architektur_319_eMag

architekturonline.com

Architektur Fachmagazin April-Mai 2019, Thema: Wie wohnen wir? Wissen, Bildung, Architektur, Information für die Bauwirtschaft, Fachmagazin

architektur FACHMAGAZIN

122

edv

BIM-Server ermöglichen eine zentrale Ablage und den Austausch von

BIM-Fach- und Koordinationsmodellen innerhalb geschlossener Benutzergruppen.

© Allplan

Integrierte Kontroll- und Kollaborationsfunktionen vereinfachen das

Aufspüren und gemeinschaftliche Beseitigen von Fehlern.

© Allplan

mobile Geräte ermöglicht ein ortsunabhängiges

Arbeiten, die Gestensteuerung eine

intuitive Bedienung (www.allplan.com/at/

produkte/allplan-bimplus).

Worauf sollte man achten?

Bereits zu Projektbeginn sollte die Frage

geklärt werden, was nach Projektabschluss

mit den Projektdaten passiert, wer sie erhält

und sich weiterhin darum kümmert und

wie man die Daten auch über die Planungsund

Bauphase hinaus für den Bauherren

nutzbar machen kann. Da große Projekte

und zahlreiche Nutzer die Antwortzeiten

von BIM-Servern insbesondere bei geringer

Internet-Bandbreite schnell in die Knie

zwingen können, sollte man auch folgende

Fragen stellen: Wie verhalten sich Antwortzeiten

bei sehr großen Objekten und zahlreichen

Nutzern? Ist ein Projektdatenzugriff

auch bei geringer Internet-Bandbreite möglich?

Sind auch Projektzugriffe auf mehreren

Servern möglich? Wichtig sind Workflow-Funktionen,

die einen automatisierten

Ablauf zuvor definierter Vorgänge, die Zuweisung

von Aufgaben und die Kontrolle

von Terminen ermöglichen: Wer bekommt

wann was? Wer muss was bis wann prüfen

und wem weiterleiten und so weiter? Über

eine zentrale Benutzer-, Rollen- und Rechteverwaltung

sollte man neue Benutzer und

Benutzergruppen bequem anlegen, Zugriffsrechte

für Einzelne oder Gruppen vergeben

und übersichtlich anzeigen können.

auch laufende Kosten für den Internet-Zugang

hinzu. Ein kostenloses und unverbindliches

„Hineinschnuppern“ ist bei vielen

Anbietern über einen begrenzten Zeitraum

(z. B. 30 Tage), eine maximale Datenmenge

(z. B. 25 MByte), eine bestimmte Funktionsauswahl

oder eine maximale Teilnehmerzahl

(z. B. 2 Teilnehmer) möglich. Weiterer Speicherplatz

sollte sich jederzeit bei Bedarf anmieten

lassen. Der Nutzungsvertrag sollte

ferner möglichst kurzfristig kündbar sein.

Virtuelle Projekträume?

Aber sicher!

Ohne BIM-Server kein openBIM. Sie machen

ein komfortables gemeinsames Arbeiten an

openBIM-Projekten erst möglich. Die Bereitstellung

von Projektdaten, Software- und

Serviceleistungen per stationärem oder

mobilem Internet bietet für Projektbeteiligte

erhebliche Rationalisierungs- und Kostenvorteile,

reduziert Abstimmungsfehler und

verbessert den Planungs-Workflow. Bei der

Auswahl der Plattform sollte man neben den

BIM- und Management-Funktionen aber

auch auf Aspekte des Datenschutzes, der

Datensicherheit, der Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit

achten. BIM-Serversysteme

sind redundant ausgelegt, sodass bei Ausfall

eines Systems dessen Aufgabe sofort

von einem Stand-by-System übernommen

wird. Die Daten-Verfügbarkeit wird von den

Anbietern deshalb teilweise mit 99,9 Prozent

angegeben. Dennoch können Zugriffsprobleme

auftreten – etwa durch eine Störung

beim eigenen Internet-Provider. Notfallpläne

wie etwa andere Kommunikationswege,

alternative Anbieter und Internet-Zugänge

etc. sind deshalb sinnvoll. Die automatische,

mehrmals tägliche Sicherung durch den Anbieter

entbindet die Nutzer nicht von der

individuellen Datensicherungs-Pflicht. Es

ist immer derjenige Projektbeteiligte für die

Datensicherung eines Dokuments verantwortlich,

der dieses neu oder verändert in

den gemeinsamen Datenpool ablegt. Deshalb

sind auch Nutzer von BIM-Servern zur

individuellen Datensicherung verpflichtet.

Zwar versichern inzwischen einige Anbieter,

dass Projektdaten nur auf deutschen Servern

mit strengeren Sicherheitsstandards

gespeichert und über sichere Datenverbindungen

verschlüsselt transferiert werden.

Eine absolute Sicherheit vor unbefugtem

Zugriff kann allerdings kein Anbieter garantieren

(der Dokument-Versand per E-Mail allerdings

auch nicht). Beachtet werden sollte

auch, dass virtuelle Projekträume – ebenso

wie die BIM-Planungsmethode – Disziplin

voraussetzen. Eine Zusammenarbeit funktioniert

nur, wenn alle Vorgaben und Absprachen

einhalten und den BIM-Server konsequent

nutzen. Für so manchen Teilnehmer

kann sich auch die neue Transparenz als gewöhnungsbedürftig

erweisen: Da alle Aktivitäten

im Hintergrund protokolliert werden,

lässt sich schnell nachvollziehen, wer was

wann erledigt – oder eben nicht erledigt hat.

Eine Mehrsprachenfähigkeit ist Voraussetzung

für den Einsatz im Rahmen internationaler

Projekte. Abgerechnet werden die

Leistungen von Projekträumen unterschiedlich:

monatlich oder jährlich, nach dem belegten

Speicherplatz und/oder der Teilnehmeranzahl,

pauschal oder bauvolumen- oder

bausummenabhängig. Außer den einmaligen

Einrichtungs- und monatlichen Nutzungsgebühren

kommen für die Teilnehmer natürlich

Produkte und Anbieter*

Aconex Connected BIM (www.conject.com), Allplan Bimplus (www.allplan.com),

Asite (www.asite.com), Autodesk BIM 360 (www.autodesk.at), Awaro (www. awaro.com),

Bentley ProjectWise (www.bentley.de), BIMserver.org (bimserver.org),

BRZ-Project-Connect (www.brz.eu), PMG Projektraum (www.pmgnet.at),

ProjectWise (www.bentley.com), think project! BIM Collaboration (www.thinkproject.com),

Trimble Connect (connect.trimble.com)

* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit