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Verfahrenstechnik 5/2019

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19098<br />

5<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

Mai <strong>2019</strong><br />

Hart auf hart<br />

Werkstoffkombination ermöglicht ungewöhnlichen<br />

Einsatz von Zahnradpumpen<br />

Supplement Umwelttechnik<br />

Produktionsintegrierter<br />

Umweltschutz<br />

Top-Thema Drucklufttechnik<br />

Hohe Anlagenverfügbarkeit<br />

und Prozesssicherheit<br />

Durchflussmessung<br />

Eingriffsfreie<br />

Clamp-on-Ultraschalltechnik


EDITORIAL<br />

NEWSLETTER<br />

Gedrucktes<br />

Knorpel, Knochen, Muskelgewebe, Nieren und jetzt sogar ein Herz<br />

aus dem 3-D-Drucker – wird die Medizin tatsächlich irgendwann in<br />

der Lage sein, 3-D-gedruckte Organe anstelle von Spenderorganen<br />

zu transplantieren? Es gibt vielversprechende Ansätze, aber bis<br />

wirklich einsatzfähige Organe damit hergestellt werden können,<br />

dürfte es noch Jahre dauern. Viel weiter ist die additive Fertigung –<br />

sprich der 3-D-Druck – bei „Ersatzteilen“ für Ingenieure. Hier<br />

verarbeiten die Drucker bereits Kunststoffe, Keramik, Metall, Beton<br />

und Glas zu ganz individuellen und hoch spezialisierten Bauteilen.<br />

Sogar komplizierte Geometrien können mit dem Verfahren in einem<br />

Stück und ohne großen Aufwand konstruiert werden.<br />

In der Prozessindustrie werden die Vorteile der 3-D-Fertigung auch<br />

schon genutzt: Ein Hersteller von Laborprodukten fertigt beispielsweise<br />

die Metallkomponente eines Anschluss-Systems als komplette<br />

Einheit in einem 3-D-Metall-Drucker. Das spart viel Zeit und<br />

reduziert das Gewicht der Komponente deutlich. Auch Pumpen und<br />

Armaturen werden mittlerweile schon mit der additiven Fertigung<br />

produziert – geräuschlos und sehr sparsam bei Energie- und<br />

Materialeinsatz. Dabei geht es im Moment noch hauptsächlich<br />

darum, Ersatzteile in kürzester Zeit herzustellen.<br />

Der 3-D-Druck hat ein großes Potenzial, und es gibt viele neue<br />

Verfahren, die hoffen lassen, dass sich die Fertigungsmethode<br />

etablieren wird. Dann könnten sowohl Mediziner als auch<br />

Inge nieure ihre revolutionären, gedruckten „Bauteile“ bedenkenlos<br />

einsetzen.<br />

Der E-Mail-Service<br />

für Verfahrens ingenieure<br />

in der Prozessindustrie.<br />

Aktuelle und<br />

branchenüber greifende<br />

technische Informationen<br />

über Anlagen,<br />

Komponenten und<br />

Systeme.<br />

Eva Linder<br />

Chefredakteurin<br />

e.linder@vfmz.de<br />

IMMER<br />

AKTUELL<br />

INFORMIERT<br />

Jetzt<br />

kostenlos<br />

anmelden!<br />

http://bit.ly/News_VFV


INHALT<br />

10 26 32<br />

Abfüllung: Eine neue Big-Bag-Füllstation<br />

befüllt vollautomatisch und mannlos<br />

4-Schlaufen-Big-Bags<br />

Druckluft: Zukunftssichere Kältetrockner<br />

werden mit einem klimafreundlichen<br />

Kältemittel betrieben<br />

Messtechnik: Mit geführtem Radar lässt<br />

sich der Füllstand schnell und präzise<br />

bestimmen<br />

AKTUELLES<br />

5 Personen, Märkte, Unternehmen<br />

6 Seminare, Tagungen, Kurse<br />

8 Expertengespräch zum Thema Industrie 4.0<br />

VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

10 Vollautomatische Big-Bag-Füllstation<br />

12 Vollständige Inline-Produktkontrolle mit Kontrollwaagen<br />

14 Produktinformationen<br />

KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

16 TITEL Werkstoffkombination und technische Auslegung<br />

ermöglichen ungewöhnlichen Einsatz von Zahnradpumpen<br />

18 PTFE-Verbundkompensatoren in Entstaubungsanlagen<br />

20 Mit Condition Monitoring Störungen oder Ausfällen der<br />

Antriebstechnik entgegenwirken<br />

22 Produktinformationen<br />

TOP-THEMA DRUCKLUFTTECHNIK<br />

24 Öl- und keimfreie Druckluft durch umfassende<br />

Aufbereitung<br />

26 Probleme beim Einsatz von Kältemitteln in der<br />

Druckluftaufbereitung<br />

28 Produktinformationen<br />

RUBRIKEN<br />

3 Editorial<br />

40 Inserentenverzeichnis<br />

41 Impressum<br />

42 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />

43 Vorschau<br />

SUPPLEMENT UMWELTTECHNIK<br />

S2 Der Umweltbeauftragte<br />

S4 Was haben Textilien mit Umwelttechnik zu tun?<br />

S6 Traumballen für den Wertstoffkreislauf<br />

S10 Präzise Abstimmung führt zu kosteneffizienter<br />

Abgasreinigung<br />

S14 Leichter Einbau von Polymerbetonabscheidern<br />

S16 Industrielle Abwasserreinigung – unterirdisch gut<br />

S18 Verfügbarkeit in der Kreislaufwirtschaft sicherstellen<br />

S3 Produktinformationen<br />

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ANZEIGE<br />

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

30 Durchflussmessungen mit eingriffsfreier<br />

Clamp-on-Ultraschalltechnik<br />

32 Füllstandmessung im Zyklon einer Brauerei<br />

34 Digitale Signale einfach erfassen und sicher beherrschen<br />

36 Produktinformationen<br />

BETRIEBSTECHNIK<br />

38 Schutzanzüge für Mitarbeiter im Chemiewerk<br />

39 Produktinformationen<br />

TITELBILD<br />

Witte Pumps & Technology<br />

GmbH, Tornesch<br />

INNENTITEL<br />

HSM GmbH + Co. KG,<br />

Frickingen<br />

4 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


AKTUELLES<br />

Denios eröffnet Technikum<br />

Denios hat am Stammsitz in Bad Oeynhausen ein Technikum für den Geschäftsbereich Lufttechnik/Containment<br />

Systeme eröffnet. Dieses dient zum einen als Showroom für Kunden, um anhand<br />

einer breiten Auswahl funktionsfähiger Anlagen, vom Absaugarm bis hin zum begehbaren<br />

Freiarbeitsplatz, die unterschiedlichen Funktionsprinzipien zu verdeutlichen. Zum anderen können<br />

Kunden die Exponate aktiv für eigene Tests und Messungen nutzen. „Die Einrichtung des<br />

Technikums ist die konsequente Fortführung unserer internationalen Wachstumsstrategie im<br />

Bereich Containment. Der zuverlässige Personen-, Raum- und Produktschutz steht bei allen<br />

Entwicklungen stets im Vordergrund“, berichtet Sascha Mohe, verantwortlich für den Vertrieb und<br />

das Produktmanagement für den Geschäftsbereich Lufttechnik innerhalb der Denios Gruppe.<br />

www.denios.de<br />

Allianz für Industrie 4.0<br />

Auf der Hannover Messe haben Unternehmen aus Maschinenbau,<br />

Industrieautomatisierung und Software die Gründung der Open<br />

Industry 4.0 Alliance angekündigt. Sie wollen mit dieser Kooperation<br />

proprietäre Insellösungen überwinden und der digitalen Transformation<br />

der europäischen Industrie den entscheidenden<br />

Schub geben. Gründungsmitglieder<br />

sind die Firmen Beckhoff, Endress+Hauser,<br />

Hilscher, Ifm, Kuka, Multivac und SAP. Die<br />

Allianz steht grundsätzlich allen Unternehmen<br />

offen. So sind bspw. Balluff, Gebhardt,<br />

Pepperl+Fuchs, Schmidtsche Schack, Samson<br />

oder Wika bereits als Mitglieder der Allianz beigetreten.<br />

Sie alle verpflichten sich gegenseitig<br />

zur Schaffung eines standardisierten und offenen Ökosystems zum<br />

Betrieb hochautomatisierter Fabriken und verfahrenstechnischer<br />

Anlagen unter Einbindung von Logistik und Services. „Die offene<br />

Architektur der Open Industry 4.0 Alliance erfüllt alle Anforderungen<br />

der Prozessindustrie“, sagt Matthias Altendorf,<br />

CEO der Endress+Hauser Gruppe. „Sie baut auf<br />

Standards auf, sorgt für Transparenz über alle<br />

Geschäftsprozesse hinweg und garantiert die<br />

Integrität der Systeme. Damit können Betreiber<br />

von verfahrenstechnischen Anlagen das Potenzial<br />

der Industrie 4.0 heben.“<br />

www.openindustry4.com<br />

Treffen Sie uns in Hannover:<br />

LIGNA<br />

Halle 26, StandG24<br />

27.–31. Mai <strong>2019</strong><br />

PELLETIER-<br />

ANLAGEN<br />

FÜRDAS<br />

RECYCLING<br />

RECYCLING/ABFALLSTOFFE<br />

Kunststoffabfälle, Teppichreste,<br />

Holz-Kunststoffgemische, WPC,<br />

Hausmüll, Biomasse, Holz,<br />

Klär- und Industrieschlämme,<br />

Altreifenrecyclinganlagen mit<br />

Moulding<br />

AMANDUS KAHL GmbH &Co. KG<br />

Dieselstrasse 5–9 · 21465 Reinbek<br />

Hamburg, Germany<br />

+49 (0) 40 72 77 10<br />

info@akahl.de · akahl.de


AKTUELLES<br />

SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />

Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />

KURS Verfahrenstechn. Erfahrungsregeln bei<br />

der Auslegung von Apparaten und Anlagen<br />

13./14.05.19,<br />

Altdorf b. Nürnberg<br />

WEITERBILDUNG Art. 45 CLP-Verordnung 15./16.05.19,<br />

Köln<br />

SEMINAR Kühlturmhygiene gemäß VDI<br />

2047-2<br />

SEMINAR Mehrkanalmessgeräte für die<br />

Flüssigkeitsanalyse<br />

KURS Galvanik von A–Z: Der Weg durch das<br />

Rechtskataster<br />

22.05.19,<br />

Frankfurt a. M.<br />

22.05.19,<br />

Fulda<br />

22./23.05.19,<br />

Essen<br />

JAHRESTREFFEN Reaktionstechnik <strong>2019</strong> 27.–29.05.19,<br />

Würzburg<br />

SEMINAR Ähnlichkeitstheorie und Scale-up 03./04.06.19,<br />

Essen<br />

WORKSHOP Temperaturmessung 04.06.19,<br />

Berlin<br />

BASISKURS QM für LabormitarbeiterInnen 04./05.06.19,<br />

Saarbrücken<br />

MESSE MSR-Spezialmesse Nord 19.06.19,<br />

HH-Schnelsen<br />

ANWENDERSEMINAR Wasser und<br />

Abwasser<br />

27./28.06.19,<br />

Schiltach<br />

Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />

www.taw.de<br />

Chem-Academy, Tel. +41/71/677-8703,<br />

www.chem-academy.com<br />

Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />

www.umweltinstitut.de<br />

Jumo, Tel. 0661/6003-0,<br />

www.jumo.net<br />

Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Dechema, Tel. 069/7564-0,<br />

www.dechema.de<br />

Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Optris, Tel. 030/500197-0,<br />

www.optris.de<br />

Klinkner & Partner, Tel. 0681/98210-0,<br />

www.klinkner.de<br />

Meorga, Tel. 06838/8960035,<br />

www.meorga.de<br />

Vega, Tel. 07836/50-0,<br />

www.vega.com<br />

Labvolution: Auf dem Weg zum vernetzten Labor<br />

Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung das Labor? Was ist heute schon möglich? Was wird<br />

morgen möglich sein? – Mit diesen Fragen befasst sich die Labvolution – die europäische Fachmesse für<br />

innovative Laborausstattung und die Optimierung von Labor-Workflows – vom 21. bis 23. Mai in<br />

Hannover. Als solche zeigt sie die ganze Welt des Labors – von den<br />

Life Sciences bis zur analytischen Chemie. Dies umfasst Labortechnik<br />

und Laborinfrastruktur für Forschungs-, Analyse-, Produktions-<br />

und Ausbildungslabore aus den Anwenderbranchen Chemie,<br />

Pharma, Life Sciences, Umwelt, Lebensmittel- und Bioanalytik sowie<br />

Forschung und Entwicklung.<br />

www.labvolution.de<br />

Neuer Geschäftsführer<br />

für<br />

Endress+Hauser<br />

Der künftige Geschäftsführer<br />

der Endress+Hauser Messtechnik<br />

GmbH+Co. KG heißt Oliver<br />

K. Stöckl (Bild). Er löste zum<br />

1. April seinen Vorgänger Günther<br />

Lukassen ab, der Ende Mai<br />

<strong>2019</strong> in den Ruhestand wechseln<br />

wird. Stöckl ist mit der Entwicklung<br />

neuer Geschäftsfelder<br />

vertraut und hat bereits mehrmals<br />

die Veränderung eines<br />

Unternehmens hin zu einem<br />

Lösungsanbieter vorangetrieben.<br />

„Die Digitalisierung nimmt<br />

in der Prozessindustrie derzeit<br />

so richtig Fahrt auf. Mein Ziel ist<br />

es, dass Endress+Hauser die<br />

Digitalisierung auch weiterhin<br />

als Innovator maßgeblich voranbringt“,<br />

freut sich Stöckl auf<br />

seine neue Aufgabe.<br />

www.de.endress.com<br />

EFFIZIENT GEMACHT<br />

RESSOURCEN SCHONEN,<br />

KOSTEN SENKEN, UMWELT SCHÜTZEN<br />

Ihr unternehmerischer Erfolg ist unser Ziel. Als<br />

Landesagentur vernetzen wir Wirtschaft, Wissenschaft<br />

und Politik. Wir initiieren zukunftsweisende Projekte,<br />

horchen weltweit in die Märkte, ebnen neuen grünen<br />

www.umwelttechnik-bw.de<br />

Technologien den Weg und leisten Wissenstransfer.<br />

Ressourcen zu schonen, Material im Kreislauf zu<br />

führen, Energie effizient zu nutzen sind unsere Themen.<br />

Wir unterstützen Sie dabei,<br />

ressourceneffiziente Wege zu gehen.<br />

Umwelttechnik UTBW_Anzeige_<strong>Verfahrenstechnik</strong>_185x90_<strong>2019</strong>0131.indd BW.indd 1 1 14.03.<strong>2019</strong> 28.01.19 11:53:27 11:51<br />

6 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


100 Jahre Kaeser<br />

Kompressoren<br />

In diesem Jahr feiert die Firma<br />

Kaeser Kompressoren ihr<br />

100-jähriges Bestehen. Als Maschinenbauwerkstatt<br />

im Jahr<br />

1919 von Carl Kaeser Senior in<br />

Coburg gegründet, hat sich das<br />

Unternehmen zu einem weltweit<br />

erfolgreichen Kompressoren-Hersteller<br />

und Druckluft-Systemanbieter entwickelt. Alles begann<br />

mit der Produktion von Zahnrädern und der Überholung von<br />

Automotoren. 1948 traf das Unternehmen die Entscheidung, Kolbenkompressoren<br />

in das Produktprogramm aufzunehmen. Der<br />

erste Meilenstein war gesetzt, weitere folgten mit der Entwicklung<br />

der Kaeser Schraubenkompressoren mit Sigma Profil Anfang der<br />

70-er-Jahre, der Inbetriebnahme der modernsten deutschen Kältetrocknerproduktion<br />

in Gera im Jahr 1994 und der Einführung der<br />

Kompressor-Steuerung Sigma Control um die Jahrtausendwende.<br />

Mit dem Start des Druckluft-Managementsystems Sigma Air Manager<br />

4.0 im Jahr 2001 war der Weg für Industrie 4.0 geebnet. Heute<br />

arbeiten über 6 000 Menschen weltweit bei Kaeser Kompressoren.<br />

Das Unternehmen ist mit eigenen Tochtergesellschaften und exklusiven<br />

Vertriebspartnern in über 100 Ländern präsent.<br />

UNSER ENGINEERINGIST<br />

IHRE SYSTEMLÖSUNG<br />

Kurze Lieferzeiten<br />

Made in Germany<br />

ISO 9001<br />

www.kaeser.com<br />

Siccadania eröffnet Büros in Deutschland<br />

Das dänische Unternehmen Siccadania A/S liefert Verdampfungsund<br />

Trocknungslösungen und hat vor Kurzem in Deutschland<br />

Büros für die deutsche Niederlassung Siccadania<br />

GmbH eröffnet. Der Fokus des Unternehmens liegt<br />

im Bereich Service und Aftermarket – das umfasst<br />

die Optimierung von Prozessen und das Umbauen<br />

und Ertüchtigen von Bestandsanlagen. Im Büro<br />

Essen wurde zusätzlich ein Technologiezentrum<br />

für Schlauchfilter eingerichtet. Ein Expertenteam<br />

entwickelt und vertreibt hier spezielle Schlauchfilter<br />

für die Lebensmittel- und Chemiebranche.<br />

www.siccadania.com<br />

MSR-Spezialmesse in Hamburg<br />

Die Meorga veranstaltet am 19. Juni <strong>2019</strong> in der Messe in Hamburg-<br />

Schnelsen eine regionale Spezialmesse für Mess-, Steuerungs- und<br />

Regeltechnik, Prozessleitsysteme und Automatisierungstechnik.<br />

150 Fachfirmen zeigen dort Geräte und Systeme, Engineering- und<br />

Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich der Automatisierung.<br />

36 begleitende Fachvorträge informieren den Besucher<br />

umfassend. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger,<br />

die in ihren Unternehmen<br />

für die Optimierung der<br />

Geschäfts- und Produktionsprozesse<br />

entlang der gesamten<br />

Wertschöpfungskette verantwortlich<br />

sind. Der Eintritt zur<br />

Messe und die Teilnahme an den<br />

Fachvorträgen sind kostenlos.<br />

Multikupplu pplungplung<br />

Dieideale Schnittstelle.Eine individuell zusammenstellbare<br />

Mehrfachkupplung,die unterschiedliche Betriebsmedien in<br />

einer Schnittstelle zusammenfasst. DasProdukt istrobust,<br />

extrem zuverlässig undleicht zu bedienen.<br />

•Gleichzeitiges, schnelles Kuppeln vonbis zu 20 Anschlüssen<br />

•Kombinationvon Kupplungstypen und-größen<br />

•Individuelle Kundenausführungenmöglich<br />

www.gather-industrie.de ·kupplung@gather-industrie.de ·+49 205889381-23<br />

www.meorga.de<br />

Pumpentechnik · Dosiertechnik · Kupplungstechnik


AKTUELLES<br />

111. O+P-Gespräche<br />

Die Zeitschrift O+P Fluidtechnik hat<br />

führende Köpfe aus Hydraulik und<br />

Pneumatik, aus der Automatisierung,<br />

aber auch aus der Software-Branche<br />

im Rahmen der „Mainzer Experten-<br />

Gespräche – Technologie“ zu den<br />

111. O+P-Gesprächen eingeladen.<br />

Mensch und Digitalisierung<br />

Expertengespräch zum Thema Industrie 4.0<br />

Vor Kurzem kamen Experten<br />

führender Unternehmen aus<br />

Maschinenbau, Zulieferung und<br />

Software zum ersten Mainzer<br />

Expertengespräch bei den<br />

Vereinigten Fachverlagen<br />

zusammen. Diskutiert wurde über<br />

das Thema Industrie 4.0 und vor<br />

allem über die Rolle der<br />

Mitarbeiter. Wir stellen ein paar<br />

Ergebnisse des Gesprächs vor, die<br />

auch für die Prozessindustrie<br />

relevant sein könnten.<br />

Das Thema Industrie 4.0 ist in aller<br />

Munde, aber es wird sehr unterschiedlich<br />

mit Leben gefüllt. Für die einen geht es<br />

um Vernetzung, um Kommunikationssysteme<br />

und um Datennutzung. Andere stellen<br />

die Steigerung der Produktivität und die<br />

Flexibilität in den Vordergrund. Das Stichwort<br />

Predictive Maintenance wird immer<br />

wieder genannt, ganz wichtige Aspekte für<br />

die Unternehmen sind gemeinsame Initiativen<br />

der Hersteller und offene Standards.<br />

Aber es kommen auch Fragen auf, wie „Was<br />

mache ich denn jetzt mit den Ergebnissen,<br />

und wie füge ich diese in meine Prozesse<br />

ein? Einig sind sich alle darin, dass es beim<br />

Thema Industrie 4.0 jetzt um die eigentliche<br />

Kernarbeit geht: Wo packen wir an und wie<br />

verbessern wir konkret die Produktivität,<br />

wo können wir Ersparnisse generieren, und<br />

vor allem: Wie nehmen wir unsere Mitarbeiter<br />

mit in diese digitale Welt? Haben<br />

wir die richtigen Leute? Sind sie entsprechend<br />

ausgebildet?<br />

Mitarbeiter begeistern …<br />

Klar ist allen Beteiligten, dass mehr getan<br />

werden muss, um die benötigten Fachkräfte<br />

auszubilden und vor allem auch, um sie in<br />

den Unternehmen zu halten. Im eigenen<br />

Unternehmen sei es manchmal schwierig,<br />

das Kaninchenkasten-Denken aufzubrechen,<br />

in dem jeder Mitarbeiter in seinem<br />

kleinen Büro sitzt und keiner mit dem<br />

anderen spricht. Hier muss an modernen<br />

Arbeitsumfeldern gearbeitet werden, die es<br />

ermöglichen, das im Unternehmen vorhandene<br />

Know-how besser zu nutzen.<br />

Den Mittelstand beschäftigt die Frage,<br />

wie sich der aktuelle Mitarbeiterstamm im<br />

Umgang mit der Digitalisierung weiterentwickelt.<br />

Menschen, die vor zwanzig Jahren<br />

als Maschinenbauer angefangen haben<br />

und jetzt feststellen, dass sie auf einmal<br />

programmieren sollen. Die Studierenden<br />

wissen, dass dies von ihnen verlangt wird<br />

und werden entsprechend ausgebildet – die<br />

Absolventen, die jetzt ins Berufsleben<br />

eintreten, werden in fünf bis zehn Jahren<br />

sicherlich Führungsaufgaben übernehmen.<br />

Aber bis dahin müssen die bestehenden<br />

Mitarbeiter geschult werden, denn in<br />

diesem Zeitfenster entscheidet sich der<br />

Wettbewerb mit China und den USA.<br />

Fakt ist, die Mitarbeiter müssen für die<br />

Herausforderungen der Zukunft begeistert<br />

werden. Das ist ein ganz zentraler Punkt für<br />

jedes Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung<br />

befasst. Heutzutage lasse sich kein<br />

Produktmanager mehr damit motivieren,<br />

dass man ihn in eine Abteilung setzt und<br />

still etwas ausarbeiten lässt. Die Leute wollen<br />

etwas entscheiden und bewegen. Ein<br />

zentraler Aspekt ist, denen, die das Wissen<br />

haben, Entscheidungskompetenz zu geben.<br />

… und einbeziehen<br />

Die Mitarbeiter sollen selber überlegen,<br />

was digitale Transformation in Bezug auf<br />

die eigene Arbeit bedeutet. Ganz generell<br />

ist es wichtig, dass innerhalb einer Organisation<br />

Veränderung als etwas Positives<br />

wahrgenommen wird und nicht als Bedrohung.<br />

Es müssen Freiräume geschaffen<br />

werden, um Dinge auszuprobieren, dann<br />

entstehen Ideen. Wenn man diese Atmosphäre<br />

schafft, ist man auf einem guten<br />

Weg – und Mitarbeiter kurz vor der Rente<br />

sind dann auch genauso innovativ wie<br />

Berufsanfänger.<br />

Für jedes Unternehmen sieht der Wandel<br />

anders aus. Und es gibt ja auch nicht nur<br />

die Enthusiasten, es gibt auch Mitarbeiter,<br />

die wollen gar nicht entscheiden. Die<br />

fühlen sich in den klassischen Strukturen<br />

und mit ihren Aufgaben wohl, und wollen<br />

auf keinen Fall etwas daran ändern. Und<br />

auch das ist in Ordnung – aber man muss<br />

es eben verstehen, akzeptieren und bedenken,<br />

wenn man die eigene Transformation<br />

vorantreibt. z<br />

8 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


AKTUELLES<br />

KSB wächst weiter<br />

Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB hat im Geschäftsjahr seinen Wachstumskurs fortgesetzt.<br />

Der Umsatz ist 2018 um 41 Mio. EUR auf 2 245,9 Mio. EUR gestiegen. Ohne Währungseinflüsse<br />

hätte das Wachstum mit einem Plus von 6 bzw. 6,1 % deutlich höher und im Rahmen<br />

der Erwartungen gelegen. Das Ergebnis (EBIT) lag mit 74,7 Mio. EUR deutlich unter dem des Vorjahres.<br />

Hier haben sich die bereits zum Halbjahr angekündigten Rückstellungen für ein Großprojekt<br />

in Großbritannien sowie Sonderabschreibungen negativ auf das Ergebnis ausgewirkt.<br />

Größtes Segment ist nach wie vor Pumpen mit einem Auftragseingang von 1 506,2 Mio. EUR. Im<br />

Segment Armaturen betrug der Auftragseingang 355,6 Mio. EUR und im Segment Service, das im<br />

Geschäftsjahr mit der Einführung der Marke KSB SupremeServ künftig deutlich mehr Gewicht<br />

bekommen wird, betrug der Auftragseingang 441,7 Mio. EUR.<br />

www.ksb.com<br />

Powtech überzeugt mit anspruchsvollem<br />

Vortragsprogramm<br />

Die Powtech überzeugte auch in diesem Jahr wieder als internationale<br />

Leitmesse der Pulver- und Schüttgut-Industrien. An drei Tagen<br />

konnten rund 140 000 Besucher ein erstklassiges Messeprogramm<br />

erleben. 824 Aussteller aus 35 Ländern präsentierten in sechs<br />

Hallen am Messegelände Nürnberg ihre Innovationen. Zahlreiche<br />

Vorträge in den Fachforen mit Fokus auf Chemie, Food und Pharma<br />

vermittelten neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. „Wir hatten<br />

uns zum Ziel gesetzt, mit einer qualitativ hochwertigen Aus stellung,<br />

neuen Ansätzen und einem vielseitigen, fachlich anspruchsvollen<br />

Vortragsprogramm mit<br />

Fortbildungscharakter<br />

zu überzeugen. Und<br />

genau das ist uns – so<br />

habe ich es aus vielen<br />

Rückmeldungen vernommen<br />

– gelungen“,<br />

zieht Beate Fischer, Leiterin<br />

der Powtech, Fazit.<br />

Neueste Erkenntnisse<br />

und vertieftes Spezialwissen<br />

aus den Bereichen Food, Pharma und Chemie wurden in<br />

den beiden Fachforen vermittelt. Pharmavertreter hatten die<br />

Chance, im englischsprachigen Programm des Forums Pharma.<br />

Manufacturing.Excellence – koordiniert von der Arbeitsgemeinschaft<br />

für pharmazeutische <strong>Verfahrenstechnik</strong> (APV) – mehr zur<br />

Herstellung von pharmazeutischen Hilfsstoffen, Tabletting, Coating<br />

und Continuous Manufacturing zu erfahren. Ergänzt wurden die<br />

Vorträge und Table Top-Ausstellungen durch entsprechende<br />

Guided Tours, die von der Redaktion VERFAHRENSTECHNIK organisiert<br />

und durchgeführt wurden. Die Besucher ließen sich an den<br />

Ständen der Firmen Ystral, Gea, Bosch, Glatt, Fette, Romaco und<br />

Kinematica Lösungen für die Pharma-Prozesstechnologie zeigen.<br />

Auch der Partec Kongress für Partikeltechnologie glänzte mit mehr<br />

als 500 Teilnehmern aus 30 Ländern. Der Networking Campus kam<br />

als neues Konzept für Unternehmer und Wissenschaftler besonders<br />

gut an und galt mit seinem interaktiven Programm als echtes Highlight.<br />

Die nächste Powtech findet wieder vom 29. September bis<br />

1. Oktober 2020 im Messezentrum Nürnberg statt.<br />

Hesch veranstaltet Branchentreff<br />

„All around filtration“<br />

Am 6. Juni findet der Branchentreff „All around filtration“ der Firma<br />

Hesch in Hamburg statt. Experten aus der Automatisierungs- und<br />

Filtertechnik befassen sich dort mit den Trend-Themen Industrie<br />

4.0 und IoT, Heißgasfiltration<br />

sowie digitale Transformation. Anmeldungen<br />

zur kostenlosen Veranstaltung<br />

sind noch möglich unter<br />

www.all-around-filtration.de.<br />

www.hesch.de<br />

anz-90-130-vfm_Layout 1 18.02.18 14:00 Seite 1<br />

www.powtech.de<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

www.ruwac.de<br />

05226-9830-0<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 9<br />

Ruwac.indd 1 12.03.2018 15:56:13


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Komplexes Zusammenspiel<br />

Vollautomatische Big-Bag-Füllstation<br />

Eine neue Big-Bag-Füllstation<br />

befüllt vollautomatisch und<br />

mannlos 4-Schlaufen-Big-Bags.<br />

Unter Berücksichtigung minimaler<br />

Sonderkonfigurationen kann<br />

nahezu jeder Big-Bag über dieses<br />

System befüllt werden.<br />

Autor: Patrick Zirwes, Key Account Management,<br />

Emde Technologies GmbH, Nassau<br />

xeren Anlagen mit gravimetrischer/eichfähiger<br />

Verwiegung für verkaufsfertige Gebinde<br />

mit hohen Durchsatzleistungen.<br />

Dabei wurde der Automatisierungsgrad<br />

im Hinblick auf die Palettenhandhabung,<br />

den automatischen Dosier- und Wiegeprozess<br />

sowie weiterer Handhabungshilfen<br />

für den Bediener stetig weiterentwickelt.<br />

Dennoch ist das Handling einzelner Big-<br />

Bags sehr zeitintensiv. Bisher werden einzeln<br />

konfektionierte Big-Bags mit vier<br />

Tragschlaufen von einem Bediener in die<br />

Füllstation eingehängt und nach dem<br />

Füllvorgang manuell verschlossen. Dies<br />

bindet hohe Ressourcen. Häufig sind Verpackungslinien<br />

ein Engpass in kontinuierlichen<br />

Produktionsprozessen. Eine Zwischenlagerung<br />

großer Produktmengen ist<br />

sehr kosten- und raumintensiv.<br />

Zuverlässiger Dauerbetrieb<br />

Aus diesem Grund wird eine „Online“-Verpackung<br />

des Produktionsausstoßes direkt<br />

in Endverbraucher-Gebinde hinein immer<br />

stärker verfolgt. Sehr robuste und zuverläs-<br />

Ein Kernprodukt des Bereichs Schüttguttechnik<br />

ist das Big-Bag-Handling, das<br />

sich in den letzten Jahren rasant entwickelt<br />

hat, denn der Big-Bag hat sich als äußerst<br />

flexibel einsetzbares Packmittel für Schüttgüter<br />

in allen Branchen bewährt. Emde<br />

baut seit mehreren Jahrzehnten Big-Bag-<br />

Füllanlagen, angefangen von einfachen<br />

Anlagen mit volumetrischer Befüllung und<br />

geringen Füllleistungen bis hin zu komplesig<br />

im Dauerbetrieb arbeitende Anlagen<br />

sind die Voraussetzung zur Ermöglichung<br />

einer solchen Betriebsweise. Dank moderner<br />

Überwachungstechnik mit Webcams<br />

und einem direkten Zugriff auf die Steuerung<br />

mittels Fernwartungsmodem ist ein<br />

schneller Service selbst über größte Distanzen<br />

hinweg sichergestellt.<br />

Die Kundenwünsche nach Big-Bag-Füllanlagen<br />

mit Höchstleistungen als auch die<br />

Anforderungen an einen maximalen Automatisierungsgrad<br />

nehmen ständig zu. Dies<br />

alles hat Emde als Ansporn genommen und<br />

die Entwicklung von Füllstationen konsequent<br />

vorangetrieben und nun als Weltneuheit<br />

die vollautomatische Big-Bag-Füllanlage<br />

für die Befüllung von 4-Schlaufen-Big-Bags<br />

auf den Markt gebracht. Die vollautomatische<br />

Anlage basiert auf den bereits bekannten<br />

halbautomatischen Anlagen von Emde,<br />

ergänzt durch eine Robotergreifeinheit zum<br />

Erkennen und Aufnehmen der Big-Bags,<br />

einem automatischen Verschlusssystem<br />

zum Verschließen der Big-Bags nach der<br />

Befüllung sowie weiterer kleiner Anpassungen<br />

an der eigentlichen Füllstation.


