Verfahrenstechnik 5/2019
Verfahrenstechnik 5/2019
Verfahrenstechnik 5/2019
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19098<br />
5<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
Mai <strong>2019</strong><br />
Hart auf hart<br />
Werkstoffkombination ermöglicht ungewöhnlichen<br />
Einsatz von Zahnradpumpen<br />
Supplement Umwelttechnik<br />
Produktionsintegrierter<br />
Umweltschutz<br />
Top-Thema Drucklufttechnik<br />
Hohe Anlagenverfügbarkeit<br />
und Prozesssicherheit<br />
Durchflussmessung<br />
Eingriffsfreie<br />
Clamp-on-Ultraschalltechnik
EDITORIAL<br />
NEWSLETTER<br />
Gedrucktes<br />
Knorpel, Knochen, Muskelgewebe, Nieren und jetzt sogar ein Herz<br />
aus dem 3-D-Drucker – wird die Medizin tatsächlich irgendwann in<br />
der Lage sein, 3-D-gedruckte Organe anstelle von Spenderorganen<br />
zu transplantieren? Es gibt vielversprechende Ansätze, aber bis<br />
wirklich einsatzfähige Organe damit hergestellt werden können,<br />
dürfte es noch Jahre dauern. Viel weiter ist die additive Fertigung –<br />
sprich der 3-D-Druck – bei „Ersatzteilen“ für Ingenieure. Hier<br />
verarbeiten die Drucker bereits Kunststoffe, Keramik, Metall, Beton<br />
und Glas zu ganz individuellen und hoch spezialisierten Bauteilen.<br />
Sogar komplizierte Geometrien können mit dem Verfahren in einem<br />
Stück und ohne großen Aufwand konstruiert werden.<br />
In der Prozessindustrie werden die Vorteile der 3-D-Fertigung auch<br />
schon genutzt: Ein Hersteller von Laborprodukten fertigt beispielsweise<br />
die Metallkomponente eines Anschluss-Systems als komplette<br />
Einheit in einem 3-D-Metall-Drucker. Das spart viel Zeit und<br />
reduziert das Gewicht der Komponente deutlich. Auch Pumpen und<br />
Armaturen werden mittlerweile schon mit der additiven Fertigung<br />
produziert – geräuschlos und sehr sparsam bei Energie- und<br />
Materialeinsatz. Dabei geht es im Moment noch hauptsächlich<br />
darum, Ersatzteile in kürzester Zeit herzustellen.<br />
Der 3-D-Druck hat ein großes Potenzial, und es gibt viele neue<br />
Verfahren, die hoffen lassen, dass sich die Fertigungsmethode<br />
etablieren wird. Dann könnten sowohl Mediziner als auch<br />
Inge nieure ihre revolutionären, gedruckten „Bauteile“ bedenkenlos<br />
einsetzen.<br />
Der E-Mail-Service<br />
für Verfahrens ingenieure<br />
in der Prozessindustrie.<br />
Aktuelle und<br />
branchenüber greifende<br />
technische Informationen<br />
über Anlagen,<br />
Komponenten und<br />
Systeme.<br />
Eva Linder<br />
Chefredakteurin<br />
e.linder@vfmz.de<br />
IMMER<br />
AKTUELL<br />
INFORMIERT<br />
Jetzt<br />
kostenlos<br />
anmelden!<br />
http://bit.ly/News_VFV
INHALT<br />
10 26 32<br />
Abfüllung: Eine neue Big-Bag-Füllstation<br />
befüllt vollautomatisch und mannlos<br />
4-Schlaufen-Big-Bags<br />
Druckluft: Zukunftssichere Kältetrockner<br />
werden mit einem klimafreundlichen<br />
Kältemittel betrieben<br />
Messtechnik: Mit geführtem Radar lässt<br />
sich der Füllstand schnell und präzise<br />
bestimmen<br />
AKTUELLES<br />
5 Personen, Märkte, Unternehmen<br />
6 Seminare, Tagungen, Kurse<br />
8 Expertengespräch zum Thema Industrie 4.0<br />
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
10 Vollautomatische Big-Bag-Füllstation<br />
12 Vollständige Inline-Produktkontrolle mit Kontrollwaagen<br />
14 Produktinformationen<br />
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
16 TITEL Werkstoffkombination und technische Auslegung<br />
ermöglichen ungewöhnlichen Einsatz von Zahnradpumpen<br />
18 PTFE-Verbundkompensatoren in Entstaubungsanlagen<br />
20 Mit Condition Monitoring Störungen oder Ausfällen der<br />
Antriebstechnik entgegenwirken<br />
22 Produktinformationen<br />
TOP-THEMA DRUCKLUFTTECHNIK<br />
24 Öl- und keimfreie Druckluft durch umfassende<br />
Aufbereitung<br />
26 Probleme beim Einsatz von Kältemitteln in der<br />
Druckluftaufbereitung<br />
28 Produktinformationen<br />
RUBRIKEN<br />
3 Editorial<br />
40 Inserentenverzeichnis<br />
41 Impressum<br />
42 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />
43 Vorschau<br />
SUPPLEMENT UMWELTTECHNIK<br />
S2 Der Umweltbeauftragte<br />
S4 Was haben Textilien mit Umwelttechnik zu tun?<br />
S6 Traumballen für den Wertstoffkreislauf<br />
S10 Präzise Abstimmung führt zu kosteneffizienter<br />
Abgasreinigung<br />
S14 Leichter Einbau von Polymerbetonabscheidern<br />
S16 Industrielle Abwasserreinigung – unterirdisch gut<br />
S18 Verfügbarkeit in der Kreislaufwirtschaft sicherstellen<br />
S3 Produktinformationen<br />
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ANZEIGE<br />
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
30 Durchflussmessungen mit eingriffsfreier<br />
Clamp-on-Ultraschalltechnik<br />
32 Füllstandmessung im Zyklon einer Brauerei<br />
34 Digitale Signale einfach erfassen und sicher beherrschen<br />
36 Produktinformationen<br />
BETRIEBSTECHNIK<br />
38 Schutzanzüge für Mitarbeiter im Chemiewerk<br />
39 Produktinformationen<br />
TITELBILD<br />
Witte Pumps & Technology<br />
GmbH, Tornesch<br />
INNENTITEL<br />
HSM GmbH + Co. KG,<br />
Frickingen<br />
4 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
AKTUELLES<br />
Denios eröffnet Technikum<br />
Denios hat am Stammsitz in Bad Oeynhausen ein Technikum für den Geschäftsbereich Lufttechnik/Containment<br />
Systeme eröffnet. Dieses dient zum einen als Showroom für Kunden, um anhand<br />
einer breiten Auswahl funktionsfähiger Anlagen, vom Absaugarm bis hin zum begehbaren<br />
Freiarbeitsplatz, die unterschiedlichen Funktionsprinzipien zu verdeutlichen. Zum anderen können<br />
Kunden die Exponate aktiv für eigene Tests und Messungen nutzen. „Die Einrichtung des<br />
Technikums ist die konsequente Fortführung unserer internationalen Wachstumsstrategie im<br />
Bereich Containment. Der zuverlässige Personen-, Raum- und Produktschutz steht bei allen<br />
Entwicklungen stets im Vordergrund“, berichtet Sascha Mohe, verantwortlich für den Vertrieb und<br />
das Produktmanagement für den Geschäftsbereich Lufttechnik innerhalb der Denios Gruppe.<br />
www.denios.de<br />
Allianz für Industrie 4.0<br />
Auf der Hannover Messe haben Unternehmen aus Maschinenbau,<br />
Industrieautomatisierung und Software die Gründung der Open<br />
Industry 4.0 Alliance angekündigt. Sie wollen mit dieser Kooperation<br />
proprietäre Insellösungen überwinden und der digitalen Transformation<br />
der europäischen Industrie den entscheidenden<br />
Schub geben. Gründungsmitglieder<br />
sind die Firmen Beckhoff, Endress+Hauser,<br />
Hilscher, Ifm, Kuka, Multivac und SAP. Die<br />
Allianz steht grundsätzlich allen Unternehmen<br />
offen. So sind bspw. Balluff, Gebhardt,<br />
Pepperl+Fuchs, Schmidtsche Schack, Samson<br />
oder Wika bereits als Mitglieder der Allianz beigetreten.<br />
Sie alle verpflichten sich gegenseitig<br />
zur Schaffung eines standardisierten und offenen Ökosystems zum<br />
Betrieb hochautomatisierter Fabriken und verfahrenstechnischer<br />
Anlagen unter Einbindung von Logistik und Services. „Die offene<br />
Architektur der Open Industry 4.0 Alliance erfüllt alle Anforderungen<br />
der Prozessindustrie“, sagt Matthias Altendorf,<br />
CEO der Endress+Hauser Gruppe. „Sie baut auf<br />
Standards auf, sorgt für Transparenz über alle<br />
Geschäftsprozesse hinweg und garantiert die<br />
Integrität der Systeme. Damit können Betreiber<br />
von verfahrenstechnischen Anlagen das Potenzial<br />
der Industrie 4.0 heben.“<br />
www.openindustry4.com<br />
Treffen Sie uns in Hannover:<br />
LIGNA<br />
Halle 26, StandG24<br />
27.–31. Mai <strong>2019</strong><br />
PELLETIER-<br />
ANLAGEN<br />
FÜRDAS<br />
RECYCLING<br />
RECYCLING/ABFALLSTOFFE<br />
Kunststoffabfälle, Teppichreste,<br />
Holz-Kunststoffgemische, WPC,<br />
Hausmüll, Biomasse, Holz,<br />
Klär- und Industrieschlämme,<br />
Altreifenrecyclinganlagen mit<br />
Moulding<br />
AMANDUS KAHL GmbH &Co. KG<br />
Dieselstrasse 5–9 · 21465 Reinbek<br />
Hamburg, Germany<br />
+49 (0) 40 72 77 10<br />
info@akahl.de · akahl.de
AKTUELLES<br />
SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />
Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />
KURS Verfahrenstechn. Erfahrungsregeln bei<br />
der Auslegung von Apparaten und Anlagen<br />
13./14.05.19,<br />
Altdorf b. Nürnberg<br />
WEITERBILDUNG Art. 45 CLP-Verordnung 15./16.05.19,<br />
Köln<br />
SEMINAR Kühlturmhygiene gemäß VDI<br />
2047-2<br />
SEMINAR Mehrkanalmessgeräte für die<br />
Flüssigkeitsanalyse<br />
KURS Galvanik von A–Z: Der Weg durch das<br />
Rechtskataster<br />
22.05.19,<br />
Frankfurt a. M.<br />
22.05.19,<br />
Fulda<br />
22./23.05.19,<br />
Essen<br />
JAHRESTREFFEN Reaktionstechnik <strong>2019</strong> 27.–29.05.19,<br />
Würzburg<br />
SEMINAR Ähnlichkeitstheorie und Scale-up 03./04.06.19,<br />
Essen<br />
WORKSHOP Temperaturmessung 04.06.19,<br />
Berlin<br />
BASISKURS QM für LabormitarbeiterInnen 04./05.06.19,<br />
Saarbrücken<br />
MESSE MSR-Spezialmesse Nord 19.06.19,<br />
HH-Schnelsen<br />
ANWENDERSEMINAR Wasser und<br />
Abwasser<br />
27./28.06.19,<br />
Schiltach<br />
Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />
www.taw.de<br />
Chem-Academy, Tel. +41/71/677-8703,<br />
www.chem-academy.com<br />
Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />
www.umweltinstitut.de<br />
Jumo, Tel. 0661/6003-0,<br />
www.jumo.net<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Dechema, Tel. 069/7564-0,<br />
www.dechema.de<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Optris, Tel. 030/500197-0,<br />
www.optris.de<br />
Klinkner & Partner, Tel. 0681/98210-0,<br />
www.klinkner.de<br />
Meorga, Tel. 06838/8960035,<br />
www.meorga.de<br />
Vega, Tel. 07836/50-0,<br />
www.vega.com<br />
Labvolution: Auf dem Weg zum vernetzten Labor<br />
Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung das Labor? Was ist heute schon möglich? Was wird<br />
morgen möglich sein? – Mit diesen Fragen befasst sich die Labvolution – die europäische Fachmesse für<br />
innovative Laborausstattung und die Optimierung von Labor-Workflows – vom 21. bis 23. Mai in<br />
Hannover. Als solche zeigt sie die ganze Welt des Labors – von den<br />
Life Sciences bis zur analytischen Chemie. Dies umfasst Labortechnik<br />
und Laborinfrastruktur für Forschungs-, Analyse-, Produktions-<br />
und Ausbildungslabore aus den Anwenderbranchen Chemie,<br />
Pharma, Life Sciences, Umwelt, Lebensmittel- und Bioanalytik sowie<br />
Forschung und Entwicklung.<br />
www.labvolution.de<br />
Neuer Geschäftsführer<br />
für<br />
Endress+Hauser<br />
Der künftige Geschäftsführer<br />
der Endress+Hauser Messtechnik<br />
GmbH+Co. KG heißt Oliver<br />
K. Stöckl (Bild). Er löste zum<br />
1. April seinen Vorgänger Günther<br />
Lukassen ab, der Ende Mai<br />
<strong>2019</strong> in den Ruhestand wechseln<br />
wird. Stöckl ist mit der Entwicklung<br />
neuer Geschäftsfelder<br />
vertraut und hat bereits mehrmals<br />
die Veränderung eines<br />
Unternehmens hin zu einem<br />
Lösungsanbieter vorangetrieben.<br />
„Die Digitalisierung nimmt<br />
in der Prozessindustrie derzeit<br />
so richtig Fahrt auf. Mein Ziel ist<br />
es, dass Endress+Hauser die<br />
Digitalisierung auch weiterhin<br />
als Innovator maßgeblich voranbringt“,<br />
freut sich Stöckl auf<br />
seine neue Aufgabe.<br />
www.de.endress.com<br />
EFFIZIENT GEMACHT<br />
RESSOURCEN SCHONEN,<br />
KOSTEN SENKEN, UMWELT SCHÜTZEN<br />
Ihr unternehmerischer Erfolg ist unser Ziel. Als<br />
Landesagentur vernetzen wir Wirtschaft, Wissenschaft<br />
und Politik. Wir initiieren zukunftsweisende Projekte,<br />
horchen weltweit in die Märkte, ebnen neuen grünen<br />
www.umwelttechnik-bw.de<br />
Technologien den Weg und leisten Wissenstransfer.<br />
Ressourcen zu schonen, Material im Kreislauf zu<br />
führen, Energie effizient zu nutzen sind unsere Themen.<br />
Wir unterstützen Sie dabei,<br />
ressourceneffiziente Wege zu gehen.<br />
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6 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
100 Jahre Kaeser<br />
Kompressoren<br />
In diesem Jahr feiert die Firma<br />
Kaeser Kompressoren ihr<br />
100-jähriges Bestehen. Als Maschinenbauwerkstatt<br />
im Jahr<br />
1919 von Carl Kaeser Senior in<br />
Coburg gegründet, hat sich das<br />
Unternehmen zu einem weltweit<br />
erfolgreichen Kompressoren-Hersteller<br />
und Druckluft-Systemanbieter entwickelt. Alles begann<br />
mit der Produktion von Zahnrädern und der Überholung von<br />
Automotoren. 1948 traf das Unternehmen die Entscheidung, Kolbenkompressoren<br />
in das Produktprogramm aufzunehmen. Der<br />
erste Meilenstein war gesetzt, weitere folgten mit der Entwicklung<br />
der Kaeser Schraubenkompressoren mit Sigma Profil Anfang der<br />
70-er-Jahre, der Inbetriebnahme der modernsten deutschen Kältetrocknerproduktion<br />
in Gera im Jahr 1994 und der Einführung der<br />
Kompressor-Steuerung Sigma Control um die Jahrtausendwende.<br />
Mit dem Start des Druckluft-Managementsystems Sigma Air Manager<br />
4.0 im Jahr 2001 war der Weg für Industrie 4.0 geebnet. Heute<br />
arbeiten über 6 000 Menschen weltweit bei Kaeser Kompressoren.<br />
Das Unternehmen ist mit eigenen Tochtergesellschaften und exklusiven<br />
Vertriebspartnern in über 100 Ländern präsent.<br />
UNSER ENGINEERINGIST<br />
IHRE SYSTEMLÖSUNG<br />
Kurze Lieferzeiten<br />
Made in Germany<br />
ISO 9001<br />
www.kaeser.com<br />
Siccadania eröffnet Büros in Deutschland<br />
Das dänische Unternehmen Siccadania A/S liefert Verdampfungsund<br />
Trocknungslösungen und hat vor Kurzem in Deutschland<br />
Büros für die deutsche Niederlassung Siccadania<br />
GmbH eröffnet. Der Fokus des Unternehmens liegt<br />
im Bereich Service und Aftermarket – das umfasst<br />
die Optimierung von Prozessen und das Umbauen<br />
und Ertüchtigen von Bestandsanlagen. Im Büro<br />
Essen wurde zusätzlich ein Technologiezentrum<br />
für Schlauchfilter eingerichtet. Ein Expertenteam<br />
entwickelt und vertreibt hier spezielle Schlauchfilter<br />
für die Lebensmittel- und Chemiebranche.<br />
www.siccadania.com<br />
MSR-Spezialmesse in Hamburg<br />
Die Meorga veranstaltet am 19. Juni <strong>2019</strong> in der Messe in Hamburg-<br />
Schnelsen eine regionale Spezialmesse für Mess-, Steuerungs- und<br />
Regeltechnik, Prozessleitsysteme und Automatisierungstechnik.<br />
150 Fachfirmen zeigen dort Geräte und Systeme, Engineering- und<br />
Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich der Automatisierung.<br />
36 begleitende Fachvorträge informieren den Besucher<br />
umfassend. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger,<br />
die in ihren Unternehmen<br />
für die Optimierung der<br />
Geschäfts- und Produktionsprozesse<br />
entlang der gesamten<br />
Wertschöpfungskette verantwortlich<br />
sind. Der Eintritt zur<br />
Messe und die Teilnahme an den<br />
Fachvorträgen sind kostenlos.<br />
Multikupplu pplungplung<br />
Dieideale Schnittstelle.Eine individuell zusammenstellbare<br />
Mehrfachkupplung,die unterschiedliche Betriebsmedien in<br />
einer Schnittstelle zusammenfasst. DasProdukt istrobust,<br />
extrem zuverlässig undleicht zu bedienen.<br />
•Gleichzeitiges, schnelles Kuppeln vonbis zu 20 Anschlüssen<br />
•Kombinationvon Kupplungstypen und-größen<br />
•Individuelle Kundenausführungenmöglich<br />
www.gather-industrie.de ·kupplung@gather-industrie.de ·+49 205889381-23<br />
www.meorga.de<br />
Pumpentechnik · Dosiertechnik · Kupplungstechnik
AKTUELLES<br />
111. O+P-Gespräche<br />
Die Zeitschrift O+P Fluidtechnik hat<br />
führende Köpfe aus Hydraulik und<br />
Pneumatik, aus der Automatisierung,<br />
aber auch aus der Software-Branche<br />
im Rahmen der „Mainzer Experten-<br />
Gespräche – Technologie“ zu den<br />
111. O+P-Gesprächen eingeladen.<br />
Mensch und Digitalisierung<br />
Expertengespräch zum Thema Industrie 4.0<br />
Vor Kurzem kamen Experten<br />
führender Unternehmen aus<br />
Maschinenbau, Zulieferung und<br />
Software zum ersten Mainzer<br />
Expertengespräch bei den<br />
Vereinigten Fachverlagen<br />
zusammen. Diskutiert wurde über<br />
das Thema Industrie 4.0 und vor<br />
allem über die Rolle der<br />
Mitarbeiter. Wir stellen ein paar<br />
Ergebnisse des Gesprächs vor, die<br />
auch für die Prozessindustrie<br />
relevant sein könnten.<br />
Das Thema Industrie 4.0 ist in aller<br />
Munde, aber es wird sehr unterschiedlich<br />
mit Leben gefüllt. Für die einen geht es<br />
um Vernetzung, um Kommunikationssysteme<br />
und um Datennutzung. Andere stellen<br />
die Steigerung der Produktivität und die<br />
Flexibilität in den Vordergrund. Das Stichwort<br />
Predictive Maintenance wird immer<br />
wieder genannt, ganz wichtige Aspekte für<br />
die Unternehmen sind gemeinsame Initiativen<br />
der Hersteller und offene Standards.<br />
Aber es kommen auch Fragen auf, wie „Was<br />
mache ich denn jetzt mit den Ergebnissen,<br />
und wie füge ich diese in meine Prozesse<br />
ein? Einig sind sich alle darin, dass es beim<br />
Thema Industrie 4.0 jetzt um die eigentliche<br />
Kernarbeit geht: Wo packen wir an und wie<br />
verbessern wir konkret die Produktivität,<br />
wo können wir Ersparnisse generieren, und<br />
vor allem: Wie nehmen wir unsere Mitarbeiter<br />
mit in diese digitale Welt? Haben<br />
wir die richtigen Leute? Sind sie entsprechend<br />
ausgebildet?<br />
Mitarbeiter begeistern …<br />
Klar ist allen Beteiligten, dass mehr getan<br />
werden muss, um die benötigten Fachkräfte<br />
auszubilden und vor allem auch, um sie in<br />
den Unternehmen zu halten. Im eigenen<br />
Unternehmen sei es manchmal schwierig,<br />
das Kaninchenkasten-Denken aufzubrechen,<br />
in dem jeder Mitarbeiter in seinem<br />
kleinen Büro sitzt und keiner mit dem<br />
anderen spricht. Hier muss an modernen<br />
Arbeitsumfeldern gearbeitet werden, die es<br />
ermöglichen, das im Unternehmen vorhandene<br />
Know-how besser zu nutzen.<br />
Den Mittelstand beschäftigt die Frage,<br />
wie sich der aktuelle Mitarbeiterstamm im<br />
Umgang mit der Digitalisierung weiterentwickelt.<br />
Menschen, die vor zwanzig Jahren<br />
als Maschinenbauer angefangen haben<br />
und jetzt feststellen, dass sie auf einmal<br />
programmieren sollen. Die Studierenden<br />
wissen, dass dies von ihnen verlangt wird<br />
und werden entsprechend ausgebildet – die<br />
Absolventen, die jetzt ins Berufsleben<br />
eintreten, werden in fünf bis zehn Jahren<br />
sicherlich Führungsaufgaben übernehmen.<br />
Aber bis dahin müssen die bestehenden<br />
Mitarbeiter geschult werden, denn in<br />
diesem Zeitfenster entscheidet sich der<br />
Wettbewerb mit China und den USA.<br />
Fakt ist, die Mitarbeiter müssen für die<br />
Herausforderungen der Zukunft begeistert<br />
werden. Das ist ein ganz zentraler Punkt für<br />
jedes Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung<br />
befasst. Heutzutage lasse sich kein<br />
Produktmanager mehr damit motivieren,<br />
dass man ihn in eine Abteilung setzt und<br />
still etwas ausarbeiten lässt. Die Leute wollen<br />
etwas entscheiden und bewegen. Ein<br />
zentraler Aspekt ist, denen, die das Wissen<br />
haben, Entscheidungskompetenz zu geben.<br />
… und einbeziehen<br />
Die Mitarbeiter sollen selber überlegen,<br />
was digitale Transformation in Bezug auf<br />
die eigene Arbeit bedeutet. Ganz generell<br />
ist es wichtig, dass innerhalb einer Organisation<br />
Veränderung als etwas Positives<br />
wahrgenommen wird und nicht als Bedrohung.<br />
Es müssen Freiräume geschaffen<br />
werden, um Dinge auszuprobieren, dann<br />
entstehen Ideen. Wenn man diese Atmosphäre<br />
schafft, ist man auf einem guten<br />
Weg – und Mitarbeiter kurz vor der Rente<br />
sind dann auch genauso innovativ wie<br />
Berufsanfänger.<br />
Für jedes Unternehmen sieht der Wandel<br />
anders aus. Und es gibt ja auch nicht nur<br />
die Enthusiasten, es gibt auch Mitarbeiter,<br />
die wollen gar nicht entscheiden. Die<br />
fühlen sich in den klassischen Strukturen<br />
und mit ihren Aufgaben wohl, und wollen<br />
auf keinen Fall etwas daran ändern. Und<br />
auch das ist in Ordnung – aber man muss<br />
es eben verstehen, akzeptieren und bedenken,<br />
wenn man die eigene Transformation<br />
vorantreibt. z<br />
8 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
AKTUELLES<br />
KSB wächst weiter<br />
Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB hat im Geschäftsjahr seinen Wachstumskurs fortgesetzt.<br />
Der Umsatz ist 2018 um 41 Mio. EUR auf 2 245,9 Mio. EUR gestiegen. Ohne Währungseinflüsse<br />
hätte das Wachstum mit einem Plus von 6 bzw. 6,1 % deutlich höher und im Rahmen<br />
der Erwartungen gelegen. Das Ergebnis (EBIT) lag mit 74,7 Mio. EUR deutlich unter dem des Vorjahres.<br />
Hier haben sich die bereits zum Halbjahr angekündigten Rückstellungen für ein Großprojekt<br />
in Großbritannien sowie Sonderabschreibungen negativ auf das Ergebnis ausgewirkt.<br />
Größtes Segment ist nach wie vor Pumpen mit einem Auftragseingang von 1 506,2 Mio. EUR. Im<br />
Segment Armaturen betrug der Auftragseingang 355,6 Mio. EUR und im Segment Service, das im<br />
Geschäftsjahr mit der Einführung der Marke KSB SupremeServ künftig deutlich mehr Gewicht<br />
bekommen wird, betrug der Auftragseingang 441,7 Mio. EUR.<br />
www.ksb.com<br />
Powtech überzeugt mit anspruchsvollem<br />
Vortragsprogramm<br />
Die Powtech überzeugte auch in diesem Jahr wieder als internationale<br />
Leitmesse der Pulver- und Schüttgut-Industrien. An drei Tagen<br />
konnten rund 140 000 Besucher ein erstklassiges Messeprogramm<br />
erleben. 824 Aussteller aus 35 Ländern präsentierten in sechs<br />
Hallen am Messegelände Nürnberg ihre Innovationen. Zahlreiche<br />
Vorträge in den Fachforen mit Fokus auf Chemie, Food und Pharma<br />
vermittelten neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. „Wir hatten<br />
uns zum Ziel gesetzt, mit einer qualitativ hochwertigen Aus stellung,<br />
neuen Ansätzen und einem vielseitigen, fachlich anspruchsvollen<br />
Vortragsprogramm mit<br />
Fortbildungscharakter<br />
zu überzeugen. Und<br />
genau das ist uns – so<br />
habe ich es aus vielen<br />
Rückmeldungen vernommen<br />
– gelungen“,<br />
zieht Beate Fischer, Leiterin<br />
der Powtech, Fazit.<br />
Neueste Erkenntnisse<br />
und vertieftes Spezialwissen<br />
aus den Bereichen Food, Pharma und Chemie wurden in<br />
den beiden Fachforen vermittelt. Pharmavertreter hatten die<br />
Chance, im englischsprachigen Programm des Forums Pharma.<br />
Manufacturing.Excellence – koordiniert von der Arbeitsgemeinschaft<br />
für pharmazeutische <strong>Verfahrenstechnik</strong> (APV) – mehr zur<br />
Herstellung von pharmazeutischen Hilfsstoffen, Tabletting, Coating<br />
und Continuous Manufacturing zu erfahren. Ergänzt wurden die<br />
Vorträge und Table Top-Ausstellungen durch entsprechende<br />
Guided Tours, die von der Redaktion VERFAHRENSTECHNIK organisiert<br />
und durchgeführt wurden. Die Besucher ließen sich an den<br />
Ständen der Firmen Ystral, Gea, Bosch, Glatt, Fette, Romaco und<br />
Kinematica Lösungen für die Pharma-Prozesstechnologie zeigen.<br />
Auch der Partec Kongress für Partikeltechnologie glänzte mit mehr<br />
als 500 Teilnehmern aus 30 Ländern. Der Networking Campus kam<br />
als neues Konzept für Unternehmer und Wissenschaftler besonders<br />
gut an und galt mit seinem interaktiven Programm als echtes Highlight.<br />
Die nächste Powtech findet wieder vom 29. September bis<br />
1. Oktober 2020 im Messezentrum Nürnberg statt.<br />
Hesch veranstaltet Branchentreff<br />
„All around filtration“<br />
Am 6. Juni findet der Branchentreff „All around filtration“ der Firma<br />
Hesch in Hamburg statt. Experten aus der Automatisierungs- und<br />
Filtertechnik befassen sich dort mit den Trend-Themen Industrie<br />
4.0 und IoT, Heißgasfiltration<br />
sowie digitale Transformation. Anmeldungen<br />
zur kostenlosen Veranstaltung<br />
sind noch möglich unter<br />
www.all-around-filtration.de.<br />
www.hesch.de<br />
anz-90-130-vfm_Layout 1 18.02.18 14:00 Seite 1<br />
www.powtech.de<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
www.ruwac.de<br />
05226-9830-0<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 9<br />
Ruwac.indd 1 12.03.2018 15:56:13
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Komplexes Zusammenspiel<br />
Vollautomatische Big-Bag-Füllstation<br />
Eine neue Big-Bag-Füllstation<br />
befüllt vollautomatisch und<br />
mannlos 4-Schlaufen-Big-Bags.<br />
Unter Berücksichtigung minimaler<br />
Sonderkonfigurationen kann<br />
nahezu jeder Big-Bag über dieses<br />
System befüllt werden.<br />
Autor: Patrick Zirwes, Key Account Management,<br />
Emde Technologies GmbH, Nassau<br />
xeren Anlagen mit gravimetrischer/eichfähiger<br />
Verwiegung für verkaufsfertige Gebinde<br />
mit hohen Durchsatzleistungen.<br />
Dabei wurde der Automatisierungsgrad<br />
im Hinblick auf die Palettenhandhabung,<br />
den automatischen Dosier- und Wiegeprozess<br />
sowie weiterer Handhabungshilfen<br />
für den Bediener stetig weiterentwickelt.<br />
Dennoch ist das Handling einzelner Big-<br />
Bags sehr zeitintensiv. Bisher werden einzeln<br />
konfektionierte Big-Bags mit vier<br />
Tragschlaufen von einem Bediener in die<br />
Füllstation eingehängt und nach dem<br />
Füllvorgang manuell verschlossen. Dies<br />
bindet hohe Ressourcen. Häufig sind Verpackungslinien<br />
ein Engpass in kontinuierlichen<br />
Produktionsprozessen. Eine Zwischenlagerung<br />
großer Produktmengen ist<br />
sehr kosten- und raumintensiv.<br />
Zuverlässiger Dauerbetrieb<br />
Aus diesem Grund wird eine „Online“-Verpackung<br />
des Produktionsausstoßes direkt<br />
in Endverbraucher-Gebinde hinein immer<br />
stärker verfolgt. Sehr robuste und zuverläs-<br />
Ein Kernprodukt des Bereichs Schüttguttechnik<br />
ist das Big-Bag-Handling, das<br />
sich in den letzten Jahren rasant entwickelt<br />
hat, denn der Big-Bag hat sich als äußerst<br />
flexibel einsetzbares Packmittel für Schüttgüter<br />
in allen Branchen bewährt. Emde<br />
baut seit mehreren Jahrzehnten Big-Bag-<br />
Füllanlagen, angefangen von einfachen<br />
Anlagen mit volumetrischer Befüllung und<br />
geringen Füllleistungen bis hin zu komplesig<br />
im Dauerbetrieb arbeitende Anlagen<br />
sind die Voraussetzung zur Ermöglichung<br />
einer solchen Betriebsweise. Dank moderner<br />
Überwachungstechnik mit Webcams<br />
und einem direkten Zugriff auf die Steuerung<br />
mittels Fernwartungsmodem ist ein<br />
schneller Service selbst über größte Distanzen<br />
hinweg sichergestellt.<br />
Die Kundenwünsche nach Big-Bag-Füllanlagen<br />
mit Höchstleistungen als auch die<br />
Anforderungen an einen maximalen Automatisierungsgrad<br />
nehmen ständig zu. Dies<br />
alles hat Emde als Ansporn genommen und<br />
die Entwicklung von Füllstationen konsequent<br />
vorangetrieben und nun als Weltneuheit<br />
die vollautomatische Big-Bag-Füllanlage<br />
für die Befüllung von 4-Schlaufen-Big-Bags<br />
auf den Markt gebracht. Die vollautomatische<br />
Anlage basiert auf den bereits bekannten<br />
halbautomatischen Anlagen von Emde,<br />
ergänzt durch eine Robotergreifeinheit zum<br />
Erkennen und Aufnehmen der Big-Bags,<br />
einem automatischen Verschlusssystem<br />
zum Verschließen der Big-Bags nach der<br />
Befüllung sowie weiterer kleiner Anpassungen<br />
an der eigentlichen Füllstation.
