2019/18 - Mobilität

suedwest.presse

29. APRIL 2019

Mobilität

EINE GANZE BRANCHE IM WANDEL

Unter

Strom

Die Elektrifizierung auf den Straßen nimmt zu.

Neben dem Personenverkehr tut sich auch im

Transportwesen einiges. Seite 6

CARSHARING

Das Auto wandelt sich vom

Statussymbol zum reinen

Mittel zum Zweck.

Seite 4

ZUKUNFTSVISION

Eine Seilbahn über Ulm ...

oder warten wir vielleicht

doch lieber aufs Flugtaxi?

Seite 18

ARBEITSMARKT

Mit der Automobilbranche

verändern sich die

Berufsperspektiven.

Seite 12


Internationale Fachmesse für

Ladeinfrastruktur und Elektromobilität

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INHALT/EDITORIAL 3

Inhalt

Editorial

Mit dem Flugtaxi

zur Arbeit

Neue Wege gehen –

wären in Ulm eine

Seilbahn oder ein

Flugtaxi möglich?

Seite 12

Aufbruch in ein

neues Zeitalter

Neue Technologien und Konzepte stellen Mobilität

wie wir sie kennen auf den Prüfstand. Seite 4

Branche und

Region im Wandel

Seite 12

Zurück in die

Zukunft!

Innovative Mobilitätslösungen

und alternative Antriebe stehen

heute für weit mehr als Bewegung

und Transport – sie schaffen

Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit

und somit vor allem Zukunftsperspektiven.

Dabei erkannten

erste Visionäre bereits

Ende des 19. Jahrhunderts zukunftsweisende

Fortbewegungskonzepte

wie Elektro- und Hybridantriebe.

Während einst

Verbrennungsmotoren das Rennen

machten, stehen wir heute,

mit enormen technologischen

Fortschritten, auf der Schwelle

zu einem umfassenden Wandel,

dessen Kerngedanke letztlich

schon lange existiert.

Welche Auswirkungen die Bedürfnisse

und Lebensstile unserer

heutigen Gesellschaft auf die

Mobilität der kommenden Jahrzehnte

haben werden, lesen Sie

ab Seite 4.

Unter Strom – die

Elektroflitzer

kommen

Seite 6

NEWS

Seite 8

Was sind die aktuellen Fortschritte

und Trends aus dem Bereich

der E-Mobility? Antworten

hierzu ab Seite 6.

Die Autoindustrie ist einer der

bedeutendsten Wirtschaftszweige

unserer Region. Erfahren

Sie ab Seite 12 wie heimische

Unternehmen der Zeitenwende

entgegenwirken und deren

Jobs zukunftsfähig machen.

Ich wünsche Ihnen eine spannende

Lektüre.

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

GmbH & Co. KG

Frauenstr. 77, 89073 Ulm

Projektleitung

Tobias Lehmann

Anzeigen (verantwortlich)

Stefan Schaumburg

Redaktion

Stefanie Müller

(verantwortlich)

Kerstin Auernhammer,

Martin Dambacher

SVH GmbH & Co. KG

Gestaltung

Eva Maria Bittner

mediaservice ulm

Fotos

Titel: © metamorworks/

Shutterstock.com

SWP-Archiv,

SVH

Datenschutz

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Druck

DHO - Druckzentrum

Hohenlohe Ostalb

GmbH & Co. KG

Ludwig-Erhard-Straße 109

74564 Crailsheim

Tobias Lehmann

Teamleitung

Sonderpublikationen


4

MOBILITÄTSKONZEPTE

10

Elektroautos der Marke Renault

Zoe sind derzeit beim Carsharinganbieter

swu2go im Einsatz: 5x in

Blaubeuren, 1x in Berghülen, 1x in

Niederstotzingen, 1x in Hermaringen,

1x in Illertissen und 1x in Jungingen.

Acht weitere Stand orte

sind in Planung.

Quelle: SWU

Um mobil zu sein, braucht man

heute kein eigenes Auto mehr.

Foto: © Inspiring/Shutterstock.com

Aufbruch in ein

neues Zeitalter

Mobilität Welche Bedürfnisse und Lebensstile, welche Fortbewegungsmuster

bestimmen in den kommenden Jahrzehnten unsere Mobilität? Von Martin Dambacher

Als vor zehn Jahren

die ersten car2go-

Autos auf den Ulmer

Straßen und

Gassen umherflitzten,

waren die Begriffe Carsharing

und eMobility für die meisten

böhmische Dörfer. Heute ist

das von Daimler in Ulm entwickelte

Automietsystem nach

dem Zusammenschluss mit dem

BMW-Angebot DriveNow der

weltweit größte Sharingdienst

in Sachen Mobilität – unter den

über 20.000 Fahrzeugen in den

30 bespielten Metropolen sind

über 3.200 Elektroautos.

Aus Ulm hat sich car2go zurückgezogen,

doch die Stadtwerke

haben im Sommer 2018

mit swu2go einen Nachfolger

ins Rennen geschickt. Das zeigt:

Das Thema Carsharing spielt in

der vernetzten Welt von morgen

eine zentrale Rolle.

Autofahren ohne

eigenes Fahrzeug

„Wir sehen heute schon in großen

Städten und bei der jungen

Generation, dass Mobilität immer

weniger mit dem Besitz eines

Autos verknüpft wird“, stellt

Ulms Oberbürgermeister Gunter

Czisch fest. Künftig werde

es aus seiner Sicht ein gleichberechtigtes

Nebeneinander verschiedener

Möglichkeiten geben,

sein Mobilitätsbedürfnis zu

erfüllen. „Vernetzte Angebote

und die fortschreitende Digitalisierung

werden uns dabei aufzeigen,

wie wir am bequemsten

und schnellsten ans Ziel kommen“,

glaubt Czisch. Das Projekt

Regio-S-Bahn, emissionfreie

Busse, swu2go und gemeinsame

Nahverkehrspläne würden

für einen vielfältigen Strauß an

Maßnahmen stehen.

Dass die Bedeutung des öffentlichen

Nahverkehrs aufgrund

verschärfter Klimaziele,

Luftreinhaltung und Parkplatznot

in den letzten Jahren stark

zugenommen hat, beobachtet

auch der Geschäftsführer des

Verkehrsverbundes DING, Thomas

Mügge. Er versucht die Innovationen

in seinem Sektor

weiter voranzutreiben. „Wir arbeiten

intensiv an der verbundweiten

Echtzeitinformation und

an neuen digitalen Vertriebsstrukturen“,

berichtet Mügge.