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

01 Nach erfolgreicher Aufnahme des Big-Bags erfolgt eine Übergabe<br />

in die Füllstation, wobei hier die Schlaufen formschlüssig auf<br />

Lasthaken aufgefädelt werden<br />

02 Durch visuelle Sensoren und neuartige Greifer kann der Roboter<br />

Big-Bags automatisch aufnehmen und einhängen<br />

Die Anlagenplanung, die Fertigung aller<br />

Anlagenkomponenten als auch der Steuerungsbau<br />

werden von Emde in Eigenleistung<br />

erbracht. Natürlich gehört hierzu auch<br />

die Montageleistung vor Ort mit der anschließenden<br />

Inbetriebnahme und Bedienerschulung.<br />

Das entsprechende Fachpersonal<br />

stellt diesen Service weltweit sicher.<br />

Fünf Schritte<br />

„Neben einem hohen Durchsatz lassen sich auch<br />

toxische Stoffe ohne Bedienpersonal sicher abfüllen.“<br />

Doch wie funktioniert eine solche Anlage?<br />

Prozessschritte visueller und haptischer<br />

Natur, die uns Menschen von Geburt an gegeben<br />

sind, müssen einer robotergestützten<br />

Arbeitsweise anwendungsorientiert implementiert<br />

werden. Dazu gehören spezielle<br />

visuelle Sensoren und exklusiv entwickelte<br />

Greifer sowie die entsprechende programmtechnische<br />

Einbindung dieser Komponenten.<br />

All dies ergibt im Zusammenspiel<br />

einen extrem komplexen Ablauf, der<br />

letztlich das Aufnehmen und Einhängen<br />

der Big-Bags für den Bediener übernimmt.<br />

Der Ablauf dieser Anlage gliedert sich in<br />

fünf wesentliche Schritte:<br />

n Das Robotergreifsystem erkennt mittels<br />

spezieller Sensoren die Lage und Position<br />

der Big-Bag-Schlaufen, errechnet deren<br />

Koordinaten und nimmt diese zielgerichtet<br />

auf. Der Roboter greift dabei in die<br />

Schlaufe hinein, wie es auch ein Bediener<br />

machen würde. Der Zustand bzw. die Anwesenheit<br />

der Schlaufen im Robotergreifsystem<br />

wird dabei permanent überwacht<br />

und bei Verlust einer Schlaufe wird der<br />

Big-Bag sicher ausgeschleust und ein<br />

neuer Big-Bag wird gegriffen. Dadurch<br />

bleibt ein vollautomatischer Betrieb ohne<br />

Bedienereingriff gewährleistet, selbst<br />

wenn ein Big-Bag nicht richtig gegriffen<br />

werden kann.<br />

n Nach erfolgreicher Aufnahme des Big-<br />

Bags erfolgt eine Übergabe in die Füllstation,<br />

wobei hier die Schlaufen formschlüssig<br />

auf Lasthaken aufgefädelt werden.<br />

Das heißt, der Big-Bag hängt sicher<br />

an den Lasthaken und kann sich bei der<br />

Füllung ausnivellieren, was die Standsicherheit<br />

entsprechend erhöht. Auch hierbei<br />

erfolgt eine permanente Kontrolle der<br />

Schlaufenanwesenheit in den Lasthaken.<br />

n Hängt der Big-Bag sicher an den Lasthaken<br />

wird anschließend das Füllrohr mit<br />

dem Big-Bag verbunden, bevor die eigentliche<br />

Befüllung startet. Zur Befüllung gibt<br />

es grundsätzlich zwei Varianten, eine<br />

gravimetrische oder eine volumetrische<br />

Befüllung, abhängig von der geforderten<br />

Füllleistung und Füllgenauigkeit.<br />

n Sobald der Big-Bag fertig gefüllt ist, wird<br />

die Verschlusseinheit aktiviert und der<br />

Big-Bag wird verschlossen. Danach erfolgt<br />

ggf. noch eine weitere Komprimierung<br />

des Big-Bags mittels Pressplatte, um<br />

die Standsicherheit zu erhöhen.<br />

n Zum Abschluss wird der Big-Bag auf eine<br />

Staurollenbahn transportiert und die Anlage<br />

ist wieder bereit zur Aufnahme eines<br />

neuen, leeren und zu füllenden Big-Bag.<br />

Selbstverständlich kann die Anlage auch<br />

noch um weitere Peripheriegeräte wie<br />

Etikettendrucker, Haubenstretcher, Folienwickler,<br />

Probennehmer usw. ergänzt<br />

werden. Ebenso ist eine Anbindung an<br />

ein fahrerloses Transportsystem (FTS)<br />

machbar und ermöglicht somit auch die<br />

Automatisierung des nachgeschalteten<br />

Logistikprozesses.<br />

Flexibles System<br />

Die Anwendungsbereiche solcher Anlagen<br />

können dabei verschiedener nicht sein.<br />

Zum einen sind es die Kunden, die eine<br />

große Stückzahl an Gebinden abfüllen<br />

wollen, zum anderen sind diese Systeme<br />

aber auch bei kleinen Stückzahlen im<br />

kontinuierlichen Betrieb durchaus wirtschaftlich<br />

zu betreiben, da entsprechendes<br />

Personal im Schichtdienst eingespart werden<br />

kann.<br />

Aber auch der Einsatz solcher Systeme<br />

zur Abfüllung gesundheitsgefährdender<br />

und toxischer Stoffe in einer gekapselten<br />

Atmosphäre ohne ständig anwesendes Bedienpersonal<br />

ist ein interessanter Ansatz<br />

für potenzielle Kunden. Im Gegensatz dazu<br />

kommt auch ein Einsatz einer vollautomatischen<br />

Anlage bei sensiblen und hochreinen<br />

Schüttgütern in Betracht, um Verunreinigungen<br />

durch Bediener zu vermeiden.<br />

Fotos: Emde<br />

www.emde.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 11


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Kein Gramm<br />

zu wenig<br />

Vollständige Inline-Produktkontrolle<br />

mit Kontrollwaagen<br />

Die Kontrollwaagen bei einem<br />

Hersteller für Hotelkosmetik<br />

erfüllen hinsichtlich Steuerung,<br />

Mechanik und Inline-Sicherheit<br />

hohe Ansprüche. Sie sind mit einer<br />

Datenmanagementlösung<br />

untereinander vernetzt, die einen<br />

bidirektionalen Zugriff auf alle<br />

angeschlossenen Waagen erlaubt.<br />

ADA Cosmetics International GmbH in<br />

Kehl fertigt Hotelkosmetik. Lückenlos<br />

überwachte Herstellungsprozesse von Flakons,<br />

Tiegel und Tuben sichern die Qualität<br />

der Produkte. Eine wichtige Rolle spielen<br />

hierbei Kontrollwaagen von Typ HC-A von<br />

Wipotec-OCS, denn sie übernehmen eine<br />

100%ige Produktkontrolle: Jeder einzelne<br />

Artikel wird vor der Auslieferung einer präzisen<br />

Gewichtskontrolle unterzogen. Auf<br />

diese Weise wird sichergestellt, dass Kosmetika<br />

vollständig befüllt bzw. der Herstellungsprozess<br />

für jedes Einzelprodukt fehlerfrei<br />

abgeschlossen wurde.<br />

Autorin: Lisa Grün, Product Marketing/Marcom<br />

Specialist, Wipotec GmbH, Kaiserslautern<br />

Was vorher nur mittels Stichproben überprüfbar<br />

war, übernehmen heute bei ADA<br />

Cosmetics Kontrollwaagen direkt im Anschluss<br />

an den Herstellungsprozess. Das<br />

Besondere an der Art des Wiegens ist die<br />

Tatsache, dass die Kontrollwaagen auch in<br />

die Produkttransportsysteme selbst integriert<br />

wurden (und umgekehrt).<br />

Verzahntes System<br />

Artikel passieren die einzelnen Produktionsabschnitte<br />

in einem für sie optimierten<br />

Transportsystem, bestehend aus Transportbehältern,<br />

die jeweils einen Artikel aufnehmen.<br />

Dabei besteht das Transportsystem<br />

einer Linie aus einer größeren Anzahl (bis<br />

zu 500) auf Transportbändern zwischen<br />

Linienbeginn und Linienende umlaufender<br />

Behälter, die nach dem Durchlaufen der<br />

Linie und Entnahme der Artikel wieder an<br />

den Linienanfang zurückkehren, um hier<br />

neue Produkte aufzunehmen.<br />

Herstellungstechnisch gesehen hat das<br />

den Vorteil, dass der Produkttransport trotz<br />

eingeschränkter Standfestigkeit der Einzelprodukte<br />

mit maximaler Geschwindigkeit<br />

geschehen kann. Packs, die die Produkte<br />

durch eine Aussparung an der Oberseite<br />

teilweise in sich aufnehmen, halten dabei<br />

die Artikel bei ihrem Transport entlang der<br />

Produktionslinie zuverlässig an ihrer Position,<br />

was eine sichere Produktführung über<br />

die gesamte Linie bedeutet. Es können so<br />

bis zu 90 000 Artikel je Schicht produziert<br />

und diese zu 100 % auf Einzelartikelbasis<br />

kontrolliert werden.<br />

Dynamisches Wiegen<br />

Die Integration der Waagen in die Transportsysteme<br />

der Produktionslinien hat neben der<br />

besseren Produktkontrolle noch weitere Vorteile:<br />

In den Kontrollwaagen und deren Zuführsysteme<br />

gibt es keine Formatteile, da die<br />

Produkte während ihres Transports über die<br />

Waagen weder geführt, noch gehalten oder<br />

stabilisiert werden müssen. Daher finden<br />

sich in ihnen auch keine Verschleißteile mit<br />

Ausnahme der Transportbänder, mit denen<br />

die Packs transportiert werden.<br />

Um den für einen korrekten Wiegeprozess<br />

erforderlichen Produktabstand sicherzustellen,<br />

gibt es unterschiedliche Lösungen.<br />

In einigen Produktlinien bringen vorgeschaltete<br />

Systeme die Produkte bereits auf<br />

den richtigen Abstand. In anderen Fällen<br />

gibt es eingangsseitig eine Staustrecke, und<br />

ein Sternrad sorgt für die richtige Distanz.<br />

In anderen Linien zieht eine Schnecke die<br />

Artikel auf den richtigen Abstand.<br />

Präzise Ergebnisse<br />

Die meisten Artikel der Kosmetiklinien von<br />

ADA Cosmetics sind produktionstechnisch<br />

schwierig zu handhaben, weil sie nicht sauber<br />

stau- oder standfähig sind. Es liegt also<br />

12 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

01 Kontrollwaage mit einteiligen,<br />

RFID-bestückten Projektträgern für den<br />

Produkttransport<br />

02 Nicki Eberle (links), Leiter technische<br />

Projekte & Instandhaltung bei ADA Cosmetics<br />

International GmbH, und Matthias Hofer,<br />

Area Sales Manager Wipotec-OCS GmbH<br />

nahe, sie mittels Objektträgern im „Pack“ zu<br />

fahren, d. h. die Einzelprodukte erreichen<br />

die klassischen Stationen wie Füllen, Verschließen<br />

und Endverpackung in ihren<br />

Transportpacks. Für die Kontrollwaagen<br />

bedeutet dies, dass die Produkte in ihren<br />

Transportbehältern gewogen werden müssen.<br />

Um hier auf Bruchteile eines Gramms<br />

genau wiegen zu können, melden die einzelnen<br />

Transportbehälter ihr individuelles<br />

Nettogewicht kurz vor dem Übergang auf<br />

das Wägeband der Kontrollwaage per RFID-<br />

Chip. Die Kontrollwaage kann nun aus dem<br />

aktuell ermittelten Bruttogewicht unter<br />

Berücksichtigung des bekannten Nettogewichts<br />

des Behälters das tatsächliche Produktgewicht<br />

errechnen.<br />

Nach einem Wechsel der Transportpacks<br />

aufgrund Produktwechsel müssen die neu<br />

eingelernt, sprich die Packs dazu einmal<br />

leer im Kreis gefahren werden, bis alle<br />

Packs das Wägesystem einmal passiert und<br />

ihr Leergewicht per RFID-Chip an die Kontrollwaage<br />

gemeldet haben. Damit kennt<br />

die Kontrollwaage die individuellen Leergewichte<br />

aller einzelnen Packs. Da jedes Mal<br />

beim Passieren der Kontrollwaage die Packs<br />

über die RFID-Kennungen der Transportbehälter<br />

identifiziert werden, ist die Ermittlung<br />

des Produktgewichts mit sehr hoher<br />

Genauigkeit möglich.<br />

In Höchstgeschwindigkeit<br />

Die Inline-Kontrollwaagen bei ADA Cosmetics<br />

müssen aufgrund der hohen Durchsätze ihre<br />

Wägeergebnisse in kürzester Zeit ermitteln<br />

können. Aus diesem Grund kommen hier<br />

ausschließlich Wägezellen auf Basis elektrodynamischer<br />

Kraftkompensation zum<br />

„Die vom Eichamt geforderten Verwiegungsprotokolle<br />

können mit dem System zentral erzeugt werden.“<br />

Einsatz. Der entscheidende Vorteil liegt in<br />

ihrer extrem kurzen Einschwingzeit. Außerdem<br />

arbeiten diese Wägezellen absolut<br />

wartungs- und verschleißfrei.<br />

Indem alle Artikelstammdaten in den<br />

Kontrollwagen angelegt werden, kennen<br />

die Waagen in Abhängigkeit vom Produkt<br />

nach Produktumstellungen auch die Grenzen,<br />

an denen sie die Aussortierung unteroder<br />

übergewichtiger Einzelartikel einschließlich<br />

Transportbehälter auslösen<br />

müssen. Unvollständig gefüllte Tuben oder<br />

Flaschen werden von ihnen aussortiert,<br />

ebenso überfüllte Tuben, bei denen die<br />

Gefahr besteht, dass diese nicht korrekt<br />

verschlossen wurden. Ein Produktwechsel<br />

kann an einer Kontrollwaage in kürzester<br />

Zeit und durch einfache Eingabe der Artikelnummer<br />

vorgenommen werden.<br />

Sicher überwacht<br />

Nicki Eberle leitet als Head of Engineering<br />

alle technischen Projekte bei ADA Cosmetics.<br />

Er hat alle Waagen mithilfe eines Managementsystems<br />

miteinander vernetzt. Die Software<br />

bietet ihm die Überwachung der Produktion<br />

aus Sicht der Kontrollwaagen, indem<br />

sie die Daten in Echtzeit sammelt, Berichte<br />

und Statistiken erzeugt, Analysen zusammenstellt<br />

und alle Daten der angeschlossenen<br />

Waagen archiviert. Die von Eichamt<br />

geforderten Verwiegungsprotokolle, die ansonsten<br />

lokal von jeder Kontrollwaage generiert<br />

werden müssten, kann Eberle auf diese<br />

Weise zentral erzeugen. Wenn mehrere Linien<br />

bei ADA Cosmetics dasselbe Produkt<br />

produzieren, lassen sich auch kumulierte<br />

Statistiken erstellen.<br />

Das System bietet ein Online-Monitoring<br />

mit einem Alarmstufenmanagement für alle<br />

Produktionsabweichungen, die von Kontrollwaagen<br />

festgestellt werden können.<br />

Konfigurierbare Berichte über Produktionszahlen,<br />

Ausschuss, Auslastung und Qualität<br />

sind ebenfalls Bestandteil des Monitorings.<br />

Fotos: Wipotec<br />

www.wipotec.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 13


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Fassentleerungssystem mit<br />

Druckluftmotor<br />

Für Anwender, die ihre Maschinen bevorzugt mit Druckluft<br />

betreiben, gibt es jetzt auch eine Variante des Fassentleerungssystems<br />

Viscoflux mobile S mit Druckluftsteuerung. Bei dieser<br />

Variante lässt sich die Exzenterschneckenpumpe am System mit<br />

einem Druckluftmotor betreiben. Über<br />

die Druckluftsteuerung am Mast des<br />

Prozessgeräts kann der Motor gestartet<br />

und die Drehzahl der Pumpe ganz<br />

einfach reguliert werden. Die in der<br />

Steuerung integrierte Wartungseinheit<br />

sorgt dabei stets für ausreichend Schmierung<br />

des Druckluftmotors. Der für den<br />

Betrieb des Hubarms im Prozessgerät<br />

integrierte Akku lässt sich bei Bedarf über<br />

ein externes Ladegerät aufladen. Für den<br />

eigentlichen Pumpprozess ist ausschließlich<br />

Druckluft erforderlich. Mit dem<br />

System lassen sich hochviskose Grundstoffe, Zutaten sowie<br />

Endprodukte kontinuierlich, schonend und prozesssicher zur<br />

Weiterverarbeitung oder zur Abfüllung aus Fässern fördern.<br />

www.flux-pumps.com<br />

Kleinentstauber: Filteranlagen neu<br />

gedacht<br />

Die Lücke zwischen Industriestaubsaugern und großen zentralen<br />

Filteranlagen zu füllen – so lautet das Ziel eines jungen Unter ­<br />

nehmens aus Lich, das Schwebstofffilteranlagen für die pharmazeutische<br />

Industrie entwickelt, produziert und vertreibt. Filteranlagen<br />

sollen hier Sicherheit durch effizienten Anwenderschutz<br />

und Explosionsschutz bieten sowie vor Kreuzkontaminationen<br />

schützen. Angeboten werden Filteranlagen bis zur aktuell<br />

höchsten Schutzklasse OEB5. In dieser Klasse darf die Menge an<br />

Staub in der Luft 1 µg/m 3 nicht übersteigen. Um die Alternative zu<br />

großen Zentralentstaubungsanlagen zu realisieren, setzen die<br />

Entwickler auf kompakte Anlagen. Diese dezentralen Entstaubungsanlagen<br />

können direkt neben den Produktionsanlagen im<br />

Reinraum platziert werden und bieten somit viele Vorteile.<br />

Beispielsweise behält der Reinraum seine schützende Wirkung<br />

bei Fehlanwendungen und wirkt somit einer aufwändigen<br />

Dekontamination von Technikbereichen entgegen. Als wichtiger<br />

Bestandteil des Produktdesigns wird auch die Ergonomie<br />

optimiert. Durch eine anwenderfreundliche Handhabung<br />

werden Fehlanwendungen verhindert und die Sicherheit der<br />

Mitarbeiter erhöht.<br />

www.vesch-technologies.com<br />

Restwärme nutzen<br />

Der modulare Vorwärmer Ecomi von Kelvion macht die<br />

Restwärme von gas-, öl- oder holzgefeuerten Kesseln für thermische<br />

Prozesse verfügbar. Dazu kombiniert der neue Economizer<br />

die bewährten Eigenschaften der Kelvion-Vorwärmer mit einem<br />

modularen Design. Das senkt die Kosten und erweitert die<br />

Einsatzmöglichkeiten. Anwendungsgebiete für das Gerät sind<br />

zum Beispiel die Papier-, Lebensmittel- und Textilindustrie sowie<br />

Kraft- bzw. Heizwerke. Der Vorwärmer ist sowohl für horizontale<br />

als auch vertikale Installationen geeignet oder für den Übergang<br />

von der Waagerechten in die Senkrechte erhältlich. Dadurch lässt<br />

er sich leicht in Bestandsanlagen integrieren. Die Baureihe eignet<br />

sich für ein breites Spektrum an Gasflussmengen und bietet viele<br />

Rohr- und Blechvarianten, um den<br />

Economizer bestmöglich an die<br />

Einsatzbedingungen und -temperaturen<br />

anzupassen.<br />

www.kelvion.com<br />

Effizienzsteigerung in der Weinfiltration<br />

Das Beco-Filterkerzenprogramm<br />

beinhaltet Filterkerzen, die exakt<br />

auf die speziellen Anforderungsprofile<br />

für die Weinfiltration<br />

zugeschnitten sind. Je nachdem,<br />

ob Leistungsfähigkeit, Sicherheit,<br />

Wirtschaftlichkeit, Flexibilität oder<br />

Erhaltung des individuellen Geschmacks und der Farbe eines<br />

Getränks im Vordergrund stehen, bieten sich unterschiedliche<br />

Vorfilterkerzen und Membranfilterkerzen an.<br />

Das Filtrationsprogramm wird durch das Indexmessgerät Beco<br />

LiquiControl2 abgerundet. Es hilft Winzern, die Weinfiltrierbarkeit<br />

präzise zu bestimmen. Aufbauend auf den Testergebnissen<br />

kann der Winzer die Filtermedien für den nachgeschalteten<br />

Filtrationsprozess auslegen, um die Effizienz der Filtermedien<br />

zu erhöhen und höhere Gewinne zu erzielen.<br />

www.eaton.de/filtration<br />

Batchmischer: Neue Größen, neue Optionen<br />

Der GMS Doppelwellenmischer eignet sich durch neue Optionen<br />

und Funktionen für viele Anwendungen. Der Batchmischer ist<br />

jetzt in Größen von 140 bis 5 000 l erhältlich. Die homogene<br />

Mischung von Kleinstkomponenten (bis zu < 0,001 %) ist möglich<br />

und ersetzt teure Vormischungen. Das<br />

Mischergebnis (relative Standardabweichung<br />

< 1,0 %) kann in einem der Gericke<br />

Test-Center praxisnah geprüft werden.<br />

Das Design mit der hohen Mischdynamik<br />

mittels Fließbett ermöglicht nicht nur das<br />

Mischen von Pulvern, sondern auch die effiziente<br />

Zugabe von flüssigen Inhaltsstoffen. Der<br />

neue optionale Cutter kann in die Fronttür<br />

eingebaut werden, um Agglomerate<br />

aufzuschließen. Mit seinem großen Durchmesser und der<br />

optimalen Positionierung in der Mischkammer arbeitet er<br />

effizient. Zur Reinigung lässt sich die Fronttür aufschwenken,<br />

sodass der Cutter für die Reinigung gut zugänglich ist.<br />

Der GMS Mischer kann optional auch mit<br />

einem luftgefüllten Doppelmantelgehäuse<br />

geliefert werden. Dieses ermöglicht die<br />

Temperatur-Regelung und sichert die<br />

Produktqualität. Die aktive Kühlung oder<br />

Heizung wird durch eine effiziente<br />

Wärmeübertragung vom Mantel auf den<br />

Mischer erreicht.<br />

www.gericke.net<br />

14 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Leistungsstarke Wägeterminals<br />

Das iS50-Ex Industrial Weighing Terminal von Bizerba kann in<br />

explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 1 (Gase, Dämpfe,<br />

Nebel) und 21 (Staub) eingesetzt werden. Es verfügt über ein<br />

7-Zoll-Vollgrafik-Display mit zusätzlich hinterlegter gehärteter<br />

Scheibe für erhöhten Schlagschutz. Die vielen Möglichkeiten zur<br />

einfachen Dateneingabe unterstützen bei Aktivitäten wie<br />

Dosieren, Zählen oder einer Toleranzkontrolle.<br />

Das Wägeterminal iS30-Ex ist sehr kompakt und bietet flexible<br />

und individuelle Befestigungsmöglichkeiten. Dabei werden<br />

funktional keine Abstriche gemacht. Auch das iS30-Ex verfügt<br />

über ein bedienerfreundliches Vollgrafik-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung,<br />

mit dem Mitarbeiter stets alle relevanten<br />

Informationen im Blick haben. Große Tasten mit mechanischem<br />

Druckpunkt und die akustische Rück -<br />

meldung bei Eingaben sorgen für eine<br />

intuitive Handhabung. Zusätzlich ist es<br />

möglich, Prozessdaten schnell über vier<br />

frei belegbare Funktionstasten und vier<br />

weitere Applikationstasten einzugeben.<br />

www.bizerba.com<br />

Entleerung und Verdichtung von<br />

Getränkebehältern<br />

Manuell, per Förderband oder Stapler werden bis zu 10 000<br />

1-Liter-Getränkebehälter innerhalb von 1 h mit der Entwässerungspresse<br />

entleert. Eine Zuführwippe fördert das Material zum<br />

Rotor. Dieser sticht in den Getränkebehälter, sodass die Flüssigkeit<br />

ausdringen kann. Durch die spezielle Rotortechnik werden<br />

die Getränkebehälter nicht nur entleert, sondern auch entwertet.<br />

So werden Fehlchargen oder Restanten vernichtet und können<br />

nicht in Umlauf gelangen.<br />

Die Flüssigkeit läuft durch einen Filterkasten und wird dann<br />

gezielt abgeführt. Vom Liquidrainer aus kann nachgeschaltet eine<br />

Brikettpresse die entleerten Getränkebehälter verdichten. Über<br />

Förderbänder oder per Stapler kann die Presse rund um die Uhr<br />

befüllt werden.<br />

Automatische Einwaage von Klein- und<br />

Kleinstkomponenten<br />

Azo hat sein Portfolio im Bereich Klein- und Kleinstmengen-<br />

Automation um den Azo Componenter Step erweitert. Das System<br />

ermöglicht das automatische, grammgenaue Wiegen von Kleinund<br />

Kleinstkomponenten. Es verbessert die Produktsicherheit bei<br />

gleichzeitiger Erhöhung der Effizienz in der Produktion durch<br />

eine Minimierung der manuellen Arbeitsschritte. Speziell in<br />

Bereichen mit hohen Anforderungen in Bezug auf Hygiene,<br />

Chargenreinheit und<br />

Produkttrennung<br />

ermöglicht das System die<br />

Einhaltung strenger<br />

branchenspezifischer<br />

Verordnungen und<br />

Regelungen.<br />

Durch das vollautomatische<br />

Befüllen und Transportieren<br />

innerhalb der Anlage<br />

werden hohe Durchsätze bei gleichzeitig hohen Genauigkeiten<br />

erreicht. Tracking und Tracing aller eingesetzten Rohstoffe<br />

garantieren höchste Produktsicherheit. Alle Prozessschritte und<br />

Wiegeergebnisse sind reproduzierbar, was eine hohe und<br />

konstante Rezepturtreue sichert. Strikte Chargentrennung<br />

vermeidet Kreuz-Kontamination z. B. bei Allergenen und Nicht-<br />

Allergenen. Außerdem ist das System durch seinen modularen<br />

Aufbau äußerst flexibel bei Produktumstellungen.<br />

www.azo.com<br />

www.strautmann-umwelt.de<br />

Schutz vor hochaktiven Substanzen<br />

Vor allem die Pharma- und Chemieindustrie legt höchsten Wert<br />

darauf, die Produktionsmitarbeiter vor dem direkten Kontakt mit<br />

hochaktiven Substanzen zu schützen. Um diesen Schutz zu<br />

gewährleisten, setzt Het Filter seit über 30 Jahren die Erfordernisse<br />

der Industrie an Filterlösungen im engen Austausch mit<br />

seinen Kunden in zuverlässige Systeme um. Der Fokus liegt dabei<br />

auf modernen Filtrationsprozessen,<br />

sicherem Containment bis zur Stufe OEB 5<br />

und konstruktivem Explosionsschutz.<br />

Die modularen Filter-Lösungen erfüllen<br />

die neuesten GMP-Richtlinien und decken<br />

die Kundenvorgaben ab. Dazu gehört<br />

bspw. der Highend-Containment-<br />

Entstauber Hetdynamic, der laut Hersteller<br />

höchste Kriterien an Reinheit und Sicherheit<br />

erfüllt.<br />

www.het-filter.com


KOMPONENTEN UND SYSTEME I TITEL<br />

Wenn’s hart auf<br />

hart kommt<br />

Werkstoffkombination und technische<br />

Auslegung ermöglichen ungewöhnlichen<br />

Einsatz von Zahnradpumpen<br />

Der Betreiber einer Anlage zur<br />

Wasserstoffgewinnung war auf der<br />

Suche nach einer Pumpenlösung.<br />

Aufgrund guter Betriebserfahrungen<br />

mit Zahnradpumpen wollte der<br />

Kunde auch für diese Anwendung<br />

eine Zahnradpumpe – obwohl die<br />

geforderten Betriebsdaten eigentlich<br />

gegen den Einsatz einer<br />

Zahnradpumpe sprechen.<br />

tile. Saug- und Druckseite trennt lediglich<br />

die dichtende Wirkung von möglichst kleinen<br />

Spalten zwischen den Zahnrädern und<br />

dem Gehäuse voneinander. Aufgrund guter<br />

Betriebserfahrungen mit Zahnradpumpen<br />

für deionisiertes Wasser, die in einer verwandten<br />

Anwendung des Betreibers im<br />

Einsatz sind, war dieser jedoch überzeugt,<br />

dass es zu einer Zahnradpumpe an dieser<br />

Stelle im Prozess keine sinnvolle Alternative<br />

gibt. Da der Pumpenbauer Witte nicht nur<br />

Zahnradpumpen-Lieferant, sondern auch<br />

Entwicklungs- und Technologiepartner<br />

seiner Kunden ist, gingen Betreiber und<br />

Lösungsanbieter dieses Vorhaben als gemeinsames<br />

Entwicklungsprojekt an.<br />

Erschwerte Rahmenbedingungen<br />

Neben den bereits genannten Herausforderungen<br />

kamen noch einige erschwerende<br />

Rahmenbedingungen hinzu: Eine erhöhte<br />

Betriebstemperatur, Atex-Umgebung und<br />

Anforderungen an die magnetische Signatur<br />

sowie eine Schockfestigkeit gegenüber<br />

hohen G-Kräften stellten die Ingenieure vor<br />

eine knifflige Aufgabe.<br />

Die für die Funktion erforderlichen Spiele<br />

in der Pumpe lassen sich nur mit einer<br />

innengelagerten Zahnradpumpe, also mit<br />

mediengeschmierten Lagern verwirkli­<br />

Folgende Anforderungen wurden an die<br />

Pumpe gestellt: Zu fördern sind zwei Medien,<br />

zum einen Methanol und zum anderen<br />

Wasser, bei einem Differenzdruck von 34 bar.<br />

Dabei soll die Pumpe pulsationsfrei und vor<br />

allem geräuscharm arbeiten. Einsatzgebiet<br />

der Pumpen ist ein Prozess für die Wasserstoffgewinnung,<br />

bei dem der Wasserstoff in<br />

einem Methanolreformer entsteht.<br />

Die vorliegenden Viskositäten waren für<br />

den geforderten Differenzdruck viel zu gering,<br />

um eine klassische Zahnradpumpe<br />

einsetzen zu können. Denn solche Pumpen<br />

verfügen bauartbedingt über keinerlei Venchen.<br />

Extrem geringviskose Medien – wie<br />

im Anwendungsfall Wasser oder Methanol<br />

– sind als Schmiermedium in den Gleitlagern<br />

relativ schlecht geeignet. Höherviskose<br />

Medien und geringe Lagerbelastungen<br />

begünstigen den Aufbau eines hydrodynamischen<br />

Schmierfilms – zwei Bedingungen,<br />

die bei dieser Anwendung nicht gegeben<br />

sind. Aufgrund dieser Tatsache und der<br />

Betriebsweise der Pumpen ist also nicht<br />

auszuschließen, dass es zu einer Mangelschmierung<br />

und somit zu einer Mischreibung<br />

in den Gleitlagern kommen kann.<br />

Interessante Werkstoffpaarung<br />

Klassischerweise finden in Gleitlagern<br />

unterschiedliche Werkstoffe Anwendung:<br />

Ein harter und ein weicher Werkstoff mit gewissen<br />

Notlaufeigenschaften wirken Beschädigungen<br />

durch Mangelschmierung entgegen.<br />

Dabei wird im Fall der Fälle der weichere<br />

Werkstoff „geopfert“. Das Resultat der<br />

Mangelschmierung geht mit einer Änderung<br />

der Geometrie einher. Für die Pumpe bedeutet<br />

das aufgrund der extrem geringen Spiele<br />

Autor: Carsten Pump, Leiter Verkauf Pumpen<br />

und Systeme, Witte Pumps & Technology,<br />

Tornesch<br />

16 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


TITEL I KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

01<br />

02 03<br />

01 Hohe Beständigkeit: Als Werkstoff für<br />

die Zahnräder kommt SiC zum Einsatz<br />

02 Dosierpumpen mit Magnetkupplung<br />

eignen sich für den Einsatz in<br />

Atex-Umgebungen<br />

03 Um den hohen Differenzdruck zu<br />

erreichen, baute der Hersteller ein<br />

Verbundsystem<br />

in einer Größenordnung von einigen Mikrometer<br />

– die für die Funktion der Pumpe unabdingbar<br />

sind – einen nicht unerheblichen<br />

Schaden. Um diesem vorzubeugen und das<br />

Risiko zu minimieren, fiel die Werkstoffwahl<br />

auf eine „Hart/Hart-Kombination“. In der<br />

Vergangenheit hat sich diese Kombination<br />

aus Wellen/Zahnrädern und Lagern aus SiC<br />

in ähnlichen Anwendungen bereits bewährt.<br />

Neben den Lagerstellen profitieren auch die<br />

Zahnflanken von dieser Werkstoffpaarung.<br />

Diese sind aufgrund des hohen Differenzdruckes<br />

großen Belastungen im Bereich der<br />

Kontaktlinie zu dem jeweils anderen Zahnrad<br />

ausgesetzt.<br />

Doch auch hier gilt: Wo Licht ist, ist auch<br />

Schatten: SiC hat im Vergleich zu den<br />

metallischen Werkstoffen, die bspw. als<br />

Gehäusewerkstoff zum Einsatz kommen,<br />

einen vergleichsweise geringen thermischen<br />

Ausdehnungskoeffizienten. Das bedeutet,<br />

dass sich bei steigender Temperatur<br />

die Spiele in der Pumpe vergrößern und der<br />

Wirkungsgrad signifikant abnimmt.<br />

Spezielle Gehäusegeometrie<br />

Abhilfe schafft hier eine spezielle Gehäusegeometrie<br />

mit einer Temperaturkompensation.<br />

Voraussetzung für die Auswahl eines<br />

solchen Präzisionsbauteils ist allerdings die<br />

genaue Kenntnis der Temperaturentwicklung<br />

und -verteilung innerhalb der Pumpe.<br />

Andernfalls besteht die Gefahr, die Spiele<br />

überzukompensieren, und somit kann es zu<br />

einem Klemmen der Pumpe kommen. Im<br />

Projektverlauf hatten sowohl die Berechnungen<br />

als auch die begleitenden Versuche<br />

gezeigt, dass die Aufgabe nicht für alle erforderlichen<br />

Betriebspunkte von einer einzelnen<br />

Pumpe zu erfüllen war. Speziell die<br />

Regelbarkeit des Volumenstromes war stark<br />

eingeschränkt.<br />

Die Lösung dieses Problems lag in der<br />

Auswahl eines für Zahnradpumpen ungewöhnlichen<br />

Anlagendesign. Die Wahl fiel<br />

auf ein zweistufiges Zahnradpumpensystem<br />

mit<br />

zwei getrennt angetriebenen<br />

Aggregaten. Jede der<br />

beiden Pumpen muss daher<br />

nur noch den halben<br />

Differenzdruck generieren.<br />

Der Effekt: Der volumetrische<br />

Wirkungsgrad<br />

jeder Pumpe verbesserte<br />

sich drastisch, wodurch<br />

auch die in das Medium<br />

eingebrachte Energie sank.<br />

Was bei einem kritischen<br />

Medium wie Methanol einen besonderen<br />

Vorteil bringt, denn der Siedepunkt von<br />

Methanol liegt mit rund 65 °C nah an der<br />

Betriebstemperatur. Zweifelsfrei führt die<br />

zweite Pumpe des Systems weitere Energie<br />

zu. Durch den hier höheren Systemdruck –<br />

aufgebracht von der ersten Pumpe – verschiebt<br />

sich jedoch der Siedepunkt in einen<br />

absolut unkritischen Bereich.<br />

Unbedingt magnetgekuppelt<br />

Um die Pumpen auch bei den geforderten<br />

hohen Systemdrücken sicher einsetzen zu<br />

können, ist der Einsatz einer Magnetkupplung<br />

unabdingbar. Die Magnetkupplung ist<br />

ein berührungsloser Antrieb, der – neben<br />

den gewohnten Vorteilen wie Wartungsfreiheit<br />

und hermetischer Abdichtung – eine<br />

axiale Entlastung der Antriebswelle ermöglicht.<br />

Der hohe Systemdruck führt beim<br />

Verwenden eines konventionellen Dichtsystems<br />

wie einer Gleitringdichtung zu<br />

einem Axialschub auf die Antriebswelle,<br />

der die Belastbarkeit der Axiallager übersteigt.<br />

Dieser Axialschub ist ein Produkt aus<br />

der Stirnfläche der Welle und dem Systemdruck.<br />

Die antriebsseitige Stirnfläche ist<br />

atmosphärischen Druckverhältnissen ausgesetzt,<br />

während die nicht antriebsseitige<br />

Fläche hingegen dem saugseitigen Druck<br />

Eine erhöhte Betriebstemperatur,<br />

Atex-Umgebung und Anforderungen<br />

an die magnetische Signatur<br />

sowie eine Schockfestigkeit<br />

gegenüber hohen G-Kräften<br />

stellten die Ingenieure vor eine<br />

knifflige Aufgabe.<br />

Carsten Pump<br />

der Pumpe ausgesetzt ist. Beim Einsatz<br />

einer Magnetkupplung sind hingegen beide<br />

Stirnseiten dem Systemdruck ausgesetzt<br />

und daher frei von Axialkräften.<br />

Das entwickelte System aus magnetgekuppelten<br />

Pumpen in Kombination mit<br />

keramischen Bauteilen hat den Einsatz in<br />

einer für Zahnradpumpen untypischen<br />

Anwendung möglich gemacht. Die Pumpensysteme<br />

verrichten seit nunmehr<br />

zwei Jahren zuverlässig ihren Dienst und<br />

sollen – so denn die Versuche der Gesamtanlage<br />

den gewünschten Erfolg bringen –<br />

als Standardausrüstung für diesen Anlagentyp<br />

definiert werden.<br />

Fotos: Witte, Fotolia (#60845971, industrieblick)<br />

www.witte-pumps.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 17


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Widerstandsfähigkeit bewiesen<br />

PTFE-Verbundkompensatoren in Entstaubungsanlagen<br />

Standardformkompensatoren halten unvorhersehbaren<br />

Pulsationen in Entstaubungsanlagen oft nicht stand,<br />

werden porös und müssen ausgetauscht werden.<br />

Hier können PTFE-Verbundkompensatoren ihre<br />

Widerstandsfähigkeit beweisen.<br />

In Entstaubungsanlagen, die schadstoffhaltige Rauchgase aus Herstellungsprozessen<br />

