleichzeitig erfährt sie immer schrillere

Kritik (»DDR-Methoden«) von den ideologischen UnterstützerInnen

und ökonomischen ProfiteurInnen des herrschenden

Systems, das weder in der Lage, noch gewillt zu sein scheint,

Wohnraum zu leistbaren Mieten für die Berliner Bevölkerung

zur Verfügung zu stellen. Andrej Holm, aktuell Partner

von dérive bei einem Forschungsprojekt über Neues Soziales

Wohnen an der TU Wien, hat Daten, Fakten und Argumente

rund um die Kampagne und ihr Thema zusammengetragen

und dazu einen Artikel für die vorliegende Ausgabe verfasst.

Kritik an den Auswüchsen bzw. mittlerweile leider

schon Selbstverständlichkeiten des aktuellen Immobilienmarkts

formuliert auch Anita Aigner: Sie hat sich das Konzept der

Vorsorgewohnungen im Detail angesehen, das Wohnen tatsächlich

nur mehr als Ware und Anlageprodukt sieht und speziell

auf KleininvestorInnen zugeschnitten ist.

Die Brücke zum Interview mit den drei StadtforscherInnen

Selin Yazıcı, Ahmet Yıldırım und Erbatur Çavuşoğlu über

Raumpolitik als Herrschaftsinstrument in der Türkei gelingt

noch einmal über das Thema Widerstand und Protest. Mahalleler

Birliği heißt eine Plattform von Stadtteilinitiativen, die

sowohl für die rechtliche Sicherheit in ihren Wohnvierteln eintreten

als auch gegen Projekte der Stadterneuerung ohne Involvierung

der BewohnerInnen kämpfen. Dabei geht es auch um

die Zerstörung der Altstadt von Diyarbakır im Zuge einer

monatelangen Militäraktion im Jahr 2015, was uns zum letzten

Beitrag dieses Samplers führt. Die Soziologin und Kriminologin

Andrea Kretschmann setzt sich darin mit Urban

Warfare auseinander: Sie beforscht artifizielle Städte, die weltweit

von Armeen errichtet werden, um den Krieg in den

Städten zu trainieren.

Das Kunstinsert Transport und Transformation stammt

von Sonja Gangl, die großformatige, minutiöse Zeichnungen

von Abfallprodukten der Konsumgesellschaft erstellt. »Die

einzigartige Akribie ihres Bleistiftstriches wird zum Stilmittel,

das den Sujets – kontrastierend zum Nichtwert der Objekte –

für den Betrachter einen Wert verleiht,« schreibt Paul Rajakovics

im Text zum Insert.

Ein Hinweis zum Abschluss: Das Frühjahrsprogramm

der Reihe Stadt Streifen von Cinema dérive beschließen wir am

28. April, wie immer um 13 Uhr, im Wiener Filmcasino mit

einem brandneuen Dokumentarfilm über die weltweite

Wohnungskrise als Preview-Vorstellung: Der bereits bei der

Weltpremiere ausgezeichnete Film PUSH von Fredrik Gertten

folgt der UN-Sonderberichterstatterin Leilani Farha auf den

Spuren der Finanzialisierung der Immobilienmärkte rund um

die Welt. Die UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf

Wohnen trifft dabei verzweifelte BewohnerInnen und Nachbarschaftsinitiativen

ebenso wie Soziologin Saskia Sassen, Ökonomie-Nobelpreisträger

Josef Stiglitz, Mafia-Aufdecker Roberto

Saviano oder PAH-Gründerin und Bürgermeisterin von

Barcelona Ada Colau. Im Anschluss bitten wir zum Filmgespräch

mit Lukas Tockner, Referent für Wohnpolitik der AK Wien.

Schauen Sie sich das an!

01


»dérive forscht

mit der Stadt und

nicht über sie.«

Angelika Fitz – Direktorin des Architekturzentrums Wien

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plus 8 Euro Versandkosten.

Paris 1968, (c) Atelier Populaire.

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oder im Kiosk auf www.derive.at

dérive

Zeitschrift für Stadtforschung

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Inhalt

01

Editorial

Christoph Laimer

04—11

Der Wiener Nordwestbahnhof

Michael Hieslmair,

Michael Zinganel

12—16

Es könnten unsere Plätze sein

Gabriella Csoszó

17—25

Wohnraum als Investment

Anita Aigner

26—31

Viele fragten sich: WAS TUN?

Gabu Heindl, Can Gülcü

Kunstinsert

32—36

Sonja Gangl

Transport und Transformation

47—50

Krieg und artifizieller Städtebau

Andrea Kretschmann

51—53

Enteignung zum Zwecke der

Vergesellschaftung

Andrej Holm

Besprechungen

54—62

Die Normierung der alltäglichen

S. 54

Unmenschlichkeit

Die österreichische Architektur im Nationalsozialismus

S. 55

und in der Nachkriegszeit

S. 56

Eloge für einen Nazi

Gemeinschaftlich Bauen und Wohnen –

S. 57

eine internationale Rundschau

S. 59

Dichtefrust im Land der hohen Berge?

