The Red Bulletin Mai 2019

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MAI 2019, € 3,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

IRON

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Triathlon-Queen

Daniela Ryf zieht

aus Niederlagen

die Kraft

zum Siegen

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Elektro ist jetzt quattro.

Mehr persönlicher Freiraum für selbstbestimmte Mobilität: Als erstes Serienfahrzeug kann der Audi e-tron an

Schnellladesäulen mit 150 kW Gleichstrom geladen werden und ist damit in 30 Minuten wieder startklar für die

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gemessen nach WLTP-Fahrzyklus. Verbrauch kombiniert in Elektro in kWh/100 km: 23,6 – 24,1. CO₂-Emission kombiniert in g/km: 0. Symbolfoto. Stand 03/2019.


E D I T O R I A L

WILLKOMMEN

ENERGIE

AUS WUT

IN SCHRÄGLAGE

SETE GIBERNAU

179 WM-Rennen, zweimal

Vizeweltmeister, das ist

die Kurzvita des Motorradstars.

Ab Seite 60

erklärt er dir, worauf du

achten solltest, wenn

du dich mit einem Rennbike

in die Kurve legst.

Ach ja: Den Intensivkurs

kannst du bei Destination

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IM RAMPENLICHT

OSCAR MAL ZWEI

Liest die Oscar-Jury The

Red Bulletin? Jedenfalls

hat sie 2019 gleich zwei

unserer Coverhelden ausgezeichnet:

„Free Solo“

mit Kletterer Alex Honnold

gewann in der Kategorie

Beste Dokumentation,

Alfonso Cuarón

holte Beste Regie für

„Roma“. Gratulation!

Wie würdest du reagieren, wenn dich eine Qualle

sticht, während du gerade den wichtigsten Triathlon

der Welt bestreitest? Wenn dir Aufgeben

und Versorgen der Wunde in den Sinn kommen,

solltest du Daniela Ryf kennenlernen. Denn die

31-jährige Schweizerin ist nicht nur viermalige

Siegerin des Ironman Hawaii, sondern auch eine

Meisterin darin, negative Erlebnisse in

positive Energie umzuwandeln.

Sechs eindrucksvolle Beispiele

dafür findest du ab Seite 50.

Eine Umwandlung von Strapazen

in Glück findet beim Radrennen

„Tour of the Dragon“ statt. Unsere

große Reportage aus dem Königreich

Bhutan – ab Seite 74.

Viel Spaß mit der

neuen Ausgabe von

The Red Bulletin!

Die Redaktion

IM GEPÄCK

MATTHIAS TRATTNIG

Der Kapitän des EC Red Bull Salzburg

beendet demnächst seine

Karriere. Was er vom Eishockey

mitnimmt? Weisheiten, die für

jeden Beruf gelten. Ab Seite 84

SATZ DES MONATS

„Ich bin vielleicht

der einzige

Mensch in L. A.,

der nie Kokain

genommen hat.“

Disco-König Giorgio Moroder

ging stets einen eigenen Weg.

Seine Erfolgsstory ab Seite 32

IM STUDIO

MATO JOHANNIK

& LISA ECKHART

Erfahrener Celebrity-Fotograf

trifft exzentrische

Bühnendiva. Das erstaunliche

Ergebnis: ab Seite 64

PHILIPP MUELLER (COVER), ANGELA WEISS/AFP/PICTUREDESK.COM, CHRISTOPH VOY, MATO JOHANNIK BLAGOVESTA BAKARADJIEVA

4 THE RED BULLETIN


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INHALT

The Red Bulletin

Mai 2019

COVERSTORY

50 RÜCKENWIND

DURCH RÜCKSCHLÄGE

Daniela Ryf ist die beste

Tri athletin der Welt. Was sie

so stark macht? Sie nutzt

Probleme als Energiequelle.

ABENTEUER

22 DIE TORNADO-JÄGER

Dieses Fotografen-Duo kommt

Wirbelstürmen bedrohlich nahe.

Wir zeigen die besten Bilder.

MUSIK

32 LANG LEBE

DER DISCOKÖNIG

Wie Produzent Giorgio Moroder,

78, über mehrere Jahrzehnte

am Puls der Zeit blieb.

WINGS FOR LIFE

47 DAS UNMÖGLICHE

MÖGLICH MACHEN

David Mzee war gelähmt. Nun

kann er wieder einige Schritte

gehen. Die unglaubliche Story.

HOLLYWOOD

48 MILLA SUPERSTAR

Im Talk: So schöpft Milla Jovovich

Kraft für ihre Action-Rollen.

8 GALLERY

14 ZAHLEN, BITTE!

16 KOLUMNE

18 FUNDSTÜCK

20 LIFE HACKS

72 INNOVATOR

PROFI-EXPERTISE

60 SO SCHAFFST DU

DIE SCHRÄGLAGE

Motorrad-Ikone Sete Gibernau

zeigt in zehn Schritten, wie du

dich mit deinem Bike querlegst.

BÜHNENPHÄNOMEN

64 OPTISCHE EXZENTRIK,

PROVOKANTE ELOQUENZ

Sag nie „Kabarettistin“ zu ihr:

das Gesamtkunstwerk Lisa

Eckhart im großen Interview.

MOUNTAINBIKEN

74 DIE DRACHEN-(TOR)TOUR

Mit dem Bike durch Bhutan –

ein Abenteuer zwischen Leiden

und Bruttonationalglück.

EISHOCKEY

84 KARRIERE-TIPPS

DER KAPITÄNE

Was die Cracks Michael Wolf

und Matthias Trattnig vom Eis

in ihr Berufs leben mitnehmen.

117 READ BULL

120 IMPRESSUM

122 LIFESTYLE, EXTRAORDINÄR

64

DIE TILDA SWINTON DER POESIE Lisa Eckhart

über die Gefahr der Durchschnittlichkeit

AARON RICHTER/CONTOUR, JUSTIN BASTIEN, KRYSTLE WRIGHT, MATO JOHANNIK

6 THE RED BULLETIN


„Ein Leader

muss bereit

sein, sich

die Hände

schmutzig

zu machen.“

MATTHIAS TRATTNIG

über Eishockey-Werte im

Job-Alltag, ab Seite 84

74

DIE TOUR DER SCHÖNEN LEIDEN Am Start beim

härtesten Mountainbike-Eintagesrennen der Welt

48

22

STURM UND DRANG

So nahe wie auf diesen

Aufnahmen bist du

einem Tornado noch

nie gekommen.

DER INBEGRIFF DER POWER-FRAU

Milla Jovovich im Hollywood-Action-Interview

guide

DEIN PROGRAMM

94 REISEN

Ein eisiges Taucherlebnis

zwischen Kontinentalplatten

in Island

98 UHREN

Revolution nach

362 Jahren: die neue

Zenith DEFY Inventor

100 EVENTS

Action und Inspiration

zwischen Bodenund

Neusiedler See

102 ENTERTAINMENT

Red Bull TV-Highlights,

live und on demand

104 LAUFEN SPEZIAL

Top-Ausrüstung und

zehn essenzielle Tipps

von Patricia Kaiser

THE RED BULLETIN 7


G A L L E R Y

Dubai, VAE

RUNDFAHRT

Auf einen Sprung nach Dubai: In der Luxus-

Hochburg hüpfte der britische BMX-Profi

Kriss Kyle mit seinem Bike zunächst aus

einem Heli auf das Dach des 321 Meter hohen

Hotels Burj al Arab und zischte dann auf den

Rutschen des Wild-Wadi-Wasserparks (Bild)

abwärts – diesen hatten die Betreiber dafür

extra trockengelegt. Und Kyle nahm den

Begriff „Rundfahrt“ wörtlich. redbull.com

FRED MURRAY/RED BULL CONTENT POOL

8 THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN 9


G A L L E R Y

10 THE RED BULLETIN


Los Angeles, USA

DREHMOMENT

Der virtuose Frontside 5-0 dieses Skate-

Soldaten ist Teil einer Show, die wir im

legendären Pink Motel während des Red Bull

Music Festival in L. A. zu sehen bekamen.

Die dafür verantwortliche Produktions crew

Illegal Civilization ist bekannt für ihren nahtlosen

Mix unterschiedlicher Kunst formen wie

Film, Musik, Tanz – oder eben Skateboarden.

illegalcivilization.com

ANTHONY ACOSTA/RED BULL CONTENT POOL

THE RED BULLETIN 11


G A L L E R Y

PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

12 THE RED BULLETIN


Abu Dhabi, VAE

FLÜGELSTÜRMER

Hier sehen wir Nicolas Ivanoff im Direktanflug

auf Abu Dhabi. Der französische Kunstflieger,

51, war einer von 13 Piloten, die Anfang Februar

beim Saison auftakt der Red Bull Air Race World

Championship abhoben. Ausgerechnet im

Finale ging dem „Quick Corsican“ über der

Skyline der Wüstenmetropole aber die Luft aus:

Der Motor streikte, Ivanoff wurde Vierter.

redbullairrace.com

THE RED BULLETIN 13


Z A H L E N , B I T T E !

TV-Event

GAME FAST OVER

Der Winter ist da: Die letzte Staffel von „Game of Thrones“ startet am 14. April.

Hier die Zahlen zur erfolgreichsten TV-Show der Gegenwart – inklusive Inzest-Sex,

Massenmord und einer Sprache mit 14 Wörtern für Pferd. Achtung, Spoiler!

2016

wurden 302 Mädchen

in England nach der „GoT“-

Hauptfigur Arya benannt.

23.700

Euro kostete die 1,20-Meter-Torte, die ein

„GoT“-Fan von einer Bäckerei in Dubai anfertigen

ließ: Tyrion Lannister am Eisernen Thron.

337

Minuten war Tyrion Lannister

bislang in der Serie zu sehen,

damit hat er die meiste Bildschirmzeit

aller „GoT“-Figuren.

3163

Wörter besaß die eigens für

„GoT“ entwickelte Sprache

Dothraki zu Beginn der Serie,

darunter 14 Ausdrücke für Pferd.

128

Nominierungen und 47 Siege

sahnte „GoT“ bislang bei den

Emmys (den TV-Oscars) ab –

mehr als jede andere Drama-

Serie der Fernsehgeschichte.

6

Folgen erwarten uns in

Staffel acht. Die erste der insgesamt

73 Episoden wurde

am 17. April 2011 ausgestrahlt.

77.913.032

Mal wurde die erste Folge der siebten Staffel innerhalb

von drei Tagen illegal im Internet angeschaut. „GoT“ gilt als

die bei Streaming-Piraten beliebteste TV-Show.

104

Mal sagt Hodor „Hodor“ bzw.

„Hold the door“, bevor er in

Staffel sechs beim Blockieren

besagter Tür getötet wird.

71

Sexszenen gab es in der Serie.

Die meisten davon (6) gehen auf

das Konto eines Zwillingspaars:

Cersei und Jaime Lannister.

174.373

Darsteller (inklusive Komparsen)

kamen in der Serie bislang ums Leben.

13,2

Millionen Euro soll die Produktion

der achten Staffel pro Folge kosten.

Der Dreh der finalen Schlacht –

es soll die längste Actionsequenz

in der TV-Geschichte werden –

dauerte 55 Nächte im Freien.

26

Prozent und damit die meisten

der „GoT“-Fans wollen

Jon Snow am Ende auf dem

Eisernen Thron sitzen sehen.

GETTY IMAGES (3), PICTUREDESK.COM (3) CLAUDIA MEITERT

14 THE RED BULLETIN


K O L U M N E

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

Es war 17 Uhr, und wir befanden uns 40 Kilometer

vor der Küste Thailands, als mitten im Indischen

Ozean mein Boot unterging. Ich bereitete mich

auf das Sterben vor, weil wir kein Funkgerät hatten, die

Nacht sich ankündigte und Schwimmwesten gerade mal

für zwanzig der insgesamt vierzig Passagiere reichten.

Das war am 31. Dezember 2005, und am nächsten Tag

lernte ich Mr. Bean kennen. Auf einer kleinen Insel, die

keinen Strom hatte und heute ein

Geheimtipp in Thailand ist. Mr. Bean,

er lebte auf Koh Yao Noi, betrieb ein

kleines Hostel und war eindeutig irre.

Er trank „muslimischen Wein“,

ein Gemisch aus Cola und Codein-

Hustensaft, lachte ein fast zahnloses

Lachen und bot mir Touren an, ohne

dafür Geld zu wollen. Er ist ungefähr

15 Jahre älter als ich. Aber es fühlt

sich an, als wäre er jünger als ich.

Mr. Bean, der natürlich nicht so

heißt, sondern einen unaussprechlichen

thailändischen Namen hat, ist

drogensüchtig, hat drei Kinder von

drei Frauen, mittlerweile sein Hostel

verloren, kein Geld, arbeitet als

Früchtepflücker. Er hat nun gar keine

Zähne mehr, aber er ist glücklich.

Er ist der glücklichste Mensch, den

ich kenne. Und das, obwohl alles

in seinem Leben dagegen spricht.

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs,

Jetlag ist bei Korrespondent und

Reisereporter Thilo Mischke (TV-

Dokureihe „Uncovered“) ein Dauerzustand.

Auf seinen Expedi tionen

trifft der 38-jährige Berliner immer

wieder Menschen, die ihn faszinieren.

Dieses Mal: Mr. Bean, ein

Mann, der sich von wirklich keiner

Katastrophe unterkriegen lässt.

„Das Leben ist tückisch“, sagt er mir.

Jedes Mal, wenn wir uns sehen. Fast

jedes Jahr besuche ich ihn, und wir beide gehen in den

thailändischen Urwald. Ich will keine Inseln, keinen

Strand, ich möchte mit ihm auf dem Bauch im Unterholz

liegen und Tausendfüßer sammeln. Das ist unser gemeinsames

Hobby. Er zeigt mir Insekten, ich fotografiere sie.

„Alles, was jeden Tag passiert, egal wie groß, egal wie

klein, ist spannend“, sagt er. Während er mir Nachtfalter

zeigt und wir beide im Urwald stehen, er mit nacktem

Oberkörper, der immer muskulös ist, weil er weiß: „Sei

sportlich, dann geht es dir besser.“ Seine Lebensregeln

sind einfach, aber sie scheinen zu funktionieren.

Mr. Bean hat sein Hostel

verloren, sein Geld, seine

Zähne – aber er ist der

glücklichste Mensch,

den ich kenne.

Vor 13 Jahren zeigte ich ihm ein Foto eines Laternenkäfers,

ein trauriges Geschöpf von bezaubernder Schönheit,

die Flügel Lampenschirmen gleich vom Körper abgespreizt,

eine unsägliche lange Nase, die das Tier auffällig

im Baum sitzen lassen. Als Mr. Bean und ich die

Urwaldexpeditionen unternahmen, fanden wir ihn nicht.

Also ging er, einen Tag später, noch mal los. Allein. Nur

um mir am Abend eine Handvoll dieser kleinen Falter

zu schenken. „Hier“, sagte er und reichte mir drei oder

vier Laternenkäfer. „Weil ich weiß, es macht dich glücklich.“

Das war der Abend, an dem wir Freunde wurden.

Ich denke an ihn, wenn ich im Ausland bin, wenn ich

zu Hause, in Berlin, bin. Denke, was wohl Mr. Bean jetzt

sagen würde.

Die Annahme ist: Jemand, der auf einer thailändischen

Insel aufwächst, lebt im Paradies. Aber ich habe durch

ihn gelernt, es ist nicht wahr. Er zeigte mir sein Leben.

Seine Frau, die ihn betrog, ihm das Hostel nahm, das

Crystal Meth, das ihm die Zähne

raubte, das Gefängnis in der Stadt

Krabi, der Entzug. Die Falten in seinem

Gesicht, die jedes Jahr tiefer

werden.

Er hat kein gutes Leben – die

Söhne, die er nicht mehr sieht, die

Insel, auf der er immer wieder seinen

Fehlern begegnet. „Ich kann nicht

fliehen“, sagt er. „Hier auf meiner

Insel treffe ich stets auf die schlechten

Geister meiner Vergangenheit.“

Frauen, Drogen, Schmerzen.

Koh Yao Noi hat eine Rundstraße,

in 45 Minuten ist die Insel umkreist.

Es ist der Radius seines Lebens.

Mr. Bean, er wird ernster, aber er ist

trotzdem ein glücklicher Mensch.

So muss man ihn sich vorstellen, nur

so kommt man ihm nahe. Als ich ihm

einmal erzählte, wie ich in Thailand

mit dem Boot untergegangen und

deswegen auf seine Insel gekommen

war (ein Katamaran hatte uns

schließlich gerettet), da hat er nur gelacht. Er erzählte

dann von seinem Fischerboot, von seinem Onkel, der am

25. Dezember 2004 mit diesem Boot verschwand, in den

Fluten des Tsunamis.

„Mein Onkel starb, mein Boot war weg“, erzählte er.

„Aber das war die Nacht, in der ich entschied, ein Hostel

aufzumachen, und ein Jahr später habe ich dich kennengelernt.

Und ich bin froh, dass wir uns kennen“, sagte er.

„Das Leben ist tückisch“, stimmte ich ihm zu. Und

Mr. Bean, er lachte wieder laut, sein zahnloses Lachen,

und teilte mit mir ein Glas muslimischen Weins.

CHRISTOPH VOY BLAGOVESTA BAKARDJIEVA THILO MISCHKE

16 THE RED BULLETIN


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F U N D S T Ü C K

Gandhis Brille

AUGENZEUGEN

Ein dünnes Drahtgestell, nahezu runde Fassungen,

großzügige Bügel – der ikonische Sehbehelf Mahatma

Gandhis gilt als „nationaler Besitz“ Indiens. Doch

erst nach einer Versteigerung in New York kehrte die

Brille 2009 heim – in Gandhis Ashram, jenes Kloster,

von dem aus er den Widerstand gegen die britische

Kolonialregierung organisierte. Die Brille soll Gandhi

übrigens einst einem Offizier überreicht haben –

mit dem Hinweis, dies seien die „Augen“, die ihm

die Vision eines freien Indiens vermitteln würden.

Mahatma Gandhi (1869–1948),

Anwalt, Revolutionär, Pazifist.

Er wurde in Neu-Delhi ermordet.

HENRY LEUTWYLER, GETTY IMAGES

18 THE RED BULLETIN


DER NEUE COROLLA

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L I F E H A C K S

Science-Bastler

SO MACHST DU DEIN

ZUHAUSE PARTY-FIT

Tricks und Hacks für den Alltag, Folge 8: Freunde haben spontan einen Besuch angekündigt?

So organisierst du mit Kochsalz, Strohhalmen und einem Backblech die Last-Minute-Fete.

LICHTORGEL

Lass die Farben tanzen

Verwandle dein Wohnzimmer mit deiner DIY-Lichtmaschine ins Studio 54.

Dafür benötigst du: einen Fidget Spinner, drei bunte Strohhalme,

dein Smartphone und eine Heißklebepistole.

FINGERFOOD

Kompakte Kost

Muffin-Backblech mit Snacks & Saucen

füllen, fertig ist das Party-Buffet!

1

Trenne die Endstücke

(ca. 1 cm)

der Strohhalme

ab und nimm die

Gummi-Innenringe

aus dem

Fidget Spinner.

VERSTÄRKER

Glasklarer Klang

Steck dein Handy in ein großes Glas –

und verstärke die Musik um 13 Dezibel.

2

Schneide die

Enden längs auseinander

und

klebe sie auf den

Spinner, sodass

sie dessen Löcher

überdecken.

3

Gib das Handy

in eine Hülle,

befestige den

Spinner darauf,

sodass eine der

Folien das LED-

Licht bedeckt.

Licht aktivieren,

Spinner drehen

– der Dancefloor

ist eröffnet!

FROSTMITTEL

Eiskalte Drinks

Wasser, Eis und Salz in eine Schüssel:

In 3 Minuten sind die Dosen eiskalt, dem

2. Satz der Thermodynamik sei Dank.

SASCHA BIERL FLORIAN OBKIRCHER

20 THE RED BULLETIN


Foto: R. Schedl

Gezeigte Fahrszenen bitte nicht nachahmen, Schutzkleidung tragen und die anwendbaren Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung beachten!

Die abgebildeten Fahrzeuge können in einzelnen Details vom Serienmodell abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

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KONVENTIONEN

Manche Regeln sind dazu gemacht, gebrochen zu werden. Versteh uns

richtig, wir wollen nicht, dass du das Gesetz brichst – aber wir sehen

die Regeln der Physik nur als vage Richtlinien. Die KTM 690 SMC R setzt

ihre eigenen Standards und stellt dabei so manche Konvention in Frage.

Erlebe jetzt den brandneuen, bahnbrechenden, Big Bore Supermoto

Outlaw und definiere deine eigenen Spielregeln.


TUR

IM AUGE DES

Wenn ein Tornado naht, verbarrikadieren sich die

Menschen in ihren Häusern. Alle? Nein. Der Storm-

Chaser Nick Moir und die Abenteuerfotografin

Krystle Wright wollen so nahe ran wie möglich.

Text NORA O’DONNELL

Fotos KRYSTLE WRIGHT

Das Monster

schläft

Ein Augenblick der angespannten

Ruhe: Die

Super zelle, der die fünfköpfige

Crew quer durch

Wyoming gefolgt ist,

sammelt Kräfte für den

nächsten Wutanfall.

„Diese Wolken struktur

bedeutet in der Regel,

dass man sich an der

Südostflanke des Sturms

befindet“, sagt Foto grafin

Krystle Wright. „Mit etwas

Fantasie sehen die Wolken

hier wie Tiere aus.“

22


MS


Gut festhalten

Tornado-Jäger Nick Moir

(rechts) schirmt den Fotografen

Keith Ladzinski im

Norden von Texas vor einem

120-km/h-Sandsturm ab.

„Man konnte kaum die Augen

offen halten“, sagt Krystle

Wright, „und es fühlte sich

an, als würden wir einfach

weggeblasen werden.“


DDie erste Lektion für auszubildende

Storm-Chaser ist sehr einfach und sehr

fundamental: „Du kannst verdammt

schnell richtig tief in der Scheiße sitzen.“

Die australische Abenteuerfotografin

Krystle Wright warnt jeden, der wie

sie auf Tornado-Jagd gehen will, entsprechend

eindringlich: „Mach keinen

einzigen Schritt ohne erfahrenen Begleiter

– keinen einzigen! Und nimm

dir viel Zeit zum Lernen.“

Wrights Lehrer war Nick Moir, Cheffotograf

des „Sydney Morning Herald“.

Seine ganze Karriere verfolgt er bereits

Stürme und Buschfeuer rund um den Globus,

zuletzt im Mittleren Westen der USA.

Dorthin folgte ihm Wright ver gangenen

Sommer, um einen Kurzfilm über die

Unwetter in der sogenannten Tornado

Alley zu drehen. Die zwölftägige Reise

führte durch Texas, New Mexico, Oklahoma,

Kansas, Colorado und Wyoming.

„Ich habe noch nie solche Adrenalinschübe

erlebt“, sagt Wright. Meist begann

der Tag strahlend blau, bis sich immer

dichtere Haufenwolken bildeten. Die erst

harmlos anmutenden Wattebäuschchen

ver dichteten sich innerhalb weniger Stunden

zu einer gewaltigen Superzelle, einer

Gewitterzelle mit rotierendem Aufwind.

Die Folge: Gewitter mit golfballgroßen

Hagelkörnern und Windgeschwindigkeiten

von 100 km/h, die alles zur Seite fegen,

was auch nur ansatzweise im Weg steht.

Im Osten von Colorado hatten die

Sturmjäger eine besonders gewaltige

Begegnung: Sie erlebten einen Doppeltornado.