der Stahlindustrie reinigen, können Kompensatoren<br />

einer hohen Bewegungsdynamik, hohen Betriebszyklen<br />

und extremen Druckwechselbelastungen ausgesetzt sein. Häufig<br />

entsteht zudem noch Kondensat. Dieser vielschichtigen Problematik<br />

halten klassische Weichstoffkompensatoren oftmals nicht stand.<br />

PTFE-Verbundkompensatoren beweisen hingegen unter diesen<br />

extremen Bedingungen ihre Widerstandsfähigkeit.<br />

Pulsationen des Abgasstroms sind bei Entstaubungsanlagen ein<br />

oft beobachtetes Phänomen. Sie hängen mit der Fahrweise der Anlage<br />

zusammen. Erst während des Betriebes zeigt sich i. d. R., inwieweit<br />

es zu atypischen Über- oder Unterdrucksituationen kommt,<br />

die sich in Einzelfällen zwischen ± 100 mbar bewegen können. Pulsationen<br />

der Abgasströmung führen häufig auch zu Schwingungen,<br />

die die Kompensatoren zusätzlich extrem beanspruchen.<br />

Durch die ständigen Wechseldruckbelastungen und die sich verändernde<br />

Strömung bläst sich der Kompensator auf, um sich im<br />

nächsten Augenblick aufgrund eines abermaligen Druckwechsels<br />

wieder zusammenzuziehen. Unabhängig vom Strömungsvolumen<br />

kommt es zu fortwährenden, unvorhersehbaren Kontraktionen und<br />

auch zu Schwingungen, die der Kompensator auszugleichen hat.<br />

Durch diese Überbelastung wird das Standardmaterial porös und<br />

bricht schließlich. Klassische Weichstoffkompensatoren halten aus<br />

diesem Grund bei Druckwechselbelastungen an kritischen Stellen<br />

Autor: Ulf Pöhlmann,<br />

Director Sales und<br />

Engineering, Frenzelit<br />

GmbH, Bad Berneck<br />

18 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

weder der geforderten Materialfestigkeit<br />

noch der einhundertprozentigen Rauchgasdichtheit<br />

stand. Darüber hinaus ist eine<br />

zusätzliche Belastung, hervorgerufen durch<br />

die kontinuierliche Bewegungsaufnahme<br />

des Kompensators im Betrieb, häufig ein<br />

weiteres Ausschlusskriterium für einen mit<br />

thermischer Isolation ausgeführten Weichstoffkompensator.<br />

Pulsationen trotzen<br />

Kompensatoren sind in<br />

Entstaubungsanlagen einer<br />

hohen Bewegungsdynamik<br />

und extremen Druckwechselbelastungen<br />

ausgesetzt.<br />

PTFE-Verbundkompensatoren<br />

beweisen hier ihre<br />

Widerstandsfähigkeit.<br />

Ulf Pöhlmann<br />

bundmaterial handelt es sich um einen sehr<br />

widerstandsfähigen Werkstoff, der sich insbesondere<br />

durch eine sehr gute mechanische<br />

Festigkeit sowie<br />

chemische Beständigkeit<br />

charakterisieren lässt.<br />

PTFE ist resistent gegen<br />

Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid,<br />

Schwefelsäure<br />

und viele andere aggressive<br />

Medien – dazu gehören<br />

auch chlorwasserstoff-<br />

und dioxinhaltige<br />

Rauchgase. Die Kombination<br />

der einzigartigen<br />

Dichtheit und Flexibilität<br />

bei einer Temperaturbeständigkeit<br />

von bis zu<br />

+ 300 °C ermöglicht ein<br />

breites Einsatzspektrum unter der Berücksichtigung<br />

der erforderlichen Festigkeit.<br />

Das PTFE-Verbundmaterial kommt bei<br />

Frenzelit in der Texlam-Familie zum Einsatz.<br />

Im Gegensatz zu einfachen Weichstoffkompensatoren<br />

setzt sich PTFE­<br />

Verbundmaterial aus einer mehrlagigen<br />

PTFE-Gewebe-Struktur zusammen. Als<br />

„Sandwich-Bauweise“ – ein- oder mehrlagig<br />

ausgeführt – ist der PTFE-Verbundkompensator<br />

für den Einsatz unter Druckwechselbelastungen,<br />

Kondensatanfall und<br />

aggressiven Medien besonders geeignet.<br />

Gewebeschädigung verhindern<br />

Generell negative Auswirkungen auf die<br />

Funktion von Standard-Weichstoffkompensatoren<br />

hat auch das Auftreten von Kondensation.<br />

Diese kann z. B. dann eintreten,<br />

wenn die im Pflichtenheft geforderte Materialauslegung<br />

von einer theoretischen<br />

Betriebs- bzw. Abgastemperatur ausgeht,<br />

diese sich jedoch aufgrund der tatsächlichen<br />

Fahrweise der Entstaubungsanlage zu<br />

nahe am Kondensationspunkt befindet. Je<br />

näher die Temperatur des Mediums am<br />

Kondensationspunkt – zwischen 100 und<br />

110 °C – liegt, desto größer ist die Gefahr<br />

einer Kondensatbildung.<br />

Die so entstehende Flüssigkeit verursacht<br />

eine abnehmende Materialfestigkeit des<br />

normalen Kompensatorgewebes. Der widerstandsfähige<br />

PTFE-Verbundwerkstoff ist<br />

indes resistent gegen Kondensatanfall und<br />

Der vormontierte PTFE-Verbundkompensator,<br />

inklusive Rohrkonstruktion und Anschlussflansche,<br />

wird zum Einbau in die Entstaubungsanlage<br />

vorbereitet<br />

In vielen Entstaubungsanlagen, in denen<br />

nicht vorhersehbare Pulsationen auftraten,<br />

hat die oberfränkische Frenzelit GmbH<br />

klassische Weichstoffkompensatoren durch<br />

PTFE-Verbundkompensatoren ersetzt. Bei<br />

dem von Frenzelit eingesetzten PTFE-Verdessen<br />

Folgen, da dieser auf der Mediumseite<br />

mit einem zusätzlichen PTFE-Kreuzlaminat<br />

beschichtet ist. Fehlfunktionen in<br />

Folge von Nässe oder Feuchtigkeit sowie<br />

daraus resultierende Dochtwirkung sind<br />

somit ausgeschlossen.<br />

Der PTFE-Verbundwerkstoff wird als<br />

Halbzeug dem unternehmenseigenen Herstellungsprozess<br />

der PTFE-Verbundkompensatoren<br />

zugeführt. Dieses Halbzeug<br />

wird dann mit entsprechenden Werkzeugen<br />

geformt. Im Grunde ist also auch der<br />

PTFE-Verbundkompensator ein Formkompensator.<br />

Mit seiner Ziehharmonika-Struktur<br />

verfügt er über eine spezielle, formstabile<br />

Faltenbalggeometrie. Sie beruht im<br />

Kern auf einer fachgerechten Materialverarbeitung<br />

und der Zusammenführung der<br />

erforderlichen Verbundmaterialien nach<br />

konkreten Vorgaben.<br />

Probleme lösen<br />

Selbst Anforderungen, die im Projektstadium<br />

noch nicht von Anfang an berücksichtigt<br />

wurden, wie z. B. mögliche Druckwechselbelastungen<br />

in Entstaubungsanlagen,<br />

werden durch die Frenzelit-Lösung mit<br />

dem PTFE-Verbundkompensator im Nachgang<br />

für den Betrieb erfüllt.<br />

Das Design, das mit einer entsprechenden<br />

Rohrkonstruktion aufgebaut ist, stabilisiert<br />

dabei die Ausführung der Frenzelit-<br />

PTFE-Verbundkompensatoren bei den<br />

unterschiedlichen Lastfällen im Betrieb.<br />

Das Ergebnis ist eine überdurchschnittliche<br />

Lebensdauer von sechs bis acht Jahren, die<br />

mit einer maximalen Gewährleistungsdauer<br />

seitens Frenzelit an den Kunden für<br />

dieses Projekt weitergegeben werden kann.<br />

Hohe Bewegungsdynamik, hohe Betriebszyklen,<br />

maximaler Kondensatanfall<br />

und eine vergleichsweise große Druckwechselbelastung<br />

des Abgasstroms stellen<br />

die Herausforderungen für Frenzelit dar.<br />

Nicht immer werden derartige Aufgabenstellungen<br />

von Beginn an prognostiziert<br />

oder auch in die Spezifikation eingebracht,<br />

sodass während der Inbetriebnahme<br />

eines solchen Projektes oftmals<br />

gewährleistungstechnische Klärung erforderlich<br />

werden kann. Frenzelit-PTFE-<br />

Verbundkompensatoren lösen dieses<br />

atypische Problem beim Einsatz in pulsationssensiblen<br />

Entstaubungsanlagen.<br />

Fotos: Frenzelit, Küttner<br />

www.frenzelit.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 19


Immer ein Ohr<br />

am Getriebe<br />

Mit Condition Monitoring Störungen oder Ausfällen<br />

der Antriebstechnik entgegenwirken<br />

Mit einem umfassenden Condition Monitoring erhalten<br />

Anlagenbetreiber wichtige Informationen, damit es nicht zu<br />

plötzlichen Störungen oder Ausfällen der Antriebstechnik kommt.<br />

Dennoch scheuen viele den Aufwand und die Investitionskosten.<br />

Eine Kundenbefragung des Getriebeherstellers Flender hat gezeigt,<br />

dass bei kleinem Geld und geringem Aufwand der Wunsch nach einer<br />

permanenten Getriebeüberwachung entsprechend hoch ist. Daher hat der<br />

Systemanbieter nun eine kostengünstige Lösung auf den Markt gebracht,<br />

mit der Anwender stets ein Ohr an Getrieben haben können.<br />

Autor: Holger Terhaar, Condition Monitoring<br />

Specialist, Flender GmbH, Bocholt<br />

01<br />

02<br />

Mit unserem neuen Condition-Monitoring-System<br />

DX500 haben wir ein<br />

System für Einsteiger entworfen, in dem<br />

über zwei Jahrzehnte Erfahrung auf diesem<br />

Gebiet integriert sind“, berichtet Norbert<br />

Dahlhaus, Leiter der Abteilung Condition<br />

Monitoring beim Getriebehersteller Flender.<br />

Für Anlagenbetreiber bedeutet das aus<br />

praktischer Sicht: Ein handelsüblicher<br />

Sensor für die Erfassung von Temperatur<br />

und Schwingungen wurde so perfektioniert,<br />

dass man kein CM-Profi sein muss,<br />

um damit den Schutz von Maschinen und<br />

Anlagen zu erhöhen.<br />

Neben dem günstigen Preis sind vor<br />

allem die einfache Installation sowie die<br />

schnelle Inbetriebnahme die besonderen<br />

Vorteile dieser eigenständigen Überwachungslösung<br />

für Industriegetriebe im<br />

niedrigen bis mittleren Drehmomentbereich.<br />

Der DX500 eignet sich dabei ebenfalls<br />

für den Einsatz an Eingangsstufen von<br />

Großgetrieben. Und so geht’s: An der gewünschten<br />

Messstelle – in der Regel an den<br />

Getriebelagern – wird eine plane Auflagefläche<br />

plus Sackloch-Gewinde erstellt. Mit<br />

einer zentralen Befestigungsschraube wird<br />

dann der Sensor angeschraubt. Alternativ<br />

kann bei dünnwandigen Gehäusen<br />

eine Klebeverbindung zur Befestigung<br />

genutzt werden.<br />

Anschließend wird der DX500<br />

mithilfe einer Industrial-Ethernet-Leitung<br />

mit dem lokalen<br />

Netzwerk verbunden. Mithilfe<br />

der von Flender entwickelten<br />

DX Assist App lassen sich sämtliche<br />

CM-Sensoren im Netz<br />

automatisch finden, oder alternativ<br />

wird die Getriebeseriennummer<br />

manuell eingegeben.<br />

Norbert Dahlhaus berichtet:<br />

„Das funktioniert schnell, einfach<br />

und übersichtlich; bei Bedarf kann<br />

die Sensoradressierung durch Umbenennen<br />

angepasst werden, damit sie zur<br />

vorhandenen Topologie bzw. Nomenklatur<br />

im Maschinenpark passt.“<br />

Höhere Verfügbarkeit durch<br />

Digitalisierung<br />

Durch diese kostengünstige Einsteigerlösung<br />

werden Anlagenbetreiber bei ihrer<br />

Digitalisierungsstrategie unterstützt und<br />

gewinnen damit gleichzeitig einen Mehrwert<br />

in puncto Verfügbarkeit. Über Smartphone,<br />

Tablet, Notebook und PC lassen<br />

sich die Daten erfassen bzw. darstellen.<br />

Einer der wichtigsten Aspekte dabei ist,<br />

dass die DX Assist App übersichtlich aufgebaut<br />

ist und Diagnosemeldungen in Textform<br />

liefert. „Dadurch wissen Instandhalter<br />

20 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


ANZEIGE<br />

01 Der neue CM-Sensor zur Aufnahme von<br />

Temperatur- und Schwingungsdaten an<br />

Getrieben, Motoren und Arbeitsmaschinen<br />

lässt sich einfach installieren, in Betrieb<br />

nehmen und auswerten<br />

02 Der Sensor mit Industrial-Ethernet-<br />

Anschluss kann problemlos mit dem Produktionsnetzwerk<br />

verbunden werden und dient<br />

als smarte Lösung zum kostengünstigen<br />

Einstieg in Condition Monitoring<br />

sofort, wo sich etwas in der Anlage tut, ohne<br />

dass sie verklausulierte oder kryptische<br />

Technikdaten interpretieren müssen“, betont<br />

der CM-Chef bei Flender.<br />

Wie einfach der Umgang mit dem neuen<br />

CM-Sensor DX500 ist, zeigt sich am besten<br />

in Verbindung mit den FZG-Getrieben von<br />

Flender. Bei der Bestellung des CM-Sensors<br />

gibt der Anwender lediglich die Seriennummer<br />

des Getriebes an und er wird passend<br />

dazu von Flender vor der Auslieferung<br />

parametriert. „Einfacher geht es kaum“, versichert<br />

Dahlhaus. Und tatsächlich enthält<br />

der Sensor dann die richtigen Einstellungen<br />

sowie alle notwendigen Diagnosemeldungen.<br />

Meldet er beispielsweise „Möglicher<br />

Lagerschaden an Lager 150“, kann der Instandhalter<br />

sofort über die DX Assist App<br />

die zum Getriebe passende Ersatzteilzeichnung<br />

online aufrufen und sieht direkt, um<br />

welches Lager es sich handelt.<br />

Smarter Sensor für Einsteiger<br />

und Profis<br />

Wer bereits einige Erfahrung rund um das<br />

Thema Condition Monitoring besitzt, kann<br />

indes den erweiterten Funktionsumfang<br />

des Sensors nutzen. Auf der Website des<br />

jeweiligen Sensors, die sich über die IP-<br />

Adressierung öffnen lässt, befindet sich<br />

eine Vielzahl an Auswertemöglichkeiten<br />

und grafischen Darstellungen. Sämtliche<br />

Informationen sind über eine Langzeitspeicherung<br />

verfügbar, sodass sich Veränderungen<br />

aus der Betrachtung der Historie<br />

gezielt rekonstruieren lassen. Das zeigt: Bei<br />

der Entwicklung des CM-Sensors haben die<br />

Flender-Spezialisten sehr genau auf die Anforderungen<br />

in der Praxis geachtet.<br />

So führen einmalige Messwerte, die die<br />

eingestellten Schwellwerte überschreiten,<br />

nicht sofort zu einer unnötigen Alarmmeldung.<br />

Erst wenn sich im Betriebsverlauf von<br />

Maschinen und Anlagen zeigt, dass immer<br />

wieder solche Transienten auftreten, generiert<br />

die Software daraus eine entsprechende<br />

Warnmeldung. Dahlhaus kommentiert: „In<br />

solchen Features spiegelt sich unsere<br />

jahrzehntelange Erfahrung bei der Entwicklung,<br />

dem Bau sowie dem Service von<br />

Getrieben wider; dadurch erhalten Anwender<br />

anbaufertige und einfach zu bedienende<br />

Condition-Monitoring-Lösungen<br />

wie den neuen DX500, die sich als sehr<br />

nützlich erweisen.“<br />

Prozessstabilität durch gezieltes<br />

Condition Monitoring<br />

„Diagnostex“ bedeutet bei Flender die<br />

Sicherung der Prozessstabilität mithilfe<br />

einer zustandsorientierten Instandhaltung<br />

des Antriebsstrangs. Damit geht der Getriebehersteller<br />

einen wichtigen Schritt in die<br />

digitale Zukunft der mechanischen Antriebstechnik.<br />

So gibt es bei Flender die<br />

Systeme DX2000 und DX4000 inklusive<br />

Remote-Service für<br />

Standardgetriebe sowie<br />

Applikationsgetriebe.<br />

Und: Wer<br />

bisher auf Condition<br />

Monitoring gänzlich<br />

verzichtet, kann dennoch<br />

den Service von<br />

Flender in Anspruch<br />

nehmen und die DX<br />

Mobile Services nutzen.<br />

Bei Bedarf oder in<br />

regelmäßigen Abständen<br />

führen Flender-<br />

Experten mit tragbaren<br />

Messgeräten die<br />

erforderlichen Messungen<br />

durch. Die Datenauswertung sowie<br />

die Diagnose erfolgen dann durch ein kompetentes<br />

Expertenteam.<br />

Das „Einstiegsmodell“ in „Diagnostex“<br />

ist nun der neue DX500 in Verbindung mit<br />

der DX Assist App. Anlagenbetreiber können<br />

damit wie erwähnt problemlos konstant<br />

laufende Getriebe und Antriebsstränge<br />

beobachten. Die damit erreichte Genauigkeit<br />

genügt in den meisten Fällen, um zu<br />

wissen, wie es dem Getriebe und damit<br />

einer der wichtigsten Komponenten im<br />

Antriebsstrang geht. Treten Warn- bzw.<br />

Videos<br />

Zentrale Plattform zur Effizienzsteigerung<br />

Wie einfach die Installation, die Inbetriebnahme<br />

sowie die Diagnose des Condition-<br />

Monitoring-Systems DX500 funktionieren,<br />

hat der Getriebehersteller in drei praktischen<br />

Videos zusammengefasst. Diese<br />

finden Sie im Internet unter:<br />

youtube.com/flender<br />

Alarmmeldungen auf, können die Sensordaten<br />

ausgelesen und zur Auswertung an<br />

Flender geschickt werden. Mithilfe eines<br />

solchen Expertenservice können die Instandhalter<br />

dann weitere Maßnahmen gezielt<br />

besprechen.<br />

Mit unserem Smart-Sensor<br />

DX500 in Verbindung mit<br />

der DX Assist App lässt sich<br />

die Anlagenverfügbarkeit<br />

verbessern, ohne dass große<br />

Investitionen monetärer Art<br />

oder in puncto Know-how<br />

getätigt werden müssen.<br />

Fazit<br />

Norbert Dahlhaus schätzt die neuen Möglichkeiten<br />

der Digitalisierung, weil er die<br />

positiven Auswirkungen auf die Verfügbarkeit<br />

von Maschinen und Anlagen kennt:<br />

„Instandhalter haben mit dem DX500 künftig<br />

ohne großen Aufwand stets ein Ohr an<br />

ihrer Antriebstechnik und erfahren dadurch<br />

rechtzeitig, wo Handlungsbedarf<br />

besteht.“<br />

www.flender.com<br />

Norbert Dahlhaus,<br />

Abteilungsleiter Condition<br />

Monitoring bei Flender<br />

Die DX Assist App dient Instandhaltern als zentrale Plattform zur Effizienzsteigerung<br />

im Alltag. So können darin sämtliche Getriebe und auch weitere Antriebskomponenten<br />

wie Motoren oder Arbeitsmaschinen erfasst werden. Das gilt unabhängig davon,<br />

ob bereits ein Condition-Monitoring-System installiert ist oder nicht. Zusatzinformationen<br />

wie Getriebe-Ersatzteilzeichnungen, Bestellroutinen und ähnliches liefern den<br />

notwendigen Benefit, um Routinearbeiten im Alltag zu beschleunigen. Durch den<br />

neuen Smart-Sensor DX500, der sowohl für die Signalaufnahme an Getrieben, aber<br />

auch an Motoren und Arbeitsmaschinen genutzt werden kann, gibt es nun praxisgerechte<br />

Lösungen von groß bis klein für die zustandsorientierte Instandhaltung.<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 21


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Flexible Schraubenspindelpumpen<br />

Diese Serie zweispindeliger Schraubenspindelpumpen eignet sich<br />

speziell für den Einsatz in Tanklagern und Tank-Terminals der<br />

Öl- und Gasindustrie. Auf diesem Gebiet setzen sich Schraubenspindelpumpen<br />

zunehmend durch, da<br />

mit ihnen die Fördermenge über die<br />

Drehzahl sehr gut geregelt werden kann<br />

und Pumpmedien mit unterschiedlichen<br />

Viskositäten und hohen Gasanteilen<br />

gefördert werden können. Sie können<br />

auch verunreinigte, aggressive sowie<br />

wenig- bis nichtschmierende Medien<br />

fördern. Diese technischen Vorteile<br />

senken die Betriebskosten und machen Schraubenspindelpumpen<br />

für die Öl- und Gas-Industrie attraktiv. Die neue<br />

Baureihe ist in der Konstruktion ihrer Schraubenspindeln<br />

variabel, dadurch ist ein sehr weites Einsatzspektrum möglich.<br />

www.kral.at<br />

Pneumatischer Schwenkantrieb<br />

Der pneumatische Schwenkantrieb eignet sich für jede Automatisierung<br />

von Absperrorganen. Das gesamte Spektrum bei Dreh -<br />

momenten und Schwenkwinkeln wird durch 18 verschiedene<br />

Baugrößen bei einem Drehmoment von 2 bis 13 040 Nm<br />

abgedeckt. Die pulverbeschichteten Deckel und die Gehäusebeschichtung<br />

aus hart anodisiertem Aluminium ermöglichen den<br />

Einsatz auch in aggressiven Umgebungsbedingungen. Für mehr<br />

Laufruhe, optimales Drehmoment und geringen Verschleiß sorgt<br />

eine präzise gefräste Kolbenverzahnung. Durch die Verwendung<br />

gleicher Deckel für einfach- und doppeltwirkende Antriebe wird<br />

erreicht, dass ein Umbau von einfach- zu doppeltwirkenden<br />

Varianten oder umgekehrt technisch möglich wird, ohne die<br />

Kappen tauschen zu müssen. Über die genormte Schnittstelle<br />

VDI/VDE 3845 lassen sich alle im Markt verbreiteten Positioner<br />

und Endschalterboxen aufbauen.<br />

www.bar-gmbh.de<br />

Effizienter Drucklufttrockner<br />

Der Kälte-Drucklufttrockner MTA-Dry Pro-Plus für Druckluft-<br />

Volumenströme von 170 bis 250 m 3 /min vereinbart laut Anbieter<br />

Energieeinsparung, Betriebssicherheit und geringen Platzbedarf.<br />

Durch den niedrigen Druckverlust und drehzahlgeregelte<br />

Kältemittelkompressoren, die je nach Modell in ein oder zwei<br />

Kältemittelkreisen arbeiten, sind geringe Betriebskosten und<br />

hohe Betriebssicherheit gewährleistet.<br />

Die Maschine ist mit einem Druckluft-Hochleistungswärmeübertrager<br />

ausgestattet, dem ein Edelstahl-Demisterabscheider<br />

vorgeschaltet ist, der den Wärmeübertrager vor Verschmutzung<br />

schützt und vorhandenes Kondensat bereits ausscheidet. Zusätzlich<br />

ist ein elektronisch niveaugesteuerter<br />

Kondensatableiter verbaut.<br />

Die Siemens SPS-S7-Steuerung<br />

verarbeitet alle betriebsrelevanten<br />

Daten, eventuelle Störmeldungen<br />

und bietet die Möglichkeit zur<br />

Fernüberwachung des<br />

Kältetrockners.<br />

www.mta.de<br />

Antriebskonzepte für Nass- und<br />

Trockenbereiche<br />

Im vergangenen Jahr wurden zwei unterschiedliche Antriebskonzepte<br />

für Nass- und Trockenbereiche der Getränke- bzw.<br />

Gebindeförderung vorgestellt: Zum einen eine Standardlösung<br />

mit offenem, zweistufigem Kegelradgetriebe, IE3-Asynchronmotor<br />

und dem Umrichter Nordac Flex SK 200E. Zum anderen die<br />

wash-down-fähige Lösung mit geschlossenem, zweistufigem<br />

Kegelradgetriebe, IE4-Synchron-Glattmotor und dem Umrichter<br />

Nordac Base SK 180E. Die gesamte Einheit ist mit einer Ober -<br />

flächenveredelung ausgestattet und erreicht die Schutzart IP69K.<br />

Die Umrichter sind per Systembus gekoppelt und laufen synchron,<br />

der Synchronmotor als Master<br />

und der Asynchronmotor als<br />

Slave mit Schlupfkompensation.<br />

Die IE4-Synchrontechnologie<br />

bietet auch im Teillastbereich<br />

eine deutlich bessere<br />

Energieeffizienz.<br />

www.nord.com<br />

Armaturen auf den Prozess abstimmen<br />

Aufgrund der hohen Flexibilität der Fertigung kann VSM die<br />

geforderten Spezifikationen der Armaturen bei der Planung und<br />

anschließenden Produktion umsetzen. Zahlreiche Nennweiten-,<br />

Anschluss- und Kombinationsmöglichkeiten werden so<br />

ermöglicht. Durch die Lagerbevorratung sind auch Werkstoffe<br />

wie z. B. Hastelloy sofort<br />

verfügbar, was sich positiv auf<br />

die Lieferzeiten auswirkt.<br />

Die Armaturen werden sehr<br />

genau auf das zu führende<br />

Medium abgestimmt, wodurch<br />

sich deren Lebensdauer sowie die<br />

Zuverlässigkeit erhöhen. Der<br />

Wartungsaufwand verringert sich<br />

laut Hersteller signifikant, da die Armaturen eine geringere<br />

Anfälligkeit gegenüber Verschleiß aufweisen als der Standard.<br />

In einigen Fällen können dank eingesparter Verschraubungen<br />

Dichtstellen eingespart werden, was sowohl das Gewicht<br />

reduziert als auch Fehlerquellen eliminiert.<br />

www.vsm-gmbh.de<br />

Integrierte Stellungsrückmeldung<br />

Gemü bietet seinen Kunden manuell betätigte Kugelhähne mit<br />

integriertem Stellungsrückmelder an. Die vormontierte Armatur<br />

spart Aufwand bei Logistik und Dokumentation und ermöglicht<br />

eine schnellere und einfache Installation<br />

der Anlage vor Ort. Sowohl für die<br />

dreiteiligen Kugelhähne 711 und 740,<br />

den einteiligen Kompakt-Flanschkugelhahn<br />

762 als auch für den Hochdruckkugelhahn<br />

797 bietet Gemü zur<br />

Stellungsrückmeldung die induktiven<br />

Doppelsensoren LSF oder die Endschalterbox<br />

LSC an.<br />

www.gemu-group.com<br />

22 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Industriearmaturen für die Mess- und<br />

Regeltechnik<br />

Die Double Block & Bleed Piping Kugelhähne der Taurus-<br />

Baureihe bieten eine doppelte Absperrfunktion (Twin Ball<br />

Design) und eine Entspannungsfunktion über verschiedene<br />

Ventilausführungen an. Die Kugelhähne sind in den Nennweiten<br />

von 1 bis 6" mit vollem Durchgang bzw. bis 8" mit reduziertem<br />

Durchgang erhältlich. Standardmäßig wird die Flanschverbindung<br />

gemäß ASME B16.5 angeboten. Die Kugelhähne sind mit<br />

einem Anti-Blow-out-Design und einem Anti-Static-Design<br />

ausgestattet. Die komplette Taurus-Baureihe ist Fire Safe geprüft<br />

und zugelassen nach ISO<br />

10497 und API 607.<br />

Schneider DirectMount<br />

Systems (SDMS) sind darauf<br />

ausgelegt, eine sichere,<br />

effiziente und enge Verbindung<br />

zwischen elektronischen<br />

Durchflussmessgeräten<br />

und Messumformern<br />

mit der Blende zu schaffen,<br />

sodass die Auswirkungen von Messfehlern beseitigt oder verringert<br />

werden. SDMS finden ihren Einsatz bei der Durchflussmessung<br />

von Erdgas. Sie sind leicht zu installieren und sowohl in<br />

Vertikal- als auch Horizontal/Vertikal-Ausführung erhältlich. Die<br />

bei NPT-Verbindungen möglichen Leckagestellen werden verringert.<br />

Das System gewährleistet eine sichere, kompakte und dichte<br />

Messanlage. Die Anordnung der Bohrungen begünstigt ein selbstentwässern<br />

von Kondensat und Flüssigkeiten und reduziert damit<br />

Vereisungsprobleme.<br />

Sauglanze mit Schwimmerschalter<br />

In sehr vielen Dosieraufgaben entnimmt eine Dosierpumpe ein<br />

Konzentrat aus den unterschiedlichsten Behältern, sei es aus<br />

einem Kanister, einem Dosierbehälter, einem IBC oder einem<br />

Tank. Neben Saugschläuchen mit Fußventilen werden sehr häufig<br />

auch Sauglanzen eingesetzt, die sich, entsprechend der Applikation,<br />

im Rohrdurchmesser,<br />

in den Anschlüssen und im<br />

Material unterscheiden und<br />

zum Teil mit einem oder<br />

mehreren Schwimmerschaltern<br />

als Leermelder oder<br />

Niveaugeber ausgestattet<br />

sind. Starre Sauglanzen<br />

haben den Vorteil, dass sie<br />

in der Regel an einer festgelegten<br />

Position im Behälter<br />

installiert sind und Schwimmerschaltern<br />

einen festen<br />

Halt geben. Sie werden mit<br />

einer Rohrverschraubung im Behälterdeckel oder mit einer<br />

Tankverschraubung auf der Behälteroberfläche montiert.<br />

Der Hersteller bietet neben den Dosierpumpen auch eine Vielzahl<br />

unterschiedlicher Saug- und Gebindelanzen an. Vorkonfigurierte<br />

Standardlanzen, in unterschiedlichen Längen von 290 bis<br />

1 200 mm, sind ab Lager lieferbar. Doch auch Sauglanzen, die<br />

nach Kundenwünschen ausgeführt werden, sind kurzfristig<br />

verfügbar.<br />

www.ldt.info<br />

www.as-schneider.com<br />

Komplettes Prozesspumpensortiment<br />

Die Prozesspumpen der Baureihen 530, 630 und 730 von Watson-<br />

Marlow bieten verbesserte Bedienung und Steuerung und<br />

maximale Fördergenauigkeit bei Fördermengen von wenigen<br />

Mikrolitern bis zu 55 l/min bei einem Druck von bis zu 7 bar.<br />

Die Schlauchpumpen benötigen weder Ventile noch Dichtungen.<br />

Dank eines konkurrenzlosen Regelbereichs von bis zu 3 600:1<br />

dosieren sie zuverlässig und<br />

hygienisch. Durch die vollständig<br />

geschlossene Förderung (nur der<br />

Schlauch berührt das Medium)<br />

werden auch gefährliche Chemikalien<br />

sicher gefördert. Selbst abrasive und<br />

viskose Fluide, Gase und suspendierte<br />

Feststoffe stellen kein Problem<br />

dar. Die Pumpen sind mit einer<br />

breiten Auswahl an Antrieben und<br />

Pumpenköpfen für die Förderung mit<br />

einem Kanal oder zwei Kanälen<br />

verfügbar. Alle drei Prozesspumpen-<br />

Baureihen können je nach<br />

Anwendung mit Schlauchelementen<br />

ausgestattet werden, die ein absolut fehlerfreies Einlegen des<br />

Schlauchs garantieren. Dank der patentierten Steckverbinder<br />

kann das Schlauchelement dabei in weniger als einer Minute<br />

ausgetauscht werden, ohne dass dafür spezielle Kenntnisse<br />

erforderlich sind. Die Pumpen bieten umfangreiche digitale und<br />

analoge Steuerungsoptionen sowie eine fünfjährige Garantie.<br />

www.wmftg.de<br />

MAßGESCHNEIDERT<br />

Kugelhähne für extreme Bedingungen<br />

• höchste Betriebssicherheit<br />

• rein metallisches Dichtsystem<br />

• Drücke bis zu 700 bar<br />

• Temperaturen von -200°C bis zu +500°C<br />

• widersteht aggressiven Medien<br />

• gasdicht, wartungsarm<br />

hartmann-valves.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 23<br />

Hartmann-Valves.indd 1 18.04.<strong>2019</strong> 08:26:26


In pharmazeutischer Qualität<br />

Öl- und keimfreie Druckluft durch umfassende Aufbereitung<br />

Vapoplast ließ zur Erzeugung einer sicheren<br />

Druckluft unter anderem einen warmregenerierenden<br />

Adsorptionstrockner installieren<br />

Ölgeschmierte Kompressoren<br />

sind eine häufige Quelle für<br />

Verunreinigungen wie<br />

Restöldämpfe im Druckluftnetz.<br />

Doch auch ölfrei verdichtende<br />

Kompressoren bieten keine<br />

absolute Sicherheit. Denn genau<br />

wie Keime können auch Öldämpfe<br />

bereits in der Ansaugluft enthalten<br />

sein. Um sicherzugehen, dass nur<br />

Druckluft höchster Qualität im<br />

Herstellungsprozess mit dem<br />

Produkt in Kontakt kommt, sind<br />

eine umfassende Aufbereitung der<br />

Druckluft sowie ein lückenloses<br />

Monitoring erforderlich.<br />

Autor: Rainer Stützel, Head of Department<br />

Corporate Identity & Relations, Beko Technologies<br />

GmbH, Neuss<br />

Das 2014 als Tochter der belgischen Unternehmensgruppe<br />

High-Tech Plastics<br />

(H.T.P.) gegründete Unternehmen Vapoplast<br />

produziert mittels Spritzguss- und<br />

Spritzblasverfahren Nachfüllflaschen für<br />

das Liquid von E-Zigaretten – derzeit<br />

110 000 Stück pro Tag. Zum Formen, Abkühlen<br />

und Transport der Flaschen setzt<br />

das Unternehmen Druckluft ein. Da die<br />

Flaschen später mit Liquid befüllt werden,<br />

also direkt mit dem Konsumprodukt in<br />

Kontakt kommen, müssen sie von einwandfreier<br />

Qualität sein. Die eingesetzte Druckluft<br />

darf daher keine Verunreinigungen wie<br />

Restöldämpfe oder Keime enthalten. Außerdem<br />

muss sie trocken sein, damit sie das zu<br />

formende Material nicht negativ beeinflusst.<br />

Um das sicherzustellen, bereitet Vapoplast<br />

seine Druckluft auf und überprüft ihre Qualität<br />

lückenlos und in Echtzeit.<br />

Das Qualitätsmanagement der Vapoplast-Fabrik<br />

in Dottignies im Westen Belgiens<br />

achtet schon bei dem Rohmaterial,<br />

dem Kunststoff LDPE (Low-Density Polyethylen),<br />

genau darauf, dass er pharmazeutischen<br />

Standards entspricht. Bei der<br />

Produktion der Fläschchen werden Kunststoffperlen<br />

von absolut reiner Qualität geschmolzen<br />

und dann in eine Flaschenform<br />

eingespritzt. Vapoplast liefert die fertigen<br />

Flaschen inklusive der Verschlüsse weiter<br />

an den Kunden, der sie mit dem Liquid füllt<br />

und verschließt. Zur Kontrolle seines Produktionsprozesses<br />

prüft das strenge Qualitätsmanagement<br />

jede Charge von Flaschen<br />

mittels Lasertechnik. Stellt es Anomalien<br />

fest, wird die gesamte Charge zerstört und<br />

das Plastik recycelt.<br />

Individuelle Systemlösung<br />

Als 2015 – in der Anlaufphase der Produktion<br />

– Spuren von Öl auf den Plastikflaschen<br />

entdeckt wurden, ließ Vapoplast alle Produktionsmaschinen<br />

sowie alle verwendeten<br />

Materialien überprüfen. Schnell war<br />

klar, dass die Quelle der Verunreinigung die<br />

im Prozess eingesetzte Druckluft war. Bei<br />

der Suche nach einer Lösung für die Erzeugung<br />

reiner Druckluft wurde das Unternehmen<br />

auf den Druckluftspezialisten Beko<br />

Technologies aufmerksam. Die niederländische<br />

Vertriebsniederlassung des Neusser<br />

Druckluftspezialisten entwickelte eine auf<br />

die spezifischen Anforderungen von Vapoplast<br />

zugeschnittene Lösung für eine umfassende<br />

Druckluftaufbereitung – von<br />

Druckluftfiltration über Drucklufttrock-<br />

24 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA<br />

nung bis hin zur Katalyse- und Messtechnik.<br />

Gefordert war eine besonders trockene,<br />

öl- und keimfreie Druckluft.<br />

Zur Beseitigung von Restöldämpfen und<br />

Keimen wurde der Bekokat installiert. Der<br />

katalytische Konverter wandelt Kohlenwasserstoffe<br />

durch Totaloxidation vollständig<br />

in Kohlendioxid und Wasser um. Bei<br />

diesem Katalyseverfahren entsteht eine<br />

konstant öl- und keimfreie Druckluft mit<br />

einem maximalen Restöldampfgehalt von<br />

kaum mehr messbaren 0,001 mg/m 3 – und<br />

das unabhängig davon, ob ein ölfrei verdichtender<br />

oder ein ölgeschmierter Kompressor<br />

eingesetzt wird. Mit dieser Leistung übertrifft<br />

die Bekokat-Technologie selbst die strengen<br />

Anforderungen der ISO 8573-1, Klasse 1 Ölgehalt<br />

– eine Qualität, die in besonders anspruchsvollen<br />

Prozessen benötigt wird.<br />

Um sicherzugehen, dass die Druckluft<br />

frei von Restöldämpfen ist, überwacht<br />

Vapoplast seine Druckluft mit dem Metpoint<br />

OCV. Das Gerät misst den Restöldampfgehalt<br />

auf einen Wert von<br />

0,001 mg/m 3 genau. Wird ein vorab<br />

definierter Grenzwert überschritten, löst<br />

das Messsystem einen Alarm aus. Zusätzlich<br />

werden der Drucktaupunktsensor<br />

Metpoint DPM und der Datenlogger Metpoint<br />

BDL zur Überwachung, Registrierung<br />

und Auswertung der Werte eingesetzt.<br />

Zuverlässige Drucklufttrocknung<br />

Für die zuverlässige Trocknung der Druckluft<br />

kommt bei Vapoplast der Membrantrockner<br />

Drypoint M plus zum Einsatz. Er<br />

trocknet die Druckluft auf einen Drucktaupunkt<br />

von ca. – 20 °C. Durch den integrierten<br />

Nanofilter bietet er<br />

Filtration und Trocknung<br />

in einem Gehäuse.<br />

Die Trocknung der<br />

Druckluft erfolgt nach<br />

dem physikalischen<br />

Prinzip der Diffu sion<br />

durch eine teildurchlässige<br />

Membran. Ergänzt<br />

wird die Druckluftaufbereitung<br />

durch einen<br />

Clearpoint Feinfilter<br />

und den niveauregulierten<br />

Kondensatableiter<br />

Bekomat. Um seinen<br />

gesamten Produktionsprozess<br />

mit pharmazeutischer Druckluft zu<br />

versorgen, ließ Vapoplast weitere Aufbereitungskomponenten,<br />

darunter den warmregenerierenden<br />

Adsorptionstrockner Everdry,<br />

installieren.<br />

Mit der auf seine individuellen Anforderungen<br />

zugeschnittenen Systemlösung für<br />

die Druckluftaufbereitung stellt Vapoplast<br />

sicher, dass bei der Produktion der Nachfüllflaschen<br />

für die E-Zigaretten absolut ölund<br />

keimfreie sowie trockene Druckluft<br />

genutzt wird. Aufgrund der umfassenden<br />

Maßnahmen zur Aufbereitung übertrifft<br />

das Unternehmen die strengen Vorgaben<br />

der Pharmaindustrie hinsichtlich einer<br />

Aufgrund der umfassenden<br />

Maßnahmen zur Aufbereitung<br />

übertrifft Vapoplast die<br />

strengen Vorgaben der Pharmaindustrie<br />

hinsichtlich einer<br />

hohen Druckluftqualität.<br />

Rainer Stützel<br />

hohen Druckluftqualität. Damit ist das Unternehmen<br />

auch für seine Zukunftspläne,<br />

das Sortiment um Produkte für die Pharmaindustrie<br />

zu erweitern, gut aufgestellt.<br />

Fotos: Beko Technologies, Fotolia (#106650434, jk1991)<br />

www.beko-technologies.de<br />

Meorga.indd 1 18.03.<strong>2019</strong> 11:59:42<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 25


TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK<br />

Zukunftssicher trocknen<br />

Probleme beim Einsatz von Kältemitteln<br />

in der Druckluftaufbereitung<br />

Wer bei der Drucklufterzeugung<br />

Kältetrockner einsetzt, kommt<br />

nicht mehr darum herum, an die<br />

neue F-Gase-Verordnung zu<br />

denken. Die neue Richtlinie schickt<br />

so manchen Trockner ins Aus.<br />

Betreiber sollten vorsorgen.<br />

Drucklufttrocknung gehört zur Drucklufterzeugung<br />

wie der Deckel auf den<br />

Topf. So gut wie jede Druckluftstation ist<br />

mit Kältetrocknern ausgerüstet, denn kaum<br />

eine Anwendung kommt ohne diese Geräte<br />

aus, die für trockene Druckluft sorgen. Seit<br />

2015 ist die F-Gase-Verordnung EU<br />

517/2014 in Kraft. Diese hat zum Ziel,<br />

Emissionen teilfluorierter Treibhausgase<br />

(F-Gase) zu minimieren, um der Klimaerwärmung<br />

entgegenzuwirken. Die Auswirkungen<br />

der Verordnung sind jetzt zu spüren.<br />

Denn von ihr sind auch Betreiber von<br />

Druckluftstationen betroffen, da F-Gase in<br />

Kältetrocknern als Kältemittel zum Einsatz<br />

kommen. Das heißt, wer seine bestehenden<br />

Kältetrockner warten oder reparieren lässt<br />

oder wer einen neuen Kältetrockner anschafft,<br />

muss sich an die Vorgaben der<br />

Richtlinie halten. Bisherige Kältemittel werden<br />

sukzessive vom Markt genommen.<br />

Erreicht wird das durch konkrete Verbote,<br />

aber auch durch die gezielte Verknappung<br />

von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial,<br />

dem sogenannten Global Warming<br />

Potential (GWP). Bei den Verboten steht das<br />

bislang gebräuchliche Kältemittel R 404A<br />

im Rampenlicht. Ab nächstem Jahr ist das<br />

Inverkehrbringen neuer R-404A-Kältetrocknern<br />

untersagt. Zur Instandsetzung größerer<br />

Anlagen darf ausschließlich gebrauchtes<br />

Kältemittel eingesetzt werden, und ab 2030<br />

ist es dann auch im Service komplett verboten.<br />

Die Wirkung ist spürbar: R 404A ist<br />

nur noch schwer in größeren Mengen zu<br />

bekommen und wenn, dann sehr teuer. Das<br />

Thema wird aber noch brisanter.<br />

Autorin: Dipl.-Betriebsw. Daniela Koehler,<br />

Pressesprecherin, Kaeser Kompressoren SE,<br />

Coburg<br />

Verknappung droht<br />

Zusätzlich wird das Angebot von Kältemitteln<br />

mit hohem Treibhauspotenzial, wie<br />

bspw. den häufig eingesetzten Mitteln<br />

R 407C und R 410A, gezielt verknappt. Dazu<br />

dienen Quoten, die den Kältemittelherstellern<br />

und -importeuren verbindlich zugewiesen<br />

werden und die ihre Absatzmenge<br />

begrenzen. Für die Nutzung der Quote gilt:<br />

Je kleiner die Treibhauspotenziale der verkauften<br />

Kältemittel, desto höher ist die erlaubte<br />

Absatzmenge. Daher sind Hersteller<br />

dabei, ihr Sortiment auf Kältemittel mit<br />

möglichst niedrigen Treibhauspotenzialen<br />

umzustellen. Dieser Prozess wird sich<br />

deutlich verschärfen, da die ursprüngliche<br />

Quote schrittweise auf nur noch 21 % abgesenkt<br />

wird. Die Verfügbarkeit von Kältemitteln<br />

dürfte sich daher umso schneller<br />

verschlechtern, je höher ihr Treibhauspotenzial<br />

ist. Viele heutige Kältemittel werden<br />

künftig für Instandsetzungen nicht<br />

mehr oder nur noch zu hohen Preisen verfügbar<br />

sein.<br />

Für Betreiber ist es daher sinnvoll, wenn<br />

sie sich einen Überblick über die derzeit bei<br />

ihnen eingesetzten Kältemittel verschaffen<br />

und sich bezüglich Handlungsalternativen<br />

beraten lassen. Kältemittel zu bevorraten,<br />

ist für Betreiber meist keine Möglichkeit. Ihr<br />

Erwerb erfordert zwingend eine Zertifizierung<br />

von Betrieb und Personal. Technisch<br />

hoch riskant und illegal ist die Verwendung<br />

von unquotiertem Kältemittel aus dunklen<br />

Quellen. Bei allen Kältetrocknern, die im<br />

Zukunftssichere Kältetrockner<br />

sind nicht nur energie- und<br />

platzsparend, sie werden auch<br />

mit einem klimafreundlichen<br />

Kältemittel betrieben<br />

Einsatz sind, ist es sinnvoll, mit einem<br />

Service durch entsprechend zertifiziertes<br />

Personal Undichtigkeiten am Kältekreislauf<br />

26 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA<br />

rechtzeitig vorzubeugen. Dies gilt besonders<br />

für ältere Anlagen. Zudem müssen Betreiber<br />

auch die neuen Regelungen zu verbindlichen<br />

Dichtheitsprüfungen einhalten.<br />

Ein Umrüsten der Trockner auf einen Betrieb<br />

mit neuen Kältemitteln ist in vielen Fällen<br />

leider keine Alternative, da es zum einen<br />

technisch nicht immer möglich ist, oder aber<br />

zum anderen die Kosten für einen Umbau unwirtschaftlich<br />

wären. Langfristig betrachtet,<br />

macht es mehr Sinn, die Anschaffung neuer<br />

Trockner in den Investitionsplan mit aufzunehmen<br />

und neue Geräte zu installieren.<br />

Da sich gerade in den vergangenen<br />

Jahren im Bereich der Trocknertechnik<br />

enorme Entwicklungsschritte stattgefunden<br />

haben, hat eine Neuanschaffung noch<br />

andere Vorteile. Neue Trockner sind auf<br />

höchste Effizienz und Energiekostenersparnis<br />

ausgelegt und brauchen häufig auch<br />

noch weniger Platz als ältere Geräte. Neben<br />

der Betreibersicherheit im Hinblick auf das<br />

Kältemittel, könnten so eventuell Energieund<br />

Servicekosten reduziert werden.<br />

Auf Langlebigkeit achten<br />

Kältemittel<br />

R-404A 3 922<br />

R-407A 2 107<br />

R-410A 2 088<br />

R-407C 1 774<br />

R-134a 1 430<br />

R-513A 631<br />

Treibhauspotenzial (GWP)<br />

Das Kältemittel R 513A bietet für Kältetrockner<br />

die derzeit zukunftssicherste Lösung<br />

Wer einen neuen Kältetrockner kauft oder<br />

den Kauf eines solchen plant, sollte darauf<br />

achten, dass dieser den Einsatz eines Kältemittels<br />

ermöglicht, das nicht nur heute,<br />

sondern auch über den Lebenszyklus der<br />

Anlage für Servicearbeiten verfügbar bleibt.<br />

Beste Chancen bieten hier Kältetrockner,<br />

die bereits mit einem Kältemittel befüllt<br />

sind, das ein möglichst geringes Treibhauspotenzial<br />

aufweist, oder die nachträglich<br />

mit vertretbarem Aufwand auf ein solches<br />

umgerüstet werden können.<br />

Manche Hersteller verwenden Mittel, die<br />

zwar zurzeit noch eingesetzt werden dürfen,<br />

künftig aber entweder verboten oder<br />

aufgrund ihres hohen Treibhauspotenzials<br />

nicht mehr marktverfügbar sein werden.<br />

Betreiber von solchen Kältetrocknern würden<br />

dann innerhalb kurzer Zeit wieder vor<br />

der gleichen Problematik stehen.<br />

Vorausschauende Hersteller von Kältetrocknern<br />

setzten schon heute bei der Herstellung<br />

auf neue Kältemittel wie z. B.<br />

R-513A. Dieses hat den derzeit geringsten<br />

GWP-Wert unter den marktverfügbaren<br />

Kältetrocknern und ist damit nicht nur<br />

deutlich klimafreundlicher, sondern auch<br />

die zukunftssicherste Lösung.<br />

Fotos: Kaeser<br />

www.kaeser.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 27


TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK<br />

Vorausschauende Wartung bei<br />

Druckluftanlagen<br />

Sigma Smart Air ist ein Angebot, das den Einstieg in vorausschauenden<br />

Service ermöglicht und bei der schrittweisen Digitalisierung<br />

der Druckluftanlage unterstützt. Mit Sigma Smart Air bietet<br />

Kaeser Kompressoren eine Dienstleistung an, die sowohl vorausschauende<br />

Instandhaltung wie auch die höchstmögliche Energieeffizienz<br />

und die Verfügbarkeit der Druckluftversorgung sicherstellen<br />

wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Druckluftstation<br />

„intelligent“ ist, das heißt, dass sie über das Ethernet-basierte<br />

Sigma Network (alternativ Profibus) vernetzt ist und von der<br />

maschinenübergreifenden Steuerung Sigma Air Manager 4.0<br />

gesteuert wird. Erst so sind Betriebs-, Service- und Energiedaten<br />

der Druckluftanlage in Echtzeit verfügbar.<br />

Sigma Smart Air bietet die Möglichkeit, vorgenannte Voraussetzungen<br />

für bestehende und neue Druckluftanlagen ohne zusätzliche<br />

Investitionen zu schaffen. Das System umfasst zudem das<br />

Monitoring von Kennzahlen wie Servicekosten, Reservegrad und<br />

spezifische Leistung. Zusätzlich wird ein Energie- und Life-Cycle-<br />

Management der Druckluftstation über den gesamten Lebenszyklus<br />

hinweg möglich. Die immer aktuellen Kennzahlen der<br />

Energiedaten aus einer Hand bieten auch die Basis für ein<br />

Energiemanagement nach ISO 50001.<br />

www.kaeser.com<br />

Flexibler Hochdruckverdichter<br />

Der Hochdruckverdichter TRx 400 eignet sich für Anwendungen,<br />

bei denen hohe Enddrücke bis 200 bar mit gleichzeitig hohen<br />

Vordrücken bis 35 bar realisiert werden müssen. Das Gerät<br />

kommt daher insbesondere bei der H 2<br />

-, N 2<br />

- oder O 2<br />

-Nachverdichtung,<br />

Gasflaschenfüllung sowie Synthesegasspeicherung zum<br />

Einsatz. Wie alle Lösungen aus dem Hause Mehrer verdichtet der<br />

TRx 400 absolut ölfrei und kann aufgrund des modular<br />

aufgebauten Zylinderblocks auf individuelle Verdichtungsbedürfnisse<br />

der Kunden angepasst werden.<br />

Der Hochdruckkompressor ist als ein- und zweistufige Variante<br />

erhältlich und ermöglicht die Verdichtung von jeglichen Prozessgasen<br />

und Gasgemischen, egal ob trocken oder feucht. Typische<br />

Anwendungen sind bspw. die Verdichtung von Wasserstoff nach<br />

der Elektrolyse oder von Sauerstoff für Gasgeneratoren sowie die<br />

Rückgewinnung von Edelgasen. Auch die<br />

Verdichtung toxischer sowie brennbarer Gase<br />

ist mit dem TRx 400 problemlos möglich.<br />

Der Verdichter kann wahlweise als Block,<br />

Aggregat oder Anlage ausgeliefert werden.<br />

Dank seiner extrem robusten Bauweise und<br />

Kreuzkopfkonstruktion garantiert das Gerät laut<br />

Hersteller eine sehr hohe Anlagenverfügbarkeit<br />

sowie Prozesssicherheit.<br />

www.mehrer.de<br />

Intelligente Trockenpumpen<br />

Die neuen Trockenpumpen Dryvac DV 200 und DV 300 ergänzen<br />

die bereits bestehende Produktpalette der Dryvac 450, 650 sowie<br />

1200 und ermöglichen den gleichen Nutzen für Anwendungen,<br />

die kleinere Größen erfordern. Alle Modelle sind mit intelligenten<br />

Features und Funktionen ausgestattet und bieten laut Hersteller<br />

hohe Energieeffizienz, Langlebigkeit sowie eine zukunftssichere<br />

Netzwerkintegration.<br />

Der niedrige Stromverbrauch sorgt für eine sehr hohe Energieeffizienz.<br />

Durch ein Schraubendesign mit variabler Steigung<br />

minimieren die DV 200/300 den Stromverbrauch, sparen Kosten<br />

ein und reduzieren CO 2<br />

-Emissionen. Die Pumpen zeichnen sich<br />

durch minimale Wartung und eine einfache Reinigung der<br />

Wasserkühlkanäle aus. Sie sind mit<br />

einer automatischen Purgesteuerung<br />

der vakuumseitigen Wellendichtungen<br />

ausgestattet, um Wellendichtungen<br />

und Lager optimal zu<br />

schützen.<br />

www.leybold.com<br />

Ölfreie Vakuumpumpen<br />

Atlas Copco hat seine Vakuumpumpen als erster Hersteller durch<br />

den Tüv Rheinland nach der Norm ISO 8573-1 auf Ölspuren<br />

prüfen lassen. Gemessen und zertifiziert wurden drei verschiedene<br />

Typen ölfreier Vakuumpumpen: die Klauenvakuumpumpe<br />

DZS, die drehzahlgeregelte Schraubenvakuumpumpe DHS VSD+<br />

sowie die neue Atlas-Copco-Serie der drehzahlgeregelten Flüssigkeitsringpumpen<br />

LRP VSD+. Alle drei Pumpentypen wurden vom<br />

Tüv Rheinland als absolut ölfrei in der obersten „Klasse 0“ der ISO<br />

8573-1 eingestuft. Das bedeutet:<br />

zertifizierte Umweltfreundlichkeit,<br />

kein Risiko einer Ölkontamination<br />

sowie hohe Sicherheit für<br />

Anwendungen und die Gesundheit<br />

der Menschen.<br />

Die Messungen wurden ohne<br />

Ölentnahmevorrichtung am<br />

Ausgang zwischen Pumpe und Messmembran durchgeführt. Die<br />

drei Pumpentypen wurden vom Tüv Rheinland daraufhin zertifiziert,<br />

dass keine Spuren von Aerosolen (laut Definition der<br />

Klasse 0 liegt die Konzentration unter 0,01 mg/m³) im Abluftstrom<br />

zu erkennen sind.<br />

www.atlascopco.de<br />

Effiziente Drucklufterzeugung<br />

Der kompakte Schraubenkompressor C-2 ist sowohl für Behälterals<br />

auch Bodenmontage geeignet, wartungsfreundlich sowie<br />

schallreduziert. Verschiedene Leistungsoptimierungen sorgen<br />

dabei für maximale Effizienz. Niedriger<br />

Energiebedarf durch hohen Wirkungsgrad<br />

– diese Eigenschaft kennzeichnet<br />

laut Hersteller auch den Turbokompressor<br />

LPT 150. Das ölfreie Verdichtungsprinzip<br />

basiert auf einer luftgelagerten<br />

Antriebswelle kombiniert mit<br />

einem Permanentmagnetmotor.<br />

www.boge.de<br />

28 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


Sicherer 6-Zylinder-Verdichter<br />

Gea präsentiert mit dem HG66e einen halbhermetischen Verdichter.<br />

Dabei handelt es sich um eine komplett neue 6-Zylinder-<br />

Baureihe für große Leistungen mit hoher Effizienz im Bereich der<br />

Klima-, Normal- und Tiefkühlung. Bei dieser Baureihe decken<br />

vier Baugrößen den Bereich 116,5 bis<br />

180 m 3 /h Hubvolumen (bei 50 Hz) ab.<br />

Gea bietet damit in der gesamten<br />

HG-Baureihe sieben Modellgrößen<br />

mit 25 Hubraumstufen von 5,4 bis<br />

281,3 m 3 /h Hubvolumen (bei 50 Hz)<br />

an. Die neuen Verdichter sind mit dem<br />

eigen- und weiterentwickelten<br />

MexxFlow 2.0 Ventilplattensystem ausgestattet. Das System<br />

besteht aus einer Ventilplatte mit hocheffizienten Doppelringlamellen<br />

und einem strömungstechnisch optimierten System aus<br />

Ventilplatte und Zylinderkopf. Diese zweite Generation zeichnet<br />

sich durch noch höhere Widerstandsfähigkeit bei gleichbleibend<br />

hoher Effizienz aus. Die verbesserten Notlaufeigenschaften sind<br />

besonders wichtig für den Betrieb mit Low-GWP und natürlichen<br />

Kältemitteln. Der HG66e-Verdichter ist somit für die aktuellen<br />

Low-GWP Kältemittel geeignet und zugelassen.<br />

www.gea.com<br />

Schrauben-, Kolben- und<br />

Radialkompressoren<br />

Elgi bietet u. a. ölfreie Drucklufttechnologie an. Im Fokus stehen<br />

dabei Lösungen mit hohem Wirkungsgrad, die ölfreie Luft der<br />

ISO-Klasse 0 bereitstellen, gleichzeitig geringe Betriebskosten<br />

gewährleisten und keinerlei Umweltbelastungen verursachen.<br />

Das Portfolio von über 400 Produkten umfasst ölgeschmierte und<br />

ölfreie Schrauben-, Kolben- und Radialkompressoren, Trockner<br />

und Filter sowie das nachgeschaltete Zubehör.<br />

www.elgi.com<br />

Sichere Druckluftaufbereitung<br />

Ein Beispiel für eine IoT-Lösung in der Drucklufttechnik ist die<br />

industrielle Luftreinhaltung mit dem DFE Downflo Evolution<br />

Entstaubungssystem. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufbe -<br />

reitungstechnik von Druckluft und Gasen in hochsensiblen<br />

Einsatzbereichen wie der Lebensmittel- und Pharmaproduktion.<br />

Filter und Trockner, wie z. B. der warmregenerierende<br />

Adsorptions trockner der HRS-Baureihe, sorgen dafür, dass selbst<br />

extreme Vorgaben der Partikelabscheidung und des Restöl -<br />

gehaltes kontinuierlich und sicher eingehalten werden können,<br />

die über die Vorgaben der ISO 8573-1:2010 hinausgehen.<br />

Doch bei allen Weiterentwicklungen muss<br />

die Wirtschaftlichkeit gewährleistet sein.<br />

Dabei stehen sich die geringeren Investitions-<br />

und Lebenszykluskosten von<br />

ölgeschmierten Kompressoren im<br />

Verhältnis zu ölfrei arbeitenden Kompressoren<br />

gegenüber. In vielen Einsatzbereichen<br />

können Mehrkosten durch eine gut<br />

geplante Druckluftaufbereitung kompensiert<br />

werden.<br />

www.donaldson.com<br />

VAKUUM-<br />

LÖSUNGEN FÜR<br />

DIE GEFRIER-<br />

TROCKNUNG<br />

Vakuumerzeugung<br />

Die modularen CombiLine Wälzkolbenpumpstände<br />

überzeugen mit ihrem kompakten Design und ihrer<br />

Verlässlichkeit – die ideale Lösung für Produktionsgefriertrockner<br />

Druckmessung<br />

Beheizt bis 160°C und mit einem robusten Aufbau<br />

sind die CLR Messröhren selbst für anspruchsvollste<br />

Prozesse wie die Heißdampfsterilisation geeignet<br />

Prozessüberwachung und Silikonöldetektion<br />

Das PrismaPro Massenspektrometer ist ein leistungsstarkes<br />

PAT-Werkzeug, um Ihren Prozess zu optimieren<br />

und die Produktqualität sicherzustellen<br />

Sie suchen eine perfekte Vakuumlösung?<br />

Sprechen Sie uns an:<br />

Pfeiffer Vacuum GmbH · Headquarters/Germany<br />

T +49 6441 802-0 · www.pfeiffer-vacuum.com<br />

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MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Volle Versorgungssicherheit<br />

Durchflussmessungen mit eingriffsfreier Clamp-on-Ultraschalltechnik<br />

Wasser ist ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie, der in<br />

großen Mengen als Fertigungsmittel und als Energieträger benötigt wird.<br />

Am Chempark-Standort Dormagen messen Clamp-on-Ultraschall systeme<br />

den Durchfluss von Wasser über den gesamten Zyklus, von der Gewinnung<br />

über die Aufbereitung und den Gebrauch bis zum Abwasser.<br />

Für den Menschen ist Wasser so lebensnotwendig<br />

wie die Luft zum Atmen.<br />

Nicht anders verhält es sich mit der chemischen<br />

Industrie: Eine stabile Versorgung<br />

mit Wasser in einer hohen und kontrollierten<br />

Qualität ist eine entscheidende Voraussetzung<br />

für die Herstellung von Chemikalien,<br />

Dampf und Strom.<br />

Als Chempark-Betreiber versorgt Currenta<br />

alle ansässigen Firmen zentral mit Trinkwasser<br />

und Wasser in verschiedenen Qualitäten.<br />

Das Wasser wird überwiegend in<br />

eigenen Anlagen gewonnen, teilweise am<br />

Markt beschafft, gegebenenfalls aufbereitet<br />

und über ein umfassendes Rohrleitungsnetzwerk<br />

verteilt. Pro Jahr produziert<br />

Currenta rund 760 Mio. m³ Wasser. Der<br />

größte Anteil davon entfällt auf Betriebswasser<br />

(390 Mio. m³) für die Durchlaufkühlung<br />

in der Produktion der Betriebe<br />

sowie auf Kreislaufwasser (300 Mio. m³) zur<br />

Temperierung zahlreicher hitzeintensiver<br />

Prozesse. Nur ein kleinerer Anteil entfällt<br />

auf VE- (28 Mio. m³) und Trinkwasser<br />

(12 Mio. m³).<br />

Auch wenn die Chempark-Standorte am<br />

Niederrhein über ausreichende Wasservorräte<br />

verfügen, ist die sparsame Nutzung<br />

von Wasser allein schon aus energetischen<br />

Gründen geboten. Um Drücke und Durchflüsse<br />

auf das jeweils gewünschte Niveau zu<br />

02 Vom Kühlturm haben Günter Schellen, Currenta-Wasserversorgung, und Heinrich Brucks,<br />

Flexim einen guten Blick auf Betriebe und Anlagen, in denen in den vergangenen 15 Jahren<br />

Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmesser Fluxus installiert wurden<br />

Autor: Jörg Sacher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Flexim GmbH, Berlin<br />

30 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

01 In Sensoranbringungsvorrichtungen Variofix montierte<br />

Clamp-on-Ultraschallsensoren messen von außen den Durchfluss<br />

bringen, sind 900 Pumpen und Antriebe<br />

erforderlich, die jährlich rund 240 000 MWh<br />

Strom verbrauchen.<br />

Betriebswassermenge erfassen …<br />

Wer sparen will, muss bilanzieren können.<br />

Wer bilanzieren will, muss messen. Daher<br />

suchten die Betriebsingenieure der Wasserversorgung<br />

am Standort Dormagen im<br />

Jahr 2003 nach einer geeigneten messtechnischen<br />

Möglichkeit, die Betriebswassermenge<br />

im Zulauf zu einer VE-Anlage zu<br />

er fassen. Heinrich Brucks kann sich noch<br />

gut erinnern, wie er vor über 15 Jahren in<br />

einem Untergeschoss auf dem Gelände<br />

des Chempark-Standorts Dormagen den<br />

Grundstein für eine langfristige Geschäftsbeziehung<br />

legte. Im Spätsommer 2003 war<br />

Heinrich Brucks erst seit etwa einem halben<br />

Jahr für Flexim als Vertriebsingenieur<br />

im Außendienst tätig. Als solcher mühte er<br />

sich redlich, die zu dieser Zeit noch nicht<br />

weit verbreitete Clamp-on-Ultraschalltechnik<br />

bekannt zu machen und die Durchflussmesser<br />

Fluxus an den Mann zu<br />

bringen. Bei Currenta – damals noch Bayer<br />

Industry Services – erhielt er seine Chance.<br />

Und er nutzte sie.<br />

„Die erste Messstelle, die man einem<br />

Ingenieur im Außendienst zeigt, ist nie die<br />

einfachste“, weiß Heinrich Brucks aus Erfahrung:<br />

„Eher die schwierigste.“ Das Betriebspersonal<br />

der Wasserversorgung führte<br />

ihn in den Keller zur Messstelle, wo er mit<br />

seinem portablen Fluxus ADM 6725 eine<br />

Testmessung aufbaute. Wo zuvor andere<br />

Anbieter von Clamp-on-Messtechnik gescheitert<br />

waren – sei es wegen der schwierigen<br />

Rohroberfläche oder wegen Inkrustinationen<br />

im Rohrinneren – überzeugte Heinrich<br />

Brucks mit seinem Fluxus. Folglich entschied<br />

sich der Betrieb für die Anschaffung<br />

eines stationären Clamp-on-Ultraschall-<br />

Durchflussmessers von Flexim. Seit seiner<br />

Installation im Herbst 2003 misst der Fluxus<br />

ADM7207 zuverlässig und störungsfrei.<br />

… und Ammoniakgas<br />

Dass sich die eingriffsfreie Clamp-on­<br />

Ultraschalltechnik nicht nur zur Durchflussmessung<br />

von Wasser eignet, sondern<br />

insbesondere auch für Medien, von denen<br />

aufgrund ihrer Eigenschaften eine besondere<br />

Gefahr ausgeht oder die benetzten<br />

Messinstrumente schnell verschleißen, hat<br />

sich inzwischen herumgesprochen. So<br />

messen etwa auf dem Dach der benachbarten<br />

Kälteanlage drei Ultraschallsysteme<br />

Fluxus G704 den Durchfluss von Ammoniakgas<br />

in der Kälteanlage von Currenta und<br />

viele andere in den Produktionsbetrieben<br />

am Standort Rohstoffe, Zwischenprodukte,<br />

Produkte und Wärmeträger.<br />

„Inzwischen kann man fast den Eindruck<br />

gewinnen, dass uns die Anwender vor allem<br />

als erfahrene Problemlöser für die ganz<br />

kniffligen Fälle wahrnehmen – etwa Hochtemperaturanwendungen<br />

oder Gase bei geringem<br />

Druck“, berichtet Heinrich Brucks:<br />

„Dabei ist und bleibt Wasser eine absolut<br />

gängige Standardanwendung.“<br />

Auch in der Wasserversorgung des Chempark-Standorts<br />

Dormagen wurden unterdessen<br />

zahlreiche weitere Messstellen mit<br />

Fluxus instrumentiert, als Ersatz für defekte<br />

benetzte Durchflussmesser ebenso wie bei<br />

der Erstausstattung von<br />

Neuanlagen. Als sich etwa<br />

bei einer alten Messblende,<br />

die den Durchfluss von<br />

gefördertem Rohwasser<br />

zu einem Speicherbecken<br />

misst, der Wartungsaufwand<br />

mehrte, war für die<br />

Betriebsingenieure klar,<br />

welches Messsystem an<br />

ihre Stelle treten sollte,<br />

nämlich ein Clamp­ on-<br />

Ultraschall-Durchflussmesser<br />

Fluxus.<br />

Gesamter Wasserkreislauf<br />

In den beiden Vollentsalzungsanlagen, die<br />

Currenta am Standort betreibt, kommen<br />

ebenfalls die Clamp-on-Ultraschallsysteme<br />

zum Einsatz. In einer der beiden VE-Anlagen<br />

ersetzt ein Fluxus F721 an einer<br />

Edelstahlleitung DN250 den dort ursprünglich<br />

installierten Wirbelfrequenz-(Vortex-)<br />

Durchflussmesser, der sich als vibrationsempfindlich<br />

erwiesen hatte und häufig<br />

nicht verlässliche Messwerte lieferte. Schon<br />

zuvor war in derselben Anlage die Abwasserleitung<br />

am Kationenaustauscher, in der<br />

eine wässrige Salzsäurelösung fließt, mit einer<br />

Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmessung<br />

nachgerüstet worden. Dort ersetzte ein Fluxus<br />

F704 ein Inline-Ultraschall-Durchflussmessung,<br />

die undicht geworden war.<br />

In der zweiten VE-Anlage von Currenta<br />

am Standort Dormagen misst ein weiterer<br />

03 Als Messumformer kommt der stationäre<br />

Fluxus F721 zum Einsatz<br />

Die Clamp-on-Ultraschallmessungen<br />

funktionieren unabhängig von der<br />

Leitfähigkeit des Mediums, sind<br />

unempfindlich gegenüber Vibrationen<br />

der Rohrleitung und beeinträchtigen<br />

nie die Versorgungssicherheit.<br />

Günter Schellen, Planung&Dokumentation,<br />

Currenta-Wasserversorgung<br />

Fluxus F721 die Gesamtmenge des dort erzeugten<br />

VE-Wassers. In dieser Anwendung<br />

erweist sich die Bidirektionalität des Messverfahrens<br />

von Vorteil, da an dieser Messstelle<br />

zwischen VE-Wasserspeicher und<br />

den abnehmenden Betrieben und Kraftwerken<br />

Durchflüsse in beiden Flussrichtungen<br />

möglich sind. Die in beiden Durchflussrichtungen<br />

gleichermaßen genaue<br />

Durchflussmessung erlaubt die genaue<br />

Bilanzierung. Eine andere Anwendung ist<br />

die Messung der Kondensatmengen, die<br />

von mit Dampf versorgten Produktionsbetrieben<br />

zurückfließen.<br />

Der Anwendungsbereich der Clampon-Ultraschall-Durchflussmesser<br />

erstreckt<br />

sich über den gesamten Wasserkreislauf. So<br />

messen an den vier Belebungsbecken der<br />

von Currenta betriebenen Kläranlage am<br />

Standort Dormagen acht Ultraschallsysteme<br />

Fluxus den Durchfluss von Abwasser.<br />

Fotos: Flexim<br />

www.flexim.com/de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 31


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Clever gesteuert<br />

Füllstandmessung im Zyklon einer Brauerei<br />

Mit geführtem Radar lässt sich der<br />

Füllstand schnell und präzise<br />

bestimmen. Eine Brauereigruppe<br />

nutzt das Verfahren, um die<br />

Dekantierung von Bier zu<br />

optimieren.<br />

Neben ihrem Kampf um die Gunst der<br />

Verbraucher, spielt die Sicherstellung<br />

der betrieblichen Effizienz bei Brauereien<br />

eine zunehmend wichtigere Rolle. Die<br />

Trennung und Rückgewinnung von Bier<br />

und Hefe ist ein Bereich des Brauprozesses,<br />

bei dem Brauereien Separatoren mit Zyklonen<br />

einsetzen, die eine höhere Effizienz<br />

ermöglichen.<br />

Autorin: Katrien Geerinckx, Marketing Manager,<br />

Magnetrol International N.V., Zele, Belgien<br />

Die Hefe beeinflusst stark Geschmack und<br />

Charakter des Biers. In den letzten Phasen<br />

der Bierherstellung trennen die Brauer die<br />

verbrauchte Hefe vom ausgereiften Bier,<br />

wozu Separatoren eingesetzt werden. Das<br />

Bier wird weiterverarbeitet und die verbrauchte<br />

Hefe für den Weiterverkauf aufbereitet.<br />

Diese Hefe wird z. B. als Substrat<br />

für den Anbau von Pilzen vermarktet<br />

und ist auch als Additiv in Ethanol-Kraftstoffen<br />

zu finden. Da Hefe äußerst reich<br />

an Proteinen und B-Vitaminen ist, wird<br />

sie traditionell als wertvolles Futterergänzungsmittel<br />

an das Vieh verfüttert.<br />

Kontinuierliche Prozesse<br />

Die Separatoren sind seit vielen Jahrzehnten<br />

ein unverzichtbarer Bestandteil<br />

des Bierbrauens. Sie sorgen für einen<br />

wirtschaftlichen Betrieb, eine höhere Qualität<br />

des Bieres und eine effiziente Rückgewinnung<br />

von Bier und verbrauchter Hefe.<br />

Nach einer gewissen Zeit verlieren jedoch<br />

die in Betrieb befindlichen Separatoren an<br />

01<br />

02


01 Die Sonde ist gebogen, sodass die<br />

Messungen entlang der Seitenwand<br />

erfolgen können<br />

02 Der Messumformer ermittelt über einen<br />

schnellen Zeitmesskreis präzise die Differenz<br />

zwischen Start- und Refleximpuls und<br />

ermöglicht eine präzise Füllstandmessung<br />

Leistungsfähigkeit. Ursache hierfür sind<br />

Heferückstände, die aus dem Separatorbehälter<br />

entfernt werden müssen. Dabei<br />

soll möglichst wenig Bier verloren gehen.<br />

Bei der Klärung gelangt das aufgeschlämmte<br />

Bier- und Hefegemisch aus dem<br />

Separatorbehälter in den oberen Bereich des<br />

Zyklons, der sich tangential zur Seitenwand<br />

befindet. Das aufgeschlämmte Bier-/Hefegemisch<br />

setzt sich am Boden des Zyklons ab.<br />

Die verbrauchte Hefe wird dann am Boden<br />

des Zyklons mittels einer Verdrängungspumpe<br />

oder einer peristaltischen Pumpe<br />

abgepumpt und in einen Dekanter oder<br />

Trockner für Hefe gefördert. Das Bier, das bei<br />

der Klärung mitströmt, geht jedoch verloren.<br />

Der Zyklon fungiert auch als Auffanggefäß<br />

zwischen dem Separatorbehälter und<br />

dem Tank zum Lagern der verbrauchten<br />

Hefe, der sich unterhalb der Pumpe befindet.<br />

Bei der Klärung gelangt zusätzliches<br />

Bier aus dem Behälter zusammen mit der<br />

Hefe in den Zyklon.<br />

In der Praxis erprobt<br />

Ein großes Brauereiunternehmen in den<br />

USA hatte den Füllstand in den insgesamt<br />

64 Zyklonen in allen seinen Brauereien mithilfe<br />

einer Füllstandmesssonde mit einem<br />

Schaltpunkt kontrolliert, die von einem<br />

Mitbewerber stammt. Die Sonde misst ausschließlich<br />

hohe Füllstände und zeigt an,<br />

wenn der Zyklon mit dem Hefe-/Biergemisch<br />

gefüllt ist. Für die Brauerei waren<br />

dies jedoch nicht genug Informationen.<br />

Magnetrol arbeitete mit einer der Brauereien<br />

der Unternehmensgruppe zusammen,<br />

um zu beweisen, dass eine kontinuierliche<br />

Füllstandmessung in den Zyklonen<br />

möglich ist.<br />

Die Sonde des Eclipse Guided Wave Radar<br />

(GWR) ist gebogen, sodass die Messungen<br />

entlang der Seitenwand sowie entlang<br />

des Kegels, der sich am Boden des Zyklons<br />

befindet, und in der Druckleitung unterhalb<br />

des Zyklons erfolgen können. Das<br />

Edelstahlgehäuse ist speziell auf die Verwendung<br />

in hygienischen Anwendungen<br />

abgestimmt. Das Gerät unterstützt den<br />

FDT/DTM-Standard; ein Pactware PC-Softwarepaket<br />

ermöglicht zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten<br />

und eine flexible<br />

Trendermittlung. Der Einzelmessumformer<br />

kann mit allen Sondentypen eingesetzt<br />

werden und gewährleistet erhöhte Zuverlässigkeit,<br />

wie ein SFF-Wert (Safe Failure<br />

Fraction) von 91 % belegt. Hierdurch ist ein<br />

Einsatz in SIL2-Messketten möglich.<br />

Durchgängige Messung<br />

Durch die Bestimmung des Füllstands bis<br />

nach unten zum Auslass kann der Brauer<br />

feststellen, ob sich Bieraufschlämmung am<br />

Boden des Zyklons befindet und dann das<br />

Abpumpen in den Dekanter für verbrauchte<br />

„Der Eclipse-GWR übertrifft<br />

traditionelle Technologien.“<br />

Hefe starten. Ist der Füllstand niedrig, wird<br />

die Pumpe gestoppt. Dieser Vorgang steuert<br />

den Zyklonaustrag während der Klärung im<br />

Separator.<br />

Der Brauer war sich bewusst, dass bei der<br />

normalen Trennung der Hefe (Klärung des<br />

Bieres) der Separatorbehälter geschlossen<br />

bleiben musste, damit keine Aufschlämmung<br />

in den Zyklon gelangt. Der Behälter<br />

eines Separators ist jedoch mit einer elastomeren<br />

Dichtung abgedichtet. Diese Dichtung<br />

ist anfällig für Lecks, sodass einwandfreies<br />

Bier mit niedriger Rate in den Zyklon<br />

strömen kann.<br />

Der betreffende Brauer überwacht den<br />

Zyklonfüllstand zwischen den Klärzyklen<br />

des Separators. Wenn die Dichtung des<br />

Separatorbehälters undicht ist, steigt der<br />

Füllstand im Zyklon langsam an. Daher wird<br />

durch die Überwachung des Füllstands zwischen<br />

den Klärzyklen auch die Unversehrtheit<br />

der Dichtung am Separatorbehälter<br />

überwacht. Wird ein Leck festgestellt, wird<br />

für den betreffenden Separator ein Austausch<br />

der Behälterdichtung geplant.<br />

Nach dem Test hat der Brauer bemerkt,<br />

dass die Amortisationszeit für die kontinuierliche<br />

Füllstandmessung mithilfe des<br />

Eclipse GWR um drei Monate kürzer ausfällt.<br />

Zur Berechnung der Amortisationsdauer<br />

wurde der Bierschwund bei der<br />

Klärung herangezogen.<br />

Fotos: Fotolia (#177083204, nordroden), Magnetrol<br />

www.magnetrol.com<br />

BUCHTIPP<br />

Dieses Buch erleichtert durch<br />

eine möglichst anschauliche und<br />

anwendungsorientierte Darstellung<br />

der Zusammenhänge dem Leser<br />

den Zugang zu dem interessanten<br />

Fachgebiet der elektrohydraulischen<br />

Antriebe und Steuerungen, ohne<br />

allerdings auf die notwendigen<br />

physikalischen und mathematischen<br />

Grundlagen zu verzichten.<br />

Grundlagen elektrohydraulischer<br />

Antriebe<br />

und Steuerungen<br />

von Prof. Dr.-Ing. Siegfried Helduser<br />

380 Seiten, zahlreiche Abbildungen,<br />

broschiert, ISBN 978-3-7830-0387-1<br />

€ 32,- (zzgl. Versandkosten)<br />

Online-Shop<br />

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Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz<br />

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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 33<br />

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MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