S. 60

Die Poesie der Ziegelsteine ist obsolet

S. 58

Streetart goes underground

68

ImpressuM

37—41

Alle Macht den Rädern

Benjamin Herr

42—46

Raumpolitik als Herrschaftsinstrument in der Türkei

Erbatur Çavuşoğlu,

Selin Yazıcı, Ahmet Yıldırım


dérive – Radio für Stadtforschung

Jeden 1. Dienstag im Monat von

17.30 bis 18 Uhr in Wien auf ORANGE 94.0

oder als Webstream http://o94.at/live.

Sendungsarchiv: http://cba.fro.at/series/1235


Michael Hieslmair und Michael Zinganel

Der Wiener

Nordwestbahnhof

Geschichte eines Logistik-Knotens

Historisches Navigationssystem mit Ampel und Lautsprecher zur Einweisung

der LKWs. Demontiert 2018 und in den Bestand der Ausstellung »Stadt in Bewegung« aufgenommen.

Foto — Hieslmair, Zinganel, 2018

Logistik, Bahnhof, Stadtgeschichte, Speditionen, Zwischennutzung,

Bahnhofsumfeld, Transnationaler Handel, Informalität

Ausgewiesen als zukünftiges Stadtentwicklungsgebiet für 15.000 neue BewohnerInnen,

öffnet sich das innerstädtische Logistik-Areal, das lange Zeit von Mauern und Zäunen

umgeben war und auf dem bis vor kurzem noch Übersee-Container umgeschlagen

wurden, erst langsam seiner Nachbarschaft. Der Nordwestbahnhof stellt jedoch keineswegs

einen geschichtslosen, kalten anthropologischen Nicht-Ort dar. Durch die jahrzehntelange

Abschottung und den vermeintlichen Dornröschenschlaf wurden die

bedeutenden historischen Ereignisse in den Hintergrund gedrängt. Das Areal stellt aber

auch einen sich wandelnden Arbeitsraum für viele dar: für hier zuliefernde LKW-

FahrerInnen, parkende BusfahrerInnen, Lager-Angestellte und UnternehmerInnen ist

der Bahnhof durchaus mit Bedeutung und Erinnerung aufgeladen. Viele unter ihnen

haben Migrationshintergrund.

04

dérive N o 75Sampler


Gabriella Csoszó

Es könnten

unsere Plätze sein

Der Kampf um die Hegemonie

im öffentlichen Raum Budapests

Budapest, öffentlicher Raum, Hegemonie,

Nationalismus, Kossuth-Platz, Geschichtspolitik, Protestbewegung,

Viktor Orbán, Demokratie

»Freiheit dem Platz«;

alle Fotos — Gabriella Csoszó

12

dérive N o 75Sampler


Anita Aigner

Wohnraum als

Investment

Eine Kritik der

Vorsorgewohnung

Der erste Satz des Art. 5 Staatsgrundgesetz

»Das Eigentum ist unverletzlich« ziert die Fassade des Ausweichquartiers

des österreichischen Parlaments. Foto — Anita Aigner.

Finanzialisierung, Anlegerwohnungen, Spekulation,

Geldanlage, Immobilienmarkt, Betongold, Bodenpolitik, Kleinvermietertum

Die Parole »Wohnen ist keine Ware« ist ein Statement, das unter den gegebenen politischen

Verhältnissen leider mehr Wunsch als Realität ist. Der Erwerb von Wohnraum

zum Zweck der Kapitalvermehrung und Vermögensbildung ohne Nutzungsabsicht

gilt nicht als böses Spekulantentum, sondern als vernünftige Geldanlange in Zeiten, in

denen Geld auf Sparbüchern keine Zinsen abwirft. Dass Mieten zwangsläufig steigen,

wenn immer mehr Profiteure mitschneiden, liegt zwar auf der Hand, ist aber trotzdem

kein großes Thema. Anita Aigner widmet sich im folgenden Beitrag dem österreichischen

Modell der so genannten Vorsorgewohnung, das kapitalistische KleininvestorInnen

zu WohnungsvermieterInnen macht. Das Modell bietet zahlreiche Möglichkeiten für

blendende Geschäfte – speziell für die ProjektbetreiberInnen – und ist ein anschauliches

Beispiel für die Finanzialisierung des Wohnsektors.

Anita Aigner — Wohnraum als Investment

17


Gabu Heindl und Can Gülcü

Viele fragten sich:

WAS TUN?

