ART-Buch KARG PATRICIA

KargPatricia

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

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© 2010 Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck

Umschlaggestaltung: Patricia Karg, Thaur, www.karg-patricia.com

Layout und digitale Gestaltung: Sabine Penz, Wien

Fotografie: Gerda Eichholzer, Innsbruck, München, www.gerdaeichholzer.com; Peter Jenni, Zürich

Privatfotos: Reinke Weber, Innsbruck; Herbert Gyss, Innsbruck; Monika Wittib, Innsbruck; Patricia Karg, Thaur; u. w.

Bildbearbeitung: Simona Obholzer, Wien

Digitale Aufbereitung und Archivierung des jahrzehntealten Fotomaterials: Andreas Usel, Innsbruck

Lektorat: Tyrolia Verlag, Innsbruck

Druck: Alpina Druck, Innsbruck

Bindung: Conzella, München

© 2010 Tirol Werbung GmbH, Innsbruck

ISBN 978-3-7022-2788-3

E-Mail: buchverlag@tyrolia.at

Internet: www.tyrolia-verlag.at


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k a r g

p a t r i c i a

a u s a p e r n

B i l d h a u e r e i

M a l e r e i

G r a f i k


6


geschaffen INHALT

angeordnet als Entwicklung Verwandtschaften und Prozessabfolge

mir ein Anliegen 9 Vorwort

beobachtend kommentiert 10 Gästetexte

ausapern 20 Patricia Karg erzählt

steht zu einer Verwendung bereit 21 ein leeres Blatt

umdenken 23 der kreative Prozess

zeichnend berichten 30 Grafik

abfolgend werkvoll 50 Bildhauerei

abformen 64 Gips

Farbe modellieren 70 Terralitho

wachsen 106 Säule

hineinfließen, begehen 122 Raum

rundum erleben 132 Platz

vollenden 139 Kugel

kreisen 144 Scheibe

sich wölben 146 Schale

veredeln 148 Bronze

öffnen und verzweigen 170 Blech

beflügeln 175 Vielfalt

durchleuchtet, geschichtet und gefügt 176 Glas

gekleidet 190 Fassade

um uns 204 Umraum

erleben in Farbe 232 Gemälde

prägnant 332 Plakat

gelb, orange, rot, blau, grün 334 Impressionen

lebhaft 340 Biografie

eingebunden 341 Mitgliedschaften

exponieren 342 Ausstellungen

auflisten 344 Werkverzeichnis

thematisieren und suchen 348 Stichwortverzeichnis

und in Buchform gebracht 350 Layoutkonzept

einzutragen 352 Sammlerblatt

dankbar unterstützt 354 Sponsoren


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Allen meinen Gönnern

UND GÖNNERINNEN

ist dieses Buch gewidmet.

Durch ihr Vertrauen konnte

vieles verwirklicht werden.

Mit diesem Buch möchte ich Ihnen meine Dankbarkeit und

Freude an meiner Arbeit mitteilen und Sie ganz herzlich in meine

Werkstatt einladen.

Bildhauerin und Malerin bin ich geworden – und schon seit meiner

Kindheit kann ich mich dieser Aufgabe nicht mehr entziehen.

Dieses Buch ist ein Werk für sich. Eine Ordnung ist weder nach

Sparten oder Techniken noch nach vollständiger Archivierung angestrebt.

Jede Doppelseite soll in ihrer eigenen Weise einladen.

Im Buch sind meine Gedanken um das Entstehen der Arbeiten

ebenso wie persönliche Erzählungen und eine Vielfalt an Werken

gesammelt.

Die leeren Seiten in diesem Buch sollen Sie einladen, Ihren

Gedanken Raum zu geben. Sie sollen zu Ihrer Verwendung stehen,

für Ihre Notizen, für Ihre Widmungen, für Ihr eigenes Kunstwerk.


Prof. Norbert Siegfried Amerstorfer

Maler, Grafiker und Schriftsteller

Hall in Tirol im Sommer 1990

Ing. Lothar Bitschnau

Unternehmer und Erfinder

Nenzing im August 2010

Für Patricia Karg strömt Bild, Akt und Skulptur aus

einer ergiebigen Quelle aus Geist, Dynamik und

einer sehr empfindsamen Seele. Dabei steht sie

fest und unerschütterlich in der Realität des bildhaft

natürlichen Ausdrucks.

Gottlob – ohne Allüren.

Als Kinder spielten wir,

arbeiteten, unbemerkt und oft ohne Anerkennung.

Aufmerksam, konzentriert,

voller Motivation und Energie

schufen wir Werke und glückliches Leben

– Teil der Erinnerung.

Die Spannung aus Neugier und Sehnsucht

lief unserem Schöpfen voraus und

zog uns Spur in junge Welten.

Patricia spielt noch immer, im kleinen Kreise Auserwählter,

die es nicht lassen können,

Körperseelen Form zu geben und Farbenwesen einzukleiden

... unseren Augen Glanz zu schenken.

... und wir, wir atmen tiefstes Glück, ihr Werk zu kennen.

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Dietmar Hosp

Galerist

Nassereith/Tirol im Oktober 1992

Brief:

Engelbert Gitterle

Bildhauer

Urgen im Oktober 1992

Durch die Empfehlung eines Bekannten, Univ.-Prof. Dr. Werner Lindinger,

lernte ich die Künstlerin Patricia Karg im Jahr 1992 kennen.

Wir trafen uns in Nassereith und saßen einige „Nachtstunden“ vor

dem flackernden Feuer unseres Außenkamins hinter unserem

Haus. Nach einigen Gläsern Wein entstand eine äußerst angeregte,

positive und offene Unterhaltung, und wir beschlossen, eine Ausstellung

mit neuen Bildern, Skulpturen und Grafiken der Künstlerin

zu organisieren und im Oktober desselben Jahres zu präsentieren.

Die Ausstellung verlief sehr erfolgreich, obwohl die Künstlerin im

Tiroler Oberland mehr oder weniger noch unbekannt war. So heißt

es im Text einer Oberländer Lokalzeitung als Schlusssatz: „So ist

es dem Galeristen Dietmar Hosp wieder einmal gelungen, Werke

einer jungen Künstlerin der breiten Öffentlichkeit vorzustellen!“

Am letzten Tag der Ausstellung lud Patricia Karg zu einem Vortrag

in unserer Galerie ein und berichtete in überzeugender Weise

über ihre künstlerische Tätigkeit.

Der Oberländer Künstler Engelbert Gitterle verließ, ohne sich zu

verabschieden, kurz nach dem Ende des Vortrages die Galerie.

Nach zwei Tagen bekam ich folgenden Brief:

Lieber Dietmar, Urgen, 12.10.1992

ich habe gestern die Galerie kurz nach dem Vortrag von Patricia Karg

verlassen. Ich wollte mich keinen Gesprächen mehr aussetzen. Ich

war sehr berührt von der Ausstrahlung dieser großen, gescheiten,

äußerst positiven, ja wirklich genialen Frau, von ihrer Arbeitskraft,

ihren Lebensanschauungen!

Ich sehe in ihr derzeit die größte Begabung in Tirol. Freilich, das

Salz des Lebens hat sie noch nicht gekostet. Seien wir darüber

froh. An ihr bewundere ich vor allem, was mir seit je abgegangen

ist – ihr Selbstbewusstsein, das aber äußerst sympathisch, nie verklemmt,

hemmungslos oder arrogant wirkt. Ich freue mich, dass

der Schöpfer immer wieder solche „Mozarte“ hervorbringt.

Dir gratuliere ich herzlich, freue mich auch über Deinen Erfolg und

grüße Dich und Deine liebe Frau!

Engl Gitterle

Patricia Karg gehört inzwischen zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten

Tirols und ihr Schaffen ist längst auch über die Grenzen

unseres Landes hinaus geschätzt und anerkannt!


Dr. Reinhold Stecher

Altbischof

Rum im Dezember 2005

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Wenn ich das Werk Patricia Kargs betrachte, möchte ich nicht so

tun, als wäre ich ein Kunstexperte. Ich bin es nicht.

Ich vermag nicht, mit treffenden Worten kunstgeschichtliche Bezüge

und geistvolle Hintergründe aufzudecken. Dazu fehlt mir das

Fachwissen.

Ich muss die Dinge mit der Naivität des schlichten Betrachters

und einem gewissen seelsorgerlichen Gespür ins Auge fassen.

Und von daher weiß ich, dass unsere wohlorganisierte, technisch

perfekte und mit tausend Wortfetzen vernetzte und trotzdem

ziemlich anonyme und vermasste Welt Gegengewichte braucht.

Eine dieser Gegengewichte ist jene Art von Kunst, die uns verstehend

anspricht und ermunternd grüßt (es gibt ja auch Formen,

die nur verstörend belasten und Abgrund, Düsterheit, Ausweglosigkeit

und Ekel präsentieren).

Das Werk Patricia Kargs grüßt mit Farben, Formen und Ideen den

Menschen in der Welt von heute und macht damit das Leben ein

wenig humaner, ohne das Schwere des Daseins wegzuschönen.

Und im Bereich moderner religiöser Kunst gehört sie zu jenen, die

die Brücke zu den Menschen zu schlagen verstehen. In der kirchlichen

Kunst ist diese Fähigkeit ja immer besonders gefordert, weil

Kirchenbesucher nicht einfach mit jenen identisch sind, die sachkundig

durch Galerien wandern.

Jedes Mal, wenn ich den Brunnen in der Eingangshalle unserer

Privatklinik in Hochrum sehe, mit der kreisenden Kugel in den

farbigen Bögen, geht ein Hauch von tröstlichem Leben durch das

Krankenhausfoyer, eine ferne Erinnerung an jenen Regenbogen,

den Noah nach der Sintflut als Zeichen des Bundes über dieser

belasteten Welt gesehen hat. So ergreife ich gerne die Gelegenheit,

hier für diese Kunst zu danken.


Dipl.-Ing. Norbert Heltschl

Architekt

Imst im Oktober 2006

Es war gerade noch rechtzeitig, als meine architektonischen

Aktivitäten durch den Auftrag zur Umgestaltung des inzwischen

50 Jahre alten Tivolibades herausgefordert wurden.

Ich habe unter der Bedingung angenommen, dass das Gesamtkunstwerk

(BAUHAUS) als Klassische Moderne im Zusammenwirken

mit Künstlern gestaltet werden kann. Dies geschah schon

mit hervorragenden Künstlerinnen und Künstlern beim Neubau,

die dann auch konsequent dieses mein Vorhaben im Sinne des

Gesamtkunstwerkes realisiert haben.

Das künstlerische Wirken von Patricia Karg als Malerin, Bild hauerin

und Grafikerin war mir aus Katalogen, Ausstellungen und durch

Arbeiten im öffentlichen Raum bekannt. Patricia Karg schien für

mich aufgrund ihrer allseits geschätzten und gelobten Gestaltungen

für die Zusammenarbeit hoch qualifiziert und geradezu prädestiniert

zu sein. Die Vielfalt ihrer künstlerischen Zeugnisse ebenso wie ihr

experimentelles Werk sind Bestätigung für ihren virtuosen Umgang

mit Farben und Formen. Gerade das Experiment ist – in all seinen

Erscheinungsformen – das eigentliche Freiwerden geistiger Möglichkeiten

aus den Klammern eines einseitigen, letztlich primitiven

Intellektualismus.

Mit künstlerischen Erfahrungen solchen Ursprungs konnte sodann

auch völlig frei und unbeschwert ein Gestaltungskonzept ent wickelt

werden.

Und am Ende dann das überzeugende Resultat: Patricia Karg hat

die Farbe gekonnt in das Erscheinungsbild der Architektur integriert.

Sie hat durch die relativ neutrale, aber sehr bewusst gesetzte Farb gebung

eine über zeitgeistige Tendenzen hinaus reichende Lang lebigkeit

erreicht – weder Zeitgeist noch Zeitentwicklung noch kurz fristige

Mode erscheinungen können diese Form der Eigen ständigkeit,

diesen ganz persönlichen Zugang, gefährden. So ge sehen war für

mich die Erfüllung eines Gesamtkunstwerkes ge geben.

So wenig man KUNST in Worte fassen kann, so sehr beeindruckt

mich das Bekenntnis von Patricia Karg:

„Durch meine Arbeit möchte ich den GEIST der Menschen er bauen

und weiten. Meine Werke sollen Nahrung für die SEELE sein.“

Die Kunst unserer Zeit muss MODERNE, von uns geschaffene

Formen widerspiegeln, die unserem Anspruch, unseren Intentionen

entsprechen und diese veranschaulichen. Es gilt nicht nur

zu erkennen, sondern es gilt zu erfühlen. Die bloße Übernahme

des Sichtbaren kann nicht die Herausforderung sein. Der Inhalt

erschließt sich nur durch die Auseinandersetzung mit dem hoch

qualifizierten künstlerischen Werk.

Zum Schluss noch eine Bemerkung betreffend meiner Liebe zum

grafischen Werk von Patricia Karg.

Anlass sind die hervorragenden Bleistiftzeichnungen aus dem

Jahr 1993, die Patricia Karg mit folgenden Worten unterstreicht:

„Einen Strich zu ziehen bedeutet, einen Gedanken haben, eine

Vorstellung zu haben und diesen zu folgen ... Es gibt nur eine

Sache, die edel ist und unserem Wirken zugrunde liegt, das ist die

Zeichnung.“

Und diese ihre Erkenntnis sollte auch für die ARCHITEKTUR

gelten, welche sich vom Gigantismus zum Minimalismus bewegen

möge.

Ich jedenfalls freue mich auf den Kunstkatalog und bin natürlich

schon gespannt auf die entsprechende Würdigung der hoch

qualifizierten künstlerischen Zeugnisse von Patricia Karg. Denn

es ist eine Liebeserklärung an die Schönheit.


Robert Schneider

Schriftsteller

Götzis im Januar 2006

Die Farbe des Fühlens –

eine Note zu Patricia Kargs Arbeiten

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Mit beharrlicher Regelmäßigkeit verstößt die Malerin und Bildhauerin

Patricia Karg gegen den feuilletonistischen Kanon der

zeitgenössischen Kunst. Indem sie dem allgemein verbindlichen,

strukturell-reduktiven Konzept von Kunst eine geradezu explodierende

Fülle an nicht kongruenten Farben und Formen entgegenhält,

wird sie zu einem „Fall“ in der österreichischen Gegenwartskunst.

Ihre Arbeiten erregen ebenso viel Bewunderung

wie sie Ärgernis und Kopfschütteln provozieren. Kargs Werk ist

von einer derart wuchtigen, exaltierten Buntheit, dass es manch

einem Sachverständigen den Atem verschlägt. Da wird schnell

eine Schublade aufgetan, und auf der Schublade steht mit kalligraphischer

Schrift: Emotion ist gleich Irrationalität.

Der Kunst das Fühlen zu verbieten heißt aber, die Kunst überhaupt

abschaffen. Das ist der theoretische Kunst- und Architekturdiskurs

der letzten sechzig Jahre. Indem man glaubt, die Kunst von der

Emotion abspalten zu können – Emotivität führt angeblich in die

Barbarei –, hofft man eine Kontrollinstanz gegen alles Bedrohliche

und Angstmachende zu haben. Aber Gefühle sind nicht linear,

von sachlicher und struktureller Transparenz. Ganz im Gegenteil!

Gefühle erzeugen – sofern man von theoretischen Konzepten

verstellt ist – zuallererst Unbehagen. Nirgendwo sonst wird in

unserem Alltagsleben so verhohlen emotional gestritten wie über

Kunst. Freilich immer unter dem Deckmantel einer Autorität, die bei

genauerem Hinsehen und Nachfragen ihre ästhetischen und gesellschaftlichen

Prämissen nicht erklären kann, geschweige denn

will. Das wäre dann wie mit dem Märchen von dem Kaiser und seinen

neuen Kleidern. Kunst kann nicht gemessen, ge wogen oder

irgendwie berechnet werden. Niemand kann empirisch beweisen,

was gute Kunst ist oder eben schlechte. Geadelt wird Kunst im

schamlosesten Fall durch den Kunstmarkt. Wenn das Bild eines

bisher unbekannten Künstlers 2.000 Euro kostete und in drei

Jahren plötzlich 200.000 Euro kostet, muss an dem Bild wie an

dem Künstler schon was dran sein ...

Patricia Karg ist eine Künstlerin, die sich um den theoretischen

Diskurs wenig schert, weil dieser Diskurs dem Kunstschaffenden

an und für sich fremd ist. Sie kommt mit diesem Diskurs – und den

Verletzungen wie den Freuden, die daraus resultieren – immer nur

dann in Berührung, wenn das Bild gemalt, die Skulptur gegossen

ist und sich also auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten behaupten soll.

Den Schaffensprozess selbst tangiert das wenig. Emil Nolde soll

einmal gesagt haben, das Entwürdigendste sei ihm stets gewesen,

ein Aquarell erklären zu müssen, um dafür einen günstigen

Preis zu erzielen. Und darin liegt eine sehr tiefe, schmerzliche Erkenntnis.

Die Kunst unserer Zeit scheint ihrem ureigenen Medium

nicht mehr zu vertrauen – nämlich der Wortlosigkeit. Sie bedarf

offensichtlich der Adelung durch das Wort. Sie braucht die Krücke

eines theoretischen Unterbaus. Viele Geister müssen zuerst über

das Kunstwerk reden, ehe es etwas gilt. Es muss durch die Medien

gegangen sein, in provozierender oder nicht provozierender Weise,

wie auch immer. Dann erst ist der Künstler etwas wert.

In diesem Sinn ist Patricia Kargs Kunst nichts wert, behält nämlich

ihre Unschuld und bleibt unverdorben. Und es ist dieser ungestümen

Künstlerin nur zu wünschen, dass ihr all der unerschöpfliche

Reichtum an Farben und Formen erhalten bleibt. Der eben

erwähnte Emil Nolde soll auch gesagt haben, dass, als gewisse

Kreise seine Aquarelle plötzlich zu sammeln anfingen, er unter

großer Irritation gelitten habe. Ein Leben lang habe er gegen den

Geschmack der Zeit gemalt und nun werde er plötzlich Geschmack

der Zeit. Da könne etwas nicht mehr stimmen an seiner Arbeit.


Mag. Dipl.-Ing. Thomas Häusle

Direktor der Kunsthalle Wien

Präsident des Vorarlberger Kunstvereines

Dornbirn im Februar 2006

Patricia Karg wünscht sich, Menschen durch ihr Werk zu beseelen.

Dieser Mission folgend ist ihr ein besonderes Kunststück gelungen.

Ein Kunststück höherer Ordnung gleichsam. Sie beseelt einerseits

eine stets wachsende interessierte Gemeinde aus Kunstliebhabern

mit ihren Werken, sie beseelt jeden, der mit ihr in Kontakt tritt

persönlich und sie beseelt sich selbst, indem sie sie sich in ihrem

Schaffen immer aufs Neue findet und manifestiert. Authentizität

zwischen Mensch und Werk, stete Präsenz der Absicht und Kongruenz

zwischen emotionaler Absicht und künstlerischer Wirkung

prägen das Werk und das Leben von Patricia Karg.

Die künstlerischen Mittel sind dabei auffallend vielfältig, denn

das Talent sprengt jede feste Definition von Technik und Material.

Skulpturen, Bilder, Objekte, Zeichnungen, Installationen, Inszenierungen

gefertigt auf Leinwand, Textil, Papier geschaffen aus Stein,

Metall, Glas – nein, derart kommt man Patricia Karg und ihrer

Kunst nicht näher, nicht an sie heran. Die Vielfältigkeit der Techniken

und Materialien, der Interessen und Aktivitäten hilft uns nicht,

die Künstlerin zu verstehen, sie hilft uns lediglich, uns zu verirren in

der Ratio möglicher Reflexionen, welche die Künstlerin möglicherweise

provoziert, keineswegs aber beabsichtigt.

„Kunst soll man nicht verstehen, sondern erleben und fühlen“,

meint Patricia Karg. Das ist der Pfad der Annäherung. Der helfende

Faden ist die Leidenschaft, die Lust und die Emotionalität. Darin

allein vereinen sich Material, Farbe, Form und Mensch zum Werk.

Das Positive wird uns dabei nicht vorgetäuscht – es wird uns vorgelebt,

vorgemacht. Die Harmonie und Kraft der Farben stellt sich

bewusst und siegessicher in Konkurrenz zur Aggressivität der Formen

und Materialien.

Die Kunst der Patricia Karg fragt nicht und gibt keine Antworten,

sie deutet nur und zeigt. Sie versucht voller Leidenschaft, es uns

einfach etwas angenehmer zu machen. Und weil es uns so schwerfällt,

das anzunehmen, macht sie es aktiv und intensiv und deshalb

wirkungsvoll und treffsicher. Emotionen sind alles, was diese

Kunst ausdrücken will – Emotionen, Leidenschaft und Lust. Es

ist kein Streben darin zu finden, außer nach Harmonie. Es ist kein

Verständnis gefordert, außer dem gegenseitigen. Es sind keine

Worte notwendig, sondern Gefühle. Es ist keine Reflexion gefragt,

sondern Bereitschaft. Hier wirkt das Bedürfnis eines Menschen zu

erfreuen, zu geben, zu erweitern und zu leben – zu beseelen eben.


Mag. Ilse Abka-Prandstetter

akademische Malerin

Aldrans im März 2007

Wo liegt die Basis eines Künstlers?

Liegt sie dort, wo das Spiel mit Farben und Formen zum Rausch

wird? Oder dort, wo Farben und Formen zum Ausdrucksmittel

menschlicher Erlebnisintensität dienen?

Für mich findet Kunst immer auf dem schmalen Grat statt, wo Verstand

und Emotionen einander begegnen.

Du hast die Frage in Deiner Arbeit immer wieder beantwortet – all

Deine künstlerischen Aussagen stehen als ein Zeichen Deines

Kommunikationswillens. Du arbeitest, nicht um Dich zu be friedigen,

sondern um anderen (wie du selbst sagst) Freude zu machen. Wie

gerecht ist es doch, dass diese Freude auf den Erzeuger zurückfließt!

Ich genieße Deine offene, faszinierende Ausstrahlung. Wie

aus einem angefangenen Bild trittst Du aus Dir heraus und vollendest

Dich in Deinem Äußeren.

Wie war doch eine unserer ersten Begegnungen? Es war bei einem

Wettbewerb, der von der Jungen Industrie für Künstler gestartet

wurde. Und nicht ganz ohne Dein Zutun hab ich damals einen

Preis gemacht, obwohl Du ja selbst mit Deinen Zeichnungen vertreten

warst. Damals wusste ich: Du bist neidlos. Wie selten kann

man das von Kollegen sagen ... Später sind wir uns dann immer

wieder bei Wettbewerben begegnet, und jedes Mal lächelten wir

uns wissend zu – kennen wir doch beide das Spiel vom Glück und

Zufall der Entscheidungen. Wie oft aber konntest Du Dich erfolgreich

durchsetzen.

Du stellst dich auf die Auftraggeber ein und versuchst sie in Deine

Welt zu führen – das ist eine Deiner großen Stärken. Du agierst auf

sie zugehend, bis auch die Erfordernisse des Raumes mit Deiner

Arbeit zu einer Einheit verschmelzen.

Beide singen wir das Lied der Farben, das zur Musik der Augen

werden soll.

Und noch etwas: In einer Bildfigur sich zu drehen, von oben nach

unten, von rechts nach links, um ins Zentrum zu sehen, ist eine

deiner großartigen Bildfindungen.

Ja, das Zentrum zu sehen. – Ist die Welt nicht durchzogen von

Terror und Gewalt? Wie sehr braucht sie die Zeichen der Freude!

Muss man sich nicht immer wieder fragen, ob es notwendig ist,

dass die Kunst auf die dunklen Seiten der Welt den Finger hält

und darin herumwühlt; ist doch die Tragik selbst durch kein Aufzeigen

zu überbieten und deutlicher zu machen.

Zeigt die Welt nicht offen ihre Wunden, wenn man spürt,

wie sehr sie der Fröhlichkeit und Freude bedarf?

Heilt man nicht auch Wunden eher mit Balsam?

Ich hoffe, dass wir in unserer Arbeit dieser Frage nachgehen werden.

In Freundschaft, Ilse

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Dr. Volkmar Käppl

Kunstsammler

Wien im Juni 2007

Baurat h. c. Prof. Hubert Prachensky

Architekt

Innsbruck im Herbst 2007

Mensch sein.

Was ich bei den Kunstwerken von Patricia Karg empfinde.

Mensch sein. Ausgeliefert sein. Dem Schicksal und der Umwelt.

Schmerzen ertragen, Zuwendung erfahren, Geborgenheit ge nießen.

Fragen stellen, Antworten hinterfragen, den Willen durchsetzen.

Scheitern und erneut versuchen. Erfahrungen machen, lernen, Entwicklungen

durchleben.

Leben. Existieren. Ziele setzen. Bewusst leben. Reflektieren. Misserfolge

verkraften und zornig sein. Meditieren. Erfolge feiern und

glücklich sein. An etwas glauben.

Für die Künstlerin Patricia Karg

Der Dreiklang der Bildenden Künste

Architektur – Malerei – Bildhauerei

ist ein wichtiger Teil der Weltkulturen.

Es ist schön, dass wir dabei sein können.

Herzlich

Hubert Prachensky

Allein sein. Mit mir. Mit meiner Meinung. Zusammenarbeit suchen.

Miteinander. Zusammensein erleben. Ineinander. Geistig und körperlich.

All das ist für mich aus dem künstlerischen Werk von Patricia Karg

herauslesbar. Es findet Ausdruck. In ihren Bildern und in ihren

Skulpturen. Sie machen sichtbar und sie regen an. Zu Gedanken.

Sie machen auch bewusst. Mensch zu sein.


Prof. Dr. Andreas Kühne

Historiker und Kunsthistoriker,

Honorarprofessor an der Akademie

der Bildenden Künste in München,

Kunstkritiker (u. a. für die Süddeutsche Zeitung

und die Antiquitäten Zeitung),

Ausstellungskurator

Christoph Sorger

Autor und Übersetzer, Kunstjournalist,

Öffentlichkeitsarbeit für die Stadt Leipzig

Metamorphosen der plastischen Form

Anmerkungen zum Werk von Patricia Karg

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München im Juli 2007

Die Verwandlungen von Linien und organischen Gebilden, von

Blütenblättern, Schriftformen und Tanzbewegungen waren es, die

Künstler und Publikum um 1900 faszinierten. Werner Hofmann,

einer der Theoretiker der Moderne, hat einmal als wichtiges Erbe

dieser Zeit die Einsicht bezeichnet, dass alle Form Metamorphose

ist. Seit er diese Feststellung traf, sind gut fünf Jahrzehnte vergangen,

und manches, was damals Erbe schien, ist inzwischen

aufgebraucht. Seitdem ist die Kunst in ihre „posthistorische

Periode“ eingetreten und hat den Künstler aus dem Zwang entlassen,

einer „korrekten historischen Linie“ zu folgen. Patricia Karg

gehört einer Generation an, für die jene Freiheit bereits eine Selbstverständlichkeit

ist. Wenn irgendein Erbe für sie noch verbindlich

ist, dann diese von Hofmann formulierte Erkenntnis. Angesichts

ihres plastischen Werkes, das sich seit rund zwei Jahrzehnten in

einer staunenswerten Variationsbreite entfaltet, drängt sich dieser

Gedanke geradezu auf.

Mit großer Unbefangenheit hat Patricia Karg ein plastisches

Repertoire entwickelt, das Mimetisches einschließt – vorzugs weise

Formen des menschlichen Körpers, der Tier- und der Pflanzenwelt

– und in dem das abbildhaft Organische vielfältig variiert wird.

Bis hin zum fantastisch Organoiden. Der reinen Stereometrie begegnen

wir in diesem Repertoire nur in selten angestrebten Grenzbereichen.

Patricia Karg folgt dabei keinem Kalkül. Ihre Gebilde

sind keine Materialisationen abstrakter Formzusammenhänge oder

intellektueller Konstrukte. Sie entstammen einem Wirklichkeitsbereich

zwischen reinem Sinneseindruck und reiner Kognition, den

Henry Corbin als „imaginal“ bezeichnet hat. Einem Bereich, dessen

Bilder an unsere Vorstellungskraft appellieren. Patricia Kargs Formfindungen

berühren uns häufig durch ihren emotionalen, direkten

und unverstellten Ausdruck. Ähnlichkeitsbeziehungen zu Objekten

der „realen“ Welt spielen dabei eine untergeordnete Rolle.


Letztlich ist es der Prozess des Lebens selbst, der im mundus

imaginalis bildhaft erfahren werden kann. Patricia Kargs Arbeiten

leben alle auf die eine oder andere Weise von der Verbindung

mit dieser Welt der inneren Bilder und ihrer Dynamik. Um diese

Dynamik in sicht- und tastbare Gegenständlichkeit zu übersetzen,

bedient sie sich einer Vielzahl von unterschiedlichen formalen

Mitteln. Im Ergebnis entsteht „reine Kunst“, die für sich stehen

kann, oder „angewandte Kunst“, die in sakralen oder profanen,

zumeist öffentlichen Räumen Akzente setzt. Holz, Bronze, Stahl,

Marmor, Glas oder Kunststein dienen dabei als Material, und

häufig tritt eine satte, sorgfältig abgestimmte Farbigkeit hinzu, die

Bewegung und Volumen energisch betont, aber auch zurücknehmen

und Massen ins nahezu Gewichtslose auflösen kann.

Werden und Vergehen, Einssein und Loslösung, Glück, Schmerz

und Tod, Untergang und schwereloses, selbstvergessenes Spiel

finden ihren Ausdruck in Gebilden, die nicht nach stilistischem

Purismus fragen, sondern als bildhafte Analogien der Metamorphosen

des Lebens betrachtet werden können.

Formal strukturiert werden diese Plastiken von den beiden

Aspekten, unter denen Entwicklungsprozesse überhaupt vorgestellt

und erlebt werden können: von linear gerichteten Abläufen

oder zyklisch in Spiralen zu ihrem Ausgangspunkt zurück kehrende

bzw. diesen umrundenden Bewegungen. In plastische Werte übersetzt

heißt dies: in den Raum ragende, ausgreifende Strukturen

oder runde Formen. Es gibt kaum eine Arbeit von Patricia Karg,

bei der nicht das eine oder andere dieser Momente dominieren

würde. Letztlich sind es archetypische Bilder, die hier durchschimmern,

Bilder, die sowohl mikro- als auch makrokosmische Lebensprozesse

widerspiegeln. Bei der Betrachtung der vielen Arbeiten

Partricia Kargs in Kugelformen, in denen sich menschliche und

vegetabilische Formen verschlingen, auseinander hervorgehen

oder ineinander übergehen, mag man an eine frühe griechische

Kosmogonie denken, die schon ein philosophisches Gedankengebäude

ist, aber in ihrer Bildhaftigkeit dem Mythos noch sehr

nahe steht. Sie stammt von Empedokles (483/82-424/23 v. Chr.),

dem legendenumwobenen, griechischen Philosophen und maßgeblichen

Begründer der Lehre von den vier Elementen. Empedokles

hatte die Vision eines Universums, das im Wechsel von

den beiden kosmischen Prinzipien Liebe (Philotes) und Streit bzw.

Hass (Neikos) beherrscht wird. Die Liebe bewirkt, dass Feuer, Luft,

Wasser und Erde sich miteinander verbinden, der Streit bedingt ihr

Auseinanderfallen. Unter der uranfänglichen Herrschaft der Liebe

bildeten sie einen Sphairos, d. h. eine vollkommene, als göttlich gedachte

Kugel. Der wachsende Streit verursachte einen Wirbel und

damit ihre Separation, d. h. die Differenzierung der kosmischen

Strukturen und Elemente. Wenn die Krise aber ihren Höhepunkt

überschritten hatte und die Liebe sich wieder aus breitete und der

Streit sich zurückzog, „entstanden alsbald sterbliche Wesen […].