„Der Himmel brodelte, und rund

um uns wirbelten schwarze Wolken“,

sagt Wright. „Wir fuhren kreuz und quer

über Schotterstraßen, bis Nick schrie:

‚Scheiß drauf! Gib Gas, Krystle!‘ Ich krallte

mich am Lenkrad fest und raste Richtung

Süden. Zwei, drei Kilometer vor uns

bildete sich ein klassischer mesozyklonischer

Tornado – und plötzlich gleich

daneben ein zweiter. Ich schaltete meine

Vernunft ab und raste darauf zu. Mein

einziger Wunsch war, so nahe wie möglich

heranzukommen.“

Die folgenden Fotos geben einen Eindruck

jener „Monsters of the Great

Plains“, denen die Crew auf ihrem Weg

begegnet ist.

„Jedem von uns ist bewusst,

welches Risiko wir eingehen.

Hier ist Mutter Natur der Boss.“

KEITH LADZINSKI

25


Weltuntergangsstimmung

mitten im Sandsturm südlich

von Amarillo, Texas. „Es war,

als würde man durch die Apokalypse

fahren“, sagt Wright.

„Die Sicht betrug manchmal

nicht mehr als 15 Meter.“

„Es war ein gespenstischer Moment. Vor uns braute sich ein

Tornadowarnung? Keine große

Sache für die Einheimischen

in den dünn besiedelten Ecken

Oklahomas. Ralph aus Texola

geht jedenfalls erst einmal

mit dem Hund raus, während

hinter ihm eine gigantische

Superzelle wächst.


Die Superzelle kreist

über einer einsamen

Straße in Texola,

Oklahoma.

Tornado zusammen, aber wir konnten ihn kaum sehen.“

Der Team-SUV stoppt

irgendwo im Texas Panhandle,

damit Moir im

Freien die Lage checken

kann. „Die Stimmung an

diesem Nachmittag war

absolut ge spens tisch“,

erinnert sich Wright.

27


„Plötzlich waren überall Ambosswolken.

Da fragt man sich: Wo, verdammt

nochmal, kommen die auf einmal her?“


Ein Sturm

wird geboren

„Jeder Tag beginnt hier

mit blauem Himmel“, sagt

Wright, „und endet mit

einem Inferno.“ Der Aufwind,

auf den der Sattelschlepper

hier in Texas

zufährt, wird sich binnen

Minuten in einen brutalen

Sandsturm verwandeln.

29


„Nick Moir hat diesen inneren Drang, Mutter

Natur in all ihren Formen zu dokumentieren – in

ihrer Schönheit und in ihrer Zerstörungswut.“

An vorderster

Front

Nick Moir ringt in der Nähe

von Childress, Texas,

mit einem Staubsturm.

„Ich konnte Nick und

seiner zwanzigjährigen

Erfahrung blind vertrauen“,

sagt Wright. „Er hat mich

und die ande ren Neu einsteiger

im Team mit seiner

Be geis terung für Wirbelstürme

total angesteckt.“


Wie aus dem

Lehrbuch

Perfektes Beispiel einer

Superzelle, also eines

Gewitters mit riesigem

Aufwindbereich – hier

im Texas Panhandle.

„Vor diesem gewaltigen

Tornado“, sagt Wright,

„hätten wir uns fast

in die Hosen gemacht.“

Für dieses Motiv schlich

sich Wright bei Sonnenuntergang

auf ein Privatgrundstück.

Der anonyme

Grundbesitzer aus dem

Westen Okla homas wird

einsehen, dass sie nicht

wider stehen konnte.

31


H E R O E S

Giorgio Moroder

DER ZEITGEIST,

DEN ER RIEF ...

Erfinder der elektronischen Tanzmusik, Produzent

unzähliger Welthits, dreifacher Oscar-Gewinner:

Giorgio Moroder, 78, ist seit Jahrzehnten am Puls

der Zeit – weil er seinen Puls bewusst senkt.

Selbst die Größten

schaffen es nicht

immer allein und

brauchen manchmal

einen Anstoß von außen.

Bei Musikproduzent Giorgio

Moroder waren es seine Disco-

Erben Daft Punk, die ihn für

eine Zusammenarbeit aus 20-

jährigem Dornröschenschlaf

wachküssten und ins Geschäft

zurückholten. „Ich war davor

schon halb in Pension und

habe jede Menge Urlaub gemacht“,

erinnert sich Moroder

mit einem Augenzwinkern.

„Jetzt muss ich wieder arbeiten

und ins Studio gehen. Dabei

könnte ich auch die ganze

Zeit gemütlich Golf spielen.“

Zwei Dinge fallen bei der

Begegnung mit Moroder sofort

auf: Er wirkt beneidenswert

entspannt, und er ist stets

zu Scherzen aufgelegt. In

Wahrheit genießt die höchst

„Ich war schon halb in

Pension, hätte die

ganze Zeit gemütlich

Golf spielen können.“

lebendige Musiklegende es

natürlich, mit fast 80 Jahren

gefragt zu sein wie eh und je.

Auf seinem letzten Album

„Déjà-vu“ sangen die angesagtesten

Popstimmen der Gegenwart

wie Sia oder Charli

XCX für ihn. Bei seinen Auftritten

als DJ jubeln ihm bis zu

40.000 Party People zu – von

denen freilich die meisten seine

Enkelkinder sein könnten.

Von Moroders ungebrochenem

Esprit kann man sich bei dessen

Show „Celebration of the

80s“ am 14. Mai im Wiener

Gasometer selbst überzeugen.

Es scheint so, als wäre der

Südtiroler 1940 im Sternzeichen

des Glückskinds zur Welt

gekommen. Doch hinter dem

großen Erfolg, Welthits wie „I

Feel Love“, seinen drei Oscars

und Golden Globes steht in

erster Linie viel harte Arbeit.

Und auch bei ihm brauchte es

einige Anläufe, bis der Durchbruch

endlich gelang. In seiner

Jugend spielte Moroder

Gitarre, in den Sixties tourte

er mit diversen Bands durch

Europa. Zeitweise versuchte

er sich gar als Schlagersänger

und feierte mit dem Bubblegum-Popsong

„Looky, Looky“

1969 einen ersten Erfolg.

1970 traf er eine richtungweisende

Entscheidung: Er

beschloss, sich ganz auf die

Arbeit im Studio zu konzentrieren

und in Zukunft Hits für

andere zu erschaffen. Das erschien

ihm „angenehmer als

ein Leben in Hotelzimmern“.

Als einer der ersten Produzenten

erkannte er, welches Potenzial

in den damals gerade

aufkommenden Synthesizern

und in elektronischer Musik

steckte. Anders als etwa die

deutschen E-Pop-Pioniere

Kraftwerk war er allerdings

nie darauf aus, konzeptlastige

Kunst zu machen. Er strebte

nach den großen Pophits, die

in jeder Disco und auf jedem

Radiosender laufen sollten.

Als erste Homebase für

seinen Feldzug durch die

internationalen Charts diente

ihm aber nicht etwa London

oder L. A. – sondern München.

Er verhalf Donna Summer, die

damals in Deutschland lebte,

mit den beiden Jahrhundert-

Songs „I Feel Love“ (die schnelle

Disco-Rakete, die die Clubmusik

revolutionierte) und

„Love to Love You, Baby“ (der

langsame Groove mit dem lasziven

Stöhnen) zu einer Weltkarriere.

Bald kamen auch die

großen Rockbands wie Queen

und die Rolling Stones in sein

Studio, um ihren Produktionen

den speziellen Moroder-

Touch zu geben.

Sein Erfolgsgeheimnis war

denkbar einfach: Er schaute

darauf, was in der Disco gut

ankam. Als „Testpilot“ für seine

neuen Produktionen diente

ihm ein befreundeter DJ.

„Zu dem ging ich mit meinen

Demobändern, um auszuprobieren,

ob die Leute dazu

tanzten oder ob sie von der

Tanzfläche flüchteten“, erzählt

er. Und dass er selber nie ein

großer Tänzer oder Nachtmensch

war: „Wenn ein

SPENCER LOWELL/TRUNK ARCHIVE SEBASTIAN FASTHUBER

32 THE RED BULLETIN


Giorgio Moroder, 78,

Produzent. Markenzeichen

seit Jahrzehnten:

Schnauzbart

und Musikgeschmack


H E R O E S

„Ich bin vielleicht der

einzige Mensch in L. A.,

der nie Kokain

genommen hat.“

Disco-Duo: Giorgio

Moroder produzierte

für Donna Summer

zwei Welthits.

Studiotag zu Ende ging, wollte

ich meine Ruhe haben.“

Was den Sound betrifft,

war und ist Moroder Perfektionist.

Er achtete jedoch auch

immer auf die Work-Life-Balance,

verheizte seine Kreativität

und Energie nicht in nächtelangen

Studio-Sessions – wie

viele seiner Berufskollegen –

und delegierte Arbeiten an

seine Assistenten. Harold Faltermeyer,

inzwischen selbst

eine Oscar-gekrönte Legende,

war einst einer dieser Jungspunde.

In seiner Biografie

schreibt er, dass Moroder die

Mittagspause immer heilig

war. Und wenn er mit einer

schönen Frau zum Essen verabredet

war, konnte diese

auch etwas länger dauern.

Als Produzent zeichnete

ihn nicht zuletzt seine Offenheit

aus, gute Ideen aus seinem

Umfeld griff er ohne Eitelkeit

auf. Donna Summers

Stöhn-Hymne „Love to Love

You Baby“ etwa über eine ganze

Plattenseite laufen zu lassen

geht auf deren Manager

Neil Bogart zurück: „Er war

ein unglaublicher Lebemann,

der ständig gefeiert hat. Einmal

hat er mich mitten in der

Nacht angerufen und gemeint,

dass seine Freunde total auf

den Song abfahren und ihn

immer wieder hören wollen.

Da er aber im Original nur

dreieinhalb Minuten lang war,

entstand so die Idee zu einer

viel längeren Version.“

Auf der Suche nach dem

nächsten Erfolg übersiedelte

Moroder Anfang der 1980er

von München nach Los Angeles.

Schnell kam er mit Filmmusik

in Berührung und erhielt

gleich für seinen ersten

Soundtrack zum Film „Midnight

Express“ einen Oscar.

Es folgten Blockbuster wie

„Top Gun“ und Hits wie „Take

My Breath Away“ (Berlin) und

„Call Me“ (Blondie), die heute

ebenfalls längst Klassiker sind.

Giorgio Moroder ist nie mit

der Herde gelaufen, und so ist

auch in L. A. kein Lebemann

aus ihm geworden. „Ich bin

vielleicht der einzige Mensch

hier, der nie Kokain genommen

hat“, sagt er ganz nüchtern.

„Früher war im Musikgeschäft

ja fast jeder high,

aber mich hat das einfach

nicht interessiert.“ Im wohl

schnelllebigsten Business der

Welt setzte der Südtiroler bereits

vor 35 Jahren auf eine

Kraft, für die es damals noch

nicht mal einen Namen gab:

Entschleunigung. Dazu gehört

es, auch einmal länger abzuschalten,

um mit einem Kopf

voll frischer Ideen zurückzukommen.

Apropos abschalten: Im

Hause Moroder gibt es keine

Stereoanlage. „Ich habe mich

immer auf die Musik konzentriert,

die ich gerade mache“,

erklärt der Maestro. „Songs

von anderen höre ich nur im

Radio, wenn ich Auto fahre.

Das genügt mir, um zu wissen,

was gerade los ist.“

Giorgio Moroder live – am 14. Mai

im Gasometer in Wien. Alle Infos

und Tickets: redbull.com/moroder

MAGISCHE MOMENTE

VON GIORGIO MORODER

Vier Hits aus der über vier

Jahrzehnte umfassenden

Erfolgsliste des Produzenten

STARKE STIMME

IN DER DISCO

„Déjà-vu“ mit Sia

brachte Moroders

Erfolgsrezept aus den 1970ern mit

Donna Summer lässig in die Neuzeit.

Eindringliche Vocals und Disco-Beats –

das geht immer.

EIN HIT IM HAND-

UMDREHEN

„Call Me“, den großartigen

Song zum Film

„American Gigolo“, schrieb er mit New-

Wave-Ikone Debbie Harry von Blondie.

Zwei Profis: In wenigen Stunden war der

Hit im Kasten.

SOUNDS, DIE MAN

NIE VERGISST

Moroder schuf Soundtracks,

die den Filmen

ihren Stempel aufdrückten. Allen voran:

„Take My Breath Away“ für „Top Gun“.

Die Band Berlin ist längst vergessen,

der Song bleibt unsterblich.

SOMMERHIT MIT

ITALO-CHARME

1990 wurde Moroder

mit der Hymne zur

Fußball-WM in Italien beauftragt.

„Un’estate italiana“ erwies sich als Ohrwurm.

Und sorgt im Weltmeisterland

Deutschland noch heute für Gänsehaut.

„ALLE NENNEN

MICH GIORGIO“

Der einzige Hit, den er

nicht selbst produziert

hat, ist Daft Punks „Giorgio by Moroder“

vom Album „Random Access Memories“.

Dafür spricht er: Die Hommage an

den Meister ist unterlegt mit seinen

Erinnerungen.

REDFERNS, RONALD GRANT ARCHIVE/MARY EVANS/PICTUREDESK.COM

34 THE RED BULLETIN


Männer

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1200 Wien Tom’s Männermode

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1300 Wien Schwechat OLYMP Shop Flughafen

2020 Hollabrunn Modehaus Schneider

2130 Mistelbach Kleider Bauer

2201 Gerasdorf Peek & Cloppenburg

2331 Vösendorf Van Graaf

2334 Vösendorf Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg

2700 Wiener Neustadt Kleider Bauer

2752 Wöllersdorf Modehaus Sorelle Ramonda

3100 St. Pölten Kleider Bauer

3107 St. Pölten Kleider Bauer

3250 Wieselburg Steinecker Moden

3263 Randegg Steinecker Moden

3300 Amstetten Steinecker Moden

3340 Waidhofen/Ybbs Herrenmode Pöchhacker

3485 Grunddorf Fest- u. Modewelt Pichler

3500 Krems Kleider Bauer • Steinecker Moden

3580 Frauenhofen/EKZ Horn Modehaus Zach

3910 Zwettl Steinecker Moden

3950 Gmünd Shopping Center Ruzicka

4020 Linz Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg

4053 Haid OLYMP Store Haid Center

4066 Linz-Pasching Peek & Cloppenburg

4070 Eferding Modehaus Stöcker

4300 St. Valentin Modehaus Kutsam

4311 Schwertberg Modehaus Kutsam

4400 Steyr Kleider Bauer

4400 Steyr/EKZ Hey Steinecker Moden

4470 Enns Damen- u. Herrenmode Schmid

4540 Bad Hall Modehaus Kutsam

4560 Kirchdorf a.d. Krems Modehaus Kutsam

4600 Wels Kleider Bauer

4810 Gmunden Herrenmode Schönleitner

4840 Vöcklabruck Kastner & Öhler

4910 Ried i. Innkreis Kastner & Öhler

4933 Wildenau Modehaus Mittermayr

5020 Salzburg Kleider Bauer • OLYMP Store Europark

5020 Salzburg-Klessheim Peek & Cloppenburg

5021 Salzburg Kleider Bauer

5280 Braunau/Inn Atelier Milano • Modehaus Mittermayr

5760 Saalfelden Textilhaus Peter Lederer

6010 Innsbruck Kleider Bauer

6020 Innsbruck Herrenmoden Peter Salchner • Kleider Bauer

Kleider Mair • Peek & Cloppenburg

6060 Hall i. Tirol Mode von Feucht

6130 Schwaz Mode von Feucht • Modehaus Zins

6176 Völs Kleider Bauer

6300 Wörgl Mode von Feucht

6330 Kufstein Mode von Feucht

6706 Bürs Facona Fashion

6830 Rankweil Facona Fashion

6850 Dornbirn Facona Fashion • Kleider Bauer

Peek & Cloppenburg

6912 Hörbranz Facona Fashion

7350 Oberpullendorf Fa. Csitkovics

7400 Oberwart Kastner & Öhler • Top Moden Balaskovics

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8020 Graz-Citypark Kappaun Man

8020 Graz Kastner & Öhler

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8041 Graz-Murpark Kastner & Öhler

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8280 Fürstenfeld Kastner & Öhler

8330 Feldbach Modehaus Goldmann • Modehaus Roth

8342 Gnas Modehaus Goldmann

8430 Gralla-Kaufpark Kappaun Man

8430 Leibnitz Modehaus Roth

8490 Bad Radkersburg Herrenboutique Gollmann

8535 Fohnsdorf Kastner & Öhler

8582 Bärnbach/Rosental Kastner & Öhler

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8700 Leoben-LCS Kastner & Öhler

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H E R O E S

FLORIAN WORGÖTTER

David Mzee

„STEH AUF

UND GIB GAS!“

David Mzee durchlebte das Unglaubliche:

Trotz Lähmung kann er wieder

einige Schritte gehen. Sein Antrieb:

eiserner Wille, positives Denken und

die Impulse modernster Technik.

Es sind Bilder, die einen

nicht kaltlassen. David

Mzee löst seine Hände

vom Barren und setzt einen

Schritt nach dem anderen.

Für ihn und die Forscher der

Eidgenössischen Technischen

Hochschule Lausanne ist es

ein wahrer Quantensprung,

schließlich ist der Schweizer

seit 2010 inkomplett gelähmt.

Nach einem Trainingsunfall

„Probier das

Unmögliche und

mach es möglich.“

David Mzee gibt dem Fortschritt der

Rückenmarksforschung ein Gesicht.

kann David das rechte Bein nur

noch eingeschränkt bewegen,

das linke gar nicht. Doch stimuliert

von elektrischen Impulsen

und angespornt von eiserner

Willenskraft, kehrt wieder

Leben in Davids Beine zurück.

„Eigentlich sagen Ärzte,

wenn Nerven zwei Jahre nach

dem Unfall nicht mehr reagieren,

kannst du sie vergessen“,

sagt er. Die Hoffnung, jemals

wieder gehen zu können, hatte

er nach seiner ersten Therapie

schon fast aufgegeben. In das

schwarze Loch, das sich mit

seinem Unfall auftat, ließ er

sich dennoch nicht fallen.

„Es schmerzt, wenn du umfällst

und nichts dafür kannst.

Bleibst du aber liegen, dann

hast du wirklich Schuld. Also:

Steh auf und gib Gas!“, erklärt

der 31-Jährige sein Motto.

Im Jahr 2016 bietet sich

dem Sportwissenschaftler die

Chance, an der STIMO-Studie

der EPF Lausanne mitzuwirken.

Für die von Wings for Life

unterstützte Reha-Studie wird

David ein Elektrodenchip im

Rückenmark

implantiert,

der Nerven

mit elektrischen

Impulsen

stimuliert. So

werden beim

Gehen zuvor

inaktive Muskelgruppen

zugeschaltet. Aber

erst Davids Wille macht aus

den Impulsen echte Schritte.

Nach beinhartem Training

gelingt die Sensation: Während

ein Robotersystem sein Körpergewicht

entlastet, geht David

40 Minuten freihändig auf

dem Laufband. „Für mich ist

das wie ein Marathon“, sagt er.

Ein paar Schritte schafft

David sogar ohne Impulse.

Seitdem kann er stabiler aufstehen

und sogar daheim trainieren.

Vorerst bleibt der Rollstuhl

aber sein mobiler Begleiter.

Etwa wenn er im Schweizer

Rollstuhl-Rugby-Nationalteam

spielt oder beim Wings for Life

World Run in Zug startet.

david-mzee.ch

WINGS FOR LIFE

WORLD RUN

Der globale Charity-Lauf

– am 5. Mai u. a. in Wien:

EIN LAUF FÜR ALLE

Jeder macht mit: Wettkämpfer,

Anfänger, Rollstuhlfahrer. Die

Startgelder fließen zu 100 Prozent

in die Rücken marksforschung.

CATCHER CAR

Das Auto verfolgt die Teilnehmer

als bewegliche Ziellinie. Wer

eingeholt wird, hat sein Rennen

beendet.

DER APP-RUN

Mit der Wings for Life World Run-

App läufst du gegen ein virtuelles

Catcher Car – wo immer du bist.

Organisierte App Runs gibt es

u. a. in Saalbach, Trins oder Graz.

Info und Anmeldung auf:

wingsforlifeworldrun.com

THE RED BULLETIN 47


H E R O E S

Milla Jovovich

ROLE MODEL

Wenn es in Hollywood darum geht, eine weibliche

Action-Rolle zu besetzen, steht ein Name ganz oben

auf der Liste: der von Milla Jovovich. Im Interview

erklärt die vielbegabte 43-Jährige, woraus sie

die Kraft zieht, die sie auf der Leinwand ausstrahlt.

The red bulletin: In

deinen Filmen lässt

du’s gerne ordentlich

krachen – zuletzt in der

Comic-Verfilmung „Hellboy“,

in der du eine mächtige Hexe

spielst. Verbindet dich etwas

mit diesen Filmfiguren?

milla jovovich: Die Frage

habe ich mir viele Jahre auch

gestellt. Denn diese Frauen inspirieren

mich so. Ich glaube

sogar, dass diese Rollen und

Filme zu mir gefunden haben,

weil sie etwas ganz Bestimmtes

in mir ansprechen. Also ja,

sie sind Teil meiner Persönlichkeit

– mal abgesehen davon,

dass ich keine übernatürlichen

Kräfte besitze.

„Sport und gesunde

Ernährung: Ich fühlte mich

wie eine Superheldin.“

Was hat diese Persönlichkeit

geformt?

Ich war immer von starken

Frauen umgeben – allen voran

meine Mutter. Ich habe oft

miterlebt, wie zwischen ihr

und meinem Vater die Fetzen

flogen. Aber diese Auseinandersetzungen

schwächten sie

nicht, sie machten sie stärker!

Weil sie immer hundert ­

prozentig zu dem stand, woran

sie glaubte.

Deine Power liegt also in

den Genen?

Ja und nein. Als Teenager

neigte ich zu Depressionen.

Ich war ein Migrantenkind

aus der Sowjetunion, fühlte

mich minderwertig im Vergleich

zu den wohlhabenden

Mittelstandskids in meiner

Schule. Die konnten sich Dinge

leisten, die mir unerreichbar

erschienen. Aus dieser

Situation musste ich einen

Ausweg finden – den fand ich

in meiner Arbeit. Auf der Leinwand,

in der Musik, beim Modeln

konnte ich meine Gefühle

rauslassen. Das gab mir Kraft.

Wie erhältst du diese Kraft

aufrecht?

Im letzten Jahr fing ich an,

fünfmal pro Woche zu trainieren

und mich intensiver mit

dem Thema Ernährung zu

beschäftigen. Nach ein paar

Monaten Sport und gutem

Essen fühlte ich mich so

viel glücklicher und energiegeladener.

Tatsächlich kam ich

mir dank dieser Selbstdisziplin

und der ganzen Endor phine

schon fast so vor wie die Charaktere,

die ich spielte. Es ist

aber in erster Linie eine Frage

der Einstellung.

Inwiefern?

Wenn ich meine Gesundheit

wertschätze, dann schätze ich

mich selbst. Ich zeige meinem

Körper und meinem Geist

Respekt, indem ich etwas für

sie tue, anstatt mich mit Junkfood,

Zigaretten oder Alkohol

kaputtzumachen. Das ist eine

wahrhaft magische Erfahrung.

Du hast zwei Töchter, elf

und vier Jahre alt. Teilst du

mit ihnen deine Einsichten?

Klar. Aber es geht auch darum,

sie zu respektieren. In meiner

Generation als osteuropäisches

Kind hatte ich nichts zu

sagen. Ich habe gemacht, was

mir meine Eltern vorschrieben.

