2019/19 - unternehmen U67

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten

Ausgabe 67 | Mai 2019 | 3,00 €

6 03031287914

7

Zwei mit

Bodenhaftung

Julian und Philipp Utz führen in vierter Generation

den gleichnamigen Ulmer Bauchemiehersteller. Ihre

Produkte werden leichter, ökologischer und klüger.

DATENSCHUTZ

Warum die Umsetzung der

DSGVO so schwierig ist.

Seite 6

ENERGIEWENDE

Wie Firmen mit neuen Konzepten

CO 2

und Kosten sparen.

Seite 28

UMFRAGE

Führungskräfte erzählen, was

ihnen Musik bedeutet.

Seite 42


2

Brummen

ist einfach.

Weil wir den Motor der

Wirtschaft am Laufen halten.

In Deutschland und an

64 Standorten weltweit.

sparkasse.de


unternehmen [!] inhalt 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

kaum flaut die Konjunktur nach neun Jahren ununterbrochenen

Wachstums ein bisschen ab,

schon werden die Rufe nach staatlichen Konjunkturprogrammen

laut. Wirtschaftliche Strohfeuer

braucht aber kein Mensch. Vielmehr sollten Landes-

und Bundesregierung die Infrastruktur zukunftsfähig

machen und vor allem für eines sorgen:

verlässliche Rahmenbedingungen. Dann entfalten

Familienunternehmen wie der Bauchemiehersteller

Uzin Utz von ganz alleine ihre Stärken,

wie unser Titelinterview mit Julian und Philipp

Utz (Seite 10) zeigt.

Wie sehr der Staat mit überbordender Regulierung

Betriebe lähmt, zeigt unser Erfahrungsbericht

ein Jahr nach Einführung der DSGVO (Seite

6). Die Herausforderungen für Unternehmen

sind vielfältig. Welche Lösungen sich Firmen einfallen

lassen, um CO 2

-frei zu produzieren und

Kosten zu sparen, beschreibt unser Artikel „Mittelstand

unter Strom“ (Seite 28). Er folgt wie auch

unser Führungsthema „Der unsichtbare Elefant“

(Seite 32) dem Ansatz, Ihnen Impulse zu geben

und Sie mit Ideen aus der Praxis zu inspirieren.

Ich wünsche Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

spezial

6 Ein Jahr DSGVO

Wie sehr die neuen Regeln

die Unternehmen hemmen

34 Automat wird Kiosk

Kassenlose Shops und guter Kaffee –

die Vending-Branche boomt

titelthema

10 Familie mit fester Verbindung

Im Gespräch mit Julian und Philipp Utz

verantworten

20 Verzweifelte Personalsuche

Zeitarbeit: Im Ringen um Personal

sind neue Ideen gefragt

28 Mittelstand unter Strom

Wie Firmen die Energiewende angehen

machen

26 Mehr als ein Deko-Laden

Anna Sonntag ist mit einem ungewöhnlichen

Einzelhandelskonzept auf dem Land

erfolgreich.

40 Erhellende Konzepte

Wintermayr Energie aus Ulm lässt Firmen ein

Licht aufgehen und hilft, Kosten zu sparen

führen

32 Der unsichtbare Elefant

Neun Motivationskiller und wie

Führungskräfte diese vermeiden können

finanzieren

36 Der Preis ist heiß

Was beim Firmenverkauf zu beachten ist

leben

42 Mach mal lauter

Umfrage: Sechs Führungskräfte erzählen,

was ihnen Musik bedeutet

namen & nachrichten

4 Quo vadis Ulmer Handel?

4 Liebherrs Umsatz wächst in die Höhe

5 IHK-Chefin Breuning unangreifbar

5 Ja zu schnellem Netz

5 Neuanfang für Höhn

24 Neues High-Tech-Warenlager bei Aerotec

39 Vorlesung auf dem Reitplatz

46 Abgasfreie Lieferdienste

46 Impressum

06

20

32

28

42


4 namen & nachrichten unternehmen [!]

Quo vadis Ulmer Handel?

Innenstadt Der Drogeriemarkt-Unternehmer Erwin Müller überrascht mit seinen Plänen für

das Haushaltswarengeschäft Abt. Und Systemgastronomen ersetzen Geschäfte.

Erwin Müller hat Wort gehalten.

Als der Chef von mehr als 800

Drogeriefilialen und rund

34.000 Mitarbeitern im August

2017 das alteingesessene Haushaltswarengeschäft

am Münsterplatz

völlig überraschend

überahm, kündigte er an: „Das

wird nicht die letzte Überraschung

gewesen sein.“ Die folgte

nun: Abt verlässt den Münsterplatz.

Das Geschäft, das 1879

als Eisenwarenhandel startete

und vielen Ulmer als eine Institution

des Handels gilt, zieht in

die Hirschstraße, die Ulmer Einkaufsmeile.

Dort ist in Folge von

Insolvenz das Modeunternehmens

K+L ausgezogen. Das Gebäude

gehört, wie auch das

Stammhaus von Abt und das angrenzende

Grundstück, dem

Milliardär Müller. Ob es – einen

Steinwurf vom Münster entfernt

– zu einem Neubau oder

einer Kernsanierung kommt,

und wie die Immobilie künftig

genutzt wird, bleibt offen.

Ohnehin verändert sich derzeit

viel in der Innenstadt. Um

den Bau der Bahnhofspassage

und das Wohn- und Handelsprojekt

Sedelhöfe voranzubringen,

hat die Stadt die Friedrich-Ebert-Straße

stadtauswärts

gesperrt. Die Händler fürchten

in Folge der vielen Baustellen,

dass die Frequenz auswärtiger

Kunden weiter sinkt. In Ulm

schreitet derweil ein Trend voran,

dass beim Auslaufen von

Mietverträgen die Eigentümer

die Mieten kräftig erhöhen. Die

Folge: Systemgastronomie-Ketten

wie Vapiano und der Burger-Bratkette

„Hans im Glück“

verdrängen Läden. Das schürt

bei Bewohnern die Sorge, dass

die Innenstadt zu einer Partyund

Fressmeile wird. [!] amb

FOTO: @SAATON/SHUTTERSTOCK.COM

Das Haushaltswarengeschäft Abt mit seinen 5000 Quadratmetern

Verkaufsfläche und 100 Mitarbeitern ist eine Institution in Ulm.

Liebherrs Umsatz wächst in die Höhe

Auch auf der Bauma ein Hingucker: Die Fahrzeugkrane der Liebherr-Werke

Ehingen GmbH. [!].

Foto: Liebherr

Bauma Alle vier Jahre findet sie

nur statt: die Baumaschinenmesse

(Bauma) in München.

Der Andrang von Firmen aus aller

Welt ist so groß, dass selbst

die autobahnnahen Hotels in

Ulm in diesem Zeitraum ausgebucht

sind. Der „Messestand“

von Liebherr gehört zu den Hinguckern

der Bauma. Auf der

Größe von zwei Fußballfeldern

zeigte der Baumaschinenhersteller

Krane, Bagger und monströse

Schaufeln.

Schon bisher arbeitet beispielsweise

das Liebherr Werk

Ehingen an der Kapazitätsgrenze.

„Wir sind aktuell bei etwas

über 2000 Einheiten pro Jahr,

wir sind an der Oberkante“, sagte

Geschäftsführer Herbert

Hummel, der die Produktion

verantwortet. Aus München kamen

die Liebherr-Tochtergesellschaften

mit prall gefüllten Auftragsbüchern

zurück.

Im vergangenen Jahr steigerte

der familiengeführte Mischkonzern

mit Sitz im schweizerischen

Bulle, dessen elf Geschäftsfelder

von der Raumfahrt

über Baukrane bis hin zu Hausgeräten

reichen, seinen Umsatz

um 7,5 Prozent auf 10,6 Milliarden

Euro. Er erreichte damit

erstmals einen zweistelligen

Milliardenwert. Für Forschung

und Entwicklung gab er 586 Millionen

Euro aus.

Die Zahl der Beschäftigten

wuchs um 2300 auf rund 46.200.

Weltweit größter Standort – gemessen

an der Kopfzahl – ist das

Werk in Ehingen. Hier werden

mit mehr als 3400 Mitarbeitern

Fahrzeugkrane gefertigt. Auf

Platz zwei kommt Biberach.[!]

rei/amb


unternehmen [!]

namen & nachrichten

5

IHK-Chefin Breuning will unangreifbar sein

IHK Region Stuttgart Kaum

hatte die Vollversammlung der

IHK Region entschieden, die

Mitgliedsbeiträge um 24 Prozent

zu senken, hat sich eine Debatte

über die Deutungshoheit

entsponnen. Die Kammer-Rebellen,

die sich in der „Kaktus-Initiative“

zusammengeschlossen

haben, sehen die Senkung

als ihren Erfolg. Sie rufen

weitere Unternehmen auf, gegen

die Beitragsbescheide Widerspruch

einzulegen. Beim

Verwaltungsgericht Stuttgart

sind ohnehin bereits rund 60

Klagen anhängig. Diese zielen

auf die Höhe der Risikorückstellung

und damit mittelbar auf die

Höhe der Beiträge. Die IHK in

Stuttgart hatte zuletzt bei einem

Budget von 40 Millionen Euro

eine Risikorücklage von 19 Millionen

Euro gebildet. Das ist um

ein Vielfaches höher als bei anderen

Kammern. Das Verwaltungsgericht

erklärte die Haushaltsführung

der IHK für die

Jahre 2012 bis 2016 sowie die

Beitragsbescheide für rechtswidrig.

Die Begründung: Die

IHK habe rechtswidrig Vermögen

gebildet. Diese ruft nun angesichts

unterschiedlicher Urteile

in den unteren Instanzen

den Verwaltungsgerichtshof in

Mannheim an.

IHK-Präsidentin Marjoke

Breuning sieht die Kammerrebellen

nicht als Sieger. Bereits

2018 seien die Beiträge gesenkt

worden. Es gehe mit der jetzigen

Entscheidung darum, künftige

Beitragsbescheide unangreifbar

zu machen. Positive

Folge für die IHK-Mitglieder, sie

werden um 8,5 Millionen Euro

entlastet. [!]

amb

IHK-Präsidentin

Marjoke Breuning.

Foto: Werner Kuhnle

Suche nach

der Balance

Kreissparkasse Die Banken leiden

unter den Dauerniedrigzinsen

und der „überbordenden

Regulatorik“ der EU. Das geht

der Kreissparkasse Göppingen

nicht anders. Deren Vorstandsvorsitzender

Hariolf Teufel

zeigte sich zufrieden, dass das

Institut seine führende Marktstellung

behauptet habe. Als Zukunftsaufgabe

bezeichnete er,

die richtige Balance

zwischen

stationärem

und digitalem

Hariolf Teufel

Vorstandschef

Kreissparkasse

Göppingen

Bankgeschäft

zu finden. Die

Bilanzsumme

legte leicht

auf 5,95 Milliarden

Euro zu.

Die Kundeneinlagen kletterten

um rund 190 Millionen Euro auf

4,1 Milliarden Euro. Die Kredite

blieben mit 4,4 Milliarden

Euro nahezu konstant. Der Zinsüberschuss

sank im Vergleich

zum Vorjahr um 7,1 auf 97,4 Millionen

Euro. [!]

su

Opti investiert

bei Mahler

Möbel Bei Möbel Mahler in

Neu-Ulm hat Anfang April der

neue Mehrheitseigentümer des

Möbelhandels, Opti Wohnwelt

(Niederlauer), die Regie übernommen.

Seitens der Familiengesellschafter

sieht Oliver Föst

im früheren Mutschler-Standort

enorme Chancen: „Wir haben

genügend Kapazität, um dieses

Potenzial zu heben.“ Es gibt ein

Investitionspaket mit mehreren

Millionen Euro. In der ersten

Etage zieht ein „SB-Megastore“

ein. Die Neueröffnungen sind

zum verkaufsoffenen Sonntag

Anfang Mai geplant. Opti hält

die Mehrheit an der neuen Betreibergesellschaft

Möbel Mahler

Opti Wohnwelt – mit Zugang

zum Einkaufsverbund Union/

VME. Mahler behält einen Minderheitsanteil.

Michael Mahler

sagte, Opti sei der Wunschpartner

gewesen. Die neue Betreibergesellschaft

hat alle 250 Mitarbeiter

und den Warenbestand

übernommen. Mahler bleibt Eigentümer

der Immobilie mit

nunmehr 16 Mietern. [!] kö

Ja zu schnellem Netz

Breitband Im Südwesten haben

viele Mittelständler ihren Sitz in

ländlichen Gewerbegebieten.

Doch genau diese gelten als Internet-Diaspora.

In der IHK Region

Stuttgart haben 173 von 179

Kommunen zugesagt, dem

Zweckverband „Gigabit“ zum

Ausbau der Breitbandversorgung

beizutreten, vier Städte

sind noch offen. Göppingen

lehnt den Beitritt ab, weil die

Stadt keinen Handlungsbedarf

sieht. In der Gemeinde Wangen

gibt es Bedenken gegen interkommunale

Zweckverbände.

Dessen Ziel lautet: Bis Ende

2022 sollen 90 Prozent aller Firmen

in Gewerbegebieten ans

schnelle Internet angeschlossen

sein, bis 2025 die Hälfte der

Haushalte und alle Schulen. Das

Investitionsvolumen beträgt 1,6

Milliarden Euro. [!] dgr

Neuanfang für Höhn

Druckerei Die Insolvenz des Ulmer

Verpackungsspezialisten

Höhn im September hat viele

überrascht. Jetzt geht es in kleinerem

Umfang weiter. Der Spielehersteller

Ludo Fact aus Jettingen-Scheppach

übernimmt

den Höhn-Standort im Donautal

in Ulm und 110 Mitarbeiter.

Höhn beschäftigte zuvor rund

200 Mitarbeiter. Rund 40 Beschäftigte

wechselten im Zuge

der Insolvenz in Eigenverwaltung

in eine Transfergesellschaft.

Die Ulmer Firma war auf

Verkaufsaufsteller spezialisiert

und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz

von 25 Millionen

Euro. Die zur HW-Gruppe von

Horst Walz zählende Ludo Fact

erweitert mit Höhn ihr Produktportfolio

um Displays und Verpackungen

wie Faltschachteln.

Die Firmengruppe beschäftigt

an sieben Standorten 650 Mitarbeiter.

[!]


6

spezial unternehmen [!]

Statt der Patienten werden

jetzt die Daten gepflegt

DSGVO Seit einem Jahr gibt es die EU-Verordnung. Verantwortliche in Unternehmen ärgern

sich über praxisfremde Vorgaben und stöhnen über die Belastung.

Die

Anforderungen

der DSGVO sind

riesig, der Nutzen

ist gering.

Michael Schempf

Nova Clinic Biberach

Die DSGVO nervt alle.

Uns und unsere Patienten.“

Michael Schempf

ist Facharzt für Orthopädie

und Unfallchirurgie in der

Nova Clinic in Biberach. Das

Krankenhaus hat vor Inkrafttreten

der Verordnung seine Website

aktualisiert, Formulare für

Patienten erstellt, zwei neue

Rechner und Scanner angeschafft.

Kosten: rund 5000 Euro.

„Wir haben es gerade so zum 25.

Mai 2018 geschafft“, erinnert

sich Schempf. Zu diesem Datum

ist die EU-Datenschutzgrundverordnung

in Kraft getreten.

Für viele Unternehmen ein

Kraftakt bis heute.

Auch in der Klinik ist keine

Ruhe eingekehrt. „Die Anstrengungen,

die Anforderungen der

DSGVO Tag für Tag einzuhalten,

sind riesig, der Nutzen ist

gering“, ärgert sich der Arzt.

„Weder bei unserer Belegschaft

noch bei den Patienten ist die

Akzeptanz gegenüber diesem

Bürokratie-Monster hoch.“ Zudem

seien bizarre Blüten ent-

Die DSGVO bedeutet für

Arztpraxen für viel Arbeit.

FOTO: © ALTRENDO IMAGES / GETTY IMAGES


unternehmen [!] spezial 7

standen: So darf er zum Beispiel

im Flur nicht mehr laut den Namen

eines Patienten sagen. Das

widerspricht der Verordnung.

Schempf ist aber nicht grundsätzlich

gegen Datenschutz, im

Gegenteil: „Bei medizinischen

Daten handelt es sich um sehr

sensible Daten.“ Die DSGVO

aber ist für ihn ein „riesiges, theoretisches

Konstrukt“ mit Anforderungen,

die im Arbeitsleben

nicht umsetzbar seien.

Die Verärgerung in der Nova

Clinic über die Folgen der europaweiten

Verordnung ist keine

Ausnahme. Kaum ein Betrieb in

der Region, in dem nicht geschimpft

wird. „Die DSGVO

stellt für viele Unternehmen

eine enorme personelle und finanzielle

Belastung dar“, bestätigt

Cynthia Krauss von der Industrie-

und Handelskammer

Ulm (IHK Ulm). Insbesondere

kleinen Unternehmen fehlten

oft die Kapazitäten, ihre Prozesse

entsprechend der DSGVO

umzustellen. Vor allem die Gewährleistung

der sogenannten

Betroffenenrechte – vom Auskunfts-

über das Widerspruchsrecht

bis hin zur Datenlöschung

– und die Ausweitung

der Informations- und Dokumentationspflichten

erforderten

enormen technischen und organisatorischen

Aufwand. Die Bestellung

eines externen betrieblichen

Datenschutzbeauftragten

kann zudem hohe Kosten verursachen.

Krauss: „Darüber hinaus

bedeutet die DSGVO für Unternehmen

eine große Unsicherheit

im Arbeitsalltag, weil viele

Fragen ungeklärt sind.“

Seit 2016 veranstaltet die IHK

Ulm Infoveranstaltungen und

Workshops, gibt Merkblätter

und individuelle Beratungen.

Die Kammer weist bereits jetzt

auf das nächste Vorhaben der

Dabei darf

keine

einseitige

Überregulierung

stattfinden.

Otto Sälzle

IHK-Hauptgeschäftsführer

EU hin: die E-Privacy-Verordnung.