Und aus ihnen ergossen sich, wie sie sich so mischten, un zählige

Scharen sterblicher Geschöpfe, in tausenderlei Ge stalten, ein

Wunder zu schauen“. Dieser Prozess wiederholt sich von Äon

zu Äon. Das Werden ist diesem Bild ebenso eingeschrieben

wie das Zerfallen. Da unser Leben sich zwischen beiden Polen

bewegt, können uns Bilder und Objekte wie die von Patricia Karg,

die diesen Prozess veranschaulichen und damit bannen, immer

wieder aufs Neue berühren.


Karg Patricia

akademische Bildhauerin und Malerin

ausapern

soll mein erstes Buch heißen.

(aprire , öffnen, aufmachen, sichtbar machen, entblößen,

aufdecken, zeigen, klarmachen, offenbaren, enthüllen; viam aprire

– bahnen, eröffnen)

Wie eine zugeschneite Landschaft, sanft, ohne Kontur

und ohne Profil glänzend, lädt diese zur Berührung ein. Fasziniert

und mit etwas Respekt zieht unsere Neugier die erste Spur in das

unberührte Feld. Ein Zeichen der Zeit und des Seins wird damit

sichtbar.

Es ist der erste Strich am weißen Blatt Papier.

Es ist die ausgeführte Bewegung deiner Hand, welche damit sichtbar

bleibt und einen Reiz für dein Auge darstellt. Vor dem weißen

Blatt sitzt du, bei deinem ersten Aufsatz, alles ist möglich. Es gibt

dir die Voraussetzung für dein Ich, deine Vision, deine Klage, deine

Erinnerung, du schreitest in dein Schneefeld. Die Zeichnung teilt

das Feld, vernetzt die Gedanken zu Geweben.

Es wird aper. Die Landschaft wird erkennbar. Man spürt den

Charakter des Bodens. Die Linien am Blatt, die Spuren im Schnee

und die Falten auf deiner Haut sind Kundwerk von dir.

Ein weiSSes Blatt Papier – Beginn für vieles. Der Liebesbrief,

der Plan für dein Haus, das zerknüllte Blatt am Boden, der

Papier flieger, der deinen Übermut zeigt, das brennende Blatt

mit der Faszination des Feuers. Erneuerung und Veränderung

be ginnen mit diesem Blatt.

Mit jedem meiner Werke sitze ich vor dem perfekten Nichts, und

ich lasse meine Leidenschaft ausapern.

Ich beginne zu zeichnen, und die Hand übt sich darin, umzu setzen

und aufzuzeichnen, was dem Geist entspringt.

Ein Bild entsteht ... Die glatte Perfektion der weißen Leinwand

weicht meinem Wirken. Ich will die weiße Schneelandschaft

besitzen, ich tanze darauf und markiere sie. Der Wille zur Idee baut

das Bild. Die Farben bilden Kontinente. Linien benötige ich, um

einzufangen, was die Geschichte des Bildes ausmachen wird.

Wenn mich Verliebtheit in meinem Handeln blind macht und dabei

zuviel geschehen lässt, erstarrt das Werk und stirbt. Das hingegen

perfekte Ende im Bild zu finden ist ein sehr einsamer Prozess.

20


Der kreative Prozess ebenso wie die Abfolge der Werke

in diesem Buch ist eine Entwicklung, bei der das eine aus dem

anderen erwächst. Keine meiner Arbeiten entsteht isoliert.

Und so möchte ich Ihnen an dieser Stelle auch gern den Weg

meines kreativen Vorgehens aufzeigen, und das vorwiegend im

manuellen Sinne.

.... habe eine Sehnsucht, suche nach einer Botschaft, erfinde dich

selbst, denke und zeichne, begehe den Weg, ich verändere meinen

Blickwinkel. Ständig suche ich. Ich suche nach einer Botschaft. Ich

denke und zeichne. Ich begehe den Weg. Ich ändere meinen Blickwinkel,

drehe mich oder die Zeichnung, entdecke und frage nach;

das Bild verliert so die Richtung, wird mitunter rund und ergibt

völlig neue Betrachtungsweisen. Das flache Blatt entwickelt sich

in die dritte Dimension. Ich wölbe es auf und erfahre den Raum,

entdecke darin zum Beispiel eine Schale. Ich gebe und nehme,

grenze ein und grenze aus, suche zu ergründen, warum die Form

offen ist, warum sie offen sein soll. Die Form bedingt den Ausdruck.

Die Fläche der offenen Form schließt sich, wird zu einer Kugel

oder zu einem Würfel. Durch die Notwendigkeit meines Willens zur

Richtung wird diese Form zu einer Säule, ein tragend fester Teil.

Es drängt mich nach Einblick. Die geschlossene Fläche soll sich

wieder auflösen, soll Durchdringung zulassen – somit werden die

Flächen zu Netzen; die Breite verjüngt sich zur Linie.

Der Bleistift erzählt den Gedanken, das Gefühl aber verlangt noch

nach der Stimmung durch die Farbe. Das ursprüngliche Material

wie Holz, Stein oder Metall wird durch die Bearbeitung in seiner

Eigenart sichtbar. Es wird angeschnitten, angeschliffen, bezeichnet

und bemalt und wieder bearbeitet. All die Spuren des Suchens

nach dem Ausdruck addieren das Werk und verändern die Farben.

Es wird bunter, und erst durch die intensive Bearbeitung wird es

mehr und mehr das Meine. Diese Farben sollen nicht als ein Überzug

etwas vortäuschen, vielmehr sollen sie als bewusste Materie

die Wirkung verstärken, sollen Sie in eine Stimmung mitnehmen.

Auf diese Weise werden meine Zeichnungen zu farbigen Bildern,

zu bunten Skulpturen; die Wahrnehmung vieler Materialien würde

ansonsten nur an der Oberfläche verbleiben.

Nun verlangt es mir aber nach dem Einblick in die Tiefen des Materials.

Neue Stoffe suche ich zu bearbeiten. Transparent und in

seiner leuchtenden wunderbaren Farbkraft bot und bietet sich mir

Glas an. Licht und Schatten ebenso wie die Bewegungen als Gestaltungsergänzung

nehmen ihre Plätze ein. So wandeln sich die

Werke im Laufe der Zeit durch all diese von mir gerufenen Ausdrucksmöglichkeiten

in eine Vielfalt. Ein vorgeformtes Ziel ist dabei

nicht angedacht.


24

Kindheit: Ich wurde am 7. Dezember 1961 in Innsbruck nach

meiner Schwester Astrid als zweite Tochter von Ludwig und

Gertraud Karg geboren. Mein Großvater Gebhard Karg kam aus

Lauterach und war Volksschullehrer im Lechtal. Meine Großmutter

Paula, geb. Larcher, war Handarbeitslehrerin und stammte

aus Bach im Lechtal. Sie verstand es, Kleider selbst zu erwirken.

Über den Anbau von Hanf und dann über das Handwerk des

Spinnens und Webens fertigte sie aus dem gewonnenen Leinen

ihre eigenen auffälligen Modelle. Auch bemalte sie die von ihrem

Vater getischlerten Möbel mit Figuren und Ornamenten. Alle ihre

Handarbeiten trugen ihre persönliche Handschrift. Das Talent der

Großmutter konnte aber durch all die existenziellen Aufgaben, das

Großziehen der vier Kinder, die Sorgen und Nöte im Zweiten Weltkrieg,

nie weiter ausgebildet werden. Nach Kriegsende konnte

mein Großvater als Volksschullehrer erst keine Anstellung finden

und erlernte deshalb den Beruf des Stuckateurs. Er wirkte unter anderem

bei Renovierungsarbeiten der Jesuitenkirche in Innsbruck

sowie der Kirche der Landwirtschaftsschule in Rotholz mit. Jahre

später erst konnte er seinen eigentlichen Beruf wieder ergreifen,

als Lehrer und Direktor der Volksschulen in Thaur und dann in Arzl

bei Innsbruck. Ein Jahr lang war ich sogar seine Schülerin.

Das Talent, sagt man, sei von Vaters Seite gekommen. Er

ist Ingenieur und Baumeister. Durch ihn formte sich meine Begeisterung

zum Bauen. Aufgewachsen in Arzl, im Haus meiner

Großmutter Cilli mütterlicherseits, ließ man mich in all meinen

selbst erfundenen Spielen werken. Meine Begabung für das

Kreative ließ sich schnell entdecken. Die besondere Sorgfalt dabei

lernte ich von unserer Mutter. Als Kind verweilte ich am liebsten in

meinen Fantasien: versteckt im Keller unter zugehängten Tischen,

in meiner Sandkiste unter dem zugehängten Sonnenschirm, abgedunkelt

und isoliert, nur um in meiner eigenen Welt ver weilen

zu können. Vielleicht aber hab ich auch zuhängen müssen, damit

keiner sehen konnte, dass ich wieder einmal Zement dazu benutzte,

um meine Brücken und Mauern, Häuser und Figuren zu

festigen. Ich kann mich noch genau erinnern, wie sehr ich dieses

Erfinden im Spiel genoss. Da waren aus Tannenzapfen gefertigte

Puppen, in deren offene Schuppen ich immer wieder aufs Neue

die verschiedensten Arten von Blumenblättern steckte und damit

ganze Kollektionen neuester Kleider ersann. Die abge rissenen

Blüten dolden der Surfinien wurden gewendet, und in die Engstelle

der Blüte kam als Kopf eine geschlossene Geranien blüte hinein,

und das waren dann meine Puppen. Die erste teure Puppe, die

ich geschenkt erhielt, hab ich sogleich verbessert, angemalt und

die Haare „kreativiert“, was Mama so erschreckt hat, dass ich

das Puppen spielen aus Sicherheitsgründen wieder sein ließ, um

die Konfrontation um die nun neue Schönheit der Puppe zu vermeiden.

Mir jedenfalls gefiel meine Version besser. Eine auf der

Straße ge fundene leblose Eidechse habe ich sofort in meinem

Hosen sack verschwinden lassen und mir natürlich auch gleich

was ausgedacht. „Du Schwein“, riefen die anderen Kinder dabei

entsetzt. Daheim im Keller habe ich die Eidechse dann ge häutet, anschließend

eingesalzen und aus der dann gewonnenen Haut eine

„Krokoleder“-Handtasche und „Krokoleder“-Schuhe für meine Lieblings-Barbie-Puppe

gefertigt. Diese Erwachsenen puppen haben es

mir besonders angetan, da sie mir ein weites Betätigungsfeld für

mein kreatives Werken ermöglichten. Aus Draht habe ich ihnen

Brillen gefertigt, und als Ohrschmuck steckte ich ihnen Stecknadeln

mit Glasköpfen an. Haare, extra lang und in sämtlichen

Farben, habe ich aus Faschingsperücken ent nommen und auf

die Puppenköpfe „montiert“. Sogar eine Nonne mit einem von mir

genähten Nonnenkleid habe ich be sessen. Aus einer Plastiktischdecke

habe ich ein Puppen-Camping-Zelt genäht, Klarsichthüllen

verwendete ich für die Fenster und speziell für die Reise ausrüstung

habe ich kleine Rucksäcke angefertigt. Das Nähen war mir durch

meine Oma Cilli kundig. Mit der Näh maschine, welche in einem

Bügel zimmer Gott sei Dank auch im Keller war, konnte ich oft

alleine für meinen Bedarf nähen. Es musste viel verschiedenes

Material durch die Maschine, Karton, Plastik, Papier, oft unter Verbrauch

vieler Nähnadeln. Die vielen kreierten Puppen ge wänder

erhielten dann ihre eigenen Namen: „Spanische Nacht“ zum

Beispiel, ein festliches, langes Kleid in Schwarz mit Schwalbenschwanz-Korsage

und Schleppe, die Ränder rosa eingefasst und

perfekt vernäht. Das benötigte Stoffzeug für meine Modelle fand

ich in Caritas-Säcken. Aussortiertes und Müll war und ist vor mir

und meiner Lust am Erfinden und Gestalten übrigens nach wie

vor nie sicher. Weiters entstanden ein Reitkleid mit Hut und gehäkeltem

Schirmchen, ein Trauerkleid, wie auch ein Cocktail kleid.


Fantasietrachten, Strümpfe inklusive Naht und Spitzenunterwäsche

für meine innig geliebte, einzigartige Barbie fertigte ich emsig. Sogar

ihre fehlenden Schamhaare ergänzte ich. Das ge eignete Haar

dafür fand ich an Omas Persianer mantel, was sie Gott sei Dank nie

bemerkt hatte. Aus einem Gefühl der Scham heraus durften meine

Freundinnen diese Barbie dann aber nie ausziehen. Heute kann

man alles an Barbie-Ausstattung kaufen, aber damals als Kind

mit all meinen Barbie-Kreationen war ich der Zeit voraus. Im Alter

von zehn bis vierzehn Jahren habe ich in den Schulferien Motive

– von für mich damals schon als groß artig empfundenen Malern

wie Michelangelo und Toulouse-Lautrec – auf Malerabdeckpapier

nachempfunden. Neben alten, irgendwo aufgestöberten Kunstharzlacken

habe ich mir meine Farben selbst kreiert. Zu diesem Zweck

habe ich Rost von Eisenrohren gekratzt, den Ruß aus dem Kamin

geholt und mit farblosem Lack gebunden. Damit malte ich Gottvater

aus der Sixtinischen Kapelle nach. Der Heizkörperlack aber

rann unablässig herab – das Bild war nicht zu halten. Diese meine

Technik musste ich deshalb aber leider wieder einstellen, trotz der

großen Lust dabei, mit cremiger Konsistenz zu malen. Heute danke

ich meinen Eltern und Groß eltern, dass sie mir in meiner Kindheit

soviel Raum und Freiraum zur Verfügung gestellt haben und sie

mich in diesem meinem Keller werken ließen.

Die Fachschulzeit begann, als ich fünfzehn Jahre alt war.

Das Arbeits amt riet meiner Mutter, mich als sehr genervtes Schulkind

der Ursulinen und von den Lehrerinnen schon als kreativ

begabtes Kind erkannt – an der Ferrarischule für Mode oder

der Fachschule für Kunst anzumelden. Als damals burschikoses

Mädchen hatte ich von den vorwiegend weiblichen Themen in

der Klosterschule genug, und so besuchte ich in der Höheren

Technischen Lehranstalt (HTL) Innsbruck die Abteilung für Holzund

Steinbildhauerei. Bei der Aufnahmeprüfung hätte ich mich

ebenso für Architektur oder Bildhauerei anmelden können, aber

dies verlangte noch ein ganzes Jahr mehr an Schule, und das war

mir damals doch zu viel. Das besondere Interesse für Architektur

ist mir aber als große persönliche Leidenschaft erhalten geblieben.

Ich finde diesen Schultyp der HTL (Höhere Technische Lehrund

Versuchsanstalt, gibt es für viele Fachbereiche) fantastisch,

denn es wird einem schon in frühen Jahren ermöglicht, mehrere

Handwerke zu erlernen. Später wäre es ungleich schwieriger, so

eine Vielfalt an Fertigkeiten erlernen und genießen zu dürfen und

sich dabei entwickeln zu können. Auch war mir die handwerkliche

Arbeit mit ihrem körperlichen Einsatz neben so viel Schultheorie

im Alter von vierzehn bis achtzehn Jahren eine willkommene Bereicherung.

Verschiedenste Techniken, das Arbeiten mit Stein bei

Fachlehrer Reinhold Drugowitsch und das figurale Modellieren mit

Ton bei Prof. Siegfried Hafner konnte ich nun erlernen.

Mit der Moderne in Berührung kam ich durch Prof. Siegfried

Parth. Als damals noch Halbwüchsige hatte ich natürlich keine

Ahnung von diesen modernen, befremdlich wirkenden Kunstwerken,

die man hier und dort sah und über die heftig geschimpft

wurde. Siegfried Parth aber brachte sie uns näher: Er lehrte uns

Komposition und förderte uns im individuellen Gestalten. Das so

genannte Schlüsselerlebnis hatte ich bereits in einer seiner ersten

Entwurfsstunden. Wir sollten mit bloß zwei Linien eine quadratische

Fläche gestalten. Ich befüllte, umstrickte, beschrieb, überspannte,

belegte, eroberte und kleidete die Fläche zart und stark.

Es war unendlich und spannend, was sich hinter dieser vorerst

einfachen Aufgabe an Lösungen anbot. Ich zeichnete und ich entdeckte.

Nahezu sprachlos saß ich nach dieser Entwurfsstunde da,

war 15 Jahre jung, war begeistert von den vor mir erstandenen

Bildern, war außer mir – und plötzlich entdeckte ich nicht nur, ich

verstand, und so war ich mir nun sicher: Die Moderne wird meine

Leidenschaft! Die Typografie, die ich damals bei Prof. Pfeil und

Prof. Zelger erlernt habe, setze ich nun bei meinen Plakatgestaltungen

ein. Bei Fachlehrer Walter Deussl entstanden Treibarbeiten

in Metall, Schmuckstücke und Objekte aus Kupfer, Messing und

Silber. Diese Fertigkeiten im Umgang mit Bunt metallen waren ein

weiteres Tor zum Jonglieren mit verschiedensten Materialien, um

thematische Ausdrücke im bildhaften Werken zu verstärken. Das

waren meine ersten Begegnungen mit der Kunst, denn in diesem

Unterricht haben wir gelernt, dass das Wort Kunst von ‚Können‘

stammt, dass Kunst aber auch von ‚Künden‘ kommt, von ‚Verkünden‘,

dass in der Umsetzung von Kunst eben immer eine Botschaft

steckt.


26

Akademiezeit. 1980 bestand ich die Aufnahmeprüfung für

das Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Ich war in der Klasse für Bildhauerei bei Prof. Hans Ladner, einem

gebürtigen Tiroler aus Zams. Professor Ladner war mir wie ein Vater.

Er hat uns Studenten nicht nur fachlich, sondern auch seelisch

unter stützt, wir fühlten uns bei ihm geborgen. Was das Naturstudium,

Aktzeichnen und Porträtieren betraf, hat er uns – falls notwendig

– korrigiert und unterrichtet, während er uns in den freien,

modernen Bestrebungen und Versuchen aber freie Hand ließ, sodass

jeder Student seinen Weg für sich selbst suchen konnte. In

den letzten beiden Semestern wurde ich seine Meisterschülerin

und verfügte über ein eigenes Meisterschüleratelier.

Das Naturstudium war ein großes und wichtiges Thema. Ich

habe lebensgroße Figuren und Porträts in Ton modelliert. In der

haus internen Bronzegießerei war es mir möglich, zuvor in Wachs

geformte Skulpturen und Figuren selbst zu gießen. Grafische

Techniken, wie zum Beispiel Lithografie oder Aquatinta, konnte

ich bei Herrn Lohwasser erlernen und üben. Jeden Tag zusätzlich

zwei Stunden Akt zu zeichnen habe ich mir als Disziplin auferlegt.

Aus meiner vorerst angedachten Studiendauer von vier

Jahren sind schließlich sechseinhalb Jahre geworden. Ich habe

erkannt, dass nicht der schnelle Abschluss, sondern der Prozess

der Reifung wesentlich für mein Kunststudium ist. Während eines

Urlaubs semesters habe ich, wie in den Ferien auch, Auftragswerke

ausgeführt, wie zum Beispiel 1985 den Dorfbrunnen und den

Musikpavillon für die Gemeinde Brixen im Thale. Ganz am Ende

meines Studiums erhielt ich von einem meiner ersten Sammler,

Herrn H. M. Strixner, den Auftrag, eine Skulptur für seinen Garten

zu erarbeiten. „Das Fabelwesen“, die erste große Zementmörtelskulptur

entstand. Diese fertigte ich auf einem Bauernhof bei München,

wo ich während meines gesamten Studiums wohnte. Das

ein oder andere Projekt wurde auch außerhalb der Kunstak ademie

durchgeführt. So erhielten wir vom BMW-Automobilwerk die Erlaubnis,

in den großen Stanzhallen, dort, wo die großen Blechteile

gefertigt werden, zu malen und zu zeichnen. Für mich war dies

ein nachhaltiges Erlebnis, aus der Akademie herauszukommen,

und die Arbeiter am Fließband ihr Werk verrichten zu sehen. Am

Beginn meiner Arbeit dort versuchte ich, diszipliniert die Raumwirkung,

die gigantischen Dimensionen der großen Stanzen in

­ihren ­Reihungen zu erfassen. Nach einigen Stunden des Zeichnens

übernahmen plötzlich der Lärm, die Bewegungen, das Beben

des Bodens und das Flimmern der Lampen meine Hand. Ich

malte auf einmal akustisch bedingte Strukturen. Die Farben wurden

dunkel. Helle Streifen blitzten wie schnelle Bewegungen, und es

durchdrangen die Massen der Stanzen die Farbflächen am Papier.

Der ölige Boden spiegelte hell das Licht von der Decke. Die realistischen

Abbildungen der Maschinen wandelten sich zu abstrakten

Stimmungsbildern.

Aus den Randprodukten der Karosserieerzeugung, den ­seitlichen

Blechteilen, fertigten wir Bildhauerstudenten eigene Metall­skulpturen.

Mein dynamisches Gefährt „Energiebündel“ ist eine Komposition

von Blechteilen, die einem Fahrzeug ähnelt, die aber

auch die Assoziation zu einem Schiff wach werden lässt, das auf

dem Wasser gleitet, oder zu einem Flugzeug, das gerade in die

­Lüfte abhebt. Ein Jahr später unternahmen wir eine Studienreise

ins ­Allgäu, wo wir in einer Scheune untergebracht waren. Wir

sollten eine Kuh studieren. Bei einem dort ansässigen Bauern

entschieden wir uns dann für die älteste und am meisten ausgemergelte

Kuh. Sie erschien uns, mit all ihren wesentlichen charakteristischen

Merkmalen am besten geeignet für unser Vorhaben.

Ich ­modellierte das Tier lebensgroß aus Ton. Das Hinterteil reicht

zur Gänze aus dem Relief, die Kontur des Hauptes ragt hinter die

Fläche. Mit „verlorener“ Form aus Gips wurde diese Arbeit dann

in Beton gegossen. Das Relief befindet sich heute wieder in der

Nähe seiner Entstehung und ziert den Eingang der Alpenkäseerzeugung

„Rupp“ im Allgäu.

Ständig waren wir auf der Suche nach Themen, die uns zum ­einen

eine intensive Auseinandersetzung abverlangten und es uns zum

anderen auch ermöglichten, uns „hinausspinnen“ zu ­können.

So besuchten wir Altersheime, um dort betagte ­Menschen zu

­porträtieren, bemalten für die Firma Bogner Skianzüge, die dann im

Wettbewerb gereiht wurden, und mit dem Künstler Daniel ­Spoerri

veranstalteten wir Workshops und übernahmen die ­Konzeption

und Organisation für das öffentliche Fest der Sternzeichen auf

dem Akademiegelände in München.

Jedes zweite Wochenende fuhr ich mit dem Zug nach Hause, denn

außerhalb der Akademie hatte ich in München kaum ­Kontakte

­geknüpft, mein Interesse galt meiner künstlerischen Arbeit.


Ich war ein eher stiller, aber zielgerichteter Mensch. Das wenige

Geld, das mir während meines Studiums zur Verfügung stand,

ermöglichte mir nur eine bescheidene Lebensgestaltung, die mir

aber in ihrer Askese durchaus gefiel.

Von der Kollegenschaft wurde mir eine große Dynamik zugesprochen,

denn ich scheute auch harte Männerarbeit nicht. Auch

im Bezug auf die Benutzung der Werkstätten äußerte sich mein

Wesen, denn ich arbeitete regelmäßig von morgens bis abends

mit all den mir dort zur Verfügung stehenden Arbeitsgeräten. Bei

den Werkstättenleitern war ich beliebt – ich war interessiert und

in der handwerklichen Auffassung diszipliniert. Der regelmäßige

Ablauf in den Werk- und Arbeitsstätten sagte mir sehr zu, und es

gefiel mir, in meinem mir selbst auferlegten Ordnungsraster kreativ

zu sein.

Als Person muss ich in dieser Zeit eher langweilig gewirkt haben,

besaß ich doch überhaupt keine Allüren. Meine nunmehr eher

extrovertierte und lustige Art hat sich erst später entwickelt, und

zwar aus der Freude heraus, durch meine erschaffenen Dinge

Anerkennung zu finden – mein Werken und Schaffen, das

Interessierte fand, weckte mich auf. Ich erzählte, teilte mich mit,

berichtete über meine Werke und über deren Botschaft, die ich

übermitteln wollte und will. Somit entwickelte es sich, wurde zu

einem sehr wichtigen Bestandteil, den Rezipienten, den Auftraggeber,

den Ausstellungsbesucher, den Bild- oder Kunstbetrachter

durch Ansprachen in das Geschehen mit einzubeziehen.

Nach sechseinhalb Jahren, so sehr diese Zeit auch meine Erfahrung

bereichert und mein Wissen vermehrt hat, fühlte ich

mich dann mehr und mehr in den großen Hallen der Akademie

eingeschlossen. Ich arbeitete vor mich hin, ein Dialog zwischen

Aus stellungsbesuchern, Kritikern oder Auftraggebern kam für

mich dort nicht zustande, und so befand ich mich unweigerlich

außer halb der sonst allgegenwärtigen Wirtschaftsprinzipien und

Existenz fragen. Es war mir ein Bedürfnis, nach meinem abgeschlossenen

Studium meine Werke der Öffentlichkeit vorzustellen

und in Form von Ausstellungen zu präsentieren. Ich brannte

darauf, zu erfahren, wie das Publikum auf meine Werke reagiert.

Die dann zum Abschluss verlangte Diplomausstellung habe ich

eher einfach ausgestattet. Ich erfüllte nur mehr diese Disziplin, ich

konnte es mir leisten, denn ich war an der Akademie schon als

mehrfache Preisträgerin bekannt. 1987 habe ich dann, als Meisterschülerin,

mein Studium an der Münchner Akademie mit Diplom

abgeschlossen.

Danach kehrte ich nach Tirol zurück und arbeitete sogleich im

Atelier, das ich mir in meinem Elternhaus bereits im Laufe der

Jahre eingerichtet hatte, weiter.

Der Start als freischaffende Bildhauerin, der

Über gang vom Studium in die freischaffende Arbeit war fugenlos.

Ich bemühte mich um Auftragsarbeiten, machte freie Werke

und malte aus meiner Passion heraus. Die Malerei hat sich weiterhin

verselbständigt. Die eher zarten Farben wurden zunehmend

intensiver. Ab 1988 begann ich kleine Ölbilder zu malen, und in

weiterer Folge und Entwicklung entstanden auf meinen Reisen

Serien dieser kleinen Ölbilder; und bald schon wurden die Bilder

und Werke größer und anspruchsvoller.

Auf diese Weise wurde das Atelier auch manchmal zu klein. So

suchte ich mir alte, zum Abbruch bestimmte Fabriken oder Freige

lände der verschiedensten Firmen, mietete diese für kurze

Zeiträume an und konnte mir so den notwendigen größeren Raum

ver schaffen. Die Entstehungsgeschichte des Priestergrabes in

Hopfgarten zum Beispiel beginnt in den Außenanlagen eines

Beton werkes. Für die Vorarbeiten zur Fassadengestaltung des

Wohnhauses Perlinger in Itter bot sich eine alte Ziegelei an. Dennoch

fand ich über viele Jahre hindurch mit dem kleinen Atelier

mein Auslangen.

Auf meinen mehrfachen Reisen nach Afrika habe ich an

Ort und Stelle inspirierende Erlebnisse in der Ölmalerei verar beitet.

Auf den Reisen in einige Großstädte der Welt, wie zum Beispiel

nach New York und Paris, sowie an spezielle Orte wie den Garten

der Fondation Maeght im südfranzösischen Saint-Paul de Vence

und den Tarotgarten in der Toskana, suchte und suche ich überall

die verschiedensten Spuren der modernen Kunst.


28

Die Kunst und ich, der eigene Zugang und das Verständnis für

den Begriff Kunst ist für mich ein Prozess, in dem ich mich selbst

auch immer wieder in Frage stelle.

Die Kunstszene ist grenzenlos – und sie provoziert. Mein Bild von

diesem Begriff ändert sich und wird ständig gezerrt. Ein Leben

lang auf dieser Entdeckungsreise mit Überraschungen reagiere

ich, empfinde ich, entscheide mich, lasse mich ein – oder gehe.

Die Definition von Kunst suche ich in einer unendlich liebevollen

sowie unumgänglichen wertvollen Auseinandersetzung.

Ich suche in meiner auserwählten bildenden Arbeit meiner Empfindung

sowie einem erbauenden und berührenden Ausdruck nach.

Es steht dabei nicht im Vordergrund, Kunstwerke zu fertigen.

Es geht mir deshalb darum, aus meinen Beobachtungen und

meinem Leben heraus eine persönliche Ehrlichkeit zu wagen und

dieser mutig treu zu bleiben. Ich stelle mich in Frage, ich bilde mich

weiter. Mich in diesem Prozess selbst zu akzeptieren ist aber nötig,

um den eigenen Moment zu fangen. Das ist der besondere Wert

darin. Nicht einem Vorbild nachlaufen will ich, einem Bild, welches

dann vor einem stünde und die Sicht auf sich selbst stört. Ausbildung,

Wissen und Handwerk habe ich mir bewusst und mit Aufwand

angeeignet. Alles Wissen liegt aber in der Vergangenheit.

Nun steht es mir zwar zur Verfügung, aber genauso steht es mir bei

der kreativen Suche auch im Weg.

Vorerst bleiben deine eigenen Beweggründe unsichtbar, außer ein

Gefühl, deine Sensorik frägt und sehnt sich nach Ausdruck?

„was-ich-jetzt“

Durch ein Zulassen im gleichzeitigen Loslassen erklärt sich deine

Empfindung, deckt auf und wird zur ablesbaren Botschaft, vielleicht

zu einem Kunstwerk.

Nicht jedes Werk einer schöpferischen Reise wird oder kann den

vollen Anspruch an ein Kunstwerk erfüllen. Das ist auch nicht die

Aufgabe des Lebens, nur Kunstwerke produzieren zu müssen, ein

solches Ansinnen wäre wohl vermessen.

Es ist eine innere Unruhe und eine ständige Suche, die mich auf

diese Reise schicken. Jedes einzelne Werk pflastert meine Straße,

erst durch diese fortwährende Arbeit wird die Richtung spürbar

und sichtbar gemacht.

Meine künstlerische Arbeit besteht nicht darin, ab und zu ein Bild

zu malen, sondern in dem Bedürfnis, etwas Verborgenes und Besonderes

und Aufregendes zu entdecken. Dieses Bedürfnis ist der

Motor auf der Suche nach dem, was durch mich aus dem Unterbewussten

kommt und mich erfahren lässt. Dabei fungiere ich als

Instrument, als Ventil – und ich lasse mich ein, auf das Er eignis mit

dem Neuen. Die damit entstehende Erwartung lässt mich auch

oft ungeduldig, ja selbst wütend werden. Durch Übermalung und

Überarbeitung wachsen dann die Farbschichten an den Bildern.

Dieses Energiepotenzial verbleibt im Werk. Es ist nicht immer das

große Heraustreten, nicht das geschickte manierierte Gesti kulieren

mit geübter Hand. Es kann ein Scharren und Kratzen nach etwas

sein, das du vermutest, aber selbst noch nicht erfahren hast. Es hat

mich verlockt, dann enttäuscht, mich unzufrieden gemacht, mich

in Frage gestellt, mich verzweifeln lassen, mich wütend gemacht,

mich gelehrt, mich still auf die Suche geschickt, mich in Zauber

versetzt und nicht mehr von mir abgelassen – es hat durch mich

erzählt und mir etwas gezeigt. Es ist einer der glücklichsten Momente,

wenn dann plötzlich die Arbeit um die Sache nun sichtbar

vollendet ist, und es ist wohl eine Art Sucht, die mich dann erneut

beginnen lässt.

Aus dem individuellen Prozess, aus dem Einfluss der Zeit, der

Situation, der Ereignisse, selbst im Moment umgeben, entsteht

ein Werk aus einem starken inneren Bedürfnis. Es hat nicht die

Ordnung, welche die Wirtschaft verlangt – dass es nützt, verpackt,

transportiert, verkauft werden kann, dass es einen Wert darstellt.