Die Donnerstagsdemonstrationen

in Österreich

Abschlusskundgebung der Donnerstag-Wohnen-Demo beim

Leon-Askin-Park; Foto — Jakob Alexander

Österreich wird aktuell zum zweiten Mal (erstmals 2000–2008) von einer Koalitionsregierung,

die von ÖVP und FPÖ gebildet wird, regiert. Abgesehen von einer kurzen

Phase einer SPÖ-FPÖ-Regierung (1983–86) wurde Österreich seit 1945 immer

entweder von SPÖ oder ÖVP oder einer Koalition der beiden Parteien regiert. Während

die erste ÖVP-FPÖ-Regierung international noch große Aufmerksamkeit erregte

und zu Sanktionen seitens der anderen EU-Staaten gegenüber Österreich führte,

blieben bei der Wiederauflage Sanktionen leider ebenso aus wie andere relevante

internationale Kritik. Der Rechtsextremismus einer Partei wie der FPÖ ist in der Mitte

angekommen.

Nach der Angelobung Österreichs erster ÖVP-FPÖ-Regierung starteten als

Kundgebungen des Widerstands im Februar 2000 jeweils am Donnerstag stattfindende

Demonstrationen. Anlässlich der Neuauflage einer ÖVP-FPÖ-Regierung wurde

auch die bekannte Protestform der Donnerstagdemos ab Oktober 2018 von einer

Gruppe von Einzelpersonen wiederbelebt. Elke Rauth und Christoph Laimer von

dérive sprachen mit zwei von ihnen, Gabu Heindl und Can Gülcü, über Konzeption,

Formate und Perspektiven der Donnerstagsdemonstrationen sowie über Protestkultur

und öffentlichen Raum.

Widerstand, Protestkultur, öffentlicher Raum,

Sichtbarkeit, Hegemonie, Repräsentation

26

dérive N o 75Sampler


Kunstinsert

Sonja Gangl

Transport und Transformation

Auch wenn wir die Arbeit von Sonja Gangl schon lange kennen und schätzen, entstand die Idee,

die Künstlerin für ein dérive-Insert einzuladen, konkret letztes Jahr in Zusammenhang mit ihrer

Ausstellung in der Galerie Krobath. Dort zeigte Sonja Gangl bestechend minutiöse Bleistiftzeichnungen

von Kartonkisten, geschlichteten Kartons, Plastiksäcken, Weggeworfenem, das als

Verpackung gedient hatte. Diese auf Fotografien beruhenden Sujets, denen normalerweise

keine Aufmerksamkeit zukommt, transformierte sie in eine völlig neue Ästhetik, die den dargestellten

Objekten eine unerwartete Bedeutung zukommen lassen.

Sonja Gangl bezieht sich in ihrer Arbeit immer wieder auf die Tradition von Stillleben,

wobei sie besonders die kontrastreichen Bilder des spanischen Malers Juan Sánchez Cotán vom

Beginn des 17. Jahrhunderts faszinieren. In ihren neueren Stillleben sind Verpackungen oder

Überreste der eigentlichen Konsumobjekte, die den Überfluss unserer Zivilisation bzw. die lange

Reise der abwesenden Objekte in den Vordergrund stellen, das eigentliche Thema. Dabei wird

die einzigartige Akribie ihres Bleistiftstriches zum Stilmittel, das den Sujets – kontrastierend

zum Nichtwert der Objekte – für den Betrachter einen Wert verleiht.

In ihrem Beitrag für dérive finden wir auf der Front- und Rückseite ein Netz, wie wir es

von großen Kartoffelsäcken kennen, bzw. das hier für Muscheln (Vongole) verwendet worden ist.

Diese Netze sind aus starken Kunststofffasern gefertigt, die dann meist schwarz, blau oder orange

eingefärbt werden. Auf der Mittelseite ist ein detailgetreu gezeichneter, deformierter Autoreifen

zu sehen, dessen Unbrauchbarkeit durch eine möbius-schleifenartige Zusammenfaltung noch

verstärkt wird. Auch hier hinterfragt die feine Struktur des Bleistiftstriches die Vergänglichkeit

der dargestellten Objekte, die beide aus Erdöl gefertigt sind und als nicht verrottbar gelten.

Bei Sonja Gangl geht es um den Transformationsprozess eines Fotos zur Zeichnung,

der einen Bedeutungstransfer mit sich bringt. So steht in ihrem Wikipedia-Eintrag: »Dabei geht

es um die Transformation von Bildinhalten vom Medium Film und Fotografie in das Medium

Zeichnung. Die ›großformatigen Zeichnungen setzen sich nicht expressiv sondern konzeptuell

mit anderen Medien auseinander: mit Film und Fotografie.‹«

Diese Haltung erinnert uns auch an die Tradition der Fotorealisten der 1970er-Jahre,

wobei ich hier im Besonderen an Rolf Goings Stillleben aus Ketchup-Flaschen und Salzstreuer

einerseits und andererseits an den britischen Maler John Salt, der sich der Vergänglichkeit von

Automobilen verschrieben hat, erinnern möchte. Doch Sonja Gangl benötigt keine großformatigen

Ölbilder: Sie eröffnet eine neue Betrachtungsweise durch allerfeinste Strukturen, die sie

mit dem bescheidenen Mittel eines monochromen Bleistifts erzeugt, und schafft es, damit

komplexe Fragen zu unserem Konsumverhalten zu stellen.

