BLATTWERK AUSGABE No.10 – April bis Juni 2019

rabold

P. b.b. GZ 03Z034.973 M Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, 7400 Oberwart Josef 2/2019 WERKAUSSCHNITT: „SCHWESTERN“ / SABINE MAIER

BLATTWERK

ZEITSCHRIFT FÜR KUNST UND KULTUR AM ORT

+ OHO-PROGRAMM APRIL BIS JUNI 2019

No. 10

30 JAHRE OFFENES HAUS OBERWART

Das zweite Jahrzehnt eine Betrachtung von Katharina Tiwald

BORDERLINE 2019

Theater-Filmtage im Dieselkino und im OHO

POTENZ; DIE, WEIBLICH: II

Künstlerinnen zu Gast im OHO

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Sicherheit kommt

mit dem Pannendienst.

Der Pannendienst

kommt mit Sicherheit.

Wir sind

Energie-

Gewinner.

Eine Strompanne in der Hausanlage kann mal vorkommen. Nicht vorkommen kann, dass Sie in so einem Fall

lang im Dunklen tappen. Denn als Energie Burgenland Kunde steht Ihnen rund um die Uhr ein TOP-Netz-Partner

zur Verfügung, der sich sofort auf den Weg zu Ihnen macht. Auch das zählt für uns zur Versorgungssicherheit.

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KARTENVORVERKAUF

IM OFFENEN HAUS OBERWART:

Telefon 03352-38555 / info@oho.at

WERDEN SIE

OHOMITGLIED!

Das OHO ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht gewinn orientiert

arbeitet. Die Mitglieder unterstützen durch ihren Beitrag

eine Arbeit im Kunst- und Kulturbereich, die ohne

öffentliche, aber auch private Förderung nicht denkbar ist.

Der Kartenvorverkaufspreis gilt für eingelangte

Kartenreservierungen/-bestellungen bis einen

Werktag vor gewünschter Veranstaltung, wobei

die Karten einen Werktag vor der Veranstaltung

zu den angeführten Büroöffnungszeiten

abgeholt werden müssen. Für reservierte, aber

nicht abgeholte Karten gilt der Abendkassapreis!

Ermäßigte Kartenpreise gelten für: OHO-Mitglieder,

Ö1-Club-Mitglieder, Schülerinnen und Schüler,

Lehrlinge, Studentinnen und Studenten,

Zivil- & Präsenzdiener.

Mitglieder erhalten bei allen Veranstaltungen ermäßigten Eintritt.

Der Mitgliedsbeitrag beträgt € 30, im Jahr.

Sie möchten Mitglied werden? Dann überweisen Sie den

Mitgliedsbeitrag unter Angabe Ihres Namens und Ihrer

Adresse auf folgendes Konto:

BANKVERBINDUNG: BANK BURGENLAND,

IBAN: AT 84 51000 902 1421 5900, BIC: EHBBAT2E

Wenn Sie die OHO-Zeitschrift BLATTWERK

kostenlos zugeschickt bekommen oder

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dann kontaktieren Sie uns bitte telefonisch

oder per E-Mail: Telefon 03352 -38555, info@oho.at

WERKAUSSCHNITT: MARINA HORVATH


Liebe Freundinnen

und Freunde

DES OFFENEN

HAUSES OBERWART

WIE DAS ALLES SEINEN ANFANG NAHM

Turbulente Zeiten und ein neuer Aufbruch

Diese Ausgabe des Blattwerks beschäftigt sich mit dem zweiten Jahrzehnt

des OHO, das durch die anfänglich großen Turbulenzen und einen zweiten

radikalen Aufbruch des Hauses auf seinem Weg zu einem renommierten

Kunsthaus gekennzeichnet war.

Ich bin nun schon seit Dezember 1992 im Offenen Haus Oberwart. Von

Peter Wagner für eine Theaterproduktion als Techniker ins Haus geholt,

habe ich viele Auf und Abs, viele Diskussionen und auch Auseinandersetzungen,

Misserfolge und Erfolge, Zeiten der Konsolidierung und turbulente

Zeiten miterlebt.

Die Zeit zwischen 1999 und 2004 kann als die wirklich schwierigste Zeit

verbucht werden, die der Verein, der diesem Haus zugrunde liegt, durchgemacht

hat. Die Auseinandersetzungen mit Horst Horvath, sein Abgang,

die Diskussionen über die Ausrichtung des Hauses mit den darauffolgenden

GeschäftsführerInnen kann durchaus unter dem Begriff „turbulente

Zeiten“ verbucht werden.

Dass es hier auch zu persönlichen Verletzungen und Mythenbildungen kam,

ist verständlich. Dass dies bis heute nachwirkt, stimmt mich manchmal

traurig, denn es versperrt die Sicht auf das Geleistete und den Einsatz der

unglaublich vielen engagierten Menschen in Vergangenheit und Gegenwart.

Als 2004 ein neuer Vorstand (Eveline Rabold, Christoph F. Krutzler, Hans

Panner) das Haus übernahm und ich die Geschäftsführung übertragen

bekam, war unser vordringlichstes Bestreben, das OHO wieder in organisatorisch

ruhigere und künstlerisch produktivere Zeiten zu führen. Dass

uns dies gelungen ist, zeigen nicht nur die Preise, die dieses Haus in den

letzten Jahren erhalten hat, sondern ist auch an der Statistik der Projekte

ab 2004 auf der Mittelseite dieses Heftes abzulesen.

INHALT

04 OHO-Programm

06 OHO. Das zweite Jahrzehnt.

Von Katharina Tiwald

08 Begegnung mit Kunst und Menschen

Helmut Bieler im Interview

10 Literatinnen und Literaten über

„Messe für Eine“ von Katharina Tiwald

30 Jahre OHO Paraphrase 1

13 Gerhard Pongracz im Gespräch

14 OHO das zweite Jahrzent

Erzählung in Fragen und Antworten

24 Borderline 2019 Theaterfilmtage

28 „Wenn Verantwortung zu

übernehmen ist ...“ die ehemalige

Obfrau Eveline Rabold im Interview

33 „Stadtwirt“ Raimund Schmidinger

zur Kulinarik im OHO

34 Ausstellung „Potenz; die, weiblich: II“

30 Jahre OHO Paraphrase 2

Artikel zum Thema von Eva Hillinger

37 Buchtipps

40 Mein Herz gehört dem OHO

Gerhard Altmann zum Thema

Theater im OHO

42 Das OHO feiert seinen 30er

Die betriebliche, technische, organisatorische und strukturelle Seite des

Hauses musste gestärkt und ausgebaut werden, und auch das erzeugte immer

wieder Diskussionen. Dass dennoch konstruktive Lösungen gefunden

wurden, zeigt, dass unser vorrangiges Ziel, ein starkes Team aufzubauen,

erfolgreich war.

Denn es sind nie Einzelpersonen, die den Erfolg einer Sache ausmachen,

sondern immer ein positives, produktives und im Grunde wohlwollendes

Miteinander von verschiedensten Menschen.

Impressum: Medieninhaber und Verleger: Offenes Haus Oberwart,

A-7400 Oberwart, Lisztgasse 12, Telefon +43 (0)3352 38555; DVR 0648281;

ZVR 387081290; Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnr.: GZ 03Z034973 M;

Druck: Druckerei Schmidbauer, Oberwart; Fotos: zVg, M. Mastrototaro,

E. Rabold, C. Ringbauer, D.ID, P. Wagner, J. Horvath, N. Friedrich, Shutterstock;

Gestaltung: RABOLD UND CO. / www.rabold.at; Redaktionelle Mitarbeit:

Gerhard Altmann, Eva Hillinger, Alfred Masal, Katharina Tiwald, Peter Wagner,

RABOLD UND CO.; Lektorat: Sandra Grosz-Jusinger

Stand bei Drucklegung, Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.

All diesen vielen Menschen, die in diesem, dem vorhergehenden und kommenden

Heft zu den drei Jahrzehnten des OHO erwähnt werden oder zu

Wort kommen, möchte ich von ganzem Herzen für ihren Einsatz danken.

Alfred Masal

Geschäftsführer Offenes Haus Oberwart

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DETAILLIERTE Informationen

zu DIESEN UND WEITEREN

Veranstaltungen auf

www.OHO.at

ODER telefonisch unter

+43 (0)3352 38555

Falls nicht anders angegeben, finden

alle Veranstaltungen im OHO statt.

SA., 6.4.

14:00 Uhr

STRATEGIJIGEJNG O TSCHIBTSCHAKERO NASCHAJIPE

STRATEGIEN GEGEN DEN SPRACHVERLUST

Tagung zum Internacijonali Romengero Di 2019

Internationaler Romatag 2019

Teilnahme und Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Roma VHS Burgenland; unterstützt von der

Stadtgemeinde Oberwart und dem Offenen Haus Oberwart, gefördert

von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung

SA., 6.4.

19:00 Uhr

30 BERSCHA ROMENBERO MICINIPE

30 JAHRE ROMABEWEGUNG

Film & muschika & artschijipe / Film & Konzert & Ausstellung

zum Internationalen Romatag

Eintritt: freie Spende

AUSSTELLUNG: „Die Politik des Roma-Körpers“ von Déri Miklós (H)

FILM: „Amen sam so amen sam“ von Hans Panner

MUSIK: Fery Janoska & Joschi Schneeberger Trio, Romano Rath

MESSE FÜR EINE

Eine Veranstaltung des Vereines KARIKA in

Kooperation mit dem Offenen Haus Oberwart

Fr., 12.4.

20:00 Uhr

MESSE FÜR EINE THEATERSTÜCK VON KATHARINA TIWALD

Wiederaufnahme in neuer Gewandung 12 Jahre danach

30 JAHRE OHO >> PARAPHRASE 1#

AUF DAS ZWEITE JAHRZEHNT

Eintritt: AK € 18, / VVK € 16, (ermäßigt AK € 16, / VVK € 14,)

WEITERE VORSTELLUNGEN:

Sa., 13.4. * 20:00 Uhr

So., 14.4. * 17:00 Uhr

Eine Eigenproduktion des Offenen Hauses Oberwart in

Zusammenarbeit mit der Theaterinitiative Burgenland 2007 / 2019

So., 21.4.

20:30 Uhr

KAMAPARTY

DJ-Clubbing

Eintritt: AK € 8, (kein Vorverkauf)

DJs: Ewald Tatar & Michi Graf / DJ 2 nd Floor: Ralph Varits

Door: Gottfried Piff / Sound & Light: Gerhard Pekarek

Gastro: Harry Kahr + Kahr&K Eventcatering

Video: Georg Müllner-Fang

Trademarks & Domains: Elke Kuch & Ewald Tatar

Die Kamaparty ist RAUCHFREI: Rauchen ausschließlich im Gastgarten.

Gastveranstaltung

Do., 25.4.

19:30 Uhr * DIESELKINO OBERWART

BORDERLINE 2019 * THEATER-FILMTAGE

Eröffnung

20:00 Uhr * DIESELKINO OBERWART

„RATTENSTURM. ANGRIFF AUF EIN

SINKENDES. EINE KRIEGSOPER“

Filmisch gestaltete Aufzeichnung einer Oper

von Peter Wagner und Erling Wold

Eintritt: € 7,50

Do., 2.5.

19:30 Uhr * DIESELKINO OBERWART

BORDERLINE 2019 * THEATER-FILMTAGE

„DIE UNGLAUBLICHE TRAGÖDIE VON RICHARD III“

Eine Aufzeichnung aus dem Globe Wien, bei der

uns Michael Niavarani das Lachen lehrt.

Eintritt: € 7,50

FR., 3.5.

19:30 Uhr

TOM PLATZER

MENSCHEN AUF DER FLUCHT

Vernissage der Foto-Ausstellung

Eintritt frei

SA., 4.5.

20:00 Uhr * KINOCLUB IM OHO

BORDERLINE 2019 * THEATER-FILMTAGE

„CHRISTOPH F. KRUTZLER IM OHO“

Replik auf die Arbeit des Schauspielers in Theatereigenproduktionen

und Filmen im Umkreis des OHO

Eintritt frei

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APRIL BIS JUNI 2019

„DER COUP DER TADELLOSEN FRAUEN ZUM TAG DER ARBEIT“

VON ONA B. / POTENZ; DIE, WEIBLICH: II

Do., 9.5.

19:00 Uhr

SEX TALK WAS KOMMT NACH DEN 68ERN

ODER LIEBE IN ZEITEN DES KAPITALISMUS

Lesung von Robert Misik und Diskussion

zur Sexualerziehung heute

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Elternvereins BG/BRG/BORG

Oberschützen in Kooperation mit dem OHO

Fr., 10.5.

19:00 Uhr

„BIEDERMEIERN POLITISCH

UNKORREKTE BETRACHTUNGEN“

Livia Klingl liest aus ihrem neuesten Buch

Eintritt: freie Spende

Eine Veranstaltung der Flüchtlingshilfe Burgenland

in Kooperation mit dem OHO

Sa., 11.5.

20:00 Uhr

ORWA SALEH ENSEMBLE JAZZ AUS SYRIEN

Konzert: Jazz mit orientalischen Einflüssen

Eintritt: AK € 18, / VVK € 15, (ermäßigt AK € 16, / VVK € 14,)

Fr., 17.5.

19:30 Uhr

POTENZ; DIE, WEIBLICH: II

Vernissage der Ausstellung

30 JAHRE OHO >> PARAPHRASE 2#

AUF DAS ZWEITE JAHRZEHNT

Eintritt frei

Fr., 24.5.

20:00 Uhr

GUNKL: ZWISCHEN IST UND SOLL MENSCHSEIN HALT

Kabarettabend mit dem Gewinner des

österreichischen Kabarettpreises 2018

Eintritt: AK € 22, / VVK € 19, (ermäßigt AK € 20, / VVK € 17,)

SA., 1.6.

20:00 Uhr

ULTIMA RADIO, SURICATES

Konzert: Rock Progressiv

Eintritt: AK € 12, / VVK € 10,

Mi., 5.6.

19:00 Uhr

„GEHT'S NOCH!“ UND

„MUT ZUM ROLLENTAUSCH“

Lesung und Diskussion mit den Autorinnen

Lisz Hirn und Verena Florian

Eintritt frei

Mo., 10.6.

11:00 Uhr

GRENZERFAHRUNGEN DIESSEITS UND

JENSEITS DER EHEMALIGEN EISERNEN GRENZE

Lesewanderung * Start: Geschichtenhaus Bildein

Unkostenbeitrag: € 25,

inkl. Jause, Transferleistungen für Menschen mit Gehbehinderung

und der Besuch des Geschichtenhauses in Bildein

Fr., 21.6.

20:00 Uhr

MEET AND GREET IN CONCERT

DAS OHO FEIERT SEINEN 30. GEBURTSTAG

Präsentation des Österreichbildes „Das Offene Haus

Oberwart Vom Ärgernis zum Aushängeschild"

All Star Jam Session ungplugged

Echt Vinyl! DJ-Projekt zum Mitmachen

Eintritt frei

So., 23.6.

ab 11:00 Uhr

„OPEN SOURCE ARCHIVE“

JUNGE KUNST ZU 30 JAHRE OHO

OHO-Kunst-Brunch und Ausstellungseröffnung

Eintritt frei

FERNSEH-

TIPP FÜR 19.5.

18:25 * ORF II

Mehr dazu auf

Seite 37

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* Ermäßigte Kartenpreise gelten für: OHO-Mitglieder,

Ö1-Club-Mitglieder, Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge,

Studentinnen und Studenten, Zivil- & Präsenzdiener.

THEATER

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oho.

DAS ZWEITE JAHRZEHNT

von Katharina Tiwald

Können Sie sich noch an Y2K erinnern, den „millennial bug“?

Die meisten Rechner, so hieß es, würden durch den

Datumssprung zur Jahrtausendwende so verwirrt, dass es

zu großflächigen Ausfällen, Explosionen, Super-GAUs etc.

pp. kommen würde. Nichts davon ist passiert, das neue

Jahrtausend ist auf leisen Sohlen eingekehrt, nachdem die

Feuerwerkschwaden verraucht waren.

Auch im OHO beginnt mit dem neuen Jahrtausend eine neue

Zeit. Der 1997 fertiggestellte große Saal, der allen Theatersituationen

gerecht wird, schreit geradezu danach, mit Neuem

befüllt zu werden. Es kommt zur Ablöse von Horst Horvath.

Dem neuen Geschäftsführer Michael Muhr gelingt mit Obfrau

Christa Wagner im Jahr 2000 ein großer Wurf mit der Inszenierung

von Elfriede Jelineks „Stecken, Stab und Stangl“ durch Angelika

Messner in einem politischen Umfeld, das Schwarz-Blau I ermöglicht

hat. Im gleichen Jahr produziert das Haus Gerhard Altmanns

Stück „Unterflächen“ und bringt damit einen burgenländischen

Theatertext auf die Bühne. Dennoch ist diese Zeit geprägt von

Ambivalenz. Insgesamt setzen sowohl Michael Muhr als auch seine

Nachfolgerin Maria Stadlmann, die mit ihrem Fokus auf bildender

Kunst beim Vorstand punkten kann, auf eine Strategie, die sich als

falsch erweisen wird. Dem Populären soll Raum gegeben werden,

man setzt auf teure Acts großer Namen, die aber vor leerem Haus

auftreten. Die Rechnung, aus einer Nische ins große Licht zu treten,

geht nicht auf. Das Haus hat sich diese Nische der vermeintlichen

„Randthemen“, aufgearbeitet mit hohem künstlerischem Anspruch,

erobert; es scheint so, als würde das Publikum dem OHO

das „Andere“, das ohnehin anderswo zur Genüge gezeigt wird,

nicht abnehmen. Im Team regt sich bald Unmut. Die finanzielle

Situation wird immer bedrohlicher. Unter enormer Anstrengung,

mit Tatendrang und Geschick in den Verhandlungen gelingt 2004

eine Einigung mit der Bank und ein Neustart mit Eveline Rabold

als Obfrau, Alfred Masal als Geschäftsführer sowie Hans Panner

und Christoph F. Krutzler im Vorstand.

Der Impetus bleibt derselbe: regionale Themen aufgreifen, die

überregionale Strahlkraft haben. Geistige und künstlerische Arbeit

auf höchstem Niveau leisten. Gesellschaftliche Ungerechtigkeiten

benennen und eingreifen, wie man eben eingreifen kann. Allianzen

suchen mit den Engagierten aus dem nahen und nicht so nahen

Umfeld.

2005 jährt sich das Attentat auf die Romasiedlung zum zehnten

Mal: Das OHO-Team stellt ein zweiwöchiges Festival der Romakultur

zusammen, das unter dem Titel „Amen dschijas Wir leben“

zwei Wochen lang Ausstellungen, Filmprojekte, Diskussionen und

Theaterstücke zeigt. Clemens Bergers „Gatsch“ ist darunter und

Stefan Horvaths „Begegnung eines Engels mit einem Zigeuner“.

Horvath, der Vater eines der Toten von 1995, hat nach dem Attentat

zu schreiben begonnen und ist als Mittler und Zeitzeuge einer

neuen Aufgabe zugewachsen. In seiner fast phantasmagorisch zu

nennenden Textsammlung „Katzenstreu“ schlüpft er in die Haut

des Täters nach Besuchen bei den Eltern von Franz Fuchs. Das

Buch erscheint als sein zweites 2006 in der edition lex liszt 12, im

ehemaligen Verlag des OHO, den seit 1997 Horst Horvath führt.

Auch Clemens Berger hat hier debütiert und Oberwarter Verhältnisse

thematisiert. Peter Wagner ist in diesen Zusammenhängen

Nachfrager, Ertaster, Ermöglicher. Und Regisseur.

Während eine starke Schar von Künstlerinnen und Künstlern mit

ihren Werken die Galerie aufleben lässt über die Jahre sind das

etwa Max Milo, Igor Skalé, Bernhard Dorner, Doris Dittrich, Marina

Horvath, Franz Gyolcs, Henryk Mossler und viele andere und

in speziellen Veranstaltungen junge Kunst präsentiert wird, tut

sich auch auf der Bühne einiges. Ab 2006, mit der Uraufführung

von „Dorf.Interrupted“ (Katharina Tiwald) in Wagners Regie, kehrt

das OHO zurück zu einer Praxis, die dem dramatischen Furor der

frühen Neunzigerjahre nahekommt: Ziel ist es, jährlich eine Uraufführung

zu zeigen mit allem Aufwand, der damit verbunden ist,

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nicht zuletzt mit der Finanzierung und dem Engagement aller Beteiligten,

die teilweise an und über die Grenze ihrer Belastbarkeit

gehen. 2007 schließt das Haus mit dem Theatermonolog „Messe

für Eine“ (K. Tiwald) an, der auch im Kosmostheater Wien gastiert.

Stargast des Jahres ist der französische Literat und Theoretiker

Camille de Toledo, der vor vollem Haus mit dem Jugendkulturforscher

Philipp Ikrath über das Leben in virtuellen Welten diskutiert,

begleitet von der von Alfred Masal konzipierten Ausstellung „first

life, second life“, in der Veränderungsprozesse aus der materiellen

Welt in die virtuelle übertragen werden.

Im Lauf der nächsten Jahre kristallisiert sich heraus, dass die Theaterarbeiten

im besten Fall Synergien mit Geschwisterprojekten

eingehen. Gleichsam organisch entwickeln sich mehrere Schwerpunkte,

die sich als Fixstarter (und Fixsterne) im Jahresprogramm

etablieren: Liz King, ehemalige Ballettchefin der Wiener Volksoper,

gründet in Pinkafeld D.ID-Dance Identity; bereits 2006 zeigt sie im

OHO mit „Straight Fiction“ die erste Uraufführung im Bereich des

zeitgenössischen Tanzes. Auf dieser Basis entwickelt Alfred Masal

die Idee jährlich wiederkehrender Tanztage, die von D.ID kuratiert

werden. Der Filmemacher Reinhard Jud konzipiert auf Einladung des

Hauses Filmtage, die im Lauf der Jahre mit Drehbuchworkshops, Podiumsdiskussionen

und Ausstellungen angereichert werden; dazu

kooperiert das Haus mit der Kreativwirtschaft Burgenland. Die seit

2007 stattfindende Buchwoche bringt Literatur mittels Diskussionsformaten

ins Gespräch und Größen wie Wendelin Schmidt-Dengler,

Marlene Streeruwitz und Peter Esterházy ins Haus; vormittags ist

der Saal voll, wenn Schulklassen zu Lesungen kommen.

Diese Formate sorgen für die Verflechtung von Diskursen. Das

zeigt sich etwa an „zone38“, dem Schwerpunkt zum Gedenkjahr

2008. Das Haus organisiert einen Reigen gewaltiger Aktionen. Die

Historikerin Ursula Mindler forscht zur jüdischen Vergangenheit

Oberwarts; ihre Arbeiten münden in eine große Rauminstallation

im Rathaussaal, die BesucherInnen der Ausstellung bewegen sich

durch das Oberwart von 1938. Ein Orchesterkonzert mit Stücken

von Wolfgang Kubizek, Kamil Polak und Tzvi Avni, dem Präsidenten

der israelischen KomponistInnenvereinigung, geht über die Bühne

und wird aufgezeichnet. Dazu kommt Peter Wagners Landschaftsinstallation

„PFLÖCKE / Korridor“ 70 einfache, schwarze Pflöcke längs

der Bundesstraße beim „Anschlussdenkmal“ Oberschützen (nachts

werden sie wiederholt ausgerissen und gestohlen). „zone38“ endet

in der Silvesternacht mit der Uraufführung von Clemens Bergers

„Und Jetzt“: Ein junges Paar bezieht in der Gegenwart eine möglicherweise

arisierte Wohnung in Oberwart; erstmals ist ein Tanzensemble

mit auf der Bühne, es stellt die Zeitebene von 1938 dar.