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
01 Nach erfolgreicher Aufnahme des Big-Bags erfolgt eine Übergabe<br />
in die Füllstation, wobei hier die Schlaufen formschlüssig auf<br />
Lasthaken aufgefädelt werden<br />
02 Durch visuelle Sensoren und neuartige Greifer kann der Roboter<br />
Big-Bags automatisch aufnehmen und einhängen<br />
Die Anlagenplanung, die Fertigung aller<br />
Anlagenkomponenten als auch der Steuerungsbau<br />
werden von Emde in Eigenleistung<br />
erbracht. Natürlich gehört hierzu auch<br />
die Montageleistung vor Ort mit der anschließenden<br />
Inbetriebnahme und Bedienerschulung.<br />
Das entsprechende Fachpersonal<br />
stellt diesen Service weltweit sicher.<br />
Fünf Schritte<br />
„Neben einem hohen Durchsatz lassen sich auch<br />
toxische Stoffe ohne Bedienpersonal sicher abfüllen.“<br />
Doch wie funktioniert eine solche Anlage?<br />
Prozessschritte visueller und haptischer<br />
Natur, die uns Menschen von Geburt an gegeben<br />
sind, müssen einer robotergestützten<br />
Arbeitsweise anwendungsorientiert implementiert<br />
werden. Dazu gehören spezielle<br />
visuelle Sensoren und exklusiv entwickelte<br />
Greifer sowie die entsprechende programmtechnische<br />
Einbindung dieser Komponenten.<br />
All dies ergibt im Zusammenspiel<br />
einen extrem komplexen Ablauf, der<br />
letztlich das Aufnehmen und Einhängen<br />
der Big-Bags für den Bediener übernimmt.<br />
Der Ablauf dieser Anlage gliedert sich in<br />
fünf wesentliche Schritte:<br />
n Das Robotergreifsystem erkennt mittels<br />
spezieller Sensoren die Lage und Position<br />
der Big-Bag-Schlaufen, errechnet deren<br />
Koordinaten und nimmt diese zielgerichtet<br />
auf. Der Roboter greift dabei in die<br />
Schlaufe hinein, wie es auch ein Bediener<br />
machen würde. Der Zustand bzw. die Anwesenheit<br />
der Schlaufen im Robotergreifsystem<br />
wird dabei permanent überwacht<br />
und bei Verlust einer Schlaufe wird der<br />
Big-Bag sicher ausgeschleust und ein<br />
neuer Big-Bag wird gegriffen. Dadurch<br />
bleibt ein vollautomatischer Betrieb ohne<br />
Bedienereingriff gewährleistet, selbst<br />
wenn ein Big-Bag nicht richtig gegriffen<br />
werden kann.<br />
n Nach erfolgreicher Aufnahme des Big-<br />
Bags erfolgt eine Übergabe in die Füllstation,<br />
wobei hier die Schlaufen formschlüssig<br />
auf Lasthaken aufgefädelt werden.<br />
Das heißt, der Big-Bag hängt sicher<br />
an den Lasthaken und kann sich bei der<br />
Füllung ausnivellieren, was die Standsicherheit<br />
entsprechend erhöht. Auch hierbei<br />
erfolgt eine permanente Kontrolle der<br />
Schlaufenanwesenheit in den Lasthaken.<br />
n Hängt der Big-Bag sicher an den Lasthaken<br />
wird anschließend das Füllrohr mit<br />
dem Big-Bag verbunden, bevor die eigentliche<br />
Befüllung startet. Zur Befüllung gibt<br />
es grundsätzlich zwei Varianten, eine<br />
gravimetrische oder eine volumetrische<br />
Befüllung, abhängig von der geforderten<br />
Füllleistung und Füllgenauigkeit.<br />
n Sobald der Big-Bag fertig gefüllt ist, wird<br />
die Verschlusseinheit aktiviert und der<br />
Big-Bag wird verschlossen. Danach erfolgt<br />
ggf. noch eine weitere Komprimierung<br />
des Big-Bags mittels Pressplatte, um<br />
die Standsicherheit zu erhöhen.<br />
n Zum Abschluss wird der Big-Bag auf eine<br />
Staurollenbahn transportiert und die Anlage<br />
ist wieder bereit zur Aufnahme eines<br />
neuen, leeren und zu füllenden Big-Bag.<br />
Selbstverständlich kann die Anlage auch<br />
noch um weitere Peripheriegeräte wie<br />
Etikettendrucker, Haubenstretcher, Folienwickler,<br />
Probennehmer usw. ergänzt<br />
werden. Ebenso ist eine Anbindung an<br />
ein fahrerloses Transportsystem (FTS)<br />
machbar und ermöglicht somit auch die<br />
Automatisierung des nachgeschalteten<br />
Logistikprozesses.<br />
Flexibles System<br />
Die Anwendungsbereiche solcher Anlagen<br />
können dabei verschiedener nicht sein.<br />
Zum einen sind es die Kunden, die eine<br />
große Stückzahl an Gebinden abfüllen<br />
wollen, zum anderen sind diese Systeme<br />
aber auch bei kleinen Stückzahlen im<br />
kontinuierlichen Betrieb durchaus wirtschaftlich<br />
zu betreiben, da entsprechendes<br />
Personal im Schichtdienst eingespart werden<br />
kann.<br />
Aber auch der Einsatz solcher Systeme<br />
zur Abfüllung gesundheitsgefährdender<br />
und toxischer Stoffe in einer gekapselten<br />
Atmosphäre ohne ständig anwesendes Bedienpersonal<br />
ist ein interessanter Ansatz<br />
für potenzielle Kunden. Im Gegensatz dazu<br />
kommt auch ein Einsatz einer vollautomatischen<br />
Anlage bei sensiblen und hochreinen<br />
Schüttgütern in Betracht, um Verunreinigungen<br />
durch Bediener zu vermeiden.<br />
Fotos: Emde<br />
www.emde.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 11
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Kein Gramm<br />
zu wenig<br />
Vollständige Inline-Produktkontrolle<br />
mit Kontrollwaagen<br />
Die Kontrollwaagen bei einem<br />
Hersteller für Hotelkosmetik<br />
erfüllen hinsichtlich Steuerung,<br />
Mechanik und Inline-Sicherheit<br />
hohe Ansprüche. Sie sind mit einer<br />
Datenmanagementlösung<br />
untereinander vernetzt, die einen<br />
bidirektionalen Zugriff auf alle<br />
angeschlossenen Waagen erlaubt.<br />
ADA Cosmetics International GmbH in<br />
Kehl fertigt Hotelkosmetik. Lückenlos<br />
überwachte Herstellungsprozesse von Flakons,<br />
Tiegel und Tuben sichern die Qualität<br />
der Produkte. Eine wichtige Rolle spielen<br />
hierbei Kontrollwaagen von Typ HC-A von<br />
Wipotec-OCS, denn sie übernehmen eine<br />
100%ige Produktkontrolle: Jeder einzelne<br />
Artikel wird vor der Auslieferung einer präzisen<br />
Gewichtskontrolle unterzogen. Auf<br />
diese Weise wird sichergestellt, dass Kosmetika<br />
vollständig befüllt bzw. der Herstellungsprozess<br />
für jedes Einzelprodukt fehlerfrei<br />
abgeschlossen wurde.<br />
Autorin: Lisa Grün, Product Marketing/Marcom<br />
Specialist, Wipotec GmbH, Kaiserslautern<br />
Was vorher nur mittels Stichproben überprüfbar<br />
war, übernehmen heute bei ADA<br />
Cosmetics Kontrollwaagen direkt im Anschluss<br />
an den Herstellungsprozess. Das<br />
Besondere an der Art des Wiegens ist die<br />
Tatsache, dass die Kontrollwaagen auch in<br />
die Produkttransportsysteme selbst integriert<br />
wurden (und umgekehrt).<br />
Verzahntes System<br />
Artikel passieren die einzelnen Produktionsabschnitte<br />
in einem für sie optimierten<br />
Transportsystem, bestehend aus Transportbehältern,<br />
die jeweils einen Artikel aufnehmen.<br />
Dabei besteht das Transportsystem<br />
einer Linie aus einer größeren Anzahl (bis<br />
zu 500) auf Transportbändern zwischen<br />
Linienbeginn und Linienende umlaufender<br />
Behälter, die nach dem Durchlaufen der<br />
Linie und Entnahme der Artikel wieder an<br />
den Linienanfang zurückkehren, um hier<br />
neue Produkte aufzunehmen.<br />
Herstellungstechnisch gesehen hat das<br />
den Vorteil, dass der Produkttransport trotz<br />
eingeschränkter Standfestigkeit der Einzelprodukte<br />
mit maximaler Geschwindigkeit<br />
geschehen kann. Packs, die die Produkte<br />
durch eine Aussparung an der Oberseite<br />
teilweise in sich aufnehmen, halten dabei<br />
die Artikel bei ihrem Transport entlang der<br />
Produktionslinie zuverlässig an ihrer Position,<br />
was eine sichere Produktführung über<br />
die gesamte Linie bedeutet. Es können so<br />
bis zu 90 000 Artikel je Schicht produziert<br />
und diese zu 100 % auf Einzelartikelbasis<br />
kontrolliert werden.<br />
Dynamisches Wiegen<br />
Die Integration der Waagen in die Transportsysteme<br />
der Produktionslinien hat neben der<br />
besseren Produktkontrolle noch weitere Vorteile:<br />
In den Kontrollwaagen und deren Zuführsysteme<br />
gibt es keine Formatteile, da die<br />
Produkte während ihres Transports über die<br />
Waagen weder geführt, noch gehalten oder<br />
stabilisiert werden müssen. Daher finden<br />
sich in ihnen auch keine Verschleißteile mit<br />
Ausnahme der Transportbänder, mit denen<br />
die Packs transportiert werden.<br />
Um den für einen korrekten Wiegeprozess<br />
erforderlichen Produktabstand sicherzustellen,<br />
gibt es unterschiedliche Lösungen.<br />
In einigen Produktlinien bringen vorgeschaltete<br />
Systeme die Produkte bereits auf<br />
den richtigen Abstand. In anderen Fällen<br />
gibt es eingangsseitig eine Staustrecke, und<br />
ein Sternrad sorgt für die richtige Distanz.<br />
In anderen Linien zieht eine Schnecke die<br />
Artikel auf den richtigen Abstand.<br />
Präzise Ergebnisse<br />
Die meisten Artikel der Kosmetiklinien von<br />
ADA Cosmetics sind produktionstechnisch<br />
schwierig zu handhaben, weil sie nicht sauber<br />
stau- oder standfähig sind. Es liegt also<br />
12 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
01 Kontrollwaage mit einteiligen,<br />
RFID-bestückten Projektträgern für den<br />
Produkttransport<br />
02 Nicki Eberle (links), Leiter technische<br />
Projekte & Instandhaltung bei ADA Cosmetics<br />
International GmbH, und Matthias Hofer,<br />
Area Sales Manager Wipotec-OCS GmbH<br />
nahe, sie mittels Objektträgern im „Pack“ zu<br />
fahren, d. h. die Einzelprodukte erreichen<br />
die klassischen Stationen wie Füllen, Verschließen<br />
und Endverpackung in ihren<br />
Transportpacks. Für die Kontrollwaagen<br />
bedeutet dies, dass die Produkte in ihren<br />
Transportbehältern gewogen werden müssen.<br />
Um hier auf Bruchteile eines Gramms<br />
genau wiegen zu können, melden die einzelnen<br />
Transportbehälter ihr individuelles<br />
Nettogewicht kurz vor dem Übergang auf<br />
das Wägeband der Kontrollwaage per RFID-<br />
Chip. Die Kontrollwaage kann nun aus dem<br />
aktuell ermittelten Bruttogewicht unter<br />
Berücksichtigung des bekannten Nettogewichts<br />
des Behälters das tatsächliche Produktgewicht<br />
errechnen.<br />
Nach einem Wechsel der Transportpacks<br />
aufgrund Produktwechsel müssen die neu<br />
eingelernt, sprich die Packs dazu einmal<br />
leer im Kreis gefahren werden, bis alle<br />
Packs das Wägesystem einmal passiert und<br />
ihr Leergewicht per RFID-Chip an die Kontrollwaage<br />
gemeldet haben. Damit kennt<br />
die Kontrollwaage die individuellen Leergewichte<br />
aller einzelnen Packs. Da jedes Mal<br />
beim Passieren der Kontrollwaage die Packs<br />
über die RFID-Kennungen der Transportbehälter<br />
identifiziert werden, ist die Ermittlung<br />
des Produktgewichts mit sehr hoher<br />
Genauigkeit möglich.<br />
In Höchstgeschwindigkeit<br />
Die Inline-Kontrollwaagen bei ADA Cosmetics<br />
müssen aufgrund der hohen Durchsätze ihre<br />
Wägeergebnisse in kürzester Zeit ermitteln<br />
können. Aus diesem Grund kommen hier<br />
ausschließlich Wägezellen auf Basis elektrodynamischer<br />
Kraftkompensation zum<br />
„Die vom Eichamt geforderten Verwiegungsprotokolle<br />
können mit dem System zentral erzeugt werden.“<br />
Einsatz. Der entscheidende Vorteil liegt in<br />
ihrer extrem kurzen Einschwingzeit. Außerdem<br />
arbeiten diese Wägezellen absolut<br />
wartungs- und verschleißfrei.<br />
Indem alle Artikelstammdaten in den<br />
Kontrollwagen angelegt werden, kennen<br />
die Waagen in Abhängigkeit vom Produkt<br />
nach Produktumstellungen auch die Grenzen,<br />
an denen sie die Aussortierung unteroder<br />
übergewichtiger Einzelartikel einschließlich<br />
Transportbehälter auslösen<br />
müssen. Unvollständig gefüllte Tuben oder<br />
Flaschen werden von ihnen aussortiert,<br />
ebenso überfüllte Tuben, bei denen die<br />
Gefahr besteht, dass diese nicht korrekt<br />
verschlossen wurden. Ein Produktwechsel<br />
kann an einer Kontrollwaage in kürzester<br />
Zeit und durch einfache Eingabe der Artikelnummer<br />
vorgenommen werden.<br />
Sicher überwacht<br />
Nicki Eberle leitet als Head of Engineering<br />
alle technischen Projekte bei ADA Cosmetics.<br />
Er hat alle Waagen mithilfe eines Managementsystems<br />
miteinander vernetzt. Die Software<br />
bietet ihm die Überwachung der Produktion<br />
aus Sicht der Kontrollwaagen, indem<br />
sie die Daten in Echtzeit sammelt, Berichte<br />
und Statistiken erzeugt, Analysen zusammenstellt<br />
und alle Daten der angeschlossenen<br />
Waagen archiviert. Die von Eichamt<br />
geforderten Verwiegungsprotokolle, die ansonsten<br />
lokal von jeder Kontrollwaage generiert<br />
werden müssten, kann Eberle auf diese<br />
Weise zentral erzeugen. Wenn mehrere Linien<br />
bei ADA Cosmetics dasselbe Produkt<br />
produzieren, lassen sich auch kumulierte<br />
Statistiken erstellen.<br />
Das System bietet ein Online-Monitoring<br />
mit einem Alarmstufenmanagement für alle<br />
Produktionsabweichungen, die von Kontrollwaagen<br />
festgestellt werden können.<br />
Konfigurierbare Berichte über Produktionszahlen,<br />
Ausschuss, Auslastung und Qualität<br />
sind ebenfalls Bestandteil des Monitorings.<br />
Fotos: Wipotec<br />
www.wipotec.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 13
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Fassentleerungssystem mit<br />
Druckluftmotor<br />
Für Anwender, die ihre Maschinen bevorzugt mit Druckluft<br />
betreiben, gibt es jetzt auch eine Variante des Fassentleerungssystems<br />
Viscoflux mobile S mit Druckluftsteuerung. Bei dieser<br />
Variante lässt sich die Exzenterschneckenpumpe am System mit<br />
einem Druckluftmotor betreiben. Über<br />
die Druckluftsteuerung am Mast des<br />
Prozessgeräts kann der Motor gestartet<br />
und die Drehzahl der Pumpe ganz<br />
einfach reguliert werden. Die in der<br />
Steuerung integrierte Wartungseinheit<br />
sorgt dabei stets für ausreichend Schmierung<br />
des Druckluftmotors. Der für den<br />
Betrieb des Hubarms im Prozessgerät<br />
integrierte Akku lässt sich bei Bedarf über<br />
ein externes Ladegerät aufladen. Für den<br />
eigentlichen Pumpprozess ist ausschließlich<br />
Druckluft erforderlich. Mit dem<br />
System lassen sich hochviskose Grundstoffe, Zutaten sowie<br />
Endprodukte kontinuierlich, schonend und prozesssicher zur<br />
Weiterverarbeitung oder zur Abfüllung aus Fässern fördern.<br />
www.flux-pumps.com<br />
Kleinentstauber: Filteranlagen neu<br />
gedacht<br />
Die Lücke zwischen Industriestaubsaugern und großen zentralen<br />
Filteranlagen zu füllen – so lautet das Ziel eines jungen Unter <br />
nehmens aus Lich, das Schwebstofffilteranlagen für die pharmazeutische<br />
Industrie entwickelt, produziert und vertreibt. Filteranlagen<br />
sollen hier Sicherheit durch effizienten Anwenderschutz<br />
und Explosionsschutz bieten sowie vor Kreuzkontaminationen<br />
schützen. Angeboten werden Filteranlagen bis zur aktuell<br />
höchsten Schutzklasse OEB5. In dieser Klasse darf die Menge an<br />
Staub in der Luft 1 µg/m 3 nicht übersteigen. Um die Alternative zu<br />
großen Zentralentstaubungsanlagen zu realisieren, setzen die<br />
Entwickler auf kompakte Anlagen. Diese dezentralen Entstaubungsanlagen<br />
können direkt neben den Produktionsanlagen im<br />
Reinraum platziert werden und bieten somit viele Vorteile.<br />
Beispielsweise behält der Reinraum seine schützende Wirkung<br />
bei Fehlanwendungen und wirkt somit einer aufwändigen<br />
Dekontamination von Technikbereichen entgegen. Als wichtiger<br />
Bestandteil des Produktdesigns wird auch die Ergonomie<br />
optimiert. Durch eine anwenderfreundliche Handhabung<br />
werden Fehlanwendungen verhindert und die Sicherheit der<br />
Mitarbeiter erhöht.<br />
www.vesch-technologies.com<br />
Restwärme nutzen<br />
Der modulare Vorwärmer Ecomi von Kelvion macht die<br />
Restwärme von gas-, öl- oder holzgefeuerten Kesseln für thermische<br />
Prozesse verfügbar. Dazu kombiniert der neue Economizer<br />
die bewährten Eigenschaften der Kelvion-Vorwärmer mit einem<br />
modularen Design. Das senkt die Kosten und erweitert die<br />
Einsatzmöglichkeiten. Anwendungsgebiete für das Gerät sind<br />
zum Beispiel die Papier-, Lebensmittel- und Textilindustrie sowie<br />
Kraft- bzw. Heizwerke. Der Vorwärmer ist sowohl für horizontale<br />
als auch vertikale Installationen geeignet oder für den Übergang<br />
von der Waagerechten in die Senkrechte erhältlich. Dadurch lässt<br />
er sich leicht in Bestandsanlagen integrieren. Die Baureihe eignet<br />
sich für ein breites Spektrum an Gasflussmengen und bietet viele<br />
Rohr- und Blechvarianten, um den<br />
Economizer bestmöglich an die<br />
Einsatzbedingungen und -temperaturen<br />
anzupassen.<br />
www.kelvion.com<br />
Effizienzsteigerung in der Weinfiltration<br />
Das Beco-Filterkerzenprogramm<br />
beinhaltet Filterkerzen, die exakt<br />
auf die speziellen Anforderungsprofile<br />
für die Weinfiltration<br />
zugeschnitten sind. Je nachdem,<br />
ob Leistungsfähigkeit, Sicherheit,<br />
Wirtschaftlichkeit, Flexibilität oder<br />
Erhaltung des individuellen Geschmacks und der Farbe eines<br />
Getränks im Vordergrund stehen, bieten sich unterschiedliche<br />
Vorfilterkerzen und Membranfilterkerzen an.<br />
Das Filtrationsprogramm wird durch das Indexmessgerät Beco<br />
LiquiControl2 abgerundet. Es hilft Winzern, die Weinfiltrierbarkeit<br />
präzise zu bestimmen. Aufbauend auf den Testergebnissen<br />
kann der Winzer die Filtermedien für den nachgeschalteten<br />
Filtrationsprozess auslegen, um die Effizienz der Filtermedien<br />
zu erhöhen und höhere Gewinne zu erzielen.<br />
www.eaton.de/filtration<br />
Batchmischer: Neue Größen, neue Optionen<br />
Der GMS Doppelwellenmischer eignet sich durch neue Optionen<br />
und Funktionen für viele Anwendungen. Der Batchmischer ist<br />
jetzt in Größen von 140 bis 5 000 l erhältlich. Die homogene<br />
Mischung von Kleinstkomponenten (bis zu < 0,001 %) ist möglich<br />
und ersetzt teure Vormischungen. Das<br />
Mischergebnis (relative Standardabweichung<br />
< 1,0 %) kann in einem der Gericke<br />
Test-Center praxisnah geprüft werden.<br />
Das Design mit der hohen Mischdynamik<br />
mittels Fließbett ermöglicht nicht nur das<br />
Mischen von Pulvern, sondern auch die effiziente<br />
Zugabe von flüssigen Inhaltsstoffen. Der<br />
neue optionale Cutter kann in die Fronttür<br />
eingebaut werden, um Agglomerate<br />
aufzuschließen. Mit seinem großen Durchmesser und der<br />
optimalen Positionierung in der Mischkammer arbeitet er<br />
effizient. Zur Reinigung lässt sich die Fronttür aufschwenken,<br />
sodass der Cutter für die Reinigung gut zugänglich ist.<br />
Der GMS Mischer kann optional auch mit<br />
einem luftgefüllten Doppelmantelgehäuse<br />
geliefert werden. Dieses ermöglicht die<br />
Temperatur-Regelung und sichert die<br />
Produktqualität. Die aktive Kühlung oder<br />
Heizung wird durch eine effiziente<br />
Wärmeübertragung vom Mantel auf den<br />
Mischer erreicht.<br />
www.gericke.net<br />
14 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Leistungsstarke Wägeterminals<br />
Das iS50-Ex Industrial Weighing Terminal von Bizerba kann in<br />
explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 1 (Gase, Dämpfe,<br />
Nebel) und 21 (Staub) eingesetzt werden. Es verfügt über ein<br />
7-Zoll-Vollgrafik-Display mit zusätzlich hinterlegter gehärteter<br />
Scheibe für erhöhten Schlagschutz. Die vielen Möglichkeiten zur<br />
einfachen Dateneingabe unterstützen bei Aktivitäten wie<br />
Dosieren, Zählen oder einer Toleranzkontrolle.<br />
Das Wägeterminal iS30-Ex ist sehr kompakt und bietet flexible<br />
und individuelle Befestigungsmöglichkeiten. Dabei werden<br />
funktional keine Abstriche gemacht. Auch das iS30-Ex verfügt<br />
über ein bedienerfreundliches Vollgrafik-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung,<br />
mit dem Mitarbeiter stets alle relevanten<br />
Informationen im Blick haben. Große Tasten mit mechanischem<br />
Druckpunkt und die akustische Rück -<br />
meldung bei Eingaben sorgen für eine<br />
intuitive Handhabung. Zusätzlich ist es<br />
möglich, Prozessdaten schnell über vier<br />
frei belegbare Funktionstasten und vier<br />
weitere Applikationstasten einzugeben.<br />
www.bizerba.com<br />
Entleerung und Verdichtung von<br />
Getränkebehältern<br />
Manuell, per Förderband oder Stapler werden bis zu 10 000<br />
1-Liter-Getränkebehälter innerhalb von 1 h mit der Entwässerungspresse<br />
entleert. Eine Zuführwippe fördert das Material zum<br />
Rotor. Dieser sticht in den Getränkebehälter, sodass die Flüssigkeit<br />
ausdringen kann. Durch die spezielle Rotortechnik werden<br />
die Getränkebehälter nicht nur entleert, sondern auch entwertet.<br />
So werden Fehlchargen oder Restanten vernichtet und können<br />
nicht in Umlauf gelangen.<br />
Die Flüssigkeit läuft durch einen Filterkasten und wird dann<br />
gezielt abgeführt. Vom Liquidrainer aus kann nachgeschaltet eine<br />
Brikettpresse die entleerten Getränkebehälter verdichten. Über<br />
Förderbänder oder per Stapler kann die Presse rund um die Uhr<br />
befüllt werden.<br />
Automatische Einwaage von Klein- und<br />
Kleinstkomponenten<br />
Azo hat sein Portfolio im Bereich Klein- und Kleinstmengen-<br />
Automation um den Azo Componenter Step erweitert. Das System<br />
ermöglicht das automatische, grammgenaue Wiegen von Kleinund<br />
Kleinstkomponenten. Es verbessert die Produktsicherheit bei<br />
gleichzeitiger Erhöhung der Effizienz in der Produktion durch<br />
eine Minimierung der manuellen Arbeitsschritte. Speziell in<br />
Bereichen mit hohen Anforderungen in Bezug auf Hygiene,<br />
Chargenreinheit und<br />
Produkttrennung<br />
ermöglicht das System die<br />
Einhaltung strenger<br />
branchenspezifischer<br />
Verordnungen und<br />
Regelungen.<br />
Durch das vollautomatische<br />
Befüllen und Transportieren<br />
innerhalb der Anlage<br />
werden hohe Durchsätze bei gleichzeitig hohen Genauigkeiten<br />
erreicht. Tracking und Tracing aller eingesetzten Rohstoffe<br />
garantieren höchste Produktsicherheit. Alle Prozessschritte und<br />
Wiegeergebnisse sind reproduzierbar, was eine hohe und<br />
konstante Rezepturtreue sichert. Strikte Chargentrennung<br />
vermeidet Kreuz-Kontamination z. B. bei Allergenen und Nicht-<br />
Allergenen. Außerdem ist das System durch seinen modularen<br />
Aufbau äußerst flexibel bei Produktumstellungen.<br />
www.azo.com<br />
www.strautmann-umwelt.de<br />
Schutz vor hochaktiven Substanzen<br />
Vor allem die Pharma- und Chemieindustrie legt höchsten Wert<br />
darauf, die Produktionsmitarbeiter vor dem direkten Kontakt mit<br />
hochaktiven Substanzen zu schützen. Um diesen Schutz zu<br />
gewährleisten, setzt Het Filter seit über 30 Jahren die Erfordernisse<br />
der Industrie an Filterlösungen im engen Austausch mit<br />
seinen Kunden in zuverlässige Systeme um. Der Fokus liegt dabei<br />
auf modernen Filtrationsprozessen,<br />
sicherem Containment bis zur Stufe OEB 5<br />
und konstruktivem Explosionsschutz.<br />
Die modularen Filter-Lösungen erfüllen<br />
die neuesten GMP-Richtlinien und decken<br />
die Kundenvorgaben ab. Dazu gehört<br />
bspw. der Highend-Containment-<br />
Entstauber Hetdynamic, der laut Hersteller<br />
höchste Kriterien an Reinheit und Sicherheit<br />
erfüllt.<br />
www.het-filter.com
KOMPONENTEN UND SYSTEME I TITEL<br />
Wenn’s hart auf<br />
hart kommt<br />
Werkstoffkombination und technische<br />
Auslegung ermöglichen ungewöhnlichen<br />
Einsatz von Zahnradpumpen<br />
Der Betreiber einer Anlage zur<br />
Wasserstoffgewinnung war auf der<br />
Suche nach einer Pumpenlösung.<br />
Aufgrund guter Betriebserfahrungen<br />
mit Zahnradpumpen wollte der<br />
Kunde auch für diese Anwendung<br />
eine Zahnradpumpe – obwohl die<br />
geforderten Betriebsdaten eigentlich<br />
gegen den Einsatz einer<br />
Zahnradpumpe sprechen.<br />
tile. Saug- und Druckseite trennt lediglich<br />
die dichtende Wirkung von möglichst kleinen<br />
Spalten zwischen den Zahnrädern und<br />
dem Gehäuse voneinander. Aufgrund guter<br />
Betriebserfahrungen mit Zahnradpumpen<br />
für deionisiertes Wasser, die in einer verwandten<br />
Anwendung des Betreibers im<br />
Einsatz sind, war dieser jedoch überzeugt,<br />
dass es zu einer Zahnradpumpe an dieser<br />
Stelle im Prozess keine sinnvolle Alternative<br />
gibt. Da der Pumpenbauer Witte nicht nur<br />
Zahnradpumpen-Lieferant, sondern auch<br />
Entwicklungs- und Technologiepartner<br />
seiner Kunden ist, gingen Betreiber und<br />
Lösungsanbieter dieses Vorhaben als gemeinsames<br />
Entwicklungsprojekt an.<br />
Erschwerte Rahmenbedingungen<br />
Neben den bereits genannten Herausforderungen<br />
kamen noch einige erschwerende<br />
Rahmenbedingungen hinzu: Eine erhöhte<br />
Betriebstemperatur, Atex-Umgebung und<br />
Anforderungen an die magnetische Signatur<br />
sowie eine Schockfestigkeit gegenüber<br />
hohen G-Kräften stellten die Ingenieure vor<br />
eine knifflige Aufgabe.<br />
Die für die Funktion erforderlichen Spiele<br />
in der Pumpe lassen sich nur mit einer<br />
innengelagerten Zahnradpumpe, also mit<br />
mediengeschmierten Lagern verwirkli<br />
Folgende Anforderungen wurden an die<br />
Pumpe gestellt: Zu fördern sind zwei Medien,<br />
zum einen Methanol und zum anderen<br />
Wasser, bei einem Differenzdruck von 34 bar.<br />
Dabei soll die Pumpe pulsationsfrei und vor<br />
allem geräuscharm arbeiten. Einsatzgebiet<br />
der Pumpen ist ein Prozess für die Wasserstoffgewinnung,<br />
bei dem der Wasserstoff in<br />
einem Methanolreformer entsteht.<br />
Die vorliegenden Viskositäten waren für<br />
den geforderten Differenzdruck viel zu gering,<br />
um eine klassische Zahnradpumpe<br />
einsetzen zu können. Denn solche Pumpen<br />
verfügen bauartbedingt über keinerlei Venchen.<br />
Extrem geringviskose Medien – wie<br />
im Anwendungsfall Wasser oder Methanol<br />
– sind als Schmiermedium in den Gleitlagern<br />
relativ schlecht geeignet. Höherviskose<br />
Medien und geringe Lagerbelastungen<br />
begünstigen den Aufbau eines hydrodynamischen<br />
Schmierfilms – zwei Bedingungen,<br />
die bei dieser Anwendung nicht gegeben<br />
sind. Aufgrund dieser Tatsache und der<br />
Betriebsweise der Pumpen ist also nicht<br />
auszuschließen, dass es zu einer Mangelschmierung<br />
und somit zu einer Mischreibung<br />
in den Gleitlagern kommen kann.<br />
Interessante Werkstoffpaarung<br />
Klassischerweise finden in Gleitlagern<br />
unterschiedliche Werkstoffe Anwendung:<br />
Ein harter und ein weicher Werkstoff mit gewissen<br />
Notlaufeigenschaften wirken Beschädigungen<br />
durch Mangelschmierung entgegen.<br />
Dabei wird im Fall der Fälle der weichere<br />
Werkstoff „geopfert“. Das Resultat der<br />
Mangelschmierung geht mit einer Änderung<br />
der Geometrie einher. Für die Pumpe bedeutet<br />
das aufgrund der extrem geringen Spiele<br />
Autor: Carsten Pump, Leiter Verkauf Pumpen<br />
und Systeme, Witte Pumps & Technology,<br />
Tornesch<br />
16 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
TITEL I KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
01<br />
02 03<br />
01 Hohe Beständigkeit: Als Werkstoff für<br />
die Zahnräder kommt SiC zum Einsatz<br />
02 Dosierpumpen mit Magnetkupplung<br />
eignen sich für den Einsatz in<br />
Atex-Umgebungen<br />
03 Um den hohen Differenzdruck zu<br />
erreichen, baute der Hersteller ein<br />
Verbundsystem<br />
in einer Größenordnung von einigen Mikrometer<br />
– die für die Funktion der Pumpe unabdingbar<br />
sind – einen nicht unerheblichen<br />
Schaden. Um diesem vorzubeugen und das<br />
Risiko zu minimieren, fiel die Werkstoffwahl<br />
auf eine „Hart/Hart-Kombination“. In der<br />
Vergangenheit hat sich diese Kombination<br />
aus Wellen/Zahnrädern und Lagern aus SiC<br />
in ähnlichen Anwendungen bereits bewährt.<br />
Neben den Lagerstellen profitieren auch die<br />
Zahnflanken von dieser Werkstoffpaarung.<br />
Diese sind aufgrund des hohen Differenzdruckes<br />
großen Belastungen im Bereich der<br />
Kontaktlinie zu dem jeweils anderen Zahnrad<br />
ausgesetzt.<br />
Doch auch hier gilt: Wo Licht ist, ist auch<br />
Schatten: SiC hat im Vergleich zu den<br />
metallischen Werkstoffen, die bspw. als<br />
Gehäusewerkstoff zum Einsatz kommen,<br />
einen vergleichsweise geringen thermischen<br />
Ausdehnungskoeffizienten. Das bedeutet,<br />
dass sich bei steigender Temperatur<br />
die Spiele in der Pumpe vergrößern und der<br />
Wirkungsgrad signifikant abnimmt.<br />
Spezielle Gehäusegeometrie<br />
Abhilfe schafft hier eine spezielle Gehäusegeometrie<br />
mit einer Temperaturkompensation.<br />
Voraussetzung für die Auswahl eines<br />
solchen Präzisionsbauteils ist allerdings die<br />
genaue Kenntnis der Temperaturentwicklung<br />
und -verteilung innerhalb der Pumpe.<br />
Andernfalls besteht die Gefahr, die Spiele<br />
überzukompensieren, und somit kann es zu<br />
einem Klemmen der Pumpe kommen. Im<br />
Projektverlauf hatten sowohl die Berechnungen<br />
als auch die begleitenden Versuche<br />
gezeigt, dass die Aufgabe nicht für alle erforderlichen<br />
Betriebspunkte von einer einzelnen<br />
Pumpe zu erfüllen war. Speziell die<br />
Regelbarkeit des Volumenstromes war stark<br />
eingeschränkt.<br />
Die Lösung dieses Problems lag in der<br />
Auswahl eines für Zahnradpumpen ungewöhnlichen<br />
Anlagendesign. Die Wahl fiel<br />
auf ein zweistufiges Zahnradpumpensystem<br />
mit<br />
zwei getrennt angetriebenen<br />
Aggregaten. Jede der<br />
beiden Pumpen muss daher<br />
nur noch den halben<br />
Differenzdruck generieren.<br />
Der Effekt: Der volumetrische<br />
Wirkungsgrad<br />
jeder Pumpe verbesserte<br />
sich drastisch, wodurch<br />
auch die in das Medium<br />
eingebrachte Energie sank.<br />
Was bei einem kritischen<br />
Medium wie Methanol einen besonderen<br />
Vorteil bringt, denn der Siedepunkt von<br />
Methanol liegt mit rund 65 °C nah an der<br />
Betriebstemperatur. Zweifelsfrei führt die<br />
zweite Pumpe des Systems weitere Energie<br />
zu. Durch den hier höheren Systemdruck –<br />
aufgebracht von der ersten Pumpe – verschiebt<br />
sich jedoch der Siedepunkt in einen<br />
absolut unkritischen Bereich.<br />
Unbedingt magnetgekuppelt<br />
Um die Pumpen auch bei den geforderten<br />
hohen Systemdrücken sicher einsetzen zu<br />
können, ist der Einsatz einer Magnetkupplung<br />
unabdingbar. Die Magnetkupplung ist<br />
ein berührungsloser Antrieb, der – neben<br />
den gewohnten Vorteilen wie Wartungsfreiheit<br />
und hermetischer Abdichtung – eine<br />
axiale Entlastung der Antriebswelle ermöglicht.<br />
Der hohe Systemdruck führt beim<br />
Verwenden eines konventionellen Dichtsystems<br />
wie einer Gleitringdichtung zu<br />
einem Axialschub auf die Antriebswelle,<br />
der die Belastbarkeit der Axiallager übersteigt.<br />
Dieser Axialschub ist ein Produkt aus<br />
der Stirnfläche der Welle und dem Systemdruck.<br />
Die antriebsseitige Stirnfläche ist<br />
atmosphärischen Druckverhältnissen ausgesetzt,<br />
während die nicht antriebsseitige<br />
Fläche hingegen dem saugseitigen Druck<br />
Eine erhöhte Betriebstemperatur,<br />
Atex-Umgebung und Anforderungen<br />
an die magnetische Signatur<br />
sowie eine Schockfestigkeit<br />
gegenüber hohen G-Kräften<br />
stellten die Ingenieure vor eine<br />
knifflige Aufgabe.<br />
Carsten Pump<br />
der Pumpe ausgesetzt ist. Beim Einsatz<br />
einer Magnetkupplung sind hingegen beide<br />
Stirnseiten dem Systemdruck ausgesetzt<br />
und daher frei von Axialkräften.<br />
Das entwickelte System aus magnetgekuppelten<br />
Pumpen in Kombination mit<br />
keramischen Bauteilen hat den Einsatz in<br />
einer für Zahnradpumpen untypischen<br />
Anwendung möglich gemacht. Die Pumpensysteme<br />
verrichten seit nunmehr<br />
zwei Jahren zuverlässig ihren Dienst und<br />
sollen – so denn die Versuche der Gesamtanlage<br />
den gewünschten Erfolg bringen –<br />
als Standardausrüstung für diesen Anlagentyp<br />
definiert werden.<br />
Fotos: Witte, Fotolia (#60845971, industrieblick)<br />
www.witte-pumps.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 17
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Widerstandsfähigkeit bewiesen<br />
PTFE-Verbundkompensatoren in Entstaubungsanlagen<br />
Standardformkompensatoren halten unvorhersehbaren<br />
Pulsationen in Entstaubungsanlagen oft nicht stand,<br />
werden porös und müssen ausgetauscht werden.<br />
Hier können PTFE-Verbundkompensatoren ihre<br />
Widerstandsfähigkeit beweisen.<br />
In Entstaubungsanlagen, die schadstoffhaltige Rauchgase aus Herstellungsprozessen<br />
der Stahlindustrie reinigen, können Kompensatoren<br />
einer hohen Bewegungsdynamik, hohen Betriebszyklen<br />
und extremen Druckwechselbelastungen ausgesetzt sein. Häufig<br />
entsteht zudem noch Kondensat. Dieser vielschichtigen Problematik<br />
halten klassische Weichstoffkompensatoren oftmals nicht stand.<br />
PTFE-Verbundkompensatoren beweisen hingegen unter diesen<br />
extremen Bedingungen ihre Widerstandsfähigkeit.<br />
