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Evocation of Dance

TWO4PIANO: EVOCATION OF DANCE // Kontrast- und klangfarbenreich, rhythmisch rasant und komplex! Auf ihrer Debut-CD begeistern die beiden jungen Pianisten Katerina Moskaleva und Alexey Pudinov mit Werken für zwei Klaviere, die sich dem Tanz und dem Rhythmus widmen. Mit einer eleganten Virtuosität, der mitreißenden Spielfreude und ihrem rhythmischen Drive überzeugt TWO4PIANO auf ganzer Linie. Und so wirken die Klangwelten dieser Einspielung wie eine „Beschwörung des Tanzes“ (EVOCATION OF DANCE). // Release: KALEIDOS Musikeditionen, 04/2019, CD-Audio, Jewel-Case, 24-seitiges Booklet (de, en), Art.-Nr.: KAL 6343-2; Edition Portrait Künstler: Katerina Moskaleva, Alexey Pudinov

TWO4PIANO: EVOCATION OF DANCE //
Kontrast- und klangfarbenreich, rhythmisch rasant und komplex! Auf ihrer Debut-CD begeistern die beiden jungen Pianisten Katerina Moskaleva und Alexey Pudinov mit Werken für zwei Klaviere, die sich dem Tanz und dem Rhythmus widmen. Mit einer eleganten Virtuosität, der mitreißenden Spielfreude und ihrem rhythmischen Drive überzeugt TWO4PIANO auf ganzer Linie. Und so wirken die Klangwelten dieser Einspielung wie eine „Beschwörung des Tanzes“ (EVOCATION OF DANCE). //

Release: KALEIDOS Musikeditionen, 04/2019, CD-Audio, Jewel-Case, 24-seitiges Booklet (de, en), Art.-Nr.: KAL 6343-2; Edition Portrait
Künstler: Katerina Moskaleva, Alexey Pudinov

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Evocation of Dance

TWO4PIANO


Finanziert und kuratiert durch „kulturMut“ – der Crowdfunding-Initiative von

Aventis Foundation und Kulturfonds Frankfurt RheinMain.


EVOCATION OF DANCE

WORKS FOR TWO PIANOS

TWO4PIANO

Katerina Moskaleva

Alexey Pudinov

Edition Portrait | KAL 6343-2

Recording / Aufnahme: 01/2019, Klavierhaus Gottschling, Dülmen

Recording Producer / Tonmeister: Jens F. Meier

Piano technician / Klaviertechnik (Bösendorfer Imperial, Schimmel Konzert): Gernot Gottschling

CD-Artwork / Cover-Design & Text-Layout: Jens F. Meier

Artist Photos / Künstlerfotos: Kay Schulz (Katerina), Emil Matveev (Alexey), FotoArtFrankfurt (p. 14)

Jörg Baumeister (Duo), Stella Ruggero (Duo p. 11/21), Jens F. Meier (p. 4/5)

Liner notes / Booklet-Texte: Arndt Zinkant

Translations / Übersetzungen: Imke Pinnow, Kathleen Metcalfe

Executive Producer: Jens F. Meier

℗&© 2019 Kaleidos Musikeditionen | www.musikeditionen.de


TRACKLIST

EVOCATION OF DANCE

WORKS FOR TWO PIANOS

TWO4PIANO

Katerina Moskaleva (Schimmel Konzert)

Alexey Pudinov (Bösendorfer Imperial)

YURI MAYEVSKY (*1942)

1 Fantasy on George Gershwin‘s Songs 9:08

ALEXANDRE TANSMAN (1897–1981)

2 Fantaisie sur les Valses de Johann Strauss 10:16

Fantasy on Waltzes of Johann Strauß

CLAUDE DEBUSSY (1862–1918)

3 Lindaraja 5:48


IGOR STRAVINSKY (1882–1971)

Le Sacre du Printemps / The Rite of Spring (version for two pianos)

4 I. L‘Adoration de la Terre / The Adoration of the Earth 16:57

Introduction

Danses des Adolescentes / Dances of the Young Girls

Jeu du Rapt / Ritual of Abduction

Rondes printainières / Spring Rounds

Jeux des Cités Rivales / Ritual of the Rival Tribes

Cortèges du Sage / Procession of the Sage

Le Sage / The Sage

Danses de la Terre / Dance of the Earth

5 II. Le Sacrifice / The Sacrifice 20:38

Introduction

Cercles mysterieux des Adolescentes / Mystic Circles of the Young Girls

Glorification de l‘élue / Glorification of the Chosen One

Evocation des Ancêtres / Evocation of the Ancestores

Action rituelle des Ancêtres / Ritual Action of the Ancestores

Danse Sacrale (l‘élue) / Sacrificial Dance (The Chosen One)

