Gamper_Mut_Feb2019

KarlGamper

l

Angst hat viele Facetten

Der Held

begegnet dem

Drachen

der Angst

im ›Jetzt‹


v o n k a r l g a m p e r

Mut. Für manche mag das ein Gefühl sein,

eine Tugend oder eine Charaktereigenschaft.

Für mich ist Mut ein Bewusstseins-Zustand.

Und — wenn ich tief in mich hineinlausche — so

ist es der erstrebenswerteste von allen. Das mag

seltsam klingen, wo es doch Bewusstseinszustände

gibt wie jene der Erleuchtung.

Nun, Mut ist das Fundament. Mut ist der Boden,

auf dem wir ein gut gelebtes, spirituelles Leben

aufsetzen können. Doch noch genauer betrachtet,

ist Mut ein Grenzbereich in unserer inneren Landschaft.

Wenn wir diese innere Landschaft zur plastischen

Darstellung in zwei große Bereiche aufteilen,

so finden wir auf der einen Seite Angst und

auf der anderen Seite Liebe. Die Seite der Angst

will ich AngstLand nennen – die Seite der Liebe

ist für uns als Menschheit so unbekannt, dass ich

von NeuLand spreche. Mut ist der Grenzbereich,

der in beide Zonen hineinragt und somit auch eine

Brücke bildet. Das schauen wir uns nun genauer an.

Nun, Angst ist nichtgleich Angst. Angst hat viele Facetten und reicht

von Scham und Schuld bis hin zu Wut, Eifersucht, Hass, Gier und

Stolz. Angst ist sehr subtil und so intim eingenistet in unser inneres

Klima, dass manche ihre Angst gar nicht wahrnehmen. Denn sie

haben sich daran gewöhnt! Menschen, die im inneren Klima der

Angst leben, erleben sich als Opfer. Als Opfer der Umstände, des

Schicksals, der familiären Dramatik, der gesellschaftlichen und sozialen

Strukturen — oder von was auch immer. Diese Opferhaltung

ist selten bewusst. Meist wird einfach unreflektiert ein größeres

Schicksal herangezogen und die eigene Gestaltungskraft beschränkt

sich darauf, sich mit den Gegebenheiten des Alltags so gut es geht

zu arrangieren.

Die meisten schimpfen zwar auf die Politiker, doch sie folgen blind

der ungeheuerlichen Anzahl von Gesetzen, die diese in unserem

Namen beschließen. Oder lassen sich in Konflikte hineinziehen, die

auf politischer Ebene entstehen und die rein gar nichts mit unserem

individuellen Leben zu tun haben. Urplötzlich sind wir so gut

wie immer in irgendwelche Krisen verwickelt, deren Gründe vollkommen

andere Interessen bedienen als unsere eigenen. Wie kann

das möglich sein? Weil so viele Menschen sich als ›Opfer‹ erleben!

Nicht bewusst sondern unbewusst. Subtil. Wir geben die Verantwortung

›an die da oben‹ ab. Und das wiederum tun 80 % der Menschen.

80 % der Menschen leben in einem inneren Klima der Angst.

Diese Zahl liefert uns die solide, auf Daten gestützte Bewusstseinsforschung

über die inneren Zustände der Menschheit. Das ist erschütternd,

nicht wahr?

f

Mut

Mut ist der Bewusstseinszustand, der uns befähigt, in dieses nebulöse

Angstgebilde fühlend und denkend einzutauchen. Und es zu

durchdringen und aufzulösen. Mit ›auflösen‹ meine ich, die Angst

in uns fühlend zu erlösen. Jeder Mensch, der sich auf die Reise des

Helden begibt, hat mit dem Drachen der Angst zu kämpfen.

Und jeder, der sein Bewusstsein und damit sein Leben erhellen

und erweitern will, begegnet auf seiner Reise dem Schatten und

durchquert die Nacht der Seele. Ohne Mut ist das nicht möglich.

Ohne Mut bleiben die Menschen, wo sie sind. Sie träumen zwar, sie

jammern, klagen, weisen auf Möglichkeiten hin, doch sie gehen nicht.

Sie transformieren sich nicht. Das gilt für 80 % der Menschheit!

Mut ist also ein Bewusstseinszustand, der nicht befreit ist von

Angst, sondern der die Kraft hat, der Angst zu begegnen wie der

Held dem Drachen.

88

89


d e r h e l d beg eg n e t dem drac h e n

f

Die Reise des Helden

Wenn der Held aus dem Opferland aufbricht, um

sich selbst und dem Königreich in sich zu begegnen,

dann begegnet ihm bald der Drache der Angst.

Dieser zeigt sich oft wie ein ›naives Erwachen‹. In

Beziehungen geschieht das oft. Zwei verlieben sich.

Alles ist rosa. Und dann — Peng. Naives Erwachen.

Oder wir beginnen an uns zu arbeiten. Tauchen

tiefer ein in unsere Innenwelt. Puh. Die Gespenster

unterdrückter Gefühle tauchen auf. Wollen gesehen

und gefühlt werden. Plötzlich sind wir konfrontiert

mit unseren Dämonen. Mit dem, was wir verleugnet

und vergraben haben.

Hier gilt es, den Mut in uns zu rufen. Den Mut in

uns zu aktivieren. Mut als Zustand unseres Bewusstseins zu erkennen.