Pulsationen des Abgasstroms sind bei Entstaubungsanlagen ein<br />
oft beobachtetes Phänomen. Sie hängen mit der Fahrweise der Anlage<br />
zusammen. Erst während des Betriebes zeigt sich i. d. R., inwieweit<br />
es zu atypischen Über- oder Unterdrucksituationen kommt,<br />
die sich in Einzelfällen zwischen ± 100 mbar bewegen können. Pulsationen<br />
der Abgasströmung führen häufig auch zu Schwingungen,<br />
die die Kompensatoren zusätzlich extrem beanspruchen.<br />
Durch die ständigen Wechseldruckbelastungen und die sich verändernde<br />
Strömung bläst sich der Kompensator auf, um sich im<br />
nächsten Augenblick aufgrund eines abermaligen Druckwechsels<br />
wieder zusammenzuziehen. Unabhängig vom Strömungsvolumen<br />
kommt es zu fortwährenden, unvorhersehbaren Kontraktionen und<br />
auch zu Schwingungen, die der Kompensator auszugleichen hat.<br />
Durch diese Überbelastung wird das Standardmaterial porös und<br />
bricht schließlich. Klassische Weichstoffkompensatoren halten aus<br />
diesem Grund bei Druckwechselbelastungen an kritischen Stellen<br />
Autor: Ulf Pöhlmann,<br />
Director Sales und<br />
Engineering, Frenzelit<br />
GmbH, Bad Berneck<br />
18 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
weder der geforderten Materialfestigkeit<br />
noch der einhundertprozentigen Rauchgasdichtheit<br />
stand. Darüber hinaus ist eine<br />
zusätzliche Belastung, hervorgerufen durch<br />
die kontinuierliche Bewegungsaufnahme<br />
des Kompensators im Betrieb, häufig ein<br />
weiteres Ausschlusskriterium für einen mit<br />
thermischer Isolation ausgeführten Weichstoffkompensator.<br />
Pulsationen trotzen<br />
Kompensatoren sind in<br />
Entstaubungsanlagen einer<br />
hohen Bewegungsdynamik<br />
und extremen Druckwechselbelastungen<br />
ausgesetzt.<br />
PTFE-Verbundkompensatoren<br />
beweisen hier ihre<br />
Widerstandsfähigkeit.<br />
Ulf Pöhlmann<br />
bundmaterial handelt es sich um einen sehr<br />
widerstandsfähigen Werkstoff, der sich insbesondere<br />
durch eine sehr gute mechanische<br />
Festigkeit sowie<br />
chemische Beständigkeit<br />
charakterisieren lässt.<br />
PTFE ist resistent gegen<br />
Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid,<br />
Schwefelsäure<br />
und viele andere aggressive<br />
Medien – dazu gehören<br />
auch chlorwasserstoff-<br />
und dioxinhaltige<br />
Rauchgase. Die Kombination<br />
der einzigartigen<br />
Dichtheit und Flexibilität<br />
bei einer Temperaturbeständigkeit<br />
von bis zu<br />
+ 300 °C ermöglicht ein<br />
breites Einsatzspektrum unter der Berücksichtigung<br />
der erforderlichen Festigkeit.<br />
Das PTFE-Verbundmaterial kommt bei<br />
Frenzelit in der Texlam-Familie zum Einsatz.<br />
Im Gegensatz zu einfachen Weichstoffkompensatoren<br />
setzt sich PTFE<br />
Verbundmaterial aus einer mehrlagigen<br />
PTFE-Gewebe-Struktur zusammen. Als<br />
„Sandwich-Bauweise“ – ein- oder mehrlagig<br />
ausgeführt – ist der PTFE-Verbundkompensator<br />
für den Einsatz unter Druckwechselbelastungen,<br />
Kondensatanfall und<br />
aggressiven Medien besonders geeignet.<br />
Gewebeschädigung verhindern<br />
Generell negative Auswirkungen auf die<br />
Funktion von Standard-Weichstoffkompensatoren<br />
hat auch das Auftreten von Kondensation.<br />
Diese kann z. B. dann eintreten,<br />
wenn die im Pflichtenheft geforderte Materialauslegung<br />
von einer theoretischen<br />
Betriebs- bzw. Abgastemperatur ausgeht,<br />
diese sich jedoch aufgrund der tatsächlichen<br />
Fahrweise der Entstaubungsanlage zu<br />
nahe am Kondensationspunkt befindet. Je<br />
näher die Temperatur des Mediums am<br />
Kondensationspunkt – zwischen 100 und<br />
110 °C – liegt, desto größer ist die Gefahr<br />
einer Kondensatbildung.<br />
Die so entstehende Flüssigkeit verursacht<br />
eine abnehmende Materialfestigkeit des<br />
normalen Kompensatorgewebes. Der widerstandsfähige<br />
PTFE-Verbundwerkstoff ist<br />
indes resistent gegen Kondensatanfall und<br />
Der vormontierte PTFE-Verbundkompensator,<br />
inklusive Rohrkonstruktion und Anschlussflansche,<br />
wird zum Einbau in die Entstaubungsanlage<br />
vorbereitet<br />
In vielen Entstaubungsanlagen, in denen<br />
nicht vorhersehbare Pulsationen auftraten,<br />
hat die oberfränkische Frenzelit GmbH<br />
klassische Weichstoffkompensatoren durch<br />
PTFE-Verbundkompensatoren ersetzt. Bei<br />
dem von Frenzelit eingesetzten PTFE-Verdessen<br />
Folgen, da dieser auf der Mediumseite<br />
mit einem zusätzlichen PTFE-Kreuzlaminat<br />
beschichtet ist. Fehlfunktionen in<br />
Folge von Nässe oder Feuchtigkeit sowie<br />
daraus resultierende Dochtwirkung sind<br />
somit ausgeschlossen.<br />
Der PTFE-Verbundwerkstoff wird als<br />
Halbzeug dem unternehmenseigenen Herstellungsprozess<br />
der PTFE-Verbundkompensatoren<br />
zugeführt. Dieses Halbzeug<br />
wird dann mit entsprechenden Werkzeugen<br />
geformt. Im Grunde ist also auch der<br />
PTFE-Verbundkompensator ein Formkompensator.<br />
Mit seiner Ziehharmonika-Struktur<br />
verfügt er über eine spezielle, formstabile<br />
Faltenbalggeometrie. Sie beruht im<br />
Kern auf einer fachgerechten Materialverarbeitung<br />
und der Zusammenführung der<br />
erforderlichen Verbundmaterialien nach<br />
konkreten Vorgaben.<br />
Probleme lösen<br />
Selbst Anforderungen, die im Projektstadium<br />
noch nicht von Anfang an berücksichtigt<br />
wurden, wie z. B. mögliche Druckwechselbelastungen<br />
in Entstaubungsanlagen,<br />
werden durch die Frenzelit-Lösung mit<br />
dem PTFE-Verbundkompensator im Nachgang<br />
für den Betrieb erfüllt.<br />
Das Design, das mit einer entsprechenden<br />
Rohrkonstruktion aufgebaut ist, stabilisiert<br />
dabei die Ausführung der Frenzelit-<br />
PTFE-Verbundkompensatoren bei den<br />
unterschiedlichen Lastfällen im Betrieb.<br />
Das Ergebnis ist eine überdurchschnittliche<br />
Lebensdauer von sechs bis acht Jahren, die<br />
mit einer maximalen Gewährleistungsdauer<br />
seitens Frenzelit an den Kunden für<br />
dieses Projekt weitergegeben werden kann.<br />
Hohe Bewegungsdynamik, hohe Betriebszyklen,<br />
maximaler Kondensatanfall<br />
und eine vergleichsweise große Druckwechselbelastung<br />
des Abgasstroms stellen<br />
die Herausforderungen für Frenzelit dar.<br />
Nicht immer werden derartige Aufgabenstellungen<br />
von Beginn an prognostiziert<br />
oder auch in die Spezifikation eingebracht,<br />
sodass während der Inbetriebnahme<br />
eines solchen Projektes oftmals<br />
gewährleistungstechnische Klärung erforderlich<br />
werden kann. Frenzelit-PTFE-<br />
Verbundkompensatoren lösen dieses<br />
atypische Problem beim Einsatz in pulsationssensiblen<br />
Entstaubungsanlagen.<br />
Fotos: Frenzelit, Küttner<br />
www.frenzelit.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 19
Immer ein Ohr<br />
am Getriebe<br />
Mit Condition Monitoring Störungen oder Ausfällen<br />
der Antriebstechnik entgegenwirken<br />
Mit einem umfassenden Condition Monitoring erhalten<br />
Anlagenbetreiber wichtige Informationen, damit es nicht zu<br />
plötzlichen Störungen oder Ausfällen der Antriebstechnik kommt.<br />
Dennoch scheuen viele den Aufwand und die Investitionskosten.<br />
Eine Kundenbefragung des Getriebeherstellers Flender hat gezeigt,<br />
dass bei kleinem Geld und geringem Aufwand der Wunsch nach einer<br />
permanenten Getriebeüberwachung entsprechend hoch ist. Daher hat der<br />
Systemanbieter nun eine kostengünstige Lösung auf den Markt gebracht,<br />
mit der Anwender stets ein Ohr an Getrieben haben können.<br />
Autor: Holger Terhaar, Condition Monitoring<br />
Specialist, Flender GmbH, Bocholt<br />
01<br />
02<br />
Mit unserem neuen Condition-Monitoring-System<br />
DX500 haben wir ein<br />
System für Einsteiger entworfen, in dem<br />
über zwei Jahrzehnte Erfahrung auf diesem<br />
Gebiet integriert sind“, berichtet Norbert<br />
Dahlhaus, Leiter der Abteilung Condition<br />
Monitoring beim Getriebehersteller Flender.<br />
Für Anlagenbetreiber bedeutet das aus<br />
praktischer Sicht: Ein handelsüblicher<br />
Sensor für die Erfassung von Temperatur<br />
und Schwingungen wurde so perfektioniert,<br />
dass man kein CM-Profi sein muss,<br />
um damit den Schutz von Maschinen und<br />
Anlagen zu erhöhen.<br />
Neben dem günstigen Preis sind vor<br />
allem die einfache Installation sowie die<br />
schnelle Inbetriebnahme die besonderen<br />
Vorteile dieser eigenständigen Überwachungslösung<br />
für Industriegetriebe im<br />
niedrigen bis mittleren Drehmomentbereich.<br />
Der DX500 eignet sich dabei ebenfalls<br />
für den Einsatz an Eingangsstufen von<br />
Großgetrieben. Und so geht’s: An der gewünschten<br />
Messstelle – in der Regel an den<br />
Getriebelagern – wird eine plane Auflagefläche<br />
plus Sackloch-Gewinde erstellt. Mit<br />
einer zentralen Befestigungsschraube wird<br />
dann der Sensor angeschraubt. Alternativ<br />
kann bei dünnwandigen Gehäusen<br />
eine Klebeverbindung zur Befestigung<br />
genutzt werden.<br />
Anschließend wird der DX500<br />
mithilfe einer Industrial-Ethernet-Leitung<br />
mit dem lokalen<br />
Netzwerk verbunden. Mithilfe<br />
der von Flender entwickelten<br />
DX Assist App lassen sich sämtliche<br />
CM-Sensoren im Netz<br />
automatisch finden, oder alternativ<br />
wird die Getriebeseriennummer<br />
manuell eingegeben.<br />
Norbert Dahlhaus berichtet:<br />
„Das funktioniert schnell, einfach<br />
und übersichtlich; bei Bedarf kann<br />
die Sensoradressierung durch Umbenennen<br />
angepasst werden, damit sie zur<br />
vorhandenen Topologie bzw. Nomenklatur<br />
im Maschinenpark passt.“<br />
Höhere Verfügbarkeit durch<br />
Digitalisierung<br />
Durch diese kostengünstige Einsteigerlösung<br />
werden Anlagenbetreiber bei ihrer<br />
Digitalisierungsstrategie unterstützt und<br />
gewinnen damit gleichzeitig einen Mehrwert<br />
in puncto Verfügbarkeit. Über Smartphone,<br />
Tablet, Notebook und PC lassen<br />
sich die Daten erfassen bzw. darstellen.<br />
Einer der wichtigsten Aspekte dabei ist,<br />
dass die DX Assist App übersichtlich aufgebaut<br />
ist und Diagnosemeldungen in Textform<br />
liefert. „Dadurch wissen Instandhalter<br />
20 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
ANZEIGE<br />
01 Der neue CM-Sensor zur Aufnahme von<br />
Temperatur- und Schwingungsdaten an<br />
Getrieben, Motoren und Arbeitsmaschinen<br />
lässt sich einfach installieren, in Betrieb<br />
nehmen und auswerten<br />
02 Der Sensor mit Industrial-Ethernet-<br />
Anschluss kann problemlos mit dem Produktionsnetzwerk<br />
verbunden werden und dient<br />
als smarte Lösung zum kostengünstigen<br />
Einstieg in Condition Monitoring<br />
sofort, wo sich etwas in der Anlage tut, ohne<br />
dass sie verklausulierte oder kryptische<br />
Technikdaten interpretieren müssen“, betont<br />
der CM-Chef bei Flender.<br />
Wie einfach der Umgang mit dem neuen<br />
CM-Sensor DX500 ist, zeigt sich am besten<br />
in Verbindung mit den FZG-Getrieben von<br />
Flender. Bei der Bestellung des CM-Sensors<br />
gibt der Anwender lediglich die Seriennummer<br />
des Getriebes an und er wird passend<br />
dazu von Flender vor der Auslieferung<br />
parametriert. „Einfacher geht es kaum“, versichert<br />
Dahlhaus. Und tatsächlich enthält<br />
der Sensor dann die richtigen Einstellungen<br />
sowie alle notwendigen Diagnosemeldungen.<br />
Meldet er beispielsweise „Möglicher<br />
Lagerschaden an Lager 150“, kann der Instandhalter<br />
sofort über die DX Assist App<br />
die zum Getriebe passende Ersatzteilzeichnung<br />
online aufrufen und sieht direkt, um<br />
welches Lager es sich handelt.<br />
Smarter Sensor für Einsteiger<br />
und Profis<br />
Wer bereits einige Erfahrung rund um das<br />
Thema Condition Monitoring besitzt, kann<br />
indes den erweiterten Funktionsumfang<br />
des Sensors nutzen. Auf der Website des<br />
jeweiligen Sensors, die sich über die IP-<br />
Adressierung öffnen lässt, befindet sich<br />
eine Vielzahl an Auswertemöglichkeiten<br />
und grafischen Darstellungen. Sämtliche<br />
Informationen sind über eine Langzeitspeicherung<br />
verfügbar, sodass sich Veränderungen<br />
aus der Betrachtung der Historie<br />
gezielt rekonstruieren lassen. Das zeigt: Bei<br />
der Entwicklung des CM-Sensors haben die<br />
Flender-Spezialisten sehr genau auf die Anforderungen<br />
in der Praxis geachtet.<br />
So führen einmalige Messwerte, die die<br />
eingestellten Schwellwerte überschreiten,<br />
nicht sofort zu einer unnötigen Alarmmeldung.<br />
Erst wenn sich im Betriebsverlauf von<br />
Maschinen und Anlagen zeigt, dass immer<br />
wieder solche Transienten auftreten, generiert<br />
die Software daraus eine entsprechende<br />
Warnmeldung. Dahlhaus kommentiert: „In<br />
solchen Features spiegelt sich unsere<br />
jahrzehntelange Erfahrung bei der Entwicklung,<br />
dem Bau sowie dem Service von<br />
Getrieben wider; dadurch erhalten Anwender<br />
anbaufertige und einfach zu bedienende<br />
Condition-Monitoring-Lösungen<br />
wie den neuen DX500, die sich als sehr<br />
nützlich erweisen.“<br />
Prozessstabilität durch gezieltes<br />
Condition Monitoring<br />
„Diagnostex“ bedeutet bei Flender die<br />
Sicherung der Prozessstabilität mithilfe<br />
einer zustandsorientierten Instandhaltung<br />
des Antriebsstrangs. Damit geht der Getriebehersteller<br />
einen wichtigen Schritt in die<br />
digitale Zukunft der mechanischen Antriebstechnik.<br />
So gibt es bei Flender die<br />
Systeme DX2000 und DX4000 inklusive<br />
Remote-Service für<br />
Standardgetriebe sowie<br />
Applikationsgetriebe.<br />
Und: Wer<br />
bisher auf Condition<br />
Monitoring gänzlich<br />
verzichtet, kann dennoch<br />
den Service von<br />
Flender in Anspruch<br />
nehmen und die DX<br />
Mobile Services nutzen.<br />
Bei Bedarf oder in<br />
regelmäßigen Abständen<br />
führen Flender-<br />
Experten mit tragbaren<br />
Messgeräten die<br />
erforderlichen Messungen<br />
durch. Die Datenauswertung sowie<br />
die Diagnose erfolgen dann durch ein kompetentes<br />
Expertenteam.<br />
Das „Einstiegsmodell“ in „Diagnostex“<br />
ist nun der neue DX500 in Verbindung mit<br />
der DX Assist App. Anlagenbetreiber können<br />
damit wie erwähnt problemlos konstant<br />
laufende Getriebe und Antriebsstränge<br />
beobachten. Die damit erreichte Genauigkeit<br />
genügt in den meisten Fällen, um zu<br />
wissen, wie es dem Getriebe und damit<br />
einer der wichtigsten Komponenten im<br />
Antriebsstrang geht. Treten Warn- bzw.<br />
Videos<br />
Zentrale Plattform zur Effizienzsteigerung<br />
Wie einfach die Installation, die Inbetriebnahme<br />
sowie die Diagnose des Condition-<br />
Monitoring-Systems DX500 funktionieren,<br />
hat der Getriebehersteller in drei praktischen<br />
Videos zusammengefasst. Diese<br />
finden Sie im Internet unter:<br />
youtube.com/flender<br />
Alarmmeldungen auf, können die Sensordaten<br />
ausgelesen und zur Auswertung an<br />
Flender geschickt werden. Mithilfe eines<br />
solchen Expertenservice können die Instandhalter<br />
dann weitere Maßnahmen gezielt<br />
besprechen.<br />
Mit unserem Smart-Sensor<br />
DX500 in Verbindung mit<br />
der DX Assist App lässt sich<br />
die Anlagenverfügbarkeit<br />
verbessern, ohne dass große<br />
Investitionen monetärer Art<br />
oder in puncto Know-how<br />
getätigt werden müssen.<br />
Fazit<br />
Norbert Dahlhaus schätzt die neuen Möglichkeiten<br />
der Digitalisierung, weil er die<br />
positiven Auswirkungen auf die Verfügbarkeit<br />
von Maschinen und Anlagen kennt:<br />
„Instandhalter haben mit dem DX500 künftig<br />
ohne großen Aufwand stets ein Ohr an<br />
ihrer Antriebstechnik und erfahren dadurch<br />
rechtzeitig, wo Handlungsbedarf<br />
besteht.“<br />
www.flender.com<br />
Norbert Dahlhaus,<br />
Abteilungsleiter Condition<br />
Monitoring bei Flender<br />
Die DX Assist App dient Instandhaltern als zentrale Plattform zur Effizienzsteigerung<br />
im Alltag. So können darin sämtliche Getriebe und auch weitere Antriebskomponenten<br />
wie Motoren oder Arbeitsmaschinen erfasst werden. Das gilt unabhängig davon,<br />
ob bereits ein Condition-Monitoring-System installiert ist oder nicht. Zusatzinformationen<br />
wie Getriebe-Ersatzteilzeichnungen, Bestellroutinen und ähnliches liefern den<br />
notwendigen Benefit, um Routinearbeiten im Alltag zu beschleunigen. Durch den<br />
neuen Smart-Sensor DX500, der sowohl für die Signalaufnahme an Getrieben, aber<br />
auch an Motoren und Arbeitsmaschinen genutzt werden kann, gibt es nun praxisgerechte<br />
Lösungen von groß bis klein für die zustandsorientierte Instandhaltung.<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 21
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Flexible Schraubenspindelpumpen<br />
Diese Serie zweispindeliger Schraubenspindelpumpen eignet sich<br />
speziell für den Einsatz in Tanklagern und Tank-Terminals der<br />
Öl- und Gasindustrie. Auf diesem Gebiet setzen sich Schraubenspindelpumpen<br />
zunehmend durch, da<br />
mit ihnen die Fördermenge über die<br />
Drehzahl sehr gut geregelt werden kann<br />
und Pumpmedien mit unterschiedlichen<br />
Viskositäten und hohen Gasanteilen<br />
gefördert werden können. Sie können<br />
auch verunreinigte, aggressive sowie<br />
wenig- bis nichtschmierende Medien<br />
fördern. Diese technischen Vorteile<br />
senken die Betriebskosten und machen Schraubenspindelpumpen<br />
für die Öl- und Gas-Industrie attraktiv. Die neue<br />
Baureihe ist in der Konstruktion ihrer Schraubenspindeln<br />
variabel, dadurch ist ein sehr weites Einsatzspektrum möglich.<br />
www.kral.at<br />
Pneumatischer Schwenkantrieb<br />
Der pneumatische Schwenkantrieb eignet sich für jede Automatisierung<br />
von Absperrorganen. Das gesamte Spektrum bei Dreh -<br />
momenten und Schwenkwinkeln wird durch 18 verschiedene<br />
Baugrößen bei einem Drehmoment von 2 bis 13 040 Nm<br />
abgedeckt. Die pulverbeschichteten Deckel und die Gehäusebeschichtung<br />
aus hart anodisiertem Aluminium ermöglichen den<br />
Einsatz auch in aggressiven Umgebungsbedingungen. Für mehr<br />
Laufruhe, optimales Drehmoment und geringen Verschleiß sorgt<br />
eine präzise gefräste Kolbenverzahnung. Durch die Verwendung<br />
gleicher Deckel für einfach- und doppeltwirkende Antriebe wird<br />
erreicht, dass ein Umbau von einfach- zu doppeltwirkenden<br />
Varianten oder umgekehrt technisch möglich wird, ohne die<br />
Kappen tauschen zu müssen. Über die genormte Schnittstelle<br />
VDI/VDE 3845 lassen sich alle im Markt verbreiteten Positioner<br />
und Endschalterboxen aufbauen.<br />
www.bar-gmbh.de<br />
Effizienter Drucklufttrockner<br />
Der Kälte-Drucklufttrockner MTA-Dry Pro-Plus für Druckluft-<br />
Volumenströme von 170 bis 250 m 3 /min vereinbart laut Anbieter<br />
Energieeinsparung, Betriebssicherheit und geringen Platzbedarf.<br />
Durch den niedrigen Druckverlust und drehzahlgeregelte<br />
Kältemittelkompressoren, die je nach Modell in ein oder zwei<br />
Kältemittelkreisen arbeiten, sind geringe Betriebskosten und<br />
hohe Betriebssicherheit gewährleistet.<br />
Die Maschine ist mit einem Druckluft-Hochleistungswärmeübertrager<br />
ausgestattet, dem ein Edelstahl-Demisterabscheider<br />
vorgeschaltet ist, der den Wärmeübertrager vor Verschmutzung<br />
schützt und vorhandenes Kondensat bereits ausscheidet. Zusätzlich<br />
ist ein elektronisch niveaugesteuerter<br />
Kondensatableiter verbaut.<br />
Die Siemens SPS-S7-Steuerung<br />
verarbeitet alle betriebsrelevanten<br />
Daten, eventuelle Störmeldungen<br />
und bietet die Möglichkeit zur<br />
Fernüberwachung des<br />
Kältetrockners.<br />
www.mta.de<br />
Antriebskonzepte für Nass- und<br />
Trockenbereiche<br />
Im vergangenen Jahr wurden zwei unterschiedliche Antriebskonzepte<br />
für Nass- und Trockenbereiche der Getränke- bzw.<br />
Gebindeförderung vorgestellt: Zum einen eine Standardlösung<br />
mit offenem, zweistufigem Kegelradgetriebe, IE3-Asynchronmotor<br />
und dem Umrichter Nordac Flex SK 200E. Zum anderen die<br />
wash-down-fähige Lösung mit geschlossenem, zweistufigem<br />
Kegelradgetriebe, IE4-Synchron-Glattmotor und dem Umrichter<br />
Nordac Base SK 180E. Die gesamte Einheit ist mit einer Ober -<br />
flächenveredelung ausgestattet und erreicht die Schutzart IP69K.<br />
Die Umrichter sind per Systembus gekoppelt und laufen synchron,<br />
der Synchronmotor als Master<br />
und der Asynchronmotor als<br />
Slave mit Schlupfkompensation.<br />
Die IE4-Synchrontechnologie<br />
bietet auch im Teillastbereich<br />
eine deutlich bessere<br />
Energieeffizienz.<br />
www.nord.com<br />
Armaturen auf den Prozess abstimmen<br />
Aufgrund der hohen Flexibilität der Fertigung kann VSM die<br />
geforderten Spezifikationen der Armaturen bei der Planung und<br />
anschließenden Produktion umsetzen. Zahlreiche Nennweiten-,<br />
Anschluss- und Kombinationsmöglichkeiten werden so<br />
ermöglicht. Durch die Lagerbevorratung sind auch Werkstoffe<br />
wie z. B. Hastelloy sofort<br />
verfügbar, was sich positiv auf<br />
die Lieferzeiten auswirkt.<br />
Die Armaturen werden sehr<br />
genau auf das zu führende<br />
Medium abgestimmt, wodurch<br />
sich deren Lebensdauer sowie die<br />
Zuverlässigkeit erhöhen. Der<br />
Wartungsaufwand verringert sich<br />
laut Hersteller signifikant, da die Armaturen eine geringere<br />
Anfälligkeit gegenüber Verschleiß aufweisen als der Standard.<br />
In einigen Fällen können dank eingesparter Verschraubungen<br />
Dichtstellen eingespart werden, was sowohl das Gewicht<br />
reduziert als auch Fehlerquellen eliminiert.<br />
www.vsm-gmbh.de<br />
Integrierte Stellungsrückmeldung<br />
Gemü bietet seinen Kunden manuell betätigte Kugelhähne mit<br />
integriertem Stellungsrückmelder an. Die vormontierte Armatur<br />
spart Aufwand bei Logistik und Dokumentation und ermöglicht<br />
eine schnellere und einfache Installation<br />
der Anlage vor Ort. Sowohl für die<br />
dreiteiligen Kugelhähne 711 und 740,<br />
den einteiligen Kompakt-Flanschkugelhahn<br />
762 als auch für den Hochdruckkugelhahn<br />
797 bietet Gemü zur<br />
Stellungsrückmeldung die induktiven<br />
Doppelsensoren LSF oder die Endschalterbox<br />
LSC an.<br />
www.gemu-group.com<br />
22 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Industriearmaturen für die Mess- und<br />
Regeltechnik<br />
Die Double Block & Bleed Piping Kugelhähne der Taurus-<br />
Baureihe bieten eine doppelte Absperrfunktion (Twin Ball<br />
Design) und eine Entspannungsfunktion über verschiedene<br />
Ventilausführungen an. Die Kugelhähne sind in den Nennweiten<br />
von 1 bis 6" mit vollem Durchgang bzw. bis 8" mit reduziertem<br />
Durchgang erhältlich. Standardmäßig wird die Flanschverbindung<br />
gemäß ASME B16.5 angeboten. Die Kugelhähne sind mit<br />
einem Anti-Blow-out-Design und einem Anti-Static-Design<br />
ausgestattet. Die komplette Taurus-Baureihe ist Fire Safe geprüft<br />
und zugelassen nach ISO<br />
10497 und API 607.<br />
Schneider DirectMount<br />
Systems (SDMS) sind darauf<br />
ausgelegt, eine sichere,<br />
effiziente und enge Verbindung<br />
zwischen elektronischen<br />
Durchflussmessgeräten<br />
und Messumformern<br />
mit der Blende zu schaffen,<br />
sodass die Auswirkungen von Messfehlern beseitigt oder verringert<br />
werden. SDMS finden ihren Einsatz bei der Durchflussmessung<br />
von Erdgas. Sie sind leicht zu installieren und sowohl in<br />
Vertikal- als auch Horizontal/Vertikal-Ausführung erhältlich. Die<br />
bei NPT-Verbindungen möglichen Leckagestellen werden verringert.<br />
Das System gewährleistet eine sichere, kompakte und dichte<br />
Messanlage. Die Anordnung der Bohrungen begünstigt ein selbstentwässern<br />
von Kondensat und Flüssigkeiten und reduziert damit<br />
Vereisungsprobleme.<br />
Sauglanze mit Schwimmerschalter<br />
In sehr vielen Dosieraufgaben entnimmt eine Dosierpumpe ein<br />
Konzentrat aus den unterschiedlichsten Behältern, sei es aus<br />
einem Kanister, einem Dosierbehälter, einem IBC oder einem<br />
Tank. Neben Saugschläuchen mit Fußventilen werden sehr häufig<br />
auch Sauglanzen eingesetzt, die sich, entsprechend der Applikation,<br />
im Rohrdurchmesser,<br />
in den Anschlüssen und im<br />
Material unterscheiden und<br />
zum Teil mit einem oder<br />
mehreren Schwimmerschaltern<br />
als Leermelder oder<br />
Niveaugeber ausgestattet<br />
sind. Starre Sauglanzen<br />
haben den Vorteil, dass sie<br />
in der Regel an einer festgelegten<br />
Position im Behälter<br />
installiert sind und Schwimmerschaltern<br />
einen festen<br />
Halt geben. Sie werden mit<br />
einer Rohrverschraubung im Behälterdeckel oder mit einer<br />
Tankverschraubung auf der Behälteroberfläche montiert.<br />
Der Hersteller bietet neben den Dosierpumpen auch eine Vielzahl<br />
unterschiedlicher Saug- und Gebindelanzen an. Vorkonfigurierte<br />
Standardlanzen, in unterschiedlichen Längen von 290 bis<br />
1 200 mm, sind ab Lager lieferbar. Doch auch Sauglanzen, die<br />
nach Kundenwünschen ausgeführt werden, sind kurzfristig<br />
verfügbar.<br />
www.ldt.info<br />
www.as-schneider.com<br />
Komplettes Prozesspumpensortiment<br />
Die Prozesspumpen der Baureihen 530, 630 und 730 von Watson-<br />
Marlow bieten verbesserte Bedienung und Steuerung und<br />
maximale Fördergenauigkeit bei Fördermengen von wenigen<br />
Mikrolitern bis zu 55 l/min bei einem Druck von bis zu 7 bar.<br />
Die Schlauchpumpen benötigen weder Ventile noch Dichtungen.<br />
Dank eines konkurrenzlosen Regelbereichs von bis zu 3 600:1<br />
dosieren sie zuverlässig und<br />
hygienisch. Durch die vollständig<br />
geschlossene Förderung (nur der<br />
Schlauch berührt das Medium)<br />
werden auch gefährliche Chemikalien<br />
sicher gefördert. Selbst abrasive und<br />
viskose Fluide, Gase und suspendierte<br />
Feststoffe stellen kein Problem<br />
dar. Die Pumpen sind mit einer<br />
breiten Auswahl an Antrieben und<br />
Pumpenköpfen für die Förderung mit<br />
einem Kanal oder zwei Kanälen<br />
verfügbar. Alle drei Prozesspumpen-<br />
Baureihen können je nach<br />
Anwendung mit Schlauchelementen<br />
ausgestattet werden, die ein absolut fehlerfreies Einlegen des<br />
Schlauchs garantieren. Dank der patentierten Steckverbinder<br />
kann das Schlauchelement dabei in weniger als einer Minute<br />
ausgetauscht werden, ohne dass dafür spezielle Kenntnisse<br />
erforderlich sind. Die Pumpen bieten umfangreiche digitale und<br />
analoge Steuerungsoptionen sowie eine fünfjährige Garantie.<br />
www.wmftg.de<br />
MAßGESCHNEIDERT<br />
Kugelhähne für extreme Bedingungen<br />
• höchste Betriebssicherheit<br />
• rein metallisches Dichtsystem<br />
• Drücke bis zu 700 bar<br />
• Temperaturen von -200°C bis zu +500°C<br />
• widersteht aggressiven Medien<br />
• gasdicht, wartungsarm<br />
hartmann-valves.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 23<br />
Hartmann-Valves.indd 1 18.04.<strong>2019</strong> 08:26:26
In pharmazeutischer Qualität<br />
Öl- und keimfreie Druckluft durch umfassende Aufbereitung<br />
Vapoplast ließ zur Erzeugung einer sicheren<br />
Druckluft unter anderem einen warmregenerierenden<br />
Adsorptionstrockner installieren<br />
Ölgeschmierte Kompressoren<br />
sind eine häufige Quelle für<br />
Verunreinigungen wie<br />
Restöldämpfe im Druckluftnetz.<br />
Doch auch ölfrei verdichtende<br />
Kompressoren bieten keine<br />
absolute Sicherheit. Denn genau<br />
wie Keime können auch Öldämpfe<br />
bereits in der Ansaugluft enthalten<br />
sein. Um sicherzugehen, dass nur<br />
Druckluft höchster Qualität im<br />
Herstellungsprozess mit dem<br />
Produkt in Kontakt kommt, sind<br />
eine umfassende Aufbereitung der<br />
Druckluft sowie ein lückenloses<br />
Monitoring erforderlich.<br />
Autor: Rainer Stützel, Head of Department<br />
Corporate Identity & Relations, Beko Technologies<br />
GmbH, Neuss<br />
Das 2014 als Tochter der belgischen Unternehmensgruppe<br />
High-Tech Plastics<br />
(H.T.P.) gegründete Unternehmen Vapoplast<br />
produziert mittels Spritzguss- und<br />
Spritzblasverfahren Nachfüllflaschen für<br />
das Liquid von E-Zigaretten – derzeit<br />
110 000 Stück pro Tag. Zum Formen, Abkühlen<br />
und Transport der Flaschen setzt<br />
das Unternehmen Druckluft ein. Da die<br />
Flaschen später mit Liquid befüllt werden,<br />
also direkt mit dem Konsumprodukt in<br />
Kontakt kommen, müssen sie von einwandfreier<br />
Qualität sein. Die eingesetzte Druckluft<br />
darf daher keine Verunreinigungen wie<br />
Restöldämpfe oder Keime enthalten. Außerdem<br />
muss sie trocken sein, damit sie das zu<br />
formende Material nicht negativ beeinflusst.<br />
Um das sicherzustellen, bereitet Vapoplast<br />
seine Druckluft auf und überprüft ihre Qualität<br />
lückenlos und in Echtzeit.<br />
Das Qualitätsmanagement der Vapoplast-Fabrik<br />
in Dottignies im Westen Belgiens<br />
achtet schon bei dem Rohmaterial,<br />
dem Kunststoff LDPE (Low-Density Polyethylen),<br />
genau darauf, dass er pharmazeutischen<br />
Standards entspricht. Bei der<br />
Produktion der Fläschchen werden Kunststoffperlen<br />
von absolut reiner Qualität geschmolzen<br />
und dann in eine Flaschenform<br />
eingespritzt. Vapoplast liefert die fertigen<br />
Flaschen inklusive der Verschlüsse weiter<br />
an den Kunden, der sie mit dem Liquid füllt<br />
und verschließt. Zur Kontrolle seines Produktionsprozesses<br />
prüft das strenge Qualitätsmanagement<br />
jede Charge von Flaschen<br />
mittels Lasertechnik. Stellt es Anomalien<br />
fest, wird die gesamte Charge zerstört und<br />
das Plastik recycelt.<br />
Individuelle Systemlösung<br />
Als 2015 – in der Anlaufphase der Produktion<br />
– Spuren von Öl auf den Plastikflaschen<br />
entdeckt wurden, ließ Vapoplast alle Produktionsmaschinen<br />
sowie alle verwendeten<br />
Materialien überprüfen. Schnell war<br />
klar, dass die Quelle der Verunreinigung die<br />
im Prozess eingesetzte Druckluft war. Bei<br />
der Suche nach einer Lösung für die Erzeugung<br />
reiner Druckluft wurde das Unternehmen<br />
auf den Druckluftspezialisten Beko<br />
Technologies aufmerksam. Die niederländische<br />
Vertriebsniederlassung des Neusser<br />
Druckluftspezialisten entwickelte eine auf<br />
die spezifischen Anforderungen von Vapoplast<br />
zugeschnittene Lösung für eine umfassende<br />
Druckluftaufbereitung – von<br />
Druckluftfiltration über Drucklufttrock-<br />
24 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA<br />
nung bis hin zur Katalyse- und Messtechnik.<br />
Gefordert war eine besonders trockene,<br />
öl- und keimfreie Druckluft.<br />
Zur Beseitigung von Restöldämpfen und<br />
Keimen wurde der Bekokat installiert. Der<br />
katalytische Konverter wandelt Kohlenwasserstoffe<br />
durch Totaloxidation vollständig<br />
in Kohlendioxid und Wasser um. Bei<br />
diesem Katalyseverfahren entsteht eine<br />
konstant öl- und keimfreie Druckluft mit<br />
einem maximalen Restöldampfgehalt von<br />
kaum mehr messbaren 0,001 mg/m 3 – und<br />
das unabhängig davon, ob ein ölfrei verdichtender<br />
oder ein ölgeschmierter Kompressor<br />
eingesetzt wird. Mit dieser Leistung übertrifft<br />
die Bekokat-Technologie selbst die strengen<br />
Anforderungen der ISO 8573-1, Klasse 1 Ölgehalt<br />
– eine Qualität, die in besonders anspruchsvollen<br />
Prozessen benötigt wird.<br />
Um sicherzugehen, dass die Druckluft<br />
frei von Restöldämpfen ist, überwacht<br />
Vapoplast seine Druckluft mit dem Metpoint<br />
OCV. Das Gerät misst den Restöldampfgehalt<br />
auf einen Wert von<br />
0,001 mg/m 3 genau. Wird ein vorab<br />
definierter Grenzwert überschritten, löst<br />
das Messsystem einen Alarm aus. Zusätzlich<br />
werden der Drucktaupunktsensor<br />
Metpoint DPM und der Datenlogger Metpoint<br />
BDL zur Überwachung, Registrierung<br />
und Auswertung der Werte eingesetzt.<br />
Zuverlässige Drucklufttrocknung<br />
Für die zuverlässige Trocknung der Druckluft<br />
kommt bei Vapoplast der Membrantrockner<br />
Drypoint M plus zum Einsatz. Er<br />
trocknet die Druckluft auf einen Drucktaupunkt<br />
von ca. – 20 °C. Durch den integrierten<br />
Nanofilter bietet er<br />
Filtration und Trocknung<br />
in einem Gehäuse.<br />
Die Trocknung der<br />
Druckluft erfolgt nach<br />
dem physikalischen<br />
Prinzip der Diffu sion<br />
durch eine teildurchlässige<br />
Membran. Ergänzt<br />
wird die Druckluftaufbereitung<br />
durch einen<br />
Clearpoint Feinfilter<br />
und den niveauregulierten<br />
Kondensatableiter<br />
Bekomat. Um seinen<br />
gesamten Produktionsprozess<br />
mit pharmazeutischer Druckluft zu<br />
versorgen, ließ Vapoplast weitere Aufbereitungskomponenten,<br />
darunter den warmregenerierenden<br />
Adsorptionstrockner Everdry,<br />
installieren.<br />
Mit der auf seine individuellen Anforderungen<br />
zugeschnittenen Systemlösung für<br />