Jetzt respektieren wir Kinder

schon von klein an. Das beginnt

mit einfachen Dingen:

„Was möchtest du zum Abendessen?“;

„Was für ein Kleid

willst du heute anziehen?“ Der

Effekt ist riesig. So fühlen sich

die Kinder stärker, weil sie ihr

Leben mitbestimmen können.

Stärke gewinnt man also,

indem man sein Schicksal

selbst in die Hand nimmt?

Definitiv ja. Jeder ist stark,

wenn er es sein muss. Du

malst dir etwas aus und

denkst: „Das würde ich nie

über leben.“ Dann passiert

plötzlich etwas Unerwartetes,

und du stellst dich der Herausforderung.

Weil du musst.

Zum Beispiel?

Bist du schon mal mitten auf

der Straße stehengeblieben,

um einen streunenden Hund

einzufangen? Um drei Uhr

morgens?! Einmal rettete ich

zwei Hunde, die gerade eine

Kontroverse mit einem Stinktier

hatten. Stell dir diesen Geruch

vor! Sich da einmischen,

das nenne ich Stärke.

„Hellboy – Call of Darkness“

läuft ab 12. April im Kino.

AARON RICHTER/CONTOUR BY GETTY IMAGES RÜDIGER STURM

48 THE RED BULLETIN


Alles andere als

eine Poserin:

Milla Jovovich, 43,

schöpfte durch

Modeln neue Kraft.


WARUM

DICH

RÜCKSCHLÄGE

VORWÄRTS-

BRINGEN

DANIELA RYF ist die beste Triathletin

der Welt. Ihre geheime Energiequelle:

Probleme. Absurd? Nein, ein voll geladener

Akku, den jeder von uns anzapfen kann.

Text ALEX LISETZ

Fotos PHILIPP MUELLER, AGNIESZKA DOROSZEWICZ

50


2018 trat Ryf aus dem

Schatten der Legenden:

vierter Hawaii-Sieg in Folge,

neuer Streckenrekord

auf der Ironman-Distanz


„NUR WENN ICH

AN MEINE GRENZEN

GEHE, KANN ICH

BESSER WERDEN.“

Daniela Ryf glaubt nicht

an lockeres Training.


Daniela Ryf ist wahnsinnig gut darin,

schnell zu schwimmen, zu radeln und zu

laufen. Und wahnsinnig schlecht darin,

langsam zu schwimmen, zu radeln und

zu laufen.

„Ich will in jedem Training alles geben“,

sagt Daniela.

„Ich will, dass Daniela nur im Rennen

alles gibt“, sagt ihr Trainer Brett Sutton.

Die Kompromisssuche dauert nun

schon fünf Jahre, alle paar Wochen eskaliert

sie in einem lautstarken Krach, Daniela

trägt ihren Spitznamen „Angry Bird“

schließlich nicht zum Spaß. „Sie muss lernen,

ihre Kräfte zu bündeln“, sagt Sutton

seit 2015, „dann wird sie über Jahre unschlagbar

bleiben.“

Daniela will aber immer da hin, wo es

wehtut. Und sagt: „Nur wenn ich an meine

Grenzen gehe, kann ich besser werden.“

Doch was macht wirklich erfolgreich?

Strategische Trainingsplanung oder komplette

Verausgabung? Offenbar genau der

Mix, der aus dieser täglichen Kompromisssuche

hervorgeht. Die 31-jährige Solothurnerin

gewann seit 2015 jeden Ironman

Hawaii, also viermal in Folge den

wichtigsten und prestigeträchtigsten Triathlon

des Jahres. Auf dem Weg nahm

sie auch vier Ironman-70.3-WM-Titel und

zwei Ironman-EM-Titel mit.

Daniela ist die beste Triathletin der

Gegenwart. Und seit vergangenem Oktober

auch die beste der Geschichte. Da stellte

sie nämlich beim Ironman Hawaii einen

neuen Streckenrekord auf: 8:26:18 Stunden.

Selbst der schnellste Mann seit der

Erstaustragung des Rennens 1978 war

nur eine halbe Stunde früher im Ziel. Ihr

Trainer traut ihr zu, unter optimalen Bedingungen

weitere 15 Minuten herauszuholen.

Damit wäre sie unter den Top 10 –

der Männer, wohlgemerkt. Denn ihr

Strecken rekord kam unter verrückten

Bedingungen zustande: Daniela wurde

kurz vor dem Start von einer Qualle erwischt

und war beim Schwimmen durch

Schmerzen und Taubheitsgefühlen gehandicapt

(siehe Seite 58). Nicht auszudenken,

welche Zeit unter optimalen

Bedingungen möglich gewesen wäre.

Ist Daniela Ryf so erfolgreich, weil sie

sich schinden kann wie keine Zweite?

Weil sie talentierter ist, härter trainiert,

einen stärkeren Willen hat? Vermutlich.

Doch Daniela hat auch ein geheimes

Erfolgsrezept: Sie überwindet Probleme

nicht, sie benützt sie als Energiequelle.

Doch wie erzeugt man aus Rückschlägen

Rückenwind – im Sport und im Rest des

Lebens? Das verriet sie uns anhand sechs

konkreter Beispiele aus ihrer Karriere.

HÖHERE GEWALT

MACHT DICH GEDULDIG

8. Mai 2010, ITU World Championships, Seoul

Mit einem explosiven Schlusssprint

sichert sich Daniela in Südkorea den bis

dahin größten Erfolg ihrer Karriere. Die

Newcomerin setzt sich in Seoul gegen

eine Weltranglisten-Erste und eine amtierende

Weltmeisterin durch und etabliert

sich damit endgültig in der Weltspitze.

Nach der ausgelassenen Siegesfeier in

einem koreanischen Club und einem

kurzen Transfer folgt der schlimmste Flug

ihres Lebens: Sie verbringt die 8765 Kilometer

zwischen Singapur und Zürich fast

durchgehend auf der Flugzeugtoilette.

Und kämpft von diesem Tag an fast zwei

Jahre lang mit hartnäckigen Magen-

Darm-Problemen, die sie beinahe ihre

Karriere kosten.

„Am meisten litt ich unter dieser

bleiernen Erschöpfung“, erinnert sich

Daniela, „aber die permanente Übelkeit

war fast genauso schlimm. Sobald ich

ein bisschen härter trainierte, musste ich

mich übergeben. Es dauerte nicht lange,

und ich hatte gar keine Lust mehr, mich

zu verausgaben. Mir ging es ja ohnehin

nur schlecht dabei.“ Daniela quält sich

fast eineinhalb Jahre, bis die Ärzte eine

Darmfehlbesiedlung diagnostizieren.

Mit der richtigen Diagnose findet Daniela

binnen weniger Monate zu ihrer Form zurück.

„In diesen anderthalb Jahren musste

ich einsehen, dass ich nicht alles mit der

Brechstange erzwingen kann. Die Geduld,

die ich dabei gelernt habe, hilft mir heute

beim Training genauso wie im Rennen.“

Und: „Ich habe heute viel mehr Freude

daran, wirklich hart zu trainieren. Denn

ich erinnere mich, wie schlimm es war,

nicht richtig ‚draufdrücken‘ zu können.“

ZURÜCKZULIEGEN

VERLEIHT DIR KONTROLLE

15. Oktober 2017, Ironman Hawaii

Die Ironman-WM ist nicht nur ein Kräftemessen

der weltbesten Ausdauerathleten.

Sie ist auch ein Kräftemessen mentaler

Stärke. Das weiß auch Lucy Charles, in

dem Jahr Danielas härteste Konkurrentin.

Die junge Britin legt im Schwimmen,

Danielas schwächster Disziplin, eine Bombenzeit

vor. Sie braucht für die 3,86 Kilometer

nur fünf Sekunden länger als die

Steil bergauf: Daniela Ryf entwickelte sich vom Schweizer Ausnahmetalent

zur besten Triathletin der Welt.

THE RED BULLETIN 53


„ES IST UNWICHTIG,

WIE VIELTE DU BEI

DER ZWISCHEN ZEIT

BIST. DU MUSST IM

ZIEL DIE ERSTE SEIN.“

Daniela ist lieber Jägerin als Gejagte.

55


48:43 Minuten des 18 Jahre alten Streckenrekords.

Mehr noch: Sie baut diesen Vorsprung

im Radfahren, Danielas stärkster

Disziplin, sogar noch aus. Nach der Halbdistanz

liegt Daniela sechs Minuten zurück.

Doch dann dreht sie richtig auf.

„Es ist nicht wichtig, Wievielte du bei

der Zwischenzeit bist. Es ist wichtig, dass

du die Erste im Ziel bist“, sagt Daniela Ryf.

Das gilt für jede Aufgabe, die sich über

längere Zeit erstreckt. Und ganz besonders

für einen Ironman, bei dem „das Rennen

erst nach fünf, sechs Stunden so richtig

beginnt“. Doch wie bleibt man cool,

obwohl man in einem sportlichen Wettkampf

oder einer beruflichen Konkurrenzsituation

Boden auf die Konkurrenten verloren

hat? „Es ist für den Jäger leichter,

cool zu bleiben, als für den Gejagten“,

findet Daniela, „denn es ist der Jäger, der

die Situation unter Kontrolle hat. Der Gejagte

hat eine Bedrohung im Genick, der

Jäger eine Karotte vor der Nase. Er kann

den Konkurrenten vor sich in aller Ruhe

beobachten, studieren und anvisieren. Der

Gejagte muss sein Tempo halten und hoffen,

dass er keinen Einbruch hat. So kann

sich der Jäger ganz genau einteilen, wann

er aufs Ganze gehen und überholen will.“

So wie Daniela, die beim Ironman Hawaii

2017 auf den letzten 40 Kilo metern der

Radstrecke voll aufdreht, in Führung geht

und ihren Vorsprung beim Laufen sogar

noch ausbaut. Am Ende läuft sie mit

Tränen in den Augen fast neun Minuten

vor Lucy Charles ins Ziel.

„ICH MALE MIR

AUS, WIE ICH EIN

STÜCK BALLAST

ABWERFE.“

WAS HEUTE BREMST,

MACHT MORGEN SCHNELLER

März 2017, Trainingseinheit, Gran Canaria

Daniela steckt mitten in der Vorbereitung

auf eine Saison, in der sie sich selbst

übertreffen will. Es ist noch früh im Jahr,

doch sie kann bereits das Gefühl spüren,

das sie so liebt: das Spiel perfekt austrainierter

Muskeln, die geballte Energie

in Armen und Beinen. Heute Morgen

steht Schwimmtraining auf dem Programm.

Mit jedem ihrer weit ausladenden

Tempi schiebt sie eine Badewanne

voll Wasser hinter sich. Auf einmal zerreißt

ein Stich zwischen den Schulterblättern

ihre Konzentration. Ein Muskel

ist gezerrt. Am nächsten Morgen kann sie

kaum noch den Kopf drehen, zehn Tage

lang muss sie komplett pausieren. Wie

zur Hölle soll sie so ihr erstes Saisonziel,

den Ironman Südafrika, bestreiten?

„Diese Verletzung brachte meine Vorbereitung

komplett durcheinander“, erinnert

sich Daniela. Statt jeden Tag noch

härter zu trainieren, war sie zum Stillhalten

verurteilt. „Ich fühlte mich gar nicht

mehr wie eine Athletin“, sagt sie. Ein paar

Tage vergehen, dann stellt sie ihr Denken

um; setzt sich ihre Ziele nicht mehr mit

Stoppuhr und Kilometerzähler, sondern

in Genesungsschritten. Als sie den Kopf

einen Zentimeter weiter drehen kann als

in der Vorwoche, feiert sie das als Erfolgserlebnis.

Am Tag vor dem ersten Ironman

des Jahres ist trotzdem unklar, ob sie die

Schwimmstrecke überhaupt bewältigt.

Ein Chiropraktiker behandelt sie noch

kurz vor dem Start. Dann stürzt sie sich

ins Wasser, bewältigt die Schwimmstrecke,

dreht am Rad voll auf, gewinnt

schlussendlich das Rennen. Ein Happy

End? Nein, der starke Anfang einer kraftvollen

Mental-Geheimwaffe. Denn alles,

was dich einmal gebremst hat, ist ein

Stück Ballast, das du beim nächsten Mal

abwerfen kannst. „Seit Südafrika gehe ich

bei jedem Rennen befreiter an den Start.

Ich stelle mir vor, wie sehr mich diese Verletzung

eingeschränkt hat – und dass sie

mich trotzdem nicht am Siegen hindern

konnte. Und dann freue ich mich, dass

mich jetzt, gerade in diesem Moment,

überhaupt nichts einschränkt. Ich male

mir aus, wie ich das Stück Ballast von

damals abwerfe und deshalb heute noch

mehr schaffen kann. Dieser Gedanke ist

für mich wie ein Extra-Ass im Ärmel.“

FEHLER HELFEN DIR,

KLÜGER ZU WERDEN

3. Juli 2016, Ironman-Europameisterschaft,

Frankfurt/Main

Die Europameisterschaft in Frankfurt ist

ein wichtiges Rennen für Daniela. Sie will

sich für den Saisonhöhepunkt in Kona,

Hawaii, quali fizieren. Und sie möchte hier

wie im Vorjahr gewinnen – als Standortbestimmung,

aber auch um Selbstvertrauen

für die kommenden Rennen zu tanken.

Doch es läuft schon im Wasser nicht nach

Plan. Das Wetter ist kühl, das Wasser ist es

auch, und Daniela findet ihren Rhythmus

nicht. Sie hofft auf ihre Spezialdisziplin,

das Radfahren. Und muss erkennen, dass

ihre Probleme größer statt kleiner werden.

Mit 40 km/h im kalten Wind kühlt Daniela

sie immer mehr aus, bis ihr ausgezehrter

Körper (1,75 Meter, 57 Kilo) streikt. Sie

bringt keine Kraft mehr aufs Pedal, verliert

Position um Position. Und gibt schließlich

zum ersten Mal in ihrem Leben auf, tief

enttäuscht und gedemütigt.

„Das war ein bitterer Tag für mich“,

sagt Daniela, „aber auch ein lehrreicher.“

Denn Daniela nimmt zwei wertvolle

56 THE RED BULLETIN


Schon jetzt topfit: Daniela (hier beim Fotoshooting daheim in Solothurn) will im Herbst den fünften Hawaii-Titel holen.

Lektionen aus Frankfurt mit. Die erste:

„Ich dachte immer, ich könne alles erreichen,

wenn ich nur hart genug trainiere

und alles aus meinem Körper heraushole.

Aber ich muss auch auf die kleinen Details

achten, die mein Körper braucht, um perfekt

funktionieren zu können.“ In diesem

Fall hätte es zum Bespiel gereicht, beim

Wechsel aufs Rad eine zusätzliche Schicht

Kleidung überzuziehen, vielleicht sogar

nur ein Paar Ärmlinge. Und die zweite

Lektion? „Es zählt nicht, wie gut ich bin,

wenn ich gut bin. Sondern wie gut ich

bin, wenn ich schlecht bin. Seit diesem

Tag weiß ich: Ich bin nur dann wirklich

seriös vorbereitet, wenn ich ein Rennen

auch an einem schlechten Tag gewinnen

kann.“ Die allerwichtigste Erkenntnis

ist aber die: Man kann sich über Fehler

ärgern. Aber besser ist es, wie Daniela

aus ihnen zu lernen.

NIEDERLAGEN

FOKUSSIEREN DEINE SINNE

11. Oktober 2014, Ironman Hawaii

Einen Monat nach ihrem Sieg bei der Ironman-70.3-WM

in Kanada geht Daniela

zum ersten Mal in Kona an den Start. Sie

hat eine mega-erfolgreiche Saison hinter

sich, hat in diesem Jahr mehr WTC-Preis­

THE RED BULLETIN 57


Rückschläge gehören zu jeder Sportlerbiografie. Daniela versucht nicht,

sie zu überwinden – sondern aktiv als Motor zu nutzen.

gelder als jede andere Athletin kassiert.

Und sie spielt ihre Überlegenheit am Rad

auf der Langdistanz voll aus: Nach achteinhalb

Stunden liegt sie überlegen in

Führung, drauf und dran, gleich bei ihrer

ersten Teilnahme den Titel zu holen.

Doch fünf Kilometer vor dem Ziel ist der

Ofen aus: Die Australierin Mirinda Carfrae

hat zehn Minuten Rückstand aufgeholt.

Sie schließt zu Daniela auf, überholt

und legt ein Tempo vor, dem die

Schweizerin nicht mehr folgen kann.

„Nach dem Rennen war ich zwar stolz,

das Beste gegeben zu haben“, sagt Daniela,

„aber schon im Ziel dachte ich an das

nächste Jahr. Ich wusste ja jetzt, wie wenig

mir auf den Sieg gefehlt hatte.“ Von nun an

steht sie jeden Morgen mit dem gleichen

Gedanken auf. Sie spielt den Augenblick,

in dem Mirinda zu ihr aufschloss und

dann mit unwiderstehlicher Pace an ihr

vorbeizog, millionenmal in ihrem Kopfkino

ab. Und beginnt im Jahr darauf

mit ihrer Siegesserie. „Dass ich nicht mit

Mirinda mithalten konnte, motiviert mich

noch heute bei jedem Training“, sagt sie.

Im Rennen sind inzwischen jüngere

Athletinnen gefährlicher als Mirinda.

Im Training ist der Gedanke an sie noch

immer Danielas stärkste Motivation.

„Wenn ich mir vorstelle, wie Mirinda

neben mir auftaucht, trete ich sofort

einen Gang härter oder laufe 1 km/h

schneller.“ So verwandelte Daniela eine

Niederlage in perfektes Kopfkino-Material,

das ihren Anstrengungen Sinn gibt.

Und damit in die Grundlage Dutzender

darauffolgender Siege. Eigentlich kein

schlechter Tausch.

PECH MOBILISIERT

DEINE ENERGIERESERVEN

13. Oktober 2018, Ironman Hawaii

Drei Minuten vor dem Start des wichtigsten

Rennens im Jahr fühlt sich die

Titelverteidigerin unschlagbar. Sie ist in

fantastischer Form, sie hat alle ihre Hausaufgaben

gemacht. Zwei Minuten vor

dem Start wird sie an beiden Oberarmen

knapp unter der Achsel von einer Qualle

gestochen. Der Schmerz schießt ihr bis

in die Fingerspitzen. Im vergangenen Jahr

musste ein Athlet das Rennen aus dem

gleichen Grund aufgeben und landete direkt

im Krankenhaus. Sie lässt sich nichts

anmerken, wirft sich mit den anderen ins

Getümmel. Zuerst wird der Schmerz mit

jedem Schwimmtempo schlimmer, und

sie verliert Meter um Meter. Dann werden

ihre Arme taub, und Daniela beginnt

zu zweifeln, ob sie die 3,86-Kilometer­

Distanz im Wasser überhaupt bewältigen

kann. An einen Spitzenplatz denkt sie

jetzt nicht mehr, nur noch daran, aus

Respekt vor dem Rennen irgendwie

weiter zumachen. Sie rechnet bereits mit

einer 14-, 15-Stunden-Zeit. Denkt, sie

liege abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Doch beim Wechsel aufs Rad wird ihr

bewusst, dass sie beim Schwimmen nur

zehn Minuten verloren hat. Vielleicht ist

ja doch noch mehr drin?

„Im Wasser durchlief ich alle Emotionen,

die man sich vorstellen kann“, sagt

Daniela, „aber am Rad konnte ich wieder

klarer denken.“ Daniela beschließt, dem

Quallenstich eine neue Bedeutung zu

geben. „Ich stellte mir vor, wie mit dem

Schmerz eine Extraportion Wut und

zusätzliche Energie in meinen Körper

gelangt ist. Und dass ich beides nur aus

meinem Körper bekomme, wenn ich

umso härter und entfesselter in die Pedale

trete.“ Daniela fährt so schnell wie noch

nie zuvor in ihrem Leben. Überholt eine

Gegnerin nach der anderen, wechselt mit

der schnellsten Radzeit, die jemals eine

Athletin in Kona fuhr, auf die Laufstrecke.

Sie beendet das Rennen nach 8 Stunden,

26 Minuten und 18 Sekunden nicht nur als

Weltmeisterin, sondern auch mit neuem

Streckenrekord. Und beweist damit, dass

unser innerer Transformator negative in

produktive Energie umwandelt – und aus

Schmerzen zusätzliche Power gewinnt.

Am 5. Mai setzt sich Daniela Ryf als Botschafterin

für den Wings for Life World Run ein.

Infos, Anmeldungen: wingsforlifeworldrun.com

danielaryf.ch

58 THE RED BULLETIN


„MIT DEM

SCHMERZ KAM

EXTRA-ENERGIE IN

MEINEN KÖRPER.“

Daniela über ihren Quallenstich

beim Ironman Hawaii


Steil: Dani Pedrosa

2018 auf dem TT Circuit

Assen, Niederlande.

Bei Destination Red Bull

fungiert der Spanier

als einer deiner Coaches.

60


H O W T O

WIE

GEHT

DAS?

PROFIS

ZEIGEN,

WIE MAN’S

MACHT

Für Motorradfahrer sind

angeschliffene Kniepads

der Ritterschlag. Bei

Destination Red Bull lernst

du von MotoGP-Legenden

die perfekte Kurvenlage.

GETTY IMAGES WERNER JESSNER


H O W T O

SO

GEHT

DAS!

PROFIS

ZEIGEN,

WIE MAN’S

MACHT

Halte den Kopf

gerade.

Häng dich mit

der Kniebeuge

im Tank ein.

Stell dich

mit den Fußspitzen

auf

die Fußrasten.

Das Knie muss zum Boden,

bis es kratzt und die neuen

Schleifpads endlich aussehen,

wie sie sollen. Der

Kurvenguide in 10 Schritten:

Winkle das

kurveninnere

Bein ab und

spreiz es

nach außen.

Unser Experte:

Sete Gibernau,

46, Destination

Red Bull-Coach

(s. Kasten rechts)

mit 179 Rennen in

der Motorrad-WM

Bleib locker, und erinnere dich

1 während der Fahrt daran. Klammere

dich nicht am Lenker fest, sondern

führe ihn ohne Gewalt. Atme bewusst.

Auch wenn’s gleich schräg wird:

2 Halte den Kopf gerade. Die Augen

bleiben immer parallel zum Untergrund.

Nur so kannst du Kurven korrekt einschätzen.

Wir beginnen mit einer Linkskurve.

Das ist für die meisten

3

Fahrer leichter, da die Gashand dann

außen ist und es mehr Platz für

Korrekturen aus dem Ellbogen gibt.

Stell dich beim Anbremsen der

4 Kurve mit den Fußspitzen auf die

Fußrasten. So verhinderst du, dass die

Sohle unerwünschten Bodenkontakt

kriegt und Zehen angeschliffen werden.

Bewege nach der Bremsphase

5 den Körperschwerpunkt nach

innen, indem du Gewicht verlagerst

und dich mit der Kniebeuge im

Tank einhängst. Das erfolgt in einer

einzigen flüssigen Bewegung. Keine

Hektik!

Man kann alles übertreiben:

Hier litt auch die Hose.

Ob Amateur oder Profi (wie hier im MotoGP): Die Grundtechnik ist gleich.

Winkle das kurveninnere Bein

6 ab und spreiz es nach außen.

Am Anfang kannst du ruhig ein wenig

übertreiben.

Mach ein leichtes Hohlkreuz.

7 Dadurch nimmst du automatisch

eine tiefe Position am Bike

ein, was es erleichtert, das Knie

tatsächlich zum Boden zu bringen.