2009 erwächst aus einer Erzählung über einen fiktiven Aufenthalt

Joseph Haydns in der Wart und einer möglichen „Oberwarter Sinfonie“

(K. Tiwald) ein Hörbuch, ein Konzert zeitgenössischer Musik

mit dem glorreichen Auftritt eines Max-Brand-Synthesizers, für

den Elisabeth Schimana den 1. Satz der „Oberwarter Sinfonie“ komponiert

hatte , eine Ausstellung im öffentlichen Raum und ein Film.

2010 kommt auf etwas leiseren Pfoten als das Millennium. 2008

sind die Finanzmärkte gecrasht, die Welle schwappt auch nach

Europa. Das OHO bleibt. Es bleibt, weil hier mit größtem Einsatz,

Herzblut und Beharrlichkeit gearbeitet wird. Gerade in schwierigen

Zeiten ist Kunst ein Anker: Und der wird hier gesetzt.

SA., 6.4.

14:00 Uhr

STRATEGIJIGEJNG O TSCHIBTSCHAKERO NASCHAJIPE

STRATEGIEN GEGEN DEN SPRACHVERLUST

Tagung zum Internacijonali Romengero Di 2019

Internationaler Romatag 2019

Teilnahme und Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Roma Volkshochschule Burgenland; unterstützt

von der Stadtgemeinde Oberwart und dem Offenen Haus Oberwart,

gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung

BEGRÜSSUNG:

Andreas Lehner, Vorsitzender Roma VHS Burgenland

LAbg. Bgm. Georg Rosner, Stadtgemeinde Oberwart

DIE VORTRAGENDEN:

Prof. Mozes F. Heinschink

Ass.-Prof. Mag. Dr. phil. Dieter Halwachs

Gusztáv Varga (HU)

Mag. Susanne Weitlaner

VOLKSGRUPPENBEIRATSVORSITZENDE:

Emmerich Gärtner-Horvath / Roma

DDr. Stanko Horvath / Kroaten

Mag. Josef Hollos / Ungarn

MODERATION: Katharina Janoska

Der 8. April, internationaler Roma-Tag, dient dem notwendigen

Zweck, unserer Existenz und Sichtbarkeit auf der ganzen Welt

ein Zeichen zu setzen.

Die Tagung der Roma Volkshochschule Burgenland wird sich, im

Jahr 2019, der bedrohten Sprache der Roma widmen und dabei

der Frage nachgehen, wie sich der Verlust der Sprache auf das

Selbstverständnis und die Lebensrealität der Roma-Gruppen

auswirkt. Die Sprache „Roman“, der Grundpfeiler der Identität

der Volksgruppe, droht in wenigen Jahrzehnten auszusterben.

Interne Umfragen haben ergeben, dass Kinder die Sprache heute

im Elternhaus kaum noch hören bzw. sprechen und dass viele

Eltern die Notwendigkeit nicht erkennen, ihren Kindern Roman

beizubringen oder ihnen den Erwerb der Sprache nahezulegen.

In Oberwart wird das Angebot, in Schulen Roman zu lernen, seit

vielen Jahren mangels Nachfrage von interessierten Eltern nicht

mehr wahrgenommen. Der Verlust der Sprache wird vermutlich

auch zur endgültigen kulturellen Assimilation zumindest in

Österreich führen. Dabei hat die Sprache ein großes Potenzial.

Viele Roma, vor allem in Osteuropa mit (oft der brutalen strukturellen

Diskriminierung geschuldeten) niedriger Bildung, nutzen

die Sprache zumindest noch passiv und können sich in Romanes

miteinander verständigen. Die Verbesserung der Sprachkenntnisse

erlaubt ihnen somit einen höheren Grad an Partizipation.

Bei der Tagung 2019 werden wir erfolgreiche Beispiele für die

Attraktivierung von Minderheitensprachen darauf hin untersuchen,

ob sie auf die Situation der Roma in Österreich umlegbar

sind, und Modelle skizzieren, die von den Romavereinen, aber

auch von anderen Institutionen, wie Erwachsenenbildungseinrichtungen

und Schulen, weiterentwickelt werden können und

hoffentlich zur praktischen Anwendung kommen werden.

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Begegnung mit

Kunst und Menschen

Landesrat Bieler hatte nicht immer einen leichten

Stand mit dem OHO, erwies sich aber als

Garant für das Bestehen des Hauses.

Auch Nationalsratspräsidentin Barbara

Prammer beehrte das OHO mehrfach.

Helmut Bieler begleitete als Landesrat

beinahe zwei Jahrzehnte lang die

Entwicklung des OHO.

Welche Erfahrungen haben Sie während Ihrer aktiven

Zeit mit dem OHO und seinen Akteuren gemacht?

Im März 1999 kam ich in die Regierung, das war die letzte

Phase des Um- und Zubaus des OHO. Das war natürlich ein

attraktiver Einstieg. Ich habe damals Perspektiven-Diskussionen

gestartet und einer der ersten Auftritte war im OHO.

Peter Wagner hat mich damals natürlich versucht zu provozieren,

um herauszufinden, wie ich ticke. Ich habe mich damals

gefragt: Wie lege ich es an? und habe mich entschieden,

alle gleich zu behandeln. Es gab ja mehrere alternative

Kulturzentren, sie waren vergleichbar, denn sie hatten eine

ähnliche Größe und auch ihre Arbeiten lieferten ähnliche

Qualitäten. Das hat natürlich bei manchen Betreibern Irritationen

hervorgerufen. Im OHO hat es viele inhaltliche und

politische Diskussionen gegeben; aber nicht partei-, sondern

gesellschafts- und kulturpolitische. Manchmal waren wir

unterschiedlicher Meinung. Aber es gab sehr viele Ideen,

die ich aufgegriffen beziehungsweise unterstützt habe. Und

das OHO war mit seinen Eigenproduktionen schon etwas

Besonderes diese Einschätzung meinerseits hat wiederum

gewissen etablierten Kreisen nicht so gut gefallen.

Welche Highlights sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Es gab viele schöne Momente. Begegnungen mit Kunst

und Persönlichkeiten. Es gab viele Menschen, mit denen

sich meine Wege gekreuzt haben Wolfgang Horwath und

Peter Wagner zum Beispiel bei allen Diskussionen bleibt

da viel Positives. Besonders intensiv war die Begegnung

mit dem Maler Manfred Bockelmann. Das war eine sehr

bewegende Ausstellung am 20. Jahrestag des Attentats von

Oberwart (Unter dem Titel „Zeichnen gegen das Vergessen“

zeigte Bockelmann Portrait-Zeichnungen von Kindern und

Jugendlichen, die zu Opfern des Nazi-Terrors wurden. Auch

Portraits der vier Attentatsopfer vom 4. Feber 1995 waren

zu sehen Anm. der Redaktion). Auch das Gespräch mit

ihm war sehr interessant. Beim Roma-Attentat war ich ja

noch nicht Landesrat, weshalb ich es nicht so nah mitbekommen

habe. Das OHO hat da eine besondere Rolle

gespielt, das war mehr als beachtlich. Die Leute haben

gezeigt, dass sie das Herz am rechten Fleck haben. Es gab

viele Kooperationen, was mir sehr am Herzen lag und sehr

gut funktioniert hat, war „zooming culture“.

Wie sehen die Wünsche für die Zukunft des OHO aus?

Ich wünsche dem Team des OHO, dass es weiterhin so kreativ

ist; dass weiter viele Künstler hier tätig sind und damit

die alternative Jugend- und Kunstszene beleben. Das OHO

soll weiter unabhängig bleiben. Und die kreativen Köpfe in

den Reihen des Hauses sollen dafür sorgen, dass die Linie

der vergangenen Jahrzehnte fortgesetzt wird.

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AUSSTELLUNG: „DIE POLITIK DES

ROMA-KÖRPERS“ VON DÉRI MIKLÓS (H)

„Besonders sehenswert sind die eher konzeptionellen Arbeiten des unabhängigen

Fotokünstlers Miklós Déri, der für seine Portraitserie über die

Stereotypisierung der ungarischen Romabevölkerung den renommierten

André-Kertész-Preis erhielt. Déri ließ Intellektuelle, WissenschaftlerInnen

und andere prominente Mitglieder der Roma-Minderheit in Kostüme und

Posen schlüpfen, die dem bis heute existenten Klischee der Roma als Musiker,

Gauner und Jahrmarktswahrsager entsprechen. Dem stellt er Bilder

der Personen in ihren Alltagsoutfits gegenüber. ,Wenn wir ein Bild eines

Rom sehen, setzt sich in unserem Kopf automatisch ein auf der ‚Rasse’ des

Fotografierten beruhender Wertungsprozess in Gang. Mit meinen Bildern

wollte ich den latenten Rassismus sichtbar machen, mit dem Roma beinahe

täglich in der Gesellschaft konfrontiert werden', erklärt Déri das Konzept

seiner Fotoreihe." Robert-Capa-Zentrum für Zeitgenössische Fotografie

Miklós Déri wurde 1964 geboren und begann seine Laufbahn als Fotoreporter.

Er arbeitete unter anderem zehn Jahre beim renommierten ungarischen

Wochenmagazin „Magyar Narancs" und war zudem für das „Titanic

Filmfestival" tätig. Später profilierte er sich als Fotograf mit vielbeachteten

Ausstellungen in Budapest, Moskau, Wien.

30 BERSCHA

ROMENBERO

MICINIPE

30 JAHRE ROMA-

BEWEGUNG

FILM: „AMEN SAM SO AMEN SAM“

VON HANS PANNER

16 mm / Farbe / 34 min

Hans Panner

Fery Janoska

Filmessay über Gegenwart und Vergangenheit der Roma im Burgenland,

gedreht 1993 und aus gebotenem Anlass 1995 ergänzt

und aktualisiert. „Paula Nardai (gestorben 1999), KZ-Überlebende

und Hauptfigur im Film, im fiktiven Dialog mit ihrem Vater: Der Titel

,Amen sam so amen sam' bedeutet ,Wir sind, wer wir sind' und ist Programm

und Wunsch zugleich: Er bringt die Bestrebungen der burgenländischen

Roma zum Ausdruck, sich als Angehörige einer über Jahrhunderte verfolgten

Volksgruppe wieder auf die eigenen Beine zu stellen, sich der Assimilation

zu widersetzen und echte Integration zu fordern.“

Entstanden ist der Film in Zusammenarbeit mit dem Verein Roma und dem

Offenen Haus Oberwart. Durch die aktive Mitarbeit der burgenländischen

Roma ist er zu einem Film der Roma selbst geworden.

MUSIK: FERY JANOSKA & JOSCHI

SCHNEEBERGER TRIO, ROMANO RATH

Jeder für sich ist ein Virtuose: Joschi Schneeberger mit seinem Trio

und Fery Janoska am Bandoneon. Im Ensemble verbinden sie die

unterschiedlichen Musikstile in einer einzigartigen Art und Weise

und machen sie zu einem Hörerlebnis. So wird etwa Astor Piazolla

im Stil von Django Reinhardt neu interpretiert. Weltmusik mit temperamentvollen

Rhythmen bis hin zu leisen Balladen.

SA., 6.4.

19:00 Uhr

Film & muschika & artschijipe

Film & Konzert & Ausstellung

zum Internationalen Romatag

Eintritt: freie Spende

Eine Veranstaltung des Vereines KARIKA in

Kooperation mit dem Offenen Haus Oberwart

AUSSTELLUNG: „Die Politik des Roma-Körpers“

von Déri Miklós (H)

FILM: „Amen sam so amen sam“ von Hans Panner

MUSIK: Ferry Janoska & Joschi Schneeberger Trio,

Romano Rath

Romengeri-kojnha / Roma-Küche ein Buffet

Der Musikstil ist eine Mischung aus traditioneller Roma-Musik und modernen

Einflüssen. Die Band Romano Rath wurde Mitte der 1990er-Jahre in Oberwart

gegründet und besteht aus vier Mitgliedern: Dieter Horvath (Bandleader),

dessen Bruder Markus Horvath, Marcel Horvath (Sohn von Dieter Horvath)

und Markus Sarközi. Als Angehörige der Burgenland-Roma verwenden sie

den Romanes-Dialekt, wie er im Burgenland und in der näheren Umgebung

gesprochen wird.

9


Messe für Eine

LITERATINNEN

UND LITERATEN ÜBER

Siegmund Kleinl

EINE KÖRPER-SPRACHLICHE

OFFENPAARUNG ZU KATHARINA

TIWALDS STÜCK MESSE FÜR EINE

PARAPHRASE #1

Sucht das Wort und alles wird sich finden, ist im Eingang

meines Hauses zu lesen.

Ohne Kenntnis meines Aphorismus macht die Autorin und

Protagonistin des Stückes genau das:

Sie geht dem Wort, der Sprache nach und offenbart, was

dabei enthüllt oder verdeckt wird.

Die Ritualsprache der Kirche hat es ihr angetan.

Wie sie als Frau unter dem Allmachtsanspruch der liturgischen

Formeln litt und leidet, wird in der Inszenierung von

Peter Wagner in ausdrucksstarken Bildern eindrucksvoll

herausgearbeitet.

Die Textschöpferin, zugleich einzige Darstellerin, bewegt

sich auf der Bühne entsprechend der Innenwelt eines großen

Monologs: Sie liegt am Boden (Lage der Frau in der

Kirche), steht auf (auferweckt vom Wort), geht hin und her

(kritischer Diskurs), sitzt auf einem Kübel voll Blut (Sitz im

Leben einer Frau), wühlt darin und steht dann blutverschmiert

(das weiße Unschuldskleid und die Haut) da, an

Hermann Nitschs Orgien-Mysterientheater erinnernd.

10


Buch zum Stück

„Messe für Eine“

von Katharina Tiwald ist in der

edition lexliszt 12 erschienen.

Infos: www.lexliszt12.at

FR., 12.4.

20:00 Uhr

MESSE FÜR EINE

THEATERSTÜCK VON KATHARINA TIWALD

Wiederaufnahme in neuer Gewandung

12 Jahre danach

Eintritt: AK € 18, / VVK € 16,

(ermäßigt AK € 16, / VVK € 14,)

Eine Eigenproduktion des Offenen Hauses Oberwart in

Zusammenarbeit mit der Theaterinitiative Burgenland 2007 / 2019

Stücktext: Katharina Tiwald

Szenische Einrichtung, Bühne und Regie: Peter Wagner

Darstellerin: Katharina Tiwald

Musik: Rainer Paul

Licht: Alfred Masal

Technik: Georg Müllner-Fang

Eine Sprachorgie ist dieses Drama, voll Vitalität gegen die

Todesmystik des Messopfers, wie die Autorin die kirchlich-sakrale

Handlung empfindet. Sie sieht sich als Opfer

eines falschen Christentums, das sich auf das Jenseits beruft,

statt geradeaus auf den Menschen zu schauen.

Diese Sichtweise entspricht zwar nicht der neueren, progressiven

Theologie, wohl aber der Gottesaustreibung eines

institutionellen Christentums. In der Kirche wird das

göttliche Wort zwar zitiert, aber von kirchlichen Gebetsformeln,

die, nach Empfinden der Autorin, den eigenen

Machtanspruch durch die Anrufung eines Allmacht-Gottes

legitimieren sollen, überlagert.

„... Die junge österreichische Autorin Katharina Tiwald

seziert in Form einer Messe-Performance ihre Stellung

als Frau im real existierenden Katholizismus. Durch ihre

blasphemische Aneignung der Liturgie als Instrument der

Abrechnung erzeugt Tiwald eine verstörende Dialektik

zwischen strenger Form und emotionsgeladenem Inhalt ...“

(Fritz Ostermayer, FM4)

WEITERE VORSTELLUNGEN:

Sa., 13.4. * 20:00 Uhr

So., 14.4. * 17:00 Uhr

Genau da setzt die Textarbeit K. Tiwalds an. Sie befreit sich

von der Sprachgewalt der liturgischen Formeln, indem sie

die Sprache in Bewegung bringt, sich selbst und die rituellen

Festschreibungen ihrer inneren Dynamik aussetzt,

die eigenen Erfahrungen offen ausspricht. Eine Beichte

gleichsam, Selbstentblößung sie geht in einer Szene fast

nackt über die Bühne , die aber nie peinlich ist, weil eine

starke poetische Sprache sie hält und trägt.

Das literarische Potential der Autorin erlaubt ihr eine öffentliche

Offenpaarung, nicht nur mit dem Geliebten, der

sich durch sie (ihre Wandlungsworte, Transsubstantionskraft

der göttlichen literarischen Sprache) gewandelt hat.

Sie vereinigt sich, sprachlich-metaphorisch, auch mit den

Zuschauern, auf die sie schaut, die sie mitmeint, wenn sie

von sich spricht.

Es ist eine Erbarmens-Sprache (Erbarme dich unserer Abwesenheit

in der Liebe), die aus der Haut heraus will und es

nicht kann, es aber dann doch Schritt für Schritt schafft.

Dabei wird der Sprachrhythmus vom Regisseur in Gestik,

Mimik und Bewegung der Protagonistin auf den Leib geschrieben

(gelungene Offenpaarung beider).

RAINER PAUL

Komponist & Musiker

Das heilige Evangelium

nach Katharina ist eine

persönliche Aneignung biblischer

Erzählungen, geltend für sie selbst, ohne Anspruch

auf Allgemeingültigkeit.

Hätte die Sprache des Stückes die Liebe nicht, wäre es nichts.

Hat es aber. Es ist ein dramatischer Liebesakt (Ich bin die

Liebe und das Fehlen der Liebe), von Musik begleitet und

konterkariert (von Rainer Paul in Adaption bekannter Melodien

dargeboten). Wer aber in der Liebe ist, ist nach dem

Johannesevangelium in Gott.

Deshalb ist dieses Stück das Gegenteil von Blasphemie. Es

ist, pointiert gesagt, die Umsetzung des göttlichen Willens,

der ja nichts anderes will als den schöpferischen Menschen.

In diesem Stück ist das Fleisch Wort geworden und wohnt

unter uns.

11


Petra Ganglbauer

Ein starkes, mutiges und beeindruckendes Stück, in dem die Sprache

wie eine treibende Kraft gleich einem lebendigen, widerständig

en Organismus fungiert, einem Organismus, der sich

gegen Fremdbestimmung von oben (ganz gleich, ob dieses Oben

die Kirche oder auch die Politik verkörpert) stellt.

Peter Wagner gibt dieser Sprache Körper, indem er Katharina

Tiwald sich in einem kühlen (seelisch erkalteten) Raum performativ

auf das Ritual der katholischen Messe einstimmen lässt. Er ergänzt

den Text zielgerichtet durch Videoeinspielungen und Musik.

Katharina Tiwald spiegelt trotzig, aufgebracht, dann wieder leise,

sensibel oder analytisch, schließlich auch perseverierend und in

Teilen polyphon, wie um Nachdruck für ihr Anliegen einzufordern,

die Rolle der Frau (aber auch der Menschen generell) und die ihrer

Existenz und Körperlichkeit im Katholizismus.

Sie bedient sich der biblischen Lehre, kehrt sie bisweilen um und

vollzieht innere und äußere Wandlungen, um letztlich im Eigentlichen,

bei der Wurzel, bei Liebe und Frieden, bei der Heilkraft der

Sprache selbst anzukommen.

Ein Stück, das gerade jetzt, da die politische Macht in Österreich

mehr und mehr in das Leben und Wirken der Menschen einfährt,

da der Machtmissbrauch wie selbstverständlich in den Alltag sickert,

eine ungeahnte Brisanz erfährt.

Sophie Reyer

Dass Frauen bis ins Mittelalter hinein immer wieder die Funktion

des Priestertums in der katholischen Kirche ausübten, ist bekannt

und dennoch wird gern darüber geschwiegen. Es scheint schon

bedauernswert, dass sich an der Ausgrenzung des weiblichen

Geschlechtes in den letzten sieben Jahrhunderten verhältnismäßig

wenig bewegt hat: Man denke hier nur an einen in Judith Butlers

Werk „Raster des Krieges“ abgedruckten Brief des letzten Papstes,

der sich ausdrücklich für die „dienende“ und gegen die „leitende“

Funktion weiblicher Mitarbeitender der römisch-katholischen

Kirche aussprach, oder an die Aussage eines gewissen Wiener

Priesters, der in einem Presse-Interview meinte, Frauen, die abtreiben

würden, seien so schlimm zu bestrafen wie Nazi-Verbrecher.

Umso dringlicher ist es, dass weibliche Schreibende sich trauen,

eine Auseinandersetzung mit dieser Weltreligion zu wagen. Und

das nicht nur in Form von bitterer Abrechnung, sondern auch

durch gezielte Reflexion und ohne durch emotionale Zugänge

Schärfe und Klarheit des Geistes einzubüßen. Denn der Hang

zur „Hysterie“ wurde Frauen bei Weitem oft genug unterstellt,

wenn man die letzten Jahrhunderte betrachtet. Völlig unprätentiös

und natürlich kommt hingegen Katharina Tiwalds „Messe für

eine“ daher. Die Sprache ist klar, schlicht und überlegt. Formale

Aspekte des Glaubensbekenntnisses werden hier aufgenommen

und gebrochen, Leitmotive des Christentums neu gedeutet und

„remixed“. Dabei klagt die Autorin an, ohne jemals platt zu werden.

Die lyrische und gleichzeitig klar gehaltene Sprache dient hier

als Auffanglager für all den Spuk, der an Frauen während sieben

Jahrhunderten in Form von Hexenverbrennung und Genitalverstümmelungen

verbrochen wurde.

In Katharina Tiwalds „Messe für Eine“ wird der christliche Glaube

auf eine neue Art und Weise manifest; ihre Worte lassen das wieder

aufsteigen, was den Ursprung des Christentums meint: nicht

eine Verweigerung der Körperlichkeit und der Geschlechtlichkeit,

sondern deren Transzendenz. Zwischen griechischer Tragödie und

postmodernem Stück oszillierend denkt der Text „Messe für eine“

über den Status quo des weiblichen Geschlechts im Kontext des

heutigen Katholozismus nach, und feiert denn eine Messe soll

ja bekanntlich nichts anderes als eine Feier sein! dessen Zugang

zur Urkraft des schöpferischen Aktes, der Geburt.

12


GERHARD PONGRACZ,

ALTBÜRGERMEISTER VON

OBERWART, IM GESPRÄCH

Wolfgang Weisgram

Dass der Ritus und das Theater enge Verwandte

sind und zwar in dem Sinn, dass

das eine das Ahnl ist, das andere das Kinderl

, ist weitgehend unbestritten. Gerade

im Österreichischen, wo das Theater, von

Hermann Nitsch abwärts, seine Kraft seit

spätestens dem Barock aus dieser Nähe

zieht. Das hat zur Folge, dass hierzulande

in der katholischen Messe der Gottesernst

ein wenig gebrochen wird durchs ausdrückliche

Schaustellen. Umgekehrt aber

lädt das Theater sich stets ein bisserl auf

durch den ihm immanenten Verweis aufs

Numinose. Gerade dann ganz besonders,

wenn dieses mit Lust zerzaust, ja zerfetzt

wird. Gott zu zerstückeln und dann zu verschlingen,

war schon in der Antike seit

den blutrünstigen Zeiten der dionysischen

Mänaden ein gern geübter Brauch.