Als den Zustand, der uns erlaubt, zum Schöpfer unseres eigenen Lebens

zu werden. Mut aktiviert unsere Verantwortung und unsere Gestaltungskraft.

Daher ist Mut die Basis, auf der wir ein freudiges, herzhaftes, intelligentes,

gelingendes, uns und andere inspirierendes Leben aufbauen können.

Denn wenn der Held mutig weiterreist, so begegnet er seiner inneren

Bestimmung. Sein Leben bekommt jenen Sinn, den er diesem gibt.

Mut ist die Quelle der Kraft, der Energiespender, damit ein Leben die

Freuden der Liebe, den Segen der Stille, die Qualität der Dankbarkeit

erhält. Mut führt und begleitet uns durch alle Landschaften, Herausforderungen

und Szenarien unseres Lebens bis zum Ende der Allee. Auch

im Moment des Todes wird der Mut bei uns sein und uns ermutigen für

neue Abenteuer.

l

Die Kraft des Jetzt

Das Jetzt. Eben las ich den Aufsatz eines Autors, der wortgewaltig versuchte,

das Jetzt als etwas darzustellen, das es unmöglich geben kann.

Denn der Mann verstand das Jetzt als einen Augenblick, der selbstverständlich

sofort vom nächsten Augenblick verschlungen und verdrängt

wird. Aus dieser Sicht ist das Jetzt natürlich nicht zu fassen, zumal es dort

gar nicht ist. Das Jetzt ist nicht innerhalb der Zeit! Das Jetzt ist zeitlos.

Das Jetzt ist eine Dimension. Eine Art Raum. Ein Jetzt-Raum.

Am liebsten bezeichne ich das Jetzt als die 4. Dimension. Diese Dimension

ist befreit vom konditionierten Verstand und damit von Mustern und

Programmen. Befreit von Glaubenssätzen und Vorstellungen. Befreit vom

Denken und von Emotionen. — Das Jetzt ist die Kraft der Gegenwart. Das

Jetzt ist das Momentum, in dem Leben geschieht. Das Jetzt ist die senkrechte

Dynamik, aus der sich die horizontale Welt der Formen gebärt.

Alles. Buchstäblich alles — ist: Jetzt.

Jeder Mensch, der

sich auf die Reise

des Helden begibt,

hat mit dem

Drachen der Angst

zu kämpfen.

Foto: Gamper

Das Jetzt ist das

Momentum, in dem

Leben geschieht.

Außerhalb des Jetzt leben wir im Verstand und

damit immer in der Vergangenheit. Der Verstand

ist in der Tiefe nichts anderes als ein bewegtes

Gedächtnis. Wann immer wir den Verstand bemühen

— und das tun die meisten 100 Prozent

ihrer Zeit — sind wir im Reich der Vergangenheit,

auch wenn wir scheinbar über die Zukunft

›achdenken‹.

Der Verstand färbt unsere gesamte 3-D-Welt ein.

Da wir Probleme und Herausforderungen niemals

auf der Ebene lösen, auf der sie entstehen, ist das

Jetzt für uns elementar. Ich liebe es, in den Jetzt-

Raum einzutauchen. Hier erfrische ich mich. Erhole

mich vom Singsang meiner Denkprozesse.

Hier atme und genieße ich mein So-Sein. Hier bin

ich auf die natürlichste Art Zeuge, Beobachter und

Gestalter meines Lebens.

Dieser Jetzt-Raum, den ich als die 4. Dimension

bezeichne, berührt klarerweise die 5. Dimension.

Das ist der Raum aller Möglichkeiten. Ich nenne

diesen Raum auch Idealität oder Variantenraum,

weil alle nur denkbaren Möglichkeiten latent hier

›gelagert‹ sind. Alle Ideale. Vom Schönen das

Schönste, wenn du so willst.

Über den Jetzt-Raum können wir gewissermaßen

in diesen Möglichkeiten-Raum greifen und

darum bitten — oder es zulassen —, dass die beste

der besten Varianten in unsere 3-D-Welt kollabiert.

Sich dort zeigt. Im Hier. Im Jetzt. Denn

wir alle leben in 3-D. Doch wir gestalten unser

Leben gekonnt und effizient, wenn wir um die

höheren Dimensionen wissen und dieses Wissen

auch einsetzen und handhaben.

Mut ist die Qualität, die uns nach oben führt und

uns mit der Kraft des Jetzt verbindet.

So zu leben ist wunder-voll.

f

Die Zeit ist gekommen, in der wir den Verstand

wieder zu unserem Diener machen. Dies ist ein

Bewusstseins-Sprung anstelle von Selbstzerstörung

durch das Ego. Mut wird uns dabei rigoros

unterstützen. Die Kraft der Gegenwart wird so zum

Segen unserer Tage. JETZT.

Karl Gamper wirkt gemeinsam mit seiner

Frau Jwala im gesamten deutschen Sprachraum.

Die beiden haben in Tirol den Kraftplatz

Claudiaschlössl im Geiste von NeuLand

gestaltet und betreiben den online-Shop:

www.signshop.tirol. Die NeuLandWelle sind

Körpergebete und Bewegungsmeditationen,

die dich wirkmächtig darin unterstützen,

höhere Ebenen des Bewusstseins zu aktivieren.

www.neulandwelle.com

90

91

Weitere Magazine dieses Users