Denn das Kunstwerk ist eine Eigenschaft, es kann ein Moment

sein oder eine Weile, ein Geschehen, das du fixierst, belässt und

platzierst. Ein Werk mit einer Kunde, ein Kunstwerk.

Wenn ich von einem Künstler spreche, so verstehe ich unter dieser

Bezeichnung eine Eigenschaft, nicht einen Beruf. Jeder könnte

Künstler sein.


Dinge mache ich, die keiner braucht.

Arbeit tue ich, die nicht getan werden muss.

Doch ich suche mir meine Aufgaben wie auch meine Themen

durch meine Berufung als Bildhauerin und Malerin. Mit dieser

bildenden Kunde habe ich Anteil am Rad der Zeit und finde Platz,

Arbeit und so auch meine Kunstliebhaber. Ich schaffe Skulpturen

und Bilder und gestalte unseren Lebensraum. Für mich ist nicht

der provokative Aspekt Mittelpunkt meines Schaffens, sondern ...

„... durch meine Arbeit möchte ich den Menschen

erbauen und weiten. Meine Werke sollen Nahrung

für die Seele sein.“

Dieser Anspruch zeigt sich im Dialog und in der Farbkraft der Bilder,

in denen der Mensch, das Tier und die Natur jeweils ihre eigene

Bedeutung haben. Ich lebe und erlebe, meine Werke sind erfüllt

mit Leidenschaft, sie ist das Geheimnis meines Agierens. Es ist das

Innere, das sich durch mein Medium transformiert und sich als Bild

offenbart. Ein Seelenbild, das auf einmal greifbar zur Materie wird.

Jedes Bild ist somit ein Loch in der Realität. Ich durchschreite

diese Löcher oder Öffnungen und erfahre dadurch neue

Lebensräume, in denen ich mich frei bewegen darf. Durch die

Krea tivität ist es möglich, unseren oft engen physischen Lebensraum

für jeden Einzelnen zu weiten.

Nicht zu vorschnell soll man diese erst unbekannten Freiräume ablehnen

und sagen: „Ich verstehe nichts von Kunst.“ Malerei, Dichtung,

Musik und die mimischen Künste wie Schauspiel und Tanz

muss man nicht unbedingt verstehen, es bietet sich an, sie zuzulassen,

um sie zu erleben, zu fühlen, sich an ihnen zu erfreuen.

Schön ist, wenn man sich offen hingibt, nicht mit einem Vorurteil

agiert, die fremden Dinge für sich erfährt. Dabei soll man sich nicht

krampfhaft gefangen fühlen, denn dafür ist die Kunst nicht gedacht.

Das rationale Denken sucht und kennt die Grenzen – aber es

ernüchtert, entmystifiziert. Zum künstlerischen Gestalten jedoch

gehört ein über die Grenzen des Wissens Hinausspüren.

Sind es nicht die musischen Dinge, die uns in allen Lebens lagen,

auch in Krankheit und Alter, in physischer Enge dennoch bereichern

können? Sie sind uns, wenn wir es lernen oder erleben

durften, einfach zur Seite gestellt. Wir dürfen uns an dem erfreuen,

und uns daraus die Kraft erneut und uneingeschränkt nehmen.

So sind auch die Objekte, die ich schaffe, einfach da, sie drängen

sich nicht auf. Sie existieren und warten, um jemanden, der offen

für sie ist, zu erfüllen. Das sichtbare Werk ist eine Botschaft, eine

Dokumentation, eine Erkenntnis, eine Klage, eine Vision oder ein

Wunsch, gewachsen mit der Reife meines Geistes und meinen

Erfahrungen.

Voraussetzung für mein Tun ist ein gebündelter innerer Wille nach

einem neuen Fenster mit überraschender Aussicht. Wichtig sind

dazu Ausdauer, Fleiß, Disziplin und die Selbstmotivation, die mich

auf meinem dann oft körperlich mühevollen Weg begleiten.

Aus mir heraus tue ich mir Entsprechendes und auf diese Weise

gestalte ich, gedacht für mich und für die Menschen um mich – und

ich erlebe Höhen und Tiefen des Menschseins. Diese Auseinandersetzung

mit mir und den Menschen lässt mich erfahren und lernen.

Wenn aber die Entgegnung, nach der ich suche, nicht kommt, lässt

mich das die Einsamkeit wieder und wieder spüren.

Auch das Schweigen habe ich gelernt – man muss auch belassen

können, was in seiner Harmonie einzigartig ist. Aber besuchen will

ich es in seiner Schönheit wieder und wieder, um zu finden, was ich

begehre. Diese Sehnsucht des geistigen Suchens, das Gründen

einer Erfahrung, das Resignieren am Wissen, das Hoffen und Glauben,

eingebettet in Liebe ...

... beginnen muss und will ich immerzu ...


Die Zeichnung, eine Linie beginnt von der Landschaft zu erzählen.

Mein Versuch zum bildhaften Dialog mit Dir

„Sich ein Bild machen“

Ich habe meine Mitmenschen eingeladen, mir Texte, Stichwörter,

Briefe, Botschaften, Gedichte, Klagen und Visionen zu senden. Ich

antwortete auf die zugesandten Texte mit je einem gezeichneten

Bild.

Mit diesem Experiment versuchte ich, eine Ebene des bildhaften

Dialoges zu schaffen. Menschen, die sich textlich mitteilten,

fanden ein Zeichen oder eine gezeichnete Antwort.

30

Die Bilder sind Zeugnis dieser Bedürfnisse. Dann, als Bildbetrachter

erlebt der Einzelne persönlich das Geheimnis seines

Bildes dadurch, dass er es durch seinen Text und sein Thema

initiiert hat. Die Möglichkeit der Annäherung vom Text zum Bild

öffnet die Sichtweise des Suchens und einen neuen Raum des

Selbstseins.

Kunst ist nicht isoliert, sondern entsteht aus dem Zusammenwirken

von kreativen Kräften, dem Intellekt der Menschen aus der

Situation sowie aus Raum und Zeit heraus.


grafische Arbeiten, 1996

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier


32

„Webung“ 1996

76 x 54 cm

Büttenpapier, Wachs


„Leben“ 1996

76 x 54 cm

Büttenpapier


„Warten“

„Sein“

„Wille“

„zeitlos“

„Zeit“

„Dialog“

1996

76 x 54 cm

Bleistift, Buntstift, Wachs

auf Büttenpapier

34


„Beziehung“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier


36

„bindend“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier

„Ängste und Sorgen sind die Faktoren, wie wir mit den Ressourcen

der Natur, von der wir selber ein Teil sind, umgehen.“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier


„Erdkleid“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier

„mehr gegenseitiger Respekt und weniger Ich“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier


„Brief“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs auf Büttenpapier

Das Bild darunter zeigt

die Rückseite dieses Blattes.

„Das Geben“ 1991

Tischskulptur

Höhe 82 cm

Bronzeguss-Unikat

In dieser Gegenüberstellung sind interessante Zusammenhänge

und gleiche Ursprünge der grafischen Arbeit sowie

meiner bildhauer ischen Werke zu finden. Die Zeichnung

wächst in die dritte Dimension hinein.

38


„Sehnsucht“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs

auf Büttenpapier


Illustrationen „Hiob“ 1996

für das Buch

„Job and the Mystery of Suffering“

von Richard Rohr

Crossroad Book, New York

25 x 20 cm

Tuschestiftzeichnung

„Beziehung“ 1996

25 x 25 cm

Bleistift und Acryl auf Büttenpapier

40

„Mutter“ 1996

25 x 25 cm

Bleistift und Acryl auf Büttenpapier


„Familie“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs

auf Büttenpapier


42

„Ausrichtung“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs auf Büttenpapier

„Aussaat“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs auf Büttenpapier


„Lebensspiel“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs auf Büttenpapier


„Beobachten“ 1996

Ein umgrenzter Raum mit

einem Zaun aus Augen schützt.

76 x 54 cm

Bleistift auf Büttenpapier

„Erdenmutter“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Zitronensaft

auf Büttenpapier

„Kater“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Zitronensaft

auf Büttenpapier

„Gruppe“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Zitronensaft

auf Büttenpapier

44


„Frau im Kreuzweg“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Wachs

auf Büttenpapier


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„Kalenderblätter“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift, eingebranntes Wachs, Buntstift, Acryl


„Wesen“ 1996

76 x 54 cm

Bleistift und Buntstift auf Büttenpapier


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Spur Erzählung Öffnung Botschaft

Ebenen Sicht Durchdringung still

Schichtung Projektion Entfernung

Auge Suche addieren Klebeband

Transparenz gerastert Plan Gitter

Flechtwerk Differenz Brief dicht

Schnitt ich Sehnsucht Weg Loch

Gesicht Struktur Häufung Vision

Silhouette Zeit Landschaft Tattoo

Kontur Stift Konstruktion Abbild

Schatten Foto Wunsch Spiegelung


„Opa Vater“ 1982

Karikatur meines Großvaters, unseres Volksschuldirektors

Höhe 38 cm

Zirbe

Zu Beginn meiner Fachschulzeit und während meines Studiums

entstanden Schnitzereien wie Charakterstudien, Statuetten, Masken

und Weihnachtskrippen. Bei den Figuren waren mir weniger die

Details, sondern die Komposition, die Bewegung und den Charakter

ein zu fangen wichtig. Und immer sollte ihnen eine heitere Grundstimmung

eigen sein. Durch unseren Fachlehrer, Bildhauer Josef

Zeisler, für mich einer der virtuosesten Holzschnitzer überhaupt,

habe ich die Freude am Schnitzen entdeckt. Ihm beim Vor schnitzen

zuzusehen, war uns immer ein besonderes Vergnügen. Wie oft

hätte ich ihm das Schnitzeisen aus der Hand nehmen wollen, um

an seinem handwerklichen Zauber teilzuhaben. Das Kopieren von

Figuren, im Lehrplan eben vorgesehen, hat mich nie sonderlich

interessiert. Mir fehlte einfach die Disziplin, mit dem Meter stab

Formen genau zu übertragen und nachzuahmen. Die ersten

Schnitzstücke sind dann auch entsprechend schlecht ausgefallen.

Erst als das freie Arbeiten möglich war, konnte ich mich entwickeln

und es begann mir das Schnitzen Freude zu machen. In den ersten

Ferien der Fachschulzeit durfte ich als Praktikantin bei Bildhauer

Romed Speckbacher sen. in Thaur das Schnitzen weiterüben. Um

mein Taschengeld aufzubessern, habe ich auch in Zusammenarbeit

mit anderen Tischlerwerkstätten Wand täfelungen ent worfen

und gleichfalls geschnitzt. All meinen Lehrern aus dieser Zeit

möchte ich an dieser Stelle danken. Sie waren nicht nur während

der Schulzeit für mich da, ich konnte und durfte mich ebenso in

den Ferien und nach der Schulzeit immer wieder mit Fragen an sie

wenden. Aus dieser für mich so schönen und wichtigen Erfahrung

heraus sollte auch meine Werkstatt für die Schüler/-innen der HTL

eine Plattform zum Schnuppern für die Praxis sein. Und so finden

sich oft den Sommer über Praktikant(inn)en bei mir im Atelier.

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„Heiliger Geist“ 1986

Breite 60 cm

Zirbelkiefer

lasierend weiß bemalt

„Erntedank“ 1989

Itter

Höhe ca. 60 cm

Linde, Kirsche und Mahagoni

Holzrelief mit lebensgroßen Figuren für das Foyer eines Unternehmens zum Vertrieb von biologisch angebauten

Nahrungsmitteln. Das Relief soll eine ideelle Brücke zum Thema gesunde Ernährung darstellen.

Was wir essen, liegt in unserer Verantwortung. In diesem Sinn erzählt das Relief von einem Gebet vor der

Arbeit. Danach folgt die Aussaat im linken Teil, wo die Blüten am Reliefrand den Beginn des Wachstums

erklären. Brückenartig reichen die zwei großen Holzteile ineinander. Die Blüten wandeln sich zu Früchten,

die von einer Frau geerntet werden. Das Thema wird durch die dankende Gestalt, mit dem Gebet nach der

Arbeit und der Besinnung über die Ernte, abgerundet. Dieses sehr große Holzwerk ist in Zusammenarbeit

mit meinem Bildhauerfreund Wolfgang Falkner in seinem Atelier in Axams entstanden.

„Der Sturm auf dem See“ 1984

Höhe 68 cm

Zirbenholz, lasierend bemalt

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Diese Auftragsarbeit entstand während meiner Akademiezeit. Das gewünschte religiöse Thema wurde

gemeinsam mit meinem Auftraggeber erstellt. In dieser Holzskulptur formte ich allegorisch die menschliche

Angst und das Vertrauen zu Gott in dieser so unruhig bedrohlichen Situation. Die Schnitzerei erzählt in

figuraler Gestik die Geschichte des Sturms auf dem See Genezareth. Nach meiner Fachschulzeit war es für

mich eine große Herausforderung, solche für mich schwierigen Arbeiten zu konzipieren und sie dann auch

allein und frei umzusetzen. Was einmal geschnitten ist, kann nicht mehr verrückt werden. Bei der einmal in

Holz gehauenen formalen Dynamik gibt es keinen Weg mehr zurück. Man muss ein starkes Selbstbewusstsein

trainieren, bevor man es wagt, sich in einen Klotz Holz hineinzuarbeiten.


Kapellenausgestaltung des Katholischen

Akademikerhauses „aki“ in Zürich, 1993

Die Gesamtgestaltung der Kapelle hält sich ruhig und schlicht,

sie soll die Meditation unterstützen. Die Priesterstühle sind

mitgestaltet, um sie in das Gesamtkonzept harmonisch einbinden

zu können. Der Tisch des Wortes, der Ambo, zeigt

rundum im Relief als Thema den Stamm Jesse. An seiner

Oberseite, auf der das Heilige Buch liegt, sind die Pfingstflammen

als Symbol für die geistige Er kenntnis dargestellt.

Meine sinnbildlichen Hackstöcke des Lebens, unperfekt

Menschliches darstellend, bilden ein Auflager für die glatte

dreieckige Altarplatte der Dreifaltigkeit und sind deshalb

tragender Teil für den Tisch der Gemeinschaft zwischen

Leben und Geist.

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Kapellenausgestaltung des Katholischen Akademikerhauses „aki“ in Zürich, 1993

Lindenholz gesägt, geschnitzt und geschliffen, transparent bemalt und mit Zinneinlegeteilen.

Die Oberfläche des Tabernakels wölbt sich wie eine Landschaft, unter der sich das Geheimnis unseres

Glaubens verbirgt. Innen wechselt das Material zu Stahl und wird zum sicheren Behältnis für das Ziborium.

Die aufgerissenen Linien der Schnitzerei, erzeugt durch die Anwendung von Sägen, glätten sich dann durch

weitere Arbeitstechniken wieder sanft. Die weiße Lasur lässt den hölzernen Ausdruck zurückweichen. Die

Zinneingüsse in der Holzoberfläche, Sinnbilder der Wundmale Christi, wirken wie eingewachsene Insignien.

Oben bildet sich diese Metallzeichnung zu einer Dornenkrone, unten und in der Mitte sind die Stigmata an

den Händen und das Wundmal an der Seite des Rumpfes erklärt. Zwei Balken verschränken sich bergend

über dieser Landschaft des Tabernakels. Beim Öffnen begegnen sie dem Gläubigen und greifen umarmend

nach ihm, nehmen ihn auf.

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Triumphkreuz in der Pfarrkirche St. Phillippus, 1989

München

Höhe ca. 230 cm

Bronzeguss, Unikat gegossen in verlorener Form

Ein Christuskörper hat den Tod überwunden und

durchschreitet sinnbildlich die Grabmauern.

„Unser tägliches Brot“ 1989

Bronzeguss Unikat

Höhe 30 cm

Das Kreuz, unser religiöses Symbol und Werkzeug

für den Alltag, bewusst aus einem Plastikbesteck

ge fertigt, wurde im Wachsausschmelzverfahren in

Bronze gegossen.

Malskizzen eines Gekreuzigten auf Papier

Entwurfsarbeiten für das Wegkreuz in Innsbruck-Arzl

1984

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„Kreuzweg“ 1996

Pfarrkirche St. Phillippus München

Höhe 180 cm

fünf Pfosten in Lindenholz geschnitzt

mit Zinneinlegearbeit

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Hergeleitet von der traditionellen Auffassung

des christlichen Kreuzweges mit seinen vierzehn

Stationen, soll diese Bearbeitung für die

Menschen unserer Zeit sein. Die Inhalte der

vierzehn Stationen finden sich an den fünf

geschnitzten Themen säulen. Als räumliche

Installation stehen sie uns in Manns höhe gegenüber

und sind in unserem Alltag mitten

unter uns. Jede Säule trägt neben den Inhalten

der Stationen einen Namen. Die teils

realistische Schnitzerei tritt mit Wesentlichem,

wie Händen oder Gesichtern, aus der Oberfläche

der säulenartigen Skulpturen hervor und

verschwindet wieder in die abstrakte, oft rau

und unbe arbeitet wirkende Oberfläche. Damit

bildet sie ein Wechsel spiel zwischen Detail,

Fragment und dem ge samten Ensemble der

fünf Säulen. Die variabel inszenierbaren Skulpturen

gruppieren sich in einem Seitenschiff

der Kirche, sollen aber dann und wann auch

mitten unter uns stehen, uns hinweisen und

uns ein Vis-à-vis im Leid sein. Der Kreuzweg

wird durch das Thema der Auferstehung, die

als lichtes, helles Glasfenster in dieser Seitenkapelle

versinnbildlicht ist, vollendet.

Säule 1: „unschuldig“

Angst am Ölberg

Jesus wird verurteilt.

Jesus wird mit Dornen gekrönt.

Diese Säule widme ich den Kindern. Ein

unschuldiges Kind, geboren in ein schicksal

haftes Umfeld, völlig unbedarft oder aber

selbst einem Leid unschuldig ausgesetzt,

eine kauernde Figur, hoffnungslos und verzweifelt,

bildet nicht nur zu den Menschen

unserer Zeit einen Bezug, sondern soll auch

an die Vorausahnung von Christus am Ölberg

erinnern. Es ist die Säule der Ansprache

für alle Unschuldigen und doch Verurteilten.

Säule 2: „mittragen“

Jesus nimmt sein Kreuz auf sich.

Simon hilft Jesus das Kreuz tragen.

Jesus begegnet seiner Mutter.

Jesus fällt unter dem Kreuz.

Fäuste drücken das Kreuz in demütige Hände.

Der sich symbolisch nach unten windende

Kreuzesbalken und Christuskörper, der zu

fallen scheint, wird durch die helfenden Hände

des Simon gehalten. An einer anderen Seite

hebt sich die Christusfigur zu seiner Mutter

hoch. Diese Säule soll uns erinnern und helfen,

am Leid der Anderen mitzu tragen, Mitleid

zu empfinden und bereit zu sein für den Hilflosen.


Säule 3: „entwürdigt“

Die Frauensäule

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

Jesus tröstet die weinenden Frauen.

Entkleidung

Säule 4: „vergeben, verlassen“

Kreuzsäule

Jesus wird ans Kreuz geschlagen.

Jesus stirbt am Kreuz.

Säule 5: „heimgekehrt“

Jesus liegt im Schoß seiner Mutter.

Jesus wird ins Grab gelegt.

Attribute wie entwürdigt, eingeklemmt, gedemütigt,

weinend und Trost suchend, lassen

die Frau im Vordergrund dieser Säule stehen.

Die Entkleidung Christi wird durch eine

nackte, in die Ecke gedrängte Frau dargestellt.

Die geprüfte Frau hat hier Platz als Figur

des Leidenden.

Zwei gekreuzigte Menschen zeigen das Ringen

um das Leben. Ein aufgebäumter Körper

steht einem von der Seele verlassenen,

ruhigen Leib gegenüber. Diese Säule soll

uns an unsere traditionelle Figur des gekreuzigten

Christus erinnern.

Das Gesicht des Leichnams drückt sich

in den tief eingefallenen Bauch einer Frau.

Ich möchte damit dem Schmerz und der

Trauer Ausdruck verleihen. Die Grablegung

wird durch eine eingewickelte Figur, die

symbolisch mit dem Kopf nach unten in einer

Nische von unserer Welt geht, dargestellt.


„Kreuzweg“ 1996

Pfarrkirche St. Phillippus München

Höhe 180 cm

fünf Pfosten

in Lindenholz geschnitzt

mit Zinneinlegearbeit

62 62

Säule 1: „unschuldig“

Säule 2: „mittragen“

Säule 3: „entwürdigt“

Säule 4: „vergeben, verlassen“

Säule 5: „heimgekehrt“


„Erinnerung“ 1984

100 x 70 cm

Papier in Polyester einlaminiert, in Blei gerahmt

Impression unseres Ateliers an der Akademie in München

„Stamm“ 1984

Höhe 280 cm

Gips und Tuch

Anlässlich des Papstbesuches in München 1984 war in der Akademie ein

Wett bewerb zum Thema „Kirche“ ausgeschrieben. Einzelne abgeformte

Körper schalen aus Gips wurden von mir zu einem Baumstamm gereiht. Meine

Studienkolleg(inn)en fungierten als Modell. Liegend, geschützt durch eine

dünne Folie, wurden sie mit in Gipsmilch getauchten Gewebebahnen bedeckt.

Das Erstarren des Materials dauerte über eine halbe Stunde, die Gespräche

während dieser Zeit schafften so etwas wie innige Vertrautheit. Das Indi viduelle

dieser entstandenen Körperschalen, nämlich ihre Gesichter, fehlen bewusst.

Der daraus geformte Baum hat keine Identitäten und scheint nicht mehr auszukeimen.

Dies lässt ihn zu einem Symbol unserer anonymen und erkrankenden

Gesellschaft, einer Gesellschaft ohne religiöse Ethik, werden. Diese Skulptur

errang den Preis der Akademie zum 88. Katholikentag in München.

„Erinnerung um ein Grab“ 1984

Höhe 400 cm

Gips bemalt auf Metallkonstruktion

64

Wie ein Trauernder fällt ein Mensch nach unten. Ein Toter, die Silhouette eines

Menschen, gleitet in den Boden. Ein Faltenwurf, der sich genau über diese

Kontur legen kann, trennt den Trauernden vom Toten. Die Erinnerung steht

als Verbindung zu Getrenntem. In dieser Skulptur habe ich Gefühle, die mich

bewegen, ausgedrückt. Es war kein Nutzen bringender Sinn im Entstehen des

Werkes angedacht. Es sollte ein Experiment sein, um damit zu reflektieren,

ein Gefühl umzusetzen. Sichtbar sollte es für mich sein, und dann wollte ich

seine Wirkung erfahren. Dieses Werk fuhr ich von München aus auf diverse

Ausstellungen, zeigte es und suchte einen Platz dafür, und nach einiger Zeit

verabschiedete ich es dann, fuhr es in die Ordnung zurück! Die Mülldeponiegebühr

betrug 200 Schilling.


„Maschine“ 1988

Akademiezeit

Höhe 35 cm

Gips, diverse Gebrauchsteile bemalt

„Konsum“ 1988

Gips bemalt

Höhe 40 cm

„Gesellschaft“ 1988

Höhe 40 cm

Gips kaschiert und zart bemalt

Ein buntes Patchwork aus Gegenständen unseres Alltages: Ver schlusskappen,

Kleiderbügel, Pappkartons, Knöpfe etc. Es ist ein plastisches

Experiment mit gewohntem Kleinzeug, freien Formen und mit Farbe. Eine

Komposition zu erfinden und meinen bildhauerischen Anspruch an mich

selbst zu begreifen, war mir der Wert dieser Arbeit. Ein Wesen sollte es

werden, mit dem ich leben will, weil es mir gezeigt hat, Aufregendes im

Umgang mit dem „Nichts“, dem alltäglichen Tandzeug, zu spüren.

Versuche und Vorarbeiten in Gips und Polyester

66

„Reihungen“ 1988

Höhe 60 cm

eingefärbter Polyester


„Schicksalsgemeinschaft“ 1986

aus meiner Akademiezeit

installiert mit Boden- und Wandgestaltung

in einer Villa in Berg am Starnberger See/Bayern

Lebensgroße Figuration aus gefärbtem Polyester-Laminat

Zwei Menschen stehen zusammen, Zeit und Boden teilen sie sich für

einen Moment ihres Daseins, das Schicksal fügt sie und lässt sie zu einer

Gemeinschaft im Geiste der Erinnerung vereinen.

Diese Skulptur erzählt die Geschichte von meiner lieben Freundin Pia

und mir. Wir waren schon seit unserer Fachschulzeit in Freundschaft verbunden.

Tolerant haben wir uns über viele Jahre akzeptiert, uns dann

aber durch individuelle Lebenswege und -ideen verloren.

In der Münchner Akademie gab es eine gut ausgestattete Kunststoffwerkstätte,

in der ich einige Werkstücke aus eingefärbtem Polyester-Laminat

und Polystyrol-Tiefzügen herstellen konnte und damit erste Erfahrungen

im Arbeiten mit Kunststoff machte. Den Kunststudenten standen weit

über 30 Werkstätten zur Verfügung, die das Erlernen der verschiedensten

Material verarbeitungen erlaubten. So gab es zum Beispiel eine Gießerei,

in der wir uns die Kunst des Bronzegusses aneignen konnten, eine

Bühnen bild werk statt, eine Goldschmiedewerkstatt und Keramik werkstätten.

Auch für die glasverarbeitenden Techniken, wie Glasblasen, Bleiverglasung

oder Glasschleifen war eine eigene Arbeitsstätte vorhanden.

Zudem gab es noch die Druckwerkstätten, in denen die Lithographie,

Ätzradierung und der Siebdruck erlernt werden konnten. Ich habe mich

vor allem für die beiden ersteren interessiert. In der Kunststoffwerkstatt

bei Frau Mair-Buss, selbst eine Künstlerin, wurde ich in die Technik der

Polyester-Laminierung, das schichtweise Auftragen von Kunststoff, eingeweiht.

Der Lehrkörper dazu war zum Großteil mit Künstlern besetzt, welche die

kreative Verwendung des Materials förderten. Ich war ständig auf der

Suche nach Neuem und besuchte deshalb viele dieser Werk stätten.

Meine Entscheidung, der Akademie in München den Vorzug vor der

Wiener Akademie zu geben, lag zum einen an dem breit gefächerten

Werkstattangebot zur Weiterbildung und zum anderen daran, dass ein

Tiroler, Professor Hans Ladner dort lehrte, in dessen Klasse ich dann

auch aufgenommen worden war.


Das zentrale Thema meines Studiums war der Mensch

als unerschöpfliche Quelle seiner Einzigartigkeit, be vorzugt

dann in ausgewählten Situationen, in Porträt, Akt

und Skulptur. So habe ich meine Ge danken und Ideen

in der Gestaltung der menschlichen Figur allegorisch

umgesetzt.

„Das Paar“ 1985

Höhe 89 cm

Bronzeguss, Original

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In dieser Skulptur sind Gegenwart und Zukunft allegorisch

dargestellt. Der Mann hat drei Arme. Eine

Hand hält die Hand der Frau und eine andere Hand ragt

durch die Figurengruppe hindurch auf die andere Seite

der Skulptur. In der Gegenwart steht der Mann also

noch in Verbindung mit der Frau, mit seinen Gedanken

aber, symbolisch durch den dritten Arm dargestellt, lebt

er schon weit voraus in der Zukunft.


„Gemeinschaft“ 1981

Höhe 65 cm

Bronzeguss, Original, eine Materialvariante dieser

Skulptur, in Kunststein gegossen, erhielt beim Wettbewerb

der „art didacta“ in Innsbruck einen Preis.

Zwei Menschen stehen zueinander, werden eins, um

gemeinsam etwas erreichen zu können. Diese Skulptur

wurde in der hausinternen Gießerei der Akademie

in München unter der Leitung des Werkstättenleiters

Herrn Wackerbauer gegossen.


„Die Ablöse der Kinder vom Elternhaus“

1988

Höhe 71 cm, Breite 109 cm

Terralitho, durchfärbter Zementmörtel

auf Stahlarmierung

Diese erzählende Skulptur ist entstanden,

nachdem mir ein Freund und Vater

den sukzessiven Auszug seiner Kinder

aus der Familie schilderte. Im Inneren der

Spirale steht die Mutter. Als „Zwiefigur“

wendet sie sich einerseits zum Mann

und Vater, andererseits ist sie Mittlerin

zwischen außen und innen. Vom schneckenartigen

Zentrum aus umfasst der Vater

die ganze Forma tion und begleitet die

nach außen sich öffnende und sich verjüngende

Mauer, aus der sich die Kinder

bewegen, sich selbständig ablösen, um

sich frei entfalten zu können.

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„Zweisamkeit“

Höhe 40 cm

Reliefs aus Kunststein

Dorfbrunnen Brixen im Thale, 1986

während meiner Studienzeit gefertigt

Durchmesser ca. 350 cm

Betonguss

Eine Wand löst sich durch tanzende Figuren zur Mitte hin auf – ein Quell entspringt.

Die Figuration ist von mir zuerst in Ton modelliert worden, die dann daraus

gefertigte Negativform wurde zur zweimaligen Verwendung konzipiert; so konnte

ich den zweiten gleichen Teil als symmetrisches Gegenstück erstellen. Für das

Brunnenbecken habe ich mir, um mir einen aufwändigen Formenbau zu sparen,

etwas Ungewöhnliches ausgedacht: In der Lehmgrube in meinem Heimat dorf

Arzl und mit der fachmännischen Hilfe meines Vaters haben wir gemeinsam das

Negativprofil der Brunnenschale direkt in den Tonerdeboden gegraben und anschließend

die Betonstahlarmierung hineingehängt. Ein Mischwagen hat den

Beton eingebracht. Mit einem riesigen Kranwagen musste dann die nun stahlarmierte

Betonschale aus dem Boden gehoben, oder besser umschrieben, gerissen

werden.

Als Tochter eines Baumeisters sind mir all diese Gerätschaften schon seit meiner

Kindheit vertraut. Auch Zement war für mich immer zugänglich, und bereits als

kleines Mädchen habe ich das nützliche Pulver zur Stabilisierung meiner Brücken

und Mauern, Häuser und Figuren im Sandkasten genutzt. Verboten hat mir mein

Vater das Zementieren zwar nie, aber er hat mich nachdrücklich auf die ätzende

und gefährliche Wirkung dieses Materials aufmerksam gemacht.

Ich „betoniere“ auch heute noch leidenschaftlich gern – ich liebe den Geruch

von erhärtetem und frisch ausgeschaltem Beton. In meiner Fantasie habe ich

bereits ein Konzept für mein Parfum dazu entwickelt. Der Duft sollte das Gefühl

vom Maskulinen hin zum Femininen ausdrücken – gleich wie am Bau der Augenblick,

in dem die Wände ausgeschalt, das logistische Konzept real steht, das

männliche Prinzip zum weiblichen wechselt, das Rationale sich mit dem Emotionalen

verbindet, nun die Oberflächen und Farben das Gefühl, den Ausdruck

im Raum erfüllen – so spinnt sich mein kreativer Prozess in viele Ecken.

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Strukturdetail der Betongussoberfläche


„Verzückter“ 1994

Länge ca. 50 cm

Bronzeoriginal

variabel aufstellbar und

mit einer dazu passenden

weiblichen Figur arrangierbar

„Ikarus“ 1997

Höhe 30 cm

Bronzeunikat

Skizzen zum Thema Ikarus

Höhe 25 cm

Bleistift

„Ikarus und Daidalos“ 1987

Höhe 35 cm

Bronzeoriginal

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„Fabelwesen“ 1987

Berg am Starnberger See

Höhe 380 cm

Terralitho

Diese Skulptur fertigte ich am Ende meines Studiums

in einem gemieteten Schuppen in München Ost.

Farbe und Form gemeinsam zu sehen war Aufgabe

meiner bildhauerischen Auffassung geworden.