Wir Heutigen, die wir ihn wenn überhaupt

in der Schrift suchen, zerreden ihn bloß.

Das ist die Kurzformel der Aufklärung und

des Protestantismus: Wir zerreißen nicht

Gott, sondern uns nur das Maul über ihn.

Es war also nicht bloß würdig und recht,

dass Peter Wagner im Eigentlichen eh

kein bloßer Regisseur, sondern barockoider

Priester den schönen Text der Katharina

Tiwald zur Schau gestellt hat. Sondern

auch folgerichtig. Immerhin ist das OHO ja

nicht bloß ein Spielort, sondern auch ein

Kulturtempel. Ein Kult-Tempel womöglich.

In dem die Tiwald wie selbstverständlich

die Messe liest. Ein Hochamt mit dem

Fron-Leichnam.

Altbürgermeister

Gerhard Pongracz

Welche Erfahrungen haben Sie während Ihrer aktiven

Zeit als Bürgermeister mit dem OHO und seinen Akteuren

gemacht?

Ich war von 2002 bis 2012 Bürgermeister in Oberwart, aber

ich bin schon Jahrzehntelang Mitglied des OHO. Im Südburgenland haben

wir den Vorteil, dass wir zwei Kulturzentren haben. In Oberschützen

eines der burgenländischen Kulturzentren eine Einrichtung für Kunst

und Kultur für ein breiteres Publikum; für Schauspiel, Theater und Musik.

Unser Haus in Oberwart beherbergt die alternative Kunst. Hier können

auch junge Künstler, die auf der Bühne noch nicht so gefestigt sind, auftreten.

Das war für mich das Wichtigste: jungen Leuten die Chance auf

einen Auftritt und eine Plattform bieten. So ist auch das OHO entstanden.

Man redet groß in der Politik, dass die Jugend ihren Platz braucht. Das

OHO war eines der ersten Jugendhäuser. Und das war am Anfang sicher

nicht immer so lustig. Weil da auch andere Jugendliche dazugekommen

sind, die diesen Freiraum ausgenutzt haben. Da gab es öfters Anzeigen

wegen Ruhestörung und verschmutzter Straßen. Das hat die Nachbarn

nicht unbedingt gefreut. So der Beginn als Jugendhaus. Als OHO hat

man dann versucht, diesen bitteren Beigeschmack zu korrigieren, in der

Gesellschaft war das nicht unbedingt einfach.

Wofür steht die Institution OHO in Ihren Augen?

Dieses Haus ist für unsere Jungen und für die Minderheiten da, das gehört

auch massiv unterstützt. Ich stelle mich in die erste Reihe fürs OHO. Wenn

die ungarische Minderheit in Unterwart auf Ungarisch Theater spielt, sagt

niemand etwas. Und wenn die Kroaten ihre Instrumente auspacken und

spielen, auch nicht. Wenn aber Peter Wagner mit jungen Roma etwas auf

die Beine stellt, dann reden die Ewiggestrigen dumm. Mir ist das egal,

denn ich finde, die gesamte Volksgruppenkultur gehört zu uns!

Wie sieht Ihr Verhältnis zum OHO heute aus?

Ich mache jetzt andere Projekte gemeinsam mit dem OHO und mit Alfred

Masal. Bei der aktuellsten Zusammenarbeit haben 40 Studenten der TU

mitgearbeitet. Sie haben räumliche Konzepte für das Südburgenland entwickelt.

Es gab da sieben Bereiche, unter anderem die Segmente Soziales,

Mobilität und Umwelt. Die Studenten haben nachgedacht, wie der Bezirk in

Zukunft ausschauen könnte. Miteingebunden waren dann auch Künstler.

Das war eine scharfe Aktion.

Was war für Sie die einprägsamste Erinnerung in Zusammenhang

mit dem OHO?

Die Entscheidung unter Landesrätin Christa Prets, dass das OHO generalsaniert

wird. Das war ein großer Schritt nach vorn alles wurde neu

gedacht Licht, Bühne, Ausweichsaal, Café und, und, und ... Das war

schon ein wichtiger Moment, und ich habe mir die Frage gestellt: Wie

ernst werden wir genommen? Das alles war nicht so ohne und auch Prets

hatte mit Widerstand in den eigenen Reihen zu kämpfen. Aber es war

die richtige Entscheidung!

Was wünschen Sie dem OHO für die nächsten 30 Jahre?

Dass man in den nächsten Jahrzehnten das Budget so erhöht, damit die

Mitarbeiter im OHO eine entsprechende Entlohnung bekommen. Und

dass das OHO im Sinn der letzten Jahrzehnte der burgenländischen

Kulturpolitik seinen Stempel aufdrückt!

13


OHO

DAS ZWEITE

JAHRZEHNT

„Sweethearts“ Tanzstück von

Liz King, D.ID dance identity 2008

1

mich anlässlich einer Inszenierung von Peter Wagner vom

Spirit und Engagement der in dieser Einrichtung tätigen

Menschen überzeugen können.

... EINES AUTONOMEN KUNST-

UND KULTURHAUSES DER PROVINZ

Eine Erzählung in Fragen und Antworten

In Ihrem Antrittsinterview sagten Sie: „Das Problem

dieses Hauses ist, so wie ich es sehe, dass es in der

Bevölkerung momentan zu wenig Akzeptanz hat.“

MICHAEL MUHR Für mich war offensichtlich, dass man in

der Öffentlichkeit zu wenig von der Qualität der OHO-Kunstprojekte

wusste aus welchem Grund auch immer. Das

wollte ich ändern, die Stadt Oberwart auch finanziell ins

Boot holen, ohne den eingeschlagenen gesellschaftspolitischen

Standpunkt aufzugeben, sozusagen die „Quadratur

des Kreises“ angehen. Dies ging nicht ohne Friktionen, auch

innerhalb des Vorstandes. Nachträglich würde ich sagen,

ich habe die soziale Entwicklung des OHO vom Jugendhaus

zum Kulturzentrum bei meinen Bemühungen zu wenig

berücksichtigt, wollte quasi neu anfangen.

Anlässlich einer gutbesuchten Generalversammlung, kurz

nach meiner Vertragsunterzeichnung, wurde heftigst über

den zukünftigen Kurs diskutiert, ein neuer Vorstand mit

Christa Wagner als Obfrau gewählt.

Im OHO hat nach dem Abgang des damaligen Geschäftsführers

Horst Horvath im Jahr 1999 eine neue Zeitrechnung

begonnen. Sie kommen ja aus dem professionellen

Theaterbereich und haben davor in einem Landestheater

in Deutschland gearbeitet wie wird man da eigentlich

Geschäftsführer eines alternativen Kulturzentrums

in der östlichen österreichischen Provinz?

MICHAEL MUHR Mein Vater stammte aus Kukmirn, als Jugendlicher

half ich oft meinem Onkel im Sommer bei der

Heuernte. Als ich am Schauspielhaus Graz als Dramaturg

arbeitete, pendelte ich jedes Wochenende nach Kukmirn.

Daher stammt auch meine Bekanntschaft mit Peter Wagner,

Henrik Mossler, Gerhard Kisser und weiteren Künstlern

und Persönlichkeiten der Region. Im neuen OHO habe ich

Stellen Sie sich vor, es gibt Streit im OHO zwischen

den Gründungsvätern und dem Geschäftsführer. Der

wird rausgeworfen und kurzfristig ein neuer bestellt.

Der jahrelang an einem Theater in einer mittelgroßen

Stadt in Deutschland gearbeitet hat.

CHRISTA WAGNER Und dann komme ich ins Spiel. Von den

Gründungsvätern bleibt einer im Vorstand, der andere

zieht sich zurück. Die Generalversammlung braucht einen

neuen Obmann. Zuerst wird mir der Posten einer Schriftführerin

angeboten, den ich ablehne mit der Begründung,

die arbeitsreichen Posten würden immer mit Frauen besetzt

werden. Wenn schon, dann würde ich Obfrau werden

wollen. Was mit hoher Zustimmung quittiert wird.

14


1 „Steckn, Stab und Stangl“ von Elfriede Jelinek. Die Aufführung

anlässlich des 5. Jahrestages des Attentats von Oberwart war die

einzige Inszenierung, welche die Autorin nach Etablierung der

ersten schwarz-blauen Koalition in Österreich genehmigte.

Regie: Angelika Messner

Auch Sie haben den für das OHO in den Neunzigerjahren

typischen Weg der Eigenproduktionen gewählt. Allerdings

setzten Sie offenbar weniger auf regionale Themen

mit überregionalem Gültigkeitsanspruch als vielmehr

auf bereits Bekanntes wie beispielsweise „Stecken, Stab

und Stangl“ von Elfriede Jelinek oder je eine Ur- und

Erstaufführung von Stücken ohne einen spezifischen

regionalen Bezug. War das nicht ein Ansatz, den auch

jedes Kulturzentrum wählen hätte können?

MICHAEL MUHR Es war für mich von vornherein klar, dass

das OHO seine Unverwechselbarkeit behalten musste. Die

Theaterproduktionen waren da ein starkes künstlerisches

Signal. Da ich vom Theater komme, habe ich dies immer

als Schwerpunkt des Hauses empfunden. Auf dem Weg zu

einem Kunst- und Kulturzentrum inhaltlich unterstützt

vom alten und neuen Vorstand habe ich diese Tradition

fortgesetzt. Um Ihre polemische Frage nach dem „spezifisch

regionalen Bezug“ zu beantworten: Das Stück von

Elfriede Jelinek wurde von der Autorin unter dem Eindruck

des Oberwarter Attentats auf vier Roma geschrieben. Der

Erfolg der Produktion, die in der ehemaligen Viehversteigerungshalle

OW stattfand, war auch ein Verdienst des jungen

Regietalents Angelika Messner, aus Oberwart gebürtig. Sie

übernahm auch die Uraufführung der „Unterflächen“ von

Gerhard Altmann, einem spannenden Dichter aus dem

Nordburgenland.

Sie haben einige Male im OHO inszeniert. Wie hat Ihr

Einstieg in dieses Haus als Regisseurin ausgesehen?

ANGELIKA MESSNER Meine erste größere Arbeit am OHO

war „Stecken, Stab und Stangl“ von Elfriede Jelinek im

Jahr 2000. Zwei Jahre davor hatte ich einen Solo-Abend

mit Daniela Graf über Brecht und die Frauen gemacht,

aber im Grunde war die Jelinek-Inszenierung der richtige

Einstieg. Es waren aufregende Zeiten damals. Die Autorin

hatte sämtliche Aufführungen ihrer Werke wegen der

schwarz-blauen Regierung verboten und wir waren damals

die einzige Produktion, die sie autorisierte. Die Location,

wir spielten in der Schweine-Versteigerungshalle, war beklemmend

und herausfordernd. Und die räumliche Nähe

zu den Inhalten des Stücks, es geht darin bekanntlich um

die Roma-Morde von Oberwart, gab dem Ganzen eine eigentümliche

Grundfarbe.

Die Buchwochen sind seit

2007 fixer Bestandteil im

Jahreszyklus des OHO.

stoße aber ziemlich bald auf eine breite Wand von Widerstand

oder Nichtbeachtung. Die Streitkultur ist wenig

entwickelt, übt man Kritik an Ideen der Gründungsväter,

wird man ganz schnell ausgegrenzt. Protektionen machen

auch vor dem OHO nicht halt. Und persönliche Animositäten.

Ich selbst bin eine Teamworkerin, was im eklatanten

Gegensatz zu den Ideen der Gründungsväter steht. Deren

Egos so stark ausgeprägt sind, dass ich nach zwei Jahren

das Weite suche. Leider muss ich heute sagen, dass meine

wesentliche Arbeit als Obfrau darin bestand, den neuen

Geschäftsführer loszuwerden, der mit Engagements von

auswärtigen Künstlern, die hervorragend waren, aber niemanden

interessierten, immer mehr Schulden anhäufte.

Die große Zäsur 1999 du hast vermutlich den besten

Überblick: Wie war die Situation des OHO nach dem

Abgang eines Großteils der „alten Garde“, die das erste

Jahrzehnt geprägt hatte?

WOLFGANG HORWATH Die Situation nach dem großen

Konflikt, bedingt durch Diskussionen über den Umbau

und über die Führung des Hauses im Sinne eines künstlerischen

Managements, kann man durchwegs mit einer

Scheidung im klassischen Sinne vergleichen. Es war der

Zerfall einer gewachsenen Erfolgsgeschichte, die in ihrem

Bestreben, noch besser, noch professioneller zu werden,

in der Umsetzung, an individuellen Begehrlichkeiten und

Unzulänglichkeiten letztlich gescheitert ist. Die einen wendeten

sich ab im Zorn und die anderen glaubten, alles

Der unvergessene Hans

Samer, Musiker-Legende

seit den wilden 60erretten

zu müssen. Man dachte, mit neuen Personen und

Jahren, gastierte in

engagiertem Programm die Fortsetzung bzw. sogar eine verschiedenen

Verbesserung bisheriger Erfolge zu erzwingen. Das konnte Formationen immer

nach einer derartigen Zäsur nicht gelingen, und noch we- wieder im OHO.

CHRISTA WAGNER Da auch ich von der Stadt komme, hat

das OHO nun eine Obfrau und einen Geschäftsführer, die

beide nicht wissen, dass auf dem Land die Uhren anders

ticken als in der Stadt. Besonders im künstlerischen Bereich.

Schon nach kurzer Zeit zeigt sich das Dilemma und

mir wird bewusst, wo ich stehe: eigentlich auf verlorenem

Posten. Mein Enthusiasmus ist anfangs groß, ich traue mir

zu, meine Ideen von weiblichen Sichtweisen einzubringen,

15


niger war es zu erzwingen. Es gab Wechsel im Vorstand,

in der Geschäftsführung und man versuchte mit wirklich

engagierten, anspruchsvollem Programm zu reüssieren.

Gute Theaterproduktionen, qualitative Ausstellungen und

tolle Konzerte reichten aber nicht. Es gelang nicht, nach

diesem Schleuderkurs in die Spur zu kommen. Es war auch

innerhalb des Unternehmens nicht möglich, ein kompaktes,

in sich schlüssiges, kreatives Gefüge zu erzeugen, das aber

so wichtig gewesen wäre, damit die Dinge auch erfolgreich

laufen. Es spießte sich einfach in zu vielen Bereichen, in der

Organisation, in der innerbetrieblichen Atmosphäre und

schlussendlich, ganz wesentlich, bei den Finanzen.

Ihr Engagement im OHO hat letztlich nicht länger als

zwei Jahre gedauert (bis Juni 2001). Die Akzeptanz des

OHO war danach auch nicht größer. Woran ist Ihr weiteres

Engagement gescheitert? Auch an der Struktur des

Hauses bzw. den Leuten, die diese Struktur prägten?

MICHAEL MUHR Es gab zwischen dem Vorstand und mir

nach einiger Zeit immer öfter Diskussionen um Kompetenzverteilung

und Gesamtverantwortung. Und meine

offensive, zukunftsorientierte Finanzpolitik wurde intern

immer mehr zu einem Streitpunkt.

Es hatte keinen Sinn mehr, zu kämpfen … Trotzdem sehe ich

meine Tätigkeit im Nachhinein als positiv. Von außen kommend

konnte ich eine Entwicklung anstoßen, die mit dazu beigetragen

hat, das OHO zu dem zu machen, was es heute ist.

Man konnte etwa zwischen 2000 und 2004 einen gewissen

Niedergang des Publikumsinteresses beobachten.

Das OHO war damals vermutlich in seiner bislang

schwierigsten Phase, die es auch an den Rand des Abgrunds

geführt hat. Worin bestanden die Gründe für

diese dramatische Entwicklung?

WOLFGANG HORWATH Ich würde es als die Folge einer

länger anhaltenden Talfahrt bezeichnen. So wie der Erfolg

langsam und stetig steigen kann, so langsam und kontinuierlich

gehen solche Zerfallsprozesse dem Tiefpunkt zu.

Der Zerfall zieht ebenso Kreise außerhalb des Hauses und

spaltet bzw. dezimiert das Publikum. So etwas schlägt sich

dann auch in der Anzahl der Mitglieder und deren Beiträgen

nieder. Vorstandsmitglieder springen ab.

Es gab Phasen, wo es mühsam war, gerade noch die gesetzliche

Mindestanzahl der Vorstandsmitglieder zu erreichen.

In solchen Situationen werden Sponsoren zurückhaltender,

die finanzielle Lage schlechter und die agierenden Personen

geraten mehr und mehr unter Druck. Unter Druck zu

agieren, bürgt nicht gerade für Erfolg.

So verblasst das Image des Erfolges und wandelt sich in

das des Verlierers. Engagiertes und qualitatives Programm

allein genügt nicht, um dem entgegenzusteuern und das

Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu lenken. Es braucht

mehr. Es braucht eben auch dieses verloren gegangene

innere Gefüge einer kreativen Kompaktheit und Überzeugung,

die in der Umsetzung nach außen strahlt.

CHRISTA WAGNER Es bedurfte eines längeren Prozesses

zu erkennen, dass künstlerische Projekte des OHO nur

mit Einbindung hiesiger Künstlerinnen und Künstler erfolgversprechend

sind. Und vielleicht war meine Zeit als

Obfrau der Beginn dieser Entwicklung. Es war nie leicht,

Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung für die Projekte und

künstlerischen Veranstaltungen zu gewinnen. Trotzdem

ist das OHO für kunstinteressierte Bürger zu einem Zentrum

geworden. Für die Allgemeinheit hat es seit eh und

je ein Nischendasein geführt und wird es auch weiterhin

führen. Kunst ist und bleibt nicht jedermanns Sache, daran

wird sich nichts ändern. Positiv ist anzumerken, dass

die Landesregierung eingesehen hat, dass man nicht nur

mainstreammäßige Projekte wie die Operettenbühne am

Neusiedlersee oder die Opernbühne in St. Margarethen

etc. fördern muss, sondern auch kleinere Häuser wie das

OHO mit seinen hochwertigen künstlerischen Projekten.

Du begleitest das Haus als Angestellter ja bereits seit

dem Jahr 1992. Wie war dein Einstieg ins OHO und was

hast du für dich selbst als deine vornehmlichen Aufgaben

bis 2004 erachtet.

ALFRED MASAL Ich wurde Anfang der Neunzigerjahre von

Peter Wagner zur technischen Mithilfe für die Theatereigenproduktion

„Ein leiser Abend über den Krieg“ ins OHO

geholt. Meine große Leidenschaft ist das Lichtdesign und

das Theater. Es ging immer darum, technische Mittel und

Abläufe zu verbessern, um bei Veranstaltungen und Inszenierungen

entsprechend ästhetisch gute Ergebnisse erzielen

zu können. Sehr bald war ich auch organisatorisch für die

veranstaltungstechnischen Belange des Hauses verantwort-

D.ID, die Tanzphilosophie von Liz King, Galionsfigur des Modern

Dance in Österreich, und Manfred Bisku, brachte nicht nur ein

neues Genre ins OHO, sondern auch die national viel beachteten,

jährlich stattfindenden „Burgenländischen Tanztage“.

Foto links: „Straight Fiction“ Tanztheater von Liz King, 2006.

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„Und jetzt" von Clemens Berger. Ein junges Paar hinterfragt die Hintergründe der neu bezogenen Wohnung in Oberwart.

Offenbar handelt es sich um 1938 arisiertes Eigentum. Die Schatten der Vergangenheit holen sie nach und nach ein. Ein

Theaterprojekt im Zuge der Reihe „Zone 38 - 70 Jahre Anschluss". Regie: Peter Wagner; Bühnenbild: Wolfgang Horwath

lich. Ich selbst habe dann nebenberuflich eine zweijährige

Ausbildung zum Licht- und Bühnenmeister absolviert.

Ab etwa 2000, jedenfalls aber nach der Zäsur 1999, die

im Wechsel der Leitung des OHO bestand, war eine

offenbar zunehmende Desorganisation im Haus bemerkbar,

die sich auch in einem eklatanten Publikumsschwund

manifestierte. Wie konnte das OHO so in die

Krise schlittern?

ALFRED MASAL Ich denke, das hatte mehrere Gründe. Einerseits

hatte das Weggehen von Horst Horvath innerhalb des

OHO und seiner Künstlergemeinschaft zu einer Spaltung

und einem Verlust der „innergemeinschaftlichen“ Solidarität

geführt. Andererseits sahen die neuen Geschäftsführer das

Haus eher losgelöst aus der Region und versuchten teilweise

auch ein breitenwirksameres Programm zu fahren. Die

letzte Geschäftsführung vor dem Wechsel 2004 hat sich

dann aus lauter Frustration in die innere Emigration begeben.

So bin ich letztlich in die Rolle der Geschäftsführung

gerutscht, da ich im Jahr 2003 immer mehr organisatorische

Agenden übertragen bekommen habe.

Sie waren ja schon im ersten OHO-Jahrzehnt aktiv, etwa

mit der Produktion des Films „Amen sam so amen sam“.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie 2004 in einer für das

OHO so schwierigen Zeit in den Vorstand gegangen sind?

HANS PANNER Zum Film: Erich Schneller (ORF) hat sich

gemeldet und angeboten, dass ich einen Dokumentarfilm

über die Burgenländischen Roma gestalten soll. Durch die

Freundschaft mit Horst Horvath hat es sich ergeben, dass

das OHO Mitproduzent wurde, der Film hätte theoretisch

auch mit anderen Partnern produziert werden können,

doch Horst und durch ihn das OHO waren die einzig richtigen.

Entstanden ist der Film „Amen sam so amen sam“

(Wir sind wer wir sind) 1993. 1995 wurde der Film nach dem

Bombenanschlag auf vier Oberwarter Bürger aktualisiert.

Frage Vorstand: 2004 war Eveline Rabold Obfrau des OHO.

Wie es dazu gekommen ist, dass ich ein Vorstandsmitglied

wurde, weiß ich nicht mehr. Vielleicht wurde ich angefragt.

Soweit die Erinnerung an diese Zeit zurückreicht, war die

Zusammenarbeit mit der Obfrau und den anderen Vorständen

durchwegs gut und konstruktiv.

2004 hast du mit Eveline Rabold als Obfrau die Agenden

des Geschäftsführers im OHO übernommen. Ein

schwieriger Auftrag, da wohl die ersten Monate vornehmlich

im Dialog mit Banken und Politik bestanden

haben, um das Haus noch irgendwie zu retten.

FILM-TIPP:

AMEN SAM

SO AMEN SAM

Mehr dazu auf

Seite 9

17


1 Seit 2004 gibt es im OHO die „Burgenländischen Filmtage“.

Reinhard Jud präsentierte neben Kurz- und Langfilmen des

heimischem Filmnachwuchses auch unbekannte, internationale

Kostbarkeiten. Foto: Filmtage 2007 Frank Hoffmann,

Alfred Masal und Reinhard Jud (v.l.n.r.)

2 Der international bekannte Künstler Peter Skubic beim Hängen

eines seiner spiegelnden Exponate. Ein von der ORF-Redakteurin

Michaela Frühstück erstelltes Feature wurde bei der Vernissage

eingespielt. Dieses Zusammenspiel folgte der im zweiten

Jahrzehnt des OHO etablierten Philosophie, bei Vernissagen zwei

KünsterInnen aus unterschiedlichen Genres zusammenzuspannen.

