150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld

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Festschrift anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kameradinnen

und Kameraden,

auf das Herzlichste gratuliere ich der Freiwillige Feuerwehr

Grafenrheinfeld zu ihrem 150-jährigen Bestehen. Dies ist

nicht nur eine beachtliche Zahl, sondern vor allem eine

beachtlich lange Zeit, in der Sie und Ihre Vorgänger

unermüdlich Einsatz und Bereitschaft im Dienst für Ihren

Nächsten gezeigt haben.

Ganz besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass

Sie, stellvertretend für den Landkreis Schweinfurt, mit

dem „Gerätewagen Hochwasser“ ausgestattet wurden.

Sie haben sich hierfür bereit erklärt, wodurch Ihnen

eine besondere Rolle zukommt, sollte es im Landkreis

tatsächlich zu starken Hochwasserschäden kommen. Erwähnenswert ist, dass Ihr

Einsatzgebiet sich im Katastrophenfall auf den ganzen Freistaat erstrecken kann.

Die technische Ausstattung ist jedoch nur eine Seite. Noch wichtiger sind die Menschen,

die sich für diesen Dienst am Bürger engagieren. Dafür braucht es jeden Einzelnen von

Ihnen. In 150 Jahren haben sich die Aufgaben und Anforderungen, denen eine Feuerwehr

begegnen muss, sehr gewandelt. Ihre Aufgaben, liebe Kameradinnen und Kameraden,

sind durch die moderne Entwicklung vielfältiger und komplexer geworden. Sie eilen

bei Verkehrsunfällen ebenso zu Hilfe wie bei der Beseitigung von Umweltschäden und

ähnlichen Risiken unserer modernen technisierten Gesellschaft.

Über all die Jahrzehnte gleich geblieben sind das vorbildliche Verhalten und die

bemerkenswerte Einstellung derjenigen, die sich in den Dienst der Feuerwehr stellen.

Feuerwehrleute sind Menschen, die ihre Freizeit und Kraft für andere einbringen.

Dank Ihrer Einsatzbereitschaft können sich die Menschen in Grafenrheinfeld rund um

die Uhr sicher fühlen. Dieses Engagement verdient großen Respekt, Anerkennung,

Unterstützung und vor allem auch ein herzliches Dankeschön.

Daher wünsche ich Ihnen eine fröhliche und unbeschwerte Feier, zu der viele Gäste

kommen mögen, die Ihre Arbeit und Ihren Einsatz wie ich zu schätzen wissen. Für die

Zukunft wünsche ich Ihnen weiterhin alles Gute und dass Sie stets gesund von Ihren

Einsätzen zurückkommen.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Florian Töpper, Landrat

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Als Anfang des 19. Jahrhunderts Napoleon ein für die

Stadt Paris geltendes Dekret über die Freiwilligkeit

und Ehrenamtlichkeit der Feuerwehr erlies, war er sich

sicher nicht bewusst, was er damit bewirkte. Da die

Brandschutzproblematik überall gleich war, wurde die

Idee von anderen Städten und Gemeinden aufgenommen

und verbreitete sich schnell über Frankreich hinaus. Im

Jahr 1835 wurde die erste Feuerwehr auf deutschem

Boden gegründet. 1869 war es dann in Grafenrheinfeld

so weit. Weitblickende Männer gründeten zum besseren

Brandschutz unsere Freiwillige Feuerwehr.

Die Feuerwehrmänner von damals würden sich sicher

die Augen reiben, wenn sie sähen, für welches Spektrum

an Hilfeleistungen die heutige Freiwillige Feuerwehr zum Einsatz kommt.

Als sogenannte Pflichtaufgabe sorgt die Gemeinde stets dafür, dass die Ausrüstung auf

dem neuesten Stand ist. Sicher ist das neben der gelebten Kameradschaft auch ein

Grund dafür, dass viele Ehrenamtliche Zeit und Herzblut opfern, um im Ernstfall schnell

und effizient zu helfen. Herzlichen Dank hierfür! Ich wünsche mir, dass das noch lange

so bleiben wird. Für die Zukunft wünsche ich unserer Feuerwehr weiterhin viel Erfolg

und stets unfallfreie Einsätze.

Herzlichen Glückwunsch zum 150-jährigen Bestehen!

Sabine Lutz, 1. Bürgermeisterin

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Zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr

Grafenrheinfeld spreche ich im Namen aller Feuerwehren

des Landkreises Schweinfurt und der gesamten

Kreisbrandinspektion vom Landkreis Schweinfurt die

herzlichsten Glückwünsche aus.

Hinter dem Namen Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld

stehen engagierte Kameradinnen und Kameraden, die

das Feuerwehrgeschehen mit Leben und Ideen erfüllen

und das seit 150 Jahren. Ohne neue Ideen, ohne

ständige Rücksichtnahme auf die laufend ändernden

gesellschaftlichen und berufl ichen Bedingungen

der ehrenamtlichen Einsatzkräfte wäre diese

kontinuierliche Weiterentwicklung und Bestätigung des

Feuerwehrwesens in Grafenrheinfeld nicht möglich.

Die Vielzahl der Einsatzanforderungen bedingt aber auch eine immer umfassendere

Ausbildung, der sich jeder Feuerwehrangehöriger unterziehen muss, wenn er wirksam

helfen will. Für diese Bereitschaft gebührt den Feuerwehrangehörigen ebenso Dank,

wie ihren Familien, die diesem Opfer an Zeit volles Verständnis entgegenbringen.

Für die geleistete Arbeit spreche ich allen Mitgliedern in der Freiwilligen Feuerwehr

Grafenrheinfeld meinen herzlichen Dank aus. Ich ermuntere sie gleichzeitig, auch in

den kommenden Jahren nach besten Kräften in bewährter Weise weiter mitzuarbeiten,

zum Wohle und zur Sicherheit unserer Bürger. Mögen bei den Verantwortlichen der

Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld und der Gemeinde Grafenrheinfeld auch in den

nächsten 150 Jahren die Ideen und das ehrenamtliche Engagement nicht nachlassen.

Dann können sich die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft auf ein funktionierendes

Sicherheitssystem verlassen.

Ich wünsche der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld für die Zukunft alles Gute und

dass sie von den Übungen und Einsätzen immer gesund nach Hause kommt.

Holger Strunk, Kreisbrandrat

04


Sehr geehrte Feuerwehrkameradinnen und Kameraden,

auch von meiner Seite aus die herzlichsten Glückwünsche

zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr

Grafenrheinfeld. 150-jähriges Bestehen heißt 150 Jahre

Dienst der Feuerwehr für die Allgemeinheit, um für die

Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen und die

Gemeinde insgesamt ein Stück lebenswerter zu machen.

Ohne die Feuerwehren allgemein könnten wir uns unseren

heutigen Sicherheitsstandard gar nicht leisten. Somit hat

jeder einzelne Feuerwehrmann und Frau, der in oder für

die Feuerwehr Grafenrheinfeld seinen Dienst absolviert,

seit der Gründung seinen Beitrag dazu geleistet. Egal

ob als „einfaches“ Mitglied oder in der Führung. Sowohl

technisch als auch am Ausbildungsstand hat sich in den

letzten Jahren einiges weiterentwickelt. Gerade bei der Feuerwehr Grafenrheinfeld

werden neben den „normalen“ täglichen Ereignissen die Herausforderungen immer

größer, sei es durch die Nähe zum Kraftwerk oder die Weiterentwicklung der Industrie.

Daher ein großes Lob an alle Feuerwehrkameradinnen und Kameraden und auch an die

Feuerwehanwärterinnen und -anwärter, die eine nicht unerhebliche Grundausbildung

absolvieren dürfen, sich diesen zu stellen. Und dass in der heutigen Zeit, in der die

privaten und auch berufl ichen Anforderungen steigen. Die wenigs-ten arbeiten noch

in einer 35h-Woche eine halbe Stunde von der Haustüre entfernt. Gerade da fällt

es schwer Freizeit zu opfern und uneigennützig für die Allgemeinheit im Dienst zu

stehen. Zeit, die man oft für sich selbst oder die Familie dringend gebrauchen könnte.

Deshalb ist es wichtig auch einmal aus einem anderen Grund, wie nur im Ernstfall

zusammenzukommen und die Kameradschaft untereinander, und vor allem auch mit

den übrigen Feuerwehren des Landkreises in Form eines solchen Festes zu pfl egen.

Auch wenn die Organisation und die Durchführung eines solchen sicherlich mit sehr

viel Aufwand und Mühen verbunden ist. Mein Dank daher auch an alle, die sich, in

welcher Form auch immer, mit ihrem Einsatz einbringen und so für ein gutes Gelingen

beitragen. Ich wünsche dem Jubiläumsfest einen guten und vor allem reibungslosen

Verlauf. Jedem Besucher ein paar schöne Stunden und der Feuerwehr Grafenrheinfeld

auch für die nächsten 150 Jahre alles Gute und vor allem dass der Ernstfall so selten wie

möglich eintritt. Sollte es dennoch nötig sein, bei Einsätzen gebraucht zu werden, immer

eine glückliche Hand und vor allem, dass alle Kräfte gesund und munter zurückkommen.

