VestivalPlus2019

Medienhaus.Bauer

DUNJA HAYALI

„Haymatland“

20. MAI 20 UHR

Ihr Vater praktizierte in Datteln, sie wuchs auf mit

Volleyball, mit Tennis als Leistungssport, mit Fußball.

Dem Sport ist Dunja Hayali bis heute treu geblieben.

Sie studierte an der Deutschen Sporthochschule,

moderiert seit 2018 das ZDF-Sportstudio und ist

nach eigenen Aussagen seit 41 Jahren „im Herzen

der Raute treu“, will heißen: Mönchen-Gladbach-Fan.

Sport, insbesondere Fußball, so glaubt sie, verbindet.

Die 44-jährige Trägerin des Bundesverdienstkreuzes

gegen Rassismus und seit Kurzem auch des Helden-

Awards für Respekt, überreicht durch die Fußballfabrik

von Eurofighter Ingo Anderbrügge, hofft allerdings,

dass die integrative Wirkung künftig nicht 90

Minuten auf dem Rasen vergessen wird, andernfalls

drohe ihr Deutschland, ihre Heimat, noch verloren

zu gehen. In Ihrem Buch „Haymatland“ überlegt die

Tochter irakisch-christlicher Einwanderer denn auch,

wie ein Zusammenleben verschiedener Kulturen

trotz der größer werdenden Hetze von rechts gelingen

kann, während Festspielintendant Olaf Kröck

moderiert (Interview: siehe Seite 10).

DIETMAR BÄR

„Die Rebellion“

2. JUNI 11 UHR

Mit einem Faible für Oldtimer, Currywurst und seine

Enkeltochter – so lieben Tatort-Fans Dietmar Bär

als Kölner Kommissar Freddy Schenk. Doch in dem

gebürtigen Dortmunder steckt noch viel mehr.

Schon als Schüler besserte er sein Taschengeld als

Statist am heimischen Stadttheater auf, wollte nie

etwas anderes als Schauspieler werden. Nach der

Ausbildung an der Schauspielschule Bochum und

ersten Theater-Engagements ließen Filmrollen nicht

lange auf sich warten. 1984 wirkte der 58-Jährige

etwa in Dominik Grafs Spielfilm „Treffer“ mit, später

wurde er als Sportarzt Conny Knipper sowie an der

Seite von Willy Millowitsch in der Klefisch-Reihe

bekannt. Auch zahlreichen Hörbüchern leiht Bär

seine sonore Stimme. Etwa in „Kim Novak badete nie

im See von Genezareth“ oder „Grimms Märchen“. Mit

Joseph Roths „Die Rebellion“ präsentiert Bär jetzt das

Schicksal vom Krüppel Andreas Plum, einem stets

um Anpassung bemühten Rebellen wieder Willen.

MARTIN BRAMBACH / CHRISTINE SOMMER

„Der Gang vor die Hunde“

6., 7., 8. JUNI 20 UHR

Mit einer etwas anderen szenischen Lesung kommt

das Recklinghäuser Schauspielehepaar Martin Brambach

und Christine Sommer an den Grünen Hügel.

Das Duo wird musikalisch vom Christian Hammer

Trio begleitet, wenn es an drei Abenden aus Erich

Kästners „Gang vor die Hunde“ liest. Ursprünglich ist

der autobiografische Großstadtroman 1931 gekürzt,

weil zensiert, unter dem Titel „Fabian, die Geschichte

eines Moralisten“ erschienen. Erst 2013 wurde die

ungekürzte Version unter dem heutigen Namen

veröffentlicht.

Ihr Inhalt: Moralist Fabian taumelt mit seinem Freund

Labude durch das unmoralische, ausschweifend dekadente,

ja fast pornografische Berlin der 30er-Jahre

und erzählt dabei von ge- und verkaufter Liebe sowie

reichlich unerfüllter Sehnsucht. Dieses Heimspiel

ist ein Muss für alle Fans der vom Medienhaus Bauer

präsentierten Lesungen.

MILAN PESCHEL

„Für alle reicht es nicht“

9. JUNI 11 UHR

Wenn Milan Peschel eines in seiner Lehre gelernt hat,

dann, dass er nie der exakte Tischler werden würde.

Doch es ergab sich eine Lösung, die ihn letztlich zur

Schauspielerei geführt hat: die Theatertischlerei,

verschrien dafür, „dass man dort ein bisschen pfuschen

kann“, weil es ja nur auf die Entfernung nett

aussehen müsse. Es sei gut, wenn man noch eine

andere Welt als die der Kunst kenne, einen normalen

Job zu haben, erde. Bis 1991 hatte er solch einen Job,

dann wollte er gesehen werden, Applaus ernten,

Schauspieler werden. Seitdem ist der 51-Jährige

vielbeschäftigt, macht vor allem in Nebenrollen auf

sich aufmerksam. Neben seinem Freund Matthias

Schweighöfer etwa spielte er in Komödien wie „Der

Schlussmacher“ und „Der Nanny“. In Kinofilmen wie

„Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ oder

„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wirkte

er mit, stand für die Hauptrolle von „Der Hauptmann

von Köpenick“ im Deutschen Theater auf der Bühne.

Peschel, der in Ost-Berlin aufwuchs und heute mit

seiner Frau und zwei Kindern im Stadtteil Prenzlauer

Berg lebt, kommt mit „Für alle reicht es nicht“ mit

einer Hommage an Heiner Müller, nach Recklinghausen.

ifi

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