3 In „Die Charly & Pepi-Show“ von Peter Wagner (MItarbeit:

Emmerich Gärtner-Horvath, Josef Schmidt), die vermutlich

weltweit erste Roma-Sitcom, traten über zwanzig Roma des

Südburgenlandes als in ihrer Muttersprache spontan improvisierende

DarstellerInnen auf. Der Film wurde 2006 auch beim

6. Ethnographischen Filmfestival Berlin gezeigt.

1

2

Auf der einen Seite gab es die Forderungen der

Banken, auf der anderen Seite gab es einen (bis

vor kurzem) burgenländischen Kulturlandesrat -

an seinen Namen erinnere ich mich leider nicht

mehr - welcher bei einem „Sanierungstreffen“ auf

eine Frage oder einen Einwand meinerseits meinte:

„Ihr habt nichts zu fordern“!

Trotzdem ist die „Rettung“ geglückt, sehr viele MitstreiterInnen

haben mitgeholfen, sonst wäre der

Zug abgefahren, das OHO geschlossen wie der benachbarte

Bahnhof.

ALFRED MASAL Ja, es war ein

unglaublicher Ritt! Das Konto

des OHO war eingefroren.

Wir konnten im ersten Monat

nicht einmal die Löhne

für die mit mir verbliebenen

3 drei Angestellten bezahlen.

Ich hatte mich angeboten,

die Geschäftsführung zu übernehmen, nachdem ich zuvor

einen Finanzplan zusammengestellt hatte. Wir mussten ja

vor allem mit der Bank ums Überleben verhandeln. Das

Glück war, dass wir einen sehr starken Vorstand mit Christoph

Krutzler, Hans Panner und Eveline Rabold als Obfrau

hatten. Wir waren ein Spitzenverhandlungsteam, jeder auf

seine Art, wir sind uns nie bei Verhandlungen in den Rücken

gefallen. Dieses konsequente Vorgehen hat uns sehr schnell

eine gewisse Achtung verschafft. (Siehe dazu nähere Details

im Interview von Eveline Rabold ab Seite ...!)

Wie haben Sie diese Zeit erlebt und was waren die

dringlichsten Aufgaben, die zu erledigen waren?

HANS PANNER Es stand ein Verkauf vom OHO im Raum.

Treffen mit Bankdirektoren, Rechtsanwälten, Steuerberatern,

Politikern, etc. waren „Tagesgeschäft“.

War in dieser Zeit ein regulärer OHO-Betrieb

überhaupt möglich? Wie war das Gefühl, eher

Konkursverwalter als Programm- und Projektmacher

zu sein bzw. wie lebt es sich so am Abgrund?

Und gab es in dieser Zeit nicht doch auch bereits

einige Highlights (etwa die Roma-Wochen „Amen

dschijas Wir leben“ anlässlich des 10. Jahrestages des

Attentats von Oberwart)?

ALFRED MASAL Wir waren ja plötzlich nur noch drei Mitarbeiter.

Jeder hat die ersten paar Wochen alles gemacht,

wirklich alles. Einen großen Dank sei da unserem langjährigen

Mitarbeiter Herbert Polzhofer ausgesprochen, der in

einer unglaublichen Leistung in der Technik alle schweren

Arbeiten allein gemacht und mich dadurch freigespielt hat.

Da ich die Zahlen des Betriebes durchgerechnet und im

Kopf hatte (das ist übrigens bis heute so), waren für uns

die ersten Maßnahmen sehr klar. In unzähligen Telefonaten

vereinbarte ich Zahlungsaufschübe, deren Zielvereinbarungen

penibel einzuhalten waren. Die Bankverhandlungen

liefen über einen sogenannten „Sanierer“, der uns ordentlich

in die Mangel nahm, vor Untergriffigkeiten nicht zurückschreckte

und ständig versuchte uns zu einem Konkurs zu

bewegen. Ich erinnere mich, wie Evi wirklich einmal fast ihre

Gesichtsfarbe verlor, als er zu ihr sagte: „Typisch Frau, Sie

sagen ja gar nichts!“ Und das zu unserer wirklich toughen

Obfrau. Ein Sturm der Entrüstung!

Der größte Schrecken war dann aber ein Brief aus dem

Bundeskanzleramt, der drei Wochen nach der Aufnahme

meiner Geschäftstätigkeit im OHO einlangte. Der Brief kündigte

die Kürzung der Bundessubvention um zwei Drittel an.

18


Alarmstimmung! Die Sitzung bei der damaligen Leiterin der

Abteilung für Kulturinitiativen, Dr. Gabriele Kreidl-Kala, war

für Freitag um 11:00 Uhr anberaumt, um 13:30 Uhr haben

wir ihr Büro verlassen. So charmant waren wir noch nie.

Die Kürzung war dann moderat und die Freundschaft mit

der Frau Dr. bis zu ihrem viel zu frühen Tod eine bleibende.

Ich habe ja die Statistik für die letzten Jahre von 1999-2018

vervollständigen lassen und da sieht man, schon ab 2004 ist

es aufwärts gegangen. Für uns war klar: „back to the roots“

mit Kunstprojekten, mit Themen und Kunstschaffenden aus

der Region. Wir mussten die Künstlerinnen und Künstler

bitten, in diesem Jahr erst einmal ohne Gage mitzuarbeiten,

ganz entgegen meiner und unserer Grundidee, mit der wir

angetreten waren. So entstanden die Projekte „Identitäten

I Kultur des Erinnerns“ und mit „Identitäten II Den

Osten suchen zwischen Hamburg und Odessa Film im

Burgenland“ mit Hans Panner die ersten Filmtage im OHO.

Sie haben ganz entscheidende Programmschwerpunkte

entwickelt, die noch immer Eckpfeiler im Jahresprogramm

des OHO bilden nämlich die „Burgenländischen

Filmtage“ und die „Junge Kunst“. Aus welcher

Motivation heraus sind diese beiden Initiativen entstanden?

Was war Ihnen dabei wichtig?

HANS PANNER Anders als auf der OHO-Website angeführt

(OHO/Segmente/Film), war die Premiere der Filmtage „Zwischen

Hamburg und Odessa: Film im Burgenland, Burgenland

im Film“ schon am 4. und 5. Dezember 2004. (Wurde

mittlerweile auf der OHO-Website korrigiert, Anm.)

Mit „Junge Kunst“ wurde, wie schon der Name sagt, eine Veranstaltung

etabliert, um KünstlerInnen welche noch nicht

medial bekannt sind, eine Plattform zur Verfügung zu stellen,

um ihr Schaffen (erstmals) einer (breiten) Öffentlichkeit

zu präsentieren. Schon bei der Premiere 2004 waren ca. 20

KünstlerInnen aus unterschiedlichsten Sparten beteiligt

(Elektronik, bildende Kunst, Literatur, Film/Video).

Durch beide von mir initiierten Projekte wurden die Jahresprogramme

wesentlich erweitert, eine gewisse Routine

durchbrochen und Schwerpunkte auf Kunstformen und

Generationen gelenkt, welche bis dorthin zu wenig Beachtung

gefunden haben.

Das zur Frage von Motivation und Wichtigkeit.

Management als „Selbstläufer“ betrachtet werden und

nicht mit der gebotenen Vehemenz betreut werden.

Es ist euch vornehmlich Eveline Rabold, Hans Panner

und dir gelungen, das OHO wieder flott zu kriegen.

Ab etwa 2006 ist wieder so etwas wie eine eigene

OHO-Handschrift zu bemerken. Worin besteht diese

und was hast du selbst dazu beigetragen?

ALFRED MASAL Ich glaube, das begann schon 2004 und vor

allem 2005. Ach ja, 2005! Einen, den wir hier nicht erwähnt

haben, der aber enorm wichtig für die Zeit damals war,

ist natürlich Peter Wagner. Rücksichtlos auf seine Person,

so wie wir ihn kennen, hat er sich in dieser schwierigen

Situation eingebracht. Ich hatte mir sein Vertrauen in finanziellen,

organisatorischen und verwaltungstechnischen

Angelegenheiten mit der Theatereigenproduktion seines

Stücks „Wenn wir einmal Engel sind“ mit Christoph Krutzler

schon 2003 erarbeitet. Jetzt schien er plötzlich vor Kreativität

zu explodieren und seine Liebe zur Volksgruppe

der Roma und der Anlass des zehnjährigen Gedenkens an

dieses Attentat, dessen Folgen wir alle hautnah miterlebt

hatten, ließen ihn ein Projekt unglaublichen Ausmaßes

entwickeln. Zwei geballte Wochen mit 17 Veranstaltungen

Das preisgekrönte Stück „Wenn wir einmal Engel sind“ von

Peter Wagner bot dem aus Kemeten stammenden Schauspieler

Christoph F. Krutzler eine weitere Gelegenheit, als Solo-Darsteller

sein schauspielerisches Talent auszuspielen. Die OHO-Produktion

gastierte auch in Graz und Wien. Regie: Peter Wagner

Haben Sie diese beiden Programmpunkte nach wie vor

im Blickfeld Ihrer Beobachtung? Wie sind Sie mit deren

Entwicklung zufrieden?

HANS PANNER Die Filmtage besuche ich noch ab und an.

Dazu darf ich erwähnen, dass es die Filmtage ohne den

Kurator Reinhard Jud so nicht gäbe. Reinhard - burgenländischer

Regisseur, Drehbuchautor und profunder Kenner

des europäischen und internationalen Kinos hat die Filmtage

durch sein Wissen und seine Konzeption signifikant

geprägt.

Besucher könnte es mehr geben. Daran sollte intensiv gearbeitet

werden. Ich vermisse überzeugende und werbewirksame

Präsentationen auf Websites und sozialen Medien.

Es scheint, dass periodisch wiederkehrende Projekte vom

19


1 Ein Fixpunkt im OHO: „Junge Kunst“ versammelt den künstlerischen

Nachwuchs des Landes seit 2005. Das Format wurde von Hans Panner

vorgeschlagen und ist insbesondere für Alfred Masal seit Anbeginn seiner

Tätigkeit als Geschäftsführer des OHO ein Anliegen.

2 Flyermotiv zu „Junge Kunst“ 2005

3

3 Die Künstlerin Sabine Maier bei der Arbeit an der Installation „Von Besen

und Bürsten“ im Rahmen des OHO-Schwerpunktes „Zone 38 70 Jahre Anschluss“

an jener Stelle, an der jüdische Mitbürger aus Oberwart unmittelbar

nach dem Anschluss mit Bürsten den Gehsteig reinigen mussten. Das Ergebnis

der Aktion von Sabine Maier und Eveline Rabold siehe Foto auf Seite 28.

1

2

und ca. 20 Unterprojekten; Ausstellungen,

Theaterproduktionen,

Filme, Diskussionen, etc. sollten

nicht nur den Opfern des Attentats,

sondern auch der Volksgruppe

gerecht werden.

Uns ging es vor allem darum, dass eben eine Handschrift

sichtbar wurde, kein Veranstaltungsprogramm, das wie

Kraut und Rüben daherkam, sondern das in sich mit seinen

Programmschwerpunkten und Projekten eine Erzählung

darstellt. Das war auch eine der Grundüberlegungen, die

ich selbst mit eingebracht hatte.

Eveline Rabold hat dem OHO mit ihrer Agentur eine sichtbare

„Corporate Identity" verschafft, von der andere nur

träumen können. Hans Panner war wesentlich für die Mitentwicklung

der Programmschwerpunkte „Filmtage“ und

„Junge Kunst“ verantwortlich. Jürgen Pokorny nicht zu vergessen,

der mit mir und Katharina Tiwald die Buchwochen

ins Leben rief. Peter Wagner und burgenländische Autorinnen

und Autoren, z.B.: Clemens Berger, Stefan Horvath,

Katharina Tiwald uvm. forcierten die Theaterarbeit, unter

anderem mit Christoph Krutzler, Barbara Horvath oder Angelika

Messner. Das alles hat viele neue und vor allem auch

wieder junge Künstlerinnen und Künstler ins Haus gebracht.

Sie leben und arbeiten hauptsächlich in Wien. Was

waren (sind) die Herausforderungen einer Künstlerin,

wenn man in so einem Haus in der Provinz wie das

OHO eines ist Projekte realisiert?

SABINE MAIER Hm, künstlerisch zu arbeiten ist immer eine

Herausforderung, egal wo und mit wem man arbeitet. Ich

habe es immer sehr schön gefunden, für das OHO zu arbeiten,

weil dieses Haus einer „Idee“ Freiraum lässt. Auch

was die Umsetzung betrifft, gab es von Seiten des OHO

immer große Hilfestellungen. Einerseits weil das Haus

handwerkliche Hilfe anbietet, wenn etwas gebaut werden

soll, andererseits muss man sich als Künstler nicht selbst

um Genehmigungen kümmern. Auch bei technischen und

inszenatorischen Fragen gab es immer einen Ansprechpartner/-partnerin,

der/die sein Wissen zur Verfügung stellte.

Es gibt also eine effektive Zusammenarbeit von Seiten der

Künstler mit den Organisatoren. Das ist etwas ganz Großartiges

und Freudvolles, weil dadurch eine tatsächliche Zusammenarbeit

entsteht, ein gemeinsames Werk sozusagen.

Gibt es für Sie, die Sie ja auch andere Häuser und Initiativen

kennen, so etwas wie einen speziellen OHO-Spirit

und wenn ja, worin besteht er?

ANGELIKA MESSNER Wenn man so lange mit einem Haus

verbunden ist wie ich mit dem OHO, dann spürt man natürlich

einen besonderen Spirit und auch eine Nähe zu

20


denen, die den Betrieb halten. Denn man weiß ja, wie hart

das Geschäft, wie knapp kalkuliert die Produktionen und

wie gering im Grunde die finanziellen Mittel sind. Und doch

wird ganz viel Tolles auf die Beine gestellt. Das ist für mich

ein großer Teil dieses Geistes. Und ich kann nur aus meiner

letzten Arbeit am Haus bestätigen (Regie zu „Talkshow

1933“, Anm.), dass das auch meine Schauspielerinnen und

Schauspieler, die ja zum Teil aus Wien kamen und wirklich

schon viele verschiedene Bühnen gesehen habe, bestätigten.

Die burgenländische Gastfreundschaft, die ja an

sich sprichwörtlich ist, kommt im OHO stark zum Tragen.

Alle haben sich liebevoll aufgenommen gefühlt und das

Engagement, das vorhanden ist, sehr geschätzt.

Was ist das besondere daran, Uraufführungen zu inszenieren

erst recht in der Provinz, die ja nicht automatisch

mit professionellem Theater in Zusammenhang

gebracht wird?

ANGELIKA MESSNER Uraufführungen sind immer spannend,

weil man nicht weiß, was rauskommen wird. Man macht

sich auf den Weg, mit nur einer Ahnung und einem Instinkt

im Gepäck, und marschiert einfach los. Wenn es noch einen

räumlichen, einen historischen oder politischen Bezug hat,

umso besser. Ich mache Theater, um Menschen aufzurütteln

und gesellschaftlich Stellung zu beziehen. In diesem

Sinn sind Uraufführungen immer etwas ganz Besonderes.

Sie haben im Zuge Ihrer Arbeiten viel im öffentlichen

Raum gemacht. Wie war generell die Resonanz des

Oberwarter Publikums auf Ihre Arbeiten?

SABINE MAIER Durchgehend positiv. Schön ist immer auch,

dass von Seiten des Publikums Fragen gestellt werden und

Gespräche entstehen. Da werden Geschichten erzählt, die,

angeregt durch die Kunstwerke, in den Köpfen der Menschen

wieder erwacht sind. Einige Menschen haben auch ihre Mithilfe

in der Form angeboten, dass sie beispielsweise beim

Aufbau im öffentlichen Raum Essen und Trinken gebracht

oder uns Künstler zu sich nach Hause eingeladen haben.

Was würden Sie als Highlight Ihrer Arbeit im OHO bezeichnen?

SABINE MAIER „Dunkelschwarz Das Fremde am Beispiel

Afrikas“, ein Projekt, das ich anlässlich der Fußballweltmeisterschaft

2008 in Südafrika betreute. „Von Besen und Bürsten“

entstand, in Kooperation mit Eveline Rabold und mit

der damaligen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer

als Eröffnungsrednerin, im Stadtpark Oberwart anlässlich

der Erinnerung an 70 Jahre Anschluss und das Schicksal der

Oberwarter Juden. Und ein Jahr später bearbeiteten Eveline

Rabold und ich erneut den Stadtpark mit der Installation

„Haydn in der Wart“.

Anmerkungen, Kommentare und Hinweise, die aus

Ihrer Sicht in diesem Interview unbedingt Erwähnung

finden sollten?

HANS PANNER Was bleibt noch zu sagen? Durch die gewachsene

Distanz bleiben hauptsächlich Erinnerungen an

ein OHO der 80er und 90er Jahre. Horst Horvath war ein

„Ermöglicher“. Wie am Fließband wurden Projekte verwirklicht.

Natürlich ist die damalige Förderkultur nicht mit der

heutigen zu vergleichen, doch die Dynamik des „sogenannten

Arbeitsmarktbetreuers“ war eine Wucht. Theaterstücke

wie „Grenzgänger…“, „Burgenland eine Farce“, oder „Ein

leiser Abend gegen den Krieg“ u.a. (bei genannten Stücken

habe ich mitgearbeitet), geschaffen und verwirklicht wurden

sie von Peter Wagner, haben mit einer berauschenden

Geschwindigkeit eine „Marke OHO“ in die burgenländische

Kulturlandschaft gestanzt, die ihresgleichen sucht. Wagner

gebührt Anerkennung und Lob für sein „Lebenswerk“.

Allerdings fehlt dem OHO eine qualifizierte Zweit- (Dritt-)

Generationsführungsstruktur, es benötigt Erneuerung und

einen „Tapetenwechsel“. Vielleicht sollten sich einige Akteure

mit der „Kunst des Loslassens“ beschäftigen.

Mit einem leicht abgeänderten Zitat von Steve Jobs, meine

Wünsche ans OHO: „Bleib hungrig, bleib tollkühn.“

Wie würdest du dieses zweite OHO-Jahrzehnt charakterisieren?

WOLFGANG HORWATH Es hat in diesem zweiten Dezennium

das Pendel in die Gegenrichtung ausgeschlagen.

Ausgelöst durch den Prozess von Veränderungen, die als

ein durchaus normaler Vorgang im Leben zu betrachten

sind, gekoppelt an die Frage der Bewältigung einem Prinzip

von „auf und ab“ folgend.

Das Haus hat nach der Krise rund um die Jahre 2003-

2006 einen neuen Anlauf genommen. Und das, wie man

sieht, durchaus erfolgreich. Wie war solch ein Kraftakt

möglich?

WOLFAGNG HORWATH Diesen Kraftakt würde ich als das

ernsthafte Bemühen jener Personen, in und rund um das

Haus bezeichnen, die von dem Gedanken beseelt waren,

dass dieses OHO nicht untergehen darf. Wenn das zu einem

Zeitpunkt geschieht, wo es in der Talfahrt nicht mehr

tiefer geht, also der absolute Tiefpunkt erreicht ist, und

der war erreicht, dann ist auch der Weg nach oben wieder

möglich.

Der Tiefpunkt war ein Höchststand der Schulden, ein Zerfall

des Managements und der innerbetrieblichen Struktur.

Mit Unterstützung des Landes ist es gelungen, die finanzielle

Talfahrt zu stoppen und behutsam wieder konstruktive

Schritte zu setzen. Programmatisch hat man auf die Anfänge

des Erfolges in den Neunzigerjahren gesetzt und dem

Aspekt der Eigenproduktionen wieder mehr Raum gegeben.

Das Festhalten am zeitgenössischen Kunstgeschehen und

die erklärte Absicht, das OHO als ein „Haus der Kunst“ zu

definieren, gehört zu jenen Schritten, die wieder einen ansteigenden

Erfolgskurs ermöglichten. Bestätigung diesbezüglich

erfährt man vom Publikum, den Anerkennungen der

Subventionsgeber und Verleihung diverser Preise. Das wieder

hat eine Rückbezüglichkeit auf die, von mir oft zitierte,

Kompaktheit eines inneren Gefüges, das nach außen wirkt.

21


VERANSTALTUNGEN

UND SCHWERPUNKTE

IM OHO VON 1999 BIS 2008

SCHWERPUNKTE

1. Gruppenausstellung „Kunstmeile OHO“

2. 10-Jahresfeier zur Anerkennung der

Roma als Volksgruppe Musiktheaterstück

„Budco“ Theatergastspiel des

Theaters im Ammerlinghaus

3. „Adi Gusch“ Film von Peter Wagner,

mit Christoph F. Krutzler

OHO 1999

25 Konzerte, Festivals

7 Kabaretts

7 Ausstellungen

2 Kinderveranstaltungen

4 Lesungen, Buchpräsentationen

8 Theatervorstellungen

9 Diskussionen, Vorträge

4 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Themenausstellung „Macht und

Ohnmacht der Frauen“ Christa und

Annelie Wagner

2. Performance „Aus einem anderen Land“

mit Bildern, Texten und Schnäpsen aus

Rumänien Erich Schneller, Anton Burits

3. Theatereigenproduktion „Phaeton“ zur

Sonnenfinsternis am 12.9. mit Barbara Horvath

4. Theatereigenproduktion „Das Herz eines

Boxers“ Inszenierung eines ausgezeichneten

Jugendtheaterstücks von Lutz Hübner

OHO 2000

32 Konzerte, Festivals

8 Kabaretts

6 Ausstellungen

2 Kinderveranstaltungen

4 Lesungen, Buchpräsentationen

12 Theatervorstellungen

8 Diskussionen, Vorträge

7 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Theatereigenproduktion „Stecken, Stab

und Stangl“ von Elfriede Jelinek, inszeniert

von Angelika Messner

2. „Skate Music Mania“ Festival mit Gruppen

wie u.a. Madball, Agnostic Front etc.

3. Burgenländische Schultheaterwoche mit

6 Schultheaterstücken

4. Theatereigenproduktion „Unterflächen“

von Gerhard Altmann, Inszenierung

Angelika Messner

OHO 2001

28 Konzerte, Festivals

7 Kabaretts

7 Ausstellungen

1 Lesungen, Buchpräsentationen

7 Theatervorstellungen

1 Diskussionen, Vorträge

3 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Projekt „Transformationen“ mit einer

Themenausstellung „Gewalt und

Missbrauch“ Christa Wagner und Christiane

Höller und einem Theatergastspiel von

Helga Grausam „Madam Mikadao“

2. „Cool“ Ein spezielles Musicalgastspiel

im Messegelände Oberwart eine

Produktion der Münchner Westendopera

mit sozial gefährdeten Jugendlichen

3. Erste Tanztheaterperformances im OHO

u.a. mit der Willi Dorner Company und

Birte Brudermann

OHO 2002

20 Konzerte, Festivals

2 Kabaretts

6 Ausstellungen

1 Lesungen, Buchpräsentationen

4 Theatervorstellungen

1 Diskussionen, Vorträge

8 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Großausstellung zum Thema Frauen in

der Kunst „Weibsbilder“ Helga Falb,

Shobha Hamann, Magdalena Machek,

Ulrike Tamul, Christa Wagner

2. Theatereigenproduktion „Wenn wir einmal

Engel sind“ über den jugendlichen Mörder

von Zöbern mit Christoph F. Krutzler,

Stück und Inszenierung Peter Wagner.

