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Rundschau

Merkblätter für Kitas und weiterführende Schulen

Die Entwicklung der Handschrift

ist nicht nur Sache der Grundschule

Viele Kolleginnen und Kollegen

in der Grundschule sind schon

seit langer Zeit unzufrieden mit

den Ergebnissen des herkömmlichen

Schreiblehrgangunterrichts. Die Kinder

schreiben zum Teil zu wenig formklar,

zu langsam und ohne Schwung.

Sobald sie dann in den weiterführenden

Schulen mehr und schneller schreiben

müssen, verschärft sich das Problem:

Manche Handschriften sind dann kaum

noch lesbar. Auch die Kinder selbst

sind sich oft dieses Problems bewusst

und wechseln dann wieder zu einer

unverbundenen Druckschrift, mit der

sie besser zurechtkommen als mit den

herkömmlichen Ausgangsschriften.

Mit dem Konzept der Grundschrift will

der Grundschulverband diesem Problem

begegnen und das Schreiben mit

der Hand wieder stärker entwickeln

und begleiten. In diesem Konzept wird

die individuelle Schriftentwicklung der

Kinder in den Blick genommen und –

ausgehend von der Druckschrift – auf

den Umweg über eine normierte »Ausgangsschrift«

wie LA oder VA verzichtet.

Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung

einer gut lesbaren und flüssig

geschriebenen persönlichen Handschrift,

die über alle Schuljahre hinweg

unterstützt und begleitet wird.

In diese Entwicklung sollen die Kinder

von Anfang an mit einbezogen werden

und lernen, sich mit ihrem eigenen

Schreibprozess und ihren Schriftprodukten

kritisch auseinanderzusetzen und

ihre Handschrift mit entsprechenden

Anregungen weiterzuentwickeln. Wichtig

ist bei diesem Ansatz, dass die Kinder

eine aktive Rolle bei der Entwicklung

ihrer Handschrift übernehmen:

Sie entscheiden, welche Verbindungen

und Buchstabenformen ihnen besonders

gut gelingen und flüssig zu schreiben

sind und damit für ihren individuellen

Schreibfluss von Vorteil sind. Sie

reflektieren ihre Ideen, Schreibprodukte

und Erfahrungen in Schriftgesprächen

mit den anderen Kindern und mit der

Lehrerin. Anregungen für die Weiterentwicklung

ihrer Handschrift bekommen

sie durch das Ausprobieren von schreibmotorisch

sinnvollen Buchstabenverbindungen

und das Experimentieren mit

Schrift: Hier werden ganz unterschiedliche

Schriften (z. B. auch die verschiedenen

Ausgangsschriften LA, VA, SAS),

verschiedene Schreibgeräte, Lineaturen,

unterschiedliches Papier und viele Anregungen

zum Gestalten mit Schrift erprobt.

Durch die bewussten Entscheidungen,

welche Anregungen sie aufgreifen

wollen, übernehmen die Kinder

mehr und mehr die Verantwortung für

ihre Entwicklung einer formklaren, gut

lesbaren und flüssig zu schreibenden

Handschrift.

Ein Beginn der Förderung der

Schreibmotorik im vorschulischen Bereich

wäre sinnvoll und würde die Kinder

in der Entwicklung ihres Schreibprozesses

zusätzlich unterstützen. Auch

am Ende der Grundschulzeit ist die Entwicklung

der Handschrift noch nicht

abgeschlossen und zunehmenden Anforderungen

ausgesetzt, bei denen die

Schülerinnen und Schüler weiterhin

auch in den Sekundarschulen Schreibvorbilder,

Unterstützung bei der Entwicklung

der persönlichen Handschrift

und Möglichkeiten zur Reflexion benötigen.

Nina Bode-Kirchhoff

Grundschullehrerin in Bremen

Dr. Erika Brinkmann

Stellvertretende Vorsitzende des

Grundschulverbands, Professorin für

Deutsche Sprache und Literatur und

ihre Didaktik (em.)

Damit Kinder besser schreiben lernen

Viele Lehrerinnen, Lehrer und Eltern sind unzufrieden mit

den Ergebnissen des herkömmlichen Schreiblehrgangs-

Unterrichts. Kinder schreiben zum Teil zu wenig formklar, zu

langsam und ohne Schwung.

Sobald sie in den weiterführenden Schulen mehr und schneller

schreiben müssen, verschärft sich das Problem: Manche

Handschriften sind dann kaum noch lesbar. Auch die Kinder

sind sich dieses Problems durchaus bewusst und wechseln

dann wieder zu einer unverbundenen Druckschrift, mit der

sie besser zurechtkommen als mit den herkömmlichen, nur

für die Schule konstruierten Ausgangsschriften.

Mit dem schriftdidaktischen Konzept der Grundschrift will

der Grundschulverband diesem Problem begegnen und das

Schreiben mit der Hand wieder stärker entwickeln und begleiten.

In diesen Prozess sollen die Kinder von Anfang an aktiv mit

einbezogen werden und lernen, sich reflektiert mit ihren

Schriftprodukten auseinanderzusetzen und ihre Handschrift

mit entsprechenden Anregungen weiterzuentwickeln.

www.

www.die-grundschrift.de

Zur Arbeit mit der Grundschrift hat der Grundschulverband

die »Kleeblatt-Hefte zum Lernen, Üben und Gestalten« herausgegeben:

Heft 1: Die Großbuchstaben, Heft 2: Alle Buchstaben,

Heft 3: Schreiben mit Schwung, Heft 4: Mit Schrift

gestalten. Die Kleeblatt-Hefte und passende Schreibhefte

dazu erhalten Sie nur über unseren Kooperationspartner

www.

sedulus.de

34 GS aktuell 146 • Mai 2019

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