Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

Fotografen sehr viel

unabhängiger und individueller

in ihrer Kunst sind, als

die amerikanischen oder

chinesischen Fotografen.

Europäische Fotografen sind

vielleicht auch nicht so

„social“ wie die anderen. Chinesen

oder Amerikaner

hocken doch mehr auf einem

Haufen, machen Party usw. -

Europäer eher nicht. (Lacht)

Ich mag die europäische Art,

doch dies ist manchmal eine

Hürde für junge Leute, die mit

den neuen Medien sozialisiert

wurden und z.B. ihre Großformat-Bilder

auf Instagram

tauschen wollen. Das Studium

hab ich Oktober 2017 abgeschlossen

und dann 2018

meine Masterthesis verteidigt.

Kathai: Wie ist das, mit

lauter Youngstern auf der

Schulbank zu sitzen. Gerade

wenn das Wissen in der

Fotografie schon so fortgeschritten

ist, oder die

Lehrer eventuell jünger sind

als du?

Yu Xiang: Das Studium hat

mich sehr überrascht und ich

habe viel Neues gelernt. Ich

habe 3 Jahre selber in China

an der Uni unterrichtet und

nun war ich wieder Student.

Das Bildungssystem ist völlig

anders, als das, was ich aus

China kannte. Die Fototechnik

war nicht wichtig für mich –

meine Technik ist fortgeschritten

genug, was mir auch

meine Lehrer bestätigten. Der

Hauptgrund für mich war zu

erfahren, wie das ganze System

der Fotografie in Europa

funktioniert, die ganze Theorie,

die Beziehungen zu

anderen Kunstformen, die

Geschichte ... also dieser

ganze kulturelle Background.

Ich glaube die gesamte Fototheorie

in Europa ist eigenständiger

und weiter

entwickelt als in China, wo sie

sehr an der Malerei hängt.

Aber die Theorie geht der

Praxis voraus. Man kann das

nachlesen in Walter Benjamins,

„Geschichte der Photographie“(1931).

Es ist

tatsächlich so, dass die Fotografie

schlussendlich eigentlich

nichts mit Technik zu tun

hat.

Kathai: Das bringt mich zu der

letzten Frage, was denkst du,

wohin sich die chinesische

Fotografie hin entwickeln

wird?

Yu Xiang: Ich denke, dass die

„Documentary Photography“

ausstirbt. Ich habe das in Prag

gesehen, dass dieses Department

kaum Nachwuchs anzog.

Die Leute sind mehr an der

„Contemporary Photography“

interessiert. Diesen Trend

sehe ich genauso in China. Die

Fotografie erfährt gerade eine

große Zeit der Veränderung.

Wenn man so will, nähert sich

die Fotografie dem Konzept

der Malerei wieder an. Diese

Veränderungen sind weltweit.

Das die chinesische Fotografie

durch seine Nähe zur Malerei

davon partizipiert, ist eher ein

Zufall.

32 KameraproduktionKATHAI in Haining MAGAZIN Ausgabe 04/ 2019

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