Die Bremsen sind ab jetzt

8 tabu. Roll in die Kurve rein

und schau zum Kurvenausgang –

also ein wenig weiter voraus, als

du instinktiv möchtest.

Mit der Gashand modulierst du

9 die Schräglage: Wenn du das

Gas ein wenig schließt, kippst du

nach innen. Drehst du es auf, richtet

sich das Bike auf. Übe das! Diese

Phase braucht Übung und Gefühl.

Früher oder später kratzt

10 es am Knie. Gratulation,

geschafft! Bleib cool (Punkt 1) –

du willst die Kurve ja auch wieder

verlassen. Öffne das Gas und lass

die Zentrifugalkraft das Bike

aufrichten. Das machen wir jetzt

den ganzen Tag!

GETTY IMAGES TOM MACKINGER

62 THE RED BULLETIN


DEINE REISE-GUIDES

Eines der Reise-Highlights: am Sozius der zweisitzigen MotoGP-Ducati mitfahren

GANZ NAH

AN DER ACTION

Destination Red Bull bringt dich hinter die Kulissen

des MotoGP in Barcelona. Und mit zwei Top-

Trainern auf eine exklusive Privatstrecke.

DANI PEDROSA muss man keinem

MotoGP-Fan erklären: Der dreifache

Weltmeister (125 und 250 Kubik) gehörte

18 Jahre lang zu den Fixsternen

der Motorrad-WM. Dem Spanier flogen

die Herzen nicht nur wegen seines

Fahrstils zu, sondern auch wegen der

Beharrlichkeit, mit der er Rückschläge

wegsteckte. Erst letzten Herbst beendete der ewige Honda-

Werkspilot nach 295 Rennen seine aktive Karriere – um

bei KTM als Test- und Entwicklungsfahrer anzuheuern.

SETE GIBERNAU ist geradezu mit

dem Motorrad aufgewachsen, hat

doch sein Großvater Don Paco Bultó

einst die legendäre Motorradschmiede

Bultaco gegründet. 1992 bis 2006 sowie

im Jahr 2009 bestritt der Spanier

WM-Rennen. Höhepunkt: In den Jahren

2003 und 2004 wurde er jeweils Vizeweltmeister

hinter Valentino Rossi. Nach seinem Rücktritt

beriet er Dani Pedrosa, bis er 2018 sein Comeback ankündigte

– in der MotoE, der WM für Elektromotorräder.

MARC ROBINOT, TANDEM, SHUTTERSTOCK BLAGOVESTA BAKARADJIEVA

Oben: das W Hotel am Strand von Barcelona. Unten: der Blick auf die Sagrada Família

EXKLUSIV:

DEIN TRAININGSGELÄNDE

Sete Gibernaus

Privatstrecke

Ein Tag MotoGP-Training

auf Sete Gibernaus Privatstrecke

mit Dani Pedrosa

Mitfahrgelegenheit auf

der zweisitzigen MotoGP-

Ducati

Reisetag eins verbringst

du auf der

Privatstrecke von

Sete Gibernau,

130 Kilometer von

Bar ce lona entfernt

in der Region von

Girona. Der Track

hat verschiedene

Layouts, die man

miteinander kombinieren kann. Die längste Variante misst

1,3 Kilometer und hat über 20 Kurven. Viele davon sind

realen Vorbildern aktueller MotoGP- und Formel-1-Stre cken

nachgebildet. Der griffige Asphalt wurde speziell ausgesucht,

um Motorrädern ein Maximum an Grip zu bieten.

DEINE DESTINATION RED BULL-REISE

Red Bull MotoGP Experience“

von 14. bis 16. Juni 2019. Die Highlights:

VIP-Package für den

MotoGP Barcelona

Zutritt zur Pit Lane und zur

Red Bull Energy Station

Übernachtung im coolen

W Hotel direkt am Strand

Jetzt buchen unter destination.redbull.com

THE RED BULLETIN 63


ALLES, NUR KEIN

MITTELMASS

Ihr Lebensraum: die Bühne.

Ihr Feind: die Durchschnittlichkeit.

Ihre Waffen: optische Exzentrik

und provokante Eloquenz.

Ihre Mission: ein poetisch

sinnlicher Flirt mit dem Leben.

Vorhang auf für LISA ECKHART!

Text NINA KALTENBÖCK

64

Fotos MATO JOHANNIK


Lisa Eckhart

hat nie daran

gezweifelt,

dass sie das

Publikum

„braucht und

auch verdient“.


Gut ist nicht gut

genug, denn das

Mittelmaß macht

unsichtbar. Deshalb

wurde aus Lisa

Lasselsberger aus

Leoben irgendwie

die Tilda Swinton

der Poesie.


,,G

leichgültigkeit ist die Rache der Welt an

den Mittelmäßigen“, meinte Oscar Wilde.

Wer nach Aufmerksamkeit giert, sollte

sich also tunlichst vor der Norm hüten.

Oder aus der Not eine Tugend machen. In

Lisa Eckharts Fall war es ihre schlecht ausgebildete

Sprache, die bereits der Volksschullehrerin

Sorgenfalten auf die Stirn

trieb. Nachdem die kleine Lisa bei ihren

Groß eltern in der Provinz nahe Leoben

auf gewachsen war, habe sie wie ein „legasthenisches

Wolfskind kommuniziert,

dem Grammatik als Dekadenz verkauft

wurde“. Die Steirerin „lernte erst einmal

Deutsch als Fremdsprache“, brütete dann

bevorzugt über ihren Büchern und parliert

heute höchst geschliffen.

In Wien und an der Pariser Sorbonne

studierte die heute 26-Jährige Germanistik

und Slawistik, in London unterrichtete sie

Französisch. Den Plan, wie ihre Mutter

Lehrerin zu werden, legte sie ad acta, nach

fast 20-maligem erfolglosen Vorsprechen

auch die Vision, als Schauspielerin bekannt

zu werden. Nun hat sich Lisa Eckhart als

Poesie-Dandy in grellen Versace-Hemdchen

einen Namen gemacht. Sie wurde

mit dem Salzburger Stier 2019 sowie mit

dem öster reichischen als auch deutschen

Kabarett-Förderpreis ausgezeichnet.

the red bulletin: Es gibt keine zweite

Chance für den ersten Eindruck. Du

bist eine scharfsinnige Beobachterin.

Welchen Eindruck hast du von mir?

Fühl dich frei, du lästerst doch gern …

lisa eckhart: Da muss ich gleich vorab

enttäuschen. Da du eine Frau bist und als

Sexualobjekt nicht in Frage kommst, hält

sich mein Interesse in Grenzen. Deswegen

will ich mich auch nicht auf eine Persönlichkeitsanalyse

einlassen.

Elegant entkommen. Stell dir vor,

du müsstest dich selbst persiflieren.

Was fällt dir auf?

Was Menschen am irritierendsten an mir

finden, sind die langen Fingernägel. Ich

fand das sehr schön, dass jemand einmal

in einem Artikel geschrieben hat: „Frau

Eckhart versprüht einen Drogeriemarkt-

Chic mit ihren billigen Plastiknägeln.“

Das hat mir sehr imponiert. Das war damals

ein sehr respektvolles Gespräch. Die

Menschen verbinden diese Nägel offenbar

nicht unbedingt mit einem größeren

Intellekt als dem eines Schwamms.

Haben diese Krallen schon einmal dich,

deinen Partner oder Strumpfhosen

verletzt?

Im Gegenteil. Sie haben einen medizinischen

Zweck, weil ich eine zwangsneurotische

Kratzerin bin.

Vielleicht ist es ja keine Zwangsneurose,

sondern eine Histaminintoleranz?

Ich nenne es Neurodermitis.

Bist du mit dir selbst kritischer als

mit anderen?

Ich bin wahnsinnig kritisch. Ich habe

Momente der schlimmsten Selbstzweifel,

wo ich mir keine Existenzberechtigung

zusprechen würde. Die alternieren aber

zum Glück mit Momenten des schönsten

Größenwahns, wo ich mir denke: „Was

sollen alle anderen Menschen auf diesem

Planeten? Mit mir würde es reichen!“

Das schwankt eben leider sehr extrem.

In welcher Stimme schimpfst du

mit dir?

Es hat einen sehr alttestamentarischen

Tonfall. Es ist kategorisch. Es lässt kein

Schlupfloch des Dialektalen, dass es vielleicht

niedlich klingen könnte. Es ist sehr

herrisch und lässt mir keine Chance zu

entkommen.

Kennst du deinen IQ?

Nein, es interessiert

mich auch nicht. Ich

habe keinen Fetisch

für Zahlen. Ich möchte

meinen IQ genauso

wenig wissen wie

mein Gewicht.

Kommen wir zu der wenig geschätzten

Frage nach der Bühnenfigur

Lisa Eckhart. Meine Theorie ist, dass

Künstler Figuren erschaffen, die mit

ihrem wahren Charakter nicht viel

zu tun haben. Bist du auf der Bühne

die herrische Diva, aber zu Hause das

anschmieg same Schmusekätzchen?

Ich bin sicher privat ein Kätzchen, aber

ich finde, dass ich auch auf der Bühne

ein Kätzchen bin – in gewisser Hinsicht.

Mit Krallen.

Ja. Ich versuche – im Gegensatz zu Kolleginnen

– nicht etwas unfassbar Hartes

darzustellen, etwas, das nicht lächelt,

etwas Trockenes. Es ist mir wichtig, dass

es immer ein charmantes Lächeln trägt.

Ich bin sowohl auf der Bühne als auch

abseits davon ein wahnsinnig heiterer

Mensch. Die Bühnenfigur ist bei mir nicht

etwas Künstliches. Seit ich die Bühne habe,

muss ich privat nicht mehr ich selbst sein.

Ich will privat den Weg des geringsten

Widerstandes gehen, weil ich weiß, ich

kann mich sowieso auf der Bühne entfalten.

Was ich wirklich von der Welt halte,

sehen die Menschen auf der Bühne.

Die Erste, die deine Texte zu hören

bekommt, ist deine Mutter. Sie war bei

deiner Geburt neunzehn. Bis zur Volksschule

bist du bei deinen Großeltern

am Land aufgewachsen. Nimmst du das

deiner Mama übel?

Nein. Keinesfalls. Ich gedenke exakt dasselbe

mit meinem Kind zu tun. (Lacht.)

Natürlich prägt einen das, wenn man in

so einem geriatrischen Umfeld aufwächst.

Deswegen hab ich wohl mehr Charakterzüge

eines Pensionisten in mir als die

eines Menschen meines Alters.

Du bist 26. Was will die alte Frau in dir?

Ich sehne mich nach Entschleunigung,

nicht nach Schnelllebigkeit. Bei mir fragt

man besser einen Monat vorher an, ob

man Kaffee trinken geht, damit ich mich

psychisch darauf einstellen kann. Spontane

Planung liegt mir fern. Es muss alles

minutiös koordiniert sein.

Du wirst vielleicht auch Nachwuchs

zeugen. Was wärst du für eine Mutter?

Ich bin ein großer Freund von Disziplin.

Disziplin schadet einfach nicht, um überhaupt

eine Lust an Freiheit und Rebellion

zu entwickeln. Was ich der liberalen

Erziehung vorwerfe, ist, dass sie keine

Grenzen setzt. Dieses entgrenzte Dasein

erlegt den Kindern eine furchtbare Bürde

THE RED BULLETIN 67


Welchen Charakter

müsste dein

Haustier haben?

Es müsste der

deutschen Sprache

mächtig sein. Nur

zum Streicheln, ohne

mich intellek tuell

zu unterhalten,

hat es keinen Platz

in meiner Wohnung.

auf, weil sie Strafinstanzen brauchen,

um nicht ein völlig diktatorisches Über-

Ich zu entwickeln.

Inwiefern haben dir deine Eltern

seinerzeit Grenzen gesetzt?

Sicher im Zuspruch. Wofür ich meinen

Eltern sehr dankbar bin: dass sie nicht

meine ersten widerwärtigen Krakeleien

aus dem Kindergarten an den Kühlschrank

gehängt haben. Sie haben gesagt:

„Wir hängen deine Zeichnungen auf,

wenn sie künstlerisch wertvoll sind.“

Im ersten Moment war ich vielleicht in

meiner Eitelkeit gekränkt, aber es hat

mich angespornt, etwas Wertvolles zu

produzieren. Es wurde nicht jeder Stuhlgang

beklatscht, sondern nur wenn es

ein eindrucksvoller Stuhlgang war.

Bleiben Lob und Anerkennung also

nur etwas Besonderes, wenn man sparsam

damit umgeht?

Ja, weil es niemandem schadet, ein bisschen

buhlen zu müssen und sich etwas

zu erarbeiten. Denn sonst erziehen wir

megalomane Größenwahnsinnige, die

sich dann in einer Welt wiederfinden, die

keine Standing Ovations für irgendetwas

Minderwertiges spendet. Das kann nämlich

sehr ungemütlich werden.

Gab es in deinem Leben schon einmal

die vollständige Anerkennung?

Von mir nicht. Und von anderen bedeutet

sie ohnehin nichts. Wenn ich mir nicht

die Absolution erteile, können andere lobhudeln,

so viel sie wollen.

Was hat dir deine Großmutter vermittelt,

bei der du fünf Jahre deiner

Kindheit verbracht hast?

Sie war es, die diese Liebe zur Sprache

gesät hat. Sie hat es ex negativo gemacht,

indem sie sich als großer Feind von Grammatik

und sprachlicher Korrektheit zeigte.

Ich hab nach diesen fünf Jahren einen

horrenden Dialekt gesprochen, was eine

unfassbare Motivation zur Überkompensation

bewirkt hat, weil ich quasi nicht

mit Menschen kommunizieren konnte.

Wie wurde deine Schwäche zur Stärke?

In der Schule haben sie mir gesagt, wir

erkennen Worte, aber das kann man

doch nicht als Sprache bezeichnen. Da

musste ich schnell aufholen und habe aus

dieser Kränkung dann übers Ziel hinausgeschossen

und mich sehr eindringlich

mit Sprache beschäftigt. Ich wollte auch

eine Zeitlang alle Sprachen lernen, habe

mich dann mit fünf oder sechs beschäftigt

und gemerkt, es ist das Meine, mich in

einer Sprache zu perfektionieren. Nicht

in so einem Sinne, dass ich mit Menschen

in Dialog treten kann, sondern dass ich

ihnen einen Monolog liefern kann, der sie

nicht langweilt.

Das tust du auf der Bühne und scheinst

mit deinen charmanten Frechheiten

und Taktlosigkeiten gut zu fahren.

Wie geht das?

Es braucht eine gewisse Raffinesse und

Anmut. Wenn man die nicht hat, sollte

man davon Abstand nehmen. Sonst hat es

etwas Görenhaftes. Die reine Provokation

wird immer anecken, und das zu Recht.

Weil sie einfach plump ist.

Du strahlst auf der Bühne eine gewisse

Großspurigkeit aus. Kommt Hochmut

vor dem Fall, oder bekommt Hochmut

reichlich Beifall?

Ich bin immer wieder erstaunt, dass

Menschen das als Hochmut begreifen.

Wir sind heute alle sehr auf das Selbst

zentriert. Mir geht es darum, eine Persönlichkeit

zu entwickeln, während andere

einen Narzissmus pflegen, der alle äußeren

Faktoren abschabt, bis man zu einem

Wesenskern kommt, der völlig leer und

nichtig ist. Das machen Menschen, wenn

sie versuchen, sie selbst zu sein. Diesem

„Sei du selbst“ setze ich gerne „Werde,

der du bist“ von Friedrich Nietzsche entgegen.

Das ist Arbeit, die der Erfahrungen

von außen bedarf und nicht einfach nur

eines apathischen „Ich bin jetzt ich“.

Mein Hochmut arbeitet und konstruiert

etwas, anstatt ein irrelevantes Selbst

an den Tag zu legen.

Woher hast du anfänglich den Glauben

an dich genommen?

Bei meinen ersten Auftritten war ich fest

davon überzeugt, das wird nie ein großes

Publikum finden, aber ich dachte, ich fühl

mich wohl auf der Bühne. Mit Zuspruch

hab ich nicht gerechnet. Wenn mehrere

Kabarettisten an einem Abend aufgetreten

sind, habe ich mich mit meinem Programm

als Störelement empfunden.

Von der Sollbruchstelle zum heillosen

Größenwahn. Stößt eine gewisse Überheblichkeit

auf der Bühne auf Gegenliebe?

Oder dient sie als Schutz?

Ich würde diese Figur nicht als überheblich

erachten. Man wird bei mir sehr

selten einen Satz hören, der mit „Ich“ beginnt.

Ich rede über die Welt, und wahnsinnig

selten rekurriere ich auf meine

Gefühle. Es geht immer um die Strukturen

und wie das System beschaffen ist. Vermutlich

liegt darin die Überheblichkeit, dass

ich mir anmaße, über Dinge zu sprechen

und nicht über mich selbst. Weil viele

Menschen nur über sich selbst sprechen

können. Vielleicht empfinden sie es als

arrogant, dass ich den Eindruck habe,

ich habe ein Wissen, das mich selbst übersteigt.

Ich behandle nicht mich auf der

Bühne, das wäre mir zutiefst zuwider.

Wenn du auf der Bühne über Sport-

Freaks oder Smoothie-Trinker lästerst,

könnte man das als überheblich betrachten


Wenn ich Menschengruppen kritisiere,

sind es meist Personen, die im Publikum

sind. Ich empfinde es als weitaus überheblicher,

über Menschen zu reden, die

nicht im Raum sind. Wenn ich etwas nicht

ertrage, ist es Unhöflichkeit. Mokiere ich

mich über Menschen, sind es solche, von

denen ich glaube, dass sie sich zu wehren

wissen.

Und die dürfen sich dann gleichzeitig

ärgern und darüber lachen.

Es ist mir bei meiner Kritik wichtig, dass

wir uns da alle im selben Dunstkreis

bewegen, man nicht auf außenstehende

Gruppen schimpft und sich dabei gegenseitig

auf die Schulter klopft. Vieles davon

betrifft ja auch mich selbst.

68 THE RED BULLETIN


„Ich behandle nur

Symptome, die

mehrere Menschen

befallen. Was

hätte es sonst für

eine Relevanz?“

Lisa Eckhart auf die Frage,

warum in ihren Programmen

keine konkreten Namen fallen


Was betrifft dich?

Jetzt, wo ich die sieben Todsünden behandle,

kann ich mich von vielen nicht

ausschließen. Ich propagiere die Trägheit.

Vieles ist ein Imperativ an mich selbst. In

dieser permissiven Gesellschaft ist es ja die

Perfidie, dass man uns alle Sünden versaut

hat, indem man uns alles erlaubt hat.

Du bist glücklich vergeben. Dein Herz

hat ein Mann mit Humor und Intellekt

erobert?

Ja. Etwas muss sich die Waage halten:

dass man denkt, man ist füreinander

alles, und man auch lebt, um mit dieser

Liebe in die Geschichte einzugehen.

Wie erhält ihr euch die Leidenschaft?

Mit einer gemeinsamen Liebe zur Kunst.

Nicht in dem Sinne „Wir lesen gern

das gleiche Buch“, sondern mit einem

faustischen Streben und einer Unersättlichkeit

für alles. Ein gewisses Sehnen

ist ja vorprogrammiert. Es bleibt immer

eine gewisse Differenz und ein Begehren

übrig. Nach dieser Kluft strebt man, glaub

ich, andauernd. Bei Dating-Portalen,

die einem den Menschen suchen, der

perfekt mit einem korrespondiert, kann

diese Kluft nicht zustande kommen,

weil sich viele nur eine Kopie ihrer selbst

suchen. Ich weiß nicht, wie so Liebe entstehen

kann.

Ist die moderne Liebe zu sehr auf

Bequemlichkeit eingerichtet?

Ja! Die Menschen wollen sich eigentlich

nicht mehr verlieben. Sie wollen keine

Risiken eingehen. Aber sich zu verlieben

ist ein unglaublich aggressiver Akt, ein

großes Risiko. Es ist eine Naturgewalt,

die Selbstaufgabe mit einschließt. Das

Aufeinanderprallen kann aber nicht stattfinden,

wenn zwei hyperkompatible Menschen

aufeinandertreffen und man sich

nur noch sagen kann: „Magst du Musik?“

– „Ja.“ – „Ich auch.“ Na pardauz, was für

eine Überraschung!

Wenn du immer zum

selben Musikstück

aufwachen müsstest,

welches wäre es?

„Piano Man“

von Billy Joel.

Die kalte Schulter:

Nennen Sie Lisa

Eckhart nicht Poetry-

Slammerin!

Verunglimpfen Sie

ihr Schaffen nicht

als Kleinkunst!

Was sind die Schrullen, die man an

dir lieben muss, damit man mit dir

zurechtkommt?

Ich bin ein unfassbar ungeduldiger

Mensch, sei es in der Textproduktion,

sei es, auf irgendetwas zu warten. Ich

bin gleichzeitig ein großer Freund des

Lustaufschubs. Ich bin nämlich nicht

ungeduldig, was den Konsum von Sex

oder Essen angeht. Da steigere ich das

Warten bis ins Unerträgliche. Ich bin

ein frenetischer Verfechter der Monogamie

und finde große Lust darin, mir

etwas zu verwehren.

Was magst du sonst?

„Mögen“ klingt so leidenschaftslos. Mögen

tu ich tatsächlich nichts. Entweder ich liebe

es oder verachte es.

Was hasst du?

Mittelmäßigkeit. Alles Lauwarme, Seichte.

Das macht mich fertig.

Worin bist du mittelmäßig?

Ich bin in nichts mittelmäßig. Entweder

ich kann etwas sehr, sehr gut, oder ich

kann es sehr, sehr schlecht. Ich versuche

auch meine Untalente zu kultivieren

und dann die Schlechteste darin zu sein.

Hauptsache, niemals im Mittelfeld.

Was wünschst du dir?

Nicht aufzuhören zu wünschen. Unbefriedigt

zu bleiben. Denn Glück soll

kein Dauerzustand sein.

Ein imposanter Eckhart’scher Erguss,

sublim bis pikant, ist ihr aktuelles

Programm „Die Vorteile des Lasters“.

Mehr Infos unter: lisaeckhart.com

Styling SIMON WINKELMÜLLER

Make-up & Hair CHRISTOPHER KOLLER

Vintage-Seidenhemd GIANNI VERSACE über WOLFMILCH

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Stiefel JEFFREY CAMPBELL

70 THE RED BULLETIN


DAS WARTEN HAT EIN ENDE.

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ENDURO “TUTTOTERRENO“ IST BEI DEINEM

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INNOVATOR

START-UPS,

PIONIERE UND

GENIALE

ERFINDUNGEN

E-Mobilität

Fließverkehr

Was passiert, wenn sich Wassersport-

Ikonen mit städtischen Verkehrsproblemen

beschäftigen? Sie sind voll in ihrem Element.

Stadtzentrum ist Stauzentrum.

Egal ob mit

dem Auto, im Bus oder

im Taxi – irgendwann geht

nichts mehr weiter. „Dabei

gibt es meistens eine völlig

freie Fahrbahn bis ins Herz

der Stadt“, sagt Anders Bringdal,

„den Wasserweg.“ Warum

also nicht diesen zur Entlastung

des Verkehrs nutzen?

Die Vision des 51-jährigen

ehemaligen Surf-Weltmeisters

aus Schweden: Wassertaxis.

Wenig innovativ? Abwarten!

Denn die Motorboote von

Seabubbles, wie Bringdals

2015 gegründetes Unternehmen

heißt, haben mit

den aus Venedig oder Amsterdam

bekannten Gefährten

wenig gemein. Der Transport

erfolgt dank Elektromotoren

leise, emissionsfrei und – zur

Freude all jener, die leicht

seekrank werden – auf modernen

Hydrofoils nahezu

ohne Schaukeln. Verantwort-

Ganz oben: der Prototyp bei der Testfahrt 2018 am Genfersee.