„Dazu sind wir offen für Kooperationen

mit möglichen Sharing-Anbietern.“

Er erwartet,

dass die Nachfrage für unterschiedliche

Mobiltitätsangebote

steigen wird.

Erweiterte Mobilitätskette

Dies sieht SWU-Marketingleiter

Marc Fuchs ähnlich. „Sharingprodukte

werden zusammen

mit dem Nahverkehr die erweiterte

Mobilitäskette bilden“,

erklärt Fuchs. Je nach Bedarf

könne der fahrbare Untersatz


MOBILITÄTSKONZEPTE 5

dabei ein Auto, Fahrrad, Lastenrad

oder E-Scooter sein. Ebenso

würden sogenannte „on demand“-Services

immer wichtiger,

da gerade die Fahrten auf

individuelle Anforderung für

Mobilität

hängt

immer weniger

vom Besitz

eines Autos ab.

Gunter Czisch

Oberbürgermeister Ulm

die letzte Meile bis zur Haustüre

interessant sei. „Die digitale

Abbildung von Fahrscheinen

und Informationen nehmen in

der Kommunikation mit den

Kunden eine wichtige Rolle

ein“, so Fuchs abschließend, daher

sei das Smartphone ein unverzichtbarer

Baustein für die

Mobilität von morgen.

Das Smartphone spielt

eine wichtige Rolle

Wie bequem es uns die digitalen

Allrounder im Alltag künftig

machen könnten, zeigt beispielsweise

auch das kürzlich

angelaufene „Handyparken“ in

Neu-Ulm, über das via App ein

Parkticket gelöst werden kann.

Es erspart Autofahrern den lästigen

Gang zum Parkscheinautomat

samt Kramen nach

Kleingeld. Und was machen die

Menschen, die kein Smartphone

besitzen? Die müssen selbstverständlich

weiterhin einen

Parkschein an einem der insgesamt

49 Automaten ziehen –

denn Knöllchen wird es sicher

auch im digitalen Zeitalter der

Mobilität noch geben.

Die Stadtwerke bieten ein Carsharing-Projekt.

Foto: SWU

spkulm.de

Weil die Sparkassen den Motor

unserer Wirtschaft am Laufen

halten.

Brummen

ist einfach.

Mittelstandsfinanzierer Nr. 1*

*Bezogen auf die Sparkassen-Finanzgruppe

Wenn´s um Geld geht


6

ELEKTROFLITZER

Unter Strom:

die Elektroflitzer

kommen

FOTO: © F KIT8.NET/SHUTTERSTOCK.COM

Individualverkehr Nicht nur die Verkaufszahlen von Elektrautos und E-Bikes schnellen

in die Höhe – auch in anderen Bereichen spielt das Thema eMobility eine große Rolle – zum

Beispiel auf kürzeren Strecken. Von Martin Dambacher

Rund eine Million verkaufte

E-Bikes im

Jahr 2018 und knapp

16.000 zugelassene

Elektro-Autos im ersten

Quartal 2019 sprechen eine

klare Sprache: Der Stadtverkehr

auf Deutschlands Straßen, Radwegen

und Gehsteigen wird zunehmend

elektrisch.

In Kürze könnte es dank der

näherrückenden Zulassung von

sogenannten E-Scootern noch

enger und flotter zugehen – eine

entsprechende Verordnung mit

Regeln für den Einsatz der kleinen

Elektrogefährte wurde vom

Bundeskabinett Anfang April

verabschiedet. Nun muss nur

noch der Bundesrat zustimmen,

damit die „Elektrokleinstfahrzeuge“

mit Höchstgeschwindigkeiten

von bis zu 20 km/h legal

im öffentlichen Straßenverkehr

betrieben werden können.

Straße, Gehweg

oder Radweg?

Wo die E-Roller dann letztlich

unterwegs sein dürfen, hängt

letztlich von der Leistung ab –

E-Scooter, die zwischen zwölf

und 20 Kilometer pro Stunde

fahren können dürfen laut Verordnung

auf Radwegen oder

Seitenstreifen fahren, langsamere

Modelle müssen auf Gehoder

gemeinsamen Geh- und

Radwegen ausweichen. Gibt es

beides nicht, darf die Fahrbahn

benutzt werden. Auf diese gehören

auch alle klassischen

Elektro-Roller, die die bisherigen

Benzin- und 2-Takt-Modelle

ersetzen sollen. Ihre Reichweite

beträgt in der Regel zwischen

50 und 160 Kilometer, als

Fahrerlaubnis genügt eine Mofa-Prüfbescheinigung

(ab 15 Jahren),

einen Führerschein der

Klasse B (ab 16) oder der Autobeziehungsweise

Motorradführerschein

(ab 18). Ebenfalls immer

öfters anzutreffen sind elektrifizierte

Lastenräder, die im innerstädtischen

Lieferverkehr

immens praktisch sind. Denn

die zweirädrigen Transporter

helfen nicht nur bei der Luftreinhaltung,

sondern müssen

sich beispielsweise auch nicht

an zeitliche Beschränkungen in

Fußgängerzonen halten – dazu

geben sie dem Fahrer elektrischen

Rückenwind bei topografisch

wadenfeindlichen Gebieten

wie Ulm mit seinen sieben

Hügeln und Stuttgart.

Weiteres Plus: Je nach Bedarf

lassen sich die Lastenräder individuell

konfigurieren und gestalten,

so dass sie sowohl von

Handwerkern, Lieferdiensten

als auch von Unternehmen für

deren innerbetrieblichen Fahrten

ideal eingesetzt werden können.

Selbst Rikscha-Taxis und

öffentliche Behörden wie die

Polizei setzt bereits vermehrt

auf diese Technik. Auch Postdienstleister

nutzen elektrische

Antriebe als „Rückenwind“ für

ihre Zusteller.

Platz für eine Europalette: Fahrzeuge wie dieses könnten bald Alltag sein.

Foto: Sortimo

Hilfe auf der letzten Meile

zum Kunden

Reicht die vorhandene Kapazität

für Lieferdienste oder Zusteller

einmal nicht aus, könnten

künftig auch Fahrzeuge wie der

ProCargo CQ1 von Sortimo die

Lösung sein, die die Lücke zwi-


ELEKTROFLITZER 7

schen Lastenfahrrad und Mini-Van

auf der sogenannten

„letzten Meile“ schließen. Dieser

letzte Abschnitt auf dem

Weg einer Ware vom Absender

zum Adressaten ist der personalintensivste

und damit teuerste.