STEFAN YOUNG (*1946)

6 Polka? 2:31


EVOCATION

OF DANCE

DER TANZ AUF DEM ELFENBEIN

Ein bunter Strauß von Broadway-Melodien, eine Fantasie mit Wiener Walzerseligkeit, eine

impressionistische Habanera, eine „Polka mit Fragezeichen“ – und all das auf derselben

Einspielung mit dem wohl berühmtesten Skandalstück der Musikgeschichte: Igor Strawinskys

Ballett „LE SACRE DU PRINTEMPS“! Wie geht das zusammen? Auf den ersten Blick gar nicht.

Aber das Klavierduo TWO4PIANO hat in die Werkauswahl seiner Debüt-CD mehr Bezüge

eingeflochten, als man zunächst bemerkt.

Da wäre zuerst der musikalische Fixstern, um den sich hier alles zu drehen scheint:

Igor Strawinsky. Denn um den genialen, stilprägenden Exil-Russen kreisen die übrigen

Komponisten in engerer oder weiterer Umlaufbahn – allen voran Claude Debussy. Mit ihm

nämlich spielte Strawinsky höchst persönlich die erste Darbietung der Klavierfassung des

„Sacre“, allerdings in einer Version an einem Klavier zu vier Händen (die vorliegende Aufnahme

entstand an zwei Klavieren). Und der feingeistige, poetische Klangmaler soll diese Erfahrung

später einen „schönen Alptraum“ genannt haben. Diesen Klangmaler lässt das Klavierduo

dann in dem Debussy-Stück „LINDARAJA“ zur Palette greifen.

Auch Alexandre Tansman (1897–1986), Exilant aus Polen, war ein Freund und Bewunderer

Strawinskys und mit ihm so vertraut, dass er dessen Biographie schrieb; sie kam 1948 in Paris

heraus. Tansman hatte auch Kontakt zu weiteren berühmten Kollegen, wie etwa Béla Bartók

oder Darius Milhaud, und gehört überdies zu jenen Komponisten, welche die „magische“ Zahl

von neun Symphonien im Werkverzeichnis stehen haben. Außerdem bewegte sich Tansman

enorm vielseitig zwischen den Genres und schrieb in Hollywood etliche Filmmusiken – da

passt es, dass der Exil-Pole nach seinen Pariser Jahren 1941 mit Hilfe Charlie Chaplins in die

USA gekommen war. Diese Pariser Jahre allerdings waren es, die man seiner „FANTAISIE SUR

LES VALSES DE JOHANN STRAUSS“ (Fantasie über Walzer von Johann Strauß) deutlich mehr

anmerkt (man denke etwa an Ravels „La Valse“).

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Tansman kannte übrigens nicht nur Chaplin persönlich, sondern auch George Gershwin, dem

das Klavierduo ebenfalls eine Hommage widmet: Igor Mayevskys „FANTASY ON GEORGE

GERSHWIN‘S SONGS“. Die Stücke korrespondieren wunderbar miteinander: Hier Wiener

Walzerseligkeit, dort süffiger Broadway-Sound – jeweils befreit von süßer Streicherglasur, die

man jedoch bei TWO4PIANO nie vermisst. Und wo ist hier die Verbindung zu Igor Strawinsky?

Der geniale, aufstrebende Song-Schreiber lernte den nicht minder genialen Russen 1928 in

Paris kennen, und wollte – wissbegierig, wie er war – sein klassisches Kompositionshandwerk

erweitern. Doch dazu kam es nicht. Von dieser Begegnung ist ein Ausspruch Strawinskys

überliefert, der angesichts des fürstlichen Kontostands seines jungen Kollegen sinngemäß

gesagt haben soll: „Dann sollte ja wohl besser ich bei Ihnen Unterricht nehmen als umgekehrt.“

Fast alle Komponisten des CD-Programms waren also mit Igor Strawinsky persönlich bekannt

– und teils auch untereinander.

Eine Ausnahme bildet Stefan Young. Dieser Komponist ist ein Zeitgenosse und lehrt als

Professor Musiktheorie und Komposition an der amerikanischen Rider University. Seine zwei

Minuten kurze Köstlichkeit „POLKA?“ kann man als Zugabe verstehen – aber ebenso gut

als Motto des ganzen Programms: Katerina Moskaleva und Alexey Pudinov geht es nämlich

auch um den roten Faden, welcher durch die Themen Tanz und Rhythmus gesponnen wird.