01<br />

Äußerst diskret<br />

Digitale Signale einfach erfassen und sicher beherrschen<br />

Für Anlagenbetreiber in der<br />

Prozessindustrie ist es nicht nur<br />

entscheidend, eine Vielzahl<br />

unterschiedlicher diskreter Signale<br />

zur erfassen, sie müssen diese<br />

Komplexität auch sicher<br />

beherrschen. Genau für diese<br />

Aufgabe wurde der Fieldconnex<br />

Multi-Input/Output (MIO)<br />

entwickelt – die eigensichere,<br />

kompakte Komponente steht für<br />

einfaches Handling und hohe<br />

Effizienz.<br />

Autor: Andreas Hennecke, Product Marketing<br />

Manager, Pepperl+Fuchs GmbH, Mannheim<br />

Die Anzahl und Vielfalt diskreter Signale,<br />

die es in modernen Prozessanlagen zu<br />

erfassen und zu überwachen gilt, ist groß.<br />

So ist es bspw. entscheidend, jederzeit zu<br />

wissen, ob sich Ventile im geöffneten oder<br />

geschlossenen Zustand befinden. Tankklappen<br />

müssen mittels Namur-Sensoren<br />

kontrolliert werden. Gleiches gilt für die<br />

Kontakte von Schranktüren oder Zugänge<br />

zu Bereichen mit Apparaten und Anlagenteilen,<br />

die für den Prozess wichtig sind.<br />

Überlauf und Leerstand werden an Tanks<br />

mittels Schwinggabeln kontrolliert. Ebenso<br />

wichtig ist die Laufüberwachung von kritischen<br />

Motoren, die nicht ausfallen dürfen<br />

wie etwa Lüfter oder die Steuerung von<br />

Motoren für Rührwerke und Pumpen.<br />

Schon dieser kleine Ausschnitt der wirklichen<br />

Anforderungen vermittelt einen<br />

Eindruck von der Vielfalt und Komplexität,<br />

die es in Prozessanlagen zu beherrschen<br />

gilt. Für Signale mit hoher Energie erreicht<br />

man hier eine vollumfängliche Integration<br />

mittels Remote I/O-Technologie. Über<br />

Feldbusinfrastruktur mit Profibus PA und<br />

den Multi-Input/Output hingegen gelingt<br />

die Anbindung diskreter/eigensicherer<br />

Signale. So lassen sich sämtliche Feldgeräte<br />

und Daten einfach und problemlos<br />

in moderne Profibus- oder Profinet-Leitsysteme<br />

integrieren.<br />

Bei Pepperl+Fuchs in Mannheim arbeitet<br />

man beständig daran, die Handhabung<br />

solcher Installationen noch einfacher und<br />

sicherer zu machen. Mit der Entwicklung<br />

des Fieldconnex MIO ist dabei ein weiterer<br />

wichtiger Schritt gelungen. Das Gerät<br />

verbindet bis zu zwölf diskrete Ein- und<br />

Ausgangssignale mit dem Leitsystem. Es<br />

soll die einzige kompakte Feldbus-Komponente<br />

auf dem Markt sein, die eigensichere<br />

Ein-/Ausgänge für binäre Signale mit<br />

vier verschiedenen Funktionen bietet. So<br />

ist höchste Flexibilität beim Anlagendesign<br />

sichergestellt.<br />

Ventile und mehr<br />

Zu den Hauptanwendungen, die innerhalb<br />

von Prozessanlagen zu realisieren sind,<br />

zählt sicher die Überwachung von Ventilen.<br />

Starkstromventile werden dabei direkt über<br />

Remote I/O angeschlossen. Hierfür steht ein<br />

Modul zur Verfügung, das über einen Steuerausgang<br />

und zwei Eingänge für die Meldung<br />

der Endlage-Schalter verfügt. Bei<br />

Druckluftantrieb erfolgt die Ventilsteuerung<br />

über sogenannte Pilotventile, diese werden<br />

durch ein Signal mit geringer Energiemenge<br />

angesteuert und regeln die Druckluft.<br />

Insgesamt steuert der MIO bis zu vier<br />

Ventile inklusive Endlagerückmeldung und<br />

34 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

02<br />

Teilhubtest. Das Gerät verfügt über eine<br />

integrierte Losbrech- und Laufzeitüberwachung<br />

für Ventile und gibt Alarm, sobald<br />

Grenzwerte überschritten werden. Darüber<br />

hinaus halten die Teilhubtests selten angesteuerte<br />

Ventile gangbar. Diese Funktionen<br />

ermöglichen eine gezielte und vorausschauende<br />

Instandhaltung mit einer höchst<br />

effizienten Verlängerung der Wartungsintervalle.<br />

Darüber hinaus werden ungeplante<br />

Stillstände vermieden, was die Wirtschaftlichkeit<br />

der Anlagen deutlich erhöht.<br />

Neben Ventilen liefern natürlich noch<br />

eine Vielzahl weiterer Geräte diskrete<br />

Signale aus dem Feld, die es zu erfassen gilt.<br />

So ist über den Multi-Input-Output der<br />

Anschluss von bis zu vier Schwinggabeln<br />

zur Überlauf- und Leerstandüberwachung<br />

für Behälter möglich. Außerdem ist die<br />

Komponente über einen Frequenz-/Zähler-Eingang<br />

in der Lage, Signale von Impuls-<br />

und Frequenzgebern zu sammeln.<br />

Notwendig ist das z. B. bei der Stillstandsüberwachung<br />

von für den Prozess kritischen<br />

Motoren oder Ventilatoren.<br />

Bei Bedarf kann das Gerät aber auch<br />

bis zu zwölf einfache Namur-Sensoren<br />

über nur eine Feldbusadresse erfassen. Sie<br />

kommen bspw. bei der Überwachung von<br />

Tankdeckeln zum Einsatz. Die Vielfalt und<br />

Komplexität all dieser Signale kann über<br />

den Fieldconnex MIO ebenso effizient wie<br />

anwenderfreundlich erfasst und beherrscht<br />

werden.<br />

Einfaches Handling<br />

Alle Eingänge des Fieldconnex Multi- Input/<br />

Output sind eigensicher und bieten eine<br />

höchst einfache, komfortable Handhabung,<br />

da sie en bloc oder einzeln konfiguriert<br />

werden können. Für ein effizientes Anlagendesign<br />

wird die Komponente in<br />

unmittelbarer Nähe zum Sensor installiert.<br />

Auf diese Weise werden der Verkabelungsaufwand<br />

und somit auch der Kosten- und<br />

Zeitaufwand für die Installation deutlich<br />

reduziert. Dank verbesserter Kabelführung<br />

und großzügig bemessenem Platz für die<br />

Klemmen ist ein einfacher Anschluss gewährleistet.<br />

Das System ist in den Gehäusevarianten<br />

Aluminium, GRP sowie Edelstahl<br />

verfügbar und auch für die Montage auf<br />

DIN-Hutschiene geeignet.<br />

Die Anbindung über Remote I/O-Technologie<br />

bietet hohe Leistung und Eigensicherheit<br />

gleichermaßen. Module für bis<br />

zu acht diskrete Eingangssignale stellen<br />

dabei eine hohe Kanaldichte und damit<br />

enorme Kosteneffizienz sicher. Legt der Betreiber<br />

vor allem Wert auf größtmögliche<br />

Verfügbarkeit, können Module mit nur<br />

einem Kanal eingesetzt werden. Neben diskreten<br />

Signalen werden über Remote I/O<br />

aber auch klassische 4–20-mA-Geräte an<br />

die Leittechnik angebunden. Die Kommunikation<br />

über Hart-Protokoll stellt hier<br />

zusätzliche Messgrößen zur Verfügung und<br />

ermöglicht die Ferndiagnose sowie eine<br />

-Parametrierung der Instrumentierung.<br />

Kommunikation der Zukunft<br />

Die Kommunikation via Profibus PA gewährleistet<br />

eine driftfreie und hochpräzise<br />

Übertragung von Mess- und Stellwerten.<br />

Diagnose- und Statusinformationen werden<br />

parallel übertragen und in die Leittechnik<br />

integriert. Die Konfiguration erfolgt hier<br />

ganz komfortabel über Proxy-Technologie,<br />

01 Mit dem Fieldconnex Multi-Input-Output<br />

können bis zu 12 diskrete Signale erfasst und<br />

überwacht werden<br />

02 Remote I/O für analoge und diskrete<br />

Signale via Profinet<br />

die exakt spezifiziert wie die Signale vom<br />

Profibus PA nach Profinet zu übersetzen<br />

sind. Da großer Wert auf einfaches Handling<br />

gelegt wurde, erfolgt die Konfiguration<br />

der Proxy automatisch mit dem Start der<br />

Anlage. Sie sind also faktisch konfigurationsfrei<br />

und können daher im Bedarfsfall<br />

„Diskrete Signale lassen sich in ihrer Vielfalt mit digitaler<br />

Übertragung effizient und zukunftssicher beherrschen.“<br />

schnell und ganz ohne Aufwand ausgetauscht<br />

werden.<br />

Mehr und mehr wird in den kommenden<br />

Jahren die Ethernet-APL-Kommunikation<br />

Einzug ins Feld der Prozessautomation halten<br />

und den Weg ebnen für Industrie-4.0-<br />

Anwendungen – eine Zukunfts-Technologie,<br />

die mit den heutigen absolut kompatibel<br />

ist. Ihre Bandbreite von 10 Mbit/s liegt rund<br />

300 Mal höher als bei der heute üblichen<br />

Kommunikation. Kabelwege sind dabei bis<br />

zu einer Entfernung von 1 000 m realisierbar.<br />

Und da für das neue Ethernet als Referenzkabeltyp<br />

das bereits vorhandene Profibus-PA-Kabel<br />

verwendet wird, ist auch die<br />

Grundlage für die Migration schon gelegt.<br />

Bereits bestehende Anlagen können so Zug<br />

um Zug aufgerüstet werden.<br />

Fotos: Pepperl+Fuchs<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 35


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Wärmemengenzähler flexibel<br />

konfigurierbar<br />

Mit dem Dynasonics UHC100 erweitert<br />

Badger Meter sein Angebotsportfolio<br />

um einen Inline-Wärmemengenzähler<br />

mit Ultraschalltechnologie, der für die<br />

Messung von Heiz- und Kühlenergie<br />

entwickelt wurde. Der Btu-Zähler ist in<br />

den Nennweiten DN15 bis DN100 mit<br />

Schutzart IP65/67/68 erhältlich. Für die<br />

Größen DN15 bis DN50 ist keine<br />

Einlaufstrecke erforderlich. Der Zähler deckt einen Messbereich<br />

von 0,6 bis 60 m³/h und einen Temperaturbereich von 0 bis<br />

+ 130 °C bei PN16/25 bar ab. Der Zähler kann flexibel mit<br />

verschiedenen Parametern und Funktionen konfiguriert werden.<br />

Er bietet zwei Kommunikationsmodul-Optionen.<br />

www.badgermeter.de<br />

Robuste Staudrucksonden<br />

Unterstützung von Wartungsprozessen<br />

Mit RFID-Handhelds von Pepperl+Fuchs und Ecom sowie<br />

kundenspezifischer Software von Neoception lassen sich notwendige<br />

Wartungsaufgaben sogar in explosionsgefährdeten Bereichen<br />

komfortabel und effizient durchführen. Jeder Schlauch ist<br />

eindeutig über einen UHF-RFID-Transponder identifizierbar.<br />

Mithilfe des RFID-Handhelds und der Schlauchmanager-Software<br />

wird der Prüfer schrittweise durch die Wartungsprozedur geführt.<br />

Durch die automatische Identifikation und die anwenderfreundliche<br />

Software sind Fehler praktisch ausgeschlossen. Die<br />

Ergebnisse der Prüfung lassen sich medienbruchfrei an ein<br />

Back-end-System übertragen und dienen so der Dokumentation<br />

und zum Nachweis der durchgeführten Prüfungen. Bei der<br />

Gestaltung der Benutzeroberflächen wurde darauf geachtet, dass<br />

sich diese ergonomisch auch mit Handschuhen bedienen lassen.<br />

Eine Lokalisierungsfunktion, die die<br />

Signalstärke des Antwortsignals der<br />

Transponder auswertet, hilft, die<br />

Suchzeiten nach einem Prüfobjekt<br />

deutlich zu verkürzen. Ergänzend zur<br />

Funkidentifikationstechnik RFID<br />

können über den integrierten Imager<br />

weiterhin auch alle optischen 1-Dund<br />

2-D-Codes gelesen werden.<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

Zuverlässige Trübungsmessung<br />

Herkömmliche Staudrucksonden unterscheiden sich im<br />

Strömungs-(Wirbel-)Verhalten kaum von einem Kreiszylinder<br />

und verursachen extreme Wirbel. Das Wirbel- und Strömungsverhalten<br />

eines Kreiszylinders wurde in der Wissenschaft sehr<br />

ausführlich dokumentiert und kann auf herkömmliche<br />

Staudrucksonden übertragen werden, solange das Sondenprofil<br />

etwa gleich lang wie breit ist. Ob es dabei vier- oder mehrkantig,<br />

oval oder T-förmig ist, verändert dieses messtechnisch negative<br />

Wirbelverhalten kaum.<br />

Die schwert- oder plattenförmigen Pöttersonden werden laut<br />

Hersteller durch Wirbel nicht negativ beeinflusst. Um die Pöttersonde<br />

bildet eine nach hinten spitz zusammenlaufende Ellipse<br />

ein ideales Strömungsprofil. Die Pöttersonde eignet sich u. a. zum<br />

Messen von Dampf bis 690 bar und 900 °C und Druckluft.<br />

www.pvt-tec.de<br />

Radiometrisches Füllstandmessgerät<br />

Die Füllstandmessung mit dem Messgerät LB 470RID läuft ohne<br />

Unterbrechung weiter, auch wenn Fremdstrahlung, wie sie z. B.<br />

bei Schweißnahtprüfungen entstehen, anliegt. Fremdstrahlung<br />

wird aufgrund ihrer unterschiedlichen Energie erkannt. Der<br />

Detektor wechselt dann in einen zweiten Messkanal und führt die<br />

Messung fehlerfrei fort. Dieses<br />

Verfahren macht das System laut<br />

Hersteller besonders zuverlässig.<br />

In der neuen Baureihe LB 470RID<br />

wurde die Bedienung deutlich<br />

benutzerfreundlicher gestaltet,<br />

sodass eine Systemkalibrierung<br />

einfacher wird.<br />

www.berthold.com<br />

Mit dem Rückstreusensor Exspect 271 bringt Exner ein kompaktes<br />

Messgerät für eine zuverlässige Trübungsmessung auf den Markt.<br />

Ein großer Vorteil des neuen Sensors liegt laut Hersteller in der<br />

kugelförmigen Ausführung der Messoptik. Hierdurch wird die<br />

Anhaftung von Luftblasen sowie die Bildung von Ablagerungen<br />

minimiert. Auch erlaubt die Fokussierung des Lichtstrahls durch<br />

die Saphirkugel eine Messung direkt an der Grenzschicht des<br />

Mediums, wodurch ausschließlich die Reflexion und nicht<br />

anteilig die Absorption des Lichtstrahls gemessen wird.<br />

Die Messung erfolgt im Nahinfrarot-Bereich (NIR) mit einer<br />

Wellenlänge von 880 nm, was eine farbneutrale Messung erlaubt.<br />

Die eingesetzte LED-Lichtquelle sorgt für ein langlebiges und<br />

stabiles Signal. Das Edelstahlgehäuse<br />

des Geräts besitzt ein hygienisches<br />

Design und ist CIP/SIP-tauglich. Als<br />

weitere Besonderheit können<br />

NIST-rückführbare Referenznormale<br />

für die Kalibrierung bzw. Überprüfung<br />

der Sensoren im Feld bezogen werden.<br />

www.e-p-e.com<br />

Nachträgliche Rot-Grün-Kennzeichnung<br />

Eine individuelle Rot-Grün-Kennzeichnung bei Manometern und<br />

Zeigerthermometern ist jetzt auch per Aufkleber möglich. Wika<br />

bietet ein entsprechendes Kreisbögen-Set für die Nenngrößen 63,<br />

100 und 160 an. Die roten und grünen Kreisbögen können in<br />

unterschiedlichen Längen und Positionen auf der Sichtscheibe<br />

angebracht werden, auch bei bereits installierten Geräten. Ohne<br />

großen Aufwand lässt sich somit jeder gewünschte Anzeigebereich<br />

festlegen.<br />

www.wika.de<br />

36 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


Webbasiertes Leitsystem für die<br />

Prozessindustrie<br />

Auf der Hannover Messe wurde ein innovatives, webbasiertes<br />

Prozessleitsystem für alle Branchen vorgestellt. Simatic PCS neo<br />

ist eine vollkommen neu entwickelte System-Software, die den<br />

Unternehmen der Prozessindustrie einzigartige Möglichkeiten im<br />

Zeitalter der Digitalisierung erschließen soll. Hierzu gehören<br />

bspw. die globale, webbasierte<br />

Zusammenarbeit beim<br />

Engineering und im Betrieb<br />

sowie eine intuitive Bedienung<br />

mit allen relevanten Informationen<br />

in einer einzigen<br />

Workbench. Anwender<br />

profitieren von einer intuitiv<br />

zu bedienenden grafischen<br />

Oberfläche (GUI): Jede Anwendung ist mit nur wenigen Klicks<br />

erreichbar. Die Workbench von Simatic PCS neo ermöglicht<br />

jederzeit einen einfachen Wechsel zwischen der Engineering- und<br />

Monitoring-&-Control-Ansicht. Das durchgängig objektorientierte<br />

Datenmodell erhöht die Effizienz und Qualität über den<br />

gesamten Alagenlebenszyklus. Simatic PCS neo setzt neue<br />

Standards in der globalen Zusammenarbeit für alle Projektbeteiligten.<br />

Der Zugriff auf alle Informationen ist zu jeder Zeit und von<br />

jedem Standort einfach und schnell über eine geschützte<br />

Internetverbindung möglich. Ein webbasiertes, paralleles<br />

Arbeiten einer beliebigen Anzahl von Anwendern erfordert daher<br />

keine lokale Softwareinstallation. Die Basis dafür legt eine klare<br />

Rechte- und Rollenverwaltung. Konsistente Informationen stellen<br />

das objektorientierte Datenmanagement sowie ein klares Session-<br />

Konzept zu jeder Zeit sicher.<br />

VORBILDER ZUM<br />

LEUCHTEN BRINGEN<br />

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare<br />

Sicherheit und der Bundesverband der Deutschen Industrie<br />

verleihen den Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU). Er<br />

würdigt das Engagement der deutschen Wirtschaft für Klima- und<br />

Umweltschutz.<br />

28/06/<strong>2019</strong> Bewerbungsschluss<br />

Veranstalter:<br />

Medienpartner:<br />

In sieben Kategorien erhalten die Gewinner jeweils einen<br />

mit 25.000 Euro dotierten Innovationspreis für Klima und<br />

Umwelt. Bewerbungen werden insbesondere auch in den<br />

neuen Kategorien „Innovation und biologische Vielfalt“<br />

sowie „Nutzung des digitalen Wandels für klima- und umweltfreundliche<br />

Innovationen“ gesucht.<br />

Weitere Informationen finden Sie unter<br />

www.iku-innovationspreis.de<br />

Telefon: +49 611 609390-11<br />

Gefördert durch:<br />

Wissenschaftlicher Partner:<br />

www.siemens.com<br />

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Manometer in widerstandsfähigem<br />

Gehäuse<br />

Das neue Rohrfeder-Manometer mit Schraubring-Gehäuse<br />

RF100ISR von Afriso wurde zur Druckmessung gasförmiger oder<br />

flüssiger Medien mit Temperaturen bis zu 60 °C für die Messbereiche<br />

–1/0 bar bis –1/15 bar und 0/0,6 bar bis 0/1 000 bar<br />

konzipiert. Das Manometer ist<br />

optional auch mit Glyzerinfüllung<br />

lieferbar und aufgrund des<br />

robusten Kunststoffgehäuses für<br />

Anwendungen im Anlagenbau<br />

geeignet. Der Prozessanschluss<br />

(G½B) kann in axialer oder<br />

radialer Ausführung mit<br />

Bügelbefestigung oder Befestigungsrand<br />

ausgeführt werden,<br />

wobei nach individuellen<br />

Kundenangaben auch andere<br />

Prozessanschlüsse möglich sind. Das Kunststoff-Gehäuse des<br />

Manometers verfügt standardmäßig über eine Sichtscheibe aus<br />

Sicherheitsverbundglas, eine Druckentlastungsöffnung und einen<br />

Schraubring. Optional kann das Manometer (Genauigkeitsklasse<br />

1,0 nach EN 837-1/6) auch in einer höheren Genauigkeitsklasse,<br />

mit Drosselschraube, Sonderskalen oder Mikroverstellzeiger<br />

ausgeführt werden. Die Schutzart IP65 (EN 60529)<br />

verändert sich bei einer Gehäuseentlüftung ≤ 25 bar auf IP54.<br />

www.afriso.de<br />

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Industrie Panel-PC Systeme,<br />

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Touchrückmeldung, kapazitive Funktionstasten<br />

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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 37<br />

CRE-Roesler.indd 1 18.04.<strong>2019</strong> 11:12:34


BETRIEBSTECHNIK<br />

Sicher gekleidet<br />

Schutzanzüge für Mitarbeiter im Chemiewerk<br />

Mit einer Fläche von circa 550 Hektar gilt Stade als<br />

der größte deutsche Produktionsstandort des weltweit<br />

tätigen Chemiekonzerns Dow. Rund 1 300 eigene<br />

Mitarbeiter und einige hundert Angehörige von<br />

Vertragsfirmen stellen dort in zehn Anlagen jährlich<br />

rund drei Millionen Tonnen Grund- und<br />

Spezialitätenchemikalien her, darunter Propylenoxid,<br />

Propylenglykol, Lösemittel für Farben, Perchlorethylen,<br />

Rohstoffe für Polyurethane, Celluloseether, Chlor,<br />

Natronlauge sowie Wasserstoff.<br />

Um die Beschäftigten zuverlässig vor dem Kontakt mit flüssigen<br />

und festen Gefahrstoffen zu schützen, sind Persönliche Schutzausrüstungen<br />

(PSA) erforderlich, zu denen auch Chemikalienschutzanzüge<br />

gehören. So tragen die Dow Mitarbeiter seit mehr als<br />

zehn Jahren fast ausschließlich Schutzanzüge von Dupont Personal<br />

Protection aus Luxemburg. Für die Zukunft plant Dow die Ausweitung<br />

auf andere deutsche Standorte. Dies ermöglicht nicht nur eine<br />

Senkung der Kosten durch Nutzung von Synergieeffekten, sondern<br />

dient vor allem dazu, die Sicherheit aller Mitarbeiter durch die Harmonisierung<br />

der verwendeten Produkte weiter zu verbessern.<br />

Schutz vor Chemikalien und Staub<br />

Zum Schutz vor flüssigen Chemikalien kommen bei Dow die<br />

Modelle Tychem 2000 C und Tychem 6000 F zum Einsatz. Typische<br />

Anwendungen sind Verladetätigkeiten oder Inspektionsarbeiten,<br />

bei denen Leitungen geöffnet werden, und bei denen die Gefahr<br />

besteht, dass die Mitarbeiter mit dem Gefahrstoff benetzt werden<br />

können. Auch bei der für die regelmäßigen Tüv-Prüfungen erforderlichen<br />

Leerung und Reinigung der Rohrleitungen kommen diese<br />

Chemikalienschutzanzüge zum Einsatz.<br />

Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung waren die umfangreichen<br />

Permeationsdaten, die Dupont den Sicherheitsverantwortli­<br />

chen von Dow zur Verfügung gestellt hat. Dazu Jens Thiede, SHE<br />

Specialist bei Dow in Stade und zuständig für Auswahl und Einsatz<br />

von Persönlichen Schutzausrüstungen: „Wir haben hier im Werk<br />

rund 2 000 verschiedene Chemikalien und können nicht für jedes<br />

Produkt einen eigenen Schutzanzug anschaffen. Wir brauchen<br />

Chemikalienschutzanzüge, die unsere Mitarbeiter vor möglichst<br />

vielen Substanzen zuverlässig schützen. Daher haben wir uns auf<br />

dem Markt umgesehen und eine Reihe von Produkten in die engere<br />

Auswahl genommen. Die von Dupont gelieferten Permeationsdaten<br />

für zahlreiche organische und anorganische Chemikalien<br />

waren sehr hilfreich und haben uns überzeugt, mit den beiden<br />

Tychem-Modellen die beste Wahl für unsere Mitarbeiter zu treffen.“<br />

Aber auch in Bereichen, wo die Mitarbeiter einer Gefährdung<br />

durch Feststoffe und Stäube ausgesetzt sein können, verwendet Dow<br />

seit vielen Jahren Chemikalienschutzanzüge von Dupont. Hier kommen<br />

vor allem Anzüge aus der Tyvek-Produktlinie zum Einsatz, so<br />

zum Beispiel bei der Produktion von Celluloseethern, die als Füllstoffe<br />

und Bindemittel Verwendung finden.<br />

Eignung unter Praxisbedingungen<br />

Vor der Anschaffung neuer oder überarbeiteter Modelle führt Dow<br />

mit seinen Mitarbeitern in den Abteilungen umfassende Tragetests<br />

durch, die i. d. R. mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch<br />

nehmen. Sie sind ein nützliches Instrument bei der Entscheidung,<br />

welches Produkt für die Mitarbeiter und ihre speziellen Arbeitsumgebungen<br />

am besten geeignet ist und ob es sich unter Praxisbedingungen<br />

bewährt. Dazu Thiede: „Bei diesen Tests unterstützt uns<br />

Dupont mit der Bereitstellung von Musteranzügen in verschiedenen<br />

Größen. Unsere Mitarbeiter tragen ihre Bewertungen in Fragebögen<br />

ein, in denen wir Kriterien wie Tragekomfort, Passform, Bewegungsfreiheit,<br />

Handhabung, Größenauswahl und natürlich auch<br />

das subjektive Sicherheitsempfinden abfragen. Diese Fragebögen<br />

werten wir im Anschluss gemeinsam mit Dupont aus. Dabei gibt es<br />

mitunter auch Kritikpunkte an den Anzügen, die dann möglicherweise<br />

in die weitere Produktentwicklung einfließen.“<br />

Fotos: Dupont<br />

www.ipp.dupont.com<br />

38 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


BETRIEBSTECHNIK<br />

Gefahrstoffe gesetzeskonform lagern<br />

Denios hat mit dem Mengen-<br />

Checker ein Hilfsmittel<br />

entwickelt, um zu überprüfen,<br />

ob Gefahrstoffe gesetzeskonform<br />

gelagert werden:<br />

Die Drehscheibe ist in vier<br />

Bereiche gegliedert. Auf den<br />

ersten Blick kann der Nutzer<br />

bereits erkennen, in welcher<br />

Hauptgruppe sich seine<br />

Substanz befindet: entzündbare<br />

Flüssigkeiten, Gase in<br />

Druckgaspackungen, Gase in Flaschen oder sonstige Flüssigkeiten<br />

und Feststoffe. Die Stoffgruppen sind mittels<br />

GHS-Symbolen am äußeren Rand kenntlich gemacht und damit<br />

für jeden Anwender gleich erkennbar. Für jede Stoffgruppe<br />

sind eine oder mehrere H-Sätze und gegebenenfalls Lagergruppen<br />

aufgeführt (Peroxide, Explosivstoffe oder explosionsfähige<br />

Substanzen).<br />

Die Rückseite der Drehscheibe enthält Zusatzinformationen für<br />

den Anwender: Wie unterscheide ich „lagern“ von „bereitstellen“?<br />

Wie viel Auffangvolumen muss eine Auffangwanne aufweisen?<br />

Der Mengen-Checker gibt erste Hinweise. Halten Kunden die<br />

Mengengrenzen ein, lagern sie gesetzeskonform? Bei Überschreitungen<br />

helfen die detaillierten Regelwerke weiter.<br />

www.denios.de<br />

Großraum-Laborspüler<br />

Eine deutliche Effizienzsteigerung verspricht die neue Generation<br />

dieser Großraum-Laborspüler, die auf der Labvolution in<br />

Hannover zu sehen sein werden. Dafür sorgen innovative<br />

Komponenten wie eine drehzahlvariable Umwälzpumpe, die den<br />

Ressourcenverbrauch senkt, und das neue Easyload-System für<br />

die besonders schnelle und komfortable Beladung der Geräte. Die<br />

neuen Laborspüler warten mit 50 % mehr Pumpenleistung als die<br />

Geräte der Vorgängergeneration auf und ermöglichen dadurch<br />

beste Reinigungsergebnisse. In Kombination mit den optimierten<br />

Programmen wird Laborglas gleichzeitig materialschonend<br />

aufbereitet. Gegenüber den bisher verfügbaren Geräten sind<br />

Verbrauchsreduzierungen von bis zu 27 % beim Wasser und<br />

nahezu 30 % bei der Chemie möglich.<br />

Alle Gerätetypen bieten deutlich mehr<br />

Kapazität als bisher.<br />

Bewährte Sicherheitsfunktionen sind<br />

auch in der neuen Gerätegeneration<br />

enthalten: Die Sprüharmsensierung<br />

erkennt Beladungsfehler, die zu<br />

Blockaden führen könnten. Das<br />

Leitwertmessmodul stellt unerwünschte<br />

Inhaltsstoffe im Spülwasser fest und<br />

stellt bei Bedarf durch automatisch<br />

zugefügte Spülgänge analysenrein<br />

aufbereitetes Laborglas sicher.<br />

www.miele.de<br />

Automatisierte Reinigung von Wärmeübertragern<br />

Der Wärmeübertrager in der Styrolanlage der BASF musste von<br />

zäh-klebrigen Resten befreit werden. Lobbe entwickelte ein neues<br />

Verfahren speziell für diesen Luftkühler in Form einer großen<br />

Röhre. Es handelt sich um die Kombination von zwei Systemen.<br />

Zum einen dem RLF, der mittels Vortriebseinheit drei Hochdruck-<br />

Stahlschläuche computergesteuert in die dünnen Rohre eines<br />

Wärmetauschers einführt und reinigen kann. Zum anderen der<br />

Navigator des Herstellers Stone-Ag, der das manuelle Reinigen mit<br />

Drehbewegungen – in Kontakt zu Wasserhöchstdruck – mit<br />

entsprechend hohem Gefahrenpotenzial ersetzt. Dabei wird der<br />

Schlauch von einer Trommel aus mit der pneumatischen<br />

Fernsteuerung abgewickelt und rotiert somit um sich selbst,<br />

während er mit 1 000 bar Wasserdruck in die fingerdicken Rohre<br />

des Wärmetauschers vordringt und die Styrolreste wegsprengt.<br />

www.lobbe.de<br />

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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 39


BETRIEBSTECHNIK<br />

Infrarotkamera in der<br />

Qualitätsinspektion<br />

Der neue IMX428 Bildsensor bringt<br />

eine Pixelgröße von 4,5 µm, die eine<br />

höhere Sättigungskapazität und<br />

einen größeren Dynamikbereich<br />

bietet als die beliebten 3,45-µm-Sensoren von Sony, während die<br />

hohe Quanteneffizienz und das geringe Rauschen, für die Pregius-<br />

Sensoren bekannt sind, erhalten bleiben. Das Modell eignet sich<br />

dank seiner hohen Bildrate, Global-Shutter-Funktion und<br />

HD-Auflösung für die Qualitätsinspektion mit hohen Geschwindigkeiten.<br />

Die NIR-Empfindlichkeit ist nützlich für die Prüfung<br />

von Polymerteilen sowie für die Sortierung von Obst.<br />

Der IMX428 verfügt über ein ähnliches optisches Format und eine<br />

ähnliche Pixelgröße wie der ICX694, ist jedoch schneller und zeigt<br />

Verbesserungen bei der absoluten Empfindlichkeitsschwelle,<br />

Ausleserauschen, Quanteneffizienz und dem Dynamikbereich.<br />

www.flir.com<br />

Predictive Monitoring senkt Ausfallrisiko<br />

Mit dem sogenannten Predictive Monitoring, einer automatischen<br />

Fernüberwachung, fühlen Fachleute bei Keller Lufttechnik<br />

fortlaufend den Puls der Entstaubungsanlagen bei teilnehmenden<br />

Kunden. Sie schlagen Alarm, wenn verschlissene oder<br />

verschmutzte Bauteile die Funktionstüchtigkeit einer Anlage<br />

bedrohen. Die Technik lässt sich unabhängig vom Gerätehersteller<br />

einfach nachrüsten und funktioniert bei allen Arten von<br />

Absauganlagen, egal ob Trocken-, Nass-, Elektro-, Emulsionsoder<br />

Ölnebelabscheider.<br />

Die Sensoren registrieren – an unterschiedlichen Stellen der<br />

Absauganlage angebracht – u. a. die Widerstände des Haupt- und<br />

Nachfilters, die Schwingungen des Ventilators, den Luftvolumenstrom,<br />

den Druckluftverbrauch oder die Stromaufnahme. Die<br />

Messdaten der Sensoren werden dann<br />

per Mobilfunk an eine webbasierte<br />

Datenplattform gesendet. Die<br />

Datenerfassung und Übertragung<br />

kann völlig unabhängig von der<br />

Maschinensteuerung erfolgen.<br />

www.keller-lufttechnik.de<br />

Schlauchleitungen reinigen<br />

Da Elastomer-Schlauchleitungen einen geringen Eigengeruch<br />

aufweisen, sind sie vor dem ersten Gebrauch gründlich zu<br />

reinigen: Dazu werden sie zunächst gespült, indem die Schlauchleitung<br />

mit heißem Wasser befüllt und die Befüllung für mindestens<br />

zehn Stunden aufrechterhalten wird. Anschließend wird die<br />

Schlauchleitung entleert und dann gereinigt. Die Länge des<br />

Reinigungsvorgangs ist abhängig vom jeweiligen Reinigungsmittel:<br />

Wasser sollte eine Temperatur von > 90 °C haben und für max.<br />

20 min einwirken. Bei Dampf wird zweimal<br />

mit > 130 °C für max. 20 min gereinigt. Bei<br />

Raumtemperatur werden 2%ige Natronlauge<br />

für max. 30 min, 0,15%iges Wasserstoffperoxid<br />

für max. 30 min bzw. 0,5%ige<br />

Salpetersäure für max. 30 min eingesetzt.<br />

Nach dem Reinigungsvorgang muss die<br />

Schlauchleitung gründlich mit Trinkwasser<br />

ausgespült werden.<br />

www.vth-verband.de<br />

Inserentenverzeichnis Heft 5/<strong>2019</strong><br />

Fülllogistik für Atemluftkompressoren<br />

Der Dräger Air Guard 6500/6700 ist das zentrale Element<br />

innerhalb der Dräger Fülllogistik. Er überwacht und dokumentiert<br />

kontinuierlich die Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO),<br />

Kohlendioxid (CO 2<br />

), Sauerstoff (O 2<br />

), Feuchtigkeit und Öl in der<br />

abgefüllten Atemluft. Der Air Guard 6700<br />

ermöglicht zudem den Einsatz eines<br />

zusätzlichen Sensors, wie z. B. Schwefelwasserstoff<br />

(H 2<br />

S). Damit geht Dräger über<br />

die Anforderungen der Atemluftnorm DIN<br />

EN 12021:2014 hinaus.<br />

Der Dräger Air Purifier 5000 ist ein<br />

CO 2<br />

-Absorber, der die maximal zulässige<br />

CO 2<br />

-Eingangskonzentration von 1 000 ppm<br />

auf ca. 250 ppm reduziert. Er ist geeignet<br />

für Kompressoren mit einer Lieferleistung<br />

von bis zu 700 l/min. Die Zuschaltautomatik ermöglicht ein<br />

schnelles automatisches Füllen von Atemluftflaschen aus einem<br />

Zwischenspeicher und gleichzeitig aus dem Kompressor. Sie ist<br />

auf maximal 350 bar ausgelegt.<br />

www.draeger.com<br />

AFRISO-EURO-INDEX, GüglingenS22<br />

AMA, Wunstorf S3<br />

COG C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG,<br />

Pinneberg15<br />

COMET, PfaffschwendeS22<br />

CRE Rösler, Hohenlockstedt37<br />

DENIOS, Bad OeynhausenS21<br />

Fette Compacting, Schwarzenbek U2<br />

Fraunhofer Institut ISI, Karlsruhe37<br />

GATHER, Wülfrath7<br />

HARTMANN VALVES, Burgdorf23<br />

Hillesheim, WaghäuselS13<br />

igus®, Köln39<br />

KAESER, Coburg S7<br />

Kahl, Reinbek5<br />

Kruckenberg, LübeckS19<br />

LDT, Hamburg S5<br />

MEORGA, Nalbach25<br />

NEBOLEX, KirchbergS24<br />

Pfeiffer Vacuum, Aßlar29<br />

Ruwac, Melle9<br />

Tintometer, Dortmund S9<br />

TSURUMI, DüsseldorfS11<br />

Umwelttechnik BW, Stuttgart6<br />

VEGA, SchiltachS15<br />

WILO, DortmundS23<br />

Beilagenhinweis<br />

MEORGA, Nalbach (Teilbeilage)<br />

Faseroptischer Wärmemelder<br />

Der faseroptische DTSX1 ist eine Lösung zur Wärme- und<br />

Branderkennung. Das Gerät ist für den Einsatz mit von Yokogawa<br />

spezifizierten Glasfaserkabeln geeignet. Der Wärmemelder ist<br />

eine kostengünstige, einfach zu installierende All-in-one-Lösung<br />

zur Anlagenüberwachung und Branderkennung. Mit dieser<br />

Lösung lassen sich Wartungsprobleme frühzeitig erkennen, um<br />

die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern und die Wartungskosten<br />

zu senken.<br />

Der DTSX1 kann bis zu vier Kanäle aufnehmen und Temperaturdaten<br />

über Glasfaserkabel empfangen, die jeweils bis zu 16 km<br />

lang sein können. Die Anzahl der Kanäle kann auf 1, 2 oder 4 und<br />

die Messstrecke auf 2, 4, 6, 8, 10 oder 16 km eingestellt werden.<br />

www.yokogawa.com/de<br />

40 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


BETRIEBSTECHNIK<br />

Sichert selbsttätig Trinkwasserhygiene<br />

Die neue Wandauslauf-Armatur Walis E hat Schell auch für<br />

Ausgussbecken entwickelt, die sich an endständiger Stelle einer<br />

Trinkwasser-Installation befinden, bspw. in einem Reinigungsoder<br />

Technikraum. Dort ermöglicht die neue elektronische<br />

Armatur nicht nur die berührungslose Entnahme von kaltem oder<br />

vorgemischtem Trinkwasser,<br />

sondern sie kann optional zugleich<br />

die wichtige Aufgabe einer<br />

eigenständig auslösenden Spül -<br />

station übernehmen. In dieser<br />

Eigenschaft simuliert Walis E den<br />

bestimmungsgemäßen Betrieb<br />

und lässt sich hierfür individuell<br />

programmieren.<br />

Bei der zeitgesteuerten Spülung ist<br />

die programmierte Spülmenge<br />

dem durch Stagnation gefährdeten<br />

Rohrleitungsvolumen entsprechend zu programmieren. Für die<br />

thermische Steuerung kommt der optionale PT1000 Temperatur-<br />

Fühler zum Einsatz. Er wird direkt im Gehäuse installiert. Registriert<br />

der Fühler eine hygienekritische Temperatur ≥ 25 °C, spült<br />

die Armatur.<br />

www.schell.eu<br />

Generalrevision von Prozessanlagen<br />

Bilfinger hat mit dem Bilfinger Turnaround Concept (BTC) eine<br />

Methodik entwickelt, um den Turnaround in der Prozessindustrie<br />

umzusetzen. Das Ergebnis ist ein systematischer Ansatz, mit dem<br />

es gelingt, über mehrere<br />

Perioden komplette Generalrevisionen<br />

an verschiedenen<br />

Standorten der Kunden zu<br />

planen und zu realisieren.<br />

Kernidee des BTC ist, dem<br />

Kunden die daraus resultierende<br />

Kompetenz überall dort<br />

anzubieten, wo er sie<br />

benötigt – und das zum immer gleich hohen Standard. Konkret<br />

besteht das BTC aus neun Modulen, die Themen wie Ressourcenmanagement,<br />

Arbeitssicherheit und Materialwirtschaft umfassen.<br />

Für die praktische Umsetzung hat Bilfinger ein Handbuch erstellt,<br />

das sämtliche Arbeitsschritte im Detail beschreibt. Je nach<br />

Ausgangssituation lassen sich die notwendigen Arbeitsabläufe<br />

individuell an die konkreten Anforderungen der jeweiligen Anlage<br />

anpassen. Als Ergebnis entsteht ein vollständiger Ablaufplan aller<br />

simultan und sequenziell ablaufenden Arbeitsschritte inklusive<br />

ihrer zeitlichen Taktung.<br />

www.bilfinger.com<br />

Standards für Luftführungssysteme<br />

In der Lebensmittelindustrie herrschen hohe Auflagen in Bezug<br />

auf Be- und Entlüftung der Fertigungshallen. Durch die hohen<br />

Dämmwerte des PUR (Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG 022) ist<br />

eine Kondensatbildung in Ventaflex-Luftleitungen laut Hersteller<br />

auszuschließen. Die Temperaturbeständigkeit liegt zwischen – 40<br />

und + 80 °C. Durch die zugehörigen Verbindungsschellen erzielt<br />

das System die Dichtheitsklasse D (nach neuer Norm ATC 2). Eine<br />

vorgeschriebene, regelmäßige Reinigung wird durch die glatte,<br />

Chemikalien-resistente Oberfläche des GFK erleichtert – die<br />

Leitungen sind nach VDI 6022 zertifiziert.<br />

www.ventaflex.de<br />

IMPRESSUM<br />

vereinigt mit BioTec<br />

erscheint <strong>2019</strong> im 53. Jahrgang, ISSN 0175-5315<br />

Redaktion<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)<br />

Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Redakteurin: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf),<br />

Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Angelina Haas,<br />

Tel.: 06131/992-361, E-Mail: a.haas@vfmz.de,<br />

Doris Buchenau, Melanie Lerch,<br />

Petra Weidt, Ulla Winter<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Anna Schätzlein,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Anzeigen<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

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E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Heike Rauschkolb, Anzeigenverwaltung<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 52: gültig ab 1. Oktober 2018<br />

www.vereinigte-fachverlage.info<br />

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Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

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weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 41


VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG I SERIE<br />

Chemische Scheren<br />

Pilzenzyme filtern Medikamente<br />

aus dem Abwasser<br />

Wissenschaftler der TU Dresden<br />

entwickeln ein Biofiltersystem auf<br />

der Basis von Pilzenzymen, das<br />

kritische Chemikalien effektiv und<br />

nachhaltig aus gereinigtem<br />

Abwasser entfernt.<br />

Autorin: Katja Lesser, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit<br />

der Fakultät Maschinenwesen,<br />

TU Dresden<br />

tika können bisher überhaupt nicht herausgefiltert<br />

werden“, umreißt die Projektleiterin<br />

Dr. Anett Werner das Problem. „Noch<br />

gibt es für diese Stoffe keine gesetzlichen<br />

Grenzwerte, doch das wird sich ändern<br />

müssen. Dann steht in vielen Klärwerken in<br />

Deutschland der Ausbau einer vierten<br />

Reinigungsstufe an. In der Schweiz ist das<br />

an vielen Stellen schon erfolgt.“<br />

Die Wissenschaftler der TU Dresden<br />

entwickeln ein Verfahren, das die chemischen<br />

Verbindungen der naturfremden<br />

Rückstände aufspalten kann. Dieses Biofiltersystem<br />

funktioniert auf der Basis von<br />

bestimmten Pilzenzymen. Nur Ständerpilze<br />

(Basidiomyceten) besitzen diesen Enzym-<br />

Cocktail. Sie können ringförmige chemische<br />

Verbindungen, wie sie auch die kritischen<br />

Xenobiotika besitzen, aufspalten und<br />

schließlich zu deren Entfernung beitragen.<br />

Schadstoffe abbauen<br />

„Wir wollen ein Filtersystem entwickeln,<br />

das zumindest einen Teil der Mikroschadstoffe<br />

auf natürlichem Weg entfernt. Dabei<br />

helfen uns Pilze, deren Enzyme wie chemische<br />

Scheren arbeiten. Die Scheren zerschneiden<br />

die Ringstrukturen der Medikamente,<br />

dadurch werden sie biologisch abbaubar.<br />

Wir isolieren die Enzyme, binden<br />

sie an hochporöse metallische Werkstoffe<br />

und bauen sie in Filter am Ende der Kläranlagen<br />

ein. Sobald die Enzyme nicht mehr<br />

Xenobiotika – dazu gehören Hormone,<br />

Schmerzmittel, Antibiotika, aber auch<br />

Röntgenkontrastmittel oder Industrie- und<br />

Agrarchemikalien – werden durch den<br />

Menschen über das Abwasser in die Stoffkreisläufe<br />

der Natur eingebracht. Aktuelle<br />

Studien zeigen, dass allein in Deutschland<br />

jährlich etwa 300 000 t Mikroschadstoffe in<br />

die Wasserkreisläufe gelangen. Schon in<br />

sehr geringer Konzentration haben einige<br />

dieser Stoffe nachteilige Wirkungen auf<br />

unser Ökosystem und beeinflussen die<br />

Gewinnung von Trinkwasser negativ.<br />

„Die bestehenden dreistufigen kommunalen<br />

Wasser- und Abwasserreinigungsanlagen<br />

sind nur teilweise in der Lage, diese<br />

Schadstoffe herauszufiltern. Manche Mikroschadstoffe<br />

wie zum Beispiel Anti-Epileparbeiten,<br />

werden die Kugeln entnommen,<br />

erhitzt und mit neuen Enzymen versehen“,<br />

so Werner.<br />

Für das eigentliche Biofiltersystem mussten<br />

die Wissenschaftler eine Technologie<br />

zur Immobilisierung der Enzyme auf hochporöse<br />

Träger konstruieren. Die Fixierung<br />

auf einem Träger ist wichtig, damit die<br />

Enzyme in einem Filtersystem an Ort und<br />

Stelle arbeiten können.<br />

Bisherige Laborversuche haben gezeigt,<br />

dass die Enzyme auf metallischen Hohlkugeln<br />

selbst nach acht Wochen noch aktiv<br />

sind. Dieser Zeitraum soll weiter optimiert<br />

werden. In einer Biofilteranlage müsste das<br />

Wasser etwa zwei bis acht Stunden verweilen<br />

bis die kritischen Substanzen abgebaut<br />

sind. Zudem konnten die Wissenschaftler<br />

nachweisen, dass sich 15 Substanzen mithilfe<br />

der Pilzenzyme auf natürlichem Weg<br />

aus dem Wasser entfernen lassen – darunter<br />

Antibiotika, Schmerzmittel, Blutdrucksenker,<br />

Entwässerungsmittel und ein Anti-<br />

Epileptikum, für das es bisher keine praktikable<br />

technische Lösung gab. In Kürze wird<br />

das Biofiltersystem unter Realbedingungen<br />

getestet. Zukünftig soll das Verfahren auch<br />

für weitere Xenobiotika, wie Bisphenol-A,<br />

verschiedene Antibiotika und Pestizide<br />

optimiert werden.<br />

Foto: Anett Werner/TU Dresden<br />

www.tu-dresden.de/mw<br />

42 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 6/<strong>2019</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 17. 06. <strong>2019</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 29. 05. <strong>2019</strong><br />

01<br />

02<br />

03<br />

01 Bei einem Stahlhersteller sollte die Kontamination des Kühlwassers<br />

mit Eisenfragmenten, Sand und Mineralienpartikeln verringert werden,<br />

um Produktionsausfälle zu vermeiden<br />

04<br />

02 Eine Unternehmensberatung hat eine Methode zur Reduzierung der<br />

Durchlaufzeiten im Anlagenbau entwickelt, um die Time to Market zu<br />

beschleunigen<br />

03 Zuverlässige Industriegetriebe sorgen für schonende Mischprozesse<br />

in der Lebensmittelverarbeitung<br />

04 Optische Gasdetektion zum Messen des Füllstands in explosionsgefährdeten<br />

Bereichen<br />

Der direkte Weg<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

Internet:<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

E-Paper:<br />

digital.verfahrenstechnik.de<br />

Redaktion:<br />

redaktion@verfahrenstechnik.de<br />

VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 43


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44 VERFAHRENSTECHNIK 9/2015


UMWELTTECHNIK<br />

SUPPLEMENT DER ZEITSCHRIFTEN VERFAHRENSTECHNIK UND DER BETRIEBSLEITER<br />

KARTONAGEN- UND FOLIEN ABFÄLLE<br />

ALS WERTVOLLEN ROHSTOFF NUTZEN<br />

UMWELTTECHNIK


DER UMWELTBEAUFTRAGTE<br />

JAN FALB<br />

Was gehört zu Ihren Aufgaben als<br />

Umweltbeauftragter?<br />

Meine Tätigkeit als Referent für Umweltschutz umfasst<br />

den betrieblichen sowie den produktbezogenen Umweltschutz<br />

in der Pilz GmbH & Co. KG.<br />

Zum betrieblichen Umweltschutz zählt vor allem die<br />

Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung unserer<br />

Managementsysteme DIN EN ISO 14001 und DIN EN<br />

ISO 50001. Dazu gehört das Erstellen und Umsetzen von<br />

Maßnahmen zur Material- und Energieeffizienz, die<br />

Begleitung von Projekten mit Blick auf Energie- und<br />

Umweltaspekte, die Durchführung von Audits (auch bei<br />

unseren Entsorgern) sowie das Sammeln und Auswerten<br />

von Kennzahlen. Auch die Überwachung und Einhaltung<br />

der bindenden Verpflichtungen und der dazugehörigen<br />

Compliance-Themen gehören zu meinen Aufgaben.<br />

Beim Umweltschutz im Zusammenhang mit Produkten<br />

geht es um die aktuellen Themen und Änderungen in der<br />

nationalen und internationalen Gesetzgebung.<br />

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?<br />

Es ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit, bei der man<br />

prinzipiell mit allen Bereichen des Unternehmens Kontakt<br />

hat. Vor allem der produktbezogene Umweltschutz<br />

mit seinen sich ständig ändernden Anforderungen ist<br />

spannend und sehr lehrreich. Die Themen wandeln sich<br />

immer wieder, deshalb sollte man immer wieder fortund<br />

weiterbilden. Auch Durchsetzungsvermögen und<br />

Einzelkämpferqualitäten sind in dem Beruf gefragt.<br />

Wie stellen Sie sich Ihre Arbeit in fünf bis zehn Jahren<br />

vor?<br />

Die Erfahrung zeigt, dass die umweltrechtlichen Anforderungen<br />

an Unternehmen immer weiter steigen. Dieser<br />

Trend wird sicher anhalten. Das heißt gleichzeitig, dass<br />

der Bedarf an Umweltfachkräften in den Unternehmen<br />

ebenfalls wachsen wird. Die Tätigkeit an sich wird zudem<br />

wohl auch umfangreicher und komplexer werden.<br />

Wie bleiben Sie up to date?<br />

Im Umweltschutz ist die Aktualität ein sehr wichtiges<br />

Thema, da sich hier unter anderem auch in der Gesetzgebung<br />

viel tut. Zum einem nutze ich ein Abonnement<br />

von Gesetzesaktualisierungen, welche ich dann mit<br />

Blick auf deren Auswirkung für unser Unternehmen<br />

bewerte. Daneben beteiligen wir uns in verschiedenen<br />

Arbeitskreisen und Ausschüssen zum Thema Umweltschutz<br />

und Compliance – und zwar sowohl regional als<br />

auch international. Vor allem internationale Gesetzesänderungen<br />

werden zusätzlich über unsere Mitarbeiter<br />

vor Ort eingebracht und anschließend durch mich an<br />

zentraler Stelle im Stammhaus bewertet und umgesetzt.<br />

Hier sind die speziell dafür entwickelten Prozesse natürlich<br />

äußerst hilfreich.<br />

Foto: Pilz<br />

t<br />

„DER BEDARF AN UMWELT-<br />

FACHKRÄFTEN IN DEN<br />

UNTERNEHMEN WIRD<br />

WACHSEN.“<br />

Jan Falb, Referent Umweltschutz bei<br />

der Pilz GmbH & Co.KG, Ostfildern<br />

www.pilz.de<br />

S2 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


ROADSHOW REGENWELTEN 3.0<br />

Hamburg, Wolfsburg, Dresden, Dortmund, Ingolstadt, Böblingen und Köln. Dies sind die Stationen<br />

der dritten Aco Roadshow Regenwelten. Angesprochen sind Planer, Behördenvertreter und Bauunternehmer,<br />

die sich vom 22. Oktober bis 21. November <strong>2019</strong> über aktuelle Entwicklungen eines<br />

zukunftsfähigen, gesamtheitlichen Entwässerungsmanagements, aber auch über realisierte<br />

Lösungen aus ihrer jeweiligen Region informieren möchten. Aus Sicht von Wissenschaft, Betreiber<br />

und Planer werden die Einflüsse durch Starkregenereignisse auf die urbane Landschaft, Konzepte<br />

und Maßnahmen präsentiert und diskutiert. Eine begleitende Ausstellung zeigt überdies professionelle<br />

Lösungen für das Regenwassermanagement und den Gewässerschutz.<br />

Wie in den Jahren zuvor ist es Acos vorrangiges Ziel, mit der Roadshow den interdisziplinären<br />

Austausch vor Ort zu unterstützen und zu forcieren. „Aus<br />

den zwei bisherigen Veranstaltungsreihen haben wir<br />

gelernt, dass im Zusammenhang mit Regenwassermanagement,<br />

dem Umgang mit Starkregenereignissen und<br />

dem Gewässerschutz nur interdisziplinäres Handeln<br />

wegweisende Lösungen mit sich bringt. Das wollen wir<br />

mit der diesjährigen Veranstaltungsreihe weiter fördern.<br />

Daher unser Motto: Grundwasser schützen, den<br />

natürlichen Wasserkreislauf unterstützen“, fasst Bernd<br />

Bathke, Marketing in der Aco-Gruppe, zusammen.<br />

www.aco-regenwelten.de<br />

KUNSTSTOFFABFÄLLE ALS ROHSTOFFQUELLE<br />

BASF geht mit dem Projekt Chemcycling neue Wege in der Verwertung von Kunststoffabfällen.<br />

Chemisches Recycling ermöglicht das Wiederverwerten von derzeit nicht recycelten Kunststoffabfällen,<br />

wie gemischten oder verunreinigten Kunststoffen. Diese Abfälle werden in der Regel je nach<br />

Region deponiert oder bei ihrer Verbrennung energetisch<br />

verwertet. Chemisches Recycling bietet eine<br />

weitere Alternative: Über thermochemische Verfahren<br />

können aus diesen Kunststoffen Synthesegas oder Öle<br />

hergestellt werden. Die so erzeugten Recycling-Rohstoffe<br />

können in die Produktion bei BASF eingespeist<br />

werden und fossile Rohstoffe teilweise ersetzen.<br />

Doch bevor das Projekt Marktreife erreichen kann, sind<br />

noch technologische und regulatorische Voraussetzungen<br />

zu erfüllen. Zum einen müssen die bestehenden<br />

Technologien zur Umwandlung der Kunststoffabfälle in<br />

die recycelten Grundstoffe Pyrolyseöl oder Synthesegas so weiterentwickelt und angepasst werden,<br />

dass eine hohe und gleichbleibende Qualität erreicht wird. Zum anderen werden die regionalen<br />

regulatorischen Rahmenbedingungen maßgeblich beeinflussen, wie weit sich dieser Ansatz im<br />

jeweiligen Markt etablieren kann. So sind z. B. die Anerkennung von chemischem Recycling und<br />

Massenbilanzierungsverfahren als Beiträge zur Erfüllung von produkt- und anwendungsspezifischen<br />

Recyclingquoten unabdingbar.<br />

www.basf.com<br />

WASSERNEBEL BINDET STAUB<br />

Vor Kurzem wurde mit einem Hotelabbruch in Leipzig begonnen. Zur Staubvermeidung und<br />

Staubreduzierung ist eine Staubbindemaschine V12S von Nebolex Umwelttechnik im Einsatz.<br />

Nebolex Umwelttechnik hat sich vor mehreren Jahren auf die<br />

Reduzierung von Staubimmissionen durch stationäre Staubbindeanlagen<br />

und mobile Staubbindemaschinen spezialisiert. Die<br />

mobilen Maschinen sind vollautomatisch, leistungsstark und<br />

umweltfreundlich. Spezialdüsen erzeugen einen feinen Wassernebel,<br />

der die Staubpartikel direkt an der Entstehungsquelle<br />

hochwirksam bindet. Je nach Art und Größe der Staubpartikel<br />

werden die Düsen bedarfsorientiert konfiguriert, um die unterschiedlichsten<br />

Staubarten optimal binden zu können. Moderne<br />

Ventiltechnik garantiert einen effizienten Wasserdurchsatz. Die<br />

unterschiedlichen Nebelkanonen sind mit einer Fernbedienung<br />

steuerbar und somit einfach in der Handhabung. Auf Palette für<br />

einen Gabelstapler oder auf einem Unterwagen montiert, sind die<br />

Maschinen im Gelände gut manövrierbar.<br />

www.nebolex.de


WAS HABEN TEXTILIEN MIT<br />

UMWELTTECHNIK ZU TUN?<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Feinstaub, Stickoxide, Coli-Bakterien oder<br />

Nitrate: Textile Filter sorgen am Ende<br />

industrieller Prozesse seit jeher für saubere Luft<br />

und sauberes Wasser. Neuartige Filtermedien für<br />

das „Textile Mining“ sollen dem rohstoffarmen<br />

Standort Deutschland neue Perspektiven<br />

eröffnen. Die Rede ist unter anderem von<br />

Textilfiltern für Wertmetalle, die auf der<br />

Techtextil vom 14. bis 17. Mai in Frankfurt als<br />

eine von zahlreichen faserbasierten<br />

Innovationen mit besonderem Potenzial für<br />

Umweltschutz, Recycling und Entsorgung<br />

gezeigt werden.<br />

Dr. Klaus Opwis vom Deutschen Textilforschungszentrum<br />

Nord-West etwa stellt auf der Weltleitmesse für technische<br />

Textilien und Vliesstoffe Adsorber-Textilien zur Rückgewinnung<br />

von Edelmetallen aus Prozessabwässern vor.<br />

Sie können heute schon kostengünstig beispielsweise Palladium<br />

aus schwach konzentrierten Galvanik-Abwässern zurückholen. Das<br />

seltene, silberweiße Element gehört zur Gruppe der Platinmetalle<br />

und steckt in Abgaskatalysatoren, Brennstoffzellen und Leiterplattenbeschichtungen.<br />

Für das patentierte Verfahren, das selektiv<br />

auch Substanzen wie Platin, Gold, Silber, aber auch Ammoniak und<br />

Arsen binden kann, kommen Polyester und Polyvinylamin als<br />

preiswerte Grundmaterialien zum Einsatz. Bevor die Zeichen auf<br />

Kommerzialisierung gestellt werden können, laufen in zwei Unternehmen<br />

noch entsprechende Praxisversuche.<br />

Einen ähnlichen Ansatz, allerdings nur für die Goldrückgewinnung<br />

und auf der Grundlage von Nanofasern, verfolgen Forscher<br />

Autor: Hans-Werner Oertel, Technologiejournalist,<br />

InnoMedia, Berlin<br />

aus Aachen und Bayreuth. Projektleiterin Dr. Helga Thomas vom<br />

Leibniz-Institut DWI sagt, dass sich pro Kilogramm eingesetztem<br />

Fasermaterial bis zu 23 g Edelmetall gewinnen lassen. Das Prinzip<br />

nach dem In-situ-Verfahren sei auch für die Quecksilber-Rückgewinnung<br />

interessant.<br />

NACHHALTIGKEIT UND INNOVATION<br />

„Die Zeichen in der gesamten textilen Kette stehen auf Nachhaltigkeit<br />

und Innovation. Beispiel Smart Textiles: Diese elektrisch leitenden<br />

Gewebe müssen ebenfalls recyclingfähig werden – eine große<br />

Herausforderung für Forschung und Entwicklung weltweit. Ähnliches<br />

gilt für den Abrieb von Vliesstoffen als Teil der Mikroplastik-<br />

Problematik in den Weltmeeren“, berichtet Michael Jänecke, Director<br />

Brand Management Technical Textiles & Textile Processing bei der<br />

Messe Frankfurt.<br />

Eine ganz andere Art der Wiederverwertung im Sinne des Prinzips<br />

„Cradle to Cradle“ wird von Techtextil-Ausstellern wie dem<br />

Faser- und Garnhersteller Carl Weiske GmbH & Co. KG (Hof) favorisiert.<br />

Seine „GreenCycle“-Initiative beginnt mit dem Recycling<br />

von gebrauchten PET-Flaschen. Die Idee dahinter: Polyester soll<br />

künftig gar nicht erst in die Umwelt gelangen. Das Material, das sich<br />

bekanntlich durch Feuchtigkeit, hohe Temperaturen oder UV-<br />

Strahlung relativ schnell zu Mikroplastik zersetzt, schadet Mensch<br />

und Tier gleichermaßen. In einem weiteren Schritt stellt das oberfränkische<br />

Unternehmen aus schadstoffarmen Flaschenpolymeren<br />

Filamente und Stapelfasergarne her. Nachfolgend werden daraus<br />

mit Endkunden recycelbare Materialien für Autositzbezüge, Matratzen,<br />

Arbeitskleidung oder Möbelstoffe entwickelt.<br />

Diese Endprodukte sind – und das ist neu – so konzipiert, dass die<br />

Textilien nach dem Produktlebenszyklus erneut dem Stoffkreislauf<br />

zugeführt werden können. Carl Weiske arbeitet inzwischen an<br />

einem Recyclingverfahren, das den Kreislauf von PET-Ausgangsstoffen<br />

dauerhaft möglich machen soll. Das bedeutet, dass die<br />

Textilien in Zukunft beliebig oft recycelt werden können – sodass<br />

der Ur-Ur-Enkel einer heutigen PET-Flasche wieder als Materialkomponente<br />

für Textilien eingesetzt werden kann. Jetzt sucht das<br />

Unternehmen sowohl Netzwerkpartner für den Kreislauf Greencycle<br />

als auch B2B-Endkunden, die ausreichende Mengen gebrauchter<br />

Textilien in den Kreislauf zurückführen können.<br />

Foto: Messe Frankfurt, Jean-Luc Valentin<br />

www.messefrankfurt.com<br />

S4 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


WENIGER VERPACKUNGEN –<br />

MEHR TRANSPARENZ UND RECYCLING<br />

Für die Verpackungsentsorgung in Deutschland gelten weitreichende<br />

neue Regeln, es müssen deutlich mehr Verpackungen<br />

recycelt werden. Neue Standards legen fest, inwieweit eine<br />

Verpackung tatsächlich recyclingfähig ist. Zudem wird sichergestellt,<br />

dass alle Unternehmen, die Verpackungen einsetzen, auch<br />

für deren Sammlung und<br />

Recycling bezahlen. Die<br />

Grundlagen dafür schafft<br />

das neue Verpackungsgesetz.<br />

Ein wesentliches<br />

Element des Gesetzes ist die<br />

neue zentrale Stelle mit dem<br />

Verpackungsregister Lucid.<br />

Das Verpackungsregister<br />

funktioniert im Kern so: Alle<br />

Unternehmen, die eine<br />

Verpackung nutzen und diese befüllen, müssen sich dort anmelden,<br />

ihr Unternehmensname und ihre Markennamen werden<br />

dann veröffentlicht. Außerdem müssen sie die Menge an<br />

Verpackungen melden, die sie befüllen und verkaufen bzw. in den<br />

Handel bringen, die dann im privaten Haushalt als Abfall anfallen.<br />

Die zentrale Stelle gleicht diese Angaben mit den Angaben der<br />

dualen Systeme zu den recycelten Verpackungsmengen ab.<br />

Möglich ist die Registrierung über die Webseite der „Zentralen<br />

Stelle Verpackungsregister“ (ZSVR). Verpflichtete Unternehmen<br />

müssen sich über dieses Portal mit ihren Stammdaten und den<br />

durch sie abgegebenen Markennamen registrieren.<br />

www.verpackungsregister.org<br />

FINANZSPRITZE FÜR EFFIZIENTE<br />

ABSAUGTECHNIK<br />

Am 1. Januar <strong>2019</strong> startete das Bundesministerium für Wirtschaft<br />

und Energie das neue Investitionsprogramm „Energieeffizienz<br />

und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der<br />

Wirtschaft“. Auch Investitionen in Absauganlagen, die mit<br />

hocheffizienten Querschnittstechnologien ausgestattet sind,<br />

können gemäß der neuen Förderrichtlinie mit bis zu 40 %<br />

staatlich bezuschusst werden. Die maximale Förderung beträgt<br />

zehn Mio. Euro pro Antragsteller oder Projekt.<br />

Neben Standardanlagen wie dem Filterturm, einem Hallenlüftungssystem<br />

für Schweißrauch, Ölnebel oder Staub, wurden in<br />

der Vergangenheit auch maßgeschneiderte Anlagensysteme<br />

staatlich gefördert. Die Auslegung erfolgt dabei durch firmeneigene<br />

Projektingenieure, die die Absauganlage auf die jeweilige<br />

Anwendung und die branchenspezifischen Anforderungen<br />

zuschneiden. Durch die Komponentenbauweise können die<br />

Absaugsysteme jederzeit nach Bedarf erweitert werden. Die<br />

Module – wie Filtereinheiten, Ventilatoren, Rohrsystem, Erfassungs-<br />

und Austragselemente – lassen sich ebenso einfach und<br />

schnell austauschen. Dadurch bleiben Anwender flexibel und<br />

können auf produktionsbedingte<br />

Veränderungen zügig<br />

reagieren. Von der Planung bis<br />

zur Umsetzung und zum<br />

anschließenden Service- und<br />

Wartungspaket bietet Esta<br />

seinen Kunden alles aus einer<br />

Hand.<br />

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SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />

S5


TRAUMBALLEN FÜR DEN<br />

WERTSTOFFKREISLAUF<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Gestern produzierte man wertlosen Abfall,<br />

heute erzeugt die Paul Hartmann AG<br />

vermarktungsfähige Ballen aus Karton und<br />

Polyethylen mit 400 kg Gewicht. Die Ballen aus<br />

Alt-Karton gehen an den Kartonage-Lieferanten<br />

und mindern so die Kosten für neues<br />

Verpackungsmaterial. „Ein perfekter<br />

Wertstoffkreislauf“, findet der Verantwortliche<br />

bei dem Hersteller von Medizinprodukten.<br />

Autor: Harry Weiland, freier Journalist, Hamburg<br />

Die Hartmann Gruppe ist ein europaweit aktiver Anbieter<br />

von Medizin- und Hygieneprodukten. Schwerpunkte sind<br />

die Wundbehandlung, die Inkontinenzversorgung und<br />

der Infektionsschutz. Die Paul Hartmann AG in Heidenheim<br />

ist das Herz der Unternehmensgruppe. Sie geht auf eine 1818<br />

gegründete Textilfabrik zurück und gehört damit zu den ältesten<br />

deutschen Industriebetrieben. In Heidenheim ist die Homecare<br />

Logistik des Unternehmens zentralisiert – der Versand von Kleinmengen<br />

an Kunden in Deutschland.<br />

Beim Kommissionieren der Ware fällt in Heidenheim viel Verpackungsmaterial<br />

an: 260 t Kartonage und 60 t PE pro Jahr. Zunächst<br />

wurden diese Abfälle lose in 40-Kubikmeter-Containern entsorgt,<br />

zu einem Zwischenhändler gebracht und dort gepresst. Die Vermarktungserlöse<br />

waren bescheiden. Für Michael Kormann, Leiter<br />

der Homecare Logistik und Kornelia Bischof, Betriebsbeauftragte<br />

für Abfall, war bald klar, dass man diesen transportaufwändigen<br />

und im Ergebnis bescheidenen Prozess besser gestalten kann. Die<br />

naheliegende Idee: Hartmann wollte die Abfälle künftig selbst pressen,<br />

um ordentliche Erlöse zu erzielen.<br />

LÄNGERER AUSWAHLPROZESS<br />

Die Verantwortlichen sahen sich mehrere Anbieter von Ballenpressen<br />

an und ließen auch eine Maschine zur Probe aufstellen. Das<br />

S6 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


t<br />

01 Vertikale Ballenpresse für das Pressen der Polyethylen-Folien auf<br />

kleinstem Raum<br />

Problem: Diese Presse konnte nur Ballen von bis zu 200 kg herstellen.<br />

„Das war für die Papierfabrik zu wenig“, berichtet Kornelia<br />

Bischof. Der Pilotbetrieb wurde beendet.<br />

Michael Kormann und Kornelia Bischof haben sich nach einem<br />

längeren Auswahlprozess für Pressen von HSM entschieden. „Die<br />

Produkte machen einen sehr guten Eindruck“, berichtet Michael<br />

Kormann. Bedienbarkeit, Solidität, hohe Zuverlässigkeit und damit<br />

geringe Wartungskosten bei langer Lebensdauer hätten den Ausschlag<br />

gegeben, sich für die Ballenpressen des Mittelständlers vom<br />

Bodensee zu entscheiden. Vertrauen schuf bei den Verantwortlichen<br />

außerdem, dass abzusehen war, dass der Service bei HSM<br />

keine langen Wege zurückzulegen hat.<br />

Michael Kormann: „Der Anschaffungspreis ist nur ein Punkt, bei<br />

uns muss auch der Service während des Betriebs stimmen und die<br />

Anlagen müssen sich langfristig wirtschaftlich betreiben lassen.<br />

Das haben wir bei HSM am besten erfüllt gesehen.“<br />

ANGEPASSTE MASCHINE<br />

Den Anfang der neuen Ära in der Abfallverwertung der Homecare<br />

Logistik machte zunächst die vertikale Ballenpresse HSM V-Press<br />

„DER ANSCHAFFUNGSPREIS IST<br />

NUR EIN PUNKT, BEI UNS MUSS<br />

AUCH DER SERVICE WÄHREND<br />

DES BETRIEBS STIMMEN, UND<br />

DIE ANLAGEN MÜSSEN SICH<br />

LANGFRISTIG WIRTSCHAFTLICH<br />

BETREIBEN LASSEN. DAS HABEN<br />

WIR BEI HSM AM BESTEN<br />

ERFÜLLT GESEHEN.“<br />

Michael Kormann,<br />

Leiter Logistik Homecare, Paul Hartmann AG<br />

860 S für das Pressen der Polyethylen-Folien auf kleinstem Raum.<br />

Sie sollte bei der Paul Hartmann AG die Bewährungsprobe leisten.<br />

Gemeinsam mit dem HSM-Vertrieb wurde diese vertikale Ballenpresse<br />

auf die Anforderungen angepasst: Sie bekam – für HSM eine<br />

Premiere – eine Schiebetür, statt der im Standard vorgesehenen<br />

seitlich aufgehenden Öffnung.<br />

Nicht nur inder Spitze spitze –<br />

Schraubengebläse HBS<br />

Leistungsstark–Volumenstrom von40-165 m³/min., max.Überdruck11bar 1,1 bar<br />

• Energiesparend in allen Betriebspunkten – über den gesamten<br />

Regelbereich hocheffizient<br />

• Industrie und Wasser –4.0 –kompatibel – durch die vernetzbare<br />

Steuerung SIGMA CONTROL 2<br />

• Gebläseblockmit SIGMA PROFIL – bis zu 35 %weniger Energie<br />

gegenüber herkömmlichen Drehkolbengebläsen<br />

• Garantierte Leistungsdaten – nach ISO 1217 AnnexCbzw.E<br />

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SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong> S7


UMWELTTECHNIK<br />

Positiv wird auch eine Alleinstellung der vertikalen Maschine bewertet:<br />

Der Pressvorgang startet mit dem Schließen der Tür automatisch,<br />

und die Tür geht nach dem Ende des Pressens auch<br />

selbsttätig auf. Und weil der Abnehmer der PE-Ballen der Paul<br />

Hartmann AG keine Drahtumreifung haben mag, wurde die<br />

V-Press 860 S erstmals mit einer Umreifung mit Polyester-Bändern<br />

ausgestattet. Zusatzeffekt: Um drei Viertel geringere Kosten für<br />

Umreifungsmaterial. Michael Kormann: „Die Maschine wurde auf<br />

unsere Bedürfnisse angepasst und die Neuerungen funktionieren<br />

gut.“ Die Bilanz des Tests war darum positiv. Die HSM V-Press 860 S<br />

habe ein kompaktes Maß, beanspruche wenig Standfläche und sie<br />

produziere gut vermarktungsfähige Ballen von rund 400 kg Gewicht,<br />

obwohl sie mit losen PE-Folien bestückt wird, lobt Kormann.<br />

ABWEICHENDE PLANUNG<br />

Nachdem das Unternehmen aus Heidenheim mit der vertikalen<br />

Ballenpresse von HSM gute Erfahrungen gemacht hat, war der Weg<br />

offen, auch die Vermarktung des weit umfangreicheren Kartonagenmaterials<br />

mit HSM-Unterstützung anzugehen. Auch hier entwarfen<br />

der Kunde und HSM eine Lösung, die von der ursprünglichen<br />

Planung abgewichen ist. Ergänzende Anlagen wie eine<br />

Kippvorrichtung für 1,1-Kubikmeter-Umleerbehälter sowie ein<br />

Förderband für die Zuführung waren dabei Konsens.<br />

HSM riet dem Kunden jedoch davon ab, in Heidenheim eine vollautomatische<br />

Ballenpresse inklusive automatischer Verdrahtung zu<br />

installieren. Naheliegender Grund: Das Volumen von 260 t/a rechtfertige<br />

in Heidenheim keine Vollautomatik. Aufgrund der manuellen<br />

Zuführung der Kartonagenabfälle ist ohnehin ein Mitarbeiter<br />

vor Ort, der den Ballen mit Draht abbinden könnte, schlug HSM<br />

vor. Den Verantwortlichen gefiel diese uneigennützige Beratung<br />

aus Kundensicht. Michael Kormann: „Wir haben uns letztlich für<br />

die halbautomatische Ballenpresse HSM HL 4812 entschieden – sie<br />

entspricht aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen unseren<br />

Anforderungen am besten.“ Nun wird in der Homecare Logistik jeder<br />

Kartonage-Ballen manuell mit vier Drähten umreift. Kormann:<br />

„Das funktioniert flott und gut.“<br />

Rund drei Stunden pro Tag ist bei der Homecare-Logistik heute<br />

ein Mitarbeiter beschäftigt, um beide Abfallfraktionen zu pressen<br />

und zum Abtransport bereitzustellen. Vorteil HSM: Sollte eine<br />

Maschine ausfallen, kann auch die andere Maschine die Fraktion<br />

übernehmen und komprimieren. Alle sechs Wochen holt ein Lkw<br />

die Ballen ab – er kann knapp 60 der 400-Kilo-Pakete laden. Die<br />

02 Die Kartonagenabfälle werden mit einer halbautomatischen<br />

Ballenpresse verarbeitet<br />

Abnehmer der Ballen sind glücklich mit dem neuen Rohstoff aus<br />

Heidenheim, berichtet Michael Kormann: „Sortenrein, unverschmutzt,<br />

von konstanter Qualität und optimal verdichtet – wir liefern<br />

Traumballen.“ Ideal findet er es auch, dass die Alt-Kartonage<br />

an jene Papierfabrik geliefert wird, die die Kartonagen herstellt. Das<br />

senke Einkaufspreise und Transportkosten – „ein nahezu perfekter<br />

Wertstoffkreislauf“, sagt Kormann.<br />

Fotos: HSM, Fotolia (#139333708, photo 5000)<br />

www.hsm.eu<br />

DIE LÖSUNG<br />

HSM V-Press 860:<br />

n 400 kg schwere Ballen auf kleiner Standfläche<br />

n Sonderausrüstung Schiebe- statt Seitentür<br />

n problemlose Umrüstung von Draht- auf Polyesterband-<br />

Umreifung<br />

n HSM HL 4812:<br />

n Sonderausrüstung Kippvorrichtung und Förderband<br />

n Beratung mit deutlicher Einsparung: Halb- statt<br />

Vollautomatik<br />

n manuelle Drahtumreifung kostengünstig und ausreichend<br />

n hohe Ballenqualität ermöglicht gute Vermarktung<br />

DIE VORTEILE<br />

n beide Maschinen lassen sich auch mit dem jeweiligen<br />

Pressgut der anderen Maschine bestücken<br />

n kurze Wege für den Service<br />

n gute Unterstützung und Beratung in der<br />

Entscheidungsphase<br />

n Made in Germany<br />

S8 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


CHINA DOMINIERT GALLIUM-PRODUKTION<br />

Es steckt in jedem Smartphone, jeder LED-Leuchte oder auch in Solarzellen: Gallium<br />

gehört zu den unverzichtbaren Rohstoffen für eine Vielzahl von Hightech-Anwendungen.<br />

Gallium wird nur in geringen Mengen als Beiprodukt im Zuge der Herstellung von<br />

Aluminium oder Zink gewonnen. Aufgrund dieser vielfältigen Einsatzgebiete hat China<br />

in den vergangenen Jahren seine Produktion enorm ausgebaut. Das Land verfügt mit<br />

etwa 600 t heute über 84 % der weltweiten Kapazitäten für die Rohgalliumproduktion,<br />

deren Gesamtvolumen bei jährlich rund 720 t liegt.<br />

Mittelfristig erwartet die Dera eine stärkere Nachfrage, die nicht zuletzt aufgrund der<br />

weiter zunehmenden Nutzung der Dünnschichtphotovoltaik und durch den Ausbau der<br />

Mobilfunknetze der neuesten Generation (5G) – Voraussetzung für neue Zukunftstechnologien<br />

wie das „autonome Fahren“ oder das „Internet der Dinge“ – angetrieben wird.<br />

www.bgr.bund.de<br />

KONTINUIERLICHE ÜBERWACHUNG DER BETRIEBSPROZESSE<br />

Der Schutz des Trinkwassers vor rückfließendem Schmutzwasser ist in der DIN EN 1717<br />

eindeutig geregelt. Dies gilt vor allem, wenn auf Verbraucherseite Schmutzwasser der<br />

Kategorie 5 anliegt. Als Spezialist für die Absicherung dezentraler Betriebswasseranlagen<br />

baut Dehoust diesen Schutz jetzt weiter aus: Mit dem System DehoustConnect<br />

können die „smarten“ Sicherheitstrennstationen des Herstellers ohne großen Aufwand<br />

via Internet fernüberwacht und gegebenenfalls<br />

auch fernparametriert werden.<br />

Zudem liefern die Sicherheitstrennstationen,<br />

wie auch die entsprechenden<br />

Doppelpumpen- und Regenwassernutzungsanlagen,<br />

mit dieser Technologie<br />

optional maßgebliche Betriebsdaten. Die<br />

entscheidenden Betriebsprozesse sind<br />

dadurch unterbrechungsfrei nachvollziehbar<br />

und protokolliert. Bei eventuellen<br />

Störungen wird sofort eine Alarmmeldung<br />

ausgelöst.<br />

Die Sicherheitstrennstationen für die<br />

Flüssigkeitskategorie 5 mit Vorlagebehälter, freiem Auslauf und Doppelpumpenanlage<br />

leisten bis zu 14 m 3 /h bei Förderhöhen bis 58 m. Aufgrund des chemischen und<br />

bakteriellen Gefährdungspotenzials, das von den angeschlossenen Verbrauchern für<br />

das Stadtwasser ausgeht, müssen die Sicherheitstrennstationen entsprechend hohe<br />

Qualitätsstandards erfüllen, die deutlich über konventionelle Systemtrenner o. ä.<br />

hinausgehen.<br />

www.dehoust.de<br />

NEUER WASSERFILTER ENTFERNT MIKROPLASTIK<br />

Mikroplastik – das sind winzige Teilchen in unserem Abwasser. Sie herauszufiltern, stellt<br />

die Abwasserbetriebe vor große Herausforderungen. Eine Gruppe von fünf Partnern aus<br />

