Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

Frisch geerntete Ginkgo-Samen in Ba Duo Ka

lich. Diese „Alltagsmedizin“

ist nicht unbedingt deckungsgleich

mit der TCM.

Kathai: Damit kommen wir

langsam zu unserem eigentlichen

Thema, dem Ginkgo und

der TCM und deren Karriere

in Europa. Das betrifft ja auch

andere Ingredienzien, die man

heute unter dem selten dämlichen

Begriff „Superfood“ subsumiert

werden. Mir kommt

es so vor, als wenn da wöchentlich

eine andere Sau

durchs Dorf getrieben würde.

Hast du auch diesen Eindruck?

Tim Vukan: Ja klar! Nehmen

wir die Goji-Beere, die seit

grauer Vorzeit zur

chinesischen Küche und zur

TCM gehört, dem Ling-Zhi-

Pilz (Ganoderma), dem

Kurkuma, schwarzer Knoblauch

und so weiter. Wenn

eines dieser Superfoods im

Westen gehypt wird, dann

schaut man dort immer nach

den Inhaltsstoffen, welche

Vitamine, Kalzium, Magnesium

... welche Wirkstoffe da

drin sind. Die TCM geht

anders vor. Sie unterteilt die

Zutaten, sei es z.B. Kurkuma,

danach, ob es „wärmend“ ist

oder „schleimaustrocknend“

und so weiter. Das führt zum

Teil zu ungeahnten Blüten,

wenn man sich z.B. die Chilioder

Ling-Zhi-Schokolade

anschaut, wo die Zusammenstellung

der Zutaten der TCM

direkt widerspricht.

Ein wichtiges Prinzip der TCM

ist, dass alle „Geschmäcker“

wie adstringierend, scharf,

süß, sauer, bitter und salzig,

sowie die Temperatur, heiß,

kalt oder temperaturneutral

eine Wirkung haben.

Was die Goji betrifft, nach der

TCM ist die gut für die

Nieren, Leber und die Augen.

Ich esse selber seit meinem

20. Lebensjahr fast täglich

Goji-Beeren. Vielleicht bin ich

da auch ein Beispiel, denn

trotz sehr langer Ausbildung,

trage ich noch immer keine

Brille. Goji ist außerdem ein

Tonikum und wird daher

vielen Suppen in China zugesetzt.

Übrigens wächst die

Goji-Beere gut in meinem Garten

in Hamburg.

Kathai: Kommen wir mal zum

Ginkgo - was hat der uns zu

bieten?

Tim Vukan: Hier unterscheidet

man zwischen den

Wirkungen der Ginkgosamen

und den Blättern. In der TCM

werden überwiegend die

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