Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

sind, offiziell gar nicht mehr

dem Craft-Beer-Business

zugeordnet (Boxing Cat, Great

Leap ...).

Ein weiterer Umstand, der

dem lokalen bzw. Craft-Beer

in China entgegenkommt, ist,

dass die großen Konzerne in

China deutlich hinter ihren

geplanten Kapazitäten

zurückbleiben.

Der

Nutzungsgrad

der

Produktionskapazität beträgt

bei AB InBev China 70%, bei

Chongqing Beer 66.9%, bei

Tsingtao Beer 65.1%, bei

Yanjing 60% usw. Kleinere

lokale Einheiten sind schnell

nach oben und unten

skalierbar und der Markt ist

regional bei etablierten

Bieren deutlich träger als der

volatile Markt China in seiner

Gesamtheit.

Den deutschen Technologieherstellern,

die schon seit

jeher kleine Einheiten in allen

Bereichen

der

Brauereitechnologie bis hin

zur Filtration und Verpackung

anbieten konnten, kommt

diese Entwicklung entgegen.

Auch wenn die Konkurrenz zu

chinesischen Turn-Key-

Solutions-Anbietern für kleine

Brauereien groß ist, stehen

die deutschen Anbieter

hervorragend da. Deutsche

Firmen bestätigten uns

gegenüber, dass es nach

einigen Jahren der Stagnation

nun wieder deutlich aufwärts

geht. Dies ist wahrscheinlich

mehr, als eine einfache

Korrelation mit dem Craft-

Beer-Boom.

Auf den folgenden Seiten

stellen wir verschiedene

Firmen und Verbände aus

dem Bereich Food&Beverages

vor.

Interview Sartorius

Wir haben uns in Shanghai

mit Alexander Modrok

getroffen. Herr Modrok ist

seit 1974 in dem Geschäft und

heute für die Sartorius AG in

Beijing tätig. Als studierter

Braumeister und seit über 25

Jahren intimer Kenner des

asiatischen Marktes, stand er

uns für das folgende Interview

zur Verfügung. Alexander

Modrok hat ohne Zweifel ein

Stück Biergeschichte in Asien

mitgeschrieben.

Sven Tetzlaff, Kathai Media:

Was macht die Sartorius AG in

China?

Alexander Modrok, Sartorius:

Die Sartorius AG ist seit über

25 Jahren in China aktiv. Wir

kümmern uns um alle

Getränkekunden. Das sind zu

60% Brauereien, zu 20%

Weinkellereien und der Rest

sind Mineralwasser und

Spirituosen. Wir selbst

bezeichnen uns als Pioniere

der Bier-Sterilfiltration hier

in China. Wir waren die

Ersten, die vor über 22

Jahren hier in China eine

großtechnische Anlage

aufgebaut haben. Das war

damals die Sujiang Brauerei

in Guangzhou. Einer der drei

wichtigsten Brauereien in

China. Mit diesem Moment

wurde unserer Ansicht nach

das chinesische Bier deutlich

besser. Die alten

chinesischen Biere waren im

Gegensatz dazu stark

pasteurisiert, was sich nun

mal im Geschmack

niederschlägt. Das Bier

wurde frischer. Das wurde

vom Kunden honoriert, so das

die Brauereien wiederum

Geld in neue Technologien

investieren wollten.

KATHAI MAGAZIN 93

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