Kathai Magazin 04/2019

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Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

sich alternierend bedienen

können. In

Deutschland haben wir

das in der Ausprägung

nicht. Wenn ich an der

TCM partizipieren will,

was kann ich dann tun?

Tim Vukan: Ja genau. Nur

ist das mit der TCM in

Europa ungleich schwieriger,

jemanden zu finden.

Sicher sollte man

sich erstmal über den

eigenen Gesundheitszustand

informieren.

Dann sollte einem bewusst

sein, dass wenn man

tatsächlich krank sein

sollte, der Weg zur

Gesundheit ein langer

Weg sein wird. Jemand

der z.B. bei einer

chronischen Erkrankung

schnelle Heilung inklusive

Rekonvaleszenz in

Aussicht stellt, ist

zumindest mit Skepsis zu

begegnen.

Dann wird man selbst in Deutschland

gute TCM-Ärzte und TCM-Heilpraktiker

finden, die in der TCM gründlich

ausgebildet worden sind. Es gibt

da verschiedene Datenbanken wie

z.B. bei AGTCM, die man erstmal

anlaufen kann. Dann weiß man leider

immer noch nicht, ob diese die TCM

in China über einen längeren Zeitraum

studiert und praktiziert haben

oder nur an der Grundausbildung der

TCM teilgenommen haben. Eine

vernünftige Kommunikation mit dem

Arzt oder TCM-Heilpraktiker hilft, das

nötige Vertrauen aufzubauen.

Gleichzeitig stelle ich fest, dass die

„Awareness“ zur TCM oder der

Gesundheitsvorsorge, wie man sie in

China versteht, stark angestiegen ist.

Es passt heute einfach nicht mehr,

diese Haltung, dass man 5vor12 zum

Arzt geht und meint, der wirds schon

richten. Heute ist aktive Vorsorge von

uns gefordert. Und wenn man dies

erst mal erkannt hat, dann macht es

auch Spaß, sich selber etwas Gutes

zu tun. Es geht nicht um die Askese,

sondern um den Weg der Freude.

Kathai: Wir beide kennen die Medizintouristen,

die nach China kommen,

um hier eventuell Heilung zu erfahren.

Das sind z.B. austherapierte

Krebspatienten, die durch die Verzweiflung

getrieben sind, aber auch

weniger dramatisch, chronisch

Erkrankte. Was hältst du davon?

Tim Vukan: Ganz allgemein: Ich find

es gut, wenn sich jemand auf dem

Weg macht und sich intensiv mit

seiner Gesundheit bzw. Krankheit

auseinandersetzt. Mal ganz egal ob

zuhause oder unterwegs. Es ist für

mich ein Zeichen der Übernahme von

Verantwortung. Wenn man dann nach

China kommen sollte, gibt es wirklich

sehr viele Probleme an denen

Patienten scheitern. Sei es die

46 KATHAI MAGAZIN Ausgabe 04/ 2019

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