die Druckluftaufbereitung stellt Vapoplast<br />
sicher, dass bei der Produktion der Nachfüllflaschen<br />
für die E-Zigaretten absolut ölund<br />
keimfreie sowie trockene Druckluft<br />
genutzt wird. Aufgrund der umfassenden<br />
Maßnahmen zur Aufbereitung übertrifft<br />
das Unternehmen die strengen Vorgaben<br />
der Pharmaindustrie hinsichtlich einer<br />
Aufgrund der umfassenden<br />
Maßnahmen zur Aufbereitung<br />
übertrifft Vapoplast die<br />
strengen Vorgaben der Pharmaindustrie<br />
hinsichtlich einer<br />
hohen Druckluftqualität.<br />
Rainer Stützel<br />
hohen Druckluftqualität. Damit ist das Unternehmen<br />
auch für seine Zukunftspläne,<br />
das Sortiment um Produkte für die Pharmaindustrie<br />
zu erweitern, gut aufgestellt.<br />
Fotos: Beko Technologies, Fotolia (#106650434, jk1991)<br />
www.beko-technologies.de<br />
Meorga.indd 1 18.03.<strong>2019</strong> 11:59:42<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 25
TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK<br />
Zukunftssicher trocknen<br />
Probleme beim Einsatz von Kältemitteln<br />
in der Druckluftaufbereitung<br />
Wer bei der Drucklufterzeugung<br />
Kältetrockner einsetzt, kommt<br />
nicht mehr darum herum, an die<br />
neue F-Gase-Verordnung zu<br />
denken. Die neue Richtlinie schickt<br />
so manchen Trockner ins Aus.<br />
Betreiber sollten vorsorgen.<br />
Drucklufttrocknung gehört zur Drucklufterzeugung<br />
wie der Deckel auf den<br />
Topf. So gut wie jede Druckluftstation ist<br />
mit Kältetrocknern ausgerüstet, denn kaum<br />
eine Anwendung kommt ohne diese Geräte<br />
aus, die für trockene Druckluft sorgen. Seit<br />
2015 ist die F-Gase-Verordnung EU<br />
517/2014 in Kraft. Diese hat zum Ziel,<br />
Emissionen teilfluorierter Treibhausgase<br />
(F-Gase) zu minimieren, um der Klimaerwärmung<br />
entgegenzuwirken. Die Auswirkungen<br />
der Verordnung sind jetzt zu spüren.<br />
Denn von ihr sind auch Betreiber von<br />
Druckluftstationen betroffen, da F-Gase in<br />
Kältetrocknern als Kältemittel zum Einsatz<br />
kommen. Das heißt, wer seine bestehenden<br />
Kältetrockner warten oder reparieren lässt<br />
oder wer einen neuen Kältetrockner anschafft,<br />
muss sich an die Vorgaben der<br />
Richtlinie halten. Bisherige Kältemittel werden<br />
sukzessive vom Markt genommen.<br />
Erreicht wird das durch konkrete Verbote,<br />
aber auch durch die gezielte Verknappung<br />
von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial,<br />
dem sogenannten Global Warming<br />
Potential (GWP). Bei den Verboten steht das<br />
bislang gebräuchliche Kältemittel R 404A<br />
im Rampenlicht. Ab nächstem Jahr ist das<br />
Inverkehrbringen neuer R-404A-Kältetrocknern<br />
untersagt. Zur Instandsetzung größerer<br />
Anlagen darf ausschließlich gebrauchtes<br />
Kältemittel eingesetzt werden, und ab 2030<br />
ist es dann auch im Service komplett verboten.<br />
Die Wirkung ist spürbar: R 404A ist<br />
nur noch schwer in größeren Mengen zu<br />
bekommen und wenn, dann sehr teuer. Das<br />
Thema wird aber noch brisanter.<br />
Autorin: Dipl.-Betriebsw. Daniela Koehler,<br />
Pressesprecherin, Kaeser Kompressoren SE,<br />
Coburg<br />
Verknappung droht<br />
Zusätzlich wird das Angebot von Kältemitteln<br />
mit hohem Treibhauspotenzial, wie<br />
bspw. den häufig eingesetzten Mitteln<br />
R 407C und R 410A, gezielt verknappt. Dazu<br />
dienen Quoten, die den Kältemittelherstellern<br />
und -importeuren verbindlich zugewiesen<br />
werden und die ihre Absatzmenge<br />
begrenzen. Für die Nutzung der Quote gilt:<br />
Je kleiner die Treibhauspotenziale der verkauften<br />
Kältemittel, desto höher ist die erlaubte<br />
Absatzmenge. Daher sind Hersteller<br />
dabei, ihr Sortiment auf Kältemittel mit<br />
möglichst niedrigen Treibhauspotenzialen<br />
umzustellen. Dieser Prozess wird sich<br />
deutlich verschärfen, da die ursprüngliche<br />
Quote schrittweise auf nur noch 21 % abgesenkt<br />
wird. Die Verfügbarkeit von Kältemitteln<br />
dürfte sich daher umso schneller<br />
verschlechtern, je höher ihr Treibhauspotenzial<br />
ist. Viele heutige Kältemittel werden<br />
künftig für Instandsetzungen nicht<br />
mehr oder nur noch zu hohen Preisen verfügbar<br />
sein.<br />
Für Betreiber ist es daher sinnvoll, wenn<br />
sie sich einen Überblick über die derzeit bei<br />
ihnen eingesetzten Kältemittel verschaffen<br />
und sich bezüglich Handlungsalternativen<br />
beraten lassen. Kältemittel zu bevorraten,<br />
ist für Betreiber meist keine Möglichkeit. Ihr<br />
Erwerb erfordert zwingend eine Zertifizierung<br />
von Betrieb und Personal. Technisch<br />
hoch riskant und illegal ist die Verwendung<br />
von unquotiertem Kältemittel aus dunklen<br />
Quellen. Bei allen Kältetrocknern, die im<br />
Zukunftssichere Kältetrockner<br />
sind nicht nur energie- und<br />
platzsparend, sie werden auch<br />
mit einem klimafreundlichen<br />
Kältemittel betrieben<br />
Einsatz sind, ist es sinnvoll, mit einem<br />
Service durch entsprechend zertifiziertes<br />
Personal Undichtigkeiten am Kältekreislauf<br />
26 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA<br />
rechtzeitig vorzubeugen. Dies gilt besonders<br />
für ältere Anlagen. Zudem müssen Betreiber<br />
auch die neuen Regelungen zu verbindlichen<br />
Dichtheitsprüfungen einhalten.<br />
Ein Umrüsten der Trockner auf einen Betrieb<br />
mit neuen Kältemitteln ist in vielen Fällen<br />
leider keine Alternative, da es zum einen<br />
technisch nicht immer möglich ist, oder aber<br />
zum anderen die Kosten für einen Umbau unwirtschaftlich<br />
wären. Langfristig betrachtet,<br />
macht es mehr Sinn, die Anschaffung neuer<br />
Trockner in den Investitionsplan mit aufzunehmen<br />
und neue Geräte zu installieren.<br />
Da sich gerade in den vergangenen<br />
Jahren im Bereich der Trocknertechnik<br />
enorme Entwicklungsschritte stattgefunden<br />
haben, hat eine Neuanschaffung noch<br />
andere Vorteile. Neue Trockner sind auf<br />
höchste Effizienz und Energiekostenersparnis<br />
ausgelegt und brauchen häufig auch<br />
noch weniger Platz als ältere Geräte. Neben<br />
der Betreibersicherheit im Hinblick auf das<br />
Kältemittel, könnten so eventuell Energieund<br />
Servicekosten reduziert werden.<br />
Auf Langlebigkeit achten<br />
Kältemittel<br />
R-404A 3 922<br />
R-407A 2 107<br />
R-410A 2 088<br />
R-407C 1 774<br />
R-134a 1 430<br />
R-513A 631<br />
Treibhauspotenzial (GWP)<br />
Das Kältemittel R 513A bietet für Kältetrockner<br />
die derzeit zukunftssicherste Lösung<br />
Wer einen neuen Kältetrockner kauft oder<br />
den Kauf eines solchen plant, sollte darauf<br />
achten, dass dieser den Einsatz eines Kältemittels<br />
ermöglicht, das nicht nur heute,<br />
sondern auch über den Lebenszyklus der<br />
Anlage für Servicearbeiten verfügbar bleibt.<br />
Beste Chancen bieten hier Kältetrockner,<br />
die bereits mit einem Kältemittel befüllt<br />
sind, das ein möglichst geringes Treibhauspotenzial<br />
aufweist, oder die nachträglich<br />
mit vertretbarem Aufwand auf ein solches<br />
umgerüstet werden können.<br />
Manche Hersteller verwenden Mittel, die<br />
zwar zurzeit noch eingesetzt werden dürfen,<br />
künftig aber entweder verboten oder<br />
aufgrund ihres hohen Treibhauspotenzials<br />
nicht mehr marktverfügbar sein werden.<br />
Betreiber von solchen Kältetrocknern würden<br />
dann innerhalb kurzer Zeit wieder vor<br />
der gleichen Problematik stehen.<br />
Vorausschauende Hersteller von Kältetrocknern<br />
setzten schon heute bei der Herstellung<br />
auf neue Kältemittel wie z. B.<br />
R-513A. Dieses hat den derzeit geringsten<br />
GWP-Wert unter den marktverfügbaren<br />
Kältetrocknern und ist damit nicht nur<br />
deutlich klimafreundlicher, sondern auch<br />
die zukunftssicherste Lösung.<br />
Fotos: Kaeser<br />
www.kaeser.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 27
TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK<br />
Vorausschauende Wartung bei<br />
Druckluftanlagen<br />
Sigma Smart Air ist ein Angebot, das den Einstieg in vorausschauenden<br />
Service ermöglicht und bei der schrittweisen Digitalisierung<br />
der Druckluftanlage unterstützt. Mit Sigma Smart Air bietet<br />
Kaeser Kompressoren eine Dienstleistung an, die sowohl vorausschauende<br />
Instandhaltung wie auch die höchstmögliche Energieeffizienz<br />
und die Verfügbarkeit der Druckluftversorgung sicherstellen<br />
wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Druckluftstation<br />
„intelligent“ ist, das heißt, dass sie über das Ethernet-basierte<br />
Sigma Network (alternativ Profibus) vernetzt ist und von der<br />
maschinenübergreifenden Steuerung Sigma Air Manager 4.0<br />
gesteuert wird. Erst so sind Betriebs-, Service- und Energiedaten<br />
der Druckluftanlage in Echtzeit verfügbar.<br />
Sigma Smart Air bietet die Möglichkeit, vorgenannte Voraussetzungen<br />
für bestehende und neue Druckluftanlagen ohne zusätzliche<br />
Investitionen zu schaffen. Das System umfasst zudem das<br />
Monitoring von Kennzahlen wie Servicekosten, Reservegrad und<br />
spezifische Leistung. Zusätzlich wird ein Energie- und Life-Cycle-<br />
Management der Druckluftstation über den gesamten Lebenszyklus<br />
hinweg möglich. Die immer aktuellen Kennzahlen der<br />
Energiedaten aus einer Hand bieten auch die Basis für ein<br />
Energiemanagement nach ISO 50001.<br />
www.kaeser.com<br />
Flexibler Hochdruckverdichter<br />
Der Hochdruckverdichter TRx 400 eignet sich für Anwendungen,<br />
bei denen hohe Enddrücke bis 200 bar mit gleichzeitig hohen<br />
Vordrücken bis 35 bar realisiert werden müssen. Das Gerät<br />
kommt daher insbesondere bei der H 2<br />
-, N 2<br />
- oder O 2<br />
-Nachverdichtung,<br />
Gasflaschenfüllung sowie Synthesegasspeicherung zum<br />
Einsatz. Wie alle Lösungen aus dem Hause Mehrer verdichtet der<br />
TRx 400 absolut ölfrei und kann aufgrund des modular<br />
aufgebauten Zylinderblocks auf individuelle Verdichtungsbedürfnisse<br />
der Kunden angepasst werden.<br />
Der Hochdruckkompressor ist als ein- und zweistufige Variante<br />
erhältlich und ermöglicht die Verdichtung von jeglichen Prozessgasen<br />
und Gasgemischen, egal ob trocken oder feucht. Typische<br />
Anwendungen sind bspw. die Verdichtung von Wasserstoff nach<br />
der Elektrolyse oder von Sauerstoff für Gasgeneratoren sowie die<br />
Rückgewinnung von Edelgasen. Auch die<br />
Verdichtung toxischer sowie brennbarer Gase<br />
ist mit dem TRx 400 problemlos möglich.<br />
Der Verdichter kann wahlweise als Block,<br />
Aggregat oder Anlage ausgeliefert werden.<br />
Dank seiner extrem robusten Bauweise und<br />
Kreuzkopfkonstruktion garantiert das Gerät laut<br />
Hersteller eine sehr hohe Anlagenverfügbarkeit<br />
sowie Prozesssicherheit.<br />
www.mehrer.de<br />
Intelligente Trockenpumpen<br />
Die neuen Trockenpumpen Dryvac DV 200 und DV 300 ergänzen<br />
die bereits bestehende Produktpalette der Dryvac 450, 650 sowie<br />
1200 und ermöglichen den gleichen Nutzen für Anwendungen,<br />
die kleinere Größen erfordern. Alle Modelle sind mit intelligenten<br />
Features und Funktionen ausgestattet und bieten laut Hersteller<br />
hohe Energieeffizienz, Langlebigkeit sowie eine zukunftssichere<br />
Netzwerkintegration.<br />
Der niedrige Stromverbrauch sorgt für eine sehr hohe Energieeffizienz.<br />
Durch ein Schraubendesign mit variabler Steigung<br />
minimieren die DV 200/300 den Stromverbrauch, sparen Kosten<br />
ein und reduzieren CO 2<br />
-Emissionen. Die Pumpen zeichnen sich<br />
durch minimale Wartung und eine einfache Reinigung der<br />
Wasserkühlkanäle aus. Sie sind mit<br />
einer automatischen Purgesteuerung<br />
der vakuumseitigen Wellendichtungen<br />
ausgestattet, um Wellendichtungen<br />
und Lager optimal zu<br />
schützen.<br />
www.leybold.com<br />
Ölfreie Vakuumpumpen<br />
Atlas Copco hat seine Vakuumpumpen als erster Hersteller durch<br />
den Tüv Rheinland nach der Norm ISO 8573-1 auf Ölspuren<br />
prüfen lassen. Gemessen und zertifiziert wurden drei verschiedene<br />
Typen ölfreier Vakuumpumpen: die Klauenvakuumpumpe<br />
DZS, die drehzahlgeregelte Schraubenvakuumpumpe DHS VSD+<br />
sowie die neue Atlas-Copco-Serie der drehzahlgeregelten Flüssigkeitsringpumpen<br />
LRP VSD+. Alle drei Pumpentypen wurden vom<br />
Tüv Rheinland als absolut ölfrei in der obersten „Klasse 0“ der ISO<br />
8573-1 eingestuft. Das bedeutet:<br />
zertifizierte Umweltfreundlichkeit,<br />
kein Risiko einer Ölkontamination<br />
sowie hohe Sicherheit für<br />
Anwendungen und die Gesundheit<br />
der Menschen.<br />
Die Messungen wurden ohne<br />
Ölentnahmevorrichtung am<br />
Ausgang zwischen Pumpe und Messmembran durchgeführt. Die<br />
drei Pumpentypen wurden vom Tüv Rheinland daraufhin zertifiziert,<br />
dass keine Spuren von Aerosolen (laut Definition der<br />
Klasse 0 liegt die Konzentration unter 0,01 mg/m³) im Abluftstrom<br />
zu erkennen sind.<br />
www.atlascopco.de<br />
Effiziente Drucklufterzeugung<br />
Der kompakte Schraubenkompressor C-2 ist sowohl für Behälterals<br />
auch Bodenmontage geeignet, wartungsfreundlich sowie<br />
schallreduziert. Verschiedene Leistungsoptimierungen sorgen<br />
dabei für maximale Effizienz. Niedriger<br />
Energiebedarf durch hohen Wirkungsgrad<br />
– diese Eigenschaft kennzeichnet<br />
laut Hersteller auch den Turbokompressor<br />
LPT 150. Das ölfreie Verdichtungsprinzip<br />
basiert auf einer luftgelagerten<br />
Antriebswelle kombiniert mit<br />
einem Permanentmagnetmotor.<br />
www.boge.de<br />
28 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
Sicherer 6-Zylinder-Verdichter<br />
Gea präsentiert mit dem HG66e einen halbhermetischen Verdichter.<br />
Dabei handelt es sich um eine komplett neue 6-Zylinder-<br />
Baureihe für große Leistungen mit hoher Effizienz im Bereich der<br />
Klima-, Normal- und Tiefkühlung. Bei dieser Baureihe decken<br />
vier Baugrößen den Bereich 116,5 bis<br />
180 m 3 /h Hubvolumen (bei 50 Hz) ab.<br />
Gea bietet damit in der gesamten<br />
HG-Baureihe sieben Modellgrößen<br />
mit 25 Hubraumstufen von 5,4 bis<br />
281,3 m 3 /h Hubvolumen (bei 50 Hz)<br />
an. Die neuen Verdichter sind mit dem<br />
eigen- und weiterentwickelten<br />
MexxFlow 2.0 Ventilplattensystem ausgestattet. Das System<br />
besteht aus einer Ventilplatte mit hocheffizienten Doppelringlamellen<br />
und einem strömungstechnisch optimierten System aus<br />
Ventilplatte und Zylinderkopf. Diese zweite Generation zeichnet<br />
sich durch noch höhere Widerstandsfähigkeit bei gleichbleibend<br />
hoher Effizienz aus. Die verbesserten Notlaufeigenschaften sind<br />
besonders wichtig für den Betrieb mit Low-GWP und natürlichen<br />
Kältemitteln. Der HG66e-Verdichter ist somit für die aktuellen<br />
Low-GWP Kältemittel geeignet und zugelassen.<br />
www.gea.com<br />
Schrauben-, Kolben- und<br />
Radialkompressoren<br />
Elgi bietet u. a. ölfreie Drucklufttechnologie an. Im Fokus stehen<br />
dabei Lösungen mit hohem Wirkungsgrad, die ölfreie Luft der<br />
ISO-Klasse 0 bereitstellen, gleichzeitig geringe Betriebskosten<br />
gewährleisten und keinerlei Umweltbelastungen verursachen.<br />
Das Portfolio von über 400 Produkten umfasst ölgeschmierte und<br />
ölfreie Schrauben-, Kolben- und Radialkompressoren, Trockner<br />
und Filter sowie das nachgeschaltete Zubehör.<br />
www.elgi.com<br />
Sichere Druckluftaufbereitung<br />
Ein Beispiel für eine IoT-Lösung in der Drucklufttechnik ist die<br />
industrielle Luftreinhaltung mit dem DFE Downflo Evolution<br />
Entstaubungssystem. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufbe -<br />
reitungstechnik von Druckluft und Gasen in hochsensiblen<br />
Einsatzbereichen wie der Lebensmittel- und Pharmaproduktion.<br />
Filter und Trockner, wie z. B. der warmregenerierende<br />
Adsorptions trockner der HRS-Baureihe, sorgen dafür, dass selbst<br />
extreme Vorgaben der Partikelabscheidung und des Restöl -<br />
gehaltes kontinuierlich und sicher eingehalten werden können,<br />
die über die Vorgaben der ISO 8573-1:2010 hinausgehen.<br />
Doch bei allen Weiterentwicklungen muss<br />
die Wirtschaftlichkeit gewährleistet sein.<br />
Dabei stehen sich die geringeren Investitions-<br />
und Lebenszykluskosten von<br />
ölgeschmierten Kompressoren im<br />
Verhältnis zu ölfrei arbeitenden Kompressoren<br />
gegenüber. In vielen Einsatzbereichen<br />
können Mehrkosten durch eine gut<br />
geplante Druckluftaufbereitung kompensiert<br />
werden.<br />
www.donaldson.com<br />
VAKUUM-<br />
LÖSUNGEN FÜR<br />
DIE GEFRIER-<br />
TROCKNUNG<br />
Vakuumerzeugung<br />
Die modularen CombiLine Wälzkolbenpumpstände<br />
überzeugen mit ihrem kompakten Design und ihrer<br />
Verlässlichkeit – die ideale Lösung für Produktionsgefriertrockner<br />
Druckmessung<br />
Beheizt bis 160°C und mit einem robusten Aufbau<br />
sind die CLR Messröhren selbst für anspruchsvollste<br />
Prozesse wie die Heißdampfsterilisation geeignet<br />
Prozessüberwachung und Silikonöldetektion<br />
Das PrismaPro Massenspektrometer ist ein leistungsstarkes<br />
PAT-Werkzeug, um Ihren Prozess zu optimieren<br />
und die Produktqualität sicherzustellen<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 29<br />
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MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Volle Versorgungssicherheit<br />
Durchflussmessungen mit eingriffsfreier Clamp-on-Ultraschalltechnik<br />
Wasser ist ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie, der in<br />
großen Mengen als Fertigungsmittel und als Energieträger benötigt wird.<br />
Am Chempark-Standort Dormagen messen Clamp-on-Ultraschall systeme<br />
den Durchfluss von Wasser über den gesamten Zyklus, von der Gewinnung<br />
über die Aufbereitung und den Gebrauch bis zum Abwasser.<br />
Für den Menschen ist Wasser so lebensnotwendig<br />
wie die Luft zum Atmen.<br />
Nicht anders verhält es sich mit der chemischen<br />
Industrie: Eine stabile Versorgung<br />
mit Wasser in einer hohen und kontrollierten<br />
Qualität ist eine entscheidende Voraussetzung<br />
für die Herstellung von Chemikalien,<br />
Dampf und Strom.<br />
Als Chempark-Betreiber versorgt Currenta<br />
alle ansässigen Firmen zentral mit Trinkwasser<br />
und Wasser in verschiedenen Qualitäten.<br />
Das Wasser wird überwiegend in<br />
eigenen Anlagen gewonnen, teilweise am<br />
Markt beschafft, gegebenenfalls aufbereitet<br />
und über ein umfassendes Rohrleitungsnetzwerk<br />
verteilt. Pro Jahr produziert<br />
Currenta rund 760 Mio. m³ Wasser. Der<br />
größte Anteil davon entfällt auf Betriebswasser<br />
(390 Mio. m³) für die Durchlaufkühlung<br />
in der Produktion der Betriebe<br />
sowie auf Kreislaufwasser (300 Mio. m³) zur<br />
Temperierung zahlreicher hitzeintensiver<br />
Prozesse. Nur ein kleinerer Anteil entfällt<br />
auf VE- (28 Mio. m³) und Trinkwasser<br />
(12 Mio. m³).<br />
Auch wenn die Chempark-Standorte am<br />
Niederrhein über ausreichende Wasservorräte<br />
verfügen, ist die sparsame Nutzung<br />
von Wasser allein schon aus energetischen<br />
Gründen geboten. Um Drücke und Durchflüsse<br />
auf das jeweils gewünschte Niveau zu<br />
02 Vom Kühlturm haben Günter Schellen, Currenta-Wasserversorgung, und Heinrich Brucks,<br />
Flexim einen guten Blick auf Betriebe und Anlagen, in denen in den vergangenen 15 Jahren<br />
Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmesser Fluxus installiert wurden<br />
Autor: Jörg Sacher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,<br />
Flexim GmbH, Berlin<br />
30 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
01 In Sensoranbringungsvorrichtungen Variofix montierte<br />
Clamp-on-Ultraschallsensoren messen von außen den Durchfluss<br />
bringen, sind 900 Pumpen und Antriebe<br />
erforderlich, die jährlich rund 240 000 MWh<br />
Strom verbrauchen.<br />
Betriebswassermenge erfassen …<br />
Wer sparen will, muss bilanzieren können.<br />
Wer bilanzieren will, muss messen. Daher<br />
suchten die Betriebsingenieure der Wasserversorgung<br />
am Standort Dormagen im<br />
Jahr 2003 nach einer geeigneten messtechnischen<br />
Möglichkeit, die Betriebswassermenge<br />
im Zulauf zu einer VE-Anlage zu<br />
er fassen. Heinrich Brucks kann sich noch<br />
gut erinnern, wie er vor über 15 Jahren in<br />
einem Untergeschoss auf dem Gelände<br />
des Chempark-Standorts Dormagen den<br />
Grundstein für eine langfristige Geschäftsbeziehung<br />
legte. Im Spätsommer 2003 war<br />
Heinrich Brucks erst seit etwa einem halben<br />
Jahr für Flexim als Vertriebsingenieur<br />
im Außendienst tätig. Als solcher mühte er<br />
sich redlich, die zu dieser Zeit noch nicht<br />
weit verbreitete Clamp-on-Ultraschalltechnik<br />
bekannt zu machen und die Durchflussmesser<br />
Fluxus an den Mann zu<br />
bringen. Bei Currenta – damals noch Bayer<br />
Industry Services – erhielt er seine Chance.<br />
Und er nutzte sie.<br />
„Die erste Messstelle, die man einem<br />
Ingenieur im Außendienst zeigt, ist nie die<br />
einfachste“, weiß Heinrich Brucks aus Erfahrung:<br />
„Eher die schwierigste.“ Das Betriebspersonal<br />
der Wasserversorgung führte<br />
ihn in den Keller zur Messstelle, wo er mit<br />
seinem portablen Fluxus ADM 6725 eine<br />
Testmessung aufbaute. Wo zuvor andere<br />
Anbieter von Clamp-on-Messtechnik gescheitert<br />
waren – sei es wegen der schwierigen<br />
Rohroberfläche oder wegen Inkrustinationen<br />
im Rohrinneren – überzeugte Heinrich<br />
Brucks mit seinem Fluxus. Folglich entschied<br />
sich der Betrieb für die Anschaffung<br />
eines stationären Clamp-on-Ultraschall-<br />
Durchflussmessers von Flexim. Seit seiner<br />
Installation im Herbst 2003 misst der Fluxus<br />
ADM7207 zuverlässig und störungsfrei.<br />
… und Ammoniakgas<br />
Dass sich die eingriffsfreie Clamp-on<br />
Ultraschalltechnik nicht nur zur Durchflussmessung<br />
von Wasser eignet, sondern<br />
insbesondere auch für Medien, von denen<br />
aufgrund ihrer Eigenschaften eine besondere<br />
Gefahr ausgeht oder die benetzten<br />
Messinstrumente schnell verschleißen, hat<br />
sich inzwischen herumgesprochen. So<br />
messen etwa auf dem Dach der benachbarten<br />
Kälteanlage drei Ultraschallsysteme<br />
Fluxus G704 den Durchfluss von Ammoniakgas<br />
in der Kälteanlage von Currenta und<br />
viele andere in den Produktionsbetrieben<br />
am Standort Rohstoffe, Zwischenprodukte,<br />
Produkte und Wärmeträger.<br />
„Inzwischen kann man fast den Eindruck<br />
gewinnen, dass uns die Anwender vor allem<br />
als erfahrene Problemlöser für die ganz<br />
kniffligen Fälle wahrnehmen – etwa Hochtemperaturanwendungen<br />
oder Gase bei geringem<br />
Druck“, berichtet Heinrich Brucks:<br />
„Dabei ist und bleibt Wasser eine absolut<br />
gängige Standardanwendung.“<br />
Auch in der Wasserversorgung des Chempark-Standorts<br />
Dormagen wurden unterdessen<br />
zahlreiche weitere Messstellen mit<br />
Fluxus instrumentiert, als Ersatz für defekte<br />
benetzte Durchflussmesser ebenso wie bei<br />
der Erstausstattung von<br />
Neuanlagen. Als sich etwa<br />
bei einer alten Messblende,<br />
die den Durchfluss von<br />
gefördertem Rohwasser<br />
zu einem Speicherbecken<br />
misst, der Wartungsaufwand<br />
mehrte, war für die<br />
Betriebsingenieure klar,<br />
welches Messsystem an<br />
ihre Stelle treten sollte,<br />
nämlich ein Clamp on-<br />
Ultraschall-Durchflussmesser<br />
Fluxus.<br />
Gesamter Wasserkreislauf<br />
In den beiden Vollentsalzungsanlagen, die<br />
Currenta am Standort betreibt, kommen<br />
ebenfalls die Clamp-on-Ultraschallsysteme<br />
zum Einsatz. In einer der beiden VE-Anlagen<br />
ersetzt ein Fluxus F721 an einer<br />
Edelstahlleitung DN250 den dort ursprünglich<br />
installierten Wirbelfrequenz-(Vortex-)<br />
Durchflussmesser, der sich als vibrationsempfindlich<br />
erwiesen hatte und häufig<br />
nicht verlässliche Messwerte lieferte. Schon<br />
zuvor war in derselben Anlage die Abwasserleitung<br />
am Kationenaustauscher, in der<br />
eine wässrige Salzsäurelösung fließt, mit einer<br />
Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmessung<br />
nachgerüstet worden. Dort ersetzte ein Fluxus<br />
F704 ein Inline-Ultraschall-Durchflussmessung,<br />
die undicht geworden war.<br />
In der zweiten VE-Anlage von Currenta<br />
am Standort Dormagen misst ein weiterer<br />
03 Als Messumformer kommt der stationäre<br />
Fluxus F721 zum Einsatz<br />
Die Clamp-on-Ultraschallmessungen<br />
funktionieren unabhängig von der<br />
Leitfähigkeit des Mediums, sind<br />
unempfindlich gegenüber Vibrationen<br />
der Rohrleitung und beeinträchtigen<br />
nie die Versorgungssicherheit.<br />
Günter Schellen, Planung&Dokumentation,<br />
Currenta-Wasserversorgung<br />
Fluxus F721 die Gesamtmenge des dort erzeugten<br />
VE-Wassers. In dieser Anwendung<br />
erweist sich die Bidirektionalität des Messverfahrens<br />
von Vorteil, da an dieser Messstelle<br />
zwischen VE-Wasserspeicher und<br />
den abnehmenden Betrieben und Kraftwerken<br />
Durchflüsse in beiden Flussrichtungen<br />
möglich sind. Die in beiden Durchflussrichtungen<br />
gleichermaßen genaue<br />
Durchflussmessung erlaubt die genaue<br />
Bilanzierung. Eine andere Anwendung ist<br />
die Messung der Kondensatmengen, die<br />
von mit Dampf versorgten Produktionsbetrieben<br />
zurückfließen.<br />
Der Anwendungsbereich der Clampon-Ultraschall-Durchflussmesser<br />
erstreckt<br />
sich über den gesamten Wasserkreislauf. So<br />
messen an den vier Belebungsbecken der<br />
von Currenta betriebenen Kläranlage am<br />
Standort Dormagen acht Ultraschallsysteme<br />
Fluxus den Durchfluss von Abwasser.<br />
Fotos: Flexim<br />
www.flexim.com/de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 31
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Clever gesteuert<br />
Füllstandmessung im Zyklon einer Brauerei<br />
Mit geführtem Radar lässt sich der<br />
Füllstand schnell und präzise<br />
bestimmen. Eine Brauereigruppe<br />
nutzt das Verfahren, um die<br />
Dekantierung von Bier zu<br />
optimieren.<br />
Neben ihrem Kampf um die Gunst der<br />
Verbraucher, spielt die Sicherstellung<br />
der betrieblichen Effizienz bei Brauereien<br />
eine zunehmend wichtigere Rolle. Die<br />
Trennung und Rückgewinnung von Bier<br />
und Hefe ist ein Bereich des Brauprozesses,<br />
bei dem Brauereien Separatoren mit Zyklonen<br />
einsetzen, die eine höhere Effizienz<br />
ermöglichen.<br />
Autorin: Katrien Geerinckx, Marketing Manager,<br />
Magnetrol International N.V., Zele, Belgien<br />
Die Hefe beeinflusst stark Geschmack und<br />
Charakter des Biers. In den letzten Phasen<br />
der Bierherstellung trennen die Brauer die<br />
verbrauchte Hefe vom ausgereiften Bier,<br />
wozu Separatoren eingesetzt werden. Das<br />
Bier wird weiterverarbeitet und die verbrauchte<br />
Hefe für den Weiterverkauf aufbereitet.<br />
Diese Hefe wird z. B. als Substrat<br />
für den Anbau von Pilzen vermarktet<br />
und ist auch als Additiv in Ethanol-Kraftstoffen<br />
zu finden. Da Hefe äußerst reich<br />
an Proteinen und B-Vitaminen ist, wird<br />
sie traditionell als wertvolles Futterergänzungsmittel<br />
an das Vieh verfüttert.<br />
Kontinuierliche Prozesse<br />
Die Separatoren sind seit vielen Jahrzehnten<br />
ein unverzichtbarer Bestandteil<br />
des Bierbrauens. Sie sorgen für einen<br />
wirtschaftlichen Betrieb, eine höhere Qualität<br />
des Bieres und eine effiziente Rückgewinnung<br />
von Bier und verbrauchter Hefe.<br />
Nach einer gewissen Zeit verlieren jedoch<br />
die in Betrieb befindlichen Separatoren an<br />
01<br />
02
01 Die Sonde ist gebogen, sodass die<br />
Messungen entlang der Seitenwand<br />
erfolgen können<br />
02 Der Messumformer ermittelt über einen<br />
schnellen Zeitmesskreis präzise die Differenz<br />
zwischen Start- und Refleximpuls und<br />
ermöglicht eine präzise Füllstandmessung<br />
Leistungsfähigkeit. Ursache hierfür sind<br />
Heferückstände, die aus dem Separatorbehälter<br />
entfernt werden müssen. Dabei<br />
soll möglichst wenig Bier verloren gehen.<br />
Bei der Klärung gelangt das aufgeschlämmte<br />
Bier- und Hefegemisch aus dem<br />
Separatorbehälter in den oberen Bereich des<br />
Zyklons, der sich tangential zur Seitenwand<br />
befindet. Das aufgeschlämmte Bier-/Hefegemisch<br />
setzt sich am Boden des Zyklons ab.<br />
Die verbrauchte Hefe wird dann am Boden<br />
des Zyklons mittels einer Verdrängungspumpe<br />
oder einer peristaltischen Pumpe<br />
abgepumpt und in einen Dekanter oder<br />
Trockner für Hefe gefördert. Das Bier, das bei<br />
der Klärung mitströmt, geht jedoch verloren.<br />
Der Zyklon fungiert auch als Auffanggefäß<br />
zwischen dem Separatorbehälter und<br />
dem Tank zum Lagern der verbrauchten<br />
Hefe, der sich unterhalb der Pumpe befindet.<br />
Bei der Klärung gelangt zusätzliches<br />
Bier aus dem Behälter zusammen mit der<br />
Hefe in den Zyklon.<br />
In der Praxis erprobt<br />
Ein großes Brauereiunternehmen in den<br />
USA hatte den Füllstand in den insgesamt<br />
64 Zyklonen in allen seinen Brauereien mithilfe<br />
einer Füllstandmesssonde mit einem<br />
Schaltpunkt kontrolliert, die von einem<br />
Mitbewerber stammt. Die Sonde misst ausschließlich<br />
hohe Füllstände und zeigt an,<br />
wenn der Zyklon mit dem Hefe-/Biergemisch<br />
gefüllt ist. Für die Brauerei waren<br />
dies jedoch nicht genug Informationen.<br />
Magnetrol arbeitete mit einer der Brauereien<br />
der Unternehmensgruppe zusammen,<br />
um zu beweisen, dass eine kontinuierliche<br />
Füllstandmessung in den Zyklonen<br />
möglich ist.<br />
Die Sonde des Eclipse Guided Wave Radar<br />
(GWR) ist gebogen, sodass die Messungen<br />
entlang der Seitenwand sowie entlang<br />
des Kegels, der sich am Boden des Zyklons<br />
befindet, und in der Druckleitung unterhalb<br />
des Zyklons erfolgen können. Das<br />
Edelstahlgehäuse ist speziell auf die Verwendung<br />
in hygienischen Anwendungen<br />
abgestimmt. Das Gerät unterstützt den<br />
FDT/DTM-Standard; ein Pactware PC-Softwarepaket<br />
ermöglicht zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten<br />
und eine flexible<br />
Trendermittlung. Der Einzelmessumformer<br />
kann mit allen Sondentypen eingesetzt<br />
werden und gewährleistet erhöhte Zuverlässigkeit,<br />
wie ein SFF-Wert (Safe Failure<br />
Fraction) von 91 % belegt. Hierdurch ist ein<br />
Einsatz in SIL2-Messketten möglich.<br />
Durchgängige Messung<br />
Durch die Bestimmung des Füllstands bis<br />
nach unten zum Auslass kann der Brauer<br />
feststellen, ob sich Bieraufschlämmung am<br />
Boden des Zyklons befindet und dann das<br />
Abpumpen in den Dekanter für verbrauchte<br />
„Der Eclipse-GWR übertrifft<br />
traditionelle Technologien.“<br />
Hefe starten. Ist der Füllstand niedrig, wird<br />
die Pumpe gestoppt. Dieser Vorgang steuert<br />
den Zyklonaustrag während der Klärung im<br />
Separator.<br />
Der Brauer war sich bewusst, dass bei der<br />
normalen Trennung der Hefe (Klärung des<br />
Bieres) der Separatorbehälter geschlossen<br />
bleiben musste, damit keine Aufschlämmung<br />
in den Zyklon gelangt. Der Behälter<br />
eines Separators ist jedoch mit einer elastomeren<br />
Dichtung abgedichtet. Diese Dichtung<br />
ist anfällig für Lecks, sodass einwandfreies<br />
Bier mit niedriger Rate in den Zyklon<br />
strömen kann.<br />
Der betreffende Brauer überwacht den<br />
Zyklonfüllstand zwischen den Klärzyklen<br />
des Separators. Wenn die Dichtung des<br />
Separatorbehälters undicht ist, steigt der<br />
Füllstand im Zyklon langsam an. Daher wird<br />
durch die Überwachung des Füllstands zwischen<br />
den Klärzyklen auch die Unversehrtheit<br />
der Dichtung am Separatorbehälter<br />
überwacht. Wird ein Leck festgestellt, wird<br />
für den betreffenden Separator ein Austausch<br />
der Behälterdichtung geplant.<br />
Nach dem Test hat der Brauer bemerkt,<br />
dass die Amortisationszeit für die kontinuierliche<br />
Füllstandmessung mithilfe des<br />
Eclipse GWR um drei Monate kürzer ausfällt.<br />
Zur Berechnung der Amortisationsdauer<br />
wurde der Bierschwund bei der<br />
Klärung herangezogen.<br />
Fotos: Fotolia (#177083204, nordroden), Magnetrol<br />
www.magnetrol.com<br />
BUCHTIPP<br />
Dieses Buch erleichtert durch<br />
eine möglichst anschauliche und<br />
anwendungsorientierte Darstellung<br />
der Zusammenhänge dem Leser<br />
den Zugang zu dem interessanten<br />
Fachgebiet der elektrohydraulischen<br />
Antriebe und Steuerungen, ohne<br />
allerdings auf die notwendigen<br />
physikalischen und mathematischen<br />
Grundlagen zu verzichten.<br />
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von Prof. Dr.-Ing. Siegfried Helduser<br />
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MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