Die soll die DSGVO für

Telefonate, Internetzugang,

Messenger-Dienste und E-Mails

ergänzen. IHK-Hauptgeschäftsführer

Otto Sälzle: „Einerseits

soll ein hohes Datenschutzniveau

gewährleistet werden, auf

der anderen Seite dürfen die Regelungen

jedoch nicht dazu führen,

dass funktionierende Geschäftsmodelle

und Innovationen

beeinträchtigt werden. Es

darf keine einseitige Überregulierung

stattfinden.“

Die Pluta Rechtsanwalts

GmbH aus Ulm hatte schon im

Mai 2017 begonnen, Verzeichnisse

zu erstellen, die Homepage

und die Programme zu ändern

und die Mitarbeiter an 40

Standorten zu schulen. Neben

dem vorgeschriebenen externen

Datenschutzbeauftragten stellte

man eine Juristin als interne

Datenschutzbeauftragte ein. Geschäftsführer

Michael Pluta,

Fachanwalt für Insolvenzrecht

und vereidigter Buchprüfer in

der Zentrale in Ulm, beziffert

die Kosten dafür auf „mehr als

250.000 Euro“. Hinzu kämen

jährlich rund 120.000 Euro: „Wir

Ihre zielsichere Mannschaft

für Datenschutz und

Informationssicherheit!

EU-DSGVO

Datenschutzgrundverordnung

Schulungen

DATA-S \ Ulm \ 0731 8023688 \ info@data-s.de


8

spezial unternehmen [!]

Ab wann haftet die Kanzlei als Berater oder Verwalter für ihre Klienten? Die DSGVO sorgt bei Anwälten

für Verunsicherung.

Foto: © New Africa/Shutterstock.com

haben 24 Merkblätter und

Handlungsanweisungen, alle

zwingend vorgeschrieben, mit

146 Seiten.“ Viele verwendete

Begriffe seien nicht alltäglich,

was bei Kunden „zu großer Unsicherheit

und damit zu vielen

Rückfragen bei uns führt“. Pluta

beklagt, dass in der DSGVO „alles

verboten ist, was nicht erlaubt

ist“. Der Strafrahmen sei

vage – „von Null bis existenzgefährdend“.

Der Alltag der Rechtsanwälte

und ihrer Mitarbeiter hat sich

verändert: Der Datenzugriff

wurde beschränkt, Betriebs-Handys

und -Notebooks

dürfen nur noch geschäftlich benutzt

werden, E-Mail-Weiterleitungen

auf private Mitarbeiter-Accounts

wurden abgestellt.

„Bei der Ausübung unseres Berufes,

bei Beratung, Sanierung

und Insolvenzverwaltung, haben

wir aber die größeren Probleme“,

sagt Pluta. So sei unklar,

ab wann die Kanzlei als Berater

oder Verwalter haftet. Pluta ist

von der Politik enttäuscht, kritisiert

an der Verordnung, „dass

sie uns mit unangemessenen

existenzgefährdenden Strafen

droht, wenn wir auch nur im

Kleinen nicht das machen, was

es von uns fordert“. Er mahnt

Korrekturen an, „damit der

wichtige Datenschutz akzeptiert

bleibt“.

Laut dem Branchenverband

Bitkom hat etwa jedes vierte

Unternehmen in Deutschland

die Regeln der EU-DSGVO noch

In der

Verordnung

steht nirgends,

wie man vorgehen

muss.

Uwe Kirchhoff

Gründer der Copitos

nicht vollständig umgesetzt.

„Die Bilanz ist ernüchternd“,

konstatiert Susanne Dehmel,

Bitkom-Geschäftsleiterin Recht

und Sicherheit. „Vielen ist offenbar

erst im Laufe der Prüfung

und Anpassung ihrer Prozesse

bewusst geworden, was

für einen Nachholbedarf sie

beim Datenschutz haben.“ Uwe

Kirchhoff, Gründer der Softwarefirma

Copitos mit Sitz in

Berg (Landkreis Ravensburg):

„Und diese Prozesse sind noch

lange nicht abgeschlossen. Gerade

größere Unternehmen, die

über viele Silos mit schützenswerten

Kundendaten verfügen,

sind dabei, Procedere aufzusetzen

beispielsweise für das Löschen

von Daten.“ Die Zahl der

Kunden, die das wünschen, steige.

„Dann muss man wissen, wo

Daten des Kunden liegen und

wie man die löscht“, erklärt

Kirchhoff. Es gibt zwar Tools dafür,

die wie ein Staubsauger

über die Datenteppiche fahren,

aber nicht immer ist deren Anwendung

technisch möglich.

Zudem sind solche Programme

nicht billig. Kirchhoff: „Und

Rechtssicherheit gibt es auch

nicht, denn in der Verordnung

steht nirgends wie man vorgehen

muss, um auf der sicheren

Seite zu sein.“ Deswegen bliebe

vielen Firmen als Ultima Ratio

nur „per Hand zu löschen“. Er

rät deswegen, früher anzusetzen

– durch die Anonymisierung

von Personendaten: „Aus

Luise Müller wird dann XYZ.

Damit habe ich als Firma schon

eine Menge im Sinne der

DSGVO getan.“

Das IT-Beratungs- und

Dienstleistungsunternehmen

DXC Technology hatte sich bereits

frühzeitig auf Datenschutz-Compliance

und seit

2014 auf die bevorstehende Einführung

der DSGVO vorbereitet.

Aus gutem Grund. Carsten

Weinholdt, Leiter Datenschutz

weltweit: „Die Einhaltung von

Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen

Kodizes ist für uns unternehmensintern

wichtig, aber

auch für unser Geschäftsmodell.“

Man arbeite nicht nur unter

dem Damoklesschwert des

Gesetzgebers, der bei Verstößen

drastische Strafen androht, sondern

auch unter dem des Vertragsrechts:

„Als Lieferant von

Dienstleistungen für unsere

Kunden könnten wir ebenso

haftbar gemacht werden, wenn

wir gegen die DSGVO verstoßen.“

Der eigene fünfstufige

Life-Circle-Prozess von DXC

gilt als vorbildlich: Im ersten

Schritt wird nach neuen rechtlichen

Richtlinien geschaut, im

zweiten eine Risiko-/Gap-Analyse

durchgeführt, um zu sehen,

wo im System es eventuell Lücken

gibt. Der dritte Schritt in

diesem Kreislauf: Identifizierung

von möglichen Maßnahmen,

diese Lücken zu schließen.

Vierter und fünfter Schritt: Lücken

schließen und regelmäßige

Kontrolle des Systems. Weinholdt:

„Dieses Modell kann jede

Firma, jeder Verein, jede Arztpraxis

unabhängig von der Größe

nutzen.“ Der DXC-Manager

stellt aber auch klar: „Datenschutz

ist ein evolutionärer Prozess.

Man ist nie fertig, sondern

muss sein Compliance-Management

immer weiterentwickeln.“

[!] Jürgen Hoffmann

Bei Nichteinhaltung drohen Strafen

Die DSGVO zielt auf den

Schutz personenbezogener

Daten. Zu den wichtigsten Regeln

gehören das Douple-Opt-

In, also die ausdrückliche Zustimmung,

bei Newsletter-Anmeldungen,

das Widerrufsmanagement

für Datenprozesse

und die richtige Datenschutzerklärung

auf der Website. Es

muss ein Datenschutzbeauftragter

benannt und ein Verzeichnis

der Verarbeitungstätigkeiten

angelegt werden. Alle

mit Datenverarbeitung verbundenen

Prozesse müssen

dokumentiert werden. Aufzulisten

sind die Seminare, die

die Verantwortlichen besucht

haben, ebenso die Verträge

mit IT-Dienstleistern. Bei

Nicht-Einhaltung der DSGVO

drohen Strafen, von zwei bis

vier Prozent des weltweiten

Unternehmensumsatzes oder

zehn bis 20 Millionen Euro.


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10

titelinterview unternehmen [!]

Zur Person

Julian Utz (38, verheiratet)

wuchs in

Ulm auf. Er studierte

Volkswirtschaft an

der Uni Zürich, bevor

er dort beim Bankhaus

Sal. Oppenheim

seine berufliche

Karriere startete.

Zum 100-jährigen

Bestehen 2011 stieg

er ins Familienunternehmen

ein. Dort

leitete er sechs Jahre

lang die Tochtergesellschaft

Wolff (Ilsfeld),

einen Hersteller

von Maschinen zur

Bodenbelagsentfernung.

Seit 2018 ist er

Vorstandsmitglied. In

seiner Freizeit nutzt

er das firmeneigene

Fitnessstudio. Zu seinen

Hobbys gehören

Hockey, Mountainbike-Fahren,

Skifahren

und Motorsport.

Auf Rennstrecken

fährt er einen VW

GTI Clubsport S. Mit

seiner Frau reist er

gerne und genießt

die Nähe zu Donau,

Alpen und Bodensee.

Die Vorstandsmitglieder Julian (links) und Philipp Utz führen die Uzin Utz AG. Das traditionsreiche Familienunternehmen

Familie mit

fester Verbindung

Uzin Utz Ihr Vater Werner Utz ließ ihnen viel Zeit: Seit vergangenem Jahr

leiten seine Söhne Julian und Philipp den Ulmer Bauchemiehersteller.

Ein Gespräch über eine gelungene Nachfolge, den Fachkräftemangel

ihrer Kunden und warum Uzin-Produkte intelligenter werden müssen.


unternehmen [!] titelinterview 11

Zur Person

stellt Produkte für das bodenverlegende Handwerk her – aber nicht die Bodenbeläge.

Ihr Vater hat das Unternehmen geprägt. Jetzt stehen

Sie selbst an der Spitze. Was geht in Ihnen vor?

Julian Utz: Es ist eine große Verantwortung. Wir waren

uns beide bewusst darüber, dass wir Terrain betreten,

in dem unser Vater große Fußspuren hinterlassen

hat. Das Schöne an der Konstellation ist ja

aber, dass wir beide mit diesen Strukturen aufgewachsen

sind.

Fotos: Marc Hörger

Wie meinen Sie das?

Philipp Utz: Das Unternehmen war schon immer ein

Teil unseres Lebens. Unser Vater hat uns oft zu Veranstaltungen

mitgenommen. Wir haben zu Hause

viel über Geschäftliches gesprochen, auch lange bevor

wir uns dazu entschlossen haben, selbst ins Unternehmen

einzutreten. Ohnehin hat uns unser Vater

viel Vorbereitungszeit gelassen bis zu der Frage,

ob wir selbst die Führung des Unternehmens übernehmen

können und wollen.

Wann haben Sie das Unternehmen zum ersten Mal

bewusst wahrgenommen?

Philipp Utz: Das war auf einer Firmenfeier. Wir waren

damals vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Mein

Vater hatte rund 50 Mitarbeiter zu einem Gartenfest

eingeladen. Fragen Sie mich nicht, wie es dazu gekommen

ist, aber ich habe auf diesem Fest meine

erste Rede gehalten. Aus irgendeinem Grund habe

ich die Initiative ergriffen. Für mich war das der Moment,

in dem ich zum ersten Mal eine Vorstellung

Philipp Utz (38, verheiratet,

zwei Kinder)

ist leidenschaftlicher

Läufer. Seine Marathon-Bestzeit

liegt

bei 3:15 Stunden.

Wie sein Bruder und

seine Schwester –

die drei sind Drillinge

– wuchs er in Ulm

auf. Er schloss 2007

sein Studium an der

Uni Regensburg als

Diplom-Kaufmann

ab und arbeitete

zunächst drei Jahre

für die Strategieberatung

Kerkhoff Consulting

in Düsseldorf.

2011 trat er ins Familienunternehmen

ein.

Sein Weg führte ihn

über eine englische

Uzin-Tochter als

Geschäftsführer in

die USA und später

zum Würzburger

Parkettspezialisten

Pallmann. 2018 stieg

er in den Vorstand

auf. Wie sein Vater

und sein Bruder ist er

Motorsportfan und

nutzt dazu einen 430

PS-starken Lotus.


12

titelinterview unternehmen [!]

„Wir haben von kleinauf

unterschiedliche Schulen

besucht. Jeder von uns

hatte die Chance, seinen

Freundeskreis aufzubauen.

In einer Drillingskonstellation

ist das wichtig“,

sagt Julian Utz.

davon hatte, dass wir Teil dieses Familienunternehmens

sind und eines Tages vielleicht eine Nachfolge

anstehen könnte.

Wie sehr fühlten sie sich in der Pflicht?

Julian Utz: Unsere Eltern haben uns absolut freie

Hand gelassen, was die Berufs- und Arbeitgeberwahl

anging. Natürlich hatten wir im Hinterkopf, dass ein

Familienunternehmen da ist.

Wann wussten Sie, dass Sie einsteigen wollen?

Philipp Utz: Nach dem Studium sind

wir beide bewusst zunächst eigene

Wege gegangen. Keiner von uns

wollte direkt ins Familienunternehmen

einsteigen. Unser Einstand

wurde 2010 mit den Vorbereitungen

zum 100-jährigen Firmenbestehen

konkret. Für uns als Familienverbund

war das ein guter Zeitpunkt,

um ein Signal – nach innen

wie nach außen – zu senden.

Wie ist das Verhältnis unter Geschwistern, wenn

man als Drillinge auf die Welt kommt?

Julian Utz: Das ist für uns schwierig zu beurteilen.

Wir kennen es nicht anders. Zwischen uns beiden

gab es nie die Frage, wer der große oder kleine Bruder

ist. Uns trennen ohnehin nur Minuten. Was meine

Eltern aber meiner Meinung nach sehr clever gemacht

haben: Sie haben unsere Schwester ein Jahr

vor uns Jungs eingeschult.

Das Loslassen

des Vorgängers

ist genauso wichtig

wie die Eignung des

Nachfolgers.

Warum?

Philipp Utz: Sie war uns in der Entwicklung voraus.

So ist sie gewissermaßen in die Rolle der großen

Schwester hineingewachsen. Unter uns Jungs gab es

nie eine Hierarchie. Wir haben von klein auf unterschiedliche

Schulen besucht. So hatte jeder die Chance,

einen eigenen Freundeskreis aufzubauen und sich

ein Stück weit unabhängig von den Geschwistern zu

entwickeln. Ich glaube, das ist in einer Drillingskonstellation

sehr wichtig.

Wie ist es mit dem Bruder ein Unternehmen

zu leiten?

Philipp Utz: Wir haben die Ressourcen

sehr klar aufgeteilt. Mein Bruder

hat die Bereiche Forschung

und Entwicklung, Produktion,

Recht und Personal übernommen.

Für die Unternehmensentwicklung

stehen wir gemeinsam in der

Verantwortung, weil das unserer

Meinung nach Aufgabe der Familie ist. Ich für meinen

Teil verantworte die Bereiche Vertrieb, Marketing,

Einkauf, Logistik und IT. Somit ist sowohl für

uns als auch für Mitarbeiter klar, wer jeweils Ansprechpartner

ist und entscheidet.

Julian Utz: Wir haben mit Heinz Leibundgut noch

ein drittes Vorstandsmitglied, der sich unter anderem

um die Finanzen, Compliance und die Tochtergesellschaften

kümmert.

Wie treffen Sie Entscheidungen im Vorstand?

Philipp Utz: Kommunikation, Information und Austausch

sind das A und O. Wir haben uns bewusst gegen

den Posten eines Vorstandsvorsitzenden entschieden,

den es die Jahrzehnte zuvor immer gegeben

hat. Dieser kann aus Kapazitätsgründen schnell

zu einem Engpassfaktor werden. Deshalb trifft bei

uns jeder in seinen Ressorts die letzte Entscheidung,

meist aber nach einer Diskussion zu dritt.

Uzin Utz ist eine 108-jährige Erfolgsgeschichte. Wie

groß ist der Druck, diese weiterzuschreiben?

Julian Utz: Wir beide haben das Ziel, eine fünfte Generation

hier willkommen zu heißen. Daher zeigt

unsere Ausrichtung nach vorne. Das Schöne an Familienunternehmen

ist, dass wir langfristig planen

können und nicht gezwungen sind, unsere Anleger

jedes Quartal mit Erfolgsnachrichten bei der Stange

zu halten. Wir haben eine langfristige Orientierung.

Das schätzen auch unsere Mitarbeiter sehr. Ja,

es lastet Verantwortung auf uns, doch die lässt sich

gut tragen. Denn wir wissen, dass unser Team auch

übermorgen noch mit uns gemeinsam für unsere

Kunden da ist und motiviert hochwertige Produkte

entwickelt und herstellt.

Viele Übergaben scheitern. Was macht die Familie

Utz anders?

Philipp Utz: Oft liegt das nicht an der nachfolgenden

Generation. Viel eher können Vorgänger – insbesondere

wenn sie die Gründer waren – oft nicht loslassen.

Dieses Loslassen ist aber mindestens genauso

wichtig, wie die Eignung des Nachfolgers.


unternehmen [!] titelinterview 13

Wie war das bei Ihrem Vater?

Julian Utz: Mein Vater war selbst die dritte Führungsgeneration.

Er hat diesen Prozess selbst durchlebt

und konnte sehr gut einschätzen, wann der richtige

Zeitpunkt ist, uns das Ruder zu übergeben.

Was trug noch zum Gelingen der Übergabe bei?

Julian Utz: Er hat sein Vertrauen in uns nach innen

und außen kommuniziert – an Mitarbeiter, Führungskräfte

und Kooperationspartner. Das ist einer der

größten Erfolgsfaktoren. Mein Vater hat zudem erkannt,

dass er als Aufsichtsratsmitglied noch immer

die Möglichkeit hat, im Unternehmen mitzuwirken,

nicht aus der ersten, aber aus der zweiten Reihe. So

kann er uns noch immer mit seiner Erfahrung zur

Seite stehen. Das nutzen wir.

Gab es zu Ihrem Einstieg eine Art Pflichtenheft?

Philipp Utz: Natürlich wurden wir mit Eintritt in

die Firma an unseren Leistungen gemessen. Mein

Aufgabengebiet war es damals, einen Business Plan

für unsere Tochtergesellschaft Wolf zu erarbeiten

und umzusetzen. Wolf stellt hochwertige Maschinen

und Werkzeuge für Bodenleger her.

Julian Utz: Es gab kein konkretes Pflichtenheft. Als

mein Vater noch Vorstandschef war, gab es allerdings

einen Aufsichtsratsvorsitzenden, der sich immer

wieder mit uns zusammengesetzt hat – auch

um unsere Persönlichkeiten kennenzulernen. In

meiner Wahrnehmung hatte er auch ein Auge darauf,

wie sich unsere berufliche Vita entwickelt. Hätte

er dabei kein gutes Gefühl gehabt, bin ich mir

sehr sicher, dass er das meinem Vater signalisiert

hätte.

Was war für Sie das Wichtigste im ersten Jahr an der

Spitze des Unternehmens?

Philipp Utz: Im ersten Schritt ging es darum, die Mitarbeiter

davon zu überzeugen, dass die neue Vorstandsstruktur

zukunftsweisend ist.