Uraufgeführt im OHO Gastspiele in

Diskotheken in Wien, Steiermark und

Nordburgenland

OHO 2003

15 Konzerte, Festivals

4 Kabaretts

6 Ausstellungen

1 Filme, Filmfestivals

1 Lesungen, Buchpräsentationen

1 Theatervorstellungen

1 Diskussionen, Vorträge

1 Partys, Feste

2 Workshops

OHO 2004

12 Konzerte, Festivals

1 Kabarett

5 Filme, Filmfestivals

3 Ausstellungen

3 Lesungen, Buchpräsentationen

2 Diskussionen, Vorträge

5 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Ein Fest für Frauen zum internationalen

Frauentag

2. NNC Orchesterzyklus mit drei zeitgenössischen

Orchesterkonzerten „Elegy to

the memory of Lou Harrison” mit Michel

Lysigt / „Concert for clarinet and

orchestra” mit Shinuh Lee / Szenen für

elektrische Gitarre und Kammerorchester

mit Stefan Heckel

3. „Identitäten I“ Projekt zur Kultur des

Erinnerns / Ausstellung und Diskussion

„... eine derartige Tafel zu errichten“ mit

statistischen Rechercheergebnissen

zu den Opfern und Überlebenden des NS-

Terrorregimes und der Präsentation einer

Gedenktafel für die Gemeinde Kemeten

gestaltet von Hans Wetzelsdorfer die

von der Gemeinde nie angenommen

wurde. / Buchvorstellung „Vertrieben

Erinnerungen bgld. Juden und Jüdinnen“

der Burgenländischen Forschungsgesellschaft

mit Gert Tschögl und Alfred

Lang / Lesung „Erinnern“ u.a. mit Stefan

Horvath und Doris Mayer / Konzert

„A tribute to swing“ mit Harri Stojka

4. „Identitäten II“ die ersten Filmtage

im OHO konzipiert von Hans Panner,

kuratiert von Reinhard Jud u.a

mit den Filmen „Himmel und Hölle“ von

Wolfgang Murenberger, „Totstellen“

von Axel Corti, „Das falsche Gewicht“ von

Bernhard Wicki / Diskussion „Die Poesie

der Leere Schauplatz Burgenland“

OHO 2005

25 Konzerte, Festivals

4 Kabaretts

8 Filme, Filmfestivals

5 Ausstellungen

6 Lesungen, Buchpräsentationen

4 Theatervorstellungen

7 Diskussionen, Vorträge

18 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. „Roma / Wochen / Oberwart 2005: Amen

dschijas Wir leben!“ eine von Peter

Wagner konzipierte Veranstaltungsreihe

mit über 17 Veranstaltungen in 14 Tagen

unter der Beteiligung von mehr als 100

KünstlerInnen und Mitwirkenden u.a.

Ausstellungen:

• Ein Güterweg und eine Fracht:

Geschichtliche Aspekte der Oberwarter

Roma unter Berücksichtigung des

Täter-Zuschauer-Opfer-Verhältnisses.

Gestaltung: Andreas Lehner

• Seelen suchen: Ein Versuch über das

Unsichtbare / Schulprojekt

22


Filme:

• 15 Jahre ORF-Roma-Berichterstattung

im Zeitraffer. Gestaltung: Hans Panner

• Roma-Sitcom „Die Charly & Pepi-Show:

Die 10 wichtigsten Dinge im Leben der

Burgenland-Roma“. Gestaltung:

Emmerich Gärtner-Horvath, Josef Horvath,

Peter Wagner (Idee und Regie)

• Seelen suchen Filmische Dokumentation

des Schulprojektes: Herbert Kopitar

• Servus Chef Über untergegangene und

noch vorhandene Professionen der

Burgenland-Roma. Dokumentarfilm von

Tina Nardai und Michaela Frühstück

• Portscha und Bohnensterz Ein kleiner

Blick in die Kochtöpfe der Roma des

Südburgenlandes. Dokumentarfilm

von Max Leimstättner

• Filmnachmittag und -abend:

Österreichische Filme über Roma

Konzerte:

• Statements II / Chor- und Orchesterkonzert

mit Kompositionen von Ferry

Janoska, Gerhard Krammer, Kamil

Polak, Gottfried Sattler (nach einem

Text von Stefan Horvath), Franz Zebinger

• Statements III: in Memoriam Peter

Sarközi, Josef Simon, Erwin Horvath und

Karl Horvath

• Gemeinsames Konzert von Roma- und

Nicht-Roma-Musikern aus dem Raum

Oberwart

Diskussionen, Lesungen:

• Statements IV: Die leise Spur des

anderen Wortes mit Jovan Nikolić, Ceija

Stojka, Ilija Jovanovics,


Stefan Horvath,

Harri Stojka

• VII. Österreichischer Volksgruppenkongress,Veranstalter:

Österreichisches

Volksgruppenzentrum, Stadtgemeinde

Oberwart und Vereine der Roma

• Diskussion über arbeitsmarktpolitische

Perspektiven für Roma

• Szenische Lesung: Der vorgedachte

Holocaust von der Bürgermeisterkonferenz

in Oberwart über Portschys

Denkschrift „Die Zigeunerfrage“ bis zur

Deportation der Roma

Theatereigenproduktionen:

• „Begegnung zwischen einem Engel und

einem Zigeuner“ von Stefan Horvath

und „Gatsch“ von Clemens Berger,

Regie Angelika Messner, mit Christoph

F. Krutzler und Suzanna Vukalic,

Bühnenbild Wolfgang Horwath

Sonstiges:

• Roma-Konferenzraum Meldungen zur

aktuellen Lage der Roma in Europa

• Roma-Café betrieben vom Arbeitsprojekt

der Caritas Diözese Eisenstadt

„MRI BUTI Meine Arbeit“

2. Veranstaltungsreihe „Potenz; die,

weiblich:“ Ausstellungen mit Evelyn

Felber, Kathrin Kaiser, Eveline Rabold,

Sabine Maier, Julia Hausberger, Petra

Zimmermann, Isa Nemeth; Lesung mit

Doris Mayer, Helene Flöss-Unger, Daniela

Graf; Filme von Christa Wagner, Tina

Nardai und Michaela Frühstück; Diskussion

„Jede Frau ist eine potenzielle Mutter“;

Konzert mit SV Damenkrat, Lada Taiga,

Pantskirt

3. Pannonische Gespräche Diskussionsreihe

4. Konzertreihe „Nichts als Blech“

5. 25 Jahre Jugendhaus Ausstellung und Fest

6. Junge Kunst im OHO

OHO 2006

31 Konzerte, Festivals

3 Kabaretts

15 Filme, Filmfestivals

8 Ausstellungen

4 Lesungen, Buchpräsentationen

4 Theatervorstellungen

7 Diskussionen, Vorträge

13 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Theatereigenproduktion „Dorf. Interrupted“

von Katharina Tiwald, inszeniert von Peter

Wagner mit für dieses Projekt angestellten

damals arbeitslosen Mitmenschen

2. Die ersten burgenländische Tanzwochen

im OHO eine Kooperation mit Liz King

und D.ID

3. Berufsmesse für Mädchen „Fall mal aus

der Rolle“

4. DJ-Partyprojekt „Wohnzimmer“

5. Ausstellungprojekt im Oberwarter

Stadtpark „Fort/schritt/zurück“

6. Junge Kunst im OHO

7. Burgenländische Filmtage „Borderline85“

vier Tage Kurz- und Langfilmprogramm

kuratiert von Hans Panner und Reinhard Jud

OHO 2007

23 Konzerte, Festivals

2 Kabaretts

4 Filme, Filmfestivals

7 Ausstellungen

2 Kinderveranstaltungen

5 Lesungen, Buchpräsentationen

9 Theatervorstellungen

3 Diskussionen, Vorträge

5 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Theatereigenproduktion „Messe für Eine“

von und mit Katharina Tiwald Inszenierung

und Bühne Peter Wagner, Musik Rainer

Paul

2. Burgenländische Tanzwochen im OHO,

Eisenstadt und Gols Kooperation mit Liz

King und D.ID

Orchesterkonzert im Rahmen der

OHO-Reihe „Zone 38 70 Jahre

Anschluss“ mit der Uraufführung

„atme österreich“ des wenige

Monate davor verstorbenen

Komponisten und langjährigen

OHO-Aktivisten Wolfgang R. Kubizek

3. Junge Kunst im OHO

4. Tanztheatereigenproduktion von Liz King

in Kooperation mit dem OHO „One Star

Hotel“ mit Anna Tenta, Liz King, Eveline

Rabold, Herbert Kopitar, Pascal Holper

5. Schwerpunkt „Masken / Realitäten im

Graubereich“ mit einer Ausstellung im

virtuellen Raum zum Thema „First Life /

Second life“ konzipiert von Alfred Masal,

Diskussion mit dem Autor und Philosoph

Camile de Toledo, Schulprojekt und

Ausstellung „Supervice CCTV“ von Herbert

Kopitar und Kathrin Kaiser

6. Die ersten Buchwochen im OHO im

Rahmen von Österreich liest mit vier

Lesungen und einer Diskussion

7. Burgenländische Filmtage Borderline

Der politische Film im Osten

OHO 2008

29 Konzerte, Festivals

3 Kabaretts

4 Filme, Filmfestivals

6 Ausstellungen

9 Lesungen, Buchpräsentationen

13 Theatervorstellungen

1 Diskussion, Vortrag

6 Partys, Feste

SCHWERPUNKTE

1. Projekt „Zone 38 70 Jahre Anschluss“ mit

folgenden Veranstaltungen

• „PFLÖCKE / Korridor“ Installation von

Peter Wagner beim Anschlussdenkmal

in Oberschützen

• Multimediale Ausstellung „Von Bürsten

und Besen“ von Eveline Rabold und

Sabine Maier im Kulturpark Oberwart

• Historische Ausstellung „Ich hätte viel

zu erzählen, aber dazu sage ich nichts ...“

von Ursula Mindler und Wolfgang

Horwath im Rathaus in Oberwart

• Orchesterkonzert „Atme Österreich“

mit Auftragswerken von Tzvi Avni

(Israel), Kamil Polak (Slowenien),

Wolfgang R. Kubizek (Österreich) und

Christoph Cech (Österreich)

• Theatereigenproduktion „Und Jetzt“

von Clemens Berger Inszenierung

Peter Wagner, Bühnenbild Wolfgang

Horwath; Mitwirkende: Tania Golden,

Christian Graf, Eveline Rabold, Anna

Hein, Nora Elberfeld, Zoltan Dani,

Serkan Bozkurt; Choreografie: Anna Hein

2. Burgenländische Tanztage im OHO

Kooperation mit Liz King und D.ID

3. Junge Kunst im OHO

4. OHO-Buchwochen mit Lesungen u.a. von

Marlene Streeruwitz , Diskussionen

5. Filmtage „Borderline Zone08“ Filme

thematisch kuratiert zum

Schwerpunkt „Zone 38“

23


BORDERLINE 2019

THEATER

FILMTAGE

Foto: Günter Jagoutz

Do., 25.4.

19:30 Uhr

DIESELKINO OBERWART

BORDERLINE 2019 * THEATER-FILMTAGE

Eröffnung

20:00 Uhr

„RATTENSTURM. ANGRIFF AUF EIN

SINKENDES. EINE KRIEGSOPER“

Filmische Aufzeichnung einer

Opernproduktion von Peter Wagner

und Erling Wold (USA)

Eintritt: € 7,50

Peter Wagners unermüdliche Arbeit, Theaterproduktionen auch

filmisch perfekt festzuhalten, umfasst einiges an Theateraufzeichnungen,

Trailern und Theaterausschnitten. Damit dokumentiert er

sein eigenes Theaterschaffen und einen Teil der 45 Theatereigenproduktionen,

bei denen das OHO in Eigenregie oder als mitproduzierender

Kooperationspartner beteiligt war. Die Feierlichkeiten

des OHO sind nun ein guter Augenblick, einige dieser „Gustostückerl“

in Ausschnitten, im speziell eingerichteten Kinoclub des

OHO, zu zeigen und gleichzeitig damit die Arbeit des Schauspielers

Christoph Krutzler zu präsentieren und zu würdigen.

RATTENSTURM: 100 MINUTEN EIN TROMMELWIRBEL

IN SPRACHE, FARBE UND MUSIK UNVERGESSLICH.

Als Ergänzung dazu zeigen wir zwei Produktionen, die mit dem

OHO nichts oder nur peripher zu tun haben. Einmal bieten wir die

Möglichkeit, sich die von Peter Wagner genial in Szene gesetzte

Opern-Aufzeichnung „Rattensturm. Angriff auf ein Sinkendes. Eine

Kriegsoper“ im Dieselkino im Großformat zu Gemüte zu führen.

Das Libretto dieser Oper, welches sich um den ersten Weltkrieg

dreht, stammt von Wagner selbst. Der US-amerikanische Komponist

Erling Wold hat es vertont. Die Inszenierung 2018 im Klagenfurter

Ensemble erntete begeisterte Kritiken.

Zum anderen möchten wir unserem Theaterpublikum eine Produktion

aus dem Globe Wien im gemütlichen Dieselkino vorstellen:

„Die unglaubliche Tragödie von Richard III“, eine Komödie von

Michael Niavarani. Wenn wir bedenken, dass das Globe Wien von

M. Niavarani und der Agentur Hoanzl gemeinsam betrieben wird,

schließt sich mit Georg Hoanzl, der in den Anfängen des OHO

einmal Geschäftsführer war, wieder der Kreis.

24


DIE UNGLAUBLICHE TRAGÖDIE VON RICHARD III

do., 25.4.

20:00 Uhr * DIESELKINO

„RATTENSTURM. ANGRIFF

AUF EIN SINKENDES.

EINE KRIEGSOPER“

Filmisch gestaltete Aufzeichnung einer

Oper von Peter Wagner (Libretto)

und Erling Wold (Musik / USA)

Eintritt: € 7,50

100 Minuten / Österreich

Aufzeichnung einer Produktion des

Klagenfurter Ensembles 2018

Mitwirkende: Sebastian Brummer,

Martin Ganthaler, Michaela Khom,

Angie Mautz, Marilene Novak,

Michael Uhlir, Nadine Zeintl

Bühnenbemalung: Manfred Bockelmann

Kostüm: Markus Kuscher

Musikalische Leitung: Alexei Kornienko

und Elena Denisova

Orchester: Collegium Musicum Carinthia

Inszenierung, Bühnen-, Video- und

Lichtkonzepte: Peter Wagner

Produktionsleitung: David Guttner

So unaufgeregt die Minimal Music des

Amerikaners ein weiches, sakral behaftetes,

von Trommelwirbel, Lebensdurst und

tiefer Trauer durchpulstes „Leichentuch“

über den Todeskampf von Schiff und Völkern

legt, während Elena Denisovas Geigenklagen

die versunkene Hoffnung beweint,

so virtuos entfacht Regisseur und Librettist

Peter Wagner einen naturgewaltigen „Rattensturm“.

Besagter bläst mit grandiosem Sänger-Ensemble

und perfekt getimtem, virtuellem

Fotos: Jan Frankl

Chor zum orchestrierten „Angriff auf ein

Sinkendes“ und tritt im Schiffsbauch von

Manfred Bockelmanns Riesenbühne der

Bestie Krieg raum- und geistfüllend entgegen.

„Der Krieg beginnt bei der Sprache“,

sagt Wagner und macht die Sprache (einmal

mehr) zu seiner schärfsten Waffe: Zitate

von „Kriegern“, Philosophen, Künstlern

und Literaten fließen in sein Libretto mit

ein und entlarven als „Propaganda“-Parolen

das Kriegshandwerk als menschenverachtendes

Allmachtsspiel, das keine Sieger

kennt. Parallel dazu verschränkt sich die

historische Tragödie der Szent István zur

universellen Metapher des Scheiterns, das

Angie Mautz als Erzählerin ebenso brillant

trägt wie alle Beteiligten. Nach knapp zwei

Stunden bleibt die Erkenntnis, dass dieser

bejubelte „Rattensturm“ etwas Großes ist,

das weit über die Landesgrenzen zu strahlen

vermag. Ein Muss!

Irina Lino, Neue Kronenzeitung, 15. Juni 2018

It is still very early in the year, but there is a

good chance that the most significant opera

event of this year may only be experienced

by virtue of a film that was screened

last night at the Little Roxie. … Fortunately,

Wagner had the responsibility for staging

the production; and, working with a minimum

of visual resources, he successfully

conveyed all of the action that unfolds.

Stephen Smoliar, The Rehearsal Studio,

San Francisco, February 19, 2019

Do., 2.5.

19:30 Uhr * DIESELKINO

„DIE UNGLAUBLICHE

TRAGÖDIE VON RICHARD III“

Eine Aufzeichnung aus dem Globe

Wien, bei der uns Michael Niavarani

das Lachen lehrt.

Eintritt: € 7,50

Mitwirkende: Michael Niavarani,

Hemma Clementi, Eva Maria Frank,

Susanne Preissl, Pia Strauss, Stefan

Altenhofer, Jakob Elsenwenger, Georg

Leskovich, Bernhard Murg, Michael Pink,

Oliver Rosskopf, Manuel Witting u.a.

Regie: Vicki Schubert

Was tun, wenn man unbeabsichtigt in politische

Intrigen gerät, noch dazu im England

des 15. Jahrhunderts? Für Gott und den

König aber gegen die eigene Moral? Da

bleibt nur die Wahl zwischen erfolgreicher

Karriere mit einem Monster als Chef oder

die Hinrichtung. Da heißt es: nur nicht den

Kopf verlieren!

Richard, Earl of Gloucester (Michael Pink)

will König werden. Und wie bis heute üblich,

wird der Kampf um die Macht auf dem Buckel

der einfachen Leute ausgetragen. Willi-

25


THEATER-

FILMTAGE

am Forrest (Michael Niavarani) und Fredrick

Dighton (Bernhard Murg), ein Schuster und

ein Koch, sollen dem skrupellosen, machtgierigen

Richard zum Erfolg verhelfen. Kaum

wurden die zwei mittellosen Lebemänner

von Richard angeheuert, stehen sie auch

schon im Tower von London und für Forrest

und Dighton beginnt ein Abenteuer, von

dem sie niemals zu träumen gewagt hätten.

CHRISTOPH F. KRUTZLER IN „ADI GUSCH!“

An diesem Abend garantieren wir: mehrere

Morde. Folter. Eine Hure. Zwei kleine

Prinzen im Tower. Einen Heiratsantrag.

Eine alte, grantige Königin. Viel englischen

Wein. Einige Biere. Eine feuchte Pflaume.

Eine verzweifelte Flucht. Ein Stück trockenes

Brot. Eine Krönung samt Hymne. Eine

Schlacht bei Bosworth. Echtes Theaterblut.

Einen abgeschnittenen Kopf. Ein Gebet

zu Gott, dem Herrn. Einige gut gekleidete

Edelleute. Dreckige Fingernägel. Und eine

Liebeserklärung an die Freundschaft.

CHRISTOPH F. KRUTZLER ALS JUGENDLICHER

AMOKLÄUFER IN „WENN WIR EINMAL ENGEL SIND“

sa., 4.5.

20:00 Uhr

KINOCLUB IM OHO

CHRISTOPH F. KRUTZLER IM

OFFENEN HAUS OBERWART

Eine Replik auf die Arbeit des Schauspielers

in Theatereigenproduktionen

und Filmen im Umkreis des OHO

Eintritt frei

Filmausschnitte aus Produktionen, die

großteils vom OHO initiiert wurden:

„Wenn wir einmal Engel sind“, „Gatsch“,

„Begegnung mit einem Engel“ sowie der

ThIB-Produktion „Kein Funken Land“;

Ausschnitte aus den Filmen „Hugo

Hugo“ und „Die Eiserne Grenze“.

Spielfilmpräsentation: „Adi Gusch“ nach

einem Theaterstück von Peter Wagner

Christoph F. Krutzler begleitete das OHO,

vor seinem Umzug nach und dem Start einer

österreichweiten Karriere in Wien, viele

Jahre in verschiedenen Rollen wie könnte

es anders sein. Krutzler spielte in verschiedenen

Theater- und Filmproduktionen mit,

bei denen das Offene Haus Oberwart mittelbar

und unmittelbar beteiligt war. Wir

zeigen zahlreiche spannende Ausschnitte

aus diesen Produktionen und schließlich

den Theaterspielfilm „Adi Gusch!“ ein

Theaterstück, das Peter Wagner im besten

Sinne des Wortes als Filmdrama und

filmische Auflösung eines Theaterstücks

am Csaterberg gedreht hat.

Nicht nur die Arbeit von Christoph F. Krutzler,

der einmal Vorstandsmitglied des OHO

war, wird hiermit gewürdigt, sondern auch

die Theaterarbeit des OHO, welche in die

Anfänge des Hauses zurückreicht.

Lassen Sie sich von den weit zurückliegenden

Sequenzen überraschen und von

Christoph F. Krutzler im Interview mit

Wolfgang Millendorfer erzählen, was Theaterarbeit

im OHO schon damals für eine

immense Bedeutung hatte.

26


Die Ausstellung ist von 4.5. bis

zum 11.5.2019 zu besichtigen

von Montag bis Freitag zwischen

9:00 Uhr und 16:00 Uhr, vor

Veranstaltungen und nach

Vereinbarung.

do., 9.5.

Fr., 3.5.

19:30 Uhr

TOM PLATZER „MENSCHEN AUF DER FLUCHT“

Vernissage der Foto-Ausstellung

Jedes Bild in den Medien ist eine Inszenierung. Das Fotoprojekt

„Menschen auf der Flucht“ versteht sich als Gegenpol zu den Bildern,

die ausschließlich das Leid und Elend der Flüchtlinge darstellen.

Gerade das Fremde kann jedoch ebenso reizvoll wie bedrohlich

wirken. Dieselbe Person kann als glänzender Star oder als hilfsbedürftiges

Opfer erscheinen. Welche Wahrheit wollen wir sehen?

Die Fotos des international anerkannten Pressefotografen Tom

Platzer sind mit Unterstützung der Designerin Imma Baumgartner

(Fashion Label time4africa) entstanden. Die insgesamt sieben Personen,

die sich zu diesem Zeitpunkt in Traiskirchen aufhielten, wurden

zufällig ausgewählt. Es ging der Künstlerin und dem Künstler um die

Darstellung von Flüchtlingen als einzelne Persönlichkeiten, schön

und würdevoll, fröhlich und glamourös, posierend im Rampenlicht,

trotz des unvorstellbar harten und weiten Weges ihrer Flucht. Platzer

dazu: „Ich sehe es als große Ehre, dass wir mit diesen wunderbaren

Menschen arbeiten durften und gleichzeitig ihre Geschichte

erahnen konnten.“ Das Setting entsprach dem eines professionellen

Modeshootings, aufwändig in Styling und Technik. Alle Beteiligten

trugen unentgeltlich zur Realisierung des Projektes bei. Ein besonderer

Dank ergeht auch an die Visagistin Iwona Furmaniewicz und

den Filmproduzenten Manfred Max Gruber und sein Team.“

Tom Platzer (Jahrgang 1962) arbeitete unter anderem in den 80er-

Jahren als Assistent von Helmut Newton, ab 1988 als Pressefotograf

und prägte mit seinen Fotos und Titelbildern den Stil von

NEWS entscheidend mit. Er fotografierte zahlreiche bekannte

Persönlichkeiten wie Shirley MacLaine, den Dalai Lama oder Edita

Gruberova. Ab 2004 stellte er seine fotografische Expertise in den

Dienst karitativer Organisationen.