Bei Lastenrädern mangelt es

oft an ausreichend Ladefläche

für größeres Stückgut oder

mehr Waren. Sortimo bietet mit

seinem ProCargo CQ1 ausreichend

Platz für den Transport

einer Europalette oder eines absetzbaren

Containers. Die

Fracht kann dank E-Antrieb ressourcenschonend

und kostensparend

mit einer Höchstgeschwindigkeit

von 45 Kilometer

pro Stunde ans Ziel gebracht

werden.

Stehen statt gehen

Ebenfalls klein, aber fein präsentieren

sich die vielen einoder

zweispurigen, elektrischen

Rollbretter auf dem Markt, die

vor allem bei Jugendlichen der

Renner sind. Durch Gewichtsverlagerung

wird hier der E-Antrieb

gesteuert – ähnlich wie

beim Segway, das sich im

Stadtverkehr bislang

nicht durchsetzen

konnte. Allerdings dürfen die

sogenannten „Hoverboards“

ohne Lenkstange bisher mangels

Zulassung nur auf Privatgelände

betrieben werden – genau

wie die motorangetriebenen

Varianten des klassischen

Skateboards. Ob dies so bleibt,

gilt es abzuwarten, letztlich

führt am Boom der Elektroflitzer

kein Weg vorbei.

25km/h

ist die magische Grenze. . Fahrzeuge,

deren Antrieb bei dieser

Geschwindigkeit abriegelt, kön-

nen ohne Führerschein gefahren

werden, etwa Pedelecs. Für

schnellere Elektrofahrräder

braucht man einen Mofa-Führerschein

(Klasse AM).

Lastenbikes für den innerstädtischen

Lieferverkehr.

Foto: Sortimo

Wir fordern und setzen

uns dafür ein, dass Ulm

Vorzeigestadt für die

Mobilitätswende wird.

CDU-Fraktion Ulm

Rathaus . Marktplatz 1

89073 Ulm

Telefon: 0731 618220

cdu-fraktion-ulm@t-online.de

www.cdu-fraktion-ulm.de


8

NEWS

HNU-Professoren küren

beliebteste Arbeitgeber

Studie Wie gut kommen die Firmen in der Region als Arbeitgeber an?

Damit beschäftigt sich eine Studie der Hochschule Neu-Ulm.

Wer auf Jobsuche ist,

achtet unter anderem

auf den Ruf eines

Unternehmens.

Wie bekannt ist es? Wie sympathisch

kommt es rüber? Antworten

auf diese Fragen gibt für den

Raum Ulm die Hochschule Neu-

Ulm, genauer das „Kompetenzzentrum

Wachstums- und Vertriebsstrategien“

unter Federführung

der Professoren Alexander

Kracklauer und Sascha

Fabian.

In der neuesten „Employer

Branding Studie“ wurden 1.105

Arbeitnehmer der Zukunft befragt.

Sie sollten angeben, für

wie bekannt, sympathisch und

attraktiv als Arbeitgeber sie die

30 umsatzstärksten Unternehmen

der Region halten. Auf den

ersten Platz kam die Liebherr-Gruppe

mit Spitzenwerten

in Beliebtheit und Sympathie.

An zweiter Stelle steht mit

Daimler TSS ein Zulieferer der

Fahrzeugbranche, den dritten

Rang belegte das Familienunternehmen

Seeberger. pm/ka

News

ACE fordert Ausbau von

Ladestationen für Elektroautos

Der ACE hat die Bundesregierung

zu mehr Anstrengungen

beim Ausbau von Ladestationen

für E-Autos

aufgefordert. Die Installation

privater Ladeinfrastruktur

zu Hause müsse gefördert

werden. Es sei außerdem

überfällig, die rechtlichen

Voraussetzungen für

die Installation von Ladestationen

in Miet- und Sammelgaragen

zu schaffen.

Zukunftsvisionen

Der Autoclub ACE forderte die Koalition

auf, es müssten nun die

Weichen für eine zukunftsfähige

und nachhaltige Mobilität

gestellt werden. „Damit

deutsche wie EU-weite Klimaschutzziele

erreicht werden,

muss jetzt seitens der Bundesregierung

konsequent

Fahrt in Richtung Verkehrswende

aufgenommen werden“,

sagte der ACE-Vorsitzende

Stefan Heimlich.

Das Thema Mobilität hat auch

die Hannover Messe im März

beschäftigt. Bei etlichen Ausstellern

der weltgrößten Industrieschau

ging es um Verkehr. Am

Gemeinschaftsstand „Leichtbau

aus Baden-Württemberg“ wurde

etwa ein einsitziger Kabinenroller

für die Stadt vorgestellt. Er soll

dank Carbon, Teilen aus dem

3D-Drucker und Beschränkung

aufs Wesentliche nur 400 Kilo

wiegen und nur ein Viertel der Fläche

eines normalen Autos einnehmen.

Einziger Haken: Er ist noch

nicht zugelassen. Volkswagen dagegen

zeigte Anwendungsmöglichkeiten

für künftig autonom

fahrende Autos; vom rollenden,

fahrerlosen Besprechungsraum

bis zur mobilen, selbstfahrenden

Krankenliege im Auto – für den

Notfall.

FOTO: Leichitbau BW

Scheuer will Deutschland

breit aufstellen

Man könnte den Eindruck

haben, dass der

moderne Mensch keinen

Schritt mehr laufen

kann … oder will. Deshalb

werden immer mehr

Fahrzeuge elektrifiziert, damit

man und frau schneller, bequemer

und unabhängiger

von A nach B kommt:

Internationales Testgebiet

Wie autonome Fahrzeuge mit

Verkehrsschildern und Ampeln

zurechtkommen, wird ja

schon seit Jahren ausgiebig

getestet – doch was passiert,

wenn ein autonomes Fahrzeug

eine Landesgrenze passiert?

Messe „Power2Drive“

Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer hat sich gegen

eine einseitige Förderung der

Elektromobilität ausgesprochen.

