25.04.2019 Aufrufe

GSa146_190410-Web-Einzelseiten

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

aktuell … aus den Landesgruppen

Mecklenburg-Vorpommern

Vorsitzender: Ralph Grote, Hasengang 3, 17309 Pasewalk

ralphgrote@aol.com

Bündnis für gute Schule

In Mecklenburg-Vorpommern

findet aktuell die

Entscheidung über ein neues

Schulgesetz im Landtag

statt. Ein wesentliches Ziel

der Novellierung ist es, die

gesetzlichen Grundlagen für

die Umsetzung der Inklusion

in unserem Land zu schaffen.

Schaut man sich jedoch

die geplanten Maßnahmen

an, so wird die Umsetzung

der Inklusion mit diesem

Gesetz sehr problematisch.

Die Selbstständigkeit von

Schule ist in Gefahr, weil

der Einzelschule nicht die

personellen, sächlichen

und organisatorischen

Ressourcen für eine gezielte

individuelle Förderung der

Kinder zur Verfügung gestellt

werden. In großem Umfang

sollen temporäre Lerngruppen

entstehen, in denen die

Kinder mit Förderbedarfen

nach diesem Gesetzentwurf

gesammelt und gefördert

werden. Voraussetzung ist

dafür jedoch der Antrag

auf sonderpädagogischen

Förderbedarf. Dies bedeutet

eine langwierige, überbürokratisierte

Antragstellung an

einen maßlos überlasteten

diagnostischen Dienst als

Zentralinstanz.

In jahrgangsbezogenen oder

jahrgangsübergreifenden

Lerngruppen soll an jeder

Grundschule als eine Zielstellung

die Schulfähigkeit der

Kinder hergestellt werden.

Neue Lehrpläne, die zurzeit

entwickelt werden, sollen

dazu die Grundlage bilden.

Unsere Landesgruppe wird

kritisch hinterfragen, wie

diese dem Bildungsanspruch

der Kinder gerecht werden.

Inklusion bedeutet, die

Kinder abzuholen, wo sie

stehen. Das beinhaltet

permanente Unterstützung

durch kompetente Sonderpädagogen,

Erzieherinnen

und Grundschullehrer, die bei

akuten Auffälligkeiten sofort

ansetzen kann und nicht erst,

wenn sich Förderbedarfe manifestieren.

Kurz gesagt, man

will etwas Wundervolles wie

Inklusion verkaufen, entzieht

den Grundschulen aber entscheidende

Möglichkeiten,

diese umzusetzen. In Zeiten

von Lehrermangel kann das

in dieser Form nur als Sparmodell

gewertet werden, um

die Förderschulen ersatzlos

zu streichen.

In den letzten Wochen trafen

sich daher besorgte Vertreter

der Gewerkschaften, der

Verbände der Schulleiter, der

Sonderpädagogen, der Gymnasien

und nicht zuletzt auch

wir vom Grundschulverband,

um über die Gründung eines

landesweiten Bündnisses

für Bildung zu beraten, um

dieser Entwicklung konstruktive

Vorschläge entgegenzusetzen.

Auf der Landespressekonferenz

vom 19. März

stellte sich das Bündnis nun

erstmals offiziell vor und bot

dem Bildungs ministerium

Hilfe bei der Überarbeitung

und Verbesserung des neuen

Schulgesetzes an. Denn

Schulpolitik, die wie in der

jüngsten Vergangenheit

über die Köpfe der Schulen

hinweg entschieden wird,

kann nicht funktionieren. Es

bleibt abzuwarten, wie die

Politik unsere Hilfe annimmt,

denn wir sind bereit, unseren

Protest öffentlichkeitswirksam

kundzutun.

P.S.: Unsere Landesgruppe

ist nun auch auf Facebook

vertreten und freut sich über

jeden Besucher.

Für die Landesgruppe:

Sandra Stolzenburg

Sachsen

Kontakt: Antje Braunreuther

a.braunreuther@gmx.de

Fachtag »Inklusive Praxis in

Leipzig und Umgebung«

Am 13. März trafen sich mehr

als 120 VertreterInnen aus

Schule und Universität im

Paulinum der Universität, um

in die Diskussion und den

inspirierenden Austausch

über die konkrete Umsetzung

inklusionsorientierter Kulturen,

Praktiken und Strukturen

in Sachsen zu kommen.

Die Vielfalt von Lernenden

und ihren Lernwegen stellt

vielerorts eine pädagogische

Herausforderung dar und

erfordert eine Anpassung der

Unterrichts- und Lernangebote,

der Schulentwicklung

und Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Erstmals fand eine solche

verbandsübergreifende

Veranstaltung statt. Organisiert

wurde der Fachtag

von der GEW Sachsen, dem

Grundschulverband Landesverband

Sachsen, dem

Verband Sonderpädagogik

Sachsen, der Landesarbeitsgemeinschaft

Inklusion in

Sachsen und der Universität

Leipzig.

Walter Hövel, ehemaliger

Schulleiter der inklusiven

Grundschule Harmonie

(Eitorf), eröffnete den

Fachtag mit seinem Vortrag

»Schule, Unterricht und

Lernen verwalten oder

entwickeln?«. Am Vormittag

öffneten dann verschiedene

Leipziger Schulen ihre Türen

zur Hospitation und gaben so

einen Einblick in ihre Ansätze

inklusiver Schulentwicklung.

Gleichzeitig bestand die

Möglichkeit, an diversen

praxisorientierten Workshops

teilzunehmen.

Am Nachmittag berichteten

Schulen am Tagungsort

Otto Herz, Reformpädagoge und ehemaliger Lehrer der Laborschule

Bielefeld, bei seinem abschließenden Impuls zur Haltung

zur Inklusion

von ihren Erfahrungen und

Ansätzen zur inklusiven

Schulentwicklung. Den

Ausklang gestaltet Otto

Herz, Reformpädagoge und

ehemaliger Lehrer der Laborschule

Bielefeld, mit einem

abschließenden Impuls zur

Haltung zur Inklusion.

Für die Landesgruppe:

Ute Schmerbauch

48 GS aktuell 146 • Mai 2019

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!