01<br />
Äußerst diskret<br />
Digitale Signale einfach erfassen und sicher beherrschen<br />
Für Anlagenbetreiber in der<br />
Prozessindustrie ist es nicht nur<br />
entscheidend, eine Vielzahl<br />
unterschiedlicher diskreter Signale<br />
zur erfassen, sie müssen diese<br />
Komplexität auch sicher<br />
beherrschen. Genau für diese<br />
Aufgabe wurde der Fieldconnex<br />
Multi-Input/Output (MIO)<br />
entwickelt – die eigensichere,<br />
kompakte Komponente steht für<br />
einfaches Handling und hohe<br />
Effizienz.<br />
Autor: Andreas Hennecke, Product Marketing<br />
Manager, Pepperl+Fuchs GmbH, Mannheim<br />
Die Anzahl und Vielfalt diskreter Signale,<br />
die es in modernen Prozessanlagen zu<br />
erfassen und zu überwachen gilt, ist groß.<br />
So ist es bspw. entscheidend, jederzeit zu<br />
wissen, ob sich Ventile im geöffneten oder<br />
geschlossenen Zustand befinden. Tankklappen<br />
müssen mittels Namur-Sensoren<br />
kontrolliert werden. Gleiches gilt für die<br />
Kontakte von Schranktüren oder Zugänge<br />
zu Bereichen mit Apparaten und Anlagenteilen,<br />
die für den Prozess wichtig sind.<br />
Überlauf und Leerstand werden an Tanks<br />
mittels Schwinggabeln kontrolliert. Ebenso<br />
wichtig ist die Laufüberwachung von kritischen<br />
Motoren, die nicht ausfallen dürfen<br />
wie etwa Lüfter oder die Steuerung von<br />
Motoren für Rührwerke und Pumpen.<br />
Schon dieser kleine Ausschnitt der wirklichen<br />
Anforderungen vermittelt einen<br />
Eindruck von der Vielfalt und Komplexität,<br />
die es in Prozessanlagen zu beherrschen<br />
gilt. Für Signale mit hoher Energie erreicht<br />
man hier eine vollumfängliche Integration<br />
mittels Remote I/O-Technologie. Über<br />
Feldbusinfrastruktur mit Profibus PA und<br />
den Multi-Input/Output hingegen gelingt<br />
die Anbindung diskreter/eigensicherer<br />
Signale. So lassen sich sämtliche Feldgeräte<br />
und Daten einfach und problemlos<br />
in moderne Profibus- oder Profinet-Leitsysteme<br />
integrieren.<br />
Bei Pepperl+Fuchs in Mannheim arbeitet<br />
man beständig daran, die Handhabung<br />
solcher Installationen noch einfacher und<br />
sicherer zu machen. Mit der Entwicklung<br />
des Fieldconnex MIO ist dabei ein weiterer<br />
wichtiger Schritt gelungen. Das Gerät<br />
verbindet bis zu zwölf diskrete Ein- und<br />
Ausgangssignale mit dem Leitsystem. Es<br />
soll die einzige kompakte Feldbus-Komponente<br />
auf dem Markt sein, die eigensichere<br />
Ein-/Ausgänge für binäre Signale mit<br />
vier verschiedenen Funktionen bietet. So<br />
ist höchste Flexibilität beim Anlagendesign<br />
sichergestellt.<br />
Ventile und mehr<br />
Zu den Hauptanwendungen, die innerhalb<br />
von Prozessanlagen zu realisieren sind,<br />
zählt sicher die Überwachung von Ventilen.<br />
Starkstromventile werden dabei direkt über<br />
Remote I/O angeschlossen. Hierfür steht ein<br />
Modul zur Verfügung, das über einen Steuerausgang<br />
und zwei Eingänge für die Meldung<br />
der Endlage-Schalter verfügt. Bei<br />
Druckluftantrieb erfolgt die Ventilsteuerung<br />
über sogenannte Pilotventile, diese werden<br />
durch ein Signal mit geringer Energiemenge<br />
angesteuert und regeln die Druckluft.<br />
Insgesamt steuert der MIO bis zu vier<br />
Ventile inklusive Endlagerückmeldung und<br />
34 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
02<br />
Teilhubtest. Das Gerät verfügt über eine<br />
integrierte Losbrech- und Laufzeitüberwachung<br />
für Ventile und gibt Alarm, sobald<br />
Grenzwerte überschritten werden. Darüber<br />
hinaus halten die Teilhubtests selten angesteuerte<br />
Ventile gangbar. Diese Funktionen<br />
ermöglichen eine gezielte und vorausschauende<br />
Instandhaltung mit einer höchst<br />
effizienten Verlängerung der Wartungsintervalle.<br />
Darüber hinaus werden ungeplante<br />
Stillstände vermieden, was die Wirtschaftlichkeit<br />
der Anlagen deutlich erhöht.<br />
Neben Ventilen liefern natürlich noch<br />
eine Vielzahl weiterer Geräte diskrete<br />
Signale aus dem Feld, die es zu erfassen gilt.<br />
So ist über den Multi-Input-Output der<br />
Anschluss von bis zu vier Schwinggabeln<br />
zur Überlauf- und Leerstandüberwachung<br />
für Behälter möglich. Außerdem ist die<br />
Komponente über einen Frequenz-/Zähler-Eingang<br />
in der Lage, Signale von Impuls-<br />
und Frequenzgebern zu sammeln.<br />
Notwendig ist das z. B. bei der Stillstandsüberwachung<br />
von für den Prozess kritischen<br />
Motoren oder Ventilatoren.<br />
Bei Bedarf kann das Gerät aber auch<br />
bis zu zwölf einfache Namur-Sensoren<br />
über nur eine Feldbusadresse erfassen. Sie<br />
kommen bspw. bei der Überwachung von<br />
Tankdeckeln zum Einsatz. Die Vielfalt und<br />
Komplexität all dieser Signale kann über<br />
den Fieldconnex MIO ebenso effizient wie<br />
anwenderfreundlich erfasst und beherrscht<br />
werden.<br />
Einfaches Handling<br />
Alle Eingänge des Fieldconnex Multi- Input/<br />
Output sind eigensicher und bieten eine<br />
höchst einfache, komfortable Handhabung,<br />
da sie en bloc oder einzeln konfiguriert<br />
werden können. Für ein effizientes Anlagendesign<br />
wird die Komponente in<br />
unmittelbarer Nähe zum Sensor installiert.<br />
Auf diese Weise werden der Verkabelungsaufwand<br />
und somit auch der Kosten- und<br />
Zeitaufwand für die Installation deutlich<br />
reduziert. Dank verbesserter Kabelführung<br />
und großzügig bemessenem Platz für die<br />
Klemmen ist ein einfacher Anschluss gewährleistet.<br />
Das System ist in den Gehäusevarianten<br />
Aluminium, GRP sowie Edelstahl<br />
verfügbar und auch für die Montage auf<br />
DIN-Hutschiene geeignet.<br />
Die Anbindung über Remote I/O-Technologie<br />
bietet hohe Leistung und Eigensicherheit<br />
gleichermaßen. Module für bis<br />
zu acht diskrete Eingangssignale stellen<br />
dabei eine hohe Kanaldichte und damit<br />
enorme Kosteneffizienz sicher. Legt der Betreiber<br />
vor allem Wert auf größtmögliche<br />
Verfügbarkeit, können Module mit nur<br />
einem Kanal eingesetzt werden. Neben diskreten<br />
Signalen werden über Remote I/O<br />
aber auch klassische 4–20-mA-Geräte an<br />
die Leittechnik angebunden. Die Kommunikation<br />
über Hart-Protokoll stellt hier<br />
zusätzliche Messgrößen zur Verfügung und<br />
ermöglicht die Ferndiagnose sowie eine<br />
-Parametrierung der Instrumentierung.<br />
Kommunikation der Zukunft<br />
Die Kommunikation via Profibus PA gewährleistet<br />
eine driftfreie und hochpräzise<br />
Übertragung von Mess- und Stellwerten.<br />
Diagnose- und Statusinformationen werden<br />
parallel übertragen und in die Leittechnik<br />
integriert. Die Konfiguration erfolgt hier<br />
ganz komfortabel über Proxy-Technologie,<br />
01 Mit dem Fieldconnex Multi-Input-Output<br />
können bis zu 12 diskrete Signale erfasst und<br />
überwacht werden<br />
02 Remote I/O für analoge und diskrete<br />
Signale via Profinet<br />
die exakt spezifiziert wie die Signale vom<br />
Profibus PA nach Profinet zu übersetzen<br />
sind. Da großer Wert auf einfaches Handling<br />
gelegt wurde, erfolgt die Konfiguration<br />
der Proxy automatisch mit dem Start der<br />
Anlage. Sie sind also faktisch konfigurationsfrei<br />
und können daher im Bedarfsfall<br />
„Diskrete Signale lassen sich in ihrer Vielfalt mit digitaler<br />
Übertragung effizient und zukunftssicher beherrschen.“<br />
schnell und ganz ohne Aufwand ausgetauscht<br />
werden.<br />
Mehr und mehr wird in den kommenden<br />
Jahren die Ethernet-APL-Kommunikation<br />
Einzug ins Feld der Prozessautomation halten<br />
und den Weg ebnen für Industrie-4.0-<br />
Anwendungen – eine Zukunfts-Technologie,<br />
die mit den heutigen absolut kompatibel<br />
ist. Ihre Bandbreite von 10 Mbit/s liegt rund<br />
300 Mal höher als bei der heute üblichen<br />
Kommunikation. Kabelwege sind dabei bis<br />
zu einer Entfernung von 1 000 m realisierbar.<br />
Und da für das neue Ethernet als Referenzkabeltyp<br />
das bereits vorhandene Profibus-PA-Kabel<br />
verwendet wird, ist auch die<br />
Grundlage für die Migration schon gelegt.<br />
Bereits bestehende Anlagen können so Zug<br />
um Zug aufgerüstet werden.<br />
Fotos: Pepperl+Fuchs<br />
www.pepperl-fuchs.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 35
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Wärmemengenzähler flexibel<br />
konfigurierbar<br />
Mit dem Dynasonics UHC100 erweitert<br />
Badger Meter sein Angebotsportfolio<br />
um einen Inline-Wärmemengenzähler<br />
mit Ultraschalltechnologie, der für die<br />
Messung von Heiz- und Kühlenergie<br />
entwickelt wurde. Der Btu-Zähler ist in<br />
den Nennweiten DN15 bis DN100 mit<br />
Schutzart IP65/67/68 erhältlich. Für die<br />
Größen DN15 bis DN50 ist keine<br />
Einlaufstrecke erforderlich. Der Zähler deckt einen Messbereich<br />
von 0,6 bis 60 m³/h und einen Temperaturbereich von 0 bis<br />
+ 130 °C bei PN16/25 bar ab. Der Zähler kann flexibel mit<br />
verschiedenen Parametern und Funktionen konfiguriert werden.<br />
Er bietet zwei Kommunikationsmodul-Optionen.<br />
www.badgermeter.de<br />
Robuste Staudrucksonden<br />
Unterstützung von Wartungsprozessen<br />
Mit RFID-Handhelds von Pepperl+Fuchs und Ecom sowie<br />
kundenspezifischer Software von Neoception lassen sich notwendige<br />
Wartungsaufgaben sogar in explosionsgefährdeten Bereichen<br />
komfortabel und effizient durchführen. Jeder Schlauch ist<br />
eindeutig über einen UHF-RFID-Transponder identifizierbar.<br />
Mithilfe des RFID-Handhelds und der Schlauchmanager-Software<br />
wird der Prüfer schrittweise durch die Wartungsprozedur geführt.<br />
Durch die automatische Identifikation und die anwenderfreundliche<br />
Software sind Fehler praktisch ausgeschlossen. Die<br />
Ergebnisse der Prüfung lassen sich medienbruchfrei an ein<br />
Back-end-System übertragen und dienen so der Dokumentation<br />
und zum Nachweis der durchgeführten Prüfungen. Bei der<br />
Gestaltung der Benutzeroberflächen wurde darauf geachtet, dass<br />
sich diese ergonomisch auch mit Handschuhen bedienen lassen.<br />
Eine Lokalisierungsfunktion, die die<br />
Signalstärke des Antwortsignals der<br />
Transponder auswertet, hilft, die<br />
Suchzeiten nach einem Prüfobjekt<br />
deutlich zu verkürzen. Ergänzend zur<br />
Funkidentifikationstechnik RFID<br />
können über den integrierten Imager<br />
weiterhin auch alle optischen 1-Dund<br />
2-D-Codes gelesen werden.<br />
www.pepperl-fuchs.com<br />
Zuverlässige Trübungsmessung<br />
Herkömmliche Staudrucksonden unterscheiden sich im<br />
Strömungs-(Wirbel-)Verhalten kaum von einem Kreiszylinder<br />
und verursachen extreme Wirbel. Das Wirbel- und Strömungsverhalten<br />
eines Kreiszylinders wurde in der Wissenschaft sehr<br />
ausführlich dokumentiert und kann auf herkömmliche<br />
Staudrucksonden übertragen werden, solange das Sondenprofil<br />
etwa gleich lang wie breit ist. Ob es dabei vier- oder mehrkantig,<br />
oval oder T-förmig ist, verändert dieses messtechnisch negative<br />
Wirbelverhalten kaum.<br />
Die schwert- oder plattenförmigen Pöttersonden werden laut<br />
Hersteller durch Wirbel nicht negativ beeinflusst. Um die Pöttersonde<br />
bildet eine nach hinten spitz zusammenlaufende Ellipse<br />
ein ideales Strömungsprofil. Die Pöttersonde eignet sich u. a. zum<br />
Messen von Dampf bis 690 bar und 900 °C und Druckluft.<br />
www.pvt-tec.de<br />
Radiometrisches Füllstandmessgerät<br />
Die Füllstandmessung mit dem Messgerät LB 470RID läuft ohne<br />
Unterbrechung weiter, auch wenn Fremdstrahlung, wie sie z. B.<br />
bei Schweißnahtprüfungen entstehen, anliegt. Fremdstrahlung<br />
wird aufgrund ihrer unterschiedlichen Energie erkannt. Der<br />
Detektor wechselt dann in einen zweiten Messkanal und führt die<br />
Messung fehlerfrei fort. Dieses<br />
Verfahren macht das System laut<br />
Hersteller besonders zuverlässig.<br />
In der neuen Baureihe LB 470RID<br />
wurde die Bedienung deutlich<br />
benutzerfreundlicher gestaltet,<br />
sodass eine Systemkalibrierung<br />
einfacher wird.<br />
www.berthold.com<br />
Mit dem Rückstreusensor Exspect 271 bringt Exner ein kompaktes<br />
Messgerät für eine zuverlässige Trübungsmessung auf den Markt.<br />
Ein großer Vorteil des neuen Sensors liegt laut Hersteller in der<br />
kugelförmigen Ausführung der Messoptik. Hierdurch wird die<br />
Anhaftung von Luftblasen sowie die Bildung von Ablagerungen<br />
minimiert. Auch erlaubt die Fokussierung des Lichtstrahls durch<br />
die Saphirkugel eine Messung direkt an der Grenzschicht des<br />
Mediums, wodurch ausschließlich die Reflexion und nicht<br />
anteilig die Absorption des Lichtstrahls gemessen wird.<br />
Die Messung erfolgt im Nahinfrarot-Bereich (NIR) mit einer<br />
Wellenlänge von 880 nm, was eine farbneutrale Messung erlaubt.<br />
Die eingesetzte LED-Lichtquelle sorgt für ein langlebiges und<br />
stabiles Signal. Das Edelstahlgehäuse<br />
des Geräts besitzt ein hygienisches<br />
Design und ist CIP/SIP-tauglich. Als<br />
weitere Besonderheit können<br />
NIST-rückführbare Referenznormale<br />
für die Kalibrierung bzw. Überprüfung<br />
der Sensoren im Feld bezogen werden.<br />
www.e-p-e.com<br />
Nachträgliche Rot-Grün-Kennzeichnung<br />
Eine individuelle Rot-Grün-Kennzeichnung bei Manometern und<br />
Zeigerthermometern ist jetzt auch per Aufkleber möglich. Wika<br />
bietet ein entsprechendes Kreisbögen-Set für die Nenngrößen 63,<br />
100 und 160 an. Die roten und grünen Kreisbögen können in<br />
unterschiedlichen Längen und Positionen auf der Sichtscheibe<br />
angebracht werden, auch bei bereits installierten Geräten. Ohne<br />
großen Aufwand lässt sich somit jeder gewünschte Anzeigebereich<br />
festlegen.<br />
www.wika.de<br />
36 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
Webbasiertes Leitsystem für die<br />
Prozessindustrie<br />
Auf der Hannover Messe wurde ein innovatives, webbasiertes<br />
Prozessleitsystem für alle Branchen vorgestellt. Simatic PCS neo<br />
ist eine vollkommen neu entwickelte System-Software, die den<br />
Unternehmen der Prozessindustrie einzigartige Möglichkeiten im<br />
Zeitalter der Digitalisierung erschließen soll. Hierzu gehören<br />
bspw. die globale, webbasierte<br />
Zusammenarbeit beim<br />
Engineering und im Betrieb<br />
sowie eine intuitive Bedienung<br />
mit allen relevanten Informationen<br />
in einer einzigen<br />
Workbench. Anwender<br />
profitieren von einer intuitiv<br />
zu bedienenden grafischen<br />
Oberfläche (GUI): Jede Anwendung ist mit nur wenigen Klicks<br />
erreichbar. Die Workbench von Simatic PCS neo ermöglicht<br />
jederzeit einen einfachen Wechsel zwischen der Engineering- und<br />
Monitoring-&-Control-Ansicht. Das durchgängig objektorientierte<br />
Datenmodell erhöht die Effizienz und Qualität über den<br />
gesamten Alagenlebenszyklus. Simatic PCS neo setzt neue<br />
Standards in der globalen Zusammenarbeit für alle Projektbeteiligten.<br />
Der Zugriff auf alle Informationen ist zu jeder Zeit und von<br />
jedem Standort einfach und schnell über eine geschützte<br />
Internetverbindung möglich. Ein webbasiertes, paralleles<br />
Arbeiten einer beliebigen Anzahl von Anwendern erfordert daher<br />
keine lokale Softwareinstallation. Die Basis dafür legt eine klare<br />
Rechte- und Rollenverwaltung. Konsistente Informationen stellen<br />
das objektorientierte Datenmanagement sowie ein klares Session-<br />
Konzept zu jeder Zeit sicher.<br />
VORBILDER ZUM<br />
LEUCHTEN BRINGEN<br />
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare<br />
Sicherheit und der Bundesverband der Deutschen Industrie<br />
verleihen den Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU). Er<br />
würdigt das Engagement der deutschen Wirtschaft für Klima- und<br />
Umweltschutz.<br />
28/06/<strong>2019</strong> Bewerbungsschluss<br />
Veranstalter:<br />
Medienpartner:<br />
In sieben Kategorien erhalten die Gewinner jeweils einen<br />
mit 25.000 Euro dotierten Innovationspreis für Klima und<br />
Umwelt. Bewerbungen werden insbesondere auch in den<br />
neuen Kategorien „Innovation und biologische Vielfalt“<br />
sowie „Nutzung des digitalen Wandels für klima- und umweltfreundliche<br />
Innovationen“ gesucht.<br />
Weitere Informationen finden Sie unter<br />
www.iku-innovationspreis.de<br />
Telefon: +49 611 609390-11<br />
Gefördert durch:<br />
Wissenschaftlicher Partner:<br />
www.siemens.com<br />
IKU.indd 1 04.04.<strong>2019</strong> 09:44:01<br />
Manometer in widerstandsfähigem<br />
Gehäuse<br />
Das neue Rohrfeder-Manometer mit Schraubring-Gehäuse<br />
RF100ISR von Afriso wurde zur Druckmessung gasförmiger oder<br />
flüssiger Medien mit Temperaturen bis zu 60 °C für die Messbereiche<br />
–1/0 bar bis –1/15 bar und 0/0,6 bar bis 0/1 000 bar<br />
konzipiert. Das Manometer ist<br />
optional auch mit Glyzerinfüllung<br />
lieferbar und aufgrund des<br />
robusten Kunststoffgehäuses für<br />
Anwendungen im Anlagenbau<br />
geeignet. Der Prozessanschluss<br />
(G½B) kann in axialer oder<br />
radialer Ausführung mit<br />
Bügelbefestigung oder Befestigungsrand<br />
ausgeführt werden,<br />
wobei nach individuellen<br />
Kundenangaben auch andere<br />
Prozessanschlüsse möglich sind. Das Kunststoff-Gehäuse des<br />
Manometers verfügt standardmäßig über eine Sichtscheibe aus<br />
Sicherheitsverbundglas, eine Druckentlastungsöffnung und einen<br />
Schraubring. Optional kann das Manometer (Genauigkeitsklasse<br />
1,0 nach EN 837-1/6) auch in einer höheren Genauigkeitsklasse,<br />
mit Drosselschraube, Sonderskalen oder Mikroverstellzeiger<br />
ausgeführt werden. Die Schutzart IP65 (EN 60529)<br />
verändert sich bei einer Gehäuseentlüftung ≤ 25 bar auf IP54.<br />
www.afriso.de<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 37<br />
CRE-Roesler.indd 1 18.04.<strong>2019</strong> 11:12:34
BETRIEBSTECHNIK<br />
Sicher gekleidet<br />
Schutzanzüge für Mitarbeiter im Chemiewerk<br />
Mit einer Fläche von circa 550 Hektar gilt Stade als<br />
der größte deutsche Produktionsstandort des weltweit<br />
tätigen Chemiekonzerns Dow. Rund 1 300 eigene<br />
Mitarbeiter und einige hundert Angehörige von<br />
Vertragsfirmen stellen dort in zehn Anlagen jährlich<br />
rund drei Millionen Tonnen Grund- und<br />
Spezialitätenchemikalien her, darunter Propylenoxid,<br />
Propylenglykol, Lösemittel für Farben, Perchlorethylen,<br />
Rohstoffe für Polyurethane, Celluloseether, Chlor,<br />
Natronlauge sowie Wasserstoff.<br />
Um die Beschäftigten zuverlässig vor dem Kontakt mit flüssigen<br />
und festen Gefahrstoffen zu schützen, sind Persönliche Schutzausrüstungen<br />
(PSA) erforderlich, zu denen auch Chemikalienschutzanzüge<br />
gehören. So tragen die Dow Mitarbeiter seit mehr als<br />
zehn Jahren fast ausschließlich Schutzanzüge von Dupont Personal<br />
Protection aus Luxemburg. Für die Zukunft plant Dow die Ausweitung<br />
auf andere deutsche Standorte. Dies ermöglicht nicht nur eine<br />
Senkung der Kosten durch Nutzung von Synergieeffekten, sondern<br />
dient vor allem dazu, die Sicherheit aller Mitarbeiter durch die Harmonisierung<br />
der verwendeten Produkte weiter zu verbessern.<br />
Schutz vor Chemikalien und Staub<br />
Zum Schutz vor flüssigen Chemikalien kommen bei Dow die<br />
Modelle Tychem 2000 C und Tychem 6000 F zum Einsatz. Typische<br />
Anwendungen sind Verladetätigkeiten oder Inspektionsarbeiten,<br />
bei denen Leitungen geöffnet werden, und bei denen die Gefahr<br />
besteht, dass die Mitarbeiter mit dem Gefahrstoff benetzt werden<br />
können. Auch bei der für die regelmäßigen Tüv-Prüfungen erforderlichen<br />
Leerung und Reinigung der Rohrleitungen kommen diese<br />
Chemikalienschutzanzüge zum Einsatz.<br />
Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung waren die umfangreichen<br />
Permeationsdaten, die Dupont den Sicherheitsverantwortli<br />
chen von Dow zur Verfügung gestellt hat. Dazu Jens Thiede, SHE<br />
Specialist bei Dow in Stade und zuständig für Auswahl und Einsatz<br />
von Persönlichen Schutzausrüstungen: „Wir haben hier im Werk<br />
rund 2 000 verschiedene Chemikalien und können nicht für jedes<br />
Produkt einen eigenen Schutzanzug anschaffen. Wir brauchen<br />
Chemikalienschutzanzüge, die unsere Mitarbeiter vor möglichst<br />
vielen Substanzen zuverlässig schützen. Daher haben wir uns auf<br />
dem Markt umgesehen und eine Reihe von Produkten in die engere<br />
Auswahl genommen. Die von Dupont gelieferten Permeationsdaten<br />
für zahlreiche organische und anorganische Chemikalien<br />
waren sehr hilfreich und haben uns überzeugt, mit den beiden<br />
Tychem-Modellen die beste Wahl für unsere Mitarbeiter zu treffen.“<br />
Aber auch in Bereichen, wo die Mitarbeiter einer Gefährdung<br />
durch Feststoffe und Stäube ausgesetzt sein können, verwendet Dow<br />
seit vielen Jahren Chemikalienschutzanzüge von Dupont. Hier kommen<br />
vor allem Anzüge aus der Tyvek-Produktlinie zum Einsatz, so<br />
zum Beispiel bei der Produktion von Celluloseethern, die als Füllstoffe<br />
und Bindemittel Verwendung finden.<br />
Eignung unter Praxisbedingungen<br />
Vor der Anschaffung neuer oder überarbeiteter Modelle führt Dow<br />
mit seinen Mitarbeitern in den Abteilungen umfassende Tragetests<br />
durch, die i. d. R. mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch<br />
nehmen. Sie sind ein nützliches Instrument bei der Entscheidung,<br />
welches Produkt für die Mitarbeiter und ihre speziellen Arbeitsumgebungen<br />
am besten geeignet ist und ob es sich unter Praxisbedingungen<br />
bewährt. Dazu Thiede: „Bei diesen Tests unterstützt uns<br />
Dupont mit der Bereitstellung von Musteranzügen in verschiedenen<br />
Größen. Unsere Mitarbeiter tragen ihre Bewertungen in Fragebögen<br />
ein, in denen wir Kriterien wie Tragekomfort, Passform, Bewegungsfreiheit,<br />
Handhabung, Größenauswahl und natürlich auch<br />
das subjektive Sicherheitsempfinden abfragen. Diese Fragebögen<br />
werten wir im Anschluss gemeinsam mit Dupont aus. Dabei gibt es<br />
mitunter auch Kritikpunkte an den Anzügen, die dann möglicherweise<br />
in die weitere Produktentwicklung einfließen.“<br />
Fotos: Dupont<br />
www.ipp.dupont.com<br />
38 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
Gefahrstoffe gesetzeskonform lagern<br />
Denios hat mit dem Mengen-<br />
Checker ein Hilfsmittel<br />
entwickelt, um zu überprüfen,<br />
ob Gefahrstoffe gesetzeskonform<br />
gelagert werden:<br />
Die Drehscheibe ist in vier<br />
Bereiche gegliedert. Auf den<br />
ersten Blick kann der Nutzer<br />
bereits erkennen, in welcher<br />
Hauptgruppe sich seine<br />
Substanz befindet: entzündbare<br />
Flüssigkeiten, Gase in<br />
Druckgaspackungen, Gase in Flaschen oder sonstige Flüssigkeiten<br />
und Feststoffe. Die Stoffgruppen sind mittels<br />
GHS-Symbolen am äußeren Rand kenntlich gemacht und damit<br />
für jeden Anwender gleich erkennbar. Für jede Stoffgruppe<br />
sind eine oder mehrere H-Sätze und gegebenenfalls Lagergruppen<br />
aufgeführt (Peroxide, Explosivstoffe oder explosionsfähige<br />
Substanzen).<br />
Die Rückseite der Drehscheibe enthält Zusatzinformationen für<br />
den Anwender: Wie unterscheide ich „lagern“ von „bereitstellen“?<br />
Wie viel Auffangvolumen muss eine Auffangwanne aufweisen?<br />
Der Mengen-Checker gibt erste Hinweise. Halten Kunden die<br />
Mengengrenzen ein, lagern sie gesetzeskonform? Bei Überschreitungen<br />
helfen die detaillierten Regelwerke weiter.<br />
www.denios.de<br />
Großraum-Laborspüler<br />
Eine deutliche Effizienzsteigerung verspricht die neue Generation<br />
dieser Großraum-Laborspüler, die auf der Labvolution in<br />
Hannover zu sehen sein werden. Dafür sorgen innovative<br />
Komponenten wie eine drehzahlvariable Umwälzpumpe, die den<br />
Ressourcenverbrauch senkt, und das neue Easyload-System für<br />
die besonders schnelle und komfortable Beladung der Geräte. Die<br />
neuen Laborspüler warten mit 50 % mehr Pumpenleistung als die<br />
Geräte der Vorgängergeneration auf und ermöglichen dadurch<br />
beste Reinigungsergebnisse. In Kombination mit den optimierten<br />
Programmen wird Laborglas gleichzeitig materialschonend<br />
aufbereitet. Gegenüber den bisher verfügbaren Geräten sind<br />
Verbrauchsreduzierungen von bis zu 27 % beim Wasser und<br />
nahezu 30 % bei der Chemie möglich.<br />
Alle Gerätetypen bieten deutlich mehr<br />
Kapazität als bisher.<br />
Bewährte Sicherheitsfunktionen sind<br />
auch in der neuen Gerätegeneration<br />
enthalten: Die Sprüharmsensierung<br />
erkennt Beladungsfehler, die zu<br />
Blockaden führen könnten. Das<br />
Leitwertmessmodul stellt unerwünschte<br />
Inhaltsstoffe im Spülwasser fest und<br />
stellt bei Bedarf durch automatisch<br />
zugefügte Spülgänge analysenrein<br />
aufbereitetes Laborglas sicher.<br />
www.miele.de<br />
Automatisierte Reinigung von Wärmeübertragern<br />
Der Wärmeübertrager in der Styrolanlage der BASF musste von<br />
zäh-klebrigen Resten befreit werden. Lobbe entwickelte ein neues<br />
Verfahren speziell für diesen Luftkühler in Form einer großen<br />
Röhre. Es handelt sich um die Kombination von zwei Systemen.<br />
Zum einen dem RLF, der mittels Vortriebseinheit drei Hochdruck-<br />
Stahlschläuche computergesteuert in die dünnen Rohre eines<br />
Wärmetauschers einführt und reinigen kann. Zum anderen der<br />
Navigator des Herstellers Stone-Ag, der das manuelle Reinigen mit<br />
Drehbewegungen – in Kontakt zu Wasserhöchstdruck – mit<br />
entsprechend hohem Gefahrenpotenzial ersetzt. Dabei wird der<br />
Schlauch von einer Trommel aus mit der pneumatischen<br />
Fernsteuerung abgewickelt und rotiert somit um sich selbst,<br />
während er mit 1 000 bar Wasserdruck in die fingerdicken Rohre<br />
des Wärmetauschers vordringt und die Styrolreste wegsprengt.<br />
www.lobbe.de<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 39
BETRIEBSTECHNIK<br />
Infrarotkamera in der<br />
Qualitätsinspektion<br />
Der neue IMX428 Bildsensor bringt<br />
eine Pixelgröße von 4,5 µm, die eine<br />
höhere Sättigungskapazität und<br />
einen größeren Dynamikbereich<br />
bietet als die beliebten 3,45-µm-Sensoren von Sony, während die<br />
hohe Quanteneffizienz und das geringe Rauschen, für die Pregius-<br />
Sensoren bekannt sind, erhalten bleiben. Das Modell eignet sich<br />
dank seiner hohen Bildrate, Global-Shutter-Funktion und<br />
HD-Auflösung für die Qualitätsinspektion mit hohen Geschwindigkeiten.<br />
Die NIR-Empfindlichkeit ist nützlich für die Prüfung<br />
von Polymerteilen sowie für die Sortierung von Obst.<br />
Der IMX428 verfügt über ein ähnliches optisches Format und eine<br />
ähnliche Pixelgröße wie der ICX694, ist jedoch schneller und zeigt<br />
Verbesserungen bei der absoluten Empfindlichkeitsschwelle,<br />
Ausleserauschen, Quanteneffizienz und dem Dynamikbereich.<br />
www.flir.com<br />
Predictive Monitoring senkt Ausfallrisiko<br />
Mit dem sogenannten Predictive Monitoring, einer automatischen<br />
Fernüberwachung, fühlen Fachleute bei Keller Lufttechnik<br />
fortlaufend den Puls der Entstaubungsanlagen bei teilnehmenden<br />
Kunden. Sie schlagen Alarm, wenn verschlissene oder<br />
verschmutzte Bauteile die Funktionstüchtigkeit einer Anlage<br />
bedrohen. Die Technik lässt sich unabhängig vom Gerätehersteller<br />
einfach nachrüsten und funktioniert bei allen Arten von<br />
Absauganlagen, egal ob Trocken-, Nass-, Elektro-, Emulsionsoder<br />
Ölnebelabscheider.<br />
Die Sensoren registrieren – an unterschiedlichen Stellen der<br />
Absauganlage angebracht – u. a. die Widerstände des Haupt- und<br />
Nachfilters, die Schwingungen des Ventilators, den Luftvolumenstrom,<br />
den Druckluftverbrauch oder die Stromaufnahme. Die<br />
Messdaten der Sensoren werden dann<br />
per Mobilfunk an eine webbasierte<br />
Datenplattform gesendet. Die<br />
Datenerfassung und Übertragung<br />
kann völlig unabhängig von der<br />
Maschinensteuerung erfolgen.<br />
www.keller-lufttechnik.de<br />
Schlauchleitungen reinigen<br />
Da Elastomer-Schlauchleitungen einen geringen Eigengeruch<br />
aufweisen, sind sie vor dem ersten Gebrauch gründlich zu<br />
reinigen: Dazu werden sie zunächst gespült, indem die Schlauchleitung<br />
mit heißem Wasser befüllt und die Befüllung für mindestens<br />
zehn Stunden aufrechterhalten wird. Anschließend wird die<br />
Schlauchleitung entleert und dann gereinigt. Die Länge des<br />
Reinigungsvorgangs ist abhängig vom jeweiligen Reinigungsmittel:<br />
Wasser sollte eine Temperatur von > 90 °C haben und für max.<br />
20 min einwirken. Bei Dampf wird zweimal<br />
mit > 130 °C für max. 20 min gereinigt. Bei<br />
Raumtemperatur werden 2%ige Natronlauge<br />
für max. 30 min, 0,15%iges Wasserstoffperoxid<br />
für max. 30 min bzw. 0,5%ige<br />
Salpetersäure für max. 30 min eingesetzt.<br />
Nach dem Reinigungsvorgang muss die<br />
Schlauchleitung gründlich mit Trinkwasser<br />
ausgespült werden.<br />
www.vth-verband.de<br />
Inserentenverzeichnis Heft 5/<strong>2019</strong><br />
Fülllogistik für Atemluftkompressoren<br />
Der Dräger Air Guard 6500/6700 ist das zentrale Element<br />
innerhalb der Dräger Fülllogistik. Er überwacht und dokumentiert<br />
kontinuierlich die Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO),<br />
Kohlendioxid (CO 2<br />
), Sauerstoff (O 2<br />
), Feuchtigkeit und Öl in der<br />
abgefüllten Atemluft. Der Air Guard 6700<br />
ermöglicht zudem den Einsatz eines<br />
zusätzlichen Sensors, wie z. B. Schwefelwasserstoff<br />
(H 2<br />
S). Damit geht Dräger über<br />
die Anforderungen der Atemluftnorm DIN<br />
EN 12021:2014 hinaus.<br />
Der Dräger Air Purifier 5000 ist ein<br />
CO 2<br />
-Absorber, der die maximal zulässige<br />
CO 2<br />
-Eingangskonzentration von 1 000 ppm<br />
auf ca. 250 ppm reduziert. Er ist geeignet<br />
für Kompressoren mit einer Lieferleistung<br />
von bis zu 700 l/min. Die Zuschaltautomatik ermöglicht ein<br />
schnelles automatisches Füllen von Atemluftflaschen aus einem<br />
Zwischenspeicher und gleichzeitig aus dem Kompressor. Sie ist<br />
auf maximal 350 bar ausgelegt.<br />
www.draeger.com<br />
AFRISO-EURO-INDEX, GüglingenS22<br />
AMA, Wunstorf S3<br />
COG C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG,<br />
Pinneberg15<br />
COMET, PfaffschwendeS22<br />
CRE Rösler, Hohenlockstedt37<br />
DENIOS, Bad OeynhausenS21<br />
Fette Compacting, Schwarzenbek U2<br />
Fraunhofer Institut ISI, Karlsruhe37<br />
GATHER, Wülfrath7<br />
HARTMANN VALVES, Burgdorf23<br />
Hillesheim, WaghäuselS13<br />
igus®, Köln39<br />
KAESER, Coburg S7<br />
Kahl, Reinbek5<br />
Kruckenberg, LübeckS19<br />
LDT, Hamburg S5<br />
MEORGA, Nalbach25<br />
NEBOLEX, KirchbergS24<br />
Pfeiffer Vacuum, Aßlar29<br />
Ruwac, Melle9<br />
Tintometer, Dortmund S9<br />
TSURUMI, DüsseldorfS11<br />
Umwelttechnik BW, Stuttgart6<br />
VEGA, SchiltachS15<br />
WILO, DortmundS23<br />
Beilagenhinweis<br />
MEORGA, Nalbach (Teilbeilage)<br />
Faseroptischer Wärmemelder<br />
Der faseroptische DTSX1 ist eine Lösung zur Wärme- und<br />
Branderkennung. Das Gerät ist für den Einsatz mit von Yokogawa<br />
spezifizierten Glasfaserkabeln geeignet. Der Wärmemelder ist<br />
eine kostengünstige, einfach zu installierende All-in-one-Lösung<br />
zur Anlagenüberwachung und Branderkennung. Mit dieser<br />
Lösung lassen sich Wartungsprobleme frühzeitig erkennen, um<br />
die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern und die Wartungskosten<br />
zu senken.<br />
Der DTSX1 kann bis zu vier Kanäle aufnehmen und Temperaturdaten<br />
über Glasfaserkabel empfangen, die jeweils bis zu 16 km<br />
lang sein können. Die Anzahl der Kanäle kann auf 1, 2 oder 4 und<br />
die Messstrecke auf 2, 4, 6, 8, 10 oder 16 km eingestellt werden.<br />
www.yokogawa.com/de<br />
40 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
Sichert selbsttätig Trinkwasserhygiene<br />
Die neue Wandauslauf-Armatur Walis E hat Schell auch für<br />
Ausgussbecken entwickelt, die sich an endständiger Stelle einer<br />
Trinkwasser-Installation befinden, bspw. in einem Reinigungsoder<br />
Technikraum. Dort ermöglicht die neue elektronische<br />
Armatur nicht nur die berührungslose Entnahme von kaltem oder<br />
vorgemischtem Trinkwasser,<br />
sondern sie kann optional zugleich<br />
die wichtige Aufgabe einer<br />
eigenständig auslösenden Spül -<br />
station übernehmen. In dieser<br />
Eigenschaft simuliert Walis E den<br />
bestimmungsgemäßen Betrieb<br />
und lässt sich hierfür individuell<br />
programmieren.<br />
Bei der zeitgesteuerten Spülung ist<br />
die programmierte Spülmenge<br />
dem durch Stagnation gefährdeten<br />
Rohrleitungsvolumen entsprechend zu programmieren. Für die<br />
thermische Steuerung kommt der optionale PT1000 Temperatur-<br />
Fühler zum Einsatz. Er wird direkt im Gehäuse installiert. Registriert<br />
der Fühler eine hygienekritische Temperatur ≥ 25 °C, spült<br />
