AJOURE´ Men Magazin Mai 2019

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Detlef D! Soost ist unser Cover-Star im Mai, der im Interview Rede und Antwort steht. AJOURE´ Men ist alles, was ein Mann braucht. Die brandneuen Styles, Trends und alles um das Thema Männer-Lifestyle. Wir zeigen euch die tollsten Autos und alles aus der Technik-Welt. AJOURE´ Men bringt euch immer auf den neuesten Stand - schneller als alle anderen!

AJOURE MEN / PEOPLE

ich war, für mich stand immer meine

Kompetenz im Vordergrund. Als ich damit

angefangen habe, sind Manager auf

mich zugekommen und wollten mich auf

Rote Teppiche bringen und in den Armani-Anzug

stecken. Da habe ich mich aber

von Anfang an dagegengestellt. Ich wollte

nicht, dass ich so in den Medien bekannt

werde, sondern nur mit meinen Kompetenzen

glänze. Damals waren das Show,

Entertainment und Tanzen. Später kamen

dann Abnehmen, Fitness und Lifestyle

mit dazu. Jetzt sind es Motivation und

Ziele zu erreichen.

Es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit,

von mir ein Bild oder einen Bericht zu

finden, der mich auf dem Roten Teppich

zeigt, wie ich bei einer Gala zu Gast bin.

Ausnahmen sind natürlich, wenn meine

Kinder gerne irgendwo hingehen möchten

oder ich für etwas nominiert bin. Ich

gehe nicht gerne zu Veranstaltungen, zu

denen ich nicht eingeladen bin. Dadurch

fühle ich mich eher verunsichert.

Was muss mit einem Menschen geschehen,

damit er solch eine Einstellung und

Disziplin bekommt, um dann so erfolgreich

zu werden und auch zu bleiben?

Bei dieser Frage muss eine Person verstehen,

dass sie nicht vom Leben gelebt

wird. Wir sind nicht der Spielball unseres

Schicksals oder der Vorsehung, die für uns

geplant ist. Wir können dieses Konzept

umdrehen, selbst unser Leben bestimmen

und entscheiden, was wir tun. Mit dem

Joystick des Lebens musst du dein Leben

schon selber bespielen. Wenn du verstehst,

dass du nicht gelebt wirst und alles selbst

bestimmen kannst, dann kann der Erfolg

funktionieren. Du wirst keinen Unternehmer

und erfolgreichen Menschen finden,

der nicht mehr weiß, wie er erfolgreich

geworden ist. Die wissen alle, was sie gemacht

haben, um nach oben zu kommen.

Und sie wissen auch alle, was es zu tun galt

und heute noch zu tun gilt, um erfolgreich

zu bleiben. Egal ob es um den Kontostand,

die Kinder oder die Frau geht. Du musst

alles selbst in die Hand nehmen und nicht

nur geschehen lassen. Das macht sonst

niemand für dich.

Hattest du selbst Mentoren, Menschen

oder vielleicht sogar Bücher, die dir Motivation,

Kraft und alles das gaben, was

du heute bist?

Ich hatte negativ begründete Motivation.

Als ich im damals im Heim war, habe ich

immer gehört, dass aus uns Heimkindern

sowieso nichts wird. Als Perspektive

hat man uns Alkoholiker, Krimineller

und Straßenfeger prophezeit. Whatever.

Hauptsache etwas, was sozial nicht gut

gestellt ist. Daraus habe ich bei mir diese

Negativmotivation wachsen gespürt. Das

Klischee wollte ich niemals erfüllen. Das

war quasi wie eine Art Urdruck, den ich

hatte. Als ich mit 21 Jahren schon sehr

viele Niederlagen eingesteckt hatte, habe

ich angefangen zu lesen. Dale Carnegie,

Frank Bettger, Napoleon Hill und Anthony

Robbins. Jeder, der sein Leben in die

eigene Hand nehmen will, sollte sich diese

Autoren durchlesen.

Danach sind dir die Augen geöffnet. Stell

dir vor, dass du in einen dunklen Tunnel

schaust. Dann liest du dir diese Bücher

durch und plötzlich ist alles hell. „Achso,

alles klar, da geht die Lampe an.“ Das hat

mir eine ganze Menge gebracht.

Du bist ein unglaublich erfolgreicher

Unternehmer – wird alles Gold, was du

anpackst oder hast du auch schon Tiefschläge

einstecken müssen?

Die Niederlagen überwiegen meiner Erfahrung

nach immer, auch wenn du die

richtige Einstellung, die richtigen Skills,

die richtige Power und so weiter hast. Das

ist nicht das, wonach die Leute fragen.

Niemand zählt dir deine Niederlagen auf

und will mehr darüber wissen, obwohl

das für einige Journalisten wahrscheinlich

ganz interessant wäre. Die Erfolge stechen

aus der Masse der Anläufe viel mehr heraus.

Die Leute sehen selten den großen

Aufwand, den Schweiß, die Niederlagen

und die Fehler, die man machen musste,

um zu diesem einen Erfolg zu kommen.

Wie viele Niederlangen du einstecken

musstest, um an den Erfolg zu kommen,

das sehen die Leute ja nicht.

Ich nehme einfach mich selbst als Beispiel.

Als 20-Jähriger hatte ich 65.000 DM

Schulden. Dann wurde ich ins Gefängnis

gebracht, weil ich 2.700 DM Steuerschulden

nicht beglichen hatte. Die sollten eigentlich

in Tagessätzen abgesessen werden.

Am Ende des Tages wurde ich aber

wieder rausgeholt, weil meine Freundin

das Geld bezahlt hat. Trotzdem waren das

ganz brutale Niederlagen, die ich erst für

mich selbst erfahren musste. Wenn du

morgens um 7:20 Uhr von der Polizei aufgeweckt

wirst und im Sprinter zum Gefängnis

fährst, dann musst du aufwachen.

Machst du es spätestens dann nicht, wirst

du es auch nie. Bei mir musste das erst

einmal so weit kommen.

Oder die Sache mit meinem Gewichtsverlust.

Zu Beginn habe ich mich immer mit

der Drei-Affen-Technik vor den Spiegel

gestellt. Ich bin vor der Realität ausgewichen

und habe mir gesagt, dass das schon

alles passt. In Wirklichkeit war das für

mich jeden Tag eine Niederlage, bis ich es

dann angegangen bin. Von anderen Leuten

habe ich ja auch 100% gefordert. Wenn

ich bei einer Casting-Show bin, dann sage

ich: „Wenn du nicht singen kannst, dann

lerne es oder lass es!“

Foto: Detlef Soost

AJOURE MEN MAGAZIN SEITE: 40 | MAI 2019

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