Der CSU-Politiker sagte,

richtig sei ein technologieoffener

Ansatz. „Wir müssen breit bleiben.“

Man könne noch nicht sagen,

welches in zehn Jahren das

beste Konzept sei. Es müsse auch

die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

gefördert werden,

sagte er. Scheuers Konzept

ist ehrgeizig: „Wir wollen Mobilität

bequem, bezahlbar, umwelt- und

klimafreundlich machen.“

Individualisierung des Nahverkehrs

E-Scooter, Hoverboards und Co

sind „in“. Die Gesetzgebung

kommt gar nicht mehr hinterher

– obwohl es die Geräte schon

länger gibt. Eine Einordnung

von E-Scootern soll voraussichtlich

am 17. Mai vom

Bundesrat verabschiedet werden,

an anderen Regelungen

wird noch gearbeitet.

Kommt es mit fremden Ampeln,

Verkehrszeichen und Schildern

zurecht? Das wird seit Anfang

April im Schengen-Raum getestet.

Dort sind Roboterwagen auf

deutschen, Luxemburger und

französischen Straßen unterwegs.

In München geht vom 15.-17.

Mai eine eigene Messe für

E-Mobilität über die Bühne.

Die „Power2Drive“ mit 1.300 Ausstellern

ist die Fachmesse für

Elektromobilität „von der Batterie

über die Ladesäule bis zum

Elektrofahrzeug“.

FOTOS: © VITALY USOV, DZM1TRY/SHUTTERSTOCK.COM


Anzeige DING 9

Sparen auf dem Weg zum Job

Das Jobticket bietet schlanke Mobilität für jeden Tag. Für Unternehmen wie für Mitarbeiter

ist es eine Win-win-Situation. Denn beide sparen dadurch Geld.

Jeder Arbeitstag beginnt mit Mobilität

– Busse und Bahnen bieten

hier im Vergleich zur Nutzung

des eigenen Pkw viele Vorteile.

Die günstigen Fahrtkosten

sind dabei nur ein Punkt; dazu

kommt, dass es sicherer ist, mit

öffentlichen Verkehrsmittel zu

fahren und dass Fahrgäste (laut

dem British Medical Journal) sogar

schlanker sind als ihre autofahrenden

Kollegen!

Noch mehr Vorteile

Mitarbeiter in Unternehmen mit

DING-Jobticket können die Jahreskarte

für Bus und Bahn deutlich

günstiger erwerben. Das

macht den Arbeitsplatz und damit

das Unternehmen attraktiver

und sorgt für zufriedene Kolleginnen

und Kollegen. Außerdem

benötigen Bus- und Bahnfahrer

keine Parkplätze – das spart dem

Gut betreut: Das KundenCenter SWU traffiti ist eine von zwei

Ausgabestellen für Jobtickets im DING-Gebiet. Foto: SWU Verkehr

Unternehmen teure Pkw-Stellflächen.

Der Rabatt für das Jobticket

erhöht sich deutlich von 5

auf 10 Prozent, wenn der Arbeitgeber

die Fahrtkosten mit mindestens

10 €/Monat bezuschusst.

Weil ab 1.1.2019 die Steuerfreiheit

für Arbeitgeberleistungen zum

Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln

gilt, wird diese

Möglichkeit noch attraktiver. Die

Neuregelung hat für Arbeitgeber

den Vorteil, dass sie das Job-Ticket

nicht mehr in die monatliche

44 Euro Freigrenze einbeziehen

müssen.

Wenig Aufwand

Der Weg zum Jobticket ist ganz

einfach: Nach Abschluss des obligatorischen

Jobticket-Vertrags

benötigen Mitarbeiter nur noch

eine Arbeitgeberbescheinigung

– die wird für die selbständige

Bestellung des Jobtickets über

www.ding.eu benötigt.

Das Jobticket

in Kürze

» Persönliche Jahreskarte im

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10 AL-KO FAHRZEUGTECHNIK Anzeige

AL-KO bringt New

Mobility auf die Straße

Unternehmen positioniert sich als Hersteller von Systemträger-Plattformen und

Fahrwerks-Baugruppen sowie als Fertigungspartner mit Produktions-Know-how.

Die AL-KO Fahrzeugtechnik

setzt auf New Mobility. Wie

schon in der Vergangenheit ist

der weltweit agierende Konzern

aktiver Gestalter der Zukunft.

Dank des technologischen Wissens

und einer hohen Flexibilität

ist AL-KO der ideale Partner

für Unternehmen, die sich der

New Mobility verschrieben haben.

So liefert das Unternehmen

mit dem variablen Leichtbau-Chassis,

das als Systemträger

einen modularen Einsatz der

Batteriepakete und E-Komponenten

ermöglicht, die auf jegliche

individuellen Bedürfnisse

anzupassende Fahrzeugbasis.

Neues Montagewerk

mit bis zu 100 Arbeitsplätzen

President und CEO der AL-KO

Fahrzeugtechnik Harald Hiller:

„Wir sind nicht nur bei einem

aktuellen Megatrend vorne mit

dabei, sondern gleichzeitig auch

ein ganz wesentlicher Mitgestalter

der mobilen Zukunft. Wir verstehen

uns als Hersteller von

Systemträger-Plattformen und

Fahrwerks-Baugruppen sowie als

Fertigungspartner mit umfassendem

Produktions -Know- how.

Dass diese Kompetenzen bei diversen

neuen Playern der Elektrofahrzeugbranche

gut ankommen,

freut uns. Ein großer Mehrwert

für diese Unternehmen ist

es, dass wir sie mit unserer Agilität

und Flexibilität auf ihrem

Zentrale und Kundencenter des weltweit agierenden Technologie-

Konzerns in Kötz bei Günzburg.

Foto: AL-KO

Im neuen Montagewerk in Deffingen bei Günzburg übernimmt die AL-KO

Fahrzeugtechnik die Elektrifizierung von zwei Fahrzeug-Modellen für ABT e-Line,

die im Auftrag eines großen deutschen Automobilherstellers gefertigt werden.

Wachstumspfad begleiten. Viele

Elektrofahrzeuge, die heute und

in den nächsten Jahren auf die

Straße kommen, werden die

Kompetenz und Fahrwerkskomponenten

von AL-KO Fahrzeugtechnik

in sich tragen.“

Das Problem ist bekannt:

Hohe Stickstoffdioxid-Belastungen

aufgrund des Schadstoffausstoßes

im Straßenverkehr stellen

ein Gesundheitsrisiko dar.