Natürlich hat das Stück „POLKA?“ rhythmischen Drive, zumal in der mitreißenden Darbietung

von TWO4PIANO. Das Duo erspielte sich im Jahr 2018 den ersten Preis der „North West

International Piano Ensemble Competition“. Für diesen Wettbewerb wurde das brandneue

Stück von Young auch geschrieben – für Moskaleva und Pudinov Liebe auf den ersten

Blick. Die Polka fußt schelmisch auf dem Kinderlied „London Bridge is falling down“ und

flicht sogar noch Beethovens schicksalhaftes „Tatata-taaah“ mit ein. Aber die zwei Pianisten

verweisen außerdem auf die Rhythmik: Der übliche Zweiviertel-Takt der Polka wird immer

wieder durchbrochen, womit Stefan Young das Tänzerische quasi ständig in Frage stellt. Sein

Fragezeichen ist also ganz wörtlich zu verstehen, so ist das Duo überzeugt.

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Und steht dieses Fragezeichen nicht irgendwie über allen Tänzen, die hier erklingen? Bei

Tansmans „Strauß-Fantasie“ zum Beispiel geht es unüberhörbar nicht darum, die Wiener

Walzerseligkeit eins zu eins nachzuempfinden, sie den Violinsaiten zu entreißen und den

Klaviersaiten anzuvertrauen. Ganz versonnen schält sich der „Kaiserwalzer“ zu Beginn aus

dem Diskant und tröpfelt dann wie beiläufig in Skalen-Bewegungen, bevor der Walzertakt

sich dann wirklich hin und her wiegen darf. Tansman geht raffiniert vor; zwar bewegt er sich

nicht so weit in impressionistische Gefilde hinein wie Ravel in „La Valse“, doch ist das glitzernde

Kaskadenspiel, das er den Tasten entlockt, keine reine, melodieselige Apotheose des Wiener

Walzers. Der blitzt zwischen den vollgriffigen Akkorden zwar hervor, wird aber auch teils wie

hinter Schleiern verborgen. Dem Komponisten geht es offenkundig nicht darum, ein „Best

of“ der Walzerthemen aneinander zu flechten – im Gegenteil, der Kaiserwalzer ist Dreh- und

Angelpunkt des Werkes.

Von Wien nach New York – zum Broadway, den George Gershwin im Sturm eroberte.

Und hier geht es gleich in medias res: I got rhythm! Im Gegensatz zu Tansman bleibt Igor

Mayevsky in seiner Bearbeitung sehr dicht am Charme und am Duktus des Originals.

Überhaupt wirkt diese Fantasie an manchen Stellen, als hätte Gershwin sie selber arrangiert.

Weder werden seine hinreißenden Melodien impressionistisch verbrämt noch geraten sie

in einen Improvisationsstrudel, wie er in New Yorker Jazzkellern zu hören ist. Die „Rhapsody

in Blue“ taucht natürlich auf, allerdings meist nur in Andeutungen – und wer anfangs noch

glaubt, Gershwins berühmtestes Stück würde diese Fantasie dominieren oder als großes

Finale daherrauschen, sieht sich getäuscht. Wiederum haben wir es hier nicht mit einem

Kompendium der größten „Hits“ zu tun. Diese Fantasie schlendert versonnen umher, als wäre

die Musik auf der Suche nach der definitiven „Stimmung“ eines Gershwin-Songs. Vielleicht

etwa jener Stimmung, die den nostalgisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern ähnelt, die Woody

Allen in seinem Film „Manhattan“ schuf.

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Beim Stichwort Stimmung ist der Impressionismus von Claude Debussy nicht weit. Allerdings

spielt klangliches Farbenspiel in seinem für zwei Klaviere gesetzten Stück „LINDARAJA“ nicht

die Hauptrolle – Exotik aber schon. Debussy, der vom Barock bis zu javanischen Gamelan-Musik

alles aufsog, richtet seinen Blick hier nach Spanien, genauer gesagt auf den architektonischen

Zauber der Alhambra in Granada. Der Name bezieht sich auf einen ihrer Räume, und auch

einen „Lindaraja-Hof“ gibt es dort. Zwar kannte der Komponist die Alhambra nur von

Illustrationen, aber das reichte, um seine Phantasie zu beflügeln, zumal das spanische Kolorit

zu dieser Zeit in Paris ohnehin en vogue war. Durch den langsamen Habanera-Rhythmus – seit

Bizets „Carmen“ dem französischen Ohr bestens geläufig – gelingt es Debussy hier, gleichsam

architektonische Strenge mit tänzerischem Feuer zu vermählen.