Eintritt frei

19:00 Uhr

SEX TALK WAS KOMMT NACH DEN 68ERN

ODER LIEBE IN ZEITEN DES KAPITALISMUS

Lesung von Robert Misik und Diskussion

zur Sexualerziehung heute

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Elternvereins BG/BRG/BORG Oberschützen

in Kooperation mit dem Offenen Haus Oberwart

Sex sells! Es scheint, dass die sogenannte sexuelle Befreiung

der 60er- und 70er-Jahre hauptsächlich dazu gedient

hat, Sexualität als Verkaufsargument gesellschaftsfähig

zu machen. Der Hedonismus der 68er-Bewegung gerät

immer mehr in Verruf, ja wird sogar in die Ecke sexuellen

Missbrauchs gerückt. Wie sieht die sexuelle Aufklärung der

Jugendlichen heute aus? Sind sie der Pornoindustrie, Tinder

oder Meinungen und Moden in „sozialen Netzwerken“

hilflos ausgeliefert, oder kann die heutige Elterngeneration

doch noch ein positives Bild der Sexualität vermitteln?

Um diese Diskussionsveranstaltung in einen größeren Zusammenhang

einzubetten, wurde der bekannte Journalist

und Blogger Robert Misik eingeladen, als Gedankenanstoß

aus seinem Buch „Liebe in Zeiten des Kapitalismus“ zu

lesen, in dem er unter anderem auf den „Warencharakter“

heutiger Beziehungsvorstellungen eingeht. Anschließend

werden wir mit ExpertInnen und SchulpartnerInnen das

sensible Thema „Aufklärung“, Sexualität und Sexualerziehung

im Spannungsfeld zwischen Begierde und Begehren,

Moral und Realität, Hedonismus und Konsumwut, Selbstfindung

und überspannter Identitätssuche diskutieren.

Diskussion mit: Mag. Wolfgang Kostenwein (Psychologe

und klinischer Sexologe, psychologische Leitung des

Österreichischen Institutes für Sexualpädagogik), Mag.

Heidemarie Amon (Univ. Wien und Lehrerin), Mag. Beatrix

Roidinger (Sexualtherapeutin), Robert Misik (Journalist,

Kommentator, Blogger) und SchülervertreterIn,

LehrerInnen- bzw., ElternvertreterIn

Moderation: Nina Wallner (Sozialarbeiterin im

Gewaltschutzzentrum Oberwart und Organisatorin

des VDays im Burgenland)

27


Installation „Von Besen und Bürsten“ im Rahmen des Schwerpunktes „Zone 38 70 Jahre Anschluss“

von Sabine Maier und Eveline Rabold. Eröffnet wurde die Installation im Stadtpark Oberwart von

der damaligen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.

„WENN VERANTWORTUNG

ZU ÜBERNEHMEN IST …“

Sie ist eine Perfektionistin wenn sie etwas in die Hand

nimmt, dann mit dem Anspruch, es gut zu machen. Eveline

Rabold ist gelernte Grafikdesignerin, Künstlerin und

ausgebildete Sängerin. Obwohl ihr als Inhaberin einer erfolgreichen

Design- und Kommunikationsagentur in Oberwart

bestimmt nicht langweilig war, hat sie die enorme

Herausforderung und Verantwortung nicht gescheut, den

verfahrenen Karren OHO wieder zum Laufen zu bringen.

Christian Keglovits hat Eveline Rabold im Interview für

das Blattwerk gefragt, warum man sich das antut.

wird das Ding an die Wand fahren. Bei einer Generalversammlung

haben sich dann ein paar Leute zu Wort gemeldet, die trotzdem

Lust hatten, diesen Vorstand zu übernehmen bzw. die Situation

als Herausforderung und Chance für das Haus gesehen haben.

Das waren im Wesentlichen der Filmschaffende Hans Panner, der

Schauspieler Christoph F. Krutzler und ich. Wir sind zu dritt in den

Vorstand gegangen. Alfred Masal, der bis dahin Lichttechniker im

Haus war, wurde von der Generalversammlung als Geschäftsführer

bestellt. Wir haben dann gemeinsam sicher mit viel Idealismus

und auch mit einer gewissen Portion Naivität ausgestattet

das OHO übernommen.

Was hat dich dazu bewogen, die Obfrauschaft im Verein OHO

zu übernehmen?

Da muss ich ein bisschen ausholen: Ich hatte in den Jahren davor

bereits mit dem OHO zu tun, da ich das Haus in meiner Profession

als Grafikdesignerin betreute. Und ich bekam 1998 die Gelegenheit,

bei einer Produktion von Peter Wagner als Sängerin

mitzuwirken, bei der ich das OHO ein bisschen besser von innen

kennenlernen durfte. Ich war somit manchmal mehr, manchmal

weniger in das Geschehen eingebunden. Ende 2003, Anfang

2004 war abzusehen: Wenn die Situation im OHO so weitergeht,

Das Haus war zu diesem Zeitpunkt nicht in der besten Verfassung.

Mit welchen Problemen hattet ihr am Anfang zu

kämpfen?

Bei einer Generalversammlung gibt es natürlich einen Kassasturz.

So haben wir gewusst, dass es einen Kredit gibt, da ja der Verein

das Haus gekauft hatte. Auch dass es einen enormen Schuldenstand

auf einem Geschäftskonto gibt, haben wir gewusst. Was

allerdings erst später klar wurde, war, dass die Jahresförderung

vom Bundesministerium von 75.000 Euro auf 25.000 Euro gekürzt

werden sollte. Das war ein großer Kracher für uns, denn das hätte

das Haus in seiner Existenz bedroht. Die drohende Kürzung der

28


Eveline Rabold war zwischen 2004 und 2010 nicht nur Obfrau des OHO

sondern war und ist im OHO seitdem auch als Künstlerin im Haus präsent.

Zyklus „lautlos“ im Rahmen der Ausstellung „Body Tales“ im Jänner 2018

Bundesförderung stand deshalb im Raum, weil das OHO keinen

künstlerischen Output mehr vorzuweisen hatte. Man hatte in

den eineinhalb Jahren davor sehr auf Konzertveranstaltungen

gesetzt, und das war nicht unbedingt das, was ein Kunst- und

Kulturministerium fördert. Diese Veranstaltungen waren auch mit

der Grund für die hohe Überschuldung. Es wurden hauptsächlich

Musikveranstaltungen angesetzt, die überhaupt nicht zum Haus

passten. Viele dieser Veranstaltungen waren schlecht oder gar

nicht besucht, trotzdem musste man die Musiker, die da aufgetreten

sind, ja bezahlen. Das ist nicht nur einmal passiert, ohne

dass die damalige Geschäftsführerin rechtzeitig die Notbremse

gezogen hätte. Die drohende Kürzung der Bundesförderung war

also wenn man so will die erste böse Überraschung, mit der

wir zu kämpfen hatten. Deshalb mussten wir so schnell wie möglich

ein Programm auf die Beine stellen. Wir haben dann bei der

zuständigen Stelle im Bundesministerium vorgesprochen und

die Situation erklärt, das neue Programm vermittelt und dadurch

erreicht, dass wir immerhin 55.000 Euro bekommen haben.

Die zweite böse Überraschung bescherte uns die damalige Hausbank,

die plötzlich der Ansicht war, alle Außenstände sofort fällig

zu stellen und das Haus in Konkurs zu schicken, was für die Bank

natürlich die einfachste Lösung gewesen wäre, aber für das OHO

das Ende bedeutet hätte. Die Bank hat uns einen Sanierer mit

folgendem Lösungsvorschlag geschickt: Ich als verantwortliche

Obfrau solle das Haus in Konkurs schicken, das Haus wird verkauft

und aus diesem Erlös werden sämtliche Schulden gedeckt. Nur

die Bank hat leider ihre Hausaufgaben nicht gemacht und daher

nicht bedacht, dass der Umbau des Hauses mit EU-Förderungen

bewerkstelligt wurde. Ein EU-gefördertes Projekt muss mindestens

zehn Jahre bewirtschaftet werden. Gelingt das nicht, müssen

die Fördergelder wieder zurückgezahlt werden. Das hätte dann

die Bank bezahlen müssen und diese Beträge waren beträchtlich.

Außerdem lässt sich ein Veranstaltungshaus ja nicht einfach so

veräußern, um daraus dann z. B. ein Bürohaus zu machen. Die

hatten sich das ein bisschen zu einfach vorgestellt. Insofern haben

wir eine gute Verhandlungsposition gehabt. Die Bank hat auch nicht

damit gerechnet, dass Hans Panner, Alfred Masal und ich so harte

Verhandler sind. Dennoch: Eine Lösung musste schnell gefunden

werden, denn wir waren ja zahlungsunfähig.

2

bearbeiteten wir zunächst Projekte, die nicht kostenintensiv sein

durften, aber wir haben uns ein Programm überlegt, das mit diesen

Mitteln relativ schnell wieder Publikum ins Haus bringen sollte.

Foto: Jenny Vass

Wie wurde letztlich eine Lösung mit der Bank gefunden?

Neben der bereits erwähnten EU-Förderung, welche die Bank nicht

berücksichtig hatte, hat man dort auch nicht damit gerechnet, dass

man die Misere teilweise mitverschuldet hatte. Die Bank hat auf

Betreiben der Geschäftsführerin, aber ohne Wissen des damaligen

Vorstandes, also ohne dass sie die Unterschrift des damaligen

OHO-Vorstandes eingeholt hätte, den Überziehungssrahmen

massiv aufgemacht. Auf OHO-Seite ist in letzter Konsequenz der

Vorstand verantwortlich. Weil dieser jedoch nie in die Vorgangsweise

der Bank eingebunden war, haben wir uns auf den Standpunkt

gestellt, dass es eine Mitverantwortung seitens der Bank

gibt. Es kann nicht sein, dass der OHO-Vorstand, der nie über die

Ausweitung des Überziehungsrahmens informiert wurde und dem

auch nie zugestimmt hätte, dafür auch haftbar und verantwortlich

gemacht werden kann. Wir haben hart verhandelt und konnten

nicht nur den Konkurs verhindern, sondern auch die Bank dazu

bewegen, auf einen Teil der Außenstände zu verzichten bzw. den

Kredit zinsfrei zu stellen. So konnten wir weiterarbeiten. Natürlich

Das OHO hat dann doch sehr schnell von Notbetrieb wieder

auf Vollbetrieb umgeschaltet. Unter anderem mit zahlreichen

Projekten und einer neuen Programmstruktur. Wie habt ihr das

trotz des enormen Drucks bewerkstelligt und wer war an der

Programmerstellung beteiligt?

Sobald die Hiobsbotschaft mit der Bundesförderung auftauchte,

waren wir ohnehin gezwungen, an einem Programm zu arbeiten.

Das Haus hat üblicherweise im Sommer geschlossen und uns war

klar, für den Herbst muss ein Programm her. Mitunter wächst man

in so schwierigen Situationen über sich hinaus, man ruft Kräfte ab,

die man unter normalen Umständen nicht hat. Und plötzlich sind

dann wieder Leute da, die anpacken und Ideen beisteuern. Genauso

war es dann auch. Ab 2005 ist ein Programm gelaufen, das hätte

ein Jahr davor niemand für möglich gehalten.

Man muss auch sagen, dieser Vorstand war damals extrem aktiv.

Da haben wirklich alle mitgeholfen. Mit Uschi Tepperberg hat das

Haus eine neue Sekretärin bekommen, die unglaublich engagiert

war und wieder Struktur in den Betrieb hineinbrachte.

29


1

1 Eveline Rabold, ausgebildete Sängerin, trat auch als solche

in verschiedenen Besetzungen und Produktion im OHO auf.

Hier bei der Uraufführung eines Filmes, der zur Gänze mit

Live-Musik unterlegt wurde.

2 2005 eröffnete die OHO-Lounge: Wirt und Vorstandsmitglied

Raimund Schmidinger mit Obfrau Eveline Rabold. (Siehe dazu

auch das Interview mit „Mundi“ auf Seite 33.)

3 Die meiste Aufregung in der Zeit der Obfrauschaft Eveline Rabolds

im OHO verursachte die Installation „PFLÖCKE / Korridor“

von Peter Wagner im Rahmen von „zone 38 70 Jahre Anschluss“.

70 schwarze Pflöcke zierten die Straße in der Nähe des sogenannten

Anschlussdenkmals in Oberschützen. Die Installation wurde

insgesamt fünf mal von unbekannt komplett zerstört.

2

wie Theater, Film, bildende Kunst. Also Projekte, die tatsächlich

hier vor Ort entstehen und die thematisch mit der

Region zu tun haben. Das sind Dinge, die dem OHO liegen.

Da gibt es auch mittlerweile eine ungeheure Erfahrung.

3

Einen richtigen Zug hat das ganze mit den Roma-Wochen 2005

bekommen anlässlich zehn Jahre Roma-Attentat in Oberwart. Die

Roma-Wochen fanden im Februar 2005 statt, die Vorbereitungen

dafür begannen aber schon im Herbst davor. Peter Wagner hatte

dazu ein Programm für zwei Wochen entwickelt, wo jeder gesagt

hat: „Ihr seid wahnsinnig, ihr habt zwei Wochen lang an jedem

Tag eine Veranstaltung, wie soll das gehen?“ Es ist gegangen und

wie! Da waren dann auch Kreative wie z.B. Andreas Lehner wieder

dabei, der eine tolle Ausstellung zusammengestellt hat. Junge Filmemacherinnen

und Filmemacher wie Michaela Frühstück (Anm.

vormals Schöller), Herbert Kopitar und Max Leimstättner haben

Filme beigesteuert. Es gab zahlreiche Diskussionsveranstaltungen

und Lesungen und zwei Theateruraufführungen die ersten Theaterstücke

von Clemens Berger und Stefan Horvath wurden unter

der Regie von Angelika Messner uraufgeführt.

Extrem hilfreich war Gerhard Pongracz, der damals Bürgermeister

von Oberwart war und voll hinter diesem Projekt stand. Viele Künstlerinnen

und Künstler sind zurückgekehrt, die früher schon mal im

OHO tätig waren. Das war schon ein extremes Lebenszeichen des

OHO. Wir haben bewirkt, dass sich das Haus auf das zurückbesinnt,

was es wirklich gut kann, und das sind nun mal Eigenproduktionen,

Ist es in dieser Tonalität dann in den nächsten Jahren

weitergegangen?

Es hat sich dann noch gesteigert. Wir haben versucht,

Programmschwerpunkte zu setzen. Projekte, die sich

jedes Jahr wiederholen. Hans Panner, der ja Filmemacher

und beruflich in der Werbefilm-Branche tätig

ist, hat das Konzept der Filmtage entworfen. Es hat

bis dahin kein Filmfestival im Burgenland gegeben

und meines Wissens gibt es außer den Filmtagen immer

noch kein anderes Filmfestival. 2004 haben sie

das erste Mal stattgefunden, und es gibt sie immer

noch natürlich mit Höhen und Tiefen, aber etabliert.

Mittlerweile finden die Filmtage auch im Dieselkino

Oberwart statt. Mit einem Publikum, das nicht nur

aus dem Burgenland, sondern auch aus Wien anreist.

Dann haben wir die „Junge Kunst“ etabliert ein Wochenende,

an dem junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region ihre

Werke präsentieren können und dafür ein professionelles Umfeld

bekommen. Wir haben die Buchwochen entworfen. Die gibt es immer

noch, auch die „Junge Kunst“ ist immer noch ein alljährlicher

Fixpunkt im OHO. Die Schwerpunkte haben uns bei der Erstellung

des Programms geholfen und uns Planungssicherheit gegeben.

Es war auch schön zu sehen, wie sich das Interesse für das Haus

entwickelt hat. Neues Publikum ist hinzugekommen wie z. B. bei

den Buchwochen, die in Oberwart sehr gut aufgenommen wurden.

Natürlich ist das alles nicht von heute auf morgen passiert, aber

dafür nachhaltig.

Wir haben dann auch versucht, einen Ausstellungsbetrieb für die

bildende Kunst zu forcieren, indem wir unterschiedliche Leute zusammengespannt

haben. Wenn z. B. ein Literat die Eröffnungsrede

bei einer Vernissage gehalten hat oder eine Medienkünstlerin ein

Feature für die Vernissage eines Schmuckkünstlers produzierte,

hat das eine gewisse Spannung gebracht. Dadurch sind interessante

Kombinationen entstanden, die auch die Künstlerinnen und

Künstler sehr geschätzt haben und natürlich auch das Publikum.

Auch der Zufall hat uns in die Hände gespielt, als 2005 die Tänzerin

und Choreographin Liz King ins Burgenland gezogen ist. Für sie

war das Haus eine Spielwiese. So sind die weit über das Burgen-

30


land hinaus bekannten „Burgenländischen Tanztage“ entstanden.

Vor allem aber gab es Veranstaltungen, bei denen wieder mehr

Frauen als Akteurinnen und Künstlerinnen vertreten waren. Das

war mir als Obfrau natürlich ein spezielles Anliegen.

Man kann also sagen, dass sich das OHO am eigenen Schopf

aus dem Schlamassel gezogen hat?

Das kann man sicher sagen. Und es sind neue Blickwinkel und

neue Ideen durch neue Leute ins OHO gekommen. Davon hat das

OHO mit all seinen Beteiligten profitiert: neuer Vorstand, neue

Geschäftsführung, neues Personal. Alles das hat einen Neustart

begünstigt, der sich auch als tatsächlich nachhaltig erweisen sollte.

Die Rückbesinnung auf Eigenproduktionen, die ja schon in den

90ern gut funktioniert hatten, verbunden mit neuen Dispositionen

hat uns letztlich auf einen guten Weg gebracht. Eigenproduktionen

sind zwar aufwendig und kosten Geld, bringen aber Publikum und

wirken nachhaltig in der Region. Das sind auch jene Projekte, die

man in ganz Österreich vom OHO wahrnimmt. Das OHO hat vor

einigen Jahren den Österreichischen Kunstpreis erhalten und kurz

darauf den Bank Austria Kunstpreis zwei sehr renommierte Preise

in Österreich. Das kommt nicht von ungefähr. Was nicht funktioniert

und das hat auch die Zeit vor 2004 gezeigt , ist, fertige

Produktionen ins OHO zu holen, die sich das Publikum anhören

oder anschauen soll. Produktionen, wie sie etwa Tourneetheater

anbieten, erwartet man in einem Kulturzentrum, nicht aber in

einem zeitgenössischen Kunsthaus wie dem OHO. Kabarett bildet

da noch eine Ausnahme, wobei das OHO den Nachteil hat, mit

gut 200 Besuchern ausgelastet zu sein. Kabarettisten haben ihren

Preis (zu Recht), nur bleibt dem OHO nichts dabei übrig.

Nehmen wir das Beispiel Musik her: Rock- oder Popbands aus der

Region waren im OHO immer gut aufgehoben. Ein Toni Stricker

hatte im OHO nicht einmal zehn Besucher und war stinksauer.

Egal ob Theater, Kabarett oder Musik: Am Ende ist es immer eine

Grundsatzentscheidung wie möchte ich das Haus positionieren

und welchen Mix strebe ich an. Auch wenn diverse Fördergeber immer

wieder mit Ratschlägen gekommen sind, macht dies oder das,

weil dann kommt mehr Publikum … das kann man so nicht sagen.

Es wird bis zu einem gewissen Grad immer ein Geheimnis bleiben,

warum wann welche Leute in welcher Anzahl kommen. Ich glaube,

mit dieser Thematik müssen prinzipiell alle Veranstaltungshäuser,

auch wenn sie im Kultur- und Kunstbereich breit

aufgestellt sind, leben.

dass es sich bei den Förderungen seitens der öffentlichen Hand

um ihr privates Geld handelt. Das war etwas, was ich als Unternehmerin

nicht gewohnt war und irgendwann auch nicht

mehr wollte. Diese Abhängigkeit von willkürlichen Entscheidungen

und komischen Auflagen so darf man für die Bundesförderung

z. B. nur Künstlergagen abrechnen, aber nicht die Heizung für die

Künstlergarderobe macht alles auf Dauer mühsam. Dass man

irgendwann sagt, also ehrenamtlich möchte ich das nicht mehr,

verwundert dann nicht. Es wird einen Sinn haben, warum man von

Zeit zu Zeit die Vereinsverantwortlichen wechseln muss. Gerade

beim OHO ist es so, dass man als Obfrau viel beim Programm mitarbeiten

muss. Es wird erwartet und ist auch nötig, dass du viel mit

Fördergebern verhandelst, dass man sich Hearings stellt, dass man

bei Veranstaltungen anwesend ist, weil man ja das Gesicht des

Vereins nach außen ist. Und so wie das halt bei uns im Burgenland

ist: Es sind ja nie alle deine Mitstreiter vor Ort. Viele sind in Wien

und nur am Wochenende da. Ich war vor Ort und musste also die

ganze Zeit als Ansprechpartnerin verfügbar sein. Und wenn man

viel Programm macht, dann wird es einem irgendwann einmal zu

viel. Man darf den Zeitpunkt nicht übersehen, wo man übergibt,

sonst verliert man die Freude, und möglicherweise überträgt sich

das dann auf alle anderen.

Würdest du trotzdem mit einem positiven Gefühl auf diese

Zeit zurückblicken?

Unbedingt. Ich habe viel gelernt. Ich konnte persönlich wachsen

und reifer werden. Das wäre ohne die Arbeit im OHO so nicht

passiert. Ich war damals 30 Jahre alt, als ich die Obfrauschaft

übernommen hab. Ich hab auch für meinen Beruf gelernt, zum

Beispiel wie man Veranstaltungen plant und organisiert. Und ich

konnte mich auch als Künstlerin finden und weiterentwickeln. Für

diese Zeit werde ich dem OHO und all den Leuten, mit denen ich

dort zusammenarbeiten durfte, immer dankbar sein.

Ein würdiger Abschluss des zweiten Lebensjahrzehnts des OHO der

„Kultursilvester“: Am 31. Dezember 2008 geht die Uraufführung von

Clemens Bergers „Und jetzt“ mit einem zünftigen Fest über die Bühne.

Eveline Rabold ist als Mitwirkende vertreten. Ihre Obfrauschaft währt

noch bis 2010.

Ehrenamtliche Tätigkeit ist anstrengend und

kann auslaugen. War das dann 2010 der Grund,

warum du aufgehört hast? Wie ist es dir als

Obfrau und Unternehmerin mit der Doppelbelastung

gegangen?

Gerade weil ich Unternehmerin bin, ist mir das mit

der Verantwortung nicht schwergefallen. Ich bin

eher der Typ: Wenn Verantwortung zu übernehmen

ist, dann übernehme ich sie. Dabei hat mir

die Erfahrung als Selbstständige sehr geholfen. Ich

habe im OHO aber auch einiges dazugelernt. Die

ehrenamtliche Tätigkeit laugt natürlich aus, weil

man ständig gefordert ist und weil das Haus nie so

finanziert ist, dass man sich zurücklehnen könnte.

Womit ich mich schwer getan habe, waren die

Verhandlungen mit Politikern und Beamten, weil

man sich vor denen ständig rechtfertigen musste.

Sie konnten einem mitunter das Gefühl geben,

31


sa, 11.5.

20:00 Uhr

„AL HALLAJ“ ORWA SALEH ENSEMBLE

JAZZ AUS SYRIEN

Konzert: Jazz mit orientalischen Einflüssen

Eintritt: AK 18, / VVK 15, (ermäßigt AK 16, / VVK 14,)

Dass sich die Oud, ein typisch syrisches Instrument, hervorragend

im Jazz einsetzen lässt, daran denkt man im ersten

Moment bei diesem folkloristischen Instrument gar nicht.