die Armatur.<br />
www.schell.eu<br />
Generalrevision von Prozessanlagen<br />
Bilfinger hat mit dem Bilfinger Turnaround Concept (BTC) eine<br />
Methodik entwickelt, um den Turnaround in der Prozessindustrie<br />
umzusetzen. Das Ergebnis ist ein systematischer Ansatz, mit dem<br />
es gelingt, über mehrere<br />
Perioden komplette Generalrevisionen<br />
an verschiedenen<br />
Standorten der Kunden zu<br />
planen und zu realisieren.<br />
Kernidee des BTC ist, dem<br />
Kunden die daraus resultierende<br />
Kompetenz überall dort<br />
anzubieten, wo er sie<br />
benötigt – und das zum immer gleich hohen Standard. Konkret<br />
besteht das BTC aus neun Modulen, die Themen wie Ressourcenmanagement,<br />
Arbeitssicherheit und Materialwirtschaft umfassen.<br />
Für die praktische Umsetzung hat Bilfinger ein Handbuch erstellt,<br />
das sämtliche Arbeitsschritte im Detail beschreibt. Je nach<br />
Ausgangssituation lassen sich die notwendigen Arbeitsabläufe<br />
individuell an die konkreten Anforderungen der jeweiligen Anlage<br />
anpassen. Als Ergebnis entsteht ein vollständiger Ablaufplan aller<br />
simultan und sequenziell ablaufenden Arbeitsschritte inklusive<br />
ihrer zeitlichen Taktung.<br />
www.bilfinger.com<br />
Standards für Luftführungssysteme<br />
In der Lebensmittelindustrie herrschen hohe Auflagen in Bezug<br />
auf Be- und Entlüftung der Fertigungshallen. Durch die hohen<br />
Dämmwerte des PUR (Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG 022) ist<br />
eine Kondensatbildung in Ventaflex-Luftleitungen laut Hersteller<br />
auszuschließen. Die Temperaturbeständigkeit liegt zwischen – 40<br />
und + 80 °C. Durch die zugehörigen Verbindungsschellen erzielt<br />
das System die Dichtheitsklasse D (nach neuer Norm ATC 2). Eine<br />
vorgeschriebene, regelmäßige Reinigung wird durch die glatte,<br />
Chemikalien-resistente Oberfläche des GFK erleichtert – die<br />
Leitungen sind nach VDI 6022 zertifiziert.<br />
www.ventaflex.de<br />
IMPRESSUM<br />
vereinigt mit BioTec<br />
erscheint <strong>2019</strong> im 53. Jahrgang, ISSN 0175-5315<br />
Redaktion<br />
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)<br />
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Doris Buchenau, Melanie Lerch,<br />
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(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />
Gestaltung<br />
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VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 41
VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG I SERIE<br />
Chemische Scheren<br />
Pilzenzyme filtern Medikamente<br />
aus dem Abwasser<br />
Wissenschaftler der TU Dresden<br />
entwickeln ein Biofiltersystem auf<br />
der Basis von Pilzenzymen, das<br />
kritische Chemikalien effektiv und<br />
nachhaltig aus gereinigtem<br />
Abwasser entfernt.<br />
Autorin: Katja Lesser, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit<br />
der Fakultät Maschinenwesen,<br />
TU Dresden<br />
tika können bisher überhaupt nicht herausgefiltert<br />
werden“, umreißt die Projektleiterin<br />
Dr. Anett Werner das Problem. „Noch<br />
gibt es für diese Stoffe keine gesetzlichen<br />
Grenzwerte, doch das wird sich ändern<br />
müssen. Dann steht in vielen Klärwerken in<br />
Deutschland der Ausbau einer vierten<br />
Reinigungsstufe an. In der Schweiz ist das<br />
an vielen Stellen schon erfolgt.“<br />
Die Wissenschaftler der TU Dresden<br />
entwickeln ein Verfahren, das die chemischen<br />
Verbindungen der naturfremden<br />
Rückstände aufspalten kann. Dieses Biofiltersystem<br />
funktioniert auf der Basis von<br />
bestimmten Pilzenzymen. Nur Ständerpilze<br />
(Basidiomyceten) besitzen diesen Enzym-<br />
Cocktail. Sie können ringförmige chemische<br />
Verbindungen, wie sie auch die kritischen<br />
Xenobiotika besitzen, aufspalten und<br />
schließlich zu deren Entfernung beitragen.<br />
Schadstoffe abbauen<br />
„Wir wollen ein Filtersystem entwickeln,<br />
das zumindest einen Teil der Mikroschadstoffe<br />
auf natürlichem Weg entfernt. Dabei<br />
helfen uns Pilze, deren Enzyme wie chemische<br />
Scheren arbeiten. Die Scheren zerschneiden<br />
die Ringstrukturen der Medikamente,<br />
dadurch werden sie biologisch abbaubar.<br />
Wir isolieren die Enzyme, binden<br />
sie an hochporöse metallische Werkstoffe<br />
und bauen sie in Filter am Ende der Kläranlagen<br />
ein. Sobald die Enzyme nicht mehr<br />
Xenobiotika – dazu gehören Hormone,<br />
Schmerzmittel, Antibiotika, aber auch<br />
Röntgenkontrastmittel oder Industrie- und<br />
Agrarchemikalien – werden durch den<br />
Menschen über das Abwasser in die Stoffkreisläufe<br />
der Natur eingebracht. Aktuelle<br />
Studien zeigen, dass allein in Deutschland<br />
jährlich etwa 300 000 t Mikroschadstoffe in<br />
die Wasserkreisläufe gelangen. Schon in<br />
sehr geringer Konzentration haben einige<br />
dieser Stoffe nachteilige Wirkungen auf<br />
unser Ökosystem und beeinflussen die<br />
Gewinnung von Trinkwasser negativ.<br />
„Die bestehenden dreistufigen kommunalen<br />
Wasser- und Abwasserreinigungsanlagen<br />
sind nur teilweise in der Lage, diese<br />
Schadstoffe herauszufiltern. Manche Mikroschadstoffe<br />
wie zum Beispiel Anti-Epileparbeiten,<br />
werden die Kugeln entnommen,<br />
erhitzt und mit neuen Enzymen versehen“,<br />
so Werner.<br />
Für das eigentliche Biofiltersystem mussten<br />
die Wissenschaftler eine Technologie<br />
zur Immobilisierung der Enzyme auf hochporöse<br />
Träger konstruieren. Die Fixierung<br />
auf einem Träger ist wichtig, damit die<br />
Enzyme in einem Filtersystem an Ort und<br />
Stelle arbeiten können.<br />
Bisherige Laborversuche haben gezeigt,<br />
dass die Enzyme auf metallischen Hohlkugeln<br />
selbst nach acht Wochen noch aktiv<br />
sind. Dieser Zeitraum soll weiter optimiert<br />
werden. In einer Biofilteranlage müsste das<br />
Wasser etwa zwei bis acht Stunden verweilen<br />
bis die kritischen Substanzen abgebaut<br />
sind. Zudem konnten die Wissenschaftler<br />
nachweisen, dass sich 15 Substanzen mithilfe<br />
der Pilzenzyme auf natürlichem Weg<br />
aus dem Wasser entfernen lassen – darunter<br />
Antibiotika, Schmerzmittel, Blutdrucksenker,<br />
Entwässerungsmittel und ein Anti-<br />
Epileptikum, für das es bisher keine praktikable<br />
technische Lösung gab. In Kürze wird<br />
das Biofiltersystem unter Realbedingungen<br />
getestet. Zukünftig soll das Verfahren auch<br />
für weitere Xenobiotika, wie Bisphenol-A,<br />
verschiedene Antibiotika und Pestizide<br />
optimiert werden.<br />
Foto: Anett Werner/TU Dresden<br />
www.tu-dresden.de/mw<br />
42 VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong>
VORSCHAU<br />
IM NÄCHSTEN HEFT: 6/<strong>2019</strong><br />
ERSCHEINUNGSTERMIN: 17. 06. <strong>2019</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 29. 05. <strong>2019</strong><br />
01<br />
02<br />
03<br />
01 Bei einem Stahlhersteller sollte die Kontamination des Kühlwassers<br />
mit Eisenfragmenten, Sand und Mineralienpartikeln verringert werden,<br />
um Produktionsausfälle zu vermeiden<br />
04<br />
02 Eine Unternehmensberatung hat eine Methode zur Reduzierung der<br />
Durchlaufzeiten im Anlagenbau entwickelt, um die Time to Market zu<br />
beschleunigen<br />
03 Zuverlässige Industriegetriebe sorgen für schonende Mischprozesse<br />
in der Lebensmittelverarbeitung<br />
04 Optische Gasdetektion zum Messen des Füllstands in explosionsgefährdeten<br />
Bereichen<br />
Der direkte Weg<br />
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />
Internet:<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
E-Paper:<br />
digital.verfahrenstechnik.de<br />
Redaktion:<br />
redaktion@verfahrenstechnik.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK 5/<strong>2019</strong> 43
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44 VERFAHRENSTECHNIK 9/2015
UMWELTTECHNIK<br />
SUPPLEMENT DER ZEITSCHRIFTEN VERFAHRENSTECHNIK UND DER BETRIEBSLEITER<br />
KARTONAGEN- UND FOLIEN ABFÄLLE<br />
ALS WERTVOLLEN ROHSTOFF NUTZEN<br />
UMWELTTECHNIK
DER UMWELTBEAUFTRAGTE<br />
JAN FALB<br />
Was gehört zu Ihren Aufgaben als<br />
Umweltbeauftragter?<br />
Meine Tätigkeit als Referent für Umweltschutz umfasst<br />
den betrieblichen sowie den produktbezogenen Umweltschutz<br />
in der Pilz GmbH & Co. KG.<br />
Zum betrieblichen Umweltschutz zählt vor allem die<br />
Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung unserer<br />
Managementsysteme DIN EN ISO 14001 und DIN EN<br />
ISO 50001. Dazu gehört das Erstellen und Umsetzen von<br />
Maßnahmen zur Material- und Energieeffizienz, die<br />
Begleitung von Projekten mit Blick auf Energie- und<br />
Umweltaspekte, die Durchführung von Audits (auch bei<br />
unseren Entsorgern) sowie das Sammeln und Auswerten<br />
von Kennzahlen. Auch die Überwachung und Einhaltung<br />
der bindenden Verpflichtungen und der dazugehörigen<br />
Compliance-Themen gehören zu meinen Aufgaben.<br />
Beim Umweltschutz im Zusammenhang mit Produkten<br />
geht es um die aktuellen Themen und Änderungen in der<br />
nationalen und internationalen Gesetzgebung.<br />
Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?<br />
Es ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit, bei der man<br />
prinzipiell mit allen Bereichen des Unternehmens Kontakt<br />
hat. Vor allem der produktbezogene Umweltschutz<br />
mit seinen sich ständig ändernden Anforderungen ist<br />
spannend und sehr lehrreich. Die Themen wandeln sich<br />
immer wieder, deshalb sollte man immer wieder fortund<br />
weiterbilden. Auch Durchsetzungsvermögen und<br />
Einzelkämpferqualitäten sind in dem Beruf gefragt.<br />
Wie stellen Sie sich Ihre Arbeit in fünf bis zehn Jahren<br />
vor?<br />
Die Erfahrung zeigt, dass die umweltrechtlichen Anforderungen<br />
an Unternehmen immer weiter steigen. Dieser<br />
Trend wird sicher anhalten. Das heißt gleichzeitig, dass<br />
der Bedarf an Umweltfachkräften in den Unternehmen<br />
ebenfalls wachsen wird. Die Tätigkeit an sich wird zudem<br />
wohl auch umfangreicher und komplexer werden.<br />
Wie bleiben Sie up to date?<br />
Im Umweltschutz ist die Aktualität ein sehr wichtiges<br />
Thema, da sich hier unter anderem auch in der Gesetzgebung<br />
viel tut. Zum einem nutze ich ein Abonnement<br />
von Gesetzesaktualisierungen, welche ich dann mit<br />
Blick auf deren Auswirkung für unser Unternehmen<br />
bewerte. Daneben beteiligen wir uns in verschiedenen<br />
Arbeitskreisen und Ausschüssen zum Thema Umweltschutz<br />
und Compliance – und zwar sowohl regional als<br />
auch international. Vor allem internationale Gesetzesänderungen<br />
werden zusätzlich über unsere Mitarbeiter<br />
vor Ort eingebracht und anschließend durch mich an<br />
zentraler Stelle im Stammhaus bewertet und umgesetzt.<br />
Hier sind die speziell dafür entwickelten Prozesse natürlich<br />
äußerst hilfreich.<br />
Foto: Pilz<br />
t<br />
„DER BEDARF AN UMWELT-<br />
FACHKRÄFTEN IN DEN<br />
UNTERNEHMEN WIRD<br />
WACHSEN.“<br />
Jan Falb, Referent Umweltschutz bei<br />
der Pilz GmbH & Co.KG, Ostfildern<br />
www.pilz.de<br />
S2 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
ROADSHOW REGENWELTEN 3.0<br />
Hamburg, Wolfsburg, Dresden, Dortmund, Ingolstadt, Böblingen und Köln. Dies sind die Stationen<br />
der dritten Aco Roadshow Regenwelten. Angesprochen sind Planer, Behördenvertreter und Bauunternehmer,<br />
die sich vom 22. Oktober bis 21. November <strong>2019</strong> über aktuelle Entwicklungen eines<br />
zukunftsfähigen, gesamtheitlichen Entwässerungsmanagements, aber auch über realisierte<br />
Lösungen aus ihrer jeweiligen Region informieren möchten. Aus Sicht von Wissenschaft, Betreiber<br />
und Planer werden die Einflüsse durch Starkregenereignisse auf die urbane Landschaft, Konzepte<br />
und Maßnahmen präsentiert und diskutiert. Eine begleitende Ausstellung zeigt überdies professionelle<br />
Lösungen für das Regenwassermanagement und den Gewässerschutz.<br />
Wie in den Jahren zuvor ist es Acos vorrangiges Ziel, mit der Roadshow den interdisziplinären<br />
Austausch vor Ort zu unterstützen und zu forcieren. „Aus<br />
den zwei bisherigen Veranstaltungsreihen haben wir<br />
gelernt, dass im Zusammenhang mit Regenwassermanagement,<br />
dem Umgang mit Starkregenereignissen und<br />
dem Gewässerschutz nur interdisziplinäres Handeln<br />
wegweisende Lösungen mit sich bringt. Das wollen wir<br />
mit der diesjährigen Veranstaltungsreihe weiter fördern.<br />
Daher unser Motto: Grundwasser schützen, den<br />
natürlichen Wasserkreislauf unterstützen“, fasst Bernd<br />
Bathke, Marketing in der Aco-Gruppe, zusammen.<br />
www.aco-regenwelten.de<br />
KUNSTSTOFFABFÄLLE ALS ROHSTOFFQUELLE<br />
BASF geht mit dem Projekt Chemcycling neue Wege in der Verwertung von Kunststoffabfällen.<br />
Chemisches Recycling ermöglicht das Wiederverwerten von derzeit nicht recycelten Kunststoffabfällen,<br />
wie gemischten oder verunreinigten Kunststoffen. Diese Abfälle werden in der Regel je nach<br />
Region deponiert oder bei ihrer Verbrennung energetisch<br />
verwertet. Chemisches Recycling bietet eine<br />
weitere Alternative: Über thermochemische Verfahren<br />
können aus diesen Kunststoffen Synthesegas oder Öle<br />
hergestellt werden. Die so erzeugten Recycling-Rohstoffe<br />
können in die Produktion bei BASF eingespeist<br />
werden und fossile Rohstoffe teilweise ersetzen.<br />
Doch bevor das Projekt Marktreife erreichen kann, sind<br />
noch technologische und regulatorische Voraussetzungen<br />
zu erfüllen. Zum einen müssen die bestehenden<br />
Technologien zur Umwandlung der Kunststoffabfälle in<br />
die recycelten Grundstoffe Pyrolyseöl oder Synthesegas so weiterentwickelt und angepasst werden,<br />
dass eine hohe und gleichbleibende Qualität erreicht wird. Zum anderen werden die regionalen<br />
regulatorischen Rahmenbedingungen maßgeblich beeinflussen, wie weit sich dieser Ansatz im<br />
jeweiligen Markt etablieren kann. So sind z. B. die Anerkennung von chemischem Recycling und<br />
Massenbilanzierungsverfahren als Beiträge zur Erfüllung von produkt- und anwendungsspezifischen<br />
Recyclingquoten unabdingbar.<br />
www.basf.com<br />
WASSERNEBEL BINDET STAUB<br />
Vor Kurzem wurde mit einem Hotelabbruch in Leipzig begonnen. Zur Staubvermeidung und<br />
Staubreduzierung ist eine Staubbindemaschine V12S von Nebolex Umwelttechnik im Einsatz.<br />
Nebolex Umwelttechnik hat sich vor mehreren Jahren auf die<br />
Reduzierung von Staubimmissionen durch stationäre Staubbindeanlagen<br />
und mobile Staubbindemaschinen spezialisiert. Die<br />
mobilen Maschinen sind vollautomatisch, leistungsstark und<br />
umweltfreundlich. Spezialdüsen erzeugen einen feinen Wassernebel,<br />
der die Staubpartikel direkt an der Entstehungsquelle<br />
hochwirksam bindet. Je nach Art und Größe der Staubpartikel<br />
werden die Düsen bedarfsorientiert konfiguriert, um die unterschiedlichsten<br />
Staubarten optimal binden zu können. Moderne<br />
Ventiltechnik garantiert einen effizienten Wasserdurchsatz. Die<br />
unterschiedlichen Nebelkanonen sind mit einer Fernbedienung<br />
steuerbar und somit einfach in der Handhabung. Auf Palette für<br />
einen Gabelstapler oder auf einem Unterwagen montiert, sind die<br />
Maschinen im Gelände gut manövrierbar.<br />
www.nebolex.de
WAS HABEN TEXTILIEN MIT<br />
UMWELTTECHNIK ZU TUN?<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Feinstaub, Stickoxide, Coli-Bakterien oder<br />
Nitrate: Textile Filter sorgen am Ende<br />
industrieller Prozesse seit jeher für saubere Luft<br />
und sauberes Wasser. Neuartige Filtermedien für<br />
das „Textile Mining“ sollen dem rohstoffarmen<br />
Standort Deutschland neue Perspektiven<br />
eröffnen. Die Rede ist unter anderem von<br />
Textilfiltern für Wertmetalle, die auf der<br />
Techtextil vom 14. bis 17. Mai in Frankfurt als<br />
eine von zahlreichen faserbasierten<br />
Innovationen mit besonderem Potenzial für<br />
Umweltschutz, Recycling und Entsorgung<br />
gezeigt werden.<br />
Dr. Klaus Opwis vom Deutschen Textilforschungszentrum<br />
Nord-West etwa stellt auf der Weltleitmesse für technische<br />
Textilien und Vliesstoffe Adsorber-Textilien zur Rückgewinnung<br />
von Edelmetallen aus Prozessabwässern vor.<br />
Sie können heute schon kostengünstig beispielsweise Palladium<br />
aus schwach konzentrierten Galvanik-Abwässern zurückholen. Das<br />
seltene, silberweiße Element gehört zur Gruppe der Platinmetalle<br />
und steckt in Abgaskatalysatoren, Brennstoffzellen und Leiterplattenbeschichtungen.<br />
Für das patentierte Verfahren, das selektiv<br />
auch Substanzen wie Platin, Gold, Silber, aber auch Ammoniak und<br />
Arsen binden kann, kommen Polyester und Polyvinylamin als<br />
preiswerte Grundmaterialien zum Einsatz. Bevor die Zeichen auf<br />
Kommerzialisierung gestellt werden können, laufen in zwei Unternehmen<br />
noch entsprechende Praxisversuche.<br />
Einen ähnlichen Ansatz, allerdings nur für die Goldrückgewinnung<br />
und auf der Grundlage von Nanofasern, verfolgen Forscher<br />
Autor: Hans-Werner Oertel, Technologiejournalist,<br />
InnoMedia, Berlin<br />
aus Aachen und Bayreuth. Projektleiterin Dr. Helga Thomas vom<br />
Leibniz-Institut DWI sagt, dass sich pro Kilogramm eingesetztem<br />
Fasermaterial bis zu 23 g Edelmetall gewinnen lassen. Das Prinzip<br />
nach dem In-situ-Verfahren sei auch für die Quecksilber-Rückgewinnung<br />
interessant.<br />
NACHHALTIGKEIT UND INNOVATION<br />
„Die Zeichen in der gesamten textilen Kette stehen auf Nachhaltigkeit<br />
und Innovation. Beispiel Smart Textiles: Diese elektrisch leitenden<br />
Gewebe müssen ebenfalls recyclingfähig werden – eine große<br />
Herausforderung für Forschung und Entwicklung weltweit. Ähnliches<br />
gilt für den Abrieb von Vliesstoffen als Teil der Mikroplastik-<br />
Problematik in den Weltmeeren“, berichtet Michael Jänecke, Director<br />
Brand Management Technical Textiles & Textile Processing bei der<br />
Messe Frankfurt.<br />
Eine ganz andere Art der Wiederverwertung im Sinne des Prinzips<br />
„Cradle to Cradle“ wird von Techtextil-Ausstellern wie dem<br />
Faser- und Garnhersteller Carl Weiske GmbH & Co. KG (Hof) favorisiert.<br />
Seine „GreenCycle“-Initiative beginnt mit dem Recycling<br />
von gebrauchten PET-Flaschen. Die Idee dahinter: Polyester soll<br />
künftig gar nicht erst in die Umwelt gelangen. Das Material, das sich<br />
bekanntlich durch Feuchtigkeit, hohe Temperaturen oder UV-<br />
Strahlung relativ schnell zu Mikroplastik zersetzt, schadet Mensch<br />
und Tier gleichermaßen. In einem weiteren Schritt stellt das oberfränkische<br />
Unternehmen aus schadstoffarmen Flaschenpolymeren<br />
Filamente und Stapelfasergarne her. Nachfolgend werden daraus<br />
mit Endkunden recycelbare Materialien für Autositzbezüge, Matratzen,<br />
Arbeitskleidung oder Möbelstoffe entwickelt.<br />
Diese Endprodukte sind – und das ist neu – so konzipiert, dass die<br />
Textilien nach dem Produktlebenszyklus erneut dem Stoffkreislauf<br />
zugeführt werden können. Carl Weiske arbeitet inzwischen an<br />
einem Recyclingverfahren, das den Kreislauf von PET-Ausgangsstoffen<br />
dauerhaft möglich machen soll. Das bedeutet, dass die<br />
Textilien in Zukunft beliebig oft recycelt werden können – sodass<br />
der Ur-Ur-Enkel einer heutigen PET-Flasche wieder als Materialkomponente<br />
für Textilien eingesetzt werden kann. Jetzt sucht das<br />
Unternehmen sowohl Netzwerkpartner für den Kreislauf Greencycle<br />
als auch B2B-Endkunden, die ausreichende Mengen gebrauchter<br />
Textilien in den Kreislauf zurückführen können.<br />
Foto: Messe Frankfurt, Jean-Luc Valentin<br />
www.messefrankfurt.com<br />
S4 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
WENIGER VERPACKUNGEN –<br />
MEHR TRANSPARENZ UND RECYCLING<br />
Für die Verpackungsentsorgung in Deutschland gelten weitreichende<br />
neue Regeln, es müssen deutlich mehr Verpackungen<br />
recycelt werden. Neue Standards legen fest, inwieweit eine<br />
Verpackung tatsächlich recyclingfähig ist. Zudem wird sichergestellt,<br />
dass alle Unternehmen, die Verpackungen einsetzen, auch<br />
für deren Sammlung und<br />
Recycling bezahlen. Die<br />
Grundlagen dafür schafft<br />
das neue Verpackungsgesetz.<br />
Ein wesentliches<br />
Element des Gesetzes ist die<br />
neue zentrale Stelle mit dem<br />
Verpackungsregister Lucid.<br />
Das Verpackungsregister<br />
funktioniert im Kern so: Alle<br />
Unternehmen, die eine<br />
Verpackung nutzen und diese befüllen, müssen sich dort anmelden,<br />
ihr Unternehmensname und ihre Markennamen werden<br />
dann veröffentlicht. Außerdem müssen sie die Menge an<br />
Verpackungen melden, die sie befüllen und verkaufen bzw. in den<br />
Handel bringen, die dann im privaten Haushalt als Abfall anfallen.<br />
Die zentrale Stelle gleicht diese Angaben mit den Angaben der<br />
dualen Systeme zu den recycelten Verpackungsmengen ab.<br />
Möglich ist die Registrierung über die Webseite der „Zentralen<br />
Stelle Verpackungsregister“ (ZSVR). Verpflichtete Unternehmen<br />
müssen sich über dieses Portal mit ihren Stammdaten und den<br />
durch sie abgegebenen Markennamen registrieren.<br />
www.verpackungsregister.org<br />
FINANZSPRITZE FÜR EFFIZIENTE<br />
ABSAUGTECHNIK<br />
Am 1. Januar <strong>2019</strong> startete das Bundesministerium für Wirtschaft<br />
und Energie das neue Investitionsprogramm „Energieeffizienz<br />
und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der<br />
Wirtschaft“. Auch Investitionen in Absauganlagen, die mit<br />
hocheffizienten Querschnittstechnologien ausgestattet sind,<br />
können gemäß der neuen Förderrichtlinie mit bis zu 40 %<br />
staatlich bezuschusst werden. Die maximale Förderung beträgt<br />
zehn Mio. Euro pro Antragsteller oder Projekt.<br />
Neben Standardanlagen wie dem Filterturm, einem Hallenlüftungssystem<br />
für Schweißrauch, Ölnebel oder Staub, wurden in<br />
der Vergangenheit auch maßgeschneiderte Anlagensysteme<br />
staatlich gefördert. Die Auslegung erfolgt dabei durch firmeneigene<br />
Projektingenieure, die die Absauganlage auf die jeweilige<br />
Anwendung und die branchenspezifischen Anforderungen<br />
zuschneiden. Durch die Komponentenbauweise können die<br />
Absaugsysteme jederzeit nach Bedarf erweitert werden. Die<br />
Module – wie Filtereinheiten, Ventilatoren, Rohrsystem, Erfassungs-<br />
und Austragselemente – lassen sich ebenso einfach und<br />
schnell austauschen. Dadurch bleiben Anwender flexibel und<br />
können auf produktionsbedingte<br />
Veränderungen zügig<br />
reagieren. Von der Planung bis<br />
zur Umsetzung und zum<br />
anschließenden Service- und<br />
Wartungspaket bietet Esta<br />
seinen Kunden alles aus einer<br />
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SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />
S5
TRAUMBALLEN FÜR DEN<br />
WERTSTOFFKREISLAUF<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Gestern produzierte man wertlosen Abfall,<br />
heute erzeugt die Paul Hartmann AG<br />
vermarktungsfähige Ballen aus Karton und<br />
Polyethylen mit 400 kg Gewicht. Die Ballen aus<br />
Alt-Karton gehen an den Kartonage-Lieferanten<br />
und mindern so die Kosten für neues<br />
Verpackungsmaterial. „Ein perfekter<br />
Wertstoffkreislauf“, findet der Verantwortliche<br />
bei dem Hersteller von Medizinprodukten.<br />
Autor: Harry Weiland, freier Journalist, Hamburg<br />
Die Hartmann Gruppe ist ein europaweit aktiver Anbieter<br />
von Medizin- und Hygieneprodukten. Schwerpunkte sind<br />
die Wundbehandlung, die Inkontinenzversorgung und<br />
der Infektionsschutz. Die Paul Hartmann AG in Heidenheim<br />
ist das Herz der Unternehmensgruppe. Sie geht auf eine 1818<br />
gegründete Textilfabrik zurück und gehört damit zu den ältesten<br />
deutschen Industriebetrieben. In Heidenheim ist die Homecare<br />
Logistik des Unternehmens zentralisiert – der Versand von Kleinmengen<br />
an Kunden in Deutschland.<br />
Beim Kommissionieren der Ware fällt in Heidenheim viel Verpackungsmaterial<br />
an: 260 t Kartonage und 60 t PE pro Jahr. Zunächst<br />
wurden diese Abfälle lose in 40-Kubikmeter-Containern entsorgt,<br />
zu einem Zwischenhändler gebracht und dort gepresst. Die Vermarktungserlöse<br />
waren bescheiden. Für Michael Kormann, Leiter<br />
der Homecare Logistik und Kornelia Bischof, Betriebsbeauftragte<br />
für Abfall, war bald klar, dass man diesen transportaufwändigen<br />
und im Ergebnis bescheidenen Prozess besser gestalten kann. Die<br />
naheliegende Idee: Hartmann wollte die Abfälle künftig selbst pressen,<br />
um ordentliche Erlöse zu erzielen.<br />
LÄNGERER AUSWAHLPROZESS<br />
Die Verantwortlichen sahen sich mehrere Anbieter von Ballenpressen<br />
an und ließen auch eine Maschine zur Probe aufstellen. Das<br />
S6 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
t<br />
01 Vertikale Ballenpresse für das Pressen der Polyethylen-Folien auf<br />
kleinstem Raum<br />
Problem: Diese Presse konnte nur Ballen von bis zu 200 kg herstellen.<br />
„Das war für die Papierfabrik zu wenig“, berichtet Kornelia<br />
Bischof. Der Pilotbetrieb wurde beendet.<br />
Michael Kormann und Kornelia Bischof haben sich nach einem<br />
längeren Auswahlprozess für Pressen von HSM entschieden. „Die<br />
Produkte machen einen sehr guten Eindruck“, berichtet Michael<br />
Kormann. Bedienbarkeit, Solidität, hohe Zuverlässigkeit und damit<br />
geringe Wartungskosten bei langer Lebensdauer hätten den Ausschlag<br />
gegeben, sich für die Ballenpressen des Mittelständlers vom<br />
Bodensee zu entscheiden. Vertrauen schuf bei den Verantwortlichen<br />
außerdem, dass abzusehen war, dass der Service bei HSM<br />
keine langen Wege zurückzulegen hat.<br />
Michael Kormann: „Der Anschaffungspreis ist nur ein Punkt, bei<br />
uns muss auch der Service während des Betriebs stimmen und die<br />
Anlagen müssen sich langfristig wirtschaftlich betreiben lassen.<br />
Das haben wir bei HSM am besten erfüllt gesehen.“<br />
ANGEPASSTE MASCHINE<br />
Den Anfang der neuen Ära in der Abfallverwertung der Homecare<br />
Logistik machte zunächst die vertikale Ballenpresse HSM V-Press<br />
„DER ANSCHAFFUNGSPREIS IST<br />
NUR EIN PUNKT, BEI UNS MUSS<br />
AUCH DER SERVICE WÄHREND<br />
DES BETRIEBS STIMMEN, UND<br />
DIE ANLAGEN MÜSSEN SICH<br />
LANGFRISTIG WIRTSCHAFTLICH<br />
BETREIBEN LASSEN. DAS HABEN<br />
WIR BEI HSM AM BESTEN<br />
ERFÜLLT GESEHEN.“<br />
Michael Kormann,<br />
Leiter Logistik Homecare, Paul Hartmann AG<br />
860 S für das Pressen der Polyethylen-Folien auf kleinstem Raum.<br />
Sie sollte bei der Paul Hartmann AG die Bewährungsprobe leisten.<br />
Gemeinsam mit dem HSM-Vertrieb wurde diese vertikale Ballenpresse<br />
auf die Anforderungen angepasst: Sie bekam – für HSM eine<br />
Premiere – eine Schiebetür, statt der im Standard vorgesehenen<br />
seitlich aufgehenden Öffnung.<br />
Nicht nur inder Spitze spitze –<br />
Schraubengebläse HBS<br />
Leistungsstark–Volumenstrom von40-165 m³/min., max.Überdruck11bar 1,1 bar<br />
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Regelbereich hocheffizient<br />
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Steuerung SIGMA CONTROL 2<br />
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SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong> S7
UMWELTTECHNIK<br />
Positiv wird auch eine Alleinstellung der vertikalen Maschine bewertet:<br />
Der Pressvorgang startet mit dem Schließen der Tür automatisch,<br />
und die Tür geht nach dem Ende des Pressens auch<br />
selbsttätig auf. Und weil der Abnehmer der PE-Ballen der Paul<br />
Hartmann AG keine Drahtumreifung haben mag, wurde die<br />
V-Press 860 S erstmals mit einer Umreifung mit Polyester-Bändern<br />
ausgestattet. Zusatzeffekt: Um drei Viertel geringere Kosten für<br />
Umreifungsmaterial. Michael Kormann: „Die Maschine wurde auf<br />
unsere Bedürfnisse angepasst und die Neuerungen funktionieren<br />
gut.“ Die Bilanz des Tests war darum positiv. Die HSM V-Press 860 S<br />
habe ein kompaktes Maß, beanspruche wenig Standfläche und sie<br />
produziere gut vermarktungsfähige Ballen von rund 400 kg Gewicht,<br />
obwohl sie mit losen PE-Folien bestückt wird, lobt Kormann.<br />
ABWEICHENDE PLANUNG<br />
Nachdem das Unternehmen aus Heidenheim mit der vertikalen<br />
Ballenpresse von HSM gute Erfahrungen gemacht hat, war der Weg<br />
offen, auch die Vermarktung des weit umfangreicheren Kartonagenmaterials<br />
mit HSM-Unterstützung anzugehen. Auch hier entwarfen<br />
der Kunde und HSM eine Lösung, die von der ursprünglichen<br />
Planung abgewichen ist. Ergänzende Anlagen wie eine<br />
Kippvorrichtung für 1,1-Kubikmeter-Umleerbehälter sowie ein<br />
Förderband für die Zuführung waren dabei Konsens.<br />
HSM riet dem Kunden jedoch davon ab, in Heidenheim eine vollautomatische<br />
Ballenpresse inklusive automatischer Verdrahtung zu<br />
installieren. Naheliegender Grund: Das Volumen von 260 t/a rechtfertige<br />
in Heidenheim keine Vollautomatik. Aufgrund der manuellen<br />
Zuführung der Kartonagenabfälle ist ohnehin ein Mitarbeiter<br />
vor Ort, der den Ballen mit Draht abbinden könnte, schlug HSM<br />
vor. Den Verantwortlichen gefiel diese uneigennützige Beratung<br />
aus Kundensicht. Michael Kormann: „Wir haben uns letztlich für<br />
die halbautomatische Ballenpresse HSM HL 4812 entschieden – sie<br />
entspricht aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen unseren<br />
Anforderungen am besten.“ Nun wird in der Homecare Logistik jeder<br />
Kartonage-Ballen manuell mit vier Drähten umreift. Kormann:<br />
„Das funktioniert flott und gut.“<br />
Rund drei Stunden pro Tag ist bei der Homecare-Logistik heute<br />
ein Mitarbeiter beschäftigt, um beide Abfallfraktionen zu pressen<br />
und zum Abtransport bereitzustellen. Vorteil HSM: Sollte eine<br />
Maschine ausfallen, kann auch die andere Maschine die Fraktion<br />
übernehmen und komprimieren. Alle sechs Wochen holt ein Lkw<br />
die Ballen ab – er kann knapp 60 der 400-Kilo-Pakete laden. Die<br />
02 Die Kartonagenabfälle werden mit einer halbautomatischen<br />
Ballenpresse verarbeitet<br />
Abnehmer der Ballen sind glücklich mit dem neuen Rohstoff aus<br />
Heidenheim, berichtet Michael Kormann: „Sortenrein, unverschmutzt,<br />
von konstanter Qualität und optimal verdichtet – wir liefern<br />
Traumballen.“ Ideal findet er es auch, dass die Alt-Kartonage<br />
an jene Papierfabrik geliefert wird, die die Kartonagen herstellt. Das<br />
senke Einkaufspreise und Transportkosten – „ein nahezu perfekter<br />
Wertstoffkreislauf“, sagt Kormann.<br />
Fotos: HSM, Fotolia (#139333708, photo 5000)<br />
www.hsm.eu<br />
DIE LÖSUNG<br />
HSM V-Press 860:<br />
n 400 kg schwere Ballen auf kleiner Standfläche<br />
n Sonderausrüstung Schiebe- statt Seitentür<br />
n problemlose Umrüstung von Draht- auf Polyesterband-<br />
Umreifung<br />
n HSM HL 4812:<br />
n Sonderausrüstung Kippvorrichtung und Förderband<br />
n Beratung mit deutlicher Einsparung: Halb- statt<br />
Vollautomatik<br />
n manuelle Drahtumreifung kostengünstig und ausreichend<br />
n hohe Ballenqualität ermöglicht gute Vermarktung<br />
DIE VORTEILE<br />
n beide Maschinen lassen sich auch mit dem jeweiligen<br />
Pressgut der anderen Maschine bestücken<br />
n kurze Wege für den Service<br />
n gute Unterstützung und Beratung in der<br />
Entscheidungsphase<br />
n Made in Germany<br />
S8 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
CHINA DOMINIERT GALLIUM-PRODUKTION<br />
Es steckt in jedem Smartphone, jeder LED-Leuchte oder auch in Solarzellen: Gallium<br />
gehört zu den unverzichtbaren Rohstoffen für eine Vielzahl von Hightech-Anwendungen.<br />
Gallium wird nur in geringen Mengen als Beiprodukt im Zuge der Herstellung von<br />
Aluminium oder Zink gewonnen. Aufgrund dieser vielfältigen Einsatzgebiete hat China<br />
in den vergangenen Jahren seine Produktion enorm ausgebaut. Das Land verfügt mit<br />
etwa 600 t heute über 84 % der weltweiten Kapazitäten für die Rohgalliumproduktion,<br />
deren Gesamtvolumen bei jährlich rund 720 t liegt.<br />
Mittelfristig erwartet die Dera eine stärkere Nachfrage, die nicht zuletzt aufgrund der<br />
weiter zunehmenden Nutzung der Dünnschichtphotovoltaik und durch den Ausbau der<br />
Mobilfunknetze der neuesten Generation (5G) – Voraussetzung für neue Zukunftstechnologien<br />
wie das „autonome Fahren“ oder das „Internet der Dinge“ – angetrieben wird.<br />
www.bgr.bund.de<br />
KONTINUIERLICHE ÜBERWACHUNG DER BETRIEBSPROZESSE<br />
Der Schutz des Trinkwassers vor rückfließendem Schmutzwasser ist in der DIN EN 1717<br />
eindeutig geregelt. Dies gilt vor allem, wenn auf Verbraucherseite Schmutzwasser der<br />
Kategorie 5 anliegt. Als Spezialist für die Absicherung dezentraler Betriebswasseranlagen<br />