Johannes Grebner. Kreisbrandinspektor

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Verehrte Gäste, liebe Feuerwehrkameradinnen

und -kameraden,

als sich vor nunmehr 150 Jahren verantwortungsvolle

Bürger zu einer Feuerwehr zusammenschlossen, ahnten

sie wohl nicht, dass sie eine der ältesten Bürgerinitiativen

der Gemeinde gegründet hatten. Aber es war ihnen

klar, dass nur eine eingespielte und geübte Truppe dem

Nächsten bei Feuersgefahr helfen kann.

Zwar haben sich die Aufgaben der Feuerwehr in 150

Jahren enorm erweitert und verändert, aber an den

Grundsätzen hat sich im Kern nichts geändert. Dieses

Jubiläum macht uns bewusst, dass die Freiwillige

Feuerwehr Grafenrheinfeld seit 150 Jahren bereit ist, Verantwortung für die Sicherheit

der Bevölkerung zu übernehmen.

Nur mit viel Übung, gutem Zusammenhalt und der erforderlichen Ausrüstung ist eine

schnelle und professionelle Hilfe möglich. Die Gemeinde Grafenrheinfeld als Träger hat

stets die Finanzen zur Verfügung gestellt, um die Ausrüstung auf modernem Stand zu

halten. An dieser Stelle herzlichen Dank hierfür.

Das 150-jährige Jubiläum ist in dieser schnelllebigen Zeit ein Zeichen für Kontinuität

und Stabilität. Zu ihrem Jubiläum beglückwünsche ich die Freiwillige Feuerwehr

Grafenrheinfeld auf das herzlichste und wünsche allen Kameradinnen und Kameraden

alles erdenklich Gute für die Zukunft, stets erfolgreiche Einsätze im Dienst am Nächsten

und immer eine gute Rückkehr vom Einsatz- und Übungsdienst.

Matthias Hübner, Kreisbrandmeister

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Feuerwehrkameradinnen

und -kameraden,

die Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld schaut nunmehr

auf 150 Jahre erfolgreiches Bestehen zurück. Was einst

unsere Gründer und Vorfahren geschaffen haben, wurde

im Laufe der Jahzehnte kontinuierlich verbessert und

stets weitergelehrt. Auch an der Technik ging die Zeit

nicht spurlos vorbei. Wo damals noch Pferdekutschen

und Eimer voller Wasser ihren Dienst taten, stehen uns

heute modernste Feuerwehrfahrzeuge und technisches

Know-how zur Verfügung.

Es macht mich sehr stolz an der Spitze einer solch

schlagkräftigen Wehr zu stehen, wo motivierte Kameradinnen und Kameraden ihren

Dienst in unterschiedlichster Art und Weise sowie mit einer großen Hingabe vollbringen.

Meinen herzlichsten Dank an dieser Stelle.

Mein Dank gilt auch der Bürgermeisterin und den Gemeinderäten für ihre Unterstützung,

die diese Feuerwehr in ihrer Größe, Art und Ausbildung für mich einzigartig macht.

Dies alles ist das Fundament, um den heutigen Ansprüchen und dem steigenden

Einsatzaufkommen gerecht zu werden. Seit der Gründung der Feuerwehr Grafenrheinfeld

haben mehrere Generationen ihren Dienst an der Gemeinschaft erbracht. Wo früher noch

die Brandbekämpfung im Vordergrund stand, gehen die Aufgaben heutzutage immer

mehr hin zur technischen Hilfeleistung. Doch egal wie, eins haben alle Generationen

gemein: Entscheidungen treffen, zupacken und Menschenleben retten.

Getreu unserem Motto: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.

Die stellvertretenden Kommandanten und ich wünschen uns für die Zukunft weiterhin

ein gutes Gelingen, gute Kameradschaft sowie unfallfreie Einsätze und weiterhin viel

Verständnis unserer Familien.

Sven Schreiner, Kommandant

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Liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden,

verehrte Festgäste,

in diesem Jahr werden es in Grafenrheinfeld 150 Jahre,

dass sich Freiwillige dazu entschlossen haben gegen

Brände und andere Notfälle zu kämpfen. Aber so wie sich

die Schadensereignisse und damit die Anforderungen an

die Wehrleute verändert haben, hat sich auch unsere

Gesellschaft verändert. Infolgedessen davon muss man

sich hier und andernorts, in den Feuerwehren, aber auch

in anderen Vereinen Sorgen um den Nachwuchs und

damit um den Fortbestand machen.

Wenn man in unsere Chronik schaut, kann man lesen,

dass es diese Sorge auch schon in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben

hat. Durch die Beharrlichkeit einiger überzeugter „Kämpfer“ ist jedoch immer ein Weg

gefunden worden weiter zu machen.

Schließlich haben die Vereine im Laufe der Jahrzehnte auch ihren festen Platz im

kulturellen Leben unserer Gemeinde gefunden. Das Aufstellen des Maibaumes oder die

Unterstützung bei der Kirchweih sind nur zwei Beispiele dafür. Nicht nur zum Schutze

unserer Mitbürger und deren Hab und Gut, sondern auch, um weiterhin das kulturelle

Leben in unserer Gemeinde zu bereichern, wünsche ich uns noch einen recht langen

Fortbestand.

Unserer Wehr und allen Besuchern wünsche ich außerdem einen glücklichen und

erlebnisreichen Verlauf aller Veranstaltungen die im Jubiläumsjahr stattfinden und

bedanke mich schon jetzt bei allen Helferinnen und Helfern, die zum guten Gelingen

beitragen.

Markus Weidinger, 1. Vorsitzender

im Namen der gesamten Vorstandschaft

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CHRONIK DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR GRAFENRHEINFELD

„Bewahrt das Feuer und das Licht, dass niemandem ein Leid geschieht!“

rief einst der Nachtwächter durch die Nacht. Die Furcht vor Bränden war infolge der

Holzbauweise der Häuser, Stallungen und Scheunen sehr groß. Daher ist es nicht

verwunderlich, dass in vielen Dorfgemeinschaften die Freiwillige Feuerwehr mit zu den

ältesten gesellschaftlichen Vereinigungen zählt.

Die Anfänge der Feuerwehren

Hilfsbereitschaft im Dienste des Nächsten haben beherzte Männer dazu bewogen,

mit gleichgesinnten Bürgern eine Hilfsorganisation ins Leben zu rufen. Schon

im ausgehenden Mittelalter gingen die Gemeinden daran, den oft verheerenden

Feuersbrünsten wirksame Maßnahmen entgegenzusetzen. Ende des 17. Jahrhunderts

war es Pfl icht eines jeden Bürgers im Besitz eines Ledereimers zu sein. In den Städten

waren die Handwerkszünfte durch genau umschriebene Löschordnungen angehalten

bei Feuersnot mit ihren Gesellen und Lehrlingen anderen zu Hilfe zu eilen. Wer sich

der Brandhilfe entzog, musste mit schwerer Bestrafung rechnen. Doch all diese

Verordnungen zur Bekämpfung des Feuers reichten in den meisten Fällen nicht aus.

Niemand besaß auf diesem Gebiet eine entsprechende Ausbildung und vieles blieb

dem Zufall überlassen. Die Folge war, dass vielerorts ganze Dörfer oder Stadtteile

eingeäschert wurden. Welche große Not über die Betroffenen hereinbrach, lässt sich

unschwer erahnen.

Eine Wende trat erst Mitte des 19. Jahrhunderts ein, als sich der Gedanke des

planmäßigen Feuerschutzes auf freiwilliger Basis durchsetzt.

Am 13. April 1868 wurde in Gunzenhausen der „Bayerische Landesverein für Feuerwehren“

gegründet, der vom königlichen Staatsministerium seine Bestätigung fand. Wenn man

die Chronik der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr schreiben will, so sucht man in alten

Büchern und Akten. Das Entstehen der Wehr von den Anfängen her, das langsame

Heranwachsen derselben und ihre Entwicklung bis zum heutigen Stand wird umso

leichter festzustellen sein, je mehr geschichtliche Vergangenheit in Protokollbüchern

und Dokumenten vorgefunden wird. An dieser Stelle sei gleich vorweggenommen,

schriftliche Aufzeichnungen, die von der Gründung und vom aktiven Leben in den ersten

Jahrzehnten Aufschluss geben könnten, existieren in Grafenrheinfeld leider nur sehr

spärlich. In der Nacht vom 24. / 25. Februar 1944 wurde In Grafenrheinfeld bei zwei

Luftangriffen nicht nur materieller Schaden größten Ausmaßes angerichtet, sondern

auch die meisten Vereine ihrer geschriebenen Vereinsgeschichte beraubt. So mussten

sich die Verfasser auf die Unterlagen beschränken, die durch intensive Nachforschungen

im Gemeindearchiv zutage gefördert werden konnten.

Erstmals taucht der Gedanke zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr in einem

gemeindlichen Protokollbuch auf. Über die Sitzung der Gemeindeverwaltung am 14.

