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Architektur Fachmagazin April-Mai 2019, Thema: Wie wohnen wir? Wissen, Bildung, Architektur, Information für die Bauwirtschaft, Fachmagazin

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edv

Mit BIM-Checkern lassen sich Fachmodelle

zusammenführen, um sie zu analysieren, zu

prüfen, zu kommentieren und samt korrespondierendem

Screenshot an Projektbeteiligte

als BCF-Nachricht weiterzuleiten.

Entsprechende Aufgaben und Arbeitsanweisungen

lassen sich inklusive Modellverknüpfung,

Zuständigkeiten, Prioritäten

und Fälligkeiten unter allen betreffenden

Planungspartnern dokumentiert verteilen.

Daraus ergeben sich klare, verbindliche

Verantwortlichkeiten, die Planungsabläufe

transparenter und sicherer machen. Einige

BIM-Server ermöglichen auch die parallele

Bearbeitung an einer Projektdatei in Echtzeit.

Ein Reservierungssystem zeigt dabei

an, welche Elemente von Kollegen zur Bearbeitung

reserviert sind und welche Bereiche

zur Verfügung stehen. Das ermöglicht auch

alternative Kooperations- und Arbeitsmodelle

wie etwa die Zusammenarbeit mit freiberuflichen

Mitarbeitern oder die gemeinsame

Planung mehrerer Büro-Zweigstellen

an einem Projekt.

Da unterschiedliche Versionsstände von

BIM-Modellen oder Dokumenten zu den

Hauptfaktoren für Missverständnisse und

Fehler gehören, kommen spezielle Revisions-Manager

zum Einsatz: Wird eine veränderte

Version hochgeladen, erscheint eine

Datums- und Zeitangabe, inklusive einer

Liste aller Revisionsstände, die bei Bedarf

geöffnet und verglichen werden können.

Damit sind auch komplette Projekthistorien

dokumentier- und nachvollziehbar. Apps

machen die kooperative BIM-Planung mobil.

Tauchen auf der Baustelle Fragen auf, kann

man sie zeit-, ort- und plattformunabhängig

am BIM-Modell klären. Baumängel können

digital aufgenommen und mit einer IFC-Datei

gekoppelt oder direkt vor Ort auf der

Baustelle im BIM-Viewer erfasst und dem

hinterlegten 3D-Modell zugeordnet werden.

Da über den Projektraum alle ausführenden

Gewerke darauf zugreifen und den Bearbeitungsstatus

rückmelden, können sich

alle Projektpartner schnell eine Übersicht

über den aktuellen Bearbeitungsstand verschaffen.

Einige Anbieter ermöglichen über

offene Application Programming Interfaces

(API) oder Software Development Kits

(SDK) eine Anpassung der BIM-Serverfunktionen

an eigene Bedürfnisse, beispielsweise

eine individuelle Programmierung von

Auswertungsberichten und Reports oder

die Einbindung eigener Software.

Beispiele für BIM-Server

Mittlerweile gibt es zahlreiche Lösungen.

Zu den seit vielen Jahren bestehenden

allgemeinen oder bauspezifischen Projekträumen,

die allmählich um BIM-Funktionen

Für alle Projektteilnehmer und Fachdisziplinen bieten BIM-Server viele Vorteile.

© Trimble

erweitert werden, gesellen sich zunehmend

von BIM-Softwareherstellern angebotene

BIM-Plattformen, die sukzessive um Verwaltungs-

und Management-Funktionen

erweitert werden. Letztere werden im Folgenden

beispielhaft vorgestellt (Auswahl,

siehe auch Infokasten):

BIM 360 von Autodesk ist eine Cloud-Plattform,

auf der alle Projektdaten in einem zentralen

Arbeitsbereich liegen und im Browser

oder auf mobilen Endgeräten abgerufen

werden können. Damit lassen sich 2D- und

3D-Konstruktions- und Projektdateien an

jedem Arbeitsort anzeigen, austauschen

und auffinden. Durch die Vernetzung von

Mitarbeitern im Büro und auf der Baustelle

lassen sich Abläufe beschleunigen, Kosten

und potenzielle Fehlerquellen reduzieren.

Die BIM 360-Plattform umfasst mehrere

Produkte: Mit BIM 360 Docs werden

Modelle oder Dokumente veröffentlicht,

verwaltet, überprüft und genehmigt. BIM

360 Design ermöglicht Projektteams die

Zusammenarbeit an gemeinsam genutzten

Revit-Modellen. BIM 360 Glue vernetzt

Projektteams, optimiert Arbeitsabläufe

zur Projektprüfung und -koordination. 360

Build optimiert die Qualitätskontrolle und

das Projektmanagement auf der Baustelle

(www.autodesk.com/bim-360).

Die BIMcloud von Graphisoft ist eine

cloud basierte BIM-Umgebung für die Zusammenarbeit

an Projekten jeder Größe.

Projektdateien lassen sich in Echtzeit von

mehreren Nutzern bearbeiten, wobei ein

Reservierungssystem dafür sorgt, dass

jeder nur individuell reservierte Bereiche

bearbeiten kann. Dank patentierter Delta-Server-Technologie,

mit der lediglich

Veränderungen und nicht die gesamte Projektdatei

übermittelt werden, ist die BIMcloud

auch für umfangreiche Projekte und

komplexe Arbeitsprozesse einsetzbar. Zur

Leistungssteigerung lassen sich beliebig

viele BIM-Server zu einer Cloud vernetzen.

Das ermöglicht einen Simultan-Zugriff auf

gemeinschaftlich genutzte BIM-Projekte

rund um die Uhr für eine beliebige Anzahl

von Arbeitsplätzen mit Standard-Internetverbindung.

Durch die Integration mobiler

Geräte können alle Projektbeteiligte auch

von unterwegs oder von der Baustelle aus

zusammenarbeiten (www.graphisoft.at/

teamwork/bimcloud).

Bimplus von Allplan unterstützt die Steuerung

und Überwachung des gesamten

Lebenszyklus von Bauwerken. In der Planungsphase

lassen sich beispielsweise

offene Aufgaben nachverfolgen und kontrollieren.

Vorhandene Softwarelösungen

können eingebunden oder eigene Applikationen

programmiert werden. Alle BIM-Inhalte

einer in Allplan Bimplus eingebundenen

Software werden in einem zentralen

Koordinationsmodell zusammengeführt

und visuell dargestellt. Unstimmigkeiten

sind sofort für alle sichtbar und können

bereinigt werden. Über Task Boards lassen

sich Aufgaben mit allen Planungsbeteiligten

koordiniert lösen, indem sie am Modell

verankert, Zuständigkeiten, Prioritäten und

Fälligkeiten festgelegt und in Echtzeit kommuniziert

werden. Der Projektzugriff über

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