Wie bereits erwähnt, hatte Claude Debussy an der Werkgeschichte des „SACRE DU PRINTEMPS“

insofern seinen Anteil, als er das Ballett auf einer Party mit Strawinsky gemeinsam zu vier

Händen spielte; Debussy wurde seinerzeit der Bass zugewiesen. Es hat also eine ehrwürdige

Tradition, das „Skandalstück“ dem Klavier anzuvertrauen. Zahlreiche Aufnahmen mit zwei

Pianisten an zwei Klavieren bürgen dafür.

Warum aber sollte man den „Sacre“ vom Orchester lösen? Ist nicht diese Urgewalt, die das

heidnische Russland aus uralter Zeit vor Ohr und Auge zaubert, nur im komplexen Farbenspiel

der vielen Instrumente möglich? Wenn auf der Bühne das jungfräuliche Mädchen dem

Frühlingsgott das eigene Leben tanzend als Weihe-Opfer darbringt, explodiert das Orchester

förmlich. Das Blech schmettert schneidende Dissonanzen, die Pauken donnern wie entfesselt.

Vielleicht noch genialer sind die leisen Passagen: Allein das hohe Fagottsolo ist von Strawinsky

nicht zufällig gewählt, sondern soll hölzerne „Urflöten“ nachempfinden. Darauf wies der

Dirigent Philippe Jordan in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk hin. Er sieht

übrigens den Skandal, den das Werk bei der Uraufführung 1913 verursachte, weniger in der

Musik begründet, sondern darin, dass dem Publikum „richtiger“ Tanz vorenthalten wurde. Von

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der Choreografie bis zu den Kostümen war alles bewusst primitiv gestaltet – eben so wild

rhythmisch stampfend, wie sich der Komponist ein Ritual einer „Frühlingsweihe“ vorstellte.

Und was das rein Tänzerische angeht, macht eine Klavier-Darbietung eben doch keine

schlechte Figur. Wenn vier Pianistenhände die rhythmischen Strukturen bloßlegen und

aller Orchesterfarben entkleiden, kann man diese wie unter einem Brennglas erleben

(gerade die Polyrhythmik war es ja, die den Ruhm des Stückes mitbegründete: Strawinsky

schichtet und überlagert oft mehrere gegenläufige Rhythmen). Was aber noch wichtiger

erscheint: Der „Sacre“ gewinnt gerade unter vier Pianistenhänden über weite Strecken einen

impressionistischen Zauber, eine exotische Aura, die neben der Orchesterversion bestehen

kann. Keine Instrumentalfarben – nur das pure Farbenspiel der Akkorde kitzelt dann das Ohr.

Das Klavier – als klangschönes, nobles Instrument bürgerlicher Salons – schließt also eine

durchaus bizarre Freundschaft mit der Klangwelt des Primitiven, wenn es Strawinskys

„Sacre“ anstimmt. Und natürlich kommt der „heidnische Wilde“ etwas gezähmt daher,

wenn er quasi in einen Smoking gekleidet wird. Aber einen solchen trugen Strawinsky und

Debussy womöglich auch bei jener Party, als die zwei Meister sich pianistisch in diese Wildheit

versenkten. Einen „schönen Alptraum“ soll Debussy diese Erfahrung genannt haben. Und wer

weiß: vielleicht war für ihn nur das Klavier das eigentlich Schöne daran …

Arndt Zinkant

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TWO4PIANO

Als sich Katerina Moskaleva und Alexey Pudinov trafen, war es, als kämen zwei verschiedene ​

Naturkräfte zusammen: weiblich und männlich, Ebbe und Flut, Feuer und Wasser – Elemente​

wie Yin und Yang, die im Klavierspiel zu einem neuen Ganzen verschmelzen.

Beim Rheingau Musikfestival fielen Katerina und Alexey einander erstmals ins Auge; ​beide

Pianisten gaben dort ihr Debüt mit dem renommierten Klarinettisten und Komponisten Jörg

Widmann. Kurz darauf gründeten die aufstrebenden Musiker das Klavierduo TWO4PIANO.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Organisation Yehudi Menuhin Live Music Now nahm das

frisch gegründete, in Frankfurt ansässige Klavierduo in ihr Förderprogramm auf. ​

Nur zwei Jahre später​erspielten sich Katerina und Alexey den Ersten Preis der North West

International Piano Ensemble Competition 2018 in Vancouver, Kanada. Und als Gewinner

der Crowfunding-Initiative „kulturMut“ erhielten die beiden Musiker eine weitere wichtige

Förderung.