Der syrische Oud-Virtuose Orwa Saleh beweist das Gegenteil:

Die dunklen Töne der Oud vermischen sich mit einem

Doublebass, einer Gitarre, Percussion, Drums und einer

faszinierenden Stimme zu einem wunderbar jazzig-orientalischen

Klangteppich. Er, der seine Ausbildung am Higher

Institute of Music in Syrien und dem Nationalkonservatorium

im Libanon erhielt, verbindet geradezu meisterhaft Elemente

der Sufi-Musik mit Einflüssen der zeitgenössischen (Jazz-)

Musik Europas.

Die Mischung arabischer, türkischer und europäischer Elemente

gibt seiner Musik eine vielschichtige Identität, in der

die orientalische Seele mit westlichen Jazzelementen spazieren

geht. Seit einigen Jahren lebt Orwa Saleh in Österreich,

sein Ensemble RUH erhielt im vergangenen Jahr den Integrationspreis

der Stadt Linz. Für Salam Orient stellt der Künstler

nun ein ganz spezielles Ensemble zusammen mit Künstlerkolleginnen

und -kollegen aus seiner Heimat Syrien, die

heute in ganz Europa verstreut künstlerisch tätig sind, und

besonderen musikalischen Wegbegleiterinnen und -begleitern

aus seiner neuen Wahlheimat Österreich.

Die Band: Orwa Saleh (Oud) Syria, Basma Jabr (Vocal) Syria,

Mahan Mirarab (Guitar) Iran. Judith Ferstl (Double Bass)

Austria, Sebastian Simsa (Drums) Austria

Fr, 10.5.

19:00 Uhr

„BIEDERMEIERN POLITISCH

UNKORREKTE BETRACHTUNGEN“

Livia Klingl liest aus ihrem neuesten Buch

Eintritt: freie Spende

Eine Veranstaltung der Flüchtlingshilfe Burgenland

in Kooperation mit dem Offenen Haus Oberwart

Dass sich Livia Klingl nie ein Blatt vor den Mund nimmt, ist kein Geheimnis.

Ihr Blick auf die Welt ist stets unbestechlich und streitbar.

Seit dem Wahlsieg der türkis-blauen Koalition im Oktober 2017

begleitet sie auf Facebook das österreichische Politgeschehen mit

dem Projekt „Biedermeiern“: tägliche Meldungen, kritisch, satirisch,

menschlich und im besten Sinn politisch unkorrekt. Von Kern bis

Kickl, von Kurz bis Strache bleibt keine der großen Parteien vor

Klingls spitzer Feder verschont.

Doch Livia Klingl versammelt in diesem Band nicht nur die Highlights

aus bald 500 Tagen eng am Puls des politischen Tagesgeschäfts.

Ihre treffsicheren Analysen, Erinnerungen und manchmal auch

Wutausbrüche rundet sie durch nachdenklich machende und das

Zwerchfell anregende Karikaturen sowie zu Herzen gehende wahre

Begebenheiten in ihrem kunterbunten Wiener Heimatbezirk

Rudolfsheim-Fünfhaus ab.

Ein kleines Buch voll großer

Wahrheiten.

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Und ewig ruft die

Kulinarik ...

Über ein ewiges Thema auch im OHO am Beispiel des

jetzigen Stadtwirts in Oberwart: Raimund Schmidinger

Wie bist du als gebürtiger Oberösterreicher überhaupt mit

dem OHO in Berührung gekommen?

Über Thomas Zsifkovits. Er hat damals mit seiner „Desposito Konzertagentur“

Konzerte im OHO das war damals eine Hardcore-Serie

veranstaltet. Zsifko wollte das große „Mind Over Matter

Festival“ in die Oberwarter Messehalle holen und Herr Hattinger,

ein Oberösterreicher so wie ich und guter Freund von mir, hat dazu

die Bands organisiert und gebucht. Der Thomas war sozusagen der

Local Guide vor Ort. Hattinger hat mich für die Gastronomie geholt,

weil ich bei „Rock the Nation“ schon etliche Male die Gastronomie

für Bands wie Rammstein, Kiss, die Ärzte etc. gemacht habe. So

bin ich nach Oberwart gekommen. Das war im Jahr 1999. Thomas

Zsifkovits hat gemeint: „Du wir haben da ein Kulturhaus, das OHO,

das ist ganz lässig, nur für das Café haben wir niemanden, und

ob ich nicht das OHO Café mit ihm übernehmen möchte.“ Ich war

damals Geschäftsführer im zweitbesten Bierlokal Österreichs in

Krems und wollte anfangs gar nicht. Habe dann aber zugesagt,

so nach dem Motto: Was kann da schon schiefgehen, für ein oder

zwei Jahre schau ich mir das an! Das war vor 20 Jahren. Am 1.

Oktober 1999 haben wir die „Bar Café-OHO“ eröffnet.

Nach eineinhalb Jahren war die Zusammenarbeit mit Herrn Zsifkovits

beendet, wir hatten beide jeweils andere Vorstellungen. Ich

hab bis 2005 die „Bar 43er“ in der Grazer Straße übernommen,

danach bin ich wieder zurückgekehrt ins OHO und habe die Lounge

im OHO-Café eröffnet, die ich bis 2009 gemacht habe. Da lag

schon das Angebot für den Stadtwirt auf dem Tisch, das ich auch

angenommen habe, weil ich nicht mehr bis 4 oder 5 Uhr in der

Früh hinter der Theke stehen wollte. Später, so um 2013, bin ich

indirekt wieder zurück ins OHO und habe das „S’OHO“ gepachtet,

das dann von Herrn Gossy geführt wurde.

Was hat dich am OHO gereizt? Immerhin hast du als Unternehmer

das OHO Café über das gesamte zweite Lebensjahrzehnt

(1999-2009) geführt.

Die prägendste Zeit für mich waren die Jahre mit der Lounge im

OHO. Mit den Kama-Partys, mit den „Burgenländischen Tanztagen“,

bei denen wir für 100 Leute im Garten gegrillt und gekocht haben.

Viele Cocktails. Viel laute Musik. Dazwischen immer die Catering-Geschichten,

die Saalbar für die Konzerte selbst. Es war eine sehr schöne

Zeit, in der auch Peter Wagner wieder ins OHO zurückgekommen

ist. Ich war von 2004 bis 2014 fast durchwegs im Vorstand.

Was hat dich dazu bewogen, in den OHO-Vorstand zu gehen?

Ich habe gesehen, was für ein Geist und was für eine Begeisterung

in dem Haus stecken, und wollte, auch Inputs und Ideen geben.

Man hat mich damals schon geschätzt für meinen Wahnsinn und

für mein Querdenken. Ich habe einen sehr gewichtigen Posten

übernommen von unserem sehr gewichtigen und sehr geliebten

Schauspieler Christoph F. Krutzler, den ich ebenfalls sehr gewichtig

ausgefüllt habe und dann sehr gewichtig nach vielen Jahren schließlich

an den Laurids Axel Schloffer weitergegeben habe.

Es war über die Jahre hinweg schön zu sehen,

dass dieser Geist im Haus immer vorhanden

war, getragen von jungen und älteren

Menschen, und dass Menschen, die

was machen wollten, immer neu hinzugekommen

sind. Es war ein steter Wandel zu

spüren beginnend vom Jugendhaus, über

die Hardcore und Heavy-Metal Partie, später dann die Kama-

und Club-Geschichte, und dann natürlich immer die Theater und

Kulturveranstaltungen, Lesungen etc.

Es war halt immer was los, aber auch nicht einfach, das ganze

finanziell am Leben zu erhalten. Unlängst war ich dort bei einer

Veranstaltung, und ich muss sagen, so schön wie das OHO jetzt

aussieht, hat es vor 15 Jahren nicht ausgeschaut. Da ist inzwischen

wirklich sehr viel gemacht worden. Das Haus hat immer

eine menschliche und politische Linie verfolgt, das Engagement für

die Roma, vor allem in der Zeit nach dem Attentat. Es war immer

ein Haus, das sich für Menschen eingesetzt und mitgemischt hat.

Es war auch immer Impulsgeber. Wir waren ein eingeschworenes

Team. Wir haben immer versucht, ganz groß vorn dabei am Puls

der Zeit zu sein. Und eines muss ich schon sagen: Im Vergleich

zu unserer Anfangszeit Ende der 90er-Jahre, beginnende 2000er-

Jahre, wo man zwar mit viel Enthusiasmus, aber nicht unbedingt

immer professionell ans Werk gegangen ist, läuft heute alles viel

besser, routinierter und mit einer professionellen Versiertheit

ab. Man musste halt in diese Schuhe reinwachsen. Und nun ist

einfach eine gewisse Nachhaltigkeit zu spüren, die Leute, die heute

im OHO tätig sind, sind gut in diese Rolle hineingewachsen und

sorgen dafür, dass dieses Hauses auch in den nächsten Jahren

bespielt, belesen, betanzt usw. werden kann. Das Haus ist in der

Jetzt-Zeit angekommen und noch immer Impulsgeber, hat noch

immer den Blick in die Zukunft gerichtet.

Deine einschneidenden Erlebnisse und Highlights im OHO?

Mir haben die Alf-Poier-Geschichten gut gefallen oder Stermann

und Grisseman mit der „Karawane des Grauens“. Eine ganz besondere

Geschichte ist folgende: Die Band „Liquido“ hat damals

mit ihrem Hit „Narcotic“ im OHO gespielt. Zeitgleich an diesem

Tag hat in der Messehalle in Oberwart die regional sehr bekannte

Band „Kixx“ gespielt. Bei „Liquido“ im OHO das hat dem Herrn

Zsifkovits die letzten Haare gekostet waren, glaub ich, 90 Leute

und in der Messehalle waren es mehr als 2000, die dort zu dem

Hit „Narcotic“, gespielt von den Kixx, geshaked haben, während

bei uns vor 90 Leuten im OHO jene Band gespielt hat, von der

dieser Hit stammt. Ich kann mich erinnern, dass Joe Schneider von

den „Kixx“ im OHO war und bei „Liquido“ angefragt hat, ob nicht

Interesse besteht, diesen Song gemeinsam in der Messehalle zu

spielen. Die Jungs von „Liquido“ wollten allerdings nicht, denn wer

sind schon die „Kixx“ …?

Oder noch eine kleine Anekdote: Damals zu Beginn meiner OHO-

Zeit bin ich als gewerberechtlicher Geschäftsführer vom OHO-Café

angemeldet worden. Das mussten wir dann allerdings mit einem

Rechtsanwalt umändern, weil ich versehentlich als gewerberechtlicher

Geschäftsführer des OHO also für das ganze Haus angemeldet

worden war. Also ich war, bis das bereinigt wurde, für

ein oder zwei Tage Geschäftsführer des OHO!

Was wünscht du dem OHO zum Geburtstag?

… dass noch viele Jahre kommen und dass noch viele interessante

Events stattfinden und dass auch in Zukunft immer wieder neue,

junge und alte Menschen im OHO ihre Heimat finden.

Foto: Jenny Vass

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PARAPHRASE #2

Fr., 17.5.

19:30 Uhr

POTENZ; DIE, WEIBLICH: II

Vernissage der Ausstellung

Eröffnung: Landtagspräsidentin Verena Dunst

Zu den Künstlerinnen: Petra Werkovits, Kulturmanagerin

DIE BETEILIGTEN KÜNSTLERINNEN:

Ona B (Foto, Malerei, Installation, Video)

Marina Horvath (abstrakte Malerei)

Eveline Lehner (Keramik)

Sabine Maier (Video, Foto, Installation, Medienkunst)

Doris Mayer (Video, Malerei)

Michaela Putz (Installation Fotografie, Grafik)

Eveline Rabold (Foto)

Anna Carina Roth (Foto/Malerei)

Die Ausstellung zeigt ein Feuerwerk kraftvollen künstlerischen

Ausdruckes von Frauen und keine „Frauenkunst“,

eingesperrt in Anführungszeichen. Dass uns dies auch

dieses Mal gelungen ist, zeigt schon die Auswahl der

teilnehmenden Künstlerinnen. Es treffen arrivierte und

junge Künstlerinnen aufeinander. Der Bogen der

Werke spannt sich von der Malerei und Fotografie über

Videoarbeiten bis hin zu Installationen und Skulpturalem.

Die Ausstellung ist von 18.5. bis zum 5.6.2019 zu besichtigen:

von Montag bis Freitag zwischen 9:00 Uhr und 16:00 Uhr,

vor Veranstaltungen und nach Vereinbarung.

Die Ausstellung ist eine Paraphrase auf das Projekt mit dem Titel „Potenz;

die, weiblich:“, das das OHO im Jahr 2005 veranstaltete. Ausstellungen,

Konzerte, Filmabende, Lesungen und Diskussionen fanden damals im Projekt

ihren Platz und beschäftigten sich alle mit den unterschiedlichen Identitäten,

in denen und mit denen Frauen leben. Die aktuelle Ausstellung

„Potenz; die, weiblich: II“ ist wie auch 2005 als Auseinandersetzung der

Künstlerinnen mit und als weiblicher Blick auf die Gegenwart, die in der

Entfaltung des speziell Eigenen das Interesse weiblicher und männlicher

Betrachter erweckt, zu sehen.

AUS DEM PROGRAMMHEFT VON 2005: Potenz wird gemeinhin mit viriler Zeugungskraft

assoziiert. Solch gesellschaftlich normierte Sprachregelung verzerrt

jedoch den Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse: Seit Anbeginn der Menschheit

sind Frauen die bestimmende Kraftquelle gesellschaftlicher Entwicklungen und

Organisationen. Sie wurden erst durch die männlich-patriarchale Revolution

zum propagandistisch eingefärbten „schwachen Geschlecht“ erniedrigt. Sosehr

weibliche Macht im Untergrund weiterwirkte, sosehr blieb sie im gesellschaftlichen

Selbstbildnis der letzten drei Jahrtausende unter dem männlichen

Machtanspruch, formuliert über politische und kirchliche Doktrinen, zugedeckt

und wegrationalisiert. Erst die Aufklärung und die ihr folgenden demokratischen

Öffnungsmöglichkeiten führten zu einer allmählichen Anerkennung weiblicher

Intelligenz und Kreativität als sowohl gleichwertig als auch kontrapunktisch

notwendig zum nach wie vor vorhandenen männlichen Herrschaftsanspruch.

Diese Entwicklung führt notwendigerweise auch dazu, die Begriffe „Können“ und

„Vermögen“, enthalten in der lateinischen Wurzel des Wortes „Potenz“, auf die

praktisch und metaphysisch umfassende Kreativität der Frau zu übertragen.

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Potenz

die, weiblich:

von Eva Hillinger

Als das OHO im Herbst 2005 seinen Programmschwerpunkt

„Potenz; die, weiblich:“ ausrief,

löste es damit nicht nur Neugier und Interesse,

sondern auch Irritation und Verärgerung aus.

Es gab sogar erboste Anrufe im Büro des OHO

in denen an der Vereinnahmung dieses aus dem

Lateinischen kommenden Wortes für eine nur

von Frauen getragene Veranstaltungsreihe

Anstoß genommen wurde.

Mich wundert das nicht, auch beinahe 14 Jahre später nicht.

Ich ernte ja auch immer noch genervte Blicke, wenn ich

geschlechtsneutrale Formulierungen einfordere oder geschlechtsspezifische

Einkommensunterschiede anspreche.

Wenn es dann um Potenz geht, sind Männer viel mehr als

genervt.

Ich habe in mehr als 6 Lebensjahrzehnten viele Arten von

Männern kennengelernt, übergriffige und respektvolle,

treulose und verantwortungsbewusste, gönnerhafte und

unsichere. Je mehr Erfahrungen ich sammelte, je gelassener

ich im Umgang mit ihnen wurde, desto mehr interessierte

mich, wie sie ticken, wovon sie angetrieben werden,

warum sie agieren und reagieren wie sie agieren und reagieren.

Und in mir ist der Verdacht aufgekommen, dass

es etwas mit Potenz zu tun haben könnte. Oder eher mit

einem sehr eingeschränkten Verständnis des Begriffs.

Macht, Kraft, Vermögen, Fähigkeit, Wirksamkeit, Herrschaft

das sind nur einige der Bedeutungen, die in diversen Lexika

von Stowasser bis Langenscheidt vorgeschlagen werden.

Wer sich auf die Zeugungsfähigkeit des Mannes versteift

(ich entschuldige mich auch gleich für diesen Kalauer, aber

ich konnte nicht widerstehen) packt ihn offenbar bei seinem

Selbstverständnis.

Ich habe in mehr als 6 Lebensjahrzehnten viele Arten von

Frauen kennengelernt, karrierebewusste und eingeschüchterte,

gefallsüchtige und unbekümmerte, fähige und ohnmächtige.

Und weil ich selbst eine bin, und weil ich gern

von mir auf andere schließe, weiß ich, wie sie ticken, was sie

antreibt und warum sie agieren und reagieren wie sie agieren

und reagieren. Deshalb wage ich zu behaupten, dass

die auf die Fähigkeit, einen hochzukriegen eingeschränkte

Bedeutung des Begriffs uns weit weniger kümmert als

Männer befürchten.

Entspannt Euch, Männer! Nehmt Euch nicht so wichtig!

Unterstützt Frauen! Geht in Karenz! Kümmert

Euch um den Haushalt! Wählt Frauen!

Potenziert Euch, Frauen! Nehmt Euch wichtig! Unterstützt

einander! Verabschiedet Euch von Perfektionsansprüchen!

Arbeitet Vollzeit! Lasst Euch wählen!

Dann hat Potenz zwar immer noch einen weiblichen Artikel,

aber sie beinhaltet für Frau und Mann mehr von dem, was

sie alles bedeuten kann.

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fr, 24.5.

20:00 Uhr

GUNKL: ZWISCHEN IST UND

SOLL MENSCHSEIN HALT

Kabarettabend mit dem Gewinner des

österreichischen Kabarettpreises 2018

Eintritt: AK € 22, / VVK € 19,

(ermäßigt AK € 20, / VVK € 17,)

„Wir erwarten viel von unseren Mitmenschen, mehr oder weniger

auch von uns. Dass wir dabei aber auf dem eigenen Auge blind

sind, vergessen wir allzu gern. Sagt dann einer: ,Das Unsichtbare

bleibt dem Auge meist verborgen', nicken die allermeisten gleich

einmal in verzückter Betulichkeit so, als hätte man da etwas sehr

Kluges gesagt. Die, die nach zwei Sekunden ein stumpfes Stöhnen

von sich geben, mit denen ist ein sachlich ergiebiges Gespräch

möglich. Die, die weiterhin nicken, sollte man in ihrem Glück

lassen.“

Variierend zwischen Philosophie, Soziologie und Physik erkundet

Gunkl gemeinsam mit seinem Publikum unser Dasein. Das

erfordert Aufmerksamkeit und ein Bei-der-Sache-bleiben, aber

wer sich auf Gunkls Welt einmal eingelassen hat, wird dafür mit

humorvollen Erkenntnissen belohnt. Nicht umsonst erhielt Gunkl

2018 den österreichischen Kabarettpreis.

Wir dürfen uns auf viele lachende Erkenntnisse freuen.

Sa, 1.6.

20:00 Uhr

ULTIMA RADIO, SURICATES

Konzert: Rock Progressiv

Eintritt: AK € 12, / VVK € 10,

Punk und Rock waren eine der subkulturellen Prägungen der 80er-

Jahre, heute wird die subkulturelle Szene von vielen verschiedenen

Stilen beeinflusst. Den Punk hört man aber bei diesen beiden

Bands immer noch heraus. Erdig, wütend und kompromisslos.

ULTIMA RADIO: Stoner Rock und klangliche Vielfalt vormals

Gegensätze, nun durch die junge Grazer Band zu einer Symbiose

zusammengeführt. Eine ergreifende und intensive Live-Performance,

die mittlerweile in rund 100 Liveshows in ganz

Österreich und Deutschland sowie der Schweiz, Slowenien,

Tschechien oder der Slowakei dargeboten und gelobt wurde.

SURICATES hängen an nur einer Infusion: Progressiver Rock´n´Roll

dieser wird mit Einflüssen aus Blues bis Psychedelic und Heavy

Rock auf dem Goldtablett serviert. Ein Blick in die Zukunft

verspricht eine rifflastige, schweißreibende Heavy Rock´n´Roll

Show!

36


Vortrefflich

belesen

Die Bücher sind natürlich im gut sortierten

Buchhandel, unter www.lexliszt12.at oder

auch online auf www.buchwelten.at erhätlich!

ÜBER DIE GRENZEN.

LEBENSREISE EINES DEUTSCH-WESTUNGARISCHEN EMIGRANTEN

Emmerich Koller

Rund 200.000 Ungarn flohen 1956 in den Westen. Unter diesen Flüchtlingen

waren auch die Kollers aus Pornóapáti/Pernau mit ihren sieben Kindern,

darunter der 14-jährige Emmerich. Emmerich Koller erzählt vom Leben und

Überleben in einer bewegten Zeit des 20. Jahrhunderts und berichtet damit

auch über ein wichtiges Stück österreichisch-ungarischer Geschichte.

01 Über die Grenzen. Erinnerungen eines Emigranten aus Ungarn

Emmerich Koller / Autobiografie, zweite überarbeitete Auflage

edition lex liszt 12, ISBN: 978-3-99016-159-3, € 27, (zzgl. Versand)

FERNSEH-

TIPP

FELIX WACHTER. MEIN KAMPF MIT

HITLER WIE EIN JUNGER MENSCH ES SAH

Michael Wachter (Hrsg.)

Felix Wachters Kindheit und Jugend er stammte aus einer christlich und

politisch geprägten Bauernfamilie aus Deutsch Schützen wurde durch

die Machtübernahme der Nationalsozialisten entscheidend beeinflusst. Seine

Erinnerungen, Mitte der 1960er-Jahre aufgeschrieben, gehen weit über

eine persönliche Lebensgeschichte hinaus. Von seinem Großneffen Michael

Wachter mit Abbildungen ergänzt, lässt Felix Wachter als begnadeter Erzähler

das Leben im Südburgenland und im Kriegseinsatz in der ersten Hälfte des

20. Jahrhunderts lebendig werden.

02 FELIX WACHTER. Mein Kampf mit Hitler wie ein junger Mensch es sah

Michael Wachter (Hrsg.)

edition lex liszt 12, ISBN: 978-3-99016-161-6, € 33, (zzgl. Versand)

03 BULLSHIT IM

BURGENLAND

Susanne Strnadl

Seifert 2018

€ 19,95

04 21 LEKTIONEN

FÜR DAS 21.

JAHRHUNDERT

Yuval Noah Harar

Beck 2018

€ 25,70

SO., 19.5.