Julian Utz: Gleichzeitig haben wir übermittelt, dass

wir keine radikalen Änderungen anstreben, aber

doch unsere eigenen Akzente setzen werden. Dazu

fordern wir mehr Mitspracherecht in den einzelnen

Bereichen ein, als Vorstände das bisher getan haben.

Auf der anderen Seite wollen wir Mitarbeitern

mehr Freiheiten zugestehen.

Was haben Sie noch geändert?

Philipp Utz: Wir wollten auch mit Blick auf unsere

Arbeitgebermarke einheitlich auftreten und haben

deshalb entschieden, dass alle Gesellschaften der

Im ersten

Schritt ging

es darum, die

Mitarbeiter zu

überzeugen.

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14

titelinterview unternehmen [!]

In Folge des Fachkräftemangels

sind auf den

Baustellen mehr ungelernte

Arbeiter. „Für uns hat

das die Konsequenz, dass

unsere Produkte intelligenter

werden müssen“,

sagt Philipp Utz.

Gruppe von 2018 an unter Uzin Utz firmieren. Das

betraf vor allem die Tochtergesellschaften, die wir

innerhalb der vergangenen Jahre erworben haben.

Diese hatten aus der Historie heraus eine gewisse

Eigenständigkeit für sich beansprucht. Wir wollten

aber das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, auch

im Hinblick auf mögliche Standardisierungen und

eine stärkere Konzentration.

Ihr Geschäft läuft gut.

Was sind die Gründe?

Philipp Utz: Unsere Branche profitiert

von den niedrigen Zinsen an

den Finanzmärkten. Viele Menschen

investieren in ein Eigenheim

oder sanieren dieses. Auf der anderen

Seite haben wir aber seit Jahren

mit dem Fachkräftemangel zu

kämpfen.

Was hat das miteinander zu tun?

Julian Utz: Wir freuen uns über die gute Auftragslage,

aber nicht darüber, auf der Messe im Januar von unseren

Kunden zu hören, dass sie bis Ende des Jahres keine

neuen Aufträge annehmen können. Also ja, das Fahrwasser

ist gut. Aber wir sehen es durchaus kritisch,

dass sich das Handwerk so schwer tut, jungen Menschen

eine Perspektive in diesem Bereich aufzuzeigen.

Fachkräftemangel

auf

dem Bau verändert

die Ansprüche an

die Materialien.

Was können Sie dagegen tun?

Julian Utz: Dieser Trend zeichnet sich in Deutschland

seit dem Wegfall des Meisterzwangs 2004 ab. Genauso

lange investieren wir in die Entwicklung neuer Systeme,

die schneller und sicherer sind. So können unsere

Kunden in der gleichen Zeit die doppelte Fläche

an Boden verlegen.

Wie reagieren Ihre Kunden auf diesen Trend?

Philipp Utz: Sie geben mehr Aufträge an Subunternehmer

heraus, um Spitzen abzuarbeiten. Für uns hat das

die Konsequenz, dass unsere Produkte intelligenter

werden müssen. Also, dass etwa ein auf der Baustelle

anzumischendes Mehrkomponentenprodukt

ungelernten Kräften

anzeigt, wann es verarbeitungsbereit

ist. Es gibt viele Länder ohne

qualifiziertes Handwerk, wie wir es

aus Deutschland kennen.

Sondern?

Philipp Utz: Eine Ausbildung zum

Parkett- oder Estrichleger existiert

dort nicht. Stattdessen steht da ein Generalist, der

heute eine Wand hoch zieht und morgen den Boden

verlegt. Das verändert die Ansprüche an die eingesetzten

Materialien. An dieser Stelle versuchen wir,

durch Produktinnovationen einen Mehrwert zu generieren.

Warum tun Sie das?

Julian Utz: Es besteht die Gefahr, dass mit abnehmender

Qualifikation Handwerker im Ausland nicht

mehr die Vorteile von hochwertigen Materialien erkennen.

Dann gewinnt der Preis an Relevanz. Darüber

werden wir uns nicht positionieren – auch wegen

unserer Fertigungsstandorte in Industrieländern.


unternehmen [!] titelinterview 15

Sie haben 2018 Rekordumsätze erzielt, dennoch sank

der Gewinn. Woran liegt das?

Philipp Utz: Das hat mehrere Ursachen. Bei manchen

Rohstoffen sinkt die Zahl der Anbieter, das setzt den

Wettbewerb außer Kraft. Zusätzlich hatten manche

Lieferanten Kapazitätsprobleme, auch das ließ die

Kosten steigen. Durch den extrem trockenen Sommer

und den dadurch bedingten Ausfall des Schiffverkehrs

sind dann noch die Transportkosten in die

Höhe geschnellt.

Der Lkw-Transport ist doch aber nicht so viel teurer.

Julian Utz: Es geht nicht so sehr um die reinen Umstellungskosten

von Schiff auf Lkw. Das Problem liegt

darin, dass Firmen keine Fahrer mehr für die vielen

Transporte finden. Allein um unsere Transport-Bedarfe

zu decken, wären zusätzlich 500 bis 700 Fahrer

nötig gewesen. Nun ging es deutschlandweit vielen

Unternehmen so wie uns. In Summe hätte man

also tausende zusätzliche Lkw-Fahrer benötigt – nur

um den Ausfall in der Schifffahrt auszugleichen. Ein

weiteres Problem war, dass unsere Lieferanten keine

Rohstoffe erhalten haben, auch deren Produktion

stand zeitweise still. Und selbst als der Rhein wieder

genug Wasser führte, dauerte es noch einige

Tage, bis die gesamte Logistikkette wieder stand.

Firmen

finden keine

Fahrer mehr

für die vielen

Transporte.

Wo gibt es die meisten ungelernten Kräfte?

Philipp Utz: Im Grunde haben nur Deutschland, Österreich

und die Schweiz ein ähnliches Ausbildungssystem.

Dann flacht es ab. Schon in Frankreich sind

Handwerker weniger qualifiziert. Auch in den USA

oder in Großbritannien.

Was ist der Plan B, wenn es künftig längere Trockenzeiten

gibt?

Philipp Utz: Wir entwickeln alternative Rezepturen,

die nur Rohstoffe beinhalten, die auf anderen Wegen

als dem Wasser zu uns kommen können. Das betrifft

vor allem auch die Auswahl der Lieferanten.

Wenn deren Logistik unabhängig vom Wasserweg

funktioniert, sichert das auch unsere Produktion.

Julian Utz: Zudem denken wir mehr in Produktionsnetzwerken.

Künftig werden wir im Fall der Fälle,

Produktionskapazitäten spiegeln. Dann können gewisse

Produkte nicht nur in Ulm, sondern beispielsweise

auch in Polen hergestellt werden. Dort ist die

Lieferantenstruktur eine andere und viel weniger

vom Rhein abhängig als wir hier in Süddeutschland

– und wir werden in der Produktion flexibler.

Stichwort Innovation: Wie stark kann man sich mit

Spachtelmassen und Klebstoffen von Billigmarken

abheben?

Philipp Utz: Gerade bei Sanierungsprojekten gibt es

eine große Varianz an Anforderungen – etwa in Abhängigkeit

der Untergründe oder der Statik. Da

kommt es auf das Produkt selbst an, aber auch auf

die Aufbauempfehlungen des Herstellers, also auf


16

titelinterview unternehmen [!]

Seit mehr als 40 Jahren Branchenpionier in Sachen Nachhaltigkeit

Der Unternehmenssitz im Ulmer Donautal. Die Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung prüfen nicht nur die Qualität von

Spachtelmassen, sondern analysieren auch die Rohstoffe.

Fotos: Uzin Utz AG

Mit Waschmittel, Schuhcreme und Bodenreinigungsmittel

gründete der Urgroßvater

von Julian und Philipp Utz, Georg, das

Unternehmen in Wien. Das siedelte 1919

nach Ulm um und schuf mit der Marke Uzin

1948 den Grundstein fürs Klebstoffgeschäft.

Aus dem kleinen regionalen Anbieter von

damals hat sich ein Komplettanbieter fürs

bodenverlegende Handwerk entwickelt.

1997 wandelte die Familie das Unternehmen

in eine Aktiengesellschaft um. Uzin Utz ist in

48 Ländern vertreten, davon in 19 Ländern

mit eigenen Produktions- und/oder Vertriebsgesellschaften.

Seit mehr als 40 Jahren

engagierte sich das Unternehmen als

Branchenpionier in Sachen Umweltschutz.

2018 erwirtschaftete Uzin Utz mit 1268 Mitarbeitern

(davon 658 im Inland) einen Rekordumsatz

von 346 Millionen Euro. Das Ergebnis

der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

betrug 20,9 Mio. Euro (2017: 24,4 Mio. Euro).

Wir füttern

eine Datenbank

mit Ideen,

selbst wenn sie

heute noch

nicht umsetzbar

sind.

unsere Bauchemie-Expertise. Wir haben bei Uzin

Utz eine erstklassige Anwendungstechnik, die oft

schon bevor ein Produkt ausgewählt wird, mit den

Kunden im Kontakt ist und über den optimalen Systemaufbau

spricht. So können unsere Kunden ein

bestmögliches Ergebnis erzielen – und vermeiden

Reklamationen.

Sind Reklamationen ein so kritisches Thema?

Philipp Utz: Ja, weil kein Handwerker Zeit hat, zweimal

auf eine Baustelle zu fahren. Die Betriebe haben

keine Kapazität, keinen Puffer und kein Personal

für so etwas. Sie brauchen Produkte, die in verschiedenen

Kontexten tadellos funktionieren. Und

kein Handwerker will Ärger mit seinen Kunden.

Wie treiben Sie Produktinnovationen voran?

Philipp Utz: Wir haben ein sehr großes Portfolio an

Produkten. Von der Verlegung bis zur Pflege haben

wir alles für bodenverlegende Handwerker im Sortiment

– bis auf den Bodenbelag selbst. Unser Ziel

ist, Bodenverlegern zum Erfolg zu verhelfen. In diesem

Sinne haben wir verschiedene Innovationsstrategien

entwickelt. Zum Beispiel das Innovationsmanagement

von innen heraus, etwa mithilfe der

Informationen, die unser Vertrieb liefert und der

Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit ihren

mehr als 100 Mitarbeitern weitergibt.

Welchen Ansatz verfolgen Sie?

Julian Utz: Wir fragen uns: Was brauchen die

Handwerker? Welche Trends gibt es in Bezug auf

Materialen und Verlegetechniken? Wie entwickelt

sich der Markt und wie können wir uns positionieren?

Außerdem können wir durch die verschiedenen

Marken auf vielfältiges Know-how zurückgreifen

und selbst Trendsetter werden. Ein gutes

Beispiel ist unser neues Hydroblocksystem, eine

ökologische Feuchtsperre. Damit bieten wir unseren

Kunden einen Mehrwert, der zugleich den Endkunden

mit einem System begeistert, dass so bislang

nicht verfügbar war.

Was tun Sie noch?

Julian Utz: Wir füttern eine Datenbank mit Ideen

und Informationen, selbst wenn eine Lösung aus

heutiger Sicht noch nicht technisch umsetzbar ist.

Im Rahmen von „Innovationstagen“ beschäftigen

wir uns in regelmäßigen Abständen mit der Weiterentwicklung

dieses Fundus. Wir diskutieren

darüber, welche Ideen zielführend sind und welche

wir mittel- und langfristig in Angriff nehmen.

Darüber hinaus loten wir in verschiedenen Gremien

mit Vorlieferanten und Kunden Machbarkeit

und Marktchancen neuer Ideen aus.

Sie haben auch einen Kundenbeirat.

Philipp Utz: Wir haben einen Kundenbeirat pro

Marke – also insgesamt vier Gremien. In Deutschland

beteiligen wir so 100 Kunden an unseren Entwicklungsprojekten.

Ihr Input und Feedback in

sehr frühen Stadien ist uns wichtig. Sie helfen uns

dabei, dass wir die Produkte bis zur Marktreife

entwickeln.


unternehmen [!]

17

Haben Sie ein aktuelles Beispiel?

Julian Utz: Wir haben uns Nachhaltigkeit auf die Fahne

geschrieben, nicht nur im Sinne von Kontinuität

und Integrität in der Unternehmensführung. Auch

der Umweltaspekt ist uns wichtig. Uns geht es aber

nicht nur um Sicherheit und Ökologie wie bei unserem

Hydroblocksystem.

Sondern?

Julian Utz: Uns geht es nicht nur darum, dass die eingesetzten

Rohstoffe nachhaltig hergestellt werden,

sondern auch, dass unsere Produkte wieder- oder weiterverwertet

werden können. Ein Beispiel dafür sind

unsere Kunststoffkanister, für die wir gerade erst ein

Entsorgungsmanagement eingeführt haben.

Welche Vision steht dahinter?

Philipp Utz: Dass wir eines Tages keine Primärrohstoffe

mehr für Kunststoffkanister brauchen, sondern

neue Exemplare aus recyceltem Material hergestellt

werden können. Schon heute besteht der Großteil unserer

Kunststoffbehälter zu 100 Prozent aus recycelten

Materialien.

Um welche Größenordnung geht es?

Julian Utz: Wir werden Ende dieses Jahres allein am

Standort Ulm mehr als 700 Tonnen auf dieses Recyclat

umgestellt haben. Das entspricht einer Quote

von mehr als 75 Prozent. Bei unserem Begriff von

Nachhaltigkeit haben wir auch unsere Kunden im

Blick.

Was heißt das?

Philipp Utz: Unter unserer Marke Codex haben wir

ein neues Produkt für den Fliesenleger entwickelt.

In diesem Fall muss der Handwerker anstatt wie

„Wir wollen eines Tages

keine Primärrohstoffe

mehr für Kunststoffkanister

brauchen“, betont

Philipp Utz.

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18

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Im Gespräch: die Vorstandsmitglieder

des

Familienunternehmens

Julian (Mitte) und Philipp

Utz (re.) mit Alexander

Bögelein, Redaktionsleiter

unternehmen[!].

Das Interview führte

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Marc Hörger

bisher 25 Kilo nur noch 14 Kilo des Produktes auf die

Baustelle tragen, hat aber denselben Output. Auch

die Ressource Mensch muss geschützt werden.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit im eigenen

Unternehmen aus?

Philipp Utz: Im ökologischen Sinne etwa durch den

Ersatz zweier Diesel-Shuttles, die

früher zwischen Werk und Logistiklager

unterwegs waren. Seit

zwei Jahren fahren zwei Elektrofahrzeuge

diese Wege. Über eine

Induktionsschleife werden die

Akkus geladen, sobald die Fahrzeuge

an der Rampe stehen. Sie

können theoretisch 24 Stunden am

Tag genutzt werden. Zwar ist die

Anfangsinvestition deutlich höher, doch über eine

Laufzeit von 15 Jahren rechnet sich das Modell

durch wesentlich geringere Betriebskosten.

Sie wachsen stark, kommen Sie mit dem Einstellen

des Personals hinterher?

Julian Utz: Wir forcieren seit Jahren die Aus- und

Weiterbildung. So hatten wir bisher das Glück,

Die Elektro-

Shuttles

können theoretisch

24 Stunden am Tag

genutzt werden.

dass wir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen

Mitarbeiter mit den richtigen Qualifikationen für

uns gewinnen konnten. Zudem investieren wir seit

Jahren ins Employer Branding.

Julian Utz: Wir sind zum vierten Mal in Folge zum

besten Arbeitgeber unserer Branche gewählt worden.

Dadurch bekommen wir deutlich mehr Initiativbewerbungen,

als das noch

vor zehn Jahren der Fall war. So

können wir auch in Zeiten des angespannten

Arbeitsmarktes die

passenden Talente rekrutieren.

Wie strittig war es eigentlich,

das neue 20 Millionen teure

Werk der Marke Codex in Ulm zu

bauen?

Philipp Utz: Gar nicht. Wir haben uns bewusst

entschieden. Geographisch wären auch andere

Regionen vorstellbar gewesen, denn bei Fliesenklebstoffen

fallen hohe Transportkosten an. Doch

das ist für uns ein Bekenntnis zum Standort. Ulm

ist für uns nicht nur ein interessantes, gewinnbringendes

Unternehmensumfeld, sondern auch

Heimat.


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20

verantworten unternehmen [!]

Gute Kräfte sind kaum zu fassen. Den engen Arbeitsmarkt spüren vor allem die Branchen Logistik und Pflege.

Foto: © eyetronic - fotolia.com

Verzweifelte Suche

Arbeit Viele Zeitarbeitsfirmen brauchen dringend Arbeitskräfte. Nicht leicht in Zeiten der

Vollbeschäftigung. Neue Ideen sind gefragt.

Die Nachfrage ist größer

als das Angebot. Dennoch

verdienen immer

weniger Menschen im

Südwesten ihr Geld mit Zeitarbeit.

„Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen

Leiharbeiter

liegt in Baden-Württemberg

üblicherweise bei 2,4 bis

2,7 Prozent. Momentan ist dieser

Wert auf 2 Prozent gesunken“,

so Christian Rauch von

der Bundesagentur für Arbeit:

„Dies ist unter anderem auf das

seit 2011 anhaltende Beschäftigungswachstum

zurückzuführen.

Viele Arbeitgeber haben

Mitarbeiter aus der Zeitarbeit in

ihre Stammbelegschaft übernommen.“

Zugleich sei im verarbeitenden

Gewerbe, zum Beispiel in

der Automobilindustrie, eine gewisse

Zurückhaltung zu erkennen,

die aus konjunkturellen

Unsicherheiten resultiere.

„Denken Sie nur an den drohenden

Brexit, das Welthandelsklima

oder die Entwicklung in China.

Auch dieses Zögern schlägt

sich in der gesunkenen Zahl der

Zeitarbeitnehmer nieder“, sagt

Viele Arbeitgeber

haben

Zeitarbeiter in ihre

Stammbelegschaft

übernommen.

Christian Rauch

Regionalchef Agentur für Arbeit

Rauch. Für den baden-württembergischen

Regionalchef der

Agentur für Arbeit sind Leiharbeiter

nach wie vor in den Bereichen

Lager und Logistik sowie

im metallverarbeitenden

Gewerbe am meisten gefragt:

„Wachstum gibt es aber auch im

Gesundheitswesen. Insbesondere

im Pflegebereich nimmt die

Bedeutung von Zeitarbeit zu.“

Es ist schwer, geeignete

Mitarbeiter zu finden

Für Rauch besteht die Herausforderung

an Zeitarbeitsfirmen


unternehmen [!] verantworten 21

darin, verstärkt an geeignete

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

heranzukommen. Es werden

sowohl Hilfskräfte als auf

Hochqualifizierte gesucht. Die

Zahl der Zeitarbeitnehmer, die

ohne Berufsabschluss sind und

mit angelernten Tätigkeiten der

Soziale Medien

wie Facebook,

Xing und LinkedIn

spielen eine immer

wichtigere Rolle.