September 1868 fi ndet sich folgende Eintragung: „Es ist bereits die Anregung zur

Bildung einer freiwilligen Feuerwehr da hier gemacht worden. Mehrere Personen

erklärten sich zum Beitritt für die Bildung eines solchen Vereins bereit, wenn die

Gemeinde die Ausrüstungsgegenstände anschaffen wolle. Die Gemeindeverwaltung ist

nicht abgeneigt, dieses auf ihre Kosten bzw. Gemeindekosten zu übernehmen.“

Einen Monat später, am 11. Oktober 1868 fasst das Gremium folgenden Beschluss:

„Die Statuten zur Bildung eines Vereins der freiwilligen Feuerwehr sollen dem königlichen

Bezirksamt in Vorlage gebracht werden.

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1869

Der Genehmigung zur Anschaffung der Ausrüstungsgegenstände für die Mannschaft

aus Gemeindemitteln ist nachzusuchen.“

Zur Beglaubigung:

Riegler, Vorsteher

Die Gemeindeverwaltung:

Weth, Gemeindepfl eger

Joh. Michael Scholl

Michael Friedrich

Michael Sauer

Joseph Reinhart

Jos. Pius Lutz.

Die eigentliche Gründung der Wehr erfolgt aber erst ein Jahr später,

lt. Urkunde am 18. Oktober 1869.

Namen von Männern, die der Wehr beitraten, sind nicht mehr festzustellen. Im

Protokollbuch der Gemeinde berichtet der damalige Ortsschreiber, Lehrer Kaspar Franz,

vom Kauf einer größeren „Löschmaschine“, nachdem das königliche Bezirksamt bei

einer Visitation im Juli 1868 zu dieser Anschaffung geraten hatte. Gemeindeverwaltung

und Kirchenstiftung übernahmen die Kosten zu gleichen Teilen. Zusammenfassend

kann gesagt werden, die Gemeindeväter vor 150 Jahren standen der Sache des

Feuerlöschwesens sehr aufgeschlossen gegenüber.

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1869

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1871

1871

Ihre erste große Feuertaufe erhielt die junge Wehr bereits nach zwei Jahren. Im Protokoll

der Pfarrei Grafenrheinfeld macht Dechant (= Dekan) Pfarrer Jakob Wilhelm über das

Unglückjahr 1871 einige Anmerkungen. Zuerst berichtet der Pfarrer von zwei gewaltigen

Überschwemmungen, welche die gesamte Ernte vernichteten. Dann schreibt er weiter,

dass am 9. September desselben Jahres eine verheerende Feuersbrunst im Ortsteil

Bühl 62 Gebäude vernichtet hat, darunter auch 19 Wohnhäuser.

1873

Bereits zwei Jahre später, am 18. Juli 1873 brach über Bergreinfeld eine noch viel

schlimmere Brandkatastrophe herein. Einem Bericht des „Schweinfurter Tagblattes“

zufolge brannten gut zwei Drittel der Ortschaft nieder, darunter auch der Turm und

der Dachstuhl des Kirchenschiffes. Tagelang waren Wehrmänner der näheren und

weiteren Umgebung mit Lösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

1874

Dass die Wehren des Schweinfurter Landkreises schon innerhalb weniger Jahre über

einen vortreffl ichen Leistungsstand verfügten, ist uns ebenfalls in einem Bericht des

„Tagblattes“ überliefert.

Besagter Artikel vermittelt uns ein klares Bild von einer Übung der Landfeuerwehren in

Oberndorf, die am 05. Juli 1874 stattfand.

Lobend wird hier die mustergültige Organisation herausgestellt.

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1874

Bei diesem Bild dürfte es sich um das älteste Foto von der Feuerwehr

Grafenrheinfeld handeln. Von links 2. Kommandant Michael Wendelin

Gessner, 1. Kommandant Michael Bandorf, rechts außen Friedrich Georg.

Dritter von links ist leider nicht bekannt.

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1895


1910

Die Tätigkeit der Feuerwehr beschränkte sich jedoch nicht allein auf die Brandbekämpfung

und auf Übungen. Durch seine ungünstige tiefe Lage hatte Grafenrheinfeld schon von

jeher unter katastrophalen Überschwemmungen zu leiden. Wie überliefert wurde,

mussten bei Hochwassergefahr Wehrmänner die Schutzdämme kontrollieren und

undichte Stellen mit Steinen und Sandsäcken ausfüllen. Oft schlugen diese Maßnahmen

fehl. Die Folge war: Acker und Wiesen standen erneut unter Wasser.

Aber auch das Vereinsleben entwickelte sich bereits in dieser Zeit, z. B. in Form von

Versammlungen und Vereinsbällen. Daneben wurden aber auch repräsentative Aufgaben

im gemeindlichen und kirchlichen Bereich wahrgenommen. Etwa das Ehrengeleit bei

Prozessionen sowie bei Paraden und Fackelzügen anlässlich von Besuchen geistlicher

oder weltlicher Persönlichkeiten.

Ein Ereignis beim Brand der hiesigen Zehntscheune am 02. Juni 1910 verdient wegen

seiner Originalität festgehalten zu werden. Beim Ausbruch dieses Schadenfeuers

telefonierte man nach Schweinfurt: „die Zehntscheune brennt“. Dort verstand man: „zehn

Scheunen brennen“. Von Schweinfurt aus wurde Großalarm ausgelöst. Viele Wehren

machten sich mit ihren Gerätschaften auf den Weg nach Grafenrheinfeld. Als diese hier

ankamen, hatten die Grafenrheinfelder und die Bergrheinfelder Wehr den Brand bereits

unter Kontrolle und die angerückten Helfer brauchten daher nicht mehr einzugreifen.

Für die örtlichen Gastwirte wird sich dieser Irrtum sicherlich gelohnt haben, denn nach

Aussagen älterer Leute soll dennoch bis in die späte Nacht hinein ausgiebig „gelöscht“

worden sein. An der Stelle der Zehntscheune in der Schweinfurter Straße entstand

später das Feuerwehrgerätehaus, welches bis 1974 Verwendung fand.

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1914

1. Weltkrieg

Inwieweit sich in den Anfangsjahren die Einberufung vieler junger Männer zum

Kriegsdienst im Jahre 1870 / 1871 auf die Wehr auswirkte, ist nicht festzustellen. Jedoch

war bei Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 die Situation sehr kritisch.

Zwei Drittel der Wehrmänner standen an der Front. Ein einigermaßen funktionierender

Feuerschutz konnte nur durch das Heranziehen der älteren Generation und die

Aufstellung einer Jugendwehr gewährleistet werden. Ein Bild aus dem Jahre 1915 liefert

uns den Beweis dafür.

Ignaz Scholl hatte es sich zur besonderen Aufgabe gemacht die Jugendlichen im

Umgang mit den Geräten vertraut zu machen. Glücklicherweise blieb Grafenrheinfeld

während der Kriegsjahre vor Ernstfällen verschont.

1919

Doch bereits ein Jahr nach Kriegsende, am 09. September 1919, brannte die Scheune

von Bruno Samfaß nieder. Da sich an diesem Tage viele Wehrmänner auswärts auf

Kirchweihfesten befanden, bedurfte es größter Anstrengung ein Übergreifen auf

angrenzende Gebäude zu verhindern.

Im Frühsommer des gleichen Jahres feierte man in bescheidenem Rahmen die 50.

Wiederkehr der Wehrgründung. Die große Not der Nachkriegszeit zwang die Leute

von einem größeren Fest Abstand zu nehmen. An einem Ehrenabend, abgehalten im

Saale des Gasthauses „Zum goldenen Lamm“, erfuhren 15 Gründungsmitglieder für

langjährige treue Dienste eine besondere Auszeichnung.

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1923

So sehr sich der damalige „Hauptmann“ Martin Moritz und sein Stellvertreter Anton

Wahler auch mühten, den Aufbau der Wehr neu zu organisieren und wieder schlagkräftig

zu machen, blieb ihnen doch letztlich der Erfolg versagt.

Einerseits traten interne Reibereien auf, zum anderen waren viele Männer, die von der

Front oder aus Gefangenschaft zurückkehrten, nicht mehr willens, den Dienst in der

Wehr wieder aufzunehmen.

1923

Um ca.1920

Der Tiefpunkt war 1923 erreicht, als der Gemeinderat sich ernstlich mit dem Gedanken

tragen musste, eine Pfl ichtfeuerwehr einzuführen.

Als Retter in letzter Minute ergriff der Turn- und Sportverein die Initiative und machte sich

die Sache der Freiwilligen Feuerwehr zu Eigen. Viele junge Turner traten der Wehr bei.

Ihrem ersten Vorsitzenden Ludwig Happ wurde gleichzeitig das Kommando übertragen.

Als zweiter Kommandant ging Andreas Wegner aus der Wahl hervor.

Ihrer Aktivität war der Fortbestand und Aufstieg zu neuer Blüte zu verdanken.