18:25 Uhr * ORF II

DAS OFFENE HAUS OBERWART

VOM ÄRGERNIS ZUM AUSHÄNGESCHILD

Österreichbild am Sonntag

Es war im Jahr der großen Zeitenwende (1989), als aus dem

früheren Jugendhaus das Offene Haus Oberwart (OHO)

hervorging. Eine Gruppe junger Leute und Künstlerinnen und

Künstler aus der Region schuf sich mitten in der südburgenländischen

Kleinstadt einen Ort, an dem man ungezwungen

und lustvoll seinen künstlerischen Neigungen nachgehen

konnte. Anfangs ungeliebt und vielfach sogar abgelehnt,

wurde das OHO nach und nach zu dem, was es heute ist:

das wahrscheinlich eigenwilligste Kunst- und Kulturzentrum

des Burgenlandes. Wenn hier Theater gemacht wird, dann

nicht im Stile einer reproduzierenden Provinzbühne, sondern

stets mit großer Ambition und auf der Höhe der Zeit. Letztes

Beispiel, „Talkshow 1933“, ein Stück über Parallelen zwischen

den 1930er-Jahren und heute. Das OHO ist Plattform für den

gesellschaftlichen Diskurs, Zentrum der bildenden Kunst, der

Literatur und der Musik. Darüber hinaus war es auch immer

offen für die Anliegen der heimischen Volksgruppen, insbesondere

für die der schwächsten unter ihnen, der Roma. Erich

Schneller blättert im Bilderbuch der 30-jährigen Geschichte eines

Hauses, das im Widerstand gegen Provinzialität, Abstumpfung

und Diskriminierung immer wieder Großes hervorbringt.

Gestaltung: Erich Schneller

Kamera: Max Pehm, Stefan Lentsch

Schnitt: Stephan Jagschitz

D e n F i l m z e i g e n w i r a u c h b e i u n s e r e m J u b i l ä u m s f e s t a m 2 1 . 6 . a b 2 0 : 0 0 !

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Mein Herz

GEHÖRT DEM OHO

DORF.INTERRUPTED

VON KATHARINA TIWALD, 2006

Das Offene Haus Oberwart prägte Generationen

als Basislager für den Lebensweg und die

künstlerische Entwicklung. Vor allem bietet es

auch Autorinnen und Autoren eine Bühne.

von Gerhard Altmann

Ein Haus als Zuhause. Für Junge, Ideen, junge Ideen und

fürs Beginnen. Ein offenes Haus für viele Generationen,

die hier Geborgenheit und Inspiration fanden. Das OHO

war und ist aber auch seit Jahrzehnten das Zentrum des

heimischen Theatergeschehens. Es ebnete vielen Nachwuchs-Autorinnen

und -Autoren die Bretter, die die Welt

bedeuten.

Seit der Uraufführung von Wagners „Grenzgänger Das

langsame Sterben des Hörspielautors Jan Rys aus Unterrabnitz

im Burgenland“ hat sich das OHO immer mehr als

Stätte der Uraufführung burgenländischer Autorinnenund

Autoren etabliert. Im zweiten Jahrzehnt des OHO haben Autoren

wie Clemens Berger, Stefan Horvath und die Autorin

Katharina Tiwald mit ihren dort uraufgeführten Stücken

einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Diskussion

beigetragen.

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ORT DER ÖFFENTLICHKEIT

Mit diesem Engagement hat das OHO nicht nur in der Öffentlichkeit

Spuren hinterlassen, sondern entscheidende

Akzente im (Schriftsteller-)Leben einiger Autorinnen und

Autoren gesetzt. Clemens Berger: „Das OHO war für mich

ungemein wichtig, als ein Ort, an dem man Menschen traf,

die ähnlich dachten und an Ähnlichem interessiert waren,

der einen Ruf hatte, der mich nicht abschreckte, sondern

anzog, und vor allem wurde mir in diesem Haus die Gelegenheit

geboten, meine ersten Texte vorzustellen und

meine ersten Ideen auszuprobieren.“ Woran er sich am

stärksten erinnert, wenn er ans OHO denkt: „An die langen

Nächte, Diskussionen, das Pläneschmieden in der Bar oder

im Garten. Das gemeinsame Zerren an einem Strang.“ Über

die große Bedeutung des OHO für die eigene Entwicklung

sind sich diese Autoren einig. Auch Katharina Tiwald teilt

Bergers Einschätzung: „Ohne OHO wäre mein Weg völlig

anders verlaufen, vor allem hätte ich niemals so eine

,hands-on‘-Erfahrung machen können. Ab Stück 2 war ich,

da schauspielernd, in die Produktion involviert, bei Stück

3 auch in den gesamten Antragstellungsprozess; es war

wie in eine intensive Lehre zu gehen. Andere studieren in

Leipzig an der Literaturschule oder in Wien an der Angewandten

ich hab im OHO ,studiert‘, learning by doing.“

Tiwald betont die Funktion der Institution als öffentlicher

Ort: „Ich bin zu spät geboren, als dass ich noch wüsste, wie

es war, als es im Burgenland ein öffentliches Leben gab.

Handwerker, die ihre Läden betrieben haben. Leute, die

sich tatsächlich im öffentlichen Raum aufgehalten haben

und einander begegnet sind. Kinos und Fernsehereignisse

im Gasthaus. Zuerst hat das Fernsehen-für-jeden das angeknackst,

das Internet hat diesem Leben überhaupt den

Garaus gemacht. Das OHO hingegen ist so ein Ort. Hier

entstehen Öffentlichkeit, Begegnung, Diskussion.“

STEFAN HORVATH

BEGEGNUNG ZWISCHEN EINEM

ENGEL UND EINEM ZIGEUNER

VON STEFAN HORVATH, 2005

DAS SCHWEIGEN BRECHEN

Stefan Horvath brachte der Schmerz über den Tod seines

Sohnes zum Schreiben. Dieser starb in der Nacht vom 4.

auf den 5. Februar 1995 durch die Rohrbombe von Franz

Fuchs. „Der Standard“ dazu: „In Stefan Horvath aber ist, im

Angesicht der vier sternförmig auseinandergewuchteten,

grässlich verstümmelten Toten, darunter sein Sohn, der

27-jährige Peter Sarközi, etwas gebrochen und damit aufgebrochen,

das nicht allein sein eigenes Leben beherrscht

hatte: das Schweigen. Seither redet er ... Mehr noch: Er

schreibt.“ Horvath erlebte damals das OHO zuerst als eine

Anlaufstelle: „Das OHO hat eine ganz wichtige Rolle in meinem

Leben gespielt. Unter Horst Horvath als Geschäftsführer

hat das OHO im Zuge des Attentats eine große Präsenz

bekommen. Es war die einzige Anlaufstelle im Burgenland

und eigentlich in ganz Österreich, als dieses tragische Ereignis

passierte. Das OHO hat da eine besondere Rolle

gespielt, was ich am Anfang nicht so gesehen habe. Ich

war völlig geschockt, aber später bin ich hingegangen und

UND JETZT

VON CLEMENS BERGER, 2008

39


CLEMENS BERGER,

KATHARINA TIWALD,

GERHARD ALTMANN

habe mich für das bedankt, was sie gemacht haben. Wir

sind ins Gespräch gekommen und ich habe das Haus mit

anderen Augen gesehen. Die Meinung der Oberwarter war

ja, dass sich dort die Leute treffen, die Drogen nehmen. Ich

habe aber sehr wohl gesehen, dass die was für Roma und

für Junge tun. Und wie ich zu schreiben begonnen habe,

da habe ich ganz viel Unterstützung von dort bekommen.“

DEN HIMMEL BERÜHREN

„Wenn Literatur laufen lernt ..." Gerhard Altmann beschreibt

in seiner Textsammlung eine Kindheit und Jugend im Burgenland.

Außerdem beschäftigt er sich mit den Fragen „Was

ist Identität, wie definiere ich sie, wer bin ich eigentlich?",

das war am 12.12.2000 im KURIER zu lesen. Auch mein

Stück „unterflächen“ kam im OHO auf die Bühne. Ich hatte

das Privileg, dass es knapp hintereinander zweimal inszeniert

wurde. Einmal von Jürgen Reischer als „Heimspiel“

unter freiem Himmel in Pöttsching, wo ich seit 1998 lebe

ein lokales Großereignis, bei dem der ganze Ort auf den

Beinen war und der halbe mitspielte . . . Und dann als

Kontrapunkt unter der Regie von Angelika Messner als

Zwei-Personen-Stück im OHO, mit professionellen Schauspielern

und landesweiter Wahrnehmung. Zwei höchst unterschiedliche

Erlebnisse, aber gleich erfreulich. Damals hat

mich die Magie des Theaters gepackt.

Glücksgefühle stellen sich bei allen Autorinnen und Autoren

ein, wenn sie sich an ihre Premieren erinnern. Tiwald:

„Ich hab das Stück, Dorf.Interrupted, drei Tage vor der Uraufführung

zum ersten Mal gesehen und war völlig baff. Ich

hatte das Gefühl, auf wundersame Art beschenkt zu sein,

es war ein visuelles Erlebnis, wie ich es mir beim Schreiben

nie vorgestellt hatte.“ Auch Clemens Berger war bei der

Uraufführung von „Gatsch“ im Jahr 2005 „einfach glücklich“.

Und Stefan Horvath findet für den ergreifenden Moment

ein poetisches Bild: „Das Gefühl kann man gar nicht beschreiben,

das ist, wie wenn man den Himmel berührt.

Menschen, mit denen ich im Krankenhaus gearbeitet habe,

sind zu mir auf die Bühne gekommen, um mir zu gratulieren.

Ein Kollege, mit dem ich im Krankenhaus gearbeitet

habe, hat gesagt: ,Stefan, was machst du bei uns im Spital?

Du gehörst woanders hin!'“

DER MENSCH LEBT

NICHT VOM BROT ALLEIN

Wer im OHO so eindrucksvolle Momente wie die Premiere

des eigenen Stücks erlebt hat, kehrt gern an diesen Ort

zurück. Denn man vergisst nicht, dass man wahr- und ernst

genommen wurde, als man am Anfang stand. Berger: „Ich

bin immer im OHO, wenn es meine Zeit zulässt. Ich lese

gern dort, vielleicht sogar am liebsten, weil es etwas Spezielles

ist, weil ich dort begonnen habe, weil alles dort begonnen

hat, auch weil die Menschen dort zu wissen meinen,

wer ich bin, was jedem Auftritt eine andere Note als sonst

verleiht.“ Stefan Horvath bringt es auf den Punkt: „Mein

Herz gehört dem OHO und den Menschen, die dort arbeiten.

Sie sind da, wenn du was brauchst!“

Dass die Theaterinitiative Burgenland 2013 im OHO das

Licht der Welt erblickte, ist nicht verwunderlich, sondern

logisch. Die Initiative ist ein Zusammenschluss burgenländischer

AutorInnen und TheatermacherInnen, mit dem

Ziel, das Uraufführungstheater im Burgenland auf eine

institutionelle Basis zu stellen; und zwar im OHO.

UNTERFLÄCHEN

VON GERHARD ALTMANN

2000

Katharina Tiwald:

„DAS OHO HÄLT DEN FINGER AN DEN PULS

DER ZEIT, BEREITET THEMEN AUF, STELLT

FRAGEN UND ZEIGT KUNST, KUNST, KUNST.

OHNE KUNST KÖNNEN WIR BADEN GEHEN.

STEHT JA SCHON IN DER BIBEL: DER MENSCH

LEBT NICHT VOM BROT ALLEIN. FREIHEIT

GEHT NICHT OHNE KUNST!“

40


MI., 5.6.

19:00 Uhr

„GEHT'S NOCH!“ UND

„MUT ZUM ROLLENTAUSCH“

Lesung und Diskussion mit den

Autorinnen Lisz Hirn und Verena Florian

Eintritt frei

Mo., 10.6.

11:00 Uhr

GRENZERFAHRUNGEN

DIESSEITS UND JENSEITS

DER EHEMALIGEN

EISERNEN GRENZE

LESEWANDERUNG AM PFINGSTMONTAG

ZUM FALL DES EISERNEN VORHANGS 1989

Start: Geschichtenhaus Bildein

Unkostenbeitrag: € 25, (inkl. Jause und Transferleistungen für Menschen mit

Gehbehinderung und Besuch im Geschichtenhaus in Bildein)

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Konstanze Breitebner, Johanna Sebauer, Dominic Horinek,

Konstantin Vlasich, „Luftfabrik“ (Pneuma Szöv.ft.), Mari und Marie

Szusza Berecz, Sarah Günther, Csilla File, Luca Szabados u.a.

Es ist ein wunderbarer Zufall, dass zwei Frauen, die

mit dem OHO verbunden sind, gerade druckfrische

Werke präsentieren, die den Zwiespalt unserer Gesellschaft

in Bezug auf emanzipatorische Bestrebungen

nicht besser ausdrücken könnten.

Lisz Hirn beschreibt in ihrem Buch „Geht´s noch Warum

die konservative Wende für Frauen gefährlich ist“

sehr präzise eine gesellschaftliche Situation, die uns

allen unheimlich ist, während Verena Florian sich in

„Mut zum Rollentausch 50 Gespräche mit beruflich

erfolgreichen Frauen und Männern in Väterkarenz“

mit einer „emanzipatorischen Wirklichkeit“ auseinandersetzt,

die zwar in der Gesellschaft angekommen ist,

aber immer noch eine Ausnahmesituation darstellt.

Beide Bücher werden ordentlich Staub aufwirbeln:

Lisz Hirn war am Wochenende mit Buchbesprechungen

in Presse, Standard und ZEIT vertreten, Verena

Florian startet im FALTER-Verlag durch. Da diese

Lesung unweigerlich in eine Diskussion führen muss,

haben wir eine solche auch gleich vorgesehen.

Unsere Lesewanderungen haben sich zu literarischen Feldforschungsprojekten

entwickelt, und was wäre naheliegender, als heuer ein weltpolitisches

Ereignis des Jahres 1989 in den Blick zu nehmen den Fall

des Eisernen Vorhangs. Ein Ereignis, das auch für das OHO von Bedeutung

war, wie Peter Wagner in seinem Essay „Gewachsen aus dem provinziellen

Trümmerfeld der Themen“ ausführt: „Sie brachte autonome

Kulturarbeit und schließlich sogar das Luxusgut Kunst, nach der niemand

verlangt hatte, in die politische Peripherie, die damals noch, unweit des

,Eisernen Vorhanges', ein unbemerktes, mit sich selbst zufriedenes Dasein

fristete, schließlich aber genauso von den großen Umwälzungen des Jahres

1989 überrollt wurde. Wie logisch fällt denn auch die Gründung des autonomen

Kulturzentrums ,Offenes Haus Oberwart', das sich wie Phönix aus

der Asche aus den Trümmern des gescheiterten Jugendhauses erhob, genau

in dieses ominöse Jahr 1989.“

LISZ HIRN

VERENA FLORIAN

Für diese Wanderung bietet sich die Umgebung der Grenzgemeinde

Bildein direkt an, mit seinem Geschichtenhaus, dem Grenzerfahrungsweg

und den guten Beziehungen der bildeiner Bevölderung mit der

ungarischen Nachbarschaft. Wir stellen uns die Frage, ob uns die Umwälzungen

noch bewusst sind, die der Fall des Eisernen Vorhangs mit

sich zog. Wie sieht das die junge Generation heute? Dazu haben wir

junge und „alte“ AutorInnen eingeladen, an verschiedenen Stationen

der Wanderung zu lesen, sei dies bei ehemaligen Wachtürmen oder bei

den Zollhäusern. Und zu guter Letzt haben wir eine befreundete Kulturorganisation

aus Ungarn eingeladen, uns mit ihrer Performance „Mari

und Marie“, zwei fiktionalen Figuren aus den 80er-Jahren der DDR und

Ungarns, auf unserem Weg zu begleiten.

41


Das OHO

feiert seinen

30 erD

Fr, 21.6.

20:00 Uhr

MEET AND GREET IN CONCERT

DAS OHO FEIERT SEINEN

30. GEBURTSTAG

Präsentation des Österreichbildes

„Das Offene Haus Oberwart

Vom Ärgernis zum Aushängeschild“

All Star Jam Session unplugged

Echt Vinyl! DJ-Projekt zum Mitmachen

Eintritt frei

Mehr zum Österreichbild

von Erich Schneller auf Seite 37

So, 23.6.

VOM JUGENDHAUS ZUM

OFFENEN HAUS OBERWART

ie Wiedereröffnung des Jugendhauses in neuem Gewand und neuem

Namen, „Offenes Haus Oberwart“, ging am 23. Juni 1989 mit einer Ausstellungseröffnung

in der OHO-Café-Galerie und einem Konzert von Simplicissimus

und Bruji im Saal über die Bühne! Am 24. Juni fand dann ein Konzert

mit den Gruppen Nouvelle Cuisine, No Problem Orchester, Aora statt also

Musikgruppen mit verschiedensten musikalischen Schwerpunkten.

Die Subkultur der 70er- und 80er-Jahre, die gemeinhin als 68er-Bewegung

bezeichnet wird, war nicht nur von der Entwicklung verschiedener Musikstile

getragen, sondern auch von einem Aufbruch in der bildenden Kunst, in der

Literatur, im Theater. Dieser Aufbruch zeigte sich sehr bald in den Aktivitäten

des Jugendhauses und wurde von einer Gruppe von Künstlerinnen

und Künstlern getragen, die an diesem kulturellen Wandel teilhatten und

ihn stärker etablieren wollten.

Der Übergang vom Jugendhaus zum Offenen Haus Oberwart war ein logischer,

und so können wir nicht nur auf 30 Jahre OHO, sondern auch auf die

Eröffnung des Jugendhauses vor 39 Jahren blicken und feiern es mit. Natürlich

kennen wir die Pioniergeschichte der Renovierung des Hauses und der

Etablierung des OHO. Aber neben den heute noch bekannten Namen waren

viele andere an dieser Entwicklung mitbeteiligt. Unzählige Künstlerinnen und

Künstler, engagierte Menschen, Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft

haben dieses Haus begleitet, unterstützt, mitgearbeitet, mitgelitten und sich

mitgefreut.

Allen diesen Menschen möchten wir diese zwei Tage Wiedereröffnungs-Jubiläumsfeiern

widmen. Dazu laden wir alle, die unsere Freude und Lust an

der Sache teilen möchten, die wesentlich zum OHO beigetragen haben oder

in deren Fingerspitzen Ideen kribbeln, kurz: alte Hasen und junge Hüpfer

ein, mit uns zwei Tage zu festen. Wir möchten zurück, aber vor allem nach

vorn blicken: Unser Archiv haben wir für junge Künstlerinnen und Künstler

geöffnet, die uns beim Kunst-Brunch zeigen werden, was sie mit frischem

Blick auf unsere Arbeit sehen.

11:00 Uhr

OHO-KUNST-BRUNCH

13:00 Uhr

„OPEN SOURCE ARCHIVE“

JUNGE KUNST ZU 30 JAHRE OHO

Ausstellungseröffnung

Eintritt frei

MEET AND GREET IN CONCERT

Gemeinsam feiern, sich mit alten Freunden austauschen, sich über alte

Bands und Platten unterhalten, sich vielleicht an der Gitarre oder einem

anderen Instrument bei unserer All Star Jam Session beteiligen oder selbst

alte „Hadern“ auflegen. Dabei durch die Räume des OHO streifen, sich von

den vielen Projekten des OHO inspirieren lassen, alte Fotos schauen und

im neuen umgebauten OHO-Club (dem ehemaligen OHO-Café) abhängen

oder zu aufgelegter oder Live-Musik tanzen.

Es ist euer Fest! Wir möchten euch nicht „zudröhnen“ wir bieten euch Platz

und Raum für Begegnungen und Gespräche und eine Menge Musik direkt

an euren Fingerspitzen. Kommt und swingt mit uns!

Eröffnet wird der Abend mit dem Österreichbild von Erich Schneller „Das

Offene Haus Oberwart Vom Ärgernis zum Aushängeschild“. Mehr dazu

auf Seite 37.

42


ALL STAR JAM SESSION UNPLUGGED: Wir stellen für euch eine kleine

Grundband zusammen und geben euch auch Instrumente zur Hand, damit

sich anwesende Musiker und Musikerinnen an der Session beteiligen

können. Wer hier Songvorschläge hat oder auch eine Unplugged-Beitrag

beisteuern möchte, kann sich unter veranstaltung@oho.at melden.

ECHT VINYL! KENNST DU DIE PLATTE NOCH? EIN PLATTENFLOHMARKT

ALS DJ-PROJEKT ZUM MITMACHEN: In alten Plattenkisten wühlen (bitte

mit Bedacht!) und vielleicht eine „Scheibe auch gleich auflegen“. Ihr könnt

natürlich auch selbst eine oder mehrere Platten mitbringen, um zu tauschen

oder bei diesem gemeinschaftlichen DJ vergnügen mit aufzulegen.

WEINBAU

BINDER

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WELSCHRIESLING 2018

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Jahrgangstypischer, fruchtiger Welschriesling

mit angenehmer Säure.

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Telefon 0664-3166389

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„OPEN SOURCE ARCHIVE“ UND

OHO-KUNST-BRUNCH UND

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Ein Frühschoppen muss sein, und was könnte es anders sein als ein Kunstfrühschoppen?

Natürlich einer der ganz besonderen „Art“! Die Musik zum

feinen Brunch im Gastgarten oder im OHO-Club kommt von Urlaut und

Reino Glutberg.

11:00 Brunch mit Musik von Urlaut (Funky Grooves),

Reino Glutberg (Singer-Songwriter)

13:00 Eröffnung und Vernissage der Ausstellung

15:00 Performances

In den letzten Ausgaben des „Blattwerk“ haben wir begonnen, nicht nur

die Veranstaltungen, sondern auch die zahlreichen künstlerischen Projekte

des Hauses aufzulisten. Es ist unglaublich, was in den letzten 30 Jahren an

Projekten entwickelt und umgesetzt worden ist.

Einer dieser Schwerpunkte ist seit Jahren „Junge Kunst im OHO“, ein mittlerweile

von vielen großen Kulturinstitutionen kopiertes Veranstaltungsgenre,

bei dem wir junge, aufstrebende Künstlerinnen und Künstler und

ihre Arbeiten präsentieren. Heuer haben wir unser Archiv für sie geöffnet

und die teilnehmenden Personen um ein künstlerisches Statement gebeten.

Gleichzeitig sind wir neugierig auf diese Antworten: Was sagen junge

Kunstschaffende zu diesen vielen Projekten? Wäre ein Open Source Archive

nützlich für sie? Oder ist diese Schaffenswut des Hauses eine Belastung, ja

sogar eine Provokation? Was fehlt ihnen an thematischer oder künstlerischer

Auseinandersetzung, bei welchen Projekt würden sie den Fokus verändern,

welche Aspekte fehlen ihnen, was würden sie ergänzen oder weglassen?

PURA VIDA

Im Café-Restaurant pura vida am Golfplatz in Bad Tatzmannsdorf

finden Sie für jeden Anlass den passenden

Rahmen, um Ihr Familien- oder Firmenfest zu feiern.

Nehmen Sie Platz auf der schönsten Terrasse des Südburgenlandes

oder im Panoramagarten und lassen Sie

sich kulinarisch verwöhnen.

www.puravida.co.at

Täglich geöffnet durchgehend Küche!

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler entnehmen Sie

ab Anfang Mai der Website www.oho.at

43


Mit der Re-Use-Box : Wiederverwenden statt wegwerfen!

Weil Vieles zum Wegwerfen zu schade ist, sammeln der BMV

und seine Partner alles, was du nicht mehr brauchst. Hol dir vom

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erhaltenen und einwandfrei funktionierenden Altwaren, wie zum

Beispiel:

Hausrat und Geschirr, Kleidung, Spielsachen, Sportund

Freizeitartikel, Klein-Elektrogeräte uvm.

Die gesammelten Waren werden überprüft und dann in den Re-

Use-Shops verkauft. Dadurch werden die Müllberge kleiner und

Schönes und Brauchbares wird deutlich billiger.

Euer

Reini Reinhalter

www.bmv.at

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