Sonja Gangl lebt und arbeitet in Graz und Wien. Sie hat an der Akademie für Bildende Künste in

Wien (Meisterklasse Markus Prachensky) und an der Universität für angewandte Kunst Wien

(Meisterklasse Ernst Caramelle) studiert. Die Künstlerin hat 2018 den Würdigungspreis des

Landes Steiermark für bildende Kunst erhalten. Im Mai 2019 sind im Rahmen einer Einzelausstellung

Arbeiten in der Galerie Artelier Contemporary in Graz (www.artelier-contemporary.at)

zu sehen. Im Jänner 2020 gibt es dann – ebenfalls in Graz – eine große Personale im Künstlerhaus,

Halle für Kunst & Medien. (www.sonjagangl.com)

Barbara Holub / Paul Rajakovics

32

dérive N o 75Sampler


Benjamin Herr

Alle Macht

den Rädern

Fahrradkuriere und Plattformen

im urbanen Kapitalismus

Botendienst, Logistik, Arbeitskampf,

Gewerkschaft, Fahrradboten, Plattformkapitalismus,

Digitalisierung, Prekarität

Österreichische RadbotInnen-Meisterschaft 2016 in Graz;

Foto — Rainer Stummer

Die Arbeit als Fahrradkurier macht einem bewusst, wie sehr die Stadt eine Fabrik ist.

Man hetzt zu verschiedenen Orten, deren Funktionen darin bestehen, die Zirkulation

am Laufen zu halten. Grafikbüros, die ein neues Werbesujet an einen Lebensmittelkonzern

schicken lassen. Aktenordner, die zu SteuerberaterInnen transportiert werden

müssen. Oder eine der unzähligen Essenszustellungen, die zu einem Haushalt zu bringen

sind. Zustellungen mit dem Fahrrad sind ein urbanes Phänomen, das gilt sowohl

für die klassischen Fahrradkuriere als auch die EssenszustellerInnen von Mjam Plus

(früher: Foodora), Uber Eats (in Wien nicht mehr) oder Lieferservice. Was sie teilen,

sind unsichere Arbeitsverhältnisse.

Benjamin Herr — Alle Macht den Rädern

37


Erbatur Çavuşoğlu, Selin Yazıcı und Ahmet Yıldırım

Raumpolitik als

Herrschaftsinstrument

in der Türkei

Raumpolitik, Bauwirtschaft, Herrschaft,

Wirtschaftspolitik, Immobilienmarkt,

Stadtteilinitiativen, Widerstand, AKP, TOKI

Blick auf den Bezirk Kışla in Yüreğir/Adana. Für die Errichtung von Apartment-Hochhäusern

werden 2000 Häuser abgerissen; gebaut werden die Hochhäuser von der

staatlichen TOKİ, die eng mit Erdogan und der AKP verknüpft ist. Foto — Zeynel Cebeci.

Die StadtforscherInnen Selin Yazıcı, Ahmet Yıldırım und Erbatur Çavuşoğlu waren am

6. November 2018 zu Gast bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Urszula Wozniak

sprach im Anschluss mit ihnen über aktivistischen Widerstand in der Stadtpolitik der

AKP-Regierung in der Türkei. Seit Anbeginn der AKP-Regierung ist der Bausektor von

zentraler Bedeutung für das wirtschaftliche und politische Leben in der Türkei.

42

dérive N o 75Sampler


Andrea Kretschmann

Krieg und

artifizieller Städtebau

Die Musik- und Aktionsgruppe Lebenslaute gemeinsam mit der Gruppe Offene

Heide bei einer Konzertaktion vor dem Regierungsgebäude des Bundeswehr-Übungsstadt

Schnöggersburg in Sachsen-Anhalt am 3. Oktober 2017. Foto — Lebenslaute.

Urban Warfare, Kriegsführung, Städtebau,

asymmetrische Kriege, Aufstandsbekämpfung, Propaganda, Imagination

Der Krieg ist schon längst eine Frage der Städte geworden, und in diesem Sinne verlagert

dieser sich auf neue Territorien. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Räume,

in denen militärische Apparate intervenieren, immer vorgestellte Räume sind, die fernab

der betreffenden Regionen in sozialen Prozessen hervorgebracht werden. Ein wesentliches

Element dieser Raumproduktionen ist gegenwärtig die artifizielle Stadt. In nie

dagewesenem Maße vermittelt sie sozialräumliche und kulturelle Aspekte des Territoriums,

auf dem die GegnerInnen zu Hause sind. Es zeigt sich jedoch, dass diese

Aspekte nicht authentisch oder neutral, sondern mit kultureller Bedeutung über die

gegnerischen Räume aufgeladen sind.

