Kathai Magazin 04/2019

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Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

Die erste Getreideernte unter der APV-Anlage wird eingebracht.

Quelle: Hofgemeinschaft Heggelbach

Sprich: der Bauer von

nebenan liefert bald nicht nur

Kartoffeln, sondern auch

Strom. Vom gleichen Acker.

Dass dies gut funktionieren

kann, beweist ein Pilotprojekt

mit einer APV-Anlage der

Demeter- Hofgemeinschaft

Heggelbach am Bodensee. Die

sieben Partner des Modellprojekts

»Agrophotovoltaik-

Ressourceneffiziente Landnutzung«

unter Leitung des

Fraunhofer ISE klären technische,

gesellschaftliche,

ökologische und ökonomische

Fragen dieser neuen Photovoltaik-Anwendung.

Zum Beispiel

die, welche Kulturpflanzen

unter den Modulen ohne

große Verluste angebaut werden

können. Oder welche politischen

und energiewirtschaftlichen

Rahmenbedingungen

nötig sind, um der neuen

Technologie zum Durchbruch

zu verhelfen.

Realisiert wird das Projekt auf

einem Drittel Hektar Ackerfläche.

Hier wird Ökolandbau

betrieben. Darüber ernten in

fünf Meter Höhe 720

Solarmodule das Sonnenlicht.

Die halbtransparenten Glas-

Glas-Module sind in großen

Abständen aufgeständert,

damit die Nutzpflanzen darunter

gleichmäßig mindestens

60 Prozent der für die Photosynthese

relevanten Strahlung

abbekommen. So können auf

der gleichen Fläche

gleichzeitig Kohlehydrate und

Kilowattstunden erzeugt werden.

»Die Ergebnisse des Projektverlaufs

sind ein voller

Erfolg, da sich die Agrophotovoltaik-Anlage

als praxistauglich

erwiesen hat, die

Kosten bereits heute mit

kleinen Solar-Dachanlagen

wettbewerbsfähig sind, die

Ernteprodukte ausreichend

hoch und wirtschaftlich rentabel

vermarktet werden

können«, erklärt Stephan

Schindele, Projektleiter

Agrophotovoltaik am Fraunhofer

ISE.

Als Testkulturen wurden Winterweizen,

Kartoffeln, Sellerie

und Kleegras angebaut. Durch

einen größeren Reihenabstand

zwischen den bifazialen

Glas-Glas-Solarmodulen in

fünf Meter Höhe und die

Ausrichtung nach Südwesten

50 KATHAI MAGAZIN Ausgabe 04/ 2019

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