Martin Liebert

Verband Zeitarbeitsunternehmen

Zur Person

Arbeitslosigkeit entfliehen

möchten, liegt etwas über dem

Anteil von qualifizierten Facharbeitern.

Denn oftmals suchen

auch Experten und Spezialisten

durch Zeitarbeit den Wiedereinstieg

in die Arbeitswelt: „Es gibt

durchaus eine große Zahl von

Ingenieuren, die gar keine Festanstellung

in einem Unternehmen

anstreben. Statt

sich in Routinetätigkeiten

zu langweilen,

möchten sie zum Beispiel

von Projekt zu

Projekt in unterschiedlichen

Unternehmen

arbeiten.“

Ob ungelernt oder

überqualifiziert: Wie

können Zeitarbeitsfirmen

neue Arbeitskräfte

gewinnen?

Rauch: „In Zeiten

der Vollbeschäftigung

ist dies ganz sicher

nicht einfach

und es gilt sich mehrerer

Kanäle zu bedienen.

Auch wir

von der Agentur für

Arbeit organisieren

regelmäßig Zeitarbeits-Messen

oder Veranstaltungen,

bei denen sich Arbeitgeber

vorstellen.“

In der Tat haben große Zeitarbeitsfirmen

mittlerweile erkannt,

dass sie nicht mehr alle

Qualifikationen direkt vom

Markt rekrutieren können und

nutzen die Zeiten, in denen ihre

angestellten Zeitarbeitnehmer

nicht verliehen sind, um sie zu

schulen. Diese Weiterbildungsund

Qualifizierungsmaßnahmen

werden auch von der

Agentur für Arbeit unterstützt,

da Zeitarbeit ein ganz normales

Beschäftigungsverhältnis

darstellt. Rauch: „Da wir nach

dem Qualifizierungschancengesetz

jeden Arbeitgeber fördern

können, ist dies auch bei Zeitarbeitsfirmen

möglich.“

Und diese stehen vor dem

Hintergrund der Vollbeschäftigung

auch für Martin Liebert

vor neuen großen Herausforderungen.

Für den baden-württembergischen

Landesbeauftragten

des Interessenverbandes

Deutscher Zeitarbeitsunternehmen

gehören ganz klar

neue Formen der Rekrutierung

von Zeitarbeitnehmern dazu.

„Die Frage, woher man neue Bewerber

bekommt, ist derzeit ein

ganz großes Thema, das viel

Kreativität erfordert. Hier spielen

soziale Medien wie Facebook,

Xing und LinkedIn eine

immer wichtigere Rolle“, sagt

Liebert.

Und auch die

jüngsten Zeitarbeits-Reformen

wie

eine Höchstüberlassungsdauer

von 18

Monaten bedeuten

massiv verschärfte

gesetzliche Rahmen-

Martin Liebert ist

Landesbeauftragter

des Interessenverbandes

Deutscher

Zeitarbeitsunternehmen.

Er ist Mitglied

der Tarifkommission

und für den Personaldienstleister

Allgeier Experts

Pro tätig.

bedingungen. Vor

drei Jahren hat der

Bundestag eine Novellierung

des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

(AÜG) beschlossen,

das die rechtlichen

Rahmenbedingungen

der Zeitarbeit in

Deutschland regelt.

Zu den zentralen

Vorschriften gehört

unter anderem der

Anspruch des Arbeitnehmers,

das gleiche Gehalt

oder den gleichen Lohn zu

erhalten wie die Stammbelegschaft.

Auch Mitarbeiter mit

Handicap werden rekrutiert

Dennoch: die Nachfrage ist größer

als das Angebot. Die Anfrage

von Arbeitgebern ist ungebrochen

groß, und viele Betrie-

Zeitarbeiter sind auch in der Elektro- und Metallindustrie stark

gefragt.

Foto: © industrieblick - fotolia.com


22

verantworten unternehmen [!]

Verbesserte Rechte für Leiharbeiter

Zeitarbeiter haben nach neun Monaten den Anspruch, so wie

die Stammbelegschaft entlohnt zu werden.

FOTO: ©CONTRASTWERKSTATT - FOTOLIA.COM

Vor drei Jahren hat der

Bundestag eine Novellierung

des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

(AÜG) beschlossen,

das seit dem Jahr

1972 die rechtlichen Rahmenbedingungen

der Zeitarbeit in

Deutschland regelt.

Zu den zentralen Vorschriften

gehört unter anderem der

Anspruch des Arbeitnehmers,

das gleiche Gehalt oder den

gleichen Lohn zu erhalten wie

die Stammbelegschaft der Firma,

bei der er eingesetzt wird.

Denn werden bei der Arbeitnehmerüberlassung

Zeitarbeitstarifverträge

angewendet,

hat der Zeitarbeitnehmer

seit dem 1. April 2017 grundsätzlich

nach neun Monaten

ununterbrochener Überlassung

an denselben Kunden einen

gesetzlichen Equal

Pay-Anspruch.

stark auf Recruiting ausgerichtet

seien. „Dies ist die Kernkompetenz

unserer Mitgliederfirmen, die sich

in allen Prozessen und Maßnahmen

der Personalbeschaffung – vom

Schalten klassischer Stellenanzeigen

bis hin zum Bedienen von Online-Portalen

– bestens auskennen.

Früher haben sich die Kandidaten

beworben, heute müssen wir sie suchen.“

Aus diesem Grund muss sich, so

Liebert, die Zeitarbeit neu erfinden,

Wichtig ist

die Auslotung

der persönlichen

Eigenschaften der

Zeitarbeitnehmer.

Martin Liebert

Verband Zeitarbeitsunternehmen

be suchen händeringend nach Arbeitskräften.

„Doch die

Personal abteilungen tun sich

schwer, selbst geeignete Mitarbeiter

zu finden. Gerade die großen

Unternehmen sind mehr und mehr

auf Personal entwicklung und weniger

auf Personalbeschaffung ausgerichtet.

Und wenn, dann sind die

Wege extrem starr“, so Liebert:

„Speziell die mittelständischen Unternehmen

haben ein Rekrutierungsproblem,

das unter anderem

auch einem zu hohen Anspruchsdenken

entspringt, das wir uns heute

nicht mehr leisten können.“

Zu der sozialen Verantwortung

der Zeitarbeitsfirmen zähle deshalb

auch, Kandidaten auszuwählen, die

Zur Person

Christian Rauch ist

seit Juli 2014 Leiter

der Regionaldirektion

der Bundesagentur

für Arbeit in Baden-Württemberg.

Der gebürtige Regensburger,

Jahrgang

1965, hat verschiedene

Leitungsfunktionen

ausgeübt.

mitunter nicht die perfekte Qualifikation

vorweisen oder ein Handicap

haben: „Auch geht es immer

mehr darum, Geflüchtete noch stärker

in die Arbeitswelt zu integrieren.

Wir müssen alle ein bisschen

offener werden und auch umdenken.“

Dies sei eine große Chance für

die Zeitarbeitsfirmen, die viel flexibler

und individueller auf diese

Anforderungen reagieren können

als mancher Personalchef. Leicht

ist es jedoch auch für diese nicht

immer: „Wichtig ist, dass man auch

die persönlichen Eigenschaften der

Zeitarbeitnehmer gewissenhaft

auslotet.“ Der Vorteil der Zeitarbeitsfirmen

sei, dass sie eben sehr

denn auch sein Interessenverband

kämpft noch immer gegen ein zum

Teil schlechtes Image an. Deshalb

müssen sich die Zeitarbeitsfirmen

für ihn mehr denn je als attraktive

Arbeitgeber empfehlen, denen es

eben nicht nur darum geht, den Tariflohn

zu bezahlen, sondern die

ihren Angestellten langfristige Perspektiven

bieten.

Liebert: „Die Zeitarbeitsunternehmen

ermöglichen Arbeitnehmern

sowohl den ersten Einstieg als

auch den Wiedereinstieg in die Berufswelt.

Dies gilt sowohl für Arbeitslose

als zum Beispiel auch für

junge Mütter, die nach der Elternzeit

wieder arbeiten möchten.“ Und

das eben auch bei Vollbeschäftigung.

[!]

Stefan Loeffler

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20-Jähriger beleidigt Polizisten

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Mehr als Zeitarbeit: Seit über 20 Jahren ist die MASSARBEIT Personalservice GmbH ein

professioneller Partner für den Mittelstand in der Region.

Zwei separate Unternehmensbereiche vermitteln

gewerbliches Personal sowie kaufmännische

und technische Fachspezialisten.

Die Marke „MASSARBEIT“ steht seit 1996 für

die professionelle Überlassung von gewerblichem

Fachpersonal für Produktion und Logistik,

z.B. Zerspanungsmechaniker, Schreiner, Lackierer,

Lageristen. Der Schwerpunkt liegt in den

Branchen Automobil- und Metallverarbeitungsindustrie,

der Luftfahrt und dem Maschinenbau.

Ob als Überbrückung von Engpässen mit Zeitarbeit

oder für den langfristigen strategischen

Aufbau von Personal in direkter Vermittlung –

für jeden Kunden gibt es eine Lösung.

Die Vorschriften zur Zeitarbeit sind über die

Jahre deutlich strenger geworden. Die Mitarbeiter

bei MASSARBEIT werden regelmäßig

geschult und beraten ausführlich zu den vielen

Regelungen in der Branche. „Dass wir seit Jahren

alle Bestimmungen einhalten, wurde uns

erst kürzlich wieder von der Bundesagentur für

Arbeit bestätigt“ so Geschäftsführer Matthias

Lindenmaier.

MASSARBEIT in der Ulmer Mitte.

Überdurchschnittliche

Leistungen für Mitarbeiter

Als Mitglied im Arbeitgeberverband IGZ bietet

das Unternehmen seinen Mitarbeitern die Sicherheit

von Tarifgebundenheit und Branchenzuschlägen,

welche mit zunehmender Einsatzdauer

auf den Basislohn bezahlt werden. „Darüber

hinaus legen wir besonderen Wert auf

eine persönliche Betreuung. Mit überdurchschnittlichen

Leistungen wie z.B. beim Urlaub,

dem Jobticket und einer hohen Übernahmequote

heben wir uns von vielen Marktbegleitern

ab“, versichert Lindenmaier.

Zweiter Geschäftsbereich PNM.

Vor drei Jahren wurde ein weiterer Geschäftsbereich

gegründet. Unter der Marke PNM. RE-

CRUITING. CONSULTING. hat sich ein Team

auf das Recruiting und die direkte Personalvermittlung

von kaufmännischem und (ingenieur-)

technischem Personal spezialisiert.

„Für unsere Kunden übernehmen wir bei

PNM. die gezielte Suche nach Fachspezialisten

und Führungskräften.“ Ob es dabei um Ingenieure

im Sondermaschinenbau, Projektmanager,

Softwareentwickler oder Bilanzbuchhalter

und Personalleiter geht – über das

breite Netzwerk werden passgenaue Kandidaten

ausfindig gemacht. Digitalisierung und

soziale Netzwerke haben es zudem ermöglicht,

dass das Team von PNM. deutschlandweit

tätig ist. Allerdings bedarf es hierzu inzwischen

deutlich mehr Aufwendungen. „Ohne

das Active Sourcing, also die aktive Direktansprache

von passiven Kandidaten, und einer

großen Portion Kreativität, geht es heute in

vielen Fällen nicht mehr“, erläutert M. Lindenmaier.

„Passives Recruiting ist zwar noch

nicht zu Ende, aber es reicht nicht mehr aus

eine Stelle auf die eigene Homepage zu setzen.

Hier haben wir als Agentur eine größere

Reichweite und umfassendere Kenntnisse.“

„Qualität und insbesondere Datenschutz sind

in unserer Branche unerlässlich“, so M. Lindenmaier

weiter. Das Unternehmen ist seit

vielen Jahren nach ISO 9001 zertifiziert und

lässt sich regelmäßig auf Datenschutzrichtlinien

auditieren.

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Transport ohne

Fahrer

Zulieferer ZF Friedrichshafen

setzt auf autonome Transportsysteme

als Wachstumsmarkt.

Dazu hat die AG 60 Prozent der

Anteile des niederländischen

Unternehmens „2getthere B.V.“

übernommen. Dessen fahrerlose

Personen- und Lastentransportsysteme

laufen in mehreren

Großstädten weltweit, etwa in

Rotterdam oder Abu Dhabi. Die

ZF Friedrichshafen AG zählt zu

den weltweit größten Automobilzulieferern.

Sie beschäftigt

146.000 Mitarbeitern an rund

230 Standorten und hatte im

Jahr 2018 einen Umsatz von 36,9

Milliarden Euro erzielt.

BOB-Bahn

gesperrt

Bahn In den Jahren 2020 und

2021 wird die BOB Bodensee-Oberschwaben-Bahn

Teile

ihrer Strecken sperren. Grund

ist die Elektrifizierung, deshalb

werden auch Dieselfahrzeuge

ausgetauscht. Erstmals seit 15

Jahren sind die Fahrgastzahlen

zurückgegangen. Die BOB verbindet

Friedrichshafen, Meckenbeuren,

Ravensburg, Weingarten

und Aulendorf miteinander.

Gesellschafter der GmbH

sind die Städte Friedrichshafen,

Ravensburg und Meckenbeuren,

sowie der Bodensee-Kreis und

der Kreis Ravensburg.

Neuer

Mini-Camper

Caravan 80 Prozent PKW, 20

Prozent Camper – das ist der

neue Crosscamp der Dethleffs

GmbH aus dem Allgäu. Der 1,99

Meter hohe und 4,95 Meter lange

„Camper Van“ bietet vier

Schlafplätze, Ausstelldach, entnehmbare

Küche und Holzboden.

Im Dethleffs-Werk bei Isny

werden vorerst acht Fahrzeuge

pro Tag produziert. Die Fahrzeug-Basis

stammt von Toyota.

Die zur Bad Waldseer Erwin Hymer

Group gehörende Dethleffs

GmbH & Co. KG mit Sitz in Isny

hat etwa 1.000 Mitarbeiter und

erzielte 2017 einen Umsatz von

375 Millionen Euro.

Verwirrender Anblick: Die Honold-Gruppe aus Neu-Ulm managt das Warenlager von Aerotec.

Foto: Premium AEROTEC und Honold LTS Logistik

So schön kann Logistik sein

Es sieht schon fast künstlerisch aus, das digital gesteuerte

Materiallager, das die Drehscheibe für alle

Lieferungen der vier Werksteile vom Premium Aerotec

in Augsburg bildet. „Honold LTS Logistik stellt für

uns einen reibungslosen Warenverkehr sicher“, sagt

der Augsburger Premium Aerotec-Standortleiter Uli

Amersdorffer. Auf 17 400 Quadratmetern werden

1000 Anlieferungen und 2000 Versandaufträge pro

Volksbank nach

Fusion zufrieden

Bank Die Vorstände der Volksbank

Allgäu-Oberschwaben

(VBAO) sind mit dem ersten

Jahr nach der Fusion von Leutkircher

Bank und Volksbank Allgäu-West

sehr zufrieden. Mit

der Bilanzsumme von 2,3 Milliarden

Euro rangiert die VBAO

unter den 171 Banken im Genossenschaftsverband

in Baden-Württemberg

auf Platz 14.

Neue Apfelsorte

vom Bodensee

Landwirtschaft Am Kompetenzzentrum

Obstbau-Bodensee

(KOB) in Bavendorf bei Ravensburg

wird eine Apfel-Züchtung

geprüft: „Kissabel“ hat rotes

Fruchtfleisch. Ziel der Markteinführung

ist es, dem rückläufigen

Apfelkonsum entgegen zu wirken

und Marktanteile zurück zu

gewinnen. Das KOB ist eine privatrechtliche

Stiftung zur Förderung

des Obstanbaus in der

Bodenseeregion.

Übernahme von

Gussgeschäft

Tag erreicht. Das Lagersystem stellt etwa 180 000

Lagerplätze bereit. Für den Betrieb des Materialwirtschaftszentrums

wurde ein 50-Prozent-Joint-Venture

zwischen der Honold Logistik Gruppe und der

LTS Nordwest gegründet. Ziel ist es, lokale Kompetenzen

der Unternehmen, technologisches Knowhow

und Kenntnisse für den gemeinsamen Kunden

Premium Aerotec zu bündeln.

Aluminium Das Vogter Metallverarbeitungs-Unternehmen

STEP-G plant, sein Geschäft zu

erweitern. Ein Schritt in diese

Richtung sind die Übernahmen

des Gussgeschäfts der Aluwerk

Hettstedt GmbH und des Verarbeitungsgeschäfts

der RMG Metallfachhandel

GmbH. Die Übernahme

umfasst zwei Standorte

in Deutschland. Die ST Extruded

Products Germany

GmbH (STEP-G) ist weltweit

führender Hersteller von Aluminium

Strangpressprofilen mit

insgesamt rund 900 Mitarbeitern.

Sie gehört zum japanischen

Unternehmen Sankyo Tateyama,

Inc.

80 Meter hoch

hinaus

Erlebnis Die Motorworld Group

wird in Zukunft das größte mobile

Riesenrad der Welt mit 80

Metern betreiben. Jede der 27

Gondeln bietet Platz für 16 Fahrgäste.

Eine Fahrt wird 14,50 Euro

kosten. Ebenfalls sind Erlebnis-Pakete

wie Weißwurst-Frühstück

oder ein Stadtführer als

Beifahrer geplant. Die Motorworld

Group ist eine eigenständige

Unternehmensgruppe, die

aus der Dünkel Holding mit Sitz

in Schemmerhofen hervorgeht

und auf Auto-Erlebniswelten

spezialisiert ist. [!]

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Ein bisschen Vintage, ein bisschen Skandinavien und viel Weiß: Im ehemaligen Stall eines alten Bauernhauses im Allgäu betreibt Anna Sonntag mit ihre

Mehr als ein Deko-Laden

Annamia Während sich viele Geschäfte auf dem Land schwertun, trotzt das Geschäft von

Anna Sonntag den Widrigkeiten. Dank viel Herzblut und einem ungewöhnlichen Konzept.