Das alles gelang TWO4PIANO in nur zwei Jahren. Wer die Dynamik dieses Duos erlebt,

den überrascht das nicht. Und dass beide eine Liebe zu Tanz und Rhythmus fühlen, passt

wunderbar dazu. Es spiegelt sich auch in ihren Programmen wider – so wie auf ihrer aktuellen

CD „Evocation of Dance“.

www.two4piano.com

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KATERINA

KATERINA MOSKALEVA

Russland ist als Heimat bedeutender Pianisten legendär. Dem ​einfühlsamen​ Spiel von Katerina

Moskaleva hört man es an: Sie ist gebürtige Russin und hat die berühmte Klavierschule ihrer

Heimat früh genossen. Doch ihre vielseitigen Begabungen machten vor dem Klavier nicht

halt – denn auch Malerei und Tanz ​gehörten zu Katerinas Ausbildungen​.

Nach ihrem Abschluss mit Auszeichnung an der renommierten Gneseny Musikschule in

Moskau absolvierte Katerina die Musikhochschulen in Hamburg und Frankfurt. Weitere

Impulse erhielt die junge Pianistin ​von namhaften Musikern wie Oliver Kern, ​Helmut Deutsch,

John Perry, Jörg Widmann und Angelika Merkle. Was den anspruchsvollen Bereich des

Klavierduos angeht, kann Katerina auf die herausragende Pianistin Lilya Zilberstein verweisen,

eine Duo-Partnerin von Martha Argerich.

Katerina Moskaleva wurde mehrfach preisgekrönt: ​unter anderem gewann sie​Preise beim

Steinway Klavierwettbewerb​, ​dem internationalen Wettbewerb „Verfemte Musik“ und ​dem

Internationalen Klavierwettbewerb Hans von Bülow.

Die leidenschaftliche Solistin und Kammermusikerin liebt das Reisen. So führte ihr

künstlerischer Weg sie ​nicht nur durch ganz Europa, sondern auch​nach Kanada ​und ​Israel

und zu zahlreichen Festivals – darunter das „Rheingau Musik Festival“, „SoundSCAPE Festival”

in Italien, „Musik på Bosjökloster“ in Schweden oder das „Puplinge Classique Festival“ in der

Schweiz.

Im Zusammenspiel mit jungen Orchestern wie der Jungen Norddeutschen Philharmonie

und als Gründerin mehrerer Kammermusikensembles sowie in enger Zusammenarbeit mit

verschiedenen Künstlern bei Tanz- und Schauspielprojekten, unter anderem am Schauspiel

Frankfurt und dem Konzerthaus Berlin, beweist Katerina ihr unerschöpfliches künstlerisches

Potenzial.

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ALEXEY

ALEXEY PUDINOV

Alexey Pudinov ist ein musikalisches Multitalent. Eine unbändige Energie bestimmt

sein Musizieren wie auch seine Projekte. So gründete er etwa „AD Festival Days“, ein

Kammermusikfestival in Manchester. Außerdem ist er Mitbegründer mehrerer Kammermusik-

Ensembles. „Ohne Kammermusik kann ich nicht leben“, sagt er. Ohne andere künstlerische

Ausdrucksformen auch nicht. Daher begeistert sich der junge Pianist neben der Musik auch

für Fotografie.

Alexeys Vielseitigkeit spiegelt sich auch in seiner Ausbildung wider: Mit insgesamt sechs

Musikabschlüssen hat der Musiker die Klavierschulen dreier Länder in sich vereint: Deutschland

(HfMDK Frankfurt), England (RCM London und RNCM Manchester) und selbstverständlich

auch die legendäre russische Klavierschule.

Wichtige künstlerische Impulse erhielt er u. a. durch Norma Fisher, Elisabeth Leonskaja,

Bernhard Wetz, Angelika Merkle, Leon Fleisher, Kelly-Marie Murphy und Jörg Widmann

sowie in seiner Funktion als Solist mit Orchestern wie z. B. dem Simfonični Orkester RTV

Slovenija, dem Sinfonieorchester Gießen und dem BBC Philharmonic Orchestra. Zu Alexeys

Kammermusikpartnern zählen renommierte Musiker wie Lara Boschkor, Jonathan Crow,

Benedict Klöckner, Johannes Moser und das Eliot Quartett.