76


78


Skizzen und Modelle

in Wachs geformt und bemalt

„Tanz um den Maibaum“ 1988

Höhe ca. 110 cm

Kleinplastik, bemaltes Wachs auf Draht

ausgezeichnet bei der Internationalen

Art Competition in New York

„Club“ 1988

Café in St. Johann in Tirol

Höhe 150 cm

Terralithoskulptur


„Der Reigen“ 1989

260 x 170 cm

Weymouthskiefer bemalt

Mit der Führung des Hohleisens, bewusst quer zu den Formen,

habe ich die Wellen und die plastische Wirkung am Relief verstärkt.

Lasierende Farbigkeit ergänzt das Schnitzwerk.

Ein Schnitzeisensatz ist etwas ganz Persönliches. Schon in jungen

Jahren habe ich mir die einzelnen Werkzeuge nach und nach bei

der Genossenschaft im Stubaital selbst gekauft. Man kennt jedes

Eisen auswendig. Die Hefte (so nennt man die Griffe) habe ich etwas

aufgeraut, damit sie in meiner Hand nicht rutschen und ich so Kraft

spare. Beim Arbeiten liegen all die 75 Eisen, nach den verschiedenen

Formen wie aufgefädelt, auf der Hobelbank bereit. Jedes hat seinen

Platz und wird somit auch gleich gefunden. Zur Zeit sind diese mir

so wertvollen Werkzeuge in einem speziellen Koffer verwahrt – sie

warten wieder auf ihren Einsatz.

Impression vom ersten Atelier im Wohnhaus meiner Eltern in Arzl

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„Richtung“ 2001

Foyer des Internationalen Studentenhauses Innsbruck

Kiefernholz bemalt

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Fünf überlebensgroße Holzfiguren hängen stufenförmig frei im

Luftraum über dem Foyer, als würden sie über eine unsichtbare

Treppe schreiten. Die Skulpturen werden zum Sinnbild für die

Situation der Studierenden, die in ihrem Lebensabschnitt vor

einer ungewissen Zukunft stehen und ihre Entscheidung treffen

müssen: ein Ver weilen, ein Kommen und Gehen, das Auf und

Ab des Lebens, der Weg nach oben und nach unten.


„Najade“ 1992

Höhe 100 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel auf Stahlkonstruktion

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Die Najaden stammen aus der griechischen Mythologie. Die Sage

berichtet von einer Nymphe, die sich in einen Jüngling verliebte

und diesen zu sich in die Tiefen des Meeres nahm. Die Skulptur

erzählt nun von dieser Sehnsucht und dem Verlangen. Das Drama

des Eintauchens verstärkt sich durch die Formen der nach

oben ragenden Paddel. Durch die plastische Wirkung und den

veränderbaren Betrachtungswinkel schließen sich die Formen, Figuren

verschwinden, nichts ist mehr zu erkennen, die Plastik wird

abstrakt. Die Figuration verbirgt sich dann ähnlich einer Perle zwischen

zwei Muschelhälften.


Wendeskulptur, 1992

Durchmesser 80 cm

Terralitho

Die abstrakte Skulptur kann durch gedrehte Varianten der Aufstellung

immer wieder neu erfasst werden. Der Betrachter ist Bestandteil dieses

Eindruckes, er bringt sich selbst ein und bestimmt durch seine

individuelle Positionierung der Skulptur dann deren Ausdruck.

„Kommunikation“ 1992

diagonal ca. 90 cm

Terralitho auf Stahlkonstruktion

Wendeskulptur

Kommunikation bedeutet für mich zum Beispiel, mehrere Ansichten

durch Gespräche zu verbinden.

Deshalb musste diese dem Thema Kommunikation gewidmete

Skulptur einer besonderen, an mich selbst gestellten Anforderung,

nämlich den Dialog in allen Richtungen zu führen, entsprechen. Das

Werk muss und kann im Gleichgewicht auf allen vier Seiten armen

frei stehen, es gibt kein oben und kein unten und es ist in alle Richtungen

frei positionierbar. Handwerklich ist dies ein äu ßerst schwieriges

Unterfangen, da man sich ständig und bei jedem Arbeits gang

mit allen Teilen der Skulptur im Gleich gewicht halten und in Beziehung

treten muss.

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„Daphne“ spiegelt sich im Schaufensterglas

Hängebuche im Garten des Atelierhauses verzaubert im Winterkleid

beim Schweißen des Stahlgeästes im Atelier

„Daphne“ 1992

Höhe 70 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel

auf verzinkter Stahlkonstruktion

1. Preis der Fa. Datacom, Innsbruck

Diese Skulptur wurde an einer Rezeption für einen Freund

als Geschenk deponiert und ging dann in Wien verloren.

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Daphne ist das griechische Wort für Lorbeer. Daphne ist aber auch

eine Gestalt aus der griechischen Mythologie. Als junges Mädchen

wurde Daphne von Apollo bedrängt und verfolgt. Damit er sie aber

nicht finden konnte, verwandelte ihr Vater sie in einen Lorbeer baum.

Auch heute noch ist die Verwandlung in den verschiedensten Wissenschaften

ein vielfaches Phänomen. Strukturen verwandeln sich,

werden nicht mehr erkannt, verändern sich oder verschwinden ganz.

Diese im Bild dargestellte Plastik zeigt eine Gestalt, die sich spielerisch

in einen Baum oder in ein Instrument verzaubern kann. Dahinter versuchen

Hände nach ihr zu greifen. Sie erreichen sie aber nicht, suchen

vergebens nach ihr. Zwischen starken Körpern wechselt die Struktur

in zart anmutende Elemente.


„Die vier Jahreszeiten“ 1985

Brixen im Thale

Länge 11 m

Weymouthskiefer bemalt, mit gesammeltem Holzbeiwerk

Meine Aufgabe war es, den neuen Musikpavillon mit seiner von

Architekt Markus Moritz bereits erarbeiteten Wand gliederung zu

gestalten. Die künstlerische Arbeit sollte sich dabei in ihrer gedanklichen

wie auch in ihrer formalen Aussage mit der Architektur

vereinen. Bei meiner Ideenfindung streifte ich Themen, die

Bezüge zur Situation des Ortes und des Zwecks her stellten. Die

Idee mit den Jahreszeitenbäumen schließlich hat sich dann als

Dorfplatz gestaltung zum Treffpunkt für das ganze Jahr durchgesetzt.

Die Abfolge der Jahreszeiten, die sich an zwei Bäumen erklärt,

zeigt sich teils ornamental und teils realistisch. Die gitter artige

Schnitzerei verwebt sich kunstvoll mit Ästen aus der freien Natur.

Die Suche nach Ästen, die vor allem eine Besonderheit im Wachstum

aufweisen mussten, hat mich bei den Buchen im Halltal fündig

werden lassen. Dort lässt sich durch das so kräftig gewundene

Wachstum der Äste in gleichem Maße auch die Knechtschaft des

Klimas erahnen. Die wirklich großen Schnitzstücke habe ich in

meinem ersten Atelier in meinem Eltern haus gefertigt.

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„Das Werben“ 1993

Höhe 40 cm

Kleinplastik aus durchgefärbtem Zementmörtel auf Stahlkonstruktion

Die Skulptur erzählt die Geschichte von einem Fräulein, das sich schön

gemacht hat, sich ein getupftes Kleid anzog und sich eine Locke machte.

Das Weiblein kokettiert mit dem Männchen und lässt ihr Leiterchen zu

ihm. Er schnuppert und rüsselt zu ihr hin, indessen sie schnell wieder

etwas zurückweicht.

„Schwestern“ 1993

Höhe 70 cm

Terralitho

Wie aus einem Stamm wachsen die Figuren

im Netz und Klang der Familie.


„Rekordia“ 1998

Höhe 80 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel auf Stahlkonstruktion

Diese Skulptur dient gleich einer Standarte für eine Werbe agentur.

Mein Ansinnen war es, eine Figur zu schaffen, mit der sich Werbung

erklärt. Sie soll anmutig sein. Sie soll reizen. Sie soll kommunizieren.

So verwandeln sich die Arme dieser Skulptur, werden zum Instrument

für eine Melodie, die schwebt und verzaubert.

Mit vielen Skizzen taste ich mich an die mögliche Form und Komposition

heran, bevor ich beginne, das dann formgebende Stahl gerüst

selbst zu schweißen.

Die Skulptur besteht aus komplett durchgefärbtem Kunststein. Ich

nenne dieses Material auch Terralitho, entsprechend den Worten

„Terra“ für Erde und „Lithos“ für Stein, also für die zementgebundene

und in meiner speziellen Technik eingefärbte Mörtelmasse.

Die Skizzen zur kompositionalen und formalen Entwicklung

ent standen vor Beginn der Fertigung.

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„Lebensfreude“ 2006

Brunnenskulptur mit Schale

in privatem Garten im Fuchsloch, Thaur

Höhe 300 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel auf Stahlkonstruktion

Brunnenskulptur und Schale


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„Leidenschaft“ 2008

ø 50 cm

Terralitho auf Stahlkonstruktion


„Beziehung“ 2008

Länge 110 cm

Terralitho auf Stahlkonstruktion


„Verführung” 2008

Höhe 260 cm

durchgefärbter Zementmörtel auf verzinkter Stahlarmierung

Nach einer Vision im Kopf, ein paar Skizzen am Papier, arbeite ich

dann gleich dreidimensional weiter. Ich zeichne und schweiße,

jeder Stahlstab ist wie ein Bleistiftstrich. Ich erfinde die Form

und konstruiere zugleich die Armierung. Ein Metallgitter, danach

darauf angebracht, dient zum Halt für den Auftrag der weichen

Zement masse. Die rohe Haut der Plastik wird aufgebaut. Dann

kleide ich die Skulptur in ihr buntes Gewand. Die feuchte, mit

Fasern ver sehene Masse binde ich an, und aus dem vorerst unförmigen

farbigen Auftrag schäle ich dann die gewünschte Form

heraus. Die hervortretenden Fasern lassen die Oberflächen

haarig erscheinen.

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„Verführung” 2008

Höhe 260 cm

durchgefärbter Zementmörtel

auf verzinkter Stahlarmierung

eines meiner Lieblingswerke


„Schlittenhunde im Gespann“ 1996

privater Garten am Mieminger Plateau

Brunnenskulptur mit an der Oberfläche veränderbarem,

leuchtendem, punktartigem Glasfaserlicht

Länge ca. 8 Meter

Gewicht ca. 4.000 kg

selbst gemischter, bunt durchgefärbter

Zementmörtel auf Stahlarmierung

Die Fertigung dieser Skulptur nahm die gesamte Raumdiagonale

des Ateliers in Anspruch. Nach Entwürfen und

einem kleinen dreidimensionalen Drahtmodell waren

die formalen Beziehungen der Formen ablesbar. Da die

in Original größe nötigen Stahlträger nicht frei gebogen

werden können, musste ich vorher entscheiden, wie und

wohin eine solche Eisen traverse ragen soll. Ebenso musste

die Teilbarkeit der Skulptur berücksichtigt werden, um

ihren Transport mit Lastwagen und Kran zu sichern. Die

Konturen formte ich mit Stahlstäben und fügte Spannung

in die Flächen der Formen. Zum Auftragen der ersten

Zement mörtelschicht habe ich Eisengitter be festigt, die

letzte Mörtel schicht ist ca. 2 cm stark und durch ge färbt.

So lässt sich dann die Farbigkeit schon während der Bearbeitung

des aufge brachten kristallinen Materials durch

Bekratzten und Schleifen spüren. Mir ist es wichtig, dass

die Farbe mit in die Skulptur wächst und nicht hinterher

verziert. Bei solchen großen und aufwändigen Arbeitsabschnitten

unterstützen mich manchmal Praktikanten,

Freunde und Familienmitglieder.

104


106


Brunnensäule im Garten

des Atelierhauses in Thaur

1999

Höhe 440 cm

Terralitho, durchgefärbter

Zementmörtel auf Stahlarmierung

bunt gewölbte Fläche mit farbig

wechselnder Faserlichtanimation

1993

Höhe 70 cm

Terralitho

„Windung“ 1997

Höhe 100 cm

Terralitho


„Eine Vision“ zur Gestaltung der Inntalbrücke, 1991

bemaltes Modell

Als Künstlerin, die sich nicht nur im isolierten Klima des Galeriewesens

bewegen will, befasse ich mich auch sehr viel mit unseren

Lebensräumen. So entstanden verschiedenste Vorschläge zur Gestaltung

der Inntalbrücke. Eine Idee war das Konzept „Verkehrte

Welt“, bei dem ich nach unten hängende Fahrzeuge an der Außenfläche

des Troges montiert sah, so als würde die Straße oberhalb

der Köpfe verlaufen.

Dieses neue Bauwerk sollte aber auch einen technisch bedingten

und schützenden Anstrich erhalten, um die offenporige Betonober

fläche vor dem Frost-Tausalz-Nebel im Autobahnbereich und

vor dem Flugrost der Eisenbahn zu schützen. Ich machte mir Gedanken,

diesen notwendigen Anstrich auch als gestalterische Aufgabe

zu erarbeiten. Zu den Präsentationen meiner Idee trug ich eine

eigens von mir dafür gestaltete Gilet-Jacke, worauf Fotomontagen

der Brücken gestaltung zu sehen waren.

Das beschriebene Projekt wurde leider nicht realisiert. Das Bauwerk

bei Volders zeigt sich nach wie vor in Sichtbeton.

108


Brunnen in Hart im Zillertal, 2004

Höhe 180 cm

eingefärbter Betonguss geschliffen mit Nirosta-Gewerk

Dieser Brunnen steht vor einem Geschäftszentrum mit seinem

Kommen und Gehen. Die sich bewegenden Rohre wippen rastlos

auf und ab, halten also mit der Geschäftigkeit mit, und befüllen

sich mit Wasser, das rhythmisch wieder herauskippt.

110


Foyergestaltung eines gewerblichen Betriebes in Stans, 2004

Über die Brunnensäule, Höhe 400 cm, aus durchgefärbten Terralitho mit

leuchtenden Glasfaserpunkten, welche sich farblich ändern und bewegen,

fließt leise das Wasser herunter. Akustisch durch das Wasser

und optisch durch Farben und Licht wird die Eingangshalle belebt.

Durch das Modellieren mit farbigem Material verschmilzt die Malerei

mit der Plastik, das Bild wölbt sich zur Skulptur.

Zwei Holztafelbilder zum Thema Technik ergänzen das Foyer.

Ateliersimpressionen

„Wasserigel“ 2001

Innsbruck

Brunnengestaltung mit zweiteiliger Skulpturengruppe,

ein Männchen und ein Weibchen

Länge eines Skulpturenteils ca. 200 cm

gefertigt aus durchgefärbtem Terralitho

112


„Wasserhahn“ 1996

Brunnenskulptur Fügen

Höhe ca. 250 cm

Terralitho

114

Ein sprudelnd großer und an der Oberfläche leuchtender

Wasser hahn am Eingang eines Firmengebäudes als

Brunnen anlage konzipiert, wurde zum Wahrzeichen für

das Installations unternehmen.


„Steinerner Regenbogen“ 1996

Veranstaltungszentrum Blaike, Völs

Höhe ca. 5 Meter

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel

aufgebracht auf eine vor Ort gefertigte Stahlarmierung

Diese Plastik wurde im Sommer 1996 an Ort und Stelle zusammen mit

meinem Vater und zwei meiner Praktikanten gebaut, in meinem Bauch war

Töchterchen Stella mit dabei.

Die Farbigkeit der Skulptur ist eine von mir entwickelte Technik der „Zementmörtel-Einlegearbeit“

mit durch und durch gefärbten, selbst gemischten

Zementmörteln, die auf eine gitterartige Torstahlarmierung aufgebracht

werden. Man spürt an der Oberfläche, dass es sich dabei nicht um eine

Bemalung handelt, sondern dass die Oberfläche durchgefärbt, offenporig

ist, was den besonderen Reiz dieser Skulptur ausmacht.

116


„Seinen Teil dazu beitragen“ 1995

Vogtareuth in Bayern

Höhe ca. 300 bis 400 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel auf Stahlkonstruktion

Ein großer Auftrag steht an. Für einen derartigen Auftrag wird das

neue Atelier in Thaur in allen Funktionen voll genützt. Der im Atelier

installierte Kran, der für 1,6 Tonnen ausgerichtet wurde, ist dabei

unverzichtbar. Die großen, 4 m hohen Flügeltüren in den Garten

sind für den Abtransport der fertig gestellten Werke ebenso unentbehrlich.

Beim Planen des Atelierhauses stand noch nicht fest, welche Aufträge

und Aufgaben in Zukunft zu erfüllen sein werden, und so ist

es für mich immer wieder ein Fest, dieses Gewerk nun in seiner

Widmung umfassend nutzen zu können.

Neben all dem Rüstzeug und Material, das zum Fertigen solcher

Skulpturen zu besorgen ist, ist mein inneres Feuer der wichtigste

Bestandteil für diese Arbeiten. Bevor ich nicht ein Drängen und die

Bereitschaft spüre, kann ich nicht beginnen. Also muss ich so lange

an meinen Konzepten und Ideen gedanklich spinnen, bis ich mich

entzündet habe. Es muss reifen, aber der Prozess ist zeitlich oft

nicht absehbar. Mein Werk soll für meinen Anspruch keine Dekoration

sein, sondern muss neben all den gestalterischen Gesetzen

und Lehren auch die erarbeitete oder empfundene Botschaft beinhalten.

Dieser Wille, ein inhaltliches Ziel zu ergründen, befruchtet

den kreativen Part der individuellen Erarbeitung. Ich als Künstlerin

forsche nach und arbeite an dem unentdeckten Bild und Lebensraum.

Die Einbindung der Menschen in dieses Konzept ist für mich

unabdingbare Voraussetzung. Das Werk soll unsere Wünsche letztendlich

berühren.

In der Vorbereitungszeit für große Skulpturen muss zuerst das

Material berechnet werden. Viele hundert Kilogramm Zement und

Quarzsand müssen dafür angeliefert und über eine extra angelegte

Rampe hinunter ins Atelier gefahren werden. Der Raum wird zur

Baustelle ...

Ich organisiere mich so gut wie möglich, indem ich mir ein Zeitfenster

ausschließlich für die anstehende Arbeit schaffe. Es ist mir

auch immer wichtig, bei guter körperlicher Verfassung zu sein,

denn die handwerkliche Arbeit stößt oft an die Grenzen der körperlichen

Belastbarkeit.

Wenn dann das Werk fertig geliefert, montiert und gefeiert ist und

ich wieder ins Atelier zurückkehre, wird erst einmal alles wieder

auf „Hochglanz“ gebracht – anschließend kann wieder „gezündelt“

und mit Neuem begonnen werden.

118


drei Säulen für den Haupteingang des

Behandlungszentrums Vogtareuth in Bayern

1995

Höhe der Säulen ohne die beweglichen

Windblätter ca. 300 bis 400 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel

auf Stahlkonstruktion

120

Die Säulen flankieren den Weg zum Eingang.

Jede von ihnen trägt ein Segment aus dem dreiteiligen

Logo der Anstalt als Segel, die sich im

Wind drehen.

Die erste Säule steht symbolisch für eine Kanne,

„das Geben“. Sie versinnbildlicht Anteilnahme

und Zubringen von Hilfe und Stärkung durch die

Besucher. Die zweite Säule, „das Joch“, ist die

Standarte für den Patienten selbst, der durch sein

aktives Mit wirken seinen Teil zur Be handlung beitragen

soll.

Die dritte Säule, „das Helfen“, ist zu einer Hand

geformt und steht für das Hand anlegen und das

direkte Helfen am Menschen.


122


Farbkreis am Boden des

Landeskrankenhauses Natters, 1991

Größe des Mosaiks ca. 40 m 2

Fliesensegmente

Die drei Grundfarben Rot, Blau, Gelb

verbinden kreisförmig die Räume.

„Welt“ 1991

Innsbruck anlässlich einer Ausstellung

in der Galerie Hausberger

temporäre öffentliche Installation mit freiem Zugang

ø 400 cm

selbst gefertigte Terralithoplatten

und Bruchsegmente davon

Das Farbfeld wurde kosmisch in eine Ordnung gelegt.

Jede Farbe und jeder Stein erfüllte somit seine

Bestimmung im Kreis. Aufgrund des freien Zugangs

zur Öffentlichkeit aber wurde das Werk stark verändert

und gestört. Teils wurde es neu gelegt, oder

es verlor sich, selbst ganze Felder verschwanden.

Das Bild wandelte sich, gleich den Bildern, wie wir

mit unserer Welt umgehen.


„Steinerner Teppich“ 1991

ein Bild am Boden

Gestaltung durch das gesamte Hauptfoyer

des Bezirkskrankenhauses St. Johann in Tirol

Epoxidharz mit Zement als Gussbelag durchgefärbt

und versiegelt, Messing

124

Durch die starke architektonische Gliederung des

Foyers des damals neu erbauten Bezirkskrankenhauses

entstand die Idee mit einem Bild am Boden.

Ich wollte die einzelnen Bereiche ge stalterisch zusammen

führen. Farbigkeit, Zeichen und philo sophische

Texte, z. B. der Eid des Hippokrates münden

in weich geformten Konturen in die Struktur des

Foyers.

Der 160 m 2 große und rund 14 mm starke, bunte

Stein teppich wurde aus einem speziellen Kunstharzzementestrich

hergestellt. Das Material des Bodens,

der Säulen sowie der Liftwand ist durchgehend eingefärbt.

5.000 kg buntes Material wurde mit einem kleinen

Team verarbeitet. Die Messingeinlagearbeiten, bestehend

aus ca. 6.000 Messingteilchen, lassen den

Betrachter Schriften, Symbole, Zeichen und Signale

entdecken. Die freien Formen des Steinbildes stellen

einen Gegensatz zur technisch klaren Fliese dar, die

flammende Liftwandgestaltung bildet einen Kontrast

zu den kühl wirkenden Lifttüren aus Nirosta – Präzision

und Klarheit in Kooperation mit Gefühl sollen

den Wirkungsbereich im Krankenhaus erfolgreich

gestalten.


Brunnenskulptur im Foyer des Sanatoriums

der Kreuzschwestern in Hochrum, 1995

Höhe 180 cm

Terralitho, Nirosta, Marmorkugel

„Lobgesang an die Schöpfung“ 1998

Höhe 190 cm

Terralitho, durchgefärbter Zementmörtel

auf Stahlkonstruktion

Brunnen für den Innenraum

126


Brunnenskulptur im Foyer des Sanatoriums

der Kreuzschwestern in Hochrum, 1995

Höhe 180 cm

Terralitho, Nirosta, Marmorkugel

Die abstrakten Formen der Brunnenskulptur umfangen eine

sich auf dem sprudelnden Wasser bewegende Marmor kugel.

Wie helfende, fürsorgliche Hände umfassen und hüten die

Formen die Kugel, ohne ihre Bewegung zu stören.

128

Die bunte Brunnenplastik bildet mit dem gelben, abgestimmten

Boden segment und dem dazu gestalteten, geschweiften Paravent

ein Gesamtkonzept.


130


Künstlerische Installation, 2009

errichtet anlässlich des 450-Jahr-Jubiläums der Papierfabrik Wattens

Hadernkocher ø 300 cm

Brücke aus bemaltem Glas und Nirosta, Bodengestaltung mit eingefärbtem Kies,

Sitzskulptur im Inneren der Kugel aus Schaumgummi und reißfestem Flies

132

Der handgeschmiedete Hadernkocher, welcher lange zur Papiererzeugung gedient

hat, soll, inspiriert durch MitarbeiterInnen der Papierfabrik, neu belebt

werden. So entstand ein Treffpunkt und ein Kunstwerk.

Einzelne Komponenten, welche für die Papiererzeugung nötig sind, werden symbolisch

arrangiert. Ein Werkzeug, der Hadernkocher, der Rohstoff, die Fasern, das

helle Innenleben mit der Papierskulptur, Wasser, als blaues Kiesfeld und Energie,

werden durch ein farblich sich wandelndes Licht im Innenbereich dargestellt.

Wie ein hauchdünnes Papierband, in Anlehnung an das Spezialprodukt der

Fabrik, führt eine Glasbrücke mit textlich angeführten Meilensteinen aus der Geschichte

der Papierfabrik, von der Vergangenheit in die Zukunft. Im Inneren der

Kugel lädt ein Sitzobjekt aus Papier, als Geste des Willkommen-Seins, zum Verweilen

ein.


Dorfplatz Murg, Schweiz 2009

Gesamtkonzept des Platzes und persönliche Ausführung der zweiteiligen

Schalenobjekte, der Raumskulptur und der Blatt-Treppe mit dem Bodenblatt

Stahl bemalt, Nirosta, Glas, Kunststein und Holz

Meine Gestaltungselemente wurden durch die Murger Einzigartigkeiten inspiriert,

durch die Einbindung der in Murg vorkommenden Edelkastanie, die örtliche

Situation am See, das besondere Steinvorkommen und durch die sprudelnde

Energie in Form von Wasserkraft.

Mit vielen Eigenschaften stehen die unterschiedlichen künstlerisch gestalteten

Elemente dem Besucher bereit. Eine nach oben offene Skulpturen gruppe hebt

sich vom Platz und andererseits taucht ein skulpturenartiger Raum aus dem

Boden. Schon beim Entwurf habe ich auf eine möglichst vielfältige Nutzung

für die Bürger besonderen Wert gelegt. Treppen und Aussichts ebenen, Licht,

erdige Farben und Wasserszenarien sind für viele ver schiedene Empfindungen

speziell erarbeitet. Ein großes sinnbildliches Schiff, ausgebaut zur über dachten

Tribüne, dient einerseits als Einfriedung des Platzes sowie als Schallschutz gegen

den Bahnbetrieb und andererseits auch als Aussichtsplattform. Hoch oben

und vorne am Bug des Schiffes spürt man das Reise gefühl und blickt in die

Weite der Bahngeleise, welche eine Asso ziation von der Ferne vermitteln. Neben

der Brunnenanlage liegen Skulpturen wie zwei Kastanienschalen, deren glatte

Innenseite interaktiv erfahren werden kann. Man kann sich hineinlegen, hineinrutschen,

Kinder können spielen und kommu nizieren. Das große Blatt in Form

einer Treppe bindet die verschiedenen Niveaus des Platzes zusammen, dient

auch als Treppe mit Aussicht, als Verweilplatz, um das Geschehen am Platz

zu beobachten. Ein umschlossener Raum ergänzt sich mit einer transparenten

Glas-Nirosta-Konstruktion sinnbildlich wie eine Kastanie mit ihrem Stachelkleid.

Die schon vorhandenen Strukturen der Turnhalle wurden durch die Schaffung

einer angebauten Theater hebebühne erweitert.

134


136


138


Dorfplatz Murg, Schweiz 2009

Gesamtkonzept und

persönliche Ausführung

Stahl bemalt, Nirosta, Glas,

Kunststein und Holz


„Korb“ 2002

ø 15 cm

Glasguss

„Kosmos“ 2008

ø 45 cm

Glas und Kunststein

140

„Entwicklung” 2010

ø 30 cm

Acrylglas


142


„Das Sein“ 2008

ø 50 cm

durchgefärbter Zementmörtel

Einem Freund gewidmet.

Verwebt ist eine Struktur wie ein Teppich

des eigenen Seins. Zwei Hände fügen sich

zur Endlichkeit und vollenden das Leben.

Schalenobjekte, 2001

ø 38 cm

Glas kombiniert mit Kunststein


„Gefühl und Vernunft“ 1987

Scheibe

ø 80 cm

Betonguss bemalt mit kleiner Kupfertreibarbeit

Wie „die Zeit messend“ steht eine Figur im Scheitelbereich der

Fläche. Die Beine werden zu Zeigern, der Körper wird zum technischen

Teil. Es erklärt sich die Vernunft als Richter zwischen

den Gefühlen. Eine schwangere Frau und eine Tiergestalt, flach

wie der gemalte Brief der Erinnerung, füllen das Feld des Uhrenblattes.

„Das Verwalten und das Vertrauen“ 1989

ø ca. 100 cm

Kunststeinrelief für die Raiffeisenbank Kitzbühel

in der ursprünglichen Gestaltung

144

Die allegorischen Figurationen versinnbildlichen das Vertrauen

und das Verwalten. Eine Gestalt übergibt, reicht weiter und weist

an. An der Rückseite der kreisrunden ursprünglichen Gestaltung

steht eine Figur gestikulierend und schützend vor einer abwartend

sitzenden Figur, welche vertraut.

Beim Umbau 2006 wurde ein Skulpturenteil neu in ein rechteckiges

Feld integriert.


„Sehnsucht“ 1996

ø ca. 30 cm

zweiteiliges Bronzeoriginal

Eine Gestalt steckt sich hin und lehnt sich an, sucht

und sehnt. Diese Sehnsucht als Form dargestellt,

taucht auf und entgleitet auch, ein Gefühl des Erfüllens

oder des Verlassens bleibt offen.

„Auferstehung“ 1985

60 x 50 cm

Bronzeunikat

Christus durchbricht einen geschlossenen Raum

und schreitet voran. Andere wachsen aus der Form

heraus und folgen ihm nach.

„miteinander“ 1991

ø 38 cm

zwei Tonschalen,

von Hand aufgebaut und gebrannt

„Das Erbe“ 1991

Höhe ca. 40 cm

Bronzeunikat

146


Beim Modellieren mit Wachs

148

Ich forme die Plastiken in ihrer wahren Größe direkt in Wachs. Zum Verformen bestrahle

ich das Material mit Wärme. Warmes Wasser, Rotlicht und Gasflamme sind

dazu dienlich. Ein großer Bottich mit kaltem Wasser zum Erstarren der weichen

Form steht dabei immer in meiner Nähe.

Ein Bronzeunikat wird von einem direkt aus Wachs modellierten Werk gegossen.

Mein Bronzegießermeister Walter Rom aus Kundl/Tirol erhält das von mir modellierte

temperaturempfindliche Wachswerk, das er mit Angüssen und Entlüftungs stäben,

ebenfalls aus Wachs, versieht und dann in einen Behälter, gefüllt mit flüssiger Gipsformmasse,

taucht. Die Masse erstarrt zu einem Block, der dann bei ca. 800 Grad

in einem Ofen tagelang gebrannt wird. Das Wachs schmilzt heraus, es entsteht ein

Hohlraum. Diese weiche, kreideartige Form wird rundum mit Holzplatten befestigt,

damit sie beim Eingießen der flüssigen und gewichtigen Bronze nicht aufplatzen

kann. Nach dem Eingießen des Metalles und deren Abkühlung wird die Formmasse

abgetragen und zerschlagen. Der staubig und matt wirkende Rohguss wird

dann gebürstet, Angüsse und Entlüftungsstäbe werden abgeschnitten. Die Oberfläche

wird ziseliert. Mit Spezialwerkzeugen werden kleine Gussunebenheiten ziseliert,

und anschließend wird das Werk patiniert. Das Bronzewerk wird erhitzt, und

mit speziellen Chemikalien wird die gewünschte farbliche Oxidation erwirkt. Farbgebungen

von Schwarz, Braun, Rötlich bis zu einem Türkisgrün können erreicht

werden. Das Werk ist nun nach großen manuellen und technischen Fertigkeiten

sowie einem großen Aufwand an Energie vollendet. Durch das Gussverfahren „in

verlorener Form“ ist der Guss nicht mehr wiederholbar, das entstandene Werk ist

und bleibt ein Unikat. Der Bronzeguss veredelt das Werk für die Ewigkeit.