Wir befinden uns irgendwo

auf dem

Land am Rande des

Allgäus. Genauer

gesagt zwischen den Dörfern

Vogt und Wolfegg. Grüne Wiesen,

Kühe, Alpen-Panorama.

Kaum jemand würde vermuten,

dass hier ein Schatz versteckt

ist. Der „Schatz“ heißt „Annamia

Mode & Deko“ und ist der

Laden von Anna Sonntag.

Im ehemaligen Stall eines alten

Bauernhauses verkauft die

35-Jährige Deko-Artikel und

Kleidung. Ein bisschen Vintage,

ein bisschen Skandinavien, viel

Weiß. Anna Sonntag liebt Weiß.

Schon als Kind habe sie das Telefon

damit angemalt, erzählt

sie. Laufkundschaft gibt es so

gut wie keine. Werbung nur in

einem kleinen Programmkino

und in sozialen Netzwerken.

Wer hierher kommt, der kommt

mit Absicht. Und es sind viele,

die kommen. Als Anna Sonntag

vor knapp acht Jahren die Idee

hatte, winkten die meisten ab.

„Ich wurde sehr belächelt“, sagt

sie. Sie hatte damals ein kleines

Kind und wünschte sich ein Einkommen

nebenbei. Doch schon

2013 konnte sie ihre erste Mitarbeiterin

anstellen.

Heute hat sie zwei Kinder

und 16 Mitarbeiter, davon vier

Festangestellte. Der Laden wurde

um ein Stockwerk und 2018

noch um eine Dach-Terrasse erweitert.

Etwa 400 Quadratmeter

umfasst er nun. Die Kritiker

sind zu Bewunderern geworden.

Anna Sonntags Motto war und

ist es, den Dingen Zeit zu lassen.

Nichts überstürzen.

Während andere ländlich gelegene

Geschäfte schließen,

scheint Anna Sonntag vieles

richtig zu machen. Woran liegt

Ich versuche,

bei den Preisen

ein wenig günstiger

als die Stadt

zu sein.

Anna Sonntag

Ladenbesitzerin aus dem Allgäu

das? So ganz genau weiß sie es

selbst nicht. „Ich versuche, bei

den Preisen ein wenig günstiger

als die Stadt zu sein,“ sagt sie.

Und: Zweimal im Jahr wird

„Annamia“ komplett umdekoriert.

Auch zwischendurch arrangiert

die Chefin ihre Waren

in regelmäßigen Abständen neu.

„So finden die Kundinnen quasi

immer wieder ein neues Geschäft

vor. Selbst Ladenhüter gehen

weg, wenn man sie etwas

anders in Szene setzt.“ Überhaupt

stellt sie nur Artikel in

den Laden, die ihr persönlich

gefallen. Fast alles steht zum

Verkauf, auch die Möbel.

„Viele denken, dass ich mir

hier einen Traum erfüllt habe“,

sagt Anna. „Aber so ist es eigentlich

gar nicht. Ich war gerne

Erzieherin und wollte Familien-Therapeutin

werden.“ Geschäftsfrau

sei sie aus Versehen

geworden. In ihrer sozialen Ausbildung

liegt vielleicht das Geheimnis

des Erfolgs: „Viele

Schwerkranke kommen in meinen

Laden, weil sie ihre Krankheit

hier ein wenig vergessen

können.

Leider sind schon mehrere

davon verstorben. Ihre Angehörigen

kommen aber wieder, weil

sie den Verstorbenen hier nahe

sein können. Ich freue mich,

dass die Menschen so eine Freu-


unternehmen [!] machen 27

m Mann Stefan den Laden „Annamia Mode & Deko“.

de daran haben, zu Annamia zu

kommen. Es ist für viele eben

mehr als nur ein Laden.“

Auch dass Anna Sonntag

Kleidung verkauft, war so nie

geplant. In der Anfangszeit

hängte sie Kleidung zur Deko in

Rahmen auf – und plötzlich stieg

die Nachfrage. Irgendwann

musste sie immer öfter nach Italien

fahren, um dort auf Märkten

Nachschub zu besorgen.

Heute designt Anna ihre eigene

Annamia-Mode und lässt diese

in Florenz nähen. Wichtig sind

ihr gute Qualität und möglichst

natürliche Stoffe.

In der Zwischenzeit kam

noch ein kleines Café dazu. Zwischen

Blumenvasen und Kerzenständern

stehen nun Tischchen.

Es gibt Frühstück mit regionalen

Produkten. Kuchen

und Torten backt die Chefin

selbst. Außerdem leitet sie vier

Farben-Workshops im Monat

für „Vintage Paint“.

Mit viel Schweiß, Tränen

und Herzblut

Obwohl es gut läuft, fängt Anna

Sonntag erst jetzt an, schwarze

Zahlen zu schreiben, sagt sie. Sie

und ihr Mann Stefan, ein Maschinenbau-Ingenieur,

haben in

den letzten Jahren viel investiert.

In den Ausbau des zweiten

Stockwerks, in teure Geräte wie

Kühlschränke oder eine Kaffeemaschine

und vor allem in die

neue Dachterrasse. Das meiste

erledigen Anna Sonntag und ihr

Mann, in Eigenleistung. „Hier

stecken viel Schweiß, Tränen

und Herzblut drin“, sagt Anna

Sonntag.

Fotos: Julia Rizzolo

Übrigens gibt es mittlerweile

sogar „Annamia New Zealand“.

Anna Sonntags Tante lebt

dort und verkauft die Kleidung

in ihrem Laden – wegen der

Zoll- und Frachtkosten aber teurer

als in Deutschland. „Die

Neuseeländer lieben Klamotten

aus Naturfasern made in Italy“,

erklärt Anna Sonntag. „Dort gibt

sonst viel billige China-Ware.“

Einen kleinen Traum hat sie

noch: Ferien-Wohnungen im

Annamia-Stil. Einige Kunden

kommen tatsächlich von weiter

her, besuchen den Laden und

übernachten dann in der Nähe.

Doch Anna Sonntag wird auch

das wie immer machen: Langsam.

Abwarten. Und dann ihre

Chance mit Freude und Zuversicht

ergreifen. [!]

Julia Rizzolo

Auf dem Land

zum Erfolg

Sabine Hagmann,

Hauptgeschäftsführerin

des Handelsverband Baden-Württemberg,

sagt

zur Situation von Einzelhändlern

auf dem Land folgendes:

„Wir beobachten

durchaus, dass in den vergangenen

Jahren immer

mehr kleine Einzelhändler

aufgeben mussten. Kleinen

Einzelhändlern auf dem

Land wie ‚Annamia Mode &

Deko‘ bietet sich jedoch

eine Riesenchance: Sie

sollten nicht nur Einkaufsstätte

sondern vielmehr

auch ein Ort der Begegnung

allein lebender, älterer

Menschen wie auch unserer

Jugend sein – sozusagen

ein soziales ‚Non-Profit-Geschäft‘,

das dem jeweiligen

Dorf oder Ortsteil

einen intakten Charakter

zurückgibt.“

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28

verantworten unternehmen [!]

FOTO: ©SONPICHIT SALANGSING/SHUTTERSTOCK.COM

Die Zukunft liegt in dezentralen Energiesystemen: Photovoltaik, Blockheizkraftwerke und Speicher sind hierfür wichtige Bausteine .

Mittelstand unter Strom

Energiewende Im Südwesten arbeiten immer mehr Betriebe CO 2

-neutral. Unsere Beispiele

zeigen, wie sich Verschwendung vermeiden und Überschüsse speichern lassen.

Als Werner Pfanzelt

vor fünf Jahren bei

der BMW-Niederlassung

in Stuttgart-Vaihingen

seinen Job als kaufmännischer

Leiter antrat, brachte

der Münchner seine Öko-Strategie

als Vision mit: Seither hat

er den Energieverbrauch der imposanten

Immobilie mit Werkstätten,

Showrooms und Büros

um gut die Hälfte gesenkt. „Da

muss ich viele Autos verkaufen,

bis ich beim Ertrag denselben

Effekt habe,“ sagt der Chef von

600 Mitarbeitern.

Da muss ich

viele Autos

verkaufen, bis ich

beim Ertrag diesen

Effekt habe.

Werner Pfanzelt

BMW-Niederlassungsleiter

Zum Jahresbeginn 2016 hatte

er mit „Emsyst 4.0“ ein Energiemanagementsystem

(EMS) eingeführt,

das den Verbrauch in

der weitläufigen Immobilie um

40 Prozent senken sollte. Der Effekt

stellte sich ein. Die Aktivitäten

gehen auf eine verfeinerte

Datenbasis mit dem Kooperationspartner

Riempp aus Oberboihingen

zurück. Im laufenden

Jahr investiert Pfanzelt weitere

200.000 Euro in das Energiemanagementsystem.

Denn er will

die Energieeffizienz weiter verbessern

und detaillierte Informationen

erhalten. Der Hintergrund:

Das Thema E-Mobilität,

mit den fünf Ladestationen für

Kunden vor dem Haus, dem Betanken

vieler Mitarbeiter- und

Kundenfahrzeuge in der Werkstatt

und der gesamten Niederlassung

gewinnt an Bedeutung.

Doch Pfanzelt kann bisher diese

Daten nicht erfassen. „Unterm

Strich ist der Stromverbrauch

um zehn Prozent gesunken,

während mittlerweile eine steigende

E-Flotte mit dranhängt,“

sagt der Niederlassungsleiter.

Im November ging deshalb


unternehmen [!] verantworten 29

ein Blockheizkraftwerk mit 50

kW Leistung für 100.000 Euro

in Betrieb, das Strom im Einkaufswert

von 6000 Euro pro

Monat produziert. Aktuell laufen

Planungen, die überschüssige

Wärme über eine Maschine

zum Kühlen der Serverräume

zu nutzen. Im laufenden

Jahr soll zudem eine Photovoltaik-Anlage

an die Fassade kommen.

Kostenpunkt: rund 50.000

Euro. Pfanzelt veranschlagt weitere

20.000 Euro für einen Speicher,

der überschüssige Energie

puffern soll. Eventuell sollen

dafür ausrangierte Autobatterien

miteinander gekoppelt

werden. „Wir legen Blockheizkraftwerk

und Photovoltaik zusammen,

damit unsere Grundlast

gedeckt ist,“ erläutert der

BMW-Manager.

BMW setzt alle

Maßnahmen

um, die sich

innerhalb von

sieben Jahren

amortisieren.

E-Autos sind für die meisten Fahrten geeignet

Initiativen wie die von von Jaguar/Landrover,

ihre Autohäuser

mit Ladesäulen auszustatten,

hält David Wenger für das richtige

Signal für die Energiewende:

Viele der 44 Mio. Pkw in

Deutschland würden nicht für

Langstreckenfahrten genutzt.

Für Kurzstreckenfahrten seien

E-Autos geeignet. Wenn die

Versorgung mit Ladesäulen garantiert

sei, begünstige das die

Akzeptanz für E-Fahrzeuge, sagt

der Firmenchef, der weltweit

mehr als 400 Projekte in Sachen

regenerative Energien und

E-Antriebe realisiert hat.

Wenger Engineering arbeitet

mit 20 Spezialisten etwa für

Daimler, Audi, Bosch, Toyota

oder Honda. Durch die Ladesäuleninitiative

auch des Filialhandels

stiegen die Stückzahlen,

die Komponenten würden in

Massenfertigung günstiger und

Der Speicher könne die Lastspitze

kappen und die Eigenversorgung

das Notstrom-Dieselaggregat

ersetzen, für das auch regelmäßig

Kosten anfielen. Zum

Vergleich: Die Grundlast wird

aktuell in der Spitze um das Siebenfache

überstiegen.

Das liegt vor allem am Betanken

der Pkw mit Strom, mit dem

im Jahr 2015 begonnen wurde.

Weil zu Stuttgart die Standorte

Mannheim und Saarbrücken gehören,

will BMW auch dort 2019

je ein Energiemanagementsystem

einführen. Denn der Konzern

will viele Erfahrungen mit

CO 2

-neutralen Technologien

sammeln. Umgesetzt werde alles,

was sich binnen sieben Jahren

amortisiert. Ein Engpass,

so Pfanzelt, seien jedoch die vielen

Alt- und Mietgebäude.

So wie BMW lenken auch

viele andere Unternehmen den

Fokus auf Energieeffizienz: Warfrüher

das Energiethema verstreut

vom Hausmeister bis

zum Werksleiter, so setzen immer

mehr Firmen Energiemanager

ein, die hierfür oft eine berufsbegleitende

Zusatzqualifikation

bei der IHK in Ulm oder

Stuttgart oder beim Tüv erworben

haben.

Dort lernen sie die physikalischen

Grundlagen, Technologien,

Gesetze und betriebswirtschaftlichen

Betrachtungen. Oft

haben Firmen in diesen Fällen

bereits einen Investitionsplan,

um ihre Energieeffizienz zu

steigern. So können Verbesserungen

bei baulichen Veränderungen,

Expansion und Ersatzbeschaffungen

berücksichtigt

werden.

Ein gutes Beispiel hierfür bietet

Inductoheat in Reichenbach/

Fils. Der Spezialist für das energieintensive

induktive Härten

hat 2017 ein bestehendes Energiemanagementsystem

erweitert:

Mit Software vernetzte

Sensoren erfassen seither den

Bei Inductoheat ist Energieeffizienz Chefsache: Geschäftsführer

Frank Andrä kümmert sich persönlich um das Thema.

Tankfüllung aus dem Stromnetz: Das Zeitalter der E-Fahrzeuge

ist angebrochen.

Foto: Jaguar Land Rover

FOTO: INDUCTOHEAT

der Bewußtseinswandel werde

gefördert, erläutert der Tesla-Fahrer,

der zuvor ein Brennstoffzellenauto

gefahren ist.

Beide Verfahren würden dauerhaft

benötigt, wobei Letzteres

vor allem bei Lkw und Bussen

zum Zug käme, wegen der höheren

Speicherkapazität und

rascheren Betankung.

kompletten Produktionsprozess

und können Daten wie Energiemenge,

Temperatur, Durchfluss

und Zeitdauer aufeinander abstimmen.

Der Vorteil für das Unternehmen:

Verfahren werden reproduzierbar.

Zudem ist das Herstellungsverfahren

exakt dokumentiert.

Das wird zu einem

wichtigen Thema, wenn es um

Fragen der Produkthaftung geht.

Vor allem spart es aber Geld: Je

nach Bauteil, das binnen Sekunden

bei 800 bis 1000 Grad

zu härten und abzukühlen ist,

benötigt das Verfahren gut ein

Fünftel Energie. Zum Vergleich:

Die Stromkosten am Standort

mit 70 Mitarbeitern, an dem Anlagen

produziert werden, liegen

bei 300.000 Euro pro Jahr.

Von den Stromkosten entfallen

85 Prozent auf die 19 Mitarbeiter

in der Lohnhärterei. Das

Energiemanagementsystem eliminiert

zudem Leerläufe bei

Pumpen und Lüftern. 24.000 Kubikmetern

Luft, die pro Stunde

abgesaugt werden, wird die

Wärme entzogen, mit der im

Winter die Halle geheizt wird.


30

verantworten unternehmen [!]

Elektrische

Energie spielt

beim Thema

Wärme eine

immer größere

Rolle.

Bosch Thermotechnik stellt Blockheizkraftwerke her, die sehr niedrige Stickoxid-Emissionen haben.Der

Branchenriese kooperiert mit dem Mittelständler ADS-Tec.

Foto: Bosch Thermotechnik

Energiemanager ist Geschäftsführer

Frank Andrä selbst.

Diese Beispiele zeigen, wie

Technologien sich weiterentwickeln

und neue Anwendungen

ermöglichen. Gab es zum Beispiel

bisher bundesweit nur

8000 Biogasanlagen im großtechnischen

Stil, die Verbünde

oder Stadtwerke betrieben haben,

erschließt aktuell die Goffin

Energy GmbH den kleinteiligen

Markt: Modular und auf Containerbasis

bieten die Kölner

Kraftwerke von 50 bis 250 Kilowatt

Leistung, die zudem universal

etwa mit Speiseresten,

Grünschnitt oder Pferdemist betrieben

werden können.

Rund 85 Prozent der

Abwärme wird nicht genutzt

Oder die DeVeTec GmbH aus

St. Ingbert, die sich auf die Abwärmenutzung

im Temperaturbereich

von 300 bis herunter auf

70 Grad spezialisiert hat: War

bisher Abwärmenutzung nur

Wir wollen die

Entwicklung

dezentraler

Energiesysteme

vorantreiben.

Thomas Speidel

Geschäftsführer der ADS-Tec.

oberhalb von 250 Grad wirtschaftlich,

werden damit nun

viel breitere Kreise erreichbar.

Auch hier ist das Potenzial riesig:

Bisher nutzen Firmen 85

Prozent ihrer Abwärme nicht.

Eine Schlüsseltechnologie,

damit die Energiewende gelingt,

sind die Speicher. Das reicht

vom konventionellen Eisspeicher,

der die Kälte des Winters

auf natürliche Weise konserviert

und im Sommerhalbjahr

in Form von Gebäudekühlung

wieder abgibt, über die Autobatterien

bis hin zu Systemen, die

überschüssigen Strom aufnehmen,

der etwa in Zeiten schwacher

Nachfrage am Wochenende

anfällt oder wenn der Wind

dauerhaft kräftig weht und die

Sonne intensiv scheint.

Führend in dieser Boombranche

ist ADS-Tec aus Nürtingen,

die 240 Mitarbeiter an zwei

Standorten beschäftigen. Erst im

Oktober 2018 hatte sich die

Bosch Thermotechnik an der

Tochtergesellschaft ADS-Tec

Energy des Mittelständlers mit

39 Prozent beteiligt.

Beide Firmen wollen damit

ihre Aktivitäten im Bereich

elektrischer Speichersysteme

und deren Management bündeln.

Geschäftsführender Gesellschafter

Thomas Speidel,

zugleich Präsident seines Branchenverbandes:

„Wir wollen gemeinsam

die Entwicklung dezentraler,

digitaler Energiesysteme

optimal und in völlig anderen

Umfängen vorantreiben.“

Schon bisher entwickeln und

liefern die Nürtinger intelligente

Batteriespeicher- und Energiemanagementsysteme

sowie

speicherbasierte Schnellladesysteme

für E-Autos. Ein zweiter

Geschäftszweig sind industrielle

Computer und IT-Systeme.

„Regenerative Energien, die

Elektromobilität sowie die immer

wichtigere Rolle von elektrischer

Energie im Bereich der

Wärme sind Wachstumstreiber

für neue Produkte und Lösungen“,

sagt Speidel.