Alexey ist ein Kosmopolit, der das Reisen schätzt und überall auf der Welt konzertiert. Auf

vielen renommierten Festivals war er bereits zu hören, darunter das Rheingau Musik Festival,

Toronto Summer Music Festival und das Schleswig-Holstein Musik Festival. Auszeichnungen,

die er auf Wettbewerben errang, führten ihn nach Kanada, Nordamerika, Finnland,

Deutschland, Österreich, Italien und in die Tschechische Republik. So gewann Alexey Pudinov

den „Gershwin Best Performance Prize“ 2015 in New York, den Steinway-Preis 2014 und den

Ersten LMN Menuhin Preis 2016 in Frankfurt.

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EVOCATION

OF DANCE

DANCE ON IVORIES

A spray of Broadway melodies, a fantasia of blissful Viennese waltzes, an impressionistic

habanera, a “doubted Polka” – all together on one recording, completely in harmony with

possibly the most infamous musical scandal: Igor Stravinsky’s ballet “THE RITE OF SPRING”!

How does all this go together? At first glance, not at all. However, the piano duo TWO4PIANO

creates more connecting references on its debut CD than are noticeable at first.

First of all, there is the fixed musical star of Igor Stravinsky that everything else to revolves

around. The other composers circle around this ingenious, style-defining Russian exile in one

way or the other – with Claude Debussy leading the way. It was Debussy, after all, with whom

Stravinsky personally played the first performance of the “Rite” in a piano version; however, in

a version for piano four-hands (the present recording is played on two pianos). The delicate,

poetic musician is said to have called this experience a “beautiful nightmare” later on. His own

onomatopoeia is represented in the piece “LINDARAJA”.

Alexandre Tansman (1897–1986), a Polish exile, was a friend and admirer of Stravinsky too. He

was even acquainted with him to such an extent that he wrote his biography; it was published

in Paris in 1948. Tansman was in contact with other famous colleagues, too, such as Béla Bartók

and Darius Milhaud. In addition to that, Tansman succeeded in writing nine symphonies, a

“magical” number. Being a multi-talented composer, Tansman wrote quite a number of pieces

of film music, too, when living in Hollywood. It fits, therefore, that in 1941, after spending some

years in Paris, the Polish exile immigrated to the United States with the assistance of Charlie

Chaplin. Nevertheless, it is those years in Paris that are most audible in his “FANTAISIE SUR LES

VALSES DE JOHANN STRAUSS” (comparing it to Ravel’s “La Valse”, for example).

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Incidentally, not only did Tansman know Chaplin in person, but also George Gershwin. To him

the piano duo includes an homage as well: Igor Mayevsky’s “FANTASY ON GEORGE GERSHWIN’S

SONGS”. The two musical pieces correspond perfectly. On the one side, blissful Viennese waltz;

on the other side, light and sweet Broadway sound. Taking TWO4PIANO’s performance, the

lack of dolce string music does not matter at all. And how does Igor Stravinsky fit into this? The

brilliant, aspiring song writer got to know the no-less-brilliant Russian in Paris in 1928. Eager

to learn, he intended to expand his knowledge of composition technique. This, however, never

happened. In light of the considerable financial success of his colleague, Stravinsky is said to

have exclaimed: “Maybe it should be rather me taken lessons from you than than the other

way round.” Almost all the musicians on this CD were personally known to Igor Stravinsky –

and, for the most part, amongst each other as well.

One exception is Stefan Young. Young is a contemporary composer, and professor of music

theory and composition at Rider University in America. His two-minute-long musical delicacy

“POLKA?” could be considered as a mere addition. Or, just as easily, it might be the central

motto of the CD’s musical program. That is because dance and rhythm matter to Katerina

Moskaleva and Alexey Pudinov as a common theme. Obviously, the musical piece “Polka?”

has rhythmical drive, particularly in the infectious performance of TWO4PIANO. In 2018, the

duo won the first prize of the North West International Piano Ensemble Competition with this

piece. Young’s brand new piece was written especially for this occasion. For Moskaleva and

Pudinov it was love at first sight. The polka is waggishly based on the children’s song “London

Bridge is falling down”, and even interweaves Beethoven’s fateful “Tatata-taaah”. But the two

pianists emphasize the piece’s rhythm. In a departure from convention, the typical two-four

time of the polka is regularly interrupted. In this way, Stefan Young constantly questions the

piece’s dancing character. The duo is sure: the question mark, therefore, is meant quite literally.

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And does this question mark not suit all dances on this album? In Tansman’s “Strauß fantasia”,

for example, the composer does not seek to recreate the bliss of Viennese waltz one-toone

by transforming it from violin strings to piano strings. At the beginning, the “Emperor

Waltz” dreamily develops out of the descant before turning en passant into scale movements.