46

dérive N o 75Sampler


Andrej Holm

Enteignung

zum Zwecke der

Vergesellschaftung

Nicht nur in Berlin, auch wie hier in Leipzig und anderen Städten

fanden am 6. April Demonstrationen »gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn« statt;

Foto — Jannis Pfendtner

Wohnungspolitik, Immobilienmarkt, Enteignung, Berlin,

Mietenwahnsinn, Protestbewegung

In Berlin kleben seit Wochen Plakate, die zur

Enteignung von großen Immobilienkonzernen wie

der Deutschen Wohnen oder Vonovia aufrufen.

Dass dies kein Verbalradikalismus linker Kleingruppen

ist, sondern eine ernstzunehmende Forderung

aus dem Herz der Berliner Mieterbewegung,

zeigen die aktuellen Reaktionen. Amtliche Gutachten,

Leitartikel in den überregionalen Zeitungen

und politische Stellungnahmen bis in die Spitzen

der Bundespolitik belegen, dass die Berliner

Diskussion über die Enteignung großer Immobilienunternehmen

als eine realpolitische Option

angesehen wird.

Gelungener Start:

15.000 Unterschriften am ersten Tag

Seit dem 6. April dieses Jahres werden in Berlin Unterschriften

gesammelt. Die Initiative Deutsche Wohnen & Co

enteignen wirbt um die Unterstützung eines Volksbegehrens zur

Vergesellschaftung der Berliner Bestände großer Immobilienkonzerne.

Um einen offiziellen Antrag auf Einleitung eines

Volksbegehrens zu stellen, müssen in den kommenden sechs

Monaten über 20.000 Unterschriften gesammelt werden. Nach

Angabe der Initiative kamen bereits am ersten Tag – auf der

großen Demonstration Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

– über 15.000 Unterschriften zusammen, so dass

es keinen Zweifel am Erfolg dieser ersten Stufe gibt. In der

zweiten Stufe, dem eigentlichen Volksbegehren, muss innerhalb

von vier Monaten per Unterschriftensammlung die Unterstützung

von sieben Prozent der wahlberechtigten Berlinerinnen und

Berliner dokumentiert werden. Zurzeit entspricht das etwa

170.000 Unterschriften. Ist auch diese Etappe erfolgreich, wird

Andrej Holm — Enteignung zum Zwecke der Vergesellschaftung

51


Besprechungen

Die Normierung der

alltäglichen

Unmenschlichkeit

Irene Bittner

Die Welt ist alles, was Normierung ist. Der

Nachweis dieser womöglich überspitzt formulierten

These ist mit Theo Deutingers

Handbook of Tyranny der Fall. Und darüber

sollten wir im vielbeschworenen postdemokratischen

Zeitalter sprechen und nicht länger

schweigen: Das Handbuch – eine

Mischung aus Weltatlas und Katalog für

Detailkonstruktionen – entlarvt in über 900

kommentierten Grafiken die vielschichtigen

Auswirkungen der gebauten Sicherheitsund

Abschottungspolitiken auf unsere

persönlichen wie gesellschaftlichen Bewegungsfreiheiten.

Von der weltweiten wie

nationalstaatlichen Ebene über die stadträumliche

Ebene bis hinein ins private

Eigenheim reichen die Auswirkungen der

Kontroll-, Überwachungs- und Sicherheitstechniken,

die unser Alltagsleben zunehmend

mehr tyrannisieren als schützen –

so der eindrückliche Spannungsbogen

der Publikation.

Das Handbuch beginnt mit einem politischen

Atlas über Kolonialisierung und den

damit zusammenhängenden aktuellen nationalstaatlichen

Aus- und Abgrenzungen: Im

Kapitel Free Entry wird in kleinen Weltkarten

ein grafischer Vergleich der stark unterschiedlich

geregelten visafreien Einreisemöglichkeiten

einzelner Länder in den Rest

der Welt unternommen. Nachdem die

globale Dimension der Tragedy of Territory

schwarz auf weiß erfasst ist, werden im

Handbuch die weltweit angewandten »baulichen

Maßnahmen« – wie die derart

gewaltig(tätig)en Abschottungsbauwerke

2015 von einer österreichischen Ex-Innenministerin

verschleiernd benannt wurden – minutiös

aufgezeichnet: Zäune, Mauern,

Schranken und Gräben zur Sicherung von

Staatsgrenzen. Genauso passiert es mit deren

Gegenwaffen, die in diese Art der Festungen

eindringen oder sie überwinden

können. Sie werden in unzähligen, der Realität

entnommenen Varianten als schematische

Detailzeichnungen dargestellt, bemaßt

und beschriftet. Und genau darin besteht

der Unterschied des Handbuchs zur gegenwärtig

verschleiernden, vermeintlich entpolitisierenden

Sprache der Regierenden:

Deutingers nüchterner Katalog der gebauten

Sicherheitspolitiken verkehrt in scheinbar

neutralen Schnittdarstellungen, so wie es die

Grafiken der Bauentwurfslehre von Ernst

Neufert einst suggerieren sollten, in ihr Gegenteil

und zeigen, dass der Tyrannei der

Normierung in ihrem technischen Erfindergeist

keine Grenzen mehr gesetzt werden.