Lösungen für mobile Zukunft

kommen aus Salach

Bosch Thermotechnik gilt mit

14.400 Mitarbeitern und 3,4

Milliarden Euro Jahresumsatz

als ein führender europäischer

Hersteller von energieeffizienten

Heizungsprodukten und

Warmwasserlösungen. Die Kooperation

zeigt, dass die Übergänge

zwischen Gewerbe, Privat

und Mobilität immer fließender

werden.

An der mobilen Zukunft arbeiten

der Salacher Elektronikspezialist

Heldele und die

bundesweit 115 Autohäuser der

britischen Marken Jaguar und

Landrover bereits seit einem

Jahr: Im ersten Schritt wurden

alle Händler mit E-Ladesäulen

mit einer Gesamtleistung


unternehmen [!] verantworten 31

von je 50 Kilowatt in Werkstatt,

Showroom und auf dem Parkplatz

ausgestattet. Ab dem Jahr

2022 sollen 120 Kilowatt Leistung

für die Stationen bereitgestellt

werden. Vor etwa drei Jahren

hatten die Briten einen globalen

Partner gesucht, der die

Autohäuser weltweit mit E-Ladestationen

ausstattet.

Weil dies in der Praxis an nationalen

Gegebenheiten scheiterte,

brachten deutsche Jaguar-Händler

Heldele ins Spiel,

der von Salach (Landkreis Göppingen)

aus in Zusammenarbeit

mit sieben regionalen Partnern

auch bundesweit komplexe Aufträge

realisiert. Von Jaguar gibt

es bislang allerdings nur das

Modell Ipace rein elektrisch mit

einer Reichweite von 350 Kilometern

und von Landrover drei

Hybrid-Modelle. Während die

Modelle in Schweden gut nachgefragt

wurden, zieht der Absatz

Mit Speichern

können

Unternehmen ihre

Lastkurve sehr

flach halten.

Manuel Strehle

Informatiker, Heldele GmbH

in Deutschland erst langsam

an. „Im nächsten Schritt investieren

viele Jaguar- und Landrover-Händler

in ihre Stromversorgung,“

prognostiziert Strehle.

Der Systementwickler für kundenorientierte

Mobilitätslösungen

bei Heldele gibt ein Beispiel:

Manche Händler müssten wegen

ihrer Lage teilweise mehr als

100.000 Euro in ihre Stromversorgung

investieren, um E-Autos

betanken zu können.

Autohäuser können energieautark

werden

Diese Händler würden das Geld

nun eher für Photovoltaik-Anlagen,

Puffersysteme und ein

koordinierendes Energiemanagementsystem

ausgeben, erläutert

der 33-jährige Informatiker.

Denn über ein intelligentes

Lastmanagement und hinreichend

Speicherkapazität könne

ein Autohaus seine Lastkurve

schon heute deutlich senken.

„Wenn drei Hebebühnen und

eine Schweißanlage gleichzeitig

im Einsatz sind, ist der kurzfristige

Strombedarf enorm“, nennt

Strehle ein Beispiel. Diese Aktivitäten,

die teils nur 20 Sekunden

dauern, könnten koordiniert

oder aus einem Speicher

gespeist werden, um die Lastkurve

flach zu halten.

Würden Dach- und Fassadenflächen

mit Photovoltaik-Modulen

bestückt und mit Speichern

vernetzt, darunter auch den Batterien

der ausgestellten und geparkten

E-Autobatterien, könne

manches Autohaus energieautark

werden, sagt Strehle. Vorerst

sind aber viele Händler

mit ihren Investitionsentscheidungen

vorsichtig. Sie schauen

derzeit vor allem auf den Brexit,

den Absatz von E-Autos und

politische Entscheidungen. [!]


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32 führen unternehmen [!]

Der unsichtbare Elefant

Führung Motzen, mahnen, mauern: Chefs können die Motivation ihrer Mitarbeiter zunichte

machen. Personalentwicklerin Helga Pattart-Drexler zeigt, wie man dies vermeidet.

Es gibt Phasen bei der Arbeit,

da läuft es. Alle sind

fokussiert. Ein Energieschub

verleitet die Mitarbeiter,

mehr Aufgaben zu

übernehmen. Doch Vorsicht!

Das kann sich schnell ändern.

„Jeder Chef kann ein Flow-Killer

sein“, sagt Helga Pattart-Drexler,

Dozentin an der Wirtschaftsuniversität

Wien. Ein

verbreitetes Problem beschreiben

Briten so: „There is an elephant

in the room.“ Wie ein Elefant

lasten unausgesprochene

Konflikte im Raum, aber der

Chef unternimmt nichts. Pattart-

Dre xler hat neun solcher Verhaltensweisen

ausgemacht, mit

denen Chefs die Motivation der

Mitarbeiter hemmen und erklärt,

wie man diese vermeidet.

1Diffuse Ziele

Die Mitarbeiter wissen nicht,

welche Absicht hinter den Arbeitsaufträgen

steckt. Der Fokus

fehlt. Planlosigkeit und Irritation

machen sich breit.

Tipp: Transparenz schaffen, vor

allem, wenn sich das Ziel geändert

hat. Auch ein Chef weiß

mal nicht weiter. Dann einfach

offen darüber sprechen.

2Krampfen statt Loslassen

Es gibt Aufgaben, die Mitarbeiter

verzweifeln lassen. Am

liebsten würde sie alles hinschmeißen,

doch der Chef

drängt auf einen Abschluss.

Tipp: Eine Führungskraft sollte

einsehen, dass eine Aufgabe

auch mal einen Tag liegen bleibt,

damit der Mitarbeiter neue

Energie sammeln kann.

In Komfortzonen verharren

3 Jeder hat einen Bereich, in

dem man sich wohlfühlt, weil

man weiß: Hier kenne ich mich

aus. Bloß kein Risiko eingehen

und alles beim Alten belassen.

Tipp: Die Mitarbeiter ermutigen,

ihre Komfortzonen zu verlassen

und auf ungewohntem

Terrain neue Ankerpunkte

zu suchen.

4 Mitarbeiter-Roulette

Jeder Mitarbeiter hat laut

Vertrag eine bestimmte Funktion.

Die Projekte werden je nach

Anforderungsprofil der Stelle

verteilt. Abweichungen von der

Struktur führen zu Chaos.

Tipp: Die Führungskraft sollte

sich fragen: Welche Persönlichkeit

steckt hinter dem einzelnen

Mitarbeiter? Passen die gestellten

Aufgaben zu ihnen? Das Gespräch

suchen, Workshops zu

Schwächen und Stärken anbieten.

5Destruktives Feedback

Die schlechteste Kritik ist

keine Kritik. Viele Mitarbeiter

denken, dass ihre Arbeit schlecht

ist, wenn der Chef nichts dazu

sagt. Oft erhalten Mitarbeiter nur

negatives Feedback.

Tipp: Eine Führungskraft muss

immer Feedback geben können.

Wenn etwas falsch gelaufen ist,

muss es angesprochen werden,

und zwar mit dem nötigen Respekt.

Es gibt gute und dumme

Fehler. Letztere sind durch Unaufmerksamkeit

entstanden.

Aus guten Fehlern lernt man.

Übrigens: Auch der Chef sollte

seine Fehler zugeben.

6Neid und Besserwisserei

Ein Mitarbeiter, der etwas

besser kann als der Chef? Gibt

es nicht. Und falls doch, dann

redet er entweder den Erfolg

klein oder holt sich selbst mit

ins Boot: „Wir haben das gut gemacht.“

Tipp: Individuelle Erfolge eines

Mitarbeiters sollte der Chef entsprechend

honorieren und nicht

sich selbst zuschreiben.

Um den heißen Brei reden

7 „Da ist ein Elefant im Raum“,

lautet ein Sprichwort. Heißt:

Unausgesprochene Konflikte

liegen in der Luft, die den Team-

ILLUSTRATION: © LEREMY - SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!]

führen

33

spirit beeinflussen, aber der

Chef zieht dennoch die Tagesordnung

durch.

Tipp: Die Führungskraft muss

Raum für offene Gespräche

schaffen. Dann ist jeder gefordert,

zu sagen, was einem nicht

passt. Die vermittelnde Position

muss nicht unbedingt der

Chef einnehmen. Er kann diese

Verantwortung an einen Mitarbeiter

abgeben.

Auch das

Chaos kann

manchmal

förderlich sein

und Innovationen

hervorbringen.

Helga Pattart-Drexler

Wirtschaftsuniversität Wien

8Fehlender Fokus

Viele Arbeitsprozesse am

Tag laufen parallel ab und es

kommen weitere Aufgaben

dazu. Langsam wachsen sie

dem Mitarbeiter über den Kopf.

Dennoch will der Vorgesetzte

alles auf einmal fertig vorliegen

haben.

Tipp: Der Chef sollte Prioritäten

vorgeben und abgleichen,

was in die Zielsetzung passt.

9Ignorieren der

Macht des Flows

Der Chef erkennt einfach nicht,

dass strukturelle Veränderungen

dem Team guttun und zu

neuer Energie und Innovation

führen können.

Tipp: Effektivität vor Effizienz:

Mitarbeiter wollen auch mal bei

einem Projekt mitwirken, das

außerhalb ihrer Zuständigkeit

liegt. Auch wenn dann mehr

Kräfte mit einer Aufgabe beschäftigt

sind, als notwendig ist,

fördert das langfristig die Motivation

für weitere Aufgaben.

„Es muss aber nicht alles im

Flow sein“, betont Pattart-Drexler

Auch ließen sich nicht

alle Tipps gleichzeitig umsetzen.

„Man sollte punktuell vorgehen

und eine Balance finden.“

Konflikte seien zudem

förderlich, da sie Verbesserungen

bringen können. [!]


Verena Köger

PLAY PIANO. FEEL GOOD.

Mit Herz und Seele sind wir begeistert

von Musik und arbeiten mit Leidenschaft

für den guten Klang. Unsere

Klavierbauer sorgen für einen fachmännischen

Service, Langlebigkeit und die

richtige Stimmung – sowohl im Konzertsaal

als auch bei Ihnen zu Hause.

Willkommen in der Welt der 88 Tasten.

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Zur Person

Helga Pattart-Drexler leitet

seit 2016 den Bereich „Executive

Education“ an einer

Akademie der Wirtschaftsuniversität

Wien. Die 37-Jährige

ist für die Konzeption

von Unternehmensund

Führungskräfteprogrammen

zuständig. Themen

sind zum Beispiel Agilität,

Innovation und Strategie.

Pattart-Drexler hat Erwachsenenbildung

studiert.

Die Tipps gegen Flow

Killer hat sie durch ihre

Erfahrung als Führungskraft,

Mutter zweier Kinder

und Personalentwicklerin

ausgearbeitet.

MÜNCHEN I STUTTGART I SCHWÄBISCH HALL I ULM I PIANO-FISCHER.DE

PIANO-FISCHER I Donaustr. 10 I 89073 Ulm I T 0731 61 99 88 I info@piano-fischer.de

„An elephant in the room“:

Der Elefant symbolisiert

unausgesprochene Probleme

innerhalb des Teams, die zum

Beispiel während einer Konferenz

im Raum stehen.


Auf regionale Produkte setzt die Firma Stüwer aus Heroldstatt. Den „Regiomat“, der mit ausgeklügelter Kühltechnik auch Fleisch frisch hält

und bereits mehr als 800mal im Einsatz ist, hat sie jüngst auf der Kölner Messe „Euvend & Coffena“ vorgestellt.

Foto: Koelnmesse

Automat wird Kiosk

Vending Die deutsche Branche schaut gebannt in die USA. Dort revolutioniert Amazon

gerade mit kassenlosen Läden namens Go den Markt. Zudem will sie mit dem Vorurteil

aufräumen, dass Automatenkaffee nicht schmeckt.

Die Schokoladenfirma

Stollwerk war einer der

Pioniere. Ihr Aufstieg

war kometenhaft, als

sie noch vor dem Ersten Weltkrieg

auf dem US-amerikanischen

Markt auf völlig neue Verkaufsstellen

setzte: auf Automaten.

Nach dem Krieg war es mit

dem Erfolg für die Kölner in der

Neuen Welt zwar schnell vorbei.

Die Idee an sich aber hatte

Bestand.

Automaten, aus denen per

Knopfdruck Essen oder Getränke

ausgegeben werden, sind aus

deutschen Betrieben kaum mehr

wegzudenken. Schätzungen des

Bundesverbands der Deutschen

Vending-Automatenwirtschaft

(BDV) zufolge sind derzeit allein

hierzulande rund 570.000

Getränke- und Verpflegungsautomaten

im Einsatz. An Schulen,

Universitäten, in Wartebereichen

von Krankenhäusern, Flughäfen,

Bahnhöfen und an Tankstellen,

aber vor allem in Firmen

und Unternehmen.

Märkte ohne Mitarbeiter

und ohne Kassen

In den Markt kommt jetzt

Dynamik: Aus dem

Automaten wird

ein automatisierter

Kiosk.

Die Vending-Branche

beobachtet die

Entwicklung sehr genau.

In den USA wird dieses

Segment bereits erprobt und

gilt als schnell wachsender Einzelhandelssektor.

Bei diesem

Shopsystem werden die Waren

wie im Supermarkt aus normalen

Regalen angeboten, aber es

werden keine Mitarbeiter benötigt.

Vorreiter ist der Online-Händler

Amazon mit Amazon

Go. Die Kunden müssen

sich dort beim Betreten der Läden

über eine App anmelden.

Die Regale sind mit Sensoren

ausgestattet. Diese erfassen,

welche Ware entnommen wird.

Nach dem Einkauf wird

das Geld einfach

vom Konto des

Käufers abgebucht.

Die Branche

wartet gebannt

auf erste Erkenntnisse.

Auch auf der

anstehenden Fachmesse

„Euvend & Coffeena“ in Köln

werden die kassenlosen Märkte

daher ein wichtiges Thema sein.

Ein solcher Shop ist quasi ein

begehbarer Automat, die Größe

ist flexibel. „Denkbar“, so Stefanie

Mauritz, Direktorin von „Euvend

& Coffeena“, „ist zum Beispiel

auch der Einsatz in Bürokomplexen,

in denen die Systeme

die schnelle Versorgung von

Mitarbeitern gewährleisten“,

etwa durch vorbereitetes Essen.

Sie könnten bereits vorhandene

Automatenlösungen ergänzen.

Personal werde letztlich nur

zum Einräumen der Ware benötigt.

Kunden profitierten vom jederzeit

verfügbaren Angebot,

das könne sogar eine „persönliche

Note“ bekommen, wenn

man seine gewünschten Produkte

vorab bestellen könnte.

Gleich wie bei Automaten

sind flexible Bezahlsysteme

möglich: vom Bargeld über die

Bezahlung per Bank- oder Kreditkarte

bis hin zum Fingerabdruck

oder, wie von Amazon getestet,

per automatischer Erfassung,

sei alles vorstellbar. Smarte

Technologien, intelligente

Lösungen und die Orientierung

an den Bedürfnissen der Konsumenten:

Die neuen Märkte vereinen

viele Erfolgsfaktoren, die

FOTO: © MADIZ/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] spezial 35

typisch sind für den automatisierten

Verkauf von Waren und

Produkten.

Doch die Läden und Automaten

werden nicht nur immer

smarter, die Angebote werden

auch immer ausgefeilter. Ein

Trend, den Stefanie Mauritz

schon länger beobachtet, ist die

So werden

Büros

zukünftig

zu neuen

Kaffeehäusern.

Stefanie Mauritz

Direktorin „Euvend & Coffeena“

Entwicklung bei Kaffee. Komme

das Heißgetränk aus dem Automaten,

werde annähernd eine

Qualität wie in einer Kaffeebar

erwartet. Auf der „Euvend &

Coffeena“ würden beispielsweise

Kaffeeautomaten mit Frischmilch

und frischer Bohne präsentiert.

Aber auch neue Lösungen

zur Wasseraufbereitung und

-filterung sowie digitale Neuerungen

werden gezeigt, darunter

Touchdisplays zur Bedienung

und Einblendung von Werbevideos

und Apps zur Optimierung

der Serviceleistungen.

Vorgestellt würden auch ergonomische

Transportgeräte für

Vending-Automaten, die überall

dort zum Einsatz kommen können,

wo kein Stapler oder Lieferwagen

anlanden kann.

Das Zauberwort für die Branche

aber heißt „Office Coffee

Service“ abgekürzt OCS. „Nicht

zuletzt in diesem Bereich sehen

Marktexperten große Chancen

für Wachstum“, berichtet Messe-Sprecherin

Mauritz, „denn

ein Viertel des jährlichen Kaffeegesamtkonsums

findet bereits

außer Haus statt – Tendenz

steigend.“

Auf Heißgetränke entfielen

derzeit mehr als die Hälfte des

erzielten Branchenumsatzes.

Zwei Drittel davon am Arbeitsplatz.

Bereits 60 Prozent der Arbeitgeber

böten ihren Mitarbeitern

eine professionelle Kaffeeversorgung

an. Was im Umkehrschluss

bedeute: „40 Prozent

noch nicht.“

Potenzial ergebe sich aber

auch aus den Veränderungen in

der Arbeitswelt an sich. Mauritz

führt flexiblere Arbeitszeitmodelle

an, „neue kollaborative

Räumlichkeiten und neue Rituale“,

aber ebenso die sich verändernden

Ansprüche an die

Versorgung. Angeboten würden

hier flexible Kiosk- oder Coffee-Corner-Lösungen,

die in

Pausenräumen von Unternehmen

einfach und schnell eingesetzt

werden können. Mauritz

verspricht: „So werden Büros

zukünftig zu neuen Kaffeehäusern.“

[!] Thomas Vogel

13 Millionen Speisen und Getränke werden jährlich in Deutschland

an Automaten gekauft – und teilweise mit dem Handy bezahlt.

Drei Milliarden Euro Umsatz

„Vending“? Dahinter steckt

der lateinische Begriff „vendere“,

was verkaufen oder veräußern

bedeutet. Schätzungen

des Branchenfachverbands

DBV zufolge sind in Deutschland

rund 545.000 Verkaufsautomaten

in Betrieb. Etwa

vier Fünftel davon stehen in

Betrieben, der Rest in öffentlich

zugänglichen Bereichen

wie etwa Schulen, Raststätten,

Krankenhäusern, Behörden,

Bahnhöfen und Hotels. Jeden

Tag werden laut DBV in

Deutschland 13 Millionen Getränke

und Snacks aus Vending-Automaten

konsumiert.

