VestivalPlus2019

Medienhaus.Bauer

DIE LESUNGEN

„WELTEN ZUM LEBEN ERWECKEN“

Auch unter der neuen Intendanz von Olaf Kröck wird es die vom Medienhaus Bauer präsentierten Lesungen geben.

Zwar nicht immer mehr nur sonntags morgens und ergänzt um einen Best-of-Poetry-Slam sowie zwei neue Literaturkritikund

Reportage-Reihen. Doch auch dieses Mal versammelt sich traditionell das Who is who der Schauspiel-Szene.

Vorab haben wir für Sie die Lesungen im Schnelldurchlauf unter die Lupe genommen.

LINA BECKMANN / CHARLY HÜBNER

„Einst in Europa“

5. MAI 11 UHR

CAROLINE PETERS

„Malina“

12. MAI 11 UHR

WOLFRAM KOCH

„Austern“ und „Sommerfrische“

13. MAI 20 UHR

„Bukow. Wie Tschechow oder Fuck off.“ Bärbeißig wie

Schimmi stellt sich Grimme-Preisträger Charly Hübner

seit 2010 in seiner Kommissar-Rolle im Rostocker

„Polizeiruf 110“ vor. Aber, so sagt er: „Das ist nur eine

Rolle. Ich selbst bin ein heiterer Typ.“ Ein Vorbild war

Schimmi trotzdem – wegen seines „Gerechtigkeitssinnes

und weil er nicht so eine glatte Backe war.“

Im vergangenen Jahr spielte Hübner mit Gattin Lina

Beckmann, das Schauspielehepaar lebt in einem

Hamburger Vorort mit Sohn und Pudel, in der Komödie

„Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und

leer?“ zusammen auf der Kinoleinwand. Auch beim

Bochumer Künstlerkollektiv „Spielkinder“ stehen die

beiden zusammen auf der Bühne – so auch bei den

Ruhrfestspielen in 2018. Nun kehrt das Duo an den

Grünen Hügel zurück und hat John Bergers „Einst

in Europa“ im Gepäck, eine wunderbare Liebesgeschichte

von 1988 aus Savoyen. Odile Blanc, Tochter

eines Bauern, blickt darin zurück auf ihr Leben,

während sie mit Sohn Christian, dem Drachenflieger,

hoch über der Landschaft ihrer Jugend schwebt.

An allen deutschen Schauspielbühnen, an denen sie

sich nach dem Abitur vorstellte, schaffte Caroline

Peters es bis in die letzte Runde. Aber am Ende wurde

sie nicht genommen. 2018 dann, knapp 30 Jahre

später, kürte das Fachmagazin „Theater heute“ sie

wiederholt zur Schauspielerin des Jahres. Es hat sich

also viel getan, bekam die 47-Jährige doch diverse

hochkarätige Preise, darunter das Grimme-Gold für

„Arnies Welt“. Sie spielt seit rund 15 Jahren am Wiener

Burgtheater und ist mit ihrem komödiantischen

Talent ebenso bekannt durch die TV-Reihe „Mord mit

Aussicht“ wie durch Auftritte bei Wilsberg, Stromberg

oder „Ein Schnitzel für zwei“. Ihre „Theatrografie“

liest sich nicht minder gut – von der Elisabeth aus

Maria Stuart bis zur Medea. Caroline Peters spricht

auch in Hörspielproduktionen und bei Lesungen, wie

jetzt bei den Ruhrfestspielen: Ingeborg Bachmanns

einziger Roman „Malina“ handelt von einer ungewöhnlichen

Dreiecksgeschichte einer Frau, die zwei

Männer liebt.

In seiner Heimat, Paris, ist Wolfram Koch (57) ohne TV

aufgewachsen Sein Vater, damals ein Jurist im Dienst

der Nato, wollte es so. Als Koch in jungen Jahren

nach Bonn kam, änderte sich das, wurden auf dem

Schulhof Kultserien wie „Immer wenn er Pillen nahm“

nachgespielt. Die Schauspiellust behielt der Vierfach-

Vater bis heute wie seine unzähligen Theater- und

TV-Rollen – auch als Frankfurter Tatort-Kommissar

– beweisen.

Bei den Ruhrfestspielen widmet er sich den frühen

Erzählungen wie „Austern“ oder „Sommerfrische“

von Anton Tschechow. Tschechow – „wie Bukow

oder Fuck off“, würde Charly Hübner vermutlich jetzt

sagen. In seinen Kurzgeschichten skizziert Tschechow

Momentaufnahmen aus dem Leben so lebhaft,

dass der Leser sich in die Menschen im Russland des

späten 19. Jh. versetzt sieht. Charaktere jeder sozialen

Schicht und Berufsgruppe, jeden Alters und jeder

Lebenslage kommen dabei zu Wort.

LINA BECKMANN CHARLY HÜBNER CAROLINE PETERS WOLFRAM KOCH DUNJA

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