150

Hand Wachs Wärme Holz Pinsel

Lötkolben Kolophonium Erfahrung

Karton Luftballon Form Kerze Fett

Kälte Messer Kupfer Energie weich

Silikon Schmelzen verloren flüssig

Gummi elastisch Gips Schutz edel

Ruß Feuer spröde hart dünn fest

verbrennen flüssig schleifen Staub

Legierung Paraffin Zinn Gas Zink

Hitze schweißen gießen formen

Bronze kostspielig Patina ewig


Grabstätte für drei Urnen, 2006

Schweiz

ø ca. 55 cm

Bronzeunikat

Diese mobile Grabstätte, das Bronzewerk als letzter

physischer Ort des irdischen Verweilens, hält in ihrer

kundhaften Gestaltung den Dialog mit den Seinigen

aufrecht. Die im Zentrum befindlichen drei Behältnisse

für die Asche formen sich wie ein Baumstamm. Die Verschlussstellen

der Urnen versinnbildlichen die Früchte

dieses Lebensbaumes und tragen eine unauffällige

und dezente Inschrift. Die einzelnen Motive erzählen

vom Leben und vom Hoffen. An der Basis mit Erde,

Wurzeln und Wasser entsteht Leben und es wächst

Korn, das durch unserer Hände Arbeit zur Nahrung

wird. Im Wasser findet sich der Fisch als Urzeichen des

Christentums. Über den wogenden Wellen schwanken

zwei Waagschalen wie Boote, die von einer Christusfigur

gehalten werden. In der gegenüberliegenden

Waagschale hält eine Mutter schützend ihr Kind. Die

Mutter selbst befindet sich in der schützenden Hand

Gottes. Von der Demut berichtet eine Figur wie die des

Christophorus. Er trägt ein Kind durch die Fluten, er

erzählt uns vom Mut zu dienen. Über den Kornähren

erheben sich eine Taube und eine Flamme als Symbol

des Feuers, und wir erinnern uns an die Gebetsbitte

„Unser täglich Brot gib uns heute“. – Die Feuer zunge

soll die Nahrung für unseren Geist darstellen. In den

Verschlusskappen der Urnen werden nach dem Einbringen

der Asche die bronzenen Zweige durch

Beugen verschlossen, sodass dann das Astwerk wie

zugewachsen wirkt.

152

Eine experimentelle Magnetresonanztomographie hat

die händisch modellierte Wachsplastik vor dem Guss

in verlorener Form noch erfasst und zeigt grafisch

das Innere dieser Plastik. Man erkennt die drei Grabkammern

für die Asche.


„Erfolgsglobus“ 1993

ø 38 cm

Bronzeunikat

gestaltet für die Bank für Tirol und Vorarlberg

Diese Skulptur wurde als Wanderpokal für hervorragende

Kundenbetreuung des Personals ent wickelt.

Der gedankliche Inhalt dieses Bronzewerkes ist der

sorg fältige Umgang mit unseren Mitmenschen. Die vielfältig

dargestellte Symbolik lässt sich durch Wen den

und Drehen der Kugel deuten und entdecken. So verweist

das Ineinandergreifen menschlicher Arme auf die

Gemeinschaft und das Vertrauen gemeinsamer Unternehmungen;

verbindend schließen sich Hände zusammen.

Das Auge als Symbol für Aufrichtigkeit steht

in Verbindung mit dem aufmerksamen Hin- und Zuhören,

das auf das Interesse am Gespräch mit seinem

Gegenüber verweist. Das Herz steht als Auf forderung

zu Feingefühl und Herzlichkeit. Emotional gelöst öffnet

sich eine Gestalt und entwaffnet durch ein Lächeln.

Hinter ihr liegt eine Sonnenscheibe, über die die Zeit

streicht. Diese Figurationen stehen und be wegen die

Räder mit den Beinen als Zeichen für Dynamik, Wirtschaft

und Vorwärtskommen. Die Beine werden zu

einem Zirkel der Genauigkeit und zu Zeigern der Uhr.

Sie stehen als Ausdruck für Pünktlichkeit.


„Das Nest“ 1994

ø 18 cm

Bronzeunikat 24 Karat vergoldet

Aus einem Geäst entwickeln sich Mann

und Frau. Beide zusammen ergeben eine

Öffnung und bilden so das Nest.

Impression aus meinem

ersten Atelier im Elternhaus

„Keimzelle“

ø 18 cm

Bronzeunikat 24 Karat vergoldet

154


„Erbe einer Frau“ 1990

ø 40 cm, Gewicht 30 kg

Bronzeguss Unikat

In meinen Händen halte

ich meine erste gefertigte

Bronzekugel.

156

„Verbundenheit“

ø 18 cm

Bronzeunikat poliert


„Um die Zeit“ 1996

ø 50 cm

Bronzekugel-Original

gegossen im italienischen Wachsausschmelzverfahren

von Gießermeister Walter Rom aus Kundl

Die künstlerische Gestaltung zeigt in ihren allegorischen Figuren

verschiedene Gedanken zum Thema Zeit.

„Die Sanduhr“ oder „Ein Leben“

Die vier Figuren stellen eine Familie dar.

Wie in einer Sanduhr wird die Dauer des

Lebens angezeigt. Durch eine Einschnürung

in der Sanduhr endet das körperliche, irdische

Leben, ein Fragment der Endlichkeit, ein Totenbildnis,

zeugt von diesem Ende. Der zweite

Teil des Sanduhrglases mündet ins sinnbildliche

Jenseits und in das Unendliche; der

Sand wandelt sich zu Wasser, aus dem der

Mensch und mein symbolischer Stundenfischer

Hoffnung und Glaube schöpfen.

„Vergangenheit und Zukunft“

Ein Stier mit einem Menschengesicht steht

einem Frauenkörper mit einem Schwanenkopf

gegenüber. Sie beobachten sich. Sie

können einander nur erahnen, so wie vieles in

unserer Vergangenheit verborgen bleibt und

die Zukunft sich nur vermuten lässt. Daneben

finden sich ornamentale Fragmente von

Sternenkonstellationen als Einbindung in das

Universum.

„Ungeduld um die Zeit“

Wie ein Ungestümer drängt ein Kobold einen

Minutenzeiger und einen Stundenzeiger auseinander.

Diese Figur verweist auf die Ungeduld

von so manch einem, dem alles zu langsam

geht, der es nicht erwarten kann.

„Der Stundenfischer“

Ein Mann legt sein Netz aus, um die Stunden

des Tages einzufangen. So manche Stunde,

durch Zahlen symbolisiert, bleibt in seinem

Netz hängen, manch eine entgeht ihm. Das

Bild wird zum Sinnbild für unsere täglichen

Bemühungen, den Tag und die Stunden für

sich zu gewinnen.

„Der Schlaf“

Neben dem Stundenfischer liegt eine schlafende

Frau. Ihre Beine sind wie zu einer

Flosse zusammengewachsen. Ihre physische

Fortbewegung ist damit zwar eingeschränkt,

trotzdem kann sie sich in dieser Zeit in die

Welt des Traumes begeben.

158

„Das Pendel“

Gehalten wird das Pendel von einer Figur,

die in strenger Haltung Macht und Gesetz

verkörpert. An diesem Pendel schaukelt eine

Menschengestalt, die durch ihre willentliche

Bewegung versucht, den Lauf des Pendels

zu beeinflussen. Sie wird damit zum Sinnbild

der Vermessenheit des Menschen, der immer

wieder die Naturgesetze zu beeinträchtigen

oder zu verändern versucht.

„Das Maß“

Ein Rückenakt spannt sich mit seinen hoch

gestreckten Armen zu einer Einheit. Es ist

ein Maß, mit dem man vergleichen und dadurch

gemessen werden kann. „Mene mene

tekel u-pharsin“, nach des Propheten Daniels

Deutung aus dem alten Testament: „Gezählt,

gewogen und zerteilt“ wird das Ansehen des

Menschen.


160


„Philemon & Baucis“ 2004

ø 45 cm

geformt zuerst in dünner Weise in Wachs,

dann im Wachsausschmelzverfahren in Bronze

als Unikat gegossen

162

Im Inneren der Kugel stehen zwei Figuren wie Baumstämme zueinander

und bilden die Verbindung vom Wurzelwerk hin zur Baumkrone. Im Blattwerk

finden sich die Gesichter der Figuren. Jede der Gestalten hat eine

Hälfte vom Gesicht des anderen erhalten – sie bilden damit eine Einheit.

Zarte Berührungen ihrer Hände, die mit Ästen und Blättern umkleidet

sind, lassen diese tiefe Liebe erfahren.


164

Familie Vertrauen Krippe Heimat

Gemeinschaft Eltern Haus Nest

Schnecke Mutter Erfolgsglobus

Unendlichkeit Geburt Stella Rad

handeln Hilfe Baby Gynäkologie

Hand Kind Laetizia zusammen

Sternbild Begegnung Verbindung

halten Helfer ins Leben hinaus

Freundschaft sich ansehen Kugel

zuhören in die Augen schauen

Geschenk vergoldet Film Unikat


Philosophischer Zyklus, 2000

Zyklus aus sechs Bronzeunikaten, die sich alle in ihrer

individuellen Art in einem gedachten würfelartigen

Raum von je 25 x 25 cm erstrecken

„Ich“

Den variablen Raum, verschließbar oder offen einladend,

bestimmt das Ich. Die zwei losen Werkzeuge,

wie Hände, wie ein Besteck, wie Ruder oder Krücken,

gestalten das Handeln des Einzelnen, stehen ihm frei

zur Verfügung, seine Fähigkeiten zu entfalten. Das Persönlichste

eines jeden findet sich in diesem Raum, mit

eingefangen das Fragment des Todes.

„Du“

Das Ur-Nest ist die Familie, die als Gemeinschaft in ihrer

Vernetzung mit Zukunft und Vergangenheit dargestellt

und mit der durchschreitenden Figur an der Außenseite

des Raumes versinnbildlicht wird.

„Das Leben“

Nicht als einzelnes Element denkbar, sondern als Kette

verschweißt sind die Gestalten, die für die Arbeit, die

Hingabe und die Verzückung stehen. Die glatte Scheibe

steht für Glaube und Hoffnung. Die Gestaltung passt

in das System der würfelartigen Begrenzung, kann

aber durch die variable Beweglichkeit diesen Rahmen

sprengen – so wie das Leben selbst.

166


„Die Erde“

Wie eine Mutter bietet das sinnbildlich immer

wachsende Schneckenhaus einen

schützenden Raum, in dem Leben entsteht,

aus dem Leben herausströmt und

selbstlos eine Heimat bereitet wird.

„Die Schönheit“

Mythologische Gestalten umschließen

den Kubus: Der Tanz, die Musik, eine

Nixe, der Engel, die Muse, die Fantasie,

ein Pferd und ein Schwan stehen allegorisch

für die Kunst und alles Erhebende

und Schöne.

„Die Liebe“

Wie Hülsen geöffnet, schweben, begegnen

und schmiegen sich die Körper von

Mann und Frau. Die drei Skulpturteile

sind lose und können einzeln frei bewegt,

auseinander genommen und wieder arrangiert

werden.


„Muse“ 2004

130 cm lang

Bronzeunikat

Wie eine Decke breitet sie sich aus, du legst dich hinein, sie nimmt

dich auf, birgt dich in ihr, umhüllt dich in Geborgenheit. Die Plastik

zeigt kein Gesicht, bleibt anonym und verführt und verzaubert gefühlvoll

ohne zu verlangen.

168 168

Bei einer Projektbesprechung fragte mich eine junge Frau, was denn

eine Muse sei. Ich versuchte ihr eine Muse zu beschreiben, was mir

nicht einfach schien, und so ist diese Skulptur als ein optischer Eindruck

eines Gefühles entstanden.

1. Preis für Skulptur „Muse“ beim Syrliner Kunstpreis 2009,

Sindelfingen


„Liebesnest“ 2004

mit Laser geschnittenes und gebogenes Blech

in gerostetem Eisen ø 80 cm und 24 Karat vergoldetem Messing ø 50 cm

Ovids „Metamorphosen“ haben diese Werke inspiriert. Zwei Menschen,

Philemon und Baucis, lebten in einer besonderen Harmonie zu sammen.

Sie hatten die Gunst, miteinander glücklich zu leben und über den Tod

hinaus vereint zu bleiben. Sie wurden in eine Eiche und in eine Linde

verwandelt und bleiben auf ewig vereint.

Durch die rostige Farbe wird der vegetative Ausdruck des Werkes verstärkt

– es wird Teil der Natur. Wird die Skulptur von unten her be leuchtet,

setzt sich die Blattkrone als Schattengeäst an den Wänden im Raum

fort und erweitert den Wirkungskreis.

„Gloria“ 2002

Höhe 40 cm

Messingblech mit Laser geschnitten und 24 Karat vergoldet

Gloria ist ein Pokal, womit Personen, welche sich um Menschen mit Behinderung

und um Hilfsbedürftige bemühen, ausgezeichnet werden.

Besonders diese selbstlose und stille Tätigkeit mit einem Pokal auszuzeichnen

war mir eine besondere Herausforderung. Es konnte keine

schwere Bronzeskulptur sein, sondern die Art des Werkes sollte leicht

und weich sein. Die zeichnerischen Linien erzählen. Die Kontur beschreibt

Wesen, Menschen, Gefühle. Man entdeckt einen Minotaurus,

halb Mensch halb Stier und eine Nixe. Sie ist eine Frauengestalt mit zusammengewachsenen

Beinen. Sie ist anders, abartig, aber jedem Kind

bekannt und gesellschaftlich akzeptiert, wie der Engel mit Flügeln gleich

neben dem Kopf aber ohne Rumpf, der in Kirchen, Schlössern und

mancher Wohnstube hängt. Die Menschen in diesem Bildwerk helfen

einander, lassen sich gegenseitig tragen und leben in gegen seitiger

Achtung, Hände, Finger greifen schließend ineinander. Das Werk ist

vergoldet und hat edlen Ausdruck. Es ist dennoch zerbrechlich und

zerstörbar, wenn sich die Achtung nicht findet, ähnlich wie die Sorge

um all diese medial unspektakulären und menschlichen, persönlichen

Probleme. Das Licht im Sockel der Skulptur signalisiert Lebendig keit

und Präsenz dieser Idee.

170

„Rose von Jericho“ 2004

ø ca. 25 cm

poliertes Aluminiumblech mit vergoldetem Messingblech

das immerwährende Erblühen einer Liebe


„Liebesbaum“ 2010

Höhe 220 cm

mit Laser geschnittenes

und gerostetes Stahlblech


172


Skizzen zum Vogelflug, 1990

interaktive Erlebnisskulptur, 2010

320 x 200 cm

Nirosta

durch Einlegen einer Folie als

Sitzobjekt oder als Wanne erlebbar

Brunnengestaltung, 1999

Höhe ca. 250 cm

Nirosta-Schnitt

„Windwege“ 1999

Fassade des Kindergartens in Thaur

Größe der Teile ca. 200 bis 300 cm

gefaltetes Nirosta-Blech

„Vogelhimmel“ 1990

Höhe 40 cm

Bronzeunikat

„Wiedehopf“ 1995

Höhe 50 cm

Bronzeunikat auf Steinsäule


174

Windsegel Lichtflügel Zwieschale

Nautilus Sitzskulptur-Trophäe ÖBB

Schießscheibe Drache Vogeltisch

Wasserigel Stacheln Gedenkstätte

Koi-Fisch Radpokal Palindrombild

Luster Justizia Gams Pferdehut

Glaschichtwände Verkehrsschild

Kinderzeichnung Modell Spirale

Fotogeschäftsentrée Himmelsleiter

Thron Sonne Marzipan Ballerinas

Glasnest Steckwerk Glasbauch


„Fisch“ 2006

Höhe 110 cm

Gefustes Glas in Nirosta gefasst

„Poseidon“ 2009

im Wellnessbereich des Amathus Hotel, Rhodos

Höhe 90 cm

Glas und Nirosta

176


178


„Torso“ 2006

Höhe 75 cm

8 mm Floatglasschichten verklebt

Wenn man die Skulpturen aus Glas rundum betrachtet, wirken sie an

ihrer Schnittseite abstrakt, beinahe wie vereist. Dieser Betrachtungsmoment

wandelt sich dann an der glatten, transparenten Seite. Hier

wirken die Torsi wie ein leichtes, dreidimensionales Gitter. Das Schattenbild

zeichnet sich, je nach Beleuchtung, einmal kräftig, ein andermal

verschwommen und zart.


Ein Portrait im Ensemble, 2008

Höhe des Glassegmentes 45 cm

Glas und Bronze

Für einen greifbaren, lebensnahen und lebensfrohen Menschen

und andererseits einen visionären Denker wird die Idee von zwei

sich ergänzenden Teilen erdacht.

Materialien wie Bronze und Glas versinnbildlichen physische Person

und Intellekt.

Mit einer aufwändigen dreidimensionalen Aufnahmetechnik wird

die plastische Form des Gesichtes des Menschen erfasst. Zu dem

daraus erstellten Datensatz des Gesichtes werden die Formen

des Hauptes am Computer plastisch komplettiert. Es werden

Schich tungen erstellt, welche einerseits für die Umsetzung zu den

Glasschnitten, andererseits für ein Holzmodell als Ausgangspunkt

für einen Bronzeguss dienen.

180


„Windzeichen“ 2010

32 x 32 cm

acht Glasplatten hintereinander

Die Glasebenen können wahlweise gestellt und

gedreht werden und so ändert sich die Wirkung.

Eine wahlweise wechselnde Lichtanimation stärkt

die räumliche Wirkung.

„Nest“ 2009

32 x 32 cm

acht Glasschichten hintereinander

Wie in einem stark eingeschliffenen Gewebe,

welches ein Nest versinnbildlicht, schweben kleine

zarte Kindergestalten. Die Diskrepanz zwischen

einer gewollten Struktur und dem fragilen Leben

wird so spürbar dargestellt.

„Erde“ 2009

32 x 32 cm

Glasschichtwerk, Licht animiert

Ein Weg auf das Schneckenhaus lässt dich hinauf

geführt sein.

„Weg“

52 x 52 cm

acht Glastafeln

Durch Drehen der einzeln gesteckten Glastafeln

kann interaktiv aus der Treppe ein Weg, ein Kreuz

gestaltet werden.

182


„Auferstehungstor“ 2002

Kirche St. Philippus in München

Höhe 180 cm

Glasgestaltung aus gefustem Glas

184

Dieses Glastor, Sinnbild für die Auferstehung, ergänzt den von mir

geschnitzten Kreuzweg mit den fünf Holzpfosten. Im gleichen Modul

bildet sich das Fenster. In der gläsernen dreidimensionalen Schale ist

die Silhouette einer menschlichen Figur zu erkennen. Diese Gestalt

aber hat ihre irdischen Hüllen verlassen, was uns an die zurückgebliebenen

Grabbinden von Christus erinnern soll. Das Licht als Botschaft

für die Auferstehung erhellt das Geschehen.

Glas entspricht den Anforderungen nach Transparenz und Licht. So

soll die Vorstellung von der Auferstehung durch das von mir ge wählte

Material verstärkt zum Ausdruck gebracht werden.

Um die Glasschalen zu fertigen, modellierte ich zuerst keramische

Formen teile, über welche dann das Glas im eigenen Glasofen geschmolzen

wurde.


Kapelle im Seniorenhaus St. Raphael, 2007, Innsbruck

gefustes reliefartiges Glas mit sanft farbig wechselndem Licht inszeniert

Licht bedeutet Anwesenheit. Dieser besonders erhellte Raum soll durch

die Nacht geleiten und von der spirituellen Anwesenheit, dem Gebetsort

als Kapelle zeugen.

186


188

Kirchenfenster

der Pfarrkirche Lechaschau

2005 und 2006

350 x 350 cm

eingebrannte Glasmalerei

auf mehreren Glasscheiben


„Karghaus“ 1991

Mayrhofen

Wohn- und Geschäftshaus

Acrylat und Dispersionsfarben

Kosmos und Chaos, die Ordnung der Komplementärfarben und die Unordnung

der belebten Farbfelder ließen laute Kritiken bis hoch hinauf auf mein Gerüst

dringen. Kommentare wie: „Ne! Das bleibt nicht so! Das ist doch nur die Grund

ierung!“ Oder: „Das ist ja der pure Schock! Wenn das so bleibt, komm ich nie

mehr hierher!“ Oder: „Da g’hört doch was draufg’malt ..., halt was, was da her

g’hört! So was wie ’ne Seilbahn, ’n Jägersmann oder ’n Wappen!“

Sogar eine Ohrfeige wurde mir angetragen. Aber mir war es völlig ernst. Kosmos,

die Ordnung, findet sich durch die architektonisch vorgegebenen Linien der Säulen

und Fenster. In diesem linearen Gerüst wechseln die lebendigen Farb felder,

das Chaos. Sie sind in der Ordnung der Komplementärfarben Orange-Blau,

Grün-Rot gehalten. Am Dach dreht sich der Gockelhahn im Wind – mein ganz

persönliches Geschenk an das Haus.

190


„Spiegelturm“ 1992

St. Gertraudi

Für die schon bestandene Fassade des Bürogebäudes einer Mineralwasser

firma habe ich das Material Spiegel zum Ausdruck für Wasser

gewählt. Das Mosaik selbst ist durch seine gestalterische Linienführung

dynamisch und wellenartig wie Wasser, wirkt kristallin und spiegelt unsere

Umwelt wider.

„Druse“ 1988

Spiegelzimmer mit Glasfaserbeleuchtung

in einer Villa am Starnberger See

192

Meine Aufgabe war es, ein kleines Durchgangszimmer mit einem riesengroßen

Tresor zu gestalten. So verwandelte ich die „inhaltliche Schatzkammer“

des Hauses im Ganzen in eine Glaskristalldruse. Alles ist nun der

Schatz: Die Spiegel blenden und vervielfältigen den Raum. Durchgang,

Tresor und Tür verschwinden völlig.


Fassade des Internationalen Studentenhauses, 2002

Innsbruck

gefuste Glasfliesen auf Nirosta-Glaskonstruktion

Das Kreissegment an der Fassade ist ein vorspringender Teil einer ideologischen

Kubatur, die durch das Haus dringt. Transparent wirkt dieses

Scheibensegment durch die milchig gläserne Haut mit im unteren Teil

flachreliefartig farbig gestalteten Fliesen aus geschmolzenem Glas,

welche vom Gehsteig aus unmittelbar entdeckt und erreichbar wahrzunehmen

sind. Die Verbindung zwischen dem Innen und Außen, dem

Unten und Oben stellt das Werk mit den Tauben dar. Diese sollen die

Unabhängigkeit unseres Geistes symbolisieren, der weit und frei ist

und alles durchdringen kann.

Zur Fusingtechnik, dem „Glass-Fusing“:

Das Glasverschmelzen ist eine über 4.000 Jahre alte Form der Glasbearbeitung.

Um die Jahrhundertwende und in den frühen 40er-Jahren

unseres Jahrhunderts wurde diese Technik relativ häufig angewandt,

später aber wieder vernachlässigt. Erst in den 80er-Jahren, als der

Amerikaner Schwörer ein Handbuch über „Glass-Fusing“ heraus gegeben

hatte, erlebte diese Technik wieder einen neuen Aufschwung.

194


196


Tagesklinik St. Anton am Arlberg, 2002

Fassadengestaltung

mit einem Hinterglasbild

zum Thema Heilen


198


Freie Modelle für Wohnhäuser und Anlagen

baue ich experimentell und mit besonderer

Hingabe in Papier.

Modellbauten

St. Philipp Neri, München und St. Paul, Salzburg

Fassade, 2004

Stans

vorgesetztes Aluminiumgitter

Eine abgeklärte, schlichte Form gestaltet das Entrée

für den baulichen Altbestand des Firmengebäudes

neu. Mit der Materialwahl des Metallgitters habe ich

eine Beziehung zum Produkt des Unternehmens hergestellt,

das sich mit Lufttechnik und Filteranlagen auseinandersetzt.

Die vorgebaute, schlichte Form bietet

Platz für Terrassen. Die bauliche Umsetzung wurde

durch die Mitarbeiter des Betriebes selbst verwirklicht.


Freizeitanlage Tivoli Innsbruck, 1996

mittels Pinsel aufgebrachte Fassadenmalerei, Acrylfarben

200

Nach der Sanierung der von Architekt Norbert Heltschl geplanten Anlage

wurden die Fassaden durch seine Initiative farblich angedacht. Ich wurde

beauftragt, Ideen dafür zu kreieren und auszuführen.

Ein Sommerthema: Die Kühle des Wassers (blau) löst sich in der Hitze (rot).

Die von mir mit dem Pinsel ausgeführte Malerei zeigt, wie sich der blaue

Farbblock in kleinen Quadraten zur roten Farbinsel verändert. Struktu rell

soll dies an ein stark vergrößertes Computerbild erinnern, das sich abstrakt

in Felder auflöst oder auspixelt – genauso wie sich Wasser in warmer Luft

verflüchtigt.


202

„Gesellschaft“ 2008

Höhe 350 cm

eingefärbte Betonsegmente

Fassadengestaltung für die Wohnanlage der Neuen Heimat Tirol in Absam

mehrfarbige Gruppierungen stehen in Zusammenhang

Die Idee wurde zuerst durch Modelle und Fotomontagen visualisiert.


204

„Einblick in einen Prozess“ 2008

Wandgestaltung im Seminarraum

des Veranstaltungszentrums Forum in Rum, Tirol

Länge 12 m

Holz und Schaumstoff


„Kühe“ 1998

Höhe ca. 140 cm

Sperrholzplatten gebeizt und lackiert

mobile Garderoben – Skulpturen als Kleiderablage

für die Kinder der Volksschule Baumkirchen

Jede Klasse hat seine eigene Kuh mit Futterkorb,

der als Schirmständer zu benützen ist.

„Wolfshund“ 2006

Höhe 27 cm

Material: Sperrholzschichten

Ein von mir aus Ton modellierter Hund wurde als dreidimensionaler

Scan kopiert. Mit diesen Daten konnten wir horizontale und verti kale

Schichtungen ermitteln, die dann Grundlage für Laserschnitte in Holz

waren. Die ein zelnen Teile wurden zusammengeleimt und bei der horizontal

ge schichteten Figur mit einer Achse versehen. Dadurch kann man

dann die ein zelnen Scheiben interaktiv drehen und neu gestalten.

206


208


Modellstudien mit Schichtglaswänden

„Wald“ 2005

Lounge der Raiffeisenbank Wattens

Vielschichtige Gläser lösen die geschlossene Wirkung einer Wand

auf. Transparenzen lassen Tageslicht spürbar durchscheinen, durch

kleine Aussparungen in der Gestaltung können Einblicke gewährt

werden. Diese Gestaltung ist geplanter und mitwirkender Bestandteil

der Architektur.

„Stadtszenen“ 2004

Foyer im Hotel am Stephansplatz, Wien

Wandmalerei

Portal, 2004

Schmuckgeschäft Ellert vis-à-vis vom Stephansdom, Wien

mehrschichtige Glasmalerei

Modellstudien mit Schichtglaswänden und Schichtskulpturen


210

Wandgestaltung im Wellnessbereich Fürstenhaus, 2005

Pertisau am Achensee

Acrylfarbenmalerei und Sprühlack versiegelt


Wandgestaltung im Wellnessbereich Fürstenhaus, 2005

Pertisau am Achensee

Acrylfarbenmalerei und Sprühlack versiegelt

212

Nach Anfertigungen von vielen kleinen Modellen, wobei ich mit Aussagen

und Materialien spiele, werden die entstandenen Konzepte mit

dem zuständigen Architekten und den Bauherren besprochen und auf

die Machbarkeit hin überprüft. Die Umsetzung vom Modell in das Bauwerk

wird in den meisten Fällen von mir selbst ausgeführt. Direkt vor

Ort erarbeite ich die Idee aus dem Modell heraus in Farbe und im Ausdruck

– spontan und frei entsteht das Bild in mehreren Schichten.


„Das gelbe Schlauchboot“ 2005

Pertisau am Achensee, Poolbereich im Fürstenhaus

Breite ca. 600 cm

dreiteiliges Holztafelgemälde

Zur Größenerarbeitung eines Wandbildes

skizziere ich in den Plänen.

„Bausteine des Lebens“ 2003

ca. 100 x 300 cm

Acryl auf Holztafeln

Puzzlebild im Entbindungszimmer des

Bezirkskrankenhauses St. Johann in Tirol

Die weichen Formen des Puzzlebildes sind für mich ein passendes

formales Ausdrucksmittel für die Gestaltung des Entbindungszimmers.

Die Formen greifen ineinander über und fügen sich zu

einem Ganzen, ohne ein begrenztes Bild zu sein. Es bleiben Bausteine,

die von der Zeugung über die Schwangerschaft bis hin zum

Stillen erzählen. Ein Bild, das in jede Richtung weitergeführt werden

könnte, wie das Leben selbst mit seinem Kommen und Gehen.

Farbkonzept für das Logistikzentrum Handl Tyrol,

Erzeuger von Nordtiroler Speck, 1996

Fliesen und eingefärbte Gussbeläge

In der Lebensmittelerzeugung ändern sich die hygienischen Bedingungen

von Raum zu Raum. Um die einzelnen Bereiche noch

besser erkennbar zu machen, wechseln in meiner Konzeptionsidee

auch die Farben zwischen diesen verschiedenen hygienisch

zu sichernden Bereichen. Neben der Funktionalität gestaltet das

Raumkleid den Industriebereich auch ansprechend als Lebensraum.

214

Wandgestaltung im Wellnessbereich Fürstenhaus, 2005

Pertisau am Achensee

Wandmalereien aus Acryl und Lack


„Marktplatz“ 2005

Gestaltung der Glastrennelemente im Foyer der Raiffeisenbank Wattens

Spritzarbeit mit 2-Komponenten-Lack

In dieser künstlerischen Gestaltung habe ich den wirtschaftlichen Aspekt des

Bankwesens berücksichtigt. Jeder kleinste Beitrag, jeder Punkt im Bild der

Gestaltung, gesammelt und formatiert, wird zur Struktur und zum menschlichen

Umriss. Zusammen bilden sie sich zu einer Gesellschaft, wie formale

Kontinente zu einer Landkarte.

216


„Das Erwartungsland an der Landratswand“ 2006

100 x 270 cm

Glasbild in drei Schichten mit Lichtanimation

Ein von Ferry Strassl eigens zum Werk komponiertes Lied trägt den selben Titel.

Inspiriert wurde das Werk durch den Wunsch eines Freundes, die In halte

seiner Tätigkeit künstlerisch darstellen zu lassen. Seine Arbeit ist die politische

Auf arbeitung und Umsetzung von Gesetzen, Verordnungen und Reformen unter

Ein bindung der Bevölkerung im Dialog.

Jede der drei übereinander geschichteten Glastafeln ist teilweise ge staltet, und

durch deren Voreinanderhängen addiert sich das Gesamtbild zum Thema. Zwei

Kraftfelder sind durch sich wechselnde Lichtflächen, pulsierend in ihrem Rhythmus,

veranschaulicht. Adern und zueinander gestikulierende Figuren binden das

Gefüge zu einer Einheit.

218


„Veranstaltung“ 2009

Diese Thema wählte ich als Inspiration für das abstrakte Gemälde auf

Acrylglas, ein Lichtband für das Foyer im Veranstaltungszentrum

Forum in Rum, Tirol

155 cm x 110 cm

220

Die Vorfreude, das Zusammenkommen, das Planen und vitale Wirken

wird im linken gelben Teil des Bildbandes abstrakt erzählt. Zart fügen

sich die Linien und vernetzen sich zunehmend, das Gemälde steigert

seinen dynamischen Ausdruck.

Ein Fest beginnt, kräftig mischt sich alle Farbigkeit, wie im Tanz wirbeln

Linie und Farbe zum Höhepunkt und versiegen dann in der Nacht.


Gestaltung einer Ordination für einen Internisten, 2000

Fulpmes

Hinterglasmalerei in zwei Ebenen

222

Die Aura zu erfassen war das Ansinnen bei meiner künstlerischen

Gestaltung. Die Aura, das Schwingungsfeld, das in und um uns ist,

hat maßgeblichen Anteil an unserem Wohlempfinden. Nicht nur die

organische Behandlung, sondern die ganzheitliche Erfassung des

Individuums soll durch diese Gestaltung erinnern und beflügeln.