baut Dehoust diesen Schutz jetzt weiter aus: Mit dem System DehoustConnect<br />
können die „smarten“ Sicherheitstrennstationen des Herstellers ohne großen Aufwand<br />
via Internet fernüberwacht und gegebenenfalls<br />
auch fernparametriert werden.<br />
Zudem liefern die Sicherheitstrennstationen,<br />
wie auch die entsprechenden<br />
Doppelpumpen- und Regenwassernutzungsanlagen,<br />
mit dieser Technologie<br />
optional maßgebliche Betriebsdaten. Die<br />
entscheidenden Betriebsprozesse sind<br />
dadurch unterbrechungsfrei nachvollziehbar<br />
und protokolliert. Bei eventuellen<br />
Störungen wird sofort eine Alarmmeldung<br />
ausgelöst.<br />
Die Sicherheitstrennstationen für die<br />
Flüssigkeitskategorie 5 mit Vorlagebehälter, freiem Auslauf und Doppelpumpenanlage<br />
leisten bis zu 14 m 3 /h bei Förderhöhen bis 58 m. Aufgrund des chemischen und<br />
bakteriellen Gefährdungspotenzials, das von den angeschlossenen Verbrauchern für<br />
das Stadtwasser ausgeht, müssen die Sicherheitstrennstationen entsprechend hohe<br />
Qualitätsstandards erfüllen, die deutlich über konventionelle Systemtrenner o. ä.<br />
hinausgehen.<br />
www.dehoust.de<br />
NEUER WASSERFILTER ENTFERNT MIKROPLASTIK<br />
Mikroplastik – das sind winzige Teilchen in unserem Abwasser. Sie herauszufiltern, stellt<br />
die Abwasserbetriebe vor große Herausforderungen. Eine Gruppe von fünf Partnern aus<br />
Industrie und Forschung will jetzt einen<br />
neuen Filter entwickeln, der mit<br />
lasergebohrten Löchern bis zu 10 µm<br />
kleine Partikel effizient auch bei großen<br />
Wassermengen herausfiltert.<br />
Im Projekt SimConDrill wird die Technologie<br />
erforscht, mit der sich ein langlebiges<br />
Filtermodul herstellen lässt, das<br />
Mikroplastikpartikel sicher und verstopfungsfrei<br />
aus Abwässern abscheiden<br />
kann. Der Ausgangspunkt ist dabei der<br />
Zyklonfilter der Klass-Filter GmbH. Dieser Filter wird mit speziellen Metallfolien<br />
ausgestattet, die mit Lasertechnik extrem präzise gebohrt werden.<br />
Denn die Anforderungen an die Bohrungen sind hoch: Bei Porendurchmessern unter<br />
einem hundertstel Millimeter soll der Durchsatz des Filters den großen Wassermengen<br />
im Klärwerk gerecht werden und robust funktionieren. Dies wird über eine möglichst<br />
hohe Porosität erreicht, d. h., ein möglichst großer Teil der Filterfläche soll von Bohrlöchern<br />
eingenommen werden.<br />
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PRÄZISE ABSTIMMUNG FÜHRT ZU<br />
KOSTENEFFIZIENTER ABGASREINIGUNG<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Durch immer komplexere Produktionsprozesse<br />
in der Industrie steigen auch die Erwartungen an<br />
die Leistungsfähigkeit von Abgasreinigungsanlagen:<br />
Sie erfüllen im Optimalfall nicht nur die<br />
gesetzlichen Regelungen, sondern weisen auch<br />
eine vergleichsweise geringe Total Cost of<br />
Ownership (TCO) auf. Um diese Vorteile in der<br />
Praxis zu realisieren, müssen die eingesetzten<br />
Technologien präzise auf den jeweiligen<br />
Anwendungsfall abgestimmt sein.<br />
Autor: Dr. Dani Muse, Leiter Technologie,<br />
Centrotherm Clean Solutions GmbH & Co. KG,<br />
Blaubeuren<br />
Ein Beispiel ist der Prozess der Silizium-Epitaxie: Hier liegen<br />
toxische, korrosive und brennbare Abgase vor, für die prinzipiell<br />
verschiedene Gasreinigungstechnologien wie thermische<br />
Behandlung, Nasswäsche oder Trockenbettabsorption<br />
infrage kommen. Um bei derartig herausfordernden Prozessen mit<br />
vielen Chemikalien eine Lösung mit hoher Reinigungs- und Kosteneffizienz<br />
zu erhalten, sollten Gasreinigungsexperten hinzugezogen<br />
werden, die über Know-how in allen relevanten Verfahren verfügen<br />
und damit technologieoffen beraten können. So lässt sich die<br />
Anschaffung einer Anlage vermeiden, die zwar die gesetzlichen Anforderungen<br />
erfüllt, deren TCO jedoch deutlich höher liegt als mit<br />
einer präziser ausgewählten Technologie erzielbar gewesen wäre.<br />
Weltweit sind laut einer Untersuchung der WHO mehr als<br />
90 Prozent der Menschen verschmutzter Luft ausgesetzt, etwa<br />
7 Mio. sterben jährlich an den Folgen der Schadstoffbelastung.<br />
Angesichts dieser Zahlen sehen viele Industrieunternehmen die<br />
Abluft- bzw. Abgasreinigung als ein zum Teil sehr kostspieliges,<br />
aber notwendiges Übel an. Dabei birgt dieser Sektor großes Potenzial<br />
im Hinblick auf die Energieeffizienz ganzer Produktionsprozesse<br />
– z. B. wenn es gelänge, Wärme aus Abgasen mithilfe von<br />
Wärmeübertragern möglichst vollständig weiterzuverwenden und<br />
Medien, die in den Prozessen nicht verbraucht werden, stofflich<br />
und/oder energetisch zu nutzen.<br />
Den ersten Schritt dorthin bildet der Einsatz effizienter Abgasreinigungsanlagen.<br />
Bereits jetzt erfordern die stetig komplexeren<br />
industriellen Herstellungsprozesse, in denen immer mehr ver-<br />
S10 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
01 Um höchste Effizienz hinsichtlich Reinigungsergebnis und Kosten zu erzielen, gilt es, aus den Abgasreinigungsverfahren<br />
richtig auszuwählen sowie optimal zu kombinieren: Bei der Silizium-Epitaxie fallen hohe Mengen an brennbaren<br />
sowie toxischen und korrosiven Gasen an – das einzige Verfahren, das alle Schadgase inklusive H 2 zuverlässig entsorgen<br />
kann, ist die thermische Behandlung; auch ihre TCO fällt im Vergleich mit der Trockenbettabsorption niedriger aus, sodass<br />
die Technologie in diesem Anwendungsfall zu bevorzugen ist<br />
schiedene Chemikalien zum Einsatz kommen, ein hohes Maß an<br />
Flexibilität und Kombinationsfreiheit im Bereich der Abgasreinigungssysteme.<br />
Dadurch werden Sonderlösungen zum Normalfall,<br />
die je nach Anforderungen auf verschiedene Technologien zur Gasreinigung<br />
zurückgreifen können.<br />
In der Halbleiter- und Photovoltaikindustrie beispielsweise sind<br />
dies im Wesentlichen die thermische Behandlung (Verbrennung),<br />
die Nasswäsche sowie die Trockenbettab- bzw. -adsorption an Aktivkohlen<br />
oder Granulaten. Um hier höchste Effizienz hinsichtlich<br />
Reinigungsergebnis und Kosten zu erzielen, gilt es, aus diesen Verfahren<br />
richtig auszuwählen sowie optimal zu kombinieren. Das betrifft<br />
im Besonderen Stoffe, die mit mehreren Technologien aufgereinigt<br />
werden können, wie bspw. Trichlorsilan, Bromwasserstoff,<br />
Bortrichlorid oder flüchtige organische Verbindungen (VOCs).<br />
DIE TECHNOLOGIEWAHL<br />
Als Grundlage für die Entscheidung, welche Technologie anzuwenden<br />
ist, sollten für jedes Projekt mehrere Aspekte individuell bewertet<br />
werden. Dies lässt sich am Beispiel der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie<br />
gut aufzeigen: Neben den Investkosten der einzelnen<br />
Reinigungsverfahren sind insbesondere die Ausgaben für Betriebsstoffe<br />
wie Brenn- oder Inertgase, für Druckluft, Strom, Abwassergebühren<br />
(diese können je nach Standort stark variieren) sowie für<br />
Service- und Wartungsbedarf zu berücksichtigen. Bei der Trockenbettabsorption<br />
gilt es zudem, die Wechselintervalle für die Absorberfüllung<br />
zu beachten. Diese Kriterien werden als Total Cost of<br />
Ownership (TCO) zusammengefasst. Hinzu kommt die Bewertung<br />
der Reinigungseffizienz und des benötigten Platzes für die Aufstellung<br />
(Footprint).<br />
Bei einem Vergleich von thermischer Behandlung und Trockenbettabsorption<br />
beispielsweise sollte im Hinblick auf die TCO unter<br />
anderem bedacht werden, dass ein Brenner-Wäscher in der Anschaffung<br />
zunächst teurer, weil deutlich komplexer ist. Dafür reinigt<br />
er aber zuverlässig eine größere Bandbreite an Gasen ab als ein<br />
Trockenbettabsorber, dessen Füllung auf die Absorption einer oder<br />
weniger Gasarten optimiert ist. Im laufenden Betrieb benötigt der<br />
Brenner-Wäscher Brenngas, Luft und Strom, wobei die Brenngasmenge<br />
an die Schadgasmenge und -art angepasst werden kann.<br />
Der Trockenbettabsorber wird dagegen über die Zeit mit Schadstoffen<br />
beladen. Wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist, muss die<br />
Füllung gewechselt werden.<br />
In Abhängigkeit von der Schadstoffmenge, die über einen bestimmten<br />
Zeitraum hinweg anfällt, kann die TCO beim Trockenbettabsorber<br />
somit höher ausfallen als beim Brenner-Wäscher. Daher ist<br />
es wichtig, vor der Entscheidung über die Gasreinigungstechnologie<br />
den Prozess und die anfallenden Schadgase und Schadstoffmengen<br />
sowie deren zeitlichen Verlauf möglichst genau zu erfassen bzw. abzuschätzen<br />
und zu bewerten. Geschieht dies nicht, kauft der Kunde<br />
im schlimmsten Fall eine Anlage, die die gesetzlichen Anforderungen<br />
erfüllt, bei der aber die TCO deutlich höher liegt, als es mit einer<br />
anderen Technologie möglich wäre.<br />
BERATUNG IST ENTSCHEIDEND<br />
Unternehmen, die Luftverunreinigungen aus ihren Abgasen abscheiden<br />
müssen, sollten sich vor dem Kauf eines Abgasreinigungssystems<br />
umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten und<br />
Anbieter informieren und am besten eine Abgasreinigungsfirma<br />
wählen, die alle für einen bestimmten Anwendungsfall relevanten<br />
Tsurumi.indd 1 12.04.2016 12:17:45<br />
SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />
S11
02 Je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche Reinigungstechnologien<br />
von Centrotherm in einem Baukastensystem kombinieren:<br />
Sowohl Reinigungssysteme zur thermischen oder nass chemischen<br />
Behandlung, als auch Trockenbettabsorber können in einer kundenspezifischen<br />
Anlagenlösung vereint werden<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Technologien beherrscht. Nur bei einem solchen Betrieb ist die<br />
Wahrscheinlichkeit hoch, dass wirklich technologieoffen beraten<br />
wird. Anbieter mit nur einer Technologie im Portfolio werden dagegen<br />
eher prüfen, ob diese für die geforderte Reinigungsaufgabe<br />
grundsätzlich geeignet ist – das heißt, ob mit diesem Verfahren am<br />
Kundenstandort die gesetzlichen Vorschriften zur Einhaltung der<br />
Abgasgrenzwerte erfüllt werden können.<br />
Hier ist zwar davon auszugehen, dass der Anbieter über die Vorteile<br />
und Invest- sowie Betriebskosten der angebotenen Technologie<br />
Auskunft gibt. Für den Anbieter einer einzigen Technologie wird<br />
jedoch weniger relevant sein, an potenzielle Kunden zu vermitteln,<br />
dass es noch eine wirtschaftlichere Reinigungsart als diejenige im<br />
eigenen Portfolio gibt. Selbst wenn der Kunde vorab auf einem Vergleich<br />
aller relevanten Verfahren einschließlich TCO besteht, ist<br />
nicht gewährleistet, dass der Anbieter über das notwendige Knowhow<br />
für diesen Vergleich verfügt.<br />
Zum Kauf eines Systems mit ungünstiger TCO kann es jedoch<br />
auch dann kommen, wenn ein Unternehmen kontaktiert wird, das<br />
alle relevanten Abgasreinigungstechnologien anbietet. Dies ist<br />
unter Umständen dann der Fall, wenn ein Kunde ein festgelegtes<br />
Budget für die Investition in eine Anlage angibt, dieses Budget beim<br />
Kauf der Anlage eingehalten wird, aber die beauftragte Firma nicht<br />
parallel darauf hinweist, dass mit einer anderen Technologie die<br />
TCO geringer ausfallen würde. Das kann vermieden werden, wenn<br />
der Kunde einen Technologieanbieter mit Schwerpunkt auf Beratungsleistungen<br />
wählt, wie dies unter anderem bei der Firma Centrotherm<br />
der Fall ist. Häufig stellt sich dann heraus, dass zwar ein<br />
Budget vorgegeben ist, über die Vorgabe aber noch innerhalb des<br />
beauftragenden Unternehmens verhandelt werden kann. Voraussetzung<br />
dafür ist, dass sich der Kunde genauer informiert hat und<br />
bei der Beratung darauf hingewiesen wird, dass es über einen längeren<br />
Zeitraum gerechnet kostengünstiger ist, wenn zunächst eine<br />
höhere Investition getätigt wird.<br />
BEISPIEL HALBLEITERINDUSTRIE<br />
Der Mehrwert einer Beratung durch Unternehmen, die alle relevanten<br />
Abgasreinigungstechnologien anbieten, lässt sich anhand<br />
eines Beispiels aufzeigen: Die Silizium-Epitaxie in der Halbleiterproduktion<br />
gehört zu den herausforderndsten Prozessen in der<br />
Industrie. Hierbei werden dünne Siliziumschichten auf ein Substrat<br />
aufgewachsen, indem Silizium aus der Gasphase mit dem erhitzten<br />
Substrat reagiert. Das Abgasgemisch besteht meist aus hohen<br />
Mengen an brennbaren Gasen sowie toxischen und korrosiven<br />
Bestandteilen.<br />
Im Wesentlichen sind dies Dichlorsilan (DCS), Trichlorsilan (TCS),<br />
Phosphin (PH 3 ), Diboran (B 2 H 6 ), Wasserstoff (H 2 ) und Chlorwasserstoff<br />
(HCl). Um eine Technologie zu bestimmen, die in einem Anwendungsfall<br />
wie diesem grundsätzlich zum Einsatz kommen<br />
kann, sollte zunächst die Art des Prozesses und damit die Art der<br />
Schadstoff-Komponenten im Abgas betrachtet werden. Wenn für<br />
eine Anwendung prinzipiell mehrere unterschiedliche Technologien<br />
geeignet sind, kann durch einen detaillierten TCO-Vergleich die<br />
wirtschaftlichste Lösung ermittelt werden.<br />
Bei diesem Vorgehen steht im vorliegenden Beispiel am Ende<br />
folgendes Ergebnis: Der Nasswäscher ist für die Silizium-Epitaxie-<br />
Anwendung nur bedingt geeignet, da er lediglich die korrosiven<br />
Gase DCS, TCS und HCl entfernt. Die Dotiergase PH 3 und B 2 H 6<br />
sowie H 2 werden nicht behandelt. Letzterer könnte zwar – da er<br />
nicht toxisch, sondern „nur“ brennbar ist – durch Verdünnen auf<br />
Konzentrationen unterhalb der Explosionsgrenze unschädlich<br />
gemacht werden, für die toxischen Dotiergase ist dies jedoch<br />
keine Lösung.<br />
Mittels Trockenbettabsorption können prinzipiell alle genannten<br />
Gase außer H 2 entfernt werden. Die Schadstoffmengen (insbesondere<br />
der Wert für HCl) sind bei diesem Prozess jedoch so hoch, dass<br />
das Absorbergranulat sehr schnell verbraucht werden würde. Die<br />
TCO dieser Lösung wäre also sehr hoch. Das einzige Verfahren, das<br />
alle Schadgase inklusive H 2 zuverlässig entsorgen kann, ist die<br />
thermische Behandlung. Ihre TCO fällt im Vergleich mit der<br />
Trockenbettabsorption auch niedriger aus, sodass die Technologie<br />
in diesem Anwendungsfall zu bevorzugen ist.<br />
KNOW-HOW ALS VORAUSSETZUNG<br />
Essenziell für einen optimalen, kosteneffizienten Einsatz von Gasreinigungstechnologien<br />
ist somit, dass stets genau analysiert und<br />
individuell entschieden wird, welches Verfahren sich für eine bestimmte<br />
Anwendung am besten eignet. Von Verallgemeinerungen<br />
sollte Abstand genommen werden, auch wenn sich gewisse Tendenzen<br />
hinsichtlich der Eignung der verschiedenen Technologien<br />
ausmachen lassen: So ist z. B. in der Halbleiterindustrie bei kleinen<br />
Schadstoffmengen, wie sie i. d. R. in Forschung & Entwicklung<br />
sowie Kleinserienfertigung entstehen, oftmals die Trockenbettabsorption<br />
die wirtschaftlichste Lösung. Dagegen sind in der Massenproduktion<br />
bei den meisten Prozessen die anfallenden Schadstoffmengen<br />
in der Regel so hoch, dass thermische Lösungen<br />
sowohl aus technischer, als auch aus wirtschaftlicher Sicht die<br />
bessere Option darstellen.<br />
Festzuhalten bleibt jedoch: Angesichts der Komplexität vieler<br />
Prozesse kann die Beurteilung, welche Technologie sich für eine<br />
spezifische Abgasreinigungsanwendung am besten eignet, nur von<br />
Experten vorgenommen werden. Hier muss für den Kunden eine<br />
intensive Beratungsleistung erbracht werden. Zu empfehlen sind<br />
daher Betriebe, die alle gängigen Technologien anbieten, in den<br />
relevanten Bereichen bereits Referenzen vorweisen können und<br />
auf Basis dieses Know-hows in der Lage sind, technologieoffen<br />
zu beraten.<br />
Fotos: Centrotherm, Fotolia (#38154247, VanderWolf Images)<br />
www.centrotherm-cs.de<br />
S12 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
®<br />
RECYCLING<br />
CHEMISCHER ABFÄLLE<br />
Bei der Sammlung von alten<br />
Chemikalien kann es schnell<br />
gefährlich werden: Sind<br />
einzelne Substanzen vielleicht<br />
harmlos, können unbekannte<br />
Gemische bereits ein erhebliches<br />
Gefahrenpotenzial in sich<br />
bergen. Um dieses Risiko für<br />
die Mitarbeiter zu minimieren,<br />
können separate Systemlösungen<br />
eingesetzt werden. Jede<br />
dieser Lösungen sorgt für<br />
maximale Sicherheit bei<br />
Lagerung und Umgang mit<br />
den Gefahrstoffen. Da<br />
prinzipiell brennbare, ätzende,<br />
giftige und wassergefährdende<br />
Flüssigkeiten zum Alltag gehören,<br />
musste neben Brand-<br />
PORTABLER DURCHFLUSSMESSER<br />
Der Durchflussmesser Fluxus<br />
F401 von Flexim ist für<br />
Langzeitmesskampagnen im<br />
Feld prädestiniert. Abhängig<br />
vom programmierten Messintervall<br />
kann das Gerät mehrere<br />
Monate autonom arbeiten.<br />
Dadurch eignet er sich besonders<br />
für Messkampagnen zur Leckagendetektion oder für<br />
hydraulische Untersuchungen, die regelmäßige Messungen über<br />
einen längeren Zeitraum erfordern.<br />
Das Clamp-on-Ultraschallsystem wurde speziell für die Anforderungen<br />
der Wasser- und Abwasserwirtschaft entwickelt. Die<br />
Einrichtung einer Durchflussmessstelle mit dem Fluxus erfordert<br />
keine Betriebsunterbrechung. Anschließend liefert er genaue<br />
Messergebnisse mit höchster Reproduzierbarkeit und ohne jede<br />
Messwertdrift. Dank seiner Empfindlichkeit gegenüber niedrigen<br />
Strömungsgeschwindigkeiten (bis zu 0,01 m/s) ist das Gerät zur<br />
Überwachung von Trinkwassernetzen durch die Messung der<br />
nächtlichen Minimaldurchflüsse geeignet. Die Metallarmierung<br />
der Sensorkabelenden schützt vor Kabelbruch und sorgt für<br />
ordentliches Arbeiten ohne Kabelgewirr.<br />
www.flexim.de<br />
LACKIERANLAGE SORGT FÜR WARME<br />
PRODUKTIONSHALLEN<br />
Innovationen rund ums<br />
Heizen und Beheizen<br />
Flexible<br />
elektrische<br />
Heiztechnik<br />
• Analyseschläuche<br />
• Ex-Beheizungen<br />
• Begleitheizungen<br />
• Heizmanschetten<br />
• Sonderlösungen<br />
auch an Explosionsschutz<br />
gedacht werden.<br />
Denios fertigt z. B. ein begehbares<br />
Brandschutzlager, das<br />
nach REI 90 zertifiziert ist und<br />
als eigenständiger Brandabschnitt<br />
mitten in den Werkshallen<br />
aufgestellt werden<br />
kann. Das System bietet<br />
genügend Raum für Kleingebinde<br />
bis hin zu 1 000-l-IBC<br />
und ist mit ex-geschützter<br />
Elektrik ausgestattet. Eine<br />
integrierte Auffangwanne<br />
sichert das System zusätzlich<br />
bei austretenden Flüssigkeiten<br />
ab. Zur direkten Arbeit an den<br />
Chemikalien installiert der<br />
Hersteller in direkter Nähe<br />
zum Lager einen Freiarbeitsplatz<br />
mit Schadstofferfassung.<br />
Auch dieser ist gegen Explosionen<br />
mit Atex-konformen<br />
Komponenten ausgestattet.<br />
Eine technische Lüftung<br />
erfasst austretende Emissionen<br />
und führt diese durch<br />
einen Aktiv-Kohle-Filter.<br />
Anschließend werden die<br />
gefilterten Emissionen direkt<br />
ins Freie abgeleitet. Der<br />
Luftstrom ermöglicht zugluftfreies<br />
Arbeiten.<br />
www.denios.de<br />
Die neue Lackieranlage im Rittal-Werk Haiger ist eines der<br />
Herzstücke im Werk. Mithilfe der Anlage werden die produzierten<br />
Schaltschränke mit der nötigen schützenden Außenhülle<br />
versehen. Die beim Lackierprozess anfallende Abwärme wird<br />
konsequent genutzt, um sie an anderen Stellen wieder zu<br />
verwenden, z. B. zur Entfettung von Bauteilen in der Produktion<br />
oder zur Hallenheizung.<br />
Auch der Verbrauch von Wasser sei im Werk Haiger enorm<br />
energieeffizient. Das im laufenden Betrieb gebrauchte Wasser<br />
wird in einem Kreislaufsystem gereinigt und rückgeführt:<br />
„Hightech-Industrie und Umweltschutz schließen sich nicht aus“,<br />
sagt Jörg Kühn, bei Rittal verantwortlich für die Bereiche Sicherheit,<br />
Energie, Umwelt und Bau. Die Recyclingsysteme erfüllten<br />
nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern gehen mit Blick auf<br />
den Umweltschutz noch<br />
einige Schritte weiter: „Weil<br />
man ja mehr tun kann als man<br />
muss“, betont der Fachmann<br />
und verweist auf die Wichtigkeit<br />
eines Bewusstseins für<br />
den nachhaltigen Umgang<br />
mit der Umwelt.<br />
www.rittal.de<br />
KSS-FILTRATION OPTIMIEREN<br />
Ein namhafter Automobilzulieferer aus Deutschland setzt seit<br />
Kurzem das Aqon Hi-Tension-System und den Hi-Pure-Filter ein,<br />
um die Sauberkeit der Kühlschmierstoff-Kreisläufe beim Schleifen<br />
von Hartmetallen zu verbessern. Zuvor kam es zu wiederkehrenden<br />
Qualitätsproblemen durch Schleifkommas, Sedimentationsbildung<br />
und regelmäßigen KSS-Wechsel. Durch das neue System<br />
werden nun insbesondere Partikel im Bereich von 5–15 µm<br />
wirkungsvoll abfiltriert. Der Filter trennt bis zu einer Feinheit<br />
von 1 µm wirkungsvoll ab.<br />
www.aqon-gmbh.com<br />
Hillesheim GmbH<br />
Am Haltepunkt 12<br />
D-68753 Waghäusel<br />
Tel.: 0 72 54 / 92 56-0<br />
E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de<br />
www.hillesheim-gmbh.de
LEICHTER EINBAU VON<br />
POLYMERBETONABSCHEIDERN<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Die Lagerung und das Abfüllen von<br />
hochentzündlichen, explosionsgefährlichen,<br />
giftigen und hoch wassergefährdenden Stoffen<br />
ist nur unter hohen Auflagen erlaubt. Damit<br />
nichts ins Grundwasser gelangt, kommen<br />
Ölabscheider zum Einsatz.<br />
Ölabscheider werden zur Reinigung von Regenwasser eingesetzt,<br />
aber auch zum Auffangen von Öl im Falle eines<br />
Unfalles oder einer Havarie. An die sog. Leichtflüssigkeitsabscheider<br />
werden hinsichtlich Größe, Ausstattung,<br />
Betriebsweise, Stabilität und Beständigkeit der Anlage konkrete<br />
Anforderungen gestellt.<br />
Bei Ölabscheidern besteht die Pflicht zur regelmäßigen Überprüfung<br />
durch einen Fachkundigen. Werden hierbei Mängel festgestellt,<br />
so sind diese umgehend zu beheben. Im Extremfall muss<br />
der Ölabscheider gegen eine neue Abscheideranlage ausgetauscht<br />
werden. Damit verbundene Bauprojekte müssen sorgfältig geplant,<br />
organisiert und durchgeführt werden. Auch wenn es in Teilbereichen<br />
keine dezidierten Anforderungen und Kennzeichnungen der<br />
notwendigen Fachkompetenz gibt, müssen alle Projektbeteiligten<br />
hierfür besonders qualifiziert sein.<br />
IM LAUFENDEN BETRIEB<br />
Der geplante Austausch zweier defekter Ölabscheider auf einer<br />
Tankstelle in Rendsburg, Schleswig-Holstein, sollte bei laufendem<br />
Kundenbetrieb durchgeführt werden. Eng ist es hier, unmittelbar<br />
Autor: Olaf Wiechers, Freier Journalist,<br />
Neu Wulmstorf<br />
an der stark befahrenen Hindenburgstraße in Rendsburg. Der<br />
Leichtflüssigkeitsabscheider wird auf der Baustelle durch ein<br />
Speditionsfahrzeug geliefert. Dass auf einen zusätzlichen Autokran<br />
verzichtet werden kann, wird sofort als besondere Erleichterung<br />
deutlich. Nach Abstimmung der Abladeprozedur durch Fahrer und<br />
Bauleitung steht der Abscheiderbehälter und weitere Bauteile bereits<br />
15 min später neben der Baugrube.<br />
Die einfache Handhabung mit Polymerbetonabscheidern ist<br />
aufgrund des geringen Gewichts gegenüber Betonabscheidern ein<br />
wesentlicher Vorteil. Nach dem Einheben und Absetzen des Abscheiders<br />
wird der Zweikomponentenkleber angemischt. Facilitymanager<br />
Andreas Muthig verfolgt den Fortgang der Schachtmontage.<br />
„Die Vorteile des Abscheiders aus Polymerbeton sind für uns<br />
direkt greifbar: Keine Beschichtung und somit über Jahre keine<br />
Sanierungsaufwendungen, die zu Beeinträchtigungen des tägli<br />
VORTEILE DER POLYMERBETONABSCHEIDER<br />
n Innen- und außenbeständiger<br />
Werkstoff ohne Beschichtung/<br />
Inliner<br />
n geringes Sanierungsrisiko durch<br />
monolitisch verklebten und dichten<br />
Schachtaufbau bis Oberkante<br />
Schachtabdeckung<br />
n geringes Gewicht<br />
n wartungsarm durch filterlose<br />
Mehrkanaltechnologie<br />
n hohe Sedimentationsrate durch<br />
lange Fließstrecke<br />
n Betriebssicherheit durch turbulenzarme<br />
Schwimmerführung<br />
S14 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
01<br />
02<br />
Radarsensor<br />
463,– €*<br />
01 Die Beschichtung dieses herkömmlichen Betonabscheiders ist<br />
defekt, die Sanierung bedeutet Stillstandszeit<br />
02 Auch innerhalb der Baugrube lässt sich der Polymerbetonabscheider<br />
einfach dirigieren<br />
chen Kundenverkehrs auf der Tankstelle führen, sowie die gültige<br />
bauaufsichtliche Zulassung“.<br />
DAUERHAFT UND NACHHALTIG<br />
Der Bagger schwenkt die Abdeckplatte über die Baugrubenabsperrung<br />
herunter zum Abscheiderschacht. Auf dem Behälterrand<br />
ist die Klebemasse aufgetragen, die von der aufsitzenden<br />
Abdeckplatte seitlich nach innen und außen herausgedrückt<br />
wird. Ein Arbeiter zieht mit der Kelle den Klebstoff an der Fuge ab<br />
und versichert sich, dass umlaufend keine Lücke in der Klebefuge<br />
auftritt.<br />
Wolfgang Wille, Sachverständiger für Entwässerungstechnik,<br />
überwacht den Einbau und dokumentiert den Fortgang. Ihn<br />
überzeugt die besondere chemische Beständigkeit von Polymerbeton<br />
und damit die Dauerhaftigkeit bzw. Nachhaltigkeit. „Die<br />
Instandsetzung von Abscheidern, gerade im eingebauten Zustand,<br />
ist teuer und oft nicht von langer Dauer. Das macht den<br />
etwas höheren Preis der Aco Polymerbetonabscheider wieder<br />
wett“, so Wille.<br />
Fotos: Aco Tiefbau Vertrieb GmbH<br />
Preiswerte Füllstandmessung.<br />
Sensor für die Wasserwirtschaft.<br />
Zuverlässige Füllstandmessung in der Wasseraufbereitung,<br />
in Pumpstationen und Regenüberlaufbecken. Durchflussmessung<br />
in offenen Gerinnen und Pegelüberwachung.<br />
VEGAPULS WL S 61<br />
▪ Messbereich bis 8 m<br />
▪ Ohne Einschränkung im Freifeld einsetzbar<br />
▪ Überflutungssicheres IP 68-Gehäuse<br />
▪ Bedienung per Bluetooth mit Smartphone, Tablet oder PC<br />
*Es gelten Staffelpreise:<br />
1 bis 3 Stück 463,– € | 4 bis 9 Stück 10 % Rabatt |<br />
ab 10 Stück Preis auf Anfrage<br />
Weitere Informationen: www.vega.com/wls61<br />
Bestellen unter Telefon +49 7836 50-0<br />
www.aco.com
01 02<br />
INDUSTRIELLE ABWASSERREINIGUNG –<br />
UNTERIRDISCH GUT<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Bei der Milchwerk Jäger GmbH fällt Abwasser vor<br />
allem bei der klassischen Milchverarbeitung und<br />
bei der Milchpulvertrocknung an. Diese<br />
Abwässer wurden bisher vollständig auf der<br />
kommunalen Kläranlage mitbehandelt.<br />
Aufgrund der hohen Auslastung der Kläranlage<br />
war diese zuletzt nicht mehr in der Lage, die<br />
Ablaufgrenzwerte dauerhaft und zuverlässig<br />
einzuhalten. Daher stand die Realisierung einer<br />
eigenen Abwasservoll- oder -teilreinigung zur<br />
Debatte.<br />
Aufgrund der besonderen Abwassercharakteristik der Brüdenkondensate<br />
und Molkepermeate – recht hohe Stickstoffwerte<br />
– wurde zunächst eine Pilotierung vereinbart.<br />
Wegen der beengten Platzverhältnisse wurde die Membranbiologie<br />
favorisiert. Mit einer Biomem-Pilotanlage der Firma<br />
Huber wurden die Abbaueigenschaften und die generelle Eignung<br />
des Membranbelebungsverfahrens für diese Abwässer erprobt.<br />
Zentraler Bestandteil der Anlage ist die Membranbiologie – ein<br />
kombiniertes Becken, in dem der biologische Schmutzstoffabbau<br />
und die Membranfiltration mit UF-Modulen quasi simultan stattfinden.<br />
Diesen Kammern zugeordnet sind Gebläse, Pumpen sowie<br />
Autor: Torsten Hackner, Leiter Industrie,<br />
Thomas Pohlers, Vertriebsmanager Industrie,<br />
beide Huber SE, Berching<br />
die Steuerungsanlage, um die gesamte Anlage vollautomatisch betreiben<br />
zu können. Über intelligente Betriebsweisen der Beschickung<br />
können durch die Anlagentechnik verschiedene Varianten<br />
der Denitrifikation getestet werden. Alle Betriebsparameter werden<br />
durch die Steuerungsanlage geloggt, chemische Parameter wurden<br />
vom betriebseigenen Analyselabor mit untersucht.<br />
AUSFÜHRLICHE VORPILOTIERUNG<br />
Das Abwasser wurde zunächst in einem kleinen Puffertank vorgelegt,<br />
weil darin die tatsächliche spätere Abwasserzusammensetzung<br />
besser simuliert werden konnte. Sämtliche Anlagenkomponenten<br />
wurden isoliert und beheizt, um ein Zufrieren im Winter<br />
zu verhindern. Um qualifizierte Mischproben aus dem Puffertank<br />
und dem Ablauf zu erhalten, wurden automatische Probenehmer<br />
installiert. Aufgrund der im Verhältnis zum Stickstoff niedrigen<br />
CSB-Werte wurde Restmolke in den Zulauf gemischt, um einen<br />
vollständigen Abbau des Stickstoffs in der Denitrifikationsphase zu<br />
ermöglichen. Daneben erfolgte eine regelmäßige Dosierung von<br />
etwas Natronlauge, um die pH-Werte im neutralen Bereich zu halten,<br />
eine Grundvoraussetzung für biologischen Schmutzstoffabbau<br />
und stabile Schlammstruktur in einer Membranbiologie.<br />
Die Aufgabenstellung war, den Betrieb einer Membranbiologie<br />
mit der Huber Biomem zu verifizieren und die Reduktionsleistungen<br />
hinsichtlich der Stickstofffrachten aus der Molkebehandlung<br />
des Milchwerkes Jäger zu überprüfen. Hier konnten für alle Leitparameter<br />
sehr gute Ablaufwerte erzielt werden, teils weit unter<br />
den typischen Anforderungen für Einleiter dieser Größenklasse.<br />
Schwankungen der Abbauleistungen hingen zum einen mit<br />
Schwankungen in der Abwasserzusammensetzung zusammen,<br />
und zum anderen verursachten betriebsbedingte Störungen kurzfristige<br />
Ausfälle (z. B. zu geringe Sauerstoffversorgung).<br />
In einer großtechnischen Anlage sollten sowohl schwankende<br />
Zulaufkonzentrationen als auch betriebsbedingte Schwankungen<br />
deutlich geringer sein, wobei hier ein ausreichend großes Mischund<br />
Ausgleichsbecken errichtet werden sollte. Dadurch werden<br />
S16 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
01 Membranbiologie: In der Filtrationskammer wird das gereinigte<br />
Abwasser abgezogen und einem kleinen Vorfluter zugeführt<br />
02 Für das klassische Produktionsabwasser kommt eine<br />
Druckentspannungsflotation zum Einsatz<br />
03 Die Eindickung des Flotat- und Überschussschlamms erfolgt<br />
mit einem Scheibeneindicker<br />
sowohl eine gleichmäßige Belastung auf die biologische Reinigung,<br />
als auch konstante Ablaufwerte und eine hohe Betriebsstabilität<br />
erreicht. Eine automatisierte pH-Wert-Regelung sorgt für eine Verbesserung<br />
der allgemeinen Betriebsstabilität. Die Dosierung von<br />
Molke als externe Kohlenstoffquelle ist notwendig, um eine ausreichende<br />
Versorgung der Mikroorganismen und v. a. eine ausreichende<br />
Denitrifikation zu gewährleisten.<br />
Insgesamt konnten bis auf wenige, betriebsbedingte Ausreißer<br />
sehr gute Ablaufwerte erzielt werden. Es wurde damit der Nachweis<br />
erbracht, dass die Brüdenkondensate und Permeate ohne Probleme<br />
mit einer Membranbiologie behandelt werden können, einhergehend<br />
mit dem geringeren Platzbedarf einer solchen Variante<br />
im Vergleich zu konventioneller Abwasserreinigung.<br />
ABGESTIMMTER LÖSUNGSVORSCHLAG<br />
Aus den Ergebnissen der Vorpilotierung und den Erfahrungen des<br />
Ingenieurbüros mit Abwässern aus der milchverarbeitenden Industrie<br />
wurde im Anschluss die Umsetzung des neuen Abwasserkonzepts<br />
begonnen. Besonderes berücksichtigt wurden dabei die<br />
extrem beengten Platzverhältnisse im Milchwerk Jäger sowie die<br />
mit der Kommune abgestimmten Ablaufanforderungen.<br />
Es ging nicht darum, sich komplett von der Einleitung in das<br />
Kanalsystem abzukoppeln und das gesamte Abwasser vollständig<br />
selbst zu behandeln, sondern es wurde in Abstimmung mit der<br />
Kommune und unter Berücksichtigung der Anforderungen der kommunalen<br />
Kläranlage ein Gesamtlösungskonzept erarbeitet. Daher beschränkte<br />
man sich darauf, nur die o. g. Abwässer aus der Brüdenkondensation<br />
sowie Molkepermeate komplett aufzubereiten und direkt<br />
einzuleiten, während die verbleibenden Produktionsabwässer dagegen<br />
nur über eine physikalisch-chemische Behandlung vorentfrachtet<br />
und weiterhin dem öffentlichen Kanalnetz zugeführt wurden.<br />
Dieses Konzept hat den Vorteil, dass die für die kommunale Kläranlage<br />
besonders kritischen stickstoffreichen Abwässer komplett<br />
auf dem Betriebsgelände behandelt werden, aber die für die Auslastung<br />
der Kläranlage notwendigen Produktionsabwässer nach<br />
wie vor zugeführt werden. Außerdem besteht im Notfall die Möglichkeit,<br />
das gesamte Abwasser dem Kanalnetz zuzuführen.<br />
SORGFÄLTIGE UMSETZUNG<br />
03<br />
Die Milchwerk Jäger GmbH hat zwei unterschiedliche Abwasserarten,<br />
für die verschiedene Behandlungskonzepte vorgesehen<br />