Darunter: Vision des Docks zum Ein- und Aussteigen und Laden

Das „Seabubbles“-

Wassertaxi ist so groß

wie ein Pkw, bietet

vier Fahrgästen Platz

und hebt bereits ab

11 km/h ab.

72 THE RED BULLETIN


lich dafür zeichnet Alain

Thébault, Mastermind hinter

vielen Foiling-Innovationen

der letzten Jahre, zweifacher

Weltrekordhalter im Speed-

Segeln – und Co-Founder von

Seabubbles. Bringdal: „Unser

Boot ist so stabil wie ein Auto.

Selbst wenn du an Bord herumspringst,

spürst du kaum

ein Schaukeln.“

Möglich macht das unter

anderem eine fein ausgeklügelte

Software, die das Boot

automatisch austariert. Bereits

ab sechs Knoten (ca. 11 km/h)

hebt man von der Wasseroberfläche

ab und beginnt scheinbar

zu schweben. Aktuell liegt

die Spitzengeschwindigkeit

bei 20 Knoten (37 km/h).

Noch befindet sich Seabubbles

in der Prototypenphase.

Bis zur Serienreife

sollen die Motoren leistungsfähiger

und effizienter werden

(2,5 Stunden Laufzeit bei

35 Minuten Ladezeit wurden

versprochen) – und der Preis

von derzeit knapp 180.000

Euro kleiner. Denn Bringdal

hat große Ziele: bis 2024 in

50 Städten Seabubbles-Wassertaxis

zu etablieren.

seabubbles.fr

„Auf diesem Boot

wird niemand seekrank.

Die Software

sorgt für ein Fahrgefühl

wie im Auto.“

IN ALLER

KÜRZE

DEN BALL

INS

ROLLEN

GEBRACHT

„Common Goal“:

Ein Fußballprofi

wird Social

Entrepreneur.

Gute Idee: als Fußballer

Teile seines Gehalts

spenden. Bessere Idee:

eine Initiative starten,

bei der alle spenden

können. Juan Mata,

Profi von Manchester

United (Bild ganz oben),

hat mit „Common Goal“

genau das getan.

Das Prinzip ist simpel:

Ein Prozent des Gehalts

fließt in einen Fonds für

soziale Fußballprojekte.

Über 75 Profis von Mats

Hummels (li.) bis Alex

Morgan hat Mata schon

für das „gemeinsame

Ziel“ gewonnen: die Welt

etwas fairer zu machen.

common-goal.com

Mehr Inspiration für

Zukunftsmacher gibt es

im aktuellen INNOVATOR.

Infos und Abo unter:

redbulletininnovator.com

FRANCIS DEMANGE, FRIENDS AND FELLOWS/RBCP LOU BOYD

Hightech-Prothese

Handheld, neu definiert

Das britische Start-up Open Bionics revolutioniert

den Prothetikmarkt: mit Roboterarmen,

die einem Game-Hero nachempfunden wurden.

Daniel Melville hasst

mitleidige Blicke.

Deshalb versteckte er

seine Prothese früher meist

unter langen Ärmeln. Das

änderte sich vor vier Jahren,

als der damals 23-jährige

Brite, der ohne linken Unterarm

geboren wurde, Joe

Gibbard traf. Der hatte gerade

mit Samantha Payne

in Bristol seine Firma Open

Bionics gegründet. Das Ziel:

eine Roboterhand mit erschwinglichem

Preis zu bauen.

Melville war sofort begeistert

und lieferte gleich

einen entscheidenden Input:

Könnte man die Prothese

nicht cool aussehen lassen?

Mit dem Open-Bionics-

Duo entwickelte der leidenschaftliche

Gamer in Folge

das Design für den Prototyp

einer Armprothese, angelehnt

an jene des Helden der

Videospielreihe „Deus Ex“.

Durch Sensoren in der Haut lässt

sich die bionische Hand öffnen,

schließen und präzise steuern.

„Medizinische Prothesen

sehen abstoßend aus“, sagt

Melville und präsentiert seine

Alternative, den „Hero

Arm“. Doch neben der Optik

überzeugt auch die Funktionalität:

Mit dem ein Kilogramm

schweren Arm kann

der Träger acht Kilo heben,

dank Sensoren in der Haut

greifen – und Selbstvertrauen

schöpfen. Melville: „Die

Leu te bitten mich nun, ihnen

die Hand zu schütteln.“

openbionics.com

Daniel Melvilles

„Hero Arm“ kostet

dank 3D-Druck nur

knapp 6000 Euro,

ein Zehntel ver gleichbarer

Prothesen.

THE RED BULLETIN 73


In Bhutan kümmert sich ein eigener Minister um das

Bruttonationalglück. Das Himalaya-Königreich veranstaltet

aber alljährlich auch ein Fest des Leidens: das härteste

Mountainbike-Eintagesrennen der Welt. Ein Widerspruch?

Im Gegenteil. Das Rennen ist Teil der königlichen Initiative

zur Förderung von Fitness und Wohlbefinden.

Text SCOTT YORKO

Fotos JUSTIN BASTIEN


DRACHENZÄHMEN

FÜR FORTGESCHRITTENE

Schicksalsergebene Lkw-

Fahrer, Schlamm, störrische

Kühe, Erdrutsche, extreme

Abgründe: Das sind nur

einige der Zutaten der „Tour

of the Dragon“ in Bhutan.

75


Scott Yorko, der furchtlose

Autor dieser Geschichte,

pflügt durch eines von vielen

Hindernissen zwischen

Bumthang und Thimphu.

Bis heute gibt

es in ganz

Bhutan keine

einzige Ampel.


Es ist zwei Uhr in dieser klammen,

pechschwarzen Septembernacht in der

bhutanischen Kleinstadt Bumthang,

kurz vor dem Start eines der härtesten

Radrennen der Welt, und es stinkt nach Kuhmist.

Scheinwerfer leuchten die Szenerie grell aus, in ihrem

Schein tanzt der Ordnerdienst eine Art Macarena,

mit Zeitlupen-Karate-Moves zu Flötenklängen. Die

6000 Einwohner der Stadt sind fast vollzählig erschienen

und vertreiben sich die letzten Minuten bis

zum Start damit, der Zeremonie zu folgen (oder den

Porridge-Stand zu plündern).

An der Startlinie starren 48 Mountainbiker auf die

ölfleckige Straße, die Gesichter rot von den Reflexion

der Rücklichter. In der ersten Reihe ist keiner der

Fahrer größer als 1,70, Fliegengewichte, zierlich wie

Jockeys in der Startbox. Am liebsten würde ich gleich

ein paar Riegel wegwerfen, um Gewicht zu verlieren.

Während die anderen Fahrer herumwitzeln, drückt

meine Blase zum dritten Mal in 20 Minuten. Jetzt ist

meine letzte Chance, mich ein bisschen zu entspannen,

bevor ich mindestens zwölf Stunden lang im

Sattel kämpfen werde. Ich atme tief durch, doch

mein Magen verkrampft sich immer mehr. Jemand

vom Organisationskomitee klopft auf sein Mikro und

verkündet: „Wir haben ein bisschen Pech mit dem

Wetter. Die Straßen sind rutschig. Bitte versuchen

Sie, ohne unser medizinisches Team auszukommen.“

PENG! Dann geht es ab in die Dunkelheit.

Der Grund meiner Reise ins Königreich Bhutan

ist die „Tour of the Dragon“, ein 270 Kilometer

langes Mountainbike-Rennen auf

gefährlichen Serpentinenstraßen. Es führt

über vier Pässe – drei davon über 3000 Meter hoch –

und mehr als 4500 Höhenmeter. Zum Vergleich:

Dieselbe Höhendifferenz forderte 2018 die härteste

Tour-de‐France-Etappe von den weltbesten Profis,

allerdings auf ultraleichten Rennrädern und perfekt

asphaltierten Straßen. Zum anerkannt härtesten

Eintages-Mountainbike-Rennen der Welt machen

die Drachen-Tour aber die apokalyptischen Straßenverhältnisse,

die definitiv nicht für 23 Millimeter

breite Rennradreifen geeignet sind.

Zur Stärkung gibt es Äpfel, frisch von Mönchen gepflückt.

„Um hier durchzukommen, musst du alles geben,

was in dir steckt“, sagt Joel Einhorn, der mit seiner

Firma Hanah Nahrungsergänzungsmittel aus bhutanischen

Heilkräutern vertreibt. Er war im Vorjahr der

einzige US-Amerikaner, der es ins Ziel schaffte – nach

halsbrecherisch gefährlichen Begegnungen mit starrsinnigen

Kühen, Affen und Lkw-Fahrern und trotz des

allgegenwärtigen tiefen, zähen Schlamms, der zwei

Sätze Bremsgummis bis aufs Metall abschliff.

Als mich Einhorn zur Teilnahme einlud, musste

ich Bhutan erst einmal auf der Landkarte suchen.

Ich fand es eingeklemmt zwischen Indien und Tibet,

etwa so groß wie die Schweiz, abgeschirmt durch

einen besonders unzugänglichen Abschnitt des östlichen

Himalaya. Historisch gesehen hat diese Lage

durchaus ihre Vorteile: Bhutan zählt zu den wenigen

Nationen, die niemals von einer fremden Macht ko lonialisiert

wurden. Die geografische und politische

Isolation verzögerte allerdings auch die Entwicklung.

Erst 1962 wurde die erste asphaltierte Straße fertiggestellt,

und ausländische Besucher dürfen erst seit

1974 ins Königreich. Viele Bhutaner leben noch immer

von der eigenen Landwirtschaft. Und im ganzen Land

gibt es bis heute keine einzige Ampel.

THE RED BULLETIN 77


Für Einheimische ist

The Road ein Monument

des Nationalstolzes.

Bhutans Armee stellt einige der besten Fahrer im Feld.

Die „Tour of the Dragon“ startet in Bumthang und

endet in der Hauptstadt Thimphu. „The Road“ – so

sagt man hier zur wichtigsten Verkehrsverbindung

im Land – wird allerdings täglich von Erdrutschen

verschüttet, drei-, viermal pro Woche müssen die

Bagger ausrücken. Im drei Monate tobenden Monsun

donnern schon einmal Lkw-große Felsbrocken auf

die Straße, Reisebusse sitzen tagelang fest.

Und trotzdem ist diese Straße ein technisches

Meisterwerk: in die steilsten Berghänge gefräst, mit

Dynamit in die schroffen weißen Felsen gesprengt.

Flache Abschnitte sucht man vergebens, dafür

herrscht kein Mangel an Gebetsmühlen, Schreinen,

Kreuzen und buddhistischen Grabmalen – den sogenannten

Stupas.

Draußen in der Welt ist Bhutan für eine andere

Innovation berühmter: für die Erfindung der Messeinheit

„Bruttonationalglück“ (BNG), die Wohlstand

und Lebens qualität besser abbilden soll als das nüchterne

Bruttoinlandsprodukt. Geprägt hat diesen

Begriff der vierte „Druk Gyalpo“ („Drachenkönig“)

Jigme Singye Wangchuck im Jahr 1972, seit 2008

bildet er Artikel 9 der Landesverfassung. Kurz davor

hatte der König die absolute Monarchie Bhutans aufgelöst,

eine parlamentarische Demokratie gebildet

und den Thron freiwillig seinem ältesten Sohn Jigme

Khesar Namgyel Wangchuck überlassen.

Seit damals ist das BNG die Messlatte für alle

politischen Vorschläge und potenziellen Handelspartnerschaften

– basierend auf den vier Säulen „gute

Regierungsführung“, „nachhaltige sozioökonomische

Entwicklung“, „Umweltschutz“ sowie „Förderung und

Erhaltung der Kultur“. Anders gesagt: Das Streben

nach Glück ist Bhutans oberstes Staatsziel.

Mit mittlerweile 63 Jahren ist der ehemalige König

noch immer ein leidenschaftlicher Radsportler und

regelmäßig auf einsamen Trails unterwegs. „Er ist ein

Hardcore-Biker“, sagt sein Mechaniker Kinga Wangchuck.

„Und er gibt nie auf.“ Noch wichtiger: Der

ehemalige Regent ist überzeugt davon, dass Radsport

und aktiver Lebensstil perfekt mit den Werten des

BNG harmonieren.

Auch der amtierende König fährt gerne Rad. Die

Sportbegeisterung des Vaters hat aber sein Halbbruder

geerbt, Prinz Jigyel Ugyen Wangchuck. Er

fordert seine Leibwächter regelmäßig in gemeinsamen

Trainings und nimmt an Basketballturnieren

teil. Seine größte Leidenschaft gilt aber dem Mountainbiken,

auch weil sein Land für diesen Sport wie

geschaffen ist. „Radfahren ist der ideale Sport, um

Glück und Wohlbefinden der Nation zu fördern“,

schreibt er uns per E-Mail. „Darum war es immer

mein Ziel, in Bhutan ein Weltklasse-Radsport-Event

auf die Beine zu stellen.“

Im Jahr 2010 rief der Prinz die „Tour of the Dragon“

ins Leben. Das erste Rennen war so etwas

wie die Generalprobe. Nur 9 von 23 Teilnehmern

kamen ins Ziel, darunter der Prinz. Inzwischen

zieht das Rennen Jahr für Jahr mehr Einheimische

und Westler an. Seit 2015 ergänzt die 60 Kilometer

lange „Dragon’s Fury“ das Programm. „Die Tour inspiriert

zu einer gesunden Lebensweise“, führt der

Prinz weiter aus. „Denn wie“, fragt er, „kann eine

Nation glücklich sein, wenn die Menschen keinen

Sport treiben?“

Tatsächlich hat die Radsportbegeisterung der

Königsfamilie viele Bhutaner mitgerissen: Im ganzen

Land wurden Radwege gebaut, Fahrradgeschäfte

eröffnet und Jugend-Radclubs gegründet. Selbst die,

die kein eigenes Fahrrad besitzen, ließen sich anstecken:

Lange vor Sonnenaufgang stehen mehr

als tausend Freiwillige an der Strecke, kahlköpfige

Mönche im orangefarbenen Umhang ebenso wie breit

lächelnde alte Frauen. Sie fegen Kies aus den Kurven,

verteilen Wasser und Schokoriegel und feuern uns

Fahrer an, wenn die Beine schwer werden.

78 THE RED BULLETIN


Lässt sich von natürlichen

Hindernissen nach einem

Erdrutsch nicht beirren:

Thinley Norbu, Lokalmatador

des Mountainbikevereins

von Thimphu


Neben der Rennstrecke feuern bhutanische Schüler in traditionellen Ghos die Rennfahrer an: „Gib dein Bestes, gib dein Bestes!“

Thinley Norbu plagen Krämpfe. Doch entlang der Strecke finden sich immer helfende Hände.

80 THE RED BULLETIN


Trinken, trinken, trinken: Höhe, Hitze und Anstrengung lassen die meisten Teilnehmer dennoch irgendwann dehydrieren.

Häufiger Anblick an der Strecke: die Stupas, buddhistische Schreine, an denen man meditieren könnte – würde nicht die Uhr ticken.

THE RED BULLETIN 81


Die „Tour of the Dragon“ mag knochenhart sein, aber immer wieder wird man unterwegs mit Aussichten perfekter Idylle belohnt.

In der ersten Phase des Rennens halte ich das

Tempo hoch, positioniere mich hinter einer kleinen

Spitzengruppe und vor dem Hauptfeld. Ich habe

mich mit Heinz zusammengetan, einem deutschen

Investor mit je einem Scheinwerfer auf Lenker und

Helm. Wir weichen Schlaglöchern, Zuschauern, Felsbrocken

und Kühen aus; bei der Streckenbesichtigung

zwei Tage zuvor stieß ein Franzose mit einer Kuh zusammen

– beide setzten ihren Weg mit erhöhtem Puls,

aber unverletzt fort. Am Straßenrand errichteten

campierende Zuseher kleine Feuerstellen.

Als wir um 4.09 Uhr die Passhöhe des 3430 Meter

hohen Yotong La erreichen, ist es noch dunkel. Will

man es positiv sehen, könnte man sagen: Es bringt

den Kreislauf schön in Schwung, wenn man den Tag

mit einem Anstieg von fast 1000 Höhenmetern

beginnt. Ich spüre nichts mehr von dem Adrenalin

am Start. Aber ich sehe 300 Meter vor dem höchsten

Punkt einen Mann im traditionellen weißen Gho. Es

ist Prinz Jigyel, umringt von seinen Leibwächtern.

„Gute Arbeit, Leute“, sagt er mit seiner leisen, tiefen

Stimme. „Weiter so.“

Wir haben die Worte des Prinzen noch im Ohr,

als wir auf der Passhöhe ankommen. Es hat fünf Grad

Celsius. Jubelnde Zuschauer drängen sich unter ein

Dach aus zerschlissenen Gebetsfahnen. Ich halte kurz

an, um mir die Windjacke überzuziehen, denn jetzt

geht es bis zum Trongsa-Aussichtspunkt 40 Kilometer

und 1200 Höhenmeter lang bergab.

Heinz fuhr ohne mich weiter, ich kämpfe daher

allein auf dem ungemütlichen Streckenabschnitt

namens „Nyala Duem“. Seine Namensgeberin ist eine

lokale Dämonin, der Straßenzustand entsprechend:

An einigen Stellen ist der Schlamm so zäh, als wäre

82 THE RED BULLETIN


ein Bungee-Seil an meiner Sattelstütze festgemacht.

Ich muss mit voller Kraft in die Pedale treten, obwohl

es bergab geht. Ich lenke mich ab, indem ich Bagger

zähle, die am Straßenrand auf ihren Einsatz nach

dem nächsten Erdrutsch warten. Bei 30 höre ich auf.

Um 4.30 Uhr sehe ich aus, als hätte ein Elefant

mich angeniest. Allein in meinem rechten Auge muss

jetzt ein halber Kilo Dreck kleben. Ich versuche, das

Auge mit der einen Hand sauber zu rubbeln, während

ich mit der anderen durch eine enge Kurve steuere.

Der Akku meines Frontscheinwerfers hält das für den

perfekten Moment, um den Geist aufzugeben. Auf

einmal ist es zappenduster, während neben mir ein

Abgrund hunderte Meter tief abfällt, steil und ohne

Geländer. Immerhin passt sich mein linkes Auge

rasch an die Dunkelheit an. Ich erkenne eine dichte

Wolkendecke – tief unter mir.

„Wenn du in eine dieser Schluchten fällst, wird

dich niemand finden“, hat ein einheimischer Biker

gestern gesagt.

Weit vor uns legen vier der besten Fahrer,

Soldaten der Royal Bhutan Army, ein

halsbrecherisches Tempo vor. Einer von

ihnen ist der 28-jährige Tshering Dendup.

Obwohl er erst seit einem Jahr Fahrrad fährt, absolviert

er manchmal 24-stündige Trainingseinheiten –

oder teilt sich an drei aufeinander folgenden Tagen

achtstündige Einheiten ein. Wie die anderen Staatsdiener,

die an der Tour teilnehmen, ist Dendup klein

und schüchtern. Wenn er von seiner Liebe zum Radsport

erzählt, scheinen seine hohen Wangenknochen

noch ein Stück weiter nach oben zu wandern: „Ich

tue es für die körperliche Fitness“, sagte er mir vor

dem Rennen, „aber ich habe auch das Gefühl, mit

dem Radfahren meinem Land zu dienen.“

Neben ihrer militärischen Ausbildung bleibt diesen

handverlesenen Soldaten genügend Trainingszeit

für viele Kilometer. „Die Unterstützung Seiner Königlichen

Hoheit für unsere jungen Militär-Radsportler

ist außerordentlich groß“, sagt Leutnant Ugyen Dorji,

selbst einer der Rennfahrer, in förmlichem Ton. „Seine

Vision besteht darin, unseren Athleten den Weg hinaus

in die Welt zu ermöglichen. Eines Tages sollen

sie an internationalen Veranstaltungen teilnehmen

und dort die Drachenfahne repräsentieren“ (d ie

Nationalflagge zeigt Druk, den Donnerdrachen der

bhutanischen Mythologie).

Doch es sind nicht nur die Soldaten, die der Prinz

mit seiner Begeisterung ansteckt. Zwei Tage vor dem

Rennen fragt mich der Prinz, ob ich zu Hause in Colorado

hart trainiert habe. Ich nicke und erzähle ihm,

wie viele neue Trails und Straßen ich dabei gleich

hinter meinem eigenen Haus entdeckt habe. „Das ist

das Beste am Mountainbiken“, sagt er, die Hand lässig

am goldenen Knauf seines an der Hüfte sitzenden

Schwertes, „und es zeigt uns so viel von uns selbst.“

Von der Unterstützung des Prinzen kann auch der

36-jährige Aaron Bayard ein Lied singen. Der in

Thimphu lebende Amerikaner bildet ehrenamtlich

lokale Fahrradmechaniker aus und nahm 2016 an

der Drachentour teil, als der Monsun das Rennen an

den Rand des Abbruchs brachte. Aaron befand sich

am Fuß des 3111 Meter hohen Dochula-Passes, vor

Die Königsfamilie steckte

ihre Bürger mit der Liebe

zum Radsport an.

ihm ein Anstieg von 40 Kilometern, als er am Ende

seiner Kräfte angelangt war. „Ich schob humpelnd

mein Rad“, erzählte er mir vor dem Rennen, „und

sagte meiner Frau am Telefon, dass ich aufgeben

wollte. Zehn Minuten später fuhr der Prinz neben

mir in einem Auto vor. Einer seiner Assistenten besprühte

mein Bein mit einem schmerzstillenden Spray,

und dann stieg der Prinz auf sein Bike, um mich zu

begleiten. ‚Du kannst es schaffen‘, sagte er mir immer

wieder, ‚schau nur, all diese Leute hier jubeln nur

für dich.‘ Ich schaffte es genau eine Minute vor dem

Zeitlimit ins Ziel. Das verdankte ich nur ihm.“

Der Dochula-Pass zieht den meisten Fahrern

den Stecker. Hinter jeder unerbittlichen

Serpentine wartet eine weitere, die Steigung

wird beständig steiler, und es gibt keinen

Meter, an dem man sich erholen könnte.

Nach einer einstündigen Abfahrt vom 3100 Meter

hohen Pele-La-Pass erreiche ich das auf 1400 Metern

gelegene Dorf Metshina am Fuße des Dochula. Es hat

33 Grad Celsius. Ich schwitze so stark, dass es von den

Schlammkrusten meiner Haut tropft. Nach einer kurzen

Nachmittagssonnendusche zieht sich ein dichter

Wolkenschleier zusammen. Ich frage einen Mönch,

der mich in einem kleinen Suzuki überholt, ob es noch

weit bis zur Passhöhe ist. Leider dürfen Mönche nicht

lügen, darum sagt er: „Noch ein ziemliches Stück.“

Doch schon nach ein paar Minuten tauchen die

letzten Gebetsfahnen auf, die den Dochula-Pass

schmücken. Jetzt folgt nur noch die lange, kurvenreiche

Abfahrt nach Thimphu, mitten im dichten

Samstagsverkehr. Ich überquere die Ziellinie auf

Thimphus Hauptplatz mit einer Zeit von 13 Stunden,

45 Minuten und 24 Sekunden – der respektable

14. Platz. Von den 48 teilnehmenden Fahrern schaffen

nur 26 das Zeitlimit. Obwohl fast alle Fahrer

der Royal Bhutan Army stürzten, beenden sie das

Rennen dennoch auf dem sechsten, fünften, dritten

und zweiten Platz. Der Gewinner? Aaron Bayard, der

Amerikaner, der 2016 beinahe aufgegeben hätte.