Finally, the waltz time is allowed to sway back and forth. Tansman is a smooth operator here:

admittedly, he does not turn to impressionism as much as Ravel does in his piece “La Valse”.

But his cascading sounds, which he coaxes out of the ivories, do not form the pure, melodic

blessed apotheosis of a Viennese waltz. Though it is present in the full-handed chords, it is also

hidden behind a veil at the same time. Apparently, the composer does not aim for stringing

together a “best ofof waltz subjects. On the contrary, the “Emperor Waltz” is the pivotal

element of the piece.

From Vienna to New York City – more precisely, to the Broadway that George Gershwin had

taken by storm. And here we right in medias res: I got rhythm! In contrast to Tansman, Igor

Mayevsky keeps quite close to both the charm and character of the original in his arrangement.

The fantasia even appears to be arranged by Gershwin himself in various parts. Neither are his

enchanting melodies glossed over by impressionistic means, nor do they get into a vortex of

improvisation, the way it is performed in the jazz clubs of New York City. The “Rhapsody in Blue”

occurs, of course, although only vaguely. And if anyone initially thought that Gershwin’s most

famous piece of music would dominate the fantasia, or swoosh in like a big finale, they were

fooled. Once again, this piece is not a compendium of “greatest hits”. This fantasia meanders

around, lost in thought, as if looking for the definite “mood” of a Gershwin song. A mood,

similar to those beautiful nostalgic monochrome pictures, maybe, that Woody Allen created

in his movie “Manhattan”.

Talking about mood, the impressionism of Claude Debussy is not far off, as well. Admittedly,

in “LINDARAJA”, a piece for two pianos, playing with different tonal colours is only a minor

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issue – exoticism is a much greater feature. Debussy imbibed everything from baroque

music to Javanese gamelan music. In this piece he focuses on Spain; more precisely, on the

architectural attraction of the Alhambra in Granada. The name refers to one of the exquisite

pieces of architecture in the palace, known as the Lindaraja Courtyard. Although the composer

knew the Alhambra only by illustrations, this was enough to appeal to his imagination. This was

understandable as the Spanish atmosphere had been in vogue in Paris in those days. Debussy

succeeds in connecting compositional strength with dancing spirit. This is very much due to

the slow habanera-rhythm being quite familiar to the French audience since Bizet’s “Carmen”.

As mentioned before, Claude Debussy had his share in the history of “THE RITE OF SPRING”

as he was performing the score four-handed together with Stravinsky at an evening party.

Debussy played the bass part then. It is a venerable tradition, therefore, to trust this “piece of

scandal” to the piano. Numerous recordings with two pianists at two pianos certify this.

But why unglue the “Rite” from the orchestra? Isn’t it only due to the complex, colorful sound of

instruments that enables us to experience the elemental force, conjuring up the pagan Russia

from ancient times? When the maiden girl on stage immolates her own life by dance to the

god of spring, the orchestra literally explodes. The brass blare strident dissonances, the timpani

thunder as if unleashed. Possibly even more ingenious are the quiet passages. The high-scored

fagot solo was not chosen by chance, but because it could represent ancient wooden pipes.

This was pointed out by the director, Philippe Jordan, in an interview he gave to the Bavarian

Broadcasting Corporation. In his opinion, the main scandal, which the piece caused at its first

performance in 1913, was less due to its music but more to the fact that it lacked “real” dance

as expected by the audience. Everything was designed in a primitive style, from choreography

to costumes. The composer was imagining a “rite of spring” with wild and rhythmic stamping.

And, concerning rhythm, the piano does not cut a poor figure at all. When the pianists’ four

hands strip the music of all orchestral sounds and lay bare the pure rhythmical structures, one

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is able to experience them much more directly. It was the piece’s polyrhythms, after all, that

explain its fame: Stravinsky often uses several opposing rhythms, one superimposing on the

other. But what seems even more important: performed on piano four-hands, the “Rite” gains

an impressionistic kind of magic, an exotic aura which is able to compete with the orchestra

version. No instrumental sounds but only pure, colourful chords tickle the listener’s ears.

The piano, a noble instrument of a bourgeois salon, thus forms a bizarre friendship with the

primitive by performing Stravinsky’s “Rite”. And of course, the “pagan wild” comes in somehow

tamed when quasi-dressed in tuxedo. But Stravinsky and Debussy were possibly dressed

much the same during that night when the two of them were immersed in playing. And who

knows: maybe the real beauty he found in his “beautiful nightmare” was the beauty of the

piano.

