Kradblatt Ausgabe Mai 2019

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3000 km in 5 Tagen

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Ortes. Mir ist kalt, ich habe Hunger und

ich bin müde. Und trotzdem habe ich

einen riesen Spaß und möchte jetzt um

keinen Preis woanders sein …

2 Tage zuvor: Langsam tauchen die

Kreidefelsen von Dover auf. Die Sonne

steht strahlend am Himmel und es ist

so warm, dass ich die Überfahrt von

Dünkirchen über den Kanal an Deck der

Fähre verbringe. Ich bin auf dem Weg

nach Leicester, dem Ausgangspunkt

der diesjährigen Brit Butt Rally. Ich reise

bereits einen Tag früher an. Ohne Zeitdruck

möchte ich die fast 800 Kilometer

lange Anreise hinter mich bringen. Mich

vor dem Beginn der Rallye noch etwas

ausruhen und Freunde aus der Langstrecken

Szene treffen.

Als ich in Dover die Rampe der Fähre

herunter fahre, stelle ich zu meinem

Schrecken fest, dass mein Navi nicht

hochfährt. Wenn jetzt mein Navi ausfällt,

wäre das der Super-Gau! Das wäre das

Ende meiner Teilnahme an der Rallye

bevor ich überhaupt eingecheckt habe …

Nach einigen Kilometern, die meinen

Nerven extrem schaden, finde ich eine

Tankstelle, an der ich gefahrlos halten

kann. Was mag mit dem Navi nicht stimmen?

Auf der Anreise nach Dünkirchen

hat es problemlos seinen Dienst getan.

Vielleicht hilft ein Neustart? Leider bleibt

auch das ohne Erfolg! Das kann doch

nicht wahr sein! Aber manchmal hilft

„viel“ eben doch „viel“. Nach dem fünften

(!) Durchstarten meines Navis hat es sich

damit abgefunden jetzt auf der linken

Straßenseite arbeiten zu müssen und

funktioniert, als wäre nie etwas gewesen.

Jetzt erst einmal durchatmen und hoffen,

dass dies nur ein einmaliger Aussetzer

war.

Von Dover zum Hotel „Premier Inn

Leicester Fosse Park“, dem Hauptquartier

der Rallye, sind es ca. 320 Kilometer.

Soll ich die Strecke wie geplant über

Landstraße hinter mich bringen oder

vielleicht doch besser die schnellere

Variante über die Autobahn wählen?

Die Hitze scheint über Dover zu stehen

und die Aufregung mit meinem

Navi hat mich ziemlich geschlaucht. Ich

werde in den nächsten Tagen noch genügend

auf kleinen und kleinsten Straßen

unterwegs sein. Es kann nicht schaden,

etwas früher im Hotel anzukommen. Also

schlage ich kurzentschlossen den Weg

zur Autobahn M2 ein.

Mit der Fähre zu den Briten

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