224


Friesbild mit Themen der politischen Arbeit, 2007

Besprechungszimmer im Landhaus Innsbruck

Höhe 70 cm

Öl und Acryl auf Holztafel

Das Gemälde im Raum umrahmt die Besprechungssituation und stärkt

so die Anordnung der Tische als gemeinschaftliches Zentrum. Das horizontal

erzählende Band wird vom einem sinnbildlichen Bildteil überbrückt

und durchquert. Politik bildet Brücken, schafft Kommunikation, kämpft

um Ausgleich, regelt Einflüsse und steuert.

Die kräftig gelben Farbfelder umströmen die einzelnen Kernthemen, welche

die Werte der politischen Auffassung darstellen.

Tradition ist durch in Trachten gekleidete Figuren und die Kirche präsent.

Das Heimatgefühl wird durch den Baum mit den tragenden Händen versinnbildlicht.

In dem Geäst liegen aufgenommen und wie behütet Kindersymbole,

unsere Vergangenheit und Zukunft, als Gefühl des Schutzes und

des Zuhauses, eben Heimat.

Vision, Forschung und Weitblick werden durch Segelboote ange deutet,

Boote, welche gebaut sind, nicht um im Hafen zu liegen, sondern zum

Hinaus fahren, zum Aufbruch in Neues. Familie und Soziales werden

durch die Tischgemeinschaft dargestellt. Der Tisch findet eine Verlängerung

und somit Platz für sozial Bedürftige und Ausgegrenzte.

Hände wirken zusammen, dieses Geben und Nehmen und die Korn ähren

stehen für wirtschaftliches Bestreben. Zwei große Hände führen von jeder

Seite zum Bildteil, welcher die horizontale Erzählung quert, und deuten

um die Bemühung zur Konfliktlösung. Der fliegende Adler ist Symbol für

die Freiheit. Eine abstrakt gleichförmige Struktur ragt über alle Bildfelder

und macht die Themen zeitlos, gewohnt und modern zugleich.

Gelber Salon, 2004

Hotel am Stephansplatz, Wien

Öl und Acryl auf Holztafel


„Mutter-Wirtschaft“ 2006

beidseitig mit 2-Komponenten-Farbe bemalte raumhohe Glaswand

Hände wirken und handeln im Radwerk der Wirtschaft. Diese sinnbildlich

dargestellte Geschäftigkeit von Menschen im Berufsleben versorgt einerseits

den Tisch der Kinder sowie den der Alten. Die doppelte Hand steht

symbolisch als ein Zeichen für das Geben und Nehmen zugleich.

In einem Brief aus Muzot schreibt Rainer Maria Rilke: „Nichts ist beglückender,

als wenn man sich in Gebrauch nehmen kann zugunsten von Plänen oder

Er innerungen ...“ (Briefe aus Muzot 1921–1926).

226


Foyer im Behandlungszentrum Vogtareuth/Bayern, 1993

Auftrag aus einem Wettbewerb

bemaltes Blech

Zwei große, aus Blech gefaltete Hände dienen als Türflügel.

Die Hände fahren begegnend ineinander, wenn

sich die Tür schließt. Die Malerei setzt sich im Raum fort

und stärkt dadurch den farblichen Gesamteindruck.

Fassadenbilder der Wohnanlage der Neuen Heimat,

1992

Breitenbach am Inn

Acryl

Farbflächen wechseln, die dadurch entstehenden Konturen

lassen das Motiv erkennen. Diese bunten Schattenbilder

zeigen Szenen aus dem Alltag und geben jedem

Haus seine Individualität.

„Lebenskreis“ 1992

Farbauffrischungsarbeit am Gemälde, 2008

Fassadengemälde Altenpflegeheim St. Johann in Tirol

Malerei mit Pinsel und Acrylfarben

Menschen jeden Alters geben sich die Hände. Sie bilden

einen Kreis. Die hineinreichenden Hände einer weiteren

für uns unsichtbaren Figur bilden das Bindeglied von Anfang

und Ende unseres Lebenskreises.

228


„Aufbruch“ 1995

Behandlungszentrum Vogtareuth, Bayern

Seccomalerei mit Acryl

Die Geschichte, die von „Hoffnung“ erzählt, ersann ich mir speziell für

den Ort, an dem Therapie zur Heilung führen soll.

Fluchtartig stürmt eine Herde von Rehen aus der Dunkelheit und der

Tiefe der Farbe Blau heraus. Ein dynamischer Moment wird damit erklärt.

Eine weibliche Figur schwebt über einer blauen Schlucht. Durch

ihre Gestik wird sie zur Botschafterin der Gefühle all der Menschen,

die sich in einer bewegten Aufbruchstimmung befinden. Sie wird beschützt

und begleitet – sie ist unter Menschen.

Das helfende Miteinander löst das Chaos auf.

„Erinnerung an die Schulzeit“ 1998

Fassadenbild an der Volksschule Thaur

Seccomalerei mit Acryl

Malerei mit dem Pinsel auf fertig verputzte und trockene Fassade

Früher hat man in den noch feuchten Putz gemalt, um der Farbe eine

gute Eintiefung und Haltbarkeit zu ermöglichen. Heutzutage arbeite

ich auf modernen, thermisch gedämmten Fassaden. Die Farbe wird

also auf eine trockene Schicht aufgebracht – Seccomalerei.

230


„Vor dem Start“ 1996

Höhe ca. 60 cm

Bleistift und Acryl

Vor dem Start drückt die Herausforderung und

Erwartung des sich selbst gesteckten Zieles den

Menschen, was durch die tiefblaue Fläche versinnbildlicht

wird. Es erfordert Kraft und Konzentration,

um über die Linie zu gelangen.

„Ostern“ 1989

Höhe 70 cm

Öl auf Papier

232


„Abfolge“ 1987

Höhe ca. 50 cm

Öl und Bleistift

234

Die Bleistiftzeichnung verlangte plötzlich nach Farbe. Ich begann,

meine Zeichnungen leicht zu kolorieren, und mit der Zeit sehnte

ich mich immer mehr nach Farbigkeit. Daraus entstanden dann die

Zeichnungen in zarten Aquarelltönen. Es sind Bilder, die über den

Rahmen hinausgehen und das Ringen mit der Dreidimensionalität

verdeutlichen.


„Gefühl“ 1988

133 x 133 cm

Acryl auf Leinen und Holztafel

Preis für Malerei der Stadt Innsbruck

236

Gewaltige Kräfte wirken auf ein Tier ein und

drücken es nieder. Gefühle kommen zum

Ausdruck. Die weiße Hintergrundfarbe lässt

das Bild kühl erscheinen.


„Jugend“ 1980

Höhe ca. 35 cm

Öl auf Papier

„Versuchung“ 1980

Höhe ca. 30 cm

Öl auf Papier

238


„Der Neophyt“

1980

29 x 36 cm

Öl auf Papier


240


„In Erwartung und Voraussicht“ 1992

Höhe 120 cm

Acryl auf Holztafel

Die im Vordergrund in sich geschlossene

Figur bleibt unbeeindruckt vom Ver langen

und Fordern der hinteren Gestalt. Der Wille,

Veränderung herbeizuführen, ist die Aussage

dieses Werkes.

„Drei“ 1991

Höhe ca. 150 cm

Acryl auf Holztafel

„Vor der Mauer“ 1992

Höhe ca. 100 cm

Acryl auf Holztafel


„Sehnsucht“ 1991

100 x 80 cm

Acryl auf Holztafel

Diese beiden symbolisch

dargestellten „Farbinseln“

drücken ein Verlangen aus.

„Lauf des Lebens“ 1992

170 cm hoch

Acryl auf Holztafel

Menschen in ihrer

ur sprüng lichen körperlichen

Würde, völlig unberührt von

modischen Trends, bewegen

sich aus dem Bild her aus.

242


„Vor meiner Vergangenheit“ 1994

130 x 130 cm

Öl und Acyrl auf Holztafel

Mit den nach oben hin geöffneten Händen, die nicht mehr fassen

wollen, sondern loslassen, sich nach oben hin öffnen, kniet eine Frau

vor ihrem Spiegelbild, das wie auf einer Wasseroberfläche zu sehen

ist. Das Nachsinnen über sich selbst ist die Idee zu diesem Gemälde.

„Das kleine Glück“ 2000

98 x 170 cm

Holztafelgemälde

244


„Frosch“ 2006

Länge ca. 50 cm

Terralitho auf Stahlarmierung

in meiner ersten Wohnung in Innsbruck, 1988

„Wenn sich ein Schlaf der Gedanken und Ideen wie Neuschnee über

deinen Körper legt und du wie ein alt gewordener Eskimo in der Kälte

bleibst und dein Körper nach der Ewigkeit lächelt, das Drängen des

Geistes die Hoffnung erfriert, wachsen dir Borsten, und du bist jetzt

und bleibst jetzt wie ein Tier.“ 1993

Höhe 170 cm

Acryl auf Holztafel

246


„Sommer“ 1996

162 x 172 m

Acryl auf Holztafel

... aus den Bewegungen mit Farbe tauchte

plötzlich dieses Tanzpaar auf. Ich betrachtete

es als ein Geschenk und wollte es bei mir behalten

– und so legte ich den Pinsel aus der

Hand ...

Das Gemälde ziert den Wohnraum des Atelierhauses.

248


„Elias“ 1995

100 x 100 cm

Acryl auf Holztafel

Zu diesem Bild inspirierte mich 1995 die Hauptfigur des Elias

aus „Schlafes Bruder“, dem Roman von Robert Schneider.

Wir lernten uns bei seiner Premiere und meiner Ausstellung

im „Kleinen Theater“ in Salzburg kennen. Später, bei seinem

Besuch in meinem Atelier „wettwerkten“ wir beide im Malen.

„Julia“ 1994

100 x 100 cm

Acryl auf Holztafel

„Geliebter“ 1995

100 x 95 cm

Acryl auf Holztafel

Töchterlein im Atelier

Figurmotive begrenze ich absichtlich.

Die Körper spanne ich als gewollten Ausschnitt ins Bildformat.

250


„Wendebild“ 1999

100 x 110 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

einige meiner Bilder

Foto für eine Ausstellung

1991

„Die neue Zeit hat keine Zeit

zum Erlösen eines Menschen

aus seinem Schweigen“

1994

170 x 175 cm

Acryl auf Holztafel

252


Gemälde zum Thema „Aufbruch“

1992

Höhe 130 cm

Acryl auf Holztafel

254

Ein Neubeginn setzt ein Ziel voraus,

einen Willen. Mein Bild erzählt

vom physischen Start, vom

Überwinden – es beschreibt meine

Empfindung vor dem Aufbruch zu

einer neuen Arbeit.


„Sein“ 1997

170 x 175 cm

Acryl auf Holztafel

„Auf der gelben Bank“ 1991

80 x 100 cm

Acryl auf Holztafel

So sitzt man da und wartet, bis man abgeholt

wird oder bis irgendetwas kommt. Jedes Bild

hat eine Geschichte, einmal ist sie tiefgründig,

ein anderes Mal trivial. Das Betrachten des

Gemäldes ist immer frei und darf es sein.

Der Titel meiner Werke ist ein Wort, welches

die Geschichte kurz beschreibt. Dieser Bild titel

ist als ein Bereitstellen meiner persönlichen

Gedanken und als ein kleines Türöffnen in

meine Erzählungen zu sehen. Es ist wie ein

Abholen und ein Mitnehmen des Betrachters

auf meine Reise und keineswegs zwingend,

den Titel des Bildes wahrnehmen zu müssen.

256

„Selbst“ 1996

Höhe ca. 100 cm

Acryl auf Holztafel


„Der Tanz“ 1992

Höhe 50 cm

Acryl auf Holztafel

Dieser Mensch tanzt mit sich

selbst, mit seiner Eigenschaft

und mit seinem Schicksal.

258

„Das Helfen“ 1993

40 x 30 cm

Acryl und Öl auf Holztafel


„Wahrheit“ 1990

Höhe ca. 35 cm

Öl auf Papier

Die allegorische Gestalt der Wahrheit

sitzt, in kühler Farbigkeit gehalten,

vor einer aufgeregt wirkenden

Figur. Sie will auf die Figur Einfluss

nehmen und eine Änderung in ihrem

Verhalten bewirken.

„Bei dir“ 1992

Höhe ca. 120 cm

Acryl auf Holztafel

„Beziehung“ 1991

130 x 130 cm

Acryl auf Holztafel

Eine Figur wirkt wie mit Problemen

belastet. Es ist einerseits das starke

Verlangen nach dem Anderen und

andererseits das Wegstoßen, das

auf Distanz gehen, was in diesem

Gemälde beschrieben wird. Das

Bild kann richtungslos aufgehängt

werden. Es gibt kein oben und kein

unten.

„Begehren“ 1993

Höhe ca. 35 cm

Öl auf Papier

260

„Die Läuterung“ 1991

Höhe ca. 40 cm

Öl auf Papier

Ein sinnbildlicher Stier zwingt eine

menschliche Gestalt zu Boden.


„Hände“ 2000

30 x 30 cm

Öl auf Leinwand

„Stier“ 2000

30 x 30 cm

Öl auf Leinwand

„Ich glaube“ 1993

100 x 100 cm

Acryl auf Holztafel

Wie Statements stellen die reduzierten Farbfelder ihre

Position dar. Die eingezeichneten Linien einer Hand

greifen ins Zentrum des gemalten Stammes und legen

wie beschwörend das Bekenntnis ab.

262


Das Atelierhaus in Thaur

264

Nach einer langen Suche nach einem Haus, in dem Arbeiten und

Wohnen möglich ist, gab ich schließlich entmutigt auf. Keine der so

zahlreichen Besichtigungen von alten Häusern konnte mir das Gefühl

vermitteln, mich dort einmal wohl zu fühlen. Deshalb machten

wir uns auf die Suche nach einem Grundstück. Das Bauen eines

eigenen Ateliers, eine zuvor sehr weit entfernte Variante, konnte

nun doch, insbesondere durch die Hilfestellung meines Vaters,

reali siert werden. Sein fachmännischer Rat, sein Können und sein

Zuspruch haben mich immer bestärkt.

Für die Bebauung entstanden viele verschiedene von mir gefertigte

Modelle. Mit jedem zusätzlichen Modell wurden weitere

Aspekte und Bedürfnisse berücksichtigt. In meiner Planung

strebte ich nahezu nach Vollkommenheit und habe mich mit all

meinen Ent würfen dem Architekten Wolfgang Martin Miess anvertraut.

So ist aus all meinen Vorstellungen und Wünschen,

den logistischen Bedürfnissen und aus seiner architektonischen

Formen sprache dieses Atelierhaus entstanden.

Vor unserem Einzug ins Atelierhaus habe ich eine der Öffentlichkeit

zugängliche Ausstellung veranstaltet und habe sämtliche Räume mit

meinen Skulpturen, Gemälden und Pflanzen ausgestattet. Ein wunderschönes

Gefühl war es für mich, das Atelierhaus ohne all den

praktischen Tand, nur mit meinen Kunstwerken so sehen zu können.

Im Eingangsbereich ist ein großes schwarzes Granitdreieck im

Boden eingelassen. Seine Oberfläche spiegelt sich wie dunkles

tiefes Wasser. Die drei Ecken verbinden den Eingang mit dem

Atelier und dem Ausstellungsraum. Jeder Besucher wird über

diesen sinnbildlich dargestellten See geführt.

Im Garten findet sich ein großes Wasserbecken mit einer aus

buntem Kunststein gefertigten Brunnensäule, still rinnt das Wasser

über die glatte Skulptur. Im Laufe der Jahre hat sich der Garten

auch wirkungsvoll geformt und fügt Haus und Natur zusammen.

Wie Möbelstücke liegen unsere vielen Karthäuserkatzen überall im

Haus herum. Sie alle tragen Namen von Künstlern, und wenn ich

sie nachts nach Hause locke, hört es sich an, als würde ich nach

den großen Meistern Picasso, Vincent van Gogh, Brancusi, Miró

oder Matisse rufen.

Ums Haus verändere ich gerne, Lichtinstallationen, große Skulpturen,

Fahnen und textile Gebilde, exotische Pflanzen, Schau fensterpuppen

und freistehende Badewannen im Außenbereich lenken

die Aufmerksamkeit auf sich.

Eine große Kranschiene ragt aus dem Atelier und ermöglicht den

Transport von großen Gebilden aus der Werkstatt.

1997 übernahm dann der Kran einen ganz besonderen Dienst.

Unser Töchterlein Stella Patrizia durfte darin geschaukelt werden.

Ich stillte mein Kind, es war immer um mich, sogar während meiner

Arbeit trug ich es in einem Tuch an mir. Einerseits genoss ich es

sehr, für mein Kind unentbehrlich zu sein, andererseits musste ich

auch sehr viel Energie aufwenden, um meine Projekte nun termingerecht

fertig stellen zu können. Es war für mich eine große Aufgabe,

beiden Anforderungen gerecht zu werden. Erst nach drei

Jahren wagte ich mich erneut an eine Mutterschaft, an ein Geschwisterchen

für Stella. Laetizia Philippa wurde geboren.

Die Kinder wachsen in der Werkstatt heran, jedes hat seinen

eigenen Bereich, und mit großer Freude wird dort gebastelt, geklebt,

gemalt, organisiert und gebaut. Dort lernen sie auch, sich

mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich selbst zu entdecken.

So ist aus unserem Lebensraum Atelier ein lebendiges Nest geworden.


266


„Die Kürbisernte“ 1992

„Weinberg“ 1992

„Die Alte und ihr Sohn“ 1992

„Die Malerin“ 1992

Diese kleinen Bilder mit Ölfarben auf

Karton gemalen, Höhe ca. 40 cm, entstanden

auf einer Reise zu einem Malerfreund

in die Südsteiermark.

Die Fahrt durch die Landschaft inspirierte

mich zu diesen freien und ganz

persön lichen Interpretationen. Es sind

die Ein drücke von Einsamkeit und Verlassenheit,

die ich in diesen Bildern festgehalten

habe.


268


„Der Dank“ 1990

Höhe ca. 40 cm

Öl auf Papier

Impressionen

Höhe ca. 40 cm

kleine Bilder mit Ölfarben auf Karton

oder Papier in Kenia gemalt


270


Auf meinen Reisen habe ich immer gerne

den Farbkasten ausgepackt. Mehrmals

war ich in Tunesien, 1992 in Marokko,

1990 und 1994 in Kenia. Meine

Ein drücke habe ich dann symbolisch in

Farbe verwandelt.

Die Energie und die Konzentration der

Antilopen gerade dann, wenn diese Gefahr

witterten, sind durch ein starkes Rot

im Bild emotionalisiert.

2006 ließ mich der Anblick von getöteten

Tieren auf einer Jagdlodge in Namibia in

Gedanken über Sinnhaftigkeit und Existenz

des Lebens als auch über dessen

Evolution eintauchen. So werkte ich dann

in meiner Sprache: Mit namibischer Erde

fertigte ich Farbe, und mit dem ab geronnenen

Blut der Jagdbeute bemalte ich

die Wände der Lodge – als Totem sollten

die Tiere anwesend bleiben. Themen,

wie ein von einem Leoparden erlegtes

Zebra, eine Kuduherde und Flamingos

bilden ein Friesgemälde.


„Das Kind“ 1988

Höhe ca. 30 cm

Acryl und Öl auf Papier

„Der Rabbi und das Baby“ 1989

Illustration aus dem Buch „Ein Platz im Paradies.

Chassidische Geschichten“, Tyrolia Verlag

Höhe ca. 40 cm

Acryl und Öl auf Papier

„Die Gabe“ 1990

in Kenia gemalt

50 x 35 cm

Öl auf Papier

Die weiße Frau nimmt eine unnahbare Haltung ein. Die

Schale, die sie in der Hand hält, und das Rind an ihrer

Seite sind Sinnbilder von Besitz und Verfügbarkeit. Der

Afrikaner lehnt sich an sie, in der Erwartung, dass er

eine Gabe erhält.

272


„Die Familie“ 2002

Höhe ca. 170 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

„Das Nest“ 1997

75 x 73 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

274

Wie in einem Korb, von Händen aufgefangen und

beschützt, weilt das Kind durch das Miteinander

vieler Menschen.


„Das Werden“ 1997

Höhe ca. 35 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Das Gemälde zeigt die Entwicklung des

Kindes auf: An der Brust der Mutter hat

es noch eine starke Bindung, bald aber

macht es sich frei – durch seinen eigenen

Willen.

„Familie“ 1997

Höhe 50 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

„Die Erdenmutter“ 1998

Höhe 70 cm

Öl auf Holztafel

276

Diese Komposition lässt die Abfolge der

Zeit erkennen. Der Betrachter entdeckt ein

Kind im Schoß der Mutter; später hält sie

es hoch, und mit ausgebreiteter Hand entlässt

sie es in die Zukunft. Unten am Bildrand

laufen Gestalten und bilden Wurzeln

zum Zeitgeschehen.


Wandbilder für den Ambulanzbereich

des Bezirkskrankenhauses St. Johann in Tirol, 1998

farbige Wandgestaltung und Wandgemälde auf raumhohen,

vorgebauten Wandelementen zu vier Bereichen und Themen

Acryl und Öl

Orthopädie

Eine geradlinige Figur spannt sich als Idealbild für Gesundheit in die

Achsen eines Kreises. Die rote Gestalt links daneben weicht ab und wird

somit Sinnbild für die Erkrankung.

Der Kreis, der sich durch alle vier Wandbilder in diesem Ambulanz areal

zieht, beleuchtet die jeweiligen medizinischen Bereiche. Aus der Szenerie

der statisch-analytisch blauen Gestalt wandeln die menschlichen Figuren

in ein neues Feld hinaus. In meiner bildhaften Erzählung wird die neue

Mobilität des Körpers durch eine Behandlung be schrieben.

Frauenheilkunde

Zwei Aspekte des „Frauseins“ sind gedanklicher Inhalt des Gemäldes.

Einerseits ist die Frau auf dem Stier Sinnbild für den Umgang mit Sexualität

und Emotionalität, andererseits ist sie Mutter und trägt in einem sinnbildlichen

eigenen Haus ein Individuum, ihr Kind, in sich. Die Be we gung

des Kindes mit seinem ausgestreckten Bein kündigt die eigenständige

Entwicklung an. Kindergestalten beleben das obere Feld des Kreises.

Da das Frausein für mich kein isoliertes Thema ist, ist auch der männliche

Part im Bild präsent.

Endoskopie

Der Patient liegt entlang der Kreislinie, Helfende führen zielgerichtete

Linien wie Instrumente und binden den Körper in den Kreis. Vergleiche

um Bemessung wird durch die konstruktive Zeichnung im Gemälde beschrieben.

278

Chirurgie

Im Zentrum liegen schlafende Menschen – stellvertretend für die Patienten.

Der Kreis des Geschehens wird von Händen geführt. Es sind

die Hände des Arztes, des Chirurgen. Die linsenartigen Zeichnungen an

den Körpern fokussieren die zu behandelnde Erkrankung. Die Leitern

werden zum erklärenden bildhaften Werkzeug für ein Hineinsteigen

und Einschlafen.


Ausschnitt aus der Hinterglasmalerei

der Fassade Tagesklinik St. Anton am Arlberg

Höhe 250 cm

„Das Heilen“ 1999

110 x 130 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Ein Körper befindet sich im Zentrum des Gemäldes; in Blau gehalten

steht er für Gesundheit und Geradlinigkeit. Er ist aufrecht und in seiner

Achse. Durch eine Erkrankung gerät der Mensch außerhalb dieser

Achse. Die Farbe wechselt, das kühle Blau wird zum entzündlich wirkenden

Orange. Der Prozess der Heilung wird nun durch einen Kreis

beschrieben, der fokussierend über dem Bild liegt und die Beweglichkeit

zum Ideal offen lässt.

„Heilen“ 2002

Höhe ca. 120 cm

Kreide und Acryl auf Holztafel

„Heilen“ 2002

Höhe ca. 170 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

280

„Heilen“ 2002

Höhe ca. 100 cm

Acryl und Öl auf Holztafel


282

„Bergstimmung“ 2002

Höhe ca. 100 cm

Stimmungssequenzen reihen sich.


„Eine Geschichte von einer Liebe“ 2002

92 x 180 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Eine Unsichtbare umarmt dich,

im Abendkleid eilt sie schwebend zu dir.


„Zeitscheitel“ 2000

130 x 130 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

„Ernten“ 2002

160 x 240 cm

Acryl auf Holztafel

Im Bild sieht man eine Frau. Sie bückt

sich, um etwas aufzusammeln. Über

ihr ragen Äste empor, und ein Vogel

schwingt sich in die Lüfte. Im rechten

Teil des Gemäldes sind satte Farben zu

einem Feld gebaut, sie schlichten sich

und das Wachstum drängt sich hinein.

Flächen wie Schalen gleich Fischen

schieben sich aus dieser Formation

heraus. Eine ansehnliche Ernte findet

sich in allen Elementen.

284


286


„Initiative“ 2001

Höhe ca. 160 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Vor dem Start ins Unbekannte scheint man

wie in der Dunkelheit die Orientierung zu verlieren.

Das symbolische Blau der Farbe umspült

die Figuren, die Richtung ist wie unter Wasser

nicht auszu machen. Die Körper wirken teils

trans parent, im Kopfbereich aber entzündet

sich die Farbe Orange – Idee und Kraft sollen

gebündelt, die Grenzen überwunden werden.

„Licht als Werkzeug“ 1996

Augenklinik Innsbruck

130 x 130 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Göttinger, ehemaliger

Vorstand der Augenklinik Innsbruck, stellte mir

die Aufgabe, ein Bild mit dem Thema „Augenbehandlung

durch Einsatz von Laser“ zu malen.

Uns beide inspirierte der Mythos von Prometheus,

dem Lichtbringer.

In meinem Bild sieht man Figuren, die exakt gerichtete

Lichtstrahlen halten. Die Helligkeit verdeutlicht

die Wirkung. Das Geflecht der Linien

trennt Handlungsräume. Ein nicht behandelter

Mensch, wie in der Mitte des Gemäldes, verliert

sein Augenlicht und sinkt ins Dunkel der

Erblindung.


„Netzwerk“

102 x 102 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Hände reichen in der Mitte zusammen, linear

angedeutete Grenzen werden überbrückt und

damit Aufgaben bewältigt. Im Handeln wird alles

miteinander zu einem Geflecht durchwoben.

„Ich hebe dich von der Bühne“ 2005

Höhe ca. 130 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

288


290

„Tanz“ 2004

90 x 180 cm

Acryl und Öl auf Holztafel


„Netzwerk“ 2002

Breite ca. 180 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Hände reichen einander und bilden ein tragfähiges Geflecht,

in dem man sich aufgefangen fühlt.


„Gottvertrauen“ 2003

Werktagskapelle im Haus St. Josef am Inn, Innsbruck

195 x 240 cm

Acryl auf Holztafel

Hände reichen sanft über das Kreuz. Diese halten nicht fest, sondern bergen und beschützen

und formen sich zu einer Wiege, sind zugleich bereit aufzunehmen oder loszulassen. Der

Tabernakel als schwebende Säule im Inneren mit dem Allerheiligsten macht diesen Raum zu

einem heiligen Raum. Die Präsenz des Ziboriums ist durch das milchige Glas des von innen

beleuchteten Tabernakels durch die Schattenbildung zu ahnen. Im oberen Bereich leuchtet

die gelblich warme und lebendige Flamme des ewigen Lichts.

„Getragen sein“ 2007

Altenwohnheim Innere Stadt Innsbruck

dreiteiliges Holztafelgemälde

170 x 520 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Urnengrabstätte, 2008

Wandgrabplatte mit Laterne und Glassegmenten

50 x 60 cm

Glas und Bronze vergoldet

Ein letzter irdischer Verweilplatz mit einem Licht, welches nie erlischt im Funkeln des Glases,

ewige Farben, ein Blühen, welches nie verwelkt, zuerst Geborenwerden und Gehaltensein.

Ein Ring umfasst dich, schützt dich, hält dich, und bekennt sich zu dir. Es entwickelt sich frei

dein Wesen, formt sich zur Hand, hebt und trägt, ohne festzu halten, öffnet sich und gibt sich

hin. Die Hand, das Werk, ein Tal, ein Spalt, die Schale wird zur Scheibe, die Arbeit zur Botschaft.

Die Frucht des Lebens wächst und ergibt sich in die Ebene einer Landschaft. Eine

Heimat birgt dich in sich wie eine Sonne für dich.

292


„Umarmung“ 2005

Wellnessbereich Hotel Olympia, Obergurgl

Höhe ca. 130 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Ateliersimpressionen

„Goldenes Füllhorn“ 2005

8 m lang als Rauminstallation

kegelförmige Stoffbespannung auf Stahlrahmen genäht

294


„Geschichte“ 2004

150 x 120 cm

Acryl auf Holztafel

Zwei Zeitebenen stehen wie geschichtet voreinander.

dreiteiliges Holztafelbild im Entstehen für

das Hotel „Fürstenhaus“ am Achensee

Breite ca. 750 cm

Malerei mit Acrylfarbe auf drei Holztafeln versiegelt

296


„Sonnenlauf durchs Leben“ 1993

Foyer des Pflegeheimes St. Johann in Tirol

Höhe ca. 200 cm

Acryl auf Holztafel

Zwei starke Menschengestalten laufen aus dem Bild auf dich zu. Es sind nicht die

hübschen und modisch propagierten Körper, sondern die Leiber von Menschen,

welche lebten, arbeiteten, erkrankten und gesundeten sowie Kinder geboren haben.

Es sind Menschen, welche in der Gegenwart handeln, durch die Jung und Alt Platz,

Schutz und Begegnung finden.

In einem abstrakten, künstlichen Lebensraum voller Licht und Energie (gelb), einer

gerasterten und geplanten Ebene, finden auch die Altgewordenen ihren Platz.

Sie werden durch die beiden ehrlichen Figuren am oberen Bildrand mit ihrem ungeschminkten

Ausdruck sowie ihren verarbeiteten und müde gewordenen Händen

dargestellt.

Im Lebenslauf, auf dem kleineren abgesetzten Bildsegment, tritt als das neue Leben

ein Kind hervor. Unten schließt eine Herde von Tieren den Lebenskreis als Symbol

für Existenz, Ernährung und Symbiose mit der Natur.

„Mädchen“ 2004

Höhe 90 cm

Acryl auf Holztafel

„Landschaft“ 2004

Wellnessresort Hotel Schwarz, Mieminger Plateau

170 x 175 cm

Acryl auf Holztafel

298


„Daheim“ 2003

100 x 100 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Töchterlein mit ihrem Karthäuser-Baby

300


302

„Windflügel“ 2002

Höhe ca. 100 cm

Acryl und Öl auf Holztafel


mehrteilige Bilder, ab 1991

Höhe ca. 170 cm

Acryl und Öl auf Holztafeln

304

Die einzelnen Bildtafeln sind variabel beweglich.

Durch diese Möglichkeit der Veränderung kann

man neu gestalten und erleben.


„Der Pantokrator“

„Lichtbegegnung“ 1993

Höhe ca. 260 cm

dreiteiliges Holztafelbild

raumhohe, zweiseitig bemalte

Trennwand für den Speisesaal

im Behandlungszentrum

Vogtareuth, Bayern


„Staffellauf“ 2000

Breite ca. 6 m

dreiteiliges Holztafelbild, gefertigt für die Raiffeisenbank Kleinwalsertal

„Erntedank“ 2000

Holztafelbild

Höhe ca. 130 cm

Teamgeist, Geschwindigkeit, Vertrauen, ungehinderter Austausch und

gemeinsames Training führen zum Gewinn.

306


Atelierhaus-Impressionen

„Zeitfenster“ 2004

142 x 204 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Getrieben jeden Tag – fremdbestimmt ist das Tempo.

Der Fluss reißt uns mit.

Ein rotes Feld, der formulierte Wille nach dem Platz des

eigenen Seins schiebt sich in diese Strömung, hält entgegen

und schafft Raum, sich selbst zu finden.

Mein Farbmalwagen mit allem Zubehör befindet sich

in meiner Werkstatt wie vieles auch auf Rädern. Auf

diese Weise lässt sich mein Atelier immer schnell umwandeln.

