Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

China gehört seit ca. 15

Jahren zu unseren 3 wichtigsten

Märkten. Allerdings ist

nach wie vor der Top-Markt

die USA. Die anderen asiatischen

Länder sind deutlich

hinter China. In unseren Top

10 ist nur China das einzige

asiatische Land. Erst viel

später kommen Länder wie

Indonesien, Korea, Indien

usw.

Kathai: In letzter Zeit wurde

eine gewisse Sensibilität

Gerade im Bereich der hygienischen

Verpackungen von

z.B. Milch- und

Fleicherzeugnissen leuchtet

das jedem ein.

Natürlich sehen wir auch die

Chancen. Im Verpackungsmaschinenbau

in

Deutschland wird sehr auf

Effizienz darauf geachtet.

Effizient heißt in diesem

Zusammenhang, energieeffizient

und ressourcenschonend

hinsichtlich des Packmittels.

Wir, als deutscher Maschinenbau,

waren lange Jahre

sehr erfolgsverwöhnt. Wir

sind Exportweltmeister und

wir haben immer noch einen

Anteil von 16% im

Weltmaschinenhandel. Bei

Nahrungs- und Verpackungsmaschinenhandels

sind es

sogar 20%. Wir sind in einer

komfortablen Lage. Aber wir

müssen uns darauf einstellen,

dass der chinesische

Maschinenbau, der in der

Produktion (nicht im Export)

der weltweit größte ist, und

Deutschland vielfach übersteigt,

immer mehr auf die

Weltmärkte drängt. Mein

Appell an die deutschen

Maschinenbauer ist, diese

Entwicklung genau zu beobachten

und sich Strategien zu

„Was du ererbt von deinen Vätern,

erwirb es, um es zu besitzen.“ J.W.v.G.

gegenüber Plastikmüll hergestellt.

Nicht nur in

Deutschland, auch in China

und sogar den USA. Ist das

eine Chance oder eine

Gefahr für diese Industrie?

Fräse: Ja, die Plastic-Strategy

der EU sehen wir mit einer

gewissen Sorge, da wir noch

nicht wissen, was daraus folgen

wird. Am Ende ist der

Verbraucher derjenige, der

über den Verbrauch entscheidet.

Ich möchte jedoch

nicht die Industrie aus der

Verantwortung nehmen. Auch

von dort müssen neue

Impulse kommen. Es gibt

z.B. keinen Grund dafuer,

etwas 3x zu verpacken, um

zig verschiedene Portionsgrößen

zu generieren.

Verpackungen haben ja viele

positive Eigenschaften, die

wir gerne vergessen. Stellen

Sie sich vor, wir hätten überhaupt

keine Verpackungen.

Es ist wichtig, dass man die

Funktion der Verpackung

zusammen mit den möglichen

negativen Folgen betrachtet.

Im PET-Botteling werden die

Wandstärken immer dünner,

und zwar bis zur Handhabbarkeitsgrenze.

Wir sehen, dass die Umweltanforderungen

in China

enorm angestiegen sind. Zu

Recht, denn da musste

dringend was passieren.

Aber auch da sehen wir

unsere Chancen. Die

europäischen Hersteller

haben im Maschinenbau im

Wettbewerb mit den

chinesischen Herstellern den

entscheidenden Vorteil, dass

Energie- und Ressourceneffizienz,

schon seit langem

geübte Praxis ist. Mit diesem

Entwicklungsvorsprung

können wir noch eine Weile

in diesem Markt punkten.

überlegen, die es weiter

ermöglichen, sich zu

differenzieren.

Die sollten außerdem nach

China kommen und sich

das Mal anschauen und vor

allem nicht unterschätzen,

was die chinesischen Kollegen

hier tun. Es geht

nicht mehr ums Kopieren.

Die Chinesen entwickeln

selbst, sie bringen mit

jungen, motivierten Leuten

viele innovative Ideen auf

den Weg. Viele deutsche

Unternehmen, die selber

Chinageschäfte machen

und viele chinesische

Mitarbeiter haben, die

wissen das. Wir als Verband

sehen uns in der

Pflicht zu vermitteln, dass

das, was man erreicht hat,

nie für immer und ewig

gesichert ist. Hier sind

eigene Anstrengungen

gefragt. Um es mit Goethe

zu sagen:

„Was du ererbt von deinen

Vätern, erwirb es, um es

zu besitzen.“

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