Grundsätzlich herrscht Einigkeit,

dass die Stickoxid-Emission

gesenkt werden muss. An zukunftsbestimmenden

Lösungen

arbeitet die AL-KO Fahrzeugtechnik,

die bereits innovative

Fahrzeugkonzepte für Nutzfahrzeuge

realisiert hat. „Nach ersten

Kontakten mit dem Thema

Elektromobilität durch unser

Electric-Power- Chassis im Jahr

2010 haben wir 2016 für den

vollelektrisch angetriebenen

E-Transporter ABT eCab die

maßgeschneiderte Plattform bereitgestellt“,

so Mirko Trefzer,

Senior Vice President Sales &

Marketing bei AL-KO Fahrzeugtechnik.

Aktuell übernimmt AL-

KO die Elektrifizierung von zwei

Fahrzeug-Modellen im Bereich

Nutzfahrzeuge für ABT e-Line,

die im Auftrag eines großen

deutschen Automobilherstellers

gefertigt werden.

Dazu wird momentan im Gewerbepark

Deffingen bei Günzburg

ein Montagewerk errichtet,

in dem bis zu 100 neue Arbeitsplätze

entstehen. In Spitzenzeiten

sollen dort im Zwei-Schicht-

Betrieb 40 Fahrzeuge pro Tag

bzw. 10.000 Einheiten pro Jahr

vom Band laufen. Die Elektrifizierung

der Fahrzeuge umfasst

die Bereiche der Vormontage

und Montage von Elektrokomponenten,

Elektroantrieb und

Batterie.

Intelligentes Hybridkonzept

für Transporter

Die bereits realisierten Fahrzeug-Konzepte

bieten einen soliden

Einstieg in das Thema

E-Mobilität. Dennoch sind die

Fahrzeuge in ihrer Reichweite

beschränkt, da die Batteriekapazität

meist nur für den Stadt- und

Umlandverkehr ausgelegt ist.

Auch dazu hat die AL-KO Fahrzeugtechnik

einen intelligenten

Lösungsvorschlag geliefert. Zusammen

mit der Huber Automotive

AG, ein etablierter Spezialist

für Embedded Automotive

Electronics, wurde auf der IAA

Nutzfahrzeuge 2018 eine Weltneuheit

präsentiert: das Hybrid

Power Chassis. Dieses Hybrid-System

bietet mit zulässigen

Gesamtgewichten zwischen 3,5

und 5,0 Tonnen die perfekte Lösung

für emissionsfreie urbane

Fahrten mit Elektroantrieb und

längere, außerstädtische Touren

mit Verbrennungsmotor. Die Besonderheit:

Die elektrifizierte

Hinterachse mit einer Leistung

von zirka

zugeschal

den Trans

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Anzeige AL-KO FAHRZEUGTECHNIK 11

Der Kompetenz-Bereich der AL-KO Fahrzeugtechnik umfasst

bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen die Bereiche der

Vormontage und Montage von Elektrokomponenten,

Elektroantrieb und Batterie.

Zur Person

Harald Hiller ist President

und CEO der AL-KO Fahrzeugtechnik.

Ihm obliegt die

gesamte strategische und

operative Führungsverantwortung

des weltweit agierenden

Konzerns.

von zirka 90 kW kann bei Bedarf

zugeschaltet werden und macht

den Transporter damit zu einem

cleveren Hybridkonzept.

Die Kooperation mit Huber

Automotive sieht mittelfristig

mehrere E-Mobility-Lösungen

vor und beinhaltet den Gesamtkomplex

der Elektromobilität

sowohl für den Nutzfahrzeugals

auch für den Freizeitfahrzeugbereich.

„Die Entwicklung

ist sehr spannend. Wir erwarten,

dass die Elektromobilität

auch bei Reisemobilen eine gewichtige

Rolle einnehmen wird.

Zur Person

Mirko Trefzer verantwortet

als Senior Vice President

Vertrieb und Marketing der

AL-KO Fahrzeugtechnik die

Umsetzung der Vertriebsziele

und der damit verbundenen

Wachstumsstrategie.

Ebenfalls denken wir über elektrisch

angetriebene Wohn- und

Nutzanhänger nach, die das

E-Zugfahrzeug unterstützen.

Wie bei bestehenden Kooperationen,

mit anderen namhaften

Playern, beispielsweise für

leichte elektrische Nutzfahrzeuge,

wird die AL-KO Fahrzeugtechnik

als Lieferant von Leichtbau-Chassis,

komplett abgestimmten

Fahrwerken und Achsen

bzw. Sonderachsen auch bei

weiteren Projekten ein aktiver

Gestalter der Zukunft sein“, so

Mirko Trefzer.

Blick in die Geschichte:

In 88 Jahren zum Global Player

1931 in Kötz im Landkreis

Günzburg gegründet, ist die

AL-KO Fahrzeugtechnik heute

ein global agierendes Technologie-Unternehmen

mit rund 30

Standorten und 2.650 Mitarbeitern

in Europa, Südamerika, Asien

und Australien. Mit hochwertigen

Chassis- und Fahrwerkskomponenten

für Anhänger,

Freizeitfahrzeuge und leichte

Nutzfahrzeuge steht AL-KO für

beste Ergonomie und Funktionalität,

höchsten Komfort sowie

Innovationen für mehr Fahrsicherheit.

AL-KO Fahrzeugtechnik

und Dexter Axle sind seit Ende

2015 unter DexKo Global Inc. vereinigt.

Diese Kombination ist

weltweit führender Hersteller

von Anhängerachsen und Chassis-Komponenten

im leichten

Fahrzeug-Segment. DexKo Global

Inc. erwirtschaftet einen

Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden

US-Dollar.

Neue Herausforderung gesucht?

Infotage zur Elektromobilität am 10. und 17. Mai

Für den Fachbereich Vor- und Endmontage an unserem Standort Deffingen suchen wir Sie als

Kfz-Mechatroniker (w/m/d) im Bereich Elektromobilität

Ihre Aufgaben:

I Demontage verschiedener Fahrzeugkomponenten

I Vormontage von Elektrokomponenten

I Endmontage und Verkabelungstätigkeiten

I Bohren, Kleben und Nieten von Bauteilen

I Fahrzeugendprüfungen nach Vorgaben

I Begleitende Dokumentation

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung in unserem Bewerberportal auf www.alko-tech.com.

Interesse geweckt?