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1929

1929

Im Jahre 1929 beging man das 60-jährige Stiftungsfest, verbunden mit der Segnung

der ersten Motorspritze (Preis: RM 6.000,-), die eine vielbeachtete Neuerung im

Feuerlöschwesen darstellte. Eine private Aufzeichnung über dieses Ereignis liest

sich wie folgt: „Am 23. Juni feiert die Feuerwehr ihr 60-jähriges Stiftungsfest. Von den

Gründungsmitgliedern lebten noch Michael Braun, Michael Scholl, Gregor und Anton

Wahler. Die hiesige Feuerwehr ist zurzeit eine der ersten im Bezirk (130 Mann), sowohl

was Mannschaft als auch Ausrüstung anbelangt.

Die Übung war sehr gut, dagegen war das Wetter höchst ungünstig, regnerisch und sehr

kalt. Der Besuch des Festes von auswärts war ganz unbedeutend.“

Dass dieses Fest nicht den gewünschten Erfolg brachte, lag mit Sicherheit an den

damaligen schlechten Zeiten. Geldknappheit und die große Arbeitslosigkeit verdarben

den Leuten schon gehörig den Sinn fürs Feste feiern.

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1930

Der allzu frühe Tod von Kommandant Ludwig Happ im Oktober des gleichen Jahres zog

einen Wechsel in der Wehrführung nach sich. In der Generalversammlung 1930 wählten

die Mitglieder Andreas Wegner zu dessen Nachfolger, zum Stellvertreter Edmund Röthel.

Als Vorsitzender stand Bürgermeister Franz Ebner der Wehr vor. Das Amt des

Schriftführers übernahm Leo Treutlein. Nicht unerwähnt sollen die Zeugwarte (heute

Gerätewarte) Egidius Riegler und seine beiden Söhne Franz und Otto bleiben, die über

lange Jahre hinweg gewissenhaft ihren Dienst verrichteten.


1939

NS-Zeit und 2. Weltkrieg

1933 war die Zeit des diktatorischen Staates gekommen. Die Verwaltungsspitzen der

Freiwilligen Feuerwehren wurde nicht mehr in den Generalversammlungen gewählt,

sondern durch den Landesbranddirektor ernannt. Auf Geheiß der damaligen Machthaber

mussten von den Feuerwehrleuten noch zusätzliche Aufgaben übernommen werden,

wie etwa ziviler Luftschutzdienst, Teilnahme an Sanitätslehrgängen oder Zuordnung in

Werkswehren. Was sich aufgrund dieser Notverordnungen schon lange abzeichnete,

trat im September 1939 mit Ausbruch des 2. Weltkrieges ein.

Durch die Einberufung fast aller diensttuenden Männer standen die Vorsteher der

Wehr, Bürgermeister Alfons Wegner und Kommandant Andreas Wegner, vor der

schier unlösbaren Aufgabe, den aufgetragenen Verpfl ichtungen gerecht zu werden.

Alle verfügbaren Kräfte bis zum 70. Lebensjahr mussten herangezogen werden. Und

nachdem 2. Kommandant Edmund Röthel ebenfalls zu den Waffen gerufen wurde, trat

Schmiedemeister Leo Riegler dessen Nachfolge an.

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren Kreis Schweinfurt vor dem

2. Weltkrieg. Vordere Reihe 4. v. links Willi Kupfer Vorsitzender

2. Reihe 4. v. rechts Andreas Wegner, Grafenrheinfeld

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1943

Einer der härtesten Bewährungsproben war unsere Wehr nach zwei Luftangriffen auf

Schweinfurt am 17. August und 14. Oktober 1943 ausgesetzt. Die Wehrmänner eilten

dorthin und halfen, wo immer man sie benötigte.

Um die Mittagszeit des 24. Februar 1944 starteten amerikanische Bomber den dritten

Großangriff auf Schweinfurt. Wiederum waren unsere Wehrleute in Oberndorf im Einsatz.

Gegen 23.00 Uhr fl ogen britische Bomber einen weiteren Angriff gegen Schweinfurt. Die

auf unserer Gemarkung stationierte Flakbatterie eröffnete eine erbitterte Abwehrschlacht.

Kaum hatte sich die Bevölkerung schutzsuchend in die Keller begeben, schlugen auch

in unserer Gemeinde die ersten Bomben ein. An allen Ecken und Enden entstanden

Brände. Unter Aufbietung all ihrer Kräfte, unterstützt von Frauen und Jugendlichen,

versuchten die Wehrmänner den Flammen Herr zu werden. Aber das Inferno war mit

diesem Großangriff noch nicht beendet. Etwa eine Stunde nach Mitternacht, mitten in

den Lösch- und Rettungsarbeiten, heulten die Sirenen zum dritten Male.

Weitere britische Bomber griffen erneut an. Was sich in der darauffolgenden halben

Stunde ereignete, kann nur der ermessen, der diese Schreckensnacht im Ort miterlebte.

Als die feindlichen Flugzeuge abgezogen waren, herrschte in dem von Bombentreffern

übersäten Dorf ein unbeschreibliches Chaos. Eine Sturzfl ut von Phosphorbomben,

Sprengbomben, Luftminen und eine Unmenge von Stabbrandbomben hatten den

größten Teil der Ortschaft in eine Brandfackel verwandelt. Nun war die Feuerwehr

machtlos. Die Motorspritze stand ausgebrannt am Marktplatz.

Jeder war auf sich allein gestellt. Die Wasserleitung fiel infolge eines Rohrbruchs

gänzlich aus. Verzweifelt versuchten dennoch manche Landwirte, in brennende Ställe

vorzudringen, um ihre Tiere zu befreien. Als einziges Löschmittel stand nur noch Jauche

zur Verfügung. Hinzu kam die eisige Kälte, die in jener Nacht herrschte.

Im Morgengrauen bot sich den Ortsbewohnern ein Bild des Entsetzens. Aus den

Trümmern ragte die Ruine der einst so prächtigen Pfarrkirche. Tiefe Betroffenheit löste

der Tod von 35 Mitbürgern aus, die in den Flammen ums Leben kamen. Unter den Toten

befand sich auch unser Feuerwehrkamerad Wendelin Geßner, der noch am Vortage in

Oberndorf im Dienste der Wehr stand.

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1944

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1945

In der Endphase des Krieges, im April 1945, brach erneutes Unheil über Grafenrheinfeld

herein. Starke amerikanische Panzerverbände rückten unaufhaltsam von Würzburg in

Richtung Schweinfurt vor. Doch der starke Verteidigungsring um die Stadt brachte den

Vormarsch der Amerikaner für einige Tage zum Stillstand.

Hinzu kam die Konzentration von starken SS-Einheiten im östlichen Raum Schweinfurts.

Auf der Anhöhe zwischen Theilheim und Schwanfeld bauten die amerikanischen Truppen

ihre Stellungen aus.

So lag Grafenrheinfeld im Zentrum der Kampfhandlungen. Vieles, was seit den

Bombardierungen notdürftig aufgebaut wurde, versank durch Artillerietreffer wieder

in Schutt und Asche. Die Feuerwehrleute hatten alle Hände voll zu tun, die wenigen

Habseligkeiten der Ortsbewohner zu erhalten.

Von der Kreisleitung erhielten sie den Befehl, gemeinsam mit dem „Volkssturm“ in

aller Eile die Ortsausgänge mit Panzersperren zu befestigen. Letztlich konnten diese

aussichtslosen Vorkehrungen jedoch nichts gegen die Übermacht der anrollenden

Panzer ausrichten. Auch nicht die sinnlose Sprengung der Mainbrücke zwischen

Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld.

Dieses Hinauszögern führte nur zu weiterem Blutvergießen. Auf dem Gelände der Flak

fanden in diesen Tagen viele Soldaten den Tod. Ein Volltreffer auf einen notdürftigen

Unterstand löschte allein das Leben von 17 jungen Flakhelfern aus.

Auch in der Gemeinde waren wieder drei Todesopfer zu beklagen. In den Reihen der

Wehr löste der Tod des 2. Kommandanten Leo Riegler und des Feuerwehrkameraden

Georg Weth tiefe Trauer aus, da beide ihre Hilfsbereitschaft im Dienste des Nächsten

mit dem Leben bezahlen mussten.

So schwer die Ereignisse der Kriegsjahre auch sein mochten und so schwer die Wehr

durch den Verlust vieler Kameraden getroffen war, wollte man nach Kriegsende nicht in

Resignation verfallen, sondern wieder von vorne anfangen.

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1948

Nachkriegszeit

Diesem Vorhaben setzte die damalige Gemeindebehörde ein jähes Ende. Aus bis

heute noch unerklärlichen Gründen, wurde die Freiwillige Feuerwehr einer Vereinigung

politischen Charakters des 3. Reiches gleichgesetzt und ihre sofortige Aufl ösung

angeordnet.

Die Uniformen mussten im Rathaus abgegeben werden.

Die Folge war die Einführung einer Pfl ichtfeuerwehr. Die nachfolgenden Kommandanten

Konrad Geßner, Isidor Schmich und Adalbert Volk waren wirklich nicht um ihre Aufgabe

zu beneiden.

Die angesetzten Übungen waren so schwach besucht, dass man mit der Auferlegung

eines Bußgeldes für unentschuldigtes Fernbleiben diesem Missstand beikommen wollte.

Diese Maßnahme führte jedoch zu keiner wesentlichen Besserung.