Er gewinnt mit 50 Minuten Vorsprung, mit einer

Zeit von 11 Stunden, 11 Minuten und 42 Sekunden.

Die Einheimischen feiern ihn wie einen der Ihren.

Am nächsten Tag teilen wir Fahrer wenige Meter

neben dem Königspalast unsere Geschichten von

gerissenen Ketten, platten Reifen und zeitsparendem

Während-der-Fahrt-in-die-Hose-Pinkeln. Die bhutanischen

Rennfahrer sind etwas zurückhaltender.

Doch sie stellen alle die gleiche Frage: „Du bist doch

nächstes Jahr wieder dabei, oder?“

tourofthedragon.com

THE RED BULLETIN 83


CWIE

CHEF

Was kann man aus dem Spitzensport

für den Job mitnehmen?

Wir fragen die Eishockey-Cracks

MATTHIAS TRATTNIG und

MICHAEL WOLF, die Kapitäne

der Red Bulls aus Salzburg

und München, die dieser Tage

das „C“ auf der Brust gegen die

Chefposition in ihrem jeweiligen

Familien betrieb tauschen.

Text WERNER JESSNER

Fotos CHRISTOPH VOY

STYLING: SOO-HI SONG, HAIR & MAKE-UP: JULIAN DOBENER


Michi Wolf (links) und

Matthias Trattnig:

Trockentraining für ein

Leben nach dem Eis

85


Es

ist die höchste Ehre im Eishockey:

Das „C“ auf der Brust

ist Zeichen des Kapitäns, des

Leaders im Gefüge. Kapitäne

sind nur im Ausnahmefall

laute Autoritäten. In der Regel

führen sie durch gutes Beispiel.

Beste Voraussetzungen

jedenfalls für ihre neuen Jobs,

wenn Michi Wolf diesen

Sommer das elterliche Schuhgeschäft

und Matthias Trattnig

das Familienhotel übernimmt.

Die beiden kommen also nicht

unvorbereitet in ihrem neuen

Leben an – hier sind ihre

Leadership-Tipps.

Mach klar,

wofür du stehst

matthias trattnig: Wir

als Red Bull Salzburg waren

immer dann am stärksten,

wenn wir eine eindeutige

Identität hatten. Wir spielen

schnelles, spektakuläres, offensives

Hockey, bei dem Fehler

erlaubt sind. Solange das alle

wussten und daran nicht gerüttelt

wurde, konnte das ganze

Team an einem Strang ziehen.

Jeder wusste, was von ihm erwartet

wird. Ich denke, das ist

auch in einer Firma wichtig:

eine Art Leitbild zu haben,

das jeder versteht und mit

dem jeder einverstanden ist.

Chef bist du nicht,

du wirst es!

michael wolf: Kapitän wirst

du durch dein Handeln. Am

Eis, aber auch in der Kabine.

Indem du dich so benimmst,

dass die anderen deine Führungsrolle

akzep tieren. Dazu

gehört, dass du einen Schritt

zurücktreten kannst. Dass du

die gemein samen Interessen

„Wer ein

Leader sein

will, muss

bereit sein,

sich die Hände

schmutzig

zu machen.“

MICHAEL WOLF

MICHAEL WOLF

hat im Jänner seinen 38. Geburtstag gefeiert,

Ende April ist für den spielstarken Flügel Schluss

mit Eishockey. Seit er Kapitän des EHC Red Bull

München ist – nämlich seit 2015/16 –, wurde das

Team in jedem Jahr Deutscher Meister. Wehmut ob

des Rücktritts vom Profisport kommt bei ihm nicht

wirklich auf: „Jetzt sollen die Jungen ran.“ Seine

Zukunftsperspektive: Er übernimmt das familiengeführte

Schuhgeschäft in Füssen.

86 THE RED BULLETIN


vor die eigenen stellst. Ein

Chef, der Gehälter kürzt und

selbst im fetten SUV rumfährt,

wird nicht lang Chef

sein, weil es seine Firma nicht

lang geben wird. Du musst

als Leader kein Hero sein.

Wich tiger ist, dass du in den

schwierigen Zeiten da bist

und den anderen mit gutem

Beispiel vorangehst.

Behandle alle gleich –

ungeachtet deiner

Sympathien

matthias trattnig: Ich

musste im Lauf meiner Karriere

immer wieder erleben, dass

Trainer Lieblinge hatten, die

sich mehr erlauben durften

als andere. Die noch gelobt

wurden, wenn sie zwei Gegentore

verursacht und nur eines

geschossen hatten. So was ist

Gift für den Zu sammenhalt

und hat starke Teams Titel gekostet!

Natürlich werden dir

einige Menschen immer sympathischer

sein als andere –

davor sind auch Chefs nicht

gefeit. Mir ist wichtig, die persönliche

Ebene von der professionellen

zu trennen. Sonst

wird Kritik irgendwann unmöglich

– oder du zersplitterst

die Einheit und begünstigst

Grüppchenbildung.

Mach dir nicht

in die Hose

michael wolf: Das ist vielleicht

das Unmittelbarste,

was wir Sportler ins Berufsleben

mitnehmen können: Wir

wissen, wie wir unter Druck

reagieren, weil wir es gewöhnt

sind. Freitag halb sieben –

Match, zack. Du musst funktionieren.

Spiel sieben im

Finale, Hero oder Zero. Wir

haben das erlebt – wir wissen,

dass man mit guter Vorbereitung

und Coolness so weit

kommt, wie es eben beeinflussbar

ist. Erfolg macht außerdem

selbstbewusst. Harte

Zeiten werfen uns nicht so

leicht aus der Bahn. Und wenn

die Tiefs da sind, wissen wir,

wie wir durch die Routine von

Jahrzehnten im Sport raschestmöglich

wieder rausfinden.

„Trenne die

persönliche

Ebene von der

professionellen.

Sonst

wird Kritik

unmöglich.“

MATTHIAS TRATTNIG

MATTHIAS TRATTNIG

wird sein letztes Spiel rund um seinen 40. Geburtstag

am 22. April absolvieren, je nachdem, wie lang

die Playoffs für den EC Red Bull Salzburg dauern.

Der Rücktritt der Nummer 51, die das „C“ des Kapitäns

seit der Saison 2011/12 trägt, ist seit längerem

beschlossene Sache, selbst wenn Körper und Skills

noch immer EBEL-tauglich sind: „Ich will mich

neuen Herausforderungen stellen.“ Die wichtigste:

das elterliche Hotel am Wörthersee übernehmen.

THE RED BULLETIN


Verändere einen,

dann verändert sich

dein Team

matthias trattnig: Das

Profi-Leben hat vor zwanzig

Jahren anders funktioniert,

weil die Gesellschaft anders

funktioniert hat. Befehlsausgabe

kannst du heute nicht

mehr bringen. Sagst du einem

Mitarbeiter: „Du machst das“,

dann antwortet er: „Ja, aber

woanders.“ Als Chef musst du

heute diplomatisch sein, um

zum selben Ergebnis zu kommen.

Es braucht positive Anreize

für die Angestellten, damit

sie ihren Job gern machen.

Dazu gehört auch, dass du

ihnen die Chance zur Weiterentwicklung

gibst – damit in

erster Linie sie profitieren, in

zweiter Linie die Gesamtheit

und in dritter Linie du.

Erfolg ist ein Marathon,

kein Sprint

michael wolf: Nichts wird

je an das Gefühl deines ersten

Meistertitels rankommen. Man

sieht das an den jungen Spielern,

die das zum ersten Mal

erleben: Wie die abgehen! Da

erinnert man sich daran, wie

es bei einem selber war. Du

kannst diesen Moment aber

nicht mehr wiederbringen und

musst trotzdem motiviert sein,

weiterzumachen. Viele Sportler

fallen nach Karriereende in

ein Loch, weil ihnen jeglicher

Kick fehlt. Ich finde, die Kunst

liegt darin, in der Beständigkeit

Motivation zu finden. Sich

jedes Jahr zu überwinden, an

seine Grenzen zu gehen; zu

zeigen, dass man das Erreichte

reproduzieren kann. Das sind

sicher gute Voraussetzungen

für Erfolg im Job.

Sei kein Sonnenkönig!

matthias trattnig: Ich

kann nichts verlangen, was

ich nicht selbst zu geben bereit

bin. Wenn ich will, dass am

Eis Checks zu Ende gefahren

werden und von allen Spielern

Defensivarbeit geleistet

wird, muss ich das mit meinem

Beispiel vorleben. Ich

darf nicht warten, bis mir der

Puck serviert wird, dass ich das

Tor schieße – und mich dann

feiern lassen. Wer Leader sein

will, muss bereit sein, sich die

Hände schmutzig zu machen.

Glaub nicht, am Anfang

alles besser zu wissen

michael wolf: Für die Angestellten

in unserer Firma,

die teilweise schon seit dreißig

Jahren im Betrieb sind, bin ich

in erster Linie der Bua vom

Chef, der halt Eishockey spielt

– selbst wenn ich eine Ausbildung

zum Handelsfachwirt

absolviert und in den letzten

Jahren bereits im Betrieb mitgearbeitet

habe. Ich kann da

„Einmal erreichte

Erfolge

reproduzieren

zu können ist

sicher auch ein

Ziel im Job.“

MICHAEL WOLF

nicht reinknallen und den

Revolutionär spielen. In eine

Chefrolle musst du erst reinwachsen

– genauso wie ein

Junger in ein Profi-Team. Und

genau wie ich als Kapitän ver­

suche, Wissen an den Nachwuchs

weiterzugeben, hoffe

ich als Juniorchef, vom

Know-how der alten Hasen

im Betrieb zu profitieren.

Erfolg ist nicht das,

was du siehst

matthias trattnig: Das

spektakuläre Tor, der entscheidende

Sieg – das ist nur

das Endresultat. Es sind die

täglichen Siege, die dich zu

einem Winner machen. Wenn

ich an einem Trainingstag

eine Stunde am Ergometer

verbringe, danach ein gutes

Eistraining absolviere, in der

Kraftkammer noch ein wenig

88 THE RED BULLETIN


„Genau wie

im Sport musst

du dich als

Unternehmer

ständig weiterentwickeln.“

MATTHIAS TRATTNIG

Nach einem Leben auf

dem Eis die Schuhe an

den Nagel hängen –

aber mit Plan

Eisen biege und mich am Weg

nach Hause gut fühle, weil ich

alles so perfekt ausgeführt

habe, wie ich es mir vorgenommen

hatte, dann war das

ein erfolgreicher Tag. Wenn

ich im Hotel abends Schluss

mache, ohne dass irgendetwas

Spektakuläres passiert wäre,

aber alle Gäste sind zufrieden

– sprich: wenn der Laden ganz

unauffällig rund läuft –, dann

ist das der Idealzustand.

Schätze deine

Internationalität

michael wolf: Eishockey ist

ein ungemein internationaler

Sport. Wir sind daran gewöhnt,

mit unterschiedlichen Nationalitäten

zusammenzuarbeiten

und nicht in unserer Muttersprache

zu kommunizieren –

Kabinensprache ist in der

Regel Englisch. Das gibt uns

vermutlich einen Startvorteil

gegenüber anderen, die diese

Chance nicht hatten. Mit unserer

Routine im Zusammenleben

mit anderen Kulturen

trittst du fremden Menschen

anders gegenüber, offener. Es

sind oft genau diese subtilen

Kleinigkeiten, dieser Unterschied

zwischen entspannt

und verkrampft, der dann den

Unterschied zwischen einem

erfolgreichen und einem geplatzten

Geschäft macht.

Geh nicht davon aus,

dass alles bleibt,

wie es ist

matthias trattnig: Anfang

der 1980er-Jahre konnte man

als Hotelier in Kärnten nichts

falsch machen: Wir konnten

verlangen, was wir wollten,

und die Touristen sind trotzdem

gekommen. (Michi Wolf:

„Vor allem die Deutschen!“)

Heute wäre das unmöglich.

Genau wie im Sport musst du

dich als Unternehmer ständig

weiterentwickeln. Heute vermieten

wir nicht nur Zimmer

und Wohnungen, sondern

betätigen uns als Immobilienmakler

oder handeln mit

Gartenmöbeln, wenn es Sinn

ergibt. Anfang der 1980er-

Jahren hat es vielleicht auch

gereicht, wenn du als Spieler

nur zum Match in die Halle

gekommen bist – undenkbar

heute! Das Erste, was ich

nach meiner neuen Karriere

machen werde, ist ein großer

Umbau im Hotel.

Du kannst dich nicht

verstecken

michael wolf: Wenn ich

dreimal am Tor vorbeischieße,

und wir verlieren das Match

0:1, so steht am nächsten Tag

in der Zeitung: „Wolf trifft das

Tor nicht.“ Was soll ich beim

nächsten Spiel machen? Mich

gar nicht erst umziehen? Am

Klo einsperren? Nein, du

musst wieder raus, dich der

nächsten Challenge stellen.

Genauso geht es im Job: Du

wirst Sachen verbocken, aber

das Leben geht weiter. Also

jammere nicht, sondern stell

dich auf die Hinterbeine!

SELBSTTEST

WORIN BIST DU GUT?

Sich seiner Stärken bewusst zu sein und diese zu

nutzen ist nicht einfach. Red Bull Wingfinder, ein von

Experten entwickelter Test, hilft dabei. Matthias

Trattnig hat ihn gemacht. Und seine Hauptstärken aus

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SCHLÜSSELBEREICH

CONNECTIONS

Wie arbeitest du

mit anderen Menschen

zusammen?

DRIVE

Wie ehrgeizig oder

gelassen bist du?

CREATIVITY

Wie originell und

innovativ denkst du?

Wie logisch und

analytisch bist du?

SEHR AUSGEGLICHEN

Matthias mag Projekte, bei denen

er autonom arbeiten kann. Er ist sehr

fokussiert und widersteht sozialen

Ablenkungen, die seinen Zielen im

Weg stehen.

ENTSPANNT

Matthias bleibt auch unter Druck

ruhig. Er verfügt über das Wissen,

wann er die Kontrolle übernehmen

und wann er besser loslassen sollte.

INNOVATIV

Matthias ist ein Querdenker, nimmt

oft neue Blickwinkel ein und schmiedet

neue Ideen.

HÖCHST

ANPASSUNGSFÄHIG

Durch seine Bereitschaft, neue Dinge

auszuprobieren, hat Matthias kein

Problem, sich in ein fremdes Umfeld

zu integrieren.

90 THE RED BULLETIN


© GEPA-pictures

DAFÜR RAST UNSER HERZ.

MotoGP TM – DIE KÖNIGSKLASSE DES MOTORRADSPORTS

ALLE RENNEN LIVE

SONNTAG, 14. APRIL | AB 17:30

SONNTAG, 05. MAI | AB 10:20

servusmotogp.com

Einfach gut fernsehen.


guide

Dein Programm

ZÄSUR

IN DER UHR

Wie Zenith mit einer

362 Jahre währenden

Tradition bricht

SEITE 98

IDEEN

FÜR DIE SEEN

Zukunfts-Talk in Bregenz,

Surfen in Podersdorf –

unsere Event-Tipps

SEITE 100

MEHR WOW

IM TV

Die Red Bull TV-Highlights

im „Monat

des Motorsports“

SEITE 102

DIVE.IS

HALT,

DA IST EIN SPALT

So fühlt es sich an,

in Island zwischen

zwei Kontinentalplatten

zu tauchen.

SEITE 94

THE RED BULLETIN 93


Reisen

TAUCHEN IN DER SILFRA-SPALTE

ZWISCHEN WELTEN

Oberirdisch liegen zwischen Europa und Amerika 8000 Kilometer.

Unterirdisch konnte unser Autor Tarquin Cooper

die beiden Kontinente fast gleichzeitig berühren: bei einem

Tauchgang in Islands Silfra-Spalte.

Links ist Nordamerika, rechts Europa: Tarquin Cooper in Islands Silfra-Spalte

Ich schwebe in zehn Meter Tiefe.

Links und rechts von mir ragen

zwei steile Wände aus Vulkangestein

auf, ein Unterwasser-

Canyon entlang des Mittelatlantischen

Rückens. Das einzige

Geräusch, das ich höre, ist mein

eigener Atem. Bin ich Taucher

oder Astronaut? Seit ich in meinem

Trockenanzug stecke und

durch die unwirklichen Farben

einer fremden Welt schwebe, bin

ich mir nicht mehr sicher. Vor

mir verengt sich die Spalte auf

ein paar Meter. Näher kommen

ein ander die Kontinentalplatten

nirgends. Beide tektonischen

Platten sind zum Greifen nahe,

Autor Cooper (rechts) und Tauchguide Enno Ackermann

94 THE RED BULLETIN


Reisen

guide

COOL WERDEN

SPRUNG INS

KALTE WASSER

Ein Tauchgang in eiskaltem Wasser

setzt ein paar unübliche Dinge voraus.

Zum Beispiel einen Trockentauchanzug.

DER „TROCKI“

Mehr als nur eine wasserdichte Schicht: Ein Trockenanzug

hat mehr mit einem Raumanzug gemeinsam als

mit einem klassischen Neoprenteil. Tatsächlich bauen

etliche seiner Funktionen auf NASA-Innovationen auf.

WASSERDICHTE

ZIPPS

Ein speziell

abgedichteter Reißverschluss

(NASA-

Entwicklung!)

hält das Wasser

draußen und die

Luft im Anzug.

Wie im All schweben: Cooper ist vom kristallklaren Wasser der Silfra-Spalte fasziniert.

HANDSCHUH-

RINGSYSTEM

Astronauten fixieren

ihre Handschuhe

über ein Ringsystem

am Handgelenk.

Die gleiche Funktion

haben Trockentauchanzüge.

Genützt wird sie

hauptsächlich von

Höhlentauchern,

in der Silfra-Spalte

reichen Neoprenhandschuhe.

IMMER SCHÖN RUHIG BLEIBEN

SO KLAPPT DER INTERKONTINENTAL-TAUCHGANG

1. Mach als Erstes den

PADI-Tauchschein für

Trockenanzüge. Mit Vorkenntnissen

hast du ihn in

zwei Tagen in der Tasche.

2. Kommt Luft in die Stiefel,

zieht es die Füße voran

nach oben. Abhilfe: Knie

zur Brust anziehen – dann

kann die Luft entweichen.

EINLASSVENTIL

Wie beim Raumanzug

sorgt beim

„Trocki“ Isoliergas

für Wärmeschutz.

Um den Wasserdruck

auszugleichen,

kann der Taucher

via Ventil beim

Sinken zusätzliches

Gas zuführen und

beim Auftauchen

ablassen.

3. Wie der Name schon

sagt, bleibst du im Trockenanzug

trocken. (Beim

Tauchgang unbemerkt

in die Hose zu pinkeln ist

daher keine schlaue Idee.)

4. Kaltwasserschock im

Gesicht? Langsam ein- und

ausatmen, daran gewöhnst

du dich ganz schnell.

5. Halte die Hände so ruhig

wie möglich. Jede kleine

Bewegung beschleunigt

den Wärmeverlust.

dem man zwischen zwei tektonischen

Platten tauchen kann.

„So klares Wasser hast du noch

nie gesehen“, sagt Enno Ackermann,

mein Tauchguide. Außer

kristallklar ist es auch eiskalt, nur

ein paar Grad über dem Gefrierpunkt.

Darum muss jeder, der in

der Silfra-Spalte tauchen möchte,

einen Trockentauchanzug tragen

(und die nötigen Prüfungen abgelegt

haben). Darunter wärmen

mich Thermo-Leggings und ein

Fleece-Onesie. Das Tauchteam

hilft mir beim Anziehen des Anzugs,

zieht die Reißverschlüsse

zu, überprüft Dichtungen und

Sauerstoffflasche. Zusammen mit

den Zusatzgewichten trage ich

locker 25 Kilo mit mir herum, was

die 200 Meter vom Parkplatz zum

Einstiegspunkt verdammt anstrengend

macht. Am Ufer ziehe

ich Flossen über meine Tauchstiefel

und verreibe etwas Spucke

in der Maske, damit sie unter Wasser

nicht beschlägt. Jetzt noch

den Regulator in den Mund, einen

letzten Check – und ab geht’s.

Sofort zieht es mich in die

Tiefe. Ich brauche ein bisschen,

bis ich mich zurechtgefunden

habe, doch dann ist der Anblick

überwältigend. Das Wasser ist

ganz klar, über Jahrzehnte vom

porösen Lavagestein gefiltert. Ich

folge Enno mehrere 100 Meter tief

in die „Kathedrale“ – einen engen,

100 Meter langen Korridor mit

hoch aufragenden Wänden, der

dich mit Ehrfurcht erfüllt.

In dem glasklaren Wasser

erkennt man jedes Detail in den

verstreuten Felsbrocken und am

Boden, der an antike Ruinen

erinnert. Ein Lichtfleck fängt

den Glanz einer vorbeiflitzenden

Forelle ein. Die bizarre Unterwasserwelt

zieht mich so in ihren

Bann, dass ich das Leck in der

Gummimanschette um meinen

Hals zuerst gar nicht bemerke.

Langsam dringt das kalte Wasser

in meinen Anzug. Ich ignoriere

es, so lange ich kann. Erst zurück

im Freien merke ich, wie sehr

ich wirklich friere. Die nächste

Stunde verbringe ich zitternd im

überheizten Auto.

Enno mustert mich mit besorgtem

Blick. Den geplanten zweiten

Tauchgang werde ich nun ja wohl

absagen wollen …

Ich zögere einen Moment lang.

Mein Schüttelfrost hat nachgelassen,

nur die Zähne klappern

noch etwas. „Hol mir einen neuen

Anzug“, sage ich zu Enno, „in

fünf Minuten kann’s losgehen.“

originaldiving.com

DIVE.IS

96 THE RED BULLETIN


guide

REISETIPPS

IM LAND AUS

EIS UND FEUER

Iss einen Schafskopf. Besuch den Ort,

an dem Brienne den „Hound“ spektakulär

besiegte. Besichtige ein paar Penisse. Und

sag nie, nie, nie Pony zu einem Islandpferd.

Island

Die Spalte liegt unter einem Kanal im UNESCO-geschützten Þingvellir-Nationalpark.

Þingvellir

Reykjavík

Von London sind es

drei Flugstunden

nach Reykjavík.

Im Sommer färben

Algen die Silfra-

Spalte smaragdgrün.

TARQUIN COOPER

Ein letzter Check, dann ist das Team für den interkontinentalen Tauchgang bereit.

die nordamerikanische auf der

einen und die eurasische auf der

anderen Seite. Es gibt nur wenige

Ausblicke unter Wasser, die beeindruckender

sind als dieser hier:

die Silfra-Spalte.

Dabei ist Island nicht zwangsläufig

als Tauchparadies bekannt

– sondern eher für seine heißen

Quellen, unaussprechliche Vulkane

und ausgelassene Fußballfans.

Natürlich auch für seine raue, unberührte

Landschaft, die früher

von Wikingern, Trollen und nordischen

Göttern bewohnt wurde.

So richtig interessant wird

Island aber erst unter der Oberfläche,

etwa 50 Kilometer östlich

Die Silfra-Spalte

entstand 1789

infolge einer Reihe

von Erdbeben.

der Hauptstadt Reykjavík, im

Þingvellir­ Nationalpark, das

UNESCO-Weltkulturerbe, in dem

sich nach einer Reihe von Erdbeben

im Jahr 1789 eine kleine

Spalte zwischen den tektonischen

Platten öffnete. In dieser Spalte

sammelte sich Gletscherschmelzwasser,

was die Silfra­ Spalte zum

geolo gischen Wunder macht: Sie

ist der einzige Ort auf der Welt, an

DO

MAHLZEIT ALS MUTPROBE

Probier unbedingt „kjammi og kók“ (Schafskopf)

am BSÍ-Busbahnhof in Reykjavík. Nicht dein Ding?