Dann besuchen Sie uns am 10.05.2019

oder am 17.05.2019 um 14.00 Uhr an

unserem neuen Standort (Alois-Mengele-

Straße 1, 89312 Günzburg/Deffingen)

und informieren Sie sich über unseren

Einstieg in die Elektromobilität. Lassen

Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen

und bringen Sie bei dieser Gelegenheit

Ihre Bewerbungsunterlagen mit.

ALOIS KOBER GMBH I Human Resources

Nadine Böhm I Fon +49 8221 97-8932

Ichenhauser Str. 14 I 89359 Kötz

bewerbungen@alko-tech.com I www.alko-tech.com


12 JOBS

Branche und

Region im

Wandel

Jobs Wie die heimische Autoindustrie und

deren Zulieferer der Zeitenwende

entgegenwirkt und deren Jobs zukunftsfähig

macht. Von Martin Dambacher

Spätestens seit der

Förderung von Elektromobilität

durch

die Bundesregierung

scheint die deutsche

Autoindustrie in Sachen eMobiltiy

endlich ein wenig in Fahrt

zu kommen. Gleichzeitig setzen

sinkende Export-Quoten, Dieselskandal

und Grenzwertdebatte

die Branche unter Druck. Die

Folgen sind dabei nicht nur in

den großen deutschen Autometropolen

München, Stuttgart, Ingolstadt

und Wolfsburg spürbar,

sondern beeinflussen auch das

Tun zahlreicher Zulieferer in

der Region Ulm – schließlich

sitzen hier viele mitarbeiterstarke

„Hidden Champions“.

Wer erkennt die Zeichen der

Zeit und deutet sie richtig?

Die Gefahr: Werden die Zeichen

der Zeit nicht rechtzeitig erkannt,

droht Betrieben die Insolvenz,

wie die jüngsten Beispiele

der Traditionsfirmen

SAM automotive in Feldstetten

oder Räuchle Präzision in Dietenheim

unter Beweis gestellt

haben. Andere Unternehmen

hingegen stellen sich der Herausforderung

und sehen darin

sogar eine Chance zu wachsen.

„Mit unserem neuen Montagewerk

für Elektrofahrzeuge sind

wir nicht nur bei einem Megatrend

vorne mit dabei, sondern

gleichzeitig auch ein ganz wesentlicher

Mitgestalter der mobilen

Zukunft“, erklärt Harald

Hiller, CEO der AL-KO Fahrzeugtechnik

in Kötz, wo in Spitzenseiten

bis zu 10.000 Einhei-

Auch künftig wird die Autobranche in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftszweig sein.

Fotos: © Jenson, Phonlamai Photo/shutterstock.com weiter auf Seite 14


Anzeige ELEKTROBIT 13

Für die Zukunft der Mobilität

Wann immer die Bundeskanzlerin in einem Audi A8 chauffiert wird oder Queen Elizabeth II

in einem Bentley Bentayga unterwegs ist, ist wahrscheinlich Technik von Elektrobit an Bord.

Elektrobit (EB) ist ein weltweit

agierender An bieter von Embedded-

und Connected- Software-

Lösungen und Dienstleistungen

für die Automobilindustrie. In

Ulm entwickelt EB hochkomplexe

Produkte für die Zukunft der

Mobilität. Eine Besonderheit am

Standort Ulm: Alle Fachkräfte

befinden sich unter einem Dach.

Design und Funktionalität

Während die einen parallel Softund

Hardware für autonomes

Fahren oder die Vernetzung von

Fahrzeugen entwickeln, kümmert

sich ein anderes Team um

Design-Fragen im Zusammenhang

mit der Bedienung des

Fahrzeugs. Sie sind dafür verantwortlich,

dass die Benutzeroberflächen

einfach zu bedienen sind

und von den Autofahrern als angenehm

und attraktiv empfunden

Erstes unfallsicheres In-Car-Tablet mit Echtglasoberfläche.

werden. Außerdem sind Abteilungen

wie das Personalwesen,

die Prototyp-Entwicklung oder

die Qualitätssicherung vor Ort

zu finden. In Ulm implementieren

die Experten innovative Produkte

direkt in das Fahrzeug. Eines

davon ist das Audi Tablet, das

an den Hintersitzen des Audi A8

zu finden ist. Es ist das erste unfallsichere,

abnehmbare In-Car-

Tablet mit einer Echtglasoberfläche.

EB hat auch maßgeblich zu

einer besseren Vernetzung des

Fahrzeugs beigetragen. Durch

eine Integration von Android haben

die Softwareentwickler die

Welt der Apps und des Google

Play Stores in die Welt der Automobile

eingeführt.

Über Elektrobit

Weltweit beschäftigt Elektrobit

2.600 Angestellte an 22 Standorten

in 11 Ländern, ca. 250 Mitarbeiter

sind seit April 2018 am

zweitgrößten Standort in Ulm

beschäftigt. Software von Elektrobit

steckt in mehr als einer

Milliarde Geräten in über 100

Millionen Fahrzeugen weltweit.

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Am 8. Mai ab 18 Uhr lädt Elektrobit

zur Career Night in Ulm ein.

Wer sich für einen Job interessiert,

kann den potenziellen Arbeitsplatz

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14

JOBS

ten pro Jahr vom Band laufen

sollen. Um dieses Ziel zu erreichen,

werden Facharbeiter wie

Kfz-Mechaniker oder -Mechatroniker,

Maschinen- und Anlageführer,

aber auch Entwickler

und Projektleiter benötigt und

gesucht – darüber hinaus sollen

noch weitere nachhaltige Arbeitsplätze

mit Weiterbildungsund

Qualifikationsmaßnahmen

geschaffen werden.

Da die Menschheit tendenziell

ja eher nicht weniger, sondern

mehr Fahrzeuge benötigen

wird, bleibt der Markt in Bewegung.

Die Bandbreite der „Fahrzeuge“

ist groß und geht salopp

gesagt vom Rollschuh bis zum

Kreuzfahrtschiff. Oder – um bei

der E-Mobilität zu bleiben –

vom Hoverboard bis zum Lastwagen.

Fachleute für

die Zukunftsthenem

Auch die Ulmer Wieland-Werke

sehen sich in dieser Hinsicht

gut für die Zukunft gerüstet.