308

Meine „Farborgel“ mit den Registern, die Farbkisten

mit den geordneten Farbbechern bestimmen bereits

vom Mischen an die Farbmelodie in den Bildern.


310


Später arbeitete ich gänzlich unbefangen. Das Werk

entstand ohne ein geplantes Einwirken. Es kam einfach

zustande – oder auch nicht.

... so führe ich das Vergrößerungsglas weiter und

suche nach Stellen, die eines Blickes würdig sind.

Ateliersimpression, 2010

Sehr viele Werke entstehen auf Anfrage von Interessenten.

Ich versuche auch bei Anfragen in meiner

Auffassung frei zu bleiben. Deshalb will ich meine Aufträge

auch nicht Auftragsarbeit, sondern Ver trauensarbeit

nennen. Meine Auseinandersetzung mit dem

individuellen Lebensraum des einzelnen Menschen,

der Dialog und meine entstehenden Ausführungen

dazu, sind für mich eine wichtige Herausforderung.

Über all die Zeit meines künstlerischen Daseins stelle

ich mir selbst immer mehr Fragen, meine Verantwortung,

ein Werk für den Interessenten zu schaffen und

die Anforderungen an mich selbst wurden immer

größer.

Im Gegensatz dazu werkte ich als Schülerin aus Neugier,

völlig unbedarft. Ich habe gezeichnet, mit Strich

und Raum experimentiert, zuweilen so mancher

Linien führung historischer Zeichnung nach ge spürt,

versucht, den großen spätgotischen Bildhauer und

Bildschnitzer Tilmann Riemenschneider nachzuempfinden

und in Nachahmung seiner Skulpturen

die Lust am Schnitzen zu spüren. Alles, was mich

begeistert hat, wollte ich auch begreifen und insbesondere

„angreifen“.

Später arbeitete ich gänzlich unbefangen. Das Werk

entstand ohne ein geplantes Einwirken. Es kam einfach

zustande – oder auch nicht.

Wenn man am Anfang mit dem Malen experimentiert,

wenn man all die Zufälle entdeckt und dem gerade

Gefundenen huldigt, ist alles Entstandene neu und

interessant. Aber vielleicht schon nach fünf oder

auch erst nach 500 Bildern stellt sich wohl allen

die Frage nach dem Sinn des Handelns.

Die Suche, etwas Unerwartetes zu entdecken, in die

Weite zu fühlen, machte für mich Sinn, all die vielen

Werke anzugehen. Mein Wissen, was mir möglich

ist, mein Unwissen vor den Grenzen, der hohe Anspruch

an mich sowie das mir ent gegen gebrachte

Vertrauen bereiten mir oft Kopf zer brechen. Die

Freiheit, sich selbst zurückzunehmen, wird zu einer

ständigen Herausforderung. Ich will vielseitig sein

und das neue Gebiet mit dem noch ursprünglichen

Zittern ergründen. Ich will weiterhin bedacht erforschen

und mit Ehrgeiz suchen, weil ich „hineinschauen“

möchte, weil ich es entdecken und wissen

will.

In „Die fröhliche Wissenschaft“ äußert sich Nietzsche

zu Werk und Künstler wie folgt: „Dieser Künstler ist

ehrgeizig und nichts weiter: Zuletzt ist sein Werk

nur ein Vergrößerungsglas, welches er jedermann

anbietet, der nach ihm hinblickt.“

... so führe ich das Vergrößerungsglas weiter und

suche nach Stellen, die eines Blickes würdig sind.


Diese beide Gemälde sind vom

Thema Vermählung inspiriert:

„Bündnis“ 2010

132 x 122 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

312

Hände fügen, flechten und

binden sich, formen sich wie zu

Werk zeugen. Kreise und Zentren

verschmelzen ineinander und

wandeln sich. Das Bildwerk

ist richtungsfrei konzipiert und

kann so von jeder Seite rundum

betrachtet sein.


„Quelle“ 2010

132 x 122 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Zwei Menschen wollen zueinander. Wie

bei einem Baum aus Wurzelstock und

Baumkrone verschmelzen die Körper zu

einem kräftigen Stamm. Diese Fusion

zeige ich in diesem Werk als energievoll

und mächtig bewegend. Ein Kraftfeld

wächst und konzentriert sich mit Bedeutung.


„Chancement“ 2003

150 x 150 cm

Acryl auf Holztafel

Ein starker Wille, eine Strömung und ein Scheitel dominieren in

der abstrakten Auffassung dieses Bildes. Der Zufluss des starken

Blau verwandelt sich durch Impulse, Linien, rote Einbringungen,

die inspirieren und entzünden sollen. Das Management im Bild

wird zum „Chancement“ oder auch zum „Changement“, zur

Chance und zum Wechsel zugleich.

„Aus den Häusern“ 2003

Höhe 140 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Das Kunstwerk ist ein Reisebericht einer zielgesetzten Fahrt

durch die Einsamkeit. Eine Bildtafel oder Leinwand ist wie ein

Grundstück. Der Maler bestimmt, ob es rational beplant wird,

ob es zuwächst oder bebaut wird zur Freude, zum wirtschaftlichen

Nutzen oder zum Chaos. Es ist kein Zufall. Der Umgang

mit sich und seinen Gedanken zum Leben definiert den Grund

und wird das Bild ergeben.

„Transform“ 2000

102 x 100 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

314

Sich verändern, sich herausdrehen und eine neue Richtung

einschlagen ist der Gedanke zu diesem Gemälde.


„Ausgleiche schaffen“ 2000

170 x 200 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

316

Dieses Gemälde erarbeitete ich für eine Steuerberatungskanzlei. In der Mitte teilt eine Gestalt als Sinnbild für das

Gesetz mit Waagschalen das Bild. Ein dynamisches Wirken, die Räder der Wirtschaft, werden zu Tischen der Zusammenarbeit.

Eine gebende Geste teilt und wirkt auf einen weiteren Tisch hin, an welchem eine Gestalt mit nach

oben hin offenen Händen sitzt. Der Tisch der Wirtschaft bedient den Tisch der Kinder und der alten Menschen.

Das Gesetz als richtungsweisende Gestalt steuert in der Mitte diese Ausgleiche. Jeder kommt an diesen bestellten

Tischen vorbei, nimmt und gibt.


„Brückenschlag“ 1999

Höhe 220 cm

lasierende Farbe und Ölkreide auf Papier

Aus einem großen gezeichneten und bemalten Papierbild

wurden 336 Teile als Cover für einzelne Kunstsparbücher

gebildet. Auf jedem dieser Fragmente befindet sich ein Motiv.


318

„Dialog“ 2009

Wendebild zur richtungsfreien Ansicht

170 x 90 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

„ich bin – aus mir heraus“ 2009

170 x 100 cm

Acryl und Öl auf Holztafel


„Natur“ 2010

Höhe ca. 100 cm

Acryl auf Holztafel


„Stutenmutter“ 2008

100 x 100 cm

Acryl auf Holztafel

diverse Pferdebilder

Öl und Acrylbilder auf Holztafel oder Papier

320

Die Dynamik und Ästhetik sowie der Charakter dieser

wunderbaren Tiere begeistern mich und werden in all

den Jahren immer wieder von mir gewählt, um Bilder

zu malen, gleichsam als Lobgesang an diese Wesen.


322

„Frau Hitt“, 2003

Höhe ca. 100 cm

Acryl auf Holztafel


„Frühlingserwachen“ 2003

Höhe 100 cm

Acryl auf Holztafel

Hinter den Säulen des Winterpalastes schläft eine Frau. Der Geliebte

bringt die ersten Frühlingsboten. Es beginnt zu tauen. Unerwartetes

Zitronengelb – Wärmendes durchbricht die kühl gehaltene Farbigkeit

des Bildes.

„Sommerfrau“ 2003

82 x 84 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Eine Sage der „Ergobanda“ Barbara Weber inspirierte mich zu diesem

Bild. Zu jeder Jahreszeit, in den eisigen Bergen, in der herbstlichen

Hügel landschaft, im frühlingshaften Grün, am sommerlichen See,

kommt die Sehnsucht nach einer Frau wie in einem Traum in das Land.

324


„Heimat“ 2005

ca. 100 x 100 cm

Öl und Acryl auf Holztafel

Heimat findet man in der Zweisamkeit, in der Berührung und

Sehn sucht nach dem Land, in der Mutterschaft und in sich selbst.

326

„Wandkleider“


„Bambus“ 2002

Lochbild

120 x 145 cm

Acryl auf Holztafel

„Erinnerung an einen Sommer“ 2002

Lochbild

145 x 155 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

328


„Verlauf der Jahreszeiten“ 1994

Breite ca. 270 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

330

„Regentag“ 1994

Breite ca. 200 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

„Spätsommer“ 1995

130 x 130 cm

Acryl und Öl auf Holztafel

Mein erstes Blumenbild habe ich auf Wunsch meiner Mutter gemalt.

Es ist dann nicht bei diesem einen geblieben. Meine Blumensträuße

aus Farbe sind ausschließlich der Freude gewidmet.


332

In der Plakatgestaltung versuche ich, ein

gemaltes Schriftbild typo grafisch passend

zu erarbeiten, um einen harmonischen

Ge samt eindruck und eine unverwechselbare

Identität herzustellen. Die Plakatvorlagen

sind Originalgemälde in Acryl und

Öl. Sie entstehen in einem meist größeren

Format als im Plakat selbst dargestellt,

zumal ich dem Malen in großen Formaten

stets den Vorzug gebe.


334


336


338


Patricia Karg

akademische Bildhauerin und Malerin

e-mail: karg.patricia@chello.at

homepage: www.karg-patricia.com

„Durch meine Arbeit möchte ich den Geist der Menschen

erbauen und weiten. Meine Werke sollen Nahrung für die

Seele sein.“

340

1961 am 7. Dezember in Innsbruck geboren

Vater Ing. Ludwig Karg, Baumeister

Mutter Gertraud Karg, geb. Baumann

1976–1980 Besuch der Fachschule für Holz- und

Steinbildhauerei in Innsbruck, Gesellenprüfung

1980–1987 Studium der Bildhauerei an der Akademie

der Bildenden Künste in München,

Meisterschülerin von Prof. Hans Ladner, Diplom

seit 1985 Lebensgemeinschaft mit Univ.- Prof. Dr. Anton H. Schwabegger,

Plastischer Chirurg

seit 1987 freischaffend selbständig tätig

1995 Bezug des Atelierhauses in Thaur

1997 Geburt von Stella Patricia

2000 Geburt von Laetizia Philippa


Mitgliedschaften

Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Oberbayerns

Gruppe Factum, Haus der Kunst München

Berufsverband Bildender Künstler (BKÖ) Österreichs

Tiroler Künstlerschaft

Lionsclub „Victoria“ Innsbruck

Alpha Club Innsbruck

Syrlin Kunstverein e.V. Stuttgart International

Ehrungen, Auszeichnungen & Preise

1981 Preis der Stadt Innsbruck

1981 Preis der Internationalen Sommerakademie, Innsbruck

1983 Preis der Internationalen Sommerakademie, Innsbruck

1984 Preis des 88. Katholikentages, München

1985 1. Preis, Neugestaltung der Kirche St. Philipp Neri, München

1987 1. Preis für Malerei Stadt Innsbruck, Ankauf Land Tirol

2. Preis, Friedhofskapellengestaltung, Friedhof Pradl

1988 Förderungspreis für Malerei der Stadt Innsbruck

1988 Auszeichnung für Kleinplastik durch die International Art

Competition, New York

1992 1. Preis, Datacom Kunstpreis Tirol

1992 1. Preis für das Hahnenkammplakat Kitzbühel

1993 3. Preis, Gestaltung der Barbarabrücke, Schwaz

1993 Ankauf zum 23. Österreichischen Grafikwettbewerb

1995 Belobigung Wettbewerb „Neues Wohnen in Tirol“,

WE Wohnungseigentum

1997 2. Preis, Plakatwettbewerb Alpenzoo Innsbruck

2002 Anerkennungspreis für Malerei, Milser Kulturtage

2004 1. Preis, Schienenbolidenwettbewerb, Gestalten mit Kindern

2005 Palm Award, Art Domain Gallery, Leipzig

2007 2. Platz, Wettbewerb Kunst für Wohn- und Geschäftshaus der

Neuen Heimat Tirol, Projekt Schwaz

2008 Internationaler Syrlin Kunstpreis,

7. Rang für Skulptur „Liebesnest“, Stuttgart

2009 Internationaler Syrlin Kunstpreis,

1. Platz für Skulptur „Muse“, Stuttgart


Nationale und internationale Ausstellungen

342

Einzelausstellung

Grupppenausstellung

1982 Johannesgalerie im Heimatdorf Arzl

1984 Galerie im Fürstenhaus, Hall in Tirol

1985 Textilhof, Innsbruck

1986 BMW-Galerie, München

Stadtturmgalerie, Innsbruck

Innsbrucker Kunstverein

Internationales Pressezentrum, Wien

Haus der Kunst, Kunst ’86, München

Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst, München

Martin-Philipp-Galerie, München

Bonifaziuzshaus Fulda

1987 Tiroler Kunstpavillon, Innsbruck

Alter Lahntalerhof, Matrei am Brenner

Bank für Tirol und Vorarlberg, Innsbruck

1988 Merkur Versicherung, Innsbruck

Katholisches Bildungshaus, Lienz

Bawag, Innsbruck

Inngalerie, Kufstein

1989 Reith im Alpbachtal, Tirol

Haus der Kunst, Kunst ’89, München

1990 Theodor Hörmann Galerie, Imst

Kleine Galerie, Galerie Augustin, Innsbruck

Galerie Zöhrer, Schwaz

Galerie Dida, Graz

Raiffeisenbank, Wattens

Karg-Haus, Mayrhofen

Salzburger Sparkasse, Hallein

Bank für Tirol und Vorarlberg, Wien

Trinity Arts Center, Royal Tunbridge Wells, England

Chateau Jarez, Saint-Chamond, Frankreich

Chateau de la Bertrandiere, L’Étrat, Frankreich

Galerie im Fischerhuus am Zürichsee, Schweiz

1991 Galerie in der Stille, Natters

Galerie Villa Mutter, Feldkirch

Licht-Design-Ambiente Hausberger, Innsbruck

Raiffeisenbank Wattens

1992 Bau Art, Ingenieurkammer für Wien, NÖ und Burgenland, Wien

Bank für Tirol und Vorarlberg, Kitzbühel

Kunstraum Kirche, Osterfestival Katholischer Akademikerverband,

Innsbruck

Gerätewerk Matrei, Völs

Galerie Hosp, Nassereith

Trinity Arts Center, Royal Tunbridge Wells, England

Galerie Kass, Villa Falk, Innsbruck

Firma Troppmair, St. Johann in Tirol

Studia, Innsbruck


1993 Kunstzaun Innsbruck

Galerie Branz, Bregenz

Ikarus Consulting, Wien

Interunfall Schwaz

Azoth Art Connexion, Galerie Weinblatt, Wien

Bank für Tirol und Vorarlberg, Kitzbühel

Ärztekammer für Tirol

Haus St. Michael, Pfons

1994 Stiegl Braukunstfest, Salzburg

Haus der Senioren, Innsbruck

Mal-Happening, Porsche Innsbruck

Städtische Galerie, Lienz

Galerie Branz, Bregenz

Diagonale Salzburg

Kurhaus, Garmisch-Partenkirchen, Bayern

Marktgemeinde Kundl

1995 Galerie Renu, Silz

Atelierhaus, Thaur

Kleines Theater, Salzburg

Galerie Jacques Coeur, L’Arbresle, Frankreich

Raiffeisenbank Vomp

Galerie Gschösser, Schloss Lipperheide, Münster

Kunst im Weinkeller, Schwaz

H & H Immobilien, Innsbruck

Sanatorium der Kreuzschwestern, Rum

1996 Interunfall, Schwaz

Tiroler Kunstpavillon, Innsbruck

Krankenhaus Kitzbühel

1997 Galerie Bertrand Kass, Innsbruck

1998 Galeria Giacobbe Spazio, Mailand

aki – Katholisches Akademikerhaus, Zürich

Cercle Munster, Luxemburg

1999 ART Innsbruck

2000 ART Innsbruck

Schloss Melans, Absam

2001 Cercle Munster, Luxemburg

ART Innsbruck

CapitalLeben Liechtenstein

Art Vienna

Igler Kulturtage Innsbruck

Interni, Innsbruck

2002 ART Innsbruck

Galerie Krupan, München

Am Gaisberg, Salzburg

Galerie Ainberger, Hopfgarten und Kufstein

Cercle Munster, Luxemburg

Milser Kulturtage, Mils

Bergbilder – Gruppenausstellung, Fulpmes

2003 ART Innsbruck

MART Roveretto

Salzlager Hall in Tirol

Galerie Renu, Glasarbeiten, Silz

Österreichische Künstler in China, Peking

2004 ART Innsbruck

Floral – Gemeinschaftsausstellung Tiroler Künstlerschaft

Galerie Kass, Schmuck, Innsbruck

„das kleine kunstfenster“, Hochfilzen

Galeria Corte Filippini, Verona

2005 ART Innsbruck

ART Bodensee, Dornbirn

„das kleine kunstfenster“, Hochfilzen

Art Domain, Leipzig

Tiroler Hof, Niederndorf

Eplit, München

2006 Galerie Hosp, Wein am Berg, Sölden

ART Innsbruck

Biwak, SOS-Kinderdorf in Hall in Tirol

Wirtschaftskammer Reutte

Galerie Augustin, Wien

Raiffeisenbank Wattens

2007 Messe Frankfurt

ART Innsbruck

2008 ART Innsbruck, Personale, Galerie Hosp

Kunstmesse Stuttgart, Sindelfingen

Tiroler Gartentage, Congress Igls

Stift Wilten

2009 ART Innsbruck

Tag der offenen Gartentür, Atelier Thaur

Galerie Bertrand Kass, Innsbruck

Galerie Manzl Ainberger, Kulturkeller Hopfgarten

2010 ART Innsbruck

Kunstmesse Stuttgart, Sindelfingen

Stecher&Stecher, Affenhausen, Tirol

Innsbrucker Herbstmesse


Öffentlich ausgeführte Werke

1984 Wegkreuz, Holz geschnitzt, Innsbruck-Arzl

Türblattgestaltung, Holz, Bronze und Glas unter den Lauben in

der Altstadt Innsbruck

1985 Musikpavillon, Holz, Brixen im Thale

1986 Dorfbrunnen, Kunststein, Brixen im Thale

Kreuzweg, bemalte Holztafeln, Brixen im Thale

1987 Fabelwesen, bunter Kunststein, Berg am Starnberger See

1988 Spiegelzimmer, Glas, Berg am Starnberger See

Priestergrabstätte, Kunststein, Hopfgarten

1989 Wandgestaltung, Holz, Fa. Perlinger, Itter

Fassadengestaltung, Kunststein, Villa Itter

Farbillustration des Buches „Ein Platz im Paradies“,

Tyrolia Verlag, Innsbruck

Brunnensäule, Kunststein, am Weerberger Friedhof

Bühnenbild und Masken „IO“, Innsbrucker Kellertheater

Eingang, Kunststein, Raiffeisenbank Kitzbühel

Bronzekreuz, Pfarrkirche St. Philippus, München

1990 Bühnenbild und Kostüm „Witwe Rousseau“,

Innsbrucker Kellertheater

Fassade „Karg-Haus“, Mayrhofen

Ortseinfahrt – Zunftstange, Bronze, Angath

1991 Lüftungsskulptur, Blechfaltungen, Café Moments of Art, Innsbruck

Bühnenbild und Kostüm „Kassandra“, Innsbrucker Kellertheater

Boden-, Wand- und Säulengestaltung, bunter Kunststein, Foyer

Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol

Brunnen, Bronze, im Innenhof der Leopold-Franzens-Universität

Innsbruck

Rauminstallation, Eisendraht, Cineplexx-Kino, Innsbruck

Bodenmosaik, Landeskrankenhaus Natters

bemalte Kreuzwegtafeln, Wanderweg, Brixen im Thale

344

1992 Spiegelturmfassade, Fa. Alpquell, Münster

Fassadengemälde Pfarrheim Ried im Zillertal

Saalgestaltung, bunter Kunststein, Truppenübungsplatz Hochfilzen

Ziborium und Patene aus Bronze und Kupfer vergoldet,

Pfarrkirche St. Philippus, München

Illustration zum Buch „Hiob“, Tyrolia Verlag, Innsbruck

Fassadengemälde Feuerwehrhaus, Kufstein

Ideen zur künstlerischen Gestaltung der Inntalbrücke

Fassadengemälde Neue Heimat, Wohnanlage Breitenbach am Inn

grafische Gestaltung der Zeitschrift „Entschluss“, 47. Ausgabe


1993 Kunstzaungestaltung, bemalte drehbare Scheibe,

Fennerareal, Innsbruck

Fassadengemälde Altenpflegeheim, St. Johann in Tirol

Fassadengemälde Fa. Troppmair, St. Johann in Tirol

Skulptur, Kunststein, und Säulengemälde Café Platzl,

St. Johann in Tirol

Brunnen, Kunststein, Festungsapotheke, Kufstein

Kapellenausstattung, Holz und Zinn,

Katholisches Hochschulhaus aki, Zürich

Holztafelbilder als Trennwände, Speisesaal und Foyer

des Behandlungszentrums Vogtareuth, Bayern

Ausstattung, Bronzeskulpturen des Schmuckgeschäftes Schieferer,

Landeck

Fassadensegment, Kunststoffplatten, Fa. Troppmair, St. Johann in Tirol

Gestaltung Familiengrab, Bronze, Arzler Friedhof

Gemälde Ambulanz Universitätsklinik für Augenheilkunde, Innsbruck

1994 Etikett Stiegl-Braukunst-Flasche Salzburg

Volksaltar, gerosteter Stahl, Pfarrkirche Innsbruck-Arzl

Bronzekreuz, Pfarrkirche Innsbruck-Arzl

Fassadengemälde „Der Zeitscheitel“ an der Pension Wieser,

Sölden

Plakat Schlossbergspiele Rattenberg

Titelbild zum Roman „Wie ein Stein aus Glas“ von Helga Reichart

architektonische Gestaltung Atelierhaus, Thaur

1995 Brunnen, bunter Kunststein, Sanatorium der Kreuzschwestern,

Hochrum

Wandmalerei Stieglitz Klosterhof, Linz

Bemalung und Folierung, Dorfbus TATI, Seefeld

Wandgemälde Behandlungszentrum Vogtareuth, Bayern

Säulen, bunter Kunststein, Eingangsgelände Behandlungszentrum

Vogtareuth, Bayern

Logo der Österreichischen Gesellschaft für Plastische,

Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

Skulptur, Kunststein mit Faserlicht, Ambulanz Universitätsklinik

für Strahlentherapie, Innsbruck

Gemälde Ambulanz für Plastische Chirurgie, Innsbruck

Priesterkleidgestaltung, Seidenmalerei, Pfarre Ried im Zillertal

Gestaltung der Vorzugsausgabe „Gegengebete“ von

Robert Schneider, Verlag Bibliothek der Provinz

Jahreszeitenbilder im Tiroler Bauernkalender

1996 Brunnenskulptur, bunter Kunststein, Fa. Opbacher, Fügen

Farbgestaltungen Tivoli Freizeitzentrum, Innsbruck

Plakat, Schlossbergspiele Rattenberg

Steinerner Regenbogen, bunter Kunststein, Blaike Völs

Farbkonzeption Logistikzentrum, Fa. Handl Tyrol

Kreuzweg, Holz, Pfarrkirche St. Philippus, München

Illustration „Job and the Mystery of Suffering“, Richard Rohr,

Crossroad Book, New York

Titelbild zum Buch „Christsein als Beruf“, Christian Friesl (Hrsg.),

Tyrolia Verlag, Innsbruck

1997 Plakat und Programmheft zur 35. Jahrestagung

der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische

und Rekonstruktive Chirurgie, Innsbruck

17. Grand Prix des deutschsprachigen Wirtschaftsfilms ’97,

Bronze, Innsbruck

1998 Fassadengemälde Volksschule Thaur

Bautafelgestaltung für Bauconsulting Weinberg, Sillhof Innsbruck

Wandbilder im neuen Ambulanzbereich des Bezirkskrankenhauses

St. Johann in Tirol

Fassadengestaltung, Blechvorbauten, Fa. Rieder, Ried im Zillertal

Fassadenmalerei mit Glasfaserlicht, Sporthotel Penz, Innsbruck

Plakat Weltmeisterschaft der Einspänner, Ebbs

Plakat Handball Junioren Europameisterschaft, Innsbruck

Plakat Internationales Schlittenhunderennen Galtür

Grabgestaltung, Nirosta, Westfriedhof Innsbruck

Medaillen Handball Junioren Europameisterschaft, Innsbruck

Gestaltung der Anschlagtafel, Biochemische Pharmakologie

Universität Innsbruck

Garderobenskulpturen, Holz, Volksschule Baumkirchen

Holztafelbild, Plastische Chirurgie, Landeskrankenhaus Feldkirch

18. Grand Prix des deutschsprachigen Wirtschaftsfilms, Bronze,

Bregenz

Bilder im Landeskrankenhaus Feldkirch

Farbgestaltung Stiegenaufgang der Bundesländer-Versicherung,

Innsbruck

1999 Fassadenskulpturen, gefaltetes Nirosta, Kindergarten Thaur

336 Sparbüchercovers, Sparkasse Innsbruck

Gestaltung mit Malerei, Liftwände, Internationales Studentenhaus

Innsbruck

Renovierung mithilfe meiner ganzen Familie, altes Lahnhäusl,

Zillertal

Uhrblattdesign für die Tiroler Röhren- und Metallwerke, Hall in Tirol

Tuchbilder, The Penz Hotel, Innsbruck

Familiengrabstätte, Bronze und Stein, Ebbs


346

2000 Plakat Mullerlaufen in Thaur

Plakat Haflinger Weltausstellung Ebbs/Tirol

Grabgestaltung, Bronze, Familiengrab Ebbs

Gedenkpreis Ilse Benedetto, Bronzekugel

19. Grand Prix für den deutschsprachigen Wirtschaftsfilm,

Bronze, Wien

Wandgestaltung Logo, Holz, Erlebnissennerei Mayrhofen

Wandgestaltung, Beton mit Malerei, Eingang Miederer Badl

Holztafelbilder Raiffeisenbank Kleinwalsertal

Bemalung der Österreichischen „Bundesbahn-Gams“, Kitzbühel

2001 Foyer des Internationalen Studentenhauses mit Holzskulpturen,

Innsbruck

Mountainbike-Trophy Patscherkofel, Nirosta, Innsbruck

Eingang mit großer gebauter Kamera, Foto Lamprechter, Innsbruck

Kuhfries, Malerei, Haus in Helfenstein, Zillertal

Verdienstmedaille der Caritas der Diözese Innsbruck,

Zinnguss vergoldet

Mountainbike-Trophy Seegrube, Nirosta, Innsbruck

Statuetten, Zinnguss, Tiroler Tierschutzverein, Innsbruck

Farbkonzeption des Logistikzentrums Handl Tyrol, Schönwies

Bilder im Landeskrankenhaus Feldkirch

2002 Ausstattung mit Einzelmöbeln, Mozartsuiten im Hotel Wolf-Dietrich,

Salzburg

20. Grand Prix des deutschsprachigen Wirtschaftsfilms, Bronze, Wien

Malworkshop mit Mitarbeitern der Fa. Siemens, Innsbruck

Glasfassade, gefustes Glas, Internationales Studentenhaus, Innsbruck

Auferstehungstor, gefustes Glas, Pfarrkirche St. Philippus, München

Tuchgemälde, Designhotel The Penz, Innsbruck

Preise für das Alpentrail Schlittenhunderennen Südtirol, Zinnguss

Farbkonzeption, Foyer des Internationalen Studentenhauses, Innsbruck

„Gloria“, Messing vergoldet, Sozialpreisgestaltung,

Sparkasse Innsbruck

Mountainbike-Trophy Seegrube, Nirosta, Innsbruck

Verschlussdesign für Flaschen, Zinnguss, Tiroler Whisky, Innsbruck

Farbkonzeption, Kinderarztordination Dr. Gasser, Hall in Tirol

Glasfassadenmalerei und Gemälde im Foyer

der Arlberger Tagesklinik, St. Anton am Arlberg

Alpentrail-Trophys in Zinnguss für Schlittenhunderennen, Südtirol

Weihnachtstuchgemälde für das Designhotel The Penz, Innsbruck

2003 Gedenktafel am Umspannwerk, Glas, Innsbruck

„Gloria“, Messing vergoldet, Sozialpreis der Tiroler Sparkasse

Gestaltung der Edition Tiroler Single Malt, Zinnguss,

mit Kleinskulptur, Fa. Tiroler Bier, Innsbruck

Holztafelgemälde, Kongresshaus Innsbruck

Plakat, Sommerball-Lions, Innsbruck

Grabstätte mit Glaskreuz, Friedhof Natters

Mountainbike-Trophy Patscherkofel, Nirosta, Innsbruck

Puzzlebild, bemaltes Holz, Entbindungszimmer

Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol

Gestaltung Wohnhaus Arzl bei Innsbruck

Andachtsraum mit Gemälde und Tabernakel, Glas,

Altenheim St. Josef, Innsbruck

Gestaltung der Glaswände, Ordination der Internen Medizin

Dr. Gritsch, Fulpmes

Foyergestaltung mit Brunnen, Kunststein und Holztafelgemälden,

Lufttechnik Kröll, Stans

Gemälde für das Café Triolaa, Wien, 1. Bezirk

Logo für die Araberzucht, Leimgruber, Absam

Mountainbike-Trophy Seegrube, Nirosta, Innsbruck

Glasscheibe, gefustes Glas, Ordination Dr. Furtschegger, Innsbruck

Alpentrail-Trophys, für Schlittenhunderennen, Nirosta, Südtirol

Gestaltung Holztafelgemälde, Ordination Dr. Seiwald, Hall in Tirol

2004 Portal, Glas, Juwelier Ellert gegenüber dem Stephansdom, Wien

Gemälde-Ausstattung im Wellnessresort Schwarz, Mieming

Gemälde in der Fa. Beton- und Monierbau, Innsbruck

Gemälde, Vorstandsbüro Siemens, Wien

Plakat Thaurer Mullerlaufen

Plakat 200 Jahre Musikkapelle Scharnitz

Fassadengestaltung, Alu, Lufttechnik Kröll, Stans

dreiteiliges Gemälde Competence Center Wien

Brunnen, Kunststein und Nirosta, Raiffeisenbank Hart, Zillertal

Leinwandgemälde Raiffeisenbank Hart, Zillertal

Quellennymphe, gefustes Glas, für den Aqua Dome Längenfeld

Glasgestaltung Rasulbad im Wellnessresort Schwarz, Mieming

Mountainbike-Trophy Seegrube, Nirosta, Innsbruck

Alpentrail-Trophys für Schlittenhunderennen, Nirosta, Südtirol

Wegkreuzglaskonstruktion Fachmarktzentrum Kufstein

Gemälde im Wellnessbereich Hotel Olympia, Obergurgl

Familiengrabstätte, Glas und Stein, Natters


2005 Bild Physikalische Medizin Universitätsklinik Innsbruck

Mobiles Grab, Bronze, Schweiz

Plakat und Plaketten, Haflinger Weltausstellung, Fohlenhof Ebbs

Plakat Biathlon-Weltmeisterschaft Hochfilzen

dreiteiliges Gemälde Competence Center Wien

Foyer und gelber Salon im Hotel am Stephansplatz, Malerei, Wien

Spitzbogenkirchenfenster, eingebrannte Glasmalerei, Lechaschau

Neuinszenierung des Reliefs, Kunststein und Stahl, durch

Umbau Raiba Kitzbühel

Skulptur und Glasdrache Hotel Alpenrose, Maurach

Design für Whiskyverschlüsse mit Zinnskulpturen, Tiroler Bier

Alpentrail-Trophys für Schlittenhunderennen, Nirosta, Südtirol

Parfum-Etikettengestaltung mit Rosenstoffdesign,

Fa. Bipa, Wiener Neudorf

Neues Ambiente für altes Wegkreuz, Glas,

Fachmarktzentrum Kufstein

Glasdrache Salzburger Hof, Zell am See

Foyer und Lounge, Glas, Raiffeisenbank Wattens

Wellnessbereich, Wandmalerei, Fürstenhaus Pertisau

2006 Kreuzfenster, Glasmalerei, Pfarrkirche Lechaschau

Glasschichtbild im Landhaus Innsbruck

Brunnen, bunter Kunststein, Fuchsloch, Thaur

Glasskulptur Hotel Schweizerhof, Saas-Fee

Glasskulpturen für die Bernsteinsuite im Hotel „... liebes Rot-Flüh“,

Tannheimer Tal

Glasskulpturen im Hotel Schwarz, Mieming

Bild für die Plastische Chirurgie Krankenhaus Bogenhausen, München

Glaswandbild Steuerberatungskanzlei Stauder/Kempf, Innsbruck

Medaille Handball Europameisterschaft, Innsbruck

Verkehrstafel für Kinderarzt Dr. Gasser, Hall in Tirol

Alpentrail-Trophys für Schlittenhunderennen, Nirosta, Südtirol

Grabstätte, Glas, Mils

2007 Glasreliefwand, Hauskapelle St. Raphael, Innsbruck

Glaswand und Gemälde im Wellnessbereich Schwarzalm, Zwettl

dreiteiliges Holztafelbild, Kapelle Wohnheim Innere Stadt, Innsbruck

Braukunst Edition von Bierdeckeln, Zwettler Bier, Zwettl

Glaswand für Wellnesshotel in Oberlech

Glaswandgestaltung der Hauskapelle St. Raphael, Innsbruck

Gemälde im Landtagsclub, Landhaus Innsbruck

2008 Plakat, Thaurer Mullerlaufen

Weinkellergestaltung der Ferrarischule Innsbruck

Glastorso, Douglas Drogerien, Düsseldorf

Grabstätte, Glas und Edelstahl, Hötting

„Gloria“ Sozialpreis der Tiroler Sparkasse, Innsbruck

Leidens- und Lichtweg, Glastafelbilder, Pfarrkirche Lechaschau

Wandgestaltung in Holz, Veranstaltungszentrum Forum, Rum

Acrylglasgemälde, Veranstaltungszentrum Forum, Rum

Urnengrab, Glas und Bronze, Hall

Kunst Edition für das Stift Wilten, Innsbruck

Restaurierung des Wandgemäldes

am Altenpflegeheim St. Johann in Tirol

Glasgemälde, Feinkost Fürbass, DEZ Innsbruck

Skulpturenwand, Betonguss, Wohnanlage,

Neue Heimat, Im Tal, Absam

2009 Plakat und Plaketten, Haflinger Weltausstellung, Fohlenhof Ebbs

Urnengrabstätte, Glas und Stein, Mühlau

Familiengrabstätte, Glas, Edelstahl und Stein, Mieders

Grabstätte, Glas und Stein, Fiecht

„Kreuz“-Schmuckedition für die Ritter zum Heiligen Grab in Jerusalem

Poseidonhaupt in Glas und Edelstahl, Hotel Amathus, Rhodos

Glastorsi, Hotel Amathus, Zypern

Installation mit Hadernkocher, Papierfabrik Wattens

Glasfenster, Aussegnungskapelle Kelchsau

Dorfplatz, Gesamtkonzept und künstlerische Ausführung,

Murg, Schweiz

Alpentrail-Trophys, für Schlittenhunderennen, Südtirol

2010 Neugestaltung der Ehrenzeichen für die Caritas, Innsbruck

Lithographie-Zyklus, bei Stecher&Stecher, Affenhausen, Tirol

Plakat, Dreiländer-Kongress, Plastische Chirurgie, Innsbruck

Skulptur Medienpreis der Österreichischen Gesellschaft

für Plastische Chirurgie

Ideenpreis für die Wirtschaftskammer Tirol

Plakat und Plaketten, Haflinger Weltausstellung, Fohlenhof Ebbs

Alpentrail-Trophys, für Schlittenhunderennen, Bronze, Südtirol

Erscheinen dieses Buches


Stichwortverzeichnis zu den Abbildungen

348

A

ausapern, 20

Abfolge, 34, 46-48, 60-74, 90,

234, 276

Ablöse, 70f.