Dann solltest du wenigstens fermentierten Hai verkosten –

am besten in einer Food Hall, dort zahlst du nur

halb so viel wie im Restaurant. Gönn dir zum Abschluss

typisch isländisches Lakritz-Eis.

AM DREHORT VON „GAME OF THRONES“

Besuch den Ort, an dem der „Hound“ Sandor Clegane mit

Brienne von Tarth kämpfte. Auf der Insel wurden auch

noch viele andere Szenen aus „Game of Thrones“ gedreht.

VON PHALL ZU PHALL

Verpass nicht Reykjavíks berühmtes Penis-Museum.

Oder nein – vergiss es und geh lieber in der Mitternachtssonne

auf einem von 65 Lavafeld-Plätzen Golf spielen.

DON’T

WASSER IN PLASTIKFLASCHEN KAUFEN

Das Zeug, das aus den Wasserhähnen kommt,

ist reines vulkanisches Mineralwasser. Zum Wohl!

ISLANDPFERDE PONYS NENNEN

Das deutsche Wort Islandpony hören Einheimische

gar nicht gern. Typisch für die einzigartige Rasse sind ihr

raues Wesen und der charakteristische Trab namens Tölt.

BIER IM SUPERMARKT BESORGEN

Dort gibt es nur die alkoholfreie Variante.

Alkohol wird in staatlich lizenzierten Läden

oder in Duty-free-Shops verkauft.

THE RED BULLETIN 95


Das Leben kann verdammt

viel Spass

machen!

56

GAS(T)GEBER

© MOPPETFOTO.DE

Quer durch die Alpen und darüber hinaus - vom Bayerischen Wald über den Großglockner

bis Istrien und von Graubünden durch die Dolomiten ins Waldviertel.

Stolze 28 Regionen in 5 Ländern sind das zu Hause der MoHo-Wirte!

Sie sind deine Entdeckungsgehilfen für geniale Bike-Touren und weisen dir den

Weg zu den gut versteckten Bergstraßen abseits der

vielbefahrenen „Mussmangesehenhaben-

Pässe“. Die ewigen Touren-Experimente

in fremden Gefilden sind längst passé,

zähl auf den Heimvorteil der original

MoHo - Motorrad Hotels!

www.moho.info

DAS

ORIGINAL


Watches

guide

ZENITH DEFY INVENTOR

DIE REVOLUTION

AM HANDGELENK

Zenith revolutioniert das seit 362 Jahren

unveränderte Prinzip, nach dem die Antriebe

mechanischer Uhren gebaut werden.

Zwei Feinde sind es, vor

denen Uhrmacher die

Herzen ihrer Werke

schützen müssen: Reibung und,

in der Gegenwart aufgrund von

Smartphones und Co stark zunehmend,

Magnetismus. Zenith

ging bei der Konstruktion der

DEFY Inventor einen radikalen

Anker

Unruhreifen

Spiralfeder

Unruhkloben

Schritt: Die Manufaktur reduzierte

die Zahl der Teile, aus

denen die Gangregulierung

(„Motor“) gefertigt wird,

von 30 auf 1 (weniger Komponenten

= weniger Reibung)

und stellt sie aus Silizium her

(= antimagnetisch). Die Details

dazu erfahren Sie hier.

Bis in die Gegenwart

So ticken moderne

Uhrwerke heute noch.

Huygens’ Prinzip (siehe Kasten

rechts unten), umgesetzt in

einer modernen Uhr. Diese

Darstellung ist stark vereinfacht.

Üblicherweise sind hier

um die 30 unterschiedliche

Komponenten verbaut.

Gehäuse und

Lünette der DEFY

Inventor bestehen

aus Titan bzw. aus

Aeronith (dreimal

so leicht wie Titan).

1657

WIE ALLES

BEGANN

Ein radikaler

Schritt gegen

die Feinde

der Präzision:

Reibung und

Magnetismus.

Unruhreifen

Spiralfeder

Anker

2019 – und in Zukunft

Das Herz der Zenith DEFY Inventor.

Diese Darstellung hingegen ist nicht vereinfacht. Sämtliche

Einzelteile des 362 Jahre alten Prinzips sind tatsächlich in

einem einzigen, 0,5 mm dünnen Element aus monokristallinem

Silizium, dem „Zenith Oszillator“, zusammengefasst.

Unruhkloben

Vor 362 Jahren konstruierte der

Niederländer Christiaan Huygens

die erste Uhr mit Spiralfeder (H,

Bild u.) und Radunruh (D). Dieses

Prinzip wird – technisch verfeinert,

aber sonst unverändert – bis heute

in mechanischen Uhren umgesetzt.

GETTY IMAGES, ALAMY ALEXANDER MACHECK SASCHA BIERL

98 THE RED BULLETIN


Events

bis

April

Als die Bilder

laufen lernten

190 Kilometer über die Berge

Korsikas oder doch 100 Meilen

durchs Backcountry in Alaska?

Dank der Filmtour „Trails in

Motion“ musst du für den

nächsten Ausflug nicht einmal

Laufschuhe anziehen. In mehreren

Kinos kannst du fünf Filme

über unglaubliche Trail- und

Ultrarun-Leistungen erleben –

komprimiert auf 95 Minuten.

Alle Tourstopps: alp-con.net

19

April

Die Outlaws

des Country

Seit 30 Jahren gilt Lambchop

als beste Country-Band für

Menschen, die Country hassen.

Die Songs des 18-köpfigen

Kollektivs sind zu verhalten,

zu windschief und zu modern

(sie mixen den Autotune-Effekt

mit Slide-Gitarre), um beim

Coun try-Publikum Anklang

zu finden. Indie-Connaisseurs

lieben sie deshalb umso mehr.

WUK, Wien; lambchop.net

17 24

April

Worauf Frauen

in Zukunft bauen

Ein Tag am Bodensee kann entspannend

sein. Oder aber richtungsweisend

für deine berufliche Zukunft.

Beim „Female Future Festival“ sorgen

Speaker wie Zukunftsforscherin Oona

Horx-Strathern, Philosoph Richard

David Precht oder Finanz-Diva Katja

Eckardt für Inspiration und Motivation.

Dazu gibt’s Masterclasses zu aktuellen

Themen wie Digitalisierung.

Festspielhaus, Bregenz;

femalefuturefestival.com

26

April bis 5. Mai

Wo Wasser ist, ist Leben

Mehr Action passt nicht zwischen zwei Wochenenden.

Dieses Jahr im Programm des Surf-

Worldcups: spektakuläre Bewerbe für Windsurf-

Freestyler (Bild: Giovanni Passani) und Slalompiloten,

Stand-up-Paddler und Kitesurfer sowie

erstmals Segler. Selbst aktiv werden kannst du

beim Flyboarding, E-Foiling, Jetsurfen oder XL-

SUP-Rennen – und natürlich am Partygelände.

Podersdorf am See; surfworldcup.at

25MuseumsQuartier, Wien; electricspring.at

und 26. April

Nachts vorm Museum

Die perfekte Gelegenheit, sich einen Über blick

über die besten Nachwuchskünstler der Wiener

Elektronik- und Hip-Hop-Szene zu verschaffen –

bei freiem Eintritt im MuseumsQuartier. 2018

war Rapper Jugo Ürdens (Bild) Haupt-Act beim

Electric Spring; wer heuer seinen Platz einnimmt,

ist noch geheim. Mit FM4-Musikexpertin

Dalia Ahmed als diesjähriger Festival-Kuratorin

ist das Programm aber in besten Händen.

ALFRED JÜRGEN WESTERMEYER/RED BULL CONTENT POOL, ELECTRIC SPRING/JULIAN POROPATICH, MATTHÄUS HADAMIK

100 THE RED BULLETIN


guide

10

und 11. Mai

WELLEN-

RIDER

Ein Pumptrack ist ein Rundkurs

mit Steilkurven und Wellen – ideal

für Mountainbiker, die gerne im

Stadtgebiet unterwegs sind. Und

für ehrgeizige Rider (Bild: Renata

Urrutia auf dem Kurs in Ensenada,

Chile), die bei der Red Bull Pump

Track World Championship den

Besten unter sich ermitteln wollen.

Beim Österreich-Qualifier in

Mittersill kannst du mitfiebern

oder dich gleich selbst beweisen.

Pump ’n’ Skills Park Mittersill;

redbullpumptrackworldchampionship.com

ZEIT, AUFZUBRECHEN.

MAKE LIFE A RIDE.

DER BMW MOTORRAD SAISONSTART AM 6. APRIL 2019.

BMW Motorrad

Starte direkt nach dem Winterschlaf in die neue Saison! Und erlebe gemeinsam mit uns am 6. April 2019 die neuen Modell-Highlights:

die Markteinführung der R 1250 R und die brandneue F 850 GS Adventure. Am besten, du wagst gleich eine Ausfahrt –

die G 310 GS und R 1250 RT sowie die F 750 GS und F 850 GS stehen schon bereit. Der Frühling lässt nicht auf

sich warten, also komme bei uns vorbei! Wir freuen uns auf deinen Besuch.

Mehr Informationen unter bmw-motorrad.at/saisonstart


Entertainment

EINMAL

VOLLGAS,

BITTE!

Start frei für den

Motorsport-Monat:

Red Bull TV bringt

dich hautnah zu den

Top-Events in Sachen

Dirt Bike, Rallye und

MotoGP.

SO SIEHST DU

RED BULL TV

ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale

digitale Destination für

Entertainment abseits des

Alltäglichen, empfangbar

rund um die Uhr an jedem Ort

der Welt. Geh auf redbull.tv,

hol dir die App oder connecte

dich via Smart-TV.

Alle Infos: redbull.tv

2Juni LIVE

ERZBERGRODEO

RED BULL HARE SCRAMBLE

Ein Berg, 15 Checkpoints, 500 Fahrer – und bloß eine Handvoll

Finisher: Das sind die Eckpunkte des härtesten Dirt-Bike-Rennens der

Welt. In diesem Jahr feiert das Erzbergrodeo Red Bull Hare Scramble

ein Jubiläum. Die gefürchteten Felspassagen und Geröllhalden des

steirischen Erzbergs müssen zum 25. Mal bewältigt werden. Ob

der britische Vorjahressieger Graham Jarvis bei dieser historischen

Ausgabe seine Trophäe behalten darf? Das verrät die ausführliche

Berichterstattung vom 30. Mai bis zum Hauptevent am 2. Juni.

Sam Winterburn beim

Erzbergrodeo Red Bull

Hare Scramble auf

einer vergleichsweise

komfortablen Passage

31

Mai bis 2. Juni LIVE

WRC PORTUGAL

Die Portugal-Rallye hat eine bewegte

Geschichte: 1973 Teil der ersten Rallye-WM,

fünfmal zur „Besten Rallye der Welt“ gewählt,

dann zwei Jahre Pause, jetzt wieder

zurück im Kalender. Die Topfavoriten: Sébastien

Loeb, Ott Tänak und Sébastien Ogier,

der Weltmeister der letzten sechs Jahre.

SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL, @WORLD/RED BULL CONTENT POOL,

GEPA PICTURES/RED BULL CONTENT POOL, FUTURE7MEDIA/RED BULL CONTENT POOL

102 THE RED BULLETIN


guide

RENNEN

OHNE ENDE

Alles, was diesen Mai außerdem

noch schnell und laut ist:

4. und 5. Mai LIVE

RED BULL MOTOGP

ROOKIES CUP,

JEREZ, SPANIEN

Ausgewählte Musik

und inspirierende

Interviews. Unsere

aktuelle Empfehlung:

Mai LIVE

WINGS FOR LIFE

WORLD RUN

Sei dabei, wenn weltweit zeitgleich über 100.000 Läufer

und Rollstuhl-Athleten für den guten Zweck starten. Auch

5ServusTV überträgt live – mit Fokus auf dem Lauf in Wien.

Talente auf der Piste: Auf dem legendären

Kurs im Süden Spaniens startet der

Motorrad-Nachwuchs in die Saison.

10. bis 12. Mai LIVE

WRC CHILE

Zum ersten Mal gastiert die Rallye-WM

in Chile. Um die Stadt Concepción sind

die Fahrer auf Schotterpisten unterwegs.

14. Mai NEU

RED BULL MOTO SPY

SEASON 3 FINALE

Wie verbringen die AMA Supercross

2019-Teilnehmer ihre Woche zwischen

den Rennen? Ein Blick hinter die Kulissen.

18. Mai RECAP

WESS EXTREME

XL LAGARES

SAISONSTART

Die World Enduro Super Series 2019 beginnt

im portugiesischen Lagares gleich

mit einem der anspruchsvollsten Rennen.

18. und 19. Mai LIVE

DRIFT MASTERS

SAISONSTART,

ÖSTERREICH

Darauf haben die Fans gewartet: Europas

ultimative Pro-Drift-Serie beginnt.

25. Mai RECAP

WESS TRÈFLE

LOZÉRIEN AMV

Dieses brutale Enduro-Kräftemessen

findet seit 100 Jahren unverändert statt.

LIVE AUS

DETROIT

20

Mai

ON AIR

Detroit ist nicht nur

Geburtsort des Techno,

sondern auch all jährlicher

Gastgeber des Movement

Festivals (25.– 27. Mai),

Nord amerikas Hochamt

elektronischer Musik. Auf

das Red Bull Radio-Leadup

am 20. Mai folgt ein

Live-Stream von der

Red Bull-Bühne. Mit

dabei: Gucci Mane, Danny

Brown, Disclosure,

Madlib, Marie Davidson,

Yaeji und Floorplan mit

einem Bogen von House

über Techno, Hip-Hop

und Drum ’n’ Bass bis

Ghettotech.

AUFDREHEN:

REDBULLRADIO.COM

TREVOR DERNAI/RED BULL CONTENT POOL, MATTHIAS HESCHL FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN, ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL

24

April ON DEMAND

ANALOG IN VIENNA:

GRANADA

Bei diesem Event spielt die Band Granada ein Konzert,

das live auf Vinyl aufgenommen wird. Das Ergebnis: eine

einzigartige Schallplatte und ein einmaliges Erlebnis.

13

April LIVE

RED BULL CLIFF DIVING

Freier Fall aus 27 Metern, kombiniert mit akrobatischen

Figuren: Darum geht es bei Red Bull Cliff Diving, der

legendären Klippensprung-Serie. Am 13. April treten

die Athleten auf den Philippinen an, am 12. Mai in Irland.

THE RED BULLETIN 103


Lebenslauf

Ob allein oder gemeinsam mit Gleichgesinnten,

ob nachts oder bei strahlendem Sonnenschein –

Laufen macht glücklich. Erst recht, wenn du die richtige

Ausrüstung hast. Hier sind unsere Vorschläge.

ON CLOUDSWIFT

Heb einfach ab

Ein Schuh, der dich die

Leichtigkeit des Laufens

lehrt. Er lässt dich weich

landen und kraftvoll durchstarten.

Möglich macht das

eine patentierte Kombination

verschiedener Schaumstoffe.

Im Bild: Das On-Modell

Cloudswift in Rust & Rock.

¤ 159,95; on-running.com

HUAWEI GT SPORT-WATCH

Trainiere im Uhrzeigersinn

Diese Uhr ist 10,6 Millimeter schlank, dank AMOLED-

Bildschirm höchst aufgeweckt und nimmermüde – mit

dem ersten Doppel-Chipsatz hält der Akku bis zu zwei

Wochen. Für Läufer perfekt: Diese Watch coacht dich in

Echtzeit – mit Kursen für Anfänger und Fortgeschrittene

zu jeder Zeit. ¤ 199; consumer.huawei.com

Power-Paket:

Keramikrahmen,

Gehäuse aus

Edelstahl, kräftige

Zahlen, knallig

rote Zeiger

BUFF PACK-CAP

Bewahre dir die Form

Diese Kinderkappe von Buff trägt die DNA der Erwachsenenmodelle

in sich. Das heißt, sie ist ebenso lauf- wie

lifestyletauglich. Die beste Eigenschaft hat sie natürlich

auch geerbt: Um sie zu verstauen, kannst du sie auf

minimale Größe komprimieren. Packst du sie aus, ist

sie sofort wieder in Form. Eine Kopfbedeckung, die auch

modisch anspornt. Gibt es für deine Kids übrigens in

sechs verschiedenen Varianten. ¤ 22,95; buff.com

WOLFGANG WIESER

104 THE RED BULLETIN


COLMAR-DAMENJACKE

Sei unübersehbar

Ein Orange, das gute Laune verbreitet – so farbenfroh,

dass dich deine Liebsten selbst im Pulk nicht aus den

Augen verlieren. Die ergonomische Linie der Ärmel gibt

dir genug Bewegungsfreiheit, um ihnen lachend zuzuwinken.

Die Jacke wird aus Sorona-Fasern gefertigt

– und das lässt dich indirekt freier atmen. Dieser Stoff

wird aus pflanzlichen Rohstoffen produziert und senkt

so den Ausstoß von Treibhausgasen. ¤ 169; colmar.it

Eine von drei

Lösungen für

scharfes Sehen:

Clip-in zum

Filterwechsel im

Handumdrehen

ADIDAS EVOLVER 3D_F

Schau entspannt

Diese Sonnenbrille setzt

deine Nase niemals unter

Druck. Sie ist leicht, sie ist

schön, und ihre per 3D-Druck

produzierten Nasenpads

passen sich perfekt deinen

Bedürfnissen an. Für besten

Ausblick gibt es verschiedene

Korrekturlösungen. ¤ 300;

adidassporteyewear.com

„Vogel fliegt, Fisch schwimmt,

Mensch läuft.“

EMIL ZÁTOPEK, LANGSTRECKENLÄUFER

Feines Pärchen,

das auch bei

widrigem Wetter

nicht an die Grenzen

seiner Leistungsfähigkeit

gerät

UNDER ARMOUR

TRUE WIRELESS FLASH

Fühl den Beat

Trifft JBL auf Under Armour,

dürfen wir uns auf etwas

Wunderbares freuen: ein Zwillingspärchen

für deine Ohren,

von Läufern für Läufer entwickelt.

Die In-Ear-Kopfhörer

sind wasserdicht, halten mit

Power-Akku fünf Stunden

durch und passen dank mitgelieferter

Sport-Flex-Stöpsel

in jedes Ohr. ¤ 179; jbl.com

THE RED BULLETIN 105


„Ich bin nach dem

Laufen ein neuer Mensch.“

PATRICIA KAISER, EX-LEICHTATHLETIN

Der 4-Liter-Rucksack

liegt an wie

eine zweite Haut,

ist athletisch

geschnitten und

atmungsaktiv.

DYNAFIT VERTICAL 4

Mach es dir leicht

Dieser Running-Rucksack

wiegt nur 204 Gramm, ist

aber trotzdem alles andere

als ein Leichtgewicht. Dafür

sorgen die vielen Features,

zum Beispiel eine wasserdichte

Tasche, eine Pfeife und

ein einfaches verstellbares

Verschlusssystem – der neue

beste Freund für alle, die die

Berge laufend erobern.

¤ 70; dynafit.com

LUMA ACTIVE-STIRNBAND

Zeig ein helles Köpfchen

Bring Licht ins Dunkel deiner nächtlichen Laufstrecke

– mit diesem Stirnband inklusive zwei LED-Leuchten

für Nah- und Fernlicht ist das überhaupt kein Problem.

Das Band wiegt 70 Gramm und sitzt so sicher, dass

garantiert nichts wackelt. Der Akku hält dabei bis zu

15 Stunden – je nach Lichtstärke, die auf der Rückseite

einfach eingestellt werden kann. ¤ 99; luma-enlite.com

LED vorne, um

zu sehen. LED

hinten, um gesehen

zu werden.

CARE –

DIE TÄGLICHE

AUGENPFLEGE.

Hersteller: URSAPHARM Arzneimittel GmbH, Industriestraße 35, 66129 Saarbrücken

Vertrieb Österreich: URSAPHARM Ges.m.b.H., 3400 Klosterneuburg, Tel. +43 2243 26006, www.ursapharm.at

hyloeyecare.at


WINGS FOR LIFE

WORLD RUN

SEI DABEI AM 5. MAI!

Ob beim Event selbst, bei organisierten

App-Runs oder allein mithilfe der App-

Funktion – mehr als 100.000 Menschen

laufen am 5. Mai 2019 wieder gemeinsam

für die gute Sache. Denn alle Einnahmen

und Start gebühren fließen in die Forschung

zur Heilung von Querschnittslähmung.

Mach dich bereit für deinen Start mit

zehn Lauftipps von Botschafterin Patricia

Kaiser und dem passenden Equipment.

Infos und Anmeldung: wingsforlifeworldrun.com

Trinkflasche,

Haarbänder,

Sporttasche

SUUNTO 9 BARO

Hör auf deine äußere Uhr

Diese Sportuhr macht niemals schlapp. Sie schafft

beeindruckende 120 Stunden Trainingsaufzeichnung

ohne Unterbrechung. Und zwar deshalb, weil diese

Suunto es versteht, ihre Batterie-Reserven richtig

zu nutzen. Was sie noch kann? Sie verfügt über eine

barometrische Höhenmessung, mehr als 80 Sportmodi

und – eh klar – GPS-Navigation. ¤ 699; suunto.com

GLORYFY G9 XTR

Fang das Licht

Ein wunderbares Farbenspiel,

das uns diese Brille liefert –

beeindruckend wie die Performance

der Stratos-Gläser

bei Sonnenschein. Dass das

blaue Licht nicht gefiltert

wird, wirkt sich positiv auf

deine Leistungsfähigkeit aus.

¤ 159; gloryfy.com

Biegsam, kehrt

aber dank Memory-

Effekt stets zur

Urform zurück

1

Was mache ich in der letzten Stunde vor dem Start?

Aufwärmen, mobilisieren, einlaufen. Keine Energie mehr

verschwenden. Alles andere muss sich jeder selbst fragen:

Brauche ich noch etwas zu trinken? Gehe ich noch einmal

aufs Klo? Wichtig ist, auf keinen Fall kalt zu starten.

2

Darf ich während des Laufens essen?

Das kommt auf die Temperatur an. Im Vorjahr hatten

wir beim Wings for Life World Run 33 Grad, aber ein Biss in

eine Orange oder eine Banane, um sich mit Elektrolyten zu

versorgen, schadet nie. Außerdem wichtig: viel trinken.

3

Darf ich nach einem Wettlauf ein Bier trinken?

Ein alkoholfreies. Wegen der Elektrolyte. (Lacht.)

4

Woran erkenne ich, dass ich meinen Lauf sofort

beenden sollte?

Es ist wichtig, immer auf den Körper zu hören. Sofort

aufhören solltest du, wenn dir schwindlig wird oder du

weiß um den Mund wirst – das deutet alles auf eine Überanstrengung

hin.

Damen-

Tanktop &

-Sporthose

Die gesamte Kollektion unter:

redbullshop.com/worldrun

THE RED BULLETIN 107


5

Trainiere ich besser allein oder in einem Team?

Am besten läufst du mit jemandem, der auf demselben

Niveau ist. Hinterhertraben macht genauso wenig

Spaß, wie vorne warten zu müssen. Unbedingt vorab ausprobieren.

Aus dem Nichts mit jemandem gemeinsam

zu laufen wird nur in ganz seltenen Fällen funktionieren.

Da ist es besser, du trainierst alleine mit Musik.