Arndt Zinkant

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TWO4PIANO

When Katerina Moskaleva and Alexey Pudinov met for the first time, it was as if two forces of

nature got together: female and male, low tide and high tide, fire and water – elements like yin

and yang that blended into a new entity by playing piano.

It was at the Rheingau Musik Festival that Katerina and Alexey came to each other’s attention

for the first time. There, both pianists were giving their debuts together with the famous

clarinetist and composer, Jörg Widmann. Shortly afterwards, the two aspiring musicians founded

the piano duo TWO4PIANO. After that, everything went quickly. The organization Yehudi

Menuhin Live Music Now added the freshly founded duo, domiciled in Frankfurt, to its support

program. Only two years later, Katerina and Alexey won the first prize of the North West International

Piano Ensemble Competition 2018 in Vancouver, Canada. As winners of the crowdfunding

initiative “kulturMut”, the two received a further significant funding.

This all took place over only two years. Experiencing the duo’s vibrancy, this doesn’t come as a

surprise. That both musicians feel love for dance and rhythm makes them a fabulous match.

This becomes apparent in their programs and is also true for their recent CD, “Evocation of

Dance”.

www.two4piano.com

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KATERINA

KATERINA MOSKALEVA

Russia is legendary for its famous pianists. This background is apparent in Katerina Moskaleva’s

sensitive playing. She is a native of Russia, having enjoyed the famous piano school of her

home country quite early. Her talents did not stop at the piano, for painting and dance were

part of her education as well.

After graduating with honors at the famous Gneseny music school in Moscow, Katerina completed

her education at the music colleges of Hamburg and Frankfurt. She received further

inspiration from well-known musicians like Oliver Kern, Helmut Deutsch, John Perry, Jörg Widmann,

and Angelika Merkle. One of Katerina’s most significant mentors is Martha Argerich’s

duo partner, pianist Lilya Zilberstein.

Katerina Moskaleva has won multiple awards. For example, she carried off prizes at the Steinway

piano competition, the international competition “Verfemte Musik” (ostracized music),

and the international piano competition “Hans von Bülow”.

The passionate soloist and chamber musician loves travelling. Her artistic life has led her not

only through all European countries but to Canada and Israel as well. She has attended numerous

festivals, including the Rheingau Music Festival, the SoundSCAPE Festival in Italy, the

Musik på Bosjökloster in Sweden, and the Puplinge Classique Festival in Switzerland.

She demonstrates her inexhaustible capability by associations with young orchestras (i.e. the

Junge Norddeutsche Philharmonie), in founding several chamber music ensembles, and in

collaboration with various artists at dance projects and theatrical performances (e.g. at the

Schauspiel Frankfurt or Konzerthaus Berlin).

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ALEXEY

ALEXEY PUDINOV

Alexey Pudinov is a multi-talented musician with boundless energy and creativity not just for

his own playing but for other musical projects. He founded the “AD Festival Days”, a chamber

music festival in Manchester, and is also cofounder of several chamber music ensembles. “Without

chamber music, I cannot live”, he says. This is true for other artistic ways of expression as

well; apart from music, the young pianist loves photography.

The depth of Alexey’s background becomes apparent in his education. With six musical degrees

in total, the musician attended the prestigious music colleges of three countries: Germany

(HfMDK Frankfurt), England (RCM London & RNCM Manchester), and naturally, Russia.

He received important musical encouragement from Norma Fisher, Elisabeth Leonskaja,

Angelika Merkle, Bernhard Wetz, Leon Fleisher, Kelly-Marie Murphy and Jörg Widmann. Joining

orchestras like the Simfonični Orkester RTV Slovenija, the Sinfonieorchester Gießen, and

the BBC Philharmonic Orchestra as soloist has been a significant experience for him, too. His

chamber music partners are famous musicians like Lara Boschkor, Jonathan Crow, Benedict

Klöckner, Johannes Moser, and the Eliot Quartet.

Alexey is a cosmopolitan who appreciates travelling and who gives concerts all around the

world. He attended numerous prominent festivals, like the Rheingau Musik Festival, the Toronto

Summer Music Festival, and the Schleswig-Holstein Musik Festival. Competition awards led

him to Canada, the United States, Finland, Germany, Austria, Italy, and to the Czech Republic.

He won the “Gershwin Best Performance Prize” 2015 in New York, the Steinway Prize 2014, and

the First LMN Menuhin Prize 2016 in Frankfurt.

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