„Das Megathema Elektromobilität

wird sich in den nächsten

zehn bis 20 Jahren durchsetzen

und unser Wachstum möglicherweise

langfristig und nachhaltig

antreiben“, ist sich Christine

Schossig, Vice President

Marketing & Communications,

sicher – hierbei komme es Wieland

entgegen, dass es sich um

eine Evolution handle und es

zunächst neben weni-

Forschung und Entwicklung sind in allen denkbaren Branchen rund ums Auto aktiv.

Foto: © Golubovy/shutterstock.com

gen reinen E-Autos mehr Hybridfahrzeuge

geben werde.

„Neben Komponenten für die

alten und neuen Antriebstechnologien

können wir mit unseren

Hochleistungslegierungen

auch sehr viel zur künftigen

Wertschöpfung in Elektrofahrzeugen

sowie der autonomen

Fahrzeugtechnologie beitragen“,

ergänzt Schossig. Man

habe in Ulm sehr gute Ingenieure,

die an diesen Zukunftsthemen

arbeiten würden.

Ebenfalls gut aufgestellt sieht

sich der Ulmer Schmierstoffspezialist

Hermann Bantleon,

auch wenn hier der Umschwung

durchaus kritischer betrachtet

wird. „Grundsätzlich glauben

wir nicht, dass der Technologiewechsel

in der heute angedachten

Weise und diesem Umfang

kommen wird“, mutmaßt Rainer

Janz, Bereichsleiter Produktund

Qualitätsmanagement. Sinn

und Nutzen dürfe man hier

durchaus kritisch hinterfragen.

Im Laufe der Zeit habe man sich

aber eine gewisse Branchenvielfalt

erarbeitet, die die Umsätze

auch in schwierigen Zeiten sichere,

so Janz weiter. Dazu würden

auch bei Elektromotoren

klassische Prozesse der mechanischen

Bearbeitung anfallen

und auch dabei würden Hilfund

Betriebsstoffe benötigt.

Es wird viel passieren

Eins ist sicher: Seit Carl Benz

1886 seinen Motorwagen zum

Patent angemeldet hat, ist viel

passiert. Gerade hinsichtlich der

Elektrifizierung und der zunehmenden

Automatisierung ist

auch in den kommenden Jahren

eine rasante Entwicklung zu erwarten.

Die Branche an sich ist

also eine zukunftsträchtige für

Fachkräfte.

Jobs fallen weg, es

kommen aber auch neue hinzu

FOTO: ©SOLCAN DESIGN/

SHUTTERSTOCK.COM

Weit über 800.000 Menschen

arbeiten in Deutschland

in der Automobilindustrie,

sie ist einer der größten

Wirtschaftszweige des

Landes. Laut einer aktuellen

Untersuchung des Instituts für

Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

(IAB) drohen langfristig

Zehntausende Jobs in der

Automobilbranche zu verschwinden.

Gleichzeitig wollen die Automobilindustrie

und ihre Zulieferer

bis 2020 40 Milliarden

Euro in die Weiterentwicklung

alternativer Antriebe investieren.

„Durch die weitere Verbreitung

von Elektromobilität

eröffnen sich interessante

Jobperspektiven“, sagt Paul

Ebsen, Sprecher der Bundesagentur

für Arbeit.

Die Branche sucht jetzt zum

Beispiel Absolventen aus dem

IT-Bereich. Aber auch Juristen,

die sich mit Produkthaftung,

Patenten und Lizenzen befassen.

Oder Autodesigner, die die

Innenausstattung der E-Autos

entwerfen. Oder Volkswirtschaftler,

Ingenieure, Maschinenbauer

und Elektrotechniker.

„Auch Chemiker haben

gute Berufsaussichten“, erklärt

Ralf Petri vom Verband

der Elektrotechnik Elektronik

Informationstechnik. dpa


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Flüssiggas ist bald Alltag

Klimafreundlich, günstig und ergiebig soll der Treibstoff der Zukunft sein. Bis

Brennstoffzellen & Co so weit sind, stellen Bio- und Erdgas eine echte Alternative dar.

Iveco hat sich auf dem Gebiet

von Antriebsalternativen in letzter

Zeit besonders hervorgetan.

Während Iveco bei

Stadtbussen auch auf

Elektro- und Hybrid

setzt und bereits seit

einem Jahr in der Vermarktungsphase

ist, gilt

Methan (Bio- / Erdgas) in der

Güterlogistik als sofort verfügbare

und bezahlbare Alternative.

Schon jetzt bietet der Nutzfahrzeughersteller Iveco eine große

Flotte an gasbetriebenen Fahrzeugen.

Foto: Iveco

In Ulm entwickelt

Das Entwicklungszentrum in

Ulm und die Test- und Versuchsabteilung

arbeiten im Sinne einer

permanenten Weiterentwicklung

dieser sauberen und

leisen Transportlösung eng zusammen.

Methan ist sehr variantenreich,

es kann fossil als Erdgas

bereitgestellt werden, aber

auch regenerativ erzeugt werden.

Das geht auch in großen

Mengen über Biogas aus organischen

Abfällen und Landwirtschaft

und als „PtX“, also Gas aus

Überschussstrom. Iveco hat lange

Erfahrung mit dieser Technologie

und daher eindeutig das

breiteste Spektrum anzubieten.

Faustregel: Was man mit Dieselmotoren

bauen kann, geht

auch mit einem Methanmotor.

Vom Transporter (Daily Baureihe)

über den mittelschweren

Bereich (Eurocargo) bis zum

Schwerfahrzeug (Stralis). Und

das mit dem Vorteil, den die

E-Mobilität noch einige Zeit

nicht bieten kann: einen schnellen

Transport mit schweren Gütern

über weite Strecken. Entfernungen

bis 1.600 km bei 40 Tonnen

Gewicht ist die Vorgabe, die

ein Spediteur stellt. Dafür muss

das Gas aber in einen anderen

Aggregatzustand gebracht werden.

Tiefkalt ver flüssigt reichen

395 kg für dieses Lastkollektiv.

Über 4.000 Fahrzeuge

der Stralis-Baureihe fahren

derzeit sauber und

leise mit Gas quer

durch Europa.

Größtes Potenzial

Weil sich auch in Deutschland

das Tankstellennetz jetzt gut entwickelt,

wird dieser Technologie

das größte Potenzial bescheinigt.

Das Verkehrsministerium unterlegt

das mit einer Befreiung von

der Maut sowie einer Förderung

bei Anschaffung. Denn der Klimawandel

wartet nicht, bis

Brennstoffzelle & Co (daran arbeitet

selbstverständlich auch

Iveco) soweit sind, schwere

Güter über weite Strecken zu

befördern.