Herren-Zipp-

Hoody & -Shorts

„Rennen enden,

Laufen nicht.“

DEAN KARNAZES,

EXTREMSPORTLER

ADIDAS ULTRABOOST 19

Tanke Energie

Dieser Laufschuh verfügt

über die reaktionsfreudigste

Dämpfung, auf die Adidas

jemals stolz war: „Je mehr

du gibst, desto mehr Energie

bekommst du zurück“, lautet

das Versprechen. Außerdem:

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bietet besten Halt.

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6

Wie viele Beats pro Minute braucht meine Musik?

Kommt darauf an. Das Tempo deiner Songs sollte

deiner Laufgeschwindigkeit entsprechen. Im Training

solltest du damit generell vorsichtig sein, weil die Gefahr

besteht, dass du zum Übertreiben verleitet wirst.

7

Woher weiß ich überhaupt, dass ich fit genug

für meinen Lauf bin?

Gegenfrage: Weiß man das je? Aber egal, welches Niveau

du hast: Mit Freude am Laufen und der Gewissheit, dass du

dabei etwas Gutes tust, fällt es dir auf jeden Fall leichter.

Laufarmband

Noch nicht für den 5. Mai angemeldet?

Mit der Wings for Life World Run-App

(iOS, Android) kannst du mitlaufen,

ganz egal, wo du dich befindest.

Die „Vantage V“

gibt es auch mit

einem schwarzen

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weißen Band.

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Mach mal Pause

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für dein Training ist. Sie gibt

aber auch Bescheid, wenn es

einmal besser ist zu pausieren.

Woher die „Vantage V“

das weiß? Sie erfasst jede

einzelne Trainingseinheit im

Detail. All deine Daten stehen

auf einer Plattform bereit.

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8

Der schlimmste Fehler bei der Wahl der Ausrüstung?

Schlechtes Schuhwerk, zu viel Kleidung – es besteht

die Gefahr, dass der Körper überhitzt. Ist mir selbst schon

passiert. Wenn es in der Früh kühl ist, etwas Leichtes überziehen,

das du dir später ausziehen und umbinden kannst.

9

Macht Laufen wirklich glücklich?

Mich schon. Ich schalte ab. Ich bin in der Natur.

Atme ein. Ich bin ein neuer Mensch, wenn ich gelaufen bin.

10

Und was verpasse ich, wenn ich keine Lust

zu laufen habe?

Die Glückseligkeit danach. Und die besonderen Emotionen

beim Wings for Life World Run.

Patricia Kaiser, Jahrgang 1984, ist

Model, Moderatorin und Wings for Life

World Run-Botschafterin. Im Jahr 2000

wurde sie zur Miss Austria gewählt.

2009 wurde sie beim Leichtathletik-

Europacup der Mehrkämpfer Zweite.

Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

MARKUS BERGER

108 THE RED BULLETIN


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Sommer / Bike

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E-Bike / Sommer

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Wadeln mit einem 70-Nm-Antrieb. Auch schnittige

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Sommer / Run & Fitness

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Outdoor / Sommer

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Read Bull

Hier schreiben namhafte österreichische Literatinnen

und Literaten jeden Monat über ein Thema, das sie bewegt.

Angelika Hager

JULIA STIX ANGELIKA HAGER

SCHMUSEN

MIT DEM

SCHWEINEHUND

Angelika Hager, 56

Angelika Hager leitet das Ressort

Gesellschaft im Nachrichtenmagazin

„profil“ und ist die Frau hinter dem

Kolumnen-Pseudonym Polly Adler im

„Kurier“. Sie veröffentlichte bislang

zehn Bücher, zuletzt „Kerls! Eine

Safari durch die männliche Psyche“,

erschienen bei Kremayr & Scheriau.

Tagtäglich kläffe ich meinem

inneren Schweinehund zu:

„Komm, Kleiner, gehen wir

in den Ring.“ Und dort beginnen

dann auch schon die

Verhandlungen: „Du wolltest

heute in die Spinning-Klasse!“ – „Heute ist

alles verdammt eng. Vielleicht doch besser

morgen.“ – „Erinnerst du dich, was du

dir gestern geschworen hast?“ – „Halt die

Klappe, ich bin müde.“ – „Wovon bitte?“ –

„Vom Leben, du Idiot!“ – „Wie wäre es

dann wenigstens mit der Steuererklärung?“

– „Entschuldige, wir haben ja gerade einmal

den Monat X, also noch Zeit genug.“

– „Wieso klingt Zeit genug bei dir immer

nach einer gefährlichen Drohung?“ – „Du

weißt doch, dass ich ein Deadline-Junkie

bin.“ – „Das klingt nach einem sehr ungesunden

Krankheitsbild.“ – „Diese Krankheit

ist genau betrachtet mein Geschäftsmodell.“

– „Bleibt die Frage, wie lange das

dein Körper aushält.“ – „Was aushält?“ –

„Dass das Adrenalin in deinem System

Dauermieter ist. Du bist nämlich nicht

mehr die Jüngste, Herzchen …“ – „Pech für

dich, wir sind nämlich gleich alt.“

Ungefähr so geht es täglich dahin. Aber

in Wahrheit lieben wir uns – mein innerer

Schweinehund und ich. Er kennt mich inund

auswendig und akzeptiert mich eben

nicht so, wie ich bin. „Stillstand ist

Schwäche“, bellt er immer wieder. „Also

heb gefälligst deinen fetten Arsch!“ Der

Gewinner bei diesen Diskursen zwischen

dem Motivations-Cerberus und mir ist

nie vorhersehbar. Und das ist gut so. Ansonsten

würde die Angelegenheit ziemlich

schnell Spannungs-Abnützungserscheinungen

aufweisen, und die sind der

sichere Tod jeder Form von Kreativität.

Der Kleine und ich haben beide in

den letzten Jahren eines kapiert:

dass Disziplin, eiserner Wille und

militante Konsequenz in der preußischen

Betriebsanleitung für den pflichtgetreuen

Soldaten passen mögen, aber ansonsten

für die Fische sind, wenn folgende Zutaten

im Motivations-Cocktail fehlen: Begeisterung.

Leidenschaft. Lust. Alles von gleicher

Wichtigkeit. Ohne diese emotionale

Dreifaltigkeit kommt mein Durchhaltevermögen

auch nicht aus dem Bett. Und

wenn man sehr großes Glück hat, setzt

dann bei manchen Projekten – solchen

eben, durch die rhythmisch das eigene

Herzblut gepumpt wird – irgendwann die

Schwerelosigkeit ein. Man hebt vom Boden

ab. Die Welt rundherum schrumpft in die

Bedeutungslosigkeit, irdische Faktoren

wie Erschöpfung, Hunger, Konzentrationsschwäche,

quengelnde Lebensabschnittspartner,

Nahrung einfordernde Fortpflänze

oder die Morgendämmerung werden

völlig vernachlässigbar.

Vor zirka einem Jahrzehnt arbeitete

ich mit einem jungen Produzenten

namens Jan Bennemann an den

Drehbüchern zu der ORF-Serie, die meine

Kolumnenfigur Polly Adler zur Titelheldin

hatte. Wir standen unter mörderischem

Zeitdruck, weil es sehr lange gedauert hatte,

bis die Finanzierung endlich durch war,

und der Dreh extrem knapp angesetzt war.

Täglich arbeiteten wir an die 16 Stunden

an den Seriengeschichten, eng zusammengequetscht

auf meinem kleinen Balkon,

ab 20 Uhr durfte auch Alkohol getrunken

werden. Trotz dieses entsetzlichen Drucks

schrieben und scherzten wir uns in einen

THE RED BULLETIN 117


Read Bull

Angelika Hager

Zustand der Euphorie, der mir bis heute

wie ein Wunder erscheint. Eigentlich hätten

wir nach diesen Schreibmarathons wie

nasse Säcke in den Seilen hängen müssen.

Unsere nahezu tranceartige Stimmung

wurde durch die Schreie der Hochschaubahn-

und Ringelspielfahrer, die sich im

nahe liegenden Prater in schwindelnde

Höhen katapultieren ließen, zusätzlich beflügelt.

Im Gegensatz zu den Prater-Kamikazes

mussten wir für unsere Abenteuer

nicht bezahlen, wir machten sie uns selbst.

Die Serie sollte übrigens leider kein

Straßenfeger werden. Egal. Im Nachhinein

betrachtet, ist jede Form von Scheitern

erträglich, wenn man sich selbst nach der

Bauchlandung flüstern kann: „Okay, es ist

diesmal leider nicht so tosend gelaufen.

Aber du hast dich davor nicht geschont

und alles aus dir rausgeholt.“ In solchen

Fällen bleibt der schwarze Peter bei

den höheren Mächten, den äußeren Umständen

oder bei jemand anderem, der

sich nicht wehren kann.

Nicht zu unterschätzende Motivationsquellen

sind natürlich auch

unbezahlte Rechnungen und Zurückweisung,

die, wie jeder aus seiner

eigenen Liebesbiografie nur allzu gut

weiß, ausschlaggebend für enorme Kräftemobilisierung

werden können. Schon

im Alter von fünf Jahren im Kindergarten

habe ich dem Typen, der mich angestrengt

nicht zur Kenntnis genommen hat, meine

Jausensemmel geschenkt und ein Himmelreich

versprochen, um dann mitansehen zu

müssen, wie er mir mit einer Jüngeren in

Form einer vierjährigen Zöpfchenträgerin

auf das Klettergerüst durchgebrannt ist.

Klar, dass mich das erst recht auf Touren

gebracht hat, es wurden noch mehr

Jausen-Goodies in das Kampfgetümmel

geworfen. Zumindest für eine Zeit.

Aber irgendwann beschleicht einen

dann doch die Erkenntnis, dass das Kämpfen

in Schlachten, die nicht zu gewinnen

sind, vergeudete Energie ist. Schauspieler

Viggo Mortensen, auch schon sechzig,

umschrieb diese Regel mit dem Satz: „Klar

musst du dir immer sagen: Ich kann alles.

Aber man muss auch innerhalb der Grenzen

der Vernunft bleiben.“ Der Satz „Das

schaffst du nie“, den Mortensen als Kind

recht oft hören musste, hatte „eine unglaubliche

Treibkraft“. Oder nehmen wir

„Jedermann“-Darsteller Philipp Hochmair.

Er litt als Kind an einer Leseschwäche.

Wurde manchmal verhöhnt, weil er die

Buchstaben nicht zu Worten formen konnte.

Irgendwann sprang er in der Klasse

auf einen Sessel und begann laut Gedichte

zu deklamieren, die er sich auswendig

erhört hatte. Und alle wurden still. Er hat

seither damit nicht mehr aufgehört.

Meryl Streep bekam von Dino de Laurentiis

eine brutale Abwertung verpasst.

Als sie sich Mitte zwanzig beim Casting

für den Film „King Kong“ vorstellte,

schnauzte der Produzent seinen Sohn auf

Italienisch an: „Warum hast du mir dieses

hässliche Ding hier hereingeschleppt!“

(Jessica Lange bekam die Rolle.) 21 Oscar-

Nominierungen später kann Streep über

Es ist erstaunlich,

wie positiv sich

Leerläufe auswirken.

Langeweile

wurde bislang total

unterschätzt.

diese traumatisierende Erfahrung lachen.

Möglicherweise hat sie ihrem Talent sogar

Flügel verliehen. Der Begründer der

Individualpsychologie, Alfred Adler, der

von seinem früheren Förderer Sigmund

Freud brutal entsorgt wurde, hat diesen

„Ich werde es euch allen noch zeigen“-

Treibstoff mit dem Begriff Minderwertigkeitskomplex

betitelt. Freud selbst soll

daraufhin gekontert haben: „Bevor du dir

selbst Depressionen oder einen Minderwertigkeitskomplex

diagnostizierst, stelle

sicher, dass du nicht einfach nur von

Arschlöchern umgeben bist.“

Weil gerade Arschlöcher erwähnt

wurden: Der Mann, dessen aktueller

Frisurenberater einen dringenden

Branchenwechsel in Erwägung

ziehen sollte, hielt im Sommer 2004 eine

flammende Rede vor den Absolventen des

Wagner College in New York, die mit den

Worten schloss: „Wenn da eine Mauer

vor euch liegt, gebt nicht auf! Geht durch

sie durch, steigt über sie drüber – tut,

was immer ihr könnt, um auf der anderen

Seite zu landen.“ Angesichts des finsteren

Mauerplans an der Grenze zu Mexiko ist

Donald Trumps damaliger Motivationsappell

so makaber wie paradox. Als in der

Yuppie-Ära sozialisierter Mensch wuchs

man mit Typen wie Trump auf, die ein

von Verbissenheit, Ellbogenmentalität

und Skrupellosigkeit durchdrungenes

Leistungsdenken predigten.

Der größte Popstar der 1980er und

1990er Jahre war Madonna, eine Frau,

die, wie sie selbst einräumte, „weder besonders

gut singen noch besonders gut

tanzen“ konnte, aber mit einer von Perfektionwahn

getragenen Zielstrebigkeit

alle anderen vom Platz fegte. Man war

von ihr und ihrer Ego-Erfindungsmaschine

fasziniert, aber an die Seele ging sie einen

nicht – genauso wenig wie später Taylor

Swift, Lady Gaga oder Kate Perry, die alle

wie überambitionierte Soldatinnen in

einem riesigen Labor namens Popbiz

wirken. „Ehrgeiz ist die Wurzel aller Hässlichkeit“,

fand der Bonmot-Fabrikant und

irische Schriftsteller Oscar Wilde. Und ich

würde noch hinzufügen: Verbissenheit.

Eine gewisse Nonchalance bei allen Projekten

– egal ob es sich um sportliche Ertüchtigungen,

Cupcake-Wettbewerbe, die

Komposition einer Symphonie oder eine

verrückte, kleine Start-up-Sache handelt

– gibt eine wichtige Duftnote.

Und zwischendurch sollte man immer

wieder einmal auch den kleinen,

dicken Schweineköter siegen lassen

und auf sein selbst verordnetes Pensum

pfeifen, seinem Kühlschrankmagneten

mit der ermunternden Aufschrift „Einen

Scheiß muss ich …“ zuzwinkern und

sich einen, wie er und ich es inzwischen

nennen, „Schlampentag“ gönnen. Der

beinhaltet: im Morgenmantel bleiben bis

zum Abend, böse Dinge essen, die das

Cholesterin zum Tanzen bringen, Netflix-

Marathons, durch den Prater schlendern

und dabei, außer blöd schauen, nichts

sonst machen. Es ist erstaunlich, wie belebend

sich solche Leerläufe auf die kreative

Wendigkeit und die Erfindungsgabe

auswirken. Und sie bringen das Seelensystem

wieder aus der Stresszone. Sollten

sich auch diese Helikopter-Eltern hinter

die Öhrchen malen, die ihre Kinder ständig

überfordern, vom Baby-Yoga zum

Ausdruckstöpfern chauffieren, anstatt sie

auch mit Ruhe zu fördern. Langeweile,

wenn man sie wortwörtlich nimmt, wurde

bislang total unterschätzt.

118 THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN PROMOTION

DREAM

TEAM

Das Red Bull Skydive

Team hat mit dem

Opel Combo Life den

perfekten Partner auf

vier Rädern gefunden.

Was die beiden

verbindet? Ihre

Vielseitigkeit und das

Streben nach höchster

Performance.

ALLES IM BLICK

WOLFGANG LIENBACHER

M

arco F., Felix S., Max M. und Marco W.

bilden das Red Bull Skydive Team. Die

vier Athleten sind viel auf den Straßen unterwegs

und benötigen ein Auto, das ihnen einerseits

genug Platz bietet, aber auch über genug

Stauraum für ihr Equipment verfügt. Für den

Opel Combo Life ein Leichtes: Mit 597 Liter

Laderaum findet die gesamte Ausrüstung

Platz. Als besonders praktisch erweist sich

das zu öffnende Fenster der Heckklappe: So

einfach und entspannt kann der Zugang zum

Kofferraum sein. Während der Fahrt schätzen

die Athleten die innovativen Fahrassistenzsysteme

wie die 180-Grad-Rückfahrkamera

und das Head-up-Display, mit dem sie alle

wichtigen Informationen in ihrem Sichtfeld

haben. Dem Red Bull Skydive Team ist seine

Sicherheit beim Skydiven und beim Autofahren

wichtig. Auf den Opel Combo Life ist

Verlass: Mit automatischer Gefahrenbremsung

samt Fußgängererkennung, Spurhalteassistent,

Müdigkeitserkennung und mehr

erweist er sich als der beste Beifahrer. Die

Fakten sprechen für den Opel Combo Life.

Dank der zahlreichen

Innovationen und der

cleveren Fahrsicherheitssysteme

hat das

Red Bull Skydive Team

immer alles im Blick.

opel.at


IMPRESSUM

THE RED

BULLETIN

WELTWEIT

Aktuell

erscheint

The Red Bulletin in

sieben Ländern. Die

Coverstory unserer

britischen Ausgabe

widmet sich den

Leistungen der Sportwissenschaft

auf

einem für sie eher

überraschenden Feld

– dem Ballett.

Mehr Storys abseits des

Alltäglichen gibt’s auf:

redbulletin.com

Chefredakteur

Alexander Macheck

Stv. Chefredakteure

Waltraud Hable, Andreas Rottenschlager

Creative Director

Erik Turek

Art Directors

Kasimir Reimann (stv. CD),

Miles English, Tara Thompson

Head of Photography

Fritz Schuster

Deputy Head of Photography

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Photo Director

Rudi Übelhör

Chefin vom Dienst

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Managing Editor

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Freie Mitarbeiter

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Alex Lisetz, Stefan Wagner

Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de

Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz

Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas,

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Head of Media Sales International

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Markus Kietreiber

Creative Solutions Eva Locker (Ltg.),

Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart

Commercial Design

Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch,

Simone Fischer, Martina Maier

Anzeigendisposition

Manuela Brandstätter, Monika Spitaler

Herstellung

Veronika Felder

Produktion

Walter O. Sádaba, Friedrich Indich,

Sabine Wessig

Lithografie

Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad

Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher

Office Management

Yvonne Tremmel (Ltg.), Alexander Peham

MIT-Experte Michael Thaler

Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus

Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb),

Victoria Schwärler, Yoldaş Yarar (Abo)

Verlagsanschrift

Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien

Telefon +43 1 90221-0

Fax +43 1 90221-28809

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Landesgericht Salzburg, ATU63611700

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THE RED BULLETIN

Österreich, ISSN 1995-8838

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120 THE RED BULLETIN


P R O M O T I O N

must-haves

1 2

3 4

1 BUFF ® MILITARY CAP

Mit der Natur verschmelzen – ganz

einfach mithilfe der Military Cap im

beliebten Camo-Stil. Die Military Cap

von BUFF® bietet einen hohen Sonnenschutz

und verleiht dem Träger

eine ganz persönliche Note, wobei der

Komfort nicht in Vergessenheit gerät.

Von der Armee inspiriert ist diese

Cap eine „friedliche Waffe“ gegen

die gefährliche Hitze der Sonne.

buff.com

2 UNBREAKABLE

PERFORMANCE

Die retro-futuristische gloryfy G9 XTR

infrared ist ein Hingucker mit Hightech-Funktion

– noch dazu „made in

Austria“! Unzerbrechliche Linse und

Bügel, 100 % beste Belüftung, absolut

minimiertes Gewicht und ein markanter

Look – was will man mehr?! Dank

der CONTOUR Lens Technology siehst

du jedes Detail deiner Laufstrecke!

Mehr Informationen unter

gloryfy.com

3 DIE STÄRKSTE VESPA

ALLER ZEITEN

Neuigkeiten zum beliebtesten Roller

des Landes: Zum Frühlingsstart wurde

die Vespa GTS-Reihe bei Leistung,

Technologie und Style verbessert.

Zwei Hubraumgrößen sorgen für pures

Dolce Vita und noch mehr Fahrspaß:

Der spritzige 125 ccm i-get Einzylinder

und ein neuer 300 ccm High Performance

Engine-Motor – mit 23,8 PS

der stärkste der Vespa-Geschichte.

vespa.at

4 LEICHT & LEISTUNGSSTARK

Der L.I.M Mountain PROOF Anorak

ist eine minimalistische Shell-Jacke,

entwickelt fürs anspruchsvolle Bergsteigen:

Leicht und extrem platzsparend,

passt sie in jeden noch so

kleinen Rucksack. Ausgestattet mit

der von Haglöfs entwickelten PROOF

ECO Technologie ist die Jacke wasserdicht

sowie atmungsaktiv und bietet

hervorragenden Wetterschutz, ganz

ohne schädliches Fluorcarbon.

haglofs.com

THE RED BULLETIN 121


L I F E S T Y L E , E X T R A O R D I N A I R E

Die Red Bulletin To-do-Liste

Weil das Leben zu kurz ist für lähmende Routine,

gibt es hier jeden Monat eine herzerfrischende Challenge. Diesmal:

REISEN FÜR

FORTGESCHRITTENE *


Im Flugzeug oder Reisebus: Ein

Stück Wäscheleine als Trenner

zwischen zwei Sitzen spannen und

die verschwitzten Socken daran aufhängen.

Dem Nebenmann freundlich

erklären, dass noch genug Platz für

seine Fußbekleidung ist.


Für den Mittelsitz im Flieger:

Speibsackerl greifen und unterdrückt

stöhnen. Bei Bedarf den Kopf

auf den Nebensitzenden plumpsen

lassen. Sich schließlich vom Bordpersonal

auf einen Gangplatz oder in

die erste Klasse eskortieren lassen.

Innerlichen Jubel nicht zeigen.


In der Ankunftshalle ein Schild

mit der Aufschrift „Willkommen

zurück aus der Entzugsklinik“

hochhalten. Zufällig Ankommende

freudig umarmen: „Du hast es

geschafft!“


US-amerikanische Zufallsbekanntschaften

fragen: „USA?

Interesting! Where is that?“


Bei der Online-Hotelreservierung

im Feld „Anmerkungen“

skurrile Gästewünsche angeben,

etwa: „Wichtig: Bitte platzieren Sie

drei gelbe M&M’s auf dem linken

Kopfpolster, in einer Linie aufgelegt.

Dazu bitte ein Bild von frittiertem

Speck. Danke.“

Die nächste

Ausgabe des

RED BULLETIN

erscheint am

14. Mai 2019


Sich in eine große Reisegruppe

einschleusen. Wie ein Schaf

blöken. Das Verhalten freundlich mit

„Herdentrieb“ erklären.


Mit ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben

kryptische Postkarten

schreiben und diese wahllos

verschicken. Gut funktioniert:

„Lächeln. Dann wird niemand verletzt.“


Am Rückweg von der Flugzeugoder

Bustoilette kurz über die

Köpfe der am Gang sitzenden Passagiere

streicheln. Unbeteiligt schauen.

Sich wieder auf seinen Platz setzen.

* Warnung: Diese Aktivitäten können zu sozialen Unverträglichkeiten führen.

NICOLAS MAHLER

122 THE RED BULLETIN


FLÜÜÜGEL

FÜR JEDEN

GESCHMACK.


DRIVE TOGETHER

DER NEUE MAZDA ḃ

GESCHAFFEN UM ZU BERÜHREN

Fahren Sie nicht einfach nur ein Auto, sondern spüren Sie ein

Lebensgefühl. Als erster einer neuen Generation vereint der neue

Mazdaḃ intuitive Technologie, Design und pure Emotion wie

keiner zuvor. Erleben Sie das Gefühl der perfekten Harmonie

zwischen Fahrer und Fahrzeug – im neuen Mazdaḃ.

Verbrauchswerte: 4,1 – 5,6 l/100 km, CO₂-Emissionen: 107 –128 g/km. Symbolfoto.

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