Industrie und Forschung will jetzt einen<br />

neuen Filter entwickeln, der mit<br />

lasergebohrten Löchern bis zu 10 µm<br />

kleine Partikel effizient auch bei großen<br />

Wassermengen herausfiltert.<br />

Im Projekt SimConDrill wird die Technologie<br />

erforscht, mit der sich ein langlebiges<br />

Filtermodul herstellen lässt, das<br />

Mikroplastikpartikel sicher und verstopfungsfrei<br />

aus Abwässern abscheiden<br />

kann. Der Ausgangspunkt ist dabei der<br />

Zyklonfilter der Klass-Filter GmbH. Dieser Filter wird mit speziellen Metallfolien<br />

ausgestattet, die mit Lasertechnik extrem präzise gebohrt werden.<br />

Denn die Anforderungen an die Bohrungen sind hoch: Bei Porendurchmessern unter<br />

einem hundertstel Millimeter soll der Durchsatz des Filters den großen Wassermengen<br />

im Klärwerk gerecht werden und robust funktionieren. Dies wird über eine möglichst<br />

hohe Porosität erreicht, d. h., ein möglichst großer Teil der Filterfläche soll von Bohrlöchern<br />

eingenommen werden.<br />

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PRÄZISE ABSTIMMUNG FÜHRT ZU<br />

KOSTENEFFIZIENTER ABGASREINIGUNG<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Durch immer komplexere Produktionsprozesse<br />

in der Industrie steigen auch die Erwartungen an<br />

die Leistungsfähigkeit von Abgasreinigungsanlagen:<br />

Sie erfüllen im Optimalfall nicht nur die<br />

gesetzlichen Regelungen, sondern weisen auch<br />

eine vergleichsweise geringe Total Cost of<br />

Ownership (TCO) auf. Um diese Vorteile in der<br />

Praxis zu realisieren, müssen die eingesetzten<br />

Technologien präzise auf den jeweiligen<br />

Anwendungsfall abgestimmt sein.<br />

Autor: Dr. Dani Muse, Leiter Technologie,<br />

Centrotherm Clean Solutions GmbH & Co. KG,<br />

Blaubeuren<br />

Ein Beispiel ist der Prozess der Silizium-Epitaxie: Hier liegen<br />

toxische, korrosive und brennbare Abgase vor, für die prinzipiell<br />

verschiedene Gasreinigungstechnologien wie thermische<br />

Behandlung, Nasswäsche oder Trockenbettabsorption<br />

infrage kommen. Um bei derartig herausfordernden Prozessen mit<br />

vielen Chemikalien eine Lösung mit hoher Reinigungs- und Kosteneffizienz<br />

zu erhalten, sollten Gasreinigungsexperten hinzugezogen<br />

werden, die über Know-how in allen relevanten Verfahren verfügen<br />

und damit technologieoffen beraten können. So lässt sich die<br />

Anschaffung einer Anlage vermeiden, die zwar die gesetzlichen Anforderungen<br />

erfüllt, deren TCO jedoch deutlich höher liegt als mit<br />

einer präziser ausgewählten Technologie erzielbar gewesen wäre.<br />

Weltweit sind laut einer Untersuchung der WHO mehr als<br />

90 Prozent der Menschen verschmutzter Luft ausgesetzt, etwa<br />

7 Mio. sterben jährlich an den Folgen der Schadstoffbelastung.<br />

Angesichts dieser Zahlen sehen viele Industrieunternehmen die<br />

Abluft- bzw. Abgasreinigung als ein zum Teil sehr kostspieliges,<br />

aber notwendiges Übel an. Dabei birgt dieser Sektor großes Potenzial<br />

im Hinblick auf die Energieeffizienz ganzer Produktionsprozesse<br />

– z. B. wenn es gelänge, Wärme aus Abgasen mithilfe von<br />

Wärmeübertragern möglichst vollständig weiterzuverwenden und<br />

Medien, die in den Prozessen nicht verbraucht werden, stofflich<br />

und/oder energetisch zu nutzen.<br />

Den ersten Schritt dorthin bildet der Einsatz effizienter Abgasreinigungsanlagen.<br />

Bereits jetzt erfordern die stetig komplexeren<br />

industriellen Herstellungsprozesse, in denen immer mehr ver-<br />

S10 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


01 Um höchste Effizienz hinsichtlich Reinigungsergebnis und Kosten zu erzielen, gilt es, aus den Abgasreinigungsverfahren<br />

richtig auszuwählen sowie optimal zu kombinieren: Bei der Silizium-Epitaxie fallen hohe Mengen an brennbaren<br />

sowie toxischen und korrosiven Gasen an – das einzige Verfahren, das alle Schadgase inklusive H 2 zuverlässig entsorgen<br />

kann, ist die thermische Behandlung; auch ihre TCO fällt im Vergleich mit der Trockenbettabsorption niedriger aus, sodass<br />

die Technologie in diesem Anwendungsfall zu bevorzugen ist<br />

schiedene Chemikalien zum Einsatz kommen, ein hohes Maß an<br />

Flexibilität und Kombinationsfreiheit im Bereich der Abgasreinigungssysteme.<br />

Dadurch werden Sonderlösungen zum Normalfall,<br />

die je nach Anforderungen auf verschiedene Technologien zur Gasreinigung<br />

zurückgreifen können.<br />

In der Halbleiter- und Photovoltaikindustrie beispielsweise sind<br />

dies im Wesentlichen die thermische Behandlung (Verbrennung),<br />

die Nasswäsche sowie die Trockenbettab- bzw. -adsorption an Aktivkohlen<br />

oder Granulaten. Um hier höchste Effizienz hinsichtlich<br />

Reinigungsergebnis und Kosten zu erzielen, gilt es, aus diesen Verfahren<br />

richtig auszuwählen sowie optimal zu kombinieren. Das betrifft<br />

im Besonderen Stoffe, die mit mehreren Technologien aufgereinigt<br />

werden können, wie bspw. Trichlorsilan, Bromwasserstoff,<br />

Bortrichlorid oder flüchtige organische Verbindungen (VOCs).<br />

DIE TECHNOLOGIEWAHL<br />

Als Grundlage für die Entscheidung, welche Technologie anzuwenden<br />

ist, sollten für jedes Projekt mehrere Aspekte individuell bewertet<br />

werden. Dies lässt sich am Beispiel der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie<br />

gut aufzeigen: Neben den Investkosten der einzelnen<br />

Reinigungsverfahren sind insbesondere die Ausgaben für Betriebsstoffe<br />

wie Brenn- oder Inertgase, für Druckluft, Strom, Abwassergebühren<br />

(diese können je nach Standort stark variieren) sowie für<br />

Service- und Wartungsbedarf zu berücksichtigen. Bei der Trockenbettabsorption<br />

gilt es zudem, die Wechselintervalle für die Absorberfüllung<br />

zu beachten. Diese Kriterien werden als Total Cost of<br />

Ownership (TCO) zusammengefasst. Hinzu kommt die Bewertung<br />

der Reinigungseffizienz und des benötigten Platzes für die Aufstellung<br />

(Footprint).<br />

Bei einem Vergleich von thermischer Behandlung und Trockenbettabsorption<br />

beispielsweise sollte im Hinblick auf die TCO unter<br />

anderem bedacht werden, dass ein Brenner-Wäscher in der Anschaffung<br />

zunächst teurer, weil deutlich komplexer ist. Dafür reinigt<br />

er aber zuverlässig eine größere Bandbreite an Gasen ab als ein<br />

Trockenbettabsorber, dessen Füllung auf die Absorption einer oder<br />

weniger Gasarten optimiert ist. Im laufenden Betrieb benötigt der<br />

Brenner-Wäscher Brenngas, Luft und Strom, wobei die Brenngasmenge<br />

an die Schadgasmenge und -art angepasst werden kann.<br />

Der Trockenbettabsorber wird dagegen über die Zeit mit Schadstoffen<br />

beladen. Wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist, muss die<br />

Füllung gewechselt werden.<br />

In Abhängigkeit von der Schadstoffmenge, die über einen bestimmten<br />

Zeitraum hinweg anfällt, kann die TCO beim Trockenbettabsorber<br />

somit höher ausfallen als beim Brenner-Wäscher. Daher ist<br />

es wichtig, vor der Entscheidung über die Gasreinigungstechnologie<br />

den Prozess und die anfallenden Schadgase und Schadstoffmengen<br />

sowie deren zeitlichen Verlauf möglichst genau zu erfassen bzw. abzuschätzen<br />

und zu bewerten. Geschieht dies nicht, kauft der Kunde<br />

im schlimmsten Fall eine Anlage, die die gesetzlichen Anforderungen<br />

erfüllt, bei der aber die TCO deutlich höher liegt, als es mit einer<br />

anderen Technologie möglich wäre.<br />

BERATUNG IST ENTSCHEIDEND<br />

Unternehmen, die Luftverunreinigungen aus ihren Abgasen abscheiden<br />

müssen, sollten sich vor dem Kauf eines Abgasreinigungssystems<br />

umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten und<br />

Anbieter informieren und am besten eine Abgasreinigungsfirma<br />

wählen, die alle für einen bestimmten Anwendungsfall relevanten<br />

Tsurumi.indd 1 12.04.2016 12:17:45<br />

SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />

S11


02 Je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche Reinigungstechnologien<br />

von Centrotherm in einem Baukastensystem kombinieren:<br />

Sowohl Reinigungssysteme zur thermischen oder nass chemischen<br />

Behandlung, als auch Trockenbettabsorber können in einer kundenspezifischen<br />

Anlagenlösung vereint werden<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Technologien beherrscht. Nur bei einem solchen Betrieb ist die<br />

Wahrscheinlichkeit hoch, dass wirklich technologieoffen beraten<br />

wird. Anbieter mit nur einer Technologie im Portfolio werden dagegen<br />

eher prüfen, ob diese für die geforderte Reinigungsaufgabe<br />

grundsätzlich geeignet ist – das heißt, ob mit diesem Verfahren am<br />

Kundenstandort die gesetzlichen Vorschriften zur Einhaltung der<br />

Abgasgrenzwerte erfüllt werden können.<br />

Hier ist zwar davon auszugehen, dass der Anbieter über die Vorteile<br />

und Invest- sowie Betriebskosten der angebotenen Technologie<br />

Auskunft gibt. Für den Anbieter einer einzigen Technologie wird<br />

jedoch weniger relevant sein, an potenzielle Kunden zu vermitteln,<br />

dass es noch eine wirtschaftlichere Reinigungsart als diejenige im<br />

eigenen Portfolio gibt. Selbst wenn der Kunde vorab auf einem Vergleich<br />

aller relevanten Verfahren einschließlich TCO besteht, ist<br />

nicht gewährleistet, dass der Anbieter über das notwendige Knowhow<br />

für diesen Vergleich verfügt.<br />

Zum Kauf eines Systems mit ungünstiger TCO kann es jedoch<br />

auch dann kommen, wenn ein Unternehmen kontaktiert wird, das<br />

alle relevanten Abgasreinigungstechnologien anbietet. Dies ist<br />

unter Umständen dann der Fall, wenn ein Kunde ein festgelegtes<br />

Budget für die Investition in eine Anlage angibt, dieses Budget beim<br />

Kauf der Anlage eingehalten wird, aber die beauftragte Firma nicht<br />

parallel darauf hinweist, dass mit einer anderen Technologie die<br />

TCO geringer ausfallen würde. Das kann vermieden werden, wenn<br />

der Kunde einen Technologieanbieter mit Schwerpunkt auf Beratungsleistungen<br />

wählt, wie dies unter anderem bei der Firma Centrotherm<br />

der Fall ist. Häufig stellt sich dann heraus, dass zwar ein<br />

Budget vorgegeben ist, über die Vorgabe aber noch innerhalb des<br />

beauftragenden Unternehmens verhandelt werden kann. Voraussetzung<br />

dafür ist, dass sich der Kunde genauer informiert hat und<br />

bei der Beratung darauf hingewiesen wird, dass es über einen längeren<br />

Zeitraum gerechnet kostengünstiger ist, wenn zunächst eine<br />

höhere Investition getätigt wird.<br />

BEISPIEL HALBLEITERINDUSTRIE<br />

Der Mehrwert einer Beratung durch Unternehmen, die alle relevanten<br />

Abgasreinigungstechnologien anbieten, lässt sich anhand<br />

eines Beispiels aufzeigen: Die Silizium-Epitaxie in der Halbleiterproduktion<br />

gehört zu den herausforderndsten Prozessen in der<br />

Industrie. Hierbei werden dünne Siliziumschichten auf ein Substrat<br />

aufgewachsen, indem Silizium aus der Gasphase mit dem erhitzten<br />

Substrat reagiert. Das Abgasgemisch besteht meist aus hohen<br />

Mengen an brennbaren Gasen sowie toxischen und korrosiven<br />

Bestandteilen.<br />

Im Wesentlichen sind dies Dichlorsilan (DCS), Trichlorsilan (TCS),<br />

Phosphin (PH 3 ), Diboran (B 2 H 6 ), Wasserstoff (H 2 ) und Chlorwasserstoff<br />

(HCl). Um eine Technologie zu bestimmen, die in einem Anwendungsfall<br />

wie diesem grundsätzlich zum Einsatz kommen<br />

kann, sollte zunächst die Art des Prozesses und damit die Art der<br />

Schadstoff-Komponenten im Abgas betrachtet werden. Wenn für<br />

eine Anwendung prinzipiell mehrere unterschiedliche Technologien<br />

geeignet sind, kann durch einen detaillierten TCO-Vergleich die<br />

wirtschaftlichste Lösung ermittelt werden.<br />

Bei diesem Vorgehen steht im vorliegenden Beispiel am Ende<br />

folgendes Ergebnis: Der Nasswäscher ist für die Silizium-Epitaxie-<br />

Anwendung nur bedingt geeignet, da er lediglich die korrosiven<br />

Gase DCS, TCS und HCl entfernt. Die Dotiergase PH 3 und B 2 H 6<br />

sowie H 2 werden nicht behandelt. Letzterer könnte zwar – da er<br />

nicht toxisch, sondern „nur“ brennbar ist – durch Verdünnen auf<br />

Konzentrationen unterhalb der Explosionsgrenze unschädlich<br />

gemacht werden, für die toxischen Dotiergase ist dies jedoch<br />

keine Lösung.<br />

Mittels Trockenbettabsorption können prinzipiell alle genannten<br />

Gase außer H 2 entfernt werden. Die Schadstoffmengen (insbesondere<br />

der Wert für HCl) sind bei diesem Prozess jedoch so hoch, dass<br />

das Absorbergranulat sehr schnell verbraucht werden würde. Die<br />

TCO dieser Lösung wäre also sehr hoch. Das einzige Verfahren, das<br />

alle Schadgase inklusive H 2 zuverlässig entsorgen kann, ist die<br />

thermische Behandlung. Ihre TCO fällt im Vergleich mit der<br />

Trockenbettabsorption auch niedriger aus, sodass die Technologie<br />

in diesem Anwendungsfall zu bevorzugen ist.<br />

KNOW-HOW ALS VORAUSSETZUNG<br />

Essenziell für einen optimalen, kosteneffizienten Einsatz von Gasreinigungstechnologien<br />

ist somit, dass stets genau analysiert und<br />

individuell entschieden wird, welches Verfahren sich für eine bestimmte<br />

Anwendung am besten eignet. Von Verallgemeinerungen<br />

sollte Abstand genommen werden, auch wenn sich gewisse Tendenzen<br />

hinsichtlich der Eignung der verschiedenen Technologien<br />

ausmachen lassen: So ist z. B. in der Halbleiterindustrie bei kleinen<br />

Schadstoffmengen, wie sie i. d. R. in Forschung & Entwicklung<br />

sowie Kleinserienfertigung entstehen, oftmals die Trockenbettabsorption<br />

die wirtschaftlichste Lösung. Dagegen sind in der Massenproduktion<br />

bei den meisten Prozessen die anfallenden Schadstoffmengen<br />

in der Regel so hoch, dass thermische Lösungen<br />

sowohl aus technischer, als auch aus wirtschaftlicher Sicht die<br />

bessere Option darstellen.<br />

Festzuhalten bleibt jedoch: Angesichts der Komplexität vieler<br />

Prozesse kann die Beurteilung, welche Technologie sich für eine<br />

spezifische Abgasreinigungsanwendung am besten eignet, nur von<br />

Experten vorgenommen werden. Hier muss für den Kunden eine<br />

intensive Beratungsleistung erbracht werden. Zu empfehlen sind<br />

daher Betriebe, die alle gängigen Technologien anbieten, in den<br />

relevanten Bereichen bereits Referenzen vorweisen können und<br />

auf Basis dieses Know-hows in der Lage sind, technologieoffen<br />

zu beraten.<br />

Fotos: Centrotherm, Fotolia (#38154247, VanderWolf Images)<br />

www.centrotherm-cs.de<br />

S12 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


®<br />

RECYCLING<br />

CHEMISCHER ABFÄLLE<br />

Bei der Sammlung von alten<br />

Chemikalien kann es schnell<br />

gefährlich werden: Sind<br />

einzelne Substanzen vielleicht<br />

harmlos, können unbekannte<br />

Gemische bereits ein erhebliches<br />

Gefahrenpotenzial in sich<br />

bergen. Um dieses Risiko für<br />

die Mitarbeiter zu minimieren,<br />

können separate Systemlösungen<br />

eingesetzt werden. Jede<br />

dieser Lösungen sorgt für<br />

maximale Sicherheit bei<br />

Lagerung und Umgang mit<br />

den Gefahrstoffen. Da<br />

prinzipiell brennbare, ätzende,<br />

giftige und wassergefährdende<br />

Flüssigkeiten zum Alltag gehören,<br />

musste neben Brand-<br />

PORTABLER DURCHFLUSSMESSER<br />

Der Durchflussmesser Fluxus<br />

F401 von Flexim ist für<br />

Langzeitmesskampagnen im<br />

Feld prädestiniert. Abhängig<br />

vom programmierten Messintervall<br />

kann das Gerät mehrere<br />

Monate autonom arbeiten.<br />

Dadurch eignet er sich besonders<br />

für Messkampagnen zur Leckagendetektion oder für<br />

hydraulische Untersuchungen, die regelmäßige Messungen über<br />

einen längeren Zeitraum erfordern.<br />

Das Clamp-on-Ultraschallsystem wurde speziell für die Anforderungen<br />

der Wasser- und Abwasserwirtschaft entwickelt. Die<br />

Einrichtung einer Durchflussmessstelle mit dem Fluxus erfordert<br />

keine Betriebsunterbrechung. Anschließend liefert er genaue<br />

Messergebnisse mit höchster Reproduzierbarkeit und ohne jede<br />

Messwertdrift. Dank seiner Empfindlichkeit gegenüber niedrigen<br />

Strömungsgeschwindigkeiten (bis zu 0,01 m/s) ist das Gerät zur<br />

Überwachung von Trinkwassernetzen durch die Messung der<br />

nächtlichen Minimaldurchflüsse geeignet. Die Metallarmierung<br />

der Sensorkabelenden schützt vor Kabelbruch und sorgt für<br />

ordentliches Arbeiten ohne Kabelgewirr.<br />

www.flexim.de<br />

LACKIERANLAGE SORGT FÜR WARME<br />

PRODUKTIONSHALLEN<br />

Innovationen rund ums<br />

Heizen und Beheizen<br />

Flexible<br />

elektrische<br />

Heiztechnik<br />

• Analyseschläuche<br />

• Ex-Beheizungen<br />

• Begleitheizungen<br />

• Heizmanschetten<br />

• Sonderlösungen<br />

auch an Explosionsschutz<br />

gedacht werden.<br />

Denios fertigt z. B. ein begehbares<br />

Brandschutzlager, das<br />

nach REI 90 zertifiziert ist und<br />

als eigenständiger Brandabschnitt<br />

mitten in den Werkshallen<br />

aufgestellt werden<br />

kann. Das System bietet<br />

genügend Raum für Kleingebinde<br />

bis hin zu 1 000-l-IBC<br />

und ist mit ex-geschützter<br />

Elektrik ausgestattet. Eine<br />

integrierte Auffangwanne<br />

sichert das System zusätzlich<br />

bei austretenden Flüssigkeiten<br />

ab. Zur direkten Arbeit an den<br />

Chemikalien installiert der<br />

Hersteller in direkter Nähe<br />

zum Lager einen Freiarbeitsplatz<br />

mit Schadstofferfassung.<br />

Auch dieser ist gegen Explosionen<br />

mit Atex-konformen<br />

Komponenten ausgestattet.<br />

Eine technische Lüftung<br />

erfasst austretende Emissionen<br />

und führt diese durch<br />

einen Aktiv-Kohle-Filter.<br />

Anschließend werden die<br />

gefilterten Emissionen direkt<br />

ins Freie abgeleitet. Der<br />

Luftstrom ermöglicht zugluftfreies<br />

Arbeiten.<br />

www.denios.de<br />

Die neue Lackieranlage im Rittal-Werk Haiger ist eines der<br />

Herzstücke im Werk. Mithilfe der Anlage werden die produzierten<br />

Schaltschränke mit der nötigen schützenden Außenhülle<br />

versehen. Die beim Lackierprozess anfallende Abwärme wird<br />

konsequent genutzt, um sie an anderen Stellen wieder zu<br />

verwenden, z. B. zur Entfettung von Bauteilen in der Produktion<br />

oder zur Hallenheizung.<br />

Auch der Verbrauch von Wasser sei im Werk Haiger enorm<br />

energieeffizient. Das im laufenden Betrieb gebrauchte Wasser<br />

wird in einem Kreislaufsystem gereinigt und rückgeführt:<br />

„Hightech-Industrie und Umweltschutz schließen sich nicht aus“,<br />

sagt Jörg Kühn, bei Rittal verantwortlich für die Bereiche Sicherheit,<br />

Energie, Umwelt und Bau. Die Recyclingsysteme erfüllten<br />

nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern gehen mit Blick auf<br />

den Umweltschutz noch<br />

einige Schritte weiter: „Weil<br />

man ja mehr tun kann als man<br />

muss“, betont der Fachmann<br />

und verweist auf die Wichtigkeit<br />

eines Bewusstseins für<br />

den nachhaltigen Umgang<br />

mit der Umwelt.<br />

www.rittal.de<br />

KSS-FILTRATION OPTIMIEREN<br />

Ein namhafter Automobilzulieferer aus Deutschland setzt seit<br />

Kurzem das Aqon Hi-Tension-System und den Hi-Pure-Filter ein,<br />

um die Sauberkeit der Kühlschmierstoff-Kreisläufe beim Schleifen<br />

von Hartmetallen zu verbessern. Zuvor kam es zu wiederkehrenden<br />

Qualitätsproblemen durch Schleifkommas, Sedimentationsbildung<br />

und regelmäßigen KSS-Wechsel. Durch das neue System<br />

werden nun insbesondere Partikel im Bereich von 5–15 µm<br />

wirkungsvoll abfiltriert. Der Filter trennt bis zu einer Feinheit<br />

von 1 µm wirkungsvoll ab.<br />

www.aqon-gmbh.com<br />

Hillesheim GmbH<br />

Am Haltepunkt 12<br />

D-68753 Waghäusel<br />

Tel.: 0 72 54 / 92 56-0<br />

E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de<br />

www.hillesheim-gmbh.de


LEICHTER EINBAU VON<br />

POLYMERBETONABSCHEIDERN<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Die Lagerung und das Abfüllen von<br />

hochentzündlichen, explosionsgefährlichen,<br />

giftigen und hoch wassergefährdenden Stoffen<br />

ist nur unter hohen Auflagen erlaubt. Damit<br />

nichts ins Grundwasser gelangt, kommen<br />

Ölabscheider zum Einsatz.<br />

Ölabscheider werden zur Reinigung von Regenwasser eingesetzt,<br />

aber auch zum Auffangen von Öl im Falle eines<br />

Unfalles oder einer Havarie. An die sog. Leichtflüssigkeitsabscheider<br />

werden hinsichtlich Größe, Ausstattung,<br />

Betriebsweise, Stabilität und Beständigkeit der Anlage konkrete<br />

Anforderungen gestellt.<br />

Bei Ölabscheidern besteht die Pflicht zur regelmäßigen Überprüfung<br />

durch einen Fachkundigen. Werden hierbei Mängel festgestellt,<br />

so sind diese umgehend zu beheben. Im Extremfall muss<br />

der Ölabscheider gegen eine neue Abscheideranlage ausgetauscht<br />

werden. Damit verbundene Bauprojekte müssen sorgfältig geplant,<br />

organisiert und durchgeführt werden. Auch wenn es in Teilbereichen<br />

keine dezidierten Anforderungen und Kennzeichnungen der<br />

notwendigen Fachkompetenz gibt, müssen alle Projektbeteiligten<br />

hierfür besonders qualifiziert sein.<br />

IM LAUFENDEN BETRIEB<br />

Der geplante Austausch zweier defekter Ölabscheider auf einer<br />

Tankstelle in Rendsburg, Schleswig-Holstein, sollte bei laufendem<br />

Kundenbetrieb durchgeführt werden. Eng ist es hier, unmittelbar<br />

Autor: Olaf Wiechers, Freier Journalist,<br />

Neu Wulmstorf<br />

an der stark befahrenen Hindenburgstraße in Rendsburg. Der<br />

Leichtflüssigkeitsabscheider wird auf der Baustelle durch ein<br />

Speditionsfahrzeug geliefert. Dass auf einen zusätzlichen Autokran<br />

verzichtet werden kann, wird sofort als besondere Erleichterung<br />

deutlich. Nach Abstimmung der Abladeprozedur durch Fahrer und<br />

Bauleitung steht der Abscheiderbehälter und weitere Bauteile bereits<br />

15 min später neben der Baugrube.<br />

Die einfache Handhabung mit Polymerbetonabscheidern ist<br />

aufgrund des geringen Gewichts gegenüber Betonabscheidern ein<br />

wesentlicher Vorteil. Nach dem Einheben und Absetzen des Abscheiders<br />

wird der Zweikomponentenkleber angemischt. Facilitymanager<br />

Andreas Muthig verfolgt den Fortgang der Schachtmontage.<br />

„Die Vorteile des Abscheiders aus Polymerbeton sind für uns<br />

direkt greifbar: Keine Beschichtung und somit über Jahre keine<br />

Sanierungsaufwendungen, die zu Beeinträchtigungen des tägli­<br />

VORTEILE DER POLYMERBETONABSCHEIDER<br />

n Innen- und außenbeständiger<br />

Werkstoff ohne Beschichtung/<br />

Inliner<br />

n geringes Sanierungsrisiko durch<br />

monolitisch verklebten und dichten<br />

Schachtaufbau bis Oberkante<br />

Schachtabdeckung<br />

n geringes Gewicht<br />

n wartungsarm durch filterlose<br />

Mehrkanaltechnologie<br />

n hohe Sedimentationsrate durch<br />

lange Fließstrecke<br />

n Betriebssicherheit durch turbulenzarme<br />

Schwimmerführung<br />

S14 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


01<br />

02<br />

Radarsensor<br />

463,– €*<br />

01 Die Beschichtung dieses herkömmlichen Betonabscheiders ist<br />

defekt, die Sanierung bedeutet Stillstandszeit<br />

02 Auch innerhalb der Baugrube lässt sich der Polymerbetonabscheider<br />

einfach dirigieren<br />

chen Kundenverkehrs auf der Tankstelle führen, sowie die gültige<br />

bauaufsichtliche Zulassung“.<br />

DAUERHAFT UND NACHHALTIG<br />

Der Bagger schwenkt die Abdeckplatte über die Baugrubenabsperrung<br />

herunter zum Abscheiderschacht. Auf dem Behälterrand<br />

ist die Klebemasse aufgetragen, die von der aufsitzenden<br />

Abdeckplatte seitlich nach innen und außen herausgedrückt<br />

wird. Ein Arbeiter zieht mit der Kelle den Klebstoff an der Fuge ab<br />

und versichert sich, dass umlaufend keine Lücke in der Klebefuge<br />

auftritt.<br />

Wolfgang Wille, Sachverständiger für Entwässerungstechnik,<br />

überwacht den Einbau und dokumentiert den Fortgang. Ihn<br />

überzeugt die besondere chemische Beständigkeit von Polymerbeton<br />

und damit die Dauerhaftigkeit bzw. Nachhaltigkeit. „Die<br />

Instandsetzung von Abscheidern, gerade im eingebauten Zustand,<br />

ist teuer und oft nicht von langer Dauer. Das macht den<br />

etwas höheren Preis der Aco Polymerbetonabscheider wieder<br />

wett“, so Wille.<br />

Fotos: Aco Tiefbau Vertrieb GmbH<br />

Preiswerte Füllstandmessung.<br />

Sensor für die Wasserwirtschaft.<br />

Zuverlässige Füllstandmessung in der Wasseraufbereitung,<br />

in Pumpstationen und Regenüberlaufbecken. Durchflussmessung<br />

in offenen Gerinnen und Pegelüberwachung.<br />

VEGAPULS WL S 61<br />

▪ Messbereich bis 8 m<br />

▪ Ohne Einschränkung im Freifeld einsetzbar<br />

▪ Überflutungssicheres IP 68-Gehäuse<br />

▪ Bedienung per Bluetooth mit Smartphone, Tablet oder PC<br />

*Es gelten Staffelpreise:<br />

1 bis 3 Stück 463,– € | 4 bis 9 Stück 10 % Rabatt |<br />

ab 10 Stück Preis auf Anfrage<br />

Weitere Informationen: www.vega.com/wls61<br />

Bestellen unter Telefon +49 7836 50-0<br />

www.aco.com


01 02<br />

INDUSTRIELLE ABWASSERREINIGUNG –<br />

UNTERIRDISCH GUT<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Bei der Milchwerk Jäger GmbH fällt Abwasser vor<br />

allem bei der klassischen Milchverarbeitung und<br />

bei der Milchpulvertrocknung an. Diese<br />

Abwässer wurden bisher vollständig auf der<br />

kommunalen Kläranlage mitbehandelt.<br />

Aufgrund der hohen Auslastung der Kläranlage<br />

war diese zuletzt nicht mehr in der Lage, die<br />

Ablaufgrenzwerte dauerhaft und zuverlässig<br />

einzuhalten. Daher stand die Realisierung einer<br />

eigenen Abwasservoll- oder -teilreinigung zur<br />

Debatte.<br />

Aufgrund der besonderen Abwassercharakteristik der Brüdenkondensate<br />

und Molkepermeate – recht hohe Stickstoffwerte<br />

– wurde zunächst eine Pilotierung vereinbart.<br />

Wegen der beengten Platzverhältnisse wurde die Membranbiologie<br />

favorisiert. Mit einer Biomem-Pilotanlage der Firma<br />

Huber wurden die Abbaueigenschaften und die generelle Eignung<br />

des Membranbelebungsverfahrens für diese Abwässer erprobt.<br />

Zentraler Bestandteil der Anlage ist die Membranbiologie – ein<br />

kombiniertes Becken, in dem der biologische Schmutzstoffabbau<br />

und die Membranfiltration mit UF-Modulen quasi simultan stattfinden.<br />

Diesen Kammern zugeordnet sind Gebläse, Pumpen sowie<br />

Autor: Torsten Hackner, Leiter Industrie,<br />

Thomas Pohlers, Vertriebsmanager Industrie,<br />

beide Huber SE, Berching<br />

die Steuerungsanlage, um die gesamte Anlage vollautomatisch betreiben<br />

zu können. Über intelligente Betriebsweisen der Beschickung<br />

können durch die Anlagentechnik verschiedene Varianten<br />

der Denitrifikation getestet werden. Alle Betriebsparameter werden<br />

durch die Steuerungsanlage geloggt, chemische Parameter wurden<br />

vom betriebseigenen Analyselabor mit untersucht.<br />

AUSFÜHRLICHE VORPILOTIERUNG<br />

Das Abwasser wurde zunächst in einem kleinen Puffertank vorgelegt,<br />

weil darin die tatsächliche spätere Abwasserzusammensetzung<br />

besser simuliert werden konnte. Sämtliche Anlagenkomponenten<br />

wurden isoliert und beheizt, um ein Zufrieren im Winter<br />

zu verhindern. Um qualifizierte Mischproben aus dem Puffertank<br />

und dem Ablauf zu erhalten, wurden automatische Probenehmer<br />

installiert. Aufgrund der im Verhältnis zum Stickstoff niedrigen<br />

CSB-Werte wurde Restmolke in den Zulauf gemischt, um einen<br />

vollständigen Abbau des Stickstoffs in der Denitrifikationsphase zu<br />

ermöglichen. Daneben erfolgte eine regelmäßige Dosierung von<br />

etwas Natronlauge, um die pH-Werte im neutralen Bereich zu halten,<br />

eine Grundvoraussetzung für biologischen Schmutzstoffabbau<br />

und stabile Schlammstruktur in einer Membranbiologie.<br />

Die Aufgabenstellung war, den Betrieb einer Membranbiologie<br />

mit der Huber Biomem zu verifizieren und die Reduktionsleistungen<br />

hinsichtlich der Stickstofffrachten aus der Molkebehandlung<br />

des Milchwerkes Jäger zu überprüfen. Hier konnten für alle Leitparameter<br />

sehr gute Ablaufwerte erzielt werden, teils weit unter<br />

den typischen Anforderungen für Einleiter dieser Größenklasse.<br />

Schwankungen der Abbauleistungen hingen zum einen mit<br />

Schwankungen in der Abwasserzusammensetzung zusammen,<br />

und zum anderen verursachten betriebsbedingte Störungen kurzfristige<br />

Ausfälle (z. B. zu geringe Sauerstoffversorgung).<br />

In einer großtechnischen Anlage sollten sowohl schwankende<br />

Zulaufkonzentrationen als auch betriebsbedingte Schwankungen<br />

deutlich geringer sein, wobei hier ein ausreichend großes Mischund<br />

Ausgleichsbecken errichtet werden sollte. Dadurch werden<br />

S16 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


01 Membranbiologie: In der Filtrationskammer wird das gereinigte<br />

Abwasser abgezogen und einem kleinen Vorfluter zugeführt<br />

02 Für das klassische Produktionsabwasser kommt eine<br />

Druckentspannungsflotation zum Einsatz<br />

03 Die Eindickung des Flotat- und Überschussschlamms erfolgt<br />

mit einem Scheibeneindicker<br />

sowohl eine gleichmäßige Belastung auf die biologische Reinigung,<br />

als auch konstante Ablaufwerte und eine hohe Betriebsstabilität<br />

erreicht. Eine automatisierte pH-Wert-Regelung sorgt für eine Verbesserung<br />

der allgemeinen Betriebsstabilität. Die Dosierung von<br />

Molke als externe Kohlenstoffquelle ist notwendig, um eine ausreichende<br />

Versorgung der Mikroorganismen und v. a. eine ausreichende<br />

Denitrifikation zu gewährleisten.<br />

Insgesamt konnten bis auf wenige, betriebsbedingte Ausreißer<br />

sehr gute Ablaufwerte erzielt werden. Es wurde damit der Nachweis<br />

erbracht, dass die Brüdenkondensate und Permeate ohne Probleme<br />

mit einer Membranbiologie behandelt werden können, einhergehend<br />

mit dem geringeren Platzbedarf einer solchen Variante<br />

im Vergleich zu konventioneller Abwasserreinigung.<br />

ABGESTIMMTER LÖSUNGSVORSCHLAG<br />

Aus den Ergebnissen der Vorpilotierung und den Erfahrungen des<br />

Ingenieurbüros mit Abwässern aus der milchverarbeitenden Industrie<br />

wurde im Anschluss die Umsetzung des neuen Abwasserkonzepts<br />

begonnen. Besonderes berücksichtigt wurden dabei die<br />

extrem beengten Platzverhältnisse im Milchwerk Jäger sowie die<br />

mit der Kommune abgestimmten Ablaufanforderungen.<br />

Es ging nicht darum, sich komplett von der Einleitung in das<br />

Kanalsystem abzukoppeln und das gesamte Abwasser vollständig<br />

selbst zu behandeln, sondern es wurde in Abstimmung mit der<br />

Kommune und unter Berücksichtigung der Anforderungen der kommunalen<br />

Kläranlage ein Gesamtlösungskonzept erarbeitet. Daher beschränkte<br />

man sich darauf, nur die o. g. Abwässer aus der Brüdenkondensation<br />

sowie Molkepermeate komplett aufzubereiten und direkt<br />

einzuleiten, während die verbleibenden Produktionsabwässer dagegen<br />

nur über eine physikalisch-chemische Behandlung vorentfrachtet<br />

und weiterhin dem öffentlichen Kanalnetz zugeführt wurden.<br />

Dieses Konzept hat den Vorteil, dass die für die kommunale Kläranlage<br />

besonders kritischen stickstoffreichen Abwässer komplett<br />

auf dem Betriebsgelände behandelt werden, aber die für die Auslastung<br />

der Kläranlage notwendigen Produktionsabwässer nach<br />

wie vor zugeführt werden. Außerdem besteht im Notfall die Möglichkeit,<br />

das gesamte Abwasser dem Kanalnetz zuzuführen.<br />

SORGFÄLTIGE UMSETZUNG<br />

03<br />

Die Milchwerk Jäger GmbH hat zwei unterschiedliche Abwasserarten,<br />

für die verschiedene Behandlungskonzepte vorgesehen<br />

wurden. Zum einen handelt es sich um ein klassisches Produktionsabwasser<br />

aus der Käseherstellung, reich an Fett, Feststoffen und CSB,<br />

das zunächst in einer 165 m³ fassenden Vorlage gesammelt wird. Ein<br />

installiertes Rührwerk sorgt für gute Durchmischung und Homogenisierung<br />

und damit eine gleichmäßige Belastung auf die folgende<br />

Abwasseranlage. Diese ist mit einer sogenannten Druckentspannungsflotation<br />

des Typ Huber HDF S20 ausgestattet. Der Flotation<br />

vorgelagert ist die Abwasserkonditionierung mit Röhrenflockulator,<br />

zugeordneter Dosierung und Einmischung von Fällungsmittel,<br />

Flockmittel sowie Säure, Lauge und Entschäumer – je nach Abwasserbeschaffenheit.<br />