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Sonne und Dampf im Tank

Während andere nur davon sprechen, hat die Dampftec GmbH gehandelt und ihren

Fuhrpark auf Elektroautos umgestellt – und zwar schon 2015. Von Martin Dambacher

Geschäftsführer Andreas Hölle

erklärt im Interview, warum

Elektrofahrzeuge den ökologischen

Gedanken seiner chemiefreien

Reinigungsgeräte unterstreichen.

Wie ist die Idee entstanden, den

Fuhrpark zu elektrifizieren?

ANDREAS HÖLLE: Wir legen

seit 25 Jahren Wert auf ökologische

Reinigung ohne chemische

Produkte und vertreiben mit unserem

„Dampf Drache“ einen

Dampfdruckreiniger mit Profileistung

für Haushalt und Gewerbe.

Da war es nur konsequent,

den nächsten Schritt zu

gehen und mit einer eigenen,

knapp 40 kW starken Photovoltaikanlage

auf dem Dach unserer

Zentrale in Denkendorf sowie

mit Elektroautos emissionsfrei

unterwegs zu sein.

Welche Fahrzeuge nutzen Sie?

Aktuell haben wir sechs rein

elektrisch angetriebene Autos

sowie ein Hybridfahrzeug in unserer

Flotte, die Modellpalette

reicht vom wendigen Einsitzer

für Fahrten im engsten Umkreis

über Kleinwagen bis hin zur

langstreckentauglichen Limousine.

Dazu haben fünf Mitarbeiter

E-Bikes, deren Leasingrate als

Job rad vom Bruttolohn abgeht.

Wie sind Ihre Erfahrungen?

Wir sind positiv überrascht von

den Reichweiten und schnellen

Ladezeiten der Fahrzeuge, aber

auch von den deutlich gesunkenen

Betriebskosten. Denn Wartungen

in Form von Kundendiensten

sind im Prinzip nicht

nötig – selbst Kosten für Bremsen

entfallen nahezu, da die Autos

durch Rekuperation die Energie

zum Nachladen der Akkus

während der Fahrt nutzen.

Über Dampftec

Ankerprodukt des Familienunternehmens

ist der selbst entwickelte

„Dampf Drache“,

der mit 175 Grad heißem

Trockendampf und bis zu 9 bar

Dampfdruck eine Vielzahl an

Materialien und Oberflächen im

Haushalt und Gewerbe ohne

den Einsatz von Chemie reinigt

– selbst Bügeln ist mit dem

„Dampf Drache“ möglich.

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18

VISIONEN

Per Flugtaxi vom

Eselsberg ins Wiley

Zukunftsvisionen Die Ulmer und Neu-Ulmer sind staugeplagt.

So mancher steht morgens im Pendlerstau. Da kann man

schon mal vom Flugtaxi träumen. Von Kerstin Auernhammer

Luftlinie sind es vom

Eselsberg ins Wiley gerade

einmal siebeneinhalb

Kilometer. Im

morgendlichen Ulmer

Berufsverkehr allerdings fühlt

es sich an wie 75 Kilometer. Man

könnte vermutlich schneller

vom Wiley nach Heidenheim

gelangen, der Autobahnanbindung

sei dank.

Neue Mobilitätskonzepte

Doch wenn der eigene Arbeitgeber

halt nun mal nicht

in Heidenheim sitzt, sondern

am Eselsberg, dann

braucht es neue Mobilitätskonzepte.

Der ÖPNV

ist in Stoßzeiten übervoll.

Und da er sich zumindest

zeitweise die Spuren

mit dem restlichen

Verkehr teilt, ist er

auch stauanfällig. Was

dann? Fahrgemeinschaften

mit Kollegen

sind ein Anfang – da

ist man zwar genauso

lange unterwegs wie

wenn man allein im

Auto sitzt, man sitzt aber bequemer

als in den Öffentlichen.

Und mit dem Fahren kann man

sich ja abwechseln. Eine weitere

Alternative wäre es, mit dem

Fahrrad den Berg hochzustrampeln.

Oder ein E-Bike anzuschaffen,

um nicht komplett

durchgeschwitzt am Arbeitsplatz

aufzutauchen. Vielleicht

beteiligt sich ja sogar der Arbeitgeber

in Form eines

Dienst rads an den Kosten?

Seilbahnen sind erprobt

Eine schnelle Lösung kann

an dieser Stelle niemand aufzeigen

– nur Visionen. Eine

in Ulm immer wieder auftauchende

Vision ist die

von der Seilbahn. In anderen

Städten ist sie längst

Realität – sei es, um

Touristen auf Hügel zu

bringen wie in Sarajevo

oder als echtes Verkehrsmittel

wie in Ankara.

Dort verkürzte

sich der Arbeitsweg für

Pendler drastisch. Aus

der Vorstadt Sentepe

brauchten viele Angestellte

vorher bis zu 60 Minuten

zur beliebten U-Bahn-

Station Yenimahalle.

Jetzt sind

sie in zehn Minuten

dort. Die

Technologie ist

marktreif, Bau

und Betrieb einer

solchen Bahn wären

Experten zufolge günstiger

als andere Projekte doch viele

Kommunen zögern.

Vielleicht warten sie ja auf

Flugtaxis – die durchaus auch

schon im Testbetrieb sind, zum

Beispiel in Dubai, Allerdings

noch ohne Passagiere. Der Probebetrieb

soll nächstes Jahr

starten. Läuft es gut, könnte in

vier Jahren die erste Flugtaxilinie

ihren Betrieb aufnehmen.

Bis die Technik nach Ulm

kommt, wird es wohl

noch einige Zeit dauern.

Dann kann es so

manchem heutigen

Berufspendler egal

sein – weil er längst

im Ruhestand ist.

250

Millionen Euro hat der Bau der

Linie 2 in Ulm in etwa gekostet.

Wie viel man für eine Seilbahn

ausgeben müsste, hängt von der

Länge und der Trassenführung

ab. Neu-Ulms Oberbürgermeister

Gerold Noerenberg hatte im

vergangenen November eine vergleichende

Machbarkeitsstudie

angeregt.

FOTOS: © GOLDEN SIKORKA/SHUTTERSTOCK.COM,

© SIMPLINE/FOTOLIA.DE


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