Der damit erzielte jährliche

Umsatz beträgt rund drei Milliarden

Euro.

Die Automaten werden von

so genannten „Operatern“ aufgestellt

und betrieben, die für

das Befüllen sowie für die Reinigung

zuständig sind. Im

deutschen Vending-Sektor

sind rund 15.000 Mitarbeiter

beschäftigt. In der Branche

herrsche ein starker Wettbewerbsdruck,

was auch mit den

niedrigen Markteintrittsbarrieren

zu tun habe.

Wohin gehen die Trends?

Diese Frage steht im Mittelpunkt

des Expertenforums „Visions

of Vending“ am Freitag,

10. Mai, auf der Fachmesse

„Euvend & Coffeena 2019“, die

von 9. bis 11. Mai in Köln stattfindet.

FOTO: © GRAPHBOTTLES/SHUTTERSTOCK.COM


36

finanzieren unternehmen [!]

Der Preis ist heiß

Unternehmenswert Irgendwann ist der Moment gekommen, in dem Unternehmer ihren

Betrieb entweder in der Familie weitergeben oder am Markt verkaufen. In beiden Fällen

steht häufig die Frage im Raum: Was ist mein Betrieb eigentlich wert?

FOTO: © ZENZEN/SHUTTERSTOCK.COM

Als uns der Eigentümer vorgeschlagen

hat, dass wir

ihm ein Angebot für sein

Unternehmen machen sollen,

konnten wir unser Glück anfänglich

gar nicht fassen“, erzählt

Klaus Herrmann, Co-Geschäftsführer

bei einem mittelständischen Verlagshaus.

„Meine Geschäftsführungskollegin

und ich hatten uns bereits

mehrfach dazu ausgetauscht,

das Unternehmen gemeinsam zu

übernehmen.“ Das Führungs-Duo

ließ sich daher nicht lange bitten,

besprach die Finanzierung mit der

Bank und gab schließlich ein Angebot

über knapp zehn Millionen Euro

ab. „Wir hielten das für einen angemessenen,

für beide Seiten fairen

Preis, weil er etwa dem zehnfachen

jährlichen Betriebsergebnis entsprach“,

erzählt Herrmann, der seinen

wahren Namen an dieser Stelle

Viele Mittelständler

suchen händeringend einen

Nachfolger. Der Verkaufspreis

wird häufig zum Knackpunkt.

Zur Person

Christian Futterlieb

hat in Mannheim

studiert und ist

Diplomkaufmann. Er

ist Geschäftsführer

der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft

VR Equitypartner.

nicht lesen möchte, frustriert. „Quasi

aus dem Nichts sind dann noch

ein großer Verlag und ein Finanzinvestor

in das Rennen eingestiegen

und haben den Preis hochgetrieben.“

Am Ende sind für die Firma

15 Millionen Euro gezahlt worden.

Trotz eines nochmals nachgebesserten

Angebots hatten Herrmann und

seine Geschäftspartnerin keine

Chance, zum Zuge zu kommen.

Ein Fall wie dieser könnte zukünftig

häufiger stattfinden. Denn bei

vielen kleinen und mittelständischen

Unternehmen in Industrie,

Handwerk und Dienstleistung steht

in den nächsten Jahren ein Generationswechsel

an. Laut Experten der

L-Bank stehen dann viele Betriebe

vor einem Nachfolgeproblem.

Grund dafür:

die demographische

Entwicklung. Sie bekommt

Baden-Württemberg besonders

zu spüren. Denn in der Region

sind 41 Prozent der Eigentümer beziehungsweise

Geschäftsführer von

kleinen und mittleren Betrieben

(KMU) 55 Jahre oder älter. Gleichzeitig

werden die Jahrgänge der 25-

bis 45-Jährigen zahlenmäßig schwächer.

Nach Schätzungen des IfM

Bonn steht allein im Zeitraum von

2018 bis 2022 bei 150.000 Familienunternehmen

mit zusammen

2,4 Millionen Beschäftigen die

Nachfolge beziehungsweise Übergabe

an.

Unterschiedliche Vorstellungen

von Käufern und Verkäufern

„Irgendwann wird sich jeder betroffene

Unternehmer fragen, was sein

Betrieb eigentlich wert ist“, weiß

Oksana Miglietti, Wirtschaftsprüferin

und Steuerberaterin bei Schultze

& Braun, „spätestens dann, wenn

er seine Nachfolge regeln will und

die Firma entweder an seine Kinder

übergeben oder an einen Dritten

verkaufen will.“ Doch gerade wenn

ein Unternehmen veräußert werden

soll, besteht häufig das Problem,

dass die Vorstellungen

von Käufer und Verkäufer

voneinander

abweichen. „Der Wert

eines Unternehmens

entspricht nicht

grundsätzlich dem

Preis, der dafür am

Markt gezahlt

wird“, weiß Susann

Ihlau, Wirtschaftsprüferin

und

Steuerberaterin sowie

Partnerin beim Prüfungs-

und Beratungsunternehmen

Mazars

und dort spezialisiert

auf mittelständische

Unternehmen. Herbe

Enttäuschungen aus

Sicht des Verkäufers

sind genauso möglich

wie unerwartete Hö-


unternehmen [!] finanzieren 37

henflüge. „Gute Mittelständler sind

im Moment sehr gefragt am Markt“,

beobachtet Wirtschaftsprüferin

Ihlau. Doch das gilt nicht pauschal

und nicht über alle Branchen hinweg.

„Bei einem Zulieferer im Automotive-Bereich,

der Teile für Verbrennungsmotoren

produziert, stellt

sich die Frage, ob die Firma in der

Lage ist, sich umzustellen auf neue

Antriebskonzepte. Darauf muss der

Eigentümer gute Antworten haben,

wenn er sein Unternehmen verkaufen

will“, empfiehlt Ihlau und erläutert

die Perspektive des Käufers.

„Grundsätzlich spielt es für ihn weniger

eine Rolle, wie die Performance

des Unternehmens

in

der Vergangenheit

war. Der Fokus

liegt auf der

zukünftigen Entwicklung.

Schließlich zahlt

er nicht für die

Vergangenheit, Oksana Miglietti

sondern für das, Wirschaftsprüferin

was er zukünftig

an Cash-flow aus dem Unternehmen

ziehen kann.“

Aus Vereinfachungsgründen orientieren

sich viele Käufer an betriebswirtschaftlichen

Kenngrößen

wie dem Umsatz oder dem Betriebsergebnis

vor Steuern (Ebit) und multiplizieren

sie mit branchenspezifischen

Faktoren um zu einem indikativen

Preis zu kommen – so wie Herrmann

das bei seinem Gebot gemacht

hat. „Die Gefahr ist, dass man mit diesem

vereinfachten Verfahren zu kurz

springt und viele Aspekte ausblendet,

die für die Bewertung wichtig

sind“, sagt Ihlau. Denn tatsächlich

Für Käufer

ist nicht

die vergangene,

sondern die künftige

Performance wichtig.

wird der Unternehmenswert

von einer

ganzen Reihe in- und

externen Faktoren beeinflusst.

„Authentizität

und ein langjähriges

Know-how sind neben

gut aufbereiteten Zahlen

Dinge, die, wenn

man erst einmal in Verhandlungen

tritt, den Preis für ein Unternehmen

häufig positiv beeinflussen können“,

sagt Christian Futterlieb, Geschäftsführer

bei der Beteiligungsgesellschaft

VR Equity Partner.

Um den Wert einer Firma realistisch

zu ermitteln, werden daher neben

Marktpreisverfahren

auch

Ertragswertoder

Discoun-

ted-Cash-flow-

Verfahren verwendet.

Der

Wert einer Firma

wird dabei vereinfacht

gesagt

dadurch ermittelt,

dass die zukünftigen

Überschüsse auf den Bewertungsstichtag

abdiskontiert werden.

Bestehende Schulden werden

– wenn auch auf unterschiedliche

Weise – jeweils davon abgesetzt.

„Die Idee bei beiden Verfahren ist,

dass ich einen Wert erhalte, der intersubjektiv

nachprüfbar ist“; sagt

Miglietti. „Wenn ich in jedem Verfahren

die gleichen Annahmen treffe,

komme ich immer zum gleichen

Wert, so dass ich die eine Rechnung

in die andere überführen kann.“

Eine Unternehmensbewertung

steht und fällt somit mit den Annahmen,

die dabei getroffen werden.

Den Wert eines

Unternehmens zu

ermitteln, ist nicht

einfach.

Zur Person

Oksana Miglietti

arbeitete unter anderem

als Controllerin

für eine Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft.

Seit 2018

ist sie Wirtschaftsprüferin

und Steuerberaterin

bei Schultze

& Braun am

Standort Achern.

„Um ein Bewertungsgutachten anzufertigen,

muss ich als Wirtschaftsprüferin

mit dem Eigentümer in den

Dialog treten und brauche konkret

dokumentierte Planungsrechnungen

mindestens für die kommenden drei

Jahre“, beschreibt die Bilanzexpertin

den Prozess. „Gerade Mittelständler

sind hier jedoch häufig

nicht gut aufgestellt.“

Jede Bewertung ist zudem nur

eine Momentaufnahme. Denn Erwartungen

und Rahmenbedingun-

Grundstücke

gesucht

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38

finanzieren unternehmen [!]

Internet-Plattform für Betriebsnachfolge

zählt Wirtschaftsprüferin Miglietti

mögliche Ausgangssituationen auf.

Gerade bei der Übertragung im Zuge

einer familiären Nachfolgeregelung

oder einem Management-Buyout ist

es häufig eine Überlegung wert, ein

Bewertungsgutachten in der Version

IDW S1 von einem Wirtschaftsprüfer

machen zu lassen. „Meist kommen

die beteiligen Parteien in diesen

Fällen gar nicht richtig in Verhandlungen.

Mit einem Gutachten gibt es

eine fundierte Diskussionsgrundlage,

die zum Beispiel auch vor Gericht

Bestand hat.“

Gute

Mittelständler

sind im Moment

am Markt

sehr gefragt.

Susann Ihlau

Wirtschaftsprüferin

Platz für Käufer und Verkäufer

Unternehmen, die ihre

Firma verkaufen wollen, bekommen

mit der Nachfolgebörse

nexxt-change (www.

nexxt-change.org) der Industrie-

und Handelskammer

(IHK) in der Region Stuttgart

eine vergleichsweise einfache

Möglichkeit dazu. Auf der Börsenplattform

können sie ihren

Betrieb listen lassen und finden

ein großes Angebot von

Bietern, die an einer Nachfolge

Interesse haben. Es gibt tausende

von Angeboten und Anfragen.

Gesuche lassen sich

anonymisiert mit Chiffre-Nummern

veröffentlichen.

Zudem bietet die IHK qualifizierte

Betreuung durch kompetente

Regionalpartner. Die

L-Bank bietet potenziellen

Käufern zudem Fördermittel

an (Näheres dazu findet sich

auf der Internetseite www.

gruendung-bw.de).

Ist jedoch die Veräußerung an einen

Dritten geplant ist, kommt häufig ein

unberechenbarer Faktor dazu: „Die

Vorstellung des Eigentümers vom

Wert der Firma ist oftmals in hohem

Maße emotional beeinflusst“, weiß

Miglietti aus ihrer Berufspraxis.

„Schließlich verkauft er sein Lebenswerk.

Dann gilt es, in langen Verhandlungen

mit dem Käufer eine Basis

zu finden.“ [!] Thomas Luther

gen können sich ändern. Wie stabil

ist zum Beispiel das Geschäftsmodell

in Hinblick auf eine digitale Disruption?

Welche Auswirkungen hat

der Brexit auf das Unternehmen?“ –

die Antworten auf diese elementaren

Fragen bestimmen den Wert entscheidend

mit. „Zudem sind

Managementfaktoren gerade im

Mittelstand ein ganz wichtiges Kriterium“,

weiß Ihlau. „Häufig ist der

Inhaber mit seinem Know-how und

seinem Netzwerk die treibende

Kraft im Unternehmen. Wenn diese

Kraft ausscheidet, stellt sich die Frage,

was die Firma noch wert ist.“

Nicht zuletzt hängt der Unternehmenswert

auch maßgeblich vom Anlass

ab. „Es macht einen Unterschied,

ob der Unternehmer beispielsweise

eine Übergabe im Familienkreis

plant, ob er verkaufen will oder den

Wert für den Zugewinnausgleich im

Rahmen einer Scheidung benötigt“,

Zur Person

Susann Ihlau ist

Wirtschaftsprüferin

und Partnerin des international

tätigen

Prüfungs- und Beratungsunternehmen

Mazars und spezialisiert

auf Unternehmensbewertungen

und Transaktionsberatung.

FOTO: © ELENABSL/SHUTTERSTOCK.COM

Im Internet gibt es

Plattformen, die

Käufer und Anbeiter

von Unternehmen

zusammenbringen.


unternehmen [!] namen & nachrichten 39

Emissionen

minimieren

Saubere Mobilität – das streben

die Technische Hochschule

Ulm und die Firma AIP Automotive

an. Im Rahmen einer Kooperation

werden RDE-Fahrten

(RDE = Real Driving Emissions)

auf den Rollenprüfstand übertragen.

So will das Forschungsteam

Emissionen moderner Motoren

unter reproduzierbaren

Bedingungen minimieren. AIP

gehört zur APL Group, die mit

rund 1500 Mitarbeitern in Süddeutschland

Technologien im

Automobilbereich entwickelt.

Digitaler Wandel

erforscht

Mit der Digitalisierung, ihren

Auswirkungen und Chancen

setzt sich an der Hochschule Ravensburg-Weingarten

nun das

neugegründete Institut für Digitalen

Wandel (IDW) auseinander.

Die Wissenschaftler befassen

sich mit verschiedenen Aspekten:

Industrie und Handel,

Leben und Freizeit sowie Soziale

Arbeit und Gesundheitswesen.

Erste Forschungsprojekte

werden vorbereitet.

Schneller in den

Tourismus

Erst Hotelfachschule, dann

Studium. Dieser Weg wird für

Absolventen der Hotelfachschule

Bad Wörishofen künftig einfacher.

Grund ist der mit der HS

Kempten geschlossene Kooperationsvertrag

über die Anrechnung

erbrachter Leistungen auf

ein Tourismus-Management-Studium.

Hotelfachschüler

können ausgewählte Fächer

im Bachelorstudiengang Tourismus-Management

anrechnen

lassen. Auch eine Verkürzung

des Studiums ist möglich.

Kontakt: Sybille Adamer,

sybille.adamer@hs-kempten.de

Praxisnahe Ausbildung: Die HfWU schickt ihre Studenten ins Feld,

um ein Reitturnier zu dokumentieren. Bild: HfWU Nürtingen-Geislingen

Vorlesung auf

dem Reitplatz

Praktischer geht’s fast nicht: Die HfWU Nürtingen-Geislingen richtet

eine Lehrveranstaltung des Studiengangs „Pferdewirtschaft”

auf dem renommierten Reitturnier „Internationale Marbacher Vielseitigkeit“

aus. „Die Studenten werden eine Dokumentation der

Abläufe unter Verwendung von Projektmanagement-Tools erstellen“,

erläutert Professorin Barbara Benz. Die Kooperation sei ein

Gewinn für Veranstalter und Studenten: „Der Veranstalter kann

aus den Ergebnissen der Studenten möglicherweise Optimierungsansätze

ableiten, und wir haben eine dynamische, praxisorientierte

Lehrveranstaltung.“

Kühlschrank der

Zukunft

Was muss ein Kühlschrank in

Zukunft können? Welche digitalen

Lösungen sind nötig? Mit

dieser Design Thinking Challenge

beschäftigten sich 22 Studierende

der Hochschule Neu-Ulm

und der israelischen Partnerhochschule

College of Management

Academic Studies bei

Liebherr Haushaltsgeräte in

Ochsenhausen. Eine Woche lang

analysierten die Nachwuchstalente

die Bedürfnisse der Kunden,

identifizierten neue Lösungsideen

und setzen die Ideen

in Software-Prototypen um.

Die präsentierten Ansätze begeisterten

Professoren wie Praxispartner.

Weitere Kooperationen

sollen folgen.

Effiziente

Produktion

Mit einer Fachtagung unter

dem Motto „Vernetzte Vielfalt

par excellence” an der HS

Kempten hat das Technologienetzwerk

Effiziente Produktionstechnik

(EffPro) Fahrt aufgenommen.

Mit dem Ziel, gemeinsam

Fertigungsverfahren und

Produktionstechnologien zu optimieren

sowie Produkte an

marktpolitische Anforderungen

anzupassen, kooperieren Professoren

der Hochschule mit

Unternehmen in unterschiedlichen

Maschinenbaudisziplinen.

Die Zusammenarbeit soll bis

mindestens 2021 bestehen.

Werkstatt

der Zukunft

Rund 110.000 Menschen sind

im baden-württembergischen

KfZ-Gewerbe beschäftigt. Um

diese Arbeitsplätze zu sichern

und Kleinbetriebe wie Autohäuser

und Werkstätten bei der Vorbereitung

auf Transformationsprozesse

zu unterstützen, hat

die HfWU Nürtingen-Geislingen

das Projekt „Zukunftswerkstatt

4.0” ins Leben gerufen. Die

im Raum Stuttgart entstehende

Werkstätte bietet Branchenpraktikern

die Möglichkeit, sich

intensiv mit dem Wandel – etwa

in Richtung E-Mobilität – auseinanderzusetzen.

Parallel baut

das Institut für Automobilwirtschaft

ein Kompetenzkonsortium

auf. Kooperationspartner

sind willkommen.

Kontakt: Stefan Reindl,

mail@ifa-info.de

Kooperation mit

Consinion

Die Personalberatung Consinion

aus Ulm kooperiert mit der

SRH-Fernhochschule in Riedlingen.

So wird Consinion bei der

Weiterbildung von den Studienund

Zertifikatsangeboten der

SRH Fernhochschule profitieren.

„Weil in der seit Bologna stark

verkürzten Hochschulausbildung

Studierende zwar Wissen

sammeln, dies aber oft nicht

praktisch umsetzen können,

müssen Unternehmen zusammen

mit Hochschulen und Weiterbildungs-Instituten

Unterstützung

leisten“, sagt Consinion-Geschäftsführer

Joachim

Lang. [!]

gys


40

machen unternehmen [!]

Die Lichtwerte

bei Schwing

Stetter haben sich

um 60 Prozent

verbessert.