Das so vorbehandelte Abwasser-/Schlammgemisch<br />

wird in der Flotation mit dem luftgesättigten und entspannten<br />

Klarwasserrücklauf vermischt, wobei die entstehenden feinen Luftblasen<br />

mit den Feststoffen nach oben strömen und so für einen voreingedickten<br />

Schlammteppich an der Behälteroberfläche sorgen.<br />

Das nahezu feststofffreie Abwasser fließt über Strömungsleitbleche<br />

dem Ablauf zu. Der Schlammteppich wird über ein Oberflächenräumsystem<br />

abgezogen und dem Schlammablauf der Flotation zugeführt.<br />

Der Flotatschlamm kommt in den Nassschlammspeicher.<br />

Der zweite Abwasserstrom kommt aus der Kondensation von<br />

Trocknungsbrüden sowie aus der Eindickung und Aufkonzentrierung<br />

von Molken (sog. Molkepermeate). Dieses Abwasser ist relativ<br />

arm an Feststoffen und CSB, weist aber einen verhältnismäßig hohen<br />

Stickstoffgehalt auf. Dieser Stickstoff, aber auch der enthaltene CSB<br />

werden über eine zweistraßige Membranbiologie behandelt, wobei<br />

für eine effektive Denitrifikation und wegen des niedrigen CSB-Gehalts<br />

Restmolke zugeführt wird. Über zwei VRM 30/18 RF-Maschinen<br />

werden maximal 80 m³/h gereinigtes Abwasser abgezogen und<br />

einem kleinen Vorfluter zugeführt. Zur Reduzierung der Belagsbildung<br />

der UF-Membranen werden diese regelmäßig mit Permeat<br />

aus der zweiten Straße zurückgespült, von Zeit zu Zeit mit Zudosierung<br />

von Reinigungschemikalien. Überschussschlamm wird aus<br />

der Biologie abgezogen und der maschinellen Schlammeindickung<br />

zugeführt. Hierzu wird der Schlamm mit Polymer versetzt, auf den<br />

S-Disc Scheibeneindicker geleitet, gravitär eingedickt und im Nassschlammspeicher<br />

zwischengespeichert.<br />

Aus Platzgründen ist die Gesamtanlage komplett unterirdisch ausgeführt<br />

und verschlossen. Die gesamte Abluft wird über einen Biofilter<br />

geführt, um Geruchsbelästigung der direkt angrenzenden Anwohner<br />

auf ein Minimum zu begrenzen. Das Milchwerk Jäger hat die<br />

gesamte Steuerungstechnik und das Prozessleitsystem selbstständig<br />

nach eigenem Standard ausgeführt und automatisiert. Zur optimalen<br />

Regelung der Chemikalienzugabe in der Druckentspannungsflotation<br />

wurde erstmalig eine trübungsabhängige Steuerung der Chemikaliendosierung<br />

installiert. Dadurch soll der Verbrauch an Chemikalien<br />

– im Gegensatz zu einer reinen Volumenregelung – bedarfsgerecht<br />

an die tatsächliche Zulaufsituation angepasst werden. In der<br />

Biologie kommt eine kombinierte Ammonium-/Nitratsonde zum<br />

Einsatz, um die Nitrifikations- und Denitrifikationszeiten optimal zu<br />

steuern. Aufgrund der starken Schwankung der Zulaufzusammensetzung<br />

werden so die Phasen bedarfsgerecht geregelt.<br />

Die gesamte Anlagentechnik wurde im Herbst 2017 in Betrieb<br />

gesetzt, nach entsprechenden Einfahr- und Optimierungsbetrieb<br />

ist die Anlage seit Mitte 2018 im Regelbetrieb.<br />

Fotos: Huber<br />

www.huber.de<br />

SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />

S17


t<br />

CM-L-Pumpen sind<br />

speziell für den<br />

Einsatz in industriellen<br />

Temperiereinrichtungen<br />

konzipiert<br />

DIGITALISIERUNG VON KREISELPUMPEN<br />

Der verfügbare Platz zum Aufstellen von<br />

Apparaten, Maschinen und Zuliefer-<br />

Komponenten wird im Anlagenbau immer<br />

knapper und teurer; häufig ist die schiere<br />

geometrische Dimension eines Systems<br />

entscheidend für die Auftragsvergabe. Kompakte<br />

Pumpen können hier überzeugen.<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Im Lastenheft der horizontalen, mehrstufigen CM-Pumpen stand<br />

die kompakte Bauweise ganz oben auf der Prioritätenliste. Ergebnis:<br />

Verglichen mit anderen Pumpen dieser Leistungsklasse besitzt<br />

die CM wesentlich kleinere Abmessungen. Dieses „Downsizing“<br />

ist das Ergebnis fortschrittlicher Hy draulik-Technologien und<br />

Produktionstechniken, die es möglich machten, die Abmessungen<br />

der Laufräder, der Laufradkammern und der Gleitringdichtung zu<br />

verkleinern. Die Möglichkeit, einzelne Bauteile und Komponenten<br />

auszu tauschen, ist ein weiteres zentrales Merkmal der CM-Pumpen.<br />

Aufgrund dieser hohen Modularität können Apparate- und Anlagenbauer<br />

zwischen Varianten bei den Motoren, den Laufrädern, Wellendichtungen,<br />

Wellen, Pumpengehäusen und mehr auswählen. Die<br />

komplette Baureihe kann auch mit einem integrierten Frequenzumrichter<br />

zur Drehzahlanpassung (CME) geordert werden. Der MGE-<br />

Permanentmagnet-Motor ist bis zu einer Leistung von 11 kW mit der<br />

Effizienzklassifizierung IE5 verfügbar.<br />

Nun kommen mit den Varianten CM-L (leckagefreie Ausführung)<br />

und CM-SP (selbstansaugende Ausführung) zwei neue Optionen<br />

ins Programm.<br />

LECKAGEFREIE AUSFÜHRUNG<br />

Sind aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen bzw. aus Kostenüberlegungen<br />

Leckagen nicht zulässig, kann der Anlagenbauer<br />

bzw. der Betreiber auf die leckagefreie Variante zugreifen: CM-L-<br />

Pumpen sind mit einem Spaltrohrmotor ohne Wellendichtung aus-<br />

Autor: Dirk Schmitz, Leiter Kommunikation & PR<br />

D-A-CH, Grundfos GmbH, Erkrath<br />

„DAS ERFASSEN VIELER DATEN<br />

IST DER SCHLÜSSEL ZU ANALYSE<br />

UND FEHLERPROGNOSE.“<br />

Dirk Schmitz<br />

gerüstet – das Fördermedium verbleibt sicher innerhalb des Pumpensystems.<br />

Grundfos konnte dabei auf die langjährig bewährte<br />

Konstruktion seiner Nassläuferpumpen zugreifen: Das Fördermedium<br />

übernimmt die Kühlung und Schmierung des Motors und<br />

der Lager (flüssigkeitsgekühlte Radial- und Axiallager bieten im<br />

Vergleich zu herkömmlichen fettgeschmierten Kugellagern eine<br />

längere Standzeit; die Pumpen sind somit nahezu wartungsfrei).<br />

Konstruktiv bedingt arbeiten diese Pumpen zudem angenehm leise<br />

(keine separate Motorlüftung erforderlich). Interne Leckagen konnten<br />

die Konstrukteure minimieren – das sichert einen guten Wirkungsgrad.<br />

Aufgrund der flexiblen Position von Klemmenkasten und Pumpenausgang<br />

sind diese Pumpen besonders einfach zu montieren.<br />

SELBSTANSAUGENDE PUMPE<br />

In aller Regel gilt: Die Saugleitung von Kreiselpumpen muss vor<br />

dem Förderstart zunächst befüllt werden, sie brauchen einen posi-<br />

S18 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


tiven Vordruck (sind also nicht selbstansaugend). Wer dies ändern möchte, muss seine<br />

Kreiselpumpe ertüchtigen. Grundfos macht das bei der Baureihe CM-SP durch das Vorschalten<br />

einer Ansaugspirale in einer separaten Kammer. Mithilfe dieser Ansaugstufe<br />

entlüftet die Pumpe die Saugleitung und kann so Medium ansaugen.<br />

CM-SP-Pumpen decken einen weiten Anwendungsbereich ab – angefangen von kleinen<br />

Installationen im häuslichen Bereich (Wasserförderung und Druckerhöhung in Regenwassernutzungsanwendungen)<br />

bis hin zu großen Industrieanlagen (Wasseraufbereitung)<br />

sowie der Wasserversorgung in der Landwirtschaft. Sie können zudem als Speisepumpen<br />

für andere Pumpen eingesetzt werden, die einen positiven Vordruck benötigen.<br />

Im Standard sind CM-SP-Pumpen mit einem ungeregelten Motor ausgerüstet; optional<br />

sind Motoren mit einem integrierten Frequenzumrichter zur Drehzahlregelung lieferbar.<br />

Standardmäßig sind diese CM-Pumpen in Edelstahl EN 1.4301/AISI 304 gefertigt.<br />

MODULARE DIGITALISIERUNG<br />

Grundfos verfolgt eine mehrstufige Digitalisierungs-Strategie: Basis ist die Überwachung<br />

der Pumpeninstallation (das Monitoring hinsichtlich Energieverbrauch, Verschleiß,<br />

Druck, Volumenstrom etc.), kombiniert mit einem Fernzugriff (Remote Management,<br />

GRM). Ein weiterer Baustein ist darauf basierend die Alarmierung des Betreibers, kombiniert<br />

mit einem Lösungsangebot (quasi die Interpretation festgestellter Fehler).<br />

Als nächster Schritt folgt die Optimierung des Systems (also Hinweise zu einer günstigeren<br />

Betriebsweise bzw. das Eliminieren einer falschen Betriebsweise). Über allem steht<br />

als Ziel die vorausschauende Fehleranalyse – sie weist den Betreiber darauf hin, wann<br />

und wo in nächster Zeit ein Ausfall des Pumpensystems zu er warten ist.<br />

Grundfos fasst diese Entwicklungen unter der Begrifflichkeit iSolutions zusammen: Integrierte<br />

Pumpenlösungen und flexible modulare Systeme, bestehend aus Pumpen, Motoren<br />

und Antrieben, Steuerungs- und Sicherungsmodulen sowie Mess- und Datenübertragungseinheiten.<br />

Es ist ein ganzheitlicher Systemansatz, bei dem mit intelligenter MSR-<br />

Technologie ausgerüstete Pumpen und Systeme an die Gegebenheiten der jeweiligen Infrastruktur<br />

angepasst werden können, um eine optimale Förderleistung, einen hohen<br />

Gesamtwirkungsgrad und ein Höchstmaß an Betriebssicherheit zu gewährleisten.<br />

Die besondere Innovation ist das „direkte“ Messen auf einem Silicium-Chip. Im Gegensatz<br />

zu konventionellen Sensoren, die entweder aufwändig gekapselt oder ungeschützt<br />

dem Medium ausgesetzt sind, sorgt eine porenfreie Oberflächenbeschichtung<br />

aus amorphem Metallglas für einen dauerhaften Schutz des Sensor-Chips. Der quasi unmittelbare<br />

Kontakt zum Medium gewährleistet eine schnelle Ansprechzeit, eine akkurate<br />

Messung mit großer Bandbreite sowie eine hohe Wiederholgenauigkeit.<br />

Sind die Daten generiert, müssen sie möglichst in Echtzeit weitergeleitet werden. Neben<br />

den klassischen Feldbus-Protokollen (für die Gebäudeautomation oder für industrielle<br />

Prozesse) offeriert Grundfos das CIM/CIU 500, das Industrial Ethernet-Busprotokolle<br />

unterstützt. Um die Variantenvielfalt zu reduzieren, unterstützt eine einzige CIM<br />

500-Feldbuskarte durch Drehen eines Schalters unterschiedliche Ethernet-Busprotokolle<br />

wie Profinet IO, Modbus TCP und BacNet IP.<br />

CIM/CIU 500 ermöglicht die Kopplung von Grundfos-Pumpen an das echtzeitfähige<br />

Industrial Ethernet – ein weiterer Baustein des iSolutions-Konzepts.<br />

APP IN DIE CLOUD<br />

Auf der vorgefertigten Online-Überwachungs- und Steuerungsplattform iSolutions-<br />

Cloud (GiC) sind für Kunden digital-basierte Geschäftskonzepte (Digital Commercial Offerings)<br />

verfügbar. Realisiert wird die cloudbasierte Datenerfassung und Überwachung<br />

mit CIM/CIU-Steuerungsmodulen und CIM/CIU-Steuerungsgeräten – sowohl für das<br />

Remote-Management (Fernüberwachung) als auch für die Systemintegration (Energieverbrauchsoptimierung).<br />

Die Cloud-Anbindungen werden derzeit vor allem für die<br />

Weiter leitung von Betriebszuständen, Alarmen und wichtigen Betriebs daten sowie zur<br />

simplen Fernsteuerung genutzt.<br />

Das Erfassen vieler Daten ist der Schlüssel zu Analyse, Auto korrektur, Trendentwicklung<br />

und Fehlerprognose. Das Berechnen großer Datenmengen in Echtzeit und das sofortige<br />

Reagieren da rauf erfordert jedoch nach wie vor Computerleistung vor Ort.<br />

Beispielsweise erfordert die Schwingungsanalyse an einem fehlerhaften Kugellager eine<br />

schnelle Fourier-Transformation in einem speziellen Signalprozessor, der aktuell noch<br />

vor Ort sein muss. Der Prozessor kann jedoch die Ergebnisse oder das Rauschmuster mit<br />

einer cloudbasierten Referenz vergleichen.<br />

Fotos: Grundfos<br />

www.grundfos.de


VERFÜGBARKEIT IN DER KREISLAUF-<br />

WIRTSCHAFT SICHERSTELLEN<br />

UMWELTTECHNIK<br />

Ob Kunststoffe, Alt- und Resthölzer, Abfälle,<br />

Akten oder Datenträger – mit entsprechenden<br />

Zerkleinerungs-, Sieb-, Dosier- und<br />

Förderlösungen können unterschiedliche<br />

Materialien zu hochwertigem Output aufbereitet<br />

und zurück in den Rohstoffkreislauf geführt<br />

werden. Ein Hersteller hat seine Anlagen und<br />

Systeme zwar für den Dauereinsatz konzipiert –<br />

trotzdem können Teile verschleißen, es kann zu<br />

Ausfällen kommen und Maschinen müssen<br />

modernisiert werden. Mit Ersatzteilen,<br />

Wartungspaketen und einem Industrie-4.0-<br />

Online-Servicetool kann die Verfügbarkeit über<br />

die komplette Laufzeit sichergestellt werden.<br />

Die Vecoplan AG mit Sitz in Bad Marienberg entwickelt, produziert<br />

und vertreibt Maschinen und Anlagen, die Primär- und<br />

Sekundärrohstoffe im Produktions- und Wertstoffkreislauf<br />

zerkleinern, fördern und aufbereiten. Dabei kann es sich um<br />

technische Kunststoffe handeln, die fest, zäh oder hoch temperaturbeständig<br />

sind, um vorzerkleinerte Biomasse, die am Ende frei von Störstoffen<br />

und homogen sein soll, oder um Abfälle aus kommunalen<br />

Mülldeponien, die anschließend als alternative Brennstoffe für die Zementindustrie<br />

zum Einsatz kommen. Das Unternehmen bietet An-<br />

Autorin: Karin Theine, Marketing/Unternehmenskommunikation,<br />

Vecoplan AG, Bad Marienberg<br />

wendern verschiedene Service-Verein barungen an, die sie auf ihre<br />

Einsätze abstimmen und vertraglich festlegen können.<br />

Damit spielt neben den Geschäftsfeldern Wood/Biomass und<br />

Recycling/Waste der Bereich Service/Parts eine wichtige Rolle. Das<br />

30 Mann starke Team um Markus Claudy betreut Kunden über die<br />

Inbetriebnahme hinaus. „Bei unserem After Sales geht es uns nicht<br />

nur darum, Störungen und Maschinenstillstände und damit lange<br />

Ausfallzeiten zu vermeiden“, beschreibt er. „Die Kunden müssen<br />

sich mit ihren Anlagen häufig auch auf geänderte Produktionsbedingungen<br />

am Markt anpassen und zum Beispiel deren Leistungsfähigkeit<br />

erhöhen.“<br />

RUND UM DIE UHR<br />

Die Techniker versuchen zunächst, via Ferndiagnose die Störung zu<br />

beheben. Die Systeme sind damit in vielen Fällen rasch wieder einsatzbereit.<br />

Zudem ermitteln sie die Ursachen der Störung, um zu<br />

verhindern, dass diese wieder auftritt. Doch nicht jeder Fehler lässt<br />

sich am Telefon beheben. Eine Alternative ist der Vecoplan-Live-<br />

Service. Der Anwender sendet seine Anfrage online an die Service-<br />

Techniker für eine direkte Unterstützung – und das weltweit: Die<br />

Spezialisten können auf die Steuerung oder das Bedienpult zugreifen<br />

und in Echtzeit Fehler erkennen, analysieren, und beheben.<br />

Über Web-Cams lassen sich Live-Bilder übertragen und über Chat<br />

oder Video/Telefon-Konferenz komplexe Sachverhalte klären. „Zudem<br />

sind relevante Daten und Dokumente online verfügbar“, beschreibt<br />

Claudy. „Ebenso werden alle Service-Maßnahmen aufgelistet.<br />

Der Anwender erhält rechtzeitig eine Erinnerung, wann zum<br />

Beispiel die nächste Wartung fällig ist.“<br />

Um das Thema Service noch nutzerfreundlicher zu gestalten, hat<br />

Vecoplan eine Service-App entwickelt, über die der Kunde die Anfrage<br />

mit seinem Smartphone senden kann. Sie lässt sich für die Betriebssysteme<br />

iOS und Android kostenlos herunterladen. Durch die<br />

Verknüpfung mit dem Live-Service werden alle relevanten Daten<br />

der Maschinenkomponenten wie Füllstände, Drehzahlen, Betriebsstunden,<br />

Antriebe und Stromverbrauch auf dem Smartphone oder<br />

Tablet des Kunden angezeigt. So hat der zuständige Betriebs- oder<br />

S20 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>


01 02<br />

Werksleiter den Überblick über alle Funktionen der Anlage, kann<br />

sie überwachen und rechtzeitig eingreifen. Die Anwendung lässt<br />

sich auch ohne das Live-Service-Paket nutzen. So können Kunden<br />

bei Störungen im Betrieb sofort aktiv werden und unmittelbar<br />

einen Request auslösen. „Wir bieten auch Datenbrillen an. Ist ein<br />

Mitarbeiter vor Ort damit ausgestattet, kann ihm unser Service-<br />

Techniker alle relevanten Informationen ins Sichtfeld einblenden“,<br />

erklärt Claudy. Der Mitarbeiter hat beide Hände frei, um den<br />

Anweisungen des Experten zu folgen. Mit diesem Tool muss das<br />

Wartungspersonal auch seltener vor Ort sein. Das wirkt sich auf die<br />

Kosten und Geschwindigkeit aus.<br />

AUS ALT WIRD LEISTUNGSFÄHIGER<br />

Mit seinem Service unterstützt Vecoplan seine Kunden auch dabei,<br />

künftigen Leistungssteigerungen gerecht zu werden. Dafür unterziehen<br />

die Spezialisten bereits vorhandene Maschinen einem umfassenden<br />

Retrofit. Anwender profitieren anschließend von einer<br />

höheren Betriebssicherheit, sie können ihre Produktion und Prozesse<br />

verbessern oder auch Risiken minimieren. „Wir haben zum<br />

Beispiel für einen Kunden einen Nachzerkleinerer der Baureihe<br />

VAZ 2500 T so aufgerüstet, dass er den doppelten Durchsatz fährt<br />

und bei gleicher Antriebsleistung ein homogeneres Output-Material<br />

erzeugt“, beschreibt Claudy.<br />

Bei diesem Anwender handelt es sich um ein Unternehmen, das<br />

Industrieabfälle zu heizwertreichem Ersatzbrennstoff für Kraft-,<br />

Zement- und Kalkwerke aufbereitet. Die Materialqualität ließ sich<br />

durch minimierte Überlängen in der Nachzerkleinerung verbessern.<br />

Gleichzeitig wünschte der Kunde, die bisherige Leistung von<br />

4,5–5 t/h auf 8 t zu steigern. „Wir haben den U- durch einen W- Rotor<br />

ersetzt, der sich für dieses Material besser eignet. Bei diesem Projekt<br />

01 Über den sogenannten Live-Service können die Wartungstechniker<br />

auf die Steuerung oder auf das Bedienpult zugreifen und in Echtzeit<br />

Fehler analysieren, erkennen und beheben<br />

02 Setzt ein Mitarbeiter die Datenbrille vor Ort auf, kann ihm ein<br />

Service-Techniker alle relevanten Informationen ins Sichtfeld<br />

einblenden<br />

übernahmen wir die Gesamtplanung, das Projektmanagement,<br />

die Montage und Inbetriebnahme sowie den Leistungsnachweis“,<br />

sagt Claudy.<br />

SINNVOLLE OPTIONEN<br />

Vecoplan übernimmt zudem Service-Checks und führt alle Wartungsarbeiten<br />

durch. Die Mitarbeiter prüfen in regelmäßigen Abständen<br />

sämtliche Verschleiß- und Ersatzteile und kümmern sich<br />

um rechtzeitigen Nachschub. Anwender können sich zudem für die<br />

Option Maschinenbrandschutz entscheiden. Mit diesem Konzept<br />

werden mögliche Brandherde oder Zündquellen im Material<br />

während des Zerkleinerungsprozesses lokalisiert und mit automatischen<br />

Löschvorrichtungen rasch beseitigt. Doch welche Service-<br />

Option ist nun für welche Anwendung sinnvoll? „Wir kennen unsere<br />

Maschinen und die Aufgaben unserer Kunden“, sagt Markus<br />

Claudy. „Damit können wir die passende Service-Vereinbarung für<br />

den jeweiligen Einsatz sowie für eine sichere und maximale Betriebsdauer<br />

empfehlen.“<br />

Fotos: Vecoplan<br />

www.vecoplan.de<br />

Weil uns<br />

die Natur<br />

vertraut.<br />

Gefahrstofflagerung |Know-how |<br />

Arbeitsschutz |Industriebedarf |<br />

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Prozessmesstechnik<br />

WASSERSPENDER VERBESSERN DIE ÖKOBILANZ<br />

Alles aus einer Hand?<br />

Präzise MSR-Technik von AFRISO!<br />

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Grundwasserentnahme-<br />

Pumpensystem<br />

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• Pumpen zur Probenahme aus<br />

Grundwasserpegeln ab min. 2”<br />

• Betriebsspannung 12 V und 24 V<br />

Gleichspannung (KfZ-Batterie)<br />

• robuste Bauart, auswechselbarer<br />

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• auf Fördertiefen von 9 m bis 60 m<br />

abgestufte Systeme<br />

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Deutschland<br />

Telefon: + 49 (0) 3 60 82/4 36-0<br />

Fax: + 49 (0) 3 60 82/4 36-34<br />

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vielfältige Prozessanschlüsse,<br />

getestete<br />

Materialien passend für<br />

Ihren Einsatzfall<br />

AFRISO-EURO.indd 1 08.03.<strong>2019</strong> 10:36:06<br />

Wasserflaschen durch einen<br />

Wasserspender zu ersetzen, hilft<br />

nach Angaben von Brita dabei,<br />

Abfall zu vermeiden und die<br />

CO 2<br />

-Bilanz zu verbessern.<br />

Leitungsgebundene Wasserspender<br />

von Brita Vivreau amortisieren<br />

sich laut Hersteller meist<br />

schon innerhalb des ersten Jahres. Die laufenden Kosten für den<br />

Betrieb der Wasserspender sind hingegen gering, da der Preis für<br />

gefiltertes Leitungswasser nur wenige Cent pro Liter beträgt.<br />

Durch den Wegfall des Transports von Plastikflaschen verbessert<br />

sich die CO 2<br />

-Bilanz des Unternehmens.<br />

www.brita.de<br />

ABLUFTFILTER BESEITIGT GERÜCHE<br />

Üble Gerüche aus Produktion und Abwasseranlagen belasten<br />

nicht nur Beschäftigte, Anwohner und Natur, sondern aktivieren<br />

schnell auch das Umweltamt. Die aktuelle Generation des<br />

stationären Abluftfilters Coalsi Volumenmax schafft 2 820 m 3 /h<br />

und misst nur 131 × 131 cm<br />

bei 376 cm Standhöhe. Ein<br />

Stromanschluss reicht.<br />

Technologisch kombiniert der<br />

Hersteller physikalische,<br />

biologische und chemische<br />

Komponenten zu einem<br />

effizienten Reinigungssystem.<br />

Es saugt unangenehm<br />

riechende Atmosphären und Prozessgase selbsttätig an und<br />

schleust sie durch eine ausgeklügelte Filterkaskade. Ein zentrales<br />

Element ist der mächtige Aktivkohle-Adsorber mit rund 8 m 2<br />

Anströmfläche. Das austretende Reingas ist geruchlich unauffällig,<br />

die Leistung individuell einstellbar.<br />

Der Stromverbrauch ist selbst bei 100 % Lüfterleistung mit<br />

0,71 kW/h recht gering. Bei niedrigen Temperaturen schaltet sich<br />

eine selbstregulierende Heizung zu. Das frei platzierbare und mit<br />

weniger als 50 dB(A) leise System kann bedarfsgerecht oder im<br />

Dauerbetrieb laufen.<br />

www.fritzmeier.com<br />

AUFBEREITUNGSANLAGE REINIGT ÖLHALTIGES<br />

ABWASSER<br />

Die Vacudest XS Clearcat eignet sich für Unternehmen mit<br />

weniger als 300 m 3 ölhaltigem Abwasser pro Jahr, wie z. B.<br />

verbrauchten Kühlschmierstoffemulsionen oder Waschwasser<br />

aus der Teilereinigung. Die Anlage gibt es in zwei unterschiedlichen<br />

Größen: Die XS 200 Clearcat ist die kleinste Anlage der<br />

Baureihe und für bis zu 200 m 3 Abwasser pro Jahr geeignet. Die<br />

XS 300 Clearcat bereitet 300 m 3 Abwasser im Jahr auf.<br />

Das Clearcat-Modul ermöglicht laut Hersteller glasklares, nahezu<br />

ölfreies Destillat und erfüllt durch die<br />

hohe CSB-Reduktion auch strenge<br />

Anforderungen an die Qualität. Daher<br />

kann das Destillat noch häufiger im<br />

Produktionsprozess wiederverwendet<br />

werden. Sieben von zehn neuen<br />

Vacudest-Anlagen werden schon mit<br />

dem Clearcat-Modul ausgeliefert.<br />

www.h2o-de.com<br />

S22 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />

Comet.indd 1 08.04.<strong>2019</strong> 09:39:19


ENTWÄSSERN UND TROCKNEN VON<br />

KLÄRSCHLAMM<br />

Mit einer modernen Schlammbehandlungsanlage tätigt die<br />

Gemeinde Freystadt im Landkreis Neumarkt eine lohnende<br />

Investition. Pro Jahr und Einwohner fallen ca. 20 kg Feststoff an,<br />

in Freystadt sind das insgesamt 110 t Trockenmasse. Durch eine<br />

neue stationäre Entwässerung fällt das Filtratwasser nun verteilt<br />

über mehrere Monate an. Durch eine solare Klärschlammtrocknung<br />

wird die Entsorgungsmenge weiter reduziert. Die 7 700 m 3<br />

Dünnschlamm werden auf ca. 3 % Trockenrückstand eingedickt<br />

und anschließend<br />

zunächst auf 500 t<br />

entwässert. Die Solartrocknung<br />

reduziert<br />

die Schlammmenge auf<br />

180 t Trockengranulat.<br />

Aus dem Sammelbecken<br />

wird der Dünnschlamm<br />

im Sommer zu einer<br />

Huber Schneckenpresse Q-Press gepumpt. Durch eine Einmischung<br />

des Polymeres zur notwendigen Flockenbildung im<br />

Klärschlamm vor der Entwässerung ist selbst die lange Schlammleitung<br />

zwischen existierendem Sammelbecken und neu installiertem<br />

Entwässerungsgebäude von 300 m problemlos. Mit ca.<br />

24 % Trockenrückstand wird der Schlammkuchen dann von zwei<br />

Huber Transportschnecken Ro8 T ins Gewächshaus gefördert. Das<br />

Verfahren ist vollautomatisiert. Die anfallenden betrieblichen<br />

Aufgaben sind so gering, dass kein zusätzliches Personal als die<br />

vorhandene Stammbelegschaft benötigt wird.<br />

www.huber.de<br />

KORROSIONSSCHUTZ OHNE SÄUREN UND<br />

OHNE GIFTSTOFFE<br />

Neue Verfahren zur Korrosionsschutzbehandlung basieren auf<br />

den Wirkprinzipien des Phosphatierens bzw. Entzunderns. Sie<br />

kommen mit einem einzigen Bad aus. Entfetten, Beizen und<br />

Phosphatieren erfolgen in einem Arbeitsschritt. Dabei wird die<br />

korrosionsanfällige Oberfläche in<br />

eine schützende Eisenphosphatschicht<br />

umgewandelt.<br />

Das erlaubt den Aufbau von sehr<br />

kompakten Anlagen, und die<br />

Investitionen reduzieren sich auf<br />

25–30 % im Vergleich zu<br />

konventionellen Säureanlagen.<br />

Außerdem werden Energie und Kosten für die Spülwasseraufbereitung<br />

gespart. Auch im Vergleich zum Strahlen sind sowohl die<br />

Investitions- als auch die Betriebskosten sehr viel niedriger. Ein<br />

Grund dafür ist der geringe Personalaufwand und der minimale<br />

Bedarf an Verbrauchsmaterialien: Die Badflüssigkeit muss im<br />

Normalfall nur alle zwölf Monate gewechselt werden.<br />

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Umweltverträglichkeit der<br />

eigens für dieses Verfahren entwickelten Säure. Der Betreiber muss<br />

keine Genehmigung für den Anlagenbetrieb einholen und kann<br />

auf eine Absaugung verzichten, da keine korrosiven Dämpfe<br />

entstehen. Das Personal benötigt auch keine besondere Schutzausrüstung<br />

nach BG. So schonend das Verfahren gegenüber der<br />

Umwelt ist, so wirksam ist der Korrosionsschutz: Im Salzsprühtest<br />

nach DIN EN ISO 9227 werden Standzeiten von über 1 000 h ohne<br />

Korrosion der Bauteile erreicht.<br />

www.betenio.de<br />

RESSOURCENCHECK FÜR<br />

FERTIGUNGSVERFAHREN<br />

Durch das endabmessungsnahe Ur- und Umformen muss ein<br />

Bauteil im weiteren Produktionsverlauf nur noch unwesentlich<br />

bearbeitet werden. Zum endabmessungsnahen Urformen<br />

zählen beispielsweise Gieß- und additive Verfahren, wie etwa<br />

der 3-D-Druck. Eine Umstellung auf das endabmessungsnahe<br />

Ur- und Umformen kann dazu beitragen, das Bearbeitungsvolumen<br />

im Fertigungsprozess deutlich zu senken und dadurch<br />

Ressourcen einzusparen. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz<br />

(VDI ZRE) bietet einen neuen Ressourcencheck an, der kleine<br />

und mittlere Unternehmen (KMU) dazu anregen soll, die<br />

Effizienz ihrer Fertigungsprozesse<br />

zu überprüfen und<br />

gegebenenfalls anzupassen.<br />

Der neue Ressourcencheck<br />

orientiert sich an den<br />

individuellen Anforderungen<br />

des Unternehmens. Der<br />

Anwender beantwortet<br />

zuerst fünf Fragen. Es gilt<br />

herauszufinden, in welchen<br />

Bereichen des Fertigungsprozesses<br />

das Einsparpotenzial besonders groß ist. Die Antworten<br />

werden anschließend nach dem Ampelprinzip ausgewertet.<br />

Nach der Beantwortung der Fragen, bekommt der Anwender<br />

umfangreiche Checklisten und dazu passende Praxis-Beispiele<br />

präsentiert. Der Ressourcencheck zeigt Möglichkeiten, wie mit<br />

endabmessungsnaher Fertigung Abfälle vermieden werden<br />

können. Vor allem das Reduzieren der Ausschuss- und<br />

Nacharbeitsquote bietet großes Einsparpotenzial.<br />

www.ressource-deutschland.de<br />

Haben Sie IhreServicekosten im Griff?<br />

Vollautomatische Erkennung<br />

drohender Verstopfungen<br />

und Reduzierung der Serviceeinsätze.<br />

UnsereLösung: Die<br />

Abwasser-Tauchmotorpumpe<br />

Wilo-RexaSOLID-Q mit<br />

Nexos-Intelligenz<br />

www.wilo.de


SAUBERE LUFT OHNE WÄRMEVERLUST<br />

Wo geschweißt, geschliffen oder geschnitten wird, entstehen<br />

zwangsläufig gesundheitsgefährdende Rauche und Stäube. Diese<br />

sollen direkt und möglichst vollständig entfernt werden. Die<br />

stationäre Absaug- und Filteranlage vom Typ EcoCube entfernt<br />

luftgetragene<br />

Schadstoffe nicht nur<br />

punktgenau, sondern<br />

filtert die Schadstoffe<br />

aus der Luft und führt<br />

die gereinigte Luft bei<br />

Bedarf zurück.<br />

Die schadstoffhaltige<br />

Luft wird in die<br />

Filtersektion geführt.<br />

Hier lagern sich die<br />

Schadstoffpartikel an<br />

der Oberfläche der<br />

Nano-Filterpatronen<br />

mit einem Abscheidegrad<br />

von nahezu 100 % ab, bevor sie automatisch per Druckluftstoß<br />

gelöst und im Staubsammelbehälter gesammelt werden. Ein<br />

weiter Vorteil: Die Filteranlage ist – wie nahezu alle Geräte des<br />

Absauganlagenherstellers – vom Institut für Arbeitsschutz der<br />

Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung mit dem „W3“-Prüfsiegel<br />

für die höchste Schweißrauchabscheideklasse ausgezeichnet.<br />

Es besagt, dass selbst Rauch- und Staubpartikel von hochlegierten<br />

Stählen zu mehr als 99 % aus der Luft gefiltert werden<br />

und diese nach dem Reinigungsprozess wieder in den Arbeitsraum<br />

zurückgeführt werden darf.<br />

www.teka.eu<br />

MOBILE FILTER- UND ABSAUGANLAGEN<br />

In der Fertigungstechnik für die Metallbearbeitung entstehen<br />

u. a. schädliche Emissionen. Daher müssen entsprechende<br />

Absauganlagen mit passenden Filtersystemen ausgestattet sein.<br />

Das modulare Bauprinzip der Filteranlagen BF5 und BF10<br />

ermöglicht mit unterschiedlichen Filterkonzepten die individuelle<br />

Anpassung der Anlagen auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse.<br />

Je nach Prozess filtern die Anlagen<br />

jegliche Schadstoffe sicher aus der<br />

Luft. Bei der Absaugung strömt die<br />

Luft über das Erfassungselement<br />

und den Schlauch in die Anlage<br />

und durch die Filter. Schädliche<br />

Partikel bleiben daran haften.<br />

Lediglich saubere Luft durchdringt<br />

die Filter und kehrt wieder in den<br />

Raum zurück.<br />

Die Anlagen sind mit einem<br />

Kombi- oder Aktivkohlefilter<br />

ausgestattet. Beide Filtervarianten<br />

sind nach der Sättigung werkzeuglos<br />

austauschbar. Außerdem<br />

können die Anlagen beliebig mit einem Absaugarm oder anderen<br />

Erfassungselementen ausgestattet werden. Das kleinere Kompaktgerät<br />

BF5 eignet sich insbesondere bei geringen Mengen von<br />

Staub und Lötrauch. Beide Filteranlagen verfügen über die<br />

neuwertige Inspire-Steuerelektronik. Diese liefert Daten über die<br />

Filtersättigung, die Temperatur sowie die Drehzahl. Mit wenigen<br />

Tastendrücken können alle Parameter direkt an der Anlage<br />

eingestellt und Werte am Display abgelesen werden. Die Anlagen<br />

verfügen über Rollen, sodass die Geräte problemlos dort platziert<br />

werden können, wo sie benötigt werden.<br />

www.tbh.eu<br />

TAUCHMOTOR-RÜHRWERK VERMEIDET<br />

VERZOPFUNGEN<br />

Die Homa Pumpenfabrik GmbH hat<br />

mit dem Tauchmotor-Rührwerk der<br />

Baureihe HRS ein Produkt entwickelt,<br />

das die Widerstandsfähigkeit<br />

der Hydraulik gegen Faserteile in<br />

den Fokus stellt: Hierbei werden<br />

durch ein neues Propeller-Design<br />

Verzopfungen effektiv verhindert,<br />

womit eine gleichbleibende<br />

Leistung garantiert werden kann.<br />

Zudem wirkt die Edelstahl-Konstruktion<br />

gleichzeitig Korrosion und<br />

Verschleiß durch abrasive Bestandteile<br />

entgegen.<br />

Als direktangetriebene Schnellläufer<br />

erreichen die HRS-Rührwerke<br />

Schübe von 125 – 3 000 N bei<br />

Propellergrößen von 230 – 700 mm. Die Wellenabdichtung durch<br />

zwei Gleitringdichtungen (back to back) aus korrosionsbeständigem<br />

SiC/SiC (kombiniert mit zwei zusätzlichen Radial-Wellendichtringen)<br />

garantiert laut Hersteller den Schutz gegen eindringendes<br />

Medium und Feststoffe.<br />

HRS-Anlagen verfügen über einen modularen Aufbau, durch den<br />

sie sich je nach Anforderung an Quadratrohre mit einer Nenngröße<br />

von 60, 80 und 100 mm adaptieren lassen.<br />

www.homa-pumpen.de<br />

AUFARBEITUNG VON RÜCKLÄUFERMATERIA-<br />

LIEN IN DER KAUTSCHUKVERARBEITUNG<br />

Das TRP Reworker System basiert auf dem von UTH entwickelten<br />

Zwei-Walzen-Plastifizierer (TRP) mit integrierter Zahnradpumpe.<br />

Dieses neue Produkt beinhaltet eine Technologie, die die in der<br />

Kautschukverarbeitung bewährten Verfahren wie Brechen,<br />

Homogenisieren und Austragen in einem automatischen Prozess<br />

vereint. Der neue TRP Reworker wurde konstruiert, um unvulkanisierte<br />

Kautschukmaterialien schonend aufzuarbeiten und dieses<br />

Material dem Produktionsprozess wieder zurückzuführen. Dabei<br />

sind Durchsätze bis zu 2 500 kg/h pro Anlage möglich.<br />

www.uth-gmbh.com<br />

Wassernebel bindet Staub!<br />

Tunnelbau / Unter Tage<br />

Papier-Recycling<br />

Metallrecycling<br />

NEBOLEX Umwelttechnik GmbH<br />

Stahlwerke<br />

Steinbrüche<br />

Betonwerke<br />

<br />

+49 (0)6763<br />

960786<br />

Bauschuttrecycling<br />

Müllverbrennungsanlagen<br />

Hafenkräne Abbau von Kohle<br />

S24 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />

Nebolex.indd 1 15.04.<strong>2019</strong> 09:27:09

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