Deutingers Zeichnungen sind damit Kippbilder

einer so gut wie alle Lebensbereiche

umspannenden Normierungs-, Sicherheitsund

Kontrollwut, die besonders auch vor

den öffentlichen Räumen der europäischen

Städte keinen Halt macht. Das Kapitel Defensive

City entschlüsselt beispielsweise in einem

Straßenprofil sowie in zahlreichen

Konstruktionsdetails, wie Stadtmöblierung

Foto — Thomas Raggam

Unwanted Behavior verhindert: Poller, Beleuchtungskörper

inklusive entsprechender

Lichttemperatur, Überwachungskameras,

Anti-Graffiti-Fassaden, Stacheln auf Mauervorsprüngen

bzw. zu kurze, abgerundete

oder mit Armlehnen in der Mitte versehene

Bänke verhindern ein komfortables Sitzen

oder Liegen. Der öffentliche Raum wird unbequem,

gemütliches Verweilen gleicht

einem Verbrechen ohne gesetzliche Grundlage.

»One strategy is difficult to illustrate,

since it is a strategy of absence – for example,

the absence of the bench. To remove

benches entirely from public spaces has

proven to be much more effective against

unwanted behaviour than any anti-homeless,

anti-skating or anti-loitering design.«

(Deutlinger, S. 86)

Das Haus der Architektur Graz (HdA) hat

dem Handbook of Tyranny eine Ausstellung

gewidmet, die den BesucherInnen nicht nur

auf Schautafeln ausschnitthaft die Illustrationen

zeigt, sondern die Thematik durch die

Ausstellungsarchitektur auch am eigenen

Körper – am menschlichen Maß – nachvollziehbar

macht. Das beginnt bereits an der

Fassade: Die sonst großen, einladenden

Schaufensterflächen des Palais Thinnfeld,

54

dérive N o 75Sampler Besprechungen


BACKISSUES

Bestellungen via Bestellformular auf www.derive.at

oder an bestellung(at)derive.at.

Alle Inhaltsverzeichnisse und zahlreiche Texte sind auf der dérive-Website nachzulesen.

dérive Nr. 1 (01/2000)

Schwerpunkte: Gürtelsanierung: Sicherheitsdiskurs,

Konzept – und Umsetzungskritik, Transparenzbegriff;

Institutionalisierter Rassismus am Beispiel der

»Operation Spring«

dérive Nr. 2 (02/2000)

Schwerpunkte: Wohnsituation von MigrantInnen und

Kritik des Integrationsbegriffes; Reclaim the Streets/

Politik und Straße

dérive Nr. 3 (01/2001)

Schwerpunkt: Spektaktelgesellschaft

dérive Nr. 4 (02/2001)

Schwerpunkte: Gentrification, Stadtökologie

dérive Nr. 5 (03/2001)

Sampler: Salzburger Speckgürtel, Museumsquartier,

räumen und gendern, Kulturwissenschaften und

Stadtforschung, Virtual Landscapes, Petrzalka,

Juden/Jüdinnen in Bratislava

dérive Nr. 6 (04/2001)

Schwerpunkt: Argument Kultur

dérive Nr. 7 (01/2002)

Sampler: Ökonomie der Aufmerksamkeit,

Plattenbauten, Feministische Stadtplanung,

Manchester, Augarten/Hakoah

dérive Nr. 8 (02/2002)

Sampler: Trznica Arizona, Dresden, Ottakring,

Tokio, Antwerpen, Graffiti

dérive Nr. 9 (03/2002)

Schwerpunkt in Kooperation mit dem

Tanzquartier Wien: Wien umgehen

dérive Nr. 10 (04/2002)

Schwerpunkt: Produkt Wohnen

dérive Nr. 11 (01/2003)

Schwerpunkt: Adressierung

dérive Nr. 12 (02/2003)

Schwerpunkt: Angst

dérive Nr. 13 (03/2003)

Sampler: Nikepark, Mumbai,

Radfahren, Belfast

dérive Nr. 14 (04/2003)

Schwerpunkt: Temporäre Nutzungen

dérive Nr. 15 (01/2004)

Schwerpunkt: Frauenöffentlichkeiten

dérive Nr. 16 (02/2004)

Sampler: Frankfurt am Arsch, Ghetto Realness,

Hier entsteht, (Un)Sicherheit, Reverse Imagineering,

Ein Ort des Gegen

dérive Nr. 17 (03/2004)

Schwerpunkt: Stadterneuerung

dérive Nr. 18 (01/2005)

Sampler: Elektronische Stadt, Erdgeschoßzonen,

Kathmandu, Architektur in Bratislava

dérive Nr. 19 (02/2005)

Schwerpunkt: Wiederaufbau des Wiederaufbaus

dérive Nr. 20 (03/2005)

Schwerpunkt: Candidates and Hosts

dérive Nr. 21/22 (01-02/2006)

Schwerpunkt: Urbane Räume – öffentliche Kunst

dérive Nr. 23 (03/2006)

