Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

ZUST Campus Anji

praxisorientiert. Diese Komponente

ist aber besonders im

Ingenieurwesen von großer

Wichtigkeit, da das erlernte

Wissen immer im Kontext zu

den realen Randbedingungen

und technischen Möglichkeiten

gesehen werden muss.

Die Problemlösungskompetenz

von Ingenieuren bedingt

Abstraktion und Improvisationsfähigkeit.

In China gibt

es als zentralen Anker im Bildungssystem

die Gaokao

Prüfung am Ende der Schulzeit,

die über die weiteren

Studienmöglichkeiten entscheidet.

Für viele Studierende

lässt am Tag der

Prüfungsergebnisse ein langjähriger

Erfolgsdruck nach

und die meisten Studierenden

freuen sich auf ein eher entspanntes

und vergleichsweise

risikoloses Studium, dass

nahezu alle Studierenden

dann in Regelstudienzeit

absolvieren (95% Erfolgsquote

ist keine Seltenheit).

China hat aber erkannt, dass

es langfristig sein Bildungssystem

genauso weiterentwickeln

muss, wie sich

alle anderen Bereiche von

Wirtschaft und Gesellschaft

entwickeln. Mittelfristig ist

dies nur durch die Kooperation

mit internationalen Partnern

möglich. Dazu zählen,

neben Deutschland, nahezu

alle westlichen Ländern. Die

deutschen Hochschulen konkurrieren

insofern mit der

Welt um die besten Bildungskonzepte

für die

Entwicklung der chinesischen

Bildungslandschaft. Gerade

im Ingenieurbereich und im

Bereich der anwendungsbezogenen

Hochschulausbildung

haben die deutschen Hochschulen

ein sehr gutes

Ansehen in China. Dabei

nimmt das Ausbildungskonzept

gemäß dem

Modell der deutschen

Fachhochschulen derzeit

einen besonderen Stellenwert

ein. Einige Landesuniversitäten

werden derzeit zu

entsprechenden Modellhochschulen

umgebaut.

Deutschland als Bildungspartner

Aufgrund seiner bewährten

Konzepte der Ingenieurausbildung

ist Deutschland somit in

China gefragt. Hilfreich ist,

dass deutsche Hochschulen

keine horrenden Studiengebühren

fordern, wie dies insbesondere

im

angelsächsischen Bereich

üblich ist. Aber, nutzen wir

dadurch die deutschen

Steuergelder, die unser Bildungssystem

tragen, in

unangemessener Weise aus?

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