Berndt Wintermayr

Firmenchef

FOTOS: MARC HÖRGER

Mit High-Bright-

LED-lampen wie

diesen sorgen

Geschäftsführer

Berndt Wintermayr

und sein Team selbst in

verschmutzten Umgebungen

für gute Beleuchtung.

Erhellende Konzepte

für die Industrie

Wintermayr Energie Ein kleines Unternehmen aus Ulm sorgt dafür,

dass Firmen ein Licht aufgeht. Mit seinen Lösungen für Beleuchtung

und Lüftung lassen sich viel Geld und CO 2

sparen.

Vielen Unternehmern ist

nicht bewusst, wie

wichtig gute Beleuchtung

für die Mitarbeiter

ist und welches Sparpotenzial

vorhanden ist. Häufig wachsen

die Firmenstandorte, aber

die Beleuchtung in den alten

Hallen wird außer Acht gelassen,

sagt Firmenchef Berndt

Wintermayr. Mit der Wintermayr

Energiekonzepte Systemtechnik

aus Ulm hat er es sich

zur Aufgabe gemacht, Unternehmen

durch moderne Beleuchtungsoptimierung

beim

Energiesparen zu unterstützen.

Seit 1994 ist das Familienunternehmen

Pionier in diesem Bereich.

An der Spitze stehen

Berndt Wintermayr, sein Sohn

Alexander, der ebenfalls Geschäftsführer

ist, und seine Ehefrau

Andrea. Sie leiten den Familienbetrieb,

der 12 Mitarbeiter

beschäftigt und mit seinen

Partnern bereits mehr als 900

Projekte umgesetzt hat.

Dazu gehören beispielsweise

Einsätze wie bei Schwing Stetter,

dem Memminger Hersteller

von Betonmischanlagen und Betontransportsystemen.

In 17

Hallen und im Außenbereich

baute Wintermayr binnen sechs

Monaten 1300 neue LED-Leuchten

ein. Damit spart Schwing

Stetter nun 83 Prozent Beleuchtungsenergie

und 540 Tonnen

C0 2

im Jahr. „Die Lichtwerte haben

sich um rund 60 Prozent

verbessert“, erläutert Bernd

Wintermayr. Das komme den

Mitarbeitern in der täglichen

Arbeit zugute. Auch bei Daimler,

Airbus und Stihl hat die Ulmer

Firma schon die Leuchten

durch energiesparenden Lampen

ersetzt. Die Einsätze haben

eine Herausforderung: „Wir arbeiten

bei laufender Produktion,

aber unsere Kunde dürfen das

nicht merken“, so Wintermayr.

Zum Konzept des Betriebs

gehört es, alles aus einer Hand

zu liefern. Wintermayr kümmert

sich um die Analyse, Konzeption,

Planung, Finanzierung,

Umsetzung des Beleuchtungs-


unternehmen [!]

machen

41

Worten in den nächsten Jahren

an Bedeutung gewinnen wird.

Unter dem Dach der Wintermayr-Gruppe

bietet der Betrieb

nun die Geschäftsfelder

Beleuchtung, Energiemanagement

sowie energieeffiziente

Belüftung und Programmierung

an. Neue Beleuchtungsprojekte

möchte die Ulmer Firma

in Zukunft nicht nur in Industrie-

und Bürogebäuden

umsetzen, sondern auch in der

Landwirtschaft.

Mit Wärmebildkameras wird geprüft, wie viel Wärme LED-Leuchten

abstrahlen. Je hochwertiger das Gehäuse desto weniger.

managements und sogar die

Wartung.

„Dieses Rundumpaket unterscheidet

uns von vielen

Elektrounternehmen“, sagt

Marketingleiterin Nicole

Fleissner. Um das beste Ergebnis

zu erzielen, reiche ein

1:1-Austausch der Lampen

nicht. Man müsse die Hallen

genau unter die Lupe nehmen.

Vielleicht lohne sich eine komplett

andere Anordnung der

Leuchten oder der Faktor Tageslicht

spiele eine große Rolle

– all diese Möglichkeiten

müssen bei einem neuen Lösung

miteinbezogen werden,

sagt Fleissner. Seinen Kunden

verspricht Wintermayr, dass es

nicht zu bösen Überraschungen

kommt: Der Betrieb wirbt

mit Einspar-Garantie, Festpreis-Garantie

und Lichtqualitäts-Garantie.

Das Konzept scheint sich zu

bewähren. Das Geschäft legt

zu. Das Unternehmen erwirtschaftet

einen Jahresumsatz im

niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Der schwanke

aber stark, je nachdem in welchem

Jahr Großprojekte abgerechnet

werden, erläutert Geschäftsführer

Alexander Wintermayr.

Gemeinsam mit seinem Vater

hat er die Firmenstruktur

geändert, weil das Thema

Energieeffizienz nach seinen

Netzwerk mit zehn

Partnern gegründet

Weiteres Wachstum versprechen

sich Berndt und Alexander

Wintermayr von einem

neu gegründeten Netzwerk. In

der Team4energy GmbH mit

Sitz in Dornstadt (Alb-Donau-

Kreis) haben sich zehn Betriebe

zusammengeschlossen.

Energiesparmaßnahmen in

den Betrieben betreffen sehr

schnell verschiedene Fachbereiche

– von der Lüftung über

Heizung und Druckluft bis zur

Art der Stromerzeugung.

„Mit dem neuen Netzwerk

können Kunden mehrere Energieeffizienz-Maßnahmen

steuern

und haben nur einen Ansprechpartner,

der sich um die

gesamte Koordination kümmert“,

beschreibt Wintermayr.

Die Vorteile für den Kunden,

der mehrere Gewerke gleichzeitig

umsetzen muss, sind

nach seinen Worten weniger

Zeitaufwand, geringere Kosten,

weniger Ressourcen und

eine höhere Qualität.[!]

Melissa Seitz

Fördermittel für Mittelständler

Die Wintermayr Energiekonzepte

Systemtechnik GmbH

hat zuletzt mit rund 12 Mitarbeitern

einen Umsatz im einstelligen

Millionenbereich erwirtschaftet.

Sie greift bei der

Umsetzung der Projekte auf

Partner und Subunternehmen

zurück. „Unsere Kunden haben

haben immer nur einen Ansprechpartner,

der sich um alles

kümmert“, sagt Geschäftsführer

Berndt Wintermayr.

Wintermayr testet derzeit die

Beleuchtung von Pflanzen.

Mittelständler erhalten bei

Energiesparenden Maßnahmen

Unterstützung vom Staat.

Gerade für kleine und mittelständische

Unternehmen gibt

es vom Land aktuell Förderungen

bis zu 200.000 Euro für

Maßnahmen zur CO 2-

Reduzierung

– dazu gehört auch die

Beleuchtungsoptimierung. Die

Einführung eines Energiemanagements

wird sogar mit bis zu

50 Prozent bezuschusst.


42

leben unternehmen [!]

Mach mal

lauter!

Umfrage Musik liegt in der Luft. Immer und überall.

Sechs Führungskräfte haben unserem Mitarbeiter

Stefan Loeffler verraten, bei welchen Songs sie das

Radio ganz besonders aufdrehen und welche Musiker

sie gerne in ihrem Unternehmen live erleben würden.

1) Was war Ihr erster Konzertbesuch

und wann?

2) Haben Sie ein Instrument gelernt und

wann haben Sie zuletzt darauf

gespielt?

3) Was war Ihr bislang prägendstes

Musikerlebnis?

4) Welches sind Ihre drei Lieblingslieder?

5) Welche Band, welchen Musiker

würden Sie gerne in Ihrem

Unternehmen live hören?

FOTO: GETTY IMAGES

1Das war 1979 in München mit

Bob Marley, Fleetwood Mac

und Motörhead.

Ich habe Gitarre gelernt und

2 erst gestern Abend wieder

gespielt.

Dr. Ulrich Andelfinger, der

Studioleiter des Südwestrundfunks

in Ulm würde gerne

einmal die britische Band

Led Zeppelin einladen.

Das war das Konzert von

3 George Clinton & Parliament/Funkadelic

im Jahr 2006

im Ulmer Zelt.

„The Rain Song“ von Led

4 Zeppelin, „One of These

Days“ von Pink Floyd und

„Strong“ von London Grammar.

Auf jeden Fall Led Zeppelin.

5


unternehmen [!]

leben

43

ALLES

aus einer Hand!

Umbau und Ausbau –

Jetzt beraten lassen!

Thomas Imbacher spielt

wieder in seiner alten Band. Der

Geschäftsleiter Vertrieb

Zentraleuropa der Peri GmbH in

Weißenhorn nimmt in seiner

Freizeit am Schlagzeug Platz.

1Das war BAP auf der „Für

Usszeschnigge“-Tour in der

Donauhalle in Ulm. Ein sensationelles

Konzert. Das dürfte etwa

1981 gewesen sein.

Ich habe Schlagzeug gelernt

2 und spiele aktuell wieder aktiv

bei der Band Gravestone, wie

man auch in der Südwest Presse

lesen konnte.

Das erste große Konzert mit

3 Gravestone vor etwa 3000

Besuchern in der Donauhalle.

Das war 1984.

Da tue ich mich sehr schwer.

4 Es gibt es sehr viele fantastische

Songs. Toll gesungen ist

Abbas „Dancing Queen“. „Girl

from Ipanema“ von Frank Sinatra

hat eine irre Stimmung. „O

Fortuna“ aus Carmina Burana ist

auch großartig.

Ganz klar: Udo Lindenberg

5 unplugged.

Tanja Leuthe, Fachbereichsleiterin

Kultur und Gestalten an

der Volkshochschule Ulm macht

gerne mit anderen Menschen

Musik.

1Wie schade, doch daran kann

ich mich leider nicht erinnern.

2Ich habe immer schon gerne

gesungen und mir deshalb

als Jugendliche eine Gitarre gekauft,

um mich dabei begleiten

zu können. Das habe ich mir

dann ohne Unterricht selbst beigebracht.

Bis heute schreibe ich

ab und zu auch eigene Lieder.

Gespielt habe ich erst gestern

wieder.

3Mit anderen Menschen Musik

machen, ob in kleiner

Runde am Lagerfeuer, mit einer

Schar an Kindern, oder bei einem

kleinen Auftritt – das ist für

mich jedes Mal aufs Neue berührend.

4Es ist nicht leicht, mich auf

drei Lieder festzulegen. Zu

den Liedern, die ich nie müde

werde zu hören, gehören „Retrograde“

von James Blake,

„Hands up - I love you“ von Madrugada

sowie „Teclo“ von PJ

Harvey.

5Die britische Sängerin Tess

Parks, die trotz zarter-mädchenhafter

Erscheinung alle mit

ihrer rauchig-tiefen Stimme und

psychodelischem Sound betört.

DIE MALERWERKSTATT

Mäck GmbH

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FOTOS: © UNCLEPEPIN DANNY SMYTHE/SHUTTERSTOCK.COM; © JÜRGEN FÄLCHLE - FOTOLIA.COM


44

leben unternehmen [!]

Klaus Meissner, im

Vorstand der Kreissparkasse

Göppingen für die Marktbereiche

zuständig, greift nur

noch ab und zu in die

Gitarrensaiten.

FOTOS: © VERESHCHAGIN DMITRY; THEHIGHESTQUALITYIMAGES; IASHA - SHUTTERSTOCK.COM

1Das war ein Konzert der Ramones

im Jahr 1989 in Böblingen.

2Ich spiele Gitarre. Das letzte

Mal habe ich allerdings

an Weihnachten gespielt.

3Das war als ich 1990 das

erste Mal bei einem Rolling

Stones Konzert war. Damals

hieß es, dass es die letzte Abschiedstournee

ist. Danach

folgten allerdings noch viele

1Nein, daran kann ich mich

leider nicht mehr erinnern.

Mein letzter Konzertbesuch

war auf jeden Fall in der Jugendmusikschule

Göppingen.

2Ein Instrument habe ich

nicht gelernt.

3Das war der Auftritt des

Gefangenenchors in Verdis

Operette Nabucco.

weitere und aller Wahrscheinlichkeit

nach werden auch

noch weitere Konzerte geplant.

4

„Piano Man“ von Billy Joel,

„Don‘t Stop Me Now“ von

Queen sowie „Don‘t You“ von

den Simple Minds

5Seiler und Speer. Der Dialekt

ist super und Text und

Musik machen Spaß.

Rainer Ruf, Kommunalberater

in Rechberghausen, war von

Verdis Gefangenenchor

beeindruckt.

4Das sind „Du hast mich

tausendmal belogen“ von

Andrea Berg, „Ein Bett im

Kornfeld“ von Jürgen Drews

und das Lied „Mit Pfefferminz

bin ich dein Prinz“ von Marius

Müller Westernhagen sowie

„Beautiful Noise“ von Neil

Diamond.

5Schöne klassische Musik

von Bach, Beethoven, Josef

Haydn, Mozart ...

1Da mein Vater verschiedene

Blasorchester leitet, habe

ich schon als kleines Kind regelmäßig

seine Konzerte besucht.

Später war mein erstes

Konzert außerhalb der Familie

ein Auftritt der Toten Hosen.

Ich war zwar immer ein

großer Verehrer von klavierlastiger

Popmusik, aber die

Musiker der Toten Hosen fand

ich trotzdem genial.

Ich habe mit sechs Jahren

2 angefangen Klavier zu

spielen, später kamen Klarinette

und Saxophon dazu. Auf

meinem Klavier spiele ich jeden

Tag.

Dr. Sarah Anderl-Straub ist

an der Universitätsklinik Ulm

in der Demenzforschung tätig.

Die leidenschaftliche Musikerin

hat bereits mit sechs

Jahren angefangen, Klavier zu

spielen.

3Da gibt es viele. Jedes Konzert,

das ich spiele, prägt

mich irgendwo, jede Begegnung

mit einem Kollegen oder

Vorbild ebenso. Derzeit arbeite

ich mit dem Liedermacher

Konstantin Wecker zusammen.

Das ist für mich aktuell

auf jeden Fall sehr prägend, bereichernd

und schön.

Das sind: „Africa“ von

4 Toto, „Greatest Love of

All“ von Whitney Houston und

„Flugzeuge im Bauch“ von

Herbert Grönemeyer.

Konstantin Wecker mit

5 Hannes Wader und Reinhard

Mey.


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12.10.

10 – 16 Uhr

Ulm-Messe

WIR SIND DABEI:


46

namen & nachrichten unternehmen [!]

Albrecht

verlässt Vetter

Geschäftsführer

Oliver

Albrecht

Pharma Oliver Albrecht, Geschäftsführer

der Vetter-Gruppe,

verlässt auf eigenen Wunsch

den Pharmadienstleister. Vor

dem Beirat des Ravensburger

Familienunternehmens gab er

private Gründe

an. Seine Aufgaben

übernehmen

vorerst die

Geschäftsführer

Thomas Otto

und Peter Sölkner.

Beiratschef

Udo Vetter

bedankte sich

bei Albrecht für

dessen großes Engagement und

die sehr gute Zusammenarbeit.

Mit 4500 Mitarbeitern ist Vetter

globaler Produktionspartner

der Pharmabranche.

Anmelden zur

Bildungsmesse

Emissionsfrei auf der letzten Meile: Zustellung in Stuttgart mit dem Lastenrad. Das Dachser-Konzept in

Stuttgart wurde im Bundeswettbewerb „Nachhaltige urbane Logistik“ ausgezeichnet. Foto: Dachser

Abgasfreie Lieferdienste

Der Logistikkonzern Dachser will in Europa ein Netz

von abgasfreien Lieferdiensten für Innenstädte aufbauen.

Dachser habe rund um die Stuttgarter Fußgängerzone

ein vier Quadratkilometer großes Liefergebiet

etabliert, sagte Vorstandschef Bernhard Simon.

Das Unternehmen setze dabei auf elektrische

Lastwagen und Lastenfahrräder. Ähnlich wie in

Stuttgart werde Dachser auch in anderen Städten

Projekte dieser Art umsetzen. Das Unternehmen mit

Sitz in Kempten erwirtschaftete zuletzt mit 30.600

Mitarbeitern an weltweit knapp 400 Standorten einen

Umsatz von 5,6 Milliarden Euro.

IHK Ulm Die Ulmer Bildungsmesse

findet alle zwei Jahre

statt, organisiert von der Stadt

Ulm in Kooperation mit der IHK

Ulm. Mit mehr als 45.000 Besuchern

und 280 Ausstellern ist sie

eine der größten Messen zur Berufsorientierung

in Deutschland

und die zentrale Informationsplattform

für Schule, Studium,

Aus- und Weiterbildung. Anmelden

können sich Firmen unter

www.bildungsmesse-ulm.de,

für nähere Infos und Rückfragen

gibt es die Mailadresse

bildungsmesse@ulm.ihk.de.

Netzwerken für

Ingenieurinnen

Vortrag Die Vereinigung „Frauen

im Ingenieurberuf“ in der

VDI Bezirksgruppe Donau-Iller

(Ulm/Neu-Ulm) lädt für Dienstag,

4. Juni, 18 bis 20 Uhr, zu einem

Netzwerktreffen mit einem

Vortrag über das Silikon Valley

in die Räume der Ingenics AG

in Ulm ein. Infos und Anmeldung

unter: fib@vdi-ulm.de.

230 Millionen

für Biberach

Pharmaindustrie Mit Investitionen

in Milliardenhöhe will

der Pharmakonzern Boehringer

Ingelheim sein Geschäft stärken.

Schon 2018 hatte Boehringer

mit 1,1 Milliarden Euro so

viel wie noch nie investiert.

Nach Biberach, dem größten

Forschungs- und Entwicklungszentrum

des Familienkonzerns,

fließen allein 230 Millionen

Euro in eine neue Fertigung für

biopharmazeutische Wirkstoffe.

Der Umsatz sank um 3 Prozent

auf 17,5 Milliarden Euro. Der Gewinn

beträgt 2,1 Milliarden

Euro. 2017 war es ein Minus von

223 Millionen Euro gewesen infolge

steuerlicher Effekte. Hintergrund

war die Abgabe des

Geschäfts mit rezeptfreien Arzneien

an Sanofi. Von weltweit

50.300 Mitarbeitern arbeiten

rund 6200 in Biberach. [!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Michael Zülzke

Max Meschkowski (Layout)

Antje Meyer (Bild)

Fotos Marc Hörger (Titel + Titelinterview),

Lars Schwerdtfeger,

Oliver Schulz, Volkmar Könneke,

Matthias Kessler, Werkfotos, Getty

Images, PR, Archiv

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

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