Schwerpunkt: Visuelle Identität

dérive Nr. 24 (04/2006)

Schwerpunkt: Sicherheit: Ideologie und Ware

dérive Nr. 25 (05/2006)

Schwerpunkt: Stadt mobil

dérive Nr. 26 (01/2007)

Sampler: Stadtaußenpolitik, Sofia, Frank Lloyd Wright,

Banlieus, Kreative Milieus, Reflexionen der

phantastischen Stadt, Spatial Practices as a Blueprint

for Human Rights Violations

dérive Nr. 27 (02/2007)

Schwerpunkt: Stadt hören

dérive Nr. 28 (03/2007)

Sampler: Total Living Industry Tokyo, Neoliberale

Technokratie und Stadtpolitik, Planung in der Stadtlandschaft,

Entzivilisierung und Dämonisierung, Stadt-

Beschreibung, Die Unversöhnten

dérive Nr. 29 (04/2007)

Schwerpunkt: Transformation der Produktion

dérive Nr. 30 (01/2008)

Schwerpunkt: Cinematic Cities – Stadt im Film

dérive Nr. 31 (02/2008)

Schwerpunkt: Gouvernementalität

dérive Nr. 32 (03/2008)

Schwerpunkt: Die Stadt als Stadion

dérive Nr. 33 (04/2008)

Sampler: Quito, Identität und Kultur des Neuen

Kapitalismus, Pavillonprojekte, Hochschullehre,

Altern, Pliensauvorstadt, Istanbul, privater Städtebau,

Keller, James Ballard

dérive Nr. 34 (01/2009)

Schwerpunkt: Arbeit Leben

dérive Nr. 35 (02/2009)

Schwerpunkt: Stadt und Comic

dérive Nr. 36 (03/2009)

Schwerpunkt: Aufwertung

dérive Nr. 37 (04/2009)

Schwerpunkt: Urbanität durch Migration

dérive Nr. 38 (01/2010)

Schwerpunkt: Rekonstruktion

und Dekonstruktion

dérive Nr. 39 (02/2010)

Schwerpunkt: Kunst und urbane Entwicklung

dérive Nr. 40/41 (03+04/2010)

Schwerpunkt: Understanding Stadtforschung

dérive Nr. 42 (01/2011) Sampler

dérive Nr. 43 (02/2011) Sampler

dérive Nr. 44 (03/2011)

Schwerpunkt: Urban Nightscapes

dérive Nr. 45 (04/2011)

Schwerpunkt: Urbane Vergnügungen

dérive Nr. 46 (01/2012)

Das Modell Wiener Wohnbau

dérive Nr. 47 (02/2012)

Ex-Zentrische Normalität:

Zwischenstädtische Lebensräume

dérive Nr. 48 (03/2012)

Stadt Klima Wandel

dérive Nr. 49 (04/2012)

Stadt selber machen

dérive Nr. 50 (01/2013)

Schwerpunkt Straße

dérive Nr. 51 (02/2013)

Schwerpunkt: Verstädterung der Arten

dérive Nr. 52 (03/2013) Sampler

dérive Nr. 53 (04/2013)

Citopia Now

dérive Nr. 54 (01/2014)

Public Spaces. Resilience & Rhythm

dérive Nr. 55 (02/2014)

Scarcity: Austerity Urbanism

dérive Nr. 56 (03/2014)

Smart Cities

dérive Nr. 57 (04/2014)

Safe City

dérive Nr. 58 (01/2015)

Urbanes Labor Ruhr

dérive Nr. 59 (02/2015) Sampler

dérive Nr. 60 (03/2015)

Schwerpunkt: Henri Levebvre und das Recht aus Stadt

dérive Nr. 61 (04/2015)

Perspektiven eines kooperativen Urbanismus

dérive Nr. 62 (01/2016) Sampler

dérive Nr. 63 (02/2016)

Korridore der Mobilität

dérive Nr. 64 (03/2016)

Ausgrenzung, Stigmatisierung, Exotisierung

dérive Nr. 65 (04/2016)

Housing the many Stadt der Vielen

dérive Nr. 66 (01/2017)

Judentum und Urbanität

dérive Nr. 67 (02/2017)

Nahrungsraum Stadt

dérive Nr. 68 (03/2017) Sampler

dérive Nr. 69 (04/2017) Demokratie

dérive Nr. 70 (01/2018) Detroit

dérive Nr. 71 (02/2018) Bidonvilles & Bretteldörfer

dérive Nr. 72 (03/2018) Warsaw

dérive Nr. 73 (04/2018) Nachbarschaft

dérive Nr. 74 (01/2019) Sampler


Impressum

dériveZeitschrift für Stadtforschung

Medieninhaber, Verleger und Herausgeber / Publisher:

dérive – Verein für Stadtforschung

Mayergasse 5/12, 1020 Wien

Vorstand / Board: Christoph Laimer, Elke Rauth

ISSN 1608-8131

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz

Zweck des Vereines ist die Ermöglichung und Durchführung

von Forschungen und wissenschaftlichen Tätigkeiten zu den

Themen Stadt und Urbanität und allen damit zusammenhängenden

Fragen. Besondere Berücksichtigung finden dabei

inter- und transdisziplinäre Ansätze.