wurden. Zum einen handelt es sich um ein klassisches Produktionsabwasser<br />
aus der Käseherstellung, reich an Fett, Feststoffen und CSB,<br />
das zunächst in einer 165 m³ fassenden Vorlage gesammelt wird. Ein<br />
installiertes Rührwerk sorgt für gute Durchmischung und Homogenisierung<br />
und damit eine gleichmäßige Belastung auf die folgende<br />
Abwasseranlage. Diese ist mit einer sogenannten Druckentspannungsflotation<br />
des Typ Huber HDF S20 ausgestattet. Der Flotation<br />
vorgelagert ist die Abwasserkonditionierung mit Röhrenflockulator,<br />
zugeordneter Dosierung und Einmischung von Fällungsmittel,<br />
Flockmittel sowie Säure, Lauge und Entschäumer – je nach Abwasserbeschaffenheit.<br />
Das so vorbehandelte Abwasser-/Schlammgemisch<br />
wird in der Flotation mit dem luftgesättigten und entspannten<br />
Klarwasserrücklauf vermischt, wobei die entstehenden feinen Luftblasen<br />
mit den Feststoffen nach oben strömen und so für einen voreingedickten<br />
Schlammteppich an der Behälteroberfläche sorgen.<br />
Das nahezu feststofffreie Abwasser fließt über Strömungsleitbleche<br />
dem Ablauf zu. Der Schlammteppich wird über ein Oberflächenräumsystem<br />
abgezogen und dem Schlammablauf der Flotation zugeführt.<br />
Der Flotatschlamm kommt in den Nassschlammspeicher.<br />
Der zweite Abwasserstrom kommt aus der Kondensation von<br />
Trocknungsbrüden sowie aus der Eindickung und Aufkonzentrierung<br />
von Molken (sog. Molkepermeate). Dieses Abwasser ist relativ<br />
arm an Feststoffen und CSB, weist aber einen verhältnismäßig hohen<br />
Stickstoffgehalt auf. Dieser Stickstoff, aber auch der enthaltene CSB<br />
werden über eine zweistraßige Membranbiologie behandelt, wobei<br />
für eine effektive Denitrifikation und wegen des niedrigen CSB-Gehalts<br />
Restmolke zugeführt wird. Über zwei VRM 30/18 RF-Maschinen<br />
werden maximal 80 m³/h gereinigtes Abwasser abgezogen und<br />
einem kleinen Vorfluter zugeführt. Zur Reduzierung der Belagsbildung<br />
der UF-Membranen werden diese regelmäßig mit Permeat<br />
aus der zweiten Straße zurückgespült, von Zeit zu Zeit mit Zudosierung<br />
von Reinigungschemikalien. Überschussschlamm wird aus<br />
der Biologie abgezogen und der maschinellen Schlammeindickung<br />
zugeführt. Hierzu wird der Schlamm mit Polymer versetzt, auf den<br />
S-Disc Scheibeneindicker geleitet, gravitär eingedickt und im Nassschlammspeicher<br />
zwischengespeichert.<br />
Aus Platzgründen ist die Gesamtanlage komplett unterirdisch ausgeführt<br />
und verschlossen. Die gesamte Abluft wird über einen Biofilter<br />
geführt, um Geruchsbelästigung der direkt angrenzenden Anwohner<br />
auf ein Minimum zu begrenzen. Das Milchwerk Jäger hat die<br />
gesamte Steuerungstechnik und das Prozessleitsystem selbstständig<br />
nach eigenem Standard ausgeführt und automatisiert. Zur optimalen<br />
Regelung der Chemikalienzugabe in der Druckentspannungsflotation<br />
wurde erstmalig eine trübungsabhängige Steuerung der Chemikaliendosierung<br />
installiert. Dadurch soll der Verbrauch an Chemikalien<br />
– im Gegensatz zu einer reinen Volumenregelung – bedarfsgerecht<br />
an die tatsächliche Zulaufsituation angepasst werden. In der<br />
Biologie kommt eine kombinierte Ammonium-/Nitratsonde zum<br />
Einsatz, um die Nitrifikations- und Denitrifikationszeiten optimal zu<br />
steuern. Aufgrund der starken Schwankung der Zulaufzusammensetzung<br />
werden so die Phasen bedarfsgerecht geregelt.<br />
Die gesamte Anlagentechnik wurde im Herbst 2017 in Betrieb<br />
gesetzt, nach entsprechenden Einfahr- und Optimierungsbetrieb<br />
ist die Anlage seit Mitte 2018 im Regelbetrieb.<br />
Fotos: Huber<br />
www.huber.de<br />
SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />
S17
t<br />
CM-L-Pumpen sind<br />
speziell für den<br />
Einsatz in industriellen<br />
Temperiereinrichtungen<br />
konzipiert<br />
DIGITALISIERUNG VON KREISELPUMPEN<br />
Der verfügbare Platz zum Aufstellen von<br />
Apparaten, Maschinen und Zuliefer-<br />
Komponenten wird im Anlagenbau immer<br />
knapper und teurer; häufig ist die schiere<br />
geometrische Dimension eines Systems<br />
entscheidend für die Auftragsvergabe. Kompakte<br />
Pumpen können hier überzeugen.<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Im Lastenheft der horizontalen, mehrstufigen CM-Pumpen stand<br />
die kompakte Bauweise ganz oben auf der Prioritätenliste. Ergebnis:<br />
Verglichen mit anderen Pumpen dieser Leistungsklasse besitzt<br />
die CM wesentlich kleinere Abmessungen. Dieses „Downsizing“<br />
ist das Ergebnis fortschrittlicher Hy draulik-Technologien und<br />
Produktionstechniken, die es möglich machten, die Abmessungen<br />
der Laufräder, der Laufradkammern und der Gleitringdichtung zu<br />
verkleinern. Die Möglichkeit, einzelne Bauteile und Komponenten<br />
auszu tauschen, ist ein weiteres zentrales Merkmal der CM-Pumpen.<br />
Aufgrund dieser hohen Modularität können Apparate- und Anlagenbauer<br />
zwischen Varianten bei den Motoren, den Laufrädern, Wellendichtungen,<br />
Wellen, Pumpengehäusen und mehr auswählen. Die<br />
komplette Baureihe kann auch mit einem integrierten Frequenzumrichter<br />
zur Drehzahlanpassung (CME) geordert werden. Der MGE-<br />
Permanentmagnet-Motor ist bis zu einer Leistung von 11 kW mit der<br />
Effizienzklassifizierung IE5 verfügbar.<br />
Nun kommen mit den Varianten CM-L (leckagefreie Ausführung)<br />
und CM-SP (selbstansaugende Ausführung) zwei neue Optionen<br />
ins Programm.<br />
LECKAGEFREIE AUSFÜHRUNG<br />
Sind aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen bzw. aus Kostenüberlegungen<br />
Leckagen nicht zulässig, kann der Anlagenbauer<br />
bzw. der Betreiber auf die leckagefreie Variante zugreifen: CM-L-<br />
Pumpen sind mit einem Spaltrohrmotor ohne Wellendichtung aus-<br />
Autor: Dirk Schmitz, Leiter Kommunikation & PR<br />
D-A-CH, Grundfos GmbH, Erkrath<br />
„DAS ERFASSEN VIELER DATEN<br />
IST DER SCHLÜSSEL ZU ANALYSE<br />
UND FEHLERPROGNOSE.“<br />
Dirk Schmitz<br />
gerüstet – das Fördermedium verbleibt sicher innerhalb des Pumpensystems.<br />
Grundfos konnte dabei auf die langjährig bewährte<br />
Konstruktion seiner Nassläuferpumpen zugreifen: Das Fördermedium<br />
übernimmt die Kühlung und Schmierung des Motors und<br />
der Lager (flüssigkeitsgekühlte Radial- und Axiallager bieten im<br />
Vergleich zu herkömmlichen fettgeschmierten Kugellagern eine<br />
längere Standzeit; die Pumpen sind somit nahezu wartungsfrei).<br />
Konstruktiv bedingt arbeiten diese Pumpen zudem angenehm leise<br />
(keine separate Motorlüftung erforderlich). Interne Leckagen konnten<br />
die Konstrukteure minimieren – das sichert einen guten Wirkungsgrad.<br />
Aufgrund der flexiblen Position von Klemmenkasten und Pumpenausgang<br />
sind diese Pumpen besonders einfach zu montieren.<br />
SELBSTANSAUGENDE PUMPE<br />
In aller Regel gilt: Die Saugleitung von Kreiselpumpen muss vor<br />
dem Förderstart zunächst befüllt werden, sie brauchen einen posi-<br />
S18 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
tiven Vordruck (sind also nicht selbstansaugend). Wer dies ändern möchte, muss seine<br />
Kreiselpumpe ertüchtigen. Grundfos macht das bei der Baureihe CM-SP durch das Vorschalten<br />
einer Ansaugspirale in einer separaten Kammer. Mithilfe dieser Ansaugstufe<br />
entlüftet die Pumpe die Saugleitung und kann so Medium ansaugen.<br />
CM-SP-Pumpen decken einen weiten Anwendungsbereich ab – angefangen von kleinen<br />
Installationen im häuslichen Bereich (Wasserförderung und Druckerhöhung in Regenwassernutzungsanwendungen)<br />
bis hin zu großen Industrieanlagen (Wasseraufbereitung)<br />
sowie der Wasserversorgung in der Landwirtschaft. Sie können zudem als Speisepumpen<br />
für andere Pumpen eingesetzt werden, die einen positiven Vordruck benötigen.<br />
Im Standard sind CM-SP-Pumpen mit einem ungeregelten Motor ausgerüstet; optional<br />
sind Motoren mit einem integrierten Frequenzumrichter zur Drehzahlregelung lieferbar.<br />
Standardmäßig sind diese CM-Pumpen in Edelstahl EN 1.4301/AISI 304 gefertigt.<br />
MODULARE DIGITALISIERUNG<br />
Grundfos verfolgt eine mehrstufige Digitalisierungs-Strategie: Basis ist die Überwachung<br />
der Pumpeninstallation (das Monitoring hinsichtlich Energieverbrauch, Verschleiß,<br />
Druck, Volumenstrom etc.), kombiniert mit einem Fernzugriff (Remote Management,<br />
GRM). Ein weiterer Baustein ist darauf basierend die Alarmierung des Betreibers, kombiniert<br />
mit einem Lösungsangebot (quasi die Interpretation festgestellter Fehler).<br />
Als nächster Schritt folgt die Optimierung des Systems (also Hinweise zu einer günstigeren<br />
Betriebsweise bzw. das Eliminieren einer falschen Betriebsweise). Über allem steht<br />
als Ziel die vorausschauende Fehleranalyse – sie weist den Betreiber darauf hin, wann<br />
und wo in nächster Zeit ein Ausfall des Pumpensystems zu er warten ist.<br />
Grundfos fasst diese Entwicklungen unter der Begrifflichkeit iSolutions zusammen: Integrierte<br />
Pumpenlösungen und flexible modulare Systeme, bestehend aus Pumpen, Motoren<br />
und Antrieben, Steuerungs- und Sicherungsmodulen sowie Mess- und Datenübertragungseinheiten.<br />
Es ist ein ganzheitlicher Systemansatz, bei dem mit intelligenter MSR-<br />
Technologie ausgerüstete Pumpen und Systeme an die Gegebenheiten der jeweiligen Infrastruktur<br />
angepasst werden können, um eine optimale Förderleistung, einen hohen<br />
Gesamtwirkungsgrad und ein Höchstmaß an Betriebssicherheit zu gewährleisten.<br />
Die besondere Innovation ist das „direkte“ Messen auf einem Silicium-Chip. Im Gegensatz<br />
zu konventionellen Sensoren, die entweder aufwändig gekapselt oder ungeschützt<br />
dem Medium ausgesetzt sind, sorgt eine porenfreie Oberflächenbeschichtung<br />
aus amorphem Metallglas für einen dauerhaften Schutz des Sensor-Chips. Der quasi unmittelbare<br />
Kontakt zum Medium gewährleistet eine schnelle Ansprechzeit, eine akkurate<br />
Messung mit großer Bandbreite sowie eine hohe Wiederholgenauigkeit.<br />
Sind die Daten generiert, müssen sie möglichst in Echtzeit weitergeleitet werden. Neben<br />
den klassischen Feldbus-Protokollen (für die Gebäudeautomation oder für industrielle<br />
Prozesse) offeriert Grundfos das CIM/CIU 500, das Industrial Ethernet-Busprotokolle<br />
unterstützt. Um die Variantenvielfalt zu reduzieren, unterstützt eine einzige CIM<br />
500-Feldbuskarte durch Drehen eines Schalters unterschiedliche Ethernet-Busprotokolle<br />
wie Profinet IO, Modbus TCP und BacNet IP.<br />
CIM/CIU 500 ermöglicht die Kopplung von Grundfos-Pumpen an das echtzeitfähige<br />
Industrial Ethernet – ein weiterer Baustein des iSolutions-Konzepts.<br />
APP IN DIE CLOUD<br />
Auf der vorgefertigten Online-Überwachungs- und Steuerungsplattform iSolutions-<br />
Cloud (GiC) sind für Kunden digital-basierte Geschäftskonzepte (Digital Commercial Offerings)<br />
verfügbar. Realisiert wird die cloudbasierte Datenerfassung und Überwachung<br />
mit CIM/CIU-Steuerungsmodulen und CIM/CIU-Steuerungsgeräten – sowohl für das<br />
Remote-Management (Fernüberwachung) als auch für die Systemintegration (Energieverbrauchsoptimierung).<br />
Die Cloud-Anbindungen werden derzeit vor allem für die<br />
Weiter leitung von Betriebszuständen, Alarmen und wichtigen Betriebs daten sowie zur<br />
simplen Fernsteuerung genutzt.<br />
Das Erfassen vieler Daten ist der Schlüssel zu Analyse, Auto korrektur, Trendentwicklung<br />
und Fehlerprognose. Das Berechnen großer Datenmengen in Echtzeit und das sofortige<br />
Reagieren da rauf erfordert jedoch nach wie vor Computerleistung vor Ort.<br />
Beispielsweise erfordert die Schwingungsanalyse an einem fehlerhaften Kugellager eine<br />
schnelle Fourier-Transformation in einem speziellen Signalprozessor, der aktuell noch<br />
vor Ort sein muss. Der Prozessor kann jedoch die Ergebnisse oder das Rauschmuster mit<br />
einer cloudbasierten Referenz vergleichen.<br />
Fotos: Grundfos<br />
www.grundfos.de
VERFÜGBARKEIT IN DER KREISLAUF-<br />
WIRTSCHAFT SICHERSTELLEN<br />
UMWELTTECHNIK<br />
Ob Kunststoffe, Alt- und Resthölzer, Abfälle,<br />
Akten oder Datenträger – mit entsprechenden<br />
Zerkleinerungs-, Sieb-, Dosier- und<br />
Förderlösungen können unterschiedliche<br />
Materialien zu hochwertigem Output aufbereitet<br />
und zurück in den Rohstoffkreislauf geführt<br />
werden. Ein Hersteller hat seine Anlagen und<br />
Systeme zwar für den Dauereinsatz konzipiert –<br />
trotzdem können Teile verschleißen, es kann zu<br />
Ausfällen kommen und Maschinen müssen<br />
modernisiert werden. Mit Ersatzteilen,<br />
Wartungspaketen und einem Industrie-4.0-<br />
Online-Servicetool kann die Verfügbarkeit über<br />
die komplette Laufzeit sichergestellt werden.<br />
Die Vecoplan AG mit Sitz in Bad Marienberg entwickelt, produziert<br />
und vertreibt Maschinen und Anlagen, die Primär- und<br />
Sekundärrohstoffe im Produktions- und Wertstoffkreislauf<br />
zerkleinern, fördern und aufbereiten. Dabei kann es sich um<br />
technische Kunststoffe handeln, die fest, zäh oder hoch temperaturbeständig<br />
sind, um vorzerkleinerte Biomasse, die am Ende frei von Störstoffen<br />
und homogen sein soll, oder um Abfälle aus kommunalen<br />
Mülldeponien, die anschließend als alternative Brennstoffe für die Zementindustrie<br />
zum Einsatz kommen. Das Unternehmen bietet An-<br />
Autorin: Karin Theine, Marketing/Unternehmenskommunikation,<br />
Vecoplan AG, Bad Marienberg<br />
wendern verschiedene Service-Verein barungen an, die sie auf ihre<br />
Einsätze abstimmen und vertraglich festlegen können.<br />
Damit spielt neben den Geschäftsfeldern Wood/Biomass und<br />
Recycling/Waste der Bereich Service/Parts eine wichtige Rolle. Das<br />
30 Mann starke Team um Markus Claudy betreut Kunden über die<br />
Inbetriebnahme hinaus. „Bei unserem After Sales geht es uns nicht<br />
nur darum, Störungen und Maschinenstillstände und damit lange<br />
Ausfallzeiten zu vermeiden“, beschreibt er. „Die Kunden müssen<br />
sich mit ihren Anlagen häufig auch auf geänderte Produktionsbedingungen<br />
am Markt anpassen und zum Beispiel deren Leistungsfähigkeit<br />
erhöhen.“<br />
RUND UM DIE UHR<br />
Die Techniker versuchen zunächst, via Ferndiagnose die Störung zu<br />
beheben. Die Systeme sind damit in vielen Fällen rasch wieder einsatzbereit.<br />
Zudem ermitteln sie die Ursachen der Störung, um zu<br />
verhindern, dass diese wieder auftritt. Doch nicht jeder Fehler lässt<br />
sich am Telefon beheben. Eine Alternative ist der Vecoplan-Live-<br />
Service. Der Anwender sendet seine Anfrage online an die Service-<br />
Techniker für eine direkte Unterstützung – und das weltweit: Die<br />
Spezialisten können auf die Steuerung oder das Bedienpult zugreifen<br />
und in Echtzeit Fehler erkennen, analysieren, und beheben.<br />
Über Web-Cams lassen sich Live-Bilder übertragen und über Chat<br />
oder Video/Telefon-Konferenz komplexe Sachverhalte klären. „Zudem<br />
sind relevante Daten und Dokumente online verfügbar“, beschreibt<br />
Claudy. „Ebenso werden alle Service-Maßnahmen aufgelistet.<br />
Der Anwender erhält rechtzeitig eine Erinnerung, wann zum<br />
Beispiel die nächste Wartung fällig ist.“<br />
Um das Thema Service noch nutzerfreundlicher zu gestalten, hat<br />
Vecoplan eine Service-App entwickelt, über die der Kunde die Anfrage<br />
mit seinem Smartphone senden kann. Sie lässt sich für die Betriebssysteme<br />
iOS und Android kostenlos herunterladen. Durch die<br />
Verknüpfung mit dem Live-Service werden alle relevanten Daten<br />
der Maschinenkomponenten wie Füllstände, Drehzahlen, Betriebsstunden,<br />
Antriebe und Stromverbrauch auf dem Smartphone oder<br />
Tablet des Kunden angezeigt. So hat der zuständige Betriebs- oder<br />
S20 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong>
01 02<br />
Werksleiter den Überblick über alle Funktionen der Anlage, kann<br />
sie überwachen und rechtzeitig eingreifen. Die Anwendung lässt<br />
sich auch ohne das Live-Service-Paket nutzen. So können Kunden<br />
bei Störungen im Betrieb sofort aktiv werden und unmittelbar<br />
einen Request auslösen. „Wir bieten auch Datenbrillen an. Ist ein<br />
Mitarbeiter vor Ort damit ausgestattet, kann ihm unser Service-<br />
Techniker alle relevanten Informationen ins Sichtfeld einblenden“,<br />
erklärt Claudy. Der Mitarbeiter hat beide Hände frei, um den<br />
Anweisungen des Experten zu folgen. Mit diesem Tool muss das<br />
Wartungspersonal auch seltener vor Ort sein. Das wirkt sich auf die<br />
Kosten und Geschwindigkeit aus.<br />
AUS ALT WIRD LEISTUNGSFÄHIGER<br />
Mit seinem Service unterstützt Vecoplan seine Kunden auch dabei,<br />
künftigen Leistungssteigerungen gerecht zu werden. Dafür unterziehen<br />
die Spezialisten bereits vorhandene Maschinen einem umfassenden<br />
Retrofit. Anwender profitieren anschließend von einer<br />
höheren Betriebssicherheit, sie können ihre Produktion und Prozesse<br />
verbessern oder auch Risiken minimieren. „Wir haben zum<br />
Beispiel für einen Kunden einen Nachzerkleinerer der Baureihe<br />
VAZ 2500 T so aufgerüstet, dass er den doppelten Durchsatz fährt<br />
und bei gleicher Antriebsleistung ein homogeneres Output-Material<br />
erzeugt“, beschreibt Claudy.<br />
Bei diesem Anwender handelt es sich um ein Unternehmen, das<br />
Industrieabfälle zu heizwertreichem Ersatzbrennstoff für Kraft-,<br />
Zement- und Kalkwerke aufbereitet. Die Materialqualität ließ sich<br />
durch minimierte Überlängen in der Nachzerkleinerung verbessern.<br />
Gleichzeitig wünschte der Kunde, die bisherige Leistung von<br />
4,5–5 t/h auf 8 t zu steigern. „Wir haben den U- durch einen W- Rotor<br />
ersetzt, der sich für dieses Material besser eignet. Bei diesem Projekt<br />
01 Über den sogenannten Live-Service können die Wartungstechniker<br />
auf die Steuerung oder auf das Bedienpult zugreifen und in Echtzeit<br />
Fehler analysieren, erkennen und beheben<br />
02 Setzt ein Mitarbeiter die Datenbrille vor Ort auf, kann ihm ein<br />
Service-Techniker alle relevanten Informationen ins Sichtfeld<br />
einblenden<br />
übernahmen wir die Gesamtplanung, das Projektmanagement,<br />
die Montage und Inbetriebnahme sowie den Leistungsnachweis“,<br />
sagt Claudy.<br />
SINNVOLLE OPTIONEN<br />
Vecoplan übernimmt zudem Service-Checks und führt alle Wartungsarbeiten<br />
durch. Die Mitarbeiter prüfen in regelmäßigen Abständen<br />
sämtliche Verschleiß- und Ersatzteile und kümmern sich<br />
um rechtzeitigen Nachschub. Anwender können sich zudem für die<br />
Option Maschinenbrandschutz entscheiden. Mit diesem Konzept<br />
werden mögliche Brandherde oder Zündquellen im Material<br />
während des Zerkleinerungsprozesses lokalisiert und mit automatischen<br />
Löschvorrichtungen rasch beseitigt. Doch welche Service-<br />
Option ist nun für welche Anwendung sinnvoll? „Wir kennen unsere<br />
Maschinen und die Aufgaben unserer Kunden“, sagt Markus<br />
Claudy. „Damit können wir die passende Service-Vereinbarung für<br />
den jeweiligen Einsatz sowie für eine sichere und maximale Betriebsdauer<br />
empfehlen.“<br />
Fotos: Vecoplan<br />
www.vecoplan.de<br />
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die Natur<br />
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Arbeitsschutz |Industriebedarf |<br />
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D - 37308 Pfaffschwende<br />
Deutschland<br />
Telefon: + 49 (0) 3 60 82/4 36-0<br />
Fax: + 49 (0) 3 60 82/4 36-34<br />
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kontakt@comet-pumpen.de<br />
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Ihren Einsatzfall<br />
AFRISO-EURO.indd 1 08.03.<strong>2019</strong> 10:36:06<br />
Wasserflaschen durch einen<br />
Wasserspender zu ersetzen, hilft<br />
nach Angaben von Brita dabei,<br />
Abfall zu vermeiden und die<br />
CO 2<br />
-Bilanz zu verbessern.<br />
Leitungsgebundene Wasserspender<br />
von Brita Vivreau amortisieren<br />
sich laut Hersteller meist<br />
schon innerhalb des ersten Jahres. Die laufenden Kosten für den<br />
Betrieb der Wasserspender sind hingegen gering, da der Preis für<br />
gefiltertes Leitungswasser nur wenige Cent pro Liter beträgt.<br />
Durch den Wegfall des Transports von Plastikflaschen verbessert<br />
sich die CO 2<br />
-Bilanz des Unternehmens.<br />
www.brita.de<br />
ABLUFTFILTER BESEITIGT GERÜCHE<br />
Üble Gerüche aus Produktion und Abwasseranlagen belasten<br />
nicht nur Beschäftigte, Anwohner und Natur, sondern aktivieren<br />
schnell auch das Umweltamt. Die aktuelle Generation des<br />
stationären Abluftfilters Coalsi Volumenmax schafft 2 820 m 3 /h<br />
und misst nur 131 × 131 cm<br />
bei 376 cm Standhöhe. Ein<br />
Stromanschluss reicht.<br />
Technologisch kombiniert der<br />
Hersteller physikalische,<br />
biologische und chemische<br />
Komponenten zu einem<br />
effizienten Reinigungssystem.<br />
Es saugt unangenehm<br />
riechende Atmosphären und Prozessgase selbsttätig an und<br />
schleust sie durch eine ausgeklügelte Filterkaskade. Ein zentrales<br />
Element ist der mächtige Aktivkohle-Adsorber mit rund 8 m 2<br />
Anströmfläche. Das austretende Reingas ist geruchlich unauffällig,<br />
die Leistung individuell einstellbar.<br />
Der Stromverbrauch ist selbst bei 100 % Lüfterleistung mit<br />
0,71 kW/h recht gering. Bei niedrigen Temperaturen schaltet sich<br />
eine selbstregulierende Heizung zu. Das frei platzierbare und mit<br />
weniger als 50 dB(A) leise System kann bedarfsgerecht oder im<br />
Dauerbetrieb laufen.<br />
www.fritzmeier.com<br />
AUFBEREITUNGSANLAGE REINIGT ÖLHALTIGES<br />
ABWASSER<br />
Die Vacudest XS Clearcat eignet sich für Unternehmen mit<br />
weniger als 300 m 3 ölhaltigem Abwasser pro Jahr, wie z. B.<br />
verbrauchten Kühlschmierstoffemulsionen oder Waschwasser<br />
aus der Teilereinigung. Die Anlage gibt es in zwei unterschiedlichen<br />
Größen: Die XS 200 Clearcat ist die kleinste Anlage der<br />
Baureihe und für bis zu 200 m 3 Abwasser pro Jahr geeignet. Die<br />
XS 300 Clearcat bereitet 300 m 3 Abwasser im Jahr auf.<br />
Das Clearcat-Modul ermöglicht laut Hersteller glasklares, nahezu<br />
ölfreies Destillat und erfüllt durch die<br />
hohe CSB-Reduktion auch strenge<br />
Anforderungen an die Qualität. Daher<br />
kann das Destillat noch häufiger im<br />
Produktionsprozess wiederverwendet<br />
werden. Sieben von zehn neuen<br />
Vacudest-Anlagen werden schon mit<br />
dem Clearcat-Modul ausgeliefert.<br />
www.h2o-de.com<br />
S22 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />
Comet.indd 1 08.04.<strong>2019</strong> 09:39:19
ENTWÄSSERN UND TROCKNEN VON<br />
KLÄRSCHLAMM<br />
Mit einer modernen Schlammbehandlungsanlage tätigt die<br />
Gemeinde Freystadt im Landkreis Neumarkt eine lohnende<br />
Investition. Pro Jahr und Einwohner fallen ca. 20 kg Feststoff an,<br />
in Freystadt sind das insgesamt 110 t Trockenmasse. Durch eine<br />
neue stationäre Entwässerung fällt das Filtratwasser nun verteilt<br />
über mehrere Monate an. Durch eine solare Klärschlammtrocknung<br />
wird die Entsorgungsmenge weiter reduziert. Die 7 700 m 3<br />
Dünnschlamm werden auf ca. 3 % Trockenrückstand eingedickt<br />
und anschließend<br />
zunächst auf 500 t<br />
entwässert. Die Solartrocknung<br />
reduziert<br />
die Schlammmenge auf<br />
180 t Trockengranulat.<br />
Aus dem Sammelbecken<br />
wird der Dünnschlamm<br />
im Sommer zu einer<br />
Huber Schneckenpresse Q-Press gepumpt. Durch eine Einmischung<br />
des Polymeres zur notwendigen Flockenbildung im<br />
Klärschlamm vor der Entwässerung ist selbst die lange Schlammleitung<br />
zwischen existierendem Sammelbecken und neu installiertem<br />
Entwässerungsgebäude von 300 m problemlos. Mit ca.<br />
24 % Trockenrückstand wird der Schlammkuchen dann von zwei<br />
Huber Transportschnecken Ro8 T ins Gewächshaus gefördert. Das<br />
Verfahren ist vollautomatisiert. Die anfallenden betrieblichen<br />
Aufgaben sind so gering, dass kein zusätzliches Personal als die<br />
vorhandene Stammbelegschaft benötigt wird.<br />
www.huber.de<br />
KORROSIONSSCHUTZ OHNE SÄUREN UND<br />
OHNE GIFTSTOFFE<br />
Neue Verfahren zur Korrosionsschutzbehandlung basieren auf<br />
den Wirkprinzipien des Phosphatierens bzw. Entzunderns. Sie<br />
kommen mit einem einzigen Bad aus. Entfetten, Beizen und<br />
Phosphatieren erfolgen in einem Arbeitsschritt. Dabei wird die<br />
korrosionsanfällige Oberfläche in<br />
eine schützende Eisenphosphatschicht<br />
umgewandelt.<br />
Das erlaubt den Aufbau von sehr<br />
kompakten Anlagen, und die<br />
Investitionen reduzieren sich auf<br />
25–30 % im Vergleich zu<br />
konventionellen Säureanlagen.<br />
Außerdem werden Energie und Kosten für die Spülwasseraufbereitung<br />
gespart. Auch im Vergleich zum Strahlen sind sowohl die<br />
Investitions- als auch die Betriebskosten sehr viel niedriger. Ein<br />
Grund dafür ist der geringe Personalaufwand und der minimale<br />
Bedarf an Verbrauchsmaterialien: Die Badflüssigkeit muss im<br />
Normalfall nur alle zwölf Monate gewechselt werden.<br />
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Umweltverträglichkeit der<br />
eigens für dieses Verfahren entwickelten Säure. Der Betreiber muss<br />
keine Genehmigung für den Anlagenbetrieb einholen und kann<br />
auf eine Absaugung verzichten, da keine korrosiven Dämpfe<br />
entstehen. Das Personal benötigt auch keine besondere Schutzausrüstung<br />
nach BG. So schonend das Verfahren gegenüber der<br />
Umwelt ist, so wirksam ist der Korrosionsschutz: Im Salzsprühtest<br />
nach DIN EN ISO 9227 werden Standzeiten von über 1 000 h ohne<br />
Korrosion der Bauteile erreicht.<br />
www.betenio.de<br />
RESSOURCENCHECK FÜR<br />
FERTIGUNGSVERFAHREN<br />
Durch das endabmessungsnahe Ur- und Umformen muss ein<br />
Bauteil im weiteren Produktionsverlauf nur noch unwesentlich<br />
bearbeitet werden. Zum endabmessungsnahen Urformen<br />
zählen beispielsweise Gieß- und additive Verfahren, wie etwa<br />
der 3-D-Druck. Eine Umstellung auf das endabmessungsnahe<br />
Ur- und Umformen kann dazu beitragen, das Bearbeitungsvolumen<br />
im Fertigungsprozess deutlich zu senken und dadurch<br />
Ressourcen einzusparen. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz<br />
(VDI ZRE) bietet einen neuen Ressourcencheck an, der kleine<br />
und mittlere Unternehmen (KMU) dazu anregen soll, die<br />
Effizienz ihrer Fertigungsprozesse<br />
zu überprüfen und<br />
gegebenenfalls anzupassen.<br />
Der neue Ressourcencheck<br />
orientiert sich an den<br />
individuellen Anforderungen<br />
des Unternehmens. Der<br />
Anwender beantwortet<br />
zuerst fünf Fragen. Es gilt<br />
herauszufinden, in welchen<br />
Bereichen des Fertigungsprozesses<br />
das Einsparpotenzial besonders groß ist. Die Antworten<br />
werden anschließend nach dem Ampelprinzip ausgewertet.<br />
Nach der Beantwortung der Fragen, bekommt der Anwender<br />
umfangreiche Checklisten und dazu passende Praxis-Beispiele<br />
präsentiert. Der Ressourcencheck zeigt Möglichkeiten, wie mit<br />
endabmessungsnaher Fertigung Abfälle vermieden werden<br />
können. Vor allem das Reduzieren der Ausschuss- und<br />
Nacharbeitsquote bietet großes Einsparpotenzial.<br />
www.ressource-deutschland.de<br />
Haben Sie IhreServicekosten im Griff?<br />
Vollautomatische Erkennung<br />
drohender Verstopfungen<br />
und Reduzierung der Serviceeinsätze.<br />
UnsereLösung: Die<br />
Abwasser-Tauchmotorpumpe<br />
Wilo-RexaSOLID-Q mit<br />
Nexos-Intelligenz<br />
www.wilo.de
SAUBERE LUFT OHNE WÄRMEVERLUST<br />
Wo geschweißt, geschliffen oder geschnitten wird, entstehen<br />
zwangsläufig gesundheitsgefährdende Rauche und Stäube. Diese<br />
sollen direkt und möglichst vollständig entfernt werden. Die<br />
stationäre Absaug- und Filteranlage vom Typ EcoCube entfernt<br />
luftgetragene<br />
Schadstoffe nicht nur<br />
punktgenau, sondern<br />
filtert die Schadstoffe<br />
aus der Luft und führt<br />
die gereinigte Luft bei<br />
Bedarf zurück.<br />
Die schadstoffhaltige<br />
Luft wird in die<br />
Filtersektion geführt.<br />
Hier lagern sich die<br />
Schadstoffpartikel an<br />
der Oberfläche der<br />
Nano-Filterpatronen<br />
mit einem Abscheidegrad<br />
von nahezu 100 % ab, bevor sie automatisch per Druckluftstoß<br />
gelöst und im Staubsammelbehälter gesammelt werden. Ein<br />
weiter Vorteil: Die Filteranlage ist – wie nahezu alle Geräte des<br />
Absauganlagenherstellers – vom Institut für Arbeitsschutz der<br />
Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung mit dem „W3“-Prüfsiegel<br />
für die höchste Schweißrauchabscheideklasse ausgezeichnet.<br />
Es besagt, dass selbst Rauch- und Staubpartikel von hochlegierten<br />
Stählen zu mehr als 99 % aus der Luft gefiltert werden<br />
und diese nach dem Reinigungsprozess wieder in den Arbeitsraum<br />
zurückgeführt werden darf.<br />
www.teka.eu<br />
MOBILE FILTER- UND ABSAUGANLAGEN<br />
In der Fertigungstechnik für die Metallbearbeitung entstehen<br />
u. a. schädliche Emissionen. Daher müssen entsprechende<br />
Absauganlagen mit passenden Filtersystemen ausgestattet sein.<br />
Das modulare Bauprinzip der Filteranlagen BF5 und BF10<br />
ermöglicht mit unterschiedlichen Filterkonzepten die individuelle<br />
Anpassung der Anlagen auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse.<br />
Je nach Prozess filtern die Anlagen<br />
jegliche Schadstoffe sicher aus der<br />
Luft. Bei der Absaugung strömt die<br />
Luft über das Erfassungselement<br />
und den Schlauch in die Anlage<br />
und durch die Filter. Schädliche<br />
Partikel bleiben daran haften.<br />
Lediglich saubere Luft durchdringt<br />
die Filter und kehrt wieder in den<br />
Raum zurück.<br />
Die Anlagen sind mit einem<br />
Kombi- oder Aktivkohlefilter<br />
ausgestattet. Beide Filtervarianten<br />
sind nach der Sättigung werkzeuglos<br />
austauschbar. Außerdem<br />
können die Anlagen beliebig mit einem Absaugarm oder anderen<br />
Erfassungselementen ausgestattet werden. Das kleinere Kompaktgerät<br />
BF5 eignet sich insbesondere bei geringen Mengen von<br />
Staub und Lötrauch. Beide Filteranlagen verfügen über die<br />
neuwertige Inspire-Steuerelektronik. Diese liefert Daten über die<br />
Filtersättigung, die Temperatur sowie die Drehzahl. Mit wenigen<br />
Tastendrücken können alle Parameter direkt an der Anlage<br />
eingestellt und Werte am Display abgelesen werden. Die Anlagen<br />
verfügen über Rollen, sodass die Geräte problemlos dort platziert<br />
werden können, wo sie benötigt werden.<br />
www.tbh.eu<br />
TAUCHMOTOR-RÜHRWERK VERMEIDET<br />
VERZOPFUNGEN<br />
Die Homa Pumpenfabrik GmbH hat<br />
mit dem Tauchmotor-Rührwerk der<br />
Baureihe HRS ein Produkt entwickelt,<br />
das die Widerstandsfähigkeit<br />
der Hydraulik gegen Faserteile in<br />
den Fokus stellt: Hierbei werden<br />
durch ein neues Propeller-Design<br />
Verzopfungen effektiv verhindert,<br />
womit eine gleichbleibende<br />
Leistung garantiert werden kann.<br />
Zudem wirkt die Edelstahl-Konstruktion<br />
gleichzeitig Korrosion und<br />
Verschleiß durch abrasive Bestandteile<br />
entgegen.<br />
Als direktangetriebene Schnellläufer<br />
erreichen die HRS-Rührwerke<br />
Schübe von 125 – 3 000 N bei<br />
Propellergrößen von 230 – 700 mm. Die Wellenabdichtung durch<br />
zwei Gleitringdichtungen (back to back) aus korrosionsbeständigem<br />
SiC/SiC (kombiniert mit zwei zusätzlichen Radial-Wellendichtringen)<br />
garantiert laut Hersteller den Schutz gegen eindringendes<br />
Medium und Feststoffe.<br />
HRS-Anlagen verfügen über einen modularen Aufbau, durch den<br />
sie sich je nach Anforderung an Quadratrohre mit einer Nenngröße<br />
von 60, 80 und 100 mm adaptieren lassen.<br />
www.homa-pumpen.de<br />
AUFARBEITUNG VON RÜCKLÄUFERMATERIA-<br />
LIEN IN DER KAUTSCHUKVERARBEITUNG<br />
Das TRP Reworker System basiert auf dem von UTH entwickelten<br />
Zwei-Walzen-Plastifizierer (TRP) mit integrierter Zahnradpumpe.<br />
Dieses neue Produkt beinhaltet eine Technologie, die die in der<br />
Kautschukverarbeitung bewährten Verfahren wie Brechen,<br />
Homogenisieren und Austragen in einem automatischen Prozess<br />
vereint. Der neue TRP Reworker wurde konstruiert, um unvulkanisierte<br />
Kautschukmaterialien schonend aufzuarbeiten und dieses<br />
Material dem Produktionsprozess wieder zurückzuführen. Dabei<br />
sind Durchsätze bis zu 2 500 kg/h pro Anlage möglich.<br />
www.uth-gmbh.com<br />
Wassernebel bindet Staub!<br />
Tunnelbau / Unter Tage<br />
Papier-Recycling<br />
Metallrecycling<br />
NEBOLEX Umwelttechnik GmbH<br />
Stahlwerke<br />
Steinbrüche<br />
Betonwerke<br />
<br />
+49 (0)6763<br />
960786<br />
Bauschuttrecycling<br />
Müllverbrennungsanlagen<br />
Hafenkräne Abbau von Kohle<br />
S24 SUPPLEMENT 1/<strong>2019</strong><br />
Nebolex.indd 1 15.04.<strong>2019</strong> 09:27:09