1947 musste die Bevölkerung schmerzlich empfi nden, was es heißt, ohne eine

Hilfsorganisation wie der Freiwilligen Feuerwehr dazustehen.

Ende Juli brauste ein orkanartiger Sturm über das Dorf. Scheunen, die eben erst

erstellt waren, stürzten wieder ein, Giebelwände wurden herabgerissen und Dächer

davongetragen. Diese erneute Katastrophe ließ manchen fast verzweifeln. Aus dieser

Hilfl osigkeit scheinen einige Gemeinderäte Lehren gezogen zu haben. Der Ruf nach

Wiedereinführung der Freiwilligen Feuerwehr wurde immer lauter.

Die Wende trat 1948 ein:

Auf Drängen von Bürgermeister Adalbert Volk gelang es, die Freiwillige Feuerwehr

wieder ins Leben zu rufen. 44 Männer erklärten ihren Beitritt. Von der „alten Garde“

war außer Hermann Koch, Erich Schubert und Bruno Weth niemand mehr zur weiteren

Mitgliedschaft zu bewegen.

Aus der Wahl ging folgende Vorstandschaft hervor:

1. Vorsitzender: A. Volk

1. Kommandant: H. Landeck

2. Vorsitzender: E. Schubert

2. Kommandant: W. Knaup

Gerätewart: L. Moritz

In der Folgezeit setzten die beiden Kommandanten alles daran, durch intensive Schulung

eine schlagkräftige Wehr auf die Beine zu stellen. Wie gut man mit diesem Neuanfang

beraten war, sollte sich bereits im folgenden Jahr beweisen.

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1949

1949

Am 30. August 1949 brach in der Bühlstraße ein Großbrand aus. Die Scheunen von

Michael Scholl, Leo Lutz und Michael Treutlein brannten bis auf die Grundmauern

nieder. Mit Unterstützung der Stadtfeuerwehr, den Wehren der US-Armee und einiger

Nachbarorte konnte noch größerer Schaden vermieden werden. Bei diesem Einsatz

zeigte sich allerdings, dass unsere Ausrüstung sehr mangelhaft war. Es fehlte vor allem

an Schlauchmaterial.

Dieser desolate Zustand sollte sich jedoch bald ändern. Mit der Einführung der

Feuerschutzabgabe und der ständigen Berücksichtigung bei der Haushaltsaufstellung

war es möglich, die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände anzuschaffen.

1952

Ab 1952 wurde wieder ein Protokollbuch über die Freiwillige Feuerwehr geführt. Die

erste Eintragung lautet folgendermaßen:

Durch den Fliegerangriff am 24. Februar 1944 wurden sämtliche Protokoll- und

Kassenbücher sowie alle Unterlagen, die über Gründung und Geschichte der Freiwilligen

Feuerwehr berichten, ein Raub der Flammen.

Im Mittelpunkt der Generalversammlung am 9. Februar 1952 stand die Verabschiedung

einer neuen Vereinssatzung. Da die Freiwillige Feuerwehr gemäß ihren früheren

Bestimmungen nicht mehr als polizeiähnliches Organ angesehen werden kann und

ihren eigentlichen Charakter als Verein zum Schutze des nächsten Hab und Gut

wieder angenommen hat, war die Annahme einer Vereinssatzung unumgänglich. Nach

Verlesung der Satzung durch den 1. Kommandanten wurde dieselbe durch Abstimmung

angenommen.

Ahndungen sind gemäß der Vereinssatzung wie folgt festgesetzt:

Für Zuspätkommen bis zu 15 Min.: 0,50 DM.

Für unentschuldigtes Fernbleiben: 1,00 DM.

1954

In diesem Jahr entschloss sich der Gemeinderat zum Kauf einer zweiten Motorspritze,

die am 10. Oktober die kirchliche Segnung erhielt. Mit der stetigen Verbesserung der

Ausrüstung wuchs auch die Zahl der Ernstfälle.

Nachdem sich bei der ersten Motorspritze (Baujahr 1945) immer größere Mängel

einstellten und diese nicht mehr den Anforderungen entsprach, war es notwendig,

dieselbe aus dem Verkehr zu ziehen und eine neue zu erwerben.

1959

Am 25. Oktober 1959 erfolgte im Beisein von Landrat Dr. Burghard und Kreisbrandmeister

Willy Limbach die Segnung und Übergabe einer neuen Motorspritze.

26


1959

27


1962

1962

Im Mittelpunkt der Generalversammlung am 07. April 1962 stand die Verabschiedung

des seitherigen Bürgermeisters Johann Köhler, dem für seine achtjährige Tätigkeit als

Vorsteher der Wehr herzlich gedankt wurde. Johann Köhler trug wesentlich dazu bei,

dass die Wehr in personeller und technischer Hinsicht einen Stand erreichte, der schon

wiederholt von überörtlichen Behörden Anerkennung gefunden hatte. Einstimmig wurde

Bürgermeister Adalbert Volk zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Die Inbetriebnahme der Staustufe Garstadt verursachte in der Gemeinde ein enormes

Ansteigen des Grundwassers. Selbst in Trockenzeiten standen viele Keller unter Wasser.

Um hier Abhilfe zu schaffen, legt die Rhein-Main-Donau AG einen Entwässerungsring

um die Ortschaft an.

Für die Freiwillige Feuerwehr war es nun interessant geworden, inwieweit die Ringleitung

zu Löschzwecken herangezogen werden könne.

Auf Drängen der Vorstandschaft hin wurde die Kreisübung am 26. Juni 1962

in Grafenrheinfeld abgehalten, die ausschließlich der Erprobung dieses

Entwässerungsnetzes hinsichtlich der Löschwasserversorgung dienen sollte. Zum

Erstaunen der vielen kritischen Beobachter lieferte die Anlage Wasser in dem Maße,

dass künftig der Gemeinde ein ausreichendes Löschwasserreservoir zur Verfügung

steht.

1963

In der Generalversammlung am 24. März 1963 vollzog sich ein Wechsel in der

Wehrführung. Wegen Arbeitsüberlastung übergab Hermann Landeck den Posten des

1. Kommandanten seinem bisherigen Stellvertreter Walter Knaup. Als 2. Kommandant

stand Hermann Landeck weiterhin verantwortlich im Dienste der Wehr.

28


1964

1964

Zu einem glanzvollen Ereignis gestaltete sich das 95-jährige Stiftungsfest in Verbindung

mit der Weihe einer neuen Fahne am 27. und 28. Juni 1964. Die Patenschaft wurde

von der Freiwilligen Feuerwehr Bergrheinfeld übernommen. Der ganze Ort hatte

Festschmuck angelegt.

Höhepunkt war der Festgottesdienst, in dem Pfarrer i. R. Johann Gerhart die neue

Fahne weihte.

Aus zahlreichen Gemeinden des Landkreises waren Feuerwehren gekommen, um

das Jubiläum mitzufeiern. Am Sonntagnachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug

durch die Straßen der Gemeinde, dem sich dann ein gemütliches Beisammensein im

Hirschengarten anschloss.

Schon im Kommersabend tags zuvor konnten Vorsitzender Adalbert Volk und

Kommandant Walter Knaup zahlreiche Wehrmänner für langjährige Mitgliedschaft

auszeichnen.

Unter dem Beifall der Festgäste wurden Martin Moritz und Andreas Wegner zu

Ehrenkommandanten ernannt.

Vorne links: die Ehrenkommandanten Martin Moritz und Andreas Wegner;

Altbürgermeister Johann Köhler (halb verdeckt) und Pfarrer i.R. Johann Gerhart

29


1968

1968

Beim Feuerwehrfest mit Fahnenweihe am 20. / 21. Juli 1968 in Geldersheim übernahm

die Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld die Patenschaft der neuen Fahne.

1969

Mit Recht durfte das 100-jährige Jubiläum als „Fest des Jahres“ bezeichnet werden,

welches vom 23. - 25. August 1969 in würdigem Rahmen begangen wurde.

Am Kommersabend stand die Ehrung langjähriger Mitglieder, sowie die Überreichung

der Leistungsabzeichen an drei Löschgruppen im Vordergrund.

Bürgermeister Volk bei seiner Ansprache

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1970

1970

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte

der Grafenrheinfelder Feuerwehr war die

Übergabe eines Tanklöschfahrzeuges

TLF 16, welches am 13. Dezember

1970 nach dem Gottesdienst von Pfarrer

Armin Ammersbach gesegnet wurde. Die

Gemeinde musste allerdings tief in die

Tasche greifen, denn von den 105.000,- DM

Gesamtkosten waren 70.000,- DM selbst

aufzubringen.

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1974

1973

Der Mittelpunkt eines Kameradschaftsabends am 14. April 1973 war die Ernennung

von Hermann Landeck zum Ehrenkommandanten. Vorsitzender Adalbert Volk und

Kommandant Walter Knaup fanden anerkennende Worte für die Arbeit, die Hermann

Landeck in seiner 15-jährigen Tätigkeit als 1. Kommandant und 10-jähriger Tätigkeit als

2. Kommandant geleistet hat.

1974

Mit der fortschreitenden Modernisierung und der stetigen Vergrößerung des Geräteparks

entstand im seitherigen Feuerwehrhaus in der Schweinfurter Straße eine unerträgliche

Enge.