Abschied, 34, 45, 61, 64, 68, 71,

85, 142, 151f., 185, 245, 259, 331

Achse, 38, 206, 278, 280f.

Acrylglas, 140, 220, 265

Affen, 269

Afrika, 268f., 271, 273

allein, 34, 39f., 53

Alltag, 58, 60, 66, 228

Altar, 54

Ambo, 54f.

Apostel, 53

Arbeit, 38, 52, 166, 218, 225, 227

Arbeitseindrücke, 100, 112, 119,

137, 149

Arzt, 50, 278, 287

Astwerk, 91, 152, 154, 163, 171

Atelier, 76, 154, 248, 265, 294,

308, 311

Aufbruch, 255, 230f., 233, 254f.

Auferstehung, 60, 146, 185, 232

Auferstehungstor, 185

Auge, 44, 48, 153, 165, 287

Aura, 222f.

Ausgleich, 225f., 298, 316f.

Ausrichtung, 42, 281

Aussaat, 42, 52

B

Baby, 41, 48, 165f., 272, 334, 338

Bad, 215, 265

Ballon, 337

Bambus, 328

Bank, 144, 208f., 216f., 257, 306

Baucis, 162f., 170

Baum, 36, 64f., 79, 88f., 91, 152,

162f., 170f., 208, 224, 335

Bausteine, 203, 214

Begegnung, 35, 71, 83, 85f., 92,

165f., 229, 258-260, 273, 277,

298, 305, 317

Begehren, 260, 297

bei dir, 48, 67-69, 85, 99, 155,

167, 241, 249, 260

Bekenntnis, 259, 263, 318

beobachten, 44, 158

Berg, 282, 323f.

Bergsteiger, 50

beschützen, 53, 71, 163, 165f.,

170, 231, 244, 273-277, 281,

291, 293, 301

Besitz, 273

Besteck, 58, 166

Beton, 72f., 110f., 136-139, 175,

202f.,

beweglich, 111, 121, 127, 131

Beziehung, 35, 40, 64-73, 85f.,

92f., 99-133, 144, 147, 151-157,

160-167, 170f., 219, 227, 253,

258-261, 283, 289, 295, 297,

301, 313

Biathlon, 333

Blatt, 20f., 137, 162, 170

Blech, 170-175, 198f., 229

Blumen, 170, 325, 329, 330f.,

334-336, 338f.

Boden, 64, 67, 123-125, 131-137

Boot, 53, 152, 215, 225, 303

Brief, 31, 38, 49

Bronze, 38, 58f., 68f., 74f., 146,

148, 151, 153-159, 161-163,

165-169, 172, 181, 292

Brücke, 35, 52, 73, 109, 133, 219

Brückenschlag, 317

Brunnen, 72f., 96f., 105-107,

110-115, 126-131, 134-139,

172, 265

Bühne, 67, 166, 289, 239

Bündnis, 312

C

Chance, 314

Chaos, 191, 231

Chirurgie, 151, 278

Christophorus, 152

D

daheim, 301

Daidalos, 74f.

Dank, 52, 268, 307

Daphne, 89

Dialog, 34, 86, 153, 219, 318

Distanz, 261, 306

Dorfplatz, 73, 90, 135-139

Dornenkrone, 57

Drache, 175

drei, 54, 68, 102, 121, 152, 241,

293, 296f., 305f.

Dreifaltigkeit, 54

Druse, 192

Du, 166

Dunkelheit, 231, 287

E

Eidechse, 48

Einfluss, 253, 259-261, 273, 281,

309, 313

Einsamkeit, 31, 34, 39f., 48, 61, 146,

151, 166, 247, 267, 297, 324f.

Einspänner, 333

Elias, 250

Elternhaus, 71, 154, 274

Endoskopie, 278

Engel, 166, 170

Entbindung, 165f., 214

Entscheidung, 83

Entwicklung, 94, 140, 276

entwürdigt, 63

entzünden, 314

Erbe, 146, 156

Erblindung, 287

Erde, 43, 48, 166, 182

Erdenmutter, 44, 277

Erfolgsglobus, 153, 165

Erinnerung, 64, 230, 329

Erlösung, 53, 57-64, 146, 152,

163, 185, 231f., 239, 253, 289,

292f., 325

Ernte, 52, 151, 267, 285

Erntedank, 52, 307

Erotik, 99, 102, 163, 165,

167-169, 179, 251

Erwachen, 324f.

Erwartung, 232, 241, 260f., 273

Erwartungsland, 219

Etikett, 332

Ewigkeit, 148, 152, 159, 170,

187-189, 247, 285, 292

F

Fabelwesen, 77, 85, 89, 97, 47

Familie, 41, 48, 71, 93, 158, 161,

165f., 225, 274-277

Farbkonzept, 109, 191, 201, 214

Farbkreis, 123

Farborgel, 308

Fassade, 173, 191, 193, 196, 199,

201, 203, 228, 230, 280

Fenster, 175, 185, 189, 265, 309,

325

Fest, 221

Film, 165

Fisch, 152, 158, 175, 177, 189,

285

Flammen, 55, 152

fliegen, 75, 173, 225

Fliese, 123, 195, 214

Floatglas, 178-187, 219, 223, 227

Fohlen, 321

Foyer, 52, 83, 125, 127, 131, 209,

216, 223, 227, 229, 279

Frau Hitt, 323

Fräulein, 51, 93

Freiheit, 40, 74, 195, 263, 303,

309, 315, 318

Freizeitanlage, 201, 211, 215, 296

Freundschaft, 35, 37, 43, 61, 67,

249, 289, 301

Fries, 205, 221, 225

Frosch, 247

Frühling, 325

Füllhorn, 294

Fusion, 313

Fuß, 52

Fußball, 338f.

G

Gabe, 273

Gams, 175

Garderobe, 207

geben, 38, 212, 227, 229

Geborgenheit, 168

gebunden, 48, 94

Gedanken, 34, 39, 64, 68, 71,

152, 158, 163, 241f., 245, 247,

256

gefangen, 40, 44f., 48, 61, 65, 85,

260, 309

Geflecht, 32, 91, 163, 170, 288,

291

Gefühl, 64, 145, 153, 168, 170,

231, 237

Gegenwart, 68, 298

Gehrock, 108

Geige, 335

Geliebte, 283, 289, 324f.

Geliebter, 251

Gemeinschaft, 54, 60-73, 153-

155, 165-167, 225

Geschichte, 67, 92, 133, 230, 283,

297, 325

Gesellschaft, 64, 66, 203, 216

Gespann, 105, 333

gießen, 148

Gips, 64-66

Glas, 132-141, 143, 174-189, 192,

195f., 209, 216-223, 227, 280, 292

glasscasting, 140, 175

Glasfaserlicht, 105f., 112-116,

glassfusing, 143, 175-177,

184-187, 195

Glasmalerei, 189, 196, 209, 221,

223, 280

Glaube, 158, 166, 263, 318

Gloria, 170

Glück, 244

Gottvertrauen, 293

Grab, 59, 63f., 151f., 175, 184,

292

Grabkammer, 152

Grand Prix, 165

Gregor, 175, 334

Grenze, 287f.

Gruppe, 44, 64-73, 78, 203, 244,

252

Gynäkologie, 165, 278

H

Haflinger, 321, 333

Handball, 151, 333

Hände, 52, 61, 89, 112, 120, 142,

148, 151, 162, 165f., 170, 189,

225-227, 229, 245, 262, 275,

288, 291-293, 312, 316

Häuser, 199, 265, 314

heilen, 196, 279f., 287

Heimat, 71, 151, 155, 165f., 225,

274-277, 282, 292, 301, 325,

327

heimgekehrt, 61f.

helfen, 60, 120, 170, 258, 273,

275, 289, 301, 334-339

Herz, 153, 222

Hexe, 50, 332

Hiob, 40

Hirte, 50, 334, 336f.

Hl. Geist, 52, 318

Hoffnung, 158, 166, 231, 247

Holz, 51, 53, 57, 63, 81, 83, 91,

204-207

Hülle, 64, 184

Hund, 105, 206, 335f.

Hut, 175

I

ich, 31, 50, 67f., 76, 97, 100,

103f., 108, 115, 118, 149, 166,

246, 266, 311

Ikarus, 74f., 151, 338

Illustration, 40, 272

Impressionen, 48, 112, 137, 151,

175, 265, 269, 294, 308, 311,

332-339

Industriebereich, 214

Initiative, 286

Inntalbrücke, 109

Insignien, 56, 125

Installation, 60-65, 67, 121f., 132-

139, 203, 207

Instrument, 89, 95, 335

J

Jahreszeit, 91, 324f., 330

Janus, 50

Joch, 120

Jugend, 238

Julia, 250

K

Kalenderblatt, 46

Kamera, 175

Kanne, 120

Kapelle, 54, 57, 60-63, 187, 293

Karikatur, 50

Kastanie, 135

Kater, 44

Katze, 48, 265, 335, 337

Keimzelle, 154

Kelch, 151

Keramik, 147

Kette, 151, 166

Kies, 133

Kind, 43, 60, 71, 151, 165, 170,

225, 265, 272, 275, 277, 298,

316, 334

Kindergarten, 173

Kirche, 54, 60-63, 189, 208

Klinik, 118-131, 196, 214, 229,

279f.,

kokettieren, 92

Kommunikation, 86, 95

Konsum, 66

Kontinent, 217

Konzentration, 233, 286

Konzeptarbeit, 124-139, 202-205,

208-217, 223, 293

Korb, 140, 165, 275

Kornähren, 42, 152, 330

Kosmos, 123, 141, 191

Kraftfeld, 219, 313

Kranich, 151, 172

Kreativität, 48, 175

Kreuz, 45, 48, 58-60, 151f., 183,

186-189, 293

Kreuzweg, 45, 60f., 63, 184

Krippenfigur, 50

Kugel, 126f., 131, 135, 137f.,

141f., 148-165, 170

Kuh, 271, 334, 336f.

Kupfer, 145, 151

L

Laetizia, 250, 265, 300, 334, 356

Landschaft, 56, 267, 282, 299,

319, 324

Larissa, 175, 334

Läuterung, 260

Leben, 33, 43, 96, 142, 152, 158,

165f., 182, 214, 228, 243

Lebensabschnitt, 71, 83

Lebensende, 64, 142, 161

Lebensfreude, 97

Lebenskreis, 228, 298

Lebensspiel, 43

LED, 105f., 113-115, 135, 141,

183, 265

Lehrer, 51

Leidenschaft, 85, 98f.

Leidensweg, 45, 61

Leiter, 87, 92f., 278, 317

Licht animiert, 106, 141, 183, 209,

219-223

Lichtbegegnung, 305

Lichtstrahl, 75, 185, 287

Liebe, 48, 163, 167, 171, 283,

301

Liebesbaum, 48, 171

Liebesnest, 163, 165, 170

Lobgesang, 126, 285

Lochbild, 328f.

Lot, 159

Löwe, 151


M

Macht, 158, 305

Maibaum, 79

Maler, 50

Malerin, 266

Marktplatz, 216

Marmor, 126f., 144

Marokko, 271

Maschine, 66

Maske, 50

Maß, 158-160

Mauer, 70, 73, 240

Max, 337

Medaillen, 151

Meer, 85, 303

mehrteilig, 47, 61, 65, 121, 135,

146, 167, 183, 203, 207, 293,

304-306

Messing, 124f., 170

miteinander, 146, 170, 230, 274,

288, 334-339

Mitte, 56, 72, 196, 316

mittragen, 60

Modell, 79, 104, 109, 175, 180,

199, 202, 209, 212

Mosaik, 123, 193, 214

Muller, 333

Mund, 48, 153

Mündung, 125, 158

Muse, 166, 169

Musik, 166, 332, 335

Musikpavillon, 91

Mutter, 40, 44, 60f., 70, 152, 165f.,

226, 272, 274-277, 326f., 334,

337-339

Mythologie, 85, 89

N

Naiade, 85

Natur, 36, 81, 91, 265, 319

Nautilus 175

nehmen, 56, 226f., 229, 260

Neophyt, 239

Nest, 154f., 163, 165f., 170, 182,

209, 274f.

Netzwerk, 288, 291

Nirosta, 111, 129, 133, 135, 139,

172f., 175-177

Nixe, 158, 166, 170, 338f.

Nomanden, 271

O

Öffnung, 48, 56f., 59, 146, 154

Ohr, 165

Opa, 51

Ordination, 223

Orientierung, 278, 286f.

Orthopädie, 278

Oskar, 334

Ostern, 59, 185, 232

P

Paar, 59, 68, 72, 85, 99, 102, 151,

154, 163, 167, 248, 334-339

Pantogrator, 59, 146, 305

Papier, 48, 64, 98, 132, 175, 199

Papierfabrik, 132

Paravent, 128, 131

Patchwork, 66

Pendel, 159

Pferd, 48, 151, 174f., 270, 320f.,

335-337, 339

Philemon, 162f., 165, 170f.

Pieta, 61

Pixel, 201

Plakat, 175, 333

Pokal, 151, 153, 170, 175

Politik, 219, 225, 316

Polyester, 64, 66f.

Portal, 121, 193, 196, 203, 209

Portrait, 51, 181

Posaidon, 176

Priesterkleid, 175

Prozess, 205

Puzzle, 214

R

Rabe, 245

Rabi, 272

Rad, 165, 175, 227, 316

Regenbogen, 117

Regentag, 330

Reh, 231, 237, 332, 336

Reigen, 81, 338

Reihungen, 60-73, 94, 121, 203,

205, 207

reizen, 95

Richter, 145, 305

Richtungen, 83, 86, 202-221, 287,

315

richtungsfrei, 48, 87, 166, 252,

261, 304, 312, 318

Rose, 170, 336

S

Sage, 74, 85, 89, 151, 165,

323-325

Sakral, 53-65, 142, 146, 151f.,

166, 170, 175, 183-189

Sanatorium, 127f.

Sanduhr, 159

Säule, 60-62, 107, 113, 118-121,

125, 293, 325

Schachspiel, 43

Schafe, 44

Schale, 64, 72, 96, 127, 134,

136-138, 143, 147, 175, 184,

273, 285, 292, 316

Schattenbilder, 179, 228

Scheibe, 145, 151, 166, 175, 206

Schichtung, 48, 141, 179, 181f.,

185, 189, 205f., 213, 219, 223

Schicksal, 67, 258f.

Schicksalsgemeinschaft, 67

Schifahren, 333, 339

Schiff, 53, 134, 136-139

Schild, 175

Schlaf, 158, 246, 325

Schlauchboot, 215

Schlittenhund, 105, 333

Schnecke, 33, 165f., 182

Schneckenhaus, 165f., 182

Schnittbild, 48, 98

Schnitzeisen, 80

Schönheit, 166

Schöpfung, 48, 126

Schulzeit, 50, 230

Schwan, 158, 166, 244, 334

Schwangere, 50, 145

Schweigen, 253

Schwertlilien, 330, 336, 338

Schwester, 93

Schwimmer, 215, 338f.

See Genezareth, 53

Seerose, 339

Segel, 121, 175, 225, 303

segeln, 303

Sehnsucht, 39, 85, 146, 242, 324

Sein, 34, 142, 256, 293, 309

selbst, 60, 166, 233, 245, 256,

259, 263, 309

selbstständig, 71

Seniorenhaus, 187, 293

Sitzskulptur, 112, 133, 137, 175,

209

Sommer, 105, 249, 324, 329f.

Sommerfrau, 324

Sonne, 152, 175, 292, 335

Sonnenblume, 329, 334, 339

Sozialpreis, 170

Spätsommer, 330f.

Sperrholz, 205f.

Spiegel, 193, 245

Spiegelbild, 245

Spiegelzimmer, 192

Stacheln, 112, 135, 175

Stadt, 209

Staffellauf, 306

Stahl, 56, 111, 131-139, 170-177

Stamm, 54, 64, 93, 152, 162, 313,

334f., 338

Stamm Jesse, 54

Standarte, 59, 95, 121

Start, 233, 254, 286f.

Steiermark, 267

Stella, 165, 265, 275, 334, 356

steuern, 226, 316

Stiege, 83, 137, 175

Stier, 158, 260, 262, 271, 273,

278, 336

Stoffmalerei, 175, 265

Strömung, 309, 314

Student, 83

Stuhl, 54, 175

Stundenfischer, 158

Sturm, 53

Stute, 321

T

Tabernakel, 54, 57, 293

Tagebuchseite, 48

Tanz, 73, 79, 81, 166, 175, 249,

259, 269, 290, 334f., 338f.

Taube, 52, 152, 175, 189, 195,

318, 336f.

Teller, 175

Tempo, 255, 306, 309

Teppich, 125, 143

Terralitho, 71, 76-78, 84-89, 92-

107, 112-121, 124-131, 142-145,

170, 175, 246,

Tiefe, 84, 231, 286

Tier, 145, 237, 247, 271, 298,

320, 334-339

Tisch, 38, 54, 151, 175, 225f.,

248, 316

Tod, 58, 64, 85, 152, 158, 166

Torso, 151, 179

Torte, 175

Tradition, 50, 225, 332

Tragödie, 332

transform, 314

Traum, 158, 324

Treppe, 83, 134, 136-139, 181,

183,

Tür, 56, 121, 166, 229

Typografie, 333

U

Überwindung, 233, 254, 286

Uhrzeiger, 145, 159

Umarmung, 72, 274, 283, 295,

301, 327, 334-339

unbekannt, 286f.

Ungeduld, 159

unschuldig, 62

unser tägliches Brot, 58

Urne, 152, 292

Urnengrab, 292

Urteil, 40, 61

V

Vater, 51, 71, 166

veränderbar, 60, 86, 104, 166f.,

183, 206, 219, 304, 312

Veranstaltung, 116, 205, 221

Verbindung, 64, 67, 69, 147, 153,

163, 165f., 194, 313

Verbundenheit, 157

verflochten, 91, 98, 140, 147, 151,

155, 162f., 165-167, 170f.

Verführung, 95, 100-103, 169, 171

Vergangenheit, 132, 158

vergeben, 61

vergessen, 64

vergoldet, 151, 154f., 157, 165,

170, 292

Verkehrszeichen, 175

Verlangen, 85, 242, 260f., 273,

283, 289

verlassen, 61, 146, 185, 256

Vermählung, 312

Vernunft, 144f.

verschmelzen, 68, 194

Versuchung, 238

Vertrauen, 144, 153, 165, 306,

311

verurteilt, 61

Verwalten, 144

Verwandlung, 89, 95

verwurzelt, 44, 48, 155, 163

Verzückter, 74

Vielfalt, 48, 175, 265, 333-339

Vision, 48, 108f.

Vogel, 151, 173, 175, 284f.

Vogelflug, 151, 173

Vogelhimmel, 172f.

Volksschule, 207f., 230

Voraussicht, 241

W

Waagschale, 152, 175, 316

Wachs, 32, 35, 38, 41f., 45f., 79,

149, 151f., 175

Wachstum, 48, 52, 91, 285

Wahrheit, 260

Wald, 209

wandeln, 132

Wandgestaltung, 67, 81, 91, 124,

131, 144, 205, 209-231, 279

Wandlung, 101

Wandmalerei, 67, 191, 201, 209,

213f., 228f., 231, 279

Wanne, 172

warten, 34, 233, 241f., 245, 257

Wasser, 85, 97, 106f., 111-115,

126-131, 135-139, 158, 175,

187, 192f., 201, 215, 303

Wasserhahn, 115, 151

Wasserigel, 112

Wasserstuhl, 151

Webung, 32

Weg, 48, 60-63, 83, 121, 173, 183

Wegkreuz, 58

Weinberg, 266

Welle, 81, 187, 193, 210-213

Wellness, 176, 179, 201, 210-213,

215, 265, 294, 296, 298

Welt, 123, 158

Wendebild, 252, 304, 312, 318

Wendeskulptur, 87, 166

werben, 92, 95

Werbung, 95

Werden, 276

Werkzeug, 58, 80, 132, 148, 166,

287

Werte, 225

Wesen, 47, 66, 77, 93, 319

Wetterhahn, 190

Widehopf, 172

Wille, 34, 241, 254, 309, 314

Windflügel, 121, 175, 303

Windsegel, 175

Windung, 106

Windwege, 173

Windzeichen, 182

Wirtschaft, 153, 227, 316

Wundmal, 55-57, 59

Würde, 243

Würfel, 166

Wurzeln, 44, 48, 152, 155, 163,

276f.

Z

Zeichner, 31

Zeit, 30, 34, 145, 159, 230, 253,

277, 284, 309

Zeitebenen, 297

Zeitfenster, 309

zeitlos, 34

Zeitscheitel, 284

Zentrum, 70-73, 123, 281, 305

Zerstörung, 123

Ziege, 50

Zinn, 55-57, 63, 151

zueinander, 69, 163, 219, 313,

334-339

Zufluss, 314

Zukunft, 68, 82, 132, 158, 166,

225, 276

zusammen, 67, 147, 151-155,

157, 162f., 165-167, 170f., 216,

288, 312

zwei, 50, 52, 67-69, 84f., 92,

99-103, 137, 146, 162f., 167,

170f., 181, 219, 229, 242f., 249f.,

256, 258-261, 273, 289, 299,

301, 313,

Zweisamkeit, 40, 43, 69, 72, 85,

92, 99, 101, 155, 163, 167, 171,

249, 283, 295, 297, 301, 313,

325

Zyklus, 166

f. = nächstfolgende Seite


350


Sabine Penz, Grafikdesign

Matura in Grafik und Kommunikationsdesign,

Studium der Kunst (Malerei) an der Universität für Angewandte Kunst Wien

Lehramtsstudium (Bildnerische Erziehung, Technisches Werken) an der Akademie der bildenden Künste Wien

Über die Entstehung dieser mONOgrafie

Neugierige, welche diesen Band zur Hand nehmen, dürfen sich zu Recht

erhoffen, viel über die Künstlerin Patricia Karg zu erfahren. Eine Stellungnahme

der Grafikerin mag dabei überraschen.

Doch hier geht es nicht um das Buch eines außen stehenden Editors. Das

Schöne dieser Monografie ist dessen Entstehung aus direkter Quelle: Die Idee

und Finanzierung, die Dokumentation der Werke, der Vertrieb und nicht zuletzt

die Kontakte und Beziehungen der Mitwirkenden entsprangen der Initiative

der Künstlerin. Sie selbst erzählt, erlaubt Einblicke und Querver bindungen,

setzt Werke in Zusammenhänge und in mutige Farbigkeit. Dieser Text ist so

zweifelsohne auch eine Geschichte über Patricia, die ich zehn Jahre lang

begleiten konnte.

In den Schulferien Sommer 2000 absolvierte ich ein Praktikum im Atelier Karg.

Hier entsprang eine fruchtbare Zusammenarbeit. Wohl auch deshalb trat Patricia

mit ihrem Vorhaben an mich heran. Etliche Werke waren bereits fotografiert

und digitalisiert. Mehrere Kisten mit hunderten von sortierten Collagen

definierten die Seiteninhalte. Strukturiert, kreativ, produktiv – so arbeitet Patricia.

Und dennoch war es ein langer Weg und meine Freude über diese umfassende

Aufgabe wich ab und zu der Überforderung. Müsste dieser Band all ihr

Schaffen beherbergen, wäre das großzügige Design in Kompression erstickt.

Die Selektion des Materials forderte unzählige Arbeitsstunden, viel Engagement

und vernünftige Kompromisse. Jede einzelne Fotografie und Datei wurde auf

Relevanz und Brauchbarkeit gesichtet. Neben teils ausgezeichnetem Material

galt es von qualitativ mangelhaften Bilddaten Neuscans der analogen Vor lagen

anzufertigen. Waren selbst Negative oder Dias unzureichend, wurde eine Fotografin

zu dem entsprechenden Kunstwerk gesandt. Doch viele, meist frühere

Werke – damals mit dürftigen Mitteln dokumentiert – sind nicht mehr erreichbar

oder deren Aufenthalt ist nicht mehr nachvollziehbar. Speziell für Patricia

und sicher auch für den einen oder die andere SammlerIn bleibt das Fehlen

dieser meist sehr schönen und durchaus künstlerisch relevanten Arbeiten

eine untröstliche Tatsache. Nicht selten verhandelten Patricia und ich wie

auf einem orientalischen Bazar um die qualitativen An forderungen einzelner

Werksabbildungen. Mein Bestreben nach hochwertigem, druckfähigem Bildmaterial

wurde wesentlich von meiner Kollegin Simona Obholzer mitge tragen,

die in digitaler Überarbeitung das Beste aus jeder Datei lockte, ohne an deren

Authentizität zu kratzen. Vor allem im Bereich der dokumentarischen Fotografien

haben wir den informativen Aspekt vorgezogen, obgleich dezenter Unschärfe

oder irreparabler Bildschäden. Aber auch bei manchen zyklischen Arbeiten,

speziell bei den einleitenden Grafiken, war trotz Mängel weder Ersatz noch

Verzicht möglich. Die Technik ändert sich rasend schnell, und so sind auch

bei den Abbildungen der Werke Patricias, deren Schaffen bis in die 80er- Jahre

zurückreicht, unterschiedliche Bildqualitäten nachzuvollziehen.

Die Anordnung der Inhalte unterliegt mit Absicht keiner Chronologie, sondern

folgt einem von Patricia geformten thematischen Bogen. Die Farbe der Großplastiken

schwappt auf die Innenarchitektur über. Die Form der Kugeln zahlreicher

Gussarbeiten ergibt sich intuitiv aus der vorangestellten künstlerischen

Installation. Das Material Glas vereint Skulpturen mit Raum- und Fassadengestaltungen.

Wie in einem Prozess fließt ein Thema in das nächste über.

Auch die Haptik des Papiers wechselt, blütenweiß, samtrau, gestrichen farbintensiv.

Wie Paukenschläge in einem Musikstück zeigen sich ab und an

fulminante Seiten mit einer Bündelung an Abbildungen. Für persönliche

Einträge stehen spezielle Seiten zur Verfügung. Das Stichwortverzeichnis

gegen Buch ende ermöglicht interaktives Finden.

Es braucht ein klares, flexibles Layoutkonzept, um die große Vielfalt ihres

Schaffens, die individuellen Themenbereiche und variierenden Abbildungsformate

in eine einheitliche Struktur zusammen zu führen. Offene Buchseiten

sind in eine stimmungsvolle Farbigkeit getaucht. Die Typografie ist passend

abgetönt. Der farblose Seitenrand mit Paginierung bleibt als kontinuierliches

Element. Ein Hauptthema wird durch Skizzen, Arbeitsfotos und Eindrücke aus

der jeweiligen Zeit ergänzt. Sie begleiten erzählerisch die Werke und erlauben

persönliche Einblicke, Patricia lässt Sie in ihre Welt. Sie wollte ein Buch zum

Entdecken, Informieren, Anfassen und Unterhalten, ein Medium das zeitlos

und lebendig bleibt.

Patricia ließ mir reichlich freie Hand. Die Entscheidungen fielen jedoch immer

in Absprache von uns Beiden während der zahlreichen Treffen, bei denen

es keine vergeudete Minute, doch stets frische Jause gab. Über die Monate

hinweg entwickelte sich das Layoutieren zu einem Wettlauf mit der Zeit, denn

Patricias Schaffen ist pausenlos.

Simona Obholzer, Bildbearbeitung

Matura in Grafik und Kommunikationsdesign,

Studium der bildenden Kunst (Video und Videoinstallation) an der Akademie der bildenden Künste Wien


352

Dieses Blatt steht Ihnen für

Ihre persönlichen Eintragungen

Ihrer Kunstsammlung zur Verfügung.


Werkstitel Jahr Maß Bemerkung


354


H E R Z

l i c h e n

DA N K


356


Die alltäglichen Dinge kleben oft an mir, binden mich,

deshalb müssen mir Flügel wachsen, zumindest im Kopf.

Beginnen will ich immerzu ...

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