Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

Bauer mit frisch geerntetetn Ginkgo in Ba Duo Ka

chte resultiert der Name des

Alleen-Dorfes „Ba Duo Ka“.

Auch der Kaiser der Nan-

Dynastie Chen Baxian hat hier

seine Zeit verbracht – mit

Angeln.

Ginkgo hat in China mehrere

Namen, „Bai Guo“ (Weiße

Frucht, 白 果 ) z.B. oder „Entenfuß“

( 鸭 脚 树 ) aus naheliegenden

Gründen. Besonders

schön ist der Name „Großvater-Enkel-Baum“

( 公 孙 树 ), der

auf die lange Zeit anspielt, die

der Baum braucht, bis die ersten

Samen entstehen.

Ginkgo ist in der Tat ein

lebendes Fossil. Sein

Ursprung reicht bis ins Perm

vor 270 Mio. Jahren zurück.

Die Pflanze ist in China

heimisch. Der Ginkgo-Wald in

Ba Duo Ka besteht z.T. aus

wildem Ginkgo und später

angepflanzten Bäumen. Nach

Europa kam die Pflanze um

das Jahr 1730. Von da an

wurde der Baum schnell in

Europa populär. Das wichtigste

Marketing lieferte wieder

einmal der Naturforscher und

Dichter Johann-Wolfgang von

Goethe. Er schrieb 1815 das

Gedicht „Ginkgo Biloba“,

welches er seiner Freundin

Marianne von Willemer

widmete.

Die kulturelle Bedeutung der

Pflanze in China ist nicht

soweit ab von Goethes Idee.

Auch in China gibt es die

Bedeutung des Herzens als

Liebessymbol. Die herzförmigen

Blätter deuten in

diese Richtung. Hinzu kommt

die Deutung als Fruchtbarkeits-

und Familiensymbol

aufgrund

der

Zweigeschlechtlichkeit der

Bäume sowie der Verflechtung

des Wurzelwerks. In manchen

Regionen ist es üblich, dass

junge Familien einen Ginkgobaum

in ihren Hof pflanzen.

Neben dieser symbolischen

Bedeutung des Baumes in

China, haben die Menschen

schon vor langer Zeit den

therapeutischen Nutzen verschiedener

Teile der Pflanze

erkannt bzw. vermutet.

Der bekannte Apotheker der

Ming-Dynastie Li Shizhen

schrieb: „Ginkgo geht durch

die Lunge, ist gut für die Milz,

beruhigt den Husten, erzeugt

Schleimfluss, desinfiziert und

ist ein Insektizid.“

Nach modernen medizinischen

Studien kann Ginkgo

Ablagerungen in Gefäßen

abbauen, verbessert die

Gehirnfunktion und verzögert

den Prozess der Gehirnalterung.

Es kann die Erinner-

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