Grundlegende Richtung

dériveZeitschrift für Stadtforschung versteht sich als

interdisziplinäre Plattform zum Thema Stadtforschung.

Redaktion

Mayergasse 5/12, 1020 Wien

Tel.: +43 (01) 946 35 21

E-Mail: mail@derive.at

www.derive.at

www.urbanize.at,

www.facebook.com/derivemagazin

twitter.com/derivemagazin

www.instagram.com/derive_urbanize

www.vimeo.com/derivestadtforschung

dérive – Radio für Stadtforschung

Jeden 1. Dienstag im Monat von 17.30 bis 18 Uhr

in Wien live auf ORANGE 94.0

oder als Webstream http://o94.at/live.

Sendungsarchiv: http://cba.fro.at/series/1235

Chefredaktion: Christoph Laimer

Redaktion: Thomas Ballhausen, Andreas Fogarasi, Barbara

Holub, Michael Klein, Andre Krammer, Silvester Kreil, Karin

Lederer, Erik Meinharter, Sabina Prudic-Hartl, Paul Rajakovics,

Elke Rauth, Manfred Russo

AutorInnen, InterviewpartnerInnen und KünstlerInnen dieser Ausgabe:

Anita Aigner, Irene Bittner, Erbatur Çavuşoğlu, Gabriella Csoszó,

Barbara Feller, Sonja Gangl, Rudi Gradnitzer, Can Gülcü,

Udo W. Häberlin, Gabu Heindl, Benjamin Herr, Michael Hieslmair,

Andrej Holm, Andre Krammer, Andrea Kretschmann,

Christoph Laimer, Elke Rauth, Selin Yazıcı, Ahmet Yıldırım,

Michael Zinganel

Anzeigenleitung & Medienkooperationen:

Helga Kusolitsch, anzeigen@derive.at

Website: Artistic Bokeh, Simon Repp

Grafische Konzeption & Gestaltung:

Atelier Liska Wesle — Wien / Berlin

Lithografie: Branko Bily

Coverfoto: Nordwestbahnhof, Wien; Foto — Christian Fürthner/ÖBB

Hersteller: Resch Druck, 1150 Wien

Kontoverbindung

Empfänger: dérive — Verein für Stadtforschung

Bank: Hypo Oberösterreich

IBAN AT53 54000 0000 0418749, BIC OBLAAT2L

Abonnement

Standard: 28 Euro (inkl. Versandspesen Inland)

Ermäßigt: 24 Euro (inkl. Versandspesen Inland)

Förder- und Institutionenabo: 50 Euro

Ausland jeweils plus 8 Euro Versandspesen

Abonnements laufen ein Jahr (vier Hefte). Bestellungen an:

bestellung@derive.at oder per Bestellformular auf www.derive.at

Wir danken für die Unterstützung:

Bundeskanzleramt – Kunstsektion,

MA 7 – Wissenschafts- und Forschungsförderung

Mitgliedschaften, Netzwerke:

Eurozine – Verein zur Vernetzung von Kulturmedien,

IG Kultur, INURA – International Network for Urban

Research and Action, Recht auf Stadt – Wien.

Die Veröffentlichung von Artikeln aus dérive ist nur mit

Genehmigung des Herausgebers gestattet.

68

dérive N o 75Sampler


Non Stop Scheiner

Das erste 24-Stunden-Durchzugskino der Welt

Opernring 17 / neben Opernpavillon, Graz

www.kioer.at

Abb. © Studio Magic

STADT

STREIFEN

»Wohnen ist das neue Gold. Aber Wohnen ist

ein Menschenrecht – Gold nicht.« Leilani Farah

Die Architektur- & Stadt Film-Matinee von

Cinema dérive mit Filmgesprächen.

28.4. Preview: PUSH

Fredrik Gertten, SE 2019, 90 min, OmeU

Einführung: Elke Rauth (dérive),

Filmgespräch: Lukas Tockner (AK Wien)

Sonntags 13 Uhr im Filmcasino | www.filmcasino.at

1050 Wien | Margaretenstraße 78 | T: 01/5879062


»Verdeckt bleibt nämlich,

dass es nicht um den Gewinn

der KleininvestorInnen

geht, sondern um den

schnellen Profit der ProjektentwicklerInnen.«

Anita Aigner, Wohnraum als Investment – Eine Kritik der Vorsorgewohnung, S. 23

Logistik, Stadtgeschichte, öffentlicher Raum, Widerstand, Sichtbarkeit,

Budapest, Hegemonie, Finanzialisierung, Immobilienmarkt,

Botendienste, Plattform-Kapitalismus, Bauwirtschaft, Stadtteilinitiativen,

Türkei, Aufstandsbekämpfung, Enteignung, Wohnkosten, Berlin

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