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Thema: 100 Jahre Grundschule. Ein Grund zum Feiern?

fang an vorgeschrieben. Die Buchstaben

wurden nach und nach für alle Lernenden

im gleichen Tempo eingeführt, wodurch

dem Bedürfnis einiger Kinder, das

Schreiben und Lesen schneller zu erlernen,

nicht entsprochen werden konnte.

Lehrerfortbildung

Die Fortbildung (Kurssystem) der

Lehr kräfte wurde hauptsächlich in

die Ferien gelegt. In den Winterferien

fand jeweils der Grundkurs statt, der

die fächerübergreifenden Bereiche wie

Pädagogik, Psychologie und Themen

aus dem Bereich Marxismus-Leninismus

beinhaltete. Der Sommerkurs

umfasste die Fachbereiche. Alle vier

Jahre war eine Beteiligung für alle Lehrkräfte

Pflicht. Der Unterricht wurde

regelmäßig durch Fachberater besucht

und bewertet, was bei den Lehrkräften

immer Spannung erzeugte.

Freizeit

Da in der DDR fast alle Frauen berufstätig

waren, gehörte zu jeder Grundschule

ein Hort. Die Erzieherinnen waren

ausgebildete Pädagogen, teils mit einer

Ausbildung als Unterstufenlehrerin. Die

Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften

und Erzieherinnen war sehr intensiv.

Durch die Verteilung der 21 Unterrichtsstunden

auf sechs Wochentage

konnte für die Kinder im ersten Schuljahr

nach dem Unterricht Mittagsschlaf

angeboten werden. So konnten sie ausgeruht

ihre Hausaufgaben erledigen. Die

Horte waren die Hauptform der Nachmittagsbetreuung.

Nahezu alle Kinder wurden im ersten

Schuljahr als Jungpioniere in die Pionierorganisation

aufgenommen. Neben

der politischen Funktion hatten die wöchentlich

stattgefundenen Pioniernachmittage

die Aufgabe, die Freizeit der

Auszüge aus der »Unterrichtshilfe« Deutsch Klasse 1

Kinder zu organisieren und ihnen entsprechende

sinnvolle gemeinsame Aktivitäten

anzubieten. Zusätzlich zu den

Pioniernachmittagen im Klassenverband

gab es auch, teilweise verordnete,

Aktionen auf Schulebene. Nennenswert

sind hier Solidaritätsaktionen für Hilfsorganisationen

und die großangelegten

Altstoffsammlungen. Dabei traten

die Klassen in einen Wettstreit. Einen

ganzen Tag lang zogen die Kinder mit

Handwagen durch das Wohngebiet und

baten um Flaschen, Gläser, Papier und

Lumpen. In der Schule wurden dann die

Altstoffe von den älteren Schülern, den

FDJ-lern, abgenommen, erfasst und auf

Lkws verladen. Der erzielte Erlös kam

der Schule zugute.

Die Pioniergruppen organisierten darüber

hinaus in ihren Klassen Lernpatenschaften

und Patenschaften für hilfsbedürftige

Menschen im Wohngebiet. Sie

gingen in Pflegeeinrichtungen, um die älteren

Menschen mit Liedern, Gedichten

und kleinen Theaterstücken zu erfreuen,

Darüber hinaus gab es Arbeitsgemeinschaften

verschiedener Ausrichtungen

auf Schul- und Kreisebene mit reichhaltigen

und breitgefächerten Freizeitangebote.

Diese wurden meist von Lehrkräften

geleitet, die dafür eine zusätzliche Aufwandsentschädigung

erhielten.

Pioniergruppe beim Auftritt

Schule Außenansicht

GS aktuell 146 • Mai 2019

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