Kathai Magazin 04/2019

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Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

Fabian v. Heimburg haelt einen Vortrag

vor der Delegation des

Wirtschaftsausschusses des Bundestags

START-UP CHINA

Interview mit Fabian von Heimburg, Co-Founder and

Managing Director Hotnest, German Startup Assocation

Chief Representative China

Sven Tetzlaff, Kathai-Media:

Ich hatte mal im Kathai-Magazin

einen Artikel geschrieben,

„6 Gründe, warum Start-ups

nach China gehen“ sollen. Das

war kontrovers. Im gleichen

Heft gab es ein Interview mit

Allan Barrel (Cambridge), der

meinte, dass Start-ups auf

keinen Fall nach China gehen

sollten. Seiner Meinung nach

sind die nicht fit für so ein

Wagnis. Warum gibt es diese

Kontroverse? Liegt es an der

Begrifflichkeit? Wann ist ein

westliches Start-up reif, nach

China zu gehen?

Fabian von Heimburg, Hotnest:

Ich glaube, Start-ups

haben unterschiedliche

Stages. Am Anfang sind da

vielleicht nur zwei Leute, die

eine Idee haben. In diesem

Stadium ist es m.E. schwierig

und nicht ratsam, nach China

zu kommen. Der nächste

Schritt ist, man hat bereits ein

konkretes Produkt in den

Technologiebereichen AI, IoT,

FinTech usw., Man hat schon

20-100 Mitarbeiter und eine

Finanzierung. Dann lohnt es

sich auf jeden Fall. China ist

ein Riesenmarkt, in dem man

expandieren kann und China

ist ein guter Ort, in dieser

Phase weitere Finanzierungen

oder Partner zu finden. Nicht

zuletzt, um auf den Marktzugriff

zu bekommen.

Tetzlaff: Sie erwähnen mal in

einem Vortrag, dass es kein

richtiges Netzwerk von

chinesischen und westlichen

Start-ups in China gibt.

von Heimburg: Es gibt viele

westliche Start-ups hier, aber

ein echtes Netzwerk sehe ich

nicht. Immer mehr Firmen

wagen den Sprung, nicht

zuletzt, weil China sich selbst

immer mehr öffnet. China war

bis vor 5 Jahren ein rein

lokaler Markt. Durch „One

Belt, One Road“ und andere

Initiativen, zieht China aktiv

internationale Start-ups an.

Tetzlaff: Wäre es eine Idee,

dass die Start-Upper sagen,

„OK, wir schließen uns

zusammen, sharen ein Büro in

Shanghai. Um auf diesem

Wege leichter eine Finanzierung,

Produktion, Marktzugriff,

Partner ... zu

bekommen“ – und später

kommen wir von dort auf den

europäischen Markt zurück?

von Heimburg: Sicherlich

kann man das machen. Aber

dann man hat in dieser Phase

mehr Schwierigkeiten. Diese

hatte ich auch. Ich habe von

Null angefangen. In China

kommt der Sprach- und Kulturunterschied

hinzu. Das gilt in

74 KATHAI MAGAZIN Ausgabe 04/ 2019

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