Die Gemeinde stellte ernsthafte Überlegungen an diese Misere abzustellen. Nach

Gesprächen und Verhandlungen mit der „Schreiberschen Stiftungsverwaltung“ bot sich

deren Grundstück in der Maingasse als ideale Lösung an. Ideal vor allem wegen der

zentralen Lage.

Nach verhältnismäßig kurzer Bauzeit konnte das neue Gerätehaus am 20. Oktober 1974

seiner Bestimmung übergeben werden. Die Kosten beliefen sich auf über 500.000 DM.

Etwa ein Viertel der Gesamtsumme wurde durch einen Staatszuschuss gedeckt.

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1974

1974 und 1975 wurde in eigener Regie ein Katastrophen-Wagen erstellt. Hierbei gebührte

auch den Gemeindearbeitern Anerkennung. In diesem Zusammenhang erwähnte der

damalige Löschmeister Klaus Weingart, dass für diesen Katastrophen-Wagen und für

sonstige Arbeiten im Gerätehaus von einigen Wehrmännern, vor allem jugendlichen,

240 freiwillige Stunden geleistet wurden.

1976

Neben weiteren Ausrüstungsgegenständen wurde 1976 ein Mehrzweckfahrzeug, das

als Begleitfahrzeug zum TLF 16 gedacht ist, vom Feuerwehrverein Grafenrheinfeld

beschafft.

34


1979

In der Generalversammlung am 6. März 1976 vollzogen sich in der Führungsmannschaft

einige Veränderungen. Altbürgermeister Adalbert Volk trat wegen seines angeschlagenen

Gesundheitszustandes als 1. Vorsitzender zurück.

In die Zeit seines langjährigen Wirkens fi elen der Bau des Feuerwehrgerätehauses, die

Anschaffung des Tanklöschfahrzeuges und des Mehrzweckfahrzeuges.

In Anerkennung seiner Verdienste ernannte die Wehr Adalbert Volk zum

Ehrenvorsitzenden. Als Nachfolger wurde Bürgermeister Walter Knaup gewählt, der

bisher 1. Kommandant war. Zum neuen 1. Kommandant wurde Klaus Weingart gewählt.

1979

Unsere Wehr feierte vom 29. Juni - 02. Juli 1979 ihr 110-jähriges Stiftungsfest, verbunden

mit dem 12. Kreisfeuerwehrtag.

Im Mittelpunkt des Ehrenabends standen die Ehrungen. Der 1. Vorsitzende und

langjährige Kommandant Walter Knaup wurde zum Ehrenkommandanten ernannt.

Die damalige Vorstandschaft vorne von links: Walter Popp, Franz Weisensee,

Walter Knaup, Chronist Manfred Müller, Klaus Weingart.

Hinten von links: Alfons Weth, Robert Schmich, Ernst Pabst, Walter Wegner,

Karl-Heinz Bayer

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1981

1981

Ab 1981 begann ein neues Zeitalter für die Freiwillige Feuerwehr. Durch das

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld wurde eine Ausbildung im Strahlenschutz nötig, was für

unsere Wehr völliges Neuland war.

Auch wurde eine Gruppe mit stillen

Alarmempfängern ausgerüstet, welche bei

kleineren und überörtlichen Einsätzen ohne

Sirenenalarm zum Tragen kommt.

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1986

1982

Im Mittelpunkt der Generalversammlung vom 4. Dezember 1982 stand der Rücktritt

einiger verdienter Mitglieder aus der Führungsmannschaft unserer Wehr. So trat Walter

Knaup, einer der ersten Männer nach 1948, als 1. Vorsitzender zurück. Walter Knaup

war von 1948 - 1963 2. Kommandant, von 1963 - 1976 1. Kommandant und dann von

1976 - 1982 1. Vorsitzender unserer Wehr. An seiner Stelle wurde Bürgermeister Robert

Gießübel gewählt.

Walter Popp war von 1973 - 1982 2. Kommandant, sein Nachfolger wurde Winfried

Roßhirt. Das Amt des Kassiers gab Franz Weisensee nach 25 Jahren an Klaus Seufert

weiter.

1986

In der Generalversammlung am 23. Februar 1986 vollzog sich ein Führungswechsel

in der Kommandoebene. Klaus Weingart trat als 1. Kommandant zurück. Er bekleidete

dieses Amt von 1976 bis 1986. Nachfolger wurde Walter Wegner.

Karl-Heinz Bayer, von 1975 bis 1986 2. Vorsitzender, übergab sein Amt an seinen

Nachfolger Otto Staat. Da der bisherige Schriftführer Walter Wegner zum

1. Kommandanten gewählt wurde, fungierte in Zukunft Gebhard Mauder in diesem Amt.

Von links: Stellv. Kdt. Winfried Roßhirt, KBI Rudolf Limbach, Karl-Heinz Bayer,

Kdt. Klaus Weingart, Bürgermeister Robert Gießübel, KBM Hans Wenzel

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1989

1989

Am 24. September 1989 ging mit der Segnung und Übergabe eines neuen

Löschgruppenfahrzeuges LF 8 mit Ausrüstung für die technische Hilfeleistung ein

langgehegter Wunsch unserer Wehr in Erfüllung.

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1993

1993

Zum ersten Mal in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr wurde die staatliche

Ehrung verdienter Mitglieder im Rahmen eines Neujahrsempfanges der Gemeinde

Grafenrheinfeld am 3. Januar 1993 durchgeführt.

39


1994

1994

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Feuerwehr Grafenrheinfeld war das

125-jährige Jubiläum. Dazu fand am 11. Juni ein Ehrenabend statt und vom 01. bis 04.

Juli ein Feuerwehrfest.

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1995

1995

Am 3. März 1995 wurde im Rahmen der Dienst- und Jahreshauptversammlung neu

gewählt. Durch die Neuwahlen änderte sich unter anderem die Kommandantur. Der

bisherige stellvertretende Kommandant Winfried Roßhirt übernimmt die Führung der

Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld. Karlheinz Riedmann wird zum Stellvertreter

gewählt.

Von links: 1. Bürgermeister Robert Gießübel, Robert Lutz,

neuer 1. Kommandant Winfried Roßhirt, neuer 2. Kommandant

Karlheinz Riedmann, ehemaliger 1. Kommandant Walter Wegner

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1996

1996

Das in die Jahre gekommene Tanklöschfahrzeug wurde durch ein neues Fahrzeug

ersetzt. Das neue Tanklöschfahrzeug 16/25 wurde am 29. September 1996 feierlich

eingeweiht.

Das nächste Highlight des Jahres ließ nicht lange auf sich warten. Die Feuerwehr „DVD

Dalmacija Dugi Rat“ aus Kroatien wurde mit zahlreichen Ausrüstungsgegenständen

versorgt. In der Zeit vom 23. bis 29. Oktober 1996 wurde der erste Hilfstransport gestartet

und es machten sich einige Feuerwehrkameraden mit vollgepackten LKWs auf den Weg

in das ca. 1200 Kilometer entfernte Dugi Rat. Dort wurden wir herzlich empfangen und

es entwickelte sich eine Freundschaft, die noch heute gelebt wird. Im folgenden Jahr

wurde ein weiterer Hilfstransport gestartet. Heutzutage fi nden „nur noch“ gegenseitige

Besuche statt, da es dem Land Kroatien heutzutage besser geht.

42


1996

43


1997

1997 bis 1999

Die Jugendfeuerwehr Grafenrheinfeld feiert im Jahr 1997 ihr 20-jähriges Bestehen mit

einem Kreisjugend-Zeltlager mit Gästen aus Kroatien. Weiterhin wird 1997 ein neues

Mehrzweckfahrzeug eingeweiht.

Ein neues Feuerwehrhaus wird geplant, um der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld

sowie dem Malteser Hilfsdienst ein neues Zuhause zu geben.

Bauvorhaben:

Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld

und den Malteser Hilfsdienst Grafenrheinfeld

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1999

Planungs- und Erstellungsdaten:

Vorplanungsbeginn für den Neubau: Mai 1997

Baugenehmigung: April 1998

Baubeginn: Oktober 1998

Hebefeier mit Grundsteinlegung: Mai 1999

Inbetriebnahme durch die Feuerwehr: November 1999

Gesamtfertigstellung: Februar 2000

Projektdaten:

Grundstückfl äche: 4.178 m²

Überbaute Fläche: 660 m²

Nutzfläche:

Bereich Feuerwehr: 760 m²

Bereich Malteser: 180 m²

Bruttorauminhalt gesamt: 4.525 m³

Baukosten:

ca. 3.100.000 DM

Nach einem guten Jahr konnte am 27. November 1999 ins neue Feuerwehrgerätehaus

im Gewerbegebiet umgezogen werden.

Grundsteinlegung durch Bürgermeister Gießübel am 19. Mai 1999

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1999

Abmarsch vom alten Feuerwehrhaus

Ankunft am neuen Feuerwehrhaus

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2000

Der Jahrtausendwechsel stand vor der Tür und es wurde eine Bereitschaft am

Silvesterabend im Feuerwehrhaus angeordnet.

Bereitschaft Silvester 1999 / 2000

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2000

Am 20. Mai 2000 - und somit ca. 6 Monate später - fand die offi zielle Einweihung des

neuen Gebäudes statt.

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FREIWILLIGE FEUERWE

IM JAH


HR GRAFENRHEINFELD

R 2000

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2002

2002

Aufgrund hervorragender Kontakte zur Bundeswehr ergab sich die Möglichkeit ein

Übungswochenende im Übungsdorf der Bundeswehr „Bonnland“ zu verbringen.

Insgesamt nahmen 112 Teilnehmer der Feuerwehr Grafenrheinfeld, Malteser Hilfsdienst

Grafenrheinfeld, Werkfeuerwehr KKG, Feuerwehr Aubstadt, Feuerwehr Geldersheim,

Feuerwehr Gochsheim, Feuerwehr Heidenfeld, Feuerwehr Hirschfeld, Feuerwehr

Röthlein sowie Feuerwehr Sennfeld teil.

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2002

53


2002

Auf ihr 25-jähriges Bestehen kann im Jahr 2002 zudem die Jugendfeuerwehr

Grafenrheinfeld zurückblicken. Dies wurde ausgiebig unter anderem mit einer

„Olympiade“ gefeiert, bei der alle Vereine im Ort eingeladen wurden.

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2003

2003

Im Rahmen der Dienst- und Jahreshauptversammlung am 16. März 2003 wird Robert

Gießübel zum Ehrenvorsitzenden ernannt; Otto Staat wird Vorsitzender, Anton

Gumbrecht 2. Vorsitzender.

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2006

2006

Im Sommer 2006 kam es am 21. Juli zum größten Brand im Ort der letzten Jahrzehnte. Ein

Gewerbebetrieb steht im Vollbrand. Zunächst wurde Alarmstufe 2 für die Feuerwehren

Grafenrheinfeld und Bergrheinfeld ausgelöst.

Nach Eintreffen durch den Kommandanten und Einsatzleiter Winfried Roßhirt wurde die

Alarmstufe 3 – die damals höchste Alarmstufe ausgelöst.

Gefühlt der gesamte Landkreis Schweinfurt kam sukzessive zum Einsatz, bis nach ca.

26 Stunden die Einsatztätigkeiten beendet werden konnten.

9 verletzte Personen, darunter auch Feuerwehrleute, waren durch den Rettungsdienst

zu versorgen.

Massive Brand- und Rauchentwicklung, Einsturzgefahr, explodierende Gasfl aschen und

ein Übergriff auf das nebenanliegende Wohnhaus galt es zu bewältigen.

305 Feuerwehrdienstleistende, 97 Polizisten, Rettungsdienst sowie THW,

60 Feuerwehrfahrzeuge, 16 Fahrzeuge von Rettungsdienst und THW waren vor Ort.

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2006

Neben zahlreichen Einsätzen im Jahr 2006 gab es eine verdiente Ehrung:

Der amtierende Kommandant Winfried Roßhirt unterstützt schon immer die Arbeit der

Jugendfeuerwehr. Sei es die eigene oder als Kreisjugendsprecher auf Landkreisebene.

Aufgrund seiner langjährigen Verdienste wurde ihm die Silberne Ehrennadel der

Deutschen Jugendfeuerwehr am 25. März 2006 überreicht.

Foto von links: KBM Mirco Böhm, KBM Horst Klopf, Vorsitzender Otto Staat,

Kommandant Winfried Roßhirt, Bürgermeister Walter Weinig

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2007

2007

Im Jahr 2007 beendete der bisherige stellvertretende Kommandant Karlheinz (Charly)

Riedmann seinen Dienst nach 12 Jahren in der Führungsspitze und überlässt das Amt

seinem Nachfolger Dirk Keysers.

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2008

An dieser Stelle sei auch unser Grillmeister Hermann Richler erwähnt, der im Rahmen

der Versammlung die „Goldene Bratwurst“ verliehen bekommen hat.

Neuwahlen gab es auch in der Vorstandschaft Harry Ebner übernahm den Vorsitz des

Feuerwehrvereins, Matthias Schulz die Stellvertretung, Schriftführer Matthias Hübner,

Kassenwart Jens Reuß, Sprecherin des Vergnügungsausschusses Julia Lausenmeyer-

Krönert.

Ein neues, gebrauchtes „Fahrzeug“ wurde der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld

durch die Werkfeuerwehr KKG am 29. September 2007 übergeben. Nach einigen Stunden

Aufbereitung durch die Gerätewarte, konnte ein überholter Schaum- & Wasserwerfer in

Dienst gestellt werden. Der Anhänger soll insbesondere bei Großbränden zum Einsatz

kommen.

2008

Am Anfang des neuen Millenniums entwickelte sich in den USA eine neue

Wettkampfart – die sogenannte „World Rescue Challenge“, bei der es um zügiges, aber

patientenorientiertes Retten von Personen in verunfallten Fahrzeugen geht. Im Jahr

2006 organisierte sich hierzu ein eigener Verein in Deutschland, der sich diesem Thema

widmete und einen eigenen Wettbewerb in Deutschland ins Leben ruft

(VFDU – Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens e. V.).

In der Zeit von 25. April bis zum 27. April 2008 nahm auch die Grafenrheinfelder

Feuerwehr an der Deutschen Meisterschaft teil und erlangte im Schnitt eine mittlere

Platzierung. Bewertet wurden hierbei das Vorgehen des Gruppenführers, Einsatztaktik,

Berücksichtigung der Sicherheit (der eingeklemmten Person sowie der Einsatzkräfte)

sowie der notwendigen Zeit. Durch die Teilnahme und der Vorbereitung konnten

unterschiedliche Rettungstechniken erlernt und erprobt werden, die ebenso im Rahmen

von feuerwehrinternen Ausbildungen weitergegeben werden konnten.

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60


2008

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der DVD Dalmacija Dugi Rat (Kroatien) machte

sich im Mai 2008 eine größere Delegation auf nach Kroatien. Dort besuchte man u. a.

die Berufsfeuerwehr in Split, bei dem das untere Foto entstanden ist.

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2008

Eine weitere Fahrzeugbeschaffung ließ nicht lange auf sich warten. Das in die Jahre

gekommene „weiße 11/1“ (Mehrzweckfahrzeug) wurde im November 2008 durch einen

modernen und umfangreich ausgestatteten Einsatzleitwagen der Fa. Hensel ersetzt.

62


2009

2009

Vor 10 Jahren feierte die Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld ihr 140-jähriges Bestehen.

Nach einem Gottesdienst zog man gemeinsam im Rahmen eines Festzuges von der

Kirche zum Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet. Dort wurden der neue Einsatzleitwagen

sowie eine neue PFPN (tragbare Pumpe) durch Weihbischof Helmut Bauer em. feierlich

eingeweiht.

Zudem erhält die Feuerwehr Grafenrheinfeld ein Gasmessgerät, da die ortsansässige

Firma FIS-ASP eine mit Stickstoff betriebene Löschanlage in Betrieb nimmt.

2010

Der stellvertretende Kommandant Dirk Keysers legt sein Amt aufgrund einer berufl ichen

Veränderung nieder. Als neuer stellvertretender Kommandant wurde Matthias Hübner

von der Versammlung gewählt.

Das digitale Zeitalter brachte im Juni 2010 eine weitere Neuerung mit sich: Es wurde die

Zusatzalarmierung per Telefon eingeführt. Dies bedeutet, dass die rafelder Floriansjünger

ab sofort neben Meldeempfänger und Sirene auch zusätzlich per Mobiltelefon alarmiert

werden. Die damalige Zusatzalarmierung basiert auf einer selbstgebauten, aber

zuverlässigen Lösung.

63


2012

2011 bis 2012

Weitere Fahrzeugbeschaffungen standen im Mai 2011 sowie Mai 2012 auf dem

Programm. Der vom Grafenrheinfelder Bauhof ausgemusterte Pritschenwagen konnte

durch die Fa. Hensel zu einem sehr nützlichen Feuerwehrfahrzeug umgebaut werden.

Da das damalige Löschfahrzeug (LF 8) überladen war, musste die Feuerwehrführung

die Besatzung auf eine Staffel reduzieren. Zusätzliches Personal sowie Ausrüstung

konnte somit zukünftig mit dem Gerätewagen zur Einsatzstelle gebracht werden.

Der Gerätewagen spielt noch heute eine sehr wichtige Rolle in der „Einsatz- und

Übungslogistik“.

Um einiges umfangreicher erwies sich sie Ersatzbeschaffung für das in die Jahre

gekommene und überladene Löschfahrzeug (LF 8). Bereits im Jahr 2009 startete ein

Arbeitskreis die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen. Der Arbeitskreis setzte sich

aus den Kameraden Winfried Roßhirt, Matthias Hübner, Holger Schmich, Dirk Keysers

und Rainer Endres zusammen.

Zahlreiche Veranstaltungen, wie bspw. die Brandschutzmesse Interschutz, wurden

besucht. Unterschiedliche Hersteller wurden detailliert unter die Lupe genommen, um

die bestmögliche Lösung für die rafelder Feuerwehr zusammenzustellen.

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2012

Nach einem sehr aufwändigen Prozedere und über 1000 Stunden Arbeit konnte im

Mai 2012 ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/24 (HLF 20/24) in Dienst gestellt

werden.

2013

Im März 2013 gab es eine nennenswerte Änderung in der Grafenrheinfelder

Feuerwehrführung: Winfried Roßhirt beendete seine Feuerwehrlaufbahn als

Kommandant. Er blickte im Rahmen der Dienst- und Jahreshauptversammlung

auf 13 Jahre Stellvertretung und 18 Jahre an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr

Grafenrheinfeld zurück. Die anwesenden Mitglieder nahmen dies zum Anlass um

Winfried Roßhirt zum Ehrenkommandanten zu ernennen. Die Nachfolge trat sein

bisheriger Stellvertreter Matthias Hübner an. Neuer stellvertretender Kommandant wurde

Holger Schmich. Auch in der Vorstandschaft änderte sich einiges. So übernahm Markus

Weidinger das Amt des Vorsitzenden. Winfried Roßhirt übernahm die Stellvertretung,

Corina Schmich die Position der Schriftführerin und Oliver Iff wurde Kassenwart.

2014

Die Jugendfeuerwehr Grafenrheinfeld konnte im September 2014 zum 5. Mal den

Jugendwettbewerb in Poppenhausen erstplatziert gewinnen. Das besondere Highlight

war die dreimalige Spitze in Folge. Dies bedeutete, dass die Mannschaft den eigentlichen

Wanderpokal fest behalten durfte. Das hat es in der Geschichte des Jugendwettbewerbs

vorher noch nie gegeben.

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2016

2015

Die Digitalisierung schreitet stetig voran, sodass im Juli 2015 die ersten Digitalfunkgeräte

in die Einsatzfahrzeuge eingebaut wurden. Zwar behält der Analogfunk insbesondere

für die Alarmierung seine Wichtigkeit, dennoch steigen die einzelnen Feuerwehren

sukzessive auf die neue Technik um. Zahlreiche Weiterbildungstermine werden

angeboten, die auch rege angenommen werden.

2016

Am 7. Oktober 2016 feiert die Feuerwehr Grafenrheinfeld gemeinsam mit ihren Freunden

aus Kroatien ein 20-jähriges Jubiläum „Hilfstransport Kroatien“ mit internationalen

Ehrungen in der Kulturhalle.

Im November 2016 empfi ng die Feuerwehr Grafenrheinfeld den Bischof Dr. Friedhelm

Hofmann im Rahmen seiner Visitation in Grafenrheinfeld. Gemeinsam mit den

Feuerwehren Bergrheinfeld und Garstadt demonstrierte die Feuerwehr Grafenrheinfeld

das Vorgehen bei einem Verkehrsunfall auf dem Kirchplatz. Anschließend fuhr der

Bischof gen Himmel mit der Drehleiter aus Werneck.

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2018

2018

Der Freistaat Bayern investiert in den Katastrophenschutz im Bereich Hochwasser.

Am 8. Juni 2018 startete eine Abordnung der Feuerwehr Grafenrheinfeld nach Elze

bei Hannover, um den Versorgungs-LKW mit Modularem Gerätesatz Hochwasser

(MGH) abzuholen. Insgesamt werden 32 Versorgungs-LKWs und 8 Abrollbehälter

an 40 Standorten in Bayern ausgeliefert. Ein Großteil der Fahrzeuge wurde bereits

ausgehändigt, sodass an diesem Wochenende 10 Fahrzeuge an die Feuerwehren

übergeben werden konnten. Im Regierungsbezirk Unterfranken wurden nun alle

geplanten 7 Fahrzeuge ausgeliefert.

Der Gerätesatz Hochwasser besteht im Wesentlichen aus 11 Rollcontainern, auf denen

insgesamt 12 Chiemsee-B-Pumpen und 6 Mini-Chiemsee-B-Pumpen mit Schläuchen,

Armaturen, Lichttechnik und diverser feuerwehrtechnischer Beladung verladen sind.

Daraus ergibt sich eine Pumpenleistung von ca. 35.000 Liter. Im jeweiligen Gerätesatz

sind zudem noch 3 Stromerzeuger mit 13 kVA vorhanden. Ebenso das gesamte Zubehör

und Equipment, um mit jedem Rollcontainer eigenständig arbeiten zu können.

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2019

Mannschaft:

Zu Beginn des Jahres 2019 leisten 67 Feuerwehrdienstleistende aktiven Feuerwehrdienst

in vier Gruppen innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld. Zusätzlich

befi nden sich 12 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren in der Jugendfeuerwehr

Grafenrheinfeld.

Fuhrpark:

Einsatzleitwagen I

Mercedes Benz – Aufbau Hensel - Baujahr 2008

Funkrufname: Florian Grafenrheinfeld 12/1

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/24

MAN – Aufbau Rosenbauer – Baujahr 2012

Funkrufname: Florian Grafenrheinfeld 40/1

Tanklöschfahrzeug 16/25

Mercedes – Aufbau Ziegler – Baujahr 1996

Funkrufname: Florian Grafenrheinfeld 21/1

Stärkeübersicht und Fuhrpark 2019:

Gerätewagen (sonst.)

Mercedes Benz – Aufbau Hensel - Baujahr 2001

Funkrufname: Florian Grafenrheinfeld 59/1

Versorgungs-LKW mit Modularem Gerätesatz Hochwasser

MAN – Aufbau Freytag – Baujahr 2018

Funkrufname: Florian Grafenrheinfeld 56/1

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2019

Vorstandschaft von März 2015 bis März 2019:

Foto von links: Kommandant Matthias Hübner, Kassenwart Oliver Iff,

Bürgermeisterin Sabine Lutz, Stellv. Kommandant Holger Schmich, 2.

Vorsitzende Julia Lausenmeyer-Krönert, Vertrauensmann Otto Staat,

1. Vorsitzender Markus Weidinger, Sprecher des Vergnügungsausschusses

Jan-Niklas Kraus, Schriftführerin Corina Schmich, Vertrauensmann Sebastian

Berlenz, ehemaliger Jugendsprecher Julian Binder. Es fehlt der aktuelle

Jugendsprecher Julian Berlenz.

69


Kommandant:

Martin Moritz 1919 - 1923

Ludwig Happ 1923 - 1930

Andreas Wegner 1930 - 1945

Konrad Geßner 1945 - 1948

Hermann Landeck 1948 - 1963

Walter Knaup 1963 - 1976

Klaus Weingart 1976 - 1986

Walter Wegner 1986 - 1995

Winfried Roßhirt 1995 - 2013 (Ehrenkommandant seit 2013)

Matthias Hübner 2013 - 2019

Sven Schreiner

2019 - heute

Stv. Kommandant:

Kommandanten seit 1919

Anton Wahler 1919 - 1923

Andreas Wegner 1923 - 1930

Edmund Röthel 1930 - 1939

Leo Riegler 1939 - 1945

Isidor Schmich 1945 - 1948

Walter Knaup 1948 - 1963

Hermann Landeck 1963 - 1973

Walter Popp 1973 - 1982

Winfried Roßhirt 1982 - 1995

Karlheinz Riedmann 1995 - 2007

Dirk Keysers 2007 - 2010

Matthias Hübner 2010 - 2013

Holger Schmich

2013 - heute

Sebastian Berlenz

2019 - heute

70


1. Vorsitzender:

Vereinsvorsitzende seit 1930

Franz Ebner 1930 - 1939

Alfons Wegner 1939 - 1945

Volk Adalbert 1945 - 1953

Johann Köhler 1953 - 1962

Adalbert Volk 1962 - 1976

Walter Knaup 1976 - 1982

Robert Gießübel 1982 - 2003 (Ehrenvorsitzender seit 2003)

Otto Staat 2003 - 2007

Harry Ebner 2007 - 2013

Markus Weidinger

2013 - heute

2. Vorsitzende/-r

Erich Schubert 1948 - 1972

Albert Ebner 1973 - 1975

Karlheinz Bayer 1975 - 1986

Otto Staat 1986 - 2003

Anton Gumbrecht 2003 - 2007

Matthias Schulz 2007 - 2013

Winfried Roßhirt 2013 - 2017

Julia Lausenmeyer-Krönert 2017 - heute

© Copyright Freiwillige Feuerwehr Grafenrheinfeld 2019

2. überarbeitete Aufl age

Ersteller: Manfred Müller, bearbeitet und fortgeführt von Winfried Roßhirt,

Matthias Hübner, Markus Weidinger sowie grafi sche Umsetzung David Schneider.

Wir danken der Gemeindeverwaltung Grafenrheinfeld, an der Spitze unsere

1. Bürgermeisterin Sabine Lutz, dem Gemeinderat, der Kreisbrandinspektion, allen

Unterstützern und Förderern sowie den Sponsoren FIS GmbH, FIS-ASP GmbH, Trips

GmbH, Veolia Umweltservice Süd GmbH & Co. KG, Kanal Ebner GmbH, Horna GmbH

und Haustechnik Mack.

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