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Thüringen

Vorsitzende: Steffi Jünemann

grundschulverband-thueringen@gmx.de

Thüringer Gesetz

zur Weiterentwicklung

des Schulwesens

Anlässlich der Zusammenführung

des Thüringer

Schulgesetzes (ThürSchulG)

und Thüringer Förderschulgesetzes

(ThürFSG) zu einem

inklusiven Schulgesetz wurde

der Grundschulverband um

eine Stellungnahme bei der

Anhörung vor dem Landtag

gebeten. Neben einer

schriftlichen Stellungnahme

der Landesgruppe Thüringen

trug Liane Albert als Stellvertretende

Vorstandsvorsitzende

die Standpunkte des

Verbandes mündlich vor.

Die Anhörung erstreckte

sich über einen Zeitraum

von 9 Uhr am Morgen bis

nach Mitternacht, was die

Aufmerksamkeit und Konzentration

aller Beteiligten sehr

forderte. Ob insbesondere

spätere Redebeiträge noch

das notwendige Gehör

fanden, sei dahingestellt.

Liane Albert betonte die

Notwendigkeit, ein inklusives

Bildungswesen zu schaffen

– und damit den Vorrang des

gemeinsamen Unterrichtes.

Zugleich verwies sie auf die

dafür nötigen finanziellen,

räumlichen, sächlichen

und personellen Mittel

als Voraussetzung für ein

professionelles Lehrerhandeln.

Insbesondere regte die

Landesgruppe die Förderung

multiprofessioneller Teams in

den zunehmend heterogenen

Lerngruppen an.

Im Namen des Verbandes

begrüßte Liane Albert die

Festlegung, dass der erste

Versetzungsentscheid erst

am Ende der Klassenstufe

4 erfolgt. Der Versetzungsentscheid

nach der Schuleingangsphase

in die

Klassenstufe 3 wird daher

hinfällig. Ausgesprochen

kritisch wurde die Leistungseinschätzung

mittels Ziffernnoten

angemerkt. Es wurde

eine im Gesetz verankerte

Möglichkeit gefordert, die

Bewertung durch Ziffernnoten

auch in den Klassenstufen

3 und 4 durch eine verbale

Leistungseinschätzung

ersetzen zu können. Bisher ist

diese Möglichkeit lediglich

Schulen mit einem bewährten

reformpädagogischen

Konzept vorbehalten.

Weiterhin befürwortete die

Landesgruppe die im Schulgesetzentwurf

formulierten

Mindestschülerzahlen pro

Grundschule, da durch das

damit verbundene Stammpersonal

die Wahrscheinlichkeit

der Unterrichtsabsicherung

durch ausgebildete

Lehrpersonen erhöht wird.

Kritisch merkte Liane Albert

die festgelegte Angabe

von Mindestschülerzahlen

je Klasse an. Da im ersten

Schuljahr die Grundlagen

für den späteren Schulerfolg

gelegt werden, muss die

Lehrer-Schüler-Relation dem

zweifelsfrei Rechnung tragen.

Der Grundschulverband fordert

daher, die Mindestschülerzahl

der Einzuschulenden

auf maximal 20 festzulegen

und der Schule grundsätzlich

die Möglichkeit zu eröffnen,

die schulinterne Klassenbildung

an den besonderen

Förderbedürfnissen der

Schülerinnen und Schüler

auszurichten.

Leider thematisierte der

Großteil der weiteren

Anzuhörenden vorrangig

Strukturfragen und weniger

inhaltliche, auf Inklusion

bezogene Sachverhalte. Es

bleibt abzuwarten, ob die

Bemerkungen erhört werden

und ihren Niederschlag im

Gesetz und letztendlich in

der Praxis finden.

Für die Landesgruppe:

Dr. Madlen Protzel

Hamburg

Vorsitzender: Stefan Kauder, Rautenbergstr. 7, 20099 Hamburg

stefan.kauder@bsb.hamburg.de, www.gsvhh.de

Größere Grundschulen

aufgrund steigender

Schülerzahlen

In Hamburg hat die Schülerzahl

an den staatlichen

allgemeinbildenden Schulen

in diesem Jahr einen neuen

Höchststand erreicht, teilte

der Schulsenator Thies Rabe

im Rahmen der Vorstellung

der aktuellen Schuljahresstatistik

mit. Alle Grundschulen

bieten kostenfreie Ganztagsangebote.

Hier stieg die

Teilnahmequote auf 83,9

Prozent. Der Senator geht von

einem weiteren Wachstum

aus und erwartet bis zum Jahr

2024 rund 20 Prozent mehr

Erstklässler. 35 bis 40 neue

Grundschulen würden dann

benötigt. Maximal ein Drittel

davon soll durch Neubauten,

der Rest durch Aufstockung

der Zügigkeit an bestehenden

Grundschulen aufgefangen

werden.

Der Vorstand der Landesgruppe

sieht dies äußerst

kritisch. Bei einigen Schulen

führt dies bis zu einer Verdoppelung

der Schülerzahl. Es ist

zu befürchten, dass Fach- und

Differenzierungsräume

sowie zusätzliche Ruhe- und

Begegnungsstätten, die im

Ganztag immens wichtig sind,

als zusätzliche Klassenräume

umfunktioniert werden und

Zubauten die zum Teil schon

jetzt beengten Außenflächen

noch weiter einschränken.

Es stellt sich die Frage, ob

– zumindest bei Schülerzahlen

über 500 – die so wichtige

Identifikation der Kinder mit

»ihrer Schule« erreicht werden

kann. Sind die dafür nötigen

schulischen Rituale und die

Begegnungen als Schulgemeinschaft

sowohl räumlich

als auch in Bezug auf die

Belastbarkeit so junger Kinder

überhaupt möglich?

Standpunkt des Grundschulverbandes

ist es,

Grundschule als guten Ort

zu schaffen. Grundlage dafür

sind bauliche und räumliche

Voraussetzungen in Bezug auf

Raumangebot, -größe und

Außengelände. Begegnungsund

Ruheräume sind sowohl

drinnen als auch draußen

unerlässlich.

Von der Schulbehörde muss

eingefordert werden, dass

bei Erhöhung der Zügigkeit

zumindest die Vorgaben des

Musterflächenplans auf jeden

Fall einzuhalten sind, der

bereits als deutlich zu sparsam

eingeschätzt wird.

